Journal - Prof. Dr. Bernd Heinrich - HU Berlin

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Journal - Prof. Dr. Bernd Heinrich - HU Berlin

INHALTSVERZEICHNISI. Vorwort Prof. Heinrich …3II. Danksagung Stiftung …4III. Seminar Tagebuch1. Tag- MO: …52. Tag – DI: …6REFERATSTHEMA: Grundlagen der rechtlichen Würdigung von OrganisierterKriminalität in Deutschland und der UkraineREFERENTEN: Sophie Schürmann / Katherina Dovhal3. Tag – MI: ...7REFERATSTHEMA: Verflechtungen von Organisierter Kriminalität und Wirtschaft –die wirtschaftsstrafrechtlichen AspekteREFERENTEN: Claudia Wittl / Nikita Larionov4. Tag –DO: …85. Tag –FR: …9REFERATSTHEMA: KorruptionsstrafrechtREFERENTEN: Patrick Liptak / Anastasia Netschaeva6. Tag –SA: 10-11REFERATSTHEMA 1: TerrorismusstrafrechtREFERENTEN: Johann Dittmann / Olexander NioradseREFERATSTHEMA 2: UmweltstrafrechtREFERENTEN: Nora Röhrken / Anastasia Djomina7. Tag –SO ..128. Tag –MO: ..13REFERATSTHEMA: Der Mensch als Ware – die strafrechtliche Verfolgung vonMenschenhandel & Prostitution in Deutschland und der UkraineREFERENTEN: Janina Barkholdt / Violetta Kostjak9. Tag –DI: ..14REFERATSTHEMA 1: BetäubungsmittelkriminalitätREFERENTEN: Nam Du Chi / Evhenia OlhovikREFERATSTHEMA 2: SchutzgelderpressungREFERENTEN: Katharina Voßkuhl / Irina Romantschuk2


10. Tag –MI 15 ..1611. Tag –DO: ..17REFERATSTHEMA: Ermittlungsmethoden im Umfeld der Organisierter KriminalitätREFERENTEN: Marc Fassbender / Alina Pysarjuk12. Tag –FR: ..18REFERATSTHEMA: Besonderheiten der Verurteilung der Mitglieder derOrganisierter KriminalitätREFERENTEN: Silke Güse / Roman Dudnyk13. Tag –SA ..1914. Tag –SO ..20IV. Danksagung Organisatoren und Tutoren ..21V. Teilnehmerliste ..22VI. Schlusswort ..233


I. VORWORT PROF: HEINRICH4


II. DANKSAGUNG STIFTUNGWIR DANKEN DERDR. MEYER-STRUCKMANN STIFTUNGFÜR IHRE FÖRDERUNG5


III. SEMINAR TAGEBUCHTAG 1, Montag, 12.08.2013FLUG BERLIN – KIEWErster Tag- Die Reise beginnt.Zunächst trafen sich die deutschen Teilnehmer am Flughafen Tegel. Die Gruppe war buntzusammengewürfelt aus Teilnehmern und Organisatoren verschiedener Semester und natürlich denTutoren. Bislang kannte man sich daher kaum, dies sollte sich aber im Laufe des Seminars schnelländern, nicht zuletzt dank der intensiven Zusammenarbeit und ausgedehnter Exkursionen. Nachanderthalb Stunden Flug landeten wir in Kiew. Vom Flughafen aus ging es zunächst einmal unserHostel. Nach einer kurzen Einweisung in die Handhabung des Fahrstuhls waren die Unterkünfteschnell bezogen und wir konnten einen Moment durchatmen, bevor uns der Bus ins Zentrum zumimposanten Hauptgebäude der Taras Schewschenko Universität brachte. Im gegenüber derUniversität gelegenen Park befand sich das Ziel für diesen Abend: ein nettes ukrainisches Restaurant,in dem wir auch unsere Austauschpartner das erste Mal treffen sollten. Die Studenten der beidenLänder begrüßten sich herzlich und das Essen, sowie die gereichten Getränke waren sehr angenehmund wohlschmeckend. Auch ein Stromausfall während des Essens konnte die Stimmung nicht trüben.Im Anschluss machten wir noch einenkleinen Spaziergang durch dieInnenstadt gefolgt von der Heimkehrins Hostel. Das Gefühl angekommenzu sein hatte sich nahezu unmerklicheingestellt.6


TAG 2, Dienstag, 13.08.2013REFERATSTHEMA: Grundlagen der rechtlichen Würdigung von Organisierter Kriminalität inDeutschland und der UkraineREFERENTEN: Sophie Schürmann / Katherina DovhalDer zweite Tag unserer Reise begann mit einem kurzen, aberexemplarischen Frühstück im Hostel gegen 8:30 Uhr. Danach trafenwir uns im Seminarraum, um den ersten Vortrag zu hören über die„Grundlagen der rechtlichen Würdigung von OrganisierterKriminalität in Deutschland und der Ukraine“, in dem auch einbesonderes Augenmerk auf die aktuellen Probleme des NSUProzesses gelegt wurde. Anschließend folgte eine Diskussion undeine erste Zusammenarbeit mit unseren ukrainischenAustauschpartnern. Für den Nachmittag stand Sightseeing auf demProgramm. Wir starteten mit einer Führung durch das Gebäude derKiewer Taras Schewschenko Universität, das überraschenderweise einer roten Version der BerlinerHumboldt-Universität ähnelte. Hierauf folgte ein Besuch des Pinchuk Art Centers, in dem nebennamenhaften Künstlern wie Damien Hirst oder Andreas Gursky auch moderne chinesische Kunstgezeigt wurde. So konnten wir unter anderem auch überraschend eine Installation des KünstlersAi Weiwei finden. In der obersten Etage erwartete uns sodann noch ein Panorama Art Café von demman aus einen weitläufigen Blick über Kiew hatte. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch dieInnenstadt, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten, und einer kurzen Fahrt mit der berühmtenKiewer Standseilbahn, kehrten wir am frühen Abend schließlich in ein nettes Restaurant ein, das unsmit seinem reichhaltigen Büffet mit vielen ukrainischen Leckereien versorgte. So gab es unteranderem Borschtsch, eine traditionelle Suppe mit roter Beete und Kiewer Brot. Frisch gestärkt hattenhatten wir noch lange nicht genug von Kiew, also marschierten am späteren Abend noch zum Bogender Völkerfreundschaft. Am Hang gelegen, hatten wir von dort einen wunderbaren Blick über dieStadt und die hinter dem Dnepr liegenden, beleuchteten Wohnsiedlungen. Dies war der Abschlussdes zweiten Tages unserer Reise.Und es sollten noch weitereschöne Tage folgen…7


TAG 3, Mittwoch, 14.08.2013REFERATSTHEMA: Verflechtungen von Organisierter Kriminalität und Wirtschaft – diewirtschaftsstrafrechtlichen AspekteREFERENTEN: Claudia Wittl / Nikita LarionovDen Einstieg in den dritten Tag machte ein sehr anschaulicher Vortrag zum ThemaWirtschaftskriminalität, der im Anschluss eine intensive Diskussion der Seminarteilnehmer forcierte.Ausgestattet mit dem Wissen des Vortages wurde nun schnell deutlich, was uns noch an vielenweiteren Tagen begegnen sollte: Ein erfolgreicher Rechtsvergleich erfordert vonallen Teilnehmern sowohl Neugierde, als auch Verständnis für kulturelleUnterschiede.Ein Teil der deutschen Teilnehmer bekam zudem an diesem Morgen dieGelegenheit, einer Gerichtsverhandlung beizuwohnen.Am Nachmittag setzten wir dann unsere Stadtführung fort. Bergauf und bergabmarschierten wir vom Platz der Unabhängigkeit zur St.-Andreas-Kirche, von woaus wir einen fantastischen Blick über die Stadt hatten. Bei einemanschließenden Spaziergang über den Andreassteig und durch das dortansässige Künstlerviertel, fanden wir ein wenig Zeit für nette Gespräche undden Einkauf von Andenken, Postkarten und ukrainischer Trachten auf demörtlichen Kunst- und Antiquitätenmarkt.Es folgte eine ausgiebige Stärkung in unserem ukrainischen Lieblingsrestaurant und dann ging esauch schon weiter zum Fußballstadion, denn es bot sich die tolle Gelegenheit, ein Freundschaftsspielzwischen der Ukraine und Israel sehen zu können. Überrascht von einem Wolkenbruch machten wiruns schließlich nach einem langen ereignisreichen Tag auf den Heimweg.8


TAG 4, Donnerstag, 15.08.2013Früh am Donnerstag Morgen stiegen wir abermals in den Bus und führen zur KiewerStaatsanwaltschaft im Bezirk Obolon. Der Bezirksstaatsanwalt nahm sich Zeit für die Beantwortungunserer Fragen und erklärte anhand einiger Beispiele, wie sich die Strafprozessordnung der Ukraineauf die täglich Verwaltungsarbeit in seiner Behörde auswirkt. Abschließend wurden wir von ihmpersönlich durch das Haus geführt und hatten die Möglichkeit einige Staatsanwälte in ihren Büros zubesuchen.Der Nachmittag führte uns ins Regierungsviertel von Kiew.Zunächst besuchten wir gemeinsam das Parlament der Ukraine.Auf unserem Weg dorthin durchquerten wir den Mariinsky Park.Das Werchowna Rada, das Parlament, hat seinen Sitz seit 1939 imgleichnamigen Gebäude in Kiew. Zur Führung durch dasParlamentsgebäude erwartete uns dort, wie zuvor voneinigen vermutet, eine Dame, die bereits in den Jahrenzuvor die Führungen begleitete hatte. Sie informierte unsüber die parlamentarischen Abläufe und die die Geschichtedes Hauses. So zeigte sie uns unter anderem das bekanntesGemälde "Derzhavotvorennya" von Alexey Kulakov,während Dimitri für uns übersetzte.Das Parlament grenzt an die Grushevskogo Straße; auf der anderen Seite dieser Straße gelegen,passierten wir auf unserem weiteren Weg den beeindruckenden Sitz des Ministerpräsidenten unddes Kabinetts und den noch monumentaleren erscheinenden Palast des ukrainischen PräsidentenSchließlich legten wir einen Stop am "Haus mit den Chimären",oder auch "Gorodetsky Haus" genannt, ein, dessen Jugendstil-Fassade ist mit zahlreichen aufwändigen Tieren verziert ist. EinStil der stark an Gaudi erinnert. Um "das Haus mit denChimären" ranken sich Legenden und Geschichten aller Art. DerArchitekt, Vladislav Gorodetsky, lies es 1901-1902 alsWohnhaus für sich und seine Familie errichten.Gestärkt mit einem schmackhaftenSushi, schloss die Mehrzahl der Teilnehmer diesen Tag gemeinsam in einemnetten regionaltypischen Lokal ab, probierte diverse ukrainischeSpezialitäten und übten sich im gemeinsamen Gesang.9


TAG 5, Freitag, 16.08.2013REFERATSTHEMA: KorruptionsstrafrechtREFERENTEN: Patrick Liptak / Anastasia NetschaevaAm Freitagmorgen folgte ausnahmsweise auf das ukrainische Frühstück kein Vortrag mitanschließender Diskussion, sondern eine Aufteilung der Gruppe, um jenen Teilnehmern, die bis datonoch nicht die Gelegenheit erhalten hatten, eine Gerichtsverhandlung in Kiew zu besuchen, ebensodiese Chance zu ermöglichen. Diese Gruppe fuhr somit unmittelbar nach dem Frühstück zum Gericht.Die Teilnehmer, die bereits zuvor eine Gerichtsverhandlung besucht hatten, widmeten sich in derZeit den letzten Arbeiten an ihren Vorträgen oder gestaltetengemeinsam mit ihren Partnern individuell die Besichtigung derMetropole Kiew.Dabei kam es vereinzelt zu einem schweißtreibendenBesichtigungsmarathon, der den ein oder anderen in eines deralten Kaffeehäuser von Kiew führte. Dort genossen die Ausflüglereine exquisite Zusammenstellung hausgemachter Pralinen undKaffees.Währenddessen hatten die erwartungsvollen Gerichtsbesucherleider feststellen müssen, dass die Verhandlung, angesichts deshohen Streitwerts und detaillierten gerichtlichen Untersuchung derBuchführung der Streitpartei, nicht für die Öffentlichkeit zugänglichwar. Die Enttäuschung darüber wurde jedoch durch einen Besuch imangrenzenden Landschaftspark ein wenig gelindert.Nach dem Genuss des ukrainischen Mittagessens in unsererUnterkunft, durften wir dem anregenden Vortrag über Ausmaß undFaktoren von Korruption in Deutschland und der Ukraine zuhörenund wurden von den beiden Referenten während ihres Vortrages mitSchokolade verdeckt auf unsere Korrumpierbarkeit getestet. Der Vortrag schloss mit einerausgedehnten und leidenschaftlichen Diskussion, die nicht zuletzt von diesem subtilenKorruptionsversuch angeheizt wurde.Nach diesem somit auch pädagogisch sehr wertvollen Vortrag fuhren wirmit dem Bus zu einer der bedeutendsten Gedenkstätten Kiews - demNationalmuseum der Geschichte des Zweiten Weltkrieges von 1941-1945. Der auf einem im Zweiten Weltkrieg besonders umkämpften Hügelliegende Memorialkomplex war uns bereits an den Tagen zuvoraufgefallen, da er von der 102m hohen Frauenstatue „Rodina – Mat“,„Mutter Heimat“ flankiert wird. Diese symbolisiert den Sieg über diefaschistische Armee im Zweiten Weltkrieg. Das Musem gilt dabei als einesder größten und bedeutensten Museen des Landes und stellt auf demMuseumsgelände original erhaltene Helikopter, Geschütze und weitereKriegsgeräte aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Ersten Afghanistankrieg, die teilweise auchbestiegen werden konnten.10


Wir nahmen an einer militärhistorisch tiefgehenden undausgewogenen Führung durch das Museum teil, wobei vieleTeilnehmer sich jedoch auch Erläuterungen zu den in der Ausstellungauch thematisierten gesellschaftlichen Auswirkungen des ZweitenWeltkrieges in der Ukraine, insbesondere die Verfolgung der Juden,Sinti und Roma, gewünscht hätten.Nach der Führung verbrachten wirnoch einige Zeit mit der Betrachtungder beeindruckenden Sammlung vonExponaten der Ausstellung.Abends kehrten wir in einerPizzeria am Fuße desMemorialkomplexhügels ein. Alsnach zwei Stunden Wartezeit dieBestellungen erfolgreichzugeordnet und verspeist wordenwaren, brach bereits die KiewerNacht herein und führte uns ohnegrößere Abstecher zurück in dieUnterkunft und in die Betten.11


TAG 6, Samstag, 17.08.2013REFERATSTHEMA 1: TerrorismusstrafrechtREFERENTEN: Johann Dittmann / Olexander NioradseREFERATSTHEMA 2: UmweltstrafrechtREFERENTEN: Nora Röhrken / Anastasia DjominaIn den Samstag starteten wir mit zwei Vorträgen, die zugleich auch den Abschluss der ersten Wochebilden sollten. Die Themen, mit denen wir uns an diesem Tag befassten, waren Terrorismus undUmweltkriminalität. Während sich die anschließende Diskussion beim Thema Terrorismus eher mitder gemeinschaftlichen Definition des eigentlichen Tatbestandes befasste, so wurde schnell deutlich,dass eine einvernehmlich Verortung von Relevanz und Nutzen des Umweltstrafrechts nicht aufAnhieb gelingen wollte. Doch bildete gerade diese Erkenntnis über Gemeinsamkeiten undUnterschiede beider Länder in der Ausgestaltung ihrer Normen eine ideale Grundlage für dieTeilnehmer, eigene Verbesserungsvorschläge für die Zukunft zu entwickelnundeinen perfekten Ausklang für eine erste arbeitsreiche Woche.Am Nachmittag besuchten wir an diesem Tag das bekannte Höhlenkloster, dessen Besichtigungleider durch ein sehr hohes Besucheraufkommen erschwert wurde. Das weitläufige Geländeüberraschte dennoch mit weiteren interessanten Gebäuden und Plätzen, die den Ausflug schließlichzu einer gelungenen Sache werden ließen.Während ein Teil der Gruppe sich anschließend eine kleine Pause gönnte und Erholung von denhochsommerlichen Temperaturen zu finden suchte, verbrachte ein weiterer Teil die Zeit am Platz derUnabhängigkeit, als Zuschauer einer internationalen Tanzsportveranstaltung.Zum späten Abend kamen alle Teilnehmer wieder zusammen um gemeinsam den Abschluss derersten Seminarwoche zu feiern. Dank der ukrainischen Organisation, wurde dieser Abend ein vollerErfolg, der mit seinen freudigen und lebhaften Momenten allen Teilnehmern bestimmt noch lange imGedächtnis bleiben wird.12


TAG 7, Sonntag, 18.08.2013Siebter Tag- Wir fliegen nach Berlin.Am Sonntag traten wir früh morgens unseren Rückflug nach Berlin an. Für die Ukrainer wurde es andiesem Tag hingegen erst richtig spannend.Gegen Mittag landeten wir in Berlin am Tegeler Flughafen. Während die ukrainischen Studenten ihrHostel bezogen und die Zeit für erste Erkundungen der Umgebung nutzten, hatten die deutschenTeilnehmer die Möglichkeit, sich ein paar Stunden von den Strapazen des Fluges und desreichhaltigen Programms in Kiew zu erholen. Am frühen Abend fand sich die Gruppe erneutzusammen und besichtigte in aller Ruhe die East Side Gallery. Erinnerungsfotos wurden geschossenund anschließend spazierten wir gemeinsam über die Oberbaumbrücke ins bunte Kreuzberg zumRestaurant "Mirchi". Dort ließen wir bei leckeren südostasiatischen Spezialitäten und anregendenGesprächen den Abend ausklingen.13


TAG 8, Montag, 19.08.2013REFERATSTHEMA: Der Mensch als Ware – die strafrechtliche Verfolgung von Menschenhandel &Prostitution in Deutschland und der UkraineREFERENTEN: Janina Barkholdt / Violetta KostjakDer Montag begann direkt mit einem Highlight, denn denAuftakt zu einer ereignisreichen Woche bildete einBesuch des Amtsgerichts Tiergarten. So trafen wir unsfrüh am Morgen vor dem Gerichtsgebäude in Moabit.Eine dort tätige Staatsanwältin führte uns zunächstdurch die Räume des Amtsgerichts und hielt schließlicheinen Vortrag über den Beruf des Staatsanwaltes inDeutschland. Im Anschluss an eine darauf folgendeFragerunde, bekamen wir die Möglichkeit, mehrerenGerichtsverhandlungen im Zuschauerraumbeizuwohnen. Nachdem das letzte Urteil gesprochenwar, entwickelte sich ein reger Austausch über denVerlauf der Sitzungen. Fragen zum Strafprozess kamenauf, die geklärt werden wollten. Schließlich ging es für alle mit der S-Bahn zur Universität,wo bereits die Mensa auf uns wartete.Gut gesättigt begann für alle der Nachmittag mit einem Vortrag zur ‚strafrechtlichenVerfolgung von Menschenhandel und Prostitution in Deutschland und der Ukraine‘. Dabeiwurde insbesondere die Legalisierung bzw. Legalität von Prostitution intensiv und lebhaftdiskutiert.Im Anschluss an den Vortrag machtenwir uns erneut auf den Weg und nutztendiesmal die Buslinie 200 für eineStadtrundfahrt , die uns schließlich zumKu’damm führte. Besonders dieukrainischen Teilnehmer ließen dieseMöglichkeit nicht verstreichen und nutzendie Zeit zur Erkundung der Geschäfte.Zum Abend fuhren wir dann allegemeinsam zum Prenzlauer Berg undließen den Tag dort in einer kleinenPizzeria noch einmal Revue passierenund ausklingen.14


TAG 9, Dienstag, 20.08.2013REFERATSTHEMA 1: BetäubungsmittelkriminalitätREFERENTEN: Nam Du Chi / Evhenia OlhovikREFERATSTHEMA 2: SchutzgelderpressungREFERENTEN: Katharina Voßkuhl / Irina RomantschukIn den Dienstag der Berlin-Woche starteten wir mit zwei Vorträgen. Als erstes wurde die Problematikder Betäubungsmittelkriminalität in Deutschland und der Ukraine vorgestellt und danach folgte diePräsentation der Schutzgeldproblematik in beiden Ländern. Natürlich folgten beiden Präsentationenabermals lebhaften Debatten. Besonders das Thema Betäubungsmittel wurde kontrovers diskutiertund trieb den ein oder anderen durchaus an den Rand der Erschöpfung - natürlich nur im positivenSinne.Nach den Vorträgen blieb für alle ein wenig Zeit die Stadt auf eigeneFaust zu erkunden. Während manch einer die Zeit zum Shoppen nutzte,erkundeten andere Teilnehmer die Sehenswürdigkeiten dernahegelegenen Umgebung. Am Nachmittag fanden wir uns wieder ein,um die Ausstellung „Topographie des Terrors“ zu besuchen. DieAusstellung zu eben diesen Gebäuden gewährte uns einen Einblick indas dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und hinterließ besondersbei unseren ukrainischen Teilnehmer einen bleibenden Eindruck.Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zum Panoramapunkt aufdem Potsdamer Platz. Dieser bot mit vollen 360° einen einzigartigenBlick auf die Skyline Berlins. Nach unzähligen Fotos bei perfektemWetter schlenderten wir noch in den Arkaden und ließen den Tag beieinem gemeinsamen Abendessen ausklingen.15


TAG 10, Mittwoch, 21.08.2013Am Mittwoch wurde die allgemeine Erschöpfung spürbar: Einige Teilnehmer mussten leider mit einerErkältung das Bett hüten. Der Rest der Gruppe stürzte sich dennoch hochmotiviert in dieVorbereitungen für den am Samstag stattfindenden Moot-Court. Jeweils zwei Pro- und ContraGruppen arbeiteten sich in die Streitfragen um das Thema der aktiven direkten Sterbehilfe ein.Kulturelle Gräben, die sich in juristischen Differenzen niederschlagen, wurden schnell sichtbar: DieMehrzahl der ukrainischen Teilnehmer befürwortete eine umfassende Strafbarkeit der Sterbehilfe injeder Form, während die deutschen Studierenden der Sterbehilfe weitaus liberalergegenüberstanden. Diese Differenzen mussten im Interesse der Moot-Courts schnell überwundenwerden. Am Samstag sollte schließlich jeder nur die Meinung vertreten, die ihm zugeteilt wurde.Nachdem persönliche Standpunkte ausdiskutiert waren, fiel es allen Beteiligten deutlich leichter, dieAufgabe lösungsorientiert zu bearbeiten. Diese Voraussetzung förderte die sehr produktiveZusammenarbeit an diesem Vormittag beträchtlich.Mensagestärkt, startete die ukrainische Gruppe am Nachmittag in eineStadtführung. Vom Brandenburger Tor ging es durch den Tiergarten zumBundestag. Auch weitere Sehenswürdigkeiten standen auf dem Plan und wurdenvon den begeisterten Gästen mit vielen Fotos festgehalten. für den restlichenNachmittag war etwas freie Zeit vorgesehen, um den Teilnehmer die Möglichkeitzur individuellen Erkundung der Stadt zu geben.Abends traf man sich in geselliger Runde und ließ den Tag Revue passieren.16


TAG 11, Donnerstag, 22.08.2013REFERATSTHEMA: Ermittlungsmethoden im Umfeld der Organisierter KriminalitätREFERENTEN: Marc Fassbender / Alina PysarjukAuch der Donnerstag begann mit einer morgendlichen Seminareinheit. Diesmal hörten wir einenVortrag zum Thema Ermittlungsmethoden und Zeugenschutz. In Hinblick auf die Problemstellungen,die sich bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität ergeben, ähnelten sich die geregeltenAspekte in beiden Staaten. Unterschiede zeigten sich dennoch hinsichtlich der konkreten rechtlichenAusgestaltung dieser Regelungen, insbesondere im Bereich der verdeckten Ermittler. Zunächstempfanden die Diskutanten die Ermittlungsbefugnisse, die verdeckten Ermittlern in der Ukrainezukommen, als zu weitgehend. Dieser vermeintliche Gegensatz löste sich später zunehmend auf. AmEnde der Diskussion konnte einstimmig die Herausforderung definiert werden, die den Staaten beider Regelung der Ermittlungsbefugnisse zukommt: Der Staat muss einerseits wehrhaft sein und derorganisierten Kriminalität mit umfassenden und wirksamen Bekämpfungsmaßnahmenentgegentreten. Dabei muss der demokratische Staat jedoch besonders sensibel agieren, damit er -während er dies tut- nicht selbst zum Verursacher kriminellen Unrechts wird und dabei seine eigenenPrinzipien verrät.Am Nachmittag besuchten wir die BerlinerUnterwelten am Bahnhof Gesundbrunnen.Hier hielten wir Einblicke in ehemaligeBunkeranlagen aus der Zeit des zweitenWeltkriegs und erfuhren einigesInteressantes über die BerlinerStadtgeschichte.Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem es auch Gelegenheit gab,Herrn Prof. Dr. Heinrich, den Schirmherrn des Seminars, persönlich kennen zu lernen.17


TAG 12, Freitag, 23.08.2013REFERATSTHEMA: Besonderheiten der Verurteilung der Mitglieder der Organisierter KriminalitätREFERENTEN: Silke Güse / Roman DudnykDer Freitag bildete den Abschluss unserer Vortragsreihe. Aus dem Referat über konkretestrafprozessuale Herausforderungen, die sich bei der Verurteilung im Bereich der organisiertenKriminalität ergeben, entwickelte sich schnell eine leidenschaftliche Debatte über die Transparenzvon Verfahrensprozessen. Besonders der Fall der Julia Timoschenko, der uns für dieProzessöffentlichkeit als Beispiel diente, sorgte abschließend noch einmal für viel Gesprächsstoff undeinen regen Meinungsaustausch aller Seminarteilnehmer.Erquickt durch die rege Diskussion, und ausgestattet mit einemLunchpaket, machten wir uns sodann auf zum Bahnhof Friedrichstraßeum von dort mit der S-Bahn nach Oranienburg zu fahren. EineBesichtigung der Gedenkstätte Sachsenhausen war ein Wunsch allerSeminarteilnehmer und konnte erfreulicherweiseschnell organisiert werden.Das Gelände der Gedenkstätte war weitläufig undtrotz eines großzügig bemessenen Zeitrahmens,wäre der ein oder andere gerne noch längergeblieben um sich noch umfassender zuinformieren. Beeindruckt von den Spuren derGeschichte führen wir, ein weniggedankenversunken, zurück nach Berlin.Dort stand jedem etwas freie Zeit amNachmittag zur Verfügung, die vonvielen zur Vorbereitung des geplanten Grillabends genutzt wurde.Am Abend trafen sich alle wieder- dieses Mal im Innenhof des Hostels in Friedrichshain. Der Grillqualmte, die Würstchen schmeckten und auch an die Vegetarier war gedacht worden. Der Zeit schrittschnell voran und bald wurde es Zeit für den Aufbrauch, denn am nächsten Morgen sollte der langevorbereitete Moot-Court stattfinden.18


TAG 13, Samstag, 24.08.2013Sehr früh am Samstagmorgen trafen wir uns, nicht wie vielleichtvermutet in der Universität, sondern zunächst einmal vor derBesucherregistrierung des Deutschen Bundestages. Es war jenesWochenende im August, an dem die Regierung alljährlich ihre Türen fürBesucher öffnet. Während viele der ukrainischen Studenten die Gunstder frühen Stunde nutzten und dem Bundeskanzleramt einenBesuch abstatteten, hielten die deutschen Teilnehmer dieStellung an der Besucherregistrierung, um für unsere Gruppe einZeitfenster für den Besuch des Reichstagsgebäudes am späterenAbend zu sichern. Mit ein wenig Geduld und einem strahlendenLächeln war dies dann auch rasch erledigt und wir konnten mitdem Moot-Court beginnen.Aufgeteilt in zwei Diskussionsgruppen, verteilten wir uns über die freien Räumlichkeiten der Fakultätund trugen mit Leidenschaft unsere Argumente vor. Die Debatten, zuweilen extrem sachlich, dannwieder ausschweifend und amüsant, jedoch immer dicht dran am wahren Leben und juristischfundiert geführt, sorgten für Erheiterung und waren schlussendlich ein voller Erfolg.Der Samstagnachmittag, mit etwas Freizeit zur Besichtigung der Ministerien, wurde von auchgenutzt, um kleine Abschiedspräsente für die ukrainischen Teilnehmer anzufertigen. Genauer gesagtbackten wir viele, viele Fernsehturm-Kekse, die dann mit viel Liebe zum Detail von Hand mit rotenund weißen Zuckerguss-Streifen verziert wurden. So verging der restliche Nachmittag wie im Flugeund schon bald trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen, bevor es schließlich hieß:Bundestag wir kommen!Der Abend endete mit ersten, zuweilenemotionalen Abschiedsszenen, wo denen es amnächsten Tag noch mehrere geben sollte.19


TAG 14, Sonntag, 25.08.2013Sonntag – Tag der Abreise.Kurz und bündig: Es wurde gelacht, es wurde geweint, Kekse wurden verteilt, Fotos geschossen unddann kam auch schon der letzte Aufruf für den Flug nach Kiew…20


DANKSAGUNGWir möchten uns bedanken: Bei unseren Organisatorinnen, für all Eure Mühen, die schönenUnternehmungen und die stressfreien Reisen.Saskia OstendorffKatharina SchröterPolina BoykoTatyana IluyshinaUnd natürlich auch bei unserem Tutoren-Team:Vielen Danke für die tolle wissenschaftliche Betreuung!(v.l.n.r.:) Oleksij Sadoenko, Dimitri Kessler, Olena Lysenko, Hendrik Pékarek-HinzTEILNEHMERLISTE21


Sophie SchürmannClaudia WittlPatrick LiptakJohann DittmannNora RöhrkenJanina BarkholdtNam Du ChiKatharina VoßkuhlMarc FassbenderSilke GüseKatherina DovhalNikita LarionovAnastasia NetschaevaOlexander NioradseAnastasia DjominaVioletta KostjakEvhenia OlhovikIrina RomantschukAlina PysarjukRoman Dudnyk22


до побаченняund viel Spaß im nächsten Jahr!23

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