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Die sogenannte Hollerkolonisation begann imWesten und endete schließlich im 15. Jahrhundert,als Hamburg erreicht war. In drei Abschnitten,den drei „Meilen“, wurde das Landeingedeicht und kultiviert, orientiert an den natürlichenLandschaftseinschnitten der Flüsse Schwinge bei Stade,Lühe und Este.Die Meilen sind Deichverbände. Schon die sächsischenAltsiedler am Elbufer hatten Deiche um ihre Höfe gebaut.Der Übergang zu einem gemeinsam organisierten Deichbauund vor allem dem Deichschutz durch Sachsen undHolländer ist ein spannendes, weil weitgehend konfliktfreiesStück Geschichte. „Wer nicht will deichen, der mussweichen“, lautete das Motto über Jahrhunderte hinter derElbe, denn nur ein kollektives Handeln sicherte das Überlebenin diesem speziellen Stück Land. Herausgekommen istein eigenständiger Menschenschlag, der stolz ist auf seineGeschichte, auf seine Unabhängigkeit, auf seine Heimat.II. Meile Im Kerndes Alten LandesAls heimliche Hauptstadt des Alten Landes sieht sichJork, im Zentrum der Zweiten Meile gelegen. In Jorkund in den Orten ringsum gibt es besonders viele ansehnlicheHäuser und Perspektiven zu entdecken. Reichgeschmückte Bauernhausfassaden reihen sich in den Dörfern,oft direkt hinter den Deichen, was ohne regelmäßigdrohende Sturmfluten und Hochwasser zu vergessen Geborgenheit und Frieden ausstrahlt. Sie sind Zeugnissedes jahrhundertelangen hiesigen Wohlstands. Überraschendist die Ansicht der mit Häusern bestandenenStadeTwielenflethELBEELBMARSCHGrünendeichWedelFlussdeiche, reizvoll die Kombination mit den alles überragendenLeuchtfeuern, beruhigend sind die ordentlichenReihen der Obstplantagen.Zehn Kirchen gehören zum Alten Land. Orgelkennerwissen um die musikhistorischen Schätze, die sich in denBacksteinbauten verbergen. Der berühmte Orgel bauerArp Schnitger lebte von etwa 1705 an in Neuenfeldeauf dem sogenannten Orgelbauernhof und hatte auchim Alten Land acht der Gotteshäuser mit seinen herausragendenInstrumenten bestückt. Die Kirchen sind zwarnicht groß, die Türme oftmals wegen des weichen Untergrundsneben das Kirchenschiff gesetzt, dennoch bildensie Landmarken in der flachen Weite.Prägend für diese historische Kulturlandschaft sinddie Orte. Die meisten liegen entlang der Elbe und derkleineren Flüsse, was die Meilengrenzen leicht ablesbarmacht. In den „Deichhufendörfern“ sind die Höfezur Straße am Deich hin ausgerichtet, in den linearen„Marschhufendörfern“ zur Straße hin, hinter ihnenerstrecken sich die schmalen, langen Hufen. Es reiht sichStreifen an Streifen, sie geben der Marsch ein strengesgeometrisches Muster.Wunderschöne Schaugiebel schmücken die stattlichenBauernhäuser in den Orten. Nach Art des NiederdeutschenHallenhauses handelt es sich um Zwei- oder Vierständerhäuser,in denen sich Stallungen, Diele und Wohnräumeunter einem Dach befinden. Buntmauerwerk, dasist ein dekorativ mit Ziegelornamenten gefülltes weißesFachwerk, imposante Reetdächer mit Giebelzier und aufwendigeHaustüren zeugen von der Erfolgsgeschichte desehemals so unwirtlichen Landes.Das Alte Land mit seinen drei Meilen.Grau unterlegt sind dieSiedlungsgebiete. Gut ist dieStrukturierungder Landschaft durch die schmalenGEESTHufe zu sehen.SteinkirchenRechts: eindrucksvollesExemplareiner Prunkpforte amHof Rieper bei JorkHistorischeKulturlandschaftAltes LandLegendeSiedlungsbereiche Altes LandAltes Land mit MeilenElbe-UrstromtalGeest und GeestrandBlankeneseGeestrandsiedlungen (historischeKerne/heutige Ausdehnung)A 26SteinkirchenJorkCranzELBEGEESTLadekopHorneburgBahn Cuxhaven - HamburgGEESTBuxtehudeEstebrüggeNeuenfeldeNeu WulmstorfB 73HamburgNeugrabenIm 17. und18. Jahrhundertwaren die Giebel alsWetterschutz mitkräftigen Vorkragungenausgestattet.Haus in Guderhandviertel(l. u.). Detaileiner Brauttür inSteinkirchen (r. M.).Nach holländischemVorbild: die Hogendiekbrückein Steinkirchen(r. u.)0 5 kmMaßstab 1: 100.000

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