Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

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Tomy nicht beeinflussen konnte? War er in Weiß-ichwas-für-Dimensionengelandet? Ich wehrte mich gegendie Krallen des Zweifels und begann, Marc das Gedichtvon der Freundschaft zu rezitieren, das wir als Jugendlicheim Gymnasium gelernt hatten. Weshalb mir der ganzeText ausgerechnet in unserer Situation wieder einfiel,begriff ich auch Jahre später nicht. »Zu Dynosis, demTyrannen, schlich Damon, den Dolch im Gewande, ihnschlugen die Häscher in Bande. Was wolltest Du mit demDolche, sprich, entgegnet ihm finster der Wüterich. DieStadt vom Tyrannen befreien. Das sollst Du am Kreuzebereuen ...« Und so weiter bis zum Schluß, wo sich derTyrann zum verständigen Freund entwickelt und sagt: »Ichsei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte.«Tomy sei dieser Dritte, bläute ich Marc ein. Immerhin,unsere improvisierte Natur-Lumpen-Air-Condition funktionierte.Ich fischte ein sauberes Taschentuch aus demDurcheinander hinter uns, tränkte es mit der lauwarmenBrühe am Boden der Kühlbox. Gierig wie junge Kamelesaugten wir das widerliche Gesöff in uns hinein, benetztenTomys Haut damit. Wie konnte man aus der LuftWasser gewinnen? Irgendwo hatte ich mal gelesen, einindischer Ministerpräsident trinke seinen eigenen Urin.Weder Marc noch ich mußten pinkeln, dafür war zuwenigFlüssigkeit im Körper. Was konnten wir tun, um anWasser zu gelangen? Graben? Dazu fehlte das Werkzeug,und wir standen vermutlich am falschen Ort. Sollten wirin der Nacht unsere Alufolien am Seil der Seilwinde aufhängen,um in der Frühe das Tauwasser der Luft zuernten? Wir hätten die Alufolien zu Trichtern drehen undunter jeden Trichter ein Gefäß stellen müssen. Wir verfügtenüber vier Teller und Tassen in der Bordküche.Bevor wir versuchen konnten, ob das Drahtseil über-45

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