Grundschema einer wissenschaftlichen Arbeit - Hochschule Landshut

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Grundschema einer wissenschaftlichen Arbeit - Hochschule Landshut

Damit die Realität nicht so aussieht …15.11.2013 Hochschule Landshut1


Warum eine wissenschaftliche Abschlussarbeit?• Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten wird belegt• Wissenschaftliches Arbeiten heißt:−an einem Thema strukturiert arbeiten und den in der Literaturdokumentierten Erkenntnisstand (State of the Art) aufarbeiten− nach Gesetzmäßigkeiten bzw. Generalisierungen suchen( gewonnenes Wissen sollte über Einzelfall hinausreichen)−Informationen und Argumentation sind nachvollziehbar. Jeder mussvom gleichen Ausgangspunkt auf gleiche Ergebnisse kommenkönnen.15.11.2013 Hochschule Landshut2


Arbeitsschritte bei wissenschaftlichen Arbeiten• Themenwahl und erste Konkretisierung (Brainstorming)• Grobgliederung und evtl. Abstract für Betreuer vorbereiten• Zeitplanung• Informationsbeschaffung Literaturrecherche• Informationsaufnahme und -verarbeitung: Lesen, exzerpieren,archivieren, systematisieren− Textverarbeitungsprogramm wählen− evtl. Citavi zur Literaturverwaltung nutzen (Campuslizenz)• Informationsvermittlung: Erstellen von Präsentationen und Berichten15.11.2013 Hochschule Landshut 3


Themenfindung• eigene Interessen bzw. Berufswunsch• Innovation: Thema sollte noch nicht bearbeitet worden sein• Aktualität: Thema muss aktuell sein, es sollte aber auch schon Literaturdazu geben• Umfang: Thema muss in der vorgegebenen Zeit bearbeitet werdenkönnen• Hilfen zur Ideenfindung: MindMapping oder aktuelle Fachzeitschriften,Internet15.11.2013 Hochschule Landshut4


Forschungsfrage• Formulierung des Problems bzw. der Fragestellung, die in der Arbeitbehandelt werden soll• Formulierung möglichst in einem (Frage-)Satz• Forschungsfrage muss in der Arbeit komplett beantwortet werden• Roter Faden der Arbeit: wird in der Einleitung erläutert und muss imFazit beantwortet sein15.11.2013 Hochschule Landshut5


Gliederung• Anforderungen mit dem Dozenten absprechen• Gliederung orientiert sich am Leser, deshalb aussagekräftigeKapitelüberschriften• Meist vom Allgemeinen zum Speziellen (deduktive Methode, von derallgemeinen Theorie zum speziellen Problem)• Wo ein Unterpunkt ist, muss es auch einen zweiten geben• Nicht in zu viele Ebenen verzetteln15.11.2013 Hochschule Landshut 6


Grundschema einer wissenschaftlichen Arbeit (1)Kapitel Kommentar AnzahlSeitenInhaltsverzeichnisManagementSummary/AbstractÜbersichtliche Gestaltung, höchstensdrei Kapitelebenenca. ½ - 1 Seite; nimmt zurFragestellung Bezug1-311. Ausgangslage/Einleitung Warum schreiben Sie diese Arbeit? Inwelchen Kontext reiht sie sich ein?1-32. Fragestellung Stellungnahme zu folgenden Punkten:(1) Forschungsfrage(2) Zielsetzung(3) Abgrenzung(4) Methodik15.11.2013 Hochschule Landshut 7


Grundschema einer wissenschaftlichen Arbeit (2)Kapitel Kommentar AnzahlSeiten3. Begriffsklärung Kapitel muss nicht so heißen;aussagekräftigen Titel wählen!4. Problembearbeitung Auch dieser Abschnitt kann andersbenannt werden; je nachdem wie dieUntersuchungsmethode aussiehtwenige?5. Schlussfolgerung undAusblickFazit aus der Arbeit ziehen 2-36. Erklärung Erklärung, dass die Arbeit selbstständigverfasst wurde und Quellengekennzeichnet wurden115.11.2013 Hochschule Landshut 8


Grundschema einer wissenschaftlichen Arbeit (3)Kapitel Kommentar AnzahlSeiten7. Quellenverzeichnis Liste aller verwendeten Bücher, Artikeletc.8. Anhang Material, das nicht für das allgemeineVerständnis notwendig ist, aberbesondere Details belegt?15.11.2013 Hochschule Landshut 9


Literaturrecherche, Informationsquellen• Nachschlagewerke, Lexika (Einstieg ins Thema, evtl. Literaturhinweise)• Bücher und wissenschaftliche Zeitschriften = geprüfte Information− Suche über Bibliothekskataloge, EZB• Fachdatenbanken: Informationen zu speziellen Themen undFragestellungen sowie sehr aktuelle Literatur• Internet


Internet als Informationsquelle• + Gut für den Einstieg (z. B. Wikipedia)• + aktuelle Informationen• + (vermeintlich) leichtes Auffinden von Informationen• - unübersichtlich, Ranking nicht nachvollziehbar und beeinflussbar• - Kommerzielle und seriöse Seiten durcheinander• - „Deep Web“ wird von Suchmaschinen nicht berücksichtigt• - Urheber, Intention etc. von Seiten oft nicht erkennbar• - Seiten nicht dauerhaft15.11.2013 Hochschule Landshut 11


Recherchestrategie• Thema bestimmen, Suchbegriffe überlegen• Synonyme, Ober- / Unterbegriffe, Übersetzungen (Nachschlagewerke,Thesauri)• Suche vom Allgemeinen zum Speziellen• Schneeballprinzip (Nachteil: Quellen werden immer älter)• Suchergebnisse speichern und dokumentieren (Merklisten,Literaturverwaltungsprogramm etc.)15.11.2013 Hochschule Landshut 12


Wo finde ich was?• Infoguide: Bestand Hochschule Landshut• Gateway Bayern: Bayerischer Bibliotheksbestand, auch Aufsätze• EZB: Elektronische Volltextzeitschriften• Datenbanken (Auswahl)− Springer Link: E-Books, Zeitschriften(artikel), vieles im Volltext− WTI: Literaturnachweise Technik und Management− Statista: Statistiken, Branchenreports15.11.2013 Hochschule Landshut 13


Bewertung und Auswahl der Quellen• Zitierwürdige Quelle:− Quelle hat mit dem Thema zu tun, ist methodisch einwandfrei ermitteltund entspricht dem aktuellen Stand der Forschung− Niveau der Quelle (Autor, Verlag, Zeitschrift anerkannt? etc.)• Zitierfähige Quelle:Quelle ist veröffentlicht und der Allgemeinheit zugänglich(Bsp. für nicht zitierfähig: Bachelorarbeit eines Kommilitonen, die nichtüber die Bibliothek zugänglich ist)15.11.2013 Hochschule Landshut 14


Welche Zitationsstil-Formen gibt es?Quelle:citavi.com15.11.2013 Hochschule Landshut 15


ZitierstileKurzbeleg im Text (AmerikanischeZitierweise)… argumentieren die Autoren (Brown u.a.2007:11–12), im gleichen Werk auchvertiefend (Brown u.a. 2007:17–19). Eineandere Gruppe (Twain & Singer2004:144–151; Wilson 2002) …Anmerkungen in Fußnoten(Deutsche Zitierweise)1 Brown, Martha, John Doe u. a.: Citing is easy.In: Style Review 24 (2007) H. 2. S. 10–19, S. 14–15.2 Ebd., S. 17–19.3 Twain, Ellen u. Peter Singer: Structuring yourknowledge. In: The art of writing. Hrsg. vonFrancis Frey. Bd. 1. Sheffield: Quickpress 2004.S. 88–170, S. 144–151;Vollbeleg bei erster Nennung der Quelle,danach reicht ein Kurzbeleg15.11.2013 Hochschule Landshut 16


Zitate – Arten von Zitaten• Direkt (unverändert im Wortlaut)• Indirekt (sinngemäß; mit ‚vgl. …‘)− Beide Arten müssen als Zitate erkennbar und als solche überprüfbarsein− Beide Arten müssen im Text eindeutig unterscheidbar sein− Zitate v.a., um Stand der Forschung darzustellen (Fremdwissen)15.11.2013 Hochschule Landshut 17


Direkte Zitate• Fremde Ausführungen werden original- und buchstabengetreu in den Textübernommen• Direkte Zitate werden verwendet, wenn der Wortlaut entscheidend ist• Sie erfordern Originaltreue (auch Rechtschreibung etc. im Original). Fehler imOriginaltext werden bei der Wiedergabe mit [sic!] gekennzeichnetBsp: „Mithilfe der Regresionsanalyse [sic!] ließ sich dies zeigen.“• Direkte Zitate sollten max. 2-3 Sätze umfassen• Längere Zitate sollten eingerückt und einzeilig in kleinerer Schrift dargestelltwerden• Veränderungen im wörtlichen Zitat werden durch [ ] kenntlich gemacht• Auslassungen werden durch [.] für ein fehlendes Wort und […] für mehrerefehlende Wörter gekennzeichnet15.11.2013 Hochschule Landshut 18


Indirekte Zitate• Übernahme von fremden Gedankengut ohne wörtliche Wiedergabe,nicht: Umformulierung des Originaltextes• Indirekte Zitate zeigen, dass man sich mit der Aussage auseinandergesetzt hat• Quellenverweis bei indirekten Zitaten beginnt immer mit „vgl.“• Umfang des indirekten Zitats muss für den Leser erkennbar sein• Bei längeren Zitaten steht der Literaturbeleg am Ende des Satzes bzw.Sinnabschnitts15.11.2013 Hochschule Landshut 19


Zitate und Literaturverzeichnis• Zitate eindeutig und einheitlich kennzeichnen: Formales mit Betreuerabsprechen• Quellenangabe bei Abbildungen!• Zitierregeln beachten (DIN 1505,2 ; ISO 690-2)• Wichtig: Zitate immer aus der Originalquelle übernehmen (inAusnahmen aus der Sekundärquelle mit „zit. nach …“)• Kriterien für Literaturverzeichnis: Vollständigkeit, Richtigkeit,Einheitlichkeit, Übersichtlichkeit• Alphabetische Sortierung des Literaturverzeichnisses nachAutorennamen15.11.2013 Hochschule Landshut 20


Literaturverzeichnis – notwendige Angaben nachDokumenttyp• Ein-Verfasserwerk:Nachname, Vorname: Titel. Auflagebezeichnung. Ort: Verl., Jahr• Sammelwerk / Herausgeber:Name, Vorname (Hrsg.): Titel. Ort: Verlag, Jahr. ggf. Serie mitBandangabe• Zeitschriftenaufsatz:Name, Vorn.: Titel. In: Zeitschriftentitel Band (Jahr), Nr. xy, S. 123-456• Internetquelle:Nachname, Vorname bzw. Hrsg.: Titel [online]. Ort, Jahr. Genaue URL,[Letzter Zugriff: Datum]15.11.2013 Hochschule Landshut 21


Typische Fehler• Uneinheitliche Zitierweise• Zitieren aus nicht zitierfähigen Quellen• Vom Thema abschweifen• Wortgetreu zusammenfassen (Plagiatsgefahr!)• Kein roter Faden• Keine logische Argumentation• Aufzählung von Meinungen, ohne eigene Bewertung (Eigenleistung!)• Fehler bei Rechtschreibung und Interpunktion (Korrektur lesen lassen!)15.11.2013 Hochschule Landshut 22


Fragen, die Sie mit Ihrem Betreuer klären sollten1. Mit welcher Betreuungsfrequenz können Sie rechnen und gibt esPflicht-Meilensteine, zu denen Sie sich melden müssen?2. Hat der Betreuer abweichende Vorstellungen zu denFormatvorgaben vom Lehrstuhl?3. Welchen Zitationsstil bevorzugt der Betreuer und gibt es besondereWünsche zu den Angaben in Anmerkungen und Literaturverzeichnis?4. Gibt es „Lieblingsliteratur“, die er unbedingt in der Arbeit sehen will?5. In welchem Umfang ist Praxisbezug in der Arbeit gewünscht?6. Sind die Bewertungskriterien für die Benotung der Arbeit im Vorfeldzu erfahren?15.11.2013 Hochschule Landshut 23


Literaturverwaltung mit• Persönlicher Schlüssel und Installation auf 2 Rechnern für alleHochschulangehörigen kostenlos• Buch- oder Artikeldaten (z.B. über Eingabe der ISBN) automatisch eintragenlassen oder per Mausklick aus dem Bibliothekskatalog oder dem Internet (z.B.Amazon, Datenbanken etc.) in Citavi übertragen• Literaturhinweise sammeln, ordnen und mit Kommentaren etc. erweitern• Suchergebnisse aus Datenbanken etc. ganz einfach importieren• Literaturverzeichnisse automatisch und formal korrekt erstellen (Zitationsstilesind frei wählbar)• Zitate und Bilder sammeln, zusammenstellen und korrekt in den Text einbinden15.11.2013 Hochschule Landshut24


Quellen• Becker, F.G.: Zitat und Manuskript: Erfolgreich recherchieren – Richtig zitieren – Formal korrektgestalten. Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2007• Hunziker, Alexander W.: Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. 4. Aufl. Zürich: Verlag SKV,2010• Kornmeier, M.: Wissenschaftlich Schreiben leicht gemacht. 4. Aufl. Bern [u.a.]: Haupt, 2011• Norm DIN 1505 Teil 2, Januar 1984. Titelangaben von Dokumenten: Zitierregeln• Norm ISO 690, Juni 2010. Information und Dokumentation – Bibliografische Nachweise –Inhalt, Form und Gestaltung• Online-Textbüro: Fachlektorat für Hochschule und Wissenschaft. - http://www.onlinetextbuero.de/902/wie-schreibe-ich-eine-einleitung/[Zugriff: 12.11.2012]• Rüdiger, Jacob Prof. Dr.: Einführung in wissenschaftliches Arbeiten. Powerpoint-Präsentation,59 Folien. Trier: Universität Trier, o.J.• Weber, D.: Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies. Weinheim: Wiley-VCH, 2012• http://www.citavi.com/de/bibliotheken.html#offer, [Zugriff 28.10.2013]15.11.2013 Hochschule Landshut 25


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