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Ausgabe 04/13 - Wirtschaftsjournal

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Geld & KapitalWachstum

Geld & KapitalWachstum beim MittelstandDeutsche Bank erzielte im vergangenen Jahr gutes Ergebnis in ChemnitzDie Deutsche Bank in Chemnitz konnte2012 mit guten Ergebnissen aufwarten.Foto: Wolfgang SchmidtEin gutes Geschäftsergebnis hat im vergangenenJahr die Deutsche Bank in Chemnitz erzielt. „Für dieKunden standen die Suche nach Vermögensschutzsowie Investitionen in Sachwerte im Vordergrund“,teilte Evelyn Koch von der Presseabteilung der DeutschenBank AG mit. „Privat- und Geschäftskunden,mittelständische Unternehmen und vermögendeAnleger wurden mit dem Beratungsangebot auch2012 intensiv begleitet. Die Kunden haben dieshonoriert und es der Deutschen Bank in Chemnitzermöglicht, ihre Marktposition vor Ort weiter zufestigen.“„Viele unserer Kunden sehen die Gefahr einer finanziellenRepression. Sie entsteht, wenn die Zinsen sicherer Anlagen,wie etwa Staatsanleihen, niedriger sind als die Inflationsrate.In dieser Situation wird unsere Beratung von den Kundenbesonders intensiv nachgefragt“, sagt Mike Röseler,Mitglied der Geschäftsleitung in der Region Sachsen/Mitteldeutschlandund verantwortlich für Privat- und Geschäftskundender Deutschen Bank in der Marktregion Chemnitz.Ende vergangenen Jahres betreute die Deutsche Bank inder Region Sachsen/Mitteldeutschland über 68.000 mittelständischeKunden. Auf hohem Niveau stabil gehalten hatdie Deutsche Bank 2012 bundesweit die Kreditausreichungenan den Mittelstand. In Höhe von 2,6 Milliarden Euro wurdenöffentliche Förderkredite zugesagt. Das Mittelstandsgeschäfthabe sich in der Region gut entwickelt, versicherteAndreas Fichte, Mitglied der Geschäftsleitung der DeutschenBank in Chemnitz. Das Kreditinstitut sei maßgeblichan bedeutenden Finanzierungsaktionen beteiligt gewesen.So wurde beispielsweise der Milliarden-Kredit der VerbundnetzGas AG begleitet.Wissend, dass für die Unternehmen in der Region vor allemdie langfristige Finanzierungssicherheit zählt, versicherteFichte, dass die Deutsche Bank auch künftig in allen Konjunkturphasenein starker und zuverlässiger Partner für denMittelstand bleibe. „Für unsere Kunden werden wir in denkommenden Jahren insgesamt 10 Milliarden Euro an zusätzlichenKrediten bereitstellen“, betonte er.Ein zuverlässiger Partner für mittelständische Unternehmenwolle die Deutsche Bank auch beim Endspurt zur Vorbereitungauf die SEPA-Einführung am 1. Februar 2014 sein.„Um liquide zu bleiben, müssen viele Firmen ihren Zahlungsverkehrin den kommenden Monaten umstellen. Diesist mit einem hohen Aufwand verbunden. Hier beraten wirunsere Kunden umfassend bei ihren Vorbereitungen“, erläutertFichte.Wolfgang BaltzerInformativ Zum Jahresende 2012betreute die Deutsche Bankin der Marktregion rund178.800 Privat- undGeschäftskunden, davon40.800 im Stadtgebiet. Das Geschäftsvolumenbetrug Ende letzten Jahres3,4 Mrd Euro. Das Anlagevolumen betrugin der Marktregion rund 2,3Mrd Euro, im StadtgebietChemnitz etwa 697 MioEuro. Das Depotvolumen ist mit1 Mrd Euro in der Marktregionund mit 295 Mio Euroim Stadtgebiet in Chemnitzauf hohem Niveau stabilgeblieben. Das Baufinanzierungsvolumenbelief sich in der RegionMarktregion auf rund 768Mio Euro, 6,3 Prozent mehrals im Vorjahr. In Chemnitzsind es 294 Mio Euro, einPlus von 5,4Prozent.36 Wirtschaftsjournal | April 2013

RechtGrenzen überschreiten –Verträge in EnglischE X P E R T E NTIPPvon Rechtsanwalt Eckhart BraunEckhart Braun ist Fachanwalt für Handels-und Gesellschaftsrecht, stellvertretenderVorsitzender des Fachausschussesfür Handels- und Gesellschaftsrechtder Rechtsanwaltskammer Sachsen undPartner bei CMS Hasche Sigle.CMS – das sind 2.800 RechtsundSteuerberater an 54 Standortenmit einer Präsenz undMarktdurchdringung in Europawie kaum eine andere Wirtschaftskanzlei.Eine starke Wirtschaftssozietätim internationalenCMS-Verbund ist CMSHasche Sigle – exzellenteRechtsberatung „Made in Germany"in allen Fragen desnationalen und internationalenWirtschaftsrechts, auf ihremKernmarkt Deutschland tätigmit mehr als 600 Rechtsanwälten,Steuerberatern und Notaren.Kontakt:eckhart.braun@cms-hs.comWeitere Informationen:www.cms-hs.comEnglische Verträge sind eine Herausforderung undmehr als ein deutscher Vertrag in englischer Sprache.Unternehmen und Geschäftsleiter sind auf derSuche nach neuen Geschäftschancen im Ausland.Dort begegnen sie nicht nur anderen Sprachen undKulturen. Praktizierte (Vertrags-)Muster der deutschenGeschäftswelt müssen im Ausland nicht genausoerfolgreich funktionieren. Es ist wichtig, wesentlicheUnterschiede zu kennen und sich darauf einzustellen.Übersetzung reicht nichtFür fast jeden deutschen Satz gibt es mehrere möglicheenglische Übersetzungen. Verträge aber verlangen Bedeutungskongruenz.Der Kunde bezahlt die Rechnung wird imEnglischen weder mit The customer pays the bill noch mitThe customer will pay the bill oder The customer is goingto pay the bill adäquat wiedergegeben. Nur The customershall pay the bill begründet die gewollte vertragliche Verpflichtung.Die Praxis zeigt, dass ausländische Geschäftspartnersprachliche Schwächen auszunutzen verstehen.I will order the products you shall deliver würde erfahrungsgemäßmancher deutsche Lieferant unbeanstandetlassen, obwohl er sich damit, im Gegensatz zu seinemGeschäftspartner, vertraglich bindet.Gewohntes ist fremdDie deutsche Vertragspraxis kennt Regelungen, die in vielenVertragswerken und Allgemeinen Geschäftsbedingungenzu finden sind: die Pflicht zur Nachbesserung bei mangelhafterLieferung, Schadensersatz bei schuldhafter Schlechtleistung,Eigentumsvorbehalt zur Absicherung von Zahlungsansprüchen,Vertragsstrafe bei Verzug. Das sind unsvertraute Regelungen und wir sind geneigt, sie in den englischenÜbersetzungen unserer Verträge und Geschäftsbedingungennicht zu ändern. Umso mehr werden wir überraschtsein, wenn Vertragspartner im Ausland uns nicht vorbehaltlosfolgen. Statt der typisch deutschen sechs Gewährleistungsrechte(Nachbesserung, Minderung, Ersatz, Schadensersatz,Rücktritt, Kündigung) kennen viele ausländischeRechtsordnungen bei Vertragsbruch (breach) grundsätzlichnur die Verpflichtung zum Schadensersatz, und daszudem verschuldensunabhängig. Der Eigentumsvorbehaltverschwindet nicht selten bei Grenzübertritt, weil die ausländischeRechtsordnung ihn nicht kennt oder von förmlichenRegistrierungen abhängig macht. Dies gilt nicht nurfür vermeintlich exotische Länder, sondern zum Bespiel auchfür die Schweiz. Die Vereinbarung deutschen Rechts hilfthier nicht, weil das Eigentum zum Sachenrecht gehört, dasdem Ort folgt, an dem sich die Sache befindet, im Übrigenauch in Bezug auf den Gerichtsstand. Eine Vertragsstrafeempfinden viele ausländische Geschäftspartner als unzulässigespunishment und sind nur bereit, über liquidateddamages zu sprechen, was hinsichtlich Inhalt und Regelungsumfangweit mehr ist als die Übersetzung des deutschenWortes Vertragsstrafe. Auch die deutsche Bürgschaftmit der englischen guarantee gleichzusetzen, kann zu Überraschungenführen, ist das Haftungskonzept doch unterschiedlich.Die Haftung für representations erwischt den,der seine Haftung auf die vertraglichen genannten Eigenschaften(warranties) beschränkt zu haben glaubte. Einenungewöhnlichen Haftungsausschluss unter der Überschriftforce majeure versteckt zu entdecken, gelingt häufig nurdem, der diese Erfahrung einmal schmerzlich gemacht hat.Richtig streitenDas bekannte Sprichwort Vertrag kommt von sich vertragenist nach wie vor aktuell und sollte immer das Ziel sein.Manchmal gelingt dies trotz aller Bemühungen nicht undein Rechtstreit muss geführt werden. Nur gut, wenn dannals Gerichtsstand der Sitz des eigenen Unternehmens inDeutschland vereinbart wurde – so die vermeintlich ersteEinschätzung. Die bessere Erkenntnis lässt oft nicht langeauf sich warten. Können wir einen Prozess mit englischenUnterlagen vor deutschen Gerichten führen oder muss alleskosten- und zeitintensiv von vereidigten Spezialisten übersetztwerden? Ist das Urteil des Landgerichts überhauptim Ausland vollstreckbar? Wie können wir einen für unswichtigen Zeugen mit Wohnsitz im Ausland zwingen, voreinem deutschen Gericht zu erscheinen, oder reicht demdeutschen Richter eine schriftliche Aussage? Die Antwortenauf diese Fragen sind teilweise ernüchternd und derausländische Geschäftspartner genießt die Sonne seinesLandes, statt sich mit uns gerichtlich auseinanderzusetzen.Die häufig mit Schlussbestimmungen überschriebenen Regelungeneines Vertrages dürfen daher nicht vernachlässigtwerden. In Deutschland ist eine Prozessführung in Englischnur bei einer Handvoll Landgerichten möglich. Die vertraglicheVereinbarung auf ein internationales Schiedsgerichtist nicht selten die einzig sinnvolle Möglichkeit, wirklichRechtsschutz zu erlangen.Eckhart BraunWirtschaftsjournal | April 201337

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