Vom Makro- zum Mikroblogging - Webevangelisten

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Vom Makro- zum Mikroblogging - Webevangelisten

Einleitung

Zeitproblemen und Langeweile das Schreiben aufgegeben. Viele dieser Personen haben den

Weg vom Makro- zum Mikroblogging gewagt. Als logische Konsequenz stellt sich die Frage, ob

insbesondere in der politischen Kommunikation der Übergang vom Makro- zum Mikroblogging

gesehen werden kann. Und wenn ja, welche Rolle Makro- und Mikroblogging derzeit und vor

allem in Zukunft für die politische Kommunikation spielen? Im Mittelpunkt der folgenden Un-

tersuchungen soll dabei jedoch das Mikroblogging anhand der Plattform Twitter stehen. Kann

Twitter die Entwicklung einer neuen Form der politischen Öffentlichkeit begünstigen? Wer twit-

tert und wozu wird Twitter von politischen Akteuren genutzt? Inwiefern wird Twitter überhaupt

für die Übermittlung politischer Nachrichten verwendet?

Im Rahmen der Arbeit nimmt das Mikroblogging dementsprechend eine zentralere Rolle als

das Makroblogging ein. Zunächst soll analysiert werden, wie Makro- und Mikroblogging in der

politischen Kommunikation zu verorten sind. Welche Rolle spielen die beiden Formate und wie

sehen konkrete Beispiele für die Kommunikation über Weblogs und über Twitter aus. Zur Be-

antwortung der Fragen konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf die Twitternutzung in

Deutschland.

Zunächst wird eine Einordnung anhand von inhaltlichen Analysen von Weblogs und Twitter vor-

genommen. Die Betrachtung von Twitter wird mit Hilfe von sechs Experteninterviews konkreti-

siert. Um beurteilen zu können, wie Politiker Twitter nutzen und welchen Sinn sie in der Nut-

zung der Plattform sehen, wurden Mitglieder der in der in der 16. Legislaturperiode im Bundes-

tag vertretenen Parteien, interviewt. Zudem wurde mit Markus Beckedahl von netzpolitik.org

ein weiteres Interview durchgeführt, welches den Begriff der politischen Gegenöffentlichkeit bei

Twitter beleuchten soll.

Neben diesem Teil nimmt der Bereich der Netzöffentlichkeit eine zentrale Rolle ein. Hier soll

zunächst dargestellt werden, wie die verschiedenen Öffentlichkeitsmodelle aussehen. In der

wissenschaftlichen Diskussion taucht in letzter Zeit vermehrt die Frage nach der Aktualität der

verschiedenen Öffentlichkeitsmodelle auf und in welcher Weise diese als überholt gelten kön-

nen. Ist es notwendig, die Twitterkommunikation völlig eigenständig und fernab der altbekann-

ten Öffentlichkeitstheorien zu betrachten?

Die vorliegende Arbeit setzt es sich zum Ziel die oben aufgeworfenen Fragen eingehend zu

untersuchen, um hierdurch eine Einordnung des Mediums Twitter in der wissenschaftlichen

Diskussion zu ermöglichen und überdies hinaus den Wandel politischer Kommunikation mit

Hinblick auf die neuesten Erkenntnisse im Onlinebereich zu verorten.

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