Gemeinsam das Barometer auf schönes Wetter BrinGen - FÖD ...

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Gemeinsam das Barometer auf schönes Wetter BrinGen - FÖD ...

Gemeinsam das Barometerauf schönes Wetter bringenPÄDAGOGISCHE ANLEITUNG ZUM ARMUTSBAROMETERSTAATSSEKRETÄR FÜR SOZIALEINGLIEDERUNGUND ARMUTSBEKÄMPFUNGFÖDSozialeingliederung


EINKOMMEINKOMMENWOHNENSCHULDENLASTARBEITGESUNDHEITSWESENWOHNENEINKOMMENWOHNENBILDUNGGESUNDHEITSWESENWOHNENBULDINGLDINGUND SCHULDLASTTEILNAHME &NICHT-MONETÄRE DEPRIVationESUNDHEITSWESENUND SCHULDENLASTARBEITSCHULDSCHULDEN-LASTTEILNAHME &NICHT-MONETÄREDEPRIVATIONBILDUNG WOHNEN GEGESUNDHEITSWESENINKOMENGESUNDHEITS-WESENArmut betrifft uns alle. Nur gemeinsam können wir Armut und Kinderarmutbekämpfen. Wie? Indem wir sensibilisieren und die Öffentlichkeit überArmut informieren. Ein besseres Verständnis von Armut und Kinderarmut istder erste Schritt. Dafür gibt es nun diese praktische pädagogische Anleitung. Hier findenSie Informationen über die Ziffern aus dem interaktiven Armutbarometer und Hilfe beideren Interpretation.Armut ist mehr als ein Mangel an Geld. Armut hat einen Einfluss auf Arbeit, Bildung, Wohnen,die Teilnahme an der Gesellschaft und noch so manches mehr. Sehr viele Menschen leben inArmut, darunter auch Kinder. Wussten Sie, dass in unserem Land jeder Siebte in Armut lebt?Mehr und mehr Menschen haben beispielsweise Schwierigkeiten, Ihre Stromrechnung oderSchulkosten bezahlen. Immer mehr Menschen machen Schulden, wodurch der Ausweg aus derArmut noch problematischer wird. Besonders alleinerziehende Eltern und Senioren haben es sehrschwer.Hiermit möchte ich gerne Vereinigungen, Städte, Gemeinden und politische Entscheidungsträgerdazu aufrufen, diesen Leitfaden dazu zu verwenden, andere zu sensibilisieren, etwas zu unternehmenund uns dabei zu helfen, die Armut gemeinsam zu bekämpfen.Ich hoffe daher, dass diese Anleitung zu einem größerenBewusstsein gegenüber dem Problem der Armut beiträgt.Und dass sie als Anstoß dienen kann für neue Initiativenim Kampf gegen die Armut.Maggie De Block,Der Staatssekretär fürSozialeingliederungund ArmutsbekämpfungWir möchten gemeinsam das Armutsbarometer aufschönes Wetter’ bringen.Diese pädagogische Ausgabe bietet jede Menge Hintergrundinformationen zum interföderalenArmutsbarometer. Sie werden hinter dem umfangreichen Zahlenmaterial diesesBarometers eine sehr komplexe Problematik entdecken. Wie im Armutsbarometer sindverschiedene Aspekte der Armut im vorliegenden Text in unterschiedliche Indikatorenaufgeteilt : Einkommen und Schuldenlast, Gesundheitswesen, Arbeit, Bildung, Wohnen,Teilnahme & nicht-monetäre Deprivation. Diese Broschüre verdeutlicht die Zahlen aus demArmutsbarometer. Sie enthält erläuternde Anmerkungen sowie eine Reihe von Aufgaben ineiner deutlichen Sprache und in einer schönen Aufmachung. Sie werden ebenfalls auf Zitatevon in Armut lebenden Menschen stoßen. Auf diese Weise bekommen Sie ein besseresBild von Armut.Was verstehen wir unter‚aktive Eingliederung ?Durch die Förderung einer Politik, die dreiPfeiler kombiniert (angemesseneEinkommensunterstützung, integrativeund für jeden zugänglicheArbeitsmärkte sowie Zugang zuhochwertigen Dienstleist ungen), regt dieEuropäische Union ihre Mitgliedstaatenan, auf eine integrierte Weise sozialeAusgrenzung zu bekämpfen.Während des Vorsitzes des Rates derEuropäischen Union im Jahre 2010 hatBelgien vor allem für ein einfach zugänglichesMindesteinkommen inangemessener Höhe in allen Mitgliedstaatender Europäischen Union plädiert.Armut bekämpfenIm Folgenden legen wir den Schwerpunktbesonders auf die Bekämpfung von Armut.Dabei machen wir Sie vor allem auf drei wichtigePrioritäten aufmerksam :• Aktive Eingliederung ; siehe Kästchen• Der Kampf gegen Kinderarmut :18,7 % der Kinder in Belgien sind vomArmutsrisiko betroffen.• Der Kampf gegen Obdachlosigkeit :Schätzungen zufolge gibt es in Belgien17 000 Obdachlose.Welches Ziel hat für Sie die oberstePriorität ?Und warum ?Was verstehen wir unter ‚aktiveEingliederung’ ?VorwortArmut : Definition• Der Zustand, in dem sich jemand befindet, der arm ist,der fast nichts mehr zum Leben hat.• BedürftigkeitWie würden Sie diese Erklärungen des Begriffs‘Armut’ ergänzen ?Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mitdem Begriff ‘Armut’ ? Wurden Sie schon mal mitArmut konfrontiert ? Wie denken Sie darüber ? Wasfühlen Sie dabei ? Fühlen Sie sich davon betroffen ?Welchen (spielerischen) Ansatz würden Sie wählen,um zu zeigen, wie sehr Armut in unserer Gesellschaftverbreitet ist ? Seien Sie ruhig kreativ : TreffenSie eine Wahl aus einem eigenen Lied, einempersönlichen Gedicht, einem Rezept, einemaussagekräftigen Bild, einem Puppenspiel, das aufeine komische Weise zeigt, das Armut überall ist,einem selbst erfundenen Märchen, …We are the champions !Jeder kennt wohl dieses Gruppenlied aus den Fußballstadien.Allerdings kann man dieses Lied auch an vielenanderen Orten in unserer Gesellschaft hören. Das Hurra-Gefühl der Gewinner ! Aber die ‘Verlierer’, die ‘zurückbleiben’,singen nicht aus vollem Halse mit. Es scheint,als ob die Menschen, die nicht gewinnen, schnell alsMenschen bezeichnet werden, die nicht ihr Bestesgeben, Menschen, die selbst daran schuld sind, dass siees nicht schaffen können und in Armut leben müssen.Was ist Ihre Meinung zu dieser Behauptung ?Was halten Sie von dieser Reaktion ? SchließenSie sich dieser Meinung an ?Kein Mitleid, denn wie oft in einem Fußballspielgibt es Gewinner und Verlierer.2 3


TEILNAHME &NICHT-MONETÄREDEPRIVationEINKOMMENUND SCHULDEN-LASTGESUNDHEITS-WESENARBEITBILDUNGWOHNENWas ist das interföderale Armutsbarometer ?Das interföderale Armutsbarometer ist ein politischesInstrument. Es wurde in erster Linie entwickelt, um dieverschiedenen Behörden in Belgien in die Lage zu versetzen,die Situation von Armut in Belgien zu erfassen und aufmerksam zuverfolgen. Aber es ist auch ein Instrument, um ein besseres Verständnisvon Armut zu bekommen. Das Barometer zeigt die große Verbreitungvon Armut und untersucht die verschiedenen Gesichter der Armut.Armut wird anhand von verschiedenen Indikatoren gemessen, die auchmiteinander verknüpft werden. Ein Indikator ist in der Regel eineZahl, die ein Bild von der Situation vermittelt.Da die Indikatoren über mehrere Jahre verfolgt werden, vermitteln siedemnach zugleich ein Bild von dem Erfolg der politischen Bemühungenim Kampf gegen die Armut.Aber was bedeutet ‘arm sein’ ? Unsere Definition von Armut undsozialer Ausgrenzung lautet ‘Soziale Ausgrenzung bedeutet einProzess, bei dem Menschen nicht (mehr) in der Lage sind, Anschluss andie Gesellschaft zu finden. Es geht ein Riss durch einen oder mehrereLebensbereiche, der allgemein gültige Lebensstandard wird nicht mehrerreicht. Armut ist daher oft ein Ergebnis dieses Prozesses, ein Netzvon sozialen Ausgrenzungen, die sich nicht selten gegenseitigverstärken (u.a. Bildung, Arbeit, Einkommen, …).’ Diese Kluft könnendie in Armut lebenden Menschen meistens nicht mehr aus eigenerKraft überwinden.Dies bedeutet, dass Armut viel mehr ist als ‘zu wenig Geld haben.’Armut bedeutet auch Gesundheitsprobleme, eine schlecht beheizteWohnung, … Angst, eine Bücherei zu betreten, denn als eine in Armutlebende Person fühlt man sich ausgeschlossen. Wir stellen fest, dassArmut sehr oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.Das Armutsbarometer zeigt die messbaren Veränderungen in derArmutsbekämpfung auf verschiedenen Gebieten : Einkommen,Gesundheitswesen, Arbeit, Wohnen und Gesellschaft.Komponenten des Barometers unterdie Lupe nehmen‘Das Armutsrisiko gibt an, wie viele Personen ineinem Haushalt leben, dessen verfügbaresEinkommen unter eine bestimmte MindesteinkommensGrenze fällt.Durch dieses niedrige Einkommen sind sie demRisiko ausgesetzt, in Armut zu leben.Diese Grenze wurde in Europa auf 60 % desMedian-Äquivalenzeinkommens festgelegt.Zur Verdeutlichung : Das ‘Medianeinkommen’ istdas Einkommen, das die Menge aller Einkommenin zwei gleiche Hälften teilt. Die eine Hälfte derBevölkerung befindet sich unterhalb diesesEinkommens, die andere Hälfte darüber.‘Äquivalenzeinkommen’ bedeutet, dass dasEinkommen je nach Größe und Zusammensetzungdes Haushalts angepasst wird. So kann man dasEinkommen eines kleinen Haushalts mit dem einesgroßen Haushalts vergleichen.Das Armutsbarometer wird jährlich angepasst.Durch dieses Armutsbarometer werden dieKenntnisse über die Armut verbessert. Diesegenaueren Kenntnisse führen zu einer stärkerenSensibilisierung und mehr Einfluss auf die Politik.Was bedeutet für Sie ein menschenwürdiges Leben ?Belgien ist ein reiches Land. Dennoch geht es nicht jedemBürger gut. Es ist die Aufgabe von uns allen, Armut zuverringern ! In Artikel 23 der belgischen Verfassung heißt es :‘Jeder hat das Recht, ein menschenwürdiges Leben zu führen.’Belgien ist ein reiches Land. Dennoch geht es nichtjedem Bürger gut. Es ist die Aufgabe von uns allen,Armut zu verringern ! In Artikel 23 der belgischenVerfassung heißt es : ‘Jeder hat das Recht, einmenschenwürdiges Leben zu führen.’ BeschreibenSie in Ihren eigenen Worten, was Sie unter einemmenschenwürdigen Leben verstehen. Wie führenMenschen, die in Armut leben, ein menschenwürdigesLeben ? Haben sie andere Prioritäten ? Falls esunterschiedliche Ansichten gibt : Weshalbunterscheiden sich die Ansichten ?Nehmen Sie Kontakt mit einer Vereinigung, die Sprachrohrder Armen ist, oder mit einem Erfahrungs expertenauf. Diese Person hat selbst in Armut gelebt und hatihre Kenntnisse also nicht aus Studien gesammelt. Wieerfahren Sie diese Sicht auf Armut ? Fällt Ihnen eineandere Sicht des Erfahrungsexperten auf ?‘Ist Belgien ein reichesLand, wenn hier so vieleMenschen in Armut leben ?’Wie wird man arm ?Veranstalten Sie zu dem Thema ‘Wie wird man arm in einem reichen Land wieBelgien ?’ eine Diskussion. Die Teilnehmer an dieser Diskussion sollen für dieseÜbung in eine andere Rolle schlüpfen. Ziel ist es, eine Reihe von Anregungen imHinblick auf die Vermeidung von Armut zu geben.Das Forum setzt sich aus den folgendenPersonen zusammen :• Jef, einem 19-jährigen Jungen,wurde in einer armen Familie geboren.Er hat lediglich einen Abschluss der Unterstufeder Sekundarschule und findetkeinen Job. Er jobbt hier und dort, aberlangweilt sich oft. Er sucht vor allemeine Arbeit, die ihm Geld bringt, um mitseiner Freundin zusammen zu wohnen.Sie träumt davon, weiter die Schule zubesuchen. Jef findet jedoch, dass diesZeitverschwendung sei …• Nora, einer 33-jährigen Frau, verlorihre gesamte Einrichtung durch einenBrand vor zwei Jahren. Dieses Dramawar der Beginn einer ganzen Reihe vonProblemen. Sie hatte keine BrandschutzVersicherung abgeschlossen … IhrMann hat sie inzwischen verlassen.Sie wohnt mit ihren beiden Kindernin einer kleinen Wohnung und kommtkaum über die Runden. Darüber hinausverlor sie durch die Krise auch nochihre Teilzeitstelle als Reinigungskraft ineinem Betrieb in der Nähe.• Bert, einem 45-jährigen Mitarbeiterdes ÖSHZ, die in Armutleben und ihn um Hilfe bitten. Erspürt in den letzten Monaten einenkontinuierlichen Anstieg der Zahlder Hilfesuchenden. Die vielenemotionalen Gespräche, die er indieser Zeit mit in Armut lebendenMenschen führt, machen ihmbesonders zu schaffen. Sie zeigenihre Hilflosigkeit sehr offen.• Erika, einer 25-jährigen Frau,ist eine ehrgeizige Verkaufsmitarbeiterinin einer großen Bank. Siearbeitet an jedem Samstagnachmittagim Hilfszentrum imHerzen der Stadt. Sie betreut vorallem Menschen in Armut beiihrer Suche nach einer geeignetenArbeit. In der Praxis bedeutet dies,dass sie viel mit Menschen inArmut spricht, die eine Arbeitsuchen. Meistens wissen sie nicht,wie sie diese Arbeitssucheangehen sollen. Erika möchte vorallem ihr Selbstvertrauen stärken.4 5


EINKOMMEN UND SCHULDENLASTSchauen Sie in den GeldbeutelFoto Brandpunt 23Foto Brandpunt 23EINABCDEFGHABCDEFINKOMEN &EINKOMMENEINKOMMEUND SHULDEINKOMMEN UND SCHULDENLASTEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPEINKOMMEN UNDSCHULDENLASTSCHULDENLASTEINKOMMEN UNDSCHULDEN-ABCDEFTUVEINKOMMEN UNDEINKOMMSCHULDEArm sein bedeutet oft, nichtgenügend Geld zu haben, umEssen zu kaufen, oder um eineBahnfahrkarte zu bezahlen, oder umden Arzt zu sich nach Hause zu holen,wenn man krank ist …Wie würden Sie damitumgehen ?Wie würden Sie das wenige Geld ausgeben ?Ein Beispiel: 2011 2011 betrug die nach den europäischen Vereinbarungenberechnete Armutsrisikogrenze in Belgien 1 000 Euro pro Monat. Für ein Paarmit zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Armutsrisikogrenze bei 2 101 Euro.Machen Sie eine realistische Schätzung, wie man bei einemHaushalt mit vier Personen die Ausgaben planen muss. Wie vielGeld braucht man für einen Haushalt mit vier Personen ? Was istsehr wichtig im Haushalt und was können Sie sofort als‘überflüssige Ausgaben’ streichen ?Große Unterschiede im Geldbeutel !Wir sehen sehr große Unterschiede in der Gesellschaft zwischen privilegiertenund benachteiligten Menschen, und vor allem zwischen privilegiertenund benachteiligten Kindern. So packen wohlhabende Menschen mehr Geldauf ihr Sparkonto, aber gleichzeitig steigt die Zahl der Haushalte,die finanziell nicht mehr über die Runden kommen.Geben Sie selbst einige Beispiele für große Unterschiede und/oder Gegensätze auf dem Gebiet der Verwendung der Geldmittelzwischen den Menschen an. Berücksichtigen Sie auch Faktorenwie Arbeitslosigkeit, Invalidität, geringe Qualifikation, … wenn Siesich mit Unterschieden zwischen Haushalten auseinander setzen.Welche anderen Faktoren sind Ihrer Meinung nach von großerBedeutung ? Wie verwalten Sie Ihr Budget ?Zitat‘Für gewöhnlich schämt man sichmehr für finanzielle Armut als fürgeistige Armut.’(C.J. Wijnaendts Francken)Wie denken Sie darüber ?Armut ist sehr komplexIn Belgien leben 15 % der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.Das sind etwa 1,7 Millionen Menschen ! Wenn man diese hohe Zahluntersucht, wird man große Unterschiede zwischen den Regionen und denBevölkerungsgruppen bemerken. Das Armutsrisiko beträgt 10 % in Flandern,33 % in Brüssel und 19 % in Wallonien.Was sagen diese Zahlen aus ?Besonders auffällig ist, dass die Armutsgrenze bei Kindern auf 17 % erhöhtwird. Auffällig ist, dass die Unterschiede beim Armutsrisiko zum größtenTeil auf die Anzahl der Kinder zu Lasten zurückzuführen sind.Armut ist mehr als ein Mangel an GeldArmut ist ein sehr komplexes Problem. Menschen, die in Armut leben, habennicht nur zu wenig Geld. Wer arm ist, hat häufiger eine schlechtere Wohnung,hat oft keinen höheren Abschluss, ist einem erhöhten Risiko von Gesundheitsproblemenausgesetzt und hat weniger soziale Kontakte. Menschen, diein Armut leben, werden zudem oft auf dem Gebiet der Entspannung,Mitbestimmung usw. benachteiligt. Sie haben es sehr schwer, zu überleben.Zahlen sagen nicht alles !Drei Arten von Schulden kehren regelmäßig zurück : Zahlung von Gas- undStromrechnungen, Kosten im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen(insbesondere Krankenhauskosten) und Schulkosten.Wie würden Sie diese (hohen) Kosten für in Armut lebende Menschensenken ? Welche Lösungen sehen Sie für dieses Problem ?101.155 Akten in Sachen kollektive Schuldenregelung stehen offen.Zudem erhalten 93.876 belgische Familien Unterstützung vomÖSHZ bei der Verwaltung ihres Budgets.Menschen in ArmutDiese Zahlen sind nicht immer korrekt. Heute wird nicht jede gefährdete Personerreicht. Warum ? Scham, Isolation, … Viele Arme sind selten über ihreRechte informiert. Wie kommt das ? Sie verfügen über wenige Informationen,haben wenige Kontakte, … Armut ist ein komplexes Problem. Viele Hilfsmaßnahmenbleiben ohne Erfolg, da ein Teil der in Armut lebenden Menschenkeine Informationen über diese Hilfe hat. Man versucht sie über Anzeigenblätter,Informationsspots im regionalen Fernsehen, Informationsbroschürenbei Ärzten usw. zu erreichen. Darüber hinaus werden die Websites einfachergestaltet. Aber Menschen, die in Armut leben, lesen in der Regel wenig odernichts. Viele haben keinen Fernseher oder Computer. Demnach erhalten siediese Informationen nur teilweise oder gar nicht.Wie würden Sie dieses Kommunikationsproblem lösen ? Mitwelchem Kommunikationsansatz können wir in Armut lebendeMenschen besser erreichen ? Sind Sie damit einverstanden,dass das soziale Gefüge und das Netz von in Armut lebendenMenschen sehr wichtig sind, um sie besser zu informieren ?6 7


GESUNDHEITSWESENGEZABCDEFGHABCDEFGESUNDHEITSWESENEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPGESUNDHEITSWESENGESUNDHEITSWESENUNDHEITSWESENABCDEFTUVGESUNDHEITS-WESENGESUNDHEITSWESENGESUNDHEITSWESEN GESGESUNDHEITSWESEN GEZGESUNDHEITSWESEN GESGESU NDHGESUNDHEITSWDas Gesundheitssystemin Belgiengehört zu den besten der Welt :Das Ziel besteht darin, dass jederZugang zu zahlreichen qualitativ hochwertigenGesundheitsdienstleistungenhat. Wer arm ist, ist häufiger krank. Oderanders ausgedrückt : Je ärmer eine Person,oder je mehr eine Person in einerSituation der sozialen Ausgrenzung lebt,umso größer ist das Risiko einesschlechteren Gesundheitszustands.Menschen in Armut leiden häufigeran chronischen Krankheitenund psychischen Störungen.Kein Arztbesuch, weil kein GeldWelche Erklärung haben Sie dafür ?Was ist der Grund dafür ? Es hat sich herausgestellt, dasssehr viele Menschen, die in Armut leben und krank sind, Gesundheitspflegeaus finanziellen Gründen aufschieben.Ein sprechender Teufelskreis. Sind Sie der Meinung, dassdas Gesundheitswesen im Mittelpunkt des Interesses beider Armutsbekämpfung stehen soll ? Warum oderwarum nicht ? Falls nicht : Welche Hilfe istIhrer Meinung nachwichtiger ?Zitat‘Armut macht bitter, nicht besser.’(Julien De Valckenaere)Wie denken Sie darüber ?Das Leben in Armut macht krankDie Ungleichheiten im Gesundheitswesen müssen beseitigt werden.Aber wie ? Der medizinischen Primärpflege, der Prävention, derGesundheits förderung, der besseren Unterstützung des Personals imGesundheitswesen muss mehr Beachtung geschenkt werden.Was halten Sie von diesen Vorschlägen zur Verbesserung desGesundheitswesens ? Sagen Sie Ihre Meinung. Nennen Sieauch andere Vorschläge, um dieses Problem zu lösen.Schlagen Sie mal im Buch nach.Vor allem im 19. Jahrhundert wurde Armut in realistischen odernaturalistischen Romanen beschrieben. Die Autoren erweckten oft eineraue Welt zum Leben. Der Mangel an guter Gesundheitspflege spielteeine große Rolle. Cyriel Buysse sprach über Arbeiten bis zum Umfallen.Und wenn man eine schwache Gesundheit hatte, erreichte man seltenein hohes Alter.Suchen Sie für die folgenden Ursachen (oder Folgen) vonArmut ein passendes Literatur- oder Theaterbeispiel :• Schlechte Arbeitsbedingungen• Schlechte Wohnbedingungen• Hunger• Alkoholsucht• Gewalt• Emotionaler und psychischer DruckFoto Brandpunt 238 9


ARBEITRecht auf ArbeitEine Arbeit zuhaben, ist eine wichtigeVoraussetzung für ein gutesLeben. Eine bezahlte Arbeitgarantiert ein Einkommen sowieZugang zur sozialen Sicherheit. Aufdiese Weise ist man (besser) vor Armutgeschützt. Wenn man arbeitet, hat mansoziale Kontakte. Das Armutsrisikoder berufstätigen Bevölkerung istdeutlich niedriger als das derArbeitslosen, sonstigenNichterwerbstätigen undRentner.Foto Brandpunt 23Suchen Sie die sieben Unterschiede!Hier unten gibt es zwei Cartoonszum Thema Arbeit.Die beiden Cartoons scheinen diegleiche Geschichte zu erzählen,aber dennoch merkt man, dass esUnterschiede gibt.Können Sie alle sieben Unterschiedefinden ?ARBEITWeshalb leben Menschen, die arbeiten,Ihrer Meinung nach weniger in Armut ?ARARWERKARBEITARBEIT ARBEITARBEIT ARBEITARBEITARBEITABCDEFGHABCDEFRBEITEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPARBEITARBEITRBEIT ARBEITARBEITARBEITARBEITARBEIARWERTARBEIARBEIT ARBARBEIT ARBEIARBEIT ARBEIT ARARBEIT ARBAArbeit ist kein Panzer gegen Armut.Eine bezahlte Arbeit bedeutet nicht, dass man nicht in Armut geraten kann.Jeder fünfte in Armut lebende Mensch hat eine Arbeit.Erörtern Sie eine Reihe von Fällen, die zeigen, dass einebezahlte Arbeit keine Garantie dafür bietet, nicht in Armut zugeraten. Stellen Sie auch den Zusammenhang mit anderenIndikatoren wie Bevölkerungsgruppe, Bildung und Art derBeschäftigung her.Merke : Arbeit stellt einen Schutz vor Armut dar.Es ist wichtig, dass Personen, die in Armut leben, die volle Unterstützungbei ihrer Suche nach einer guten Arbeit erhalten. Die richtigen Ausbildungensowie eine gute Betreuung sind dabei sehr wichtig. Zur Verdeutlichung :Wenn ein Bedürftiger nicht zu einem Vorstellungsgespräch erscheint,darf man dies nicht immer als fehlender Wille zu arbeiten auslegen.Warum finden Menschen, die in Armut leben, Ihnenzufolge nicht schnell Arbeit ?Nennen Sie einige Gründe.Nennen Sie drei Gründe, um Ihre persönliche Meinungzu untermauern.Eine Krise für alle ?Soziale Ausgrenzung ist ein Prozess, bei dem Menschen nicht (mehr) inder Lage sind, Anschluss an die Gesellschaft zu finden.Die Wirtschaftskrise betrifft jeden, aber Hochgebildete sind besser dagegengeschützt.Foto Brandpunt 23Foto Brandpunt 23Schreiben Sie selbst einMärchen mit einemHappy End.In einigen Märchen spielen armeMenschen eine Hauptrolle.Denken Sie beispielsweise an dasMärchen ‘Das kleine Mädchen mitden Schwefelhölzern.’Jeder kennt wohl das rührendeMärchen, in dem arme Kinder hoffen,dass Brotkrümel ihnen den Wegdurch den dunklen Wald zurück nachHause zeigen …Denken Sie sich ein Märchen überArbeit und Armut aus.Es kann auch ein Märchen sein, dasdas harte Leben von in Armut lebendenMenschen zum Thema hat.Sorgen Sie jedoch dafür, dass dasHappy End nicht fehlt.10 11


12In der Mitte dieser pädagogischen Anleitung finden Sie eineReihe verschiedener Aufgaben. Auf diese Weise bekommenSie ein besseres Bild davon, was Armut bedeutet, und wirddas Zahlenmaterial des interföderalen Armutsbarometerskonkreter. Diese Aufgaben beziehen sich auf die sechs Kategorien :Einkommen und Schuldenlast, Gesundheitswesen, Arbeit,Bildung, Wohnen, Teilnahme & nicht-monetäre Deprivation.1WIE ÜBERLEBT MAN MIT50 EURO IN DER WOCHE ?Wie ist es, eine Woche lang mit50 Euro auszukommen ?Stellen Sie sich vor : Sie müssenmit 50 Euro eine Woche lang Essen,Kleidung, Fahrtkosten, Verpflegung,Kosten für Entspannung usw.bezahlen.Wie kommen Sie an ausreichendLebensmittel ?Erstellen Sie eine vollständigeÜbersicht über Ihr Budget für eineWoche.Machen Sie eine konkreteBeschreibung aller Ausgaben undKosten.Auf welchen Posten könntenSie verzichten ?Gibt es Posten, auf die Sie nichtverzichten können ?Wie hoch ist das Mindestbudget, dasSie auf jeden Fall zum Überlebenbenötigen ?Versuchen Sie nun, sich in die Lageeiner in Armut lebenden Person zuversetzen, die kaum 50 Euro proWoche ausgeben kann. Dies ist eintäglicher Kampf gegen Armut.Wie viel Euro braucht man eigentlich,um ein angemessenes Leben zuführen ?VERSCHIEDENE PÄDAGOGISCHEVORSCHLÄGE ZUM UNTERRICHT ÜBERARMUT UND ARMUTSBEKÄMPFUNG2LASSEN SIE IHRE GEFÜHLESPRECHEN.Machen Sie ein Gemälde über dieGefühle, die Armut bei Ihnen auslöst.Was weckt Armut bei Ihnen ? Wut ?Ohnmacht ? Akzeptanz ?Sie dürfen selbstverständlich beimMalen Ihre Phantasie einbringen.Sie können auch suggestiv malen.Schenken Sie der Stimmungebenfalls Aufmerksamkeit.Wenn Sie beispielsweise ein kleines,graues Badezimmer malen, musses nicht völlig realistisch aussehen.Man könnte beispielsweise nur dasWaschbecken malen.Besprechen Sie danach Ihr Gemälde.3WER IST SCHULDIG ?In Diskussionen zum Thema Armuthört man oft verschiedene Stimmen :Die Schuldigen an Armut sind die inArmut lebenden Menschen selbst.Denken Sie dabei an Klischees wie‘selbst schuld’, ‘faule Leute’, ‘Armenkönnen gar nicht mit Geld umgehen.’Oder die Einstellungen ; das Klischee,dass die ÖSHZ nicht wirklichhelfen wollen.Oder die Gesellschaft ; denkenSie an das Totschlagargument :‘Es wird immer Menschen geben,die das Nachsehen haben.’Nehmen Sie Stellung zu diesen Aussagen.Was halten Sie davon ?Können wir diese Klischeesbeseitigen ?WIE KÖNNEN WIR DENTEUFELSKREIS DER ARMUTDURCHBRECHEN ?Seien Sie sich der Tatsache bewusst,dass die Art, wie die in Armutlebenden Menschen und Helfer mitArmut umgehen, nicht immer auf diegleiche Weise erfolgt. Es ist wichtig,jeden Tag erneut gemeinsam zuüberlegen, wie sowohl die Ursachenals auch die Folgen von Armut beseitigtwerden können. Dies ist sehrkompliziert und erfordert viel Zeit.Sind Sie der Meinung, dass dies eineAufgabe für uns alle ist ?Denken Sie mit über die folgendenwesentlichen Fragen :Wie können mehr und bessere sowiedeutlichere Informationen zum ThemaArmut gesammelt, sichtbar gemacht,genutzt werden ?Wie kann das Thema Armut (besser)auf die politische Agenda gesetztwerden ?Wie kann die Verhinderung vonArmut besser auf die verschiedenenZielgruppen abgestimmt werden ?Wie kann besser auf die Bedürfnisseder in Armut lebenden Menschenreagiert werden ?Welche Maßnahmen können wir inunserer unmittelbaren Umgebung, inunserer eigenen Region ausarbeiten(u.a. auf dem Gebiet von Arbeit, Wohnen,Bildung und Gesundheit, …) ?Armut ist bestimmt keine marginaleErscheinung. Es kann wirklich jedentreffen. Und schneller als man denkt.Wie kann man dies verhindern ?Viele Menschen, Vereinigungen undOrganisationen setzen sich täglich fürdie Bekämpfung von Armut ein.Wie können wir in Armut lebendenMenschen helfen ?Welche Hilfe haben in Armut lebendeMenschen am dringendsten nötig ?BEZAHLTE ARBEIT ALSSCHUTZWALL GEGEN DIEARMUT ?Das Armutsbarometer zeigt, dassArbeit eine wichtige Voraussetzungfür ein erfülltes Leben ist.Aber überwiegen die Vorteile vonArbeit immer ? Gibt es einen großenUnterschied zwischen dem Lohn undden Fahrtkosten, der zusätzlichenKleidung, den Ausgaben für dieKinderbetreuung, … ?ANFORDERUNGEN ANIHRE ARBEIT ?Welche Anforderungen stellenSie an Ihre (zukünftige) Arbeit ?Was halten Sie von dieserAnforderung : ‘Die Arbeit muss(angemessen) bezahlt, gut unddauerhaft sein.’LÖSUNG DURCH BESSEREinformationen ÜBER DIEHILFE FÜR DIE IN ARMUTLEBENDEN MENSCHEN ?Viele Dienste möchten in Armutlebenden Menschen helfen. Aberviele Hilfsmaßnahmen sind bei den inArmut lebenden Menschenunbekannt. Unstrittig ist, dassinsbesondere der Werbung undBekanntmachung dieser HilfeAufmerksamkeit geschenkt werdensoll. Wie gehen wir dieseBekanntmachung am besten an ?Was funktioniert am besten ?WAS HEISST ES, EIN‘MENSCHENWÜRDIGES LEBEN’ZU FÜHREN ?Es sind vor allem Frauen, über65-Jährige sowie Alleinstehende, diees sehr schwer haben, über dieRunden zu kommen. Miete,Stromkosten und Kleidung sind großePosten im Budget. Aber wie viel bleibtnoch übrig, um ein menschenwürdigesLeben zu führen ? Was heißt esfür Sie, ein menschenwürdigesLeben zu führen ?Foto Brandpunt 23 Foto Brandpunt 23 Foto Brandpunt 23Foto Brandpunt 234 5 7 9 10 1268ZitatKÖNNEN ERFAHRUNGS-EXPERTEN DENDURCHSCHLAG GEBEN ?Jeder ist sich darüber einig, dass diePolitik mehr auf die Stimme der inArmut lebenden Menschen hörensoll. Erfahrungsexperten, die Armutam eigenen Leib erfahren haben,sind eine Art Dolmetscher, um besservermitteln zu können, wie sich einBedürftiger fühlt. Schließlich habensie selbst Armut erlebt und sprechensie konkret über ihre Erfahrungen.Dies hat oft einen größeren Einflussals Personen, die ihre Kenntnisse ausStudien erworben haben.Glauben Sie, dass diese Erfahrungsexpertendie große Kluft zwischen derVerwaltung und den in Armutlebenden Menschen überbrückenkönnen ?‘Armut : Die Splitter und Balken aus denAugen des anderen ziehen müssen, um sichim Winter wärmen zu können.’ (Luc Lamon)Wie denken Sie darüber ?WIE KÖNNEN WIR ARMUT AMBESTEN BEKÄMPFEN ?Was sind Ihrer Meinung nach guteMaßnahmen im Kampf gegen dieArmut ? Ist das Problem der Armutgelöst, wenn wir den in Armut lebendenMenschen mehr Geld geben ?Welche Hilfe ist Ihrer Meinung nachnicht ausreichend ? WelcheMaßnahme ist total ungeeignet ?Oder zu kompliziert ? Glauben Sie,dass es möglich ist, in Armut lebendeMenschen zu diesen Fragenhinzuzuziehen ? Wie können wir ihreSicht auf Armut berücksichtigen ?11SOLLTEN WIR ARMUT NICHTEHER VERHINDERN stattBESEITIGEN ?Sind Sie mit dieser Aussageeinverstanden ?Wir sollten das Problem der Armutangehen, bevor Armut entsteht.Sollten wir Armut nicht sowohlverhindern als auch beseitigen ?Wie können wir das am besten tun ?Ist das Ihrer Meinung nach möglich ?FINDEN SIE auch ETWAS ÜBERARMUT IN ZEITUNGEN, ZEIT-SCHRIFTEN, … ?Sammeln Sie einige aktuelleZeitungen und Zeitschriften. SuchenSie in diesen Medien nach Artikelnüber Armut.Auf welche Aspekte wird in diesenArtikeln der Schwerpunkt gelegt ?Welche Adjektive kommen häufigdarin vor ?Gibt es in diesen Artikeln auchZahlenmaterial zu Armut ?Falls ja, vergleichen Sie diese Zahlenmit dem Armutsbarometer.Stimmen diese Zahlen überein ?Machen Sie Anmerkungen dazu.Lesen Sie auch etwas über möglicheLösungen, um Armut zu beseitigen ?Was ist Ihre Meinung ?12 13


BILDUNGDas Armutsrisiko vonPersonen ohne Abschlussoder mit nur einemPrimarschulabschluss ist 2,8Mal höher als bei Personen miteinem Abschluss der Mittelschule.Ein großes Problemstellen demnach dieSchulabbrecher dar.Bekommt Bildung gute Noten ?A B CA B CWie viel kostet es, zur Schule zu gehen ?Der kostenlose Unterricht nach Artikel 24 der belgischenVerfassung ist nicht umsetzbar.Die Kosten für den Unterricht sind über das gesamteJahr verteilt und werden mit zunehmendem Alter derKinder erhöht. Die Gemeinschaften ergreifen Initiativen,um die Schulbesuchskosten zu senken.Können Sie berechnen, wie hoch die Kostenfür einen Schüler im ersten Jahr der Primarschule,im ersten Jahr der Mittelschuleund im ersten Jahr der Hochschule sind ?Berücksichtigen Sie ebenfalls die Kostenfür Schulmaterial, Schulbücher, Schulausflüge,Nachhilfe, …BILBILDUNG BILBILDUNG BILBILDUNG BILDUBILDUNGBILDUNG BIABCDEFGHABCDEFBILDUNGBILDUNBILDUNGEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPBILDUNG BILDUNG BILDUNGBILDUNGBILDUNGBILDUNGBILDUNG BILDUNG BILDUNGBILDUWie kommt es Ihrer Meinung nach dazu, dass esvor allem diese Personen sind, die einem hohenArmutsrisiko ausgesetzt sind ? Der Anteil derSchulabbrecher lag 2011 bei 12,3 %. Hierbei handelt essich um Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren, diekeinen Unterricht besuchen und die höchstens einenMittelschulabschluss haben. Sind sie IhrerMeinung nach dem höchsten Risiko,in Armut zu geraten, ausgesetzt ?Ihre zukünftige Schule ?Wie geht Ihre Schule mit Armut um ?Erörtern Sie : Worin ist Ihre Schule gut im Hinblickauf die Armutsbekämpfung ? Und wo werden IhrerMeinung nach Fehler gemacht ? Wo kann und musses besser laufen ?Bekommt Armut ‘schlechte Noten inder Schule ?’Wie denken Sie darüber ? Glauben Sie, dass Kinder,die in Armut leben, in der Schule häufiger schlechteErgebnisse erzielen ? Oder dass sie häufiger kritisiertoder bestraft werden ?Was spielt dabei eine Rolle ? Antworten Siemit Ja oder Nein und erläutern Sie Ihre Antwort.n Die eigenen Umgangsregeln in der Schule :n Der eigene Sprachgebrauch von und in der Schule :n Die Eltern von armen Kindern haben geringereKenntnisse der typischen Schulkultur :n Arme Kinder fühlen sich von den Lehrkräften undder Direktion nicht akzeptiert. Durch diesen Mangelan Aufmerksamkeit strengen sie sich weniger an.Ihnen fehlen also vor allem soziale Bindungen :JaJaJaJaA B CNeinNeinNeinNeinDenken Sie sich eine Theaterszene aus,die im Gedächtnis haften bleibt !Es hat sich herausgestellt, dass arme Kinder die Schuleschneller verlassen. Denken Sie sich eine Dialogszenezwischen dem Klassenlehrer Louis der zweiten Klasseder Mittelschule, der ‘durchgefallenen’ Schülerin Cindysowie ihrer Mutter Nancy aus.Bauen Sie folgende dramatische Elemente in dieseSzene ein :n Lehrer Louis weist auf die aufeinanderfolgendenMisserfolge, auf die häufigen Abwesenheiten undschwierige Kommunikation mit Cindy hin.nSchülerin Cindy erwähnt ihren Mangel anSelbstvertrauen, die schlechten Zukunftsperspektivenund die Hoffnung, nicht den guten Kontakt zu einemihrer Klassenkameraden, Sascha, zu verlieren.n Mutter Nancy weist auf die vielen Missverständnissezwischen ihr und der Schuldirektion sowie dasfehlende Geld, um das notwendige Schulmaterial fürihre Tochter zu kaufen, hin.Farbe bekennenOok in Auch in Gemälden sehen wir, dassdie in Armut lebenden Menschen sehr rohdargestellt werden. Denken Sie dabei an dieWerke von Pieter Breugel (16. Jahrhundert).Welches Bild von Menschen, die in Armutleben, schildert der Künstler ?Wie groß ist der Unterschied zur heutigenSicht ? Wie sehen Künstler die in Armutlebenden Menschen ?14 15


WOHNENWONENABCDEFGHABCDEFWOHNENWOHNENWOHNENEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPWOLeben in einer gutenWohnung und in einer gesundenGegend ist wichtig. Aberjede dritte Person hatte 2011Probleme mit der Qualität desWohnraums. Personen mit eingschränkten finanziellen Mittelnsuchen eine günstige Wohnung. DasAngebot, aus dem sie wählen können,ist jedoch in einem schlechtenZustand.Recht auf ein Dach über dem KopfWas verstehen wir unter Qualität der Wohnung ?Laut dem Armutsbarometer ist eine Wohnung dann vonschlechter Qualität, wenn das Dach undicht ist, Feuchtigkeitin Mauern, Böden oder Fundamenten angetroffen wird, die Fenstermorsch sind, sich weder eine Badewanne noch eine Dusche in derWohnung befinden, es keine Toilette innerhalb der Wohnung gibt oderdie Wohnung zu dunkel ist. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle :Personen, die in Armut leben, benutzen oft veraltete Haushaltsgeräte mithohem Stromverbrauch. Sie haben daher ebenfalls eine hohe Stromrechnung.Wenn sie diese Rechnung nicht mehr bezahlen können, wird dieEnergieversorgung teilweise oder ganz unterbrochen. In diesemFall haben sie keinen Zugang mehr zu Gas, Wasser oderStrom. Welche Lösungen schlagen Sie vor, um diesesProblem (teilweise) zu lösen ? Machen Sie konkreteund auch realistische Vorschläge.Aus dem Nest gefallen ?Es sind oft jene Menschen, die ingrößter Armut leben, die in denam schlechtesten ausgestattetenHäusern wohnen. Das Wohnen inungesunden Wohnungen verursachtviele Gesundheitsprobleme : Asthmadurch Feuchtigkeit, chronischeBleivergiftung, Asbestprobleme,Kohlenmonoxidvergiftung, …Bei unangemessenen, veralteten oderungesunden Wohnungen gestaltetsich die kulturelle oder sozialeEntfaltung als schwierig.Rückzug, Scham, Unmöglichkeit,Gäste zu empfangen, und familiäreSpannungen sind oft an derTagesordnung.Wie würden Sie in IhrerGegend für (mehr) gute undgesunde Wohnungen sorgen ?Machen Sie eine konkreteBeschreibung einer gutenWohnung mit Basiskomfort.Beschreiben Sie auchdeutlich, wie die Einrichtungeiner solchen Wohnungaussehen soll.Wie wohnen ‘unsichtbare’Menschen ?Uns liegen nur wenige oder keineZahlen zu den ‘schwierig zu zählendenMenschen’ vor : Obdachlosen,Wohnwagenbewohnern, umherziehendenBevölkerungsgruppen undillegalen Einwanderern in Belgien.Diese vielen Tausend Personen inBelgien werden (oft) nicht in denStatistiken erfasst und werdenvernachlässigt. Die beste Methode,um die wirklichen Bedürfnisse dieserMenschen auf der Straße zu erkennen,besteht darin, den Praktikern inzahlreichen Initiativen gut zuzuhören.Sind Sie mit dieserAnsicht einverstanden ?Warum oder warumnicht ?WOHNEN WOHNWOHNEN WOWOHNENWOHNEN WHONWOHNENWOHNWOHNEN WOHNENWOHNEN WOHNEN WHONENWOHNENWOHNENWOHNENFoto Brandpunt 2316 17


TEILNAHME & NICHT-MONETÄRE DEPRIVATIONTEILNAHME & NICHT-MONETÄRE DEPRIVation2011 nahmen siebenvon zehn Personen nicht an sportlichen,erholsamen oder künstlerischenTätigkeiten teil. Sie sind kein Mitglied einesSportvereins, gehen nicht ins Kino und besuchen keinenMalkurs. Bei den Personen, die unter der Armutsgrenzeleben, sind dies sogar acht von zehn Personen.Darüber hinaus leben diese Personen in einem Haushalt, indem es zu wenig Geld gibt, um ein gutes Leben zu führen :Personen mit ernsthafter materieller Deprivation habenmindestens 4 der 9 folgenden Probleme: Bezahlen der Mieteoder Versorgungsbetriebe, Ablösen der Hypothek, Heizendes Hauses, Bezahlen unerwarteter Kosten, regelmäßigproteinreiche Mahlzeiten zu sich nehmen, in denUrlaub fahren können, einen Fernseher, Waschmaschine,ein Auto, Telefon besitzenWichtig : Sich wertvoll fühlenErörtern Sie, wie SieIhre Freizeit gestalten : Sport treiben,fern sehen, ins Kino gehen, einen Fotografiekursin der örtlichen Akademie besuchen, …Überlegen Sie auch, wie viel Geld Sie jeden Monat fürdiese sportlichen, erholsamen und/oder künstlerischenTätigkeiten ausgeben. Geben Sie auch an, auf welche HobbysSie eventuell verzichten könnten, wenn Sie weniger Geldzur Verfügung hätten, und auch welche Hobbys Sie aufjeden Fall weiterhin ausüben würden.Geben Sie zudem an, welche Schwierigkeiten Sie fürMenschen in Armut sehen, die den Organisationenund Vereinen, in denen Sie Mitgliedsind, beitreten möchten.TEIABCDEFGHABCDEFTEILNAHMETEILNAHMETEILNAHME &EFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPTEILNAHME &NAMEON TEINICHT-MONETÄREDEPRIVATIONZitat‘Mit vollem Bauch lässt es sichleicht über Armut philosophieren.’(Georges Van Acker)Wie denken Sie darüber ?Sich wohl fühlen ?!Jeder ist sich darüber einig : Eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bietet nur Vorteile : Entspannung, Spaß und soziale Kontaktesind von großer Bedeutung. Man fühlt sich wertvoll, man gehört dazu, man schaut über den Tellerrand und das Selbstwertgefühlsteigt. Dies hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Aber für Menschen in Armut gibt es zu viele Hindernisse :Eintrittspreis, Mitgliedsbeitrag, Fahrtkosten, ... Die Kosten für eine Sportausrüstung beispielsweise sind sehr hoch. Man darfnicht aus dem Auge verlieren, dass es zudem andere Schwellen gibt, die verhindern, dass Menschen in Armut tatsächlichMitglied von beispielsweise kulturellen Organisationen oder Sportvereinen werden : Menschen in Armut haben oft Angst vordem Unbekannten, sie schrecken davor zurück, beobachtet zu werden, und sie fürchten negative Reaktionen der anderen.Wie können wir diese Schwellen reduzieren ? Können Sie auf die Melodie eines bekannten Musikstücks(z.B. die Musiknummer Imagine von John Lennon) einen Liedtext zu diesem Thema schreiben ?Wenn Sie mehrere Ideen haben, können Sie zwei verschiedene Versionen schreiben. Im ersten Liedtext nehmen Sie denStandpunkt einer Person in Armut ein, die ziellos durch ihre Stadt irrt, da sie sich nirgendwo zu Hause fühlt. Im zweitenLiedtext beschreiben Sie den authentischen Traum eines wohlhabenden Stadtbewohners, der seine vielen Freunde dazuüberreden möchte, einen Teil ihres Vermögens einem Gemeindezentrum zu spenden, das kulturelle Abende fürMenschen in Armut aus der Nachbarschaft veranstalten möchte.Wie kann man Familien bei der notwendigen Sozialeingliederung helfen ?Es ist nicht hinnehmbar, dass ein großer Teil der Bevölkerung in der Gesellschaft ausgeschlossen wird und ein Leben inder Marginalität führt. Den Menschen in Armut wird das Recht genommen, ein erfülltes und menschenwürdiges Lebenzu führen. Wir können ihnen dabei helfen, Teil der Gesellschaft zu werden. Wie ? Auf verschiedene Weisen. Indem wirdie Kinderbetreuung verbessern, ihnen psychologische Hilfe anbieten, … Scheinbar nicht so wichtige Hilfsmittel macheneinen großen Unterschied aus, wenn man zu einer Gruppe gehören möchte : eine gute Brille, ein Hörgerät, …Erörtern Sie selbst auch einige Hilfsmittel, um die Eingliederung von in Armut lebenden Menschen zuermöglichen, um soziale Ausgrenzung zu verringern. Suchen Sie passende Fotos und Illustrationenzu diesem Thema. Schreiben Sie zu jedem Foto einen aktionsorientierten Begleittext, so dass IhreVerbesserungsvorschläge für den Leser deutlich sind. Zusätzliche Frage : Sind Sie der Meinung, dassin diesem Zusammenhang humoristische Elemente (z.B. Übertreibungen, aus dem Kontext gerisseneAussagen, ironische Attacken, …) integriert werden dürfen ?Wo finden sich Jugendliche zurecht ?Es hat sich herausgestellt, dass sich Kinder, die in Armut leben, nicht so leicht in derJugendbewegung zurechtfinden.Woher kommt das Ihrer Meinung nach ? Wie ist das zu erklären ?In welcher Hinsicht müssten sich die Jugendbewegungen verändern ?18 19


MENSCHEN IN ARMUT IM VISIERMEABCDEFGHABCDEFIN ARMUTMENSCHENARMUTEFGHIJKLMEFGHIJKLMNOPMENSCHENMENSCHENIN ARMUTENMENSCHEN IN ARMUTMENSCHENIN ARMUTMENSCHEN INARMUTDie Armut gibtes nicht.Fotos zu ‘Leben in Armut’bedienen oft Klischees.Viele Fotos entsprechen dentypischen Vorstellungen vonreichen Menschen und der Einstellung,dass es‘Menschen in Armut(vor allem) an Geldmangelt.’Mehr als bloßer GeldmangelSuchen Sie eine Reihe vonFotos über Armut.Wie denken Sie über dieseVorstellung ?Und … was ist mit der Krise ?Manchmal hört man : ‘in Krisenzeiten mussman sparen.’ Andere behaupten, dass diePolitik gerade in Krisenzeiten nicht bei der Hilfe fürdie in Armut lebenden Menschen sparen darf.Teilen Sie diese Meinung ?Wie sehen Sie das ? In welchen Bereichenmuss man sparen ? Wie spart man, ohnedass die in Armut lebenden Menschen innoch größere Armut gedrängt werden ?Ordnen Sie die folgenden fünf Projekte in‘eventuell einsparen’ bis ‘auf keinen Falleinsparen’ ein.SCHWINDELERREGENDEZAHLENJeder sechste belgische Haushalt lebtunterhalb der Armutsgrenze.Jede vierte belgische Frau hat finanzielleSchwierigkeiten.Jeder dritte Alleinstehende mit Kindern lebtin Armut.Jeder fünfte Senior lebt unterhalb derArmutsgrenze.6 von 10 Personen, die nicht aus denEU-27-Ländern stammen,leben in Armut.✔ Ein Projekt, das Menschen in Armut auf die Beihilfen und Ermäßigungenhinweist, auf die sie Anspruch haben ;✔ Ein Projekt, das Bankangestellte schult, um Kunden mit hohenSchulden zu betreuen ;✔ Ein Projekt, um am Weihnachtsabend Menschen in Armut eineeinfache warme Mahlzeit zu schenken ;✔ Ein Projekt, um Menschen in Armut ein Abo für ein öffentlichesSchwimmbad anzubieten, damit sie sich einfacher duschenkönnen ;✔ Ein Projekt, um künftigen Lehrkräften zu helfen, Anzeichen vonArmut bei ihren Schülern zu erkennen und deren Eltern schnelleran die Hilfszentren zu verweisen.Die Menschen hinter den Zahlen,darum geht es tatsächlich !Geben Sie Ihre Meinung zu den untenstehenden persönlichen Erfahrungsberichtenvon in Armut lebenden Menschen.Welcher Erfahrungsbericht ergreift Sieam meisten ? Nennen Sie eine Reihe von‘Wahrheiten’ dieser Personen (denn esgibt keine ‘einzige Wahrheit’). Glauben Siean gesellschaftliche Beteiligung ? Führtdie Teilnahme von in Armut lebendenMenschen in verschiedenen Vereinigungenzu mehr oder einer besseren Eingliederung? Oder führt dies zu mehr Irritationen,Distanz und schließlich Ausgrenzung ?Was ist Ihre Meinung ?Gerard, 49 Jahre, arbeitslos,Kruibeke : ‘Ich hätte gerne, dassman mir zuhört. Richtig zuhört,was ich alles zu sagen habe. Dafürmuss Zeit sein. Ich habe nämlichsehr viel zu sagen. Es gibt zwarMenschen, die mir und meiner Familie helfen möchten,aber mit ihrer Hilfe komme ich nicht viel weiter. Siewissen nicht, wie es sich für uns anfühlt, nicht über dieRunden zu kommen, nicht imstande zu sein, unsereKinder nicht am Schulausflug teilnehmen zu lassen.’Nancy, 31 Jahre, arbeitslos,Zeebrügge :‘I‘Ich weiß schon, dass Computerwichtig sind. Mit dem Internetkönnte ich viel Zeit sparen. Aber ichhabe kein Geld, um einen Computerzu kaufen. Viel zu teuer. Und ehrlich gesagt, ich binmir auch nicht sicher, ob ich damit arbeiten könnte.Denn es wäre viel zu schwierig für mich…’Jeroen, 16 Jahre, Schüler desGymnasiums Ostflandern :‘Ich kann mir eigentlich nichtsleisten, wenn ich in der Stadtausgehe. Zum Glück gehe ichselten aus, denn meine Klassenkameradengehen mir deutlich aus dem Weg. Ichschäme mich sehr dafür. Ich habe in der Schule bereitsüber die fehlenden Freundschaften gesprochen. MeinKlassenlehrer hob die Schultern und versprach mir,dass er dies in der Klasse ansprechen würde. Aber ichwehre mich dagegen. Denn dann würde ich mein letztesbisschen Respekt verlieren. Ich weiß wirklich nicht mehr,wer mir helfen könnte.’20 21


SCHREIBEN SIE IHR EIGENES HAIKU : ‘VERBERGEN WIR DIE ARMUT ?’Ein persönliches Gedicht zur Notwendigkeit, Armut ehrlich und offen zu begegnen. Finden Sie,dass Armut in Ihrer Gegend stark hervorsticht ? Oder sind Sie der Meinung, dass Armut eineigenes, unsichtbares Leben im Verborgenen führt ?Schreiben Sie ein Haiku zum Thema Armut. Ein Haiku ist eine japanische Gedichtform,bei der das Silbenmuster 5, 7 und 5, verteilt auf drei Zeilen, verwendet wird.Das Haiku drückt eine plötzliche, persönliche Erfahrung aus. Lassen Sie Ihre Gefühleeinfließen. Das Haiku muss sich nicht reimen. Falls möglich : Versuchen Sie dafür zusorgen, dass das Haiku sowohl von oben als auch von unten gelesen werden kann…Ein Beispiel für ein Haiku zu ‘Armut macht still’ … :Hab’ nichts zu sagenLass and’ren ruhig denkenEs bleibt viel zu stillSehen Sie hier die Kernidee Ihres eigenen Haiku : Armut erkennt man erst richtig, wenn mannicht nur die Äußerlichkeiten von Armut betrachtet. Armut sticht also nicht immer stark hervor.Man muss es auch wagen, hinter das Antlitz der Armut zu schauen. (Link zum Titel ‘Verbergenwir die Armut ?’ und zur Realität ‘Verborgene und unsichtbare Armut.’)MACHEN SIE MIT BEI EINEM ANDEREN,INSPIRIERENDEN STAFFELLAUF.Ein Gruppenmitglied bekommt ‘den Gutes-Vorbild-Stab.’ Er nennt den anderen Teammitgliederneinen Vorschlag zur Bekämpfungvon Armut. Anschließend gibt er den Stab anein anderes Gruppenmitglied weiter. DiesePerson geht mit der Gruppe zu einem Ort in derGegend, wo eine gute Initiative zur Armutsbekämpfunggestartet wurde. Dort gibt sie ebenfallsdie entsprechenden Auskünfte. Und sogeht dieser Staffellauf weiter. Zwei Gruppenmitgliedererstellen einen Fotobericht von diesemStaffelspaziergang. Es ist sehr wichtig, dassdiese Sammlung von guten Initiativen weitergereichtwird. Falls möglich, überlegt die ganzeGruppe, was die Faktoren für den Erfolg unddas Versagen dieser Initiativen und der konkretenUmsetzung sind. Eine zusätzliche Aufgabe :Seien Sie noch kreativer und überlegen Sie, wieSie für diesen Staffellauf viel Aufmerksamkeitder Medien gewinnen können.EINE GUTE DEBATTE ÜBER ‘ARMUTÖFFNET DIE AUGEN’Sie dürfen vier Personen einladen, um über das komplexeThema ‘Armut’ zu reden und neue Vorschlägezur Armutsbekämpfung zu machen. Eine vielseitigeund aktionsorientierte Debatte ist wichtig. Jeder Teilnehmeran dieser Debatte argumentiert aus der Sichtdes ‘Andersseins.’ Wichtig dabei ist, dass die Teilnehmerdie richtige Einstellung, das richtige Gleichgewichtzwischen der eigenen Überzeugung und dem Respektvor dem ‘anderen’ suchen. Ziel dieser Übung : lernen,Verständnis für andere Menschen aufzubringen. Diesist die Basis für einen besseren Kontakt, Zusammenarbeitund Eingliederung.Welche Personen würden Sie einladen, um diese guteDebatte über Armut zu führen ? Sie müssen dafürsorgen, dass die Meinungen unterschiedlich sind. AlsAnsatz für diese schlagfertige Debatte nehmen wir dieFrage : ‘Stellt die Eingliederung in das Stadtviertel diebeste Lösung im Kampf gegen die Armut dar ?.’Einige Menschen sind der Meinung, dass diebestehenden Netzwerke im Stadtviertel / in der Regionam besten zur Hilfe für die in Armut lebendenMenschen beitragen können. Die globale Politik mussvor allem diese Kooperationsbeziehungenuntersuchen. Kritiker dieser Ansicht argumentieren,dass das Stadtviertel überhaupt nicht für die Armutverantwortlich ist. Sie betonen, dass das frühereStadtviertel, das durch das ‚Jeder-kennt-jeden-Prinzip’und die typische Solidarität gekennzeichnet ist, nichtmehr existiert, und dass das Stadtviertel immerschwächer wird.BESSERE KENNTNISSE = BESSERESVERSTÄNDNIS = BESSERE HILFEMenschen in Armut möchten, dass ihreProbleme ernst genommen werden.Die Gesellschaft kann viel von den Ansichtenund Erfahrungen dieser in Armut lebendenMenschen lernen. Die Erfahrungsberichtevon Personen, die unter schlechtenLebensbedingungen versuchen, sich überWasser zu halten, sorgen für bessereMaßnahmen. Bessere Kenntnisse bedeutenbesseres Verständnis. Und besseresVerständnis bedeutet bessere Hilfe.So werden die Lücken im Kampf gegen dieArmut ermittelt und wird gemeinsam nachLösungen gesucht. Was passiert bereits ?Sehr viel. Denken Sie beispielsweise anUnterkünfte für Obdachlose, Heizkostenzulagen,Kultur- und Sportschecks, … Dasreicht aber nicht aus. Das Eingliederungseinkommenmuss erhöht werden. Darüberhinaus ist eine kostenlose medizinischeVersorgung dringend notwendig.Was fehlt Ihrer Meinung nach im Kampfgegen die Armut ? Ordne diese Elementenach ihrer Wichtigkeit.CHANCENGLEICHHEIT SCHAFFENDie Erfahrung zeigt, dass Entscheidungen nicht einfach über dieKöpfe der in Armut lebenden Menschen hinweg getroffen werdendürfen. Um sie uneingeschränkt an der Gesellschaft teilhaben zulassen, müssen wir die Realität, in der sie leben, besser verstehen.Wie würden Sie dies angehen ?Können Sie eine Liste mit den typischen Missverständnissen, diewir über Menschen in Armut haben, erstellen ?Glauben Sie an die Kraft der Beteiligung ?UNTERSCHREIBEN SIE GEGENDIE ARMUT !Stellen Sie sich mit einer Gruppe aufdie Straße, an eine Stelle, wo es vielePassanten gibt (einen Marktplatz, inder Nähe von vielen großen Geschäften,am Ausgang eines Kinos, …).Machen Sie eine aussagekräftigeZeichnung zum Thema : ‘Nicht nur wirsollen es gut haben ! UnterschreibenSie gegen die Armut.’ Lassen Siediese Karte von möglichst vielenMenschen unterschreiben.Selbstverständlich sollen Sie fließendAuskunft über Ihre Unterstützungsaktiongeben können. Als zusätzlicheAufgabe erstellen Sie einen Plan, umdiese Unterschriften den Ministern zuüberreichen und dafür vielAufmerksamkeit der Medien zugewinnen. Gehen Sie schließlich nocheinen Schritt weiter : Nennen Sieeinige gute Vorschläge, um die Armutnoch stärker zu bekämpfen.RESPEKT UND ZUSAMMENARBEIT BILDEN DEN KERN DERARMUTSBEKÄMPFUNG.Derzeit erhalten Menschen in Armut vor allem Hilfe in drei Bereichen :finanzielle Hilfe wie Eingliederungseinkommen, Hilfe bei der Suche nachArbeit und medizinische Versorgung.Entwickeln Sie ein Rollenspiel mit verschiedenen Personen : einerPerson, die schon seit Jahren große Schwierigkeiten hat, über dieRunden zu kommen und nach mehr Aufmerksamkeit verlangt ; einemälteren Politiker, der weniger Geld für die Armutsbekämpfung ausgebenmöchte, da das Problem nur wenige Menschen berührt ; einemStudenten, der wenig über den konkreten Ansatz in Bezug auf die inArmut lebenden Menschen weiß, der jedoch voller guter Absichten ist; und einem Journalisten, der einen engagierten Artikel über Armutschreiben möchte. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Armutshilfein drei Bereichen : dem europäischen garantierten Mindesteinkommen,dem Kampf gegen Kinderarmut und für ein besseres Wohlbefinden vonKindern sowie dem Kampf gegen Obdachlosigkeit.22 23


WIE LÄSST SICH ARMUT BESEITIGEN ?Reagieren Sie ! Was fehlt in dieser Informationsbroschüre ?Welche Hindernisse sehen Sie ?Auf welche Probleme bei der Armutsbekämpfung möchten Sie aufmerksam machen ?Für die Online-Fassung gehen Siezu http://www.mi-is.be und öffnenSie die Rubrik Armutsbarometer.V.R. : FÖD Sozialeingliederung, Armutsbekämpfung, Socialwirtschaft und Politik der Großstädte, Boulevard Roi Albert II 30, 1000 BrüsselSTAATSSEKRETÄR FÜR SOZIALEINGLIEDERUNGUND ARMUTSBEKÄMPFUNGFÖDSozialeingliederung

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