KINDERSCHUTZ AKTUELL

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KINDERSCHUTZ AKTUELL

DIE ZEITSCHRIFT DES DEUTSCHEN KINDERSCHUTZBUNDES 3. QUARTAL 2013 / H 8763 FKINDERSCHUTZ AKTUELL3.13die lobby für kinderSchief-LAGENWas den Kinderalltag belastet,ist meistens offensichtlich.Manchmal aber auch nicht.


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SchiefLAGENSICHTBARE UND UNSICHTBAREBELASTUNGEN IM KINDERALLTAGWas Kinder im Alltag belastet, ist manchmal offensichtlich – oft aber auch nicht.Es ist jedoch wichtig, möglichst viele Schieflagen im Kinderleben zu erkennen, die großenebenso wie die kleinen, die „einfach so da sind“. Erst dann kann manihnen wirkungsvoll entgegentreten.824/7 SchleuderprogrammViele erwerbstätige Eltern hetzenzwischen Familie und Job nur noch hinund her. Da bleibt kaum mehrZeit für die Kinder. AB SEITE 814SpurensucheIn Familien können Worte undGesten schnell zur Waffe werden.Dabei liegt die Lösung so nah:Teamwork trainieren! AB SEITE 14INHALT 3.2013KLIPP & KLAR4 Kolumne, Leserbriefe, NewsTHEMA6 SchieflagenInterview mit Heinz Hilgersüber Armut und Entwürdigung8 24/7 SchleuderprogrammKinder brauchen gute Kitas undZeit mit ihren Eltern10 Alltag?Fußball, Frust und Fernsehen -mit unerwünschten Nebenwirkungen14 SpurensucheErwachsenen sprechen „gewaltig“ mit Kindern16 Immer engerWohnraum für Familien in der Stadt18 Wa(h)re Gesundheit?Wie kinderfreundlich ist die Medizin?24Wahlprüfsteinedes DKSBLesen Sie, wie die Bundestags -fraktionen zu Positionen desKinderschutzbundes stehen.AB SEITE 2420Jubiläum mit PräsidentDer Kinderschutzbund feierte in München sein 60. Jubiläum mit BundespräsidentJoachim Gauck und fasste auf der Mitgliederversammlung vieleBeschlüsse. AB SEITE 20KINDER IM BLICK20 Kinderschutztage 2013Jubiläum mit Präsident23 Urteile & GesetzeKinder im Recht aus Sicht des DKSB24 BundestagswahlWahlprüfsteine des DKSB27 Kinder erzählen......wie es draußen vor ihrer Tür aussieht28 Die machen Sachen!Infos & Tipps aus der DKSB-Praxis30 Aktuelles aus dem Bundesverband31 Impressum


KOLUMNELIEBELESERINNENUND LESER,unsere Forderungen für eine kinderfreundlicheGesellschaft, in der die Kinderrechtekonsequent umgesetzt werden,wollen wir in einem neuen kinderpolitischenProgramm formulieren. DerBundesfachausschuss „Gesellschaftspolitische Grundsätze“des DKSB hat einen ers ten Entwurf dazu erarbeitet, überden bereits in München auf den diesjährigen Kinderschutztagenim Mai diskutiert wurde. Viele Orts-, KreisundLandesverbände haben ihre Anregungen und Ideendazu bereits eingebracht.Für ein zukunftsweisendes kinderpolitisches Programmbrauchen wir die vielfältigen Erfahrungen und Erkenntnissealler Kinderschützerinnen und Kinderschützer.Darum wurde ein überarbeiteter Entwurf an alle OrtsundKreisverbände geschickt, damit sie bis zum Herbstintensiv diskutieren und sich einbringen können.Als Präsident des Kinderschutzbundes bitte ich Sie nunherzlich, sich an dieser verbandsinternen Debatte aktivzu beteiligen. Ihre Beiträge sind nicht nur ein Zeichen fürgelebte Partizipation im DKSB, sondern Ihre Ergänzungenund Bemerkungen sind auch aus einem weiteren Grundbesonders wichtig: Die Fristen für unsere Stellungnahmenzu Gesetzen von Bundesregierung und Bundestag sindmeist so knapp gesetzt, dass es aus zeitlichen Gründen oftnicht machbar ist, hier die Orts- und Landesverbände imVorwege ausführlich einzubeziehen. Umso wichtiger istes daher, dass sich unser Verband auf breiter Basis aufgemeinsame Grundsätze verständigt, auf die der Bundesvorstandim schnelllebigen politischen Tagesgeschäftzurückgreifen kann.Ich danke dem Bundesfachausschuss „GesellschaftspolitischeGrundsätze“ für die gute Arbeit und freue mich aufIhre zahlreichen Beiträge und eine lebhafte Diskussionzu unserem neuen kinderpolitischen Programm!Ihr Heinz HilgersPräsident des Deutschen KinderschutzbundesKLIPP &KLARLESER-BRIEFEZur KSA-Jubiläumsausgabe(Heft 2.2013) erreichtendie Redaktionviele Leserbriefe. Hiergekürzte Auszüge:GeglücktHerzlichen Glückwunsch zu der sehr geglückten, guten,übersichtlichen, thematisch interessant gespannten Ausgabe.Besonders interessant fand ich die Beiträge von Walter Wilken(hier wurde die Entwicklung des Verbandes in einen interessantenKontext gestellt), die Annährung an die Persönlichkeitvon DKSB Präsident Heinz Hilgers durch Swaantje Düsenbergsowie den Beitrag von Frau Käßmann vom Ende der Sehnsuchtnach dem perfekten Kind. Dieser Beitrag hat im Zusammenhangmit der „Bildungsdiskussion“ und dem zunehmenden„Förderwahn“ eine größere Verbreitung „verdient“. Gerhard Stranz, DortmundSehr persönlichIch habe mit besonderem Interesse den Bericht über IhrenPräsidenten Heinz Hilgers gelesen. Der Kinderschutzbundkann mit Recht stolz auf seinen „unbequemen“ Präsidentensein, der hier auf eine sehr persönliche Weise gewürdigtwurde. Josef Holler, MünchenEinseitigIch selbst bin seit 20 Jahren Mitglied des DKSB und seit15 Jahren stellvertretender Vorsitzender des OV Donau-Ries.Stets haben wir uns bemüht, einseitige parteipolitischeStellungnahmen zu vermeiden. Und dann das: Sie schreiben„… prominente Persönlichkeiten … haben sich … an dieserJubiläumsausgabe beteiligt, allen voran BundeskanzlerinAngela Merkel“. Frau Merkel ist Vorsitzende der CDU. DiesePartei und ihre Schwester CSU sind hauptsächlich dafür verantwortlich,dass bis zum heutigen Tage die Rechte der Tiereim Grundgesetz verankert sind, aber nicht die Kinderrechte.Warum kommen in Ihrem Jubiläumsheft die anderen Parteiennicht zu Wort? Auch das Weglassen anderer Positionenoder keinerlei Kritik zu üben ist eine politische einseitigeStellungnahme. Walter Fograscher, NördlingenNicht nullachtfünfzehnDen Machern dieser KSA ein großes Kompliment: sehr guteGliederung, spannende Artikel, viele interessante Menschen,keine Bilder aus der Nullachtfünfzehn-Kiste. Gratulation auchzu den Zitaten und Zahlen am Anfang jedes neuen Themas,das weckt Aufmerksamkeit. Stefanie Wenzel, Kiel4 KSA-3.2013


Keine TraumtänzerDa haben Sie eine schöne Träumerei veröffentlicht, die mich sehrdavon überzeugt hat, dass im Kinderschutzbund bestimmt keineTraumtänzer am Werk sind. Glückwunsch! Katja Moritz, SögelEnger ZusammenhangWalter Wilken hat akribisch und versiert die Stationen des DKSB zusammengetragenund dargelegt. Ich habe jetzt noch besser verstanden,wie eng die Kinderschutzarbeit mit gesellschaftlichen Entwicklungenverwoben ist. Dr. Wunna Lippert, HannoverAppetitmacherZufällig habe ich Ihre Zeitschrift gelesen. Eine sehr gute Darstellungdes Kinderschutzbundes! Das macht Appetit auf eine Mitgliedschaft. Annette Frey, GöttingenUnpassendIch danke Ihnen für dieses interessante und besondere Heft!Über den Artikel von Angela Merkel habe ich mich allerdings sehrgeärgert. Ich empfand es als nicht passend, die Vorsitzende einerPartei im Wahljahr zu Wort kommen zu lassen. Frau Merkel betreibtgerade einen sehr geschickten Wahlkampf, indem sie „menschelt“und volle Anerkennung in der Bevölkerung erfährt. Die verdient sieaber aufgrund ihrer Politik nicht. Erinnern Sie sich bitte daran, dassauch das Verbot der Züchtigung gegen die CDU erreicht wurde, undauch vom Betreuungsgeld war der Kinderschutzbund zu Recht nichtbegeistert. In der letzten Legislaturperiode ist die Armut von Kindernso stark gestiegen! Monika Petermann, SchönkirchenBunt und fröhlichWas für ein lebendiges Heft, danke dafür! Es ist bunt und fröhlich,was ich gerade deshalb gut finde, weil die Themen und Problemevon Kindern und Jugendlichen ja wirklich nicht ganz ohne sind. Katrin Harner, BerlinKann sich sehen lassenDie Historie des Kinderschutzbundes ist hochinteressant. Und dieIdee mit den verschiedenen Kinderwagen aus den ganzen Jahrzehntenist sehr nett dazu. Die Fotos in dieser KSA sind überhaupt gut,viele berühren einen sehr direkt und berücksichtigen Jungen wieMädchen gleichermaßen. Dieses Heft kann sich sehen lassen. Dagmar Curbach, LangenhagenHerzlich gelachtSchön, dass Sie Aktive aus dem Kinderschutzbund von ihren Träumenberichten lassen, die ganze Arbeit wird ja von ihnen geleistet. Undsehr schön ist, dass auch Kinder nach ihren Träumen gefragt wurden.Bei der Antwort „Ich träume immer von einer dicken Spinne. Die istekelig.“ habe ich herzlich gelacht. Gerrit Henkel, HamburgSCHREIBEN SIE IHRE MEINUNGZU KSA-ARTIKELN AN:Deutscher KinderschutzbundRedaktion KSA, Schöneberger Straße 15 , 10963 BerlinE-Mail: ksa-redaktion@duesenberg-kontext.deDie Redaktion behält sich vor, Zuschriften zu kürzen.Einsendeschluss für KSA 4.2013:1. Oktober 2013BUNDESVERDIENST-KREUZ FÜR EKKEHARDMUTSCHLERSeit 17 Jahren engagiert sichEkkehard Mutschler tatkräftigfür den Deutschen Kinderschutzbund.Als stellvertretender Vorsitzenderdes KV Dillingen stieger Ende der 1990er Jahre dann inden Vorstand des LandesverbandesBayern auf, den er seit 2005auch als Landesvorsitzenderführt. Ein Jahr später wurde EkkehardMutschler in den DKSB Bundesvorstandgewählt. Hier setzt er sich in seinerTätigkeit als Jugendmedienschutzbeauftragterfür den Kinderschutz im Internetein und initiierte auch das bundesweiteinzigartige Projekt „Mediendschungel – Kinder und Jugendlichesicher in der Medienwelt begleiten“. Für seinen langjährigen Einsatz wurdeEkkehard Mutschler im April 2013 mit dem Bundesverdienstkreuzausgezeichnet, das ihm Staatssekretär Markus Sackmann überreichte.„Es ist ebenfalls Ihr Verdienst, dass der Kinderschutz im Internet auf derAgenda der Internetprovider eine wichtige Rolle spielt“, sagte Sackmannu.a. in der Laudatio. NEUES SORGERECHTDer Bundestag hat Anfang 2013ein Gesetz verabschiedet, dasauch unverheirateten Väternkünftig das gemeinsame Sorgerechtfür ihre Kinder einräumensoll. Bislang konnten unverheirateteVäter das gemeinsame Sorgerechtnicht ohne die Zustimmung der Muttererlangen. Wenn es dem Kindeswohlnicht widerspricht, sollen nun beidenicht miteinander verheiratete Elternwie verheiratete oder geschiedene Paareregelhaft Verantwortung für ihr Kindtragen. Die Reform stärkt sicher dieRechte der unverheirateten Väter. Viel wichtiger ist dem Kinderschutzbundaber, dass das Gesetz vor allem das Recht des Kindes auf beideEltern stärken wird. Foto: KzenonVERDECKTE ARMUTZwischen 3,1 und 4,9 Millionen Menschen, die Anspruch aufHartz-IV-Leistungen oder sonstige Sozialleistungen hätten,beantragen diese nicht. Damit leben nach einer aktuellenStudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung(IAB) bis zu 44% der Berechtigten in verdeckter Armut.Als Gründe nennt das Institut u.a. Unwissenheit oder zu geringe Erwartungenan die Leistungshöhe bzw. -dauer. Und Scham! Was geht in unseremStaat vor, wenn etwa Familien aus Scham staatliche Unterstützung verfallenlassen? Lesen Sie dazu auch das Interview auf S. 6 in diesem Heft. 5


TITEL-THEMASchiefLAGENSchieflagen im Kinderleben haben viele Gesichter. Manchekönnen als hässliche Fratze daherkommen und von grundsätzlicherNatur sein, wie das folgende Gespräch mit DKSB-Präsident HeinzHilgers u.a. über Entwürdigung von armen Kindern und Familien zeigt.Manche tragen so alltägliche Züge, dass wir sie kaum noch als beeinträchtigendfür Kinder oder gar gewaltsam wahrnehmen (ab S. 10). Wiederandere Schieflagen resultieren aus konkreten Veränderungen in derGesellschaft, etwa durch gestiegene Anforderungen an die Flexibilitätund Mobilität Erwachsener (ab S. 8), durch Schwund von bezahlbaremWohnraum in Städten (S. 16) oder durch neue „Diagnosen“ in derKinder- und Jugendmedizin (S. 18). Und schließlich schauen wir auchmancher Schieflage ins Gesicht, wenn wir uns auf Spurensuche im„wortgewaltigen“ Familienalltag begeben (S. 14). Diese Schieflagen imKinderleben sind nur eine Auswahl, haben jedoch eines gemeinsam:Sie bleiben nicht ohne Nebenwirkungen auf Kinder!Im Folgenden geht es zunächst umeine sehr drastische Schieflage: dieArmut von Kindern und Familien.Sie hat in jüngster Zeit zu Auswüchsengeführt, die DKSB-PräsidentHeinz Hilgers öffentlich „skandalös“und „unanständig“ nennt.6 KSA-3.2013 Sicher weiß man auch in der Samt -gemeinde Hollenstedt im LandkreisHarburg, dass sich Kinder nur danngesund entwickeln können, wenn sieregelmäßig essen. Trotzdem hat derHollenstedter Rat in diesem Mai beschlossen:Kinder können im Kindergartenkünftig vom warmen Mittagessenausgeschlossen werden, wenn ihreEltern dafür nicht bezahlt haben.HILGERS: Aus meiner Sicht ist das staatlichorganisierte Kindesvernachlässigung! Hiergefährdet die Kommune das Kindeswohl,missachtet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts,wonach Kinder Anspruch auf Bildungund Teilhabe haben – und außerdemist das ein Verstoß gegen § 1 Grundgesetz:„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“Es ist unvorstellbar, dass ein Kind den anderenbeim Essen zuschauen muss oder gar vordem Essen nach Hause geschickt wird. Die Kommune will auf diese Weiseoffenbar Druck auf säumige Elternausüben...HILGERS: ...und nimmt dafür jetzt die Kinderin Geiselhaft, um deren Eltern zu „erziehen“?! Zumindest hat der Bürgermeister janoch eine „Gnadenentscheidung“, obein Kita-Kind von der Mahlzeit wirklichausgeschlossen wird.HILGERS: Das Kindeswohl, die Würde desKindes und sein Recht auf Teilhabe könnendoch nicht im Belieben eines Bürgermeistersliegen, sondern müssen immer an ersterStelle stehen. Aber das ist leider auch woandersnicht der Fall. In einer süddeutschenKita mit ebenfalls säumigen Eltern durftenKinder aus Hartz IV-Familien beispielsweisenur essen, was die anderen Kinder übrig gelassenhatten. Und in Spandau hat man mirberichtet, dass es dort durchaus üblich ist,wenn Kinder in der Krippe den ganzen Tagmit vollen Windeln herumlaufen, nur weilderen Eltern keinen Ersatz mitgebracht haben.Das ist doch ein Skandal – vor allem angesichtsder Tatsache, dass Eltern im Hartz-IV-Bezug nur 6 Euro im Monat für die gesamteHygiene ihres Kindes bekommen.Sie sehen: Hollenstedt ist überall! Aber nicht im Kinderschutzbund.HILGERS: Nein, in unseren Einrichtungensind solche Praktiken absolut tabu! Damüsste ein Orts- oder Kreisverband eher seineTrägerschaft an die öffentliche Hand zurückgeben,statt dass er duldet, dass Kindernichts zu essen oder keine neue Windel bekommen,nur weil die Eltern nicht zahlen.Säumige Eltern gibt es natürlich auch beiuns. Aber der DKSB beteiligt sich an keinerKindeswohlgefährdung, sondern achtetund beachtet die körperlichen, seelischen,


Foto: S.pancevacüberfrachtet mit Antragsbürokratie schonfür kleinste Summen und drittens ist Teilhabefür 10 Euro im Monat sowieso nicht zuhaben. Mich ärgert außerdem der defizitäreBlick auf das Kind, etwa bei der Lernförderung.Droht einem bedürftigen Schulkinddie Klassenwiederholung, bekommt esNachhilfe. Nach seiner Versetzung wird dieerfolgreiche Lernförderung aber sofort eingestellt.Das ist doch verrückt! Sie mahnen also insgesamt eineHaltungsänderung an?HILGERS: So ist es. Zum einen brauchen wireine gute Prävention u.a. durch Frühe Hilfen,aufsuchende Sozialarbeit und eine wirklicheErziehungspartnerschaft zwischen den Fachkräftenund Eltern. Das sind wichtige Erfolgsfaktoren.Zum anderen brauchen wir mehrSolidarität. Denn Not sehen und nur mildtätighandeln, hält den Menschen in Abhängigkeit.Fotos (2): T. Hasegeistigen und emotionalen Grundbedürfnissedes Kindes immer. Den „Hollenstedter Weg“ finden aberviele Bürgerinnen und Bürger, daruntersogar pädagogische Fachkräfte, garnicht so verkehrt.HILGERS: Leider beobachte auch ich einenzunehmenden Mangel an Empathie undSolidarität in unserer Gesellschaft, auch undgerade in den professionellen Helfersystemen.Deren Akteure müssten doch eigentlichauf der Seite der Kinder und Familienstehen. Die Ursache hierfür liegt einmal darin,dass die Abhängigkeit der Helfersystemevon der öffentlichen Hand größer gewordenist. Zum anderen beherrscht die Ökonomiemittlerweile alle Lebensbereiche, sie hatlängst auch die Versorgung, Betreuung undBildung von Kindern erreicht. Der PhilosophJürgen Habermas sprach in diesem Zusammenhangkürzlich mal von einer „Verhärtungdes vermeintlich aufgeklärten Bewusstseins“.Diese Entwicklung macht mir wirklich Sorge. Beschämungs- und Unterwerfungsritualescheint unsere Gesellschaft fürimmer „normaler“ zu halten.HILGERS: Ich sage noch einmal: Die Solidaritätnimmt ab und die Entwürdigung zu.Arme Familien müssen sich z.B. vor dem Amtgänzlich nackt machen und sogar die 200Euro von den Großeltern angeben, die dasKind zu Weihnachten erhalten hat. DieseFamilien müssen auf jeden Datenschutz verzichten,Kontrolle bis ins Letzte hinnehmenund ständig verschärfte Restriktionen fürchten.Zum Leben reicht es trotzdem nicht,weil die Hartz IV-Sätze zu niedrig sind. Wirwissen, dass viele wegen dieser Beschämungerst gar keinen Antrag stellen, obwohlsie leistungsberechtigt wären. Oder denkenSie an die unzähligen erwerbstätigen Väterund Mütter, die trotz Arbeit mit Hartz IV aufstockenund sich dafür ebenfalls vor demAmt komplett ausziehen müssen. SolcheDemütigungsrituale setzen die Eltern alsVorbilder herab und vernichten ihre Erziehungskompetenz.Ich finde das empörend. Gleichwohl gibt es ja noch andereUnterstützung für arme Kinder, etwaaus dem Bildungs- und Teilhabepaket.Zum Beispiel bis zu 120 Euro im Jahrfür soziale und kulturelle Teilhabeetwa in Vereinen oder auch 100 Eurofür Lernmittel.HILGERS: Die Lernmittel gab es schon vorher,sie stammen noch aus dem Konjunkturpaketund stehen jedem Schulkind im HartzIV-Bezug ohnehin zu. Insgesamt ist das Bildungs-und Teilhabepaket aber gescheitert.Erstens kommt es nicht ausreichend bei denbedürftigen Kindern an, zweitens ist esJedes Kind hat aber ein Recht auf sozialeSicherung, Bildung, Teilhabe! Bedürftige Kinder,Familien – auch alte Menschen – brauchenalso die Solidarität der ganzen Gesellschaft,in der angemessene Hilfe und Unterstützungaus Prinzip umgesetzt wird. Nurwenn jeder weiß, dass auch er das bekommt,wenn er es braucht, können wirauch wieder auf mehr Empathie gerade gegenüberKindern hoffen. Zu diesem Themazitiert unsere DKSB-Vizepräsidentin Prof.Sabine Andresen oft den polnischen Arzt,Schriftsteller und Pädagogen JanuszKorczak, der mal gesagt hat: „Alle Tränensind salzig. Wer das begreift, kann Kinder erziehen,wer das nicht begreift, kann sie nichterziehen.“Bei zu wenig Solidarität und zu viel Entwürdigungund Ohnmacht versiegen die Tränenaber irgendwann und der Schmerz frisst sichin die Seele.Swaantje Düsenberg, Redaktion7


24/7SchleuderFoto: chris m.Der Ausdruck „24/7“ bedeutet, rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche mit etwasbeschäftigt zu sein. Also ständig. Besonders erwerbstätige Eltern und pädagogische Fachkräftekönnen gerade im Hinblick auf die Anforderungen Flexibilität und Mobilität davonein Lied singen. Die Folgen werden zu den Kindern durchgereicht.Max, 4 Jahre, ist von 7 bis 16 Uhr in seiner KitaSonnenschein, sein Freund Florian von 9.30bis 18.30 Uhr. Die Eltern beider Jungen sindberufstätig. Frauke (3) und Finn (4) werdendagegen immer dann erst gegen 18.30 Uhr inihre Kita Zauberberg gebracht, wenn ihr alleinerziehendenVater Nachtschicht in der Fabrikhat. Wegen der hat die Kita als eine derersten in Deutschland überhaupt eigens einen24-Stunden-Betrieb 7 Tage die Wocherund ums Jahr eingerichtet.Seit einigen Jahren verschärft sich in immermehr Städten und Gemeinden die Frage deraußerfamiliären Betreuung, Bildung und Erziehungvon Kindern. Einschneidende Veränderungenin der Gesellschaft und damit imLeben vieler Familien haben zu dieser Lagegeführt. So boomt zum Beispiel die kundenfreundlicheDienstleistung überall, Lieferun-gen overnight oder just in time (bedarfsgerecht)sowie ausgeweitete Ladenöffnungszeitenwerden als guter Service empfunden.Vergessen wird dabei nur oft, dass sich dahinterauch viele erwerbstätige Mütter und Väterverbergen. Sie arbeiten häufig auch im erheblichangewachsenen Niedriglohnsektor,dessen Lohn nicht zum Leben reicht. Entsprechendsteigt die Zahl der „Hartz IV-Aufstocker“stetig. In vielen Familien sind beide Elternteileerwerbstätig, manchmal sogar mitZweit- oder Drittjobs, die teils nicht am Heimatortzu finden sind. Mütter und Väter könnendaher stundenlang zu ihrem Arbeitsplatzund zurück unterwegs sein. Diese nötige Mobilitätführt dazu, dass gewachsene familiäreStrukturen oder soziale Netzwerke, die imNotfall unterstützend einspringen würden,auseinander gerissen werden können. LangePendlerfahrten oder auch Umzüge querdurch Deutschland der Arbeit wegen knabbernan der gemeinsamen Familienzeit. Undauch die Erschöpfung am Abend tut das,wenn die Kraft nur noch für’s Sofa vor demFernseher reicht. Zeit mit den Kindern? Malschauen, vielleicht am Wochenende...Foto: FIRMA V8 KSA-3.2013


auch die Kinder erreicht. Sicher ist schwernachzuweisen, dass sie unter der gefordertenMobilität und Flexibilität ihrer Eltern leiden.Aber eines steht fest: Eine gute kindliche Entwicklungbraucht einen guten Rahmen. Dazuzählen die Entwicklungspsychologen: Näheund Verlässlichkeit der Bezugspersonen, positiveBindungserfahrungen, auch täglichePhasen der Ruhe und Zurückgezogenheit.Und vor allem: Kinder brauchen ihre Eltern –und das nicht nur für eine 10-minütige Qualitätszeit.So sorgen sich immer mehr Fachleute, dassKinder die für sie wichtigen Bedingungen oftnicht vorfinden. Der dänische FamilientherapeutJesper Juul hat z.B. kürzlich die Ausweitungder Tagesbetreuung als „Zwangsmaßnahme“bezeichnet, die nur der Wirtschaftdiene. Dabei ist Juul beileibe kein Gegner einerguten außerfamiliären Kinderbetreuungund -bildung. Er gab in seinem Buch „Wemgehören unsere Kinder?“ (Weinheim/Basel2012) aber zu Protokoll: „Die entscheidendeFrage lautet, wie gut die Bedingungen sind,unter denen Kinder innerhalb und außerhalbder Familie aufwachsen.“Genau hier legt vor allem der Kinderschutzbundseinen Finger ständig in die Wunde. Erkann gar nicht oft genug betonen, dass außerfamiliärepädagogische Kindereinrichtungenund Angebote nicht nur der Betreuungvon Kindern dienen, sondern einen sehrwertvollen Beitrag zu ihrer Bildung leisten.Immer vorausgesetzt, die Rahmenbedingungenstimmen. Dazu gehört auch ein engagiertesund zufriedenes pädagogisches PerprogrammFoto: S. LentelmanDer aktuelle 14. Familienbericht der Bundesregierunghat u.a. auf das Problem der mangelndenZeit in und für Familie hingewiesen.Damit liegt auf der Hand: Genervte, müdeund selten anwesende Eltern können die Entwicklungihrer Kinder kaum angemessen begleiten.Als logische Folge müssen pädagogischeEinrichtungen, von der Krippe bis zumGymnasium, erweiterte begleitende Dienstevorhalten – Kitas bis in den Abend, Schule bisin den Nachmittag, vom Klassenzimmer inden Hort. Freizeit und institutionalisierte Bildungsind kaum noch auseinander zu halten,die Soziologie nennt das „Entgrenzung“: Dieursprünglich klaren Grenzen etwa zwischenBeruf und Freizeit/Familie bzw. Schule/Kitaund Freizeit sowie Schule und Kindertageseinrichtungetc. lösen sich auf. Hinzu kommender Wechsel von Erwerbstätigkeit undArbeitslosigkeit sowie wechselnde Jobs undTätigkeiten im Lebenslauf, Patchworkfamilien,wechselnde Orte des Lebens und Arbeitens.Die sich daraus ergebende Herausforderung,das sogenannte „boundary-management“(Management der Grenzen), überfordertviele Familien.Was die gedeihliche Entwicklung der Wirtschaftfördern mag, muss also nicht zwingendzum Wohl der Beschäftigten und ihrerFamilien sein – und schon gar nicht zum Wohlder Kinder. Die Zunahme psychischer Erkrankungenbei Erwachsenen ist beredter Belegdafür, dass der Druck der Arbeitswelt auch alsGewalt erlebt werden kann. Es ist zu befürchten,dass dieser Druck direkt oder indirektKINDERBETREUUNG IM DKSBDer Kinderschutzbund ist ein wichtiger Träger von Tageseinrichtungen für unterSechsjährige. Er unterhält an vielen Orten und in seinen BLAUEN ELEFANTEN®Kindertagesstätten, betreut Hortkinder oder ist wie der KV Ostholstein Trägerumfassender außerschulischer Angebote an Schulen. Darüber hinaus macht sichder DKSB vielerorts mit Babysitterdiensten verdient und bildet Tagesmütter/Tagesväter aus. In diesem Bereich ragt vor allem der KV Augsburg mit seiner Agen -tur für Kindertagespflege „agita“ hervor. Dafür qualifiziert und zertifiziert er Frauenund Männer in 160 Unterrichtseinheiten, vermittelt sie und bildet sie regelmäßigauch weiter. Für sein Konzept erhielt der Kreisverband auch das Gütesiegel desBayerischen Jugendamts. www. kinderschutzbund-augsburg.dekinderschutzbund-oh.deblauer-elefant.desonal, das für seine wichtige Arbeit gesellschaftlichesAnsehen erfährt, sich nicht(über)belastet fühlt und auch angemessenbezahlt wird. Doch leider sprechen jüngsteStudien hier eine andere Sprache: Erzieherinnenhaben als Berufsanfängerinnen selbstein erhöhtes Armutsrisiko und sind als erfahreneKräfte auffällig häufig früh ausgebrannt.Die Quote ihrer Frühverrentung ist hoch. Dazugibt es zu wenig Vollzeitstellen, zu wenigNachwuchs und eine miserable Rente. Hinzukommen zu große Gruppen in Schulen undKitas. Wenn dann zu viele unausgeschlafeneKinder auf zu wenige und noch dazu frustrierteErzieherinnen oder überforderte Lehrerinnentreffen, ist eine qualitativ hochwertigeBildung, Betreuung und Erziehung schwerherzustellen. Dann kann die umfassende Versorgungder Kinder vielleicht noch quantitativmit der oben beschriebenen gesellschaftlichenEntwicklung mithalten – nicht aberqualitativ.Deshalb muss vor allem auch die qualitativeFrage der Versorgung im Mittelpunkt stehen,fordert der Kinderschutzbund. Zu beantwortenist letztlich: Was sind uns die Kinder wert?Den Jungen und Mädchen wäre zu wünschen,dass sich angesichts der von Elternund pädagogischem Personal gefordertenMobilität und Flexibilität die Rahmenbedingungenin den Kindereinrichtungen raschund deutlich verbessern. Dr. Martin Stahlmann, Redaktion9


Fußball, Frust,Alltag?FernsehenFoto: vladacanonManchmal wird etwas, das einem am Leben mächtig stinkt,auch als Gewalt erlebt. Eben weil man sich dem ohnmächtigausgesetzt fühlt und kaum was dagegen machen kann. Sogeht’s z.B. der 12-jährigen Annika. Sie hat es für KSA aufgeschrieben(„Mir stinkt’s!“ S.12). Stefan Schwarck dagegen unternahman einem Wochenende einen Selbstversuch, der fürviele Kinder samstags/sonntags ganz normal ist: Vormittagsvor der Glotze. Das, was ihm da vor Augen trat, stinkt auchzum Himmel, Schwarck selbst erlebte es als Gewalt („Morgensfrüh um sechs“ S.13). Und schließlich hat sich Beate Frieshoffin die Niederungen des Fußballs begeben, um herauszufinden,ob diese schönste Neben sache der Welt für Kinder unerwünschteNebenwirkugen hat („Neulich am Spielfeldrand“).Alle drei Beiträge auf den nächsten Seiten zeigen:Im Kinderalltag spielen Gewalt und Aggressioneneine noch größere Rolle als gedacht.NeulichLukas, 9, lebt in unterschiedlichenWelten. In dereinen soll es bitte schönfriedliebend zugehen, in deranderen ist Aggressivitätgefragt. Der Junge kriegtdiesen Spagat ganz gut hin.Noch.Der Lernort Schule hat viele Gesichter, immermehr bilden sich auch in Schulordnungenoder Leitbildern ab. Eine bayerischeGrundschule schreibt für sich z.B. fest: „An unsererSchule herrscht ein guter Teamgeist. UnserArbeitsklima ist geprägt von gegenseitigerWertschätzung, Hilfsbereitschaft und Humor.“Dass auch letzterer ausdrücklichen Eingangins Leitbild gefunden hat, überrascht positiv.Eine Grundschule in Baden-Württembergpostuliert: „Wir lösen Konflikte gewaltfrei.Auch Beleidigungen und Drohungen sind eineForm von Gewalt. Wir greifen bei allen Formenvon Gewalt schlichtend ein oder wendenuns an die nächsten Erwachsenen (...)“ Einedritte Schule will wie viele andere „Konflikteim Gespräch“ lösen, denn selbstverständlichsind „Aggression und Gewalt keine Mittel derAuseinandersetzung“. Diese kleinen Ausschnittelassen sich beliebig fortsetzen, fastüberall ist an Schulen die faustlose, körperloseund wörtlich konstruktive Auseinandersetzungverschriftlichtes Programm und mündlicheBotschaft zugleich. Und auch in Kitas istsie längst selbstverständlich, zur Not wird mitkleinen Kampfhähnen im Stuhlkreis über eine„konfliktfreie Problemlösung“ (!) mal vernünftiggeredet.Unsere Kinder, Mädels wie Jungen, lernen inKita und Schule also Sinnvolles auch für’s Lebenund sollen so früh wie möglich mit sozialerKompetenz ausgestattet werden. Lukaszum Beispiel, der heute in die 3. Klasse geht,hat das freundliche Miteinander fast schonmit der Muttermilch aufgesogen, denn auchin seiner Familie herrscht ein netter Umgang.Nur sonntags auf dem Fußballfeld, da will dasnicht so recht greifen. Dort sind andere Eigenschaftenvon Lukas, dem talentierten Stürmermit dem Granatenschuss, gefordert. Schließlichsoll er ja mal Auswahl spielen. Vom Spielfeldrandschallt es aus dem Publikum: „Gehaggressiver ran am Mann, Junge, dann kriegt10 KSA-3.2013


am SPIELFELDRANDFoto: Nickolas b.der keine Schnitte!“ – „Ey, haste das gesehen?Ich glaub’ es nicht! Dieses Weichei hat sichdoch glatt fallenlassen. Da war nix, rein gar nixwar da.“ – „Das nächste Mal hauste den um,dann hatta wenigstens ’n Grund!“ – „Ey, Schiri,biste blind? So’n Armleuchter, das Arschlochhat seinen Schein ja wohl auf’m Jahrmarkt geschossen!“Ja, Fußball ist doch die schönste Nebensacheder Welt, in internationalen Stadien ebensowie in Posemuckel. Fußball macht irre Spaß,vor allem dem Publikum. Und dem Schiedsrichtersowieso, vorzugsweise in unterenSpielklassen. Da sind Aggressionen immer üblicher,was das Pfeifen zum „wahres Vergnügen“macht. Trotzdem: Mannschaftssport istgut für Kinder. Zwar nicht für Weicheier, aberdie haben auf dem Fußballplatz ja eh nichts zusuchen, weder auf dem Grün noch am Rande.Lukas ist kein Weichei. Deshalb weiß er, wieman den Gegner täuscht, aussteigen lässt, bezwingt,wie man einen Abwehrriegel knackt,einen Sonderbewacher ausschaltet, die anderenschlägt. Denn Fußball funktioniert nachdem überschaubaren Prinzip Angriff und Verteidigung,Sieg und Niederlage. Gegner werdenattackiert und vom Platz gefegt, Tore fallennach schönem Gewaltschuss, gelungenemAngriff, bravo, das Stadion wird zum Hexenkesselund manchmal sogar der Spielfeldrandin Posemuckel. Willste auch noch ’n Bier?Überall fordern Fans, dass ihre Mannschaftvorrückt, kaltschnäuzig vorne abschließt, hintengute Mauern stellt, an die Tabellenspitzestürmt oder dem Ersten zumindest gehörigauf die Fersen tritt. Nase vorn im Aufstiegskampf,zur Not auch hart einsteigen, und immerschön Pressing.Klar wollen wir keine Unsportlichkeit sehen,jedenfalls nicht auch noch in Zeitlupe. Ellenbogeneinsetzen, Knie anziehen, den Gegneram Trikot zu Boden reißen, gestrecktes Beinund offene Sohle, alles nicht nett, predigt LukasVater dem Jungen. Und was der Lewandowski(Dortmund) im Champions-League-Endspiel da gemacht hat, nämlich dem Boateng(Bayern München) absichtlich auf die Archillesfersetreten, wo der doch schon am Bodenlag, das tut man nicht. Oder der Ribery,wie der dem Lewandowski kurz mal den Ellenbogenins Gesicht gerammt hat, pfui! Aber naja, der Ribery hatte wohl Frust, weil er die ersten20 Minuten keine Schnitte gesehen hat,kann man auch wieder verstehen.„Frustration bedeutet wörtlich Scheitern, genauer,das Scheitern der Befriedigung vonMenschen. Frustrationen kennzeichnen deshalbeinen unangenehmen Zustand mit hoheremotionaler Spannung“, schreibt derSportpsychologe Limpert. Ribery hatte sicherFrust und den hat Lukas Vater manchmalauch, wenn er seinen Sohn zum Spiel begleitetund es eine Niederlage setzt.Nun wollen wir nicht so viel auf dem Vaterherumhacken, denn tatsächlich ist er nur einkleines Mosaiksteinchen in all den widersprüchlichenBotschaften, die sportbegeisterteKinder wie Lukas empfangen. Eben wochentagsaus der Kita oder Schule und vonMutti sowieso, einerseits. Andererseits samstagsaus dem Fernseher bei der Sportschaumit Papa und sonntags persönlich auf demörtlichen Grün. Ja was denn nun – aggressivam Mann oder nicht? Für Paul Breitner, der fürdie Bayern, die Deutschen und auch für dieKönigsblauen von Real Madrid gekickt hat,gibt’s kein Vertun. Von ihm ist das Zitat überliefert:„Eines ist klar, und das gilt für Schülergenauso wie für Bundesligaprofis: Bevor ichdem Gegner erlaube, ein Tor zu schießen,muss ich ihn mit allen Mitteln daran hindern –und wenn ich das nicht mit fairen Mitteln tunkann, dann muss ich es eben mit einem Foultun. Lieber Freistoß als ein Tor.“Ist das nicht verwirrend? Armer Lukas. Beate Frieshoff,freie Journalistin, Hannover11


Foto: OLDLIVE2MIR stinkt`sEs ist einfach nur bemerkenswert, wie viele Sachen es gibt,die mir am Leben so richtig stinken!Zum Beispiel die Schule. Dieser ganze Arbeiten-Terror,die zu vielen Hausaufgaben, dieseganze ungebrauchte Lebenszeit. Der Stoff inden Arbeiten ist viel zu viel. Und dann nochdiese Lehrer, die denken, es hilft einem, wennman immer einen schweren Ringordner mitschleppt.Klar ist darin alles sortiert, aber erstensmacht es unsere Körperhaltung nichtbesser, wenn wir immer einen kiloschwerenRucksack schleppen, und zweitens: Wennman den dann mal vor einer Arbeit in derSchule vergisst, kann man zu Hause kaumoder sogar gar nicht lernen. Das bringt’s dochauch nicht. Es heißt ja eigentlich, dass Schuleso wichtig ist. Naja, stimmt irgendwie, wenigstensbleiben wir nicht so dumm, wie wir geborenwurden; aber trotzdem ist es doch eigentlichunnütz, wenn wir sechs Stunden in derSchule rumsitzen und uns nur quälen. Eigentlichmuss man doch Spaß am Lernen haben,sonst funktioniert es nicht.Die zweite Sache, die so richtig dumm amLeben ist, sind Eltern, die einem nichts, aberauch rein gar nichts erlauben. Kinder müssenDinge doch ausprobieren können, um sichweiterzuentwickeln. Wenn es zum Beispielheißt: „Räum dein Zimmer auf, sonst darfst dunicht zum Sport!“, dann könnte ich schreien.Auch wenn ich das von anderen höre, würdeich am liebsten schreien und kreischen undmir die Ohren zuhaltend weglaufen! Die eigenenEltern verbieten ihren Kindern, zum Sportoder sonstigen Freizeitaktivitäten zu gehen,die einem dann auch noch total wichtig sind!Geht’s noch?!Und dann diese ständige Diskutiererei umsFernsehen, den Computer und so. Das ist dochunnötig, täglich darüber zu diskutieren. Manmüsste einfach eine Regelung finden, mit derbeide Seiten einverstanden sind. Warum einfach,wenn’s auch kompliziert geht. Das Lebenist einfach! Wenn man es zulässt.Noch eine Sache: das Essen. Ab und zu darfman doch mal Chips oder andere süße Snacksessen, ohne gleich hören zu müssen: „Dasgeht alles auf die Hüften – dann musst du mindestenseine Runde um den Park rennen!“OMG! Ich will doch nicht wissen, wo mein Essenhinkommt, sondern ob es mir schmeckt!Lasst uns Kinder das essen, was wir mögen.Natürlich geht es nicht, wenn wir dauerndFast Food in uns reinstopfen, wegen ausgewogenerErnährung und so. Aber wenn wir irgendwiejeden Tag Brokkoli – es mag ja sein,dass es Kinder gibt, die Brokkoli mögen – vorgesetztkriegen, dann müssen sich die Elternauch nicht wundern, wenn es nicht gegessenwird! Und wenn wir Vegetarier sind oder sonstwas, dann respektiert das. Macht nicht immerfür den Rest der Familie was mit Fleisch, sondernmacht mal einen vegetarischen Tag odersowas. Das ist sowieso einfacher als à la carte,echt!Nächster Problempunkt: Taschengeld! MancheFamilien bekommen es einfach nicht gebacken.Ich persönlich kann mich da nicht beschweren,aber wenn ich von anderen höre,dass sie nur 2 bis maximal 5 Euro im Monatkriegen, dann denke ich wirklich: „Ist das angemessenfür unser Alter? Bekomme ich zuviel?“ Und wenn ich dann sehe, dass manchemich beneiden, dann will ich nicht so viel bekommen.Aber ich bin froh, dass meine Elterndas nicht so eng sehen.Ein weiterer Punkt ist die Pubertät. Sie setzturplötzlich ein und übersät einen gewaltsammit Pickeln und Problemen. Es wachsen einemHaare an Körperregionen, wo man lieberkeine haben will. Man macht sich Gedankenum sein Aussehen, um sein Gewicht und seineFrisur und um noch mehr Sachen, die einemnoch vor kurzem stinkegal waren.Und noch eine Sache, die mich ankotzt: Leute,die sich cool finden und dann immer die,die in ihren Augen nicht cool sind, mobben,ärgern und so. So was geht echt nicht. Und immer,wenn man sie nur schräg ansieht, gehensie auf einen los. Ganz ehrlich, das nenne ichnicht cool. Cool sind einzig und alleine die, diediese fiesen Diss-Attacken einfach abblocken,gar nicht darauf eingehen. Das nenn` ich wirklichcoole, gechillte Typen, die wirklich allesandere als unzufrieden mit sich sind und sichdann auch nicht ändern, wenn jemand malsagt: „Du siehst voll dumm aus!“ Annika, 12 Jahre, Schülerin in Kiel12 KSA-3.2013


MORGENSfrüh um sechsAn einem Samstagmorgen klingelt der Wecker um 6:00 Uhr.Nicht ganz meine Zeit. Finden auch viele Eltern und setzen ihrejüngsten Frühaufsteher kurzerhand ein, zwei Stunden vor denFernseher. Wenigstens am Wochenende mal ausschlafen!Außerdem gibt es ja Kinderfernsehen, bunte, harmlose Bilder,was soll daran schon schlimm sein? Ich habe es ausprobiert.KIKA zeigt Logo, Nachrichten für Kinder. Solideaufbereitet, vielleicht nicht für die Allerkleinsten,aber ok. Um 10 nach 6 folgt KlinikHügelheim. Animierte Puppen. Niedlich. Undharmlos. Chirurgin Sonja, Doktor Matti,Schwester Kitty, Doktor Atticus, die Labormäuseund natürlich die beiden Teddys verhaltensich pädagogisch wertvoll und sind sogarwitzig. Ich schalte weiter.SuperRTL. Bunte Bilder. Benjamin Blümchentrötet über den Schirm, sympathischer kleinerKerl, finde ich. Ein Blick ins Programm verrätmir, dass mit Micky Maus Wunderhaus undFreundschaftsgeschichten mit Pu dem Bärennichts Kindergefährdendes zu erwarten seindürfte. Ein schrilles Intro reißt mich aus meinenGedanken. Werbung. Bunt, laut, nervend!Jetzt weiß ich, warum meine Tochter partoutLilifee Shampoo braucht und woher sie dieLippenstiftmarke mit dem langen Namenkennt. Darüber hinaus: Keine Spur von Gewalt.Also weiter. Nickelodeon. Sponge Bob,der gelbe Schwamm, und seine Cartoon-Freunde nerven, sie sind blöd und albern,bunt und schrill, aber ansonsten unverfänglich.Nicht gewalttätig, eher tölpelig. Undmanchmal auch witzig. Am Ende sind alle wiederFreunde. Nach fünf Minuten rauschen mirdie Ohren und die Augen flimmern. Was sichernicht nur an der frühen Stunde liegt. Irgendwiewerde ich ganz hibbelig. OptischeReizüberflutung durch schnelle Bildfolgen,sagt mein gesundes Halbwissen. Aber Gewalt?Ich hatte mehr erwartet. Ist doch allesganz verträglich, oder? Weit gefehlt, dennjetzt geht der Wahnsinn los. Aber richtig!Mit einem kinderleichten Klick auf der Fernbedienungverlasse ich die halbwegs betreuteUmgebung von KIKA, Nickelodeon und SuperRTLund betrete eine gänzlich andere Welt:das Universum der Superhelden. Puff, peng,zack! Ich gestehe: Ich bin ein Fan von Batman,der grünen Laterne und dem Silver Surfer.Foto: BilderstöckchenPuff, peng, zack! Ich liebe auch Comics. Supermanund die Liga der Gerechten sind ein Kulturgut,ja. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dasssie Kunst sind. Aber: Puff, peng, zack! Nur istdie Welt der Superhelden eine Welt der Gewalt.Jedes Problem wird mit Gewalt gelöst,auf jede Bedrohung folgt ein Schlag, ein Tritt,ein Schuss. Selbst wenn die Waffen Fantasiegebildesind. Puff, peng, zack! Und dieses Musterwird ständig wiederholt wird wiederholtwird wiederholt wird wiederholt. Ein gewaltigerFeuersturm durchdringt den Rhythmusvon Puff, peng, zack. Reale Explosionen flackernüber die Mattscheibe, Schüsse peitschendurch den Raum, maskierte Monsterfeuern in eine dicht gedrängte Menge, einefulminante Detonation zuckt über den Bildschirm:Der Sender macht Eigenwerbung. EinAction-Film als Wochenendhighlight im Spätabendprogramm,angepriesen am frühenSamstagmorgen. Wow! Sendungen, bei denenaus allen Rohren geballert, gekloppt undin die Luft gesprengt wird. Ungefiltert. Prädikat:Ganz sicher nichts für Kinder.Ich schalte genervt weiter. Bitte festhalten – esist Dokuzeit. Auf N24 wird das Wetter sachlichextrem, die Natur schlägt zurück. Reale Häuser,Autos, Bäume, Kühe werden von Stürmendurch die Luft gewirbelt, weggespült, vonErdbeben durchgerüttelt. Naturgewalten mitall ihrer Wucht, ihrer Zerstörungskraft und derOhnmacht der Menschen. Ohne Filter undkindgerechte Erklärungen. Dabei galt mir N24bisher kaum als Kinder gefährdender Sender.Zapp! Auf dem nächsten Kanal stürzen reihenweiseFlugzeuge ab, immer hübsch nacheinanderund untermalt von dramatischerMusik und einem Sprecher, der den Horrorhörbar macht. Noch ein Garant für Alpträumeoder Schlimmeres. Zapp! Vermummte Soldatenstürmen aus Hubschraubern, legen Minen,schießen und sprengen. Die US NavySeals in Action. Bilder, die fesseln, die Dynamikund Spannung und Abenteuer suggerieren,obwohl es letztlich nur um eines geht – umsTöten. Samstagmorgens um mittlerweile viertelnach sieben tobt der Krieg in deutschenWohn- und Kinderzimmern. Zapp! Auf ZDF infokämpfen die Wikinger gerade brüllend gegenandere Völker und bei Phoenix reiben sichRommels Truppen in Nordafrika an ihren Gegnernauf.Schon nach knapp 90 Minuten fühle ich mich(als Erwachsener!) wie gerädert und beschließe,genug gesehen zu haben. Übrigens: Nurmit viel Glück entging ich an diesem SamstagAdolf Hitler. Und kann mich glücklich schätzen,dass ich nicht vor dem Frühstück mit denrealen Gräueln seines Wahnsinns konfrontiertwurde.Und jetzt schließen Sie bitte die Augen undstellen sich vor, was in Kinderköpfen vorgeht,wenn sie allein vor dem Fernseher sitzen.Und versehentlich umschalten. Samstagmorgen.Alles so schön bunt hier in der Flimmerkiste...Stefan Schwarck, RedaktionFoto: djedzura13


Spurensuche...... nach unbewussten „gewaltigen“Bestandteilen in der Alltagssprachevon Erwachsenen gegenüber KindernAM TATORTMorgens Punkt sechs begegnen sich die Akteureeines täglich wiederkehrenden Dramas,nämlich oft unausgeschlafene Eltern und demotivierteKinder unter dem unsichtbarenZwang eines bundesweit einheitlichen Familienrituals:waschen/duschen, anziehen, frühstückenund los! Regelmäßig kommen hieralso vor allem das Bad und die Küche als „Tatort“in Frage kommt. Und wenn es passiert,geht’s ganz schnell – Rede, Gegenrede, danndie Kettenreaktion: verbale Schusswechsel,hektische Bewegungen und manchmal danndoch der Körperkontakt. Ein kurzer Stoß, einezupackende Hand oder gar mehr… Fahndungshinweis:Als Tatort kommen auch deröffentliche Bus, das Klassenzimmer, die Turnhalle,der Sportplatz etc. in Frage.JETZT! IST! ABER! SCHLUSS! Jedes Wort wirkt wie ein Schuss!Denis verharrt mitten im Schritt und starrt seinen Vater an.Er wollte doch nur noch rasch eine letzte SMS absetzen, bevordie Familie zum Abendessen zusammenkommt. Doch wasdann folgt, ist weder druckreif noch geeignet, jenes „familiäreGemeinschaftsgefühl“ herzustellen, das die Eltern von Denis,Tanja und Lilo „wenigstens einmal am Tag“ erleben wollen.Ob in Familie, Schule oder Verein: Eine guteGemeinschaft zwischen Erwachsenen undKindern herzustellen kann zum richtigen Krimiwerden. Dann bleibt nach „Schusswechseln“oft etwas höchst Wertvolles auf der Strecke:lebendige Beziehungen. In meiner folgenden„Spurensuche“ nach Sprachgewaltals Ursache täglicher Beziehungsdramen sollenweder Täter ermittelt noch Opfer errettetwerden. Vielmehr möchte ich entlang derDramaturgie eines Krimis WechselwirkungenFoto: ULKASzwischen den Beteiligten sowie Steuertoolsfür eine gelingende Gemeinschaft aufzeigen,wie der DKSB es auch in seinen Elternkursen„Starke Eltern – Starke Kinder“ tut.DIE TATWAFFEEntgegen der plausiblen Vermutung, dass esdie Hand ist, die den Stoß ausführt oder dassorgsam geschmierte Pausenbrot auf denTisch pfeffert, werden schon viel früher Körperhaltung,Mimik, Worte als Waffe eingesetzt:das Abwenden vom Sprechenden, derabwertende Blick oder ein ultimativer Befehl:„Jetzt ist aber SCHLUSS!“Schluss sollte zumindest sein mit dem Einsatzjeglicher Waffen in zwischenmenschlichenBeziehungen! Allein Worte liefern schonreichlich Munition, werden zu „Beziehungskillern“,abgefeuert mit gezielter Absicht:Abwerten:„Was hast du hier nur wiederfür ein Mist verzapft!“Belehren: „Tja, mein Schätzchen,ohne Fleiß kein Preis!“Befehlen: „Räum’ sofort dein Zimmer auf!“Drohen:„In 30 Minuten bist du fertig,sonst kannst du was erleben!“Ermahnen:„Vergiss nicht, dass hier allesaufgeräumt ist, bis ich zurückkomme!“Ironisieren:„Zum Einstein fehlt dir wohldoch noch ein ganzes Stück!“Moralisieren: „Gewöhne dir gefälligsteinen anderen Ton an.“Vergleichen:„Wo ist das Problem?Die anderen können es doch auch!“Verhören:„Was hast du dir eigentlichdabei gedacht?“Verallgemeinern: „Faulheit hat nochnie zum Erfolg geführt!“Vorwerfen:„Dauernd liegen deineSachen hier herum.“Widersprechen:„Das ist doch keinArgument!“14 KSA-3.2013


Hier ist jede Aussage ein Schuss auf denSelbstwert des Kindes. Kein Wunder, dass solcheBotschaften schnell zum aggressivenWortwechsel oder mehr eskalieren können.DAS TATMOTIVWas treibt eine ganz normale Familie schonam frühen Morgen in eine feindselige Konversation?Jede Familie kann dazu jeden Tageinen anderen äußeren Anlass und ein anderesThema haben. Gemeinsam ist den Auseinandersetzungenaber die Kollision unterschiedlicherBedürfnisse. Der Vater brauchtmorgens Ruhe, Tanja laute Musik; die Mutterärgert sich über das zu kleine Bad für drei Kinder,Lilo über das Pausenbrot mit Käse, aufdem sie eigentlich Wurst wollte usw. Mindestenseiner hat ein unbefriedigtes Bedürfnis.Tritt dann noch erschwerend Müdigkeit hinzu,führt jeder weitere Druck von außen leichtzu Zoff: ein Rippenstoß von Denis im Bad, dienächste Lautstärkestufe aus Tanjas Musikbox– Mutters Frage nach den Hausaufgaben istdann genau eine/r zuviel! Es kommt zu dünnhäutigerAbwehr gegen zusätzliche Anforderungenvon außen. Der erste verbale Warnschussfällt: „Denis, hör auf mit dem Schubsen!“„Tanja, mach die Musik leiser!“ „Mann,lass mich mit deiner Fragerei in Ruhe!“ – Derinnere Unmut eskaliert zum äußeren Konflikt,verschlüsselt über die Sprache. Höchst seltenist pure Boshaftigkeit das Motiv für den Einsatzvon Gewalt in der Alltagssprache.TÄTER UND OPFERWer ist der Täter, wer ist das Opfer, wenn eszwischen Erwachsenen und Kindern „knallt?“ „Natürlich die Kinder, die provozieren dochständig“, sagen einige. Sie sehen sich als Opferder Kinder und machen sich dadurch abhängigvon deren Verhalten. Ihre Lösung liegtmeist in der Selbstverteidigung – zur Not mitGewalt! „Natürlich die Erwachsenen, denn Kinderlernen sowas ja nur von ihren Vorbildern“, sagenandere, die die Schuld bei sich sehen. IhreLösung: meist zermürbende Selbstkritik –mit unselbständigen, von ihnen abhängigenKindern als vermeintliche Opfer. Dritte meinen: „Beide sind Täter und Opfer– denn Kinder und Erwachsene sind sowohlGestalter als auch Bewohner ihres eigenenLebensraumes.“ Wer diese Antwort wählt, findetsich mal als „Täter“, mal als „Opfer“ wieder– im Wechselspiel mit Kindern. Die Lösung isthier das „Spiel“. Wörtlich genommen macht esnämlich aus Tätern und Opfern jetzt Spielgestalterund Mitspieler oder Trainer und Spielereines kooperativen Teams. Im Fokus stehtdann nicht mehr eine Person, sondern dasgemeinsame Ziel: in der Familie zum Beispielbessere Lebensqualität, in der Schule die Lebenskompetenz,im Verein das gelingendesportliche Mitein ander.DAS URTEILWie in guten Teams üblich, beurteilen die Mitgliederselbst, welche Herausforderung dernächste „Gegner“ ist. Ob als Familien-, SchuloderSport-Team unterwegs – Kinder definierengemeinsam mit den Erwachsenen ihreBedürfnisse oder Ziele der „Teamarbeit“ undreflektieren in periodischem Abstand denVerlauf und das (Etappen-)Ergebnis. So setzensich z.B. die Eltern von Denis, Tanja und Liloseitdem sonntags für eine Stunde mit denKindern zusammen, statt täglich neue nervigeBedürfniskonflikte um Smartphones, Kinderzimmerund Ordnung im Haushalt zu produzieren.Jeder nennt pro Sonntag ein (nämlichsein) wichtigstes Bedürfnis, dann suchenalle gemeinsam Wege, wie sich die oft gegenläufigenVorstellungen kombinieren, verrechnen,tauschen oder regeln lassen. Eine Wochespäter werden die gemachten Erfahrungenberaten oder Vereinbarungen optimiert.Dann kommt das nächste Thema (Bedürfnis)auf den Tisch.DER VOLLZUGTeamorientierung zwischen Kindern und Erwachsenenerzeugt nicht nur weniger Bedürfniskonflikte,sondern auch ein entspanntesKlima und wechselseitiges Verständnis. Diewiederholte Erfahrung, dass wichtige Bedürfnissebefriedigt und Beziehungsprobleme gemeinsamgelöst werden können, vertieft mitjedem Sonntagstreff das unverzichtbare Vertraueninnerhalb des Teams – eine wichtigeVoraussetzung für mehr Lebenslust und Lebensqualitätfür alle. Eine Eltern- und Teamsprache,die nicht nur killer- und gewaltfrei ist,sondern mit wenigen Sätzen sogar direkt dieKooperationsbereitschaft aller Beteiligten aktiviert,kann übrigens trainiert werden. Vinzenz P. Grupp bildet u.a. Lehrer/innen für das „Schulfach Glück“ inBaden-Württemberg weiter.www.schulfach-glueck-stuttgart.deSTARKE ELTERN – STARKE KINDER®In einer bundesweiten Studie hat der Pädagoge Prof. Wulf Rauer, ehemaliger langjährigerVorsitzender des Kinderschutzbundes Hamburg, bereits in 2009 nach -gewiesen, dass Eltern in den DKSB-Elternkursen Starke Eltern – Starke Kinder®viel über und für ihr Erziehungsverhalten lernen. Sie werden z.B. sicherer und zufriedenerin ihrer Elternrolle, steigern ihr positives Verhalten und blicken vor allemeher auf die Stärken und positiven Seiten ihrer Kinder. Die Jungen und Mädchen,deren Eltern am Kurs teilgenommen haben, erleben nach eigenen Aussagen anschließendvon ihren Eltern mehr Wärme, Trost und Unterstützung. Was zeigt:Eltern wie Kinder profitieren vom DKSB-Elternkurs. sesk.deFoto: Kzenonwww.15


Einkommens -schwache Familienbrauchen bezahlbarenWohnraum inden StädtenImmerengerInzwischen ist es auch im Bundesbauministerium angekommen: Es gibt ein Problemmit der Wohnungsversorgung in unseren Städten – vor allem zulasten einkommensschwacherund armer Familien. Und damit zulasten der Kinder.Der aktuelle Wahlkampf hat ein so emotionalbeladenes Thema wie das Wohnen begierigaufgenommen, aber bisher ist bei keiner Parteiein Konzept erkennbar, das nicht nurpunktuell an Symptomen herumdoktert.WAS IST PASSIERT?Zunächst haben sich von den Wintersemestern2007/08 bis 2012/13 immerhin 556.000mehr Studierende für ein Studium eingeschrieben.Würden diese so wohnen wie dieStudenten im Jahr 2007, müssten die Hochschulstädtedas Wohnraumangebot um gut61.000 Wohnheimplätze, 35.000 Wohnungenfür Wohngemeinschaften, 112.000 Wohnungenfür alleinlebende Studenten und 55.000Wohnungen für Paare aufstocken. Da diesnicht geschehen ist, veränderte sich auch dasstudentische Wohnen. Nach den letzten Zah-len bis 2009 leben mehr Studenten bei ihrenEltern, in Wohngemeinschaften oder Paarhaushalten.Dagegen ist der Anteil derer, dieallein in einer eigenen Wohnung leben, vonrund 20% auf rund 17% gefallen.Dazu veränderte auch die nicht studentischenBevölkerung ihr Verhalten. Die Zuwanderungjunger Menschen in den Städten korrespondiertnicht mehr mit der Abwanderung von Familienmittlerer oder höherer Einkommensgruppenins Umland wie noch vor wenigenJahren. Angesichts erheblich gestiegener Kostenfür Energie und beruflich erforderliche,überregionale Mobilität sowie den inzwischenüblichen Zeitverträgen und gesenkten Einstiegsgehälternist das eigene Haus im Grünenfür junge Familien mittlerweile weniger attraktiv.Sie verbleiben in den Städten – ein weitererFaktor für die Verknappung von Wohnraum.Als weitere demografische Komponente konzentriertsich die Zuwanderung erfahrungsgemäßauch auf die Städte. Von 2004 bis 2009 lagendie Wanderungsgewinne in Deutschlandunter 100.000 Personen pro Jahr. In 2011 stiegdie Zahl auf 279.000 und in 2012 lag sie mit369.000 Zuwanderern am höchsten seit 1995.Foto: Kzenon16 KSA-3.2013


Foto: KlickerminthDIE KONSEQUENZENDamit stehen die Wohnungsmärkte speziellan Hochschulstandorten seit mehreren Jahrenvon drei Seiten unter hohem Nachfragedruck.In der Konsequenz nutzen die Anbieterauf dem Wohnungsmarkt neue Spielräumefür Preiserhöhungen. Auf der Suche nachgrößeren Wohnungen stehen Familien mitKindern dabei in unmittelbarer Konkurrenzzu Wohngemeinschaften, die mittlerweileauch aus der erwerbstätigen Bevölkerungheraus gebildet werden. Denn die „erzwungene“berufliche Mobilität erfordert oft eineZweitwohnung, die aber nicht finanzierbarist. Darüber hinaus können Wohngemeinschaftenerheblich höhere Mieten zahlen alsdie meisten Familien mit Kindern.So verändern starke Steigerungen der Wohnkostenin kurzer Zeit zwangsläufig die Bewohnerstrukturstädtischer Quartiere. Wennbei Neuvermietung in Großstädten die Mieteum 30% oder mehr erhöht wird, die Kappungsgrenzefür Mieterhöhungen von bisher20% innerhalb von drei Jahren ausgeschöpft„HÄTTET IHR MAL UNS GEFRAGT!“Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der StadtplanungSpielplätze sind Ersatzräume für verloren gegangene Spielräume. Spielplätze, die Kindernvon Erwachsenen vorgesetzt werden, sind in der Regel mit Spielgeräten aus demKatalog möbliert und nach wenigen Minuten abgespielt. Kinder würden solche Plätze andersgestalten – Plätze, die zum Spielen, Bewegen, Verstecken und Aufhalten animieren.Wie die Praxis zeigt, sind die Ideen von Kindern zur Spielraumgestaltung ein Füllhorn füreine inspirierende Planung, die zu kreativeren Gestaltungen führt und den Bedarfen derjungen Nutzer entspricht.Über die Planung von Spielplätzen hinaus erschließt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichenan der Stadtplanung und Stadtentwicklung neue Blickwinkel und Lösungsansätzefür die Entwicklung unserer Städte und Gemeinden. Die Beteiligung von Kindernund Jugendlichen ist also mehr als die Einforderung eines demokratischen Imperativs –sie ist eine wertvolle fachliche Ressource für die räumliche Planung. Sie führt zudemjunge Menschen an die Politik heran und gewinnt sie für ein nachhaltiges Engagementan ihrem Lebensort.Entsprechend können die Ortsverbände des Kinderschutzbundes für die Entwicklungund Verankerung einer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Stadtplanungund Stadtentwicklung in ihren Städten und Gemeinden wichtige Lobby- und Unterstützungsarbeitleisten – und immer mehr tun das bereits.Peter Apel, Leiter des Planungsbüros Stadt-Kinder in Dortmund, hat bereits mit mehrerenDKSB Ortsverbänden zusammengearbeitet. ist und Modernisierungen zu entsprechendenKostenüberwälzungen führen, dann sindeinkommensschwächere Haushalte schnellüberfordert. Dazu verdrängen zahlungskräftigereZuwanderer einen Teil der bisherigenBewohner, die sich dann eine Wohnung in einemanderen Stadtteil oder sogar außerhalbder Stadt suchen müssen. Am stärksten betroffenvon dieser Entwicklung sind nebenSenioren wiederum Familien mit Kindern.Entsprechende Verdrängungsprozesse lassensich aktuell etwa für den Berliner BezirkFriedrichshain-Kreuzberg nachweisen. StarkenWanderungsverlusten an die übrigenBerliner Bezirke stehen hohe Wanderungsgewinnevor allem aus Westdeutschland unddem Ausland gegenüber. Dabei stellt Kreuzbergnur eines der prominentesten Beispielefür diesen Prozess dar, der in nahezu allengroßen Städten abläuft.DIE HANDLUNGSOPTIONENSozialer Mietwohnungsbau war in den vergangenen25 Jahren ein für viele Politiker eherlästiges Randproblem und tendierte vielfachgegen Null. Über 40 Jahre aufgebaute Wohnungsbeständeim Eigentum der öffentlichenHand wurden privatisiert. Finanzinvestorenerwarben Unternehmen wie die GAGFAH, verschiedeneLandesentwicklungsgesellschaftensowie ehemals kommunale Wohnungsgesellschaften.Überrascht stellten die verantwortlichenPolitiker dann plötzlich fest, dassdie Käufer ja Gewinne erzielen wollen und Sozialklauselnzeitlich begrenzt sind!www. stadt-kinder.despielleitplanung.deas2-freiraumplanung.atDeutschland wird 25 Jahre verpassten sozialenWohnungsbau nicht nachholen können.Für einen guten Bevölkerungsmix – zu demauch zwingend Kinder gehören – und um dasWohnen in den Städten für alle Einkommensschichtenoffen zu halten, ist die Ausweitungöffentlicher Wohnungsbestände trotzdem eineernstzunehmende Option. Auf stagnierendeund teils rückläufige Einkommen beisteigenden Wohnkosten haben die Mieterhaushaltebereits mit Reduzierung der Wohnflächereagiert. Dies wird sich bei unverändertenRahmenbedingungen fortsetzen – undnatürlich wieder zulasten der Kinder.BITTE NACHBESSERN!Letztlich muss die Politik entscheiden, wieviel Wohnkonsum den einkommensschwachenHaushalten in diesem Land zugestandenwird. Dazu muss aber der duale Charakterdes guten Wohnens als Ware und Sozialguterst einmal akzeptiert werden. Dass einThema wie das Wohnen im Jahr 2013 in einemLand wie Deutschland zum Wahlkampfthemawird, zeigt deutlich, dass es Versäumnissegibt. Nachbesserung ist ausdrücklich erwünscht!Matthias Günther,Diplom-Ökonom, Vorstand desISP Eduard Pestel Instituts fürSystemforschung, Hannover17


KinderfreundlicheWa(h)re Gesundheit?Kranke Kinder müssen heute keine Angstmehr haben, denn die Medizin ist „kinderfreundlicher“geworden. Pflaster sind im Hello-Kitty-Designoder mit Käpt’n-Blaubär-Motivenerhältlich; die Untersuchungsliege in derPraxis ist nicht mehr mit dunkelgrünemWachstuch bespannt, sondern kommt alsLadefläche eines riesigen Spielzeug-LKW daher,und in der Klinik können Krankenhaus-Clowns auch schwerkranke Kinder zumLachen bringen. Niemand (hoffentlich!) wirdheute noch ein kaltes Stethoskop auf dienackte Kinderhaut setzen. Und auch keine unangenehmeUntersuchungen oder schmerz -hafte Eingriffe durchführen, ohne vorher mitdem Patienten, und sei er noch so klein, zusprechen oder wenigstens Blickkontakt aufzunehmen.Wie passt das zusammen?Die Deutschen können damitrechnen, länger am Leben zubleiben als all ihre Vorfahren. DieSäuglingssterblichkeit ist seit demZweiten Weltkrieg kontinuierlichgesunken; noch vor vierzig Jahrenwar sie siebenmal höher als heute.Und doch vergeht kaum eine Woche,ohne dass Boulevardblätter undseriöse Medien in Schlagzeilen eineKatastrophe skizzieren: Unsere Kinderwerden immer kränker; sie leiden unterBewegungsmangel, unsere Schülerernähren sich ungesund und unsereJugendlichen probieren ständig neueDrogen aus. Geht es dem Nachwuchswirklich so schlecht? Versagt hierdas Gesundheitswesen?Das Spektrum der „Krankheiten“, die vonKinderärzten behandelt werden sollen, hatsich allerdings in den letzten Jahrzehntengrundlegend gewandelt. Pädagogische Anforderungenund soziale Probleme landenheute schnell in den Kinderarztpraxen. Aufder einen Seite besorgte Eltern, die sich, wiesollte es anders sein, für ihre Kinder die bestenChancen in Schule und Ausbildung wünschen.Auf der anderen Seite Ärztinnen undÄrzte, denen die Regressforderungen derKrankenkassen im Nacken sitzen, wenn sie zuviele der (im Einzelfall durchaus hilfreichen)Sprach- und Ergotherapien verordnen, die ihrekleinen Patienten fitter und lernfähigermachen sollen. Und schließlich eine Politik,die uns klar machen will, dass wir BürgerInnenuns ein „gutes Leben“ und einen Anspruchauf Rundumversorgung im Krankheitsfalleigentlich schon längst nicht mehrleisten können: Alterspyramide und Finanzkriselassen grüßen.Unbeeindruckt von diesen Kassandrarufengehorcht unser Gesundheitssystem, auchwenn man dies nicht wahrhaben will, den Gesetzendes Marktes. Es bietet nicht nur Heilungfür Leidende und Kranke an; es ist nichtnur auf Bestandserhaltung ausgerichtet, sondernauf Wachstum – finanzielles, verstehtsich! Und den Gruppen, die davon profitieren,Foto: Kids.4picture18 KSA-3.2013


Medizinist es in den letzten Jahren gelungen, allen schnittlich viele chronisch kranke Kinder betreuen,hat dazu geführt, dass die Zahl ebenSparbemühungen der Politik ein Schnippchenzu schlagen: Kaum scheint eine Krankheitzu verschwinden, taucht eine andere, bis-Kind, das zum zweiten Mal an einer Bronchitisdieser Kinder sprunghaft anstieg. So wird einher nicht gekannte auf. Jüngstes Beispiel: Kindermit eher schüchternem Temperament sich die Lebhaftigkeit eines früh eingeschul-erkrankt, schnell zum Asthmatiker, und wennkönnten an einer „sozialen Ängstlichkeit“ erkranktsein, die nicht verständnisvoll begleiterrichtsablaufverträgt, ist die WahrscheintenErstklässlers anfangs nicht mit dem Untet,sondern so früh wie möglich therapiert lichkeit, in Zukunft als „ADHSler“ durchswerden muss. Neue Testverfahren und eigens Leben zu gehen, recht groß (besonders, wieentwickelte Fragebögen führen passgenau Zahlen der Krankenversicherungen belegen,zur Diagnose der neu entdeckten „Störung“. in der Umgebung von Würzburg, einer Hochburgder deutschen ADHS-Forschung). EinNatürlich wird ein holzschnittartiges Bild vomKind zugrunde gelegt mit dem es sich anbietet,Abweichungen vom Standard in neu ent-Schelm, wer da noch fragt…deckten (oder erfundenen?) „Syndromen“ zusammenzufassen.„Innovation“ nennt sich viduellen und manchmal auffälligen Verhal-Das Nachsehen haben die Kinder. Ihre indi-dieser Prozess in anderen Wirtschaftszweigen,die keinen Hehl aus ihrer Profitorientie-oder Anpassungsleistungen an belastendetensweisen, die oft schlicht Reaktionen aufrung machen. Und der 2008 eingeführte Lebensumstände sind, werden schnell inGesundheitsfonds, über den Krankenkassen Diagnosen umgemünzt. (Diese beschreibenmehr Geld erhalten, wenn sie überdurch-zwar Symptome, aber nicht die komplexenANZEIGEUrsachen einer Störung oder Krankheit.) Miteiner Ziffer aus dem Diagnosemanual lässtsich nun flugs die Verordnung einer Behandlungoder einer Medikation vor der Krankenkassebegründen.Gegen materielle Armut, emotionale Vernachlässigungoder belastende Familienverhältnissehelfen aber keine Pillen. HöhereSozialleistungen für Kinder, gut ausgebildeteErzieherinnen oder familienfreundliche Arbeitszeiten– DAS könnte ein Mehr an kindlicherGesundheit bewirken. Aber es versprichtkeinen schnellen Gewinn für Aktionäre (raschnoch vor der nächsten Währungskrise!), unddie Lobby, die sich dafür stark macht, schicktkeine Vertreter und druckt keine Hochglanzprospekte.Fazit: Unsere Gesellschaft gibt wohl viel Geldfür die Krankheiten von Kindern aus, aber zuwenig für ihre Gesundheit. Denn an dieserlässt sich, vereinfacht gesagt, kaum was verdienen.Korinna Bächer, RedaktionJetzt neu!Mehr kostenfreieArznei bis 18 JahreJetzt viele nicht rezeptpfl ichtige Medikamente auf ärztliche Verordnungals Kassenleistung. Wechseln Sie schnell zur AOK PLUSund profi tieren Sie von unseren neuen Zusatzleistungen.Mehr Infos zur Leistungsoffensive unter www.aokplus-online.de


KINDERIM BLICKJubiläummit PräsidentKINDERSCHUTZTAGE 201360 Jahre Deutscher Kinderschutzbund sind ein Grundzum Feiern – und der DKSB hat die Gelegenheit gutgenutzt! Zum Auftakt der Kinderschutztage 2013 vom2. bis 5. Mai in München strömten zahlreiche Gäste amFreitagabend zur Jubiläumsveranstaltung in die festlichgeschmückte Alte Kongresshalle. Schon die strengenSicherheitskontrollen am Eingang wiesen darauf hin,dass an diesem Tag ein ganz besonderer Ehrengasterwartet wurde: Bundespräsident Joachim Gauck.Großer Dank: Für seine Festrede hatte derBundespräsident den Begriff „Dankeschön“als Leitmotiv gewählt. „Menschen wie ich füh -len sich überall dort zu Hause, wo engagierteMenschen für andere wirken“, sagte er undrichtete diese Worte ausdrücklich an die Kinderschützerinnenund Kinderschützer. Dazustellte er u.a. fest: „Wer über die Arbeit des Kinderschutzbundesund seine engagierten Projekteliest, wird darin eine Vielzahl von Problemlagenund Ursachen finden, eines wirder allerdings nicht finden: eine pauschale Verurteilungvon Eltern, die mit ihrer Familie ineine Notsituation geraten sind. Dieser Ansatzmacht die Arbeit des Verbandes so wertvollund so wirkungsvoll. Der Kinderschutzbundvermeidet Stigmatisierung und bietet stattdessenso oft wie möglich Hilfe an, die Menschenverbindet: Jung und Alt in den Familien,Lehrer und Schüler, Nachbarn und Zufalls-Im Foyer der Alten Kongresshalle war die Vorfreudedann sehr deutlich zu spüren. Überallblickte man in erwartungsvolle und gelösteGesichter, während ein Kindermusikensemblein voller Tracht die Gäste mit zünftigerbayerischer Musik auf den Jubiläumsabendeinstimmte.DER FESTAKTDann füllte sich der Festsaal und bebte vorApplaus, als der Ehrengast eintraf. Die Kinderschützerinnen,Kinderschützer und Gästeempfingen Bundespräsident Joachim Gauckmit Standing Ovations, bevor DKSB-Präsident20 KSA-3.2013Heinz Hilgers das Staatsoberhaupt sowie diebayerische Staatsministerin Christine Haderthauerund den Münchner OberbürgermeisterChristian Ude herzlich begrüßte.DKSB-Präsident Hilgers begrüßt den Bundespräsidentenund dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt


Oberbürgermeister Christian Udebekanntschaften.“ Auch deshalb brauche dasLand zukünftig einen starken Kinderschutzbund,sagte Joachim Gauck. Er dankte demDKSB für sein großes gesellschaftliches Engagementund bat ihn, sich als Lobby für Kinderweiter in die gesellschaftlichen Debatten einzubringenund sich für die Interessen der Kindereinzusetzen. (Seine vollständige Rede istunter www.dksb.de oder www.bundespraesident.denachzulesen.)Staatsministerin Haderthauer betonte, dassder DKSB bei allen Programmen für Kinderund Familien in Bayern ein wichtiger Partnersei, und „beneidete“ den Kinderschutzbundein wenig darum, unabhängig denken zudürfen und dabei die Kinder in den Mittelpunktstellen zu können. „Bleiben Sie mutigund visionär“, rief sie den Anwesenden zu.Oberbürgermeister Ude verglich die Situationder heutigen Flüchtlingskinder mit jenerder Kinder im Nachkriegsdeutschland. Mitder Kinderfreundlichkeit in München zeigteer sich, u.a. dank der vielen Angebote, Einrichtungenund Dienstleistungen für Kinder desörtlichen Kinderschutzbundes, recht zufrieden,sah hier aber noch „Luft nach oben“.Gleichzeitig forderte der Oberbürgermeisterüberall mehr Rücksicht auf Kinder ein. BeideVortragende gratuliertem dem DKSB zu seinerwichtigen Arbeit. Dazu gab es gleich doppeltenAnlass – denn neben dem DKSB Bundesverbandmit seinem 60. Jubiläum begingzugleich der OV München sein 40. Jubiläum.Entsprechende Glückwünsche erreichtendeshalb immer wieder auch dessen VorsitzendeHeidrun Kaspar.Staatsministerin Christine Haderthauer40 Jahre OV München: Anschließend konnteder OV München dann gleich selbst eineKostprobe seiner Qualität geben: In einer Diskussionsrundebeeindruckten Elena Streckerund Jana Wulf nicht nur den Bundespräsidentenmit ihrem Engagement für das Beratungsangebot„Jugendliche beraten Jugendliche“der „Nummer gegen Kummer“. Die beidenjungen Frauen berichteten hellwach undsehr eloquent, wie sie am Telefon anderen Jugendlichendurch schwierige Zeiten helfenund gemeinsam mit ihnen nach Lösungensuchen. Darüber hinaus stellten die OV-VorsitzendeHeidrun Kaspar und ihre MitarbeiterinBettina Brockmann weitere Angebote undFacetten des OV München vor, der repräsentativfür viele andere Ortsverbände und gelingendeKinderschutzarbeit des DKSB steht.Kinder mit dabei: Und da der Kinderschutzbunddas Kinderrecht auf Beteiligung ganzgroß schreibt, hatte er nicht nur die erstenStuhlreihen im Saal für die jüngste Generationreserviert, sondern auch Jungen und Mädcheneingeladen, sich oben auf der Bühne aktivam Jubiläum zu beteiligen. Das taten diejungen Darstellerinnen und Darsteller desMusicals „Oliver“ nur zu gern und begeistertendas Publikum mit zwei fantastischen Gesangsauftrittenaus dem musikalischen Werk.Bei den jungen Sängerinnen und Sängernsaß jeder Ton, jeder Tanzschritt, jede Akrobatik,jede Gestik und Mimik absolut professionell– das war ein wahrer Genuss und wurdemit stürmischem Beifall belohnt.Angefüllt mit so viel Fröhlichkeit und Wertschätzungvon allen Seiten, genossen Gästewie Kinderschützerinnen und Kinderschützerdas bayerische Buffet anschließend besondersund ließen den Abend bei angeregtenGesprächen im Foyer ausklingen.DIE MITGLIEDERVERSAMMLUNGAm Samstag, 4. Mai, tagte dann die Bundesmitgliederversammlungals oberstes Beschlussorgandes DKSB. Präsident Heinz Hilgersbegrüßte dazu die beinahe 300 Delegiertenaus den Orts-, Kreis- und Landesverbändenherzlich.Gedenken an Lore Frowein: Bevor die Tagesordnungabgearbeitet wurde, bat HeinzHilgers zunächst um eine Gedenkminute fürdie vor kurzem verstorbene Lore Frowein. Dieehemalige Vorsitzende des LV Baden-Württembergwar auch über 22 Jahre Vorsitzendedes OV Heidelberg gewesen und wurde nochim letzten Jahr mit dem Silbernen Ehrenzeichendes DKSB ausgezeichnet. Denn zu ihrPräsentation des OV München: Elena Strecker und Jana Wulf von „Teens on phone”, Vorsitzende Heidrun Kaspargehörten Leidenschaft und besonderer persönlicherEinsatz genauso wie große Fachkenntnis.Lore Frowein, die 2006 auch dasBundesverdienstkreuz erhalten hatte, war esgelungen, von 1996 bis 2006 den LandesverbandBaden-Württemberg zu einem anerkanntenund effektiven Verband auszubauen.„Ohne Lore Frowein wäre der Kinderschutzin unserem Bundesland nicht dort, woer heute ist“, formulierte es u.a. LandesgeschäftsführerinVerena Mohnke im Nachruf.Laudatio für Heinz Hilgers: Anschließendgratulierte Heinz Hilgers dem OV Münchennoch einmal zum 40-jährigen Jubiläum, umdann seinerseits für seine nunmehr 20 Jahrewährende DKSB-Präsidentschaft gewürdigt21Fotos (8): T. Hase


EHRE, WEM EHRE GEBÜRTDie ganze Breite der Kinderschutzarbeit wird natürlich immer von Menschen getragen.Einige Ehrenamtliche engagieren sich hier seit langem in herausragender Weise.Dazu gehören etwa Dr. Heinz Zschache vom LV Sachsen mit seinem europäischenKinderschutz-Blick sowie Dr. Tilko Dietert, Vorstandsmitglied im OV Hildesheim, undder Schatzmeister des LV Hessen, Rolf Karges. DKSB-Präsident Heinz Hilgers zeichnetealle drei während der diesjährigen Jubiläumsfeier für ihre Verdienste mit derGoldenen Ehrennadel des DKSB aus. Die gleiche Ehre wurde Heidrun Kaspar, Vor -sitzende des OV München, sowie Dorothee Kaiser vom OV Schorndorf und KarinMeixner-Nentwig vom OV Amberg-Sulzbach auf der Mitgliederversammlung zuteil.Karin Schneider, Mitarbeiterin des OV München, freute sich sehr über die SilberneEhrennadel des DKSB aus der Hand ihrer Vorsitzenden Heidrun Kaspar. Nach den Ehrungen: Rolf Karges, Karin Schneider, Bundespräsident,Dr. Thilo Dietert, Dr. Heinz Zschache, Heidrun Kaspar, DKSB-Präsident (v.l.n.r.)zu werden. In einer sehr persönlichen undwarmherzigen Laudatio konturierte DKSB-VizepräsidentinProf. Sabine Andresen HeinzHilgers als außerordentlichen Präsidenten.Sie beschrieb das Streben nach Gerechtigkeitals starken Antrieb für ihn. Hilgers sei ein politischerMensch, der nicht, wie Nietzsche esformulierte, zwischen den Zäunen von Vergangenheit,Gegenwart und Zukunft spiele,sondern sich der Vergangenheit und der darausauch für die Nachkommen resultierendenVerantwortung sehr bewusst sei. Er stehemit beiden Beinen und vor allem scharfemVerstand in der Gegenwart, sehe Machtinteressenebenso wie gute Gelegenheiten, etwasdurchzusetzen, und habe auch noch Utopien,also die Zukunft im Blick. Sichtlich bewegtdankte Heinz Hilgers seiner Kollegin und denDelegierten für die erfahrene Wertschätzung.Nachwahl zum Bundesvorstand: Dannkomplettierte die Mitgliederversammlungden Bundesvorstand wieder durch eineNachwahl nach dem Tod von VizepräsidentProf. Dr. Hubertus Lauer. Mit überwältigenderMehrheit wurde der Rechtsanwalt ChristianZainhofer, bisheriger Beisitzer im Bundesvorstandund seit langem Vorsitzender des LVRheinland-Pfalz, zum Vizepräsidenten gewählt.Ebenso überzeugend votierten die Delegiertenfür Prof. Beate Naake als neue Beisitzerin.Die Rechtswissenschaftlerin lehrt ander Ev. Hochschule Desden.Die Delegierten auf der Mitgliederversammlung mit klaren BeschlüssenFoto: DKSB BVKinder der Sarré Musikprojektepräsentieren Ausschnitte ausdem Musical „Oliver!“Diskussion der Anträge: Aber auch die inhaltlicheAuseinandersetzung kam auf derMitgliederversammlung nicht zu kurz. Dieknapp 300 Delegierten des DKSB diskutiertenüber Anträge zu den Themen Partizipation,Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche,Beschneidung von Jungen sowiezu den innerverbandlichen Themen Änderungder Ehrenordnung und Social MediaGuideline.Die Umsetzung des Kinderrechts auf Beteiligungbildete die Grundlage der beiden Anträge„Partizipation fördern – Beteiligungstärken“ und „Sicherung der Rechte von Kindernund Jugendlichen – Beteiligung stärken,Ideen und Beschwerden nutzen“. Der ersteAntrag formulierte programmatische Aussagenund forderte u.a. den Ausbau von Partizipationsprojektenin allen Bereichen der Lebensweltvon Kindern und Jugendlichen sowiePartizipation als Qualitätskriterium in allenAngeboten der Kinder- und Jugendhilfe.Im zweiten Antrag ging es um die Einführungeiner verbindlichen Beschwerdekultur fürJungen und Mädchen in den Einrichtungen,Angeboten und Leistungen des DKSB. Danachsollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeithaben, ihre Beschwerden in persönlichenAngelegenheiten sowie Kritik und Anregungenüber die Ausgestaltung der Angebotevorzutragen. Beide Anträge wurden angenommen.Darüber hinaus beschloss die Mitgliederversammlungeine Rahmenrichtlinie für das Engagementdes DKSB in sozialen Netzwerken.Damit verfügen nun alle Gliederungen desKinderschutzbundes über eine einheitlicheBasis beim Einrichten und Betreiben vonBlogs, Foren und Angeboten in sozialen Netzwerken.Ebenso beschlossen wurden Änderungenan der Ehrenordnung des Verbandes.22 KSA-3.2013


Foto: DKSB BVGewählt: Prof. Beate Naake und Christian ZainhoferDie beiden Anträge zum Thema „Beschneidungvon Jungen“ diskutierten die Delegiertensehr lebhaft. Anschließend bestätigte dieMitgliederversammlung dann die vom Bundesvorstandherausgegebene Stellungnahmevom 15.9.2012 (KSA 4.2012, S. 14). Darüberhinaus beauftragte sie den Bundesvorstand,sich im Rahmen seiner Lobbyarbeitinsbesondere für das Vetorecht der betroffenenJungen sowie die Durchführung der Beschneidungdurch einen Arzt einzusetzen.Nach der Mitgliederversammlung nahmenviele Delegierte an einer Stadtrundfahrtdurch München teil und ließen dann denAbend in einem bayerischen Wirtshaus inMünchen bei zünftigem Essen und Trinkenausklingen.Am Sonntag besichtigten viele Delegierte aufEinladung des OV München mit dem KinderhausMedienfabrik und dem Kinderschutz-Zentrum München zwei erfolgreiche Angebotedes OV und nutzten die Gelegenheitzum Austausch. Parallel dazu tagte der KSA-Beirat. Johanna Suwelack/Swaantje Düsenberg, RedaktionURTEILE & GESETZERechtKinder imImmer wieder werden in Deutschland Urteile gefällt oderGesetze reformiert, die Kinder, ihr Wohl und ihre Rechteberühren. KSA berichtet darüber in loser Folge auch ausder Sicht des Kinderschutzbundes.KOSTEN FÜR KRIPPENPLATZ:In Rheinland-Pfalz hat jedes Kind vom vollendetenzweiten Lebensjahr an das Rechtauf einen beitragsfreien Platz in einer Kindertagesstätte.Kann das Jugendamt einerGemeinde einem Kind – in diesem Fall einerZweijährigen in Mainz – keinen Krippenplatzzur Verfügung stellen, so muss es die Unterbringungskostenin einer privaten Einrichtungübernehmen. Mit dieser Entscheidungverpflichtete das OberverwaltungsgerichtRheinland-Pfalz die Stadt Mainz zur Kostenübernahme,nachdem Mutter und Tochter geklagthatten. (AZ: 7 A 10671/12.OVG).Der Kinderschutzbund: Richtig so! WennKindern ein beitragsfreier Platz in einerEinrichtung gesetzlich zugestanden wird,dann sollte dieses Recht auch durchgesetztwerden.GESUND WERDEN: Eltern können auchältere Kinder in eine Reha auf Kosten derRentenversicherung begleiten, wenn medizinischeGründe dafür sprechen, so entschieddas Sozialgericht Gießen. In diesemFall ging es um die mütterliche Begleitung einesAchtjährigen, die auch der Kinderarzt mitBlick auf die Ängste des Jungen und den Kurerfolgals medizinisch notwendig bescheinigthatte. Doch die Rentenversicherung wolltedie Unterbringungskosten der Mutter nichtzahlen, dies sei nur bei jüngeren Kindernmöglich. Das sah das Gericht auf Grundlageder Ausführungen des sachkundigen Kinderarztesanders. (Az.: S 4 R 284/11 ER)Der Kinderschutzbund: Das Gericht hatsich hier mit seinem Urteil deutlich am individuellenKindeswohl orientiert. Kindersind verschieden, ein jedes benötigt in einerspezifischen Situation seine ganz eigeneUnterstützung.ELTERNHAFTUNG: Auch wenn sich derNachwuchs aus dem Internet illegale Musikdownloads„holt“, können Eltern dafür nichtgleich haftbar gemacht werden. Immer vorausgesetzt,sie haben das Kind zuvor ausreichenddarüber aufgeklärt, dass so etwas verbotenist. Das hat der Bundesgerichtshof(BGH) in einem Grundsatzurteil kürzlich entschieden.In dem Fall waren die Eltern eines13-Jährigen zunächst wegen Verletzung vonUrheberrechten zu Schadenersatz verurteiltworden. Der angerufene BGH begründetesein Urteil nun damit, dass eine Verpflichtungder Eltern, die Nutzung des Internets durchdas Kind zu überwachen, den Computer desKindes zu überprüfen oder dem Kind den Zugangzum Internet (teilweise) zu versperren,grundsätzlich nicht bestehe. Vielmehr hieltenes die Richter für selbstverständlich, dass Kinderin diesem Alter über einen Zugang zumInternet verfügen und man ihnen nicht vonvornherein mit Misstrauen begegne.Der Kinderschutzbund: Dies gilt nachgängiger Rechtsprechung auch für andereverbotene Handlungen von Kindernund die Haftung ihrer Eltern. Diese habenzwar eine Aufsichtspflicht und müssenihr Kind so betreuen, dass andere keinenSchaden nehmen. Doch diese Verantwortungkann je nach Alter des Kindes keineRund-um-die-Uhr-Bewachung sein.SCHULPFLICHT: Ein neunfaches Elternpaaraus Hessen muss nun Strafe zahlen,weil es fortgesetzt seine schulpflichtigenKinder zu Hause unterrichtet. Die Richterindes Amtsgerichts Fritzlar betonte, es gehe beider Schulpflicht um mehr als die bloße Vermittlungvon Wissen, es gehe auch um das Erlernenvon Toleranz, die in einer Demokratienötig sei und durch die Auseinandersetzungmit anderen Meinungen gefördert werde.Der Kinderschutzbund: Bildung ist ein Kinderrecht!Zu ihr gehört auch, dass Kindermiteinander und voneinander lernen. Foto: phototos23


BUNDESTAGSWAHLWahlprüfsteinedes DKSBIm Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahlam 22. September hat der DKSB-Bundesverband allenBundestagsfraktionen Wahlprüfsteine zu den Rechtenbzw. der Versorgung von Kindern vorgelegt. DieAntworten auf vier zentrale Fragen zeigen, was vonden Parteien konkret erwartet werden darf.1. Kinderrechte ins GrundgesetzDem Anschreiben an die Fraktionen hatteder DKSB die Formulierung beigefügt, dieer gemeinsam mit dem AktionsbündnisKinderrechte für einen neu zu schaffendenArtikel 2a Grundgesetz vorgeschlagen hat,um die Kinderrechte in der Verfassung zuverankern. Dazu wurde gefragt Werden Sie sich in der nächstenLegislaturperiode aktiv für die Aufnahmeder Kinderrechte ins Grundgesetz– wie in unserer Formulierungvorgeschlagen – einsetzen? CDU/CSU: Im Grundgesetz sind bereitsKinderrechte in Abwägung zu Elternrechtenformuliert. Das hat das Bundesverfassungsgerichtklargestellt. Dort, wo Eltern versagen,ist der Staat gefordert. Wir haben eine neueQualität im Kinderschutz. Wir sind aber gutberaten, die Eltern nicht einem Generalver-24 KSA-3.2013dacht auszusetzen. Die allermeisten Elternkümmern sich vorbildlich und liebevoll umihre Kinder. SPD: Die SPD befürwortet seit Langem dieAufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz.Deshalb haben wir diese Forderungauch in unserem Regierungsprogramm fürdie kommende Legislaturperiode „Das WIRentscheidet“ aufgenommen.Die SPD-Fraktion hat in dieser Legislaturperiodedazu einen Gesetzentwurf (Drs. 17/13223) eingebracht. Sie schlägt vor, nach Absatz1 folgenden Absatz 2 einzufügen:„Jedes Kind hat ein Recht auf Entwicklungund Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf gewaltfreieErziehung und den besonderenSchutz vor Gewalt, Vernachlässigung undAusbeutung. Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligungin allen Angelegenheiten, die es betreffen.Seine Meinung ist entsprechend seinemAlter und seiner Entwicklung in angemessenerWeise zu berücksichtigen. Die staatlicheGemeinschaft achtet, schützt und fördertdie Rechte des Kindes und trägt Sorge fürkindgerechte Lebensbedingungen.“In einem weiteren Absatz soll die Gleichstellungvon ehelichen und nichtehelichen Kindernerfolgen.In Sachen Kinderrechte bleiben wir am Ballund werden uns auch in der nächsten Legislaturperiodefür die Ergänzung unseres Grundgesetzesim Interesse von Kindern einsetzen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Im Fokus unsererPolitik steht das Wohl jedes einzelnenKindes und jedes einzelnen Jugendlichen.Wir räumen Kindern und Jugendlichen eigenständigeRechte ein, wir wollen sie gezieltfördern und schützen sie, wo Familien diesnicht leisten. Dazu wollen wir Rechte von Kindernund Jugendlichen ausdrücklich ins


Grundgesetz aufnehmen. Die grüne Bundestagsfraktionhat hierzu einen Gesetzentwurfin den Bundestag eingebracht (Bundestagsdrucksache17/11650). Der Gesetzentwurfsieht vor, im Artikel 6 des Grundgesetzes einenneuen Absatz 5 mit folgender Formulierungeinzufügen:Foto: Alex Mac„Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seinerEntwicklung zu einer eigenverantwortlichenund gemeinschaftsfähigen Persönlichkeitsowie auf den Schutz vor Gefährdungenfür sein Wohl. Bei allem staatlichen Handelnist das Wohl des Kindes besonders zu berücksichtigen.Sein Wille ist entsprechend seinemAlter und seinem Reifegrad in allen es betreffendenAngelegenheiten zu beachten.“Wir werden uns auch in der nächsten Wahlperiodefür die Aufnahme der Kinderrechte einsetzenund begrüßen die weitere inhaltlicheDebatte. FDP: Die Rechte von Kindern sind bereitsBestandteil des Grundgesetzes. Kinder sindTräger der Grundrechte gem. Art. 1, Art. 2 ffGG. Auch die UN-Kinderechtskonvention, diedie Bundesregierung ratifiziert hat, ist bereitsgeltendes deutsches Recht. DIE LINKE: DIE LINKE setzt sich seit Längeremfür die Aufnahme von Kinderrechten imGrundgesetz ein. Unsere Fraktion im Bundestaghat als erste in der nun ablaufendenLegislaturperiode einen Gesetzentwurf zurAufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetzvorgelegt (BT 17/10118). Sie favorisiertfür die Aufnahme von Kinderechten imGrundgesetz einen neuen Absatz 2 im Artikel6 mit folgendem Wortlaut:„Alle Kinder und Jugendlichen haben einRecht auf Entwicklung und Entfaltung ihrerPersönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung undauf den besonderen Schutz vor Gewalt, Vernachlässigungund Ausbeutung. Die staatlicheGemeinschaft achtet und schützt die Rechteder Kinder und Jugendlichen, stellt deren bestmöglicheFörderung sicher und schafft Rahmenbedingungenfür die Beteiligung vonKindern und Jugendlichen an gesellschaft -lichen Prozessen. Sie trägt Sorge für kind- undjugendgerechte Lebensbedingungen.“Durch die Einführung eines neuen Absatzes2 in Artikel 6 Grundgesetz nach Absatz 1 alswertentscheidender Grundsatznorm undvor den Absätzen 3 und 4, die das VerhältnisFoto: ChristArtvon Elternverantwortung und staatlichemWächteramt regeln, wird die Subjektstellungvon Kindern und Jugendlichen als Träger eigenerRechte im Verhältnis zu den Eltern undzum Staat auch in systematischer Hinsichtklargestellt.Mit dem Antrag „Kinderrechte umfassendstärken und ins Grundgesetz aufnehmen“(17/07644) wurden die Schritte benannt, dienach einer Aufnahme von Kinderrechten insGrundgesetz folgen müssen, damit die Rechteder Kinder bei den Kindern ankommenkönnen. Dazu bedarf es neben zahlreichenGesetzesänderungen in den Bundes- undLandesgesetzgebungen einer Neuregelungder Bund-Länder-Finanzen, um die zusätzlichenAufgaben von Ländern und Kommunenin den Bereichen, die die Belange von Kindernund Jugendlichen betreffen, strukturellzu gewährleisten. Nur mit einem umfassendenGesamtpaket können die Kinderrechtehierzulande ihre volle Wirksamkeit entfalten.Die Aufnahme eines neuen Artikels 2a imGrundgesetz widerspricht unseres Erachtensnach der Logik des Aufbaus der Grundrechte.2. KindergrundsicherungUm Kinderarmut wirksam und nachhaltig zubekämpfen, setzt sich der DKSB im BündnisKindergrundsicherung seit langem für eineexistenzsichernde, transparente und sozialgerechte Kindergrundsicherung (536 Europro Monat) ein. Dazu wurden die Fraktionengefragt Unterstützen Sie diese Forderung? SPD: Chancengleichheit für alle Kinder istunser Ziel. Dazu setzen wir auf unsere sozialdemokratischeKindergrundsicherung.Wir wollen den Ausbau von guten Ganztagskitas undguten Ganztagsschulen durch Milliardenhilfenvom Bund ermöglichen. ein neues, einkommensabhängiges Kindergeldeinführen, das die Familienförderungendlich vom Kopf auf die Füße stellt und fürGerechtigkeit sorgt.Unsere sozialdemokratische Kindergrund -sicherung geht in die gleiche Richtung wiedas Kindergrundsicherungsmodell des DeutschenKinderschutzbunds, ist solide finanzierbarund politisch durchsetzbar. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Auch wir wolleneine Kindergrundsicherung, um eine angemessenematerielle Absicherung für alleKinder zu schaffen. Jedes Kind, unabhängigvom Einkommen seiner Familie, soll die gleichefinanzielle Unterstützung vom Staat erhalten.Wir streben ein Modell an, das Kinder-25


egelsätze, Kinderzuschläge sowie die steuerlichenKinderfreibeträge vollständig obsoletmacht. Ziel ist eine Kindergrundsicherung,die der Höhe nach so bemessen ist, dass dieKinderfreibeträge verfassungskonform abgeschafftwerden können. FDP: Die über 150 familienbezogenen Leistungenmüssen nach Abschluss der umfassendenEvaluation gebündelt und effizientergestaltet werden. Dabei liegt es durchausnahe, Leistungen für Kinder zusammenzuführen.Dies könnte z. B. auf einer Kinderkartegeschehen, die wir in einem Modellversucherproben wollen. DIE LINKE: Wir setzen uns für eine Grundsicherungfür alle Kinder und Jugendlichenein. Sie muss sich am tatsächlichen verfassungsrechtlichenExistenzminimum der Kinderorientieren. Dieses liegt derzeit bei 536Euro. CDU/CSU: Die Regelsätze für Kinder in derGrundsicherung richten sich nach den Vorgabendes Verfassungsgerichts. Das Kindergeldsoll aber erhöht werden.3. Maßnahmengegen KinderarmutMit welchen anderen Maßnahmenwird Ihre Bundestagsfraktion gegenKinderarmut vorgehen? BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Der besteSchutz vor Kinderarmut bleibt die Erwerbs -tätigkeit der Eltern. Daher machen wir uns füreine bessere Vereinbarkeit von Familie undBeruf stark. Damit Eltern die Chance haben, einerErwerbsarbeit nachzugehen und sich undihre Familie vor Armut zu schützen, sind ausreichendqualitativ hochwertige BildungsundBetreuungsmöglichkeiten notwendig.Wir setzen uns daher für einen Rechtsanspruchauf einen ganztägigen Betreuungsplatzab dem ersten Lebensjahr ein. DIE LINKE: Als Sofortmaßnahme muss dasKindergeld erhöht werden: für die erstenzwei Kinder auf 200 Euro, für alle weiterenKinder entsprechend gestaffelt. Die Hartz-IV-Sätze müssen verfassungsgerecht berechnetund entsprechend erhöht, das Konstrukt derBedarfsgemeinschaft muss abgeschafft werden.Außerdem brauchen wir einen flächendeckendengesetzlichen Mindestlohn von 10Euro in der Stunde und eine Politik für guteArbeit und die bessere Vereinbarkeit von Familieund Beruf. Denn Kinderarmut ist in derRegel auf Elternarmut zurückzuführen. CDU/CSU: Grundsätzlich ist es das Beste,Menschen in finanziell prekären Verhältnissenin die Lage zu versetzen, ihr Leben durch26 KSA-3.2013Erwerbstätigkeit zu meistern. Die Langzeitarbeitslosigkeitist gesunken. Der tarifliche Mindestlohnsoll kommen. Wer arbeitet, mussmehr haben als der, der nicht arbeitet, sonstwird der Arbeitsanreiz genommen. SPD: Wir wollen zur Vermeidung von Armut gute Arbeit für die Eltern erreichen mit gesetzlichemMindestlohn, sozialversicherungspflichtigerBeschäftigung und Familienarbeitszeiten; die sozialrechtlichen Regelsätze neu bemessen; den gebührenfreien Zugang zu Betreuungs-und Bildungseinrichtungen erreichen,damit alle Kinder gleiche Chancen auf Bildunghaben; das Bildungs- und Teilhabepaket weiterentwickeln,damit die Leistungen bei Kindernund Jugendlichen ankommen.4. Aufwachsen ohne GewaltDer DKSB setzt sich für das Recht von Kindernauf ein Aufwachsen ohne Gewalt ein.Von Gewalt betroffene Kinder und Jugend -liche, aber auch Erwachsene, müssen eineFachberatungsstelle und einen Therapieplatzin ihrer Nähe ohne lange Wartezeiten angebotenbekommen. Als Mitglied des RundenTisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ fordertder DKSB eine bedarfsgerechte Finanzierungder Fachberatungsstellen, sichergestellt ausStiftungsmitteln des Bundes. Dazu wurdendie Fraktionen gefragt Was werden Sie tun,um das sicherzustellen? FDP: Der Anspruch auf Schutz vor Gewaltergibt sich aus unserem Grundgesetz. Bei derBundesregierung soll auch zukünftig einunabhängiger Beauftragter für Fragen dessexuellen Missbrauchs angesiedelt werden.Rechtsstellung, Aufgaben, Rechte und Pflichtenwerden gesetzlich geregelt. Außerdemsoll von der Bundesregierung eine unabhängigeKommission zur umfassenden und systematischenAufarbeitung des Missbrauchsgeschehensim institutionellen und familiärenBereich angesiedelt werden. DIE LINKE: Wir fordern, dass Hilfseinrichtungeneine gesicherte und entsprechendihren Aufgaben ausreichende Finanzierungerhalten. Sie müssen räumlich und personellgut ausgestattet und barrierefrei zugänglichsein sowie nach verbindlichen Standardsarbeiten. Eine sichere finanzielle Ausstattungkann dadurch gesichert werden, dass dieInstitutionen, in denen es zu Missbrauchshandlungengekommen ist, dazu verpflichtetwerden, sich an dem „Fonds sexueller Missbrauch“zu beteiligen. Ein zügiger und wohnortnaherZugang zu Therapien ist für uns einwichtiger Baustein, um die Opfer von Gewaltbei der Bewältigung dieser Erfahrungen zuunterstützen.“ CDU/CSU: Unserem gemeinsamen Anliegenkommt entgegen, dass der neu eingerichtete„Fonds Sexueller Missbrauch“ (FSM)ein Netz von Anlauf- und Beratungsstellenaufbaut. Er wird auch sicherstellen, dass ausreichendTherapieplätze vor Ort bereitstehen.Die erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet. SPD: Das Bewusstsein für die Rechte vonKindern und Jugendlichen ist glücklicherweisegestiegen. Das verdanken wir vor allem derRatifizierung der UN-Kinderrechtskonvention1992 und dem 2000 festgeschriebenen Rechtauf gewaltfreie Erziehung im BürgerlichenGesetzbuch.Dennoch bleibt viel zu tun. Das zeigen die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle in Institutionen,wobei Missbrauch auch in Familienund an anderen Orten stattfindet. Die Einrichtungeines Runden Tisches war daher einwichtiger Schritt. Allerdings sind wir über dieunzureichende Umsetzung der Empfehlungenenttäuscht.Wir setzen uns für ein ressortübergreifendesKonzept ein, mit dem die Umsetzung beschleunigtwerden soll. Wichtig ist uns auch,die Beratungsangebote zu verbessern.Die Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion,Marlene Rupprecht, hat der Bundesregierungentsprechende Vorschläge unterbreitet.Sie hat u.a. auf die notwendige verbindlicheBeteiligung von Betroffenen unddie verpflichtende Beteiligung von Institutionenbei der Aufarbeitung und Entschädigungvon Betroffenen hingewiesen. Die Bundesregierungist bislang leider ein eigenes Konzeptschuldig geblieben. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir werdenden Kinderschutz intensivieren. Dazu wollenwir das Bundeskinderschutzgesetz und dienotwendige Unterstützung für Kinder undJugendliche energisch weiterentwickeln.Ebenso wollen wir die Empfehlungen desRunden Tisches sexueller Kindesmissbrauchum setzen, wozu der Ausbau und die Stärkungder Fachberatungsstellen gehören. Der Missbrauchsskandalmuss angemessen aufge -arbeitet werden und die/der unabhängigeBeauftragte muss den Aufgaben entsprechendlängerfristig berufen werden. Wir machenuns für die Schaffung eines ergänzendenHilfesystems für die Opfer stark und wollendie telefonische Anlaufstelle und das Online-Hilfeportalfortführen.


KINDER ERZÄHLEN AUS IHREM LEBENDer KSA-Beirat hat auf seiner jüngsten Zusammenkunft angeregt,Kinder in KSA in loser Abfolge von ihrem Leben erzählen zu lassen.Die Reihe beginnt hier mit dem Thema „Vor meiner Tür“ ausder Sicht von Neunjährigen.Vor meiner TürHAMBURGIch wohne in einem kleinen Haus zusammen mit meinen Eltern und meinem kleinenBruder. Der spielt gerne Fußball, genau wie ich. Bloß dass unser Garten dafür viel zu kleinist. Wenn ich rauskomme, ist da schon gleich der Zaun. Außerdem wohnen da auch unsere Hasen,die haben einen großen Stall und viel Auslauf. Mein Bruder und ich wollten die Hasen. Die brauchenviel Auslauf und wir haben dann nicht so viel Auslauf. Aber wir wollten sie trotzdem. Die Hasenkönnen schon echte Kunststücke von uns. Wenn wir eine Zirkusschau machen, kommen auch unserealten Nachbarn und klatschen doll. Der Garten von denen ist viel größer als unserer. Die hatten malviele Kinder, aber jetzt nicht mehr. Manchmal fliegt mein Fußball über den Zaun, dann lachen unsereNachbarn und schießen ihn zurück. Ich wohne in einem Dorf in Niedersachsen. Wie das heißt, sag` ichnicht. Meine Mutter, mein Bruder und ich wohnen in einer kleinen Wohnungin einem großen Haus mit einer Wiese. Aber die gehört unseren Nachbarnunter uns und wir dürfen da nicht drauf. Sie sind sowieso schon ziemlichgestört von uns. Dass sie Kinder gern haben, glaube ich nicht, aber sie sagendas immer. Für uns gibt es Platz hinter einem Schuppen, da ist es auch gut.Wir spielen da, was wir wollen, außer wenn sie meckern. Gut ist auch, dassunsere Schule gleich gegenüber ist. Wenn Pause ist, stört das unsere Nachbarn auch. SaskiaJonathanNIEDER-SACHSENIch wohne mit meinen Eltern in einer kleinen, ruhigen Straße.Den Lärm von den Autos von der großen Straße dahinter hört mankaum, weil das durch eine Häuserreihe etwas abgegrenzt ist. Ichfinden es schön, dass gleich vor meinem Haus ein bisschen Grünfläche ist undein kleiner Spielplatz. Ich finde es praktisch, dass die Straßenbahn gleich um dieEcke ist. Ich spiele gerne auf dem Spielplatz vor dem Haus, aber sie könnten danoch ein paar mehr Geräte hinbauen. Da ist nämlich nur ein Sandkasten, dreiReckstangen, ein kleines Klettergerüst und ein Karussell. Bei uns gibt es viele Bäumeund Büsche. Von meinem Balkon kann ich Vögel beobachten. Im Winter hängen wirden Vögeln was zu fressen hin und sie haben eine Vogeltränke bekommen. EmilyHANNOVERFoto: velkolFinjaKIELIn meinem Haus wohnen viele Leute.Wenn man rauskommt, ist da einegefährliche Straße, weil die Autos immerso rasen. Deshalb darf unsereKatze auch nicht raus, höchstensmit mir. Ich passe auf sie auf.Liebe Orts- und Kreisverbände!Überall in Deutschland und auch in IhrerRegion haben Kinder was zu erzählen.Schicken Sie die kleinen Berichte anksa-redaktion@duesenberg-kontext.deUnser nächstes Thema: Allerbeste Freunde27


INFOS & TIPPS AUS DER DKSB-PRAXISDie machen SACHEN!Das Herz des Deutschen Kinderschutzbundes ist die praktische Arbeit vor Ort. Ohne die Initiativen undProjekte der Orts- und Kreisverbände, ohne ihre Ideen und ihr Engagement für Kinder und Familien wäreder Kinderschutzbund nicht das, was er heute ist — nämlich die Lobby für Kinder! Deshalb berichtet KSAin dieser Rubrik regelmäßig aus den Orts-, Kreis- und Landesverbänden. Unterstützen Sie die Redaktiondabei und schicken Sie Informationen über Ihre Initiativen vor Ort. Dann erfahren es auch andere!BILDUNG –gut vorbereitet❯❯ EINSCHULUNG: Zum 5. Geburtstag desFamilienbildungsprogramm „HIPPY“ des OVGermersheim, das Vier- bis Sechsjährige mitMigrationshintergrund in regelmäßigen Hausbesuchenspielerisch auf ihre Einschulung vorbereitet,erhielt der OV im bundesweiten Wettbewerb„Ideen für die Bildungsrepublik“ dieAuszeichnung „Herausragende Bildungsidee“. kinderschutzbund-germersheim.de❯❯ SCHÜLERCOACHING: Bereits 2009 hatder OV Starnberg für sein Projekt „Schülercoaching“,das HauptschülerInnen der 7. bis 9.Klassen ins Berufsleben begleitet, den BayerischenSozialpreis erhalten. Mittlerweile entwickelnhier 50 Ehrenamtliche mit den Jugendlichenrealistische Berufswünsche und helfenbei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.Kooperationen sowie ein neues Angebot fürBerufsschulen ergänzen das Projekt. kinderschutzbund-starnberg.de❯❯ SCHULRANZEN: Bei einem Konzert imMai übergab Peter Schilling, Sänger und Botschafterdes DKSB, 50 nagelneue Schulranzenfür bedürftige Kinder an den LV Mecklenburg-Vorpommern.Sie waren die Spendeeines Lederwarenfabrikanten und gehen anJungen und Mädchen etwa im DKSB Greifswald,Rostock, Schwerin und Stralsund. dksb-mv.de❯❯ ELTERN AUF PROBE: In Kooperation mitder Gemeinschaftsschule Lensahn und derJugendhilfe initiierte der KV Ostholstein dasProjekt „Eltern auf Probe“. Es soll Teenagerschwangerschaftenvorbeugen. Dabei versorgenJugendliche vier Tage und drei Nächte einenBaby-Simulator, der auf unangemessenenUmgang reagiert und alles aufzeichnet. ZumProjekt gehören auch ein Erfahrungsaustauschsowie Gespräche zur Zukunftsplanung. kinderschutzbund-oh.de❯❯ QUALITÄTSBÜNDEL: Der OV Kiel feierteim April die Eröffnung seines Neubaus „Alle(s)unter einem Dach – ein Haus für Kinder“. Nachfünfjähriger Bauzeit beherbergt es nun in zentralerLage das Kinderhaus BLAUER ELEFANT,das Kinderschutzzentrum Kiel, die Nummergegen Kummer und den LV Schleswig Holstein– eine Bündelung von Qualität undKompetenz! kinderschutz-zentrum-kiel.de❯❯ HAUSAUFGABEN: Seit mittlerweile siebenJahren finanziert der OV Lörrach, der imnächsten Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert,die Hausaufgabenbetreuung an einer LörracherGrundschule. Für die Nachmittagspausenspendierte er den Kindern nun auch zweiSulkys und einen Spielteppich. kinderschutzbund-loerrach.deKINDERRECHTE –im Blick❯❯ KINDERRECHTEKOFFER: Am InternationalenTag der Kinderrechte präsentierten dieLandesverbände Sachsen, Sachsen-Anhaltund Thüringen gemeinsam mit beteiligtenOV/KV den von Kindern prall gefüllten Kinderrechte-Kofferin Dresden. Er öffnete sich zumAbschluss der Kampagne „Kinderrechte kommenin Fahrt“ in der Kinderstraßenbahn „Lottchen“,mit der die Wünsche, Forderungen,Bilder, Geschichten und Ideen zu den Kinderrechtendann wortwörtlich in Fahrt kamen. dksbthueringen.de home.dksb-lsa.de kinderschutzbund-sachsen.de❯❯ KINDERSCHUTZ IM SPORT: Gemeinsammit dem Landessportverband Schleswig-Holsteinschloss der LV Schleswig Holstein in diesemFrühjahr sein Modellprojekt „Kinderschutzim Sport“ ab. Damit wurden Sportvereine zumThema „Sexueller Miss brauch von Kindernund Jugendlichen im Sport “ nach Abschlussvon fünf Qualifizierungen zertifiziert. DiesesZertifikat will der LV nun möglichst zu einemanerkannten Prüfsiegel ausbauen. kinderschutzbund-sh.de❯❯ KOOPERATION: Im Frühjahr vereinbartender LV Hessen und die Johanniter-Jugend eineKooperation zum Thema Kindeswohlgefährdung.Danach beraten und unterstützendie Fachkräfte des LV die Jugendvereinigungbeim Umgang mit Vernachlässigung undsexueller Gewalt gegen Kinder. kinderschutzbund-hessen.de28 KSA-3.2013


Foto: E. ElisseevaENGAGEMENT –ausgezeichnet!GESUNDHEIT –fit & stark❯❯ AUSSTELLUNG: Zum Weltkindertag startendie DKSB-Ortsverbände stets besondereAktionen. Der KV Cloppenburg hatte z.B. imletzten Jahr am Weltkindertag sein 20-jährigesBestehen mit einer beeindruckenden Ausstellungzur DKSB-Kampagne „Kleine Seele –Großer Schmerz“ gefeiert. Darin setzten Kinderund Jugendliche in 140 Bildern z.B. dieThemen Scheidung, Mobbing und Gewalt,aber auch Freude, Träume und Hoffnung um.Die Ausstellung fand sehr große Resonanz. kinderschutzbund-cloppenburg.deFORTBILDUNG –immer am Ball❯❯ FACHKONGRESS: Gemeinsam mit demOV Kiel hatten die BAG Kinderschutzzentreneinen Fachkongress zum Thema sexuelleÜbergriffe an Kindern durch Kinder und Jugendlicheveranstaltet. Mehr als 120 Fachleuteaus Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Sport,Polizei und Justiz ließen sich zu diesem sensiblenThema fortbilden. kinderschutz-zentrum-kiel.de❯❯ QUALITÄTSSICHERUNG: Der LV Schleswig-Holsteinhat auf seiner MitgliederversammlungMindeststandards für die Ausbildungvon Familienpaten beschlossen. Außerdemlegte er professionelle Rahmenbedingungenfür deren Einsatz fest, um Überlastungder Paten zu vermeiden. Diese Qualitätssicherungdient dem Wohl der Kinder. kinderschutzbund-sh.de❯❯ FACHTAG: Gemeinsam mit dem Institut 3Lhatte der OV Dresden zum Fachtag „Wovonreden wir im Kinderschutz?“ eingeladen. Vorträgenamhafter Referenten sowie Workshopssorgten für mehr Kompetenz und Wissen. kinderschutzbund-dresden.de❯❯ FACHTAGUNG: Die Jugendarmut warThema einer Fachtagung des LV Thüringenin Kooperation mit der FH Erfurt und derLandeszentrale für politische Bildung. Dabeiwurde über 150 Teilnehmenden deutlich gemacht,dass Jugendliche das höchste Verarmungsrisikoaller Altersgruppen haben. www.dksbthueringen.de❯❯ BUNDESVERDIENSTKREUZ: Als Gründungsmitglieddes OV/KV Amberg/Sulzbachund dessen Vorsitzende seit mehr als 25 Jahrenwurde Karin Meixner-Nentwig (Bild oben)mit dem Verdienstorden der BundesrepublikDeutschland ausgezeichnet. Im Rahmen einerglanzvollen Feierstunde würdigte OberbürgermeisterWolfgang Dandorfer ihre Verdienstefür die Kinder und Familien. kinderschutzbund-amberg.de❯❯ SILBERNES DKSB-EHRENZEICHEN:DKSB-Präsident Heinz Hilgers überreichte dasSilberne Ehrenzeichen des DKSB an JohannesSchmidt. Der Vorsitzende des LV Niedersachsen,der in diesem Jahr sein 20-jähriges Amtsjubiläumfeierte, wurde damit für seine großenVerdienste geehrt. kinderschutzbund-niedersachsen.de❯❯ KINDERFREUNDLICHKEITSPREIS: ImRahmen des Wettbewerbs „KinderfreundlicherKreis Wesel“ wurden dem OV Sonsbeck/Xanten Ehrenpreise für seine Arbeit überreicht,vor allem für die regionale Organisationdes Weltkindertages. kinderschutzbund-sonsbeck.de❯❯ VERDIENSTMEDAILLE: Für ihr Engagementerhielt Angelika Will (Bild oben), seit 15Jahren Vorsitzende des OV Erlangen, die Verdienstmedailledes Verdienstordens der BundesrepublikDeutschland. Die Kinderschützerinhat sich vor allem mit neuen Projekten wie„Sicher-stark-frei“ zur Gewaltprävention einenNamen gemacht. kinderschutzbund-erlangen.de❯❯ FRÜHSTÜCK: Der OV Heidelberg bietet50 bis 60 Schulkindern jeden Morgen ein kostenlosesgesundes Frühstück und sorgt auchdafür, dass sie mit gefüllter Brotdose in dieSchule gehen können. kinderschutzbund-heidelberg.de❯❯ KOCHKURS: „Mach mit, koch mit, issmit“ – unter diesem Motto bietet der KVSiegen-Wittgenstein erneut seinen erfolgreichenKochkurs für Kinder an. Dabei kaufen siegemeinsam mit einer Ernährungsberaterinein, schnippeln Gemüse, mahlen Mehl oderziehen Nudeln. Die Mahlzeiten werden zusammengekocht und verspeist. So lernen dieKinder aus Theorie und Praxis viel über gesundeErnährung – die Spaß macht und auchnoch schmeckt! kinderschutzbund-siegen.deLIEBE ORTS- UNDKREISVERBÄNDE,berichten Sie in KSA über Ihr schönstes Fest,das Sie 2013 gefeiert haben! Ihre Zuschriften(gern mit Fotos) sollen in der nächsten KSA-Ausgabe,die im November erscheint, veröffentlichtwerden. Inspirieren Sie andere Ortsverbändemit Ihren Ideen!Einsendungen bis zum 1. Oktober an:ksa-redaktion@ duesenberg-kontext.de29


AKTUELLES AUS DEM DKSB BUNDESVERBANDBestellungen:im Materialshopim Extranet oder unterbestellung@dksb.dein foAktualisierte BroschürenDer Kinderschutzbund hat zwei ganz wichtige Broschüren überarbeitet und nach Fertigstellungjetzt neu ins Angebot aufgenommen: „Kinder brauchen...“ und „Qualität für Kinder“.Broschüre „Kinder brauchen...“: Sie entstand auf Basis der alten Broschüre „Kinder brauchen Liebe, keineHiebe“, die inhaltlich und gestalterisch komplett überarbeitet wurde. Unter dem neuen Titel thematisiertsie aber nach wie vor die gewaltfreie Erziehung mit vielen Facetten.Broschüre „Qualität für Kinder. Empfehlungen für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege:Hiermit legt der DKSB die Qualitätsempfehlungen für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeneu vor. Sie stellen eine Orientierungshilfe für Fachkräfte und Interessierte innerhalb und außerhalb desDKSB dar und beschreiben Kriterien für die fachliche Ausgestaltung der Arbeit sowie dafür notwendigeRahmen bedingungen (u.a. Selbstverständnis des DKSB, Grundlagen der Arbeit, Zielgruppen und Leistungsangebote,Qualitätskriterien und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kindertageseinrichtung undKindertagespflege). jsBLAUER ELEFANT®16. KONFERENZZu ihrer jährlichen Konferenz kamen Vertreterinnenund Vertreter der 30 KinderhäuserBLAUER ELEFANT® des Deutschen Kinderschutzbundesam 4./5. März 2013 in Frankfurtzusammen. 35 Kinderschützerinnen und Kinderschützerder Häuser berieten während der zweitägigenKonferenz über die Weiterentwicklung desKonzeptes, die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und das Thema Partizipation und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen inihren Einrichtungen. Wie Partizipation langfristig gelingen kann, welche Voraussetzungen es in den Kinderhäusern braucht und wieProbleme im Partizipationsprozess gelöst werden können, waren zentrale Fragen. Das Kinderhaus BLAUER ELEFANT® des DKSB Frankfurtführte die TeilnehmerInnen als Gastgeber der diesjährigen Konferenz durch seine zahlreichen Angebote wie die Beratungsstelle fürKinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte, den sehr gefragten Eltern-Kind-Treff „Tupperia“ oder die Kursangebote Starke Eltern-StarkeKinder®. Besonderes Highlight der diesjährigen Zusammenkunft war die Theateraufführung der Gruppe „Stanza e.V.“ in der Orangerie.Dieses „Gewächshaus für Kinder und Jugendliche“ ist das Kultur- und Bildungszentrum des Kinderschutzbundes Frankfurt.Die nächste Konferenz der Kinderhäuser BLAUER ELEFANT® findet am 10. und 11. März 2014 in Kiel statt. Jana Liebert, Fachreferentin soziale Sicherung, DKSB BundesgeschäftsstelleDKSB JAHRESBERICHTAuch online!Der Jahresbericht des DKSB Bundesverbandesliegt seit Mai gedruckt vor und wurdeauf den Kinderschutztagen in München andie Delegierten verteilt. Selbstverständlich istder Jahresbericht aber auch online erhältlich, erkann unter www.dksb.de heruntergeladen werden.Viel Freude beim Lesen! MIT EINEM KLICK!Alle Informationen auf dieser Seite undnoch mehr Aktuelles aus dem DKSBBundesverband im Internet unterwww.dksb.deFür Smartphone-Nutzermit einem Klick überdiesen QR-Code!Beteiligung am neuen kinderpolitischen ProgrammAlle Kinderschützerinnen und Kinderschützer sind eingeladen, sich an der Diskussion über das neue kinder -politische Programm zu beteiligen (siehe Kolumne Heinz Hilgers S. 4). Der Entwurf des kinderpolitischen Programmswurde an alle Orts-, Kreis- und Landesverbände verschickt und liegt im Extranet zum Download. Bitte schicken Sie Ihre Ideen,Ergänzungen und Vorschläge bis zum 31. Oktober 2013 an die Bundesgeschäftsstelle: info@dksb.de unter dem Betreff:„Kinderpolitisches Programm DKSB“. Nach Diskussion und Abstimmung in der BV/LVK-Sitzung im November soll dasneue kinderpolitische Programm der Mitgliederversammlung 2014 als Antrag vorgelegt werden. js30 KSA-3.2013


IMPRESSUMREGINE-HILDEBRANDT-PREISDKSB ausgezeichnet!Der Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes wurde in diesemMai mit dem Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarität ausgezeichnet.Voller Freude nahm DKSB-Präsident Heinz Hilgers die Auszeichnung beieinem Festakt im Bielefelder Rathaus entgegen.Die Jury begründete ihre Entscheidung u.a. damit, dass der Deutsche Kinderschutzbundseit 60 Jahren unersetzliche Arbeit zum Wohle von Kindern leiste und Kindern nicht nureine starke Stimme verliehen habe, sondern ihnen und ihren Familien auch überzeugendepraktische Hilfe und nachhaltig wirksame Unterstützung anbiete. Ebenfalls ausgezeichnetwurde die ehemalige Bundesfamilienministerin und unabhängige Beauftragte„Sexueller Kindesmissbrauch“, Dr. Christine Bergmann. Die Auszeichnungen sind mitjeweils 10.000 Euro dotiert. jsKNAPPSCHAFT & DKSBGemeinsame ProjekteGEHEN WEITERDer DKSB und die Knappschaft kooperieren seit Jahrenin gemeinsamen Projekten. Begonnen hat die Zusammenarbeitmit der Hackedicht – Schultour der Knappschaft,erweitert wurde sie letztes Jahr durch dieMedienkompetenzkurse Firewall Live. Beide Projektewerden auch in 2013 gemeinsam fortgesetzt.Die Hackedicht – Schultour der Knappschaft geht nach bundesweit43 erfolgreichen Schulbesuchen in den Jahren 2010 bis 2012auch 2013 weiter auf Tour. Bundesweit werden neun weiterführendeSchulen mit dem gemeinsamen Alkoholpräventionsprojekt vonKinderschutzbund und Knappschaft besucht. Weitere Informationenwie z.B. das Bewerbungsformular oder die Termine in denSchulen finden Sie unter www.hackedicht-tour.de.Die Medienkompetenzkurse Firewall Live sind 2012 mit einer Pilotphase mit fünf Schul -besuchen in Nordrhein-Westfalen erfolgreich gestartet. In diesem Jahr werden nun bundesweitSchülerinnen und Schüler an zehn Schulen dazu befähigt, sich in sozialen Netzwerkenkompetent und sicher zu bewegen. Die Jugendlichen lernen, Risiken in sozialenNetzwerken einzuschätzen, um auf sie angemessen reagieren zu können. jsFoto: C. MöllerWeitere Informationen im Internet unter www.hackedicht-tour.dein found www.firewall-live.comHerausgeber und Verlag:Deutscher Kinderschutzbund, Bundesverband e.V.Schöneberger Straße 15, 10963 BerlinTelefon (030) 214 809 - 0, Fax (030) 214 809 - 99E-Mail: info@dksb.de, Internet: www.kinderschutzbund.deRedaktion: Paula Honkanen-Schoberth, Korinna Bächer,Johanna Suwelack, Stefan Schwarck, Dr. Martin Stahlmann,Swaantje Düsenberg (verantwortlich i.S.d. Presserechts),Walter Wilken (korrespondierendes Mitglied)KSA-Beirat: Berenike Strehlow (LV Baden-Württemberg),Dorothee de la Motte (LV Hessen), Alex Jakob (LV Berlin),Gesa Gaedeke (LV Schleswig-Holstein), Prof. Dr. Jörg-A. Weber(LV Sachsen), Rosemarie Runge (LV Bayern), Dieter Greese(LV Nordrhein-Westfalen), Andrea Wegner (LV Sachsen-Anhalt)Gestaltung und Produktion:schwanke-raasch visuelle kommunikationTitel: Fabian Schwanke (Foto: Partyssia)Redaktionsanschrift: Redaktionsbüro Düsenberg,Redaktion KSA, Hainhölzer Str. 13, 30159 HannoverTelefon (0511) 64 61 63 3E-Mail: ksa-redaktion@duesenberg-kontext.deDruck: Westermann Druck, BraunschweigAnzeigen und Vertrieb:Deutscher Kinderschutzbund, Bundesverband e.V.Schöneberger Straße 15, 10963 BerlinAbonnentenbetreuung: Marina Behrens (behrens@dksb.de)Erscheinungsweise: vierteljährlich(Februar, Mai, August, November)Alle Rechte vorbehalten © Deutscher Kinderschutzbund,Bundesverband e.V.Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedemFall die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandteManuskripte, Fotos und Materialien übernimmt dieRedaktion keine Haftung; im Falle ihres Abdruckes kann dieRedaktion Kürzungen ohne Absprache vomehmen.Bankverbindung des Deutschen Kinderschutzbundes:SEB AG, Hannover, (BLZ 250 10111)Kto.-Nr. 1 026 500 900ISSN 0942-6485die lobby für kinderKinderschutz aktuell wendet sich sowohl an die Mitgliederdes Deutschen Kinderschutzbundes als auchan die interessierte Öffentlichkeit. Kinderschutz aktuell wirdvom Vorstand des DKSB herausgegeben und empfängt Anregungenvom KSA-Beirat, von allen Gremien und Mitgliederndes DKSB sowie von Lesern außerhalb des Verbandes.Ziel ist es, die lebendige Diskussion um Fragen des Kinderschutzesanzuregen, widerzuspiegeln und fortzuführen. DieRedaktion arbeitet selbständig. Sie berücksichtigt in ihrerinhalt lichen Konzeption die Beschlusslage des DKSB.Der VorstandDie folgenden Vertriebsstellen versenden dieseZeitschrift als Streifbandzeitung mit einer Beilage:Ortsverband Aachen e.V.Ortsverband Essen e.V.Ortsverband Freiburg e.V.Ortsverband Gießen e.V.Ortsverband Gladbeck e.V.Landesverband Hamburg e.V.Ortsverband Holzminden e.V.Ortsverband Ludwigshafen e.V.Ortsverband Mainz e.V.Ortsverband Moers e.V.Ortsverband Neuss e.V.Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.Kreisverband Böblingen e.V.31


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