Juli - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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Juli - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

KIRCHE JESU CHRISTI DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE • JULI 2013Demütige Heldenunserer Geschichte,Seite 16, 62, 65Wie man wahre Freiheitgewinnt, Seite 32Wenn unsere Redlichkeitgeprüft wird, Seite 40, 48Ein „Banner der Freiheit“für die Familie, Seite 60


„[Unsere] Kirchenpionierein der heutigenZeit [sind]in jedem Landzu Hause [undfügen] mitihrem eigenenBeispielan Ausdauer,Glaube undOpferbereitschaftdemgroßen Chordes Gottesreichesin denLetzten Tagenherrliche,neue Strophenhinzu.“Präsident DieterF. Uchtdorf, ZweiterRatgeber in der ErstenPräsidentschaft, „DerGlaube unseres Vaters“,Liahona, Mai 2008,Seite 70Links: Tiaray MaderaRasoamampianina gehörtzu den ersten Mitgliedernder Kirche in Madagaskar.


Liahona, Juli 201316BOTSCHAFTEN4 Botschaft von der ErstenPräsidentschaft: Die Weltbraucht auch heute PionierePräsident Thomas S. Monson7 Besuchslehrbotschaft: DasEvangelium lehren und lernenUMSCHLAGBILDVorderseite: Lieblingsgeschichten, Gemälde vonMichael T. Malm; Rückseite: Foto von Craig Dimond© IRI; Umschlaginnenseite vorn: Foto von RichardM. RomneyBEITRÄGE FÜRDIESEN MONAT14 Mit Gott ist nichts unmöglichSang-Ick HanAls ich mit 53 Jahren ein Jurastudiumaufnahm, zeigte sichbald, dass ich es nur bewältigenkonnte, wenn ich mich ganz undgar auf den Herrn verließ.16 Der Glaube und die innereKraft der Pioniere – damalsund heuteElder M. Russell BallardIn vergangenen Zeiten habendie Pioniere unüberwindlicheSchwierigkeiten bewältigt – mögedas Feuer unseres Zeugnisses sohell lodern wie ihres.22 Ein Gott der Wundertaten:Die slowakischen Mitgliederin SheffieldElder Erich W. KopischkeDer Glaube dieser Mitglieder imenglischen Sheffield bringt einWunder in der heutigen Zeitzustande.WEITERE RUBRIKEN8 Notizen zurFrühjahrs-Generalkonferenz10 Unser Glaube: Wen der Herrberuft, dem gibt er auch dienötigen Fähigkeiten12 Dienst in der Kirche: KleineGeste, große WirkungKaci Cronin13 Lektionen aus der BroschüreFür eine starke Jugend:Ehrlichkeit und Redlichkeit28 Stimmen von Heiligender Letzten Tage74 Nachrichten der Kirche80 Bis aufs Wiedersehen:Gemeinsam auf demWeg der HoffnungLaRene Porter GauntJuli 2013 1


JUNGE ERWACHSENEJUGENDLICHEKINDER3632 Für die Ewigkeit lebenElder Keith K. HilbigIch lege Ihnen, den jungenErwachsenen, ans Herz, sich Ihrkünftiges celestiales Leben mit IhrerFamilie in der Ewigkeit vorzustellen– verbunden mit unermesslicherHerrlichkeit und unermesslichenVorzügen, wie wir es noch garnicht richtig erfassen können.36 Erfahrungen mittiefem VertrauenMelissa ZentenoJunge Erwachsene berichten, wiesie trotz Beziehungsproblemenihren Glauben gestärkt haben.Suche denLiahona, der indieser Ausgabeversteckt ist.Hinweis:Erika weiß es.4840 Überzeugung und MitgefühlElder Jeffrey R. HollandWann ist es richtig zu urteilen?Wie verteidigt man seine Grundsätzeund respektiert dennochdie Entscheidungsfreiheit deranderen?44 Dem vergeben, der unsaus dem Spiegel anschautDavid DicksonManch einer meint, ihm könnenicht vergeben werden, doch dasSühnopfer Jesu ist unbegrenzt,und jeder kann es in Anspruchnehmen.47 Auf Dauer gezeichnet?Dani Dunaway RowanIch schrubbte mir die Hände,bis sie wehtaten, aber die Spuren,die der Filzstift hinterlassen hatte,gingen nicht ab.48 Für eine starke Jugend:Ehrlichkeit und RedlichkeitElder Christoffel Golden Jr.50 Mit Anstand zurückValerie BestIch betrachtete das Armband,das versehentlich in meine Taschegefallen war – wie lange würde eswohl dort bleiben, wenn ich es vormir herschob, es zurückzubringen?52 Kraft durch BündnisseEin Bund ist mehr als ein gegenseitigesVersprechen; mit diesemVersprechen sind Kraft, Sicherheitund Frieden verbunden.54 Die schönsten Familienabende56 Mein Sommerurlaubbeim TempelDavid IsaksenDie Fahrt zum nächsten Tempel,dem in Stockholm, dauertezehn Stunden, aber ich binsehr froh, dass wir dorthingefahren sind.57 Ein Familienabendrad58 Rette sie!Heidi SwintonSchon als kleiner Junge machtePräsident Thomas S. Monson dieErfahrung, dass es ein sehr schönesGefühl ist, jemandem helfen zukönnen.60 Die PV bei dir zuhause:Die Familie gehört zum Plandes himmlischen Vaters62 Auf Spurensuche:Schwierigkeiten in MissouriJennifer Maddy64 Unsere Seite65 Besondere Zeugen:Warum ist die genealogischeArbeit so wichtig?Elder David A. Bednar66 Der GeschichtenteppichKay TimpsonWährend Katy und Omi miteinanderarbeiteten, erzählten sie sichGeschichten, und dabei entstandmehr als nur ein Teppich.68 ErzählrundeEin Spiel für die ganze Familie,bei dem man einander Geschichtenerzählt.69 Hallo, ich bin Erikaaus El SalvadorErika berichtet, warum ihr diegenealogische Arbeit Spaß macht.70 Für kleinere Kinder81 Porträt eines Propheten:Joseph F. Smith70


JULI 2013, 139. JAHRGANG, NR. 7LIAHONA 10787 150Internationale Zeitschrift der Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten TageErste Präsidentschaft: Thomas S. Monson, Henry B. Eyring,Dieter F. UchtdorfKollegium der Zwölf Apostel: Boyd K. Packer, L. Tom Perry,Russell M. Nelson, Dallin H. Oaks, M. Russell Ballard, RichardG. Scott, Robert D. Hales, Jeffrey R. Holland, David A. Bednar,Quentin L. Cook, D. Todd Christofferson, Neil L. AndersenEditor: Craig A. CardonBerater des Editors: Shayne M. Bowen, Bradley D. Foster,Christoffel Golden Jr., Anthony D. PerkinsManaging Director: David T. WarnerDirektor für Support von Familien und Mitgliedern:Vincent A. VaughnDirektor der Zeitschriften der Kirche: Allan R. LoyborgBusiness Manager: Garff CannonManaging Editor: R. Val JohnsonAssistant Managing Editor: LaRene Porter GauntPublikationsassistentin: Melissa ZentenoRedaktionsteam: Susan Barrett, Ryan Carr, David Dickson,David A. Edwards, Matthew D. Flitton, Mindy Raye Friedman, LoriFuller, Garry H. Garff, Jennifer Grace Jones, Hikari Loftus, MichaelR. Morris, Richard M. Romney, Paul VanDenBerghe, Julia WoodburyManaging Art Director: J. Scott KnudsenArt Director: Tadd R. PetersonDesignteam: Jeanette Andrews, Fay P. Andrus, C. Kimball Bott,Thomas Child, Kerry Lynn C. Herrin, Colleen Hinckley,Eric P. Johnsen, Scott M. Mooy, Brad TeareBeauftragte für Urheberschutz: Collette Nebeker AuneProduction Manager: Jane Ann PetersProduktionsteam: Kevin C. Banks, Connie Bowthorpe Bridge,Julie Burdett, Bryan W. Gygi, Denise Kirby, Ginny J. Nilson,Gayle Tate RaffertyPrepress: Jeff L. MartinLeiter Druck: Craig K. SedgwickLeiter Vertrieb: Stephen R. ChristiansenÜbersetzung: Axel GomannLokalteil: Siehe Impressum Regionale UmschauDeutschland und Österreich – SchweizVertrieb:Corporation of the Presiding Bishop of The Church ofJesus Christ of Latter-day Saints, Steinmühlstraße 16,61352 Bad Homburg v. d. Höhe, DeutschlandTel.: 00800-2950-2950 (gebührenfrei)oder 49-6172-4928-33/34E-Mail: orderseu@ldschurch.org; online: store.lds.orgJahresabonnement:EUR 7,50; CHF 11,10Überweisung auf folgendes Konto: Commerzbank AG,Kontonr.: 07 323 712 00, BLZ 500 800 00Verwendungszweck: Abo-Nr. + Name + GemeindeBei Einzahlungen aus Österreich und der Schweiz zusätzlich:SWIFT: DRES DE FFIBAN: DE42 5008 0000 073237 1200Adressänderungen bitte einen Monat im Voraus melden.Manuskripte und Anfragen bitte online an liahona.lds.orgoder per Post an: Liahona, Room 2420, 50 East North TempleStreet, Salt Lake City, UT 84150-0024, USA, oder per E-Mail an:liahona@ldschurch.org.Der Liahona (ein Begriff aus dem Buch Mormon, der „Kompass“oder „Wegweiser“ bedeutet) erscheint auf Albanisch, Armenisch,Bislama, Bulgarisch, Cebuano, Chi nesisch, Chinesisch(vereinfacht), Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Fidschi,Finnisch, Französisch, Griechisch, Indonesisch, Isländisch,Italienisch, Japanisch, Kambodschanisch, Kiribati, Koreanisch,Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Madagassisch, Marshallesisch,Mongolisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Por tu giesisch,Rumänisch, Russisch, Samoanisch, Schwedisch, Slowenisch,Spanisch, Suaheli, Tagalog, Tahitia nisch, Thai, Tongaisch,Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch, Urdu und Vietnamesisch(Häufigkeit variiert nach Sprache).© 2013 Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten.Printed in the United States of America.Text- und Bildmaterial im Liahona darf für den gelegent lichen,nichtkommerziellen Gebrauch in Kirche und Familie vervielfältigtwerden. Bildmaterial darf nicht vervielfältigt werden, wenndies aus dem Quellenhinweis entsprechend hervorgeht. Fragenrichten Sie bitte an: Intellectual Property Office, 50 East NorthTemple Street, Salt Lake City, UT 84150, USA, E-Mail: corintellectualproperty@ldschurch.org.For Readers in the United States and Canada:July 2013 Vol. 139 No. 7. LIAHONA (USPS 311-480)German (ISSN 1522-9203) is published monthly by The Churchof Jesus Christ of Latter-day Saints, 50 East North Temple, SaltLake City, UT 84150. USA subscription price is $10.00 per year;Canada, $12.00 plus applicable taxes. Periodicals Postage Paidat Salt Lake City, Utah. Sixty days’ notice required for change ofaddress. Include address label from a recent issue; old and newaddress must be included. 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Um das Themazu vertiefen, überlegt sich jeder verschiedeneSituationen, in denen seine Ehrlichkeitauf die Probe gestellt werden könnte. JedeSituation wird auf einen Zettel geschrieben,die Zettel werden in eine Schüssel gelegt,und jeder zieht einen Zettel. Einer nach demanderen liest sein Beispiel vor und äußertsich dazu, wie man sich in dieser Situationverhält, wenn man ehrlich ist.„Der Geschichtenteppich“, Seite 66: Indieser Geschichte fragt Katy ihre Omi, wasIN IHRER SPRACHEDer Liahona und anderes Material der Kirche stehen unter languages.lds.org in vielenSprachen zur Verfügung.THEMEN IN DIESER AUSGABEDie Zahlen geben jeweils die erste Seite des Artikels an.Berufungen, 10Blickwinkel, 32Bündnisse, 52Dienen, 12Ehe, 32, 36Ehrlichkeit, 13, 31, 48, 50Elternschaft, 13, 32Erlösungsplan, 30Familie, 16, 29, 30, 60, 66Familienabend, 3, 54, 57Gebote, 40Gehorsam, 40Genealogie, 65, 69Generalkonferenz, 8Geschichte der Kirche, 4,16, 62, 80, 81Glaube, 14, 36Grundsätze, 4Heilige Handlungen, 29Jesus Christus, 70Missionsarbeit, 22Pioniere, 4, 16, 62, 80sie als Kind gern mit ihrer Familie gemachthat. Was hat Omi geantwortet? Omi bringtKaty etwas Neues bei, und gemeinsamschaffen sie eine schöne Erinnerung. Vielleichtmöchten Sie miteinander den siebtenAbsatz der Proklamation zur Familie lesen.Worauf gründen laut Proklamation erfolgreicheEhen und Familien ihren Bestand?Wählen Sie einen Punkt aus, wie etwaMitgefühl, den Sie mit Ihrer Familie besprechen.Zum Thema Mitgefühl könnte jederin der Familie konkrete Beispiele aufschreiben,wie er sich gegenüber anderen in derFamilie und außerhalb mitfühlend verhaltenkann. Sie könnten sich Ziele für die kommendeWoche setzen, wie Sie mehr Mitgefühlzeigen wollen, und beim nächstenFamilienabend besprechen, wie gut Sie IhreZiele erreicht haben. Vielleicht möchten Siezum Abschluss das Lied „Immer und ewigvereint“ singen (Gesangbuch, Nr. 201).Sabbat, 28Smith, Joseph F., 81Tempel, 29, 56Umkehr, 47Unterricht, 7, 13Urteilen, 40Vergebung, 44Vorbild, 16Widrigkeiten, 4, 16, 80Ziele, 14FOTO VON CRAIG DIMOND © IRIJuli 2013 3


BOTSCHAFT VON DER ERSTEN PRÄSIDENTSCHAFTPräsident Thomas S. MonsonDIE WELTBRAUCHT AUCHHEUTEPioniereFür viele begann der Treck der Pioniere im Jahr 1847nicht in Nauvoo, Kirtland, Far West oder New York,sondern im fernen England, in Schottland, Skandinavienoder Deutschland. Die kleinen Kinder konnten wohlkaum den lebendigen Glauben erfassen, der ihre Elternbewog, Angehörige, Freunde, Annehmlichkeiten und Sicherheithinter sich zu lassen.So manches Kind mag gefragt haben: „Mami, warumgehen wir fort? Wo gehen wir hin?“„Komm, mein Schatz, wir gehen nach Zion, der Stadtunseres Gottes.“Zwischen der sicheren Heimat und dem verheißenenZion lag die stürmische, heimtückische See, der weiteAtlantik. Wer weiß schon, wie viel Angst das Herz derMenschen auf dieser gefahrvollen Überfahrt ergriff? Bewegtvon den stillen Einflüsterungen des Geistes undgestützt von einem einfachen, doch beständigen Glauben,vertrauten diese Pioniere auf Gott und machten sich aufdie Reise.Als sie endlich in Nauvoo angekommen waren, musstensie erneut aufbrechen, und wieder lag ein beschwerlicherWeg vor ihnen. Gestrüpp und Steine markierten die Gräberentlang der gesamten Strecke von Nauvoo nach Salt LakeCity. Dies war der Preis, den einige Pioniere zahlten. Sieruhen in Frieden, aber ihr Name lebt für immer fort.Müde Ochsen trotteten langsam dahin, Wagenräderächzten, tapfere Männer plagten sich, Kriegstrommelnertönten, Kojoten heulten. Doch die Pioniere, vom Glaubenbeflügelt, von Stürmen angetrieben, zogen weiter.Oft sangen sie:Kommt, Heilge, kommt! Nicht Müh und Plagen scheut,wandert froh euern Pfad!Ob rau und schwer der Weg erscheinet heut,jeder Tag bringt euch Gnad! …Alles wohl! Alles wohl! 1Diese Pioniere dachten an die Worte des Herrn: „MeinVolk muss in allem geprüft werden, damit es vorbereitetsei, die Herrlichkeit zu empfangen, die ich für es habe,nämlich die Herrlichkeit Zions.“ 2Die Zeit macht vergessen, und wir vergessen unserenDank gegenüber denen, die diesen schmerzvollen, tränenreichenWeg gegangen sind, auf dem sie namenlose Gräberzurücklassen mussten. Aber was ist mit den Prüfungen inunserer Zeit? Haben wir keine steinigen Wege mehr zubeschreiten, keine zerklüfteten Berge zu besteigen, keineSchluchten zu überwinden, keine Wege zu bahnen, keineFlüsse zu überqueren? Oder brauchen wir nicht doch dringendPioniergeist, der uns von drohenden Gefahren wegführtund uns in Sicherheit bringt, nach Zion?In den Jahrzehnten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegssind sittliche Werte immer tiefer gesunken. DieKriminalität nimmt zu, der Anstand nimmt rasant ab. Vielebefinden sich auf einer riesigen verheerenden Achterbahnund opfern ewige Freude für den Kitzel des Augenblicks.So verwirken wir unseren Frieden.Wir vergessen, wie sich die Griechen und die Römer ineiner barbarischen Welt behaupteten und wie ihr Triumphendete – wie sie schließlich der Nachlässigkeit und Nachgiebigkeiterlagen, die ihren Ruin herbeiführte. Letztlich4 Liahona


FOTO VON WELDEN C. ANDERSENwaren ihnen Sicherheit und ein bequemesLeben wichtiger als Freiheit,und sie verloren alles – das bequemeLeben, die Sicherheit und die Freiheit.Geben Sie den Verlockungen desSatans nicht nach; treten Sie entschlossenfür die Wahrheit ein. Das unerfüllteVerlangen der Seele wird nichtdadurch gestillt, dass man sich inmittenvon Nervenkitzel und Laster aufeine endlose Suche nach Freude begibt.Laster führt niemals zu Tugend.Hass ist niemals der Liebe förderlich.Feigheit bringt niemals Mut hervor.Zweifel erzeugen niemals Glauben.Manchen fällt es schwer, den Hohnund die geschmacklosen Äußerungentörichter Menschen zu ertragen, dieKeuschheit, Ehrlichkeit und den Gehorsamgegenüber Gottes Geboten insLächerliche ziehen. Aber die Welt hatdas Festhalten an Grundsätzen schonimmer gering geschätzt. Als Noachangewiesen wurde, die Arche zubauen, blickte das törichte Volk zumwolkenlosen Himmel auf und spottetehöhnisch – bis der Regen einsetzte.Müssen wir denn solche Lektionen,die einen so hohen Preis fordern,immer wieder von neuem lernen? DieZeiten ändern sich, aber die Wahrheitbleibt. Wenn wir es nicht schaffen, unsdie Erfahrungen der Vergangenheitzunutze zu machen, sind wir dazuverurteilt, sie zu wiederholen, samtallem Kummer, Leid und Schmerz.Können wir nicht weise sein und ihmgehorchen, der das Ende von Anfangan kennt – unserem Herrn, der denErlösungsplan entworfen hat –, anstattder Schlange zu folgen, die diesenwunderbaren Plan verschmähte?Wie es in einem Wörterbuch heißt,ist ein Pionier jemand, der „vorausgeht,um anderen, die folgen, den Weg zubereiten“ 3 . Können wir irgendwie denMut und die Zielstrebigkeit aufbringen,die die Pioniere vergangener Generationenauszeichneten? Können Sie undich tatsächlich Pioniere sein?Bestimmt können wir das. O wiedringend braucht die Welt auch heutePioniere! ◼ANMERKUNGEN1. „Kommt, Heilge, kommt!“, Gesangbuch,Nr. 192. Lehre und Bündnisse 136:313. Oxford English Dictionary Online, 2. Auflage,1989, „Pioneer“WIE MAN GEDANKEN AUS DIESER BOTSCHAFT VERMITTELTIn den heiligen Schriften heißt es, dass die Heimlehrer „warnen, erläutern,ermahnen und lehren und alle einladen [sollen], zu Christus zu kommen“(LuB 20:59). Vielleicht möchten Sie die Mitglieder, die Sie besuchen, auf dieWarnungen und Aufforderungen aus Präsident Monsons Botschaft hinweisen.Sie könnten mit ihnen besprechen, wie man gute Vorbilder erkennenund ihnen folgen kann, wie man Täuschungen vermeidet und wie man ausden Fehlern anderer lernt. Fragen Sie sie dann, wie sie heute ein Pioniersein können.Kinder möchten vielleicht gern noch mehr über die Pioniere erfahren.Sie könnten ihnen aus dem Artikel der Reihe „Auf Spurensuche“ aufSeite 62 vorlesen.Juli 2013 5


JUGENDLICHEVom Glauben angetriebenMaggi EarlIch werde nie vergessen, wie ich auf demGelände von Winter Quarters in Nebraskaumherging, dort, wo Jahre zuvor die Pionieregelebt hatten. Ich hatte das Gefühl, auf heiligemBoden zu stehen, fast als besuchte icheinen Tempel im Freien.Meine Augen füllten sich mit Tränen, undich sah nur noch verschwommen. Ich standvor einer Skulptur, konnte aber die Figurennicht richtig erkennen. Ich wischte mir dieTränen aus den Augen und sah einen Mannund eine Frau mit kummervollen Gesichtern.Bei näherem Hinsehen entdeckte ich das Baby,das zu ihren Füßen in einem Grab lag.Die Skulptur rief gemischte Gefühle in mirhervor: Trauer und Wut, aber auch Dankbarkeitund Freude. Ich wünschte, diese treuenHeiligen hätten nicht so leiden müssen, aber ichwar auch dankbar, dass sie um des Evangeliumswillen so große Opfer auf sich genommen hatten.Dieses Erlebnis in Winter Quarters hat mirbewusst gemacht, dass der Vater im Himmelseinen Kindern das Evangelium gibt, ihnenaber die Freiheit zugesteht, damit zu machen,was sie wollen. Die Eltern dieses Babys hätteneinen einfacheren Weg wählen können. DemPropheten zu folgen und nach dem Evangeliumzu leben bedeutete für diese Pioniere,weiter vorwärtszugehen, selbst wenn siedann ihr Kind begraben mussten. Sieentschieden sich für ein Leben nach demEvangelium und nahmen ihre Herausforderungenan. Mir ist klar geworden, dassihre Hingabe ans Evangelium und ihreEntschlossenheit, weiter vorwärtszugehen,von Glauben und Hoffnung angetriebenwurden – von der Hoffnung aufeine bessere Zukunft und dem Glauben,dass der Herr sie kannte und ihrenSchmerz lindern konnte.Die Verfasserin lebt in North Carolina.KINDERSei ein PionierPräsident Monsonsagt, ein Pioniersei jemand, deranderen den Wegzeigt. Wie könnendie Kinder auf diesenBildern für das Rechteeinstehen und fürandere ein Pioniersein? Schreibe deineAntworten in dieleeren Zeilen unterden Bildern.SCHICKSALSSCHLAG BEI WINTER QUARTERS, SKULPTUR VON AVARD FAIRBANKS © IRI; ILLUSTRATIONEN VON BRYAN BEACH6 Liahona


BESUCHSLEHRBOTSCHAFTBefassen Sie sich gebeterfüllt mit diesem Lesestoff und besprechen Sie ihn mit den Schwestern, dieSie besuchen, wie es Ihnen angebracht erscheint. Überlegen Sie anhand der Fragen, wie Sie IhrenSchwestern Kraft geben können und wie Sie die FHV zu einem aktiven Teil Ihres Lebens machenkönnen. Mehr dazu finden Sie unter reliefsociety.lds.org (in englischer Sprache).Glaube,Familie, HilfeDas Evangeliumlehren und lernenAus unserer GeschichteAuch in der Vergangenheithaben die Propheten betont,JESUS, MARIA UND MARTA, GEMÄLDE VON CARL HEINRICH BLOCH © HOPE GALLERYJesus Christus war der vollkommeneLehrer. Er gab uns ein Beispiel,denn er „sprach zu Frauen – zu vielenund zu einzelnen, auf der Straße undam Ufer, am Brunnen und bei ihnenzuhause. Er behandelte sie gütigund liebevoll. Er heilte sie und ihreAngehörigen.“ 1Er sprach zu Marta und Maria und„forderte sie auf, seine Jüngerinnen zuwerden und an der Errettung teilzuhaben.‚Das Bessere‘ [Lukas 10:42] sollteihnen nie mehr genommen werden.“ 2In den neuzeitlichen heiligen Schriftenhat uns der Herr geboten, „einanderdie Lehre des Reiches zu lehren“(LuB 88:77). Wie man die Lehre lehrtund lernt, dazu meint Cheryl A. Esplin,Zweite Ratgeberin in der Präsidentschaftder Primarvereinigung: „DieLehren des Evangeliums gänzlich zuerfassen ist ein lebenslanger Prozess,der ‚Zeile um Zeile …, Weisung umWeisung, hier ein wenig und dort einwenig‘ (2 Nephi 28:30) vor sich geht.“ 3Wenn wir lernen, studieren undbeten, lehren wir mit der Macht desWAS KANN ICH TUN?1. Wie bereite ich mich darauf vor,besser zu unterrichten?Heiligen Geistes, der unsere Botschaft„den Menschenkindern ins Herz“ trägt(siehe 2 Nephi 33:1).Aus den heiligen SchriftenAlma 17:2,3; 31:5; Lehre undBündnisse 42:12,13; 84:85ANMERKUNGEN1. Die Töchter in meinem Reich: Die Geschichteund das Werk der Frauenhilfsvereinigung,Seite 32. Die Töchter in meinem Reich, Seite 43. Cheryl A. Esplin, „Wie wir unseren KindernEinsicht und Verständnis vermitteln“,Liahona, Mai 2012, Seite 124. Spencer W. Kimball, zitiert in Die Töchterin meinem Reich, Seite 572. Gebe ich den Schwestern, dieich betreue, Zeugnis?dass die Frau als Lehrerin inder Familie und in der Kircheeine wichtige Rolle spielt.Präsident Spencer W. Kimball(1895–1985) hat die Frauen imSeptember 1979 aufgefordert,Schriftgelehrte zu werden. Ersagte: „Werden Sie zu Schriftgelehrten– nicht um sich überandere zu erheben, sondern umsie aufzubauen! Für wen ist esdenn schließlich wichtiger, dieWahrheiten des Evangeliums‚aufzuhäufen wie einen Schatz‘(um bei Bedarf immer wiederdarauf zurückgreifen zu können),als für die Frauen und Mütter,die doch ständig erziehen undunterweisen?“ 4Wir alle sind Lehrer und Lernende.Wenn wir aus den heiligenSchriften und den Wortender lebenden Propheten lehren,helfen wir anderen, zu Christuszu kommen. Wenn wir uns amLernprozess beteiligen, indemwir sinnvolle Fragen stellen unddann zuhören, finden wir Antwortenfür das, was uns auf demHerzen liegt.Juli 2013 7


NOTIZEN ZUR FRÜHJAHRS-GENERALKONFERENZ 2013„Was ich, der Herr, gesagt habe, das habe ich gesagt, … sei es durchmeine eigene Stimme oder durch die Stimme meiner Knechte, dasist dasselbe.“ (LuB 1:38)Sie beschäftigen sich mit der Frühjahrs-Generalkonferenz 2013? Diese Seiten (und dieNotizen zur Konferenz in künftigen Ausgaben) dienen dem Studium und der Umsetzung deraktuellen Aussagen der lebenden Propheten und Apostel und weiterer Führer der Kirche.GESCHICHTEN VON DER KONFERENZGehorsamlernenPräsident Thomas S. MonsonAls ich ein Kind war, verbrachtemeine Familie den Sommer –von Anfang Juli bis Anfang September– stets in unserer Hütte im Vivian Parkim Provo Canyon in Utah.Einer meiner besten Freunde indiesen unbeschwerten Sommertagenwar Danny Larsen, dessen Familieebenfalls eine Hütte im Vivian Parkbesaß. Tag für Tag durchstreiften wirdieses Paradies für Jungen: Wir angeltenin den Bächen und Flüssen, wirsammelten Steine und andere Kostbarkeiten,wir wanderten und klettertenund genossen einfach jede Minuteeiner jeden Stunde eines jeden Tages.Einmal hatten Danny und ichvor, mit unseren Freunden aus demCanyon am Abend ein Lagerfeuerzu machen. Wir wollten dazu einenTeil eines nahen Wiesenstücks vonden hohen Gräsern freimachen, denndie trockenen Halme kratzten undstachen und machten den Ort somitungeeignet. Wir versuchten also, diehohen Grasbüschel auszureißen, umeinen kreisförmigen, freien Platz zuschaffen. Wir zupften und zerrten anden Halmen, so fest wir nur konnten,aber es gelang uns kaum, einigeHandvoll der hartnäckigen Gräserauszureißen. Uns wurde klar, dasswir dafür den ganzen Tag brauchenwürden, und schon jetzt verließenuns die Kräfte, und unsere Begeisterungschwand zusehends.Und da kam mir Achtjährigem dievermeintlich perfekte Lösung in denSinn. Ich sagte zu Danny: „Wir brauchendas Gras doch bloß zu versengen.Brennen wir doch einfach einenKreis in das Gras!“ Er war einverstanden,und schon lief ich zur Hütte, umZündhölzer zu holen.Falls Sie meinen, wir mit unserenacht Jahren hätten damals mit Feuerhantieren dürfen, möchte ich hierzuganz unmissverständlich erklären,dass weder Danny noch ich die Erlaubnishatten, unbeaufsichtigt Zündhölzerzu verwenden. Uns beiden warimmer wieder eingeschärft worden,wie gefährlich ein Feuer sein kann.Aber ich wusste ja, wo meine Elterndie Streichhölzer aufbewahrten, undwir mussten doch dieses Feld abbrennen!Ohne noch weiter darübernachzudenken, rannte ich zur Hütte,schaute mich um, ob mich auchniemand sah, und griff nach ein paarZündhölzern. Ich versteckte sie raschin meiner Hosentasche.Und so lief ich zu Danny zurückund war froh, dass ich die Lösungunseres Problems in der Hosentaschemit mir trug. Ich weiß noch, dass ichmir damals dachte, das Feuer würdenur bis dorthin brennen, wo wir esbrauchten, und danach auf wundersameWeise wieder ausgehen.8 Liahona


Ich entzündete also ein Streichholzan einem Stein und setzte das verdorrtePräriegras in Brand. Die dürren Halmegingen in Flammen auf, als wären siemit Benzin übergossen gewesen. AmAnfang waren Danny und ich hellaufbegeistert. Wir schauten zu, wie dasdürre Gras dahinschwand. Doch dannwurde uns klar, dass das Feuer nichteinfach von alleine ausgehen würde.Wir gerieten in Panik, als wir merkten,dass wir das Feuer nicht mehr aufhaltenkonnten. Die bedrohlichen Feuerzungenleckten bereits an den Gräsernam Berghang und bedrohten die Kiefernund alles andere, was dort stand.Schließlich blieb uns nichts anderesübrig, als schleunigst Hilfe zu holen.Alle Männer und Frauen im VivianPark waren bald darauf damit beschäftigt,immer wieder mit nassen Jutesäckenauf die Flammen einzuschlagen,um das Feuer zu löschen. Nach einpaar Stunden waren dann endlichauch die letzten Glutnester erstickt.Die jahrhundertealten Kiefern warenverschont geblieben – und ebensoauch die Hütten, die irgendwann denFlammen zum Opfer gefallen wären.Danny und ich lernten an diesemTag einige unangenehme, dochgrundlegende Lektionen – und nichtzuletzt die, wie wichtig Gehorsam ist.Es gibt Regeln und Gesetze, dieunsere körperliche Sicherheit gewährleistensollen. Der Herr hat überdiesRichtlinien und Gebote für unseregeistige Sicherheit festgelegt – damitwir es gut schaffen, durch das oftmalstrügerische Erdenleben hindurchzusteuernund schließlich zum Vater imHimmel zurückzukommen. ◼Aus „Gehorsam bringt Segnungen“, Liahona,Mai 2013, Seite 89f.FRAGEN ZUM NACHDENKEN• Warum haben wir Regeln?• Warum ist es wichtig, dass wir unsdafür entscheiden, Gottes Gebotezu befolgen?• Inwiefern war Jesus Christus unsein Vorbild an Gehorsam?Vielleicht möchten Sie Ihre Gedankenin einem Tagebuch festhalten oder mitanderen darüber sprechen.Weitere Quellen zu diesem Thema: Grundbegriffedes Evangeliums, 2009, „Gehorsam“,Seite 227–232; „Gehorsam“ unter Evangeliumsthemenauf LDS.org; D. Todd Christofferson,„Die Macht der Bündnisse“, Liahona,Mai 2009, Seite 19–23VON LINKS: FOTO © CORBIS IMAGES; FOTO VON PRÄSIDENT THOMAS S. MONSONIM VIVIAN PARK; FOTO VON CRAIG DIMONDWorte derPropheten anMitglieder, diemissionarischtätig sind„Ich verheiße Ihnen: Wenn Sie darumbeten, mit wem Sie sprechen sollen,werden Ihnen Namen und Gesichterin den Sinn kommen. Ihnen werdenWorte eingegeben werden, undzwar genau dann, wann Sie sie brauchen.Gelegenheiten werden sichauftun. Der Glaube wird den Zweifelbesiegen, und der Herr wird Sie miteigenen Wundern segnen.“Elder Neil L. Andersen vom Kollegium derZwölf Apostel, „Es ist ein Wunder“, Liahona,Mai 2013, Seite 79ANGABEN ZUR MISSIONSARBEIT,STAND FRÜHJAHRS-GENERALKONFERENZAnzahl der Missionare, die sich derzeit auf Mission befinden 65.634Anzahl der jungen Männer und Frauen, dieihre Missionsberufung erhalten haben, aber nochnicht in die Missionarsschule eingetreten sindAnzahl der jungen Männer und Frauen, die derzeit die Interviewsmit ihrem Bischof und Pfahlpräsidenten durchlaufenüber 20.000über 6000Anzahl der neu gegründeten Missionen 58Aus: Präsident Thomas S. Monson, „Willkommen zur Konferenz!“, Liahona, Mai 2013, Seite 5Juli 2013 9


UNSER GLAUBEWEN DER HERR BERUFT, DEM GIBTER AUCH DIE NÖTIGEN FÄHIGKEITENDie meisten Mitglieder der Kircheerhalten des Öfteren die Gelegenheit,eine „Berufung“ anzunehmen– den Auftrag zu dienen. „Der Herrerwartet, dass ein jeder von uns eineBerufung in seiner Kirche hat, damitandere durch unsere Talente undunseren Einfluss gesegnet werdenkönnen“, sagte Präsident Ezra TaftBenson (1899–1994). 1Führungsbeamte der Kirche,die ihrerseits berufen worden sind,verlassen sich darauf, dass andereMitglieder die Berufung, die an sieergeht, annehmen und erfüllen. Jedeneue Berufung gibt uns Gelegenheit,zu dienen und uns weiterzuentwickeln,und soll demütig und gebeterfülltausgeführt werden. Man wirdvon Priestertumsführern, die sichGEBEN SIE IHR BESTESum Inspiration vom Herrn bemühthaben, zum Dienst in der Kircheberufen. „Sie sind von Gott berufen“,betonte Präsident Henry B. Eyring,Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft.„Der Herr kennt Sie. Erweiß, wen er an welchem Platz inseiner Kirche dienen lassen möchte.Er hat Sie ausgewählt.“ 2In unserer Berufung vertreten wirden Erlöser, und unsere Arbeit darin –wie unbedeutend sie auch erscheinenmag – hat ewige Folgen. Der Einflusseiner treuen PV-Lehrkraft beispielsweisekann ein Kind dazu motivieren,eines Tages auf Mission zu gehen. Diefreundliche Begrüßung eines Ordnerskann jemandem, dem es gerade nichtso gut geht, helfen, sich in der Kirchewillkommen zu fühlen.„Sie können absolut gewiss sein, dass Ihre Kraft um ein Vielfaches vom Herrnvergrößert werden wird. Alles, was er von Ihnen verlangt, ist, dass Sie vonganzem Herzen Ihr Bestes geben. Tun Sie es frohgemut und mit gläubigemGebet. Der Vater und sein geliebter Sohn werden Ihnen den Heiligen Geistals Begleiter senden, der Sie führt. Ihre Bemühungen werden im Leben derer,denen Sie dienen, groß gemacht werden.“Präsident Henry B. Eyring, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, „In unsere Berufunghineinwachsen“, Liahona, November 2002, Seite 78Der Herr hilft uns in unserenBerufungen, vor allem, wenn wiruns von unseren Aufgaben überfordertfühlen. Wenn wir den Vaterim Himmel im Gebet um Führungbitten, leitet er uns durch Inspirationund segnet uns, damit wir unsereAufgabe gut erfüllen können. DerHerr hilft denen, die ihm dienen,und verstärkt ihre Bemühungendurch seine Macht (siehe LuB 84:88).Präsident Thomas S. Monson hatverheißen: „Wir stehen im Dienstdes Herrn und haben deshalb einAnrecht auf seine Hilfe. Wen derHerr beruft, dem gibt er auch dienötigen Fähigkeiten.“ 3Wenn wir dem Beispiel Jesu folgenund unsere Berufungen und Aufgabenin der Kirche treu erfüllen, werdenwir gesegnet, und wir werdenGott ähnlicher (siehe Moroni 7:48;LuB 106:3). ◼Weiteres dazu siehe Lehren der Präsidentender Kirche: Lorenzo Snow, Kapitel 14.ANMERKUNGEN1. Ezra Taft Benson, zitiert von DieterF. Uchtdorf, „Hebt an, wo ihr steht“,Liahona, November 2008, Seite 542. Henry B. Eyring, „In unsere Berufunghineinwachsen“, Liahona, November2002, Seite 763. Thomas S. Monson, „Zum Dienen berufen“,Der Stern, Juli 1996, Seite 4210 Liahona


Man kann Handbücher, Leitfäden, Ratschlägevon Führern der Kirche und weitere Hilfsmittelnutzen, um seine Aufgaben kennenzulernenund Antworten auf Fragen zu finden.Man strebt nicht nach einerBerufung und üblicherweiselehnt man auch keine ab,die mit der rechtmäßigenPriestertumsvollmachtausgesprochen wird (sieheMose 6:31,32).Wer im Werk des Herrnmitarbeitet, kann ihnum Hilfe bitten undwird sie erhalten (sieheLuB 84:88).Wenn man seineBerufung erfüllt,stellen sich auchSegnungen undFreude ein (sieheMatthäus 25:23).ILLUSTRATION VON DAVID HABBENAlle Berufungen in der Kirche sindgleich wichtig; die Kirche brauchtKindergartenbeauftragte ebenso dringend wieFHV-Leiterinnen (siehe 1 Korinther 12:14-18).Wie man dient ist wichtiger als wo man dient.ANTWORTEN AUF FRAGENWarum gibt es in Ihrer Kirche Laiengeistliche?Von Anfang an hat der Herr ganz gewöhnliche Menschenaus unterschiedlichen Verhältnissen als seine Jünger berufen.Sie haben ihre Aufgabe aus Liebe zum Herrn und zu ihren Mitmenschenerfüllt. Im Buch Mormon beispielsweise hat der ProphetAlma Priestertumsführer ausgewählt und ihnen geboten,„mit den eigenen Händen für ihren Unterhalt [zu] arbeiten …Und die Priester sollten sich für ihren Unterhalt nicht auf dasVolk stützen; sondern für ihr Mühen sollten sie die Gnade Gottesempfangen.“ (Mosia 18:24,26; siehe auch 2 Nephi 26:29-31;5. Glaubensartikel.)Auch heute werden wir zu Aufgaben in der Kirche berufenund können dadurch anderen helfen und unsere Talente undgeistigen Gaben entwickeln und einsetzen. Für unseren Dienstwerden wir reichlich belohnt, indem der Herr uns segnet.Juli 2013 11


LEKTIONEN AUS DER BROSCHÜRE FÜR EINE STARKE JUGENDEHRLICHKEIT UND REDLICHKEITILLUSTRATION VON TAIA MORLEYEhrlichkeit und Redlichkeit „erfordern,dass man immer das Richtige tutoder sagt, unabhängig von den Umständenund davon, was andere denkenmögen“, erklärt Elder ChristoffelGolden Jr. von den Siebzigern in demArtikel auf Seite 48f.Darin wird auch ein Erlebnis vonElder Joseph B. Wirthlin (1917–2008)vom Kollegium der Zwölf Apostelgeschildert. Als Student spielte ElderWirthlin Football. Bei einem Meisterschaftsspielübernahm er den Ball undstürzte sich vorwärts, doch der Ballblieb 5 Zentimeter vor der Ziellinieliegen. Er war unter einigen Spielernbegraben, doch anstatt den Ball nochein wenig nach vorn zu schubsen,dachte er an die Worte seiner Mutter,dass er immer tun solle, was recht ist.Er ließ den Ball dort, wo er war.Die folgenden Anregungen sowieIhr eigenes Beispiel könnenhilfreich dabei sein, Ihren Kinderndiese Grundsätze des Evangeliumsnahezubringen.Anregungen für Gesprächemit Jugendlichen• Lesen Sie mit Kindern im Teenageralterden Abschnitt überEhrlichkeit und Redlichkeit inder Broschüre Für eine starkeJugend. Besprechen Sie, welcheSegnungen Ehrlichkeit und Redlichkeitmit sich bringen.• Jugendliche könnte man bitten,bei der Erstellung eines Fragebogensmit der Überschrift „Waswürdest du tun?“ mitzuhelfen,der dann beim Familienabendverwendet wird. Nutzen Sie dieBroschüre Für eine starke Jugendals Anleitung, um Situationenaufzulisten, in denen man seineEhrlichkeit und Redlichkeit unterBeweis stellen kann. Gehen Siemit der Familie den Fragebogendurch und besprechen Sie dieAntworten.• Präsident Thomas S. Monsonhat wiederholt über Ehrlichkeitgesprochen. Lesen Sie eineseiner Botschaften und besprechenSie sie mit der Familie,beispielsweise:„Der Prophet Joseph Smith– er lehrte durch sein Beispiel“,Liahona, November 2005,Seite 67.„Jeder Mensch möchte gernglücklich sein“, Der Stern, März1996, Seite 2.„Auf der Suche nach dem Lebenin Fülle“, Der Stern, August1988, Seite 2.Anregungen für Gesprächemit Kindern• Redlichkeit bedeutet unter anderem,dass man zu sich selbstehrlich ist. Sie könnten dies miteiner Lektion beim Familienabendveranschaulichen. LegenSie dafür eine Süßigkeit auf denTisch vor die Kinder. Sagen Sieden Kindern, dass sie erst davonnaschen dürfen, wenn Sie essagen. Schließen Sie oder verbindenSie sich dann die Augen undSCHRIFTSTELLEN ZUMTHEMA EHRLICHKEITUND REDLICHKEITIjob 27:4,5Sprichwörter 20:71 Petrus 2:12Alma 53:20Lehre und Bündnisse 124:1513. Glaubensartikelfragen Sie: „Dürft ihr jetzt davonessen, nur weil ich es nichtsehen kann?“ Sprechen Sie danndarüber, was die Kinder Gutestun können, wenn niemandzusieht, beispielsweise beten.Machen Sie sie darauf aufmerksam,dass der Vater im Himmeluns immer sieht.• Sie könnten den Fragebogenverwenden, den Sie mit Ihrenälteren Kindern zusammengestellthaben (siehe oben), oder einenFragebogen für kleinere Kinderentwerfen, der ihnen aufzeigt,welches Verhalten ehrlich undwelches unehrlich ist. BesprechenSie die Antworten mitihnen. Wenn Sie ältere und jüngereKinder haben, könnten dieälteren den jüngeren helfen, denFragebogen durchzugehen. ◼Juli 2013 13


MIT GOTT IST NICHTSUNMÖGLICHSang-Ick HanVor etwa zwölf Jahren wanderte ichmit meiner Frau und vier Söhnen vonSüdkorea nach Neuseeland aus. AlsKonrektor an einer koreanischen Schule inNeuseeland begegnete ich vielen Koreanern,denen es schwerfiel, sich an die fremde Kulturund die ihnen unbekannten Regelungen undVerfahrensweisen zu gewöhnen. Ich wollteihnen gern helfen und außerdem in Neuseelandmeinen Beitrag leisten, daher kam ich zudem Schluss, dass ich als Anwalt eine Brückezwischen den beiden Völkern und Ländernschlagen könnte. Nachdem ich gebetet hatte,um eine Bestätigung meiner Entscheidung zuerhalten, entschloss ich mich also mit 53 Jahren,ein Jurastudium aufzunehmen.Mir war klar, dass das nicht einfach war. Aberals ich die Lehrbücher in Händen hielt, begriffich, dass es noch weitaus schwieriger werdenwürde als erwartet. Die Bücher erschienen mireinfach viel zu dick, und der Inhalt schien meinBegriffsvermögen zu übersteigen. Ich hatte zwarschon seit fast zehn Jahren mitgeholfen, die Generalkonferenzvom Englischen ins Koreanischezu übersetzen, und hatte zudem in NeuseelandDer Herr hat BruderSang-Ick Han auf vielerleiWeise gesegnetund ihm geholfen,mit 55 Jahren ein Jurastudiumerfolgreichabzuschließen.den Master in Sprachwissenschaft gemacht,aber diese juristische Fachsprache schien einganz anderes Englisch zu sein.Schon nach meinem ersten Tag an derUniversität musste ich mir ernsthaft Gedankenmachen, ob ich lieber gleich aufhören sollte,noch bevor ich überhaupt angefangen hatte. Indieser Ungewissheit hatte ich jedoch einen klarenGedanken: Ich konnte es schaffen, wennich mich voll und ganz auf den Herrn verließ.Weil ich weiß, dass Gott lebt und unsereGebete erhört, bat ich ihn um Hilfe. Ich musstean eine Schriftstelle in der Bibel denken, diemir das Herz leichter machte: „Denn für Gottist nichts unmöglich.“ (Lukas 1:37.) DieseSchriftstelle gab mir die Kraft weiterzumachen.Immer wenn ich im Laufe meines Studiumsauf Schwierigkeiten stieß, bereitete Gott mireinen Weg oder sandte Engel – hilfsbereiteMenschen –, um mich hindurchzuführen.Einmal musste ich eine Hausarbeit schreiben,mit der ich überhaupt nicht zurechtkam. Ichgab mein Bestes, aber ich wusste einfach nicht,was der Dozent von uns erwartete. Am Sonntagverzichtete ich auf das Lernen, um mich meinenAufgaben in der Kirche zu widmen. Als Hoher14 Liahona


ILLUSTRATION VON DILLEEN MARSH; ABDRUCK DES FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON SANG-ICK HANRat besuchte ich die mir zugeteilte Gemeindeund hielt eine Ansprache in der Abendmahlsversammlung.Nach der Versammlung kamein Bruder zu mir und sagte mir, er habe michim Vorlesungssaal gesehen. Ich wusste nicht,dass er ebenfalls Jura studierte. Als er michnach der Hausarbeit fragte, die wir erledigenmussten, sagte ich ihm ehrlich, dass ich damitnicht klarkam. Da bot er mir an, bei mirvorbeizuschauen und mir zu helfen. Wennich nicht diese Gemeinde besucht hätte undihm begegnet wäre, hätte ich meine Hausarbeitnicht rechtzeitig abgeben können. Er warwie ein Engel, den Gott als Antwort auf meinGebet gesandt hatte.In einem meiner schwierigsten Fächerredete der Dozent in jeder Vorlesung zweiStunden lang ohne Unterbrechung. Ich hattenicht nur Mühe, der Vorlesung inhaltlich zufolgen, sondern verstand auch den Akzentdes Dozenten kaum, daher zeichnete ich mitseiner Erlaubnis die Vorlesungen auf, umsie später noch einmal anhören zu können.Eines Tages erhielt ich eine E-Mail von einerFrau, die ich nicht kannte. Sie stellte sich alsKommilitonin vor und erkundigte sich nachmeinen Aufzeichnungen, weil sie aufgrundihrer beruflichen Tätigkeit nicht alle Vorlesungenbesuchen konnte.Natürlich gab ich ihr gern eine Kopiemeiner Aufzeichnungen. Ich dachte, ich täteihr einen Gefallen, stellte aber bald fest, dassauch sie ein Engel war, den Gott mir an dieSeite stellte. Um diesen Kurs zu bestehen,mussten wir zwei Hausarbeiten einreichenund eine dreistündige Prüfung absolvieren.Meine Kommilitonin half mir, die Hausarbeitenfertigzustellen und mich auf die Prüfungvorzubereiten. Ohne ihre Hilfe hätte ichdiesen Kurs wohl nicht bestanden.Zu den Schwierigkeiten, die sich darausergaben, dass ich schon älter war undEnglisch nicht meine Muttersprache war,kamen weitere Hürden, da ich ja noch vieleandere Verpflichtungen hatte. Meine Arbeit,ehrenamtliche Verpflichtungen und meineBerufungen in der Kirche nahmen viel Zeit inAnspruch, und ich bemühte mich außerdem,meiner wichtigsten Aufgabe als Ehemann,Vater und Großvater genügend Aufmerksamkeitzu widmen. Als einer meiner Kollegeneinmal erfuhr, was ich alles neben demStudium zu tun hatte, meinte er, ich sei völligverrückt, bei all diesen Verpflichtungen auchnoch Jura zu studieren. Ich war jedoch überzeugt:„Was für Menschen unmöglich ist, istfür Gott möglich.“ (Lukas 18:27.)Mit 55 Jahren erhielt ich vom HohenGerichtshof in Neuseeland meine Zulassungals Anwalt. Ich bin nicht nur dankbar, dassich trotz der Sprachbarriere Anwalt gewordenbin, sondern auch dafür, dass ich ein festeresZeugnis erlangt habe, dass Gott lebt und unsererechtschaffenen Gebete erhört. Ich weiß,dass mit seiner Hilfe nichts unmöglich ist. ◼Der Verfasser lebt in Neuseeland.WACHSTUM DURCHANSTRENGUNG„Es mag sein, dass wiruns anstrengen müssen,um unsere Ziele zu erreichen,aber indem wiruns abmühen, erntenwir vielleicht ebenso vielWachstum wie durchdas Lernen selbst. DieStärken, die wir dabeientwickeln, wenn wirHerausforderungenüberwinden, werdenuns in der Ewigkeiterhalten bleiben.“Elder Dallin H. Oaks vomKollegium der Zwölf Apostelund Kristen M. Oaks, „DieHeiligen der Letzten Tage unddie Bildung“, Liahona, April2009, Seite 31Juli 2013 15


Elder M. Russell Ballardvom Kollegium der Zwölf ApostelDer Glaube und dieinnere Kraft der Pioniere –damals und heuteWir müssen als die Pioniere von heute Seite an Seite gehen,ein christliches Leben führen, gute Vorhaben in der Gesellschaftunterstützen und unsere Familie und unser Zuhause stärken.Die frühen Jahre inder Geschichteder Kirche JesuChristi der Heiligen derLetzten Tage waren eineschwere Prüfung. Führerder Kirche, die dieseZeit überstanden, wieBrigham Young, HeberC. Kimball, John Taylor,Wilford Woodruff,Lorenzo Snow undJoseph F. Smith, warenvielleicht gerade deshalbin der Lage, die nächstenschier unüberwindlichenPrüfungen zu überleben,nämlich die Überquerungder Prärie und die Errichtung derKirche in den Rocky Mountains.Ich glaube, dass die Pioniere jener Zeitsich über das, was die Heiligen der LetztenTage inzwischen erreicht haben, freuen. Wirverdanken den Pionieren viel und dürfennie vergessen, dass unser heutiger Erfolgauf den Schultern und dem Mut dieser„Wir verdanken den Pionieren vielund dürfen nie vergessen, dass unserheutiger Erfolg auf den Schultern unddem Mut dieser demütigen Heldender Vergangenheit ruht“, sagt ElderBallard, auf dem Foto oben mit jungenDarstellern.demütigen Helden derVergangenheit ruht.Präsident GordonB. Hinckley (1910–2008)sagte über die treuenPioniere, die uns vorausgingen:„Es ist immergut, in die Vergangenheitzu blicken, damit mandie Gegenwart schätzenlernt und Zukunftsperspektivenentwickelt. Esist gut, wenn man sichmit den Tugenden dererbeschäftigt, die unsvorausgegangen sind,damit man daraus Kraftschöpft für das, wasvor einem liegt. Es ist gut, wenn man sichmit dem Leben derer befasst, die sich sosehr angestrengt haben und doch so wenigin der Welt erreicht haben, aus derenTräumen und frühen Plänen jedoch, weilsie mit Ausdauer weiterverfolgt wurden,eine große Ernte entstanden ist – uns zumNutzen. Ihr großartiges Beispiel kann unsLINKS: FOTO VON DEL VAN ORDEN © 1997 CHURCH NEWS; RECHTS: FOTO VON LLOYD ELDREDGE16 Liahona


alle anspornen, denn jeder von uns ist in seinem eigenenLeben ein Pionier.“ 1Sie hatten den Glauben zu folgenNicht nur Führer der Kirche hatten den Glauben, BrighamYoung in die öde Wüste zu folgen. Viele ganz gewöhnliche,doch mutige Mitglieder der Kirche gingen mit. In der Geschichteder Kirche lesen wir von Oliver Huntingtons Eltern,die 1836 ihren Wohlstand in Watertown im Bundesstaat NewYork zurückließen, darunter eine 93 Hektar große Farm miteinem soliden Steinhaus und zwei guten Scheunen,und sich mit ihren Kindern aufmachten, sich denHeiligen in Kirtland in Ohio anzuschließen.Nachdem sie alles zurückgelassen hatten,schrieb Oliver: „Für meine beiden Elternwar es eine Qual, andere Hunger leiden zusehen, und, noch schlimmer, ihre Kinderum Brot weinen zu sehen und ihnen nichtsgeben zu können und auch nicht zu wissen,woher sie überhaupt etwas zu essen hernehmensollten.“ Oliver bescheinigte seinerFamilie großen Glauben – er habe seine Elternniemals murren gehört, sagt er. Sie hätten sich nieüber die Führer der Kirche beklagt und auch keineZweifel an der Wahrheit des Werkes geäußert. 2Emily Partridge, die Tochter des ersten Bischofsder Kirche in dieser Evangeliumszeit, erinnerte sichdaran, wie die Familie 1831 ihr gemütliches Heimin Painesville in Ohio zurückließ und in den KreisJackson in Missouri umzog. Damals war sie geradeeinmal sieben Jahre alt. 3 Bald darauf wurde dieFamilie vom Mob aus ihrem neuen Haus vertriebenund musste sich im Kreis Clay niederlassen. Sieschilderte, dass sie schließlich eine „alte Blockhüttefanden, die als Stall verwendet worden war. … Esgab ein großes Zimmer und einen Anbau, der aberkaum zu gebrauchen war, weil der Boden fast vollständigherausgerissen war. Ratten und Klapperschlangen hattensich darin ausgebreitet, sodass man sich dort lieber nichtaufhalten wollte. In dem einzigen bewohnbaren Zimmerwar ein großer Kamin, und wenige Meter vom Feuer entferntwurden Decken aufgehängt. Die beiden Familien,fünfzehn oder sechzehn Personen, drängten sich innerhalbdieser Decken um das Feuer, um nicht zu erfrieren. Es warextrem kalt, so kalt, dass die Tinte im Federhalter gefror, alsVater in der Nähe des Feuers saß und schrieb.“ 4Später zog die Familie nach Illinois. Emily fasste dasErlebte zusammen: „Das waren schwere Zeiten, wir warenbitterarm. Immer wieder wurden wir ausgeraubt und ausunserem Haus vertrieben, und wir waren oft krank.“ 5Auch Phoebe Carter legte unter der Führung des Herrneine Strecke von 1200 Kilometern zurück, als sie 1835 vonScarboro im Bundesstaat Maine nach Kirtland in Ohio zog.Phoebe war 28 Jahre alt, als sie sich entschloss, sich mitden Mitgliedern der Kirche zu sammeln, obwohl sie sichallein auf den Weg machen musste. Sie berichtete später:„Meine Freunde wunderten sich über meinenEntschluss, aber etwas in mir trieb mich an. Dassmein Fortgang meiner Mutter so großen Kummerbereitete, war fast mehr, als ich ertragenkonnte. Wäre ich nicht von einer innerenKraft angetrieben worden, wäre ich zuletztdoch noch gestrauchelt. Meine Mutter sagtemir, sie würde mich lieber beerdigen, alsmich alleine in eine herzlose Welt ziehenzu lassen. … ‚Phoebe, kommst du zu mirzurück, wenn du feststellst, dass der mormonischeGlaube falsch ist?‘, fragte sie mich eindringlich.Dreimal antwortete ich: ‚Ja, Mutter, dannkomme ich zurück.‘ … Als es Zeit war aufzubrechen,traute ich mir nicht zu, Lebewohl zusagen. Also schrieb ich jedem einen Abschiedsbrief,legte die Briefe auf den Tisch, rannte dieTreppe hinunter und sprang in die Kutsche. Soließ ich mein geliebtes Elternhaus zurück, ummich den Heiligen Gottes anzuschließen.“ 6Zu diesem Zeitpunkt hatte Phoebe keineAhnung, dass ihre glaubensvollen Schritte sieauf eine viel längere Reise führen sollten alsdie 1200 Kilometer nach Kirtland. Sie heiratetespäter Wilford Woodruff und zog mit ihm durchMissouri nach Nauvoo und dann über zweitausendKilometer durch die Wildnis bis ins große Salzseetal.Mein Urgroßvater Henry Ballard schloss sich als Siebzehnjähriger1849 im englischen Thatcham der Kirche an.Um seine Überfahrt nach Amerika bezahlen zu können,verdingte er sich zwei Jahre lang bei einer Firma, die teilweiseLorenzo und Erastus Snow gehörte. Er sollte eineSchafherde nach Westen ins Salzseetal treiben. Henry beschriebseine Ankunft im Salzseetal wie folgt:„Im Oktober trieb ich die Schafe den Little Mountainhinunter und durch den Eingang des Emigration Canyon,Phoebe Carterhatte keine Ahnung,dass ihreglaubensvollenSchritte sie aufeine viel längereReise führenwürden als die1200 Kilometer vonihrem Elternhausin Scarboro imBundesstaat Mainenach Kirtland inOhio.18 Liahona


ABDRUCK DES FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN ARCHIVS DER KIRCHE; ILLUSTRATIONEN VON DAN BURRda erblickte ich zum ersten Mal das Salzseetal.So sehr ich mich auch darüber freute,das ‚verheißene Land‘ zu sehen, hatte ichdoch große Angst, jemand könne mich sehen.Den ganzen Tag lang verbarg ich michhinter Büschen, bis es dunkel wurde, dennmeine zerfetzte Kleidung bedeckte meinenKörper nicht, und ich schämte mich. In derDunkelheit überquerte ich ein Feld, ging aufein Haus zu, wo ein Licht brannte … undklopfte zaghaft an die Tür. Zum Glück öffneteein Mann, und im Kerzenlicht war ichfür den Rest der Familie nicht deutlich zuerkennen. Ich bat um Kleidung, um meinennackten Körper zu bedecken, damit ich meineReise fortsetzen und meine Eltern suchenkonnte. Der Mann gab mir Kleidung, und ichsetzte meine Reise am nächsten Tag fort. Am16. Oktober 1852 kam ich in Salt Lake Cityan und war Gott sehr dankbar, dass ich meinzukünftiges Zuhause sicher erreicht hatte.“ 7Angesichts der Fülle der Segnungen, diewir heute genießen, empfinde ich tiefe Liebeund Bewunderung für einen so edlen undmutigen Vorfahren.Meine Urgroßmutter war ein schottischesMädchen namens Margaret McNeil. Sie kamim Alter von dreizehn Jahren mit ihren Elternnach Utah. Sie überquerte die Prärie zu Fußund trieb eine Kuh vor sich her, wobei sieihren jüngeren Bruder James die meiste Zeitauf dem Rücken trug. Die Familie lagerte amOrtsrand von Ogden, worüber sie später inihrer Autobiografie schrieb:„Auf der anderen Seite des Feldes standein kleines Haus, und draußen im Gartenlag ein großer Haufen Kürbisse. Wir allekamen fast um vor Hunger. Meine Mutterschickte mich hinüber, ich solle um einenKürbis bitten. Wir besaßen nämlich keinenCent und einige meiner Geschwister warenschon sehr schwach, weil wir nichts zu essenhatten. Ich klopfte an die Tür, eine alte Dameöffnete und sagte: ‚Komm herein, kommherein, ich wusste schon, dass du kommst,und mir wurde gesagt, ich solle dir etwas zuessen geben.‘ Sie reichte mir einen großenLaib frisches Brot und trug mir auf, meinerMutter zu sagen, dass sie bald herüberkommenwerde. Bald darauf brachte sie uns einHenry Ballard trug nurnoch Lumpen, als er imSalzseetal ankam. Als esdunkel wurde, bat er, wieer sagte, „um Kleidung,um meinen nackten Körperzu bedecken, damitich meine Reise fortsetzenund meine Elternsuchen konnte“.Juli 2013 19


warmes Essen, so etwas Gutes hatten wir schon lange nichtmehr gehabt.“ 8Körperliche und geistige RettungAus den Erlebnissen der Pioniere ersehen wir, dass vor165 Jahren wahrer Glaube und wahrer Mut nötig waren,um die Prärie zu überqueren. Auch wenn die Handkarrenpioniereweniger als zehn Prozent der Mitglieder derKirche ausmachten, die von 1847 bis 1868 einwanderten,sind sie doch zu einem wichtigen Symbol in der Kulturder Heiligen der Letzten Tage geworden, weil siedie Treue und Opferbereitschaft jener Pioniereverkörpern.Wie Sie wissen, gerieten die HandkarrenabteilungenWillie und Martin in Wyomingin frühe Schneestürme, und viele der Heiligenerlagen der eisigen Kälte. Als meineFamilie und ich vor einigen Jahren demWeg der Pioniere nachspürten, blickten wirhinunter auf das Gelände am Sweetwater, wodie Abteilung Willie festgesessen hatte, halberfroren und verhungert. In ihren Tagebüchernlesen wir von ihren schweren Prüfungen und derFreude über ihre Rettung. John Chislett schrieb:„Gerade als die Sonne hinter den fernen Hügelnunterging, … sahen wir mehrere Planwagen aufuns zukommen. Die Neuigkeit verbreitete sichim ganzen Lager wie ein Lauffeuer. … Freudenschreiezerrissen die Luft; starke Männer weinten,bis ihnen die Tränen über die zerfurchten, von derSonne verbrannten Wangen strömten. …An diesem Abend erklangen im Lager zumersten Mal seit langer Zeit wieder die Lieder Zions.… Nachdem der schlimmste Hunger gestilltwar, vereinigten wir uns mit tiefempfundener Dankbarkeitgegenüber Gott und unseren guten Brüdern im Gebet undgingen dann schlafen.“ 9Als wir auf dem Hügel standen, der heute „The Eminence“genannt wird, hatte ich das Gefühl, ich solle meinerFamilie und anderen, die dabei waren, Zeugnis geben. Ichsagte: „Diese treuen Pioniere waren überaus dankbar, alssie den Rettungstrupp sahen, doch die Rettung, die wirdurch das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus erfahren,ist noch viel bedeutender.“ Ich betonte, dass der HerrJesus Christus – der Erretter der Welt – im Mittelpunktjedes christlichen Glaubens stehe, unabhängig von der„Das warenschwere Zeiten,wir waren bitterarm.Immerwieder wurden wirausgeraubt undaus unserem Hausvertrieben, und wirwaren oft krank“,erinnert sich EmilyPartridge.Religionszugehörigkeit, und dass er die ganze Menschheitgerettet habe. Durch sein Sühnopfer gebe er uns allenHoffnung für die Gegenwart und Zuversicht in Ewigkeit.Wir müssen die heutige Wildnis bezwingenDas Leiden der Pioniere brachte eine Stärke hervor, diean uns weitergegeben wurde. Ein paar Habseligkeiten ineinen Wagen oder Handkarren zu packen und über zweitausendKilometer zu Fuß zu gehen, das wird wohl kaum vonuns gefordert, um unseren Glauben und Mut unter Beweiszu stellen. Wir müssen heute andere Schwierigkeitenbewältigen – andere Berge erklimmen, andereFlüsse durchqueren, andere Täler zum Blühenbringen (siehe Jesaja 35:1). Doch auch wenndie Wildnis, die wir bezwingen müssen, sichdeutlich von dem rauen, steinigen Pfad nachUtah und der öden Landschaft, die unserePioniervorfahren erwartete, unterscheidet,ist dies für uns nicht weniger schwierig undmühsam als für sie.Unser Kampf besteht darin, in einer Weltzu leben, die von Sünde und Gleichgültigkeitgegenüber Geistigem durchdrungen ist, in derZügellosigkeit, Unehrlichkeit und Habgier allgegenwärtigzu sein scheinen. Die heutige Wildnisbesteht aus Verwirrung und widersprüchlichenBotschaften. Die Pioniere kämpften sich durchdie Wildnis, über felsige Gebirgskämme, überstaub- oder schneebedeckte Bergpfade, wobeisie ihren Glauben auf Zion und die Errichtungder Kirche im Salzseetal richteten.Wir müssen entschlossen sein, dem Herrnund der Gesellschaft mit dem gleichen Eifer undGlauben zu dienen, den die Pioniere an den Taglegten. Wir müssen stets auf der Hut sein, dass wir nichtnachlässig werden, wenn es darum geht, Gottes Gebote zuhalten, seine Gesetze zu befolgen und in all unserem Tunehrlich und vertrauenswürdig zu sein. Wir müssen die Fallendes Bösen meiden, die im Internet lauern und die übereinen Computer, einen Tablet-PC oder ein Handy so leichtzugänglich sind. Wenn wir nachlässig werden, findet Luzifereinen Weg, unsere Entschlossenheit zu dämpfen und unserenGlauben und unsere Liebe zum Herrn und zueinanderzu zerstören, und wir verirren uns in der Wildnis der Welt.Die Versuchungen und das Übel der Welt zu meidenerfordert den Glauben und die Stärke eines wahren Pioniers20 Liahona


unserer Zeit. Wir müssen als die Pioniere vonheute Seite an Seite gehen, ein christliches Lebenführen, gute Vorhaben in der Gesellschaftunterstützen und unsere Familie und unserZuhause stärken.Wenn wir wahrhaft glauben, fragen wirnicht „Was muss ich tun?“, sondern vielmehr„Was kann ich noch tun?“ Wenn der GeistGottes uns unsere Glaubensüberzeugung tiefim Herzen bestätigt, wird unser Glaube zurtreibenden Kraft, die all unsere Gedanken,Worte und Taten gen Himmel erhebt. Dannbeten wir zuversichtlich um Kraft und Führung– wie es unsere Vorfahren getan haben.Das ist damit gemeint, wenn es heißt, jedenSchritt im Glauben zu gehen. Das galt fürunsere Pioniervorfahren, und es gilt für unsheute. Wir müssen in unseren Kindern undEnkelkindern den gleichen Geist entfachen,der die Pioniere antrieb.Mögen wir als Pioniere von heute zusammenstehenund Gott immer um Hilfe bitten,unsere Familie zu führen. Mögen wir ausder Vergangenheit lernen, wie wichtig esist, unsere Eltern, Großeltern und Vorfahrenzu ehren, und mögen wir die Kraft und denMut aufbringen, uns unserer Zukunft zu stellen,wie sie sich ihrer gestellt haben. Mögedas Leben und Wirken des Herrn JesusChristus hell in unserem Herzen leuchten.Und möge das Feuer unseres Zeugnissesin uns brennen – wie bei den Pionierender Kirche. ◼Aus einer Ansprache, die am 15. Juli 2012 in Ogden in Utahgehalten wurde.ANMERKUNGEN1. Gordon B. Hinckley, „The Faith of the Pioneers“,Ensign, Juli 1984, Seite 32. Siehe Oliver B. Huntington, Oliver B. HuntingtonDiary and Reminiscences, 1843 June – 1900January, Seite 26ff.3. Siehe Emily D. P. Young, „Autobiography“, Woman’sExponent, 1. Dezember 1884, Seite 1024. Emily D. P. Young, „Autobiography“, Woman’sExponent, 15. Februar 1885, Seite 1385. Emily D. P. Young, „Autobiography“, Woman’sExponent, 1. August 1885, Seite 376. Phoebe Carter Woodruff, zitiert in Augusta JoyceCrocheron, Representative Women of Deseret, 1884,Seite 35f.7. Henry Ballard, zitiert in Douglas O. Crookston, Hg.,Henry Ballard: The Story of a Courageous Pioneer,1832–1908, 1994, Seite 14f.8. Margaret McNeil Ballard, zitiert in Susan ArringtonMadsen, I Walked to Zion: True Stories of YoungPioneers on the Mormon Trail, 1994, Seite 1279. John Chislett, zitiert in LeRoy R. Hafen und AnnW. Hafen, Handcarts to Zion: The Story of a UniqueWestern Migration, 1856–1860, 1960, Seite 106f.„Wir alle kamen fast umvor Hunger“, berichteteMargaret McNeil von derAnkunft ihrer Familiein Utah. „Meine Mutterschickte mich hinüber, ichsolle um einen Kürbis bitten.Wir besaßen nämlichkeinen Cent und einigemeiner Geschwister warenschon sehr schwach,weil wir nichts zu essenhatten.“Juli 2013 21


Elder Erich W. Kopischkevon den SiebzigernEin Gottder WundertatenDIE SLOWAKISCHEN MITGLIEDERIN SHEFFIELDAls sich die Priestertumsführer, die Missionare, der Gemeinderat und dieMitglieder in Sheffield in England mit vereinten Kräften um echtesWachstum bemühten, wurden sie auf erstaunliche Weise gesegnet.FOTOS VON ABIGAIL PEGGDer Prophet Mormon hat einst beieiner Zusammenkunft von Gläubigeneine machtvolle Predigtgehalten und dabei eine einfache Fragegestellt: „Haben denn … die Wundertatenaufgehört?“ Seine Antwort folgtegleich darauf: „Siehe, ich sage euch:Nein.“ (Moroni 7:29.)Dann erläuterte Mormon, wie dasgroße Erlösungswerk in den LetztenTagen vollbracht werden solle, wobeier auf die wechselseitige Beziehungzwischen dem Heiligen Geist, demDienst von Engeln, unseren Gebeten,Links: Elder Nicholas Pass und Elder JosephMcKay (Einschub unten) erlebten einewundervolle Zeit, als sie slowakischenMitgliedern und Freunden der Kirchedas Evangelium verkündeten – und allesbegann damit, dass die Missionare in derNähe der Fußgängerzone Fargate in SheffieldLudovit Kandrac (Einschub oben, mitseiner Frau) kennenlernten.Bei einem Seminar für Missionspräsidentenim Juni lenkten dieErste Präsidentschaft und dasKollegium der Zwölf Apostel dieAufmerksamkeit erneut auf dieTatsache, dass die Mitglieder derKirche – als Jünger Jesu Christi –die wichtige Aufgabe haben, anderenvom Evangelium zu erzählen.Die Vollzeitmissionare unterstützendie Mitglieder dabei. Der Pfahlratund der Gemeinderat helfen mit,die Arbeit der Missionare und derMitglieder zu organisieren und zuerleichtern.Dieser Artikel zeigt am Beispieleiner Gemeinde in England, wieFührungsbeamte, Mitglieder undGemeinderäte diese Grundsätzeentsprechend den Bedürfnissenihrer Gemeinde in die Tat umsetzenund daraufhin Wunder derBekehrung erleben können.unserem Glauben und den Wundertatendes Herrn einging (siehe Moroni7:33-37,48).In den heiligen Schriften rufen uns diePropheten immer wieder ins Gedächtnis,dass Gott derselbe ist – gestern, heuteund immerdar (siehe 3 Nephi 24:6; LuB20:12). In unserem Bestreben, das Gebotzu erfüllen, „in alle Welt“ zu gehen und„im Namen des Vaters und des Sohnesund des Heiligen Geistes“ zu taufen (LuB68:8), ist es wichtig, dass wir uns mit denfolgenden Grundsätzen befassen und sienicht vergessen:• Gott ändert sich nicht.• Gott ist ein Gott der Wundertaten.• Gottes größtes Wunder bestehtdarin, seinen Kindern die ewigeErrettung zu bringen.• Gott wirkt Wunder gemäß unseremGlauben, der sich in unserenWerken zeigt.Juli 2013 23


• Der Heilige Geist spielt bei der Bekehrungeine entscheidende Rolle.OpferbereitschaftAls ich im Gebiet Europa tätig war, wurde ich in SheffieldZeuge dieser gelebten Grundsätze, durch die einWunder seinen Lauf nahm. Gegen Ende des Jahres 2008sann Bischof Mark Dundon von der Gemeinde Sheffield 1darüber nach, wie er seiner Gemeinde zu mehr Wachstumverhelfen könne. Bei einer Schulung hatte der Pfahlpräsidentdie Bischöfe gefragt: „Zu welchen Opfern wärenSie bereit, um bei der Missionsarbeit erfolgreich zu sein?“Bischof Dundon war hinlänglich geschult worden undwusste, dass ein guter Gemeindemissionsleiter der Schlüsselist, ein gut funktionierender Gemeinderat unerlässlichund die Bereitschaft, auf die Eingebungen des HeiligenGeistes zu hören, ausschlaggebend.Nach viel Nachsinnen und Beten machte BischofDundon Gebrauch von seinen Priestertumsschlüsselnund folgte den Eingebungen des Geistes: Er entließ seinebeiden Ratgeber Gregory Nettleship und Robert McEwen.Bischof Dundon berief daraufhin Bruder Nettleship alsneuen Gemeindemissionsleiter und Bruder McEwen als dessenAssistenten. Sie waren als Bischofschaft freundschaftlichmiteinander verbunden gewesen, daher fiel ihnen diese Änderungnicht leicht. Aber Bischof Dundon wusste, dass dieEntscheidung in diesem bestimmten Fall richtig war, undbeide Ratgeber nahmen demütig ihre neue Berufung an.Der Bischof, der neue Gemeindemissionsleiter unddessen Assistent sowie der Gemeinderat stellten gebeterfülltPläne auf und legten Ziele für das Wachstum derGemeinde fest. Als sie ihre Pläne in die Tat umsetzten,erlebten sie beachtliche Erfolge. Die Zahl der Bekehrtentaufenstieg beträchtlich an, und viele Mitglieder kehrtenzurück und nahmen wieder aktiv am Kirchenleben teil. DieFührung der Gemeinde ahnte jedoch nicht, dass ihr Glaubeund ihre Werke auf eine Weise belohnt werden würden,die sie nie für möglich gehalten hätten.


Die Liebe gab den AusschlagIm März 2011 sprachen ein junger Missionar undsein Mitarbeiter in Sheffield auf der Straße Passantenan. Elder Nicholas Pass sah einen Mann und eine Frauvorbeigehen und hatte das starke Gefühl, er solle sieansprechen. Elder Pass und sein Mitarbeiter liefen demEhepaar hinterher. Die Verständigung war schwierig– das Ehepaar kam aus der Slowakei und sprach keinEnglisch –, aber ein Freund, der das Ehepaar begleitete,dolmetschte. Bei diesem ersten Gespräch auf der Straßezeigten die Missionare auch Bilder, um die erste Visionund die Botschaft von der Wiederherstellung kurz vorzustellen.Das Ehepaar vereinbarte einen Termin mitden Missionaren. Es wollte gern mehr über das Evangeliumerfahren.Ludovit Kandrac, der Vater der Familie, fing an, dasBuch Mormon zu lesen. Kurze Zeit später hörte er mitdem Rauchen auf. Für die Lektionen benötigten dieMissionare immer irgendeinen Dolmetscher. Sie lerntensogar selber ein wenig Slowakisch. Am 14. Mai 2011ließen sich Ludovit, eine seiner Töchter und zwei weitereAngehörige taufen.Bei seiner Taufe gab Bruder Kandrac Zeugnis. Mit Hilfeeines Dolmetschers erzählte er, wie er die Begegnung mitden Missionaren erlebt hatte. Als er im Stadtzentrum vonSheffield an Elder Pass und dessen Mitarbeiter vorbeiging,verspürte er ein wärmendes Gefühl im Herzen. Er ignoriertedas Gefühl und ging weiter, aber als er noch einmaleinen Blick auf die Missionare warf, war er tief berührt vonder Liebe, die sie ausstrahlten, als sie sich mit den Leutenunterhielten. Eigentlich wollte er sie gern ansprechen, aberer ging weiter. Zu seiner Überraschung sprachen ihn dieMissionare kurz darauf an.Ein Jahr zuvor hatte sich eine andere slowakischeFamilie der Kirche angeschlossen, und diese Taufenbildeten den Beginn eines neuzeitlichen Bekehrungswundersunter den in Sheffield lebenden Slowaken. Dieneuen Mitglieder kamen jede Woche in die Kirche undbrachten weitere Angehörige und Freunde mit. Sie ludendie Missionare zu sich nach Hause ein und luden auchMenschen aus der Nachbarschaft ein, das Evangeliumkennenzulernen.Elder Pass und sein neuer Mitarbeiter, Elder JosephMcKay, waren oft bei diesen Familien zu Gast. Sie unterwiesensie im Evangelium, halfen ihnen, dienten ihnengeistlich und spendeten Segen. Es war für alle – dieFreunde der Kirche, die Bekehrten, die Missionare,die Führungsbeamten in Pfahl undGemeinde und die Mitglieder der Gemeinde –eine wundervolle Zeit des Lehrens und Lernensund der Ausschüttung der Gaben des Geistes.„Bei ihnen zu sein und sie zu stärken“Im Sommer und im Herbst 2011 schlossensich weitere Slowaken der Kirche an. Da esimmer mehr wurden, wurde es für die Mitgliedervor Ort schwierig, alle mit dem Auto zum Gemeindehausund dann wieder nach Hause zu bringen. MehrereWochen lang gingen die treuen slowakischen Mitgliederjeden Sonntag acht Kilometer zu Fuß zur Kirche, um dieDie missionarischen Anstrengungen von Bischof Mark Dundon(Einschub oben), den Gemeindemissionsleitern und demGemeinderat wurden auf ungeahnte Weise belohnt, als DutzendeSlowaken sich der Kirche anschlossen. Sie gingen achtKilometer zu Fuß, unter anderem die Darnell Road entlang(links), um die Versammlungen am Sonntag zu besuchen.Juli 2013 25


Versammlungen zu besuchen, die in einer Sprache abgehaltenwurden, die sie nicht verstanden.Im September 2011 wurde die Pfahlpräsidentschaft inSheffield umgebildet, und Bischof Dundon wurde als neuerPfahlpräsident berufen. Einen Monat später fand eine Firesidefür die englischen und die slowakischen Mitgliederstatt, bei der Dolmetscher eingesetzt wurden.Präsident Dundon saß auf dem Podium und hatte dieEingebung, dass eine slowakische Gruppe gegründetwerden müsse. Sie sollte der Gemeinde Sheffield 1 angegliedertwerden, aber in einem Gebäude in der Nähe desWohngebiets der Slowaken zusammenkommen. Schonbald wurden geeignete Versammlungsräume gefundenund angemietet. Am 11. Dezember 2011 fanden die erstenSonntagsversammlungen in dem neuen Gebäude statt.Die Führung der Gemeinde Sheffield 1 erwartete optimistischetwa 50 Anwesende. Es nahmen aber 84 Personen –darunter 63 Slowaken – daran teil.Nach der Umbildung des Pfahles Sheffield wurde RobertMcEwen als Bischof der Gemeinde Sheffield 1 berufen.Bruder Nettleship blieb Gemeindemissionsleiter. Unterbeiden Bischöfen leisteten der Gemeindemissionsleiter undder Gemeinderat hervorragende Arbeit, um die Gemeindedahin zu führen, dass sie bei den slowakischen Mitgliedernwar und sie stärkte (siehe LuB 20:53).Im Gemeinderat wurde beispielsweise besprochen,wie man den Bedürfnissen der neuen Mitglieder gerechtwerden konnte, wie man sie bei allen Veranstaltungen derGemeinde einbeziehen konnte, wie man sie im Evangeliumbestärken und wie man Sprachbarrieren überwindenkonnte. Die Ratsmitglieder fasteten und beteten um GottesHilfe und gingen dann eifrig ans Werk. Sie besuchten dieneuen Mitglieder und begleiteten die Vollzeitmissionare,wenn sie die neuen Mitglieder im Evangelium unterwiesen.Sie sorgten für Mitfahrgelegenheiten. Sie bestellten Materialder Kirche in slowakischer Sprache. Sie nahmen dieneugetauften Mitglieder mit in den Tempel, wo sie sich fürVerstorbene taufen ließen.Die Führungsbeamten der Gemeinde stellten vor Weihnachtenein Dienstprojekt auf die Beine. Die Gemeindemitgliederspendeten Geld und sammelten Spielzeug,Kleidung und weitere Geschenke. Am Heiligabend wurdengroße Tüten mit Weihnachtsgeschenken sowie Lebensmittelnfür ein Weihnachtsessen an die slowakischen Mitgliederund andere Familien im Gemeindegebiet ausgeteilt.Die langjährigen Mitglieder und die neuen Mitgliederverstanden kaum die Sprache des anderen, aber alleRechts: Faro Dunka, Gruppenleiter der slowakischen Mitgliederin Sheffield, begrüßt Besucher zur Abendmahlsversammlung.Im März 2013 wurde aus der Gruppe ein eigener Zweig.Einschub oben: Führungsbeamte der Gemeinde Sheffield 1 beieiner Gemeinderatssitzung. Einschub unten: Eine Schwesterspricht in der Abendmahlsversammlung.spürten die wärmende Sprache der Liebe. Mitglieder undFreunde der Kirche waren von großer Freude und Begeisterungerfüllt.Im folgenden Jahr entwickelte sich die kleine Gruppe zueiner stabilen Einheit der Kirche, Familien ließen sich taufenund wurden Teil der Kirche. Väter wurden zum Aaronischenund zum Melchisedekischen Priestertum ordiniert,Söhne wurden zum Aaronischen Priestertum ordiniert, fürdie mehr als 20 Kinder wurde die PV eingerichtet, ebensowurden die Programme der Jungen Männer und JungenDamen eingerichtet, an denen wöchentlich mehr als 25Jugendliche teilnahmen. Der Herr sandte einen Vollzeitmissionaraus Tschechien, der Slowakisch sprach und dieGruppe zusätzlich unterstützte. Zur gleichen Zeit schicktendie Familien auch Empfehlungen in ihre Heimat.Ein Gott der WundertatenWarum hat sich das zugetragen? Weil Gott nicht aufgehörthat, ein Gott der Wundertaten zu sein. Weil gläubige,treue Missionare eifrig nach denen suchten, die bereit waren,das Evangelium anzunehmen. Weil der Pfahlpräsidentund die Bischöfe voll Glauben handelten und der Führungdes Heiligen Geistes folgten. Weil ein Gemeinderat Verantwortungübernahm und in Einigkeit zusammenarbeitete.Weil Mitglieder die Sprache der Liebe erlernten und derAufforderung der Führungsbeamten nachkamen, nämlichGlauben zu üben und darauf zu vertrauen, dass Gott wirklichmeint, was er sagt: „Ich bin ein Gott der Wundertaten;und ich werde der Welt zeigen, dass ich derselbe bin gestern,heute und immerdar.“ (2 Nephi 27:23.)Der Erfolg in Sheffield muss kein einmaliges Ereignisbleiben. Er erinnert uns an die von Propheten verkündetenVerheißungen und kann unseren Glauben und unserenWunsch entfachen, Werkzeuge in der Hand Gottes zu werden,indem wir Menschen in unserem Umfeld einladen, zuChristus zu kommen. Wenn wir das tun, ermöglichen wires dem Herrn, uns zu segnen, indem er uns Gelegenheitengibt, Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen,sie in die Kirche einzugliedern und sie zu stärken. Dannwerden wir Beweise dafür sehen, dass Gott immer nochein Gott der Wundertaten ist. ◼26 Liahona


STIMMEN VON HEILIGEN DER LETZTEN TAGEARBEIT FÜR DEN HERRNMein Mann Cyrus und ich habenam 23. Mai 2006 im Tempelgeheiratet. Vor unserer Heirat hatteCyrus eine Arbeitsstelle in einemLabor, und das bedeutete, dass erauch sonntags arbeiten musste. Erarbeitete im Schichtdienst, meist abervon Mitternacht bis 8 Uhr morgens.Nach der Arbeit ging er nach Hause,legte die Arbeitskleidung ab, zog dieSonntagskleidung an und machte sichgleich auf den Weg in die Kirche, dieum 9 Uhr begann. Das blieb auch so,nachdem wir geheiratet hatten.Manchmal gingich alleine indie Kirche, weil meinMann bei der Arbeitaufgehalten wurde.Wir wünschten unsimmer, er müsse nichtam Sonntag arbeiten.Manchmal ging ich alleine in dieKirche, weil er bei der Arbeit aufgehaltenwurde. Wir wünschten unsimmer, er müsse nicht am Sonntagarbeiten. Am ersten Sonntag im Juni2006 fasteten wir zum ersten Mal gemeinsamals Ehepaar. Wir beteten vollGlauben, dass Cyrus eine Arbeitsstellefinden möge, bei der er sonntagsnicht arbeiten musste.Ein paar Tage später fragte ichmich gegen 10 Uhr, wo Cyrus wohlblieb, da er ja üblicherweise zwischen8 und 9 Uhr nach Hause kam.Da kam mir plötzlich der Gedanke:„Vielleicht ist er befördert worden.“Gegen 11 Uhr kam Cyrus schließlichnach Hause. Als er hereinkam, sagteer gleich, er habe gute und schlechteNeuigkeiten.Ich bat ihn, mir zuerst dieschlechte Neuigkeit mitzuteilen. Ersagte, wir müssten von Iligan nachPanay ziehen. Das gefiel mir nicht,weil wir die Leute in unserem Pfahlsehr mochten. Sie waren freundlichund behandelten uns wie Familienangehörige,da sie wussten, dassCyrus und ich keine Verwandten inder Nähe hatten.Als ich ihn fragte, warum wirnach Panay ziehen mussten, antworteteer, das sei die gute Neuigkeit.Sein Chef hatte ihm eine andereStelle in Panay angeboten. Ich fragtenicht etwa nach dem neuen Gehalt,sondern fragte gleich, ob er dann amSonntag arbeiten müsse. Als er dasverneinte, freute ich mich sehr. Ichumarmte ihn und sagte, diese neueStelle sei die Antwort auf unser Betenund Fasten. Zwei Monate spätertrat Cyrus seine neue Arbeitsstelle inPanay an.Der Vater im Himmel achtet aufuns und segnet uns, wenn wir Glaubenüben und seine Gebote halten.Ich bin dankbar, dass wir beten undfasten können. Die neue Arbeitsstellemeines Mannes ist ein Segen für uns.Jetzt hat er Zeit, seine Berufung inder Gemeinde großzumachen, undam Sonntag arbeitet er jetzt nur fürden Herrn. ◼Mary Jane Lumibao Suya, Philippinen


FÜR IMMER VEREINTILLUSTRATIONEN VON BRADLEY CLARKAls ich neunzehn war, besuchteich ein letztes Mal meine Großeltern,ehe ich zu einem dreimonatigenhumanitären Einsatz nach Ecuadoraufbrach. Mein Großvater war wegenseines schlechten Gesundheitszustandsin einem Seniorenwohnheimuntergebracht. Er litt an Demenz undweiteren altersbedingten Gebrechen.Als ich mit meiner Familie dasWohnheim betrat, war ich bedrückt,weil ich wusste, dass dieser Besuchbei meinem Großvater wahrscheinlichmein letzter war. Ich wusste, dass erwohl sterben würde, während ichweg war, und fühlte mich irgendwieschuldig, dass ich fortging.Kurz bevor wir sein Zimmer betraten,hatte ihn ein Pfleger gerade inden Rollstuhl gesetzt. Wir fuhrenihn im Rollstuhl zum Aufenthaltsraum.Meine Mutter unterhieltsich mit jemandem vom Pflegepersonal,und meine 16-jährigeSchwester und ich unterhieltenuns mit unserem Opa.Er war nicht mehr er selbst. Es waroffensichtlich, dass seine geistige Verfassungnachgelassen hatte. Er wirkteverwirrt. Als wir ihn fragten, wieviele Enkel er habe, gab er die falscheAntwort. Liebevoll nahmen wir ihn einbisschen auf den Arm und machtenein großes Theater darum, wie vieleEnkel er nun tatsächlich hatte.Er tat mir so leid. Dann aber sagtemein Großvater verwirrt, wie er war,mitten unter all seinen falschen Antwortenauf unsere Fragen plötzlich:„Für immer vereint.“Ich war sprachlos. Ein Pfleger, derin der Nähe stand, hatte nicht verstanden,was er gesagt hatte, aber meineSchwester und ich sahen einander an.Wir hatten ihn beide deutlich verstanden.Da sagte er ein zweites Mal: „Fürimmer vereint.“ Dieses Mal hörte esauch meine Mutter.Das ist alles, was ich von diesemBesuch in Erinnerung habe. Ich weißnoch, dass ich aus Kummer und ausFreude weinte, als wir das Seniorenheimverließen – aus Kummer umden Mann, den wir dort zurückließenund den ich in diesem Leben nichtmehr wiedersehen würde, und ausFreude über die liebevolle Barmherzigkeitdes Herrn, die aus den einfachenWorten meines Opas sprach,die mich mit Frieden erfüllten.Ich weiß, dass mein Großvatertrotz seines Geisteszustands ein letztesMal seine feste Überzeugung undGewissheit geäußert hatte, dass dieFamilie für immer vereint sein kann.Bald darauf machte ich mich aufden Weg, um humanitären Dienst zuleisten. Als ich eine Woche vor meinerHeimreise erfuhr, dass mein Großvatergestorben war, empfand ich Frieden.Ich wusste damals und weiß auchjetzt, dass ich ihn eines Tages wiedersehenwerde. Dank der heiligen Handlungendes Tempels ist die Familie fürimmer vereint. ◼Kellee H. Mudrow, UtahMein Großvaterwar nichtmehr er selbst. Eswar offensichtlich,dass seine geistigeVerfassung nachgelassenhatte.Er wirkte verwirrt.29


SIE DÜRFEN HIER NICHT HEREINMein Mann John war sehr stattlich.Er war 1,90 Meter groß und wogüber 90 Kilogramm. In der Touristenklassezu fliegen war für ihn bestenfallsungemütlich, schlimmstenfallssogar schmerzhaft.Im August 2006 wurden wir berufen,an der Brigham-Young-UniversitätHawaii eine Mission für das Bildungswesender Kirche zu erfüllen. Als unsder Heimflug bevorstand, machtenwir uns Sorgen, wie wir auf dem Flugzurück zum Festland wohl untergebrachtwaren. Beim Check-in erfuhrenwir zu unserer Freude, dass es einenAls ich mich der erstenKlasse näherte, hieltmich eine Flugbegleiterinan der Tür auf.freien Sitzplatz in der ersten Klassegab, also zahlten wir für meinen Mannden Aufpreis. So konnte er gemütlichsitzen und hatte ausreichend Platz fürseine langen Beine.Etwa auf halbem Wege beschlossich, mich zu erkundigen, wie esmeinem Mann ging. Als ich michder ersten Klasse näherte, hielt micheine Flugbegleiterin an der Tür auf.„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie.„Ja, ich würde gern kurz mit meinemMann sprechen“, entgegnete ich.„Es tut mir leid“, sagte die Flugbegleiterinfreundlich, aber bestimmt,„Sie dürfen hier nicht herein.“„Aber ich will doch nur ganz kurzmeinen Mann sehen.“Doch sie blieb vor der Tür stehenund wiederholte: „Es tut mir leid, aberes ist Ihnen nicht gestattet, sich hieraufzuhalten. Ich kann Ihrem Mann etwasausrichten, und wenn er möchte,kann er zu Ihnen kommen. Aber indiesem Bereich dürfen sich nur Passagiereder ersten Klasse aufhalten.“Einen Moment lang war ich sprachlos.Aber ich sah, dass nichts zu machenwar, und ging still auf meinenPlatz in der Touristenklasse zurück.Ich musste an die drei Grade derHerrlichkeit denken, die in den heiligenSchriften erwähnt sind und vondenen Propheten gesprochen haben.Wir lesen, dass Christus diejenigenim terrestrialen Reich besuchen wird(siehe LuB 76:77) und dass dienendeEngel diejenigen im telestialen Reichbesuchen werden (siehe LuB 76:88),dass aber diejenigen aus den geringerenReichen niemals ins celestialeReich gelangen können (siehe LuB76:112; siehe auch LuB 88:22-24). Alsich über das eben Erlebte nachdachte,meinte ich, ahnen zu können, wie esvielleicht sein mag, in den geringerenReichen zu sein. Wie fühlt man sichwohl, wenn es heißt: „Es tut mir leid,du darfst hier nicht herein“?Ungefähr fünf Monate späterstarb mein Mann an Krebs. MeinErlebnis im Flugzeug spornt michzusätzlich an, so zu leben, dass ichsolche Worte nie wieder hören muss –zumindest nicht auf der anderen Seitedes Schleiers. ◼Bonnie Marshall, Utah


GLÜCK HAT KEINEN PREISNeulich ging ich zur Bank, umGeld abzuheben. Ich wolltemeine Angestellten bezahlen. Eheder Kassierer mir das Geld ausbezahlte,bat ich ihn, mir einige200-Sol-Scheine in 50-Sol-Scheine zuwechseln. Der Kassierer wechseltedas Geld, und ich meinte, gesehen zuhaben, dass er beim Zählen der Geldscheineeinen Fehler gemacht hatte.Er gab mir die 50-Sol-Scheine, undich trat einen Schritt zurück, um auf dieAuszahlung zu warten. Dabei zählteich die Banknoten. Ich hatte dem Kassierer1200 Sol gegeben, doch er hattemir 2200 Sol zurückgegeben – eintausendzu viel. Einen Moment lang warich in Versuchung. Ich sagte mir, dieBank habe ja reichlich Geld. Aber meinHerz sagte mir, dass es nicht mein Geldwar. Ich musste es zurückgeben.Ein paar Augenblicke später riefmich der Kassierer wieder zu sich. Erzählte mir das abgehobene Geld vor,und als er es mir reichte, fragte er:„Sonst noch etwas?“„Ja“, erwiderte ich. „Ich habe Ihnen1200 Sol zum Wechseln gegeben, aberSie haben mir 2200 zurückgegeben.“Ich reichte ihm die 2200 Sol. Mitzitternden Händen zählte er das Geldzweimal. Er traute seinen Augen nicht.Er schaute mich an und wollte etwassagen, brachte aber nur zweimal „VielenDank!“ heraus.Frohgemut verließ ich die Bank.In dieser Woche bereitete ich einenUnterricht für die Jungen Männer inmeiner Gemeinde vor. Es ging darum,wie man Versuchungen widersteht. Eswar schön, dass ich ihnen von meinemErlebnis in der Bank erzählen konnte.„Das soll wohl ein Scherz sein!“,sagten ein paar Jungen grinsend.„Sie haben ihm tausend Solzurückgegeben!“„Das Glück hat keinen Preis“, entgegneteich lächelnd.Ich bin sehr dankbar für dieses Erlebnis,das mein Zeugnis und das derjungen Männer gestärkt und gezeigthat, wie wichtig es ist, Versuchungenzu widerstehen. ◼Abelino Grandez Castro, PeruDer Kassierer gabmir 2200 Sol –tausend Sol zu viel. EinenAugenblick lang war ichversucht, das Geld zubehalten.Juli 2013 31


Elder Keith K. Hilbiggehörte von 2001 bis2012 den Siebzigern anFÜR DIEEwigkeitLEBENIch lege Ihnen, den jungen Erwachsenen, ansHerz, sich häufig Ihr künftiges celestiales Lebenmit Ihrer Familie in der Ewigkeit vorzustellen.Wie anders und wie schwierig ist doch die Welt einesjungen Erwachsenen (ob verheiratet oder alleinstehend)heute, wenn man sie mit der Welt einesjungen Erwachsenen vor zwei, drei Generationen vergleicht!Viele Probleme, die es heute gibt, gab es zu meiner Studienzeitüberhaupt nicht, oder sie waren längst nicht so intensiv.Aber Sie leben hier und heute. Sie streben vorwärts, währenddie Älteren hinübergehen in die Ewigkeit. Sie sind nichtzufällig zu dieser Zeit hier, vielmehr ist dies Teil eines ewigenPlans – der vor der Erschaffung der Welt entworfen, angenommenund umgesetzt wurde.Sie können sich glücklich schätzen, von der Wiederherstellungdes Evangeliums zu wissen! Sie wissen, dass esein vorirdisches Dasein in der Gegenwart des himmlischenVaters und Jesu Christi gab. Dort wurden Sie geschult undgeprüft. Sie lernten die Gesetze kennen, durch die Sie sichweiterentwickeln können. Sie haben diese Gesetze befolgtund durften deshalb auf die Erde kommen. So haben Sie denWeg eingeschlagen, der zu Erhöhung, Herrschaft und Göttlichkeitführt.Sie kennen den Zweck des Erdenlebens und wissen, welcheMöglichkeiten Ihnen nach diesem Leben offenstehen.Kurz gesagt, Sie kennen die Aussicht auf die Ewigkeit – Siekönnen zurücksehen und nach vorn blicken.Die Mehrzahl Ihrer Altersgenossen, die nicht der KircheJesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehören, unddie Welt im Allgemeinen wissen kaum etwas von diesenFOTOS VON DAVID STOKER32 Liahona


Tatsachen. Ihr Leben scheint von zweiEreignissen begrenzt zu sein: der Geburtund dem Tod. Ihre Entscheidungen undihr Verhalten ergeben sich aus einer begrenztenSicht. Im Wesentlichen leben siefür den Augenblick – für die Zeitspannezwischen Geburt und Tod, im ewigenPlan kaum mehr als eine Nanosekunde.Vermutlich wissen sie nichts von ihremvorirdischen Dasein und kaum etwasüber die Ewigkeit.JUNGE ERWACHSENERiskieren Sie nicht, nurfür den Augenblick zuleben; vielmehr müssenSie für die Ewigkeitleben. Vergessen Sie einesnie: Wenn Sie undIhr Ehepartner – oderIhr zukünftiger Ehepartner,falls Sie nochnicht verheiratet sind –gehorsam sind, werdenSie „Herrlichkeit auf[Ihr] Haupt hinzugefügtbekommen fürimmer und immer“.Ihr ewiges PotenzialSie jedoch kennen die Verheißung,was Ihr Potenzial in der Ewigkeit betrifft.Dem Ehepaar, das im heiligen Tempelgesiegelt wird, verheißt der Herr:„Ihr werdet in der ersten Auferstehunghervorkommen, … und werdet Throne,Reiche, Gewalten und Mächte, Herrschaftenund alle Höhen und Tiefen ererben… und wenn sie in meinem Bundverbleiben und keinen Mord begehen,wodurch unschuldiges Blut vergossenwürde, dann wird ihnen alles geschehen,was auch immer mein Knecht ihnen zugebilligthat – in der Zeit und durch alleEwigkeit, und wird in voller Kraft sein,wenn sie außerhalb der Welt sind, und siewerden an den Engeln und den Göttern,die dort hingestellt sind, vorbeigehen zuihrer Erhöhung und Herrlichkeit in allem,wie es auf ihr Haupt gesiegelt wordenist, und diese Herrlichkeit wird eine Fülleund eine Fortsetzung der Samen sein, fürimmer und immer.Dann werden sie Götter sein, weil siekein Ende haben; darum werden sie vomImmerwährenden zum Immerwährendensein, weil sie weiterbestehen; dann werdensie über allem sein, weil alles ihnenuntertan ist. Dann werden sie Götter sein,weil sie alle Macht haben und die EngelJuli 2013 33


ihnen untertan sind.“ (LuB 132:19,20.)Ich lege Ihnen, den jungen Erwachsenen,ans Herz, sich häufig Ihr künftigescelestiales Leben mit Ihrer Familiein der Ewigkeit vorzustellen – verbundenmit unermesslicher Herrlichkeitund unermesslichen Vorzügen, wiewir es noch gar nicht richtig erfassenkönnen. Doch eines ist gewiss: Sie allehaben Ihren „ersten Stand“ bewahrt(siehe Abraham 3:26), Sie alle habensämtliche Prüfungen des vorirdischenLebens bestanden, Sie alle haben großenGlauben ausgeübt, und deshalbwurde es Ihnen gewährt, einen sterblichenKörper zu erhalten und in dieseirdische Umgebung zu kommen.Riskieren Sie darum nicht, nur fürden Augenblick zu leben; vielmehrmüssen Sie für die Ewigkeit leben.Vergessen Sie nie die herrliche VerheißungGottes an jedes seiner Kinder:Wenn Sie und Ihr Ehepartner – oderIhr zukünftiger Ehepartner, falls Sienoch nicht verheiratet sind – gehorsamsind, werden Sie „Herrlichkeit auf [Ihr]Haupt hinzugefügt bekommen fürimmer und immer“ (Abraham 3:26).Wenn Sie Gottes Gebote treu halten,werden sich seine Verheißungenbis auf den letzten Buchstaben erfüllen.Das Schlimme ist, dass der Widersacherder Menschenseelen ihrenVerstand blenden will. Wenn sie eszulassen, streut er ihnen sozusagenSand in die Augen und sie lassen sichvon den Dingen dieser Welt blenden.Die Theologen und Gelehrten derChristenheit wissen nicht, was Sieüber die Ewigkeit wissen, aber der Satanweiß es! Er weiß von Ihrer vorirdischenVorbereitung, dem Zweck IhresErdenlebens und vor allem von Ihremewigen Potenzial.Das hebräische Wort für Teufelbedeutet „Verderber“ 1 . Der Teufelwill Ihnen Ihren Weg in die EwigkeitGott hat Ihnen nicht nur dasRecht gegeben, zwischen Gutund Böse zu wählen, sondernauch die Macht, das Gute demBösen vorzuziehen! LetztenEndes treffen Sie die Entscheidung,nicht der Satan.verderben. Er versucht, sich IhremPotenzial hier und im Jenseits in denWeg zu stellen. Ihm liegt daran, dassSie Ihre Freiheit für unkluge Entscheidungennutzen. Manche jungen Menschen,die auf ihre Unabhängigkeitpochen, meinen, sie seien vor allemdann unabhängig, wenn sie sich füretwas Falsches entscheiden. Aber daskann jeder Narr, das macht die Masse.Tatsächlich erlebt und zeigt manUnabhängigkeit, wahre Freiheit, ambesten dadurch, dass man sich immerfür das Rechte entscheidet. Gott hatIhnen nicht nur das Recht gegeben,zwischen Gut und Böse zu wählen,sondern auch die Macht, das Gutedem Bösen vorzuziehen! Damit hatGott Ihnen größere Macht gegebenals dem Satan und dessen Scharen.Letzten Endes treffen Sie die Entscheidung,nicht der Satan.Der Vater im Himmel hat die Erfahrungdes sterblichen Daseins zu einemwichtigen Zweck ermöglicht: dass wirgeprüft werden und das Böse überwinden.Selten legt er uns Prüfungenund Versuchungen extra zurecht,denn er weiß, dass das Erdenleben sieohnehin reichlich mit sich bringt. SeinWunsch ist, dass wir hier auf der Erdelernen, unser „natürliches“ Selbst zuüberwinden (siehe Mosia 3:19), derWeltlichkeit entsagen und uns als würdigerweisen. Der Satan hat anderePläne. Er lässt nichts unversucht, umunseren Fortschritt zu verhindern.Die Versuchungen der WeltDiese Welt, vom cleveren und unheilvollenVorgehen des Satans unterstützt,lockt Sie mit der Versuchung,anerkannt zu werden, mit der Massezu gehen, den Kitzel des Augenblickszu genießen – vielleicht in Form vonschlechten Filmen oder Videospielen,sittlichen Fehltritten (einschließlichPornografie), einer üblen Ausdrucksweise,unanständiger Kleidung oderUnehrlichkeit. Dem Satan liegt daran,Sie zu verwirren, was das Verständnisder von Gott festgelegten Konstellationder Familie angeht, dass nämlich dieEhe zwischen Mann und Frau von Gottverordnet ist und Kinder ein Recht daraufhaben, in der Obhut einer Mutterund eines Vaters aufzuwachsen. 2Wenn Sie, und sei es nur für den34 Liahona


Moment, gedankenlos Luzifers Verlockungnachgeben, kann er sie womöglichder Segnungen der Ewigkeitberauben. Der Satan selbst hat keinerleiAussichten in Bezug auf die Ewigkeit.Bedenken Sie, dass er den Kampfim Himmel verloren hat, einen Kampf,der mit dem Zeugnis ausgefochtenwurde (siehe Offenbarung 12:11) undbei dem die treuen Jünger Christi denSatan und seine Befürworter besiegten.Die Verluste waren groß: AlleAnhänger des Satans – ein Drittel derScharen des Himmels – wurden ausgestoßen.Sie werden nie einen physischenKörper erhalten oder die Möglichkeit,ewiges Leben zu erlangen.Lehi sagte zu seinem Sohn Jakob:„Und ich, Lehi, muss nach dem,was ich gelesen habe, notwendigerweiseannehmen, dass ein EngelGottes, wie es geschrieben steht, vomHimmel gefallen war; darum ist er einTeufel geworden, denn er hatte nachdem getrachtet, was böse ist vor Gott.Und weil er vom Himmel gefallenwar und für immer elend gewordenwar, trachtete er danach, die ganzeMenschheit ebenfalls ins Elend zubringen.“ (2 Nephi 2:17,18.)Ferner sagte Lehi: „Darum sind dieMenschen gemäß dem Fleische frei… Und sie sind frei, um Freiheit undewiges Leben zu wählen durch dengroßen Mittler für alle Menschen oderum Gefangenschaft und Tod zu wählengemäß der Gefangenschaft undMacht des Teufels; denn er trachtetdanach, dass alle Menschen so elendseien wie er selbst.“ (2 Nephi 2:27.)Alle, die in unserer Zeit mit Drogenhandeln, Pornografie vertreiben, übleUnterhaltung fördern, Lügen unterstützen,unanständige Kleidung anpreisen,zur Unsittlichkeit verführen oderdie traditionelle Familie angreifen, fördernEntscheidungen, die das geistigeLeben beeinträchtigen, ja, sogar dengeistigen Tod der Söhne und TöchterGottes herbeiführen können.Vergessen Sie nicht, dass der Satanüber das Unglück derer lacht, die sichvon solchen Verlockungen übertölpelnlassen (siehe Mose 7:26). SeineMethoden sind immer andere, aber siehaben ein gemeinsames Ziel: Ungehorsamund den damit verbundenenVerlust von Segnungen.Gehorsam bringt SegnungenGehorsam ermöglicht Segnungenund bringt Frieden. Überlegen Sie,ob Sie sich schon einmal bewusstentschieden haben, das Richtige zutun, obwohl Sie stark versucht waren,das Falsche zu tun. Vielleicht ging esdarum, schlechte Gedanken zu vertreibenoder die Wahrheit zu sagen, wenneine Lüge einfacher gewesen wäre.Vielleicht war es die Entscheidung,aufzustehen und einen Film nicht längeranzusehen (oder sonst eine unheiligeStätte zu verlassen), der als erträglichangepriesen wurde, sich dannaber als unannehmbar herausstellte.Wenn Sie an eine solche richtigeEntscheidung zurückdenken, wasWICHTIGE PUNKTEDER LEHREWas die Heiligen der LetztenTage aufgrund der Wiederherstellungwissen:• Der Vater im Himmelverheißt den Gehorsamenewige Herrlichkeit.• Der Satan trachtet danach,Elend über die ganzeMenschheit zu bringen.• Gottes Kinder haben dieMacht, Versuchung zuüberwinden.empfinden Sie dabei? Große Freude?Das Gefühl, Ihr eigener Herr zu sein?Mehr Selbstvertrauen vor dem Herrn?Größere Kraft, dem Bösen zu widerstehen?Das zeugt von Stärke; das istFreiheit!Wenn Sie beständig Versuchungenwiderstehen, wird dies immer leichter– nicht weil sich an der Natur derSache etwas geändert hätte, sondernweil Ihre Widerstandskraft zugenommenhat. 3 Sie können jede Versuchungüberwinden, die sich Ihnen stellt (siehe1 Korinther 10:13).Sie wissen, dass Sie von Gott gekommensind. Sie sind sich Ihrer göttlichenBestimmung deutlich bewusst.Ich fordere Sie auf, „der göttlichen Natur,die Sie in sich tragen“, gerecht zuwerden 4 und nicht für den Augenblickzu leben, sondern für die Ewigkeit.Sie sind wunderbare junge Menschen,zukünftige Führer im ReichGottes und in der Gesellschaft, undSie dürfen diesem zeitlosen Kampfnicht zum Opfer fallen. Den Kampf imHimmel haben Sie überlebt. Sie könnenden Kampf auf der Erde gewinnen.Leben Sie nicht für den Augenblick,sondern für die Ewigkeit.Sie können sicher sein, dass sichalle Anstrengung lohnt, die Gebote zubeachten, denn Ihr Lohn besteht darin,in den höchsten Grad des celestialenReiches, in die Gegenwart Gottes,zurückzukehren. ◼Aus einer Ansprache, die am 20. März 2007 beieiner Andacht an der Brigham-Young-UniversitätIdaho gehalten wurde. Den englischen Textfinden Sie in voller Länge unter web.byui.edu/devotionalsandspeeches.ANMERKUNGEN1. Bible Dictionary, „Devil“2. Siehe „Die Familie – eine Proklamationan die Welt“, Liahona, November 2010,Umschlagrückseite3. Siehe Lehren der Präsidenten der Kirche:Heber J. Grant, Seite 38f.4. Gordon B. Hinckley, „Jeder ein bessererMensch“, Liahona, November 2002,Seite 99JUNGE ERWACHSENEJuli 2013 35


DER ERSTE SCHRITT, GEMÄLDE VON DAVID LINN © IRI, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN MUSEUMS DER KIRCHEErfahrungen mit tiefem VertrauenMelissa ZentenoZeitschriften der Kirche36 Liahona


Als Claire (Name geändert)sechs Jahre alt war, ließen sichihre Eltern scheiden. In denfolgenden Jahren sah sie viele Ehenscheitern und erlebte, wie Angehörigesuchtkrank wurden, sich von der Kircheabwandten oder unter Depressionenlitten. Claire war niedergeschlagenund verwirrt und verlor jeglichesVertrauen in die Familie als solche.„Ich sagte mir, die Ehe sei nichts fürmich“, berichtet sie. „Dahinter verbargich aber bloß die Angst, meine Zukunftkönne genau so aussehen, wieich es in meiner Familie erlebt hatte.“Doch Claire machte nicht nur ihreeigene familiäre Situation zu schaffen,sie fühlte sich auch einsam. EinesTages fiel sie verzweifelt auf die Knieund betete flehentlich, weil sie wissenwollte, ob der Vater im Himmel wirklichda war. „Als ich mit dem Weinenund Reden aufhörte, überkam michein brennendes Gefühl – friedvoll,deutlich und klar“, erzählt sie. „Ichwusste, dass der Vater im Himmel dawar und mich immer lieben und mirdurch meine Prüfungen hindurchhelfenwürde.“Die Antwort, die Claire erhielt,erweckte in ihr den Wunsch, ihrZeugnis und ihr Vertrauen in Gott undseine Gebote, was die Familie betraf,zu vertiefen. Sie betete weiterhin undlas zudem in den heiligen Schriften,besuchte das Seminar und hielt dieGebote.Heute ist Claire verheiratet undlernt, allen Schwierigkeiten mitGlauben zu begegnen. „Ich machemir keine Sorgen, ob es überhauptmöglich ist, eine starke Familie aufzubauen,weil mein Mann und ich beschlossenhaben, immer unser Zeugniszu stärken, den Vater im Himmelund unseren Erretter in unser Lebeneinzubeziehen und nie zu vergessen,dass das Evangelium wahr ist.“Ein schlichtes, aufrichtiges Gebetwar der Anfang. Claire entwickelteGottvertrauen. Was können wir sonstnoch tun, um Gottvertrauen zu entwickeln?Junge Erwachsene aus allerWelt, die Prüfungen erlebt haben,berichten von ihren Erfahrungen, wiesie Vertrauen in den Herrn entwickeltund gelernt haben, auf seinen Willen,seine Wege und seinen Zeitplan zuvertrauen.Dankbar bleibenÜber ihre Segnungen nachzudenkenhilft Stefanie Egly aus Hessen, aufden Plan des himmlischen Vaters undseinen Zeitplan zu vertrauen.Stefanie begann, ihre Segnungenaufzuschreiben, nachdem sich ihreHoffnung auf eine feste Beziehungzerschlagen hatte. „Wir waren nurgute Freunde, aber ich hatte immergehofft, aus unserer Beziehung könnemehr werden. Diese Hoffnung zerschlugsich, als er mir mitteilte, dasser eine Freundin hatte.“Stefanie war sehr niedergeschlagen,doch sie fand Trost, als sie im Liahonaeinen Artikel über Dankbarkeit las.Sie hatte das Gefühl, sie solle ihreSegnungen aufschreiben – insbesondere,inwiefern es auch ein Segen war,alleinstehend zu sein.Die Liste machte ihr bewusst, dassihr keine Segnungen entgangen waren,nur weil sich die Aussicht zu heiratennicht verwirklicht hatte. Stefanie betrachtetes als einen Segen vom Herrn,dass sie Grundschullehrerin gewordenist und mit Kindern arbeiten darf. Sieist viel gereist, hat die Generalkonferenzbesucht und war Betreuerin beiEFY-Tagungen. Einige ihrer bestenFreundschaften sind bei Tagungen fürjunge Alleinstehende entstanden.Die größte Segnung ist ihrer Meinungnach, dass sie mit ihrer GroßmutterZeit verbringen konnte, ehe siestarb. Ihren Geschwistern und Cousinsund Cousinen war dies nicht möglichgewesen, weil sie weit entfernt wohntenoder sich um ihre Familie kümmernmussten.Fünf Jahre sind vergangen, seitStefanie angefangen hat, ihre Segnungenaufzuschreiben. Sie wartet immernoch auf die Gelegenheit, im Tempelzu heiraten. „Ich weiß nicht, wann icheinen Partner für die Ewigkeit kennenlernenwerde, aber ich vertrauedarauf, dass es einmal geschehenwird“, sagt sie. „Und bis dahin werdeich ganz sicher Erfahrungen machen,durch die ich dazulerne und wachse.“Der Vater im Himmel hat sie reich gesegnet,und sie weiß, dass er es weiterhintun wird, wenn sie treu bleibt.Täglich Gottes Wort lesenDaniel Martuscello aus Coloradohatte gerade eine Scheidung hintersich und fand es schwer, sich mitseinen neuen Lebensumständenabzufinden. Er war nicht mehr verheiratet,und er war ein junger Vater undarbeitslos. Er verstand einfach nicht,warum das geschehen war – schließlichhatte er sich immer bemüht,rechtschaffen zu sein.Daniel fühlte sich alleine und verloren– und schlug die heiligen Schriftenauf. „Ich dachte daran, dass ich beimLesen in den Schriften immer Trostempfunden hatte, also nahm ich mirjeden Tag Zeit dafür“, erklärt er. UmZeit für das tägliche Schriftstudium zuschaffen, verbrachte er weniger ZeitJUNGE ERWACHSENEJuli 2013 37


VERGISS NICHT, GEMÄLDE VON DAVID LINN, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTvor dem Fernseher oder im Internet.Aber das sei kein Opfer, meint er. „Ichlas in den Schriften und empfing Trostund Führung. Anderes wurde einfachweniger wichtig. Ich las nicht, nur umzu lesen, ich suchte nach Antworten.Ich verfolgte ein Ziel dabei.“Daniel fand Trost, als ihm beimSchriftstudium bewusst wurde, dassniemand von Bedrängnissen verschontbleibt. „Die Propheten und anderewaren rechtschaffen und erlebtendennoch Prüfungen“, sagt er. „Alsich von ihren Erfahrungen las, wurdemir allmählich klar, dass jeder von unsirgendwann im Leben zu leiden hat,wir aber durch dieses Leiden Christusnäherkommen können.“Täglich in den Schriften zu lesenhabe ihm zudem die Last leichtergemacht, weil er dadurch den Erlöserin seinen Alltag mit einbezogen habe,berichtet Daniel. „Gott sprach zu mirdurch die Verse, die ich las, und ichvertraute darauf, dass alles wiederbesser wird und mit seiner Hilfe ausdieser Erfahrung etwas Gutes entstehenwird.“Gott an die erste Stelle setzenPo Nien aus Kaohsiung in Taiwanhatte Ängste, nachdem er seinerFreundin Mei Wah einen Heiratsantraggemacht hatte. „Ich war schon vorhermit Mädchen ausgegangen undmindestens drei Mal ging es auseinander,als sich gerade eine ernstereBeziehung angebahnt hatte. DieseErfahrungen haben mein Vertrauendarauf, eine dauerhafte Beziehungeinzugehen, aus der sich eine ewigeentwickelt, erschüttert“, gesteht er.Po Nien hatte Frieden verspürt,als er wegen seiner Entscheidung,Mei Wah zu heiraten, gebetet hatte,aber nun kamen ihm Zweifel an derAntwort. Hatte er wirklich eine Bestätigungdurch den Heiligen Geist38 Liahona


verspürt oder hatten ihn seine Gefühledurcheinandergebracht? Würdeihn die Verlobung zum Tempelführen oder würde die Beziehungauseinandergehen?In dieser Zeit kam Po Nien einZitat von Präsident Ezra Taft Benson(1899–1994) wieder in den Sinn, daser einmal im Institutsunterricht gehörthatte: „Wir müssen Gott allem anderenin unserem Leben voranstellen.… Wenn wir Gott an die erste Stellesetzen, nimmt alles andere seinenrechten Platz ein oder es verschwindetaus unserem Leben.“ 1Das war für Po Nien der Wendepunkt.„Ich wusste: Wenn ich Gottan die erste Stelle setzte und ihmtreu blieb, würde das, was schlechtwar, wegfallen, und das, was gutwar, sich von selbst ergeben“, erklärter. Wenn er also Gott an die ersteStelle setzte und die Beziehung zuMei Wah etwas Gutes wäre, würdeder Vater im Himmel mithelfen, dassalles gutging. Po Nien ging vertrauensvollvorwärts und heiratete MeiWah im Hongkong-Tempel. „Ich binreich gesegnet worden, weil ich meinVertrauen in den Herrn gesetzt habe“,bezeugt er.Bemüht, Gottes Willen zu tunMan kann auch Vertrauen in denVater im Himmel entwickeln, indemman seinem Willen folgt. MartaFernández-Rebollos aus Tarragona inSpanien lernte, dem Vater im Himmelzu vertrauen, indem sie an ihrenGrundsätzen festhielt.Der junge Mann, mit dem sie ausging,gehörte nicht der Kirche an undzeigte auch kein Interesse, sich dieseranzuschließen. „Ich war hin- und hergerissenzwischen dem, was ich überdie ewige Ehe wusste, und den hundertAusflüchten, die mir in den Sinnkamen, damit ich alles aufgab unddiesen jungen Mann nur für dieses Lebenheiratete“, berichtet sie. „Es warenverwirrende, schmerzliche Monate,und ich vergoss viele Tränen.“In ihrer Zerrissenheit setzte sichMarta in ihr Zimmer und suchteIHR GOTTVERTRAUEN MUSS STARK UND AUSDAUERND SEIN„In diesem Leben machen wir Erfahrungen mit großemVertrauen – Vertrauen in Jesus Christus, Vertrauen inseine Lehren, Vertrauen in unsere Fähigkeit, diese Lehren,geführt vom Heiligen Geist, auch zu befolgen, umjetzt glücklich zu sein und in der Ewigkeit ein sinnvollesund überaus glückliches Dasein zu führen. Vertrauenbedeutet, bereitwillig zu gehorchen, ohne das Endeschon von Anfang an zu kennen (siehe Sprichwörter 3:5-7). Um Fruchthervorzubringen muss unser Vertrauen in den Herrn stärker und ausdauerndersein als unser Vertrauen in unsere eigenen Gefühle undErfahrungen. …Wenn Sie … auf den Herrn vertrauen und Glauben an ihn ausüben,dann wird er Ihnen helfen.“Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel, „Auf den Herrn vertrauen“, Der Stern,Januar 1996, Seite 15Antworten in ihrem PatriarchalischenSegen. Sie las, was ihr verheißenwar, wenn sie das Rechte wählte.Sie brach in Tränen aus, als ihr klarwurde, was sie tun musste. „Wases für Folgen hatte, wenn ich michvon ihm trennte, war mir nicht mehrwichtig. Ich wusste nicht, was vormir lag, war aber überzeugt, dasses auf jeden Fall etwas Gutes war,solange ich auf der Seite des Herrnblieb. Daraus habe ich eines gelernt:Wenn wir alles aus einer höherenSicht betrachten und den Eingebungendes Heiligen Geistes folgen,stellen wir fest, dass die Früchte derRechtschaffenheit ‚sehr süß [sind],mehr als alles, was [wir] je zuvorgekostet‘ haben (1 Nephi 8:11).In Sprichwörter 3:5,6 heißt es:„Mit ganzem Herzen vertrau aufden Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit;such ihn zu erkennen auf alldeinen Wegen, dann ebnet er selbstdeine Pfade.“Vertrauen in Gott und seinen Planzu entwickeln ist nicht gerade leicht.Jeder hat seine Herausforderungen.Vielleicht haben Sie noch niemandenin der Kirche gefunden, der zu Ihnenpasst und den Sie näher kennenlernenkönnten. Vielleicht sind Sieverheiratet, bekommen aber keineKinder. Vielleicht stecken Sie in einerScheidung. Oder Sie haben wegenbisheriger Erfahrungen Angst, sichauf eine Beziehung einzulassen. DerHerr weiß, wie Sie sich plagen, undbittet Sie, ihm zu vertrauen. WennSie lernen, dem Vater im Himmel zuvertrauen, werden Sie Frieden undFührung erhalten. ◼ANMERKUNG1. Ezra Taft Benson, „The Great Commandment– Love the Lord“, Ensign, Mai 1988,Seite 4JUNGE ERWACHSENEJuli 2013 39


40 LiahonaWie verhalte ich michjetzt richtig? Waswären jetzt wohl dierichtigen Worte?


Elder JeffreyR. Hollandvom Kollegium derZwölf ApostelÜBERZEUGUNG UNDMITGEFÜHLJUGENDLICHEWie wir auf Menschen und Situationen reagieren, muss dieganze Bandbreite unserer religiösen Anschauung und unsereVerbundenheit zum Evangelium widerspiegeln.ILLUSTRATIONEN VON DAVID MALANVor einiger Zeit wurde ich einmal eingeladen, in einemPfahl zu den Alleinstehenden zu sprechen. Alsich durch die Hintertür ins Pfahlzentrum kam, betratetwa zur gleichen Zeit eine junge Frau Anfang dreißig dasGebäude. Trotz der großen Menge, die sich auf die Kapellezubewegte, fiel sie einem gleich ins Auge. Soweit ich micherinnere, hatte sie mehrere Tätowierungen, eine Vielfaltvon Ringen in Ohren und Nase, stachelige Haare in allerleigrellen Farben, der Rock war zu kurz, die Bluse zu tiefausgeschnitten.War diese Frau jemand, der zu kämpfen hatte, kein Mitgliedder Kirche? War sie unter der Führung des Herrn zudieser Andacht geleitet – oder besser noch von jemandemmitgebracht – worden, um vielleicht durch das Evangeliumden Frieden und die Anleitung zu finden, die sie brauchte?Oder gehörte sie der Kirche an, war aber ein wenig abgeirrtvon den Hoffnungen und Grundsätzen, zu denen dieKirche ihre Mitglieder anhält, hielt aber dennoch – demHimmel sei Dank – die Verbindung und hatte sich entschieden,an diesem Abend diese Veranstaltung der Kirchezu besuchen?Wie immer man sich auch gegenüber so einer jungenFrau verhalten mag, es gilt unausweichlich die Regel, dasssich in all unserem Verhalten und Umgang miteinander dieganze Bandbreite unserer religiösen Anschauung und unsereVerbundenheit zum Evangelium widerspiegeln müssen.Daher muss unsere Reaktion in jeder Situation zu einerVerbesserung führen und darf nicht alles noch schlimmermachen. Wir dürfen nicht so handeln, nicht so reagieren,dass wir uns eines größeren Vergehens schuldig machenals beispielsweise diese Frau. Das bedeutet nicht, dasswir keinen Standpunkt, keine Grundsätze haben dürfen,dass wir irgendwie völlig außer Acht lassen, was Gott unsgeboten oder verboten hat. Es bedeutet aber, dass wir aufrechtschaffene Weise nach diesen Grundsätzen leben undGottes Gebote und Verbote nach besten Kräften verteidigensollen, auf die Weise, wie der Erlöser diese Grundsätzegelebt und verteidigt hat. Er handelte immer so, wie er essollte, um eine Verbesserung herbeizuführen – ob er nundie Wahrheit lehrte, dem Sünder vergab oder den Tempelreinigte. Es ist eine großartige Gabe, zu wissen, wie manbei all dem richtig vorgeht!Bei unserer neuen Bekannten mit ihrem ungewöhnlichenKleidungsstil und Aussehen beginnen wir also vorallem damit, dass wir uns bewusst machen, dass sie eineTochter Gottes ist, von ewigem Wert. Wir machen unszunächst einmal bewusst, dass sie auch hier auf der Erdejemandes Tochter ist und, unter anderen Umständen,genauso gut meine Tochter sein könnte. Wir sind zunächsteinmal dankbar, dass sie zu dieser Veranstaltung der Kirchegekommen ist anstatt fortzubleiben. Kurz gesagt, wir sindbemüht, uns in dieser Situation von unserer besten Seite zuzeigen mit dem Wunsch, ihre beste Seite hervorzukehren.Wir beten im Stillen: Wie verhalte ich mich jetzt richtig? Waswären jetzt wohl die richtigen Worte? Was wird letztendlichdiese Situation verbessern und für sie das Beste sein? Dasswir uns solche Fragen stellen und uns wirklich bemühen,so zu handeln, wie der Heiland es tun würde, hatte er wohlim Sinn, als er sagte: „Urteilt nicht nach dem Augenschein,sondern urteilt gerecht!“ ( Johannes 7:24.)Juli 2013 41


Gleichzeitig erinnere ich uns aber auch daran, dass wir,wenn wir die Hand ausstrecken, um ein abgeirrtes Lammauf den Weg zurückzuführen, auch den 99, die nicht abgeirrtsind, verpflichtet sind – sowie den Wünschen unddem Willen des Hirten. Es gibt eine Herde, und wir allesollen dazugehören, einmal ganz abgesehen davon, welcherSchutz und welche Segnungen damit verbunden sind.Meine jungen Brüder und Schwestern, diese Kirche darfniemals Abstriche an ihrer Lehre machen, um dadurchmehr Wohlwollen zu wecken oder politisch opportun zusein oder was für Gründe es sonst noch geben mag. Nurauf der höheren Ebene offenbarter Wahrheit finden wir genügendHalt, um jemanden aufzurichten, der sich bedrücktoder verlassen fühlt. Unser Mitgefühl und unsere Liebe– elementare Merkmale und Voraussetzungen für unserChristsein – dürfen niemals als Missachtung der Gebotegedeutet werden. Der wunderbare George MacDonald hates einmal so ausgedrückt: In solchen Situationen „brauchenwir nicht alles zu sagen, was wir glauben, aber wir dürfennicht einmal den Anschein erwecken, wir würden etwastun, was unserem Glauben widerspricht“ 1 .Wann müssen wir etwas beurteilen?In diesem Zusammenhang kommt es gelegentlich zueinem Missverständnis, vor allem bei jungen Menschen, diewomöglich meinen, man solle über gar nichts urteilen, mandürfe nie etwas in irgendeiner Form bewerten. Hier müssenwir einander helfen, denn der Erlöser macht deutlich, dasswir in manchen Situationen urteilen müssen, ja, dazu verpflichtetsind. Er sagt beispielsweise: „Gebt das Heilige nichtden Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinenvor.“ (Matthäus 7:6.) Das klingt für mich nach einem Urteil.Die unannehmbare Alternative wäre, sich dem postmodernenmoralischen Relativismus zu beugen, der, auf die Spitzegetrieben, verkündet, dass letztlich nichts auf ewig wahroder besonders heilig sei und daher kein Standpunkt inirgendeiner Frage mehr Bedeutung habe als ein anderer.Im Evangelium Jesu Christi trifft dies schlicht nicht zu.Bei unserer Bewertung sollen wir andere nicht verurteilen,aber wir müssen jeden Tag Entscheidungen treffen,die eine Beurteilung erfordern, hoffentlich mit gutemUrteilsvermögen. Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium derZwölf Apostel hat diese Entscheidungen einmal als „vorläufigesUrteil“ bezeichnet, das wir oft zu unserem Schutzund zum Schutz anderer treffen müssen, im Gegensatz zudem von ihm so genannten „endgültigen Urteil“, das nurIn manchenSituationen müssenwir urteilen. Wirmüssen zu unseremSchutz und zum Schutzanderer ein „vorläufigesUrteil“ treffen.Gott fällen kann, der alleFakten kennt. 2 (Denkenwir daran, dass der Erretteruns in der zuvor zitiertenSchriftstelle auffordert, gerechtzu urteilen und nicht etwa selbstgerecht. Hierin liegt eingroßer Unterschied.)Beispielsweise würde niemand Eltern dafür kritisieren,dass sie ein Kind davon abhalten, auf eine verkehrsreicheStraße zu laufen. Wieso sollte man also Eltern dafür kritisieren,dass sie sich darum Gedanken machen, wann ihreKinder, wenn sie ein wenig älter sind, abends nach Hausekommen, ab wann sie mit jemandem ausgehen oder obsie mit Drogen oder Pornografie herumexperimentierenoder sich auf sexuelle Übertretungen einlassen? Nein, wirtreffen stets Entscheidungen und beziehen Stellung und42 Liahona


ekräftigen unsere Werte, kurz, wir treffen ein „vorläufigesUrteil“ – zumindest sollten wir dies tun.„Haben andere nicht ihre Entscheidungsfreiheit?“Junge Menschen fragen sich vielleicht, ob denn dieserStandpunkt oder jene Richtlinie der Kirche wirklich füralle Menschen gilt. Sie sagen: „Wir wissen ja, wie wir unsverhalten sollen, aber warum müssen wir andere dazubringen, unsere Grundsätze anzunehmen? Haben sie nichtihre Entscheidungsfreiheit? Sind wir nicht selbstgerechtund voreingenommen, zwingen wir nicht anderen unsereAnsichten auf, wenn wir verlangen, dass sie sich, wie wir,in einer bestimmten Weise verhalten?“ In diesem Fall wirdman einfühlsam erklären müssen, warum manche Grundsätzeverteidigt werden und man sich manchen Sündenentgegenstellt, wo sie auch auftreten, nämlich bei Fragenund Gesetzen, die nicht nur gesellschaftliche oder politischeFolgen nach sich ziehen, sondern sich auf die Ewigkeitauswirken. Und obwohl wir niemanden beleidigenwollen, der anderer Ansicht ist als wir, liegt uns noch mehrdaran, Gott nicht zu beleidigen.Vergleichen wir es einmal mit einem Jugendlichen, dersagt: „Jetzt darf ich Auto fahren, und ich weiß, dass ich beiRot anhalten soll, müssen wir aber wirklich über andererichten und versuchen, sie alle dazu zu bringen, an der rotenAmpel anzuhalten?“ Man wird dann wohl erklären müssen,warum – ja, wir hoffen natürlich, dass alle bei Rot anhalten.Und man muss das erklären, ohne abschätzig über diejenigenzu reden, die das Gesetz übertreten oder andere Ansichtenhaben, weil sie natürlich ihre Entscheidungsfreiheithaben. Aber zweifelt nie daran, dass Gefahr droht, wennmanche sich dafür entscheiden, nicht zu gehorchen.Meine jungen Freunde, es gibt heute in der Welt dieunterschiedlichsten Ansichten und jeder besitzt sittlicheEntscheidungsfreiheit, aber niemand hat das Recht, so zuhandeln, als hätte Gott zu diesen Themen nichts zu sagenoder als ob Gebote nur von Belang wären, wenn sich alledarüber einig sind.Ich kenne keine wichtigere Fähigkeit, keine größereRedlichkeit, als uns auf diesem schmalen Grat zu bewegen:unseren moralischen Standpunkt gemäß Gottes Wort undGesetz zu vertreten, dies aber mitfühlend, verständnisvollund mit viel Nächstenliebe zu tun. Das ist gewiss etwassehr Schwieriges: richtig zu unterscheiden zwischen derSünde und dem Sünder! Hier zu trennen ist wohl mit amschwersten – und manchmal noch schwerer, es in Worte zufassen –, trotzdem müssen wir liebevoll versuchen, genaudies zu tun. ◼Nach einer Ansprache, die am 9. September 2012 bei einer CES-Andachtgehalten wurde. Den englischen Text dieser Ansprache mit dem Titel „Israel,Israel, God is Calling“ finden Sie in voller Länge unter cesdevotionals.lds.org.ANMERKUNGEN1. George MacDonald, The Unspoken Sermons,2011, Seite 2642. Siehe Dallin H. Oaks, „‚Judge Not‘and Judging“, Ensign, August1999, Seite 6–13JUGENDLICHEIch weiß, dass ichbei Rot anhaltensoll, müssen wir aberwirklich über andererichten und versuchen,sie alle dazu zu bringen,an der roten Ampelanzuhalten?Juli 2013 43


David DicksonZeitschriften der KircheDEMVERGEBEN,DER UNS AUSDEM SPIEGELANSCHAUTWenn wir umgekehrtsind und spüren, dassder Herr uns vergebenhat, warum fälltes uns dann manchmalso schwer, unsselbst zu vergeben?44 Liahona


LINKS: FOTO © THINKSTOCK/ISTOCKPHOTO; RECHTS: FOTO © THINKSTOCK/HEMERASchritt für Schritt besserHeutzutage können sich viele kaumnoch vorstellen, wie es wäre, ohneelektrisches Licht auszukommen. Manbraucht nur einen Schalter zu betätigen,und schon wird ein dunklerRaum von Licht durchflutet. EinfacheArbeiten, die vor nicht allzu langerZeit erst bei Tagesanbruch erledigtwerden konnten oder bei flackerndemKerzenlicht ausgeführt werden mussten,lassen sich heute leicht bewältigen– dank einer Erfindung, derenVollendung alles andere als leicht war.Thomas Edison brauchte mehrereJahre und probierte über tausendverschiedene Materialien aus, ehe erden geeigneten Glühfaden fand, derdauerhaft Licht erzeugte und zudemzu einem erschwinglichen Preis. Edison,der große Optimist, betrachtetejedes Material, das nicht funktionierte,einfach nur als weiteren Schritt dahin,das richtige zu finden. Und nachdemer es gefunden hatte, war die Weltnicht mehr dieselbe.Der Blick nach innenEs gibt viele inspirierende Geschichtenüber Sportler, Denker,Künstler und andere, die verstandenhaben, wie man aus seinen Fehlernlernt, und nicht aufgegeben haben. Esimmer und immer wieder zu versuchen,bis es gelingt – davon handelndie Geschichten, von denen wir offenbarnicht genug bekommen. Es seidenn, der Held der Geschichte sindwir selbst.Was das Halten der Gebote angeht,verlangen viel zu viele von uns vonsich selbst ununterbrochen Perfektion.Das ist in etwa so, als würde man erwarten,die nächste millionenschwereErfindung zu machen, ohne denallerersten Entwurf je zu überarbeiten,oder als würde man hoffen, denMeisterschaftstitel zu gewinnen, ohneim Laufe der Saison auch nur eine einzigeNiederlage einzustecken. Wennwir sündigen und Fehler machen,versäumen wir es allzu oft, uns selbstzu vergeben und uns dann weiterhinzu bemühen.Präsident Dieter F. Uchtdorf, ZweiterRatgeber in der Ersten Präsidentschaft,hat gesagt: „Wenn der Herrverlangt, dass wir allen Menschen vergeben,gehören auch wir selbst dazu.Manchmal ist es am allerschwersten,sich selbst zu vergeben, und manchmalist der, der uns aus dem Spiegelanschaut, derjenige, der unserer Vergebungam meisten bedarf.“ 1Die Wandlung der SeeleAber wie stellt man das an? Einegenauere Betrachtung der Entwicklungvon Ammon, einem Prophetenaus dem Buch Mormon, kann uns hierweiterhelfen.Was Ammon als Missionar bei denLamaniten erlebte, ist zugleich wunderbarund inspirierend. Angefangenbei der Verteidigung der Schafherdendes Königs über die Predigt vor KönigLamoni bis dahin, dass er mithalf, einemganzen Volk das Evangelium zubringen, ist und bleibt Ammons Lebenund Wirken eine der großen inspirierendenGeschichten aus den heiligenSchriften.Und doch war Ammon nicht immerder rechtschaffene, glaubensstarkeMann, der den Lamaniten machtvolldas Evangelium verkündete. Er hatteFehler gemacht – schwerwiegendeFehler. Als einer der Söhne Mosiasgehörte Ammon zu denen, die umhergingenund danach trachteten, „dieKirche zu vernichten und das Volkdes Herrn irrezuführen, entgegen denGeboten Gottes“ (Mosia 27:10).Ammon und seine Brüder sowieAlma der Jüngere gingen so zerstörerischgegen das Werk Gottes vor, dassihnen ein Engel des Herrn erschien,der „wie mit einer Donnerstimme [zuihnen sprach], die die Erde, worauf siestanden, erbeben ließ“ (Mosia 27:11),und sie zur Umkehr rief.Ganz gewiss hatte Ammon schwerwiegendeÜbertretungen begangen,von denen er umkehren musste, under kehrte um. Aber was, wenn ersich selbst nicht vergeben hätte? Was,wenn er nie auf Mission gegangenwäre, weil er meinte, für ihn sei alleszu spät? Wäre er nicht gegangen, hätteer sich viele Jahre später nicht mitseinen Brüdern über ihren Erfolg beiden Lamaniten freuen können. „Nunsiehe, können wir vorausschauen unddie Früchte unserer Arbeit erblicken –und sind es wenige?“, fragte Ammonseine Brüder. „Ich sage euch: Nein,es sind viele; ja, und wir können ihreAufrichtigkeit bezeugen, nämlich wegenihrer Liebe zu ihren Brüdern undJUGENDLICHEJuli 2013 45


WIEDER-GEWONNENElder ShayneM. Bowen von denSiebzigern hat darübergesprochen, wiewir durch das Sühnopfer wiedergewonnenund geheiligt werden. Auf lds.org/pages/mormon-messages#reclaimedkannst du ein Video dazu anschauen.auch zu uns.“ (Alma 26:31.) Tausendewurden infolge ihrer missionarischenBemühungen zur Wahrheit geführt.Mutlosigkeit ist gefährlichTrotz der klaren Aussagen von Führernder Kirche und solchen Beispielenaus der Schrift meinen manchevon uns, sie seien eine Ausnahme;nicht einmal das Sühnopfer könnesie noch retten. Sie schaffen es nicht,die schwere Last der eigenen Schuldloszulassen, selbst nach aufrichtigerUmkehr. Manch einer gibt vielleichtsogar auf.Warum soll man überhauptversuchen, wieder auf die Beinezu kommen, wenn man sowiesogleich wieder hinfällt? Das möchteuns zumindest der Widersacherglauben machen. Solche Gedankengängesind nicht nur geistigund seelisch lähmend, sondernschlichtweg falsch.In den heiligenSchriften kommt klarzum Ausdruck, dassdas Sühnopferdes Heilandsunbegrenztist und allenoffensteht.„Kommther, wirwollen sehen, wer von uns Recht hat,spricht der Herr. Wären eure Sündenauch rot wie Scharlach, sie sollen weißwerden wie Schnee. Wären sie rot wiePurpur, sie sollen weiß werden wieWolle.“ ( Jesaja 1:18.) Wir können esschaffen. Wir können es noch einmalversuchen. Und bei jedem Schritt stehtuns der Herr zur Seite.Es ist nie zu spätElder Jeffrey R. Holland vom Kollegiumder Zwölf Apostel hat unseindringlich geraten, uns niemalsaufzugeben. „Wie viele Chancen SieIhrer Meinung nach bereits vertanhaben, wie viele Fehler Sie auchschon begangen zu haben glauben,welche Talente Sie auch zu vermissenglauben und wie weit weg von zuHause, Ihren Lieben und Gott Sie zusein vermeinen – ich bezeuge, dassSie nicht so weit weg sind, dass dieLiebe Gottes Sie nicht mehr erreichenkönnte. Es ist gar nicht möglich, dassein Mensch so tief sinkt, dass dieLichtstrahlen des unbegrenzten SühnopfersChristi ihn nicht zu erreichenvermögen.“ 2Elder Holland fordert uns auf,unseren Blick auf Gottes Güte zurichten: „Glauben bedeutet, dass mandurchhält, sich abmüht, seine Sachezu Ende bringt und es zulässt, dassAUSSCHNITTE AUS DEM GEMÄLDE DAS VERLORENE SCHAF VON DEL PARSON, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO © THINKSTOCK/ISTOCKPHOTO


die Qualen vergangener Stunden – obecht oder eingebildet – angesichts desreichen Lohnes, den es zum Schlussgibt, verblassen.“ 3Von Hoffnung erfülltNatürlich darf man Sünde nie aufdie leichte Schulter nehmen, aber dieUmkehr gibt es wirklich. Vergebunggibt es wirklich. Das Sühnopfer Jesugibt uns die Chance, mit einer weißenWeste neu zu beginnen. So wie Ammonvergeben wurde, kann auch dirvergeben werden.Wir können wirklich auf hellereTage hoffen. Der Apostel Paulus hatgeschrieben: „Der Gott der Hoffnungaber erfülle euch mit aller Freude undmit allem Frieden im Glauben, damitihr reich werdet an Hoffnung in derKraft des Heiligen Geistes.“ (Römer15:13.)Dank der Gabe der Umkehr kannjeder von uns wieder an sich selbstglauben. ◼ANMERKUNGEN1. Dieter F. Uchtdorf, „Die Barmherzigen findenErbarmen“, Liahona, Mai 2012, Seite 752. Jeffrey R. Holland, „Die Arbeiter im Weinberg“,Liahona, Mai 2012, Seite 333. Jeffrey R. Holland, „Die Arbeiter im Weinberg“,Seite 32AUF DAUER GEZEICHNET?Dani Dunaway RowanDie Spuren, die unsere Fehler hinterlassen, müssen nicht vonDauer sein. Reine Hände zu haben ist alle Mühe wert, selbstwenn es schmerzhaft ist.Eine Woche nach der Abschlussfeieran der Highschool zog ichzu meiner älteren Schwester am anderenEnde der Vereinigten Staaten,um den Sommer mit ihrer Familie zuverbringen, ehe ich im Herbst ansCollege ging.Ich lernte ein paar neue Freundekennen, von denen die meisten älterwaren als ich. An einem Samstagabendholten mich zwei neue Freunde ab.Wir wollten eine gute Band anhören,die in einem Club spielte.Als wir das Auto parkten, wurdeich etwas unruhig, aber ich wolltekeine Einwendungen machen undden Abend nicht verderben. Wirgingen in den Club und der Mann amEingang warf einen Blick auf meinenFührerschein. Ohne jede Vorwarnungzeichnete er mir mit einem schwarzendicken Filzstift auf beide Händeeine Linie quer über die Knöchel.Überrascht starrte ich auf meineHände. Mir war klar, dass die Markierungein Zeichen war, dass ich zu jungwar, um an der Bar Alkohol zu kaufen.Ich fühlte mich gar nicht wohl inmeiner Haut. Die Leute tranken Alkoholund rauchten.Leider muss ich gestehen, dassich nicht den Mut hatte, sofortwieder zu gehen. Nach etwadreißig Minuten fragte mich einermeiner Freunde, ob alles in Ordnungsei. Ich sagte ihm, ich hätte Kopfschmerzenwegen der Musik und desQualms. Er bot an, mich heimzubringen,und ich nahm dankbar an.Im Haus meiner Schwester ging ichgleich ins Badezimmer und schrubbtean den schwarzen Strichen herum,bis mir die Hände wehtaten. Mit diesenHänden wollte ich am nächstenTag vom Abendmahl nehmen, undich wollte unbedingt, dass sie sauberwaren. Zwei blasse schwarze Linienblieben jedoch auf meiner gerötetenHaut zurück.Ehe ich zu Bett ging, bat ich Gottim Gebet um Vergebung, dass ichnicht den Mut gehabt hatte, zu gehen– besser gesagt, nicht den Mut gehabthatte, schon gar nicht hineinzugehen.Ich versprach dem Vater im Himmel,dass ich mich nie wieder in eine solcheSituation begeben würde.Am nächsten Morgen konnte ichdie restlichen Spuren des Stiftes weitgehendbeseitigen, und als ich vomAbendmahl nahm, waren meine Händefast völlig sauber. Ich dachte darübernach, inwiefern Sünde der schwarzenMarkierung gleicht. Es kostet Müheund mag auch schmerzhaft sein, aberwir können umkehren und durchdie Macht des Sühnopfers von unserenSünden befreit werden, und alleschwarzen Flecken verschwinden. ◼Die Verfasserin lebt in Utah.JUGENDLICHEJuli 2013 47


FÜR EINE STARKE JUGENDEHRLICHKEITUND REDLICHKEITEin Jünger Christi zeigtdurch diese Eigenschaften,wer er wirklich ist.ElderChristoffelGolden Jr.von den SiebzigernBei einem Meisterschaftsspielim Football machte JosephB. Wirthlin einmal bei einementscheidenden Spiel eine, wie ersagte, „prägende Erfahrung“.Er erzählte: „Ich sollte mit dem Balldurch die Mitte laufen und den Touchdownerzielen, der uns in Führungbringen sollte. Ich übernahm den Ballund stürzte mich zwischen die gegnerischenSpieler. Ich wusste, dass ichnicht weit von der Ziellinie entferntwar, aber ich wusste nicht, wie weit.Ich steckte zwar unter den anderenSpielern fest, aber ich konnte dochmeine Finger ein bisschen nach vornstrecken und die Ziellinie spüren. Siewar nur fünf Zentimeter entfernt.In diesem Moment war ich versucht,den Ball nach vorn zu schubsen.Ich hätte es tun können. … Dochdann erinnerte ich mich an die Wortemeiner Mutter. ‚ Joseph‘, hatte sie oftgesagt, ‚tu, was recht ist, und achtenicht auf die Folgen. Tu, was rechtist, dann kommt am Ende alles inOrdnung.‘Ich hätte diesen Touchdown sogerne erzielt! Aber noch lieber, als inden Augen meiner Freunde ein Heldzu sein, wollte ich in den Augen meinerMutter ein Held sein. Also ließ ich48 Liahona


ILLUSTRATIONEN VON BEN SOWARDSden Ball dort, wo er war – fünf Zentimetervon der Ziellinie entfernt.“ 1Elder Wirthlin (1917–2008) wurdespäter Mitglied des Kollegiums derZwölf Apostel.Das Rechte tunElder Wirthlins Entscheidung ist einhervorragendes Beispiel dafür, dassjemand seine Redlichkeit nicht aufsSpiel setzt. Ehrlichkeit und Redlichkeitsind eine Charakterprüfung. Sie erfordern,dass man immer das Richtigetut oder sagt, unabhängig von denUmständen und davon, was anderedenken mögen.Ehrlichkeit und Redlichkeit gehörenzu den Grundsätzen in der BroschüreFür eine starke Jugend. Von euch alsHeiligen der Letzten Tage und JüngerChristi wird erwartet, dass ihr „euchselbst, euren Mitmenschen und Gottgegenüber stets ehrlich [seid]. Ehrlichsein bedeutet, dass man nicht lügt,nicht stiehlt, nicht betrügt oder aufeine andere Weise täuscht. …Ehrlichkeit hängt auch sehr engmit Redlichkeit zusammen. Redlich zusein bedeutet, dass man jederzeit undungeachtet der Folgen das denkt undtut, was recht ist. Ein redlicher Menschist willens, auch dann nach seinenGrundsätzen und Glaubensansichtenzu leben, wenn er unbeobachtet ist.“ 2Ein Jünger werdenEin Zweck unserer Bewährungszeithier auf der Erde besteht darin, dasswir „durch das Sühnopfer Christi …ein Heiliger“ werden (Mosia 3:19).Ein Heiliger zu werden bedeutetnicht mehr und nicht weniger, als einwahrer Jünger Christi zu werden. Dasist nicht so schwierig, wie ihr vielleichtmeint; wahrscheinlich wisstihr bereits, wie es geht. Doch eskostet Anstrengung, und dieseAnstrengung verlangt unsmanchmal viel ab. Aber wir könnenes schaffen.Im Buch Mormon steht: „Dennsiehe, jedem Menschen ist der GeistChristi gegeben, damit er Gut von Böseunterscheiden könne; darum zeige icheuch den Weg zu urteilen; denn alles,was einlädt, Gutes zu tun, und dazubewegt, dass man an Christus glaubt,geht von der Macht und Gabe Christiaus; darum könnt ihr mit vollkommenemWissen wissen, dass es von Gottist.“ (Moroni 7:16.)Als Jünger Christi findet ihr heraus,was ihr sagen und wie ihr handelnsollt, indem ihr euch fragt: „Was würdeJesus tun?“ Ihr werdet Eingebungenerhalten, und wenn ihr euch dannentsprechend verhaltet, bekommt ihrauch die Bestätigung, dass ihr richtiggehandelt habt. Allerdings stimmt esauch, dass es manchmal einige Zeitdauert, bis man die wahren Folgenund Segnungen seines ehrlichenVerhaltens erkennt.Völlig ehrlich seinIn der Broschüre Für eine starkeJugend heißt es: „Unehrlichkeit schadeteuch selbst und auch anderen Menschen.Wenn ihr lügt, in Geschäftenoder anderswo stehlt oder jemandenbetrügt, schadet ihr euremGeist und eurer BeziehungDurch das tägliche Gebet,das Schriftstudium und dieAnwendung dessen, wasdie lebenden Prophetenlehren, entwickeln wirmehr Ehrlichkeitund Redlichkeit.zu anderen. Wenn ihr ehrlich seid,erweitern sich eure Möglichkeiten inder Zukunft, und ihr lernt besser, vomHeiligen Geist geführt zu werden.“ 3Aufrichtige Redlichkeit und völligeEhrlichkeit zeigen sich in dem, wasman tut, wenn niemand anders dabeiist, wenn niemand weiß, was mandenkt, sagt oder tut. Als wahre Jüngerdes Herrn Jesus Christus dürfen wirnicht weniger sein oder tun als das, wasder Erlöser uns gezeigt hat. Wir habendie unvergleichliche Gabe des HeiligenGeistes. Jesus Christus hat gesagt: „DerBeistand aber, der Heilige Geist, dender Vater in meinem Namen sendenwird, der wird euch alles lehren undeuch an alles erinnern, was ich euchgesagt habe.“ ( Johannes 14:26.)Unser Erlöser gibt uns auch vielKraft, nämlich wenn wir täglich beten,in den heiligen Schriften forschen unddie Worte der lebenden Prophetenund Apostel lesen. Durch diese gutentäglichen Gewohnheiten entwickelnwir mehr Ehrlichkeit und Redlichkeit.Denkt daran, dass ihr Jünger Christiund Mitglieder der Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tage seidund dass eure Ehrlichkeit Ausdruckeurer Redlichkeit ist und zeigt, werihr wirklich seid. ◼ANMERKUNGEN1. Joseph B. Wirthlin,„Lektionen des Lebensgelernt“, Liahona, Mai2007, Seite 462. Broschüre Für einestarke Jugend, 2011,Seite 193. Für eine starke Jugend,Seite 19JUGENDLICHE49


Valerie BestMIT ANSTANDZURÜCKIch wollte keine Diebin sein, nicht einmal aus Versehen.Nach dem Nachmittagsunterrichtbesuchte ich auf dem Heimwegnoch einen kleinen Antiquitätenladen– das hatte ich schon langevorgehabt, deshalb ließ ich mich auchnicht davon abhalten, obwohl es immerstärker regnete. Ich war die einzigeKundin im Laden, und die Verkäuferinholte mir die Lampe, auf die ichein Auge geworfen hatte.Als sie eine Einkaufstüte öffnete,fielen mir einige bunte Armbänderauf, die auf dem Ladentisch ausgelegtwaren. Ich wollte gerade nach einemgreifen, als die Verkäuferin die Lampein der Tüte verstaute. Dabei streiftesie die Armbänder, und die Hälftedavon landete auf dem Boden. Sieschaute ein wenig ärgerlich drein,tippte aber zuerst meinen Einkaufin die Kasse ein. Dann verließ ichden Laden, den Regenschirm in einerHand, die Tüte mit der Lampe in deranderen.Ich ging nach Hause, zog dienassen Stiefel aus und schaltete Musikein. Als ich die Lampe aus der Tüteholte, bemerkte ich, dass unten in derTüte noch etwas lag. Es war ein rotesArmband. Es musste vom Ladentischin die Tüte gefallen sein. Ich musstelächeln, weil es mich an eine typischeGeschichte aus dem alten JD-Leitfadenerinnerte: „Da dachte Valerie an dasThema, das eben erst in der Klasseder Lorbeermädchen besprochenworden war.“Ich warf das Armband aufs Bett undsteckte den Stecker der Lampe in dieSteckdose. Die Lampe verbreitete andiesem grauen Nachmittag ein warmesLicht. Ich sah aus dem Fenster. Es regnetenoch heftiger, und der Schnee amBoden verwandelte sich in dreckigenMatsch.Ich schaute das Armband an. Eswar kirschrot. Ich streifte es mir überdas Handgelenk. Das Preisschild hingnoch daran: 20 Dollar. Natürlich würdeich es zurückgeben. Es wäre mir nie inden Sinn gekommen, es zu behalten.Ich streifte es wieder ab und legte esauf einen Stapel Bücher, die ich schonlange hatte wegräumen wollen. Ichging in die Küche, um mir eine Tasseheiße Schokolade zu machen.Dann ging ich wieder zurück.Wie lange hatte ich es schon vor mirhergeschoben, diese Bücher wegzuräumen?Eine ganze Weile. Wie langewürde das Armband dort liegen, eheich es zurückbrachte?Ich hatte die Absicht, es zurückzubringen.Aber wann? Würde ich solange damit warten, bis es mir peinlichwäre, es zurückzugeben? Würde ich eseinfach vergessen?Ich zögerte. Ich blickte noch einmalaus dem Fenster. Ich dachte daran,dass meine Füße gerade wiederwarm geworden waren. Ich dachte andie köstliche heiße Schokolade.Doch dann schnappte ich dasArmband, zog die Stiefel wiederILLUSTRATION VON GREG NEWBOLD50 Liahona


JUGENDLICHEan und ging noch einmal hinaus.Als ich im Laden ankam, bedientedie Verkäuferin gerade jemand anderen.Ich wartete. Als sie fertig war, zogich das Armband aus der Manteltascheund erklärte ihr, was vorgefallen war.Sie sah überrascht aus, ein wenigverwirrt, bedankte sich, und das waralles. Sie bot mir keine Belohnung anfür meine Ehrlichkeit. Sie bedanktesich nicht einmal besonders herzlich.Und niemand anders bekam mit, wasich getan hatte.Auf dem Heimweg dachte ichdarüber nach, dass ich mich immer alseinen ehrlichen Menschen betrachtethatte. Ehrlichkeit ist eine Eigenschaft,die mir viel bedeutet und die ich mirauch von anderen wünsche. WahreEhrlichkeit ist jedoch, wie wahre Liebeund wahre Nächstenliebe, eine aktiveEigenschaft. Wie ehrenwert und aufrichtigmeine Absichten auch sein mochten,ich wurde erst dann zu einem ehrlichenMenschen, als ich die Stiefel wieder anzogund meine Absicht auch ausführte.Ich fühlte mein bloßes Handgelenkin der Manteltasche und musstelächeln. ◼Die Verfasserin lebt im Bundesstaat New York.Juli 2013 51


KRAFTDURCHBÜNDNISSEWas kommt dir bei dem Wort Bund in den Sinn? Wenn du antwortest„ein gegenseitiges Versprechen zwischen mir und Gott“, hast du Recht.Ein Bund mit dem Vater im Himmel ist aber noch viel mehr. Diesesheilige Versprechen ist mit Kraft, Sicherheit und Frieden verbunden. Wenn dudir Zeit nimmst, über die Bündnisse nachzudenken, die du schon geschlossenhast und noch schließen wirst, und wenn du dein Versprechen hältst, wirst duanders empfinden und anders leben. Bündnisse beeinflussen dein Verhaltenund wirken sich auf deine Entscheidungen aus.Hier berichten einige Jugendliche, welchen Einfluss Bündnisse auf ihrLeben haben.„Bündnisse halten uns aufdem engen und schmalenPfad, helfen uns, ein besseresLeben zu führen, und erweiternunser Verständnis.“Marcus A., 17, Utah„Wegen der Bündnisse, die ich mit demVater im Himmel geschlossen habe, bin ichgeistig gewachsen und zu einem treuerenMitglied der Kirche geworden. Immer wennich etwas vorhabe, denke ich an die Bündnisse,die ich mit dem Vater im Himmel geschlossenhabe, und frage mich, ob ich die Versprechenhalte, die ich ihm bei der Taufe und der Ordinierungzum Priestertum gegeben habe. DieBündnisse, die ich mit dem Vater im Himmeleingegangen bin, helfen mir, im Evangeliumstark zu bleiben und eines Tages zu ihmzurückzukehren.“Efraín V., 14, Neuseeland„Ich weiß noch, dass ich beimeiner Taufe so glücklich warwie nie zuvor. Das war meinerster Bund. Dann habe iches wieder erlebt, als ich dasPriestertum empfangen habe. Wieder war ichwirklich glücklich. Ich strahlte über das ganzeGesicht, weil ich einen Bund mit Gott geschlossenhatte. Wenn ich höre, wie sich Jugendlicheüber die Kirche lustig machen, denke ich andieses Glücksgefühl und rufe mir in Erinnerung,dass ich einen Bund mit Gott geschlossen habeund nicht mit Menschen.“Bradford A., 16, Arizona, USA„Bündnisse zu schließen bringt uns undunserer Familie viele Segnungen. Die Taufebeispielsweise ermöglicht uns, uns zu ändernund zu bessern. Die Bündnisse, die wir mit demVater im Himmel eingehen, festigen den Glauben,den wir brauchen, um dem Evangeliumtreu zu bleiben.“Naomi A., 15, Guadalajara, Mexiko„Letzten Sommer war ichoft im Tempel, um mich fürVerstorbene taufen zu lassen.Weil ich meine Bündnissegehalten habe, in den Tempelgegangen bin und das Rechte getan habe,bin ich gesegnet worden. Ich hatte meineAbschlussprüfungen vor mir und war sehrangespannt. Da ging ich in den Tempel, undschon sah alles besser aus. Wenn ich meineBündnisse halte, ist das Leben viel leichter undich bin glücklicher.“McKenna M., 18, Kalifornien, USA„Als ich als Diakon zum ersten Mal dasAbendmahl austeilen sollte, war ich sehr nervös.Da erinnerte ich mich an meine Taufe und spürteden Heiligen Geist. Ich wurde gleich ruhiger undkonnte meine Aufgabe gut erfüllen.“Seth A., 12, Mexiko-Stadt, Mexiko52 Liahona


LEKTIONENAM SONNTAGThema dieses Monats:Heilige Handlungenund BündnisseJUGENDLICHEVON LINKS: FOTOS VON CHRISTINA SMITH UND CRAIG DIMOND © IRI; AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE CHRISTUS BERUFT PETRUSUND ANDREAS VON HARRY ANDERSON © IRIEin Bund ist einVersprechen und nochviel mehr.„Ich bin reich gesegnetworden, weil ich meineBündnisse gehalten habe.Wegen meines Taufbunds hatmir der Heilige Geist geholfen,Entscheidungen zu treffen. Der Bund, den maneingeht, wenn man das Priestertum empfängt,ist die Verpflichtung, mit dem Priestertum anderenzu helfen und dem Herrn zu dienen. Wennman seinem Nächsten und dem Herrn dient,entwickelt man ein stärkeres Zeugnis.“Erik N., 15, Alberta, Kanada„Man kann nicht einfach tun, was man will,und dann erwarten, dass Gott seinen Teil desVersprechens hält. Er erwartet so viel von uns,weil er unser Potenzial kennt. Das hilft mir, nachhöheren Maßstäben zu leben.“Jolee H., 15, Colorado, USABETEILIGE DICHAM GESPRÄCHIm Juli wirst du dich im Priestertumskollegiumoder bei den Jungen Damenund in der Sonntagsschule mit heiligenHandlungen und Bündnissen befassen.Schreibe auf, welche Bündnisse dugeschlossen hast und welche du nochschließen willst. Was sagt diese Listedarüber aus, wie du leben möchtest?Vielleicht möchtest du deine Gedankenauch anderen mitteilen, indem du in derFamilie, in der Kirche oder in sozialenNetzwerken Zeugnis gibst.GÖTTLICHEBÜNDNISSEMACHEN EINENCHRISTEN STARK„Ich fordere Sie auf:Machen Sie sich für alleheiligen Handlungen des Priestertumswürdig und empfangen Sie sie, und haltenSie dann treu die Versprechen, die Sie ineinem Bund gegeben haben. Stellen Sie inNotzeiten Ihre Bündnisse an die erste Stelle,und nehmen Sie es mit dem Gehorsamgenau. Dann können Sie voll Glauben –ohne zu zweifeln – um das bitten, was Siebrauchen, und Gott wird Sie erhören. …Er [wird] Ihnen Halt geben.“Elder D. Todd Christofferson vom Kollegiumder Zwölf Apostel, „Die Macht der Bündnisse“,Liahona, Mai 2009, Seite 22Juli 2013 53


DIESCHÖNSTENFAMILIENABENDEMVORSICHT!


FOTOS VON LLOYD ELDREDGEGEISTIGE SUPERHELDENDieses Jahr haben uns an denMontagabenden beeindruckendeSuperhelden besucht! Jeder dieserSuperhelden sah jemandem aus derFamilie erstaunlich ähnlich und hatteeine besondere Superkraft. Und alleüberbrachten eine wichtige Botschaft,die unser Zeugnis stärkte und unsanspornte, die Beziehungen innerhalbder Familie zu verbessern.Einmal tauchte beispielsweise„Medien-Man“ auf und riet uns, wiewir unsere Augen vor schlechtenFilmen, Fernsehsendungen oder Zeitschriftenschützen können. Ein andermalerklärte uns „Fitness-Girl“, wiewir übernatürliche Kräfte entwickelnkönnen, indem wir regelmäßig Sporttreiben. Ein als Biene verkleideterSuperheld machte uns darauf aufmerksam,dass wir in der Kirche – undbisweilen auch zuhause – nicht überallherumschwirren, sondern andächtigsein sollen. Eine weitere Superheldingab uns Ratschläge, wann und wie wireinander mehr Komplimente machenkönnen. Noch viele weitere Superheldenmit fantasievollen Namen kamenzu Besuch und sprachen beim Familienabendüber Dankbarkeit, Eigenständigkeit,Schriftstudium, Höflichkeitoder Missionsarbeit.Ich bin dankbar, dass alle in derFamilie sich viele Gedanken darübergemacht haben, welches Problem inder Familie sie als Superheld ansprechenwollten. Wir freuten uns immerauf den Familienabend. Jedes Mal,wenn ein Superheld zu Besuch kam,erlebten wir wirklich eine schöne gemeinsameZeit. Ich bin dankbar, dassder Vater im Himmel uns, wenn wiruns über ein Problem in der FamilieGedanken gemacht haben, zu Ideeninspiriert hat, wie wir noch besservoneinander lernen können. So mancherBesuch eines Superhelden bleibtuns unvergesslich. ◼Victor W., USADAS ZEUGNISMEINES BRUDERSMeine Mutter arbeitet jeden Tagvon 15 bis 23 Uhr. Auch wenn sieam Montagabend nicht zu Hause seinkann, wollten mein älterer Bruder undich doch für uns einen Familienabendabhalten – nur wir beide! Mein Bruderwar acht Jahre lang nicht aktiv gewesen,hatte aber vor kurzem angefangen, dasInstitut zu besuchen, und war bereit,eines Montagabends einen geistigenGedanken mitzuteilen. Er sprach überetwas aus dem Buch Mormon, woranich nie zuvor gedacht hatte, obwohl ichvier Jahre das Seminar besucht und amProgramm Mein Fortschritt gearbeitethatte. Ich verspürte den Heiligen Geistin einer Art und Weise, wie ich es mirfür den Tag, an dem ich einen würdigenPriestertumsträger im Haus habenwürde, immer erhofft hatte.Ich bin dankbar, dass der Vaterim Himmel mir die Gelegenheit gibt,meine Familie jede Woche durch denFamilienabend zu stärken. Ich liebedas Evangelium Jesu Christi und binfroh, dass ich mit meinem Bruderdieses besinnliche Erlebnis mit demFamilienabend hatte. ◼Isadora A., BrasilienLICHT IM DUNKELNEinen Familienabend werde ich nievergessen. Der Strom war ausgefallen.Ohne Strom konnten wir nichtlesen, und ich dachte schon, aus demFamilienabend würde wohl nichtswerden.„Wie sollen wir den Familienabendabhalten, wenn wir keine Botschaftaus dem Liahona lesen können, wieein Lied singen, wenn wir im Dunkelndas Gesangbuch nicht benutzen können?“,ging es mir durch den Kopf.Glücklicherweise hatte meineSchwester die rettende Idee. Sieschlug vor, wir könnten doch ein Liedsingen, das wir auswendig kannten,und dann einander erzählen, waswir letzten Sonntag durchgenommenhatten. Jeder erläuterte einen Grundsatzund alle lernten voneinander.Gemeinsam dazuzulernen ist ja derZweck des Familienabends, wie ichfinde. Ich bin sicher, dass der Herrsich sehr gefreut hat, dass wir sein Gebotgehalten und den Familienabenddurchgeführt haben, auch ohne Licht.Sicher möchte der Herr nicht, dasswir alleine in seine Gegenwart zurückkehren.Er möchte, dass wir mitunserer Familie zurückkehren, und ermöchte, dass wir dafür alles tun, wasuns möglich ist, und dazu gehört auchder wöchentliche Familienabend. ◼Hérica S., BrasilienSpaß machen kann!JUGENDLICHEDiese Erfahrungen zeigen, wie der Familienabend aufbauend sein und zugleich großen55


David IsaksenIch bin in Norwegen aufgewachsen.Der nächste Tempel befand sich inStockholm, eine Fahrt von acht biszehn Stunden entfernt. Das bedeutetenatürlich, dass jede Fahrt zum Tempelsorgfältig geplant werden musste.Der Pfahl sah für die Jugendlichenzwei Tempelbesuche im Jahr vor.Mehrere Gemeinden mieteten zusammeneinen Bus und fuhren an einemWochenende zum Tempel. Es machteSpaß, mit den anderen Jugendlichenzum Tempel zu fahren, aber meineFamilie und ich wollten auch einmalals Familie den Tempel besuchen.Daher beschlossen wir in einemJahr, in den Sommerferien nachStockholm zu fahren. Es war ein sehrschönes Erlebnis, das wir bald jedenSommer wiederholten. Wir zeltetenauf einem Campingplatz in der Nähedes Tempels. Jeden Morgen standenwir früh auf und besuchten mit anderenFamilien aus Norwegen, die zumTempel gekommen waren, eine Taufsession.Danach spielten wir auf demCampingplatz Fußball oder gingenschwimmen.Die Erinnerung an diese Sommerferienist für mich etwas Heiliges. Wirlebten so weit vom Tempel entfernt,dass wir nicht jeden Monat hingehenMEIN SOMMERURLAUBBEIM TEMPELMeine Familie nutzte die Sommerferien für eine Fahrtzum Tempel, und wir sind reich gesegnet worden.konnten, deshalb war eine Tempelfahrtimmer etwas ganz Besonderes.Die Autofahrt war zwar lang undermüdend, aber der Herr segnete unsdafür, dass wir dieses Opfer brachten.Durch die geistigen Erlebnisse, dieich im Tempel hatte, wuchs meineLiebe zum Tempel und zu den Tempelverordnungen.Diese Erfahrungenbrachten uns auch als Familie einandernäher.Ich erinnere mich vor allem anein Erlebnis. Ich war zu dieser Zeitetwas widerspenstig. Ich glaubte, anmeinen Eltern unheimlich viele Fehlerzu erkennen, und meinte, sie hättennicht das Recht, mir irgendwelcheRatschläge zu erteilen. Ich lebte schonso, dass ich würdig war, in den Tempelzu gehen, aber ich stellte meinenVater als Familienoberhaupt in Frage.Als wir dann gemeinsam im Tempelwaren, um Taufen und Konfirmierungendurchzuführen, berührte der Geistmein Herz. Als mir mein Vater dieHände auflegte, um mich stellvertretendfür Verstorbene zu konfirmieren,bestätigte mir der Geist, dass meinVater mit der wahren Vollmacht desPriestertums handelte. Da wurde mirbewusst, dass er ein guter Vater war,auch wenn er nicht vollkommen war,und dass es ein Segen war, sein Sohnzu sein. Ich verspürte den Wunsch,von meiner Widerspenstigkeit umzukehrenund mich zu bemühen, dieWeisheit und die Liebe hinter seinenRatschlägen zu sehen.Heute, viele Jahre später, erinnereich mich immer noch gern an unserenSommerurlaub beim Tempel. Für michist der Tempel zu einem der schönstenOrte der Welt geworden, wie dieWasser Mormon für Almas Volk: „Wieschön sind sie in den Augen derer,die dort zur Erkenntnis ihres Erlösersgekommen sind.“ (Mosia 18:30.) ◼Der Verfasser lebt in Utah.SEGNUNGEN DES TEMPELSWie bist du schon gesegnet worden,weil du den Tempel besucht hast?Vielleicht möchtest du deine Gedanken dazujemandem in der Familie erzählen oder sieim Tagebuch festhalten.FOTO VOM STOCKHOLM-TEMPEL IN SCHWEDEN VON STEFAN HALLBERG, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; HINTERGRUND UND UMRANDUNG © THINKSTOCK/ISTOCKPHOTO56 Liahona


Ein FamilienabendradKINDERAktivitätLeckerbissenLektionSchriftstelleMit diesem Familienabendradhilfst du deinerFamilie, die Aufträgefür den Familienabend zu planen.Klebe die Kreise auf Karton undverbinde sie in der Mitte mit einerMetallklammer. Schreibe außen aufden Rand die Namen aller Familienmitglieder.Drehe das Rad, umjede Woche die Aufträge neu zuverteilen.LiedGebetILLUSTRATIONEN VON SCOTT GREERSchreibe die Namen allerFamilienmitglieder aufden äußeren Rand.Juli 2013 57


FOLG DEM PROPHETENRETTE SIE!Heidi S. SwintonJeden Sommer verbrachte Familie Monson zwei Monatein ihrer kleinen Hütte am Provo River. TommyMonson lernte in der schnellen Strömung des Flussesschwimmen. An einem warmen Nachmittag holte sichTommy, etwa 13 Jahre alt, einen großen Reifenschlauchund ließ sich den Fluss hinabtreiben.An diesem Tag hielt sich eine große Gruppe am Uferdes Flusses auf. Die Leute machten ein Picknick undspielten. Tommy wollte gerade die schnellste Stelle desFlusses durchqueren, als er plötzlich verzweifelte Hilferufehörte: „Rette sie! Rette sie!“ Ein kleines Mädchenwar in die tückischen Wasserstrudel gefallen. Keiner vondenen, die am Ufer standen, konnte schwimmen unddas Mädchen retten.Da trieb Tommy vorbei. Er sah den Kopf des Mädchensunterm Wasser verschwinden. Tommy streckte dieHand aus, bekam das Mädchen an den Haaren zu fassenund zog es auf den Reifen. Dann paddelte er ans Ufer.Zuerst schloss die Familie das Mädchen in die Arme, alleküssten es und weinten. Dann schlossen sie Tommy indie Arme und küssten ihn. Der ganze Wirbel war ihmein wenig peinlich, und er setzte sich rasch wieder aufseinen Reifen.Als er weiter den Fluss hinuntertrieb, war ihm ganzwarm ums Herz. Ihm wurde bewusst, dass er jemandemdas Leben gerettet hatte. Der Vater im Himmel hatte dieRufe gehört: „Rette sie! Rette sie!“ Er hatte dafür gesorgt,dass Tommy genau zur rechten Zeit an Ort und Stellewar. An diesem Tag lernte Tommy, dass es das schönsteGefühl ist, zu wissen, dass Gott, unser Vater im Himmel,jeden von uns kennt und wir ihm helfen dürfen, anderezu retten. ◼ILLUSTRATION VON JENNIFER TOLMAN; EINSCHUB: ILLUSTRATION VON HOLLIE HIBBERT58 Liahona


Tu deine PflichtAls Tommy 11 Jahre alt war, war er Schülerlotse undhalf seinen Schulkameraden, die Straße zu überqueren.Schau dir das Bild unten an. Findest du zwei Gegenstände,die Tommy verwendet hat, um seine Aufgabezu erfüllen?KINDERSicher im KreisAls Tommy im Provo River schwimmen lernte, bildete seineFamilie einen Kreis um ihn, damit immer jemand in derNähe war, falls er Hilfe brauchte. Vielleicht fühlst du dichwie Tommy, wenn du das Spiel „Sicher im Kreis“ spielst.Dazu brauchst du:vier oder mehr Spielerreichlich PlatzSpielanleitung:Haltet euch an den Händen und bildet einen Kreis. Ein Spielersteht in der Mitte des Kreises. Der Spieler in der Mitte hat dieAugen verbunden und geht langsam mal in die eine, mal indie andere Richtung – wie es ihm gerade gefällt. Die Spielerim Kreis müssen einander immer an der Hand halten, versuchenaber, vom Spieler in der Mitte nicht berührt zu werden.Jeder kommt mal an die Reihe, in der Mitte zu stehen.WORTE VON PRÄSIDENT MONSON„Wir haben ja unzählige Möglichkeiten, … von unsselbst zu geben. … Dem einen können wir Trostund Zuspruch geben, dem anderen ein freundlichesWort. Hier freut sich einer über ein Geschenk, dortmuss man tatkräftig zupacken. Es gilt, Menschen zuerretten.“Aus „First Presidency Christmas Devotional“, Ensign,Februar 2001, Seite 73Juli 2013 59


DIE PV BEI DIR ZUHAUSEDie Familiegehört zum Plan deshimmlischen VatersMit dieser Lektion und der Aufgabe kannst du mehr über das PV-Themain diesem Monat erfahren.Im Buch Mormon erfahren wir voneinem schlechten Mann namensAmalikkja. Er wollte die Kirchevernichten und als König über dieNephiten herrschen.Hauptmann Moroni war ein starker,rechtschaffener Mann, der dasnephitische Heer anführte. Er wollteden Menschen in Erinnerung rufen,wie wichtig es war, ihre Familienund ihren Glauben zu verteidigen.Er zerriss sein Gewand und machtedaraus eine Fahne, ein Banner. Daraufschrieb er:„Zur Erinnerung an unseren Gott,unsere Religion und Freiheit undAnregungenfür Gesprächein der FamilieDu könntest gemeinsam mit deiner Familiedie Proklamation zur Familie lesen.Ihr könnt euch auch darüber unterhalten,wie ihr alle gemeinsam dafür sorgenkönnt, dass eure Familie stark wird. Dannkönnt ihr einen Punkt auswählen undplanen, wie ihr ihn umsetzen wollt.unseren Frieden, unsereFrauen und unsere Kinder.“Er nannte diese Fahne das„Banner der Freiheit“, und erbefestigte es am Ende einer Stange.Dann kniete er nieder und betetedarum, dass die Menschen frei bleibenmögen, damit sie weiterhin Gottverehren und Segnungen von ihmempfangen konnten (siehe Alma46:3-18).Auch heute gibt es etwas, wasuns daran erinnert, wie wichtigunsere Familie und unser Glaubesind: die Proklamation zur Familie.Darin steht unter anderem:„Im Plan des Schöpfers fürdie ewige Bestimmung seinerKinder [steht] die Familie imMittelpunkt. … Die Familie istvon Gott eingerichtet.“ ◼60 Liahona


KINDERLINKS: ILLUSTRATION VON BRANDONDORMAN; RECHTS: ILLUSTRATION VONRACHEL HOFFMAN-BAYLESLied und Schriftstelle• „Immer und ewig vereint“,Liederbuch für Kinder, Seite 98• Alma 46:3-18Ein Banner fürdie FamilieGestalte mit deiner Familie aus einemBogen Papier oder einem Stück Stoffein Familienbanner. Zeichnet daraufmit Filz- oder Wachsstiften, wasdeiner Familie wichtig ist. Schreibtein Zitat oder eine Aussagedarauf, die deutlich macht, wasdeiner Familie der Glaube an JesusChristus und an den Vater im Himmelbedeutet oder welche Segnungen dasFamilienleben mit sich bringt.Juli 2013 61


AUF SPURENSUCHESchwierigkeiten in MissouriJennifer MaddyKomm mit und entdecke einen wichtigenOrt in der Geschichte der Kirche!Es war für Joseph Smith ein langer,beschwerlicher Weg vonKirtland in Ohio nach Independencein Missouri. Er reiste mit demPferdewagen, mit dem Boot und mitder Postkutsche. Die letzten 400 Kilometermusste er zu Fuß gehen! Aberder Herr hatte ihm geboten, nachMissouri zu gehen, um dort die StadtZion aufzubauen, und Joseph Smithgehorchte.Weitere Mitglieder der Kirche trafenim Jahr 1831 in Missouri ein. Sie pflügtendas Land, bauten Häuser und ernteten,was sie auf ihren Feldern anbauten.Als immer mehr Mitglieder der Kirchenach Independence kamen, wurdeneinige der Leute, die bereits dortwohnten, argwöhnisch und wütend.Der Mob griff die Häuser der Heiligender Letzten Tage an und befahl denBewohnern, den Ort zu verlassen. ◼Ein dreidimensionales Schaubild imBesucherzentrum in Independencezeigt, wie die Mitglieder damalseifrig Blockhütten bauten.FOTOS VON JENNIFER MADDY; ILLUSTRATIONEN VON PAUL MANN62 Liahona


KINDERWilliam W. Phelps richtete in Independence eine Druckerei ein und veröffentlichtedort eine Zeitung. Außerdem druckte er Seiten für das Buch der Gebote, das einigeOffenbarungen des Herrn an den Propheten Joseph Smith enthielt. Diese Offenbarungenstehen heute im Buch Lehre und Bündnisse.DAS GEFÄNGNISZU LIBERTYIm Winter 1838 wurden Joseph Smithund fünf weitere Führer der Kircheinfolge falscher Anschuldigungenfestgenommen und nach Liberty insGefängnis gebracht. Das Gefängniswar dunkel, schmutzig und bitterkalt.Die Gefangenen hatten nichtgenug warme Decken und bekamennur karges Essen. Das Gefängnis zuLiberty hatte dicke Wände aus Stein. Imoberen Raum hielten sich der Aufseherund seine Familie auf, und im unterenRaum – dem Kerker – die Gefangenen.Eine Falltür war der einzige Zugangzum Untergeschoss.Als der Prophet im Gefängnis saß,sagte ihm der Herr: „Fürchte nicht, wasMenschen tun können, denn Gott wirdmit dir sein für immer und immer.“(LuB 122:9.)Die Kirche hat einen Teil desGefängnisses nachgebaut, teilweiseaus Originalsteinen, und ein Besucherzentrumdarum errichtet. Heute sehensich viele Besucher den Ort an, wo einProphet Gottes im Gefängnis tröstlicheOffenbarungen empfangen hat.


UNSERE SEITERicardo O., 3 Jahre, aus Mexiko, hilftgern mit. Jeden Samstag helfen er undseine kleine Schwester Olea den Eltern,den Raum zu fegen, wo die Abendmahlsversammlungabgehalten wird.Er hilft mit einem Lächeln – nicht nurin der Kirche, sondern auch zuhause.Die PV-Kinder im ZweigJunction im DistriktMandeville in Jamaikalernen viel über Jesusund bemühen sich, seinemBeispiel zu folgen,indem sie sich taufenlassen und sich daraufvorbereiten, in denTempel zu gehen.64 LiahonaLoi P., 7, KambodschaIch gehe gern in die Kirche und in die PV. Ichlerne gerade lesen und mag die Geschichtenaus dem Buch Mormon. Meine jüngereSchwester und ich helfen unserer Mutter. Wirlesen gern die Seiten für Kinder im Liahona.Wir beten immer für Präsident Monson undseine Frau.Alison A., 6, und Juana A., 3,ArgentinienNguyen L., 7, KambodschaRenato und seineFamilie bei seinerTaufe.Einmal haben wir mitder PV den São-Paulo-Tempel in Brasilienbesucht. Auf dem Tempelgeländegab es dieschönsten Gärten, dieich je gesehen habe.Wir haben erfahren,dass wir durch dieBündnisse, die wir imTempel schließen, mitunserer Familie für immerzusammen sein können. Der Tempelpräsidenthat im Warteraum zu uns gesprochen, undwir haben uns die schönen Bilder angesehen,die an der Wand hingen. Ich war einfach glücklichund mir war ganz warm ums Herz. MeineMutter hat gesagt, dass der Heilige Geist mirda bezeugt hat, dass das, was ich gehört habe,wahr ist. Ich habe also ein Zeugnis bekommen,dass der Tempel das Haus des Herrn ist.Renato B., 8, BrasilienMaria C., 4 Jahre alt,aus Brasilien, hat inder AbendmahlsversammlungeineAnsprache gehalten.Alle waren erstaunt,dass sie alle 13Glaubensartikelfehlerfrei aufsagenkonnte. Marias PV-Leiterin sagt, dassMaria ganz innig betet und von JesusZeugnis gibt.Der Tempel ist von außenschön anzusehen – dagibt es viele Blumen. Aberals ich an meine Familiegesiegelt wurde, habe ichgesehen, dass er von innennoch viel schöner ist.Nicolas M., 5,Kolumbien


BESONDERE ZEUGENWarum ist diegenealogischeArbeit so wichtig?KINDERElderDavid A. Bednarvom Kollegiumder Zwölf ApostelDie Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostelsind besondere Zeugen Jesu Christi.ILLUSTRATION VON ADAM KOFORDDer Prophet Joseph Smith hat verkündet,dass „die wichtigste Aufgabe …in dieser Welt [darin] besteht …,dass wir nach unseren Toten forschen“ 1 .Die Genealogie ist ein wichtiges Elementim Werk der Errettung und Erhöhung.Wir haben die Bündnispflicht, nach unserenVorfahren zu forschen und ihnen dieerrettenden heiligen Handlungen des Evangeliumszukommen zu lassen.Ich fordere die jungen Leute der Kircheauf, mehr über den Geist des Elija zu erfahrenund ihn selbst zu erleben. 2Ich empfehle euch zu studieren, eureVorfahren zu ermitteln und euch darauf vorzubereiten,euch im Haus des Herrn stellvertretendfür eure verstorbenen Angehörigentaufen zu lassen.Wenn ihr voller Glauben dieser Einladungfolgt, wird sich euer Herz den Väternzuwenden.Die Liebe und die Dankbarkeit, die ihrfür eure Vorfahren empfindet, werdenzunehmen.Ihr werdet in eurer Jugend und euer ganzesLeben lang geschützt sein.Euer Zeugnis vom Erlöser und eureBekehrung zu ihm werden an Tiefe gewinnenund von Dauer sein. ◼Aus der Ansprache, „Das Herz der Kinder wird sich denVätern zuwenden“, Liahona, November 2011, Seite 24–27ANMERKUNGEN1. Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith,Seite 5292. Siehe Lehre und Bündnisse 2:1,2Juli 2013 65


DerGeschichtenteppich66 Liahona


Wer hätte gedacht, dass so viele Geschichtenmit einem einzigen kleinen Teppich verknüpftsein könnten?KINDERILLUSTRATION VON G. BJORN THORKELSONKay TimpsonNach einer wahren Begebenheit„Drum suchen wir heute nach allunseren Lieben, vergessen sie nichtmehr für alle Zeit.“ („Wahrheit vonElija“, Kleiner Liahona, Oktober2001, Seite 10)Katy hüpfte den Gehweg entlangauf die große Eiche ander Straßenecke zu. Durchden alten Baum war Omis Hausleicht zu finden.Wie immer saß Omi im Wohnzimmer,flocht bunte Stoffstreifen undnähte sie zusammen. Es war ganzstill. Auf dem polierten Holzbodenin Omis Haus lagen farbenfroheFlickenteppiche, die Omi selbstangefertigt hatte.„Hallo Schatz“, sagte Omi, als Katyhereinkam. Schon bald unterhieltensie sich über die „alten Zeiten“, wieOmi sie nannte. Sie schauten gemeinsamSchwarz-Weiß-Fotos an. Katy sahsich vor allem gern die Kleidung unddie Frisuren an, die ihre Verwandtenfrüher getragen hatten.„Damals war alles ganz anders“,sagte Omi seufzend. „Wir hattenweder Autos noch Fernseher nochHandys.“Katy konnte sich gar nicht vorstellen,wie es war, überallhin zu Fußzu gehen. „Was habt ihr denn nurso zum Spaß gemacht?“, wollte Katywissen.„Wir haben gern miteinandergesungen. Am Abend haben wir unsums Klavier geschart und unsereLieblingslieder gesungen. Manchmalhaben wir uns heiser gesungen! Wirhatten immer viel Spaß dabei.“Omi schaute abwesend in denGarten, als ob sie die Jahre zurückdrehenund sich alles noch einmalansehen könne.Katy setzte sich neben den aufgerolltenTeppich, der von Omis Schoßbis auf den Boden reichte. Mit demFinger fuhr sie die feinen Stichenach.„Ich hab da eine Idee“, sagteOmi bedächtig, „was hältst du davon,selbst einen Flickenteppich zumachen?“Katy sprang auf und klatschte indie Hände.„O ja, Omi! Können wir gleichheute anfangen?“Omi lachte vergnügt in sich hinein.„Zuerst musst du etwas anderesmachen. Geh nach Hause und suchein paar alte Kleidungsstücke zusammen,die wir in Streifen schneidenkönnen.“Zwinkernd beugte sie sich zuKaty hinüber und flüsterte, als obsie ihr ein Geheimnis verrate:„Deshalb ist der Flickenteppichetwas so Besonderes. Er bestehtaus Kleidungsstücken und kann dirGeschichten aus deinem Leben erzählen.Jeder geflochtene Strang istwie ein Kapitel in einem Buch überdich. Wenn man den Stoff eines altenKleides betrachtet, erinnert mansich, wo man es getragen hat undwas man damals gemacht hat.“Katy machte große Augen. Siezeigte auf den Teppich, den Omigerade flocht.„Erinnerst du dich an alle Stoffein diesem Teppich?“Omi lächelte. „Aber sicher! Derrote Streifen stammt von dem Kleid,das ich getragen habe, als du geborenwurdest. Ich weiß noch, wie ichmir an der Scheibe zur Kinderstationdie Nase plattgedrückt habe, um dichgenauer betrachten zu können. Duwarst noch ganz runzlig und rosa.“Katy und Omi lachten viel, alsOmi weitere Geschichten erzählte,an die der Teppich sie erinnerte.Kaum war Katy wieder zu Hause,sortierte sie mit ihrer Mutti alteKleidungsstücke aus, die sie verwendenkonnte.Am nächsten Tag trug Katy dieKleidungsstücke hinüber zu Omi.Omi zeigte Katy, wie man denStoff in lange Streifen schnitt, ihnflocht und die geflochtenen Strängezusammennähte.Jeden Tag nach der Schule gingKaty zu Omi, um an ihrem Teppichzu arbeiten.Nach und nach wurde er größer.Die Tage vergingen, und Katykannte viele von Omis Geschichtenschon auswendig. An manchenTagen erzählte sie ganz vieleGeschichten.Eines Tages, nachdem sie einenblauen Strang angenäht hatte – daswaren einmal ihre Lieblingsjeansgewesen –, strich Katy mit der Handüber den bunten Teppich.„Meinst du nicht, dass derTeppich jetzt bald fertig ist?“,fragte Omi und schaute von ihrerArbeit auf.„Noch nicht“, sagte Katy lächelnd.Sie wollte ihre gemeinsame Zeit mitOmi noch länger genießen. ◼Juli 2013 67


ERZÄHLRUNDEOmis bunter Teppich erinnerte sie an Geschichten, die sie dann Katy erzählte(siehe Seite 66f.). Hier findest du die Anleitung für ein Spiel, bei dem allein der Familie einander Geschichten erzählen!Du brauchst:• Mehrere kleine einfarbige Gegenstände.Es sollten mindestenssechs verschiedene Farbensein. Du kannst Knöpfe, bemalteKieselsteine oder bunteBonbons verwenden.• Ein Säckchen für die Gegenstände.Spielanleitung:1. Fülle die Anleitung unten aufder Seite aus, indem du nebenjede Aufgabe eine der von dirausgesuchten Farben einträgst.2. Alle sitzen im Kreis. Lege diekleinen Gegenstände in dasSäckchen.3. Das Säckchen wird im Kreisherumgegeben. Nacheinanderzieht jeder einenGegenstand aus dem Säckchenund erfüllt, je nachdem,welche Farbe er gezogenhat, die dazu passendeAufgabe. Das Spiel wird solange fortgeführt, bis keineGegenstände mehr im Säckchensind.ANLEITUNG FÜR DIE ERZÄHLSTUNDEWeißt du noch, welche Geschichten zu den einzelnen Farbenerzählt wurden?Farbe:Aufgabe:Erzähl uns etwas von deinem besten Freund oder deiner besten Freundin.Wann musstest du einmal sehr mutig sein?Erzähl uns, wie du einmal etwas Dummes oder Peinliches gemacht hast.Was ist deine Lieblingsgeschichte aus den heiligen Schriften? Warum?Erzähl von einer Aufgabe in der Schule, die dir Spaß gemacht hat.Wenn du dich in ein Tier verwandeln könntest, welches wäre das und warum?68 Liahona


Hallo, ich bin Erikaaus El SalvadorKINDERABDRUCK DER FOTOS VON ERIKA UND DER FHV MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ERIKAS FAMILIE, WENN NICHT ANDERS ANGEGEBEN; FOTO DES SAN-SALVADOR-TEMPELS IN EL SALVADOR VON MATTHEW REIER © IRIDie FHV-Schwestern meinerGemeinde haben mich gefragt,ob ich lernen will, mit dem ProgrammFamilySearch Namenzu indexieren. Ich wollte gernmithelfen. Auch meine Mutterwollte mithelfen, also habenwir gemeinsam gelernt, wiedas mit dem Indexieren geht.Am Anfang habe ich einenganzen Tag gebraucht, um neunNamen zu indexieren. Aber jetzt,nachdem ich fleißig geübt habe,kann ich an einem Tag 300 Namenindexieren.Wenn ich meine Hausaufgaben gemachthabe, verbringe ich etwas Zeit damit, Namenzu indexieren. Das macht mir genausoviel Spaß wie Spielen oder Fernsehen. Undich weiß, dass es einen guten Zweck hat.Ich heiße Erika.Ich wohne in SanSalvador in ElSalvador, und esmacht mir Spaß,Namen für dieheiligen Handlungenim Tempelvorzubereiten.Der Vater im Himmel hatmich gesegnet. Ich konnte mithelfen,Namen von über 2000salvadorianischen Vorfahren,die in der Geisterwelt sind, fürdie heiligen Handlungen desTempels vorzubereiten.Juli 2013 69


FÜR KLEINERE KINDERJesus beruft seine JüngerMargo MaeAus Lukas 5:1-11Simon und Andreas warenBrüder, und beide warenFischer. Einmal hattenSimon und Andreas dieganze Nacht gefischt, aberüberhaupt nichts gefangen.Jesus stieg in Simons Boot. Er sagteden Brüdern, sie sollten ihre Netzenoch einmal auswerfen. Als sie die Netzewieder einzogen, waren sie voller Fische!ILLUSTRATIONEN VON APRYL STOTT70 Liahona


KINDERSimon und Andreas riefen ihre Freunde Jakobus und Johannes herbei, damitsie ihre Netze auch in ihr Boot ausleeren konnten. Es waren so viele Fische,dass beide Boote bis zum Rand gefüllt waren! Jesus sagte den Männern,wenn sie ihm folgten, dann sollten sie etwas Besseres fischen. Sie solltenMenschenfischer werden.Simon, Andreas, Jakobusund Johannes ließen alleszurück, auch ihre Boote.Sie wurden Jünger Jesu. Siefolgten Jesus und halfenihm, allen Menschen dasEvangelium zu verkünden.Juli 2013 71


Wie ein Fischer, der mit seinem Netz Fische fängt, können wir mithelfen,Menschen zum Evangelium zu bringen, indem wir ihnen ein gutes Beispielgeben und ihnen von Jesus erzählen. Auch wir können Menschenfischer sein! ◼72 Liahona


ZUM AUSMALENKINDERILLUSTRATION VON JARED BECKSTRANDJESUS BERUFT SEINE JÜNGER„Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.Und sie … ließen alles zurück und folgten ihm nach.“ (Lukas 5:10,11)Juli 2013 73


NACHRICHTEN DER KIRCHEWeitere Nachrichten und Veranstaltungen der Kirche finden Sie unter news.lds.org.Neue MissionspräsidentenberufenDie folgenden neu berufenen Missionspräsidenten tretendiesen Monat ihre Mission in dem ihnen zugewiesenenGebiet an.MISSIONAlabama-Mission BirminghamAngola-Mission LuandaArgentinien-MissionBuenos Aires NordArgentinien-MissionBuenos Aires SüdArgentinien-MissionComodoro RivadaviaArgentinien-Mission CórdobaArgentinien-Mission PosadasArizona-Mission GilbertArizona-Mission MesaArizona-Mission ScottsdaleArizona-Mission TempeArmenien-Mission EriwanAustralien-Mission BrisbaneAustralien-Mission MelbourneAustralien-Mission Sydney NordAustralien-Mission Sydney SüdBolivien-Mission La PazBolivien-Mission Santa CruzBolivien-Mission Santa Cruz NordBotswana-Mission GaboroneBrasilien-Mission CuritibaBrasilien-Mission Curitiba SüdBrasilien-Mission Fortaleza OstBrasilien-Mission GoiâniaBrasilien-Mission João PessoaBrasilien-Mission Juiz de ForaBrasilien-Mission LondrinaBrasilien-Mission NatalBrasilien-Mission PiracicabaNEUER PRÄSIDENTRichard D. HanksDanny L. MerrillDavid S. AyreLarry L. ThurgoodMark F. RogersRubén V. AlliaudLee R. LaPierreK. Brett NattressKirk L. JenkinsKarl R. SweeneyJames L. TooneJ. Steven CarlsonLon E. HendersonCory H. MaxwellPhilip F. HowesLarry J. LewJulián A. PalacioJason A. WillardRichard C. ZambranoMerrill A. WilsonAnderson M. MonteiroLeonel R. FernandesCarlos FuscoDavid KucekiIzaias P. NogueiraLuciano CascardiC. Alberto de GenaroSaulo SoaresKennedy F. CanutoMISSIONBrasilien-Mission Ribeirão PretoBrasilien-Mission Santa MariaBrasilien-Mission SantosBrasilien-Mission São Paolo WestChile-Mission AntofagastaChile-Mission ConcepciónChile-Mission RancaguaChile-Mission Santiago SüdChile-Mission Santiago WestColorado-Mission Denver SüdColorado-Mission Fort CollinsDemokratische-Republik-Kongo-Mission KinshasaEcuador-Mission Guayaquil SüdEcuador-Mission Guayaquil WestEcuador-Mission Quito NordEl-Salvador-Mission San Salvador OstEl-Salvador-MissionSan Salvador West/BelizeEngland-Mission LeedsFlorida-Mission JacksonvilleFlorida-Mission OrlandoFlorida-Mission TallahasseeFlorida-Mission TampaGeorgia-Mission MaconGhana-Mission Accra WestGuatemala-Mission CobánGuatemala-Mission RetalhuleuHawaii-Mission HonoluluHonduras-Mission San Pedro Sula OstHonduras-Mission SanPedro Sula WestIdaho-Mission BoiseIdaho-Mission NampaIdaho-Mission Twin FallsIllinois-Mission ChicagoIllinois-Mission Chicago WestIndien-Mission BangaloreIndiana-Mission IndianapolisNEUER PRÄSIDENTMauro T. BrumAdalton P. ParrelaCelso B. CabralJosé Luiz Del GuersoCraig L. DaltonKent J. ArringtonThomas R. WarneDavid L. CookJosé A. BarreirosJ Blake MurdockKelly W. BrownW. Bryce CookMaxsimo C. TorresJorge DennisBrian A. RichardsonDavid L. GlazierKai D. HintzeGraham PilkingtonPaul W. CraigMichael J. BerryBradley J. SmithMark D. CusickBrent T. CottleNorman C. HillJohn F. CurtissJohnny F. RuizStephen R. WarnerNorman S. KleinJames M. DesterJohn WinderStuart B. Cannon.Glen R. CurtisPaul S. WoodburyJerry D. FennDavid M. BerrettSteven C. Cleveland74 Liahona


MISSIONNEUER PRÄSIDENTMISSIONNEUER PRÄSIDENTIndonesien-Mission JakartaIowa-Mission Des MoinesItalien-Mission MailandItalien-Mission RomJamaika-Mission KingstonJapan-Mission NagojaJapan-Mission Tokio SüdKalifornien-Mission BakersfieldKalifornien-Mission CarlsbadKalifornien-Mission IrvineKalifornien-Mission Long BeachChristopher L. DonaldJohn R. JensenBruce L. DibbMichael WaddoupsKevin G. BrownKazuhiko YamashitaTakashi WadaJames M. WilsonHal C. KendrickVon D. OrgillRyan M. TewMexiko-Mission QuerétaroMexiko-Mission ReynosaMexiko-Mission SaltilloMexiko-Mission VillahermosaMichigan-Mission DetroitMissouri-Mission St. LouisMongolei-Mission Ulan BatorNeuseeland-Mission HamiltonNevada-Mission Las Vegas WestNew-Hampshire-Mission ManchesterJavier L. MejoradaAbelardo MoralesL. Fernando RodriguezIsrael G. MoralesNolan D. GerberThomas W. MorganJoseph P. BensonCharles A. RuddMichael B. AhlanderPhilip M. StokerKalifornien-Mission Los AngelesKalifornien-MissionRancho CucamongaKalifornien-Mission RedlandsKanada-Mission EdmontonKanada-Mission MontrealKansas-Mission WichitaKenia-Mission NairobiKolumbien-Mission BarranquillaKorea-Mission DaejeonKorea-Mission Seoul SüdLiberia-Mission MonroviaMarshall-Inseln-Mission MajuroMexiko-Mission AguascalientesMexiko-Mission CancúnMexiko-Mission ChihuahuaMexiko-Mission Ciudad JuarezMexiko-Mission Ciudad ObregónMexiko-Mission CuliacánMexiko-Mission MéridaMexiko-Mission Mexiko-Stadt ChalcoMexiko-MissionMexiko-Stadt NordwestMexiko-Mission Mexiko-Stadt OstMexiko-MissionMexiko-Stadt WestMexiko-Mission Monterrey OstDavid N. WeidmanBruce E. HobbsDaniel J. Van CottLarry G. ManionVictor P. PatrickMichael L. BellGary C. HickenKent R. SearleYong-In S. ShinMarshall R. MorriseRoger L. KirkhamThomas L. WeirJuan VillarrealDale B. Kirkham Jr.Ulises ChávezRodolfo DerbezMauricio MuniveJesús VelezSergio A. GarciaJerald D. CrickmoreBrad H. HallSergio M. AnayaGeorge F. WhiteheadLarry C. BirdNew-Mexico-Mission AlbuquerqueNew-York-Mission RochesterNicaragua-Mission Managua NordNicaragua-Mission Managua SüdNigeria-Mission Benin-StadtNigeria-Mission EnuguNigeria-Mission LagosOhio-Mission CincinnatiOklahoma-Mission Oklahoma CityOregon-Mission SalemPanama-Mission Panama-StadtPapua-Neuguinea-Mission LaeParaguay-Mission Asunción NordPennsylvania-Mission PhiladelphiaPeru-Mission ArequipaPeru-Mission CuscoPeru-Mission HuancayoPeru-Mission IquitosPeru-Mission Lima NordPeru-Mission Lima WestPeru-Mission TrujilloPhilippinen-Mission BaguioPhilippinen-Mission ButuanPhilippinen-MissionCagayan de OroPhilippinen-Mission CauayanSteven J. MillerArthur R. FrancisMonsop ColladoBryan G. RussellAkingbade A. OjoFreebody A. MensahRichard K. AhadjieJohn P. PorterStewart R. WalkenhorstMichael R. SamuelianCurtis CarmackMark P. PeteruGarn H. McMullinT. Gary AndersonRichard ZobristRobert C. HarbertsonDavid Y. HendersonAlejandro GómezJohn R. EricksonBlake D. ArchibaldD. Kurt MarlerAnthony John BalledosPastor B. TorresAlberto C. BulsecoGeorge R. RahlfMexiko-Mission PachucaAndrew E. EgbertPhilippinen-Mission CaviteDouglas C. TyeJuli 2013 75


MISSIONPhilippinen-Mission Cebu OstPhilippinen-Mission IloiloPhilippinen-Mission LegaspiPhilippinen-Mission NagaNEUER PRÄSIDENTRichard L. TannerJaime R. AquinoJovencio A. GuanzonL. Barry ReederElfenbeinküste: Elder Cookspricht zu Mitgliedern undFreunden der KirchePhilippinen-Mission Quezon CityPhilippinen-Mission UrdanetaPolen-Mission WarschauPuerto-Rico-Mission San JuanRussland-Mission JekaterinburgRussland-Mission MoskauRussland-Mission SamaraSambia-Mission LusakaSierra-Leone-Mission FreetownSüdafrika-Mission DurbanTaiwan-Mission TaichungTexas-Mission Fort WorthTexas-Mission McAllenTexas-Mission San AntonioTonga-Mission Nuku‘alofaTschechisch-Slowakische MissionUganda-Mission KampalaUkraine-Mission LwiwUruguay-MissionMontevideo WestUtah-Mission Salt Lake CityUtah-Mission Salt Lake City OstUtah-Mission Salt Lake City SüdUtah-Mission St. GeorgeVenezuela-Mission ValenciaVirginia-Mission ChesapeakeVirginia-Mission RichmondWashington-D.C.-Mission NordWashington-Mission EverettWashington-Mission Federal WayWashington-Mission KennewickWashington-Mission SeattleWashington-Mission VancouverWisconsin-Mission MilwaukeeCarlos RevilloWilliam J. MonahanSteven C. EdgrenP. Knox Smartt IIIVal J. ChristensenGarry E. BordersMichael L. SchwabLeif J. EricksonDavid B. OstlerJohn A. ZackrisonKurt L. BlickenstaffRodney A. AmesFernando MaluendaJames E. SlaughterLeitoni M. TupouJames W. McConkie IIIRobert F. ChatfieldDaniel E. LattinThomas A. SmithStephen W. HansenJohn C. EberhardtRobert E. ChambersJohn R. CenterGuillermo I. GuardiaAlan J. BakerE. Bradley WilsonPeter S. CookeMark BonhamRobert I. EatonBoyd S. WareYoon Hwan ChoiDerlin C. TaylorRaymond A. CutlerR. Scott LloydChurch NewsElder Quentin L. Cook vom Kollegium der Zwölf Apostelreiste im Februar 2013 nach Abidjan (Elfenbeinküste).Er führte dort den Vorsitz bei einer Priestertumsführerschaftskonferenz,hielt eine Sonderversammlung mitMitgliedern und Freunden der Kirche ab und stattetehochrangigen Regierungsvertretern einen Besuch ab.Elder Cook wurde auf dieser Reise von Elder L. WhitneyClayton von der Präsidentschaft der Siebziger und auchvon Elder John B. Dickson von den Siebzigern, demPräsidenten des Gebiets Afrika West, sowie von ElderJoseph W. Sitati von den Siebzigern, dem Ersten Ratgeberin der Präsidentschaft des Gebiets Afrika West, begleitet.Insgesamt waren bei der Priestertumsführerschaftskonferenzund der Versammlung für Mitglieder undFreunde der Kirche 9.693 Personen anwesend, darunter619 Freunde der Kirche. Viele Mitglieder mussten großeOpfer auf sich nehmen, um die Versammlungen besuchenzu können. Virginie Oulai Tongo aus dem ZweigMeagui in der Elfenbeinküste-Mission Abidjan erklärte,ihre Familie habe Geld gespart, damit sie die Versammlungbesuchen und den Apostel sehen konnten. „Wirwaren zwölf Stunden unterwegs, aber ich bin so glücklich“,sagte sie.Viele Besucher erwähnten, dass der Geist dort in reichemMaße zu spüren gewesen sei. Bischof Leon Kouadioaus der Gemeinde Dokui im Pfahl Cocody sagte: „Ich binmir dessen bewusst, dass unter uns ein ganz besondererDiener des Heilands weilte.“Die Mitgliederzahl im Staat Elfenbeinküste ist von einereinzigen Familie im Jahr 1984 auf heute fünf Pfähle undeinen Distrikt angewachsen.Die Glaubenstreue der dortigen Mitglieder offenbartsich seit mehreren Jahren ganz besonders auf dem Gebietder Familiengeschichte und Tempelarbeit. Drei der fünfPfähle im Staat Elfenbeinküste sind unter den 25 ersteninnerhalb der gesamten Kirche, die – ausgehend von derABDRUCK DES FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON CHURCH NEWS © IRI76 Liahona


Elder Quentin L. Cook vom Kollegium der Zwölf Apostel spricht im Februar zu Tausenden, die sich in Abidjan, Elfenbeinküste,versammelt habenAnzahl der erwachsenen Mitglieder – im Jahr 2012 diemeisten Namen für Tempelverordnungen eingereichthaben. Von allen Pfählen der Kirche hat der Pfahl Cocodyden höchsten Prozentsatz an Erwachsenen, die schoneinmal Namen für die Tempelarbeit eingereicht haben.Aber auch die Jugendlichen beteiligen sich. DerProzentsatz der Jugendlichen in diesem Land, die Namenindexieren, ist doppelt so hoch wie unter den Jugendlichenin der Kirche insgesamt, und das, obwohl so gut wiekeiner von ihnen daheim Zugang zu einem Computerund zum Internet hat und sie extra zum Center fürFamiliengeschichte im Pfahl kommen müssen, um Namenzu indexieren.Den Mitgliedern dort ist bewusst, dass die Familienforschungzu einem Leben nach dem Evangelium unmittelbardazugehört. Sie bemühen sich sehr, Namen vonAngehörigen für den Tempel vorzubereiten, bevor sie sichauf die lange Busfahrt zum Accra-Tempel in Ghana begeben– und normalerweise haben sie nicht bloß ein paarNamen dabei, sondern jede Menge.Elder Cook und Elder Clayton forderten die Mitglieder auf,sich weiterhin auf vier wesentlichen Gebieten anzustrengen,nämlich ihren Glauben an den Herrn Jesus Christus zu festigen,ihre Familie zu stärken, bewusst mit anderen über dasEvangelium zu sprechen und weiterhin in diesem unglaublichenAusmaß Genealogie und Tempelarbeit zu betreiben. ◼Juli 2013 77


© IRIFrances J. MonsonverstorbenAls ich Frances das erste Mal sah, wusste ich, dassich die Richtige gefunden hatte“, sagte PräsidentThomas S. Monson, als er einmal von der Zeit ihresKennenlernens erzählte. 1 Diese Gewissheit bestätigtesich immer wieder. Frances Beverly Johnson Monsondiente ihr Leben lang an der Seite ihres Mannes undunterstützte ihn.Ihr irdisches Leben endete am 17. Mai 2013. SchwesterMonson starb im Alter von 85 Jahren friedlich anAltersschwäche.Sie lenkte nie die Aufmerksamkeit auf sich selbst,doch sie begleitete ihren Mann oft, wenn er Betagte oderKranke besuchte. Sie war seine Kraftquelle, als er in jungenJahren zum Bischof berufen wurde, und sie war anseiner Seite, als er von 1959 bis 1962 über die KanadischeMission präsidierte. Ihr selbstloser Dienst setzte sich fort,als ihr geliebter „Tommy“ zur Generalautorität berufenwurde und im Kollegium der Zwölf Apostel und in derErsten Präsidentschaft tätig war und schließlich Präsidentder Kirche wurde.„Sie liebte meinen Vater sehr und erkannte seineTalente und die Gaben, die er besaß. Es machte ihrFreude, ihn zu unterstützen und ihm dabei zu helfen,seine Talente großzumachen“, sagt ihre Tochter AnnMonson Dibb. 2Frances wurde am 27. Oktober 1927 als Tochter vonFranz E. Johnson und Hildur Booth Johnson geboren.Sie heiratete Thomas S. Monson am 7. Oktober 1948 imSalt-Lake-Tempel. Sie hatte Berufungen in der Frauenhilfsvereinigungund der Primarvereinigung inne, war einebegabte Musikerin, hatte viel Sinn für Humor und war vorallem mit Freude Ehefrau und Mutter, Großmutter undUrgroßmutter.Schwester Dibb beschrieb ihre Mutter als jemanden,der „immer zuhörte und vielleicht nur einige Worte dazusagte, wie sie in der gleichen Situation handeln würde.… Ihr unerschütterliches Beispiel hatte den größten Einflussauf mich. Es gab nie einen Zweifel daran, woran sieglaubte, was sie tun würde, was sie von anderen erwartete.Präsident Monson und seine Frau nach einer Versammlung beider Frühjahrs-Generalkonferenz 2010Sie verkörperte, wie man als Heiliger der Letzten Tage, alsChrist, sein soll.“ 3„Ich habe nie gehört, dass sich Frances auch nur einmalwegen meiner Aufgaben in der Kirche beschwerthätte“, sagte Präsident Monson. Er beschrieb sie als eineFrau mit einem „stillen, tief verwurzelten und mächtigenGlauben“ 4 . ◼ANMERKUNGEN1. Siehe Thomas S. Monson, „Reicher Segen“, Liahona, Mai 2008,Seite 1112. Ann M. Dibb, zitiert in „Frances J. Monson, Ehefrau von PräsidentThomas S. Monson, verstorben“, 17. Mai 2013, presse-mormonen.de3. Ann M. Dibb, zitiert in „Frances Monson: Through the Eyes ofDaughter, Ann Monson Dibb“, Mormon Times Video, 12. Mai 2013,ksl.com4. Thomas S. Monson, zitiert von Jeffrey R. Holland, „Präsident Thomas S.Monson: In den Fußstapfen des Meisters“, Beilage zum Liahona,Juni 2008, Seite 878 Liahona


INTERESSANTES RUND UM DIE KIRCHELESERBRIEFEABDRUCK DES FOTOS MIT FREUNDLICHERGENEHMIGUNG DES GEBIETS KARIBIK UND DER CHURCH NEWSElder Neil L. Andersen (Mitte) vom Kollegium der Zwölf Apostel führt den Vorsitzbei der Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des dreißigjährigen Bestehens derKirche in HaitiHaiti feiert 30 Jahre KircheVor 30 Jahren besuchte PräsidentThomas S. Monson, damals Mitglied desKollegiums der Zwölf Apostel, Haiti undweihte das Land zur Verkündigung deswiederhergestellten Evangeliums.Elder Neil L. Andersen vom Kollegiumder Zwölf Apostel besuchte vor kurzem Haitianlässlich des dreißigjährigen Bestehensder Kirche dort. Unter dem Vorsitz von ElderAndersen wurde eine Gedenktafel enthüllt,die ständig an die Anfänge der Kirche inHaiti erinnern soll. Die bei dem Festakt anwesendenMitglieder konnten auch auf einemBildschirm eine zuvor aufgenommeneBotschaft von Präsident Monson ansehen.Kirche tritt 2012 bei über100 Katastrophen in AktionJedes Jahr leistet die Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tage weltweitHilfe, wenn Naturkatastrophen, Kriegeoder Hungersnöte über die Menschenhereinbrechen. Im Jahr 2012 versorgtedie Kirche die Opfer von insgesamt 104Katastrophen in 52 Ländern mit hunderttausendenKilogramm Lebensmitteln,Wasser, Kleidung, medizinischem Bedarf,Hygienepäckchen und anderen Artikeln fürden Notfall. Außerdem leisteten tausendeMitglieder ehrenamtlich insgesamt mehr als1,3 Millionen Arbeitsstunden.Die umfangreichste Hilfsaktion der Kircheim Jahr 2012 erfolgte für die Opfer von HurrikanSandy an der Ostküste der VereinigtenStaaten. Neben diesen Hilfsmaßnahmennach Sandy spendete die Kirche 2012 aberauch in großem Ausmaß für Projekte inJapan, in den Philippinen, in weiteren Gebietender USA sowie in Syrien.„Familienstammbaum“ steht nunder Allgemeinheit zur VerfügungFamilienstammbaum, das lang erwarteteProgramm der Internetseite FamilySearch.orgder Kirche, ging im März 2013 ans Netz.Die Anmeldung bei Familienstammbaumerfolgt kostenfrei über die InternetseiteFamilySearch.org.Familienstammbaum ist das Nachfolgeprogrammvon New FamilySearch, das bislangnur Mitgliedern der Kirche mittels Anmeldungund Passwort zur Verfügung stand.Nunmehr können auch Besucher derWebseite FamilySearch.org, die nicht derKirche angehören, „ihren Stammbaumvollständig online zusammenfügen, indemsie bei sich selbst beginnen und dann frühereGenerationen hinzufügen“, sagt PaulM. Nauta, Marketingleiter von FamilySearch.Dadurch bemüheich mich mehrIch schätze den Liahona sehr!Wenn ich darin lese, habe ich immerso ein gutes Gefühl. Ich nehme ihnauch gern zur Universität mit undgebe ihn meinen Kommilitonen.Die Artikel regen mich dazu an, einbesserer Mensch zu werden, Missionsarbeitzu leisten und das Rechtezu wählen. Wenn ich mich mit derZeitschrift befasse, merke ich, dassich mich mehr anstrenge, Tag für Tagein besserer Mensch zu werden undChristus mehr nachzueifern.Anastasia Naprasnikowa, UkraineGeistiges und zeitlichesWohlergehenDer Liahona stärkt mein Zeugnis.Er ist sowohl in geistiger alsauch in zeitlicher Hinsicht einKompass. Wenn ich die Worte derGeneralautoritäten lese, kommeich Jesus Christus näher. Wenn ichdie Zeugnisse der vielen Mitgliederlese, die sich bekehrt haben, stimmtmich dies zuversichtlich und hilft mir,als Missionar ein guter Arbeiter imWeinberg des Herrn zu sein.Elder Gomun, Benin-Mission CotonouBerichtigungAuf Seite 27 des Februar-Liahonas steht, dass Dima Iwanow inWladiwostok in Russland lebt, docher wohnt in Ulan-Ude in Russland.Juli 2013 79


BIS AUFS WIEDERSEHENGEMEINSAMAUF DEM WEGDER HOFFNUNGLaRene Porter GauntZeitschriften der KircheIn Nauvoo war es Frühlingsanfang, als ich zumersten Mal den Weg der Hoffnung entlangging.Die Sonne schien golden und warf sanfteSchatten, als ich den von Bäumen gesäumtenWeg entlangging. Als Fotografin beschäftigtenmich nur die Belichtungszeit, die Blende unddas faszinierende Licht, das ich mit dem Objektiveinfing.Doch nach und nach drangen Gedankenan meine Vorfahren, die diesen Weg gegangenwaren, zu mir durch. Zunächst einmal warenda Jared und Cornelia mit ihrem zweijährigenSohn. Ich fühlte eine kühle Brise, aber das warnichts gegen die frostige Kälte, der Jared undseine kleine Familie bei ihrem Auszug ausgesetztwaren. Cornelia starb irgendwo zwischenNauvoo und Salt Lake City. Ich stellte mir vor,wie Jared weinend seinen Sohn auf die Armenahm und weiterzog.Da ich das Gefühl, ihre Gegenwart zu spüren,nicht verlieren wollte, hörte ich nicht aufzu fotografieren, obwohl Tränen meinen Blicktrübten. Ich musste an die junge Sarah denken,die zusammen mit ihrer gütigen Stiefmutter zurletzten Gruppe gehörte, die Nauvoo verließ.Einmal sandte ihnen der liebe Vater im HimmelWachteln ins Lager, damit sie nicht verhungerten.Mit dankbarem Herzen kämpften sie sichweiter vorwärts.Ich fühlte mit ihnen; mir kam es vor, als wäreSarah an meiner Seite. Auch Jared und CorneliaIm Februar 1846 wurdendie Pioniere der Kircheaus Nauvoo vertrieben.Voller Hoffnung, in ZionFrieden zu finden, zogensie die Parley Streetentlang – heute der Wegder Hoffnung genannt– und überquertenden Mississippi.und ihr kleiner Sohn schienen mich zu begleiten.Gemeinsam gingen wir durch Licht undSchatten. Die Vergangenheit und die Gegenwartverschmolzen auf diesem Weg – dem Wegder Hoffnung, dem Weg der Tränen. Auf eineWeise, die ich nicht erklären kann, waren siebei mir und machten mir unsere gemeinsameLiebe zum Evangelium Jesu Christi bewusst. Mirwurde klar, dass mein Zeugnis in mir brennt,weil ihr Zeugnis in ihnen brannte und vonGeneration zu Generation weitergegeben wordenwar – wobei jedes die Grundlage für dasnächste legte. Ich weinte vor Dankbarkeit.Bald darauf holte mich mein Mann ein, derwoanders Fotos gemacht hatte. Ich stand nahebei ihm, als ich ihm mein Erlebnis schilderte.Wie die Heiligen in Nauvoo war er der Erste inseiner Familie, der an das Evangelium glaubte.Und wie jene, die vor mehr als 150 Jahren diesenWeg entlanggegangen sind, wird er nichtder letzte Gläubige sein. Sein Zeugnis undmein Zeugnis haben die Zeugnisse entfacht,die nun im Herzen unserer Kinder brennen, sowie die Zeugnisse von Jared und Cornelia undSarah die Zeugnisse von tausenden Nachkommenentfacht haben.Mein Mann und ich ließen das Fotografierensein und gingen gemächlich den Rest desWegs der Hoffnung entlang, wobei unsereGedanken den Menschen galten, die uns vorausgegangensind. ◼WEG DES GLAUBENS, GEMÄLDE VON JED B. THOMAS, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT80 Liahona


ILLUSTRATION VON ROBERT T. BARRETTJOSEPH F. SMITHJoseph F. Smith war sieben Jahre alt, als er das Ochsengespann seiner Familievon Nauvoo in Illinois nach Salt Lake City lenkte. Mit 15 Jahren erfüllte er eineMission in Hawaii. Später, als Präsident der Kirche, weihte er den Ort, wo derLaie-Hawaii-Tempel gebaut werden sollte. Joseph F. Smith ging davon aus, dassdie Menschen die Kirche weniger verfolgen würden, wenn sie den Glaubender Heiligen der Letzten Tage besser verstünden. Einige seiner Erklärungenzu den Glaubensansichten der Kirche wurden in dem Buch Gospel Doctrinezusammengestellt.


Wenn der Geist Gottes unsunsere Glaubensüberzeugungtief im Herzen bestätigt, wirdunser Glaube zur treibenden Kraft, die allunsere Gedanken, Worte und Taten genHimmel erhebt“, schreibt Elder M. RussellBallard vom Kollegium der Zwölf Apostel.„Wir beten zuversichtlich um Kraft undFührung – wie es [die Pioniere] getan haben.Darum geht es, wenn es heißt, jedenSchritt im Glauben zu gehen. Das galt fürunsere Pioniervorfahren, und es gilt füruns heute.“ Siehe „Der Glaube und dieinnere Kraft der Pioniere – damals undheute“, Seite 16.

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