Zeitpolitisches Magazin - Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik

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KINDERBETREUUNG RUND UM DIE UHRFragen, die in diesem Kontext zu beantworten sind:• Welchen Bedarf an ergänzender Betreuung gibt es aktuelltatsächlich und wie führt man geeignete Bedarfsanalysendurch?• Welche Besonderheiten haben großstädtische Räume wieBerlin und wie kann diesen Rechnung getragen werden?• Welche qualitativen Anforderungen gibt es an Betreuungssettingsaußerhalb der Öffnungszeiten von Kita und Hort?Wie kann man dem Wohl und den Bedürfnissen der Kindergerecht werden?• Welche Partner – Unternehmen, Jugendämter, Anbieter/innen– müssen in die Diskussion einbezogen werden? Wie siehtes mit dem (Fach)Kräftebedarf an Kinderbetreuer/innen aus?• Welche Umsetzungs- und Finanzierungsvarianten gibt es?Welche sind perspektivisch denkbar? Wie sieht es mit denrechtlichen Rahmenbedingungen in Berlin aus, wo könntenachgebessert werden?Kathleen Fischer(1998): Leben auf der Überholspur? Einelternfamilienim gesellschaftlichen Zeitstrukturwandel. Ein Plädoyerfür mehr Zeitsouveränität. Berlin.www.shia-berlin.de/Kinderbetreuung/Netzwerk. Die Broschüre„Vom Netzwerken der Frauen. – Das Beispiel des Netzwerks BerlinerKinderbetreuungsprojekte“ findet sich hier zum Download.Zusammengestellt von H. Z. aus Textenund mündlichen Mitteilungen vonKATHLEEN FISCHERProjektleiterin„Berlinweite ergänzende und flexible Kinderbetreuung“Kathleen.fischer@shia-berlin.deFür Kinder von Ärzten, Pflegern und ForschernNotfallbetreuung durch KidsMobilKrankenhäuser haben an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden geöffnet.Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet im Dreischicht-System. Ohne unterstützenden familiären Rahmen sindMitarbeiter/innen mit Kindern auf Betreuungssysteme angewiesen,die auch nachts oder an Wochenenden greifen.Wechselschicht-System, Fachkräftemangel und eine zunehmendeAnzahl an Alleinerziehenden führen dazu, dass BerlinerKlinikunternehmen sich seit Jahren um eine Verbesserungder Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit bei ihrenMitarbeiter/innen bemühen. Angesichts dieser Situation entstand2006 in Berlin KidsMobil (inzwischen in Trägerschaftder SOCIUS – die Bildungspartner GmbH) in Kooperation mitden Berliner Klinikunternehmen Vivantes – Netzwerk für GesundheitGmbH und Charité-Universitätsmedizin Berlin. Inzwischenmachen weitere Berliner Klinikbetreiber undBerliner Hochschulen (FU Berlin, Bereiche der Humboldt-Universität) von dem Angebot Gebrauch.Bedarf der KlinikenBeide Klinikunternehmen hatten im Jahr 2005 Mitarbeiterbefragungenu. a. zur Problematik der Kinderbetreuungdurchgeführt. Vivantes hatte damals zehn Klinikstandorte inBerlin mit ca. 13.000 Mitarbeiter/innen, die ca. 8000 Kinderim betreuungsbedürftigen Alter hatten. Die Charité hatte ca.14.500 Beschäftigte an vier Standorten. Neben den Beschäftigtenin Klinik- und Pflegereich, die in allen Kliniken im Dreischicht-Systemarbeiten, ging es bei der Bedarfsklärung derCharité auch um die Mitarbeiter/innen der Fakultät, die inWissenschaft, Forschung und Lehre nicht an traditionelleDienstzeiten und regelrechten Dienstschluss gebunden sind.Bedingt durch die Öffnungszeiten der regulären Kinderbetreuungseinrichtungenzeigten sich insbesondere bei Alleinerziehendenoder wenn beide Elternteile im Schichtdienst arbeitenBetreuungsengpässe während der Regeldienste des Klinikpersonalssehr früh morgens, am späten Nachmittag/frühenAbend, nachts und am Wochenende . Für diese Mitarbeiter/innen,die wie alle anderen die Kinderbetreuung während ihrerRegeldienste privat organisieren müssen, ist Arbeiten imSchichtdienst nur möglich, wenn ein funktionierendes sozialesSystem existiert, auf das die Mütter bzw. Väter zurückgreifenkönnen. Fallen privat organisierte Betreuungspersonenaus, kann die berufliche Existenz und die finanzielle Sicherungder Familie ins Wanken geraten. Daher ist es nachvollziehbar,dass Alleinerziehende eher unter der KidsMobil-Nutzungsoption„Ausfall der Regelbetreuung“ auf das Angebot KidsMobilzurückgreifen müssen. Das ist aber nur mit Einverständnisder Vorgesetzten möglich, also auch abhängig vom Verhältniszur vorgesetzten Person und deren Verständnis für die Situationund Kenntnis des Angebots KidsMobil.20 ZPM NR. 23, DEZEMBER 2013

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