Leseprobe (pdf) - Bau

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■■■■■■■■■■Musterhäuser altFachwerkhausMinimale AußendämmungIm schweizerischen Roggwil wurde ein Bauernhaus mit der HochleistungswärmedämmungAerogel außen gedämmt. Seine Fachwerkwand ist nun umnur sieben Zentimeter stärker und sieht aus wie früher.■■■■Web-Linkswww.wecobis.dewww.stadur-sued.deDas 180 Jahre alteBauernhaus mit außengedämmter Fassadeund neuem FachwerkBild: A. LüthiAndreas Lüthi führt die Filiale einesProduzenten und Händlers fürHolz- und Solarheizungen. Da war esEhrensache, das typische Berner Bauernhausin Fachwerkbauweise, in welchemer aufgewachsen ist, nachhaltig zusanieren. Das als „schützenswert“ eingestufteHaus wurde etwa 1830 erbautund ist heute Gäste- und Sommerhausmit unterschiedlicher Belegung. Lüthiwohnt mit seiner Familie in einem angrenzendenZweifamilienhaus. Dort istauch die Heizzentrale, die seine Häuserüber ein Nahwärmenetz mit Energieversorgt. Nebenbei erforscht derHolzheizexperte dort die Effizienz vonPellets und Hackschnitzeln. Inzwischensind auch schon zwei Nachbarn an seinWärmenetz angeschlossen. Weiteresollen mit den neuen Schweizer Abgasvorschriften2014 hinzukommen.BaudenkmalDas historische Bauernhaus modernisiertLüthi Schritt für Schritt, seit er esgeerbt hat. Seit 2012 saniert er seinealten Fachwerkwände. Wegen einersehr schönen und gut erhaltenen Vertäfelungaus Holz wollte er sie nicht innendämmen. Eine gängige Außendämmungallerdings hätte nicht nur das Fachwerkverborgen, sondern auch die Wand untypischdick gemacht. Deshalb war derBauherr bereit, den HochleistungswärmedämmstoffAerogel einzusetzen. Erfahrungenmit dem noch recht neuenDämmmaterial hatte er schon bei derDämmung der Leitungen von thermischenSolaranlagen und des Wasserspeichersim eigenen Haus gesammelt.Nun sollte diese Dämmung sein Hausthermisch modernisieren und zugleichoptisch möglichst original erscheinenlassen. Die Schweizer Ortsbildpflegewilligte freudig in das Projekt ein.VerarbeitungÜber die gesamte zu dämmende Außenwand– Putz inklusive Fachwerk – wurdeein flexibles Aerogel-Vlies mit einer Dickevon einem Zentimeter gerollt. Nurdie Fenster wurden ausgespart. Auf dasVlies schraubten die Verarbeiter dannsogenannte falsche Ständer auf, direktüber dem alten, tragenden Fachwerk.Die Ständer – sechs Zentimeter starke,verleimte Holzbalken – haben keinetragende Funktion, sondern machennur das darunter liegende, historischeFachwerk optisch wieder erkennbar. Indie neuen Fachwerkfelder klebten sievier Zentimeter dünne Aerogel-Plattenauf das Vlies. Danach verputzten sie diePlatten mit einem Dämmmörtel undeinem Deckputz mit eingebettetemArmierungsnetz. Damit ist der Putzwieder bündig mit dem neuen Fachwerk.Alles sieht so aus wie früher, nurdie Wand ist sieben Zentimeter stärkerund bestens gedämmt.Wärmebrücken entschärftBeim Einsatz von Aerogel als Dämmmaterialliegt der Teufel im Detail. DerVertreiber der Aerogelprodukte in derSchweiz arbeitete deshalb Ausführungs-Details aus, die sowohl die Dämmung alsauch den Feuchtehaushalt optimieren.Denn solch eine dünne Hochleistungswärmedämmungkann Bestandsmaterialienan Wärmebrücken stark belasten.Da Holz zwölfmal schlechter dämmtals Aerogel, stellt es gegenüber Aerogeleine bedeutende Wärmebrückedar. Um das bestehende Fachwerk zuschützen, wurde eine Lage Aerogelvliesdurchgezogen. Thermisch befindet sichder Taupunkt nun außen, vor dem altenFachwerk. Die Bestandshölzer liegeninnen auf der warmen und trockenenSeite. Die Aerogelplatte schließlich verfünffachtdie Dämmwirkung.Mit einem µ-Wert (Wasserdampf-Diffusionszahl)von 5,0 und ohne kapillareLeitfähigkeit ist sie selbst nur mäßigfür Feuchte durchlässig. Deshalb gibtes eine mit mineralischem Dämmputzgefüllte Fuge zwischen Aerogelplatteund Fachwerk an besonders durchFeuchte beanspruchten Stellen.Haus-SteckbriefFachwerkhaus in Roggwil(Schweiz)Baujahr: ca. 1830, Fassadensanierung:2012/13, Wohnfläche 240 m²Wärmeschutz:Dämmung Bodenplatte teilweise mitHolzfaserplattenFenster U-Wert = 0,7 W/m²KFachwerkwand: 1 cm Aerogelvlies, 4cm Aerogelplatte , 2 cm mineralischerDämmputz (von innen nach außen)Dachdämmung: ca. 30 cm SchafwolleHaustechnik:Thermischer Energieverbrauch von20 kW auf max. 8 kW reduziert,Nahwärmeverbund 60 kW mit Pelletsund Hackschnitzeln72 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014


■■■■■■■■■■Gebäude-HülleHolzfaser-DämmstoffeÖkologischer MarktführerBild: SteicoDie vielseitig einsetzbaren Holzfasern haben unter denÖko-Dämmstoffen den höchsten Marktanteil. Anstelle immergrößerer Dämmstoffdicken machen sich ihre Herstellerfür intelligente Verbundlösungen stark.■■■■Web-Linkswww.holzfaser.orgwww.baustoffe.fnr.de■■■■LiteraturVerband Holzfaser Dämmstoffee.V. (Hrsg.): Holzfaser-Wärmedämmverbundsysteme– Eigenschaften, Anforderungen,Anwendungen. EineInformationsschrift für Planerund Anwender, 2010, 36. S.,kostenloser Download unter:www.holzfaser.org/service/downloads/Unbehandelte Hackschnitzel,Spreißel und Schwartenwerden in der Dämmstoffproduktionzu losenHolzfasern zerkleinert.Bilder: VHDDämmstoffe aus Holzfasern sindbereits seit mehreren Jahrzehntenauf dem Markt, werden vorwiegendaus heimischen Nadelhölzern hergestelltund haben sich bewährt. Inzwischenhaben sie laut der Fachagenturfür Nachwachsende Rohstoffe (FNR)mit rund 60 Prozent den größtenMarktanteil unter den ökologischenDämmstoffen in Deutschland.Vor zehn Jahren hatten sich in Müncheneinige Hersteller zum VerbandHolzfaser Dämmstoffe e.V. (VHD)zusammengeschlossen. Heute sindbereits alle namhaften Unternehmenbeigetreten, die Holzfaserdämmstoffeproduzieren, damit Wärmedämmverbundsystemeentwickelt haben undSystemzubehör wie Klammern liefern.Die Hersteller verpflichten sich, Holzfaserdämmstofferessourcenschonendund unter Einsatz eines großen Anteilserneuerbarer Energien herzustellen.Als Rohstoff kommt Holz aus nachhaltigbewirtschafteten Wäldern zumEinsatz. „Die Hersteller von Holzfaserdämmstoffenfühlen sich dem Umweltschutzgedankenund dem wohngesundenBauen verpflichtet“, sagt derVHD-Geschäftsführer Dr.-Ing. TobiasWiegand.Intelligentes DämmengefordertInzwischen ist der Verband eine anerkannteStimme in der Dämmstoffbranche,der sich kurz nach der Bundestagswahlmit einem Positionspapier andie breitere Öffentlichkeit wandte. Darinforderte er, dass die frisch gewählteBundesregierung dem Bausektor mehrBeachtung schenken solle, denn „sowohlder Wohnungsneubau als auch dieSanierung von Bestandsgebäuden brauchenverlässliche Rahmenbedingungen,die langfristige Planungen ermöglichenund Investitionen beflügeln.“Hauptsächlich sprechen sich die imVHD organisierten Hersteller „gegenden Zwang zu immer größeren Dämmstoffdickenaus, der durch die mehrfacheVerschärfung der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) hervorgerufenwurde. Besser als ein unaufhörlicherDickenzuwachs bei Fassadendämmstoffensind intelligente Verbundlösungenfür energieeffizientes Bauen, dieden jeweiligen Besonderheiten einesStandorts oder Gebäudes spezifischRechnung tragen“.Denn das Dämmen von Alt- und Neubautenhabe viele Facetten und müsseganzheitlich betrachtet werden. Daherdürften sich Fördermaßnahmen undSteuererleichterungen nicht allein anden Erfordernissen des winterlichenWärmeschutzes orientieren. Stattdessensetzt sich der VHD „für eineFörderung von Energiesparmaßnahmenauf der Basis eines ganzheitlichenKriterienkataloges ein, der auchden sommerlichen Hitzeschutz sowie92 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014


Gebäude-Hülle■■■■■■■■■■■Einfluss des KlimawandelsSchmetterlinge reagieren besondersfein und schnell auf sich veränderndeKlimabedingungen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)sieht für das zukünftige Verbreitungsgebietvieler Arten einen deutlichen Trendnach Norden. In einem „Worst-Case-Szenario“, das von einem durchschnittlichenTemperaturanstieg in Europa um4,1° C bis 2080 ausgeht, würden sichfür 70 der ca. 300 untersuchten Artenüber 95 Prozent des derzeitig geeignetenKlimaareals verschieben. Umsowichtiger, dass die Schmetterlinge aufihren klimabedingten Wanderungenmöglichst flächendeckend geeigneteLebensräume vorfinden: chemiefreiund strukturreich!Schmetterlingen helfenBauherren, Haus- und Gartenbesitzerkönnen weit mehr zum Überleben vonSchmetterlingen beitragen, als den meistenbewusst ist: Wer ökologisch bautoder renoviert, senkt schon mal denEinsatz von chemischen Bioziden, dieInsekten schaden. Insofern gilt im Gartenerst recht: Finger weg von chemischsynthetischenPflanzenschutzmitteln.Um Schmetterlingen „Nektar-Tankstellen“und „Ruhe-Oasen“ zu bieten, sollteman auf eine naturnahe Garten- undHausgestaltung achten. Dazu gehören:n Wildblumen- und Kräuterbeete,n Obstbäume, Sträucher und Staudenstatt immergrüner Gehölze,n Brennnessel- und Reisigecken,n mediterranes Grün auf dem Balkon,n Wilder Wein und Wald-Geißblattan der Fassade undn eine extensive Dachbegrünung.All das hilft Schmetterlingen unmittelbar.Erst recht, wenn auch die Nachbarnmitspielen und es darüber hinausgelingt, die Kommunalverwaltung fürdie Schaffung eines Biotopverbunds inder Stadt zu gewinnen. Immer mehrStädte zeigen sich kooperationsbereit,nehmen Ideen auf oder stellen sogarGelände zur Verfügung. So erhaltenauch Leute ohne eigenen Grund dieChance, sich zum Nutzen von Schmetterlingenund Bienen zu entfalten.Unterstützung findet man bei derörtlichen Naturschutzgruppe, zumBeispiel vom BUND, der sich für ein„Schmetterlingsland Baden-Württemberg“stark macht und dafür spezielle„Botschafter“ ausbildet.Schmetterlings-GuidesIm Rahmen dieses mehrjährig angelegtenNaturschutzschwerpunkts hat derBUND-Landesverband Baden-Württembergzusammen mit der ÖkostationFreiburg und der Naturschule Freiburgeine Seminarreihe für sogenannteSchmetterlings-Guides konzipiert: Aninsgesamt sieben Wochenenden lerntendie zahlreichen Interessenten fortgeschrittenesGrundlagenwissen zurBiologie und Ökologie der Tagfalter,zur Exkursionsdidaktik und Naturschutzpädagogik,zum Naturschutzrechtund zum Monitoring.Am Ende zeigten sie mit einem selbstgestalteten Vortrag beziehungsweiseals Exkursionsführer, was sie wie anunterschiedliche Zielgruppen weitergebenwollen und können. Der BUNDgibt den zertifizierten Botschaftern zudemBroschüren und andere Materialienmit auf den Weg.Christine FabriciusGroßes OchsenaugeBild: S. KickSchachbrettfalterBild: V. MolthanTagpfauenaugeBild: W. SchönBUND-Literaturn Lebens räume für Schmetterlinge fördernund bewahren. 48 Seiten, 4 Euro.n Überflieger im Schmetterlingsland –Projekte in Gemeinden, Städten undLandkreisen. 44 Seiten, 3 Euro.n Faszination Schmetterling – Ideen für dieArbeit mit Kindern und Jugendlichen. 20Seiten, 3 Euro.Bestelladresse:BUND-Service GmbH, Mühlbachstraße 2,78315 Radolfzell, Tel. 07732-15070,bund.service-gmbh@bund.netKostenloser Download:www.bund-bawue.de > SchmetterlingslandZitronenfalterBild: C. FabriciusÖkologisch Bauen & Renovieren 2014BUND 115


■■■■■■■■■■Gebäude-HülleDachbegrünungWin-Win und nochmals WinEs gibt viele gute Gründe, die für eine Dachbegrünung sprechen: klimatischeund ökologische, optische und möglicherweise sogar ökonomische.Stimmen Planung und Ausführung, muss man sich auch nichtum Kosten oder mangelnde Dauerhaftigkeit sorgen.Repräsentative Zierformdes DachgartensBild: ZinCo GmbH■■■■Web-Linkswww.dachgaertnerverband.dehttp://dachgäertenfueralle.dewww.gernotminke.dewww.fbb.deDie Isländer machen es seit Jahrhunderten,um es warm zu haben,in Afrika ist die Dachbegrünungvielerorts beliebt, weil sie vor Hitzeschützt. In Deutschland werden seitden achtziger Jahren immer mehr Dächerbegrünt. Konkurrenz erwuchsder Dachbegrünung hierzulande allerdingsdurch den massiven Ausbauder Photovoltaik, die seit der Jahrtausendwendevielfach Vorrang genießt.Doch muss das eine das andere garnicht ausschließen. Verschiedene Herstellerbieten begrünungstaugliche Aufständerungenan und verweisen darauf,dass die kühlende Wirkung des Pflanzenbewuchsesden Wirkungsgrad dersolaren Stromerzeugung um ein paarProzentpunkte verbessern kann.Die Temperaturregulation durch einDachbiotop nützt aber nicht nur denHausbewohnern, sondern dient auchdem globalen Klimaschutz und insbesonderedem Stadtklima. Zwar könnenGründächer die Beanspruchungunserer Umwelt durch Versiegelungund Abwärme produzierende Bautennicht ausgleichen, doch mildernsie ökologische Belastungen erheblich.Win-Win und nochmals WinPhotosynthese, also die Umwandlungdes Klimakillers Kohlendioxidin Sauerstoff zur Biomassebildung,findet auch auf dem kleinsten Gründachstatt. Sollten auch nur Steinbrech-Pflanzenauf fünf Zentimeterschmächtigem Kultursubstrat wachsen,arbeiten die pflanzlichen Kraftwerkedennoch. Sie leisten aber deutlichmehr auf etwa 15 ZentimeternSubstratdicke und erst recht bei sogenanntenIntensivbegrünungen miteiner Sub stratstärke von auch mal 50Zentime tern. Bei diesen Schwergewichtlernschlagen dann jedoch hoheBaukosten zu Buche – und eine aufwendigePflege des Dachgrüns. Intensivbegrünte Dächer sind wie Gärtenbegehbar und bieten einen optimalenFreizeitwert oder Potenzial zurSelbstversorgung. Hauptsache, derUnterbau ist tragfähig und das Budgetist auskömmlich.In puncto Feinstaubbindung leistet aucheine einfache Dachbegrünung auf zehnZentimetern Substrat Erstaunliches.Die Pflanzen filtern nicht nur Feinpartikelaus der Luft: Dort, wo Pflanzenwachsen, heizt sich das Dach wenigerauf, es entsteht kein Aufwind, der abgelagertenStaub aufwirbeln würde.Anders das flache Kiesdach, das sommersbis 80 Grad Celsius erreicht undso eine beachtliche Thermik auslöst.Die verhinderte heiße Luft auf demDach verringert nicht nur die Feinstaubbelastungim Freien, sondernschafft auch ein günstiges Raumklimaim grünbedachten Wohnraum.Ganz nebenbei schützt der Aufbaueines Gründachs die Dachkonstruktion.Den wesentlichen Beitrag leistetdabei die sogenannte Vegetationstragschicht.Sie besteht aus ausreichendsandigem und humosem Oberbodensowie einem Zuschlag von leichtenmineralischen Bestandteilen von 30bis 80 Prozent. Diese Tragschicht istso etwas wie der Sonnenschutz fürdie dachseitige Gebäudehülle, da esdie aggressive ultraviolette Strahlungabfängt. Die Aufgabe des Substratsbesteht eigentlich darin, Porenraumfür Luft, Wasser und die Pflanzenwurzelnzu bieten. Die Poren sindzugleich Voraussetzung für Isolationund die kühlende Verdunstung. Zudemvermindert die raue Oberflächeeines Gründachs die Schallreflexion,so dass es nicht nur im Wohnraumdarunter, sondern auch in der Umgebungruhiger wird.Dach als WasserspeicherAngesichts von immer häufigerenÜberschwemmungen mit verheerenderWirkung erfährt die Wasserrückhaltefähigkeitbegrünter Dächer besondereAufmerksamkeit. Expertenerrechneten für die 20-Zentimeter-Gründachvariante eine Wasserspeicherkapazitätvon 90 Litern je Quadratmeter.Diese Kapazität kann entscheidendzu geringeren Hochwasser-122 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014


■■■■■■■■■■HaustechnikKraft-Wärme-KopplungWärme und Strom aus dem HeizkellerKleine Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung sind auf dem besten Weg, sich zu etablieren – zumindest in derökologischen Nische. Klein-BHKW decken inzwischen Einsatzbereiche bis herunter zum Einfamilienhaus ab.Ihre Effizienz hängt vor allem vom richtigen Verhältnis von elektrischer und thermischer Leistung ab.■■■■Web-Linkswww.asue.dewww.bhkw-infothek.dewww.bkwk.dewww.strom-trifft-waerme.de:Portal zur Partnersuche zumgemeinsamen BHKW-Betriebwww.callux.netwww.ibz-info.deBeispiel Mikro-BHKW:Dieses gut 50 Jahre alteZweifamilienhaus versorgtjetzt ein Mikro-BHKW mitWärme und Strom. Daskleine Familienkraftwerk besteht(von links nach rechts)aus Wärmespeicher, Erdgas-Verbrennungsmotor,Wärmeauskopplungsmodulinklusive Steuerung sowieim Hintergrund an derWand einem Gasbrennwert-Heizgerät.Am Displaydes Wärmeauskopplungsmodulslassen sichindividuelle Anpassungenvornehmen.Man sollte annehmen, eine Heizungsei darauf ausgelegt,möglichst viel Wärme zu erzeugen.Nicht so bei KWK-Anlagen. Die Herstellerunterbieten sich schon bei derBezeichnung ihrer „Mini-“, „Mikro-“oder gar „Nano-BHKW“. Der Trendzum Kleinen hat seine Berechtigung,wie ein Blick auf die Betriebsweiseder Strom- und Wärmeerzeugerzeigt: Bei der Wärme gilt allein dieVorgabe, so viel zu erzeugen, wiefürs komfortable Wohnen gebrauchtwird. Wenn Wärmeenergie für Heizungund Warmwasser benötigt wird,springt die Anlage an – und erzeugtdabei auch Strom. Bei der Stromerzeugunggilt jedoch: Je länger dieAnlage läuft, desto mehr Strom kannselbst verbraucht oder ins Netz eingespeistwerden – und desto höhersind die Einsparungen bzw. Vergütungen(mehr dazu auf S. 36).Lange Laufzeiten sind also das Zieljeder KWK-Anlage. Und je wenigerWärme im Betrieb erzeugt wird, destolänger läuft die Anlage. Ab etwa 4.500bis 5.000 Betriebsstunden pro Jahrwird sie zur ernsthaften Option fürden Heizkeller. Unter 4.000 Betriebs-stunden schafft es die Anlage kaum,die recht hohen Investitionskosten ab20.000 Euro inklusive Einbau wiedereinzuspielen.Einsatzbereiche und TechnikenZunächst muss also geklärt werden,ob vor allem der Wärmebedarf imHaus zu potenziell langen Laufzeiteneiner KWK-Anlage führt. EinKfW 40-Energiesparhaus wäre mitseinem niedrigen Heizwärmebedarfgenau der falsche Einsatzbereich. Einälteres Zweifamilienhaus mit kinderreichenFamilien dagegen passt sehrgut ins KWK-Raster.Bestandteile einer Anlage sind nebendem KWK-Modul meist ein Spitzenlastkessel,der bei höherem Wärmebedarfeinspringt, sowie ein Pufferspeicher,der überschüssige Wärmevorrätig hält. Inzwischen gibt es aufdem Markt der Mini- und Mikro-BHKW nicht nur verschiedene Größenklassen.Je nach Technik variiertauch das Verhältnis von elektrischerund thermischer Leistung. So ergebensich passende Anlagen für Ein-,Zwei- und Mehrfamilienhäuser mitganz unterschiedlichen Energiepro-filen. Die folgenden Neuheiten ausdem Bereich der Mikro-KWK-Anlagenzeigen, wie vielseitig sich der Marktheute präsentiert.Anlagen mit Stirling-MotorStirling-Motoren sind leise, langlebigund wartungsarm – und damit für diegleichmäßige Arbeit im Herzen einerKWK-Anlage gut geeignet. Mikro-BHKW mit Stirling-Motor bieten imBetrieb etwa ein Kilowatt elektrischeund rund 5 Kilowatt Wärmeleistung– kurz gesagt: 1 kW el /5 kW th .Der Hersteller Brötje bietet beispielsweise Anlagen mit integriertem15-kW-Gasbrennwertkessel und imPaket mit einem Pufferspeicher an. Siekönnen in größeren Objekten auch zuKaskadenanlagen gekoppelt werden.Auch Viessmann hat sein Stirling-Mikro-BHKW weiterentwickelt. Esbietet jetzt eine modulierende Betriebsweise.Außerdem wird derPufferspeicher mit einer Kaltwasser-Reserve betrieben, welche die Flexibilitäterhöht: Soll Netzstrom produziertwerden, ist im Speicher immereine Kalt reserve zur Erwärmungvorhanden.156 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014


■■■■■■■■■■innenraum■■■■Web-Linkswww.baubio-logisch.dewww.baubiologie.dewww.baubiologie.netwww.verband-baubiologie.dewww.nt-architekten.deRaumluftbelastungGesunde GebäudeBaubiologen verstehen das Haus als dritte Haut – unbelastet und gesunderhaltend. Sie nehmen Bauphysik und Baukonstruktion als Ganzes wahr undmöchten, dass der Raum ganzheitlich gestaltet wird. Ein Fallbeispiel deröffentlichen Hand und das Interview mit einem baubiologischenSpezialisten zeigen mögliche Wege auf.Außenansicht der kontrolliertbaubiologischenKita. Architekten sindNiebler+Thormann.Den Neubau der Kindertagesstättein Mertingen hat der BaubiologeStephan Streil baubiologisch optimiert.Nach dem Zukunftskonzept der kleinenGemeinde im bayerischen LandkreisDonau-Ries sollte auch die neueKindertagesstätte besonders ökologischgebaut werden. Den Bauherrenwar neben den allgemeinen Aspektengesunden Bauens besonders dieVermeidung unnatürlicher Belastungenwichtig.Der Baubiologe Stephan Streil begleitetedas Bauvorhaben deshalb von derPlanung über die Ausführung bis zurabschließenden Kontrolle. Er schriebklare wohnhygienische Anforderungenin den Ausschreibungsunterlagen fest,beispielsweise über die Baustoffauswahlund die Formulierung von Zielwertenzur Minimierung künstlicherStrahlung und Schadstoffbelastung.Vorab maß er die vorhandene Mobilfunkbelastungauf dem Bauplatz. Aufgrundder baubiologischen Bewertungder Ergebnisse wünschte der Bauherreine gezielte Abschirmung der Gebäudehüllegegen Funkwellen. Nach derVergabe beriet der Baubiologe bei Detailausführungenund Produktrecherchenund führte die nach Baufortschrittjeweils nötigen Abnahmemessungendurch. Nach geringen Nachbesserungenerreichte der Bau dann auch seineZielvorgaben.Baubiologische OptimierungDurch eine stahlreduzierte Bauweise– ein Holzbau auf einer Betonbodenplatte– blieb das natürliche Erdmagnetfeldauch im Haus erhalten. DieFunkstrahlung des nahen Sendemastsbelastet den Innenraum kaum noch,da alle Außenwände mit einem Carbongewebebelegt wurden und dasDach eine Blechdeckung erhielt. DieBaubiologe Stephan Streilerreichte Abschirmwirkung wurdegleich nach Fertigstellung der Schutzebeneüberprüft, um eventuelle Fehlersofort beheben zu können. Zusätzlichwurde eine strahlungsarmeElektroinstallation mit halogenfreienund abgeschirmten Kabeln sowie eineausreichende Verkabelung für schnurgebundeneNetzwerke und Telefoneausgeschrieben und eingebaut. Einegute Frischluftversorgung sichert derEinbau einer wartungsfreundlichenund CO 2-gesteuerten Lüftungsanlage.Alle Baustoffe und Ausbaumaterialienwurden unter der Prämisse besterRaumluftqualität ausgesucht. Die Ergebnisseder Kontrollmessung wurdennach dem Richtwerte-Konzeptdes Umweltbundesamtes bewertet.Durch die frühzeitige Einbeziehungeines Baubiologen und die sorgfältigePlanung erfüllt das Gebäude höchsteAnsprüche an die Wohngesundheit.Bild: Niebler+Thormann198 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014


■■■■■■■■■■innenraumFeiner Streichputz aus Naturkalkkann Feuchtigkeitaufnehmen und auch wiederin den Raum abgeben.Isolierputz mit angenehmerdigen Farbpigmentenverhindert das Schimmelwachstum.Spachteltechnik: Auf glattemweißem Untergrundwerden mehrere Schichtenunterschiedlich farbintensiverPigmente aufgetragen.Bilder: Haga (2), BeeckRaumgestaltungNaturfarben für gute RaumluftWer die eigenen vier Wände neu gestalten will, steht vor einer riesigen Auswahl an Farben und Putzen fürfast jeden Einsatzort. Sollen die Produkte möglichst „emissionsarm“ sein, rücken Rohstoffe ausnachwachsenden oder mineralischen Quellen in den Fokus. Der BranchenverbandÖkoplus hat entsprechende Produktbewertungen zugänglich gemacht.■■■■Web-Linkswww.oekoplus.dewww.auro.dewww.kreidezeit.dewww.leinos.dewww.rotkalk.dewww.biofa.dewww.casanatura24.dewww.haganatur.dewww.beeck.comwww.din.claytec.deWohnlich warme Farben oderdoch eher zurückhaltend pastellig,ein leicht strukturierter Feinputzoder vielleicht einige glatt gespachtelteAkzentflächen – wer sein Zuhausewohnlich gestalten will, hat zahlreicheMöglichkeiten. Fast alle lassen sich mithochwertigen Farben oder Putzen realisieren,die wohngesunde und nachhaltigeAnsprüche einlösen können. Obwir uns in den eigenen vier Wändenwohl fühlen, hängt zu einem großenTeil von den Wand- und Deckenflächenab, die einen wesentlichen Einfluss aufdas Raumklima und die Raumluft haben.Beispielsweise können Lehmputzespürbar Feuchtigkeit aus der Raumluftaufnehmen und wieder abgeben undKalkputze sind in der Lage, das Schimmelwachstumzu verhindern.Volldeklaration derInhaltsstoffeWer nach hochwertigen Farben oderPutzen sucht, die für Gesundheit undUmwelt unbedenklich sind, steht voreiner unübersichtlichen Menge an Pro-dukten. Begriffe wie „bio“ oder „natur“sind zwar positiv besetzt, aber ebenauch nicht geschützt. Nicht nur dasAngebot ist groß, sondern auch dieVielfalt an Sicherheit suggerierendenLabels auf Wandfarben, Lasuren undPutzen. Was also tun?Da bisher noch kein Label existiert,das von allen glaubwürdigen Naturfarben-Herstellernanerkannt und genutztwird, blieb dem Kunden bisherder Weg, auf Produkte zu vertrauen,bei denen die verwendeten Inhaltsstoffevoll deklariert sind. Alle verwendetenRohstoffe sollten dabei ausnachwachsenden oder mineralischenQuellen stammen. Dabei gilt es, aufbestimmte Reizworte zu achten, wieDr. Hermann Fischer, Vorstandsvorsitzenderdes NaturfarbenherstellersAuro, erläutert: „Tauchen beispielsweiseBegriffe wie Isoaliphate, Isoparaffine,Acryl, Epoxy oder Polyurethan inder Zusammensetzung auf, handelt essich nicht um eine Naturfarbe. Diesepetrochemischen Bestandteile lassensich nicht wieder in den natürlichenKreislauf zurückführen und werdenüberdies in absehbarer Zeit nicht mehrverfügbar sein.“Fachliche BewertungenWer sich bei der Suche nach einempassenden Wandanstrich etwas alleingelassen fühlte, suchte möglicherweiseBeratung bei einem Baustoffhändler,der sich auskennt. Und tatsächlichkommt nun von dieser Seite einneuer und transparenter Impuls, fürLicht im vielfältigen und daher für denLaien unübersichtlichen Markt von geeignetenNaturbaustoffen zu sorgen:Die Naturbaustoffhändler im BranchenverbandÖkoplus entwickeltendie Idee, ein allgemein zugänglichesBausortiment mit qualitativen Aussagenzu möglichst vielen ökologischwertvollen und empfehlenswertenBauprodukten zu machen.Sie erachteten diese zeitaufwendigeArbeit als notwendig, „da die existierendenÖkolabel verschiedenster Institutionenfür die Auswahl eines Bauproduktsortimentsuntauglich waren.“214 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2014

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