Feuerwehr Magazin 09 2013 - Hofvermarktung - Partyservice ...

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Feuerwehr Magazin 09 2013 - Hofvermarktung - Partyservice ...

Feuerwehr-MagazinDie große Flut9112 000 Kräfteim Einsatz!September 2013EUR 4,80 DeutschlandBelgien EUR 5,80 Frankreich EUR 6,20 Italien EUR 6,20 Luxemburg EUR 5,80 Österreich EUR 5,50 Schweiz CHF 9,40RW von EmplPerfekteRaumnutzungSpezial-AuftragFeuerschutz fürdie KanzlerinMetz AerialsGelenkleiter neu definiertBF OberhausenSie schützen Europasgrößtes EinkaufscenterNach BrändenTiefgaragenrichtig belüften


Auch als SingleCab erhältlichwww.volkswagen-nutzfahrzeuge.de/sonderabnehmerSie helfen, er bringt Sie hin: der Amarok.Im Notfall brauchen Sie Mut und Entschlossenheit. Und ein Auto, das an fast jeden Ort kommt – den Amarok. Er bringtbis zu fünf Personen zum Einsatzort und bei einer Nutzlast von bis zu 1.245 kg auch eine Menge Material. Mit verschiedenenAufbauherstellerlösungen macht das den Amarok zum idealen Fahrzeug für Erstmaßnahmen, zum Beispiel alsVorauslöschfahrzeug. Und mit dem optionalen 8-Gang-Automatikgetriebe in Verbindung mit dem permanentenAllradantrieb 4MOTION erreichen Sie jeden Einsatzort. So ist ihm kein Weg zu schwer und mit seinem leistungsstarkenBiTDI-Motor mit 132 kW 1 und bis zu 420 Nm auch nicht zu steil. Sogar mit 1 t Zuladung meistert der Amarok Steigungenvon bis zu 100 %. Dabei spart er dank BlueMotion Technology sogar einiges an Kraftstoff. Schließlich gibt es beim nächstenEinsatz Wichtigeres zu tun als tanken.1Amarok 2,0-l-Bi-TDI-Motor mit 132 kW, Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts von 10,1 bis 8,0, außerorts von 7,6bis 6,5, kombiniert von 8,5 bis 7,0. CO 2-Emissionen in g/km: kombiniert von 224 bis 185. Abbildung zeigt exemplarischeine Aufbauherstellerlösung zum Vorauslöschfahrzeug.


EditorialWahlkampf und HochwasserPolitik spielt im Feuerwehr-Magazin normalerweisenur eine untergeordnete Rolle. Undüber Politiker berichten wir auch nur alle paarJahre einmal – beispielsweise, wenn in Baden-Württemberg ein bekennender freiwilliger FeuerwehrmannInnenminister wird.Seltenes Bild: BundeskanzlerinAngela Merkel inmitten von Feuerwehrleuten.Foto: SchütteDoch in dieser Ausgabe tauchen die gewähltenVolksvertreter ausnahmsweise gleich anmehreren Stellen auf. So stellen wir vor, was esfür eine freiwillige Feuerwehr bedeutet, wennAngela Merkel zu einem Besuch in der Provinzmit einem Hubschrauber derBundespolizei einschwebt(Seite 16). Die Bundeskanzlerinbesuchte einen Jugendkongressin SchwäbischGmünd (BW). Feuerwehrleutehatten den Brandschutzan der Landestelle sicherzustellen.Obwohl das Protokollnach der Landung eigentlicheine sofortige Weiterfahrtder Kanzlerin zum Veranstaltungsortvorsah, machte Angela Merkel einenAbstecher zu den bereitstehenden Feuerwehrleutenund dankte ihnen für ihre ehrenamtlicheTätigkeit. Das kam bei den Kräften gut an, auchwenn die Geste sicher zum Teil dem gerade laufendenBundestagswahlkampf geschuldet war.Bundespräsident Joachim Gauck wiederumbesuchte die eingesetzten Kräfte beim Hochwassereinsatzin Deggendorf (Seite 22). Auch erhinterließ bei den Feuerwehrleuten einen sehraufgeschlossenen und interessierten Eindruck.Hoffentlich hat wenigstens einer im Sinne derKolumne von DFV-Präsident Hans Peter Krögergehandelt (Seite 96) und die Chance genutzt, dasStaatsoberhaupt auf die zahlreichen organisatorischenMissstände bei der Bewältigung von bundesländerübergreifendenGroßschadenslagenhinzuweisen. Kräfte wurden teilweise angefordert,dann tagelang nicht eingesetzt und wiedernach Hause geschickt. Andere wiederum konntendie zugewiesenen Aufgaben kaum schaffen.Und während sich manche unverrichteter Dingeauf den Heimweg machten, kam ihnen auf derAutobahn schon die Verstärkung entgegen.Starkes Verbesserungspotential besteht nebender Koordinierung der Helfer auch bei derVorhersage der Pegelstände. Die Werte widersprachensich teilweise und schwankten vonTag zu Tag extrem. Übereinstimmungen mit dentatsächlich aufgetretenen Höchstständen wareneher die Ausnahme. Hier gilt es, das System zuverbessern. Auch die intensivere Schulung derStabsarbeit erscheint in einigen Regionen ratsam.Übrigens, weil die September-Ausgabe 2013eh als „Wahlkampf-Ausgabe“ in die Geschichtedes Feuerwehr-Magazins eingehen wird, habenwir mit Rainer Erdel auch noch einen Bundestagsabgeordneteninterviewt, der nach wie vorin seiner Heimatgemeinde in der freiwilligenFeuerwehr aktiv ist (Seite 34).Viel Spaß beim Lesen wünschtChefredakteurhegemann@feuerwehrmagazin.deImpressumRedaktionFeuerwehr-Magazin, Ebner Verlag GmbH & Co KG,Kurt-Schumacher-Allee 2, 28329 Bremen,Telefon 0421/46886-0, Telefax 0421/46886-30eMail: redaktion@feuerwehrmagazin.deInternet: www.feuerwehrmagazin.deChefredakteur/Publisher:Jan-Erik Hegemann (heg)(verantwortlich für den Inhalt)Redakteure:Michael Klöpper (mik), Christian Patzelt (cp)Olaf Preuschoff (op), Dr. Michael Rüffer (mr)Redaktionsassistenz:Iris Rethemeier, Anke Tieste, Angela WidderLayout: Michael Kotzold, Petra von Seggern,Martina WagnerVermarktung: Katrin KrügerMitarbeiter: Holger Bauer, Ralf Böhme (Rabe),Fritz Eckert, Peter Fichte, Timo Jann, ReinhardJung, Hermann Kollinger, Steffen Ludewig,Detlef Machmüller, Alexander Müller,Dr. Gerhard Nadler, Jörg Prochnow,Siegfried Volz, Thomas WeegeMediaberatungPrintUlrike Groß, Große Straße 52, 21465 ReinbekTelefon 0 41 04/69 04 46, Fax 0 41 04 / 9 62 97 53eMail: gross@ebnerverlag.deInternet: www.feuerwehrmagazin.deKleinanzeigen/MarktMonika Fuchs, Telefon 07 31/15 20 124eMail: fuchs@ebnerverlag.deEs gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 25OnlineUwe MaedchenTelefon 02 02 / 76 00 25, Telefax 02 02 / 76 29 49eMail: maedchen@ebnerverlag.deEs gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 5VertriebVU Verlagsunion KG, 65047 WiesbadenVertriebsleitung:Sema Torun (Strategische Vertriebsleitung),Karola Beil (Objektmanager Strategischer Vertrieb),Rainer Herbrecht (Operative Vertriebsleitung),Karlstraße 3, 89073 UlmAboEinzelheft: EUR 4,80Jahresabonnement: Inland EUR 53,00, SchweizCHF 98,40, übriges Ausland EUR 58,00 (inkl.Porto). Kündigung sechs Wochen vor Abonnementsablauf,sonst automatische Belieferungfür ein weiteres Jahr. Das Feuerwehr-Magazinerscheint monatlich. Höhere Gewalt entbindetden Verlag von der Lieferungspflicht. Erfüllungsortund Gerichtsstand ist Bremen.Abo- und LeserserviceSie möchten das Feuerwehr-Magazinabonnieren oder haben Fragen zu Ihrem Abooder zu einer Bestellung? Dann wendenSie sich bitte direkt an:IPS Datenservice GmbHFeuerwehr-MagazinCarl-Zeiss-Straße 553340 MeckenheimeMail: feuerwehrmagazin@aboteam.deTelefon +49 (0)22 25 /70 85 - 5 32Fax +49 (0)22 25 /70 85 - 5 50Verlag®30. JahrgangEbner Verlag GmbH & Co KG, Karlstraße 3,89073 Ulm, Sitz und Amtsgericht Ulm HRA 1900.PHG: Ebner Verlagsverwaltung GmbH, Sitz undAmtsgericht Ulm HRB 576, Geschäftsführer:Gerrit Klein, Martin Metzger (Stellvertreter),Florian Ebner.USt.IdNr. gem. § 27 a USt.-Gesetz: DE 147041097Internet: www.ebnerverlag.deVerlagsleiter: Martin MetzgerOnline-ShopSie möchten eine bestimmte Ausgabe des Feuerwehr-Magazinskaufen oder suchen des perfekteGeschenk für sich oder andere? Dann werden Siefündig unter shop.feuerwehrmagazin.deLitho: Medienhaven GmbH, BremenDruck: ADV SCHODER, AugsburgerDruck- und Verlagshaus GmbH,86167 AugsburgISSN 0943-027X9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 3


Inhalt68In Oberhausen gibt es neben demGasometer und Europas größtemEinkaufscenter noch eine weitere Sehenswürdigkeit:eine über 300 Mann starkeBerufsfeuerwehr. Die fährt nicht nur40000 Einsätze im Jahr, sondern schütztauch noch zahlreiche Großveranstaltungenmit bis zu 1,2 Millionen Besuchern.Foto: Preuschoff90Empl lieferte den neuenRüstwagen für die FFSengwarden (NI). Highlightsdes auf einem MAN TGM 13.290aufgebauten RW sind unter anderemdie gelungene Raumausnutzungsowie das Lichtkonzept.4 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013Foto: Preuschoff82Brände in Tiefgaragenstellendie Feuerwehr regelmäßigvor große Probleme.Wenn direkte Verbindungenzu Wohnhäusernbestehen und vorbeugendeBrandschutzmaßnahmenvon den Bewohnernmissachtet werden,entwickeln sich schnellkritische Lagen. Wir zeigenMöglichkeiten undGrenzen der taktischenVentilation.Foto: Jann2216Zu Terminenim ländlichenRaum reist BundeskanzlerinAngelaMerkel häufig miteinem Hubschrauberder Bundespolizei.Den Brandschutz am Landeplatz muss dieörtliche Feuerwehr stellen. Wir berichten, wie soeine Brandsicherheitswache abläuft.Foto: HegemannZehntausende Feuerwehrleuteaus nahezu allenTeilen der Bundesrepublik kamenim Juni 2013 bei der Hochwasserkatastrophezwischen Alpenrandund Norddeutschland zum Einsatz– oft Hunderte Kilometer vomeigenen Ausrückbezirk entfernt.Lesen Sie von historischen Pegelhöchstmarken,Deichbrüchen,dem Einfluss des Internets und derDankbarkeit der Bevölkerung.62Gleich zweiDrehleiterneuheitenpräsentierteMetz unlängst amStammsitz in Karlsruhe:die extrem wendigeL32A-XS und die sehrflache L32A-XF. Wirhaben uns die beidenersten Fahrzeuge derneuen Baureihenangeguckt.Foto: Schütte


NachrichtenEinsätze im In- und Ausland mit TV-Tippsund der Brandschutzsünde des Monats 8Interview: Rainer Erdel, Bundestagsabgeordneterund aktiver freiwilliger Feuerwehrmann 34Aus den Wehren mit neuen Fahrzeugen,Häusern, Terminen und Altem Schatz 55EinsatzberichtReportage■ Spezial-Auftrag: Brandsicherheitswache beider Hubschrauber-Landung der Bundeskanzlerin 16Bestimmungen für Außenlandungen von Hubschraubern 20Für welche Turbulenzen der Gewinn des Conrad DietrichMagirus Preises bei der FF Detmold gesorgt hat 40■ BF Oberhausen: Brandschutz für Europas größtesEinkaufscenter und das Kulturzentrum Gasometer 68Einsatzbericht■ Die große Flut: Einsatz von rund 112 000 Kräftenbei der Hochwasser-Katastrophe im Juni 22Interview: DFV-Bundesgeschäftsführer Sönke Jacobs zurÖffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren beim Hochwasser 29Interview: Diplom-Soziologe Marco Höhn zu denEinflüssen sozialer Netzwerke bei der Katastrophe 32Fahrzeuge und TechnikProdukte aus der Fachbranche 36Deichlöscher: TLF 2000 der FF Wesselburen (SH)auf Unimog U20 mit Schlingmann-Aufbau 50■ Drehleiter-Neuheiten von Metz: Welche Vorteiledie neuen Baureihen XS und XF bieten 62■ Der neue Rüstwagen der FF Sengwarden (NI)von Empl auf MAN TGM 13.290 90ServiceTüftlereien aus der Praxis für die Praxis:mobile Übungstür für den Innenangriff 38Kleine Übung: Kein K.o. durch CO 53■ Bei und nach Bränden:Tiefgaragen richtig belüften 82JugendfeuerwehrInsel-Camp hinter den Dünen: So lief dasLandeszeltlager der Hamburger Jugendfeuerwehr 44Einsatzquiz mit Siggi 47Zelten in Polen und ostfriesischer Rekord 48RubrikenLeserbriefe 6Medien 49Rätsel und Gewinner 67Kleinanzeigen 79Kolumne: DFV-Präsident Hans-Peter Kröger zur Märüber den Wahlkampf in Gummistiefeln 96Vorschau und Impressum 98Titel: Gelenkleiter (Foto: Hegemann), Rüstwagen (Foto: Preuschoff),Hochwasser (Fotos: Jann, Feuerwehr), BF Oberhausen (Foto: Preuschoff).Der Gesamtauflage dieser Ausgabe ist in der Heftmitte ein Prospekt derFirma Feuerwehrversand beigeheftet. Der Abo-Auflage dieser Ausgabe liegtein Prospekt der Firma Fire House Brandsimulation bei.■ = TitelthemaANZEIGEDieZukunft!SEIZ FIRE-FIGHTEREVOLUTION- Knöchelschutz mit höchster Hitzeisolationdurch patentierte Keramik - Beschichtung- Rückhand mit reflektierendenPunkten für zusätzliche Sicherheit- Aussenliegender Schnittschutz- Abriebfest durch patentierteGranit - Beschichtung- Beste TaktilitätSEIZ SURVIVOR- Entsprechend der neuen DGUV - Richtlinie- Blut- und Bakteriendicht- Höchster Schnittschutz- Höchste Taktilität- Knöchelschutz- Nachleuchtender WabenaufdruckInfo: Nachdem unsere Handschuhe jahrzehntelang in Materialund Design kopiert wurden, haben wir alle unsere neuen Modellemit einem Material- und Designschutz belegt!Besuchen Sie uns!5. - 8. November 2013, DüsseldorfHalle 4 / E37Friedrich Seiz GmbHNeuhauser Str. 63 Tel.: +49 (0)7123/1704-0 info@seiz.deD-72555 Metzingen Fax: +49 (0)7123/1704-44 www.seiz.de


BriefeIndividuelle Lösungennicht verdammenBrief, Heft 8/2013, Seite 6In einem Leserbrief im Heft8/2013 wurde die Beschaffung einesGW-L 2 abseits der Norm starkkritisiert. Das kann man so oder sosehen. Da das Fahrzeug ja in Heft7/2013 vorgestellt wurde, solltenalle die Fakten kennen. Ich fassemal zusammen: Für eine große BFist eine solche Beschaffung sinnlos,da diese ja viele Fahrzeuge hatund so manche Sonderfahrzeuge.In Berlin zum Beispiel gibt es dasbekannte „Allrounder-LHF“ undje nach Lage kommen zahlreicheSonderfahrzeuge (TLF, RW 3,FwK, GW-W...) dazu. Eine kleineFF allerdings kann sich nicht maleben 30 Fahrzeuge anschaffen.Da gilt es dann, mit wenigen Fahrzeugendas gleiche Spektrum abzudecken,man muss also improvisieren.Die FF Havighorst hat jabekannterweise einen RW-Multistargekauft. So sind RW und DLKabgedeckt. Dazu verfügt die FFHavighorst noch über ein LF 8/6.Da dieses Fahrzeug nur 600 LiterWasser besitzt und gerade kleineDörfer (Havighorst hat 1 600 Einwohner)Probleme mit der Wasserversorgunghaben, sind die2 400 l im GW-L doch angebracht.Nur weil es ein „kleines TLF“ ist,heißt es ja nicht, dass der GW-Lnicht als Logistikfahrzeug verwendetwerden kann. NatürlichBitte weniger DenglischSerie Menschenführung Teil 3,Heft 7/2013, Seite 20Als langjähriger Abonnent Ihreshervorragenden Feuerwehr-Magazins möchte ich mich einmalbescheiden zu Wort meldenzu einem Fakt, der mir bisweilen,nicht nur in Ihrer, beziehungsweise„unserer“ Publikation einigermaßensauer aufstößt. Es gehtum die mittlerweile als selbstverständlichpraktizierte „Verdenglischung“unserer – in diesem Fallin Schriftform – dargereichtenschönen und vor allem sehr flexibelund vielfältig einsetzbarenSprache.Der oben genannte Artikel warder Auslöser dieser kleinen Bitte.Die fleißigen „Macher“ der Berichteund Geschichten im Feu-Der GW-L2 der FF Havighorst mitseiner Doppelfunktion als LöschundLogistikfahrzeug sorgt fürheftige Diskussionen unter Feuerwehrleuten.Foto: Timo Jannhat jedes Fahrzeug Mankos, dasmit dem Ausstieg mit Pressluftatmerkritisiere ich auch, aber hatschon mal jemand das „perfekteFeuerwehr-Fahrzeug“ gesehen?Wie wir wissen, verstehen sichGeld/Feuerwehr/Politiker nichtallzu gut. Stellen Sie sich vor, eineFF kauft jetzt 30 Normfahrzeuge,um der Norm gerecht zu werden,muss dann feststellen, dass dasGeld nicht reicht und letztendlichhat man doch nicht alle Fahrzeuge,die zum Retten nötig sind! Wieich im Fahrzeuge Spezial gelesenhabe, ist „die Norm eine Empfehlung,keine Vorschrift“. Solltenwir uns also ein reines Normfahrzeugkaufen oder ein Fahrzeug,mit dem wir in allen Lagen Lebenretten und Sachwerte schützenkönnen?Amon Lindner,10245 Berlinerwehr-Magazin könnten dochruhig mal überlegen, ob es nichtdeutsche Alternativen für die vonIhnen gewählten denglischenWorte gibt.Beispiel: In dem Bericht über dieVorbildfunktion von Vorgesetztenund Führungskräften (nicht nur)in den Feuerwehreinheiten wirddas Wort-Gebilde „No Go“ alleineacht Mal benutzt. Meine Frage anSie, die das verfasst haben und mitder inhaltsvollen Thematik voll insSchwarze getroffen haben: Wasist an den Worten „unmöglich,Unmöglichkeit, unbenutzbar, Unbenutzbarkeit,undurchführbar,Undurchführbarkeit, nicht machbar,unsinnig, falsch“ in unsererSprache eigentlich so verwerflich,dass man sie gegen eine englischeHalbheit austauscht? War derGrund, dass Amerikanismen undAnglizismen manchmal geringfügigkürzer zu schreiben sind?Wenn Platzgründe eine Rollespielen, dann sollten Sie vielleichtzuerst mit dem Unsinn der unterscheidendenNennung der imFeuerwehrdienst zur Verfügungstehenden Geschlechter aufhören.Das kostet richtig Platz. Aberdas ist ein anderes Thema.Sie prangern Nachlässigkeitenim Führungsverhalten unsererFeuerwehren an und übersehendabei das Vorbildverhalten imSprachgebrauch. Wie sollen jungeFeuerwehrleute lernen, sichvernünftig auszudrücken, wennihre Führungskräfte es ihnennicht zeigen. Und die gerne undoft gelesene Publikation Feuerwehr-Magazinihnen auch nochvorbildhaft darstellt, was Deutschnicht ist. Auch wenn man umgangssprachlichmit diesen Nachlässigkeitenheutzutage dauerndumgeht, heißt das ja nicht, dasses richtig ist. Warum zum Beispielersetzt man verschiedeneWorte nicht durch arabische, polnische,schwedische, griechischeoder türkische Begriffe? Könntekeiner verstehen. Ja meinen Siedenn, alle Menschen aus anderenSprachregionen, die bei unsleben, wissen was „come in andfind out“ bedeutet? Solche Verdenglischungenverstehen selbstältere Einheimische nicht. MeineBitte: Versuchen Sie, Ihre Zeitschriftvorbildhaft zu gestalten.Übrigens: Vorbildhaft versuchtdie Deutsche Bahn diesemThema durch Auskämmender „Denglischkeiten“ aus demDienstsprachgebrauch Rechnungzu tragen. Demnächst heißt derService Point wieder Informationund das Weekend Ticket gibt sichwieder als Wochenend-Fahrkartezu erkennen.Ulf Tabbert,Berufsfeuerwehrmann i.RWo stehen wir heute?BF Bremen, Heft 3/2013, Seite 72Was blieb von der Neukonzeptionbei den freiwilligen Feuerwehrender Stadt Bremen übrigoder was ist daraus geworden?Im März 2011 wurde die Neukonzeptionfür die FF der StadtgemeindeBremen durch die Innendeputationbeschlossen. Vondem, was in dem Papier steht,ist nicht viel umgesetzt worden,genauer gesagt, das Papier ist inder Schublade verschwunden.Schon im April 2011 mahnte derdamalige Vorsitzende des LandesfeuerwehrverbandesBremenin einem Rundschreiben: „Jetztmüssen wir alles daran setzen,dass wir auch Ergebnisse sehenund nicht, dass das Konzept inder Schublade beim Senator verschwindet.“Was umgesetzt wurdeist, dass die Wehren eingeteiltwurden in Schwerpunkt-Wehren,Wehren mit erweiterter Grundausstattungund Wehren mitGrundausstattung. Die Wehr St.Magnus wurde geschlossen – 20Aktive, 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehrund 15 Mitglieder derAltersabteilung. Daraus gründetedie Altersabteilung einen neuenVerein: die „FeuerwehrfreundeSt. Magnus“ (FF St. Magnus). Wirwollen die Tradition des Feuerlöschwesenin St. Magnus weiterbewahren.Gerd Frese,28755 BremenDiese Kolumne mussverbreitet werdenKolumne, Heft 6/2013, Seite 96Ich lese seit vielen Jahren dasFeuerwehr-Magazin und freuemich immer auf die nächste Ausgabe.Macht weiter so. Die Kolumnein Form eines offenen Briefesfinde ich sehr gut. Jan Südmersenspricht damit wahrscheinlichallen Feuerwehrleuten aus derSeele. Ich möchte anregen, dassman diesen Brief auch in eineroder mehreren Tageszeitungenabdrucken sollte. Und nicht nurregional, sondern auch in überregionalenoder gar bundesweitenZeitungen, um wirklich vieleLeute zu erreichen.Felix Nicolai,77654 OffenburgAnschrift für LeserbriefeFeuerwehr-Magazin,Kurt-Schumacher-Allee 2,28329 BremeneMail redaktion@feuerwehrmagazin.deAuch bei Zuschriften via eMailbitte die Postanschrift angeben!.........Im Sinne der Meinungsvielfaltbe halten wir uns die Kürzung vonLeserbriefen vor. Die Redaktion6 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


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ReportageNachrichtenNach einem Blitzschlagbrennt am Thumseebei Bad Reichenhallder Bergwald.Erst am Tag könnenHubschrauber mitAußenlastbehälternzur Brandbekämpfungeingesetzt werden.Fotos: fib/FDLKatastrophenalarm bei WaldbrandBad Reichenhall (BY) – Oberhalb desThumsees bei Bad Reichenhall (Kreis BerchtesgadenerLand) brennt nach einem Blitzschlagder Wald. Rund 25 Hektar, an einem schwer zugänglichenSteilhang. Nachdem die Lage nichtunter Kontrolle zu bringen ist, entschließt sichdas Landratsamt dazu, Katastrophenalarmauszulösen. So können auch überörtliche Feuerwehrkräfte,Hubschrauber aus Österreichsowie die Bundeswehr zur Hilfe angefordertwerden. Rund 1M200 Kräfte sind im Einsatz.Die Bergwacht muss die Feuerwehrleute mitSeilen absichern. Kräfte der Wasserwacht sindauf dem See vorsorglich im Einsatz, dort tankendie eingesetzten Hubschrauber ihre Außenlastbehälterauf. 21 Kameraden müssen aufgrundvon Kreislaufbeschwerden, Rauchvergiftungenund Schnittwunden vom Rettungsdienst versorgtwerden, ein Feuerwehrmann kommt inein Krankenhaus. Erst nach rund 60 Stundenist der Brand unter Kontrolle.701 Zahl des Monats„701 Waldbrände auf 269 HektarFläche wurden 2012 inDeutschland gemeldet.“Quelle: Waldbrandstatistik der Bundesanstaltfür Landwirtschaft und ErnährungFeuerwehr geschlossenZülow (MV) – Wieder ist eine Feuerwehr wegen Personalmangelsgeschlossen worden. Seit August gibt es in dem150-Einwohner-Dorf Zülow (Kreis Ludwigslust-Parchim)keine Feuerwehr mehr. Zuletzt waren nur noch fünf Kameradenaktiv, schon vor einem Jahr war die Wehr als nichtmehr einsatzbereit gemeldet worden. Den Brandschutzübernimmt jetzt die Feuerwehr Stalendorf.E-Lok wird zur DampflokMünchen – Auf einemAbstellgleis auf einemBahn-Betriebsgelände inMünchen beginnt eineLokomotive zu brennen.An der Lok sind mehrereEine Lokomotive der Baureihe E111 brennt auf einemBahnbetriebsgelände in München. Die Feuerwehrlöscht mit Schaum.Foto: BF MünchenDoppelstockwagen angekuppelt.Ein Notfallmanagerder Bahn erdet dieabgeschaltete Oberleitung,Atemschutztruppsder Berufsfeuerwehr gehenvon zwei Seiten mitSchaum gegen die Flammenvor. Aufgrund derstarken Hitze brennt dasDach der Lok durch. Nachrund 20 Minuten sind dieFlammen unter Kontrolle,die Nachlöscharbeitendauern ungleich länger.Drei Mitarbeiter der Bahn,die Rauchgase eingeatmethaben, müssen vom Rettungsdienstversorgt undin Krankenhäuser eingeliefertwerden.8 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Trockeneis gast aus –Autofahrer ersticktWiesbaden – Bei einem ungewöhnlichenUnfall ist in Wiesbaden ein 58-jähriger Mannums Leben gekommen. Der Gastronom wolltesechs Kisten mit Trockeneis zum Schloss Johannisbergtransportieren. Offenbar gaste dasTrockeneis – gefrorenes Kohlendioxid – aus denBehältern aus. Passanten fanden den Wagenund meldeten der Leitstelle eine leblose Personin einem Pkw, aus dem „Qualm“ aufsteige.Die Feuerwehr ging unter Atemschutz vor undführte Messungen durch, die schnell die erhöhteKohlendioxid-Konzentration offenbarten.Für den Autofahrer gab es keine Rettung mehr.Ein Atemschutzträger arbeitet an dem Pkw, in dem kurz zuvorein Mann erstickt ist. Rechts stehen Kisten mit Trockeneis.Foto: wiesbaden112.deUngewollter KanonenschussBebelsheim (SL) – Die Heimatfreunde Bebelsheim(Saarpfalz-Kreis) wollen eine Sonnwendfeier veranstalten.Der Schützenverein soll dabei Salutschüsseaus einer Kanone abfeuern. Doch noch während derEröffnungsrede löst sich plötzlich ungewollt ein Schuss.Ein 59-Jähriger, der direkt vor der Kanone steht, wird imUnterbauch und am Oberschenkel getroffen. Mitgliederder freiwilligen Feuerwehr, die bei der Veranstaltungeine Brandsicherheitswache stellen, versorgen den lebensgefährlichVerletzten und sperren den Bereich ab.Das Fest wird abgebrochen.Kinder in GefahrBerlin – Kinder rufen nachts bei der BerlinerFeuerwehr an. Es brenne in ihrer Wohnnung, dieTür sei verschlossen. Stimmt. Als die ersten Einsatzkräfteeintreffen, müssen sie einen sechsjährigenJungen und seine neunjährige Schwester retten.Offenbar hatte das Mädchen gezündelt. Beideerleiden Rauchvergiftungen. Von der Mutter gibtes zunächst keine Spur. Die 34-Jährige wird vonder Polizei aufgefunden – sie sitzt in einer Kneipe.Weil sie ihrer Fürsorgepflicht nicht nachgekommenist, wird gegen die Frau ermittelt.ANZEIGEDer Stiefel für alle Einsätze.Für Feuerwehr und Rettung.Zertifiziert i nach EN 15090:201212F2A HI3 CI AN SRATWISTER-cross – für die Bedürfnisse von Feuerwehr und Rettung entwickelt, als einziger Stiefel mitSchafthöhe Klasse C für sämtliche Brandbekämpfungs- und Rettungseinsätze zertifiziert. HöchsterSchutz und bester Tragekomfort: Ankle Protection im Knöchelbereich, 2 Flexzonen für mehr Bewegungsfreiheit,Reflexelemente im sichtbaren Bereich. Das BOA-Schnürsystem ermöglicht einen sekundenschnellenEin- und Ausstieg. www.rosenbauer.comwww.facebook.com/rosenbauergroup


ReportageNachrichten | Brandschutzsünde des MonatsFoto: KlöpperEin großer Baby-Fachmarkt in Stuhr-Brinkum (NI) bei Bremen.Neben dem Haupteingang gibt es gleich zwei Notausgänge.Doch der eine ist ganz offensichtlich blockiert.Drei Hochstühle sowie diverse Kartons behindern den Wegzu dem alarmgesicherten Ausgang. Ein Feuerlöscher danebenist ebenfalls nur eingeschränkt erreichbar. Der zweiteNotausgang, der über einen Personalzugang und zum Lagerführt, ist zumindest vom Ladenlokal aus frei. Doch hier lagernim Hintergrund zahlreiche Kartons. Die behindern nichtnur den Fluchtweg, sondern stellen noch eine Brandlast dar.In diesem Baby-Fachmarkt in Stuhr-Brinkum ist dieFlucht im Brandfall nicht ungehindert möglich.Tödliche Traktor-VorführungHerzebrock-Clarholz (NW) – VorGroßhändlern undKunden findet aufeinem Bauernhofin Clarholz-Heerde(Kreis Gütersloh) eineVorführung vonLandmaschinen statt.Dabei kommt es zu einemschweren Unfall:Als ein Mähdreschernach dem Durchquereneines Hügelparcoursplötzlich anhält,kann der Fahrereiner nachfolgendenErntemaschine nicht mehr rechtzeitigbremsen. Das Korntankauslaufrohr desMähdreschers bohrt sich auf Kopfhöhein die Fahrerkabine der rund 13 Tonnenschweren Erntemaschine. Der 42-jährigeFahrer hat keine Chance, er ist soforttot. Die Löschzüge Clarholz und Herzebrockwerden alarmiert, weil es heißt,das Opfer sei eingeklemmt. Es kannBei einer Vorführung mit zwei Landmaschinen ist einFahrer ums Leben gekommen.Foto: Eickhoffohne schweres Gerät geborgen werden.Rund 35 Zeugen, die den Unfall beobachtethaben, müssen von rund zweiDutzend Mitgliedern einer Kriseninterventionseinheitbetreut werden.Täglich aktuelle Nachrichten!feuerwehrmagazin.deAuf die Räder gestelltLudwigsburg (BW) – Einheftiges Gewitter zieht überLudwigsburg hinweg. DieFeuerwehr hat diverse Einsätzezu bewältigen. EinenAuftrag übernehmen dieKollegen von der FeuerwehrStuttgart. Auf dem FlugplatzPattonville ist ein einmotorigesSportflugzeug, obwohlgesichert, von den heftigenSturmböen umgeworfenworden. Die BerufsfeuerwehrStuttgart, die FreiwilligeFeuerwehr Mühlhausen undein Kran rücken an. Letztlichgenügt aufgrund desGewichts der Maschine derEinsatz einer Drehleiter undreichlich Manpower. In einergemeinsamen Aktion stellendie Kräfte das Flugzeugwieder auf sein Fahrwerk.Fliegen wird es aber vorerstnicht mehr können: Bei demUnfall ist die Maschineschwerbeschädigtworden.Heißluftballon brenntHatten (NI) – Bei der Vorbereitung zumStart eines Heißluftballons in Hatten (KreisOldenburg) gerät plötzlich die Hülle desBallons in Brand. Vergeblich versuchen dieUmstehenden, den Brand mit zwei Feuerlöscherneinzudämmen. Die brennende Hüllelöst einen Flächenbrand aus, der sich aufeiner trockenen Wiese rasant ausbreitet. DieFeuerwehr Kirchhatten rückt mit vier Fahrzeugenan. Mit Feuerpatschen und Schnellangriffrohrenlöschen die Einsatzkräfte dieFlammen ab. Dennoch: Rund 7.000 QuadratmeterFläche sind verbrannt.Auf dem Flugplatz Pattonvillein Ludwigsburgstellt die Feuerwehr einumgewehtes Flugzeugwieder auf die Räder.Foto: 7aktuell.de/Karsten Schmalz10 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Funkpanne fälltbei Übung aufBerlin – Bei einer Großübung am BerlinerFlughafen Tegel fällt ein gravierender Mangelauf: Die Einsatzleiter der Flughafenfeuerwehrund der kommunalen Feuerwehrkönnen nicht per Funk kommunizieren. DieBerliner Feuerwehr verfügt inzwischen überDigitalfunk, die Flughafenwehr funkt weiteranalog. Nun soll die Tegel-Feuerwehr zumindestein digitales Gerät erhalten, um dieKommunikation sicherzustellen.ANZEIGENicht zu stoppenNürnberg (BY) – UngewöhnlicherUnfall in Nürnberg. Ein Pkw soll voreiner Tiefgarage entladen werden. Alssich der Fahrer und seine Beifahrerinaußerhalb des Fahrzeugs befinden,setzt sich der auf der abschüssigenRampe stehende Wagen plötzlich inBewegung. Der Mann rennt hinterher,öffnet die Fahrertür und versucht mitseinem Fuß, die Bremse zu erreichen.In diesem Augenblick prallt der Mercedesgegen die linke Begrenzungswandder Garage, der Fuß des Mannes wirdzwischen Tür und Schweller eingeklemmt.Die Berufsfeuerwehr Nürnbergund die Freiwillige FeuerwehrMoorenbrunn befreien den Verunfalltenmit technischem Gerät. Die Unfallursachewird von der Polizei ermittelt.Farbe im SchwimmbadWerdau (SN) – Unbekannte brechennachts in das Freibad von Werdau (KreisZwickau) ein. Sie leeren wasserlösliche Farbein das Becken. Noch in der Nacht wirdder Schaden bemerkt und aufgrund der anfangsunbekannten Substanz die Feuerwehralarmiert. Die kann rasch Abhilfe schaffen,rund fünf Kubikmeter Wasser werden ausgetauscht.Das Freibad kann am nächstenMorgen wieder öffnen.Feuerwehrmann raubtKameraden ausNew York City (USA) – Auf besonders dreisteArt und Weise hat ein Feuerwehrmannseine Kameraden in New York City ausgeraubt.Der 34-Jährige meldete per NotrufUnfälle und Brände und schlich sich, nachdemseine Kollegen ausgerückt waren, in dieWache. Dort entwendete er Bargeld aus denPortmonees der Feuerwehrleute. Insgesamtfünfmal zog er diese Nummer durch, dannschnappte ihn die Polizei. Der Mann hatteeinen Fehler gemacht: Er hatte die Notrufeüber sein eigenes Handy abgesetzt.9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 11


ReportageNachrichtenEin schwer beschädigtes Löschfahrzeug wirdnach einem Brand aus dem Haus der FeuerwehrKandern geborgen.Es brennt das FeuerwehrhausKandern (BW) – Beamteeines Polizeipostens bemerkenes als Erste: Rauch steigtaus dem Haus der FreiwilligenFeuerwehr Kandern (KreisLörrach) auf. Die alarmiertenKameraden sind zunächstfast hilflos – und müssen eineScheibe einschlagen, um überhauptins Innere zu gelangen.Doch viel können sie nicht tun,zu stark ist die Halle bereitsverqualmt. Immerhin könnenzwei Fahrzeuge, darunter eineDrehleiter, noch in Sicherheitgebracht werden. Kameradenbenachbarter Wehren unterstützenbei den Löscharbeiten.Ein Einsatzleitwagen brenntvöllig aus, ein Löschfahrzeugwird schwer beschädigt – eineReparatur erscheint eher fraglich.Auch Ausrüstungsgegenstände,Schutzkleidung undweitere Fahrzeuge sind durchRuß und Hitze in Mitleidenschaftgezogen. Der Schadenwird Medienberichten zufolgeauf rund 800M000 Euro geschätzt.Um den Brandschutzsicherzustellen, werden zweiweitere Feuerwehren in dieAlarm- und Ausrückeordnungintegriert. Nach dem Bezug eines„Ersatz-Feuerwehrhauses“stellt die Feuerwehr Bad Krozingenein Löschgruppenfahrzeug(LF 16) zur Verfügung.Aber auch an der Beschaffungvon zwei Ersatzfahrzeugen arbeitetdie Feuerwehr bereits.Die Brandursache kann nachwenigen Tagen geklärt werden:Ursächlich waren zwei Batterienfür eine Zusatzstromversorgung,die eine Fachfirma imneuwertigen Einsatzleitwageneingebaut hatte.Schutzkleidungund Gebäude sinddurch den Brandstark beschädigt.Fotos: Lang/FeuerwehrEin Fahrzeug überschlägt sich mehrmals bei einemUnfall auf der A8. Zwei Personen kommen schwerverletzt in ein Krankenhaus.Foto: Friebe PRÜberschlag auf A 8Stuttgart (BW) – Bei einem spektakulärenUnfall bei Stuttgart-Plieningenerleiden zwei Personen schwere Verletzungen.Eine 52-Jährige befährt mitihrem Kleinwagen die Autobahn 8, alssie ins Schleudern gerät. Ihr Fahrzeugkommt von der Fahrbahn ab, rutschteine Böschung hoch, überschlägt sichmehrmals und bleibt an der Leitplankeliegen. Die Feuerwehren Neuhausenund Ostfildern werden alarmiert,doch Ersthelfer retten die Frau und ihre91-jährige Beifahrerin bereits aus demAuto. Beide kommen schwer verletzt inein Krankenhaus. Laut Polizeibericht istein Fahrfehler Schuld an dem Unglück.Täglich aktuelle Nachrichten!feuerwehrmagazin.deTeure AmeisenplageBurbach (NW) – Ein 78-Jähriger möchte inBurbach (Kreis Siegen-Wittgenstein) einenAmeisenhaufen neben seinem Wohnhaus beseitigen.Dafür setzt einen Gasbrenner ein. Wasder Rentner nicht bedacht hat: Die Hecke nebendem Haufen ist hoch entzündlich. Es kommt,wie es kommen muss: Binnen Sekunden stehtdie Hecke in Vollbrand. Nachbarn eilen mitFeuerlöschern zu Hilfe, die Feuerwehr mussNachlöscharbeiten durchführen. Eine weißeHauswand wird verrußt. Die Polizei schätzt denSchaden auf rund 1M000 Euro.12 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Nerviger RauchmelderAugsburg (BY) – Aufregungum einen Rauchmelder in Augsburg.Aufgrund eines Defekteslöst das Gerät in einer Wohnungeinen Fehlalarm aus. Dergenervte Anwohner nimmt dasGerät kurzerhand von der Decke– und weiß sich nicht anderszu helfen, als es nach draußenauf einen Fenstersims zu legen.Offenbar ist der Melder mit einerfest eingebauten Batterieversehen. Doch dann rutschtdas Gerät ab und stürzt ausgerechnetin ein Regenfallrohr –und piepst dort fröhlich weiter.Durch die Metallummantelungist das Alarmgeräusch nun richtiglaut. Wie die „AugsburgerAllgemeine“ berichtet, will derMann zunächst eine Hebebühneausleihen, um das Gerät zubergen, doch es ist keine zu bekommen.So muss am Ende dieFeuerwehr anrücken, um dennervenden Rauchmelder mitHilfe einer Drehleiter aus demRohr zu holen.ANZEIGE| Fernseh-TippsWann: am 31. Augustum 10 UhrWo: BRWas: Sehen statt Hören. Thema:Probleme Gehörloser mitdem Notruf 110 und 112,bei Katastrophenwarnungenoder in Bergnot.Wann: am 1. Septemberum 18 UhrWo: ZDFWas: ZDF.reportage. Nochmalvon vorne! Neuanfang nachder Flut. Die Schäden desJuni-Hochwassers übersteigennach ersten Schätzungen dieder Jahrhundertflut 2002.Europaweit werden die Kostenauf rund zwölf Milliarden Eurobeziffert.Wann: am 1. Septemberum 18.52 UhrWo: MDRWas: Unser Sandmännchen:Pittiplatsch. Pitti und dierasende Feuerwehr.Wann: am 4. Septemberum 9.40 UhrWo: KikaWas: 1, 2 oder 3: Feuer undFlamme. Ein Brandschutzexpertegibt Kindern Tipps fürden Umgang mit Feuer.Wann: am 5. Septemberum 21.15 UhrWo: N 24Was: Naturgewalten. Flammenhölleim Paradies. 2007zerstören Buschfeuer zahlreicheVillen in Malibu bei LosAngeles. Starke Winde machendas Feuer unkontrollierbar.Wann: am 6. Septemberum 3.10 UhrWo: ZDFneoWas: The Guys. Spielfilm.Nick ist Leiter einer NewYorker Feuerwehreinheit, diebei den Anschlägen des 11.September 2001 die meistenKräfte verloren hat. Bei einerGedenkveranstaltung soll ereine Rede halten. Er bittet dieJournalistin Joan um Hilfe. Beiden Gesprächen über die verlorenenKollegen kommen sichdie beiden näher.Wann: am 7. Septemberum 6 UhrWo: arteWas: X:enius. Katastrophen– wie werden wir davor beschützt?In den vergangenenJahren hat sich der Katastrophenschutzin Deutschlandverändert, die Gefahr vonTerroranschlägen ist gestiegen.Wann: am 10. Septemberum 17.15 UhrWo: ZDF infoWas: Gemeinsam gegen dieFlut – Wenn alle anpacken.Hochwasser in Gera (TH). DieMenschen helfen sich gegenseitigund zeigen sich anderengegenüber solidarisch.Wann: am 12. Septemberum 8.30 UhrWo: arteWas: X:enius. Brandforschung– Wie bekämpft man Feuer undFlammen? Insbesondere dieMöglichkeiten der Waldbrandbekämpfungwerden bei dieserReportage beleuchtet.


ReportageNachrichtenKran brennt in voller AusdehnungMaschen (NI) – Umkurz nach 3 Uhr ist dieNacht für die Mitgliedervon vier Feuerwehren imKreis Harburg vorbei. Aufder A 39, zwischen denAnschlussstellen Maschenund Winsen-West, brenntein Mobilkran. Der Fahrerdes achtachsigen Fahrzeugeshatte zuvor währendAuf der A 39 brenntein Mobilkran in vollerAusdehnung. Auchdie Böschung steht inFlammen.Foto: Köhlbrandt/Feuerwehrder Fahrt ein merkwürdigesMotorverhalten bemerktund das Baufahrzeug aufden Standstreifen gesteuert.Wenig später brenntder Kran in voller Ausdehnung.Die Flammenerfassen schnell auch dietrockene Böschung. Insgesamtacht wasserführendeFahrzeuge werden eingesetzt,um den vorgehendenAngriffstrupps ausreichendLöschwasser zu liefern.Außerdem wird eine Wasserversorgungin ein nahesIndustriegebiet aufgebaut.Nachdem die Flammen unterKontrolle sind, kommenzwei Schaumrohre zum Zuge.Der Einsatz endet erstnach rund drei Stunden.Ausgerechnet einHeizöl-LasterHomberg (Ohm) (HE) – Die Autobahn 5 kurzvor der Anschlussstelle Homberg (Ohm). EinMercedes-Fahrer prallt bei einem Überholmanövergegen einen Tanklastwagen. Der Tankerschleudert, kippt um, der Anhänger wird rund30 Meter weit eine Böschung hinab geschleudert.Mehrere tausend Liter Heizöl laufen ausdem leck geschlagenen Tank, insgesamt hattedas Fahrzeug 31 800 Liter Öl geladen. Der Mercedes-Fahrerund der Lkw-Fahrer müssen mitschweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefertwerden. Ein Großaufgebot der Feuerwehrrückt zu der Unfallstelle an. Große Mengendes Heizöls sind in die Kanalisation gelangt. Aufeinem Teich neben der Autobahn sowie einemGewässer an einem nahen Bauernhof ist schnellein Ölfilm sichtbar. Die Feuerwehr errichtet Ölsperrenund dichtet weitere Einläufe ab. In derFolge beginnt ein langwieriger Einsatz, bei demmöglichst viel des flüssigen Brennstoffs aufgefangenwerden soll.Nach einem Unfall ist dieser Heizöltransport-Anhängerleck geschlagen. Die Feuerwehr pumpteinen Teil des Inhaltes ab.Foto: WeitzelVier Totebei FrontalcrashHeiden (NW) – Zu einem dramatischenUnfall mit vier Toten kam es in Heiden (KreisBorken). Zwei Frauen und zwei junge Kindergerieten auf der Bundesstraße 67 mit ihremPkw aus noch ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr.Sie prallten frontal mit dem Lkweines 58-Jährigen zusammen. Die 32-jährigeFahrerin, ihre 48-jährige Beifahrerin sowie diefünf Jahre alte Tochter und der vierjährige Sohnder Fahrerin starben noch an der Unfallstelle.Vier Tote fordert ein Frontalunfall mit einemLkw im Kreis Borken. Wieso die 32-jährigePkw-Fahrerin in den Gegenverkehr geriet, istunklar.Foto: BludauAußerdem war da noch…… der kuriose Einsatz … die ungewöhnlichefür die Besatzung eines Idee, um eine Katze inKleinalarmfahrzeuges der Eisenach (TH) aus einemFeuerwehr Nürnberg (BY). Kanalschacht zu retten.Ein geparktes Auto stand Das Tier saß unerreichbarauf den Schwanzfedern für die Feuerwehr undeines Vogels, der dadurch traute sich weder vor nochfestsaß. Die Feuerwehr zurück. Bis die Wehr einenLaubbläser einsetzte.setzte einen Wagenheberein und befreite den Mauersegler.Diagnose eines lief die Samtpfote gerade-Verschreckt durch den LärmTierarztes: „Nichts passiert.“ wegs in Richtung Freiheit.… der Sex-Unfall auf … der nervige BadespaßIbiza (Spanien). Eineiniger Kühe bei Haxtumdeutscher Tourist hatte (NI). Immer wiedersich einen Metallring auf stiegen die Viecher beiseinen Penis gesteckt sommerlichen Temperaturenin das Wasser eines– und bekam ihn nichtmehr herunter. Ärzte in Kanals neben ihrer Weide.Doch die Abkühlungeinem Krankenhaus inIbiza-Stadt riefen die wurde darum von vielenFeuerwehr zu Hilfe. Vier Passanten falsch interpretiert.Mindestens fünfmalKräfte arbeiteten zweiStunden daran, dass Geschlechtsteilzu befreien. Tierrettungwurde die Feuerwehr zurangefordert.… der Mann, der seinenFreund im Stich ließ. Ein41-Jähriger war nachtsbei Hoyerswerda (SN) inein mit Wasser gefülltesLehmloch in einer Kiesgrubegestürzt und konntesich nicht mehr befreien.Sein Kumpel ignorierte dieHilferufe und ging einfachnach Hause. Der Bruderfand nach einer Suche denVerunfallten, die Feuerwehrmusste ihn befreien.… der grässliche Todeines Königspythons inBöblingen (BW). DieSchlange war offenbar beiRasenmäharbeiten erfasstund zerschnitten worden.Arbeiter fanden das Tierbeim Zusammenrechen desGrases. Die Polizei rätselt,woher die 1,50 Meter langeWürgeschlange stammt.14 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ReportageFeuerschutzfür AngieBundeskanzlerin Angela Merkel zählt zu den gefährdetstenPersonen Deutschlands. Zu Terminen im ländlichen Raumreist sie deshalb meist mit einem Hubschrauber desFlugdienstes der Bundespolizei. Den Brandschutz amLandeplatz stellt dann die zuständige Feuerwehr.Wir berichten, wie so eine Brandsicherheitswache abläuft.16 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013Etwa 70 Meter Abstand werdenzwischen dem Sicherheitsteamder Feuerwehr und demLandeplatz des Helikoptersder Bundespolizei gehalten.


Die Feuerwehrleute aus SchwäbischGmünd staunen nichtschlecht, als BundeskanzlerinAngela Merkel nach der Landungdes Helikopters zu ihnen kommtund sich für ihren Dienst bedankt.Es passiert recht häufig irgendwo inDeutschland, doch für die jeweiligeFeuerwehr vor Ort führen die „Staatsbesuche“zu recht ungewöhnlichen Einsätzen:„Flugplatzfeuerwehr“ sein für VIP(wichtige Personen) aus Berlin oder anderenHauptstädten. Gerade zu Wahlkampfzeitenist die Politprominenz ständig unterwegs.Bis kurz vor dem Einschweben des Promi-Hub schraubers ist aus Sicherheitsgründenso ziemlich alles geheim, vor allem der exakteLandeplatz. Aufwändige Organisationund Sicherheits checks gehören zu jedem offiziellenReisetermin der Bundeskanzlerin,wenn sie von Berlin aus in die Provinz reist.Am 12. Juli 2013 steht ein kirchliches Großereignisim „Christlichen GästezentrumWürttemberg Schönblick“ bei SchwäbischGmünd (Ostalbkreis) auf dem Programm:Vortrag über christliche Werte in der Politikmit Eröffnung eines Jugendfestivals der evangelischenKirche in Baden-Württemberg. Biszu 5 000 Besucher werden in einer Halle undauf einem Freigelände erwartet. Weil es keinspontaner Besuch der kirchlich engagiertenRegierungschefin und CDU-Bundes vorsitzenden ist, sondern ein schon öffentlichangekündigter, herrscht von Anfang an diehöchste Sicherheitsstufe. Damit startet auchdie ganz große Geheimniskrämerei, selbstfür die Feuerwehr. Terroristen oder andereWirrköpfe könnten ansonsten Anschlagsplänevon langer Hand vorbereiten.Um das zu verhindern, übernehmen Spezialistenvom Bundeskriminalamt gleichnach Bekanntwerden der Reisepläne die Regie.Dazu gehören erste Begehungen des Geländesund der Gebäude sowie die Kontaktaufnahmezu Polizei, Veranstaltern und denHilfsorganisationen vor Ort. Einen Monat vorder Bundeskanzlerin startet ein Helikopterder Landespolizei seine Runden über jenenOrt, der alsbald den hohen Besuch erwartet.„Es handelt sich um einen Aufklärungs- undErkundungsflug zu einer bevorstehendenGroßveranstaltung“, lässt der zuständigePolizei-Pressesprecher Bernhard Kohn vonder Polizeidirektion Aalen verlauten.Feuerwehr weiß von nichtsFotos werden angefertigt und geeigneteLandeplätze sowie Anfahrtswege festgelegt.Es gibt verschiedene Kriterien des BKA, abervor allem muss es schnell und übersichtlichzugehen, wenn die Regierungschefin ausdem Hubschrauber in den Konvoi mit dengepanzerten Pkw umsteigt. In flotter und damitsicherer Fahrt soll die Kanzlerin möglichstohne Stopps zum Veranstaltungsgeländegelangen. Ebenfalls entscheidend: Diebis zu achteinhalb Tonnen schwere Maschinevom Typ Super-Puma kann als fliegendeStaatskarosse nicht auf jeder Wiese landen.Die für die Landeplatzsicherung angeforderteFeuerwehr wird zeitlich erst ganz▷ANZEIGEAKTIONSPREISHolster KölnST-01050Holster inkl. Inhalt49,90 € 46,90 ** gültig bis 30.09.2013Schmales Gürtelholsterfür die EinsatzschereKöln, einen 2D Holzkeilund einen Kennzeichnungsstift.Material: PAX-DuraMaße: 225 x 85 x 40 mmGewicht: 85 gHO-01050Holster ohne Inhalt28,50 € 22,50 *Holster Mechernichmit HMS-Karabiner, Kennzeichnungsstift,Mini-Kupplungsschlüssel,zwei 3D Holzkeile,Neubauschlüssel,Leuchtstäbe ...(ohne Inhalt)Material: PAX-DuraMaße:125x 220 x 80 mmHO-0104039,00 € 29,90 *rescue-tec GmbH & Co. KGOberau 4–8 ∙ 65594 Runkel ∙ GermanyTel.: +49 6482 6089-00 ∙ info@rescue-tec.dewww.rescue-tec.de


ReportageEin Pulverlöscher für den dreifachenBrandschutz wird vomHLF entnommen.„Ich muss da mal kurzHallo und Danke sagen!“,sagt BundeskanzlerinAngela Merkel nachder Landung zu ihremBegleittross und begibtsich außerprotokollarischmit ihren Bodyguardszu den Feuerwehrleuten.Die Fahrzeugkolonne mit den gepanzerten Staatskarossensteht bereit und wartet auf die Landung des Hubschraubersder Bundespolizei mit der Kanzlerin an Bord.Bis zuletzt bleibt der Landeplatz für die Super-Puma derBundespolizei mit der Kanzlerin geheim. Erst knapp eineStunde vor der Landung rückt das von den Sicherheitsbehördenangeforderte HLF 20/20, begleitet vom Kommandowagen,aus.Ungefähr 35 Meter von der Landestelledes Hubschraubers entferntbauen die Feuerwehrleute einendreifachen Brandschutz auf: Wasser,Schaum und Pulverlöscher.knapp vor dem Besuch über den Landeplatzinformiert. Möglichst kurzfristig müssendie Kräfte dann die vom BKA und der Polizeivorgegebene Position einnehmen. Biskurz vor dem Tag X versichert Ralf Schamberger,Feuerwehrkommandant der StadtSchwäbisch Gmünd: „Wir wissen nicht, wosich der Hubschrauberlandeplatz befindenwird. Wir sind aber exakt instruiert, was vonuns an Technik und Personal erwartet wird.“Der Grund fürs große Standort-Geheimnis:Weithin sichtbare und rotleuchtendeFeuerwehrfahrzeuge sowie die Vorbereitungenkönnten kriminellen oder staatsfeindlichenZeitgenossen den Landeplatzfrühzeitig verraten. Und besonders im tiefen,langsamen und damit sensiblen Landeanflugwäre der große Hubschrauber einleichtes Ziel für Attacken.Auch andere Zwischenfälle können niehundertprozentig ausgeschlossen werden.So wie an jenem Märztag 2011, als bei derSuper-Puma in 1 600 Meter Höhe über Bayernplötzlich beide jeweils 1 588 PS starkenTurbinentriebwerke ausfielen. Nur durchdas Geschick der Piloten konnte die Maschineabgefangen, der fünfblättrige Rotorwieder in Gang und die Maschine auf einemFlugplatz notgelandet werden. Die Super-Puma hatte ihren „Passagier“ (die Kanzlerin)kurz zuvor zu einem Termin geflogenund bereits abgesetzt.„Landung und Start sind die schwierigstenPhasen, weil die Triebwerke/TurbinenVollast bringen müssen. Da gibt es keinenUnterschied zwischen einem Flächenflugzeugoder Hubschrauber", erklärt AndreasRudlof, Leiter der Flughafenfeuerwehr Stuttgart.Die Datenblätter der Maschine für dieFeuerwehr geben zudem auch Auskunft:Bis zu 2 367 Liter Treibstoff befinden sichin den Tanks der Super-Puma, die mit 545Litern pro Betriebsstunde sehr durstig ist. Inder Reisekonfiguration sind einschließlichder Besatzung 21 Sitzplätze vorhanden. Alsofast ein kleines Verkehrsflugzeug, das daplötzlich weit abseits von Flugplätzen vomHimmel schwebt.Spürhunde suchen denVeranstaltungsort abDer Promi-Besuch rückt näher. Kurz vor18 Uhr soll der Hubschrauber landen. Dochbis auf die vielen Polizeistreifen tut sich aufdem „Flugfeld“ noch überhaupt nichts. Dafürherrscht in der Halle und auf dem FestivalgeländeHochbetrieb. Schwarz gekleidetesSicherheitspersonal zeigt sich höchstaufmerksam, bisweilen auch ein wenignervös. Es wird nichts dem Zufall überlassen.Jeder Meter, den die Bundeskanzlerinauf dem Gelände zu Fuß zurücklegt, wirdsicherheitstechnisch besprochen, mit denSicherheitskräften abgestimmt und nachMöglichkeit eingezäunt.


Hunderte Meter Absperrgitterwerden aufgestellt.Rund 5 000 Besucherwerden bei diesem Terminanlässlich der Eröffnungeines Jugendfestivals derevangelischen Kirche inWürttemberg erwartet.Mit Hilfe von Sprengstoffspürhundenwerden Stunden vor dem Eintreffendes prominenten Gastes alle Räumlichkeitenund das Festivalgeländenochmals gründlich durchsucht.Für die Kanzlerin steht eineigenes Rettungsteam mitNotarzt, Rettungssanitäternund einem RTW bereit.Bereitschaftspolizisten und Helfer desTechnischen Hilfswerks (auf dem Wege derAmtshilfe tätig) rücken Hunderte Meter Absperrgitterzurecht. Ein Korridor zwischenHalle, Außenbühne und Stellplatz für dieWagenkolonne wird hergerichtet. Außerdemeine große, etwa quadratische Fläche vor derBühne eingezäunt. Bis zu 5 000 Menschensollen in diesem Besuchersektor Platz finden.Nur einige Schleusen für Einlass- undTaschenkontrollen bleiben offen. Im Notfallkönnten große Teile des Zauns von Polizeiund Ordnern aufgerissen werden, um eineschnelle Evakuierung des Platzes zu ermöglichen.Als alles hergerichtet ist, kommenSprengstoffspürhunde. Absolut alles, jederWinkel, jeder Kanaldeckel und jedes Plakatwird beschnüffelt. Eine größere Anzahl vonHundeführern ist notwendig, weil die Tierezwischendurch immer wieder Pausen einlegenmüssen.Vier Stunden vor Veranstaltungsbeginnriegelt dann das Sicherheitspersonal dasAreal komplett ab. Nur noch Besucher, welchedie Sicherheitskontrollen durchlaufenhaben, dürfen rein. Ebenso Feuerwehrleutefür die Saal- und Platzwache sowie Notärzteund eine komplette Schnelleinsatzgruppedes DRK. Für die Bundeskanzlerin wird eineigenes Team mit Notarzt, drei Rettungssanitäternund einem Rettungswagen eingeteilt.Ihr Auftrag: Sich diskret und dochmöglichst immer in der Nähe der Bundeskanzlerinaufzuhalten.Dreifacher Brandschutzfür die BundeskanzlerinDer Countdown läuft. Nur noch eine Stundebis zum Eintreffen des wichtigen Gastes!Jetzt erst verlassen eine Löschgruppe (1/8)der FF Schwäbisch Gmünd mit Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug(HLF) 20/20(Mercedes Atego/Ziegler) und der Kommandantsamt Fahrer im Kommandowagenihren Bereitstellungsraum im Feuerwehrhaus,um die vorgeschriebene Positioneinzunehmen. Das Rätselraten, wo dennnun der genaue Standort für die „Flugsicherheitswache“ist, wird mittels einer vertraulichenAnweisung der Polizei gelüftet:Feuerwehrkommandant Ralf Schambergerund Fahrzeugführer Sascha Bollin teilenden Einsatzauftrag der Löschgruppe mit.Innerhalb weniger Minuten ist der Landeplatzauf einer kleinen Straßenkreuzung amOrtsrand, knapp zwei Kilometer vom Veranstaltungsortentfernt, im Umkreis von gut200 Metern von Streifen- und Mannschaftswagender Polizei abgeriegelt und gesichert.Auch Fußgänger oder Radfahrer kommennicht mehr durch.Für das Team der Feuerwehr bleibt nichtviel Zeit. Sehr zügig werden alle erforderlichenVorkehrungen getroffen. KommandantSchamberger beschreibt die Mindestanforderungender Sicherheitsbehörden, die vorallem ein Mindestmaß an Löschmitteln fürden Fall einer Bruchlandung der Super-Puma vorschreiben. Das HLF 20/20 derFF Schwäbisch Gmünd erfüllt exakt dieseSicherheitsnorm für die Bundeskanzlerinund ihren Reise-Heli. Nicht weniger als 70Meter soll der Abstand zum Hubschrauberbetragen. Auf halbem Wege dorthin wirdein kompletter, dreifacher Brandschutz aufgebaut:C-Rohr, Mittelschaumrohr und Pulverlöscher.Die Super-Puma erzeugt einenso enormen Winddruck, das unmittelbarunter ihr jeder Stein oder andere Gegenstanddavongeschleudert würde.Der Löschangriff wird mit großzügigenSchlauchbuchten und entsprechender Distanzvon einer Seite aus verlegt, so dassANZEIGE▷Röder HTS Höcker GmbHHinter der Schlagmühle 163699 KefenrodTelefon: +49 (0)6049 95 10-0E-Mail: verkauf@roeder-hts.deInternet: www.roeder-hts.deZelt-Typ Länge x Breitein MeterSeitenhöhein MeterPreis in Eurozzgl. MwSt.P10 5,00 x 4,75 m 1,70 m 990,00 €P11 4,00 x 5,90 m 1,90 m 1.030,00 €P12 6,00 x 5,65 m 1,70 m 1.200,00 €P13 6,00 x 5,90 m 1,90 m 1.240,00 €P16 8,00 x 5,65 m 1,70 m 1.465,00 €P17 8,00 x 5,90 m 1,90 m 1.520,00 €P20 10,00 x 5,65 m 1,70 m 1.645,00 €P21 10,00 x 5,90 m 1,90 m 1.735,00 €P22 12,00 x 5,90 m 1,90 m 1.975,00 €Weitere Ausstattungenauf Anfrage.9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 19


Reportage| Bestimmungen für AußenlandungenStarts und Landungenvon Helikoptern abseitsvon Flugplätzen, wie imBeispiel der Außenlandungvon Bundeskanzlerin AngelaMerkel, unterliegen besonderengesetzlichen Regelungen.Dies betrifft auchFlächenflugzeuge. Für dasFeuerwehr-Magazin hat AndreasRudlof, Leiter der FlughafenfeuerwehrStuttgart,Wissenswertes zum Themazusammengestellt.Da motorgetriebene Fluggerätezur Bewältigung derFlugstrecke nicht auf Energiegewinndurch Aufwindeangewiesen sind und somitden Landeplatz frei wählenkönnen, stellt aufgrund desFlugplatzzwanges eine Außenlandungstets eine besondereund nicht dem Regelfallentsprechende Situation dar.Dafür kann es drei Veranlassungengeben: Genehmigte Außenlandungen:Besteht begründeterBedarf für eine Außenlandung,dann kann bei derLuftaufsichtsbehörde eineGenehmigung eingeholtwerden. Zum Erwerb dieser,welche stets zeitlich und örtlichstreng definiert ist, musseine Begründung angegebenwerden, die Genehmigungdes Grundstückseigentümersvorgelegt sowie dargelegtwerden, dass ein sicherer Anflugund Abflug gewährleistetist. Eine allgemeine Außenlandegenehmigungkann nuran Institutionen vergebenwerden, zu denen Rettungsdienste,die Polizei sowie mitEinschränkungen das Militärgehören. In diesem Fall istauch die Einholung einer Genehmigungdes Grundstückseigentümersnicht notwendig,sofern in höherem Interessegehandelt wird. Sicherheitslandung: EineSicherheitslandung dientdazu, eine bevorstehendeNotlage zu vermeiden. Dieseist gegeben, wenn aufgrundeiner Luftsituation dasAnfliegen eines Flughafensmit zusätzlichen, vermeidbarenRisiken verbunden wäre.Dies ist beispielsweise derFall, wenn ein zum Betriebdes Flugzeuges notwendigesGerät Anzeichen einesbevorstehenden Ausfallszeigt, oder auch, wenn demPiloten schlecht werden sollte.Nach der Landung ist derGrundstückseigentümer zuermitteln und über die Lageaufzuklären – insbesondereExperte: Andreas Rudlof, Leiterder Flug hafenfeuerwehrStuttgart.in versicherungstechnischerSicht. Der Wiederstart nacheiner Sicherheitslandung bedarfkeiner Genehmigung unddarf nicht behindert werden. Notlandung: Eine Notlandungunterscheidet sichvon der Sicherheitslandungdadurch, dass eine Notlageeingetreten ist und ein sichererWeiterflug nicht möglichist. Eine Notlandung muss derLuftfahrtbehörde angezeigtwerden. Der Wiederstart darfnur nach Genehmigung durchdiese erfolgen. Dazu mussgewährleistet sein, dass sichdie Maschine in einem verkehrssicherenund flugtauglichenZustand befindet sowiedie Start- und Abflugstreckeohne Sicherheitsrisiken ist.Präzisionsarbeit der Piloten: DieSuper-Puma landet auf einerkleinen asphaltierten Wegkreuzung.Drei Meter links und rechtsbefindet sich der Straßengraben.Inklusive der Besatzung fasst die Super-Puma der Bundespolizei bis zu 21 Personen.gegenüberliegend der Hubschrauberpilotsozusagen Auge in Auge mit der Feuerwehranfliegen und landen kann. Wasser wird biszum Verteiler gegeben. Der Fahrzeugmotorläuft. Der Maschinist muss im Falle des Fallesnur noch die Pumpe und den Zumischerfür den Schaummitteltank freigeben. DerAngriffstrupp hat sich trotz der Sommerhitzevoll, auch mit Atemschutzgerät, ausgerüstet.Auch die anderen Trupps kennen ihreAufgaben.Spontaner DankSchon nach Minuten taucht die rund 300Stundenkilometer schnelle Super-Pumaam Horizont auf. Die Landescheinwerfersind eingeschaltet. Der Pilot fliegt eine kurzeHalbschleife über der Feuerwehr, umsich zu orientieren. Es folgt eine schnelleLandung auf der schmalen Asphaltstraße.Auf den letzten Metern wird es spannend.Links und rechts an dieser kleinen Nebenstraßebefinden sich Gräben. Würde da dieSuper-Puma aufsetzen oder reinrollen, lägesie sofort auf der Seite und die Rotorblätterhätten Bodenberührung.Eine Tür geht auf und der Copilot suchtim Schwebeflug unmittelbaren Sichtkontaktzum Boden. Es läuft wie am Schnürchen.Der Copilot hüpft raus und stellt dasTreppchen für die Passagiere bereit. Gleichzeitigrollt die Wagenkolonne möglichstnah heran, um den prominenten Besuchmitsamt Begleitschutz aufzunehmen. Dochwas macht Angela Merkel? Abseits des offiziellenProtokolls nimmt sie Reißaus undmarschiert zielstrebig den Feuerwehrleutenentgegen – die Sicherheitsbeamten augenblicklichhinterher. „Ich möchte kurz Hallound Danke sagen“, begrüßt die Kanzlerindie verblüfften Schutzengel von der Feuer-wehr – stellvertretend auch, wie sie meint,für die über eine Million Feuerwehrleutein Deutschland.Davon bekommt das Sicherheitsteamam Hubschrauber aller-dings nichts mit. Zwei Stunden werden Ma-schine und Landeplatz gemeinsam mit derPolizei abgesichert. Hunderte Schaulustigerennen und radeln über die Wiesen, umlagernden Heli. Zum Abflug sind alle gefordert,um wieder ein freies Feld zu schaffen.Ein freundliches Winken der Kanzlerin zumAbschied an die Bodencrew von Polizei undFeuerwehr. Und schon hebt die Maschinewieder ab. Aufatmen nach dieser besonderenVerantwortung und Freude über diespontane Würdigung der Feuerwehrarbeitbegleiten das Zusammenpacken und Einrückennach diesem nicht alltäglichen Einsatz.Text und Fotos:Heino Schütte■20 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


IVECO MAGIRUS startet erneut die Suche nach demFEUERWEHR-TEAM DESJAHRES 2013Conrad Dietrich Magirus Preis 2013IVECO MAGIRUS sucht das Feuerwehrteam des Jahres 2013.Das Gewinnerteam erhält nicht nur die heiß begehrte Conrad Dietrich MagirusTrophäe, sondern iegt zusätzlich nach New York zum legendären FDNY, demFiredepartment of New York City. Bewerbt euch online und nutzt eure Chance!Teilnahmebedingungen und Anmeldung unter:Die neue Community vonFeuerwehrleuten für Feuerwehrleute.


EinsatzberichtWasser-Einsatzder RekordeDas Hochwasser vom Juni 2013 wird in die Geschichteeingehen. Mit Todesopfern, neuen Pegelrekorden, schwerenSchäden und der Erkenntnis, dass sich potentielle „Jahrhundertfluten“viel schneller wiederholen können als gedacht.So manches Feuerwehrmitglied erlebte ein „Déjà vu“.Die Zahl, die der Deutsche Wetterdiensterrechnet hat, liegt jenseitsder Vorstellungskraft: 22,75 BillionenLiter Wasser regnen innerhalb vonvier Tagen auf Deutschland, allein 8,28Billionen Liter auf Bayern. Diese Niederschlagsmenge,die Ende Mai und AnfangJuni niedergeht, ist zwei Tiefdruckgebietenzu verdanken. An mehreren Stationen misstder Wetterdienst besonders extreme Werte.Etwa im bayerischen Aschau, wo binnen 90Stunden exakt 405,1 Liter auf einen Quadratmeterherabprasseln – der Inhalt vonrund drei Badewannen. Ein Wert, mit demdie Meteorologen eigentlich nur alle hundertJahre rechnen. „Es stellt sich natürlichdie Frage, ob die Berechnungsgrundlagesolcher Wiederkehrzeiten angesichts desWandels unseres Klimas noch stimmt“, sagtDWD-Niederschlagsexperte Dr. Andreas Becker.Weitere Faktoren machen die Situationnoch schlimmer. Es hat ohnehin viel geregnetin den letzten Tagen, die Böden sindgesättigt. Der Mai gilt mancherorts als dernasseste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.Dazu kommen eine rasanteSchneeschmelze in den Alpen und obendreindas viele Regenwasser, das aus Teilenvon Österreich, Tschechien und Polen nachDeutschland abfließt.Es dauert nicht lange, bis kleinere Bächeund Flüsse rasant anschwellen und überdie Ufer treten. Zunächst trifft es vor allemSüddeutschland. Dabei sind auch bald ersteTodesopfer zu beklagen. In Bad Urach (BW)stürzt ein Bauarbeiter bei Sicherungsarbeitenin einen Nebenfluss der Erms. Er wirdvier Tage später ertrunken aufgefunden. Einzweiter Mann springt in Reutlingen offenbarin suizidaler Absicht in die reißende Echaz.Der anschließende Rettungsgroßeinsatzverläuft ergebnislos. Erst nach elf Tagen wird22 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Hochwasser im Juni 2013 in Deutschland. EineSzene, die exemplarisch für weite Teile derBundesrepublik ist. Die Elbe hat sich bei Bleckede(NI) extrem breit gemacht. Hier halten allerdingsdie Deiche und schützen die Stadt.Foto: JannAn der Mulde bei Roitzschjora (SN) ist ein Damm gebrochen.Ein Bundeswehrhubschrauber wirft Sandsäckeab, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Delitzschweisen die Piloten ein.Foto: Brettner/FeuerwehrEin Klassiker beim Hochwasser: Mit einer Menschenketteverlegen Mitglieder der KreisfeuerwehrbereitschaftGrafschaft Bentheim bei Bleckede (NI) Sandsäckeam Deich, um ein weiteres Durchweichen zuverhindern.Foto: Schmidt/Feuerwehrdie Leiche des 46-Jährigen nahe eines Klärwerkesentdeckt. Auch ein Kamerad kommtums Leben. In Wilhelmsdorf (Kreis Ravensburg)stirbt ein 58-jähriger Feuerwehrmannwährend eines Einsatzes, offenbar an denFolgen eines Herzinfarktes. Die Todesfällegehören zu den dramatischen Höhepunktenbeim Hochwasser in Baden-Württemberg.Der Schaden, den das Hochwasserentlang des Neckars verursacht, schätzt dasWasser- und Schifffahrtsamt in Stuttgart aufrund eine Million Euro. Doch das ist erst derAnfang.Neckar und Main führen das Wasser inden Rhein, hier kommt es zu einem so genannten20-jährigen Hochwasser. In Köln(NW) beispielsweise steigt der Pegel auf 7,54Meter – kritisch wird es allerdings erst bei8,80 Metern, erst dann muss die Schifffahrtvollständig eingestellt werden. Anderenortswerden ufernahe Bereiche überflutet, eskommt zu Schäden. Direkt am Ufer gelegeneCampingplätze wie in Rodenkirchen undPoll müssen evakuiert werden. Insgesamtgilt die Situation als nicht dramatisch.Anders sieht es in der Drei-Flüsse-StadtPassau (BY) aus. Hochwasser ist hier eigentlichnichts ungewöhnliches, die Anwohnerkönnen damit umgehen. Doch der Pegelsteigt und steigt. Am 2. Juni geht das Wasserwirtschaftsamtnoch von einem Höchststandvon 9 Metern aus, Feuerwehr undweitere Hilfsorganisationen richten sich vorsorglichauf einen Pegel von 9,50 Metern ein.Doch dann werden die Prognosen immerweiter nach oben korrigiert. Nach wenigenStunden sollen es 10 Meter sein, dann sogar10,50 Meter. Das Problem für die Einsatzleitung:es gibt keine verlässlichen Langfristprognosen,was die Einschätzung der Lageschwierig macht. Welche Objekte müssengeschützt werden? Wo sind Räumungen erforderlich?Kommt es wirklich so schlimm?Berufsfeuerwehr Münchenunterstützt in PassauDie Arbeiten laufen auf Hochtouren, derKatastrophenfall wird ausgerufen. Sandsackbarrierenwerden aufgebaut, Warnungenausgesprochen, Räumungen vorbereitet.Dabei kommen auch Helfer derWasserwacht, von BRK und Maltesern, derDLRG, des THW und der Bundeswehr zumEinsatz. Die Helfer stammen aus ganz Bayern,in Spitzenzeiten arbeiten rund 1M100Einsatzkräfte gleichzeitig in der Stadt. Kräfteder Berufsfeuerwehr München helfen beider Führungsarbeit, nachdem die Passauerdankbar ein entsprechendes Hilfsangebot9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 23▷


EinsatzberichtIn Cracau, einem Stadtteil vonMagdeburg (ST), arbeitet dieFeuerwehr mit Pumpen gegeneine weitere Ausbreitung desHochwassers an. Foto: DaimlerEin Lkw-Auflieger samt Seecontainer wirdaus einem überfluteten Bereich in Sicherheitgebracht.Foto: Titze/FeuerwehrDas Gerätehaus der FF Fischerdorf bei Deggendorf(BY) ist vom Donauhochwasservöllig überflutet worden. Das Gebäude warerst vor vier Jahren völlig abgebrannt. Fahrzeugeund Gerät konnten diesmal noch inSicherheit gebracht werden.Foto: Feuerwehr Deggendorfaus der Landeshauptstadt angenommenhaben. Denn neben all den Hochwasserarbeitenwie Pumpen, Bergen von festsitzendenFahrzeugen und Ähnlichem sind auchdie Alltagseinsätze abzuarbeiten: etwa ausgelösteBrandmeldeanlagen, eingeklemmtePersonen oder auch in einem Fall eine verdächtigeRauchentwicklung.Empört reagieren Oberbürgermeister JürgenDupper, der Krisenstab und die Einsatzführungskräfteauf spätere Vorwürfe, wonachdie örtlichen Helfer die Situation unterschätztund zu spät reagiert und gewarnthätten. Das Gegenteil sei der Fall gewesen.In einer öffentlichen Stellungnahme vonStadt, Wasserwacht und Feuerwehr heißt es:„Bitte lassen Sie sich durch anderslautendeMeldungen nicht verunsichern und richtenSie gegebenenfalls Ihre Kritik an die Stellendes Freistaats Bayern, die für etwaige Defizitein den Vorhersagen verantwortlich sind.“Die Passauer Altstadt wird überflutet. Aufeinmal überschreitet der Donau-Pegel denWert der historischen Flut im Jahr 2002. Damalswaren 10,81 Meter gemessen worden.Und auch der Pegel aus dem Jahr 1954, derbisherigen Höchstmarke der Neuzeit, wirdübertroffen. Am Ende steht das Wasser bei12,89 Meter – und übersteigt damit alle zuvorgemessenen und selbst aus dem Mittelalterüberlieferten Werte.Die Marienbrücke über den Inn und dieBundesstraße 12 sind nicht mehr passierbar,Stadtteile nicht mehr zu erreichen.Trotzdem wird versucht zu retten, was zuretten ist. Sandsäcke werden teilweise perHubschrauber eingeflogen. Selbst die Justizvollzugsanstaltmuss geräumt werden,andere Gefängnisse nehmen die Häftlingeauf. Weil die Trinkwasserversorgung nichtmehr gewährleistet werden kann, kommenTankwagen zum Einsatz. Trinkwasser in denSupermärkten, sofern diese überhaupt nochgeöffnet haben, wird knapp.Während an einem Tag Einsatzfahrzeugenoch durch kniehoch überflutete Straßenfahren können, steht die braune Brühe nur24 Stunden später an derselben Stelle fastbis zum ersten Stock vieler Gebäude. Rund800 Häuser werden allein in Passau beschädigt.In den umliegenden Gemeinde- undKreisgebieten sieht es nicht viel besser aus.Die Feuerwehr spricht am Ende nicht mehrvon einer „Jahrhundert-“, sondern von einer„Jahrtausend-Flut“.Damm wird aufgegebenAusgesprochen dramatisch stellt sich inBayern auch die Situation in Deggendorfdar. Nachdem sich die Lage immer weiterzuspitzt, müssen hier am 4. Juni 2013 zunächstfünf Stadtteile vollständig geräumtwerden. Die Isar, die nahe der Stadt in dieDonau mündet, transportiert viel mehr Wasserheran, als anfangs vorhergesagt. Auch24 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


hier werden die Pegelstände schnell nachoben gerechnet. Und dabei wissen die Einsatzkräfteum das Risiko dieser hohen Pegel.Die Deiche halten dem Druck kaum nochstand. Die Feuerwehr arbeitet bis zum letztenMoment an der Sicherung der Schutzwälle.Unter anderem in einem Bereich nahedes Ortsteils Fischerdorf. Doch hier müssensich die Helfer letztlich zurückziehen. „Ichwar noch kurz vorher auf diesem Dammstückund musste die Aufgabe des Dammesbestätigen“, sagt Deggendorfs StadtbrandinspektorAlois Schraufstetter.Am Vormittag passiert es. Nahe der OrtschaftWinzer bricht ein Deich, die hereinströmendeFlut reißt den Schutzwall aufrund 500 Meter Länge auf. Weil bereits Hubschrauberin der Luft sind, können vier Menschen,die auf einem Feld gearbeitet haben,per Winde aus akuter Lebensgefahr gerettetwerden. Nur wenig später klafft ein weiteresLoch nahe Fischerdorf im Damm. Zur Zeitdes Dammbruches sind die Evakuierungsmaßnahmenbereits abgeschlossen. SpeziellFischerdorf kann der Flutwelle nichts entgegensetzen,der Ortsteil läuft voll wie eineBadewanne. Das Wasser steht teilweise überdrei Meter hoch.Jeder im Ort ist betroffen, auch die freiwilligenFeuerwehrleute. Nicht nur mit ihrenprivaten Häusern, auch das Gerätehaussäuft ab. Besonders bitter: Erst vier Jahrezuvor war das Gebäude samt Fuhrpark ausgebranntund anschließend erneuert worden.Auch diesmal sind Inneneinrichtungund das Eigentum des Feuerwehrvereinsnur mehr reif für die Mülldeponie. EinzigerTrost: Fahrzeuge und Gerätschaften konntenrechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.Obwohl der Ortsteil verloren ist, gibt eskeine Verschnaufpause für die Einsatzkräfte.„Viele weitere Aufgaben standen an,denn die Evakuierungen zogen sich entlangder Donau durch den gesamt Landkreis“,erzählt Schraufstetter. Ein langes Deich-Teilstück bei Ruckasing kann nur durcheinem massiven Einsatz gehalten werden.Insgesamt 40 Lkw – mobilisiert innerhalbeiner halben Stunde – transportieren Sandzu dieser Einsatzstelle. Zu allem Überflusskommt es in der Region zu einer weiterenHochwasserwelle. Dabei müssen rund 150Meter des Isar-Deiches vor einem Bruchgeschützt werden. „Stundenlang standenLangarmbagger mitten im Wasser undholten Material aus dem Flussbett, um dasStück zu schließen. Dieses Kunststück wurdedank vieler Einheiten geschafft“, so derStadtbrandinspektor.Erst als das Wasser langsam zurückweicht,können die Bewohner zurückkehren.„Es dauerte 23 Tage, bis man in das|Eingesetzte Kräfte Hochwasser 2013Feuerwehr: 82 046Technisches Hilfswerk: 16 000Deutsches Rotes Kreuz: 4 000Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft: 4 000Bundeswehr: 1 760Bundespolizei: 1 600Arbeiter-Samariter-Bund: 1 000Malteser: 800Johanniter: 600Summe der Kräfte*: 111 806*Zahlen nach den Angaben der Organisationen. Die Zahl der Helferdes DRK bezieht sich auf die pro Einsatztag eingesetzten Helfer. DieEndsumme stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.letzte Haus vordringen konnte“, erinnertsich Schraufstetter. Doch an ein Leben isthier vorerst nicht zu denken – es wird Monate,wenn nicht Jahre dauern, bis Fischerdorfsein altes Aussehen wiedererlangt hat.Nicht nur das verunreinigte Wasser, auchSchlamm und Heizöl haben die Gebäudeund Pflanzen zerstört. Die Feuerwehrspricht von mehreren Tausend Einsätzen,die während des Hochwassers gefahrenwurden.▷Gestatten? Die Klassenbesten.ANZEIGEAnalog mitSprachspeicherDigital mit Text undScanningDigital mit Text undSpracheDigital mit aktiverRückmeldungwww.swissphone.deBesuchen Sie uns auf der Florian 2013in Karlsruhe, Halle 1 Stand Nr. E99 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 25


Einsatzbericht12. 6.HamburgBremen100 kmHannoverDEUTSCHLANDNeu-Ulm3. 6.LauenburgBoizenburg12. 6.Wittenberge9. 6.RudolstadtFischbeck9. 6.aaleHalle-Trotha5. 6.Grimmama 3. 6.1. 6.Hauptflüsse, auf denendie Hochwasseralarmstufeüberschritten wurdeBetroffene OrteDatum der Hochwasser-Alarmstufe nach Übersteigendes höchsten Pegels (Auswahl)SaRegensburgSDonauMünchen5. 6.BerlinMagdeburgudeMul7. 6.ElbeAussigDeggendendndorfPassausauInnSalzachJun ni 2013:Das Hochwasserin MitteleuropaTorgau4. 6.4. 6.ud6. 6.MoldaPragKienstock5. 6.WienÖSTERREICHTSCHECHIEN7. 6.Bratislaava© Feuerwehr-Magazin / JungGroße Teile Deutschlands und Europas sind vom Katastrophenhochwasser im Mai und Juni 2013betroffen. Die Karte verdeutlicht die zeitliche Entwicklung an den unterschiedlichen Orten.BundespräsidentJoachimGauck unterhältsich mitdem DeggendorferStadtbrandinspektorAloisSchraufstetter(BY) undKreisbrandinspektorHansSchrimpf.Foto: FeuerwehrDeggendorfBundespräsident istschwer beeindrucktDie Anstrengungen der vielen freiwilligenHelfer, aber auch der Feuerwehr werdenwahrgenommen. Als BundespräsidentJoachim Gauck die Flutopfer besucht, informierter sich auch über die Arbeit derEinsatzkräfte. Und adelt den DeggendorferStadtbrandinspektor. Er nennt ihn einen„General“ – aufgrund seines effektiven taktischenVorgehens. Schraufstetter freut sichüber dieses Lob des Bundespräsidenten. „Erwar sichtlich bewegt und konnte sich nichtvorstellen, dass diese Aufgabe durch einenEhrenamtlichen ausgeführt wurde. Er warsehr persönlich, er sprach fast von Kameradzu Kamerad, es war nicht gekünstelt. Undauch seine Lebensgefährtin zeigte Mitgefühlder besonderen Art“, erinnert sich derStadtbrandinspektor.Der zweite große Deichbruch währendder Hochwasserkatastrophe 2013 ereignetsich rund 600 Kilometer von Deggendorfentfernt an der Elbe bei Fischbeck (KreisStendal, ST). Der anhaltende große Wasserdruckwird hier zum Problem. Am 10. Juni2013, kurz nach Mitternacht, gibt der Dammtrotz aller Verteidigungsversuche nach undreißt auf rund 90 Meter Länge auf. DasWasser wälzt sich in das Landesinnere. PerHubschrauber werden Bigbags ausgebracht,doch vergeblich. Durch den enormen Wasserdruckwerden diese sofort weggespült.Das Wasser strömt mit ungeheurer Kraftnach, rund 200 Quadratkilometer Flächewerden überflutet. Selbst Ortschaften, diesich normalerweise kilometerweit vomWasser entfernt befinden, haben plötzlichmit dem Hochwasser zu kämpfen.Schiffe versenkt undLoch gestopftEs dauert mehrere Tage, bis eine spektakuläreIdee zur Deichreparatur geboren ist.Und obwohl anfangs längst nicht alle aneinen Erfolg glauben, wird die Idee in einerkonzertierten Aktion der Einsatzkräfte umgesetzt.Innenminister Holger Stahlknechtspricht von „einem einzigen Versuch“, der beidieser Aktion möglich ist. Am 15. Juni 2013werden zunächst rund 150 Panzersperrenper Hubschrauber vom BundeswehrstandortKlietz eingeflogen und in der Elbe versenkt.Zwischen die aus Eisenbahnschienenbestehenden rund 250 Kilogramm schwerenSperren werden zahlreiche Netze mit großenPflastersteinen als „Beschwerer“ versenkt.Anschließend werden zwei eigens gekauftealte Lastkähne zur Bruchstelle geschlepptund gesprengt, am Folgetag kommt einedritte Schute hinzu. Die ungewöhnlicheund teure Maßnahme – alleine die Kähnesollen Medienangaben zufolge rund 400M000Euro gekostet haben – zeigt Wirkung. Rund▷26 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


“The Best In Thermal Imaging”Jetzt noch besser… und kleiner!Die neue X380weltweit die ersteWärmebildkamera,die die heißesten undkühlsten Stellen im Bilderkennt - Hot Spot undCold Spot Tracking!ISG Infrasys führt die neue ‚X-Serie‘ ein. Die X380 –eine leistungsstarke Wärmebildkamera im handlichenKleinformat, die die Bildklarheit und die Merkmale dergrößeren Kameras liefert.Sie ist die weltweit einzige Wärmebildkamera, die einspezielles Merkmal zur Erkennung von Gefahrgut bietet.Unser neues, exklusives Cold Spot Tracking erlaubt es, inNotfallsituationen an Ventilen oder anderen undichtenStellen austretende Gase oder gefährliche Flüssigkeitenzu erkennen und genau zu lokalisieren.Zusätzlich bietet die X380 intelligenten Fokus, Hot SpotTracking (heißeste Stelle im Bild), Standbildaufnahme,Bildspeicherung und digitale Videospeicherung.Im Vergleich zu anderen hat die X380 die klarsteBildwiedergabe von allen WBKs am Markt.Innerhalb der X-Serie wird auch ein Modell mitnur einem Bedienknopf zum Ein-und Ausschaltenangeboten.Die Nummer EINS fürprofessionelle Wärmebildkameras.Besuchen Sie uns auf derFlorian Messe: Halle 1, Stand B9ILRT GmbHInnovative Lösch- und RettungstechnologieErfurter Str. 105D-44577 Castrop-Rauxelfon: +49 (0)2305 / 44 59 643 | fax: +49 (0)2305 / 44 59 693web: www.ILRT-GmbH.de | mailto: info@ILRT-GmbH.de


Einsatzbericht80 Prozent der Strömung kann so aufgehaltenwerden. Das reicht, um erneut mit biszu neun Hubschraubern gleichzeitig vonBundespolizei und Bundeswehr Bigbags andie Bruchstelle zu bringen und das Loch sonach und nach zu verschließen. „Es war eineextrem schwierige und gewagte Aktion“,sagte Sachsen-Anhalts MinisterpräsidentReiner Haseloff gegenüber Medienvertreten.„Aber wir mussten handeln und dasMenschenmögliche versuchen.“ Auch dieKosten, die nicht exakt beziffert wurden,seien angesichts weiterer drohender Schäden„lächerlich gering“, heißt es aus demInnenministerium.Weitaus weniger spektakulär, aber nichtminder dramatisch stellt sich unter anderemdie Lage in Halle (ST) dar. Der Pegel der Saaleklettert auf über acht Meter, normal sindhier deutlich unter drei Meter. Am 5. Juni forderndie Behörden rund 30M000 Menschenzum Verlassen ihrer Häuser auf, in mehrerenStadtteilen schwappt das Wasser bereits anund in die Gebäude. Keller laufen voll, einigeStraßen sind nicht mehr passierbar. Vergeblichversuchen Feuerwehren, darunter vieleauswärtige Kräfte, mit Pumpen den Wasserstandzu kontrollieren. Am Gimritzer Dammsickert das Wasser durch. Schulen und Kitaswerden geschlossen, Strom und Gaszufuhrin Teilen der Stadt abgeschaltet.Studenten nähenSandsäckeAber nicht nur organisierte Einsatzkräftehelfen, auch die Bürger selbst. So versuchendie Studenten einer Kunsthochschulemit einem selbstgebauten Damm ihre Gebäudezu verteidigen. Zumindest teilweisegelingt das, allerdings wird die Hochschuldruckereiüberflutet. Weil keine Sandsäckezu bekommen sind, nähen Studenten undStudentinnen kurzerhand die Säcke in ihrenWerkstätten aus verschiedenen Materialienselbst. Dafür gehen sogar Stoffspenden ausder Bevölkerung ein. Insbesondere an denSandsackfüllstationen können – unter anderemdank Aufrufen im Internet – viele freiwilligeHelfer mobilisiert werden. Vor allemjunge Leute packen mit an. Andere kümmernsich aus eigenem Antrieb um Speisenund Getränke.Die Meldungen aus dem Katastrophengebietentlang der Elbe und den nahen Flüssenwie Mulde, Weiße Elster, Spree, Chemnitzoder Lausitzer Neiße ähneln sich. Überflu- ▷Ohne Mampf kein Kampf... Die KreisfeuerwehrbereitschaftNienburg wird bei ihremHochwassereinsatz verpflegt. Foto: Henkel/FeuerwehrSchlafen in einer Turnhalle: Die Unterkunft in Gruppenquartierenzwischen Schnarchgeräuschen und ominösenKörpergerüchen – hier in Wörlitz (ST) – ist nichtjedermanns Sache. Die meisten Helfer sind jedoch soerschöpft, dass ihnen das egal ist.Foto: PatzeltProvisorisches Vorratslager von BerlinerFeuerwehrleuten für die kleinen Notlagen:Anti-Mücken-Spray, Blasenpflaster,Mückenstich-Gel, Kugelschreiberund Handschuhe.Foto: Beneke/FeuerwehrEin Sandsackfüllplatz bei Lauenburg aus derLuft gesehen. Bei den Feuerwehrfahrzeugenrechts ist zu erkennen, dass eine Einheit geradeeine Essenspause absolvieren kann. Foto: Jann


„ Die Exoten habenimmer mehr Präsenz“Obwohl die Feuerwehr den größten Teil der Kräftebeim Hochwasser stellte, prägten andere Einheitendas Bild in den Medien. Wir sprachen mit SönkeJacobs (Foto), dem Bundesgeschäftsführer und Leiterder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DeutschenFeuerwehrverbandes, über das Thema Selbstdarstellung.FM: Wie bewerten Sie dieDarstellung des Feuerwehreinsatzesin den Medien? Sind dieFeuerwehren ausreichend zurGeltung gekommen?Jacobs: In den Medien istdie große Vielfalt der Engagierten,der Einsatz auch nichtorganisierterHelfer gut abgebildetworden, da sollte manauch nicht ehrpusselig sein.Nicht zufrieden sind wir mitder Berücksichtigung von Interviewpartnernin Nachrichten-oder Sondersendungenim Fernsehen. Das ist primäresFeld des DFV. Da waren wirschon weiter – und das werdenwir auch nacharbeiten.FM: Viele Feuerwehrleutehatten den Eindruck, dassTechnisches Hilfswerk undBundeswehr – obwohl mit vielweniger Kräften vor Ort – deutlichmehr in den Medien präsentwaren. Wie sehen Sie das?Jacobs: Klar, die „Exoten“haben in einer solchen Lagegerade bei Nachrichtenbildernimmer mehr Präsenz.Das ist keine neue Erkenntnis.Aber natürlich enttäuscht unsdas alle immer wieder, dennwir Feuerwehren möchten alsdie Basis der ganzen Hilfsoperationja nicht links liegengelassen werden.FM: Wo liegt der Unterschied?Macht etwa die Bundeswehreine bessere Pressearbeit?Oder sind die einfach nur„spannender“?Jacobs: Blau und Olivehaben die Signalwirkung:„Jetzt ist es wirklich schlimm.“Einsatzkräfte stellen sich in Lauenburg (SH) bei einer Pressekonferenzden Fragen der Medienvertreter.Foto: JannFeuerwehr ist Alltag, istselbstverständlich. An demPunkt werden wir auch mitder besten Pressearbeit nichtvorbeikommen. Durch diezentrale Führung gelingt esder Bundeswehr und der BundesanstaltTHW mit professionellenPressestrukturen aberauch, Informationen besser zugewinnen und zu platzieren.FM: Machen auch FeuerwehrenFehler bei ihrem Auftretenoder ihrer Pressearbeit?Jacobs: Ja, das ist derandere Teil der Wahrheit: Wirschaffen es bei solchen Lagenimmer noch nicht, der Öffentlichkeitsarbeitdie notwendigeBedeutung, die Manpowerund den Entfaltungsraum zugeben und über den Kirchturmhinaus zu denken.FM: Wie sollte eine gute,effektive Pressearbeit der Feuerwehrenbei einem solchenEinsatz denn aussehen?Jacobs: Es gibt positiveBeispiele: Etwa den sehrleistungsfähigen Pressestabin Lauenburg, mit PR-Profis,übrigens auch aus dem DFV-Team, geleitet vom Geschäftsführerdes Landesfeuerwehrverbandes.Pressearbeitist keine Hexerei, sondernHandwerk: Dienstleistungund Kontaktaufbau im Tagesgeschäft,ausreichend Kräfte,Technik und Arbeitsraum inder Lage – und die Vernetzungmit den Nachbarn.FM: Wo sind die Grenzen?Es mag doch auch kontraproduktivsein, wenn jedeFeuerwehr ihren eigenen Pressesprechermitbringt – und derStab beziehungsweise die Einsatzleitungdamit übergangenwerden?Jacobs: Der Aufbau einesgemeinsamen Teams, imKreis zum Beispiel, mit klarerEinbindung in die Krisenkommunikationder Verwaltung,ist das Optimum. Dafür gibtes bewährte Modelle. Vorteil:Auch im Tagesgeschäft könnendie beteiligten Sprecherinnenund Sprecher gleichmäßigErfahrungen sammelnsowie Kontakte knüpfen. UndÜberlastungen werden vermieden.FM: Vom Deutschen Feuerwehrverbandsind die Zahlender Helfer erfasst und veröffentlichtworden. Gibt es nichtnoch mehr Möglichkeiten derPressearbeit als bundesweitesSprachrohr der Feuerwehren?Jacobs: Selbstverständlich– und das haben wir auchgetan. Bei solchen Lagen lebtdie Bundesgeschäftsstellezwei Wochen im Takt derKatastrophe: Recherchen zurLagedarstellung, Vermittlungvon Gesprächspartnern undHintergrundwissen, Anstoßenvon Medienthemen, etwa zumThema Gaffer, Zusammenstellenvon Servicematerial. Hinweisean Politik und Behördenbeim Bund, wer da draußendie Arbeit macht. Angebotean Leitmedien, dass fachkompetenteInterviewpartner zurVerfügung stehen. Vieles hatgeklappt, einiges nicht. Mancheskönnen wir nicht an diegroße Glocke hängen.FM: Kam eigentlich dasInfomobil des Deutschen Feuerwehrverbandesvor Ort zumEinsatz?Jacobs: Den Einsatz desInfomobils haben wir in derTat erwogen. Wir wollten abernicht in einen Besuchswettbewerbmit der politischenProminenz eintreten. Dafürhatten die Kameradinnen undKameraden vor Ort bereitsgenug Stress. Wer meint, eineinzelnes, mobiles Teamkönnte die PR für mehr als80M000 Einsatzkräfte richten,der hat nicht verstanden,welche Aufgabe immer nochvor uns liegt.Interview: Michael KlöpperFoto: DFV■9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 29


Einsatzberichttungen von ufernahen Gebäuden, Straßenund Unterführungen, Deiche unter Druck– und immer wieder die bange Frage: „Wieschlimm wird es diesmal?“ Für zusätzlichenStress sorgt dabei auch noch ein Drohbrief,der in verschiedenen Medienredaktioneneingeht. Unbekannte kündigen Anschlägeauf Deiche an. Die Polizei verstärkt ihreKontrollen.Bei Delitzsch (Kreis Nordsachsen) kommtes zu einem schweren Eigenunfall. EinLöschgruppenfahrzeug (LF 16/12) gerät beider Fahrt zum Hochwassereinsatz aus unbekannterUrsache von der Straße und pralltgegen eine Hauswand. Drei Feuerwehrleutewerden schwer verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich.Sechs weitere kommen mitleichten Blessuren davon.Zum Warten verdammtIn nahezu allen betroffenen Städten undKreisen gilt längst der Katastrophenalarm,vielerorts kommen auswärtige Helfer zumEinsatz. Beispielsweise schickt Hessen nacheiner Anforderung insgesamt rund 900 Helfernach Sachsen, der Großteil stammt ausFeuerwehren. Doch nicht immer ist die Hilfesofort erwünscht beziehungsweiseeinsetzbar – inDresden heißt es für einenrund 100 Kräfte starken Verbanderst mal: warten, warten, warten. Dieörtliche Einsatzleitung hatte noch keine Hilfeangefordert. Ob es hier um ein möglichesKompetenzgerangel mit übergeordnetenStellen oder um die Frage der Kostenübernahmegeht, ist den hilfsbereiten Kräften ander Basis egal. „Was uns dort passiert ist, hatalle Einsatzkräfte sehr frustriert“, berichtetein betroffener Aktiver dem Feuerwehr-Magazin.Er möchte nicht namentlich genanntwerden. „Während im Radio ein Aufruf nachdem anderen zum Sandsackfüllen und -stapelnverkündet wurde, mussten wir in unsererUnterkunft bleiben. Mehrere Tage lang“,erzählt der Feuerwehrmann. Erste Einsatzkräfteseien wieder abgereist, ohne etwasgetan zu haben.Doch tatsächlich werden die Hessen inDresden dringend gebraucht und fast alleletztlich auch eingesetzt. So arbeitenbeispielsweise die Hilfeleistungszüge desLandkreises Kassel daran, das steigendeGrundwasser am Museum Japanisches Palaisabzupumpen – 6M000 Liter pro Minute.An einem großen Hotel müssen rund 20M000Liter Wasser pro Minute aus dem Keller entferntwerden. Es sind nur Momentaufnahmen,stellvertretend genannt für die vielenHundert einzelnen Einsatzstellen.Bei allem Frust zum Einsatzauftakt, diehessischen Helfer spüren auch eine enormeDankbarkeit. „Die Unterstützung derDresdener Bevölkerung vor Ort war hervorragend– so wurde den Einsatzkräftenim Hotel jegliche Verpflegung kostenlos zurVerfügung gestellt und die Einsatzkräfte amMuseum und Deich mit aller möglichenVerpflegung unterstützt“, beschreibt HorstKlinge, Medienreferent des BezirksfeuerwehrverbandesKurhessen-Waldeck. VomMuseum gab es obendrein noch einen Bildbandals Dankeschön.Katastrophenalarmaufgrund der VorhersagenWährend in Magdeburg, Bitterfeld, Grimmaund den vielen anderen Orten schon mitder Flut gekämpft wird und viele Anwohnerihre Häuser verlassen müssen, bereitet sichder Norden noch auf die herannahendeFlutwelle vor. Die Elbe führt hauptsächlichan Niedersachsen und Schleswig-Holsteinvorbei, zu einem kleinen Teil ist auch Brandenburgbetroffen. Im Bereich Hamburgwird mit keinen größeren Auswirkungen gerechnet.Hier ist die Elbe breiter, die Deichesind besonders geschützt.In Niedersachsen sind seit den großenHochwassern in den Jahren 2002 und 2006viele Deiche und Hochwasserschutzmauernverstärkt worden. So gibt es seit 2008 inHitzacker eine rund 30 MillionenEuro teure Installa-Web-Bonus Mehr zum Thema unterfeuerwehrmagazin.de tion, die eine Überflutungder Altstadtinsel verhindernsoll. Dazu gehören eine Hochwasserschutzwand,ein neues Siel und ein Hochwasserschöpfwerk.Doch die Prognosen undMesswerte lassen dennoch katastrophaleAusmaße befürchten – Rekordpegelstände,die teils zu Überspülungen der Hochwasserschutzbarrierenführen würden. InHitzacker wird die Evakuierung der Altstadtvorbereitet und später auch durchgeführt.In den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg wird schon frühzeitig der Katastrophenalarmausgerufen – zu einer Zeit,als bei strahlendem Sonnenschein und einerwenig bedrohlich wirkenden Elbe eineKatastrophe nur schwer vorzustellen ist.Sandsäcke sollen befüllt, Deiche teilweiseverstärkt werden. Die ersten Kreisfeuerwehrbereitschaftenaus dem Land machensich auf den Weg, einige andere waren zuvorschon im Osten Deutschlands zum Einsatzgekommen. Aber auch beispielsweise ausHessen und Nordrhein-Westfalen rollenKräfte in Richtung Norden. Was bei nichtangeforderten Kräften aus Niedersachsenteils für Verwunderung sorgt. Für Frust sorgenaußerdem Kräfteanforderungen, denendie Abbestellung auf dem Fuße folgt. So ergehtes etwa der KreisfeuerwehrbereitschaftAurich-Süd, die am 6. Juni 2013 zum Hochwasserin Marsch gesetzt wird. „Die Bereitschaftkam dort jedoch nicht zum Einsatz,sondern reiste nach einer Übernachtungin Lüneburg am nächsten Tag wieder nachHause“, berichtet Gerhard Samuels, Presse-▷Wie eine Szene auf einer Modelleisenbahn-Anlage:Kräfte der DLRG haben eineBootsanlegestelle eingerichtet. Die Helferfischen Treibgut aus der Elbe.Foto: JannIn Kamern (ST) sind Kräfteaus dem Kreis Pinneberg(SH) im Einsatz. Nach demDeichbruch bei Fischbeckwaren Teile des evakuiertenOrtes geflutet worden, anderekonnten erfolgreich mitSandsackbarrieren verteidigtwerden. Foto: Kudenholt/Feuerwehr30 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Nichts für schwache Nerven! Zwei Soldaten befestigen mehrere Bigbagsan der Ladevorrichtung eines Bundeswehr-Hubschraubers. DiePiloten müssen sich extrem konzentrieren, um die Maschine exakt inder Luft zu halten.Foto: Brettner/FeuerwehrEin Hof bei Bleckede (NI) trotzt dem Hochwasser. Nur derDeich, der extra verstärkt worden ist, verhindert die Überflutungdes Geländes. Am Deichrand steht ein kleines hölzernesRuderboot bereit.Foto: JannFeuerwehrleute bringen in Bad Schandau (SN) ein Boot zu Wasser. Nur mit diesemkann die Innenstadt noch erreicht werden.Foto: Noack/FeuerwehrKräfte aus denKreisen Kassel undWaldeck-Frankenberg(HE) arbeitenam Elbufer in Dresden(SN). Hier sollein großes Hotelgeschützt werden.Wasser, das durchdie mobile Spundwandoder denBoden drückt, wirdsofort in die Elbezurückgepumpt.Foto: Feuerwehr Bad Wildungen9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 31


Einsatzbericht„ Kommunikation darf nichtnebenbei laufen“FM: Bislang waren perInternet mobilisierte Massen inDeutschland eher im negativenoder spaßigen Kontextin den Medien wahrzunehmen.Etwa bei so genannten„Flashmobs“ oder auch beieskalierenden Partys. BeimHochwasser standen plötzlichteils Hunderte Helfer parat,die nach Internet-Aufrufenernsthaft helfen wollten und esauch getan haben. War es daserste Mal, dass in Deutschlandin solchem Umfang etwas Positivesbewegt werden konnte?Höhn: Das glaube ich nicht.So etwas passiert oft im kleinenRahmen, das bekommtdie breite Bevölkerung garnicht mit. Medien berichtenhäufig über große Dinge.Flashmobs mit den bewegtenBildern oder auch negativeSachen sind dabei ein gefundenesFressen. Über kleineund positive Dinge wird eherselten berichtet.FM: Zu beobachten war teilweiseeine Art „Guerilla-Information“.Da haben sich etwabei Facebook engagierte undsicher gut gemeinte Gruppenaus privater Hand gebildet, diepermanent Infos aus Medienund Medienmitteilungen weiterverbreitetund auch Helferper Aufruf zu Einsatzstellendirigiert haben. Die Gruppenhatten einen rasanten Fan-Zulauf. Lässt sich so etwasüberhaupt in irgendeinerForm positiv beeinflussen odersteuern – und wenn ja, wie?Höhn: Ich glaube, dasist der Punkt, um den mansich künftig kümmern muss.Soziale Netzwerke haben in bisher unbekanntem Maßdie Bewältigung der Katastrophe beeinflusst. Wirsprachen darüber mit dem Diplom-Soziologen MarcoHöhn (Foto) vom Zentrum für Medien-, KommunikationsundInformationsforschung an der Uni Bremen.Rettungskräfte müssen unbedingtmitsteuern und mitspielen,um aktiv mitzugestalten.Dafür braucht man Spezialisten.Normale Pressestellenoder Pressesprecher könnenda schnell an ihre Grenzenstoßen. Im Social Media-Bereichgilt es auch den richtigenTon der Nutzer zu treffen.Man kann nicht mit einemalthergebrachten PR-Denkendaherkommen. Soziale Medienmüssen als Kommunikationsmittelauf Gegenseitigkeitverstanden werden, nichtals starre Website oder Pinnwand.Und eine solche Kommunikationbedeutet richtigArbeit. Ein gutes Beispiel istda die Polizei Niedersachsen,die sich bei Facebook engagiertund das Projekt richtigernstgenommen hat – mitFahndungen, aber auch anderenDingen. Das kam nachmeiner Einschätzung bei derCommunity ziemlich gut an.FM: Viele Pressestellen, zumBeispiel von den Einsatzstäbender Landkreise, haben aberwährend des Einsatzes nachwie vor konventionell gearbeitet– also eben nur Infos perWebsite und Pressemitteilungverbreitet…Höhn: Eine Pressemitteilungist eben schnell geschriebenund verteilt. Ich glaubeaber, dass man an sozialenNetzwerken nicht mehr vorbeikommt.Es bieten sichmit Social Media eben nochandere Möglichkeiten, geradeetwa um Menschen zu mobilisieren.Aber wer sich daraufeinlässt, muss auch mehr Zeitdafür investieren. Einfach nureine Pressemitteilung bei Facebookzu posten, das reichtnicht aus.FM: Teilweise findet die PRvon Feuerwehren längst insozialen Netzwerken statt. EinBeispiel: Eine Feuerwehr hattevon der Abfahrt ihrer Helferzum Hochwasser bei Facebookein Video an ihre etwa 900Fans gepostet. Nach kurzerZeit war es schon über 50M000Mal angesehen worden. Wirdso nur die menschliche Neugierbefriedigt und mit einemschnellen Klick „belohnt“ oderist das eine echte Chance, einpositives Stimmungsbild in einerbreiten Masse zu erzeugen?Höhn: Irgendwie arbeitenwir doch alle mit der menschlichenNeugier bei Facebook.Das ist aber nicht unbedingtnur negativ einzuschätzen.Man muss jedoch aufpassen,wenn man es gezielt einsetzenwill. Auch hier gilt: einfach ontop, so mal eben nebenbei, dasfunktioniert nicht. Ich glaubeaber auch, dass eine Feuerwehrgar nicht so viel Energiereinstecken muss, um einpositives Bild zu erzeugen. Diemeisten Menschen finden esdoch gut, was die Einsatzkräfteda leisten. Die positive Resonanzkommt von ganz alleine.FM: Diese positive Resonanzist aus unterschiedlichenGründen so wichtig für dieFeuerwehren. Etwa um dieMannschaft zu motivieren,anspornendes Lob zu erhaltenund neue freiwillige Mitgliederzu gewinnen. Ist ein Katastropheneinsatzüberhauptdas richtige Umfeld, um sichmedial „gut zu verkaufen“,oder könnte der Schuss auchnach hinten losgehen? Woraufsollten etwa die Pressesprecherdabei achten?Höhn: Wer sich im Umfeldvon Katastrophen positivverkaufen will, brauchtFingerspitzengefühl. Bei derKrisen-Kommunikation kannman sich vergaloppieren,etwa wenn man sich selbst alsHeld darstellt. Die Bevölkerungkommt da selbst drauf.Wie gesagt, die wissen um denWert der Arbeit der Feuerwehren.Lieber sollte manim Nachgang aktiv werden,aber auch dann ist Vorsichtangebracht. Ich denke dabeian den 11. September 2001.Die New Yorker Feuerwehrselbst hatte sich damals inder Selbstdarstellung zunächstzurückgehalten. Eswar die Öffentlichkeit, die daauf die Feuerwehr zukam,dann erst kamen die Mediendazu. Ein negatives Beispielaus der Feuerwehrbranchefällt mir nicht ein, wohl aberaus Firmenbereichen. Etwavon einem Fall, als ein sogenannter „Shitstorm“, alsoeine Negativ-Resonanz-Welleder Fans, nicht vernünftigbearbeitet, sondern einfachausgesessen wurde. Grundsätzlichgilt: Man kann einenNegativ-Effekt verhindern,indem man transparent,natürlich, offen und ehrlichagiert und vor allem mit denNutzern kommuniziert. Fängtman an zu mauern und zuschweigen oder gar Dinge zuverdrehen, wird man schnelldurchschaut und die Problemefangen erst an.Interview: Michael KlöpperFoto: privat■32 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Aurich,auf Anfrage.Als problematisch für die Stäbe erweisensich auch in Norddeutschland die variierendenVorhersagen. Während anfangs voneiner sich ständig zuspitzenden Lage miterheblichen Folgen ausgegangen werdenmuss, stehen alle Zeichen wenig später aufEntspannung. So werden in der akuten PhaseSandsackfüllmaßnahmen gestoppt undEinsatzkräfte nach Hause geschickt – weil diePrognosen nach unten geschraubt werden.Doch nur einen Tag später deuten die Prognosenauf eine dramatische Lageverschärfunghin, weitere Kreisfeuerwehrbereitschaftenmachen sich auf den Weg an die Elbe.Am Ende geht das Hochwasser in Niedersachsenvergleichsweise glimpflich aus –auch durch den frühzeitigen Material- undPersonaleinsatz. Einzelne Sickerstellen undDeichabrutschungen können frühzeitig erkanntund bearbeitet werden, die Dämmehalten. In der Gemeinde Neu Darchau hilftein provisorischer Deich als Schutz vor demElbwasser. Er muss von den Einsatzkräftenständig kontrolliert und ausgebessertwerden, unter anderem mit der Hilfe vonTauchern. In Hitzacker wird mit etwa 8,10Metern ebenfalls ein neuer Rekordpegel gemessen– doch die Spundwand, bis zu 8,96Meter Wasserstand ausgelegt – hält demDruck stand. Die Altstadt bleibt trocken.Der Deichbruch in Sachsen-Anhalt unddas Fluten von Poldern an der Havel hatden Niedersachsen vermutlich zumindestteilweise geholfen. Experten schätzen, dassdadurch der Pegel im Oberlauf um zehn bis15 Zentimeter gesenkt worden ist.Pegelvorhersagefährt AchterbahnDie wechselnden Pegelprognosen stellensich auch im schleswig-holsteinischenLauenburg als problematisch dar. Am 6.Juni wird auch hier noch die Evakuierungvon rund 300 Einwohnern vorbereitet. Stattdes Normalwertes von 4,35 Metern soll dasWasser auf einen Stand von 10,35 Meternsteigen – heißt es am Anfang. Dabei wird eineenorme Fließgeschwindigkeit befürchtet,auch ein möglicher Einsturz der Altbautenwird später in Erwägung gezogen. „Das wirdlebensgefährlich“, warnt Feuerwehrchef LarsHeuer an jenem Tag. Doch die Prognosenwechseln auch hier. Die vom HochwasserlagezentrumMagdeburg – zuständig fürdie Elbanrainer – übermittelten Werte fahrenin den folgenden Stunden und TagenAchterbahn: 10,60 Meter, 9,20 Meter, 10,15Meter, 9,40 Meter, 9,30 Meter. Tatsächlichwird später ein Höchstpegel von 9,64 Meterngemessen. Die Folge: Auch die Taktikder Feuerwehr und des THW wird angepasst.Zeitweilig geben die Einsatzkräfte diePumpversuche für den Schutz der AltstadtAus Paletten mit Sandsäckenformen örtliche Helfer undAnwohner in Altgarge (NI) dasWort „Danke“.Foto: Schmidt/FeuerwehrEin ganz besonderesDankeschönfür dieHelfer der FeuerwehrBremenin Jerichow(ST): Gemeinsammit ihrenErzieherinnensingen Kinderden Kräften einStändchen.Foto: Patzeltauf – nur um sie wenige Stunden später wiederaufzunehmen. Ein Einsatz der Pumpenist nur bis zu einem bestimmten Punkt sinnvoll.Die Elbstraße mit ihren historischenHäusern wird tatsächlich vom Wasser erfasst,gravierende Folgen wie die befürchtetenEinstürze bleiben aber aus.Die Zahl der Todesopfer der Hochwasserkatastrophewird unterschiedlich hochangegeben. Vermutlich kamen alleine inDeutschland 25 Menschen ums Leben. Daruntersind auch Menschen, die indirekteOpfer wurden – etwa in Folge eines Herzinfarktesbeim Sandsackfüllen.Feuerwehrleute ausDelitzsch schaffenan der Mulde zwischenLöbnitz undPouch (SN) nacheiner Sprengungder Bundeswehr mitWasserkraft eineÖffnung. Damit kanndas Wasser aus einerüberfluteten Ortslagezurück in das Flussbettströmen.Foto: Brettner/FeuerwehrNach einer Schätzung des Bundesfinanzministeriumsbeläuft sich der Gesamtschadenauf rund acht Milliarden Euro. Darinsind auch die Einsatzkosten des Bundes(THW, Bundeswehr) enthalten. FinanzministerDr. Wolfgang Schäuble beantragte am24. Juli 2013 finanzielle Unterstützung ausdem Solidaritätsfonds der EuropäischenUnion (EUSF). Deutschland hatte bereitsnach der Flutkatastrophe 2002 und demOrkan Kyrill (2007) Hilfen aus dem EUSFerhalten.Text: Michael Klöpper■9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 33


InterviewBrandbekämpfer im BuSeit 40 Jahren ist LandwirtRainer Erdel Mitglied in derFeuerwehr. Und: Seit vierJahren sitzt er für die FDPim Bundestag. Trotzdem ister noch in der FF Herpersdorf(BY) aktiv. Geht dasüberhaupt? Ja, sagt Erdel. Erverrät uns auch, was für Auswirkungendie Feuerwehr-Tätigkeit auf seine Arbeit impolitischen Berlin hat.FM: Sie bezeichnen sich selbst als aktivenFeuerwehrkameraden – aber bleibt Ihnenüberhaupt Zeit für den Feuerwehrdienst?Erdel: Natürlich habe ich durch meinBundestagsmandat für bestimmte Aktivitätenweniger Zeit als vorher, allein durch die22 Wochen im Jahr, die als Sitzungswochendes Deutschen Bundestages bestimmtsind. Ich nehme aber an Feuerwehr-Übungen teil, die am Wochenende oderin Wahlkreis-Wochen stattfinden. Unserekleine Feuerwehr hat eher wenige Einsätze.FM: Wie ist es für Ihre Kameraden eigentlich,einen Bundestagsabgeordneten in derWehr zu haben?Erdel: Anfangs war es für meine Kame -ra den etwas besonderes, ein Bundes tagsmitgliedin ihrer Wehr zu haben, da nunfeuerwehrspezifische Anliegen direktadressiert werden können. De facto binich aber noch immer derselbe Menschwie früher, mit denselben Fähigkeiten undMacken.FM: Wie hoch ist Ihr Ausbildungsstand?Erdel: Ich bin Hauptfeuerwehrmannund durch verschiedene Leistungsnachweisefür alle Aufgaben im Gruppenrahmenqualifiziert.FM: Was halten Sie davon, sich als „Doppelmitglied“auch in einer Berliner Feuerwehrzu engagieren?Erdel: Die Sitzungswochen sind ein absoluterFulltimejob, 60 bis 80 Wochenstundensind die Regel. Schließlich habe ich einMandat durch die Bürgerinnen und Bürgerbekommen, das ich gewissenhaft ausfüllenAnfang Juli 2013wurde Erdel (Mitte)für 40 Jahre Feuerwehrdienstgeehrt.Ebenfalls ausgezeichnetwurdenGerhard Lieret (l.)und Hans Wägner (r.)Fotos: privatwill. Und ein Feuerwehrmann, der nicht beider Sache ist oder nur unzuverlässig mitarbeitet,hilft der Berliner Feuerwehr nicht.FM: Stimmen Sie anders ab, wenn es umdas Thema Feuerwehr geht – zur Not auchgegen den „Partei-Willen“?Erdel: Hier sehe ich keine großen Unstimmigkeiten.Alle Abgeordneten legengroßen Wert auf ein funktionierendesFeuerwehrwesen mit moderner Technikund gut ausgebildeten Feuerwehrleuten.Bei Abstimmungen im Plenum ist die politischeWillensbildung meist schon abgeschlossen,viel einflussreicher sind Gesprächein Arbeitskreisen oder unter Kollegen.FM: Wie viele weitere Bundestagsabgeordnetesind Mitglied einer freiwilligenFeuerwehr?Erdel: Leider existiert dafür keine Statistikund alle 620 Abgeordneten kenne ichnicht persönlich. In meinem näheren Umfeldgibt es aber einige Kollegen, von denenich weiß, dass sie sich in der freiwilligenFeuerwehr engagieren, und mit denen ichmich gerne austausche.FM: Hoffen Sie, als Politiker einen Teilzur Lösung von aktuellen Problemen in derFeuerwehr beitragen zu können?34 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ndestagRainer Erdel ist alsBundestagsabgeordnetertrotzdem weiterhin inder Feuerwehr seinesHeimatortes aktiv.Erdel: Das Feuerwehrwesen ist inDeutschland föderal organisiert, das heißt:Sache der Bundesländer. Die Legislativeschafft hier den Rahmen, in dem die Bun -desländer agieren können, evaluiertgroße Einsätze, wie etwa den der Hoch wasserkatastrophe,und zieht Schlüsse daraus.FM: Viele Feuerwehren klagen über fehlendeMitglieder…Erdel: Der Mitgliederschwund bei denFeuerwehren ist ein Problem, dem manmit Kraft entgegenwirken muss. Nicht nurvon Berlin aus, auch in meinem Wahlkreismotiviere ich gerne zu mehr Engagement,denn das macht gesellschaftlichen Zusammenhalterst aus. Von Berlin aus könnenwir beispielsweise mit weniger Bürokratiehelfen: So unterstützen wir jedes ehrenamtlicheEngagement, für die Feuerwehrkonkret etwa durch den speziell eingeführtenFeuerwehrführerschein oder dieEhrenamtskarte.FM: Was halten Sie von einer Feuerwehr-Rente, also einer zusätzlichen Altersversorgungfür ehrenamtliche Feuerwehrleute?Erdel: Zunächst klingt diese Idee interessant,doch in der Praxis ist es schwierig,die verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeitenzu beurteilen, zu differenzieren oderungleich zu behandeln. Beim Ehrenamtgeht es um Wertschätzung, die man sichnicht erkaufen kann. Die Grundidee desehrenamtlichen Engagements würde unterlaufenwerden.FM: Glauben Sie, dass Ihre Mitgliedschaft(positiven) Einfluss auf Ihre Wahlergebnissehat – oder lässt das die Wähler kalt?Erdel: Ich bin seit 1973 Mitglied derfreiwilligen Feuerwehr und hätte damalsals 18-Jähriger nicht gedacht, dass ich mit54 Jahren einmal Mitglied des DeutschenBundestages sein würde. Grundsätzlichaber denke ich, dass die Bürgerinnen undBürger eher Politiker unterstützen, die sichtrotz ihres anspruchsvollen Mandats nichtnur auf die Politik konzentrieren, sondernweiterhin ehrenamtlich engagiert bleiben.FM: Welche Einsätze sind Ihnen dennbesonders in Erinnerung geblieben?Erdel: Da war ein Einsatz, der die außergewöhnlicheNotwendigkeit der kleinenWehren nachgewiesen hat. Es kam so gegen23 Uhr zu einer Brandstiftung in einerScheune. In einem Wald tauchten dannimmer wieder kleinere Brandherde auf, wirwaren auch mit vor Ort. Das Problem: Ander Scheune gab es keine Wasserversorgung.Ich unterstützte also beim Wassertransport,mit Güllefässern beförderten wirWasser zum Einsatzort. Bis 4.30 Uhr warenwir noch mit der Brandwache beschäftigt.Die Kriminalpolizei fragte dann nach, objemand etwas Verdächtiges bemerkt hatte.Tatsächlich hatte ich ein Fahrzeug gesehen.Und die Personen darin waren nichtnur für die Brandstiftung verantwortlich,sondern auch für eine Diebstahlserie in derNähe!FM: Waren auch kuriose Einsätze dabei?Erdel: Ja, da war einmal die klassischeKatze auf dem Baum. Ein Spaziergängermeldete in einem Waldstück eine Katze,die in 20 Meter Höhe auf einem Baum saß.Wir haben die Katze vor Ort beobachtet, siehat auch ganz jämmerlich geschrien undsah sehr abgemagert aus. Wir forderten dieDrehleiter aus dem Nachbarort an. Als diedann aber eingetroffen war, schauten wirwieder zum Baum hoch – und plötzlich wardie Katze weg. Sie stand dann auf einmalunten vor uns und schaute uns mit großenAugen an.Interview: Malte Degener■ANZEIGEWillkommen zur FLORIAN 2013 in Karlsruhe – DER Branchentreff im HerbstFachmesse für Feuerwehr,Brand- und KatastrophenschutzMesse Karlsruhe19. – 21. Sept. 2013www.messe-florian.deProgrammauszug:Donnerstag, 19. September:Offizielle Eröffnungim Anschluss Eröffnungsübung der gastgebenden Feuerwehr:„Tunnelbrandbekämpfung heute und in der Zukunft“ - Themenblock A: Kommunale Notfallplanung –eine Aufgabe für alle Gemeinden- Themenblock B: Finanzierung der Feuerwehr/Einsparpotentialdurch Interkommunale Zusammenarbeit- Themenblock C: Zukunftssicherung und Motivationim Feuerwehrdienst KarlsruheFreitag, 20. September: Workshop „“ Notfallsanitätergesetz Industrievorträge Wettkampf „Feuerwear-Challenge” Samstag, 21. September: Wettkampf „Feuerwear-Challenge“ organisationen Einsatzberichte Feuerwehr/Rettungsdienst Testzelt „Sehen im Rauch”Änderungen vorbehalten!Aktuelle Infos zu Ausstellern, Fachvorträgen,Workshops und Vorführungenauf: www.messe-florian.deVeranstalter9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 35


ProdukteHydraulik-Spinnen machen DruckEine neue Baureihe hydraulischerRettungspumpen mit dem Namen „SpiderRange“ (deutsch: Spinnen-Reihe) hatHolmatro auf den Markt gebracht. Vierverschiedene Basismodelle können inunterschiedlichen Ausführungen geordertwerden.Alle Versionen sind mit einer dreistufigenPumpentechnologie ausgestattet.Vorteil: Dieses System liefert einenhöheren Ölstrom in der zweiten Stufe.Dadurch sollen sich B-Säulen eines älterenFahrzeugmodells doppelt so schnellschneiden lassen wie mit einer zweistufigenPumpe. Die dritte Stufe liefert einenniedrigeren Ölstrom, jedoch bei höheremDruck. So können Einsatzkräfte lautHolmatro auf kontrollierte Weise durchharte, verstärkte Säulen schneiden.Besonders kompakt ist die „SR10“-Benzinpumpe, die in der Standardausführung14,5 kg wiegt. Mit ihr kannnur ein Gerät bedient werden. Die „SR20“-, „30“- und „40“-Modelle bieten diegleichzeitige Bedienung mehrerer Geräteund die Wahl zwischen Benzin- oderElektromotor. Neben der „SR 10“ soll auchdie „SR 20“ mit einem Gewicht von 22,7kg (Basisversion) leicht zu tragen sein.Das Modell „SR 30“ wird komplett mitSchlauchhaspeln und Geräteablage geliefert.Für komplexere Anwendungen mitmehreren Geräten ist das größte Modell„SR 40“ gedacht. Es ist laut Holmatro mit37,3 kg leichter als vergleichbare Pumpenauf dem Markt.Zu den weiteren Features aller „SpiderRange“-Pumpen zählen die Einzelschlauch-Core-Technologiesowie einegroße Hydraulikölkapazität zur Benutzungaller Geräte, zum Beispiel der größtenRettungszylinder. Optional lieferbarsind eine LED-Beleuchtung sowie die Halterung„Quick Fix and Release Bracket“mit universalem Montagesystem, um diePumpe im Fahrzeug sichern und entnehmenzu können. Preis: keine Angaben.Informationen: Holmatro Netherlands,Rescue equipment, Postfach 33, 4940 AARaamsdonksveer, Niederlande,Telefon 00 31 / 1 62 / 58 92 00,Fax 00 31 / 1 62 / 52 24 82,eMail rescue@holmatro.com,www.holmatro.comDie „SR 40“ ist das Topmodellder neuen „Spider Range“-Rettungspumpen von Holmatro.Weitere neue Produktefeuerwehrmagazin.deEin Schnellwechselsystem für Spreizerspitzen hatLukas Hydraulik ins Programm aufgenommen.Spitzen zum WechselnLukas Hydraulik hat ein Schnellwechselsystemfür Spreizerspitzen vorgestellt. Damit soll sich dasEinsatzspektrum der Spreizer „SP 310“, „SP 300 E“(„eDraulic“-Technologie) und „SP 300“ deutlich erweiternlassen. Zur Standardausstattung des „SP 310“gehört die „Multifunktionsspitze“. Speziell für Fahrzeugblechewerden die Modelle „SP 300 E“ und „SP300“ mit griffigen „Diamond Tip“ ausgeliefert. DieseSpitzen sollen laut Hersteller innerhalb von Sekundengetauscht werden können – auch während desEinsatzes.Für die Umstellung der drei Spreizertypen auf dasSchnellwechselsystem waren erhebliche konstruktiveAufwendungen nötig. So mussten nicht nur die Spitzen,sondern auch neue Spreizerarme entwickelt undgetestet werden. Zusätzlich war eine neue Abnahmenach EN und NFPA fällig. Preis: keine Angaben.Informationen: Lukas Hydraulik GmbH,Weinstraße 39, 91058 Erlangen,Telefon 0 91 31 / 69 80, Fax 0 91 31 / 69 83 94,eMail lukas.info@idexcorp.com, www.lukas.comKleiner Feuervogel„Little Fire Bird“ (deutsch: Kleiner Feuervogel)heißt die besonders handliche Ausführungeiner Feuerwehraxt von Iconos. Die Stiellängevon 870 mm entspricht den Maßen einesSchlauchtragekorbs. Als Gewicht gibt Iconoszirka 3,1 kg an.Wie das größere Modell „BigFire Bird“ besitzt die kleinereAxt eine gekröpfte Hebelschneideund einen mit Kunststoffummantelten, elektrisch nichtleitenden Glasfaserstiel. ZumSchutz vor Beschädigungenist der Bereich unterhalb desAxtkopfes mit einer Edelstahl-Schlagschutzhülse ausgestattet.Eine begrenzte Elastizität des Stiels soll beimSchlagen die Übertragung von Schwingungenauf die Handgelenke verringern.Um die Axt zum Stoßen einsetzen zu können,wurde das Stielende mit einer Stoßplatte ausgerüstet.In diese ist eine Stahlkugel eingebettet,mit der sich große zerstörende Punktkräfteerzielen lassen. Die Stoßplatte ist so geformt,dass Einsatzkräfte mit ihr Feuerwehrschließeinrichtungennach DIN 14925 (Feuerwehrwesen;Verschlusseinrichtung) betätigen können.Dennoch besitzt das Stielende keine scharfenKanten. So kann die „Little Fire Bird“ auch beimTasten und Suchen genutzt werden.Als besondere Ausführung bietet Iconosalle Axtköpfe mit einer phosphoreszierendenPulverbeschichtung an. Das Nachleuchten erleichtertdas Auffinden der Axt bei schlechtenSichtverhältnissen. Preis: zirka 268 Euro („LittleFire Bird“).Informationen: Iconos Vertriebs GmbH,Wacholderstraße 24-26, 40489 Düsseldorf,Telefon 02 03 / 74 14 69, Fax 02 03 / 74 17 20,eMail info@iconos-system.com,www.iconos-system.comDie Feuerwehraxt „Little FireBird“ von Iconos ist etwas kürzerals das Modell „Big Fire Bird“und auf die Maße von Schlauchtragekörbenabgestimmt.Foto: PreuschoffDie gerundeten Zirka-Preise (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer) beziehensich jeweils auf einzelne Grundmodelle ohne Sonderausstattung.Oftmals gewähren Hersteller Mengenrabatt bzw. der Preis variiert je nachAusführung. Die Informationen beruhen auf Angaben der Hersteller. Angabenohne Gewähr.36 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Blaue LED-Satelliten mit großem Abstrahlwinkel„Sputnik SL“ heißen neueLED-Frontblitzer von Hänsch.Laut Hersteller erreichen dieLeuchten dank eines speziellenLinsensystems eine Lichtstärkevon mehr als 500 cd. Außerdembieten sie einen großen Abstrahlwinkelvon seitlich mehr als 70Grad. Die Lichtwerte der Frontblitzersollen die vom Gesetzgeberformulierten Vorgaben umein Vielfaches übertreffen.Zwei oder mehrere „SputnikSL“ lassen sich synchronbetreiben, wobei der Benutzerzwischen verschiedenen Blitzmusternwählen kann. Dankeiner vollständigen Verklebungder Leuchtenkörpersind diese nach Herstellerangabenunempfindlich gegenHochdruck- beziehungsweiseDampfstrahlreinigung. EineRissbildung der Frontblitzer-Scheibe soll aufgrund der Konstruktionnahzu ausgeschlossenwerden können.Hänsch liefert die Leuchtenkörperin zwei Ausrichtungsvarianten:Zum einen als horizontaleVariante für den Einsatz hinterVon Hänsch stammen dieneuen, besonders kompaktenLED-Frontblitzer „Sputnik SL“.waagerechten Kühlerrippen,zum anderen als vertikale Variantefür den Einsatz hinter senkrechtenKühlerrippen.Aufgrund der geringen Abmessungender Leuchtenkörpervon 125 x 27 x 17 mm (Breite/Höhe/Tiefe)und der vollständig integriertenElektronik soll sich die„Sputnik SL“ ohne viel Aufwandmontieren lassen. Da die maximaleWarnwirkung nur erreichtwerden kann, wenn die Leuchtenkörperoptimal ausgerichtetsind, bietet Hänsch für einigeFahrzeuge fahrzeugspezifischeKlemmhalter an.Zugelassen sind die Frontblitzernach ECE-R 65 „EinheitlicheBedingungen für die Genehmigungvon Kennleuchten(Warnleuchten) für Blinklicht fürKraftfahrzeuge“ und ECE-R 10„Einheitliche Bedingungen fürdie Genehmigung der Fahrzeugehinsichtlich der elektromagnetischenVerträglichkeit“. Preis: zirka574 Euro (zwei Leuchtenkörper,ohne optionales Zubehör).Informationen: Hänsch WarnsystemeGmbH, Schützenstraße 21-25,49770 Herzlake,Telefon 0 59 62 / 9 36 00,eMail info@fg-haensch.de,www.fg-haensch.deANZEIGEMit Kurzstiefeln zum InnenangriffRosenbauer präsentiert in der „Twister“-Stiefelreiheein neues Modell: Der Kurzstiefel „Twister-cross“mit der Schafthöhe Klasse C eignetsich sowohl für Brandbekämpfungs- als auchfür Rettungseinsätze. Er ist zertifiziert nach EN15090:2012 „Schuhe für die Feuerwehr“ gemäßden Anforderungen Typ 2 (Sämtliche Brandbekämpfungs-und Rettungseinsätze, mit Zehenschutzund Schutz gegen Durchtritt), F2A (Antistatik),HI3 (Höchste Stufe der Wärmeisolierung),CI (Kälteisolierung des Unterbaus), AN (Knöchelschutz)sowie SRA (Rutschhemmung).Von Rosenbauerstammt der neueKurzstiefel„Twister-cross“ fürFeuerwehr- und Rettungseinsätze.Trotz der nur 190 mm Höhe entspricht der„Twister-cross“ der höchsten Schutzklasse fürFeuerwehreinsätze. Somit eignet er sich laut Rosenbauerals einer der wenigen Kurzstiefel auchfür den Innenangriff. Dank Ankle Protection (Knöchelschutz)sowie Stahleinlage und Stahlkappe istder Fuß vor Verletzungen geschützt. Eine Komfortpolsterungund zwei Flexzonen aus weichem,genarbtem Leder bieten einen erhöhten Tragekomfort.Reflektierende Elemente sollen einegute Sichtbarkeit auch in Kombination mit einerÜberhose gewährleisten.Der „Twister-cross“ verfügt über das BOA-Schnürsystem. Dieses ist mit einem reißfesten, beschichtetenEdelstahlseil und einem Druck-Drehknopfausgestattet, die den schnellen Ein- undAusstieg ermöglichen und für optimale Passgenauigkeitsorgen sollen. Während des Tragenskann der Stiefel an die Fußform angepasst werden.Dank der Beschichtung ist das Edelstahlseilgeschützt und besonders langlebig.Auf Wunsch liefert Rosenbauer den Kurzstiefelauch mit Sympatex-Membrane. Die Membraneund das hydrophobierte Waterproofleder machenden „Twister-cross“ weitgehend wasserdicht. Außerdembieten sie einen erhöhten Schutz gegenViren, Bakterien und Flüssigkeiten. Für Kälte- undHitzeisolation sorgt ein Sohlenaufbau aus mehrerenLagen mit dazwischen angeordneten Luftkissen.Ein Paar „Twister-cross“ in Größe 43 wiegtzirka 2,2 kg. Preis: zirka 210 Euro.Informationen: Rosenbauer International AG,Paschinger Straße 90, 4060 Leonding, Österreich,Telefon 00 43 / (0)7 32 / 6 79 40, Fax 00 43 / (0)7 32 / 67 94 89,eMail office@rosenbauer.com, www.rosenbauer.com9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 37


ServiceDas Türgestellwird mit bis zusechs Gurten amBoden verspannt.Hier wird geradeder Temperaturcheckmit demHohlstrahlrohrdurchgeführt.Dazu wird dieTür geöffnet,ein Sprühstrahlimpulsin denDeckenbereichdes Raumeshinter der Tür abgegebenund dieTür sofort wiedergeschlossen.Übungstür fürden InnenangriffIm Innenangriff spielt das richtige Verhalten an Türen eineentscheidende Rolle. Entsprechende Übungsobjekte gibtes bisher vor allem für den Festeinbau. Also konstruiertenFlorian Pfeffer und Mathias Multerer von der FeuerwehrArrach (BY) eine mobile Variante.Wird eine Tür vom vorgehendenTrupp falsch geöffnet, kann esfür die Kräfte gefährlich werden“,erklärt Multerer, Leiter des Bereiches Atemschutzbei der FF Arrach (Kreis Cham). „ImExtremfall kann es in dem Raum dahinterdurch die plötzliche Sauerstoffzufuhr zueiner Durchzündung kommen.“ Der Einsatzan der Tür beginnt mit dem Temperaturcheckvon außen. „Schon der wird häufigvergessen“, weiß derAusbilder aus Erfahrung.Unter Umständen mussdie Tür gewaltsam geöffnetwerden, weil sie verschlossenist. Anschließend ist einTemperaturcheck mit dem Hohlstrahlrohrvorzunehmen. „Entscheidend ist hierbei diehockende Haltung des Strahlrohrführers“, soder Leiter des Atemschutzbereiches.Anfang 2013 entschlossen sich Multererund sein Kamerad Florian Pfeffer, gemeinsameine Innenangriffstür zu konstruieren.Das Grundgerüst besteht aus 40 x 40 x 2,5Millimeter starken Vierkantrohren aus Stahl.Die Tür selbst ist mit einem ein MillimeterTuftlereienAus der Praxis Für die Praxisstarken Alublech verkleidet. Im oberen Viertelist ein Heizelement angebracht, um dieTür erwärmen zu können. Im Viertel darunterist eine austauschbare Holzplatte eingebaut.„An dem Element soll der Einsatz desFognails geübt werden“, erklärt Pfeffer.Auffällig: In Höhe der Holzplatte sindzwei Türgriffe mit Schlössern vorhanden.„Einmal handelt es sich um einen Schließzylindereiner Zimmertür, einmal um eineneiner Haustür“, so Pfefferweiter. „So kann auch derDie Übungstür für das richtige Vorgehendes Angriffstrupps im Innenangriff besitztzwei Türschlösser (eins mit einemZimmerschlosszylinder und eins miteinem Haustürzylinder). Die Holzplatterechts daneben ermöglicht den Einsatzdes Fognails (Löschdorn). Das obere Drittelder Tür kann erwärmt werden.Umgang mit dem Ziehfixan den gängigsten Zylinderngeübt werden.“Das gesamte Materialkostet im Baumarkt nach Auskunft der Konstrukteurerund 350 Euro. Dank zahlreicherMaterialspenden von Firmen kamen dieArracher mit weniger als der Hälfte aus. DieSumme übernahm letztlich KreisbrandinspektorMichael Stahl. So steht die Übungstürjetzt allen 34 Feuerwehren im BereichBad Kötzing zur Verfügung.Für den Bau werden eine Kappsäge, eineFräsmaschine, ein Trennschleifer, Bohrmaschine,Nietzange und ein Schutzgas-Schweißgerät benötigt. „Wir hatten dasGlück, dass wir die entsprechenden Gerätebei einer Firma in Bad Kötzing nutzen durften“,sagt Stefan Drexler, der gemeinsam mitSimon Pfeffer und Max Klingseisen beimBau half. Insgesamt benötigten die fünfFeuerwehrleute 25 Stunden für den Bau.Die Konstruktion besteht aus vier Teilen undwiegt komplett 100 Kilogramm.Vorteil: Übungen mitWasser am RohrTransportiert wird die Tür bei Bedarf miteinem Anhänger. Der Aufbau vor Ort dauertdann nur wenige Minuten. Es muss nach38 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


An der Holzplattewird der Einsatzdes Fognails geübt.Vorteil: DiePlatte kann sehrschnell ausgetauschtwerden.Der Türrahmeneignetsich hervorragend,umdas Setzendes Rauchvorhangszu üben.Weitere Ausbildungsmöglichkeit:das Öffnenvon Türen. Ausdiesem Grund istdie Tür mit einemHaustür- undeinem Zimmertürschlossausgestattet.Auskunft von Konstrukteur Multerer lediglichdarauf geachtet werden, dass der Untergrundmöglichst eben ist. Dann die Tür samtGestell aufrichten, auf beiden Seiten dieSpanngurte anbringen und am Boden befestigen– schon kann die Übung beginnen.Die Übungstür befindet sich seit Mai2013 im Einsatz. Als größter Vorteil hat sichschnell herausgestellt, dass mit Wasser amStrahlrohr geübt werden kann. Dafür emp-fiehlt sich der Aufbau im Freien. Für dasHeizelement wird allerdings ein Stromanschlussbenötigt. „Auch den Fognail einsatzkönnen wir jetzt realistätsnah schulen“, freutsich Stahl. Im Winter könnte dann verstärktder Einsatz des Ziehfix-Werkzeugs auf demÜbungsplan stehen – beispielsweise in derFahrzeughalle. Oder die richtige Anbringungdes Rauchverschlusses, denn auchdafür eignet sich die Konstruktion.Gelobt wird auch, dass den Übenden vonallen Seiten zugeschaut werden kann. Dadurchsind Anweisungen und Korrekturenvon allen Teilnehmern zu hören. „Das spartbei den Ausbildungseinheiten tatsächlichZeit“, berichtet Multerer.Text: Jan-Erik HegemannFotos: FF Arrach■ANZEIGEAll inclusive!Der K 5 SATZ (230V).Klein, aber fein –bis 330 l/min und 1,1 bar.Mit dem K 5 SATZ haben Sie ein professionelles Gerät zu einemkleinen Preis. Alles drin – die leistungsstarke Tauchpumpe K 5 mitrobustem Edelstahl-Motorgehäuse, C-Storz Kupplung, 10 m Feuerwehrschlauchnach DIN 14 811, 5 m Halteleine mit Schlaufe undKnebel, und Tragekorb 400 x 300 x 320 mm - kompakt und stapelbar.Komplett einsatzfertig mit nur 13 kg. Auch mit angebautemSchwimmschalter lieferbar. Auf Wunsch mit IP68-Schuko-Steckeroder Personenschutzstecker.www.mast-pumpen.de


ReportageConrad Dietrich Magirus Preis„Einfach unbeschreDiese Info-Alarmierung werden die Kameraden derDetmolder Feuerwehr nicht so schnell vergessen: Am23. November 2012 zeigte der Pager die Meldung: „InfoDetmold > Neuigkeiten aus Ulm: Wir sind Gesamtsiegerbeim Magirus-Award!!!“ Danach ging es Schlag auf Schlag:Presseanfragen, Radiointerviews, Fernsehauftritte und alsHighlight die große Reise zur New Yorker Feuerwehr.Die Erinnerungen an den Gewinnsind immer noch ganz frisch. „Esist uns eine Ehre, dass wir die Erstensind, die den Titel ‚Feuerwehrteam desJahres’ tragen dürfen. Die Statue hat einenprominenten Platz in einer Vitrine auf derFeuerwache bekommen“, erzählt Jens-UlrichPlöger, Leiter der Feuerwehr Detmold.„Und wir sind schon gespannt, wer unsereNachfolge antritt und in diesem Jahr denAward mit nach Hause nimmt.“Wachabteilungsführer Jens Kölker erinnertsich noch genau, wie unspektakulär eigentlichalles begann: „Ich blätterte durch dasFeuerwehr-Magazin und wurde auf die Anzeige‚Iveco Magirus und das Feuerwehr-Magazinsuchen das Feuerwehrteam des Jahres’aufmerksam. Spontan kam ich auf die Idee,dass wir uns da bewerben sollten.“ Einenpassenden Einsatz hatte Kölker auch gleichim Kopf. „Mir war bewusst, dass der ConradDietrich Magirus Preis eine richtig großeSache werden könnte“, sagt der Wachabteilungsführer.Deshalb hat er die Bewerbungim Vorfeld mit der Wehrführung besprochen.Der in Frage kommende Einsatz lag zudiesem Zeitpunkt erst wenige Wochen zurück.Am Sonntag, 29. April 2012, wurdedie Feuerwehr zu einem Großbrand an derSir John Mogg Grundschule in der Robert-Kronfeld-Straße in Detmold gerufen. Untererschwerten Bedingungen – drehende Windeund eine enorme Rauchentwicklung –versuchten die Feuerwehrleute, den Brandunter Kontrolle zu bringen. Trotz aller Bemühungenkonnten sie nicht verhindern,dass ein rund 800 Quadratmeter großer Gebäudekomplexabbrannte.Dank des Einsatzes wurden jedoch dieumliegenden Gebäude und die Turnhallegehalten. Viele der rund 150 Kinder derGrundschule konnten dort in den Wochennach dem Brand unterrichtet werden. DasProblem: Das Feuer hatte nicht nur einenGroßteil der Unterrichtsräume vernich-tet, sondern auch Unterrichtsmaterial undSpielzeug der drei- bis elfjährigen Schülerund Vorschulkinder.„Da stand für uns fest: Der Einsatz ist nochnicht zu Ende“, sagt Jens Kölker. Die Feuerwehrtruppestartete unter Federführungvon Holger Bellen, Stadtfachwart für Brandschutzerziehungund Aufklärung, eine Hilfsaktionund sammelte innerhalb weniger Tageeinen ganzen Anhänger voll mit Spielen,Puppen, Autos und Stofftieren, aber auchTretautos, Traktoren und Kinderfahrrädersowie Sandspielzeug und Spielzelte. „Wennjemand Hilfe braucht, bieten wir sie an. Undzwar auch nach einem Einsatz“, so Kölker.„Das zeichnet uns aus.“ Und dieses Engagementkönnte genau den Anforderungen desConrad Magirus Preises entsprechen, dachtensich die Detmolder. Daher waren sichdie Verantwortlichen schnell einig, dass siesich mit diesem Einsatz um den Titel „Feuerwehrteamdes Jahres“ bewerben wollten.Frohe Botschaft am TelefonDann ging es ganz schnell, erzählt Kölker:„Ich habe die Onlinebewerbung ausgefülltund den Einsatz und die Spendenaktionanhand des Einsatzberichtes beschrieben.Zusätzlich habe ich Presseberichte und Fotoseingereicht.“ Damit war die Aktion fürdie Detmolder erst einmal abgeschlossen.Bis zum 26. Oktober. An diesem Tag kamdie telefonische Botschaft: „Sie haben es insOnline-Voting geschafft.“Jens Kölker hat die Bilder noch vor Augen:„Ich war als Trainer einer Jugendfußballmannschaftbeim Training meines Sohnesin einer Turnhalle. Das Handy hatte icheigentlich nur für Notfälle dabei. Als eineMünchner Nummer im Display erschien,war das schon mal komisch. Und als ichdann hörte, dass wir für die Endrunde desConrad Dietrich Magirus Awards ausgewähltwurden, war ich erst mal baff. Das warOlympiasieger Matthias Steiner(Gewichtheben) überreicht derFeuerwehr Detmold den ConradDietrich Magirus Award in der KategorieBrandbekämpfung. Fotos (2): IvecoNach dem Einsatz startete dieFeuerwehr Detmold eine Spendenaktion.Innerhalb weniger Tage kamein Anhänger voll mit Spielzeug undUnterrichtsmaterial für die „ausgebrannten“Kinder zusammen.Fotos (3): Feuerwehr40 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ANZEIGEblich“Riesige Freude: Auch den Gesamtsiegheimsten die Detmolder ein. Als Belohnungdurfte das „Feuerwehrteam desJahres 2012“ nach New York reisen.Über Pagererhieltenalle Feuerwehrleutein Detmolddie Meldungvom Siegbeim erstenConrad DietrichMagirusAward.Am 29. April 2012 brach ander Sir John Mogg Grundschulein Detmold ein Feueraus. Ein Großteil des 800Quadratmeter großen Komplexesbrannte ab.ein total irres Gefühl. Gleich darauf habe ichdie frohe Botschaft natürlich an die Wehrführungweitergegeben.“Auch bei Feuerwehrchef Plöger und seinemStellvertreter Mathias Sprenger wardie Freude groß. Haben sie sich zu diesemZeitpunkt bereits Chancen auf einen Siegausgerechnet? „Nicht im Geringsten. Eswar für uns eine Ehre, dass die Fachjuryuns unter die letzten fünf Feuerwehren inder Kategorie Brandeinsätze gewählt hat“,berichtet Plöger. „Aber natürlich haben wirbeschlossen, kräftig die Werbetrommel füruns zu rühren.“Das Online-VotingAls das Online-Voting auf der Websitewww.feuerwehrwelt.de startete, haben dieDetmolder Kameraden auf Facebook denLink zur Abstimmung gepostet. Sogleichüberrollte eine Welle an Glückwünschen dieDetmolder: „Was da passierte, war echt derWahnsinn. Aus jeder Ecke gab es Zustimmungfür uns“, erinnert sich Kölker. „Für unsist unsere Arbeit ganz selbstverständlich.Aber es hat doch gut getan, Kommentare wie‚Ich gönne euch das und ihr packt das` oder‚Ihr habt das echt verdient’ zu hören.“ ZahlreichePresseberichte sorgten zusätzlich fürAufmerksamkeit. Rund zwei Wochen vordem Ende des Online-Votings mobilisiertendie Detmolder noch einmal alles, was möglichwar. „Wir hatten gesehen, dass wir beimOnline-Voting eine Menge Kommentare bekommenhatten. Vielleicht können wir unsin der Kategorie Brandbekämpfung ja an dieSpitze setzen?“, beschreibt Kölker die damaligenHoffnungen.Die PreisverleihungUnd so fuhren die Detmolder am 23. Novemberzur Preisverleihung nach Ulm. Erstim Congress Centrum erfuhren alle 14 Finalistenund rund 300 geladene Gäste, wiedas Online-Voting ausgegangen war. AlsLaudator fungierte der Olympia sieger imGewichtheben Matthias Steiner. Eine guteWahl – war Steiner als „Bub“ doch selbst ineiner Jugendfeuerwehr aktiv gewesen. Biszuletzt wusste nur ein ganz kleiner Kreis derOrganisatoren, wer die Titel in den Kategorien„Brandbekämpfung“, „Rettungseinsätze“und „Zivile Einsätze“ für sich entscheidenkonnte. Als der Sieger bei der „Brandbekämpfung“genannt wurde, brach bei den▷Bewährt in extremen SituationenEinsatzkleidung von TESIMAXVisit us: A+A 2013 in Düsseldorf9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 41


ReportageExtra für die Ehrengästesimuliertendie Ausbilder derNew Yorker Feuerwehreinen Hausbrand.Abschiedsfoto vorm Detmolder Rathaus. BürgermeisterRainer Heller (oben rechts) stattetdie Delegation mit einer Detmolder Fahne undRucksäcken aus.Fotos (5): FeuerwehrLaut singendjoggten dieneuen Probies(die Auszubildenden)inder Akademie„The Rock“eine US-Fahneschwenkendan den Detmoldernvorbei.Da staunten die Detmoldernicht schlecht: Ein US-Feuerwehrmann kommt ausdem Innenangriff – ohneAtemschutz.Detmolds Wehrführer Jens-Ulrich Plöger (l.) überreichteinem Commander des FireDepartment New York alsGastgeschenk eine Statuedes Hermanndenkmals.Conrad DietrichMagirus Preis 2013Jetzt bewerben!Bis Samstag, 28. September 2013Noch können sich alle rund 25 000 Feuerwehren Deutschlandsunter www.feuerwehrwelt.de um den Conrad Dietrich MagirusPreis 2013 bewerben. Zur Auswahl stehen die drei Kategorien„Brandbekämpfung“, „Rettungseinsätze“ und „Soziales Engagement“.Zur Teilnahme einzureichen ist ein kurzer Einsatzberichtmit den wichtigsten Informationen zu Ablauf und Taktikder Aktion sowie Bildmaterial. Voraussetzung ist, dass derEinsatz nach dem 30. September 2012 stattgefunden hat.Teilnahme formulare und Detailinformationen sind unter42 www.feuerwehrwelt.de | Feuerwehr-Magazin erhältlich. 9 | 2013Detmoldern großer Jubel aus: Steiner hatteihren Namen vorgelesen, sie hatten die Kategoriegewonnen.Rauf auf die Bühne. Kategorie-Preis inEmpfang nehmen. Jubeln, winken, zurückauf die Plätze. Anschließend folgten diePreisübergaben in den beiden anderen Kategorien.Nachdem sich die erste Aufregungwieder gelegt hatte, trat Matthias Steinererneut ans Mikrofon, um den Gesamtsiegerzu verkünden. Anspannung pur bei den Detmoldern:„Das Gefühl in diesem Moment istschwer zu beschreiben,ich habe mich ein bisschen wiebei der Oscar-Verleihung gefühlt“, versuchtKölker den Moment in Worte zu fassen. Unddann sagte Steiner den Satz, der die Detmoldervon ihren Stühlen springen ließ: „Es isteine freiwillige Feuerwehr und die kommtaus Detmold!“ Die Gewinner fielen sich indie Arme und bei dem einen oder anderenflossen sogar die Tränen. „Es war ein gigantischesErlebnis, sehr emotional und unvergesslich“,sagt Kölker.Auch die Reaktionen der Truppe warenüberwältigend: „Unsere Kameraden habennatürlich mitgebibbert und schon währendder Verleihung per SMS nachgefragt, ob esNeuigkeiten gibt“, erinnert sich Kölker. Nachdem Sieg informierten die Detmolder sofortihre Kameraden zu Hause per Info-Alarmierung. Dann standen die Mobiltelefonenicht mehr still.UngewohnterMedienrummelAls das frischgekürteFeuerwehrteam des Jahresam Tag nach der Preisverleihungmit der „ConradDietrich Magirus Statue“nach Hause zurückkehrte,erwartete sie eingrandioser Empfang. Familienangehörige,Freunde und Bekanntebeglückwünschten die Delegation am Feuerwehrhaus.Auch das Interesse der Medienwar für Detmolder Verhältnisse gigantisch.Nicht nur die Lokalzeitungen berichteten,auch die überregionale Presse, Fernsehsenderund Radiostationen interviewten dieGewinner.Einige Tage später wurde es noch einmalrichtig spannend: Zehn Detmolder durftendie große Reise nach New York antreten –der Hauptpreis des Conrad Dietrich MagirusPreises. „Drei Plätze waren von vornhereinvergeben: Auf jeden Fall sollten EinsatzleiterJens-Ulrich Plöger, Spendeninitiator HolgerBellen und Jens Kölker, der die Bewerbungeingereicht hatte, mitfahren. Über die übrigenPlätze haben wir das Losglück entscheidenlassen, das war am gerechtesten“, erklärtUlrich Sprenger, Pressesprecher der FeuerwehrDetmold. Die Namen aller Kameraden,die am Einsatz beteiligt waren, kamen beieiner kleinen Feier in einen Lostopf. Schonbald stand die Mannschaft für New York fest.Und die „Daheimbleibenden“ warennicht enttäuscht? „Es war von vornhereinklar, dass wir nicht mit 100 Mann nach NewYork fahren können. Und deswegen habensich einfach alle für die zehn Gewinner gefreutund ihnen das auch wirklich gegönnt– schließlich waren sie dort stellvertretendfür uns alle“, sagt Sprenger.


Dann war es endlich soweit: Am 12. März2013 gingen die Detmolder auf die großeReise. Kurz zuvor hatte Detmolds BürgermeisterRainer Heller das Team im Rathausverabschiedet und mit einer Detmolder Fahnesowie Rucksäcken ausgestattet.Reiseziel New York„Was wir in New York erlebt haben, isteinfach unglaublich“, schwärmt HolgerBellen noch heute. Ein Tag der Reise standkomplett im Zeichen des Fire DepartmentNew York (FDNY) – von morgens bis abendserlebten die Detmolder die Arbeit der NewYorker Kameraden hautnah und aus zahlreichenPerspektiven, wie Bellen erzählt:„In der Ausbildungsakademie ‚The Rock’wurden wir frühmorgens von den neuenProbies, den Auszubildenden, begrüßt, dielaut singend und mit einer amerikanischenFlagge über der Schulter an uns vorbei joggten.Richtig spektakulär wurde es, als extrafür uns ein Hausbrand simuliert wurde. Sirenenerfüllten das Areal, Rauchschwadenhingen in der Luft und die US-Kollegenstürmten das Haus. Zehn Minuten spätererschienen die ersten rußgeschwärzt wiederauf der Bildfläche – ohne Atemschutzmaske.Das hat für einigen Gesprächsstoff bei unsgesorgt.“Weitere Höhepunkte waren die Besichtigungder „Marine 1“, dem modernstenLöschboot weltweit, und die Besuche inverschiedenen Wachen. „Die New YorkerKameraden haben uns herzlich empfangenund zwei von uns sogar ganz spontan auf einenEinsatz mitgenommen“, so Bellen.Ein unvergessliches Erlebnis war für dieGewinner auch die Teilnahme an der St.Patrick’s Day Parade: Vor rund zwei Millionenbegeisterten Zuschauern marschiertensie entlang der 5th Avenue im StadtteilManhattan Seite an Seite mit den amerikanischenKameraden. Holger Bellen erinnertsich: „Die ganze Stadt war an diesem Tagauf den Beinen und die Reaktionen derNew Yorker waren unglaublich: WildfremdeMenschen haben uns fürunsere Arbeit gedankt, als sie unsin unseren Uniformen gesehen haben.So etwas kennt man bei unsin Deutschland kaum.“ Zurück inDeutschland berichteten Sat.1, RTLund das WDR-Fernsehen sowie diverseRadiosender und Tageszeitungenüber die Erfahrungen derDetmolder.„Es ist nicht in Zahlen messbar,was uns der Titel gebracht hat.Aber die Wertschätzung und Anerkennung,die wir von einzelnenFoto: IvecoBürgern, von Seiten der Politik und aus Fachkreisenerhalten haben, war sehr groß undhat jeden Einzelnen von uns gefreut“, fasstDetmolds Wehrleiter Jens-Ulrich Plöger dieErfahrungen zusammen. „Schön finde ich,dass nicht nur wir als Gesamtsieger im Blickpunktdes öffentlichen Interesses standen,sondern auch alle anderen Nominiertenund Kategoriesieger – und somit stellvertretenddas Engagement der Feuerwehren inDeutschland allgemein. Gerade in Zeiten,in denen viele Feuerwehren mit rückläufigenMitgliederzahlen zu kämpfen haben, istder Wettbewerb eine gute Gelegenheit, umzu zeigen, warum es sich lohnt, sich inden Dienst der Gesellschaft zu stellen.Für den aktuellen Wettbewerb kann ichalle Feuerwehren daher nur ermutigen:Macht mit und zeigt, wie vielfältigund abwechslungsreich unsereAufgaben sind!“Text: Erik Kunze■Auch in diesem Jahr gibt es wiedervier Award Statuen zu gewinnen:je eine in den Kategorien Brandbekämpfung,Technische Hilfeleistung,Soziale Einsätze und für denGesamtsieger: das „Feuerwehrteamdes Jahres 2013“.ANZEIGEPowerStream – die Zukunft der ÜberdruckbelüftungRamfan ® Hochleistungslüfter® unverbindliche2168.- Vertrieb an den Fachhandel: D-42897 7Remscheid www.doenges-rs.de


ReportageJugendfeuerwehrFoto: Tim HeislerInsel-Camp hinter denKnapp 600 Teilnehmer zählte das Hamburger Landeszeltlager aufder Insel Föhr. Direkt am Nordseestrand zelteten die Hansestädtermit ihren Gästen aus Tansania, Russland und Ungarn. Sie trotztender bitterkalten steifen Brise. Christian Patzelt war für uns im Campund erlebte einiges, was diese Woche einzigartig machte.Es ist Samstag, der 22. Juni2013. Im Hafen von Dagebüll(Kreis Nordfriesland)herrscht zu Ferienbeginnohnehin reges Treiben. Dochheute ist alles anders. HunderteJugendliche, viele mitorange-blauen Jacken, drängenauf die Fähre nach Föhr. IhrZiel: das Landeszeltlager derJugendfeuerwehr Hamburg.Insgesamt setzen 37 Gruppenaus der Hansestadt sowie zehnGast- und Partnerwehren aufdie nordfriesische Insel über.Mitten in der Meute tummeltsich Michael Neumann,Hamburgs Senator für Inneresund Sport. Der Schirmherrdes Zeltlagers verzichtet aufLimousine, Personenschutzund Hotelbuchung. Stattdessenfolgt er, seine Tochter imSchlepptau, mit dem Rucksackauf dem Rücken dem Trossder Jugendfeuerwehren zumZeltlager im Örtchen Nieblum.Der Innensenator bezieht füreine Nacht sein Zelt im Helferdorf.Sein Feldbett ist bereitsaufgebaut. So unterstützt erJugendgruppen beim Aufbau,wo noch Hilfe benötigt wird.Pünktlich zur Eröffnungsveranstaltungam Abend meldetsich der Innensenator beiLandesjugendfeuerwehrwartUwe von Appen wieder zurück.„Ich hatte ihn zwischendurchgar nicht mehr gesehen“,gesteht von Appen. „Er war dieganze Zeit auf dem Zeltplatz imEinsatz.“ „Ich fühle mich in diesemKreis einfach sehr wohl“,erzählt Neumann in einemInterview mit der Lagerzeitung„Martinshorn on Tour“.Neumann, von Appen undHamburgs FeuerwehrchefKlaus Maurer begrüßen besondersdie internationalen Gäste.Mädchen und Jungen aus St.Petersburg in Russland, Tansaniain Afrika und Iharosberenyin Ungarn nehmen am Zeltlagerteil. Seit 15 Jahren pflegt dieJF Hamburg Partnerschaftenin der ganzen Welt (siehe FM6/2010). Gegenseitige Besuchevon Gruppen und internationaleJugendbegegnungenfinden jedes Jahr statt.Afrikaner frieren ander NordseeküsteGanz neue Erfahrungensammeln die Jugendlichen ausTansania. Hier unterstützenFeuerwehr und JugendfeuerwehrHamburg insbesonderedas Dogodogo-Center, eineArt Feuerwehr-Internat, inder Hafen-Metropole Dar-es-Salaam. Der Feuerwehrnachwuchsaus Ostafrika hat vorallem mit dem kalten Windund dem Regen zu kämpfen.„Wir freuen uns sehr auf dasCamp, das Programm, und unsschmeckt auch das Essen“, sagtder 19-jährige Abebnego Tob.„Aber das Wetter macht unswirklich zu schaffen.“So geht es in den folgendenTagen nicht nur den Gästen aus44 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Foto: René SchröderDirekt hinter den Dünendes Nordseestrandes vonFöhr erlebten zirka 600Teilnehmer eine einzigartigeWoche im HamburgerLandeszeltlager.Sie nutzten trotzKälte und Wind denStrand für viele Aktivitäten.Foto: PatzeltDünenAfrika. Die Insel Föhr bezeichnetsich als „Friesische Karibik“,wirbt mit besonders vielenSonnenstunden. Davon werdendie Zeltlagerteilnehmerkaum welche abbekommen.Dabei haben sich die Jugendlichenso gefreut, jeden Tag nurdie 20 Meter über die Düne zuhüpfen und in der Nordsee zubaden. Ganz Hartgesottenespringen in den ersten beidenTagen in die Brandung. Aberdas wird eher zur Mutprobe alszum Badespaß.Die Laune lassen sich dieZeltlagerteilnehmer durch dasnasskalte Wetter nicht vermiesen.So feiern die Mädchenund Jungen der JF Neu Gülze/Zahrensdorf aus Mecklenburg-Vorpommern einfach ihrenFerienstart. „Unsere Party stiegschon auf der Hinfahrt in denKleinbussen“, erzählen Neleund Stella. „Zeltlager machenwir alleine durch unseregute Stimmung zum absolutenHighlight. Wir fallen mit unsererguten Laune überall auf.“Das stimmt.Den Sonntag beginnen dieGruppen mit einem Gottesdienst,den der Wettergott aberscheinbar schwänzt. FeuerwehrpastorinErneli Martenspredigt flott und jugendgerecht,der Innensenator steuerteine Fürbitte bei. Nach derVeranstaltung reisen beide ab.Ab jetzt stehen Aktivitäten undSpiele im Mittelpunkt.Unter anderem öffnen dieKreativzelte. Hier können dieJugendlichen basteln, wasdas Herz begehrt. Am Randdes Zeltlagerplatzes findetein Indiaca-Turnier statt. Hierzeigt die russische Gruppe ihrKönnen. Die St. Petersburgergewinnen den Wettstreit imFinale gegen die JF Curslackaus Hamburg. Sonntagabendfeiert ein tägliches Event seinePremiere: „Schlag den Uwe“.Angelehnt an das erfolgreicheTV-Format „Schlag den Raab“mit Entertainer Stefan Raabin der Hauptrolle, stellt sichim Zeltlager Uwe von Appentäglich in drei Spielen jugendlichenGegnern. Für ein Abendprogrammhaben bereits einigeZeltlagerorganisatoren dieShow kopiert. Aber sich jedenTag drei neuen Gegnern stellenist neu: Respekt, Herr Lagerleiter!„Ein bisschen aufgeregtbin ich, aber ich weiß ja, dassich besser bin“, tönt von Appenvor dem ersten Match selbstbewusst,aber schmunzelnd.15 Duelle mitdem LagerleiterDas Punktesystem entsprichtdem Original. In jedem der 15Spiele gibt es Duell für Duell einenZähler mehr zu erreichen.Die ersten drei Spiele:➊ Mini-Tischtennis;➋ möglichst viele Schlüsselin drei Minuten auf einenSchlüsselring ziehen;➌ Weitwurf eines Wurfringes.Von Appen gewinnt dasSchlüsselspiel, verliert aberdie beiden anderen. Er liegt2:4 hinten. „Ich finde es cool,dass sich Uwe jeden Tag dieserAktion stellt“, tröstet ihn der17-jährige Moritz, sein Bezwingerim dritten Duell.Die Aufgaben in den nächstenbeiden Runden:➍ Stricke mit zwei Kugeln anden Enden an einer vondrei Leitersprossen platzieren,sodass sie hängenbleiben;➎ innerhalb von drei Minutendas Alphabet rückwärtsaufsagen;➏ Handball-Penalty auf kleineTore;➐ Zutaten in vorgegebenerMenge abschätzen: Butter,Mehl, Zucker, Sahne, Äpfel;➑ Quizspiel mit Buzzer;➒ Sahne schlagen, Probedurch Umdrehen desGefässes.Beim Handball – Spiel 6 –kommt es zum Skandal, dendie Lagerzeitung am nächstenTag sogar auf die Titelseite nehmenwird. Ein Standbild einerVideoaufnahme zeigt, dass derKandidat nur den Pfosten trifft.Doch die Schiedsrichter zählenbei diesem Wurf einen Treffergegen den Lagerleiter. Im Stilevon Stefan Raab protestiert vonAppen lautstark: „Der Ball warnicht dran.“ Aber er hat keine▷9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 45


ReportageJugendfeuerwehrChance. Sowas nennt manwohl Tatsachenentscheidung.Sein Rückstand in der Gesamtwertung:7:14.Doch in den folgenden Duellendreht der Landesjugendfeuerwehrwartden Spieß um:❿ Das Holzturmspiel Yenga;⓫ leere Plastikflaschen mitdem Fuß schieben, ohnedass sie umfallen;⓬ Golf-Abschläge, nach Weiteund Zielsicherheit;⓭ Tischkicker;⓮ Flaschendeckel im Duelldurch einen Parcourschnipsen.Vor dem letzten Spiel steht es56:48 für den Hauptdarsteller.Doch es geht im entscheidendenDuell um 15 Punkte. EinGesamtsieg für das Kandidatenteamist noch möglich. Esherrscht echte Finalstimmungin der Mehrzweckhalle aufdem Zeltlagerplatz. Die Aufgabescheint simpel, aber birgtSpannung. Von Appen undsein Gegner müssen eine liegendeMünze in einen Trichterschnipsen. Zahlreiche Versuchescheitern. Dann trifft einer:der Landesjugendfeuerwehrwart.Uwe von Appen gewinnt„Schlag den Uwe“.Dieser tägliche Programmpunkthat dem Zeltlager einenroten Faden verliehen. DieSpielideen können JF ganzeinfach kopieren, um ihrenJugendfeuerwehrwart oderWehrführer herauszufordern.Qualen im WattKeinen Wettstreit, aber gewisseHerausforderungen haltendie Wattwanderungen fürdie Jugendfeuerwehren bereit.An den beiden angebotenenTerminen am Dienstag undMittwoch schielt die Sonneauch nur selten zwischen denWolken durch. Tapfer wateneinige Jugendliche durch dieknietiefen Priele und genießendas Naturerlebnis. Für anderesind Wasser und Wattbodeneinfach nur unerträglich kalt,die Strecke ist viel zu lang.Und dann steht für Mittwochabendauch noch dieNachtwanderung an. Wollendie Organisatoren die Jugendlichenetwa quälen? Vermutlichmüsste die Antwort „Ja“ lauten.Aber das wird keiner zugeben.Zunächst müssen die Gruppenam Strand Überraschungseiersuchen, dann erst malmindestens einen Kilometermarschieren. Es folgen weiterekleine Aufgaben. Auf demDorffriedhof wartet in derDunkelheit der Showdown aufdie Jugendlichen. Sie müssendrei bestimmte Grabsteine mitSegelschiffen finden. Bei ihrerSuche werden sie von dunklenGestalten überrascht.Die Reaktionen sind interessant:Ältere Jungen versuchen,sich mit coolen Sprüchenmöglichst mutig zu zeigen.Aber auch sie suchen schnelldas Weite. Von den Mädchenmüssen sich die Gespenster– das Team der Lagerzeitung –lautes Gekreische anhören.Donnerstag erkunden dieGruppen den Seenotkreuzer„Vormann Leiss“ der DeutschenGesellschaft zur RettungSchiffbrüchiger (DGzRS). Fürdie Jugendfeuerwehren machtder Kreuzer, der eigentlich aufder Nachbarinsel Amrum stationiertist, im Hafen von Wykauf Föhr fest.▷Mit Rucksackreiste HamburgsInnensenatorMichael Neumann(rechts) anund übernachteteauch imZeltlager. LandesjugendfeuerwehrwartUwevon Appen nahmihn im Hafen vonWyk in Empfang.Foto: Tim HeislerFür die einen ein tollesNatur erlebnis, für dieanderen nur kalt und nass:die Wattwanderung vonFöhr nach Amrum.Foto: Rayen AzzouzBei derNachtwanderung:SpannendeSuche imDunkelnnach demSeefahrer-Grabsteinauf demDorffriedhofvon NieblumFoto: René SchröderNele (links) undStella von derJugendfeuerwehrNeu Gülze/Zahrensdorfstrahlenauch bei Regenund kaltem Windum die Wette.Foto: René Schröder46 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Einsatz-QuizHeute Morgen…mit Siggi…hast Du in der Zeitung gelesen, dassin Eurem Ort ein Schüler von einem Hundangegriffen worden ist. Glücklicherweisewar der Besitzer schnell zur Stelle undhielt das Tier zurück. Unter dem Berichtstanden hilfreiche Tipps für den Umgangmit aggressiven Hunden.Am Nachmittag……bist Du zu Fuß auf dem Weg zum Jugendfeuerwehrdienstund wie immer spätdran. So legst Du einen Gang zu, beginnstzu laufen. Plötzlich bemerkst Du, dass einziemlich großer Hund hinter Dir herrennt.Er bellt laut. Du bleibst stehen und drehstDich um. Der Besitzer ist nicht in Sicht.Aber Weglaufen kommt für Dich nicht inFrage. Du versuchst, Dich an die Tipps ausder Zeitung zu erinnern.Unsere Fragen:∙ Warum rennst Du nicht weiter?∙ Wie reagierst Du, als der Hund immernäher kommt?∙ Was könnte der Hund als Bedrohungempfinden?∙ Woran kannst Du erkennen, ob derHund aggressiv ist und vermutlich nichtnur spielen möchte?∙ Wie kannst Du Dich auf die Abwehreines Angriffes vorbereiten?∙ Was machst Du, wenn der Hund Dichanspringt?Siegfried Volz, Hauptbrandmei ster a. D., warjahrelang Leiter der Abteilung Ausbildung undEinsatz bei der Berufsfeuerwehr Fürth.Lösungunde stammen vom Wolf ab und sind Hetzjäger.So sehen sie Menschen, die davonrennen, alsleichte Beute an. Also verfolgen sie ihr vermeintlichesOpfer und greifen es an. Du solltest also weiter stehenbleiben und versuchen, den Hund zu ignorierenund teilnahmslos in die Umgebung zu blicken. Versuchewirklich, Dich etwas zu entspannen. Ein Hundriecht, und das ist wörtlich zu nehmen, wenn derMensch Angst hat. Es gibt kein Patentrezept gegenaggressive Hunde, aber einige Hinweise: Wer einenHund anstarrt, sich schnell bewegt oder die Handzum Kopf führt, kann den Hund dazu verleiten, diesals Drohung oder Angriff zu verstehen. Zur Verteidigungkönnte er selbst angreifen. Wenn sich ein Hundbedroht fühlt, bellt und knurrt er, zieht die Lefzenhoch, seine Haare sträuben sich und er legt die Ohrenflach an den Kopf. Auch Hunde, die mit dem Schwanzwedeln, zeigen damit nicht immer, dass sie nur spielenwollen. Es kann auch für Erregung stehen.Suche Dir, wenn möglich, im Rücken einen Halt, umnicht zu Boden gerissen zu werden. Lasse das Tier dabeinicht aus den Augen, bewege Dich nicht ruckartig.Nimm einen Gegenstand in die Hand, den Du ihm beieinem Angriff quer ins Maul stecken kannst. Wenn erDich doch umreißt, dann schütze Deinen Hals, DeinGesicht und Deinen Bauch mit den Armen.HMit der JF Berlin-Staaken angereist,zauberte Stefan Ehricht aliasFuego Ignetio an einem Abend fürdie Jugendlichen. Foto: Rayen AzzouzDie Gastgruppe aus Tansanianahm erfolgreich an der Leistungsspangeteil, hier beimStaffellauf.Foto: Tim HeislerAuf der Brücke des Seenotkreuzers „Vormann Leiss“ stellten die Jugendfeuerwehrleuteviele Fragen zu Technik und Navigation. Foto: Tim Heisler„Schlag denUwe“: LandesjugendfeuerwehrwartUwe vonAppen stelltesich an fünfTagen jeweils indrei Duellen denJugendlichen.Beim Handballgab er alles,unterlag aberseinem Gegner.Zugegeben:Wegen einer FehlentscheidungderSchiedsrichter.Foto: René SchröderDas Team der Lagerzeitung „Martinshorn on Tour“in seiner Redaktion: vorne die Chefredakteure TimHeisler (links) und Moritz Tröster, hinten von linksRené Schröder, Rayen Azzouz, Kimberly Jungclausund Christian Patzelt.Foto: JF Hamburg9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 47


ReportageJugendfeuerwehrAn den Abenden veranstaltendie Organisatoren in der Mehrzweckhalleeine „Eins, Zweioder Drei“-Show, Disco undeine Zaubereinlage von Feuerwehr-Illusionist„Fugeo Ignetio“.Nicht fehlen darf der Klassiker„Mr. und Mrs. Zeltlager“. DieTitel gewinnen die 15-jährigeJacky aus Billwerder und Max(14) aus Berlin-Staaken. „Daswar für mich die Krönung einertollen Zeltlagerwoche mit meinerGruppe und Freunden ausanderen Jugendfeuerwehren“,freut sich der 14-Jährige.Leistungsspangezum Finale71 Jugendliche krönen amFreitag die Woche für sichmit der Leistungsspange,dem höchsten Abzeichen derDeutschen Jugendfeuerwehr.Mehrmals in der Woche habendie Mädchen und Jungen trainierenkönnen. Mittendrin sinddie Gruppen aus St. Petersburgund Dar-es-Salaam. Den 1M500-Meter-Staffellauf, das Kugelstoßenund die Schlauchstafetteschaffen die internationalenGruppen mit Bravour.Bei dem Theorietest läuftalles über Dolmetscher undnatürlich nicht alles wie beiden deutschen Anwärtern. DenLöschangriff bauen sie jedochnach Feuerwehr-Dienstvorschrift3 „Einheiten im LöschundHilfeleistungseinsatz“mit drei Strahlrohren auf. Vorallem für die Afrikaner bietet sodie Leistungsspange auch dasbeste Training.Ihre Auszeichnung erhaltendie Jugendlichen untergroßem Applaus am Abendbei der großen Abschlussveranstaltung.Danach heißt es:Abschied nehmen von altenund neuen Freunden. Amnächsten Morgen leert sich derZeltlagerplatz, es füllt sich dieFähre von Wyk nach Dagebüllmit hunderten Jugendlichen inorange-blauen Jacken. Es gehtzurück ans Festland und für diemeisten direkt in die Sommerferien.■Information:Alles Wissenswerte zum Zeltlager findetIhr auf www.jf-hamburg.de.Zelten im NachbarlandBialy Bór (Polen) – Ihr Sommerzeltlager 2013 veranstaltetendie Jugendfeuerwehren der SamtgemeindeSalzhausen (NI, Kreis Harburg) im polnischen BialyBór. Mit der Bahn reisten über 100 Teilnehmer unterder Leitung von Gemeindejugendwart Marco Riebesellin Salzhausens Partnerstadt im Norden Polens.Von dem Zeltlagerplatz nahe des Ortszentrumsaus unternahmen die Gruppen einige Ausflüge: Siefuhren unter anderem auf ein Gestüt und besuchtendie freiwillige Feuerwehr. „Wir wurden sehr herzlichempfangen“, freute sich Riebesell. Bei der Feuerwehrgab es Gegrilltes. Die polnischen Kameraden organisiertenkleine Spiele. Am Camp befand sich direktein See. Hier gingen die Jugendlichen schwimmen,Auf dem See am polnischenZeltlagerplatz konnten dieJugendlichen aus Salzhausenpaddeln und Tretboot fahren.Foto: Jugendfeuerwehr Salzhausenfuhren Kanu und Tretboot. Die Organisatoren veranstaltetenTurniere und Wettbewerbe – also alles, wasdie Jugendfeuerwehren aus heimischen Zeltlagernauch kennen.„Es war eine tolle Woche“, sagte Annalena aus derder Jugendfeuerwehr Garlstorf abschließend. Allesverlief reibungslos. Bis auf die Rückreise. Aufgeteiltauf zwei Züge fuhren die Jugendlichen RichtungHeimat. Während die Lokomotive des ersten Zugesein Triebwerkschaden ereilte, stieß die des zweitenZuges noch in Polen mit einem Pkw zusammen. Dasverzögerte die Heimkehr der Gruppen erheblich,trübte aber nicht den positiven Rückblick auf die erlebnisreicheWoche.Ostfriesen schaffen kuriosen RekordAurich (NI) – Im 16. Zeltlagerder ostfriesischen Jugendfeuerwehrin der Kreisstadt Aurichbrachen Teilnehmer und Besuchereinen Weltrekord, der mitFeuerwehr nichts zu tun hatte.Sie richteten eine 802 Meter langeTeetafel aus und überboten somitden Rekord der „längsten Teetafelder Welt“ um 32 Meter. Ein Notarbestätigte nach einer Kontrolle dieMaße der vollständig mit Kuchenund Tee gedeckten Tischreihe, diedurch das gesamte Zeltlager führte.Den Rekord will die Jugendfeuerwehrim Guinnessbuch derRekorde eintragen lassen.Eltern, Freunde und Interessierteunterstützten die Jugendlichenbei der Rekordjagd. Zirka2M400 Personen nahmen an den435 Tischen Platz, die Hälfte vonihren zählte zu den Zeltlagerteilnehmern.Mehr als 1M000 LiterOstfriesen-Tee gingen über die Tische.Die Jugendfeuerwehr nutztedie Veranstaltung gleichzeitig,um Spenden für den Elternvereinkrebskranker Kinder in Ostfrieslandzu sammeln.435 Tische über 802 Meter bildeten im Zeltlager der ostfriesischenJugendfeuerwehr die „längste Teetafel der Welt“.Foto: Thomas Weege48 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


MedienFuhrpark-Übersicht gut eingegrenztSeit 20 Jahren ist Martin Wessels bei derBerufsfeuerwehr Stuttgart im Dienst. Er istAutor des Buches „Die Einsatzfahrzeuge derStuttgarter Feuerwehr“.Darin führt er rund vierJahrzehnte Fahrzeuggeschichteder Feuerwehrin der Landeshauptstadtauf. Die Darstellung desFuhrparks umfasst alleEinsatzmittel, die Anfangder 1990er Jahre noch imEinsatz waren sowie die inden Folgejahren beschafftenFahrzeuge. Er habeeine solche Grenze ziehenmüssen, um dem Umfangdes Buches Rechnung zutragen, erklärt Wessels imVorwort. Das ist nachvollziehbar und lobenswert– klare Grenzen hätten anderen Werkenaus dem Bereich Fahrzeugtechnik und-geschichte gut getan.Nach einer kompaktenEinführung in die Strukturder Feuerwehr Stuttgart – Berufs-und freiwillige Feuerwehr– folgen insgesamt sechsnach Fahrzeugtypen sortierteKapitel. Jeder Part beginnt miteinem kurzen Einleitungstext.Dann folgen zahlreiche Fotosmit erklärenden Bildunterschriften– immer zwei auf einerBuchseite. Hier wären weitereDaten, wie beispielsweisedie entsprechenden Radständeoder Radformeln, wünschens-wert gewesen. Beim Notarzt-Einsatzfahrzeug,einem Porsche Cayenne, auf Seite 88 wurdennicht mal Motortyp und -leistung erwähnt.Das umfangreiche Kapitel „Sonstige Fahrzeuge“ist in fünf Untergruppen eingeteilt:In einem Abschnitt werden neben den Wechselladerfahrzeugenzusätzlich einige Abrollbehälterder Feuerwehr Stuttgart vorgestellt.Bei den Fahrzeugaufnahmen haben sich dieFotografen scheinbar bemüht, entsprechendeStandards einzuhalten. Die Druckqualitätder Fotos lässt dagegen deutlich zu wünschenübrig.Das Buch: Die Einsatzfahrzeuge der Stuttgarter Feuerwehr,Martin Wessels, 96 Seiten, 162 Abbildungen,Format 17 x 24,5 cm, Hardcover, Sutton Verlag, Erfurt.ISBN: 978-3-95400-171-2, Preis: 19,95 Euro.Peter SchneiderAls Schulungsfilm nicht optimalGut gedacht – aber nicht gutgemacht! So lautet das Fazit zurDVD „Handhabung und Einsatzvon Feuerlöschern“. Die Handhabungvon Feuerlöschern imAlltag ist ein wichtiges Thema.Jedoch wird der Schulungsfilmdiesem Anspruch, der auf derVerpackung aufgedruckt ist, nichtgerecht. Es ist nicht erkennbar,welche Zielgruppe erreicht werdensoll. Der „normale“ Anwenderwird durch die Vielzahl von Erklärungenund die Produktinformationenüberfordert – der Blick fürdas Wesentliche geht verloren.Der wichtigste Teil der Handhabungvon Feuerlöschern kommtMuss man habenSehr interessantSolide gemachtzu kurz, die Nutzungsregeln fürFeuerlöscher werden in knappdrei Minuten erklärt. Bei derPräsentation der Brandklassenwäre es sinnvoll gewesen, diesemit entsprechenden Sequenzendarzustellen. Es wird nur einbrennender Holzstapel gezeigt.Zu Beginn des Films werden dieÜbergänge der zuvor gut dargestelltenGliederungspunkte angesprochen,diese gehen im späterenVerlauf verloren.Verschiedene Sequenzen ausdem Hauptfilm werden als Bonusmaterialrecycelt – es gibt keineweiteren Informationen, derMehrwert wird nicht deutlich.Von namhaften Firmen aus derBranche und bei einem Preis von49 Euro war mehr zu erwarten.Deshalb fällt der Rechtschreibfehlerauf der Rückseite der DVD-Verpackung schon nichtmehr ins Gewicht.Die DVD: Handhabung undEinsatz von Feuerlöschern,Dauer 26 Minuten,Weka Media GmbH.ISBN: 978-3-8111-3673-1,Preis: 49 Euro.Stephan SeibelKönnte besser seinNur für echte FansLadenhüterEin Kult-FahrzeugEr hat mit kleinem Motor und großem Laderaum die Nachkriegslandschaftmitgestaltet: der Ur-Transporter von Volkswagen.Der „Typ 2/T1“ – zwischen 1950 und 1967 über 1,8 Millionen Malgebaut – wurde zur Legende. „Der Lastesel des Wirtschaftswunders“von Hans Jürgen Schneider ist bereits im Jahr 2002 erschienen,aber in der aktuellen Auflage um 16 Seiten und 36 historischeFarbaufnahmen erweitert worden. Diese VW Bus-Bibel ist nun mitbeeindruckenden 656 zeitgenössischen Aufnahmen - komplett ausdem VW-Archiv – bebildert.Nach der Einführungmit Beiträgen über Vorläufer,Prototypen undProduktion folgen in 29weiteren Kapiteln dieeinzelnen Varianten desVW T1. Darunter befindensich auch Krankenwagen,Wasserunfall-Rettungswagen,Blutspendewagen,Feuerwehrlöschfahrzeuge,Polizeiwagen und Drehleitern.Insbesondere im Feuerwehr-Kapitelhätte derAutor allerdings auf ewiggestrige Formulierungengerne verzichten können. Begriffe wie Floriansjünger, Feuerwehrnovizen,„eine Feuerwehr“ statt Feuerwehrfahrzeug, „Unfallhilfe“statt Technischer Hilfeleistung, „Kraftpumpe“ statt Tragkraftspritze,„Druckrohre“ statt Saugschläuche oder „eiserne Hüte“ statt Helmesind nicht gerade passend.Die Liste aller Modellpflegemaßnahmen, die über (fast) jedeSchraube informiert, die in 18 Jahren geändert wurde, sowieTabellen mit Fahrgestellnummern, Typschlüssel und Produktionszahlenrunden das schwergewichtige Werk ab. Freunde des erstenVW-Transporters kommen an diesem Buch aber schon alleinwegen der Fülle an erstklassigen Werkaufnahmen nicht vorbei.Das Buch: Der Lastesel des Wirtschaftswunders – Die Geschichte des legendärenVW-Transporters 1948-1967, Hans Jürgen Schneider, 272 Seiten, 656 Abbildungen,Format 21,5 x 26,5 cm, Hardcover, Schneider Media UK Ltd. (Vertrieb DeliusKlasing Verlag). ISBN: 978-3-7688-5802-1, Preis: 34,90 Euro.Peter Schneider9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 49


FahrzeugeDeichlöscherEher selten im Feuerwehrdienst ist der Unimog U 20von Mercedes zu finden. Die FF Wesselburen (SH) wolltejedoch genau dieses Fahrgestell für ihr TLF 2000.Holger Bauer hat die Wehr nach den Gründen gefragt.50 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Schlingmann baute auf Basis desMercedes Unimog U 20 das neueTLF 2000 der FF Wesselburen.Es ist mit einem fest montiertenWasserwerfer sowie einem heckseitigenLichtmast (2x24 V Xenon-Scheinwerfer) ausgestattet.Da, wo Schleswig-Holstein am flachstenist, wo weit und breit kein Hügeloder kein Wald den Blick verstellt,da liegt Wesselburen – in Sichtweite zurNordsee. Die 3 400 Einwohner gehören zumKreis Dithmarschen, 60 Aktive hat die freiwilligeFeuerwehr. Etwa 50 Einsätze im Jahrarbeiten die Kameraden rund um WehrführerKarl-Heinz Paap ab. Dafür stehenihnen drei Löschgruppenfahrzeuge – LF 8,LF 8/6 sowie LF 16-TS –, eine Anhängeleiter(AL 18) und seit kurzem ein Tanklöschfahrzeug(TLF) 2000 zur Verfügung. Schlingmannbaute den „Deichlöscher“ auf einemUnimog U 20. „Sieben Stück wurden lautSchlingmann von diesem Typ nur gefertigt.Das Fahrgestell wird ja für Feuerwehrfahrzeugegar nicht mehr verwendet“, berichtetWehrführer Paap. Unter anderem stehenähnliche Fahrzeuge in Porta Westfalica(NW), Mardorf (NI) und Wuppertal (NW).Aber warum ein solcher Exot? „Wir habenuns intensive Gedanken über unser neuesFahrzeug gemacht. Es sollte mehrere Aufgabenerfüllen und ein Großfahrzeug kommthalt für unsere kleine Stadt nicht in Frage“,sagt Paap. Grundgedanke war der Ersatz einesTLF 8/18 auf Mercedes LP 813, das nach32 Jahren am Ende seiner Einsatzfähigkeitangekommen war. Drei Einsatzschwerpunktebeschäftigen die Wesselburener vorrangigbei der Planung: Erstens ist die Stadt zwarklein, hat aber ein enges und verwinkeltesStadtzentrum rund um die Kirche, in demmit Großfahrzeugen kein Durchkommen ist.Teilweise stehen die Häuser hier nur einenknappen Meter auseinander.Zum Zweiten sind die Kameraden für dietechnische Hilfeleistung im alten Amt Wesselburenzuständig. Und dazu gehört einevon zwei Hauptzufahrtsstraßen ins NordseebadSt. Peter-Ording. „Im Sommer istdie immer voller Touristen“, weiß Graap. Siewird nicht nur wegen der guten Verbindungins nahe Nordseebad gern genommen, sondernauch, weil nur wenige Kilometer hinterWesselburen das Eidersperrwerk liegt, einbeliebtes Touristenziel. Dieses Sperrwerkgehört ebenfalls zum Ausrückbereich derWesselburener.Und Drittens benötigt die Feuerwehr auchauf dem Land schnell viel Wasser. Wenn esüberhaupt Wasserentnahmestellen gibt, sosind die Versorgungswege zu offenen Gewässernlang und Hydranten existieren nur wenige.Graap: „Es muss ja nicht immer gleichder brennende Bauernhof sein. Im Sommergeht hier auch schon mal ein Mähdrescherim Ernteeinsatz in Flammen auf.“ Damit warauch die Frage der notwendigen Geländegängigkeitdes neuen TLF beantwortet.So war man sich schnell einig, dass 2 000Liter Löschwasser an Bord das Maß derDinge sein sollten. Dazu sollte das Fahrzeugklein und wendig sein. Die Mannschaftskabinemusste nur einen Trupp fas-▷9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 51


FahrzeugeAls Strahlrohre kommen ausschließlichHohlstrahlrohre zum Einsatz. Sie lagern imG4, der auch den Schnellangriff sowie Feuerlöscher,ein Halligan Tool und B-Schläuchebevorratet.Im G3 lagern auf einem Auszug zwei Zwei-Flaschen-Pressluftatmer Airmaxx XL vonMSA nebst Atemanschluss. Außerdem sindhier C-Schläuche sowie 40 l Schaummittelin Kanistern verlastet.Drei Bodensprühdüsen unterhalbder Frontstoßstange dienen demSelbstschutz bei Flächenbränden.Jedoch lässt sich damit auch eineverschmutzte Fahrbahn reinigen.Web-Bonus Mehr zum Thema unterfeuerwehrmagazin.desen, nachrückende Kräfte kommen in denanderen Fahrzeugen locker nach. MehrereFahrgestelle ließen sich die Wesselburenervon verschiedenen Herstellern vorführen.Beim Unimog schlugen die Herzen höher.„Das war unser Auto“, erinnert sich Graapan seinen ersten Gedanken beim Anblickdes Fahrzeugs.2 400-Liter-Tankund TruppkabineSchlingmann bekam den Zuschlag, aufdem U 20 die Wesselburener Ideen umzusetzen.Durch den serienmäßigen Radstanddes Unimog von 2,70 Meter war die„Altstadttauglichkeit“ geklärt. Die zulässigeGesamtmasse von 9 300 kg ließ am Ende sogareinen Löschwassertank mit 2 400 LiterFassungsvermögen zu. Zur übrigen Beladungim QuadraLine-Aufbau zählen unteranderem: zwei Zweiflaschen-Atemschutz- | Technische DatenRufname: Florian Dithmarschen 20/22/1Fahrgestell: Mercedes Unimog U 20Motor: 130 kW/178 PS, Euro 5Getriebe: Telligent-AutomatikgetriebeKraftstofftank:135 LiterHöchstgeschwindigkeit: 90 km/hLänge:5 450 mmBreite:2 330 mmHöhe:3 100 mmRadstand:2 700 mmWendekreis:12,6 mLeermasse:6 470 kgZul. Gesamtmasse:9 300 kgZul. Anhängelast:3 500 kgBesatzung: 1/2Aufbauhersteller:SchlingmannBaujahr: 2013Fahrzeugtechnische Ausstattung: permanenterAllradantrieb, Bereifung 335/80R 20, Antiblockiersystem, automatischelastabhängige Bremskraftregelung.Feuerwehrtechnische Ausstattung: LED-Blitzleuchten Hänsch, komplette Umfeldbeleuchtungin LED-Ausführung, zwei gelbeHeckblitzer zur Verkehrsabsicherung, pneumatischerLichtmast mit zwei Xenon-StrahlernHella AS 200 24 V, auf 5 m ausfahrbar,Sprühbalken mit drei nach vorn gerichtetenDüsen (Düsen wechselbar), montiert unterder Stoßstange, Bedienung vom Fahrerhaus,Schnellangriffseinrichtung mit herausklappbaremSchlauchfenster, FPN 10-2000, Dachwerfer,Löschwassertank 2 400 l.Beladung: zwei PA Auer Airmaxx XL, Materialzur Verkehrsabsicherung, drei C-Hohlstrahlrohre,ein B-Hohlstrahlrohr mit Schaumvorsatz,Z4-Zumischer, Feuerlöscher (CO 2 ,PG12), Halligan Tool, Feuerpatschen, 40 lSchaummittel, Wärmebildkamera ActivePhotonics Hornet, Verbandkasten, vier B-Druckschläuche, sechs C-Druckschläuche,zwei Handlampen, Axt, Spalthammer,Armaturen zur Wasserentnahme.geräte MSA Airmaxx XL mit 300-bar-CFK-Flaschen, B-Hohl strahlrohr mit Schaumvorsatz,ein Z4-Zumischer mit Nadelventil fürgeringe Zumischraten, Halligan Tool, 40 LiterSchaummittel in zwei Kanistern und eineWärmebildkamera Active Photonics Hornet.Für die Eigenabsicherung bei Flächenbrändengibt es eine Sprüheinrichtung unterder vorderen Stoßstange. So kommt derkleine „Deichlöscher“ auf ein Einsatzgewichtvon 9 140 Kilogramm, was den Wesselburenernoch eine Gewichtsreserve von160 Kilogramm beschert.Fotos: Holger Bauer■52 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ServiceZum Ausschneiden und SammelnKleine Übungen 53Kein K.o.durch COKohlenmonoxid (CO) ist ein gefährliches Atemgift, welcheshäufiger auftritt, als viele bislang vermutet haben. Auch fürdie Feuerwehr stellt ein CO-Austritt eine große Gefahr dar. Indieser Kleinen Übung zeigen wir, wie sich die Kräfte schützenund Einsätze sicher abarbeiten können.Eine Studie der BerufsfeuerwehrWiesbaden zu Gefahren durchKohlenmonoxid (CO) an Einsatzstellenhat zu besorgniserregendenErgebnissen geführt. Viel häufigerals bislang angenommen, haben es der Rettungsdienstund die Feuerwehr an Einsatzortenmit diesem geruch- und geschmacklosenAtemgift – mit Wirkung auf Blut, Nervenund Zellen – zu tun. Die Berufsfeuerwehr hatzahlreiche Einsätze messtechnisch begleitet.Die Auswertung macht deutlich, dass dieFeuerwehren schon zum Eigenschutz handelnmüssen. Mittlerweile haben sich, ausgehendvon der Wiesbadener Studie, große Feuerwehrenwie etwa Berlin, aber auch kleineLöschgruppen, dem Thema der CO-Gefahrenangenommen.KurzvorwegDiese Übungseinheit kann bereitsmit einer Staffel durchgeführtwerden. Als einziges Zusatzgerätneben der PersönlichenSchutzausrüstung (PSA) wird ein CO-Warngerätbenötigt. Es sollte über eine Messwertanzeigeverfügen, deren erste AlarmschwelleStärke undAusstattungbei 30 ppm und die zweite Alarmschwellebei 60 ppm auslösen.Vom Übungsleiter erhält dieEinheit nacheinander drei unterschiedlicheEinsatzstichworte. Alle habenmit dem Thema Kohlenmonoxid zu tun, wobeidies nicht auf den ersten Blick erkennbarsein sollte. Der Angriffstruppführer trägt denKohlenmonoxid-Warner an der PSA. DerÜbungsleiter begleitet während des Vorgehensden Einheitsführer und spielt möglicheMesswerte und -alarme akustisch ein. Ansonstenmuss der Einheitsführer auf Lageänderungenentsprechend situativ reagieren.Erster Einsatz: Die Einheit wird zu einer„Tragehilfe für den Rettungsdienst“ gerufen.Beim Betreten der Wohnung löst der Kohlenmonoxid-Warnerdirekt mit der zweitenAlarmschwelle (60 ppm) aus. Für den Truppist es das Zeichen, dass CO in gefährlicherKonzentration vorhanden ist. Die Person,die in Folge eines Krampfanfalls nach wievor vom Rettungsdienst versorgt wird unddurch das enge Treppenhaus getragen werdensollte, muss nun schnellstmöglich ausder Wohnung befördert werden. Der Was-Vorgehen▷Auch Einsatzkräftesinddurch Kohlenmonoxidstarkgefährdet. Mitdieser kleinenÜbung sollensie daraufsensibilisiertwerden,wie sie beierhöhter CO-Konzentrationhandelnmüssen.Foto: wiesbaden112.de


ServiceDer CO-Warner sollte zur PersönlichenSchutzausrüstung der Angriffstruppsgehören. Er schlägtbei erhöhter Kohlenmonoxid-Konzentrationan, entsprechend dereingestellten Alarmstufen.Eine mögliche Messstellefür den CO-Warnerkann ein Glas mitentzündeter und ausgasenderHolzkohlesein. Fotos (2): FF HallgartenDas angewandte Ampelkonzept an einem Beispielgebäude.Alle an die Schadenswohnung angrenzenden Gebäudeteilesind gelb markiert und sollten kontrolliert werden. EineErkun dung des grünen Bereiches ist optional. Grafik: BF Wiesbadensertrupp unterstützt den Rettungsdienst beider Rettung der verletzten Person. Der Angriffstruppmuss sich umgehend mit Atemschutzausrüsten und sämtliche Bereiche, diemöglicherweise betroffen sind, absuchen.Achtung: Kohlenmonoxid dringt auch durchBetondecken. So ist allergrößte Eile angesagt,wenn es darum geht, Nachbarwohnungenabzusuchen. Zeit für langwierige schonendeTüröffnungen bleibt möglicherweise nichtmehr. Der Einheitsführer muss weitere Kräftenachfordern.Nach diesem Durchgang löst der Ausbilderauf: Der Schornsteinfeger hat festgestellt,dass der Schornstein der Heizanlage durchden illegalen Einbau eines Rohres der Dunstabzugshaubeteilweise umgelegt worden sei.Zweiter Einsatz: „Wasserschaden in Wohnung“lautet das Stichwort für die Kameraden.Beim Eintreffen der Kräfte läuft Wasserunter einer Wohnungstür in den Flur. Die Türmuss gewaltsam geöffnet werden. Nach demÖffnen schlägt auch hier der CO-Warner mitdeutlich erhöhter Konzentration an. Für denEinheitsführer gilt: Rettungsdienst mit demStichwort „CO-Alarm“ nachfordern. Alle ungeschütztenKräfte ziehen sich sofort zurückund der Angriffstrupp geht unter Atemschutzin die Wohnung vor. Dort findet er den bewusstlosenMieter im Bad liegend und mussdiesen retten.Nach der erfolgreichen Rettung wird dieMannschaft aufgeklärt: Eine schadhafte undnicht ausreichend gewartete Therme soll fürdie erhöhte und toxische CO-Konzentrationverantwortlich gewesen sein.Dritter Einsatz: Die Nachbarin nebendem Feuerwehrhaus kommt während derÜbung aufgeregt angerannt. Sie berichtet,dass ihr Mann bewusstlos im Keller liegenwürde. Zur Erkundung führt der Einheitsführereinen CO-Warner mit. Beim Betretender Kellertreppe löst das Messgerät aus.Umgehend dreht die Führungskraft um undschickt wiederum Trupps unter Atemschutzin den Keller. In der Hobbywerkstatt findendie Kameraden den bewusstlosen Ehemann.Sie retten ihn ins Freie und übergeben ihndem nachgeforderten Rettungsdienst. Anschließenddurchsuchen die Aktiven den Restdes Gebäudes und führen Bewohner unterFluchthauben vors Haus.Als möglichen Grund für den erhöhten CO-Wert nennen die Ausbilder diesmal, dass esan einem Propangasheizpilz zu einer unvollständigenVerbrennung gekommen sei.Bei allen drei Übungen können je nachzeitlichem Rahmen noch Belüftungsmaßnahmenvon den Kräften abgefordert unddurchgeführt werden.Die Teilnehmer tragen vollständigePersönliche Schutzausrüstung,wobei der Angriffstrupp,wie in den Einsatzbeschreibungenerklärt, mit Atemschutz ausgerüstet vorgeht.Dementsprechend wird außerhalb desGefahrenbereichs ein Sicherheitstrupp gestellt.Um Kohlenmonoxid-Ansammlungenin der Schutzkleidung zu entfernen, sollteden Kameraden gelehrt werden, nach entsprechendenEinsätzen die Schutzkleidungim Freien auszuschütteln, um einen Gasaustauschzu erreichen.Die Kameraden sollen für dieGefahren durch Kohlenmonoxidund die dadurch notwendigemesstechnische Überwachungsensibilisiert werden. Sie sollen erkennen,dass es zahlreiche, scheinbar alltägliche Einsatzsituationengibt, bei denen sie mit demAtemgift in Kontakt kommen können. In denÜbungen geht es darum, schnell auf eine erhöhteKohlenmonoxid-Konzentration zu reagieren.CO-Warner sollten zur PersönlichenSchutzausrüstung zählen. Außerdem kann einemesstechnische Überwachung nicht nur alleinigeAufgabe eines Gefahrgutzuges bleiben.Vorgeschlagen......von der FF Hallgarten (HE), fachlichberaten durch Marco Pfeuffer (BF Wiesbaden).EigenschutzÜbungsziel54 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Aus den WehrenNeue Fahrzeuge, neue Häuser, Termine und alte SchätzeNeue Fahrzeuge, neue Häuser, Termine und alte SchätzeDas Vorgängerfahrzeug, ein VW T4,brannte auf der Rückfahrt von einemEinsatz nach einem Defekt imMotorraum aus.Fotos: BornträgerVon der Firma Hartmann stammt der neueELW 1 der FF Bad Salzschlirf auf VW Crafter,hier vor dem Hotel Badehof fotografiert.◼ In Bad Salzschlirf (HE, Kreis Fulda) musstenach 21 Jahren ein neuer ELW 1 gekauft werden.Grund hierfür war allerdings keine geplante Beschaffung:Der Vorgänger brannte auf der Rückfahrtvon einem Einsatz durch einen technischenDefekt im Motorraum aus. Der Kreisbrandinspektorstellte das Fahrzeug auf Platz 3 der Prioritätenlisteund so konnte binnen eines Jahres derBewilligungsbescheid des Landes durch StaatssekretärWerner Koch überbracht werden.Als Neufahrzeug kam ein VW Crafter TDI, dadieser 5M000 Euro günstiger war als ein T5. Dieshatte zudem den positiven Nebeneffekt, dassein geräumigeres Fahrzeug gebaut werden konnte.Die Kameraden wollten den alten, selbstgefertigten Funktisch gerne übernehmen. Siebauten ihn aus dem Vorgängerfahrzeug aus underweiterten ihn in Eigenleistung für das größerePlatzangebot. Eingebaut wurde der neue Funktischdurch den Aufbauhersteller Hartmann Spezialkarosserienin Alsfeld, der auch den weiterenAusbau des Einsatzleitfahrzeuges übernahm.Insgesamt sind rund 55M000 Euro in das neueFahrzeug investiert worden. Es verfügt über eineSondersignalanlage Hella RTK 7 mit HeckwarneinrichtungLED Signal Bar sowie Lautprecher, eineMartinhornanlage, eine LED-Umfeldbeleuchtung,eine Markise, drehbare Vordersitze, einen220-V-Spannungswandler sowie Telefon, Fax undComputer mit 27-Zoll-Bildschirm.9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 55


ReportageNachrichtenAus den Wehren◼ 650 000 Euro investierte die Gemeinde Lensahn(Kreis Ostholstein, SH) in den Um- und Erweiterungsbaudes Feuerwehrhauses. Der Altbauaus dem Jahr 1981 war schon bei der Einweihungzu klein. Damals wurden zwei Stellplätze für dreiFahrzeuge gebaut. So musste eines schon damalsin benachbarten Räumlichkeiten der ehemaligenKreisfeuerwehrzentrale untergebracht werden.Seinerzeit hatte die FF Lensahn 27 Mitglieder undfuhr durchschnittlich 20 Einsätze im Jahr. Heuteverfügt die Wehr über fünf Einsatzfahrzeuge, 54Aktive sowie 34 Jugendliche und fährt rund 130Einsätze im Jahr. Nur die Räumlichkeiten wuchsennicht mit.Das Raumkonzept für den Neubau entstand inenger Zusammenarbeit nach Vorgaben der Feuerwehr.Im Sommer 2012 wurde als erster Bauabschnittdie vorhandene Fahrzeughalle umgebautund erweitert. Danach rissen die Feuerwehrkameradenin Eigenleistung den alten 80 m 2 großen Schu-Nur die Fahrzeughallein derMitte des neuenKomplexes derFF Lensahn bliebstehen. Rechtsschließt sich daraneine Erweiterungan, währendder Sozial- undBürotrakt komplettneu gebaut wurde.Foto: Bauerlungsraum und das Wehrführerbüro ab. Im September2012 konnte der Grundstein für den Neubaugelegt werden, der im Juni 2013 eingeweiht wurde.Zeitgleich erfolgte der zweite Teilumbau dervorhandenen Fahrzeughalle. Hierbei wurde unteranderem auch die Dacheindeckung erneuert.Auf einer Grundfläche von 238 m² ist ein modernerund bedarfsgerechter Neubau in zweigeschossigerBauweise entstanden. Hierfür mussten850 m³ Boden ausgetauscht werden, da derUntergrund nicht tragfähig war. Der LensahnerFeuerwehr stehen nunmehr im Erdgeschoss einFunkraum, ein Lage- und Führungsraum, Umkleidemöglichkeiten,Duschen und Sanitäranlagen,eine Werkstatt sowie eine Atemschutzwerkstattzur Verfügung. Im Obergeschoss befinden sich nebenweiteren sanitären Einrichtungen zwei Büroräume,eine Küche sowie ein Versammlungsraumvon 126 m² Größe. Dieser kann mittels einer Trennwandin zwei Unterrichtsräume aufgeteilt werden.◼ „Weit verbreitet waren Feuerwehrfahrzeugeauf einem Borgward-Fahrgestellin unserer Regionnoch nie“, sagt Norbert Lindner.„Wir in Süß haben aber sogar einesder seltenen Stücke noch als einzigesFahrzeug im Einsatz.“ Lindnerist Kommandant der FF Süß im KreisAmberg-Sulzbach (BY). Wer einensolchen Schatz besitzt, der zeigtihn natürlich auch gerne. Das giltauch für die Kameraden aus Süß.Mit deutlich spürbarem Stolz öffnensie die Tore des Gerätehauses.Durch seine Breite von gerade einmalzwei Metern bei einer Höhe vonimmerhin 2,6 m wirkt der BorgwardB 522 A/O sehr schlank.Der 87 PS starke Benzinmotorspringt sofort an. „Wer aktuelleFeuerwehrfahrzeuge gewohnt ist,der wird auf den ersten Meternsicherlich seine Probleme mit demOldie haben“, behauptet Lindner.Zu Recht: Das Getriebe ist unsynchronisiert,für die Lenkung gibtes keine Unterstützung, vor derFrontscheibe kommt noch ein gutesStück Motorhaube und die vorderenFahrzeugkanten sind nurdurch die weißen Peilstangen auszumachen.Die Feuerwehrlaufbahn des Borgward-LF8 begann am 31. Januar1961 bei der Wehr in Hahnbach.1984 wurde er dort wieder durchein LF 8 ersetzt. „Der Borgward waraber noch so gut in Schuss, dasswir ihn nicht aussondern wollten“,erklärt Günter Berger, 2. Kommandantaus Hahnbach. Da nach derUmsetzung zur Feuerwehr Süß aufdem LF keine Atemschutzgerätemehr vorgehalten werden, wird esnun als TragkraftspritzenfahrzeugAuf einem Borgward B 522 A/O besitztdie FF Süß ein TSF. Der Alte Schatz ist daseinzige Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.Fotos: A. MüllerWährend die Süßer Kameraden versuchen,das äußere Erscheinungsbildmöglichst nahe am ursprünglichenZustand zu erhalten, ist die Beladungden heutigen Anforderungen angepasst.Die TS 8/8 stammt zum Beispielaus dem Jahr 1993.An das bestehende Feuerwehr- und Gemeindehauswurde die neue Halle angebaut, in der jetzt das neueTSF der FF Vorwerk untergestellt ist. Foto: Köhlbrandt◼ Eine neue Fahrzeughalle hat die FF Vorwerk(NI, Kreis Rotenburg/Wümme) in Dienst genommen.In mehr als 1 000 Stunden Eigenleistunghaben die Feuerwehrleute um OrtsbrandmeisterOlaf Böse und dessen Stellvertreter Karl-HeinzGörke die Halle hochgezogen, Maler-, ElektroundIsolierarbeiten durchgeführt und das Dachgedeckt. „Diese Maßnahmen waren nötig, weildie alte Halle für das neue Tragkraftspritzenfahrzeugzu klein war“, sagt Görke. Die bisherige alteFahrzeughalle steht derzeit noch leer, soll demnächstaber renoviert und für andere Zweckeder Feuerwehr genutzt werden. Zusammen mitortsansässigen Handwerkern wurde zudem dasbis dahin von der Dorfjugend genutzte Kalthaus– ein ehemaliges Gemeinschaftskühlhaus – zufunktionellen Umkleideräumen umgebaut. Hierstehen den Feuerwehrleuten jetzt 50 Quadratmeterzum Umziehen und zur Aufbewahrung derEinsatzkleidung zur Verfügung.Alter Schatz(TSF) geführt. Verändert hat sichauch die übrige Beladung: So sindheute neben der TS 8/8 von Iveco,die 1993 die ursprüngliche Tragkraftspritzeersetzt hat, ein Stromerzeugerund ein Beleuchtungssatzmit zwei Scheinwerfern à 1 000 W imAufbau von Ziegler untergebracht.Schon alleine weil der Borgwardnoch immer zu Einsätzen ausrückt,kann Kommandant Lindern natürlichdamit leben, dass die Beladungsoweit als möglich den heutigenBedürfnissen angepasst ist. „BeimÄußeren unseres alten Schatzesmöchte ich aber schon so nahe amOriginal bleiben wie möglich“, gibter zu. Ganz war das allerding leidernicht machbar. So sind schon alleineder Sicherheit wegen neue großeAußenspiegel angebracht worden,und auch die Blaulichter stammenaus jüngerer Zeit. Obwohl die Süßerhier gerne nachbessern würden.„Wir haben aber bisher noch keineoriginalen Blaulichter gefunden,die auch funktionstüchtig gewesenwären“, schildert einer der Maschinisten.Dafür sind aber die Winkeran beiden Seiten noch voll funktionsfähig,wenngleich sie auch imöffentlichen Straßenverkehr nichtmehr zulässig sind.56 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


◼ Gute Nachrichten für die freiwilligen Feuerwehrender Hansestadt Hamburg: Die Hamburger Bürgerschafthat ein Investitionsprogramm in Höhe von 4,5 MillionenEuro beschlossen, mit dem vorrangig längst fälligeNeu- und Umbaumaßnahmen von Feuerwehrhäusernfinanziert werden sollen. Bei der Auswahl der Gerätehäuserwurde ein Ampelprinzip angewendet, mit demdie Notwendigkeit von Baumaßnahmen festgestelltwerden konnte. Grün bedeutete, dass alles in Ordnungist, gelb war die Farbe für vorhandene, aber noch nichtdringende Mängel und bei Rot bestand dringenderHandlungsbedarf – beispielsweise durch An-, Um- oderNeubaumaßnahmen.Von dem Investitionsprogramm werden fünf Feuerwehrenzeitnah profitieren. Noch in diesem Jahr sollendie Feuerwehrhäuser aus Duvenstedt, Oldenfelde-Siedlung und Rissen neu gebaut werden. In Kürzewerden zudem die Baugenehmigungen für die Häuserin Kirchwerder-Süd und Moorwerder erwartet. In dernächsten Zukunft sollen zudem noch Neubauten fürdie Feuerwehren Harburg und Kirchsteinbek entstehen.„Mit der Ampel-Lösung wollen wir vor allem dieHäuser, bei denen kleine Maßnahmen große Wirkungerzielen können, durch Sanierungsarbeiten schnellstmöglichauf Grün umstellen“, betont Hamburgs LandesbereichsführerAndré Wronski. Die Bewertungwird dabei vor allem nach der Größe und der Aufstellflächeder Remisen, dem Zustand der sanitären Anlagen,der Größe der Sozialräume und den Bewertungender Feuerwehr-Unfallkasse vorgenommen. Als erstesFeuerwehrhaus wird der Neubau in Duvenstedt fertiggestelltwerden.Das Gebäude der FF Kirchwerder-Süd sieht eher aus,als wenn die Feuerwehr schon vor Jahren ausgezogenwäre. Mit einem Investitionsprogramm über 4,5Millionen Euro will die Stadt Hamburg nun schnellAbhilfe schaffen.Fotos: KöhlbrandtÜberwiegend aus Garagen besteht auch das Gerätehausin Rissen. Auch hier soll ein Neubau entstehen.Mehr einer Scheune gleicht die Unterkunft der FF Moorwerder.Sie wird ersetzt.◼ „Mit dem neuen TSF sind wir in der Lage, unsere Kameraden imStadtgebiet deutlich effektiver zu unterstützen“, erklärt MaximilianKlenke, Kommandant der Feuerwehr Wintersdorf (Stadt Zirndorf,mittelfränkischer Kreis Fürth, BY). Bisher standen im Feuerwehrhausneben einem MTW zwei TSF mit Normbeladung. „Unsere Möglichkeitenwaren so klar abgegrenzt“, sagt der Kommandant. Als die Ersatzbeschaffungfür eines der TSF anstand, war klar: Das neue Fahrzeugmuss auch eine Unterstützung für die Gesamtfeuerwehr der Stadtsein. Darum ist das TSF mit vier Atemschutzgeräten bestückt. „Wenndie letzten Kameraden den Lehrgang abgeschlossen haben, werdenwir 14 zusätzliche Atemschutz-Geräteträger stellen können“, sagtEin Teil der Beladung desneuen TSF in Wintersdorfist auf diesem Bild zusehen: Kleinlöschgerät,Rauchverschluss, Motorkettensäge,Tauchpumpe,Verkehrssicherungsmaterialund Beleuchtung.Furtner & Ammer bautedas Fahrzeug auf einemVW Crafter.Klenke nicht ohne Stolz. Um ausreichend Gewichtsreserven zur Verfügungzu haben, fiel die Wahl beim Fahrgestell auf einen VW Crafter.Der Aufbau erfolgte durch Furtner & Ammer. Auf der linken Fahrzeugseitehaben die Atemschutzgeräte, ein Großteil der Ausrüstungfür die Brandbekämpfung sowie ein mobiler Rauchverschluss ihrenPlatz. Die rechte Seite ist größtenteils den Gerätschaften für die technischeHilfeleistung vorbehalten: 5-kVA-Strom erzeuger, Beleuchtungssatzmit zwei Scheinwerfern à 1 000 W, Kettensäge, Tauchpumpe,Material für die Verkehrsabsicherung und ein Kleinlöschgerät. Einmanuell ausziehbarer Lichtmast mit zwei 24-V-Xenon-Scheinwerfernist hinten rechts im Aufbau montiert. Komplett mit LEDs bestücktist die optische Sondersignaleinrichtung mit zwei Kennleuchten aufdem Kabinendach, zwei Frontblitzern und zwei Leuchten an den hinterenAufbauecken.Foto: A. Müller◼ Die BF Mannheim (BW) beschaffte eineDLA(K) 23/12 CS GLT der Firma Magirusauf einem Iveco FF 160 E 30-Fahrgestell.Bei einer Länge von 10 m, einerBreite von 2,5 m und einer Höhe von3,24 m beträgt die zulässige Gesamtmasse15 500 kg. Der Radstand beläuftsich auf 4 815 mm. Der bis auf 75 Gradabwinkelbare Gelenkarm kann bis zueiner Gesamtlänge von 4,70 m teleskopiertwerden. Zudem lässt sich der Korbdirekt vor dem Fahrerhaus absetzen.Es handelt sich um einen 3-Mann-Rettungskorb,an dem eine Krankentragenhalterung,ein Abseilgalgen, ein Überdrucklüfteroder ein fernbedienbarerWasserwerfer montiert werden können.Die Wasserversorgung findet über einefest verlegte Leitung im ersten Leiterparkstatt. Zur besseren Wahrnehmungim Straßenverkehr wurde das Fahrzeugam Heck mit einer auffälligen rot-gelbenDLA(K)23/12CS GLTder FirmaMagirus aufIveco FF 160 E 30-Fahrgestell für die BFMannheim. Optischbesonders auffälligsind die zwischenStoßstange und KühlergrilleingelassenenPresslufthörner.Reflexfolie beklebt. Zudem sind vier gelbeHeckblitzer als Verkehrswarnanlageeingebaut worden. Eine LED-Umfeldbeleuchtungsorgt für ausreichend Licht anden Arbeitsflächen direkt am Fahrzeug.Die Beladung umfasst unter anderemeine Schleifkorbtrage, Feuerlöscher,Pressluftatmer, eine Elektrokettensäge,einen elektrischen Überdrucklüfter,Handwerkzeug, Standrohr undSchlauchmaterial. Eine MannheimerBesonderheit ist die Babyrettungstasche,die an den Zweitanschluss desPressluftatmers angeschlossen werdenkann. Mit ihrer Hilfe können Babys inÜberdruckatmosphäre aus verrauchtenGebäuden gerettet werden. Auf demPodest ist ein Stromerzeuger der FirmaEisemann vom Typ BSKA 9,5 gelagert,der per Fernstarteinrichtung vom Korboder vom Hauptbedienstand aus angesteuertwerden kann.Foto: Wolf9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 57


ReportageNachrichtenAus den Wehren◼ Einen neuen GW-Licht konnte die FF Ettlingenim Kreis Karlsruhe (BW) in Dienst nehmen. DasFahrgestell, ein Mercedes Atego 815 aus demJahr 1998, spendete der örtliche Textil- undHygiene-Dienstleister Bardusch. In Eigenleistungerstellte das hauptamtliche Personal derFeuerwehr den Aufbau: ein Stromerzeuger (100kVA), ein auf 11 m ausfahrbarer Lichtmast (2x1 500-W-Halogen- und 4x 1 000-W-Metalldampf-Scheinwerfer) sowie ein Gerätekoffer. Dieserenthält drei 1 500-W-Halogen-Scheinwerfer mitStativen, Kabeltrommeln und Zubehör. Nebenseiner Hauptaufgabe als Lichtquelle für großeEinsatzstellen steht das Fahrzeug als fahrbarerStromerzeuger für Einsätze oder als Notstromversorgungfür das Feuerwehrhaus bereit.Schlingmann liefertedas neue LF 20 der FFSottrum auf einem MANTGM 13.280 4x4 BL.Foto: Friedrich◼ Gleich zwei Fahrzeuge ersetzte die FF Sottrum(NI, Kreis Rotenburg/Wümme) mit ihrem neuenLF 20 auf MAN TGM 13.280 4x4 BL von Schlingmann:ein LF 16-TS von 1961 sowie ein LF 8 von1979. Neben der Standardbeladung für ein Löschgruppenfahrzeugsind auch ein hydraulischerRettungssatz von Weber Rescue Systems, ein11-kVA-Stromerzeuger von MAG, ein Überdrucklüftersowie ein Wassersauger mit C-Anschlussverlastet. In der Kabine können sich zwei Atemschutztruppsbereits während der Anfahrt ausrüsten.Weiter stehen hier unter anderem fünfHandsprechfunkgeräte Motorola FuG 11b sowieeine Weste „Atemschutzüberwachung“ zur Ver-fügung. Zwei Einpersonen-Haspeln sind für denAufbau einer Wasserversorgung sowie zur Verkehrsabsicherungaufgeprotzt. Die TS 8/8 (RosenbauerFox) kann auf einem Lift auf eine sichereEntnahmehöhe abgesenkt werden. Vier Saugschläuchehierfür sind auf dem Dach gelagert.Neben einem Schnellangriffsverteiler haben dieSottrumer auch ein Schlauchpaket mit HohlstrahlrohrPOK 400l auf das Fahrzeug gepackt.Für die Ladeerhaltung ist eine Rettbox-air montiert.Als Warneinrichtung gehören LED-Blaulichtervorn und hinten, Frontblitzer, eine Signalanlagevon Max B. Martin sowie eine Verkehrswarneinrichtungzur Ausstattung.Fotos: WolfEin mächtiger Lichtmast mit sechs Großscheinwerfernthront mittig auf dem neuen GW-Licht in Ettlingen.Fahrgestell ist ein Mercedes Atego 815, den Aufbauerstellte die Feuerwehr selbst.Die Firma Barduschhatte auch dasFahrgestell (Mercedes817) für denVorgänger gestiftet,einen GW-Lichtmit Generator undLichtbrücke vonPolyma.◼ Ersetzt hat das neue HLF 20 der FFWesterrönfeld (SH, Kreis Rendsburg-Eckernförde) ein 27 Jahre altes LF 16von Iveco Magirus. Bei der Konzeptionhat die 59-köpfige Feuerwehraber nicht nur einen Ersatz geplant,sondern weiter gedacht. Denn imRahmen einer Neukonzeption desAlarmplanes für den Straßentunnelunter dem Nord-Ostsee-Kanal im Verlaufder Bundesstraße 77 wurde dieFF Westerrönfeld zu einer Hilfeleistungswehr.„50 Prozent des Tunnelsund der B 77 liegen auf WesterrönfelderGemeindegebiet, aber bisher warnur die FF Rendsburg für den Tunnelzuständig“, so Wehrführer ThorstenHeinz. Mit der Neuanschaffung istsichergestellt, dass bei einem Unfallvon beiden Seiten gleichzeitig in denTunnel eingefahren werden kann.Als Basis für das neue Fahrzeugdient ein MAN TGM 13.290. Rosenbauerbaute einen AT-Aufbau darauf– den ersten im Kreis Rendsburg-Foto: BauerEckernförde. Sechs Pressluftatmer– davon vier in der Kabine – sindverlastet, in der Rückenlehne desMelder-Sitzplatzes hängt ein Notfallrucksack.Eine WärmebildkameraArgus HR 320 gehört ebenfalls in dieKabine. Strom liefert ein AggregatRS14 von Rosenbauer. Der erste Hilfeleistungssatzin der Geschichte derFF Westerrönfeld stammt von Weberund umfasst ein Schneidgerät RSX200-107, einen Spreizer SP 49 sowieeinen Satz Rettungszylinder. Im G4lagert ein Nass-/Trockensauger Taifun200AE. Der 50 m lange Schnellangriffsschlauchist aus formstabilemTextilgewebe gefertigt und dadurchwesentlich leichter und biegsamerals herkömmliche Schläuche.Drei Einpersonen-Haspeln habendie Westerrönfelder für das HLF gekauft.Ständig aufgeprotzt sind dieHaspel „Verkehrsabsicherung“ unddie Haspel „Wasserversorgung“ mitacht B-Längen. Eine zweite Schlauchhaspelwird bei Bedarf gegen die Verkehrssicherungshaspelgetauscht,wenn es zum Einsatz auf einen dervielen weit außerhalb gelegenenBauernhöfe geht. Im Heck arbeiteteine FPN 10-3000. Die gesamte Umfeldbeleuchtungist in LED-Technikausgeführt.Von Rosenbauer stammt das neueHLF 20 der FF Westerrönfeld auf MANTGM 13.290. Das Fahrzeug ist auchfür Einsätze im Straßentunnel unterdem Nord-Ostsee-Kanal vorgesehen.58 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Modell des Monats◼ Die Serienfertigung des TLF 16auf IFA W50 LA begann in der DDRim Jahr 1969 im „VEB FeuerlöschgerätewerkLuckenwalde“. DieseFahrzeuge wurden wie das Löschgruppenfahrzeugmit Fahrerhausund Aufbau als selbstständigeEinheiten konzipiert und warenwegen ihres Allradantriebs auchDank desAllradantriebskonnten dieVorbilder desTLF 16-Modellsvon Espeweauch abseitsbefestigterWege eingesetztwerden.Fahrgestell istder IFA W50 LA.Foto: Preuschoffabseits befestigter Straßen einsetzbar.Ihre Doppelkabine inGanzstahlbauweise war für eineBesatzung von sechs Mann ausgelegt.Oberhalb der hinterenSitzplätze war eine Dachlukevorgesehen, aus der der auf demKabinendach montierte Wasserwerferbedient werden konnte.Das Espewe-Modell wird inder Standardfarbe Rot geliefert,wie sie bei den großen Berufsfeuerwehrenzu sehen war. Aufdem Dach ist ein Wasserwerfermontiert, der gedreht und ausgezogenwerden kann. Dahinter istdie Dachluke angedeutet. Zweiblaue Kennleuchten befindensich rechts und links vom Werfer.Das Dach des Geräteaufbaus isthellgrau lackiert, hier sind dieMannlöcher zum Tank und zweiSteckleitern montiert. Schriftzügeund Handgriffe sind silbernbeziehungsweise schwarz abgesetzt.Hersteller: Espewe Modelle,www.espewe-modelle.de, VertriebBusch, www.busch-model.com, Artikelnummer 95206, Preis26,99 Euro, Maßstab 1:87.ANZEIGE◼ Die beiden neuen Löschfahrzeuge der FF Plön (SH)ähneln sich nicht nur auf den ersten Blick – auch wennsich hinter den Typenbezeichnungen LF 20 und HLF 20zwei verschiedene Fahrzeuge für die 73-köpfige Wehrin der Kreisstadt verbergen. Was beiden gemein ist:Schlingmann baute sie auf Mercedes Atego 1529 AFin Quadra-VA-Linie mit Allison-Automatikgetrie ben.In den Kabinen sind je vier PA Dräger PSS 90 verlastet,zwei davon in Fahrtrichtung. Ebenfalls bei beidenFahrzeugen vorhanden: FPN 10-3000, 120-l-Schaummittelbehälter,Xenon-Umfeldbeleuchtung, pneumatischerLichtmast mit vier Xenon-Lampen, Hänsch-Blitzerim Grill, auf dem Dach und am Heck, Hygienebord, Sonnenblendensowie fest montierte Dachwerfer HH1260.Einen ersten Unterschied offenbart ein Blick aufdie – in Altdeutsch gehaltenen – Türbeschriftungen:„Freiwillige Feuerwehr Plön“ ist auf dem LF und „FeuerlöschverbandGroß Plön“ auf dem HLF zu lesen. DieserFeuerlöschverband wurde im Jahre 1928 mit Sitz in Plöngegründet. Ihm gehören neben der Stadt Plön die GemeindenAscheberg, Bösdorf, Dersau, Dörnick, Grebin,Kalübbe, Lebrade, Nehmten, Rantzau, Rathjensdorfund Wittmoldt an. Zweck ist die gemeinschaftliche Anschaffung,Unterbringung und Unterhaltung eines vollständigausgerüsteten Löschfahrzeuges zur Bekämpfungvon Schadenfeuern und zur Unterstützung beisonstigen Hilfeleistungen im Zweckverbandsgebiet. Dasich die kleinen Umlandgemeinden nicht jeweils ein eigenesHLF kaufen können, zahlen sie in einen gemeinsamenTopf für das Großfahrzeug ein, welches dann vonder FF Plön zum Einsatz gebracht wird. Eigene Wehren gibtes in den Dörfern dennoch. In Zeiten der gesetzlich geregeltennachbarschaftlichen Löschhilfe eigentlich überflüssig,doch die Plöner halten an dieser Tradition fest.Das neue HLF 20 ersetzt ein 28 Jahre altes TLF 16/25auf Mercedes 1222 AF, welches von Schlingmann inZahlung genommen wurde. Im HLF ist ein Rettungssatzvon Lukas zu finden. Der Löschwassertank fasst normgerecht2 000 l. Verlastet sind zudem ein 20 m langerDüsenschlauch und das komplette Hydrantenzubehöran der heckseitigen Haspel. Strom gibt‘s von einem 9kVA leistenden Eisemann-Aggregat. Ein Leader-Lüftermit Verbrennungsmotor ist mit an Bord. Das fast baugleicheLF 20/16 ersetzt ein LF 16/12 auf Mercedes1222 AF (25 Jahre alt), das ebenfalls von Schlingmannaufgekauft wurde. Der Lüfter stammt von Tempest undwird elektrisch angetrieben. Zur Beladung gehört weiterein Vetter-Sprungpolster. Die zur Verfügung stehendeGewichtsreserve erlaubte bei diesem Fahrzeug den Einbaueines 2 400 l fassenden Löschwassertanks.Auf den Türen des HLF 20prangt das Plöner Wappenmit der Aufschrift desFeuerlöschverbandes.Fotos: BauerDer Feuerlöschverband Groß Plön beschaffte das HLF für Einsätzezur technischen Hilfeleistung und bei Feuer. Aufgebautist es wie das LF auf Mercedes Atego 1529 AF von Schlingmann.Das LF 20gehört direktder FF Plön.Da bereitsauf dem HLFsowie demRW der Wehrje ein Hilfeleistungssatzvorhanden ist,blieb dieserPlatz zunächstfrei (G1).


ReportageNachrichtenAus den Wehren | TermineMessen & Ausstellungen21. und 22. September:Modellbauausstellung.Informationen:Modellbaugruppe FFMarburg-Moischt,www.modellbaumoischt.de.Oldtimer7. September:8. Treffen historischer Feuerwehrfahrzeuge,Bad Homburg (61350).Informationen: www.feuerwehrenbad-homburg.de.☆14. September: Oldtimer-Ausstellungder FF Klausdorf (24222). Informationen:www.feuerwehr-klausdorf.de.☆21. und 22. September: 3. Feuerwehr-Oldtimer-Treffen. Informationen: HannoverschesStraßenbahn-Museum e.V.,Hohenfelser Straße 16, 31319 Sehnde-Wehmingen, Telefon 05 11 / 6 46 33 12,www.tram-museum.de.Sport14. September: 23. Luppholzpokalim Löschangriff nass. Informationen:FF Schochwitz und FeuerwehrvereinSchochwitz e.V., An der Feuerwache 1,06198 Salzatal, www.ff-schochwitz.de,minge81@gmx.de.☆14. September: 8. NachtpokallaufGräfendorf(14913). Informationen:www.nachtpokallauf.de.☆21. September: DFV-Deutschlandpokal– InternationalerFeuerwehrsportwettkampf,Charlottenthal(18292). Informationen: www.feuerwehrverband.de/fb-wettbewerbe.html.☆22. September: 8. Feuerwehr-Turmlauf,Hall (A-6060). Informationen:www.turmlauf.at.☆29. September: 2. Strongest Firefighter.Informationen: Sportfreunde Neuseenlande.V., Kantstraße 53, 04275Leipzig, www.strongest-firefighter.de,worldbest@strongest-firefighter.de.Ausbildung16. bis 18. September:Grundlagendes Brandschutzes.2. Oktober:Brandschutz imBetrieb. 14. bis 18.Oktober: Brandschutzbeauftragter.Teil 2:4. bis 8. November. Informationenund Anmeldung: VdS SchadenverhütungGmbH, Amsterdamer Straße 172-174, 50735 Köln, Telefon 02 21 /7 76 60, Fax 02 21 / 7 76 63 41,www.vds.de, lehrgang@vds.de.☆16. bis 27. September: AusbilderseminarHöhenrettung – Gruppenführer/Ausbilder HRD. GrundlagenseminarHöhenrettung – Grundausbildung HRD,Struppen. 24. und 25. September: Ausbildungmit Befähigungsnachweis fürPSA gegen Absturz, Übach-Palenberg.7. bis 11. Oktober: FortbildungsseminarHöhenrettung – Gruppenführer/Ausbilder HRD, Struppen. Informationenund Anmeldung: SpanSet GmbH &Co. KG, Seminarwesen, Jülicher Straße49-51, 52531 Übach-Palenberg, Telefon0 24 51 / 4 83 11 49, Fax 0 24 51 /48 31 8 49, www.spanset-seminare.de.☆17. September: Brandschutz inVerkehrstunnelanlagen, München.25. und 26. September: 7. EssenerExplosionsschutztage. 7. Oktober:Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager.Informationen und Anmeldung:Haus der Technik e.V., Hollestraße 1,45127 Essen, Telefon 02 01 / 1 80 31,Fax 02 01 / 1 80 32 69, www.hdt-essen.de, anmeldung@hdt-essen.de.☆20. September bis 4. April: ZertifizierterFachplaner Brandschutz, HS Bochum.Informationen und Anmeldung:ISA International Security Academye. V., Pilgerweg 8, 45525 Hattingen,Telefon 0 23 24 / 2 63 27, Fax 0 23 24 /20 25 49, www.isaev.de.☆21. September: 3. Landrettertag. Informationenund Anmeldung: LandretterForum, Mindenerstraße 1, 31606Warmsen, Telefon 0 57 67 / 22 64 50,www.landretter.de, info@landretter.de.☆22. bis 28. September: Kompakte Ausbildungzum Brandschutzbeauftragten,Eschborn (65760). 26. September:Grundlagen des Krisenmanagements,Köln (50667). Informationen undAnmeldung: Weka Media GmbH & Co.KG, Römerstraße 4, 86438 Kissing, Telefon0 82 33 / 23 40 00, Fax 0 82 33 /5 74 41, www.weka-akademie.de/brandschutz, donata.cordes@weka.de.☆23. bis 27. September: Einsatzleiter.Nächster Termin: 14. bis 18. Oktober.24. bis 26. September: IndustrielleBrandbekämpfung. Nächster Termin:8. bis 10. Oktober. 14. und 15. Oktober:Flughafen-Brandbekämpfung.Veranstaltungsort: TrainingszentrumMaasvlakte-Rotterdam. Informationenund Anmeldung: Falck RiscBüro Deutschland, Andrea Diemer,Kurzgewannstraße 18 A, 68526 Ladenburg,Telefon 0 62 03 / 10 83 60,Fax 0 62 03 / 79 68 79, www.falck-riscbuero.de,email@office-diemer.de.☆25. und 26. September: 9. Fachtagung„Sicherheit in Tunnelanlagen“.28. September: Innenbrandbekämpfungunter erschwerten Bedingungenim unterirdischen Brandtunnelund Flash-over-Training. Informationenund Anmeldung: DMTGmbH & Co. KG, Tremoniastraße13, 44137 Dortmund, Telefon02 31 / 5 33 32 11, Fax 02 31 /5 33 32 99, www.dmt.de, ausbildungdortmund@dmt.de.☆7. bis 11. Oktober: Motorsägenlehrgangfür Feuerwehrausbilder.Informationen und Anmeldung: DeulaWestfalen-Lippe GmbH, Dr.-Rau-Allee71, 48231 Warendorf, www.deulawarendorf.de,info@deula-waf.de.☆12. Oktober: Notfallmäßiges Öffnenvon Türen und Fenstern. 26. Oktober:Praxis-Kombi-Seminar Türöffnung/Frästechnik. Informationen und Anmeldung:Fritz Massong GmbH, Schießgartenweg8a, 67227 Frankenthal, Telefon0 62 33 / 36 50, www.massong.com,susann-krippner@massong.com.Jubiläum6. bis 8. September: 125Jahre FF Hiddestorf/Ohlendorf(30966) und 40Jahre JF. Informationen:www.hiddestorf-ohlendorf.de, info@hiddestorfohlendorf.de.☆12. bis 15. September:100 JahreFeuerwehr Klausdorf(24222). Informationen:www.feuerwehr-klausdorf.de,j.egerland@gmx.de.☆5. Oktober: 150 Jahre FF Lübben(15907), Am kleinen Hain 42. Informationen:www.feuerwehr-luebben.de,info@feuerwehr-luebben.de.Tag der offenen Tür21. und 22. September: …bei der FFBersenbrück (49593), Florianplatz3. Informationen: www.feuerwehrbersenbrueck.de,info@feuerwehrbersenbrueck.de.☆28. September: …bei der FeuerwehrMalsch (76316) mit Truckpulling. Informationen:Michael Schwall, Ettlingerstraße24, mschwall@yahoo.de.Jugendfeuerwehr14. September: Jugendaktionstagim Europa-Park Rust (77977) –auch für Jugendfeuerwehrenaus Frankreich, Österreich undder Schweiz. Informationenund Flyer: www.jugendfeuerwehr-bw.de.☆20. bis 22. September:Seminar Geschichte in der(Jugend-)Feuerwehr im DeutschenFeuerwehr-Museum in Fulda(36041), Informationen und Anmeldung:Deutsche Jugendfeuerwehr,www.jugendfeuerwehr.de, danker@jugendfeuerwehr.de.☆28. September: Jugendfeuerwehrtagim Phantasialand. Informationen:Willi Kurte, Telefon 01 70 / 3 82 41 28.Anmeldung: phantasialand@jf-nrw.de.☆28. September: 16. YHOTA – YoungHelpers on the Air, weltweit. Informationen:www.young-helpers-on-the-air.de, info@yhota.de.Weitere Terminefeuerwehrmagazin.deSonstiges14. September: 6. Leistungsvergleichder Kinderfeuerwehren. Informationen:FF Schochwitz und FeuerwehrvereinSchochwitz e.V., An der Feuerwache 1,06198 Salzatal, www.ff-schochwitz.de,minge81@gmx.de.☆10. Oktober: Wassermarsch! – HistorischeLöschmethoden fürKids. Informationen:FeuerwehrmuseumSchleswig-Holstein,Friedrichsgaber Weg290, 22846 Norderstedt,www.feuerwehrmuseum-sh.de,feuerwehrmuseum@wtnet.de.So kommt Ihr Termin ins Heft● PostkarteFeuerwehr-Magazin,Kurt-Schumacher-Allee 2,28329 Bremen● Noch schneller geht es onlineunter www.feuerwehrmagazin.de/termineDer Termin muss mindestens drei Monatevorher bei uns vorliegen oder onlineeingetragen worden sein, wenn erim Heft erscheinen soll.Noch mehr Termine gibt es in unseremOnline-Terminkalender.60 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ANZEIGE◼ Für die Feuerwehr im Ortsteil Schwaighausen beschaffte die GemeindeGroßhabersdorf (BY, Kreis Fürth) ein TSF. Bisher stand den 18 Aktiven einTragkraftspritzenanhänger (TSA) zur Verfügung. „Obwohl wir in der Regelimmer ein Zugfahrzeug für den TSA hatten, sind wir trotzdem sehr froh, dassjetzt das Fahrzeugzeitalter auch bei uns angebrochen ist“, sagt KommandantRichard Schuhmann. Fahrgestell für das TSF ist ein Opel Movano 2.3CDTI Turbo mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3 500 kg. „Da sich auchbei einer kleinen Wehr wie unserer das Einsatzaufkommen von Brandeinsätzenimmer mehr in Richtung technische Hilfeleistung verschiebt, habenwir versucht, die Beladung des TSF sinnvoll in diese Richtung zu ergänzen“,erklärt der Gerätewart.Neben der klassischen Ausrüstung für den Löschangriff mit der Tragkraftspritzevom Typ PFPN 10-1000 Ziegler Ultra Power 2 (Baujahr 2007),die vom TSA übernommen werden konnte, gehören ein Wassersauger mitZubehör, Motorsäge mit Schnittschutzkleidung, Tauchpumpe TP 4/1, 3-kVA-Stromerzeuger und ein Beleuchtungssatz mit zwei Scheinwerfern à 500 Wzur Ausstattung. Stabblitzleuchten, Verkehrsleitkegel und Absperrbandsind zusammen in einer Box verstaut, so kann mit den ebenfalls vorhandenenFaltsignalen schnell eine effektive Verkehrsabsicherung aufgebautwerden. Auch ein Lichtmast mit zwei 24-W-Xenon-Scheinwerfern gehört zurAusrüstung des TSF. Die Sondersignalanlage besteht aus zwei Blitzleuchtenvorne, einer hinten und zwei blauen LEDs im Kühlergrill sowie einem Martin-Kompressorhorn.Tauchpumpe und Wassersauger ergänzen die Beladungdes neuen TSF der FF Schwaighausen. Der Opel Movano2.3 CDTI Turbo ist das erste Feuerwehrfahrzeug, welchesdie kleine FF im Kreis Fürth besitzt. Foto: A. Müller◼ Eine Kombination aus ELW 1 undMTW nahm die hauptamtliche WFder DB AG am Rangierbahnhof Maschen(NI, Kreis Harburg) in Dienst.Aufgebaut ist das Neufahrzeug aufeinem VW T5. Neben seiner Funktionals Führungsmittel des Einsatzleitersdient der Bus auch alsLotsenfahrzeug für Einheiten desRettungsdienstes auf dem weitläufigenGelände des Rangierbahnhofs(rund 280 ha Fläche, etwa 7 kmlang). Außerdem rückt das Personalmit dem Fahrzeug auch nach außerhalbaus, wenn es zum Beispielzum Bahnerden angefordert wird.Der T5 hat eine Motorleistung von105 PS, besitzt ABS und ASR sowieein 5-Gang-Schaltgetriebe. An feuerwehrtechnischerBeladung befindensich unter anderem Brechwerkzeug,ein Pulverlöscher, Anhaltekellenund Verkehrsleitkegel in einem Einschubfachim Kofferraum. Die Sondersignalanlagebesteht aus einemBlaulichtbalken Hänsch DBS 4000in LED-Technik, zwei Hänsch Sputniknano-Frontblitzern und einerdritten blauen Rundumkennleuchteam Heck, ebenfalls in LED-Technik.Für die Profis – von den Profis!SAFEGUARD INOX PREMIUMDie Spezial-Schutzhandschuhe für technischeHilfs- und Rettungsdienste gemäß EN388:2003.EntsprechendDGUV-RichtlinieDas Plus anSicherheit.Hohe Schnittfestigkeit, ein perfektesFingerspitzengefühl, maximaleGriffsicherheit, optimale Taktilität undverbesserte mechanische Festigkeit.Diesen neuenVW T 5 nahmdie WerkfeuerwehrDB ausMaschen alsELW und MTWin Dienst.Foto: KöhlbrandtTel.: 0208-41969-0, www.penkert.com9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 61


FahrzeugeExtrem flexibelGleich zwei Drehleiterneuheiten präsentierte Metz unlängstam Stammsitz in Karlsruhe: die extrem wendige L32A-XSund die sehr flache L32A-XF. Wir haben uns die beidenersten Fahrzeuge der neuen Baureihen angeguckt.Auf echte Produktneuheiten bei Metzhatte die Fachwelt lange warten müssen.2006 war der anthrazitfarbeneLeiterpark eingeführt, 2007 die erste Drehleitermit absenkbarem Korbarm vorgestelltworden. Und kurz vor der Interschutz 2010hatte das Karlsruher Traditionsunternehmenden 450-Kilogramm-Korb als Alternativezum klassischen 270-Kilogramm-Korbpräsentiert. Das war es im Wesentlichenauch schon. Unbeachtet von der breitenÖffentlichkeit krempelte GeschäftsführerMichael Kristeller das Rosenbauer-Tochterunternehmenin den letzten Jahren abergrundlegend um. Sein Ziel: Die Einführungeiner so genannten Produktionslinie – in derAutomobilindustrie schon länger üblich.Dazu gehört auch, dass die Funktionenaller wichtigen Einzelteile und Baugruppen(wie beispielsweise das Drehgestell) vor Ortgetestet werden, bevor sie ins Fahrzeug verbautwerden. Gleiches gilt für erforderlicheVormontagen (zum Beispiel beim Korb).Und auch das System der Materiallogistikwurde umgestaltet und teilweise aneinen Dienstleister vergeben. SeitAnfang 2012 läuft das Metz-Produktions-System.Jedes Fahrzeugdurchläuft biszur Fertig-Die erste Drehleiter der neuenXS-Baureihe von Metz. Das XSsteht für extra small. Dank einertechnischen Weiterentwicklungam Leitersatz könnenmit dem Korb bei beengtenPlatzverhältnissen bisherunerreichbare Ziele angesteuertwerden. Der Aktionsradius(7,40 m zwischen Drehgestellmitteund Korbaußenkante) ermöglichtein stufenloses Aufrichtendes Korbes an einerHausfassade bei einem Fahrzeugabstandvon nur 6,15 m.62 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Diese Aussparung (es fehlen drei Sprossen)an jedem Leiterteil erhöht den Bewegungsradiusder XS-Baureihe.Durch die Aussparung in den Leiterteilen kann der Korbarmeher abgewinkelt werden. „Taschenmesser-Prinzip“ wirdes bei Metz genannt.Der Korbarm wird sozusagen durchdie anderen Leiterparkelemente hindurchabgesenkt.stellung acht so genannte Takte. Alle zweiTage rückt ein Fahrzeug einen Takt vor.„Durch diese Maßnahmen können wir zeitgemäßproduzieren und den Qualitätsstandardsteigern“, freut sich Kristeller.Inzwischen gibt es auch eine „richtige“Versuchsabteilung bei Metz. „Wir testenim Haus, nicht beim Kunden“, berichtetder Geschäftsführer, der einräumt, dass diesin der Vergangenheit nicht immer so gewesensei. „Hier haben wir uns meilenweitnach vorne bewegt“, so Kristeller wörtlich.Sogar so genannte zerstörende Versucheführt Metz durch. Das heißt, Bauteile wieder Leitersatz werden solange belastet, bissie versagen.Neuheiten-Präsentationzwischen zwei LeitmessenVor rund dreieinhalb Jahren begann Metzim Rahmen eines TBE-Programms (Total-Business-Excellence, Optimierung allerKern-Prozesse) mit einer verstärkten Weiterentwicklungder Produkte. Ziel war es, imJahr 2013 mittig zwischen zwei Interschutz-Terminen (der weltweiten Leitmesse im BereichFeuerwehr und Brandschutz) Neuheitenpräsentieren zu können, um nicht in derMasse der auf der Messe gezeigten „Weltneuheiten“unterzugehen. Bei der Weiterentwicklunghalfen nach Auskunft vonKristeller deutsche, Schweizer und österreichischeFeuerwehren ganz maßgeblich mit.Sie traten immer wieder mit Wünschen undForderungen an die Metz-Mitarbeiter heran.Vier Dinge wurden wiederholt genannt:● Niedrigere Fahrzeuge, weil viele Durchfahrtenansonsten nicht passierbar sind.● Einen besseren Aktionsradius des Leiterparks.Es gab bisher viele so genannte „toteBereiche“, die mit dem Korb bei beengtenStraßenverhältnissen nicht erreichtwerden konnten.● Die Möglichkeit, den Korb direkt vor demFahrerhaus der DLA(K) auf dem Bodenabzusetzen. Dadurch wird beispielsweisedie Übergabe von Patienten an den Rettungsdiensterleichtert.● Bessere Ausladungswerte, um zusätzlicheBereiche ansteuern zu können.Im Mittelpunkt der Entwicklung stand diespäter XS (XS steht für extra small) genannteBaureihe. „Ziel war es, den Aktionsradiusder Drehleitern deutlich zu verbessern“,erklärt Konstruktionsleiter Florian Happe.Letztlich gelang dies durch einen einfachenSchachzug. Happe: „Wir haben den Gelenkpunktdes Korbarmes lediglich um rund90 Zentimeter nach hinten versetzt.“ Anden Leiterteilen wurden die obersten dreiSprossen rausgenommen. „Der Korbarmtaucht jetzt durch den Leiterpark hindurch“,umschreibt Happe das Prinzip. Oder andersausgedrückt: Das Gelenk kann früher als beiallen anderen Drehleitern abgewinkelt werden.Das Prinzip erinnert ein wenig an einTaschenmesser, wo der Drehmechanismusin der Regel auch ein wenig von der Spitzeweg nach innen versetzt ist.Die fehlenden Sprossen machen sich imausgefahrenen Zustand nicht bemerkbar.Klassisch überlappen sich die oberstenSprossen eines Leiterteils und die unterstendes nächsten Leiterteils. Im ausgefahrenenZustand sorgt die Computersteuerung fürden erforderlichen Sprossengleichstand.Diese Sprossendoppelung gibt es bei derMetz XS jetzt nicht mehr. Vorteil der neuenKonstruktion: Es werden einige KilogrammGewicht eingespart.Der Aktionsradius verringert sich auf 7,40Meter, gemessen von der Mitte des Drehgestellsbis zur Außenkante des Rettungskorbes.Für einen horizontalen 180-Grad-Schwenk ohne Unterbrechung benötigt dieneue L32-A-XS lediglich eine Straßenbreitevon 9,50 Metern. Ein Abstand von 6,15 Me-▷9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 63


FahrzeugeAuch die Ausladungswerte aller Drehleitertypenhat Metz überarbeitet. Bei 300 kg imKorb beträgt die maximale Ausladung jetzt19,1 m, bei 100 kg sogar 22,2 m.tern zwischen Fahrzeugaußenkante undHausfassade reicht, um die Drehleiter stufenlosaufrichten zu können. Das heißt, siekann entlang der Fassade hochgefahrenwerden und muss nicht zuerst parallel zurStraße aufgerichtet, anschließend gedrehtund positioniert werden.Absetzen des Korbs 2,50Meter vorm FahrerhausAuch das Absetzen des Korbes ist nun aufengstem Raum möglich. Nicht einmal dreiMeter müssen vor dem Fahrzeug frei sein.Der Korb lässt sich direkt auf dem Boden absetzen.Die Distanz zwischen der Stoßstangeund der vorderen Korbkante beträgt etwa2,50 Meter. Eine Krankentrage beispielsweiselässt sich dann in Brusthöhe schnell undeinfach abnehmen. In Sekundenschnellekann ein Patient in einen vor der Drehleiterstehenden Rettungswagen gebracht werden.„Die neue Ablagemöglichkeit des Korbesverbessert auch ganz wesentlich die EinundAusstiegsmöglichkeiten für Einsatzkräfte“,berichtet Jörg Vätter, Leiter Technikder Feuerwehr Lippstadt. „In engen Gassenmuss die Leiter nicht mehr ganz ausgefahrenund gedreht werden, wenn der Korberst vorn und dann hinten abgelegt werdensoll. Das spart enorm Zeit.“ Zusammen mitder erhöhten Wendigkeit war das nach VättersAuskunft ein wesentlicher Grund fürdie Lippstädter für die Beschaffung einesHubrettungsfahrzeugs der neuen Metz-XS-Bau reihe. „Wir werden mit dem Fahrzeug inunserer historischen Altstadt definitiv Bereicheerreichen, die vorher außerhalb desZugriffs lagen“, so Vätter. Nach den aktuellenPlanungen soll die Feuerwehr Lippstadt ihreneue Drehleiter im November in Karlsruheabholen können.Die erste XS wurde bereits im August ausgeliefert.Abnehmer war mit der FF NeuWulmstorf ein langjähriger Metz-Kunde.„Mit Metz-Neuheiten haben wir bereitsgute Erfahrungen gemacht“, erklärtThomas Kratzke von der GemeindeverwaltungNeu Wulmstorf. Die1988 beschaffte DLK 23-6 (späterals DLK 18-12 bezeichnet) trägtdie Produktionsnummer 3. Ursprünglichhatte die Gemeinde ausdem Hamburger Umland eine „normale“Gelenkleiter kaufen wollen. Den Zuschlagnach der europaweiten Ausschreibung erhieltdann 2012 Metz. „Wobei wir neutralausgeschrieben hatten und in der Entscheidungwirklich offen waren“, betont Kratzke.„Den Ausschlag für Metz gab das preislichattraktivere Angebot.“Bestellt hatten die Neu Wulmstorfer eineL32 A auf Mercedes Atego. Anfang 2013stellten die Metz-Mitarbeiter ihnen danndie neue XS-Baureihe vor. „Wir waren begeistert“,fasst Kratzke zusammen. „DieGelenkleitern vergrößern im Vergleich zuklassischen Drehleitern den Einsatzradiusschon enorm. Durch die neue Technikwird das Fahrzeug sogar noch flexibler.“ DieMehrkosten der XS gegenüber der normalenL32 A liegen im fünfstelligen Bereich.„Da wir aber ursprünglich einen Lifter fürdie Krankentrage bestellt hatten, der durchdie Absetzmöglichkeit des Korbes auf demBoden entbehrlich wurde, war die Drehleiterfür uns letztlich nur unwesentlichteurer als geplant“, erklärt der zuständigeMitarbeiter der Gemeindeverwaltung.Die L32 A (das A steht Articulated, denabsenkbaren Korbarm) bietet Metz übrigensauch weiterhin an. „Wir rechnen aberdamit, dass die Nachfrage danach perspektivischsinken wird und viele Kunden auf dieXS-Baureihe umsteigen“, erklärte GeschäftsführerKristeller während der offiziellenVorstellung. „So ähnlich erging es auch derkonventionellen L32 nach der Einführungder Gelenkleitern. Nur noch 20 bis 30 Prozentder Drehleiterproduktion entfällt heuteauf die L32.“Bauhöhe 2,98 MeterEinige Kunden werden zukünftig sicherlichauch die neue XF-Baureihe bevorzugen.Das XF steht für extra flat (flach), für Fahrzeugemit extrem niedriger Bauhöhe. DasVorführfahrzeug weist eine Gesamtbauhöhevon nur 2,98 Metern auf. „Dieser Wertlässt sich aktuell nur mit einem MercedesEconic-Fahrgestell erreichen“, berichtetFlorian Happe.Möglich wird die Bauhöhe unter dreiMetern, weil Metz dafür einen ultraflachenUnterbau einschließlich eines neuen Hilfsrahmensfertig. Und auch das Podium ist imVergleich zu den anderen Drehleitern niedriger.Positiver Begleiteffekt: Es werden rund150 bis 200 Kilogramm Gewicht eingespart.Alle anderen Teile stammen unverändertDie Aufnahmevorrichtung am Drehschemelist so großzügig dimensioniert, dass vorden Stromerzeuger (hier ein RS14 von Rosenbauermit 14 kVA) noch weitere Gerätepassen.In denKorbbodenist einekleine Kamera(Pfeil)eingebaut.Auch die beiden neuen Metz-Modellreihensind mit der klassischen Waagerecht-Senkrecht-Abstützvorrichtungausgestattet.64 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


aus dem Baukasten. „Es wird auch der Standardleiterparkverwendet“, so der Konstruktionsleiter.Die normale Fahrzeughöhe einerEconic-Leiter beträgt 3,10 Meter.Die erste XF wird schon in Kürze in Borken(NW) über die Straßen rollen. OffiziellerAuslieferungstermin ist Anfang Oktober.„Wir haben in der Stadt die historische BurganlageGemen. Die einzige Zufahrt führtdurch einen sehr niedrigen Torbogen, dapasst kein Standardfahrzeug durch“, erklärtStefan Döking, Leiter der Feuerwehr. Bishersetzen die Borkener deshalb eine DLK 23-12auf MAN 14.192 F (Baujahr 1989) ein. DasFahrzeug ist mit einer speziellen Bereifungausgestattet, außerdem ist das Dach derFahrerkabine eingeschnitten.Kombination aus XS und XFWährend der ersten Baubesprechung fürdie neue Drehleiter in Karlsruhe (Metz hattedie europaweite Ausschreibung gewonnen)erfuhren die Borkener dann von der XS-Baureihe.„Die beschriebenen Details deutetenein wesentlich verbessertes Einsatzspektruman“, erklärt Döking, warum die Borkenersich für ihr Fahrzeug die entsprechendeAusstattung wünschten. „Kein Problem“,hieß es bei Metz, „ist allerdings mit gewissenMehrkosten verbunden.“ Die wiederumbekam die Feuerwehr vom Stadtrat bewilligt,weil sich das Einsatzspektrum in engenStraßen oder zwischen dichtstehendenGebäuden spürbar verbessert. „Und bei 20Jahren Nutzungsdauer relativieren sich die▷Der Korb der L32 A-XS kann vor dem Fahrerhaus auf dem Boden abgelegt werden.Das ermöglicht einen sehr einfachen Ein- und Ausstieg. Von der Vorderkanteder Stoßstange bis zum vorderen Korbende sind es nur etwa 2,50 m. | Technische DatenDLA(K) 23/12 L32 A-XSFahrgestell: Mercedes Atego 1529 FMotor: Diesel, 286 PS/210 kW, Euro 5Getriebe:Allison AutomatikHöchstgeschwindigkeit: 100 km/hLänge:10 000 mmBreite:2 500 mmHöhe:3 270 mmRadstand:4 760 mmLeermasse:14 300 kgZul. Gesamtmasse:15 000 kgArbeitshöhe:32 mKorbbodenhöhe:30 mBesatzung: 1/2Aufbauhersteller:MetzBaujahr: 2013Fahrzeugtechnische Ausstattung: um 180mm verlängertes Standardfahrerhaus,Blattfederung vorne und hinten.Feuerwehrtechnische Ausstattung:450-kg-Korb mit vier Einstiegen (drei vorn,einer hinten), Lastöse an der Unterleiter(bis zu 4 t), Lastöse an der Leiterspitze(bis zu 600 kg), fünfteiliger Leiterpark(pulverbeschichtet) mit abneigbaremKorbarm (4,35 m), CAN-Bus-Steuerung,Waagerecht-Senkrecht-Ab-stützung mit Bodendrucküberwachung,Aluminium-Kunststoff-Podiummit sechs Geräteräumen,Hauptbedienstand mit neigbarer Rückenlehneund Dach, Krankentragenaufnahmeum 360 Grad schwenkbar (Nutzlast 250kg), 3D-Lastmessung mittels Lastmessbolzen(Messung der Kräfte, die auf denLeitersatz einwirken).Beladung: Wasserwerfer AWG HH 365 fürbis zu 2 000 l/min (manuell vom Korb ausbedienbar), Wasserwerfer RosenbauerRM15 bis zu 2 000 l/min (ferngesteuertvom Hauptbedienstand oder vom Korb).Preis:keine AngabenDer Rosenbauer-Monitor kann vom Hauptbedienstandferngesteuert werden. Er leistet bis zu 2 000 l/min.Zum Korb besteht vom Korbarm eine feste Wasserverbindung.9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 65


FahrzeugeDie beiden Metz-Neuheiten Seitean Seite. Linksdie flache neueXF-Baureiheauf MercedesEconic, rechtsdie sehr wendigeXS-Baureihe aufMercedes Atego.Eine drei Meterhohe Tordurchfahrt,wie sie vorallem in historischenAltstädtenhäufig anzutreffenist, kann mitder neuen L32A-XF durchfahrenwerden.Zusatzkosten auch“, so Döking. „Wenn wirdadurch ein Leben zusätzlich retten können,hat sich die Investition schon gelohnt“, findetder Leiter der Feuerwehr. Die Kombinationder beiden neuen Baureihen nennt sich L32A-XS-F (XS-Leiterpark undextrem niedrige Fahrzeugbauhöhe).Die Arbeitshöhe beträgt32 Meter, die Normausladung (Ein-Mann-Grenze mit Korb bei null Grad) 22,2 Meter.„Wir haben sehr intensiv geforscht, alleBauteile und Komponenten untersucht undnachgebessert, um die Ausladungswerte zuverbessern“, berichtet Kristeller. Bei einerKorbbelastung von 300 Kilogramm sind jetzt19,1 Meter möglich. Diese AusladungswerteWeb-Bonus Mehr zum Thema unterfeuerwehrmagazin.degelten übrigens nicht nur für die neuen XSundXF-Leitern, sondern ab sofort für alleneuen 32-Meter-Leitern von Metz.Insgesamt 14 bis 16 Drehleitern der neuenBaureihen wird Metz dieses Jahr bereits verkaufen.Das entspricht über10 Prozent der 2013er Produktion.Ziel der Karlsruhersind in diesem Jahr 130 bis135 ausgelieferte Fahrzeuge. Darunter befindensich auch 26 Hubrettungsbühnen.Text und Fotos:Jan-Erik Hegemann■ | Technische DatenDLA(K) 23/12 L32 A-XS-FFahrgestell: Mercedes Econic 1829 LLMotor: Diesel, 286 PS/210 kW, Euro 5Getriebe: Allison Automatik mit RetarderHöchstgeschwindigkeit: 100 km/hLänge:10 300 mmBreite:2 500 mmHöhe:2 980 mmRadstand:4 500 mmLeermasse:15 100 kgZul. Gesamtmasse:18 000 kgArbeitshöhe:32 mKorbbodenhöhe:30 mBesatzung: 1/2Aufbauhersteller:MetzBaujahr: 2013Fahrzeugtechnische Ausstattung: Luftfederungvorne und hinten.Feuerwehrtechnische Ausstattung: 450-kg-Korb mit vier Einstiegen (drei vorn, einer hinten),Lastöse an der Unterleiter (bis zu 4 t),Lastöse an der Leiterspitze (bis zu 600 kg),fünfteiliger Leitersatz (pulverbeschichtet)mit abneigbarem Korbarm (4,65 m), CAN-Bus-Steuerung, Waagerecht-Senkrecht-Abstützungmit Bodendrucküberwachung, Aluminium-Kunststoff-Podiummit sechs Geräteräumen,Hauptbedienstand mit neigbarerRückenlehne und Dach, Krankentragenaufnahmeum 360 Grad schwenkbar (Nutzlast250 kg), 3D-Lastmessung mittels Lastmessbolzen(Messung der Kräfte, die auf den Leitersatzeinwirken).Beladung: Wasserwerfer AWG HH 365 für biszu 2 000 l/min (manuell vom Korb aus bedienbar),Wasserwerfer Rosenbauer RM15bis zu 2 000 l/min (ferngesteuert vomHauptbedienstand oder vom Korb).Preis:keine Angaben66 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ReportageLöschen und Rettenunterm GasometerIn Oberhausen (NW) gibt es neben Gasometer und Centro-Einkaufsparknoch eine weitere Sehenswürdigkeit: eine über 300 Mann starke Berufsfeuerwehr.Die fährt nicht nur 40 000 Einsätze im Jahr, sondern schütztauch noch zahlreiche Großveranstaltungen mit bis zu 1,2 MillionenBesuchern. Unterstützt wird sie von 120 Ehrenamtlichen.Einer der mit Abstand seltsamsten Einsätzeder BF Oberhausen beginnt ganzharmlos an einem Freitagnachmittagim März 2012 in der Fußgängerzone: „Eine78-jährige Oberhausenerin meldete sichbeim Schadstoffmobil der Wirtschaftsbetriebe“,erzählt Wolfgang Tingler, BereichsleiterFeuerwehr der kreisfreien Großstadtim westlichen Ruhrgebiet. Ihr Mann seivor kurzem gestorben und nun sei sie beimAufräumen seines Kellers auf drei alte Marmeladengläsermit einer Flüssigkeit darinUnter dem 117,5 Meter hohen Gasometer haben die beidenLöschzüge der BF Oberhausen Aufstellung genommen. Ebenfallsmit auf dem Bild: einige Sonderfahrzeuge wie Wechsellader,Kranwagen, Wasserrettungswagen, Tanklöschfahrzeug undRüstwagen. Außerdem stellvertretend zwei Rettungswagen derFeuerwehr. Neben den Besatzungen stehen rechts auch dieAuszubildenden des Grundausbildungslehrganges.68 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


gestoßen. Sie könne aber nicht sagen, wassie enthielten. „Dem Mitarbeiter ist beimgenaueren Hinsehen fast das Glas aus derHand gefallen“, so Tingler. Zum Glück nurfast. „Nitroglycerin“ stand auf dem Gefäß– und das stimmte. Woher ihr Mann denhochexplosiven Sprengstoff hatte, konntedie Frau nicht sagen.„Wir haben dann die Gegend um dasSchadstoffmobil weiträumig abgesperrt unduns externe Hilfe geholt. Experten des Landeskriminalamteslegten sicherheitshalberdas entsprechende Glas sowie ein zweites,mit einer brennbaren Flüssigkeit gefülltesGefäß vorsichtig in eine Bombenkugel“, berichtetder Feuerwehrchef weiter. In langsamerFahrt wurde diese auf ein Brachgeländein der Nähe gebracht. Dort konnten die beidenGläser dann gesprengt werden. Das dritteGlas enthielt lediglich Industriealkohol.In seinem Büro plaudert Wolfgang Tinglersüber die Feuerwehr, die beinahe seinganzes Leben geprägt hat. „Ich hab nochdrei Jahre vor der Brust“, sagt der gebürtigeBremerhavener und lacht. „1983 bin ich als▷


ReportageDLA(K) 23/12 der Wache 1 auf MercedesAtego 1528, 2007 von Metz geliefert. Sieist das neueste der drei Hubrettungsfahrzeuge.Zur Beladung der DLA(K) gehörteine Angriffstasche für die Korbbesatzung(kleines Bild). Sie kann am Geländereingehängt werden. Schläuche,Strahlrohre, Kupplungsschlüssel, Fluchthauben,Übergangsstücke sowie ein Absperrventilhat der Trupp damit dabei.Von Weber stammt der hydraulische Rettungssatz auf dem HLF 20/16der Wache 1 (Mercedes Atego 1626 AF). Dazu zählt ein Hydro Pac,ein auf dem Rücken tragbares Hydraulikaggregat mit Akkubetrieb.Der Oberhauser Löschzug, hier auf der WacheSterkrade: ELW 1 auf Mercedes Vito 110 CDI, HLF20/16 auf Mercedes Atego 1528 F, Reserve-DrehleiterDLK 23-12 auf Iveco Magirus FF 150 E 27und HLF 20/16 auf Mercedes Atego 1526 AF.Wolfgang Tingler(57) steht seit24 Jahren an derSpitze der BFOberhausen.Referendar der BFEssen in den Feuerwehrdiensteingestiegen.Meine Grundausbildunghabe ichhier in Oberhausenmachen dürfen, weilzu dem Zeitpunktkein Lehrgang in Essenangeboten wurde.“Zwei Jahre späterfolgte die Staatsprüfung,„nach der ichgefragt wurde, obich nicht hier bei derFeuerwehr Oberhausen anfangen wolle. Dashabe ich 1985 auch gemacht und bin bereits1989 mit 33 Jahren Leiter der Feuerwehr geworden“,erzählt der 57-jährige. Kurz nachgerechnet:Wenn Tingler in drei Jahren inPension geht, ist er über 27 Jahre Leiter derBF Oberhausen gewesen. Das ist in Deutschlandvielleicht nicht einmalig, aber dennocheine bemerkenswerte Leistung.„Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder,und aus meiner Leidenschaft, dem Reisen,haben sich meine beiden anderen Hobbysentwickelt: das Sammeln von Shot-Gläsernaus Hard Rock-Cafes sowie von Bierdosen“,sagt er. Wer bei Google die Begriffe „Sammelleidenschaft“und „Bierdosen“ eingibt,landet bei einem Artikel aus derwesten.deüber Tinglers ungewöhnliche Sammlungvon 0,33-Liter-Dosen. „Doch das nur amRande.“Viel wichtiger ist ihm die Entwicklung„seiner“ Feuerwehr. „1989 hatten wir einenStamm von 245 Mitarbeitern. Heute, nachder Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtliniein Verbindung mit einer extern durchgeführtenOrga-Studie, werden wir unseren Personalstammauf 302 Mitarbeiter ausbauen.Davon sind dann 287 im Einsatzdienst derBF tätig.“ Im September wird ein Grundlehrgangmit elf eigenen Kräften abgeschlossen.Ein weiterer Grundlehrgang mit 17 eigenenLeuten hat im April die Ausbildung begonnen.„Wir sind dabei, den vermehrten Personalbedarf,der sich aus der Arbeitszeitverordnungergibt, auszugleichen und werdendies sowohl im mittleren als auch im Führungsdienst2014 abgeschlossen haben“, sagtTingler. „Dann kann ich den Brandschutzbedarfsplan,der im November 2012 beschlossenworden ist, umsetzen.“Wer nichts taugt, fliegtUnterstützung bekommen die Hauptamtlichenvon einer überschaubaren freiwilligenFeuerwehr: vier Züge mit jeweilsetwa 30 Mitgliedern in Mitte, Königshardt,Sterk rade und Süd. „Warum komme ich mitsolch einer kleinen Anzahl freiwilliger Kräfteaus? Ganz einfach: Das Anforderungsprofil,welches wir an die Mitglieder der freiwilligenFeuerwehren stellen, gleicht fast dem einesBerufsfeuerwehrmannes“, erläutert derChef. „Die Ehrenamtlichen fordern Fahrzeuge,Ausbildung und Persönliche Schutzausrüstung.Das sollen sie auch bekommen.Aber im Gegenzug fordere ich auch.“70 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ELW 1 der Feuer- und Rettungswache 1: Mercedes Vito 110CDI. Im Heck ließ die Feuerwehr eine Verkehrswarnanlageunter dem Himmel montieren.Für die beiden13 Jahre altenFahrzeugesollen innächster ZeitNeufahrzeugebeschafftwerden.Blick von oben aufden ELW der WacheSterkrade mitDachkennung undden verschiedenenFunkantennen. Zuerkennen ist innenauch der Arbeitsplatzdes Führungsassistenten.Das bedeutet zum Beispiel: In dem Augenblick,wo ein Feuerwehrmitglied atemschutzuntauglichwird, wird er auch feuerwehrdienstuntauglich– zumindest für denEinsatzdienst. „Natürlich kann er noch imHintergrund zum Beispiel Dienstpläne erstellen,logistische Aufgaben wahrnehmenoder als Schriftführer mitwirken“, erläutertJürgen Jendrian, Abteilungsleiter Technik.„Aber ich kann an einer Einsatzstellenicht erst fragen: ‚Wer von Euch darf dennein Atemschutzgerät anlegen?’“ Wer seineAtemschutztauglichkeit wiedererlangt, darfnatürlich auch wieder in den Einsatzdienstzurückwechseln.Warum diese knallharte Auslese? „Dievier freiwilligen Züge der Feuerwehr Oberhausensind ein absolut unverzichtbarer Bestandteilder Brandschutzbedarfsplanung“,erklärt Tingler. „Dementsprechend sind siequalitativ hochwertig ausgebildet, relativ eigenständig,obwohl sie mit Ausnahme vonKönigshardt im Stadtnorden auf den beidenWachen der Berufsfeuerwehr beheimatetsind, und voll in die Alarm- und Ausrückeordnungeingebunden.“ Heißt: Auch tagsüberwerden die Züge der freiwilligen Feuerwehralarmiert, wenn die Kräfte der BFgebunden sind, und werden bei Folgeeinsätzenselbstständig tätig. Rund 40 bis 50 Malim Jahr ist dies laut Tingler der Fall. Nebendem Brandschutz- und Hilfeleistungsdiensterfüllen die Freiwilligen dazu noch Sonderaufgabenbeim Massenanfall von Verletzten(MANV) und bei der Dekontaminationvon eigenem Personal und kontaminiertenVerletzten.Über 40M000 Einsätze fahren die Kräfteder Feuerwehr Oberhausen im Schnittpro Jahr. „1989, als ich das Amt des Leitersübernommen habe, haben wir zum erstenMal die 20M000er-Marke überschritten“, sagtder Feuerwehrchef. Ursache für diese Verdopplungder Einsatzzahlen sind vor allemEinsätze im Rettungsdienst, die die Berufsfeuerwehrim Bereich der Notfallrettungalleine abarbeitet. Hierfür stehen jeweilsvier Rettungswagen (RTW) sowie ein Not-▷Bei Abrissarbeiten fing 2001 das Holzgerüstdieses Kühlturms auf dem Gelände derNeuen Mitte Feuer. In letzter Minute konnteder Fahrer des Mobilkrans die Arbeiter imInnern mit einer Arbeitsplattform aus demSchacht ziehen. Dann zündete, begünstigtdurch den Kamineffekt, der Kühlturmdurch.Foto: Archiv Feuerwehr Oberhausen9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 71


Reportagearzt-Einsatzfahrzeug (NEF) auf den beidenWachen zur Verfügung. Ein weiterer RTWdient als Reservefahrzeug, ein drittes NEFist dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst(OrgL) sowie dem Leitenden Notarzt(LNA) vorbehalten. Lediglich im Krankentransportsind neben der BF mit insgesamtsieben Krankentransportwagen (KTW) diegroßen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund,Johanniter-Unfall-Hilfe undMalteser Hilfsdienst mit je einem KTW sowiedas Deutsche Rote Kreuz mit drei KTWvertreten.1 000 Einsätze im CentroOberhausen ist als Stadt relativ klein.Die Fläche des Einsatzgebietes verteilt sichauf rund 77 Quadratkilometer, weshalb dieFeuerwehr mit zwei Ausrückebereichen auskommt.Tingler: „Trotzdem haben wir durchdie 217M000 Einwohner eine relativ großeBevölkerungsdichte. Die Bevölkerungsdichteist für mich das eigentliche Maß für dasGefährdungspotential einer Stadt.“ Hinzukommen die vorhandene Industrie und dieInfrastruktur.„Es gibt mit der OXEA Chemicals einChemiewerk mit eigener Werkfeuerwehrim Nordwesten von Oberhausen, weiterdie MAN Diesel & Turbo SE“, zählt Tinglerdie Gefahrenschwerpunkte auf. „Wir habenauch sehr viel mittelständische Industrie,aber wirklich interessant ist der Strukturwandel:vom ehemaligen Stahlstandort zueiner Tourismusmetropole.“ Vor 16 Jahrenbeispielsweise wurde das Centro gebaut,damals Europas größtes Einkaufszentrum.„Darauf muss man sich als Feuerwehr einstellen“,fährt er fort. „Nicht nur auf das Gebäudeselbst mit seinen baulichen Gegebenheiten,sondern eben auch auf die Besucher,die jeden Tag dort hinfahren.“ Insbesonderegilt dies natürlich für den Rettungsdienst.„Wir rechnen zwischen 800 bis 1M000 Einsätzeder Feuerwehr und des Rettungsdienstesalleine im Centro pro Jahr“, so Tingler.Jedes Jahr kommen 24 bis 25 MillionenBesucher in die Ruhrmetropole. Besonderseinige Großveranstaltungen ziehen die Massenan: „Oberhausen olé“ mit 30M000, eine„Ballermann-Party“ oder „Ruhr in love“ imOlgaPark mit jeweils 50M000 Partywütigenund als größtes Event eine fünftägige Straßenkirmesin Sterkrade. „Zwischen einerund eineinhalb Millionen Besucher drängensich dann durch die Straßen rund umdie katholische Kirche“, erläutert Jendrian.„Da müssen wir Brandwachen mit Löschfahrzeugund RTW innerhalb des Festbereichespostieren, um an bestimmte Straßenüberhaupt heranzukommen.“ Dazu kommteine eigene Einsatzleitung. Nicht vergessendarf man im Rheinland natürlich den Karneval.„Der ist bei uns zwar nicht so groß wiein Köln oder Düsseldorf“, so Tingler. „Aber12 882 Quadratmeter misst die Fläche des Feuer- und Rettungswache 1. Vorn im Bild die Kfz-Werkstatt, links daneben die Schlauchwerkstatt. Rechts schließt sich ein Flachdachbau mitweiteren Werkstätten an, dahinter der dreigeschossige Verwaltungstrakt. Im Hintergrund Fahrzeughalleund Unterkunftsgebäude der Wachabteilung sowie der FF Mitte und Süd. Am linkenBildrand Fahrzeughalle und Unterkünfte für den Rettungsdienst sowie die Atemschutzwerkstattnebst Übungsstrecke.Endlosleitern, Stepper sowie Fahrradergometer stehen im Geräteraumzur Verfügung.Ein Teil der Übungsstrecke für die Atemschutzgeräteträger bestehtaus einem dreigeschossigen nachgebildeten Wohnhaus.Möblierte Räume vermitteln das Bild einer realen Einsatzstelle.Hier trainieren gerade Mitglieder des neuen Grundausbildungslehrganges.Vom zentralen Steuerstandaus lassensich beide Streckensowie der Geräteraumüberwachenund bedienen.Nach einer der jährlichenPflichtübungen unter CSAreinigt Vincenzo Cammalleridie Chemikalienschutzanzügein der Atemschutzwerkstattund steckt sie aufein Trocknungsgestell.★72 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Auch in Sterkrade besitztder Rettungsdienst ein eigenesUnterkunftsgebäude.Zwei KTW, ein NEF sowie vierRTW sind hier beheimatet.Zwei Desinfektionsboxenstehenfür die Fahrzeugedes RettungsdiensteszurVerfügung. Hierdurchläuft geradeeiner der KTWdie wöchentlicheDesinfektion.Die BF ist in Oberhausen für den Bereich der Notfallrettungsowie zum Teil für den Krankentransport zuständig.Von links: NEF für den Leitenden Notarzt und den OrgL aufMercedes ML 280 CDI, KTW auf Mercedes Sprinter, RTWauf Mercedes Sprinter sowie NEF auf Audi Q5 TDI Quattro.Insgesamt achtPlätze stehen inder Kfz-Werkstattzur Verfügung.Ein Teil ist mitFahrzeuggrubenausgestattet,weiter gibt eszwei Hebebühnenund einen Bremsenprüfstand.beim Kinderumzug sind es auch 150M000,beim großen Zug sogar 250M000 Schaulustige,die die Straßen säumen.“Zu den Auswirkungen des Strukturwandelsgehörte auch die Wiedereinführungeiner Straßenbahn. Diese fährt unter anderemauf einer eigenen, zum Teil hochgelegtenTrasse, die vom Sterkrader Bahnhof überdas Centro-Gelände bis zum Hauptbahnhofreicht. Hier teilen sich Busse und Straßenbahneine Fahrbahn, auf der sie auch innerortsmit Geschwindigkeiten bis 70 km/hunterwegs sind. Ein Teil der Strecke verläuftin einem Trog direkt vor der Hauptfeuerwache.„Diese Strecke nutzen wir zum Teil mit,wenn wir mit dem Löschzug zum Centrofahren“, berichtet Jendrian. Über die Feuerwehr-und Rettungsleitstelle können danndie Ampeln für die Nahverkehrsmittel aufRot gestellt werden. „Damit sind wir innerhalbweniger Minuten vor Ort und müssennicht den Weg über die häufig völlig verstopfteMülheimer Straße nehmen.“Parallel dazu wurde im Bereich der neuenMitte die König Pilsener-Arena gebaut,in der zahlreiche Weltstars auftreten, wiezum Beispiel die Popsängerin Pink, oderauch Boxweltmeisterschaften stattfinden.12M650 Sitzplätze bietet die neben demCentro auf dem 143 Hektar großen Geländeder ehemaligen Gutehoffnungshütte gebauteMehrzweckhalle. Dazu kommen14M000 Parkplätze. Pro Jahr besuchen rund800M000 Besucher über 100 Veranstaltungenalleine dort.„Wir haben natürlich auch schon das einoder andere Feuer im Centro gehabt“, schildertTingler. „Der letzte Großbrand war inder Silvesternacht 2012/13, als ein reetgedeckterIrish Pub komplett abbrannte. Ichhatte zufällig Dienst und selbst zu dieserungünstigen Zeit war nicht nur auf die Kollegender BF, sondern auch auf die Freiwilligenabsolut Verlass.“Einsätze im Gasometer„Weiter haben wir hier ein dichtes Netzan Verkehrswegen zu betreuen: die AutobahnenA 2, A 3, A 40, A 42, A 59 und A 516rund um das Stadtgebiet, eine Eisenbahnliniemit einem großen Rangierbahnhof, wosich der Großteil der Unfälle mit Gefahrgutereignet, sowie mit dem Rhein-Herne-Kanaleine Bundeswasserstraße“, schildert Tingler.Speziell hierfür hält die Feuerwehr eine Taucherstaffelmit 42 Mitgliedern sowie entsprechendeBoote vor. Von diesensind zwei auf Trailern gelagert,ein drittes liegt inder Marina nebendem Sea Life-Aquariumständig imWasser.„Die Ein-▷9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 73


ReportageDiesen ELW 2 baute Schmitz auf einemMercedes Atego 1022. Hier steht der Einsatzleitwagenvor der Straßenbahn- undBushaltestelle am Centro.Drei der vier Tische in der Leitstelle sindin der Woche von 7.30 Uhr bis 16.15 Uhrbesetzt. Vier Disponenten sind pro Schichtim Dienst. Auf großen Monitoren können siesich Bilder von neuralgischen Punkten imStadtgebiet anzeigen lassen.Als MTF wird dieser Mercedes Bus O 405bezeichnet. In erster Linie dient er als Aufenthaltsraumfür Geschädigte oder betreuungsbedürftigePersonen.sätze auf dem Wasser reichen von Brandbekämpfungbis Hilfeleistung. So gab esbeispielsweise ein Explosionsunglück aufeinem Tankschiff, bei dem das Deck zu einemDrittel aufgerissen wurde. Berüchtigtsind auch die Frachtschiffe, bei denen derSchiffsführer zwischen zwei Brücken schonmal vergisst, seine Brücke wieder herunterzufahrenund sich – vornehmlich an derBrücke über die A 516 – den Steuerstand abrasiert“berichtet Jendrian.Ein besonderes Einsatz-Objekt ist derzeitauch im Gasometer, einem 117,5 Meter hohen,ehemaligen Gasspeicher, zu bewundern:Bis Ende des Jahres ist hier noch dasso genannte „Big Air Package“ des VerhüllungskünstlersChristo zu bestaunen. Diegrößte Innenraumskulptur der Welt bestehtaus 20M350 Quadratmetern Stoff und 4M500Meter Seil. Das Gasometer ist einer derGründe dafür, dass die Feuerwehr Oberhausenüber eine Höhenrettungsgruppe verfügt.Denn neben der Ausstellungsbereich befindetsich auf dem Dach auch noch ein beliebterAussichtspunkt, der über zwei Fahrstühle– einer innen, einer außen – sowie eineaußen liegende Stahltreppe zu erreichenist. Ein zweiter Grund war ein Einsatz aufeinem der während der Baumaßnahmenam Centro aufgestellten rund 60 Baukräne.Ein Kranführer erlitt in seiner Kanzel einenHerzinfarkt. „Dies war die Geburtsstundeder Höhenrettung in Oberhausen“, sagt derFeuerwehrchef. Heute sind insgesamt 31Beamte als Höhenretter ausgebildet.Drei Tage entrauchen„In diesem mittlerweile durchgehend alsVeranstaltungszentrum genutzten Gasometerhatten wir auch schon mal ein Feuer.Bezeichnenderweise hieß die gerade stattfindendeAusstellung auch noch ‚Feuer undFlamme’“, erzählt Tingler. „Beim Abbau kames zu einem Brand von Kartonagen mit starkerRauchentwicklung. Wir haben das Feuerdann schnell gelöscht, mussten aber übereinen Zeitraum von drei Tagen den Rauchaus dem Objekt über Dachöffnungen in 112Meter Höhe herausdrücken.“Noch ein besonderer Einsatz in einemehemaligen Industriebau ist Tingler imGedächtnis geblieben: Auf dem Geländeder Neuen Mitte bereiteten Arbeiter denAbriss eines mit Asbestplatten eingedecktenhölzernen Kühlturms vor. Diesekonnten nur mit einem Arbeitskorb,der an einem Mobilkran hing, von obenin den Turm abgelassen werden. Beimunvorsichtigen Umgang mit einemTrennschleifer fingen Teile des Holzgerüstsdes 50 Meter hohen Turms Feuer.Die Flammen breiteten sich so schnell aus,dass es dem Kranführer gerade noch gelang,die Bauarbeiter mittels der Arbeitsplattformaus dem Turm zu ziehen, bevor der gesamteBau durchzündete. Eine riesige Stichflammeschoss durch den im Innern entstandenenKamineffekt 30 Meter hoch in den Himmel.Aktuell muss sich die Feuerwehr immerwieder mit Bombenfunden auseinandersetzen.„Fast alle vierzehn Tage findet hier imRuhrgebiet eine Bombenräumung mit denentsprechenden Vorkehrungen statt“, so derFeuerwehrchef. Bei Bombenlagen wird dergesamte Einsatz aus dem 2009 bei Schmitzauf einem Mercedes Atego 1022 gebautenEinsatzleitwagen (ELW) 2 geleitet. „UnsereFeuerwehr- und Rettungsleitstelle muss jadas Tagesgeschäft abwickeln“, erklärt Tingler.Dass dieses nicht vernachlässigt werdendarf, zeigte sich am 22. Mai 2013: Im Zugeeiner Bombenräumung im Stadtteil Sterkrademussten nicht nur ein Altenheim, zweiSchulen sowie ein Kindergarten geräumtwerden. Auch die Feuer- und Rettungswache2 war von der Evakuierung betroffen.„Noch während der laufenden Entschärfungmussten die Kräfte, die wir in einem Bereitstellungsraumstehen hatten, zu einem Zimmerbrandausrücken“, so Tingler.Leitstelle: Demnächst24-Stunden-Dienst„Für den Betrieb der Leitstelle sindderzeit 16 Planstellen vorgesehen, die invier Wachabteilungen in einem Zwölf-Stunden-Rhythmus ihren Dienstversehen“, erklärt Thomas Zaniecki,Leiter Leitstelle. Die Anzahl derDienst habenden Disponenten variiertmit der Tageszeit. Von montagsbis freitags werden zwischen 7.30Uhr und 16.15 Uhr drei Tische besetzt.Während der übrigen Zeiten müssenzwei Tische besetzt sein. „Bei bestimmtenEinsatzlagen oder wenn größere Veranstaltungeneine erhöhte Zahl von Notrufenvermuten lassen, wird die Anzahl derDisponenten natürlich aufgestockt“, soZaniecki weiter. Falls dies nicht aus demPool erfolgen kann, sind in den Wachabteilungenweitere ausgebildete Leitstellenbeamteverfügbar.Im Jahr 2007 konnte die Leitstelle komplettsaniert und umgestaltet werden.Zaniecki: „Auch mit der Technik sind wirjetzt auf dem neuesten Stand.“ Alarmiertwird über die Wachlautsprecheranlage,lediglich der Rettungsdienst wird überdigitale Funkmelder gerufen. Für die Notrufabfragewird in der Regel eine Minutebenötigt, spätestens zwei Minuten danachrückt das entsprechende Fahrzeug aus. Hierbeimuss unterschieden werden, ob es sichum einen RTW beziehungsweise das NEFoder um ein Löschfahrzeug handelt. „Dieseshat eine geringfügig höhere Ausrückzeit,weil die Besatzung in den einzelnenFachbereichen arbeitet und so einenlängeren Weg zum Einsatzfahrzeug ▷74 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


In den BrandmeldezentralenimCentro hängendiese Übersichtspläne.Erst aufihnen werdendie Dimensionendeutlich. 14Brandmeldezentralensind fürdie Überwachungdes Einkaufszentrumsinstalliert.Der Angriffsweg der Feuerwehr bei einem Alarm im Centroverläuft durch die hinter den Geschäften liegendenVersorgungsgänge. Daher nimmt der Angriffstrupp seineAusrüstung auf einem Handkarren mit, der jeweils in denBrandmeldezentralen bereit steht, um Kräfte zu sparen. | Stichwort OberhausenUnübersehbar ragt über derStadt als Wahrzeichen der Gasometer117,5 Meter in den Himmel.Der 1929 gebaute ehemaligeKokereigasspeicher ist die derzeitwohl ungewöhnlichste Ausstellungs-und VeranstaltungshalleEuropas. Noch bis zum Ende desJahres ist dort das Big Air Packagedes Aktionskünstlers Christo zubestaunen. Vom Dach bietet sichein toller Blick über die StadtOberhausen und das westlicheRuhrgebiet.Der frühere Scheibengasbehälterist ein Überbleibsel derehemaligen Gutehoffnungshütte(später Thyssen). Sie entstand imJahr 1808 aus dem Zusammenschlussdreier Hüttenbetriebe zueinem bedeutenden Montan- undMaschinenbauunternehmen.Ihre Geschichte ist eng mit demNamen der UnternehmerfamilieHaniel verbunden. Doch dieIndustrialisierung begann schonfrüher. Durch die 1758 in Betriebgenommene St. Antony-Hütte istOberhausen als Wiege des Ruhrgebietsbekannt.Für die Arbeiter der Gutehoffnungshütteerrichtete man dieSiedlung Eisenheim. Sie gilt alsdie älteste Arbeitersiedlung desRuhrgebiets und steht heuteunter Denkmalschutz. Erst zwischen1975 und 1987 endetedie Ära der Schwerindustrie. Indem einst zur Hütte gehörenden,vom Architekten Peter Behrensentworfenen Hauptlagerhaus istheute das Depot des RheinischenIndustriemuseums beheimatet.In der St. Antony-Hütte befindetsich inzwischen ein industriearchäologischerPark, auch andereWerksgebäude wurden vor allemkulturellen Zwecken umgewidmet.Auf zwei Etagen verteilen sichim Centro in verschiedenen Flügelnüber 220 Ladengeschäftemit 119 000 Quadratmeter Verkaufsfläche.Foto: CentroIm Mittelzentrum Oberhausenleben rund 217 000 Menschenauf einer Fläche von 77,1 Quadratkilometern.Es ist seit 1975 indie drei Bezirke Alt-Oberhausen,Osterfeld und Sterkrade gegliedert.Das Bild der Stadt prägenEinkaufs- und Freizeiteinrichtungen.Bekannteste Einkaufsmeiledürfte das Centro in der so genanntenNeuen Mitte sein. Aufeiner Nettoverkaufsfläche von119 000 Quadratmetern findensich hier über 220 Geschäfte. DerKomplex beinhaltet elf Eingänge,sieben Aufzüge und wurde binnenzwei Jahren für 460 Millionen Eurogebaut. 14 000 Parkplätze nehmendie Autos der Besucher auf. Rundherumfinden sich das Gasometer,die König Pilsener-Arena, dasMultiplexkino CineStar, den SeaLife Abenteuer Park, das LegolandDiscovery Centre, die Marina unddas Metronom Theater.Blick über Oberhausen und das Gelände der Neuen Mitte. Im Bildmittelpunktdas Centro. Unter dem weißen Planendach davor der inder Silvesternacht 2012 abgebrannte irische Pub. Vorne kommt dieStraßenbahntrasse und verläuft rechts Richtung Haltestelle Centro.Am Bildrand ist ein Teil der König Pilsener-Arena zu sehen. Foto: Preuschoff9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 75


ReportageLiebherr baute 1994 den FwK 40 Typ UTM 532. Der Kran istauf der Feuer- und Rettungswache 2 in Sterkrade stationiert,33 Kranmaschinisten gibt es in den Wachabteilungen.WLF MercedesAxor 2529L 6x2 mitMichels-Aufbauund demAB-Gefahrgut.Der von Ziegler1991 gebauteBehälter iststandardmäßigaufgesattelt.Auf einem Mercedes Actros 1831 baute Ziegler das TLF24/48 auf, das auf der Feuer- und Rettungswache 1 stationiertist. Hier zu sehen bei Zielübungen auf einen ausrangiertenKesselwagen.WLF auf Mercedes 2631 6x4mit dem AB-Verletztendekontamination.Selbst gebauthaben die FeuerwehrleutediesenAB-Schiene. Aufihm sind alle GerätschaftenzumAnheben undAufgleisen vonStraßenbahnenverlastet.Mit dem FwK 40rückt auch derRüstwagen aus,von Ziegler aufeinem MercedesAtego 1529aufgebaut.76 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


zurücklegen muss“, erklärt der Leitstellenchef.Zudem müssen die Kollegen vor demAusrücken ihre Schutzkleidung anlegen.Künftig soll der Dienst in der Leitstelleanalog zu den drei Wachabteilungen in einen24-Stunden-Dienst gewechselt werden. DerRhythmus 24 Stunden Dienst/48 Stundenfrei wird an den Wochenende durch kurzeWechsel (24/24) unterbrochen. Dadurch ergibtsich zum Ausgleich alle drei Wochen einlanges Wochenende von Freitag bis Montag.Gewechselt wird jeweils mittags. Der auf denbeiden Wachen stationierte Löschzug ist wiefolgt besetzt: ELW 1/1, erstes Hilfeleistungs-Löschfahr zeug (HLF) 1/5, Drehleiter (DLK)1/1 und zweites HLF 1/4.Dienstfreie Kräfte können ebenfalls überdigitale Melder alarmiert werden. Um hieralle Kollegen erreichen zu können, erfolgengleichzeitig eine Alarm-SMS und ein automatischerTelefonanruf.Kurze Wege zum Nachbarn„Derzeit denken wir über eine Kooperationmit der Leitstelle in Essen nach“,blickt Tingler in die Zukunft. Falls die OberhauserLeitstelle einmal ausfallen sollte, istgeplant, dass Notrufannahme und Alarmierungin der Nachbarstadt erfolgen. Nichtnur dabei nutzt die Feuerwehr einen großenVorteil des Ruhrgebiets: kurze Wege. Teilweisegehen die Städte beinahe unmerklichineinander über, was eine Zusammenarbeitdeutlich erleichtert. „So rückt unserKranwagen beispielsweise auch nachMülheim oder Bottrop aus“, erläutert Tingler.„Andersrum kommen, wenn wir hierkurzfristig Unterstützung im Brandschutzbrauchen, auf kurzem Weg Einsatzkräftebeispielsweise aus Essen zu Hilfe. Gleichesgilt für den Austausch von Rettungsmittelnoder bei der Ausbildung. So werdenKapazitäten in den Nachbarstädten abgefragtund Auszubildende untereinandervermittelt."Gegenseitige Hilfe wird immer wichtiger.„Mittlerweile ist es so, dass wir in einer derärmsten Kommunen Deutschlands wohnen“,so Tingler. „Wir fallen unter das Stärkungspaketim Ruhrgebiet, zu dem Städtegehören, die nicht mehr in der Lage sind,einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.“Dennoch kann sich die Feuerwehr derUnterstützung der Verwaltung sicher sein.Was beschafft werden muss, wird auchbeschafft, und es wird nicht auf Kosten derSicherheit gespart.Abteilungsleiter Jendrian und sein VertreterFrank Reinersmann in der AbteilungTechnik merken dies bei ihrer täglichenArbeit besonders. Sie kümmern sich nichtnur um die 109 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr.„Der Kollege Reinersmann ist vorallem für die Gebäudeunterhaltung zuständig“,sagt Jendrian. Und davon gibt eseinige: Die in den Jahren 1978 bis 1982 inmehreren Abschnitten gebaute Feuer- undRettungswache 1 in der Brücktorstraße, die1996 übergebene Feuer- und Rettungswache2 in Sterkrade, Dorstener Straße 119, sowiedas Feuerwehrhaus der FF Königshardt inder Falkestraße.„Alleine bei der Hauptfeuerwache istschon einiges zu tun, immerhin ist dasGebäude mittlerweile 35 Jahre alt“, soder Leiter Technik. Als dritter Mitarbeiterkümmert sich Thorsten Silberborth um dieGerätetechnik sowie Werkstätten (Kfz-Werkstatt,Schlauchwerkstatt, Feuerlöscherwerkstatt,Metallwerkstatt, Schreinerei). „Durchdie Neustrukturierung bekommen wir jetztnoch den Bereich Kommunikation dazusowie die Atemschutzwerkstatt, was früherein eigener Bereich war“, sagt Jendrian. „Wirwaren vorher 78, am Ende werden wir rund90 Mitarbeiter in unserer Abteilung haben.“▷Als einzige FF besitzt die Feuerwehr Königshardt ein eigenes Feuerwehrhaus.Hier sind (von links) TLF 16/24-Tr, TLF 16/25 und HLF20/16 stationiert.Die FF Süd mit ihrem Fahrzeugpark: SW 2000-Tr, HLF 20/16, LF 16-TS sowieWLF mit dem AB-Verletzten-Dekontamination Land NRW (von links).Auf der Feuer- und Rettungswache 2 ist auch die FF Sterkrade stationiert,hier mit ihrem Maskottchen. Ihr Fuhrpark besteht aus LF 16-TS, RW 1, SW2000-Tr sowie HLF 20/16.Foto: FeuerwehrAuch die Mitglieder derFF Mitte gehören mit zur Mannschaftdes AB-VDekon. Weiter besetzen sie LkwDekon-P, GW-Mess sowie ein HLF 20/16.9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 77


ReportageIn der Marina am Centro liegt das MZB 1 der Feuerwehr. Eskann direkt auf den Rhein-Herne-Kanal ausrücken. Reichbaute es 2003. Der Alte Schatz der BF Oberhausen: GW-Wasserrettungauf Mercedes L 608 D, 1983 gebaut (kleines Bild).Web-Bonus Mehr zum Thema unterfeuerwehrmagazin.deJendrian kümmert sich vorrangig umden Kauf von neuen Einsatzfahrzeugen.„Wir sind derzeit zum Beispiel in der Beschaffungvon fünf neuen RTW und werdenden Bestand damit von acht auf elfRettungswagen aufstocken.“ Bisher warenzwei Fahrzeuge pro Wache in Vollfunktion | Fahrzeuge der Feuerwehr Oberhausenbesetzt, nach der Beschaffung werden esdrei pro Wache sein.„In unserer Kfz-Werkstatt haben wir einenMeister, zwei Gesellen und einen Auszubildenden.Inspektionen, Reparaturen sowiedie Hauptuntersuchungen – alles wird imHaus erledigt“, erklärt Jendrian. Neben einerAnzahl Typ Fahrgestelle Aufbauhersteller Baujahre3 ELW 1 Mercedes, VW Schmitz, WAS 2000 bis 20031 ELW 2 Mercedes Schmitz 20092 KdoW Mercedes WAS 2000 bis 200510 LF/HLF Mercedes Rosenbauer, Ziegler 1989 bis 20115 TLF Mercedes Rosenbauer, Ziegler 1997 bis 20093 DLA(K) 23/12 Magirus, Mercedes Metz, Iveco Magirus 1996 bis 20071 MTF (Bus) Mercedes Mercedes 19911 FwK 40 Liebherr Liebherr 19948 Gerätewagen Mercedes, VW Eigen, Köster, Paaßen, Ziegler 1983 bis 20063 RW Mercedes Wackenhut, Ziegler 1988 bis 20114 WLF MAN, Mercedes Atlas, Michels 1995 bis 20111 Lkw Mercedes Atlas 199711 Versorgungsfahrzeuge Mercedes, VW GSF, Köster, Plätz, WAS 1994 bis 20071 Kompaktschlepper Kubota Kubota 20068 RTW Mercedes Fahrtec, WAS 2002 bis 20113 NEF Audi, Mercedes Binz, WAS 2006 bis 201113 KTW Mercedes, VW Binz, Fahrtec, Miesen, WAS 2005 bis 201015 Abrollbehälter - Containerbau Hameln, Eigen, GST, 1990 bis 2007Michels, Liebherr, Ottenbacher,Roland, Ziegler3 Boote - Harbeck, Reich 1989 bis 200613 FwA - Alback, Immer & Elze, Kotschenreuther,1971 bis 2006Polyma, Stoeger, Total, Ziegler109 - - - 1971 bis 2011Stand: 23. Mai 2013. Die ausführliche Fahrzeugübersicht finden Sie ausPlatzgründen als Bonus-Inhalt unter www.feuerwehrmagazin.de.großen Werkstatthalle mit acht Stellplätzenund einem Deckenkran stehen den Mitarbeiterneine eigene Spritzlackiererei, eineReifenwerkstatt und ein Pumpenprüfstandzur Verfügung. In Sterkrade gibt es darüberhinaus noch eine Schuhmacherwerkstatt,die zur Kleiderkammer mit angegliederterSchneiderei gehört. Die Atemschutzwerkstattteilt sich die Räumlichkeiten mit derMedizingerätewerkstatt, nebenan liegen eineWerkstatt für die Reinigung der PersönlichenSchutzausrüstung und die Desinfektionfür den Rettungsdienst.Reinersmann: „Alles in eigenen Werkstättenzu erledigen ist in der heutigen Zeitsicherlich ungewöhnlich. Aber der Trendscheint allgemein bei den Feuerwehrenwieder dahin zu gehen, Arbeiten nicht mehrnach außen zu geben.“ Jendrian ergänzt: „Esist ja auch nicht so, dass man der örtlichenFachwerkstatt ein rotes Auto auf den Hofstellt und die lassen sofort alles stehen undliegen und reparieren das. Die sagen dann:‚Stell‘ das mal da hin und in fünf Tagenkannst Du das dann wieder abholen.’ DieseStandzeiten können wir uns nicht erlauben.Zumal wir nicht über entsprechende Reservefahrzeugeverfügen.“ Zudem habe eineUntersuchung ergeben, dass es wirtschaftlichersei, die Werkstätten bei der Feuerwehrzu halten.Text und Fotos: Olaf Preuschoff■Kontakt:Berufsfeuerwehr Oberhausen, Brücktorstraße 30,46047 Oberhausen, Telefon 02 08 / 8 58 50,Fax 02 08 / 8 58 52 43,eMail feuerwehr@oberhausen.de,www.oberhausen.de/feuerwehr.php78 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


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ServiceBelüftung bei TiefgaBrände in Tiefgaragen enthalten ein hohes Eskalationspotential.Häufig sind diese Bauten mit Wohn- undGeschäftshäusern verbunden. Werden dann noch Brandschutzmaßnahmenmissachtet, entwickeln sich oft kritischeLagen, bei denen Personen mit großem Aufwand gerettetwerden müssen. Wir sagen Ihnen, wie Sie mit der richtigenTaktik diese Situationen entschärfen können.Tiefgaragen stellen im Brandfall einegroße Herausforderung für die Feuerwehrdar. Unübersichtliche und vonaußen nicht einsehbare Gebäudestrukturen,eine hohe Brandlast sowie starke Rauchentwicklungerschweren die Brandbekämpfungund machen Innenangriffe gefährlich.Mögliche Probleme für die Feuerwehr ergebensich im Wesentlichen aus● einer hohen Brandlast durch die abgestelltenPkw und deren Betriebsstoffe sowiebeispielsweise durch zusätzlich gelagertenHausrat,● der starken Rauch- und Hitzeentwicklung,● einem hohen Partikelanteil im Brandrauch,der die Funktion von Wärmebildkamerasbeeinträchtigen kann,● langen Anmarschwegen durch unübersichtlicheBereiche („versteckte“ Zugänge,mehrere Etagen, Trenngitter),● der schnellen Brandausbreitung und● der Rauchausbreitung in Treppenhäuser(Flucht- und Rettungswege) sowie Fahrstuhl-und Versorgungsschächte durchbauliche/betriebliche Mängel oder falscheTaktik der Feuerwehr zu Beginn desEinsatzes.Hinzu kommt, dass bei intensiven Brändenin Tiefgaragen aufgrund der Hitzeentwicklungtragende Strukturen versagenkönnen. Unter Umständen droht sogar derEinsturz der Tiefgarage sowie darüber liegenderGebäude.Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen,dass sich Brände selbst in relativ kleinenTiefgaragen mit wenigen Stellplätzen sehrkritisch entwickeln können, wenn es nichtgelingt, einen frühen Einsatzerfolg zu erreichen.Bei Bränden mit dem Einsatzstichwort„Tiefgarage“ ist deshalb grundsätzlichauf die (Nach-) Alarmierung ausreichenderKräfte zu achten.Häufig wird bei Tiefgaragenbränden einerster Löschangriff über die Ein- und Ausfahrtvorgetragen. Diese Vorgehensweise erscheintauf den ersten Blick am einfachstenund kann bei Bränden in kleinen und überschaubarenGaragen, bei denen das Feuerbereits von außen erkennbar ist, auch meistproblemlos durchgeführt werden.In unübersichtlichen Garagen, bei denenzum Auffinden des Brandherds Trupps imInnenangriff zunächst erkunden müssen,sollte diese Vorgehensweise jedoch kritischhinterfragt werden. Um hier den optimalenAngriffsweg festzulegen, soll zuerst definiertwerden, welche Voraussetzungen ein sichererAngriffsweg überhaupt erfüllen muss.Der optimale (und damit sicherste) Angriffswegfür den Angriffstrupp ist● einfach begehbar (möglichst geradlinig,wenig oder keine Hindernisse oder Engstellen),● nicht brennbar und idealerweise frei vongelagerter Brandlast,● raucharm oder aber mit Überdrucklüfternraucharm zu halten,● ohne starke Hitzebeaufschlagung durchdas Feuer,● der nach Möglichkeit kürzeste Weg vomGebäudeeingang zum Brandherd.Je größer und unübersichtlicher eine Tiefgarageist, umso weniger kann die Ein- undAusfahrt diese Anforderungen erfüllen. DerAngriffsweg von der Einfahrt zum Feuer istnur schwer rauchfrei zu bekommen. Zudemist er als Zuluft öffnung für den Einsatz vonBelüftungsgeräten (Kleinlüfter) aufgrundseiner Abmessungen häufig ungeeignet.Der gesamte Anmarschweg (und somitauch der Rückzugs- und Fluchtweg) desAngriffstrupps ist mit Rauch und Hitze beaufschlagt.Das Verlegen einer Schlauchleitung durchdie Tiefgarage ist schwierig, da sich dieSchläuche leicht unter den Rädern abgestellterFahrzeuge verklemmen. Bei großen Tiefgaragenkommt noch hinzu, dass das Objektdurch Brandschutztore in Brandabschnitteunterteilt ist. Der Anmarsch über die Einfahrtund entlang der Fahrspur wird durchdie im Brandfall geschlossenen Tore nichtBrisante Lage: Dichter schwarzerRauch quillt aus dem Zugang einerTiefgarage. Ein Atemschutztruppbereitet sich auf seinen Einsatzvor. Sein Vorgehen könnte durcheine gezielte Einsatzstellenbelüftungerleichtert werden.Foto: Berufsfeuerwehr MünchenTiefgarageneinfahrten erscheinenauf den ersten Blick als geeigneterAngriffsweg. Empfehlenswert ist dieseVorgehensweise aber nur bei kleinenGaragen oder wenn sich das Feuer inder Nähe der Einfahrt befindet.Foto: Emrich82 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


agenbrändennurerschwert: Um den Schlauch durchführenzu können, müsste der Angriffstruppdie Tore offen halten. Damit würde aberihre Schutzfunktion durch die Feuerwehraußer Kraft gesetzt. Im Gegensatz zu geöffnetenBrandschutztüren in Treppenhäusernlässt sich bei offenen Brandschutztoren eineRauchausbreitung in der Tiefgarage nichtoder nur schwer (durch Einsatz mobilerGroßventilatoren) verhindern.Treppenhäuserals AngriffswegTiefgaragen sind in der Regel über Treppenräume,Treppenhäuser, Korridore oderFahrstuhlschächte mit anderen Gebäudeteilenverbunden. Diese sind durch Brandschutztürenabgesichert. Will die Feuerwehrüber diese Verbindungswege in andere Gebäudeteilegelangen, setzt dies zwingendden Einsatz von Lüftern und – falls vorhanden– mobilen Rauchverschlüssen voraus.Nur so lässt sich verhindern, dass durchMaßnahmen der Feuerwehr Rauch in bisherrauchfreie Bereiche gelangt und sichdort unkontrolliert ausbreitet.Trotzdem: Insbesondere in großen, mehrgeschossigenTiefgaragen erfüllen diese Verbindungswegedie Anforderungen an einensicheren Angriffsweg weit besser als Einfahrtund Fahrspuren für Pkw. Gründe dafür sindunter anderem:● Die Rauchfreihaltung von Treppenräumenist auch mit Kleinlüftern möglich.● Dadurch ergibt sich bis zum Übergang indie Tiefgarage (Rauchgrenze) ein sichererAnmarsch- und Rückzugsweg.● Sicherheitstrupps können im mit Überdruckbeaufschlagten Treppenraum naheam Angriffstrupp in Bereitstellung gehen(Achtung! Abgase eingesetzter Lüfter beachten,Abgasschläuche oder elektrische/wasserbetriebene Lüfter benutzen).Einsatz von Kleinlüfternbei TiefgaragenbrändenAls Kleinlüfter werden Belüftungsgerätebezeichnet, wie sie üblicherweise auf Einsatzfahrzeugender Feuerwehr mitgeführtwerden. Umgangssprachlich werden dieseGeräte oft als „Überdrucklüfter“, „Drucklüfter“oder „Hochleistungslüfter“ bezeichnet.Ihre Luftleistung liegt, je nach Größe undBauart, zwischen 10M000 und 100M000 Kubikmeterje Stunde (m 3 /h). Ob Kleinlüfter inder Lage sind, die Tiefgarage zu entrauchenbeziehungsweise ob unterstützend zumLöschangriff eine offensive Belüftung durchgeführtwerden kann, hängt von mehrerenFaktoren ab:● der Größe der Tiefgarage,● der Art und Anzahl der zum Einsatz gebrachtenLüfter,9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 83▷


ServiceGeschlossene Tore oderGitter können einenLöschangriff in die Tiefgarageerschweren und einenEinsatz vom ÖffnungsoderTrennwerkzeugenerforderlich machen.Eine der Gefahren bei einem Tiefgaragenbrand:Durch die große Hitze sind Betonteilean der Decke abgeplatzt. Die Stahlarmierungliegt teilweise frei. Hier droht das Versagentragender Gebäudestrukturen.Foto: KBM EsslingenAutomatisch schließende Brandschutztoreverhindern die Ausbreitung von Feuer undRauch. Gleichzeitig erschweren sie den Angriffüber die Einfahrt und entlang der Pkw-Fahrspuren.Fotos (2): lueftertraining.deFoto: Berufsfeuerwehr MünchenBei richtiger Vorgehensweise unter Einsatzvon Lüftern und mobilen Rauchverschlüssenbieten Treppenabgänge in die Tiefgarageeinen sicheren und einfach zu nutzendenAngriffsweg.Foto: Feuerwehr StansFahrzeuge und Säulen stellen Hindernisse dar, die den Anmarsch und das Verlegen einerSchlauchleitung erschweren.84 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Fotos (2) und Grafik: lueftertraining.deAls Kleinlüfterwerden Belüftungsgerätebezeichnet,wie sienormalerweiseauf den EinsatzfahrzeugenderFeuerwehr mitgeführtwerden.Foto: PreuschoffLüftereinsatz innerhalb eines Verbindungsweges.Es muss sichergestellt sein, dass im rückwärtigenBereich des Lüfters von außen genug Frischluftnachströmen kann.Angriff über ein Gebäude und denangrenzenden Treppenraum. SämtlicheVerbindungswege in die Tiefgarage werdenmit Kleinlüftern gegen Raucheintrag geschützt.Als Abluftöffnung dient die Ein- und Ausfahrt.● Größe und Struktur von mit der Tiefgarageverbundenen Gebäuden,● Brandverlauf und● Witterung (vor allem Windverhältnisse).Generell stoßen Kleinlüfter bei der Entrauchunggroßer Tiefgaragen schnell anihre Grenzen. Wesentlich erfolgversprechenderist der Einsatz von Kleinlüftern zurRauchfreihaltung von Verbindungswegenzwischen der Tiefgarage und oberirdischenGebäudeteilen.Ob Kleinlüfter hierbei vor dem Gebäudeeingangim Freien oder im Gebäudeinnerenvor dem Verbindungsweg in die Tiefgarageaufgestellt werden, hängt von der Art des zubelüftenden Gebäudes ab. Seinen höchstenWirkungsgrad erreicht ein Lüfter grundsätzlich,wenn er im Freien vor einem Gebäudeeingangpositioniert wird.Um Verbindungswege von oberirdischgelegenen Gebäuden in die Tiefgarage gegendas Eindringen von Rauch zu schützen,muss auf das Erreichen eines möglichst hohenÜberdrucks in diesen Verbindungswegengeachtet werden. Wird über einen Gebäudeeingangbelüftet, muss sichergestelltsein, dass keine Luft an anderer Stelle desGebäudes austritt. Türen und Fenster desGebäudes müssen geschlossen sein.Große Gebäude, vor allem in offener Bauweise(Atrium, Aula), können es erfordern,dass Lüfter im Gebäudeinneren eingesetztwerden müssen. Hierbei ist auf eine ausreichendeFrischluftzufuhr von außen zu achten.Diese sollte nach Möglichkeit mit zusätzlichenLüftern, mindestens jedoch überZuluftöffnungen im rückwärtigen Bereicherfolgen. Über die so rauchfrei gehaltenenWege kann die Tiefgarage in Belüftungsrichtungzur Erkundung und Brandbekämpfungbetreten werden.Der Übergang vom Verbindungsweg indie Tiefgarage muss hierbei überwacht wer-den. Strömt trotz der BelüftungsmaßnahmeRauch von der Tiefgarage in diesen Bereich,ist die bisherige Durchführung zu überprüfen.Gegebenenfalls sind zusätzliche Lüftereinzusetzen. Auch wenn ein Löschangriffüber die Garageneinfahrt erfolgt, sollten diemit der Garage verbundenen Gebäude mitLüftern gegen Rauch geschützt werden (defensiveBelüftung).Werden Lüfter mit Verbrennungsmotoreingesetzt, ist beim Aufenthalt von Personenim belüfteten Bereich die Kohlenmonoxid-Konzentration zu messen und bei BedarfAtemschutz zu tragen. Auch die Verwendungvon Abgasschläuchen ist kein hundertprozentigerSchutz gegen das Eindringenvon Abgasen in das Gebäude.Kombinierter Einsatzvon KleinlüfternUm große Raumvolumen oder lange Zuluftwegeeffektiv belüften zu können, istder Einsatz mehrerer Lüfter erforderlich.Möglich sind hier eine Aufstellungin Reihe hinterein ander, einePlatzierung nebeneinander (Parallelbelüftung)oder bei großenZuluftöffnungen eine Kombinationaus beiden Aufstellvarianten.Grundsätzlich ist dieParallelbelüftung aufgrunddes höheren Wirkungsgradesder Reihenbelüftungvorzuziehen. Eine Aufstellungin Reihe sollte nurerfolgen, wenn das Stellender Lüfter nebeneinandernicht möglich ist. Unabhängigvom verwendeten Lüftertyphat sich gezeigt, dass eineQuerschnittsverkleinerungder Zuluftöffnung mit einemmobilen Rauchverschluss alsFoto: EmrichHilfsmittel den Wirkungsgrad der Belüftungdeutlich steigern kann.Einsatz mobilerGroßventilatorenMobile Großventilatoren beziehungsweiseGroßlüfter (MGV, umgangssprachlichauch als „Tunnellüfter“ bezeichnet) werdenseit etwa 15 Jahren bei der Feuerwehr ein-Lüfter erreichenihren optimalen Wirkungsgrad,wenn sieim Freien vor demGebäude platziertwerden. Hier zu sehenvor einem Zugang ineine Tiefgarage.▷


Servicegesetzt. Sie sind mittlerweile in zahlreichenGrößen und Ausführungen (selbstfahrend,auf Anhängern oder auf Lkw) meist beiWerkfeuerwehren, in größeren Städten auchbei kommunalen Feuerwehren vorhanden.Die Luftleistung dieser Geräte reicht jenach Größe und Bauart von zirka 70M000 bisüber 300M000 m³/h und übersteigt die Leistungder herkömmlich bei Feuerwehreneingesetzten Kleinlüfter damit um ein Vielfaches.Besonders mit Großlüftern, derenLeistung deutlich über 200M000 m³/h liegt,lassen sich große Objekte wie mehrgeschossigeTiefgaragen wirksam entrauchen.Vorteile von MobilenGroßventilatorenDer Einsatz von MGV bietet dem AngriffstruppVorteile, die weit über das Freihaltenseines Anmarschweges hinausgehen. AdäquateAbluftöffnungen vorausgesetzt, kannhier eine wirksame Rauch- und Hitzeunterdrückungüber den gesamten Anmarschwegvom Tiefgarageneingang bis zum Feuer erfolgen.Dadurch kann die Brandbekämpfungwesentlich schneller und sicherer durchgeführtwerden. Durch die Reduzierung derTemperatur im Zuge eines frühzeitigen Lüftereinsatzeskann auch die Gefahr eines Versagensder tragenden Strukturen aufgrundvon Hitze deutlich verringert werden.Allerdings birgt der Einsatz von Großlüfternauch Gefahren. Durch die verglichenmit Kleinlüftern wesentlich höherenStrömungsgeschwindigkeiten und Drückeherrscht eine erhebliche Gefahr, dass Brandrauchaufgrund der Belüftungsmaßnahmenin angrenzende Gebäudeteile gedrückt wird.Das gilt besonders, wenn einsatztaktischeGrundregeln nicht beachtet werden. DieseGefahr besteht zwar grundsätzlich auchbeim Einsatz von Kleinlüftern, ist bei derVerwendung eines MGV aber bedeutendhöher. Zudem kann der Luftdruck auf Türen,die entgegen der Belüftungsrichtunggeöffnet werden müssen, so groß sein, dasskörperlich schwächere Personen (Frauen,Kinder) diese Türen nicht oder nur mit Müheöffnen können.EinsatztaktischeGrundlagenBei Tiefgaragen mit nur einer Aus- undEinfahrt sollte diese als Abluftöffnung gewähltwerden. Der Lüftereinsatz (wie auchder Löschangriff) erfolgen dann grundsätzlichüber Hauseingänge, um Treppenräumezu schützen und eine Rauchausbreitung ausder Tiefgarage in angrenzende Gebäude zuverhindern.Sind mehrere Gebäude über eine Tiefgarageverbunden, müssen die anderen Gebäudeebenfalls mit Kleinlüftern gegen dasEindringen von Rauch aus der Tiefgarage geschütztwerden. Dies erfordert eine ausführlicheErkundung. In solch einem Fall kannein eigener Einsatzabschnitt „Belüftung“sinnvoll sein.Eine Belüftung über die Hauseingänge istauch möglich, wenn der Großlüfter nichtdirekt davor platziert werden kann. Dieeffektive Reichweite des Luftstroms kann,abhängig vom Gerätetyp, über 30 Meterbetragen. Hauseingänge, die aus dieserDer Löschangriff erfolgt über die Einfahrt, da dasFeuer in deren Nähe liegt. Die Brandschutztürenzu den Treppenräumen bleiben geschlossen, dieTreppenräume werden unter Überdruck gesetzt(bei Lüftern mit Verbrennungsmotor Abgasansammlungbeachten!).Grafiken (2) und Fotos (3): lueftertraining.deBei beengten Platzverhältnissenkönnen Lüfter in Reihegestellt werden.Effektiver ist der Einsatz der Lüfter,wenn sie parallel (nebeneinander)eingesetzt werden.Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgaragedient als Abluftöffnung. Belüftung undLöschangriff finden hier über das mitder Garage verbundene Gebäude statt.Dazu ist ein mobiler Großventilator amGebäudezugang aufgestellt worden.Die Belüftungvon Gebäudeeingängenistmit mobilenGroßventilatorenauch aufgrößere Entfernungenmöglich(je nach Gerätetypbis zu 30 mEntfernung).86 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Entfernung mit dem Großlüfter angestrahltwerden können, sind als Zuluft öffnung geeignet.Die Verwendung einer Einfahrt alsZuluftöffnung darf nur erfolgen, wenn einegeeignete Abluftöffnung (idealerweise eineseparate Aus- oder Zufahrt) vorhanden ist.Angrenzende Gebäude sind mit Kleinlüfternzu schützen.In jedem Fall muss die Leistung desGroßventilators an die Größe der Abluftöffnungangepasst werden. Steht nur einekleine Abluftöffnung (Notausgang, Belüftungsschacht,Lichtkuppel oder Ähnliches)zur Verfügung, darf der Lüfter nur mit starkreduzierter Drehzahl betrieben werden.Ansonsten besteht die Gefahr, dass Rauchdurch Treppenhäuser, Fahrstuhlschächteoder andere Verbindungen in angrenzendeGebäude gedrückt wird.Sind zwei separate Ein- und Ausfahrtenvorhanden, sollte als Abluftöffnung immerdie Einfahrt gewählt werden, die demBrandherd am nächsten gelegen ist. Hiergilt der Grundsatz: lange Frischluftführung,kurzer Abluftweg.Bei der Wahl der Abluftöffnung ist zudemdarauf zu achten, dass ausströmenderRauch und Hitze keine Gefahr für Menschenund Gebäude darstellen. Sollte dies der Fallsein, muss bei der Wahl der Abluftöffnungvon eben genanntem Grundsatz abgewichenoder die Belüftung auf einen späterenZeitpunkt verschoben werden. EineAbluft öffnung ist zudem mit einem Truppmit Wasser am Strahlrohr zu sichern. Dieserdarf jedoch kein Wasser in die Abluftöffnungspritzen. Durch den entstehendenWasserdampf würde die Belüftung heruntergebremst.Er soll lediglich Entstehungsbrändeim Außenbereich des Brandobjektesbekämpfen.Da MGV als Sonderfahrzeuge in der Regelnicht im ersten Abmarsch bereit stehenbeziehungsweise aus größerer Entfernungangefordert werden müssen, sollten ersteintreffendeKräfte daran denken, ihre Maßnahmenauf einen späteren MGV-Einsatzabzustimmen. Dies betrifft zum Beispieldas Freihalten von Stellflächen. Aber auchder Einsatz von Kleinlüftern kann bereits vorEntreffen des mobilen Großlüfters vorbereitetwerden.Während des MGV-Einsatzes ist jederbekannte Übergang von der Tiefgarage inGebäude sowie die Gebäude selbst (Treppenräume,Flure, Keller) permanent auf dasEindringen von Rauch aus der Tiefgarage zuüberwachen.Zusammenfassung der Grundsätze fürden Einsatz von Großventilatoren:● Lüfterleistung anpassen; hohe Drehzahlennur bei ausreichend großer Abluftöffnung,● angrenzende Gebäudeteile mit Kleinlüfternschützen,● als Zuluftöffnung möglichst Gebäudeeingängeverwenden, vom Gebäude indie Tiefgarage hinein belüften,● Belüftung über die Einfahrt möglichst nurbei weiterer Ein- oder Ausfahrt.● ein frühzeitiger (offensiver) Lüftereinsatzsollte unterbleiben, wenn bei Eintreffender Feuerwehr eine stabile Rauchschichtunter der Garagendecke vorherrscht und▷Möglichkeit einer Unterdruckbelüftung: Rauchwird mit dem MGV direkt abgesaugt. Hier istder Wirkungsgrad deutlich geringer als beieiner Druckbelüftung. Foto: Berufsfeuerwehr München9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 87


Serviceder Anmarsch zum Feuer bei klarer Sichterfolgen kann.Bei einigen Großventilatoren ist es ebenfallsmöglich, Rauch über Lutten abzusaugen.Diese Methode ist allerdings — wie auchbei den Kleinlüftern — weniger effektiv alseine Druckbelüftung. Sie sollte daher nurgewählt werden, wenn keine geeignete Abluftöffnungzur Verfügung steht.Grenzen und GefahrenDie in diesem Artikel empfohlene Vorgehensweisebeinhaltet situationsbedingteinige Gefahren, die abschließend erwähntwerden sollen. Ein von der Feuerwehr vorgetragenerLöschangriff über oberirdischgelegene Gebäude und Treppenhäuserin die Tiefgarage erfordert, dass Brandschutztürengeöffnet und offen gehaltenwerden müssen. Wenn die Belüftungsmaßnahmeversagt, können Rauch undHitze in das Gebäude eindringen. Insbesonderebei bereits erfolgtem Löschangriffkann dies meist nicht zeitnah unterbundenwerden, da zum Beispiel durch vorgenommeneSchlauchleitungen das schnelleSchließen von Brandschutztüren nichtmehr möglich ist.Gründe für ein Versagen der Belüftungsmaßnahmekönnen sein:● Gegenwind auf der Abluftöffnung,● technischer Defekt (Ausfall eines Lüfters),● starke Gegenströmung durch die Brandthermik,● Gebäudestrukturen, die eine Belüftungerschweren beziehungsweise unmöglichmachen (wie Atrien mit großem Raumvolumen;Bereiche, die über Versorgungsschächtemiteinander verbunden sind;Gebäude mit Öffnungen ins Freie, diesich nicht verschließen lassen, beispielsweiseLamellen in den Wänden oder eingehausteBahnsteige).Wie in der Einleitung erwähnt, muss beiTiefgaragenbränden bereits während derersten Alarmierung durch die Leitstelle,spätestens aber nach der ersten Erkundungdurch den Einsatzleiter der Feuerwehr einhoher Bedarf an Einsatzkräften und Materialberücksichtigt werden (rechtzeitigeAlarmierung weiterer Kräfte). Für den Falleines technischen Defektes müssen Reservelüftervorgehalten und umgehendzum Einsatz gebracht werden können.Ebenso muss bei einem längeren Lüfterbetriebein ausreichender Kraftstoffvorratbereitstehen.Herrscht an der Einsatzstelle starker Windvor, der in die vorgesehene Abluft öffnungbläst, ist von vornherein eine alternativeVorgehensweise in Betracht zu ziehen.An geöffneten Brandschutztüren, die(zum Beispiel aufgrund durchgeführterFoto: rauchverschluss.deEine Belüftung über die Einfahrt darfnur erfolgen, wenn eine ausreichendgroße Abluftöffnung vorhanden ist(hier die Ausfahrt). Die Treppenräumewerden mit Kleinlüfternunter Überdruckgesetzt.Sollen Schlauchleitungendurch geöffnete Rauchschutztürengeführt werden,so sind diese idealerweisemit mobilen Rauchverschlüssenzu sichern.Steht keine Abluftöffnungfür eine Druckbelüftung zurVerfügung, muss die Zuluftöffnungauch zum Abführendes Rauchs genutzt werden.Dann wird Luft mittels einerLutte eingeblasen.Foto: Feuerwehr StansGrafik: lueftertraining.de88 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Das bei der BF Düsseldorf entwickelteFlexi Foam-System eignet sich zurErzeugung größerer Schaummengen mitHilfe eines Überdrucklüfters sehr gut, umTiefgaragen mit Löschschaum zu fluten.Foto: PreuschoffÜbergang über Rolltreppen von einem Einkaufszentrum(Atrium) in den Tiefgaragenbereich.Ein Lüftereinsatz ist hier schwierig,der Aufbau eines Löschangriffs durch dasEinkaufszentrum sehr aufwändig. Hier stößtdie im Artikel empfohlene Vorgehensweisean ihre Grenzen.Foto: lueftertraining.deSchläuche) nicht wieder geschlossen werdenkönnen, sind mobile Rauchverschlüsseanzubringen. Mit ihnen lässt sich ein Raucheintragin das Gebäude vermindern.Grundsätzlich muss während des gesamtenEinsatzes laufend der Übergang von derTiefgarage in Treppenhäuser und Fahrstuhlschächteüberwacht werden. InsbesondereFahrstuhlschächte gewährleisten lediglichSchutz gegen Ausbreitung von Feuer, jedochnicht gegen Rauch. Hier sollte immer mit einerRauchausbreitung in weitere Geschossegerechnet werden.Bei hoher Brandintensität muss abgewogenwerden, ob ein Innenangriff überhauptmöglich ist oder ob aus Gründendes Eigenschutzes und eines schnellerenLöscherfolges ein Fluten der Tiefgarage mitSchaum vorzuziehen ist. Hierfür müssenLeichtschaumgeneratoren oder entsprechendeSchaumaufsätze für Lüfter zumEinsatz kommen. Handgeführte Schaumrohresind (auch in größerer Anzahl) zumFluten von Tiefgaragen erfahrungsgemäßnur bedingt geeignet.Wie bereits erwähnt, ist bei Tiefgaragenbrändenein schneller Löscherfolg in derErstphase des Einsatzes wichtig, um eineweitere Brandausbreitung zu verhindern.Der empfohlene Angriff über Gebäude undTreppenabgänge stößt daher an seine Grenzen,wenn absehbar ist, dass diese Vorgehensweisezu zeitaufwändig ist.Bei Gebäuden in offener Bauweise, dieüber keine für Belüftungsmaßnahmen geeignetenVerbindungswege in die Tiefgarageverfügen, ist ein Angriff über dasGebäude mit gleichzeitiger Überdruckbelüftungnicht möglich. Hier muss einLöschangriff über die Einfahrt erfolgen.Brandschutztüren, die Tiefgarage und Atriumvoneinander trennen, dürfen in diesemFall nicht geöffnet werden. Bei Tiefgaragen,die nicht 24 Stunden geöffnet sind, kannein Vordringen zur Brandbekämpfungaußerdem durch geschlossene Türen undEinfahrtstore erschwert werden.Text: Marc Maier (lueftertraining.de),Christian Emrich (BF München)■9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 89


FahrzeugeGut gerüstetEmpl lieferte aus dem Werk in Elster (ST) einen neuenRüstwagen an die ostfriesische Nordseeküste. Highlightsdes auf einem MAN TGM 13 290 aufgebauten RW sindunter anderem die gelungene Raumausnutzung sowiedas Lichtkonzept. Wir stellen das neue Fahrzeug derFF Sengwarden (NI) vor.In Zeiten von Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugen(HLF 10, HLF 20) werdenRüstwagen (RW) immer seltenerbeschafft. Somit ist der gerade in Dienst gestellteRW der FF Sengwarden, einer Ortsfeuerwehrder Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshaven,schon an sich eine Besonderheit.Die Stadtverwaltung erfüllt damit eineForderung des Brandschutzbedarfsplansaus dem Jahr 2009. Dieser sieht für die Feuerwehrdes im Nordwesten der Kernstadtliegenden Ortes (1M177 Einwohner) die Beschaffungeines RW 2 zur Unterstützung beiUnfällen auf Straße und Schiene vor.90 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Von Empl stammt der neueRüstwagen der FF Sengwardenauf MAN TGM 13.290 4x4 BL.Neben Lichtmast (2x 1 500Watt) und Umfeldbeleuchtungsorgen auch Beleuchtungsgruppe(2x 1 000 Watt) sowieein Powermoon-Beleuchtungsballonfür ausreichend Helligkeitan Einsatzstellen.Bisher nutzte die FF Sengwarden fürdiese Aufgabe einen RW 1 auf MercedesUnimog U 1300 L mit Wackenhut-Aufbau(ehemaliges Katastrophenschutz-Fahrzeug).Weitere Einsatzfahrzeuge sind ein Löschgruppenfahrzeug(LF) 24 auf Mercedes1726 mit Schlingmann-Aufbau und einTanklöschfahrzeug (TLF) 16 auf Mercedes1113, ebenfalls von Schlingmann. AlsMannschaftstransportwagen (MTW) dientein VW T3.Im Einsatzgebiet der FF Sengwarden liegtunter anderem die Autobahn 29 (Oldenburg-Wilhelmshaven)mit direkter Anbindungzum Jade Weser Port und zum ContainerTerminal Wilhelmshaven. Außerdemdie Landesstraßen 810 (Verbindung zu denKüstenbadeorten Hook siel, Horumersielund Schillig) und 807 (Richtung Jever, Wittmund)mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen:Pkw und Busse vor allem inder Urlaubssaison, schwere Lkw, Gefahrguttransporte.Außerdem verläuft das so genannte IndustriegleisNord von Sande kommend anSengwarden vorbei in Richtung der Industriegebieteim Voslapper Groden. Hier werdenvor allem gasförmige und flüssige Gefahrstoffesowie in Zukunft vermehrt Containertransportiert (kein Personenverkehr).Darüber hinaus wird das Fahrzeug natürlichim gesamten Stadtgebiet als Unterstützungder Berufsfeuerwehr sowie der anderen vierfreiwilligen Feuerwehren bei schweren Unfällenund anderen technischen Hilfeleistungenzum Einsatz kommen.Gewinner der Ausschreibung für den RWwar die Firma Empl, die das Fahrzeug imEmpl-Fahrzeugwerk in Zahna-Elster (ST,Kreis Wittenberg) produzierte. Als Basisdient ein MAN-Feuerwehr-Fahrgestell TypTGM 13.290 4x4 BL mit einem Radstandvon 4M250 Millimetern und Allradantrieb.Die Kraftübertragung des 213 kW/290 PSstarken 6-Zylinder-Reihendieselmotors erfolgtüber ein automatisiertes 12-Gang-Getriebe Typ TipMatic. Während an derVorderachse eine Blattfederung eingebautist, besitzt die Hinterachse Luftfederung.Im Aufbau stehen insgesamt neun Geräteräumesowie zwei Dachkästen zur Unterbringungder feuerwehrtechnischenBeladung zur Verfügung. Er besteht auseinem feuerverzinkten Unterbau sowieeinem Aluminium-Paneel-Oberbau undist verwindungsunempfindlich über eineSechs-Punkt-Lagerung mit dem Fahrgestellrahmenverbunden. Alle Geräteräume sindmit eloxierten Aluminium-Rollläden staubundwasserdicht verschlossen. Bedient werdendie Rollläden mit Stangenverschlüssen(Barlock-System).Im unteren Bereich der Geräteräumebefinden sich Klappen, die gleichzeitig alsStandbrücken zur Geräteentnahme dienen.Sie sind mit Gasdruckfedern ausgerüstet.Im Bereich der Hinterachse sind die Kotflügelzu diesem Zweck abklappbar. An allenKlappen sind an den Kanten jeweils gelbeBlinkleuchten zur Absicherung montiert.Unterhalb des Heckgeräteraums kann eineAufstiegstreppe ausgezogen werden.Platz gut genutzt undtrotzdem alles erreichbarIm Aufbau werden die Gerätschaften aufLagerebenen, in Drehwänden beziehungsweiseDrehgestellen sowie an einer Auszugswandgelagert. Kleinteile sind dabei inAluminiumbehältern mit Handgriffen verstaut.Dadurch macht das Fahrzeug nichtnur einen sehr aufgeräumten Eindruck. DieKonstrukteure haben damit auch die zurVerfügung stehende Lagerfläche optimalgenutzt – bei der umfangreichen Normbeladungeines Rüstwagens ein nicht geradeunwichtiger Aspekt.Auch hinter den Drehgestellen kann derRaum komplett beladen werden. Um hierdie Ausrüstung sicher und leicht entnehmenzu können, sind die Geräteräume begehbar.Dazu werden die Drehgestelle über die ersteRastung – rechtwinklig zum Gerätefach▷9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 91


Fahrzeuge– weiter ausgeklappt und in einer zweitenStellung (120 Grad) eingerastet. Dann ist derWeg ins Innere frei.„Wir sind mit der Aufteilung des Aufbaussowie der Unterbringung der Geräte sehrzufrieden“, sagt Sengwardens GerätewartAndreas Müller-Asbach. „Auch die Verarbeitungder Lagerungen und des Innenausbausgibt keinen Grund zur Klage.“ Einen Wunschhätte der Instruktor für Fahrsicherheitstrainingjedoch noch: „Der Aufbau ragt seitlichweit über die Konturen des Fahrerhauseshinaus. Da wäre es für den Fahrer nichtschlecht, wenn unten am Aufbau noch seitlichePositionsleuchten angebracht wären.Dann könnte er besser sehen, wo das Fahrzeugendet.“Ansonsten lässt die Lichttechnik im RWkeine Wünsche offen. Beim Öffnen derGeräteraumverschlüsse schalten sich linksund rechts LED-Streifen in Verbindung miteiner Topleuchte ein. Oberhalb jedes Geräteraumsist eine Leuchte der Umfeldbeleuchtungmontiert. Diese kann von vorneoder aber vom Be dienfeld des eingebautenGenerators (GTS, 30 kVA) eingeschaltetwerden. Gleiches gilt für die heckseitig angebrachteVerkehrswarnanlage. Auch siebesteht aus LED-Leuchten.LEDs werden weiter verwendet, um diebeiden Dachkästen sowie die begehbare,rutschhemmend ausgeführte Dachfläche zubeleuchten. In den Kästen lagern vor allemGeräte, die nicht so häufig gebraucht werdenoder zu sperrig für den Aufbau waren: zweiSandbleche, zwei Auffahrbohlen, Baustützenund Kanalstreben, ein Einreißhaken unddie Multifunktionsleiter nebst Zubehör. Dieneben den Dachkästen verstauten beidenHebebäume sind die einzigen Ausrüstungsgegenstände,die im Freien gelagert sind.Ein komplett fernsteuerbarer Lichtmastmit zwei 1M500-Watt-Scheinwerfern kannzwischen Kabinenrückwand und Aufbaupneumatisch ausgefahren werden.Hierzu steht eine Funkfernbedienung zurVerfügung. An der Front der Kabine ist einArbeitsstellenscheinwerfer angebracht (24Volt, Xenon-Technik). Und die Rückspiegelsind mit Rangierscheinwerfern ausgestattet,die ebenso wie zwei Rückfahrscheinwerferbeim Einlegen der Rückwärts-Fahrstufen ander TipMatic eingeschaltet werden.Starkes DoppelIm Geräteraum 4 ist die Ausrüstung für dietechnische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällenbevorratet. Sie besteht unter anderemaus einem Hydraulikaggregat von Weber sowieden beiden derzeit stärksten Rettungsgeräten,die der Güglinger Hersteller im Programmhat: dem Schneidgerät RSX 200-107mit einer Schneidkraft von 1M070 Kilonewtonsowie dem Rettungsspreizer SP 80 mit einerSpreizkraft bis zu 470 Kilonewton.▷Das Instrumentenbrett ergänzte Empl um die Bedieneinheitfür Sondersignale und Beleuchtung.Sie kann von Fahrer und Beifahrer bedient werden.Eine Lkw-Rettungsplattform ist im Heckgeräteraumeingeschoben.Zur Ausstattung des RW gehört auch einausziehbarer Schraubstock. Damit hiermit elektrischen Werkzeugen gearbeitetwerden kann, ist im Geräteraum eineSteckdose eingebaut.Spillbag nennensich dieseAuffangbehälterder Firma Airshelter,die es inverschiedenenGrößen gibt.Vorteile: flachesPackmaß,selbstaufrichtend,liegendoder hängendverwendbar.Zusammen mit Dichtungen an denRollläden verschließt diese Kante(Pfeil) an den Klappbrücken die Geräteräumegegen Feuchtigkeit undStaub. Im heruntergeklappten Zustandschalten sich gelbe Blinkleuchten ein.In den Ecken desGeräteaufbaussind blaue LED-Blinkleuchtenmontiert. Auch dierückwärtige BeleuchtunggemäßStVZO ist in LED-Technik ausgeführt.92 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Auf dem Dach ist außer den beiden Hebebäumenkein Gerät im Freien gelagert. Zwei große Dachkästennehmen das Material auf. Der begehbareBereich ist rutschhemmend besandet.Beide Kotflügellassen sich herunterklappen.DieTrittplatte selbst istin einem Fach vorSchmutz geschützt.Der geschlosseneRollladen drücktden Sicherungsstift(Pfeil) des Kotflügelsherunter. Dieser istsomit automatischgegen Ausklappengesichert.Ein 9-kg-Schaumlöscher, zwei 6-kg-Pulverlöscher sowie ein 5-kg-CO 2 -Löscher gehören zur Beladung undsind auf einer Drehwand gelagert.Werden die Drehwände ausgeklappt,können die Geräteräumebegangen werden. So lassen sichauch die hinten liegenden Gegenständebequem erreichen.Als Fahrgestell dient ein allradgetriebener MAN 13.290.Das 13 000 Kilogramm wiegende Fahrzeug ist mit einer12-Gang-TipMatic-Schaltung ausgerüstet. Alle Leuchtender Sondersignalanlage basieren auf LED-Technik. | Technische DatenRufname: Florian Wilhelmshaven 21-52-01Fahrgestell:MAN TGM 13.290 4x4 BLMotor: MAN Common-Rail-Sechszylinder-Reihen-Dieselmotor D0836, 213 kW/290 PS, Euro 5Getriebe:MAN TipmaticKraftstofftank:125 LiterHöchstgeschwindigkeit:100 km/hLänge:8 000 mmBreite:2 500 mmHöhe:3 200 mmRadstand:4 250 mmZul. Gesamtmasse:13 000 kgZul. Anhängelast: 1 500 kg ungebremst,2 000 kg gebremstBesatzung: 1/2Aufbauhersteller: Empl (Zahna-Elster)Baujahr: 2012Fahrzeugtechnische Ausstattung: C-Fahrerhausmit Beifahrer-Doppelsitz, elektrisch verstellbareund beheizbare Rückspiegel mit zusätzlichenRangierscheinwerfern, elektronischesBremssystem (EBS), Motorbremse (EVB).Feuerwehrtechnische Ausstattung: LichtmastFireco CS.3433.NZ (2x 1 500 W, kabelloseFernbedienung), Rotzler Treibmatic TR030/6 (Nennzugleistung 50 kN, Seillänge 65 m,Fernbedienung), Einbaugenerator GTS BG 160,Umfeldbeleuchtung, neun Geräteräume miteloxierten Alu-Rollläden und Barlock-Verschlüssen,abklappbare Standbrücken beziehungsweiseKotflügel vor den seitlichen Geräteräumen,zwei Dachkästen, heckseitige Auszugtreppe,Fremd einspeisung 230 V mit Pneumatikanschluss(Rettbox-air), Sondersignalanlage (LED-Rundumkennleuchten, LED-Frontblitzer, LED-Blinkleuchten seitlich oben am Heck, Martin-Kompressorhorn-Anlage), Verkehrswarnanlage(vier Leuchten mit gelben LEDs), Hygienebord,Schraubstock, Sortimo-Schubladenschrank.Beladung: komplette Normbeladung eines RWnach DIN 14555-3, dabei besonders zu nennen:zwei Hebebäume, Multifunktionsleiter,zwei Handsprechfunkgeräte Kenwood TK 290,Hebekissensatz (V1, V3, V6, 2x V12, 2x V24,2x V54) mit Zubehör, sechs Leitkegel groß mitBlitzleuchten, hydraulischer Hebesatz, Mehrzweckzug32, zwei Büffelwinden, hydraulischerRettungssatz (Weber) mit Schneidgerät RSX 200-107, Spreizer SP 80, Rettungszylinder RZT 2-775und 2-1500, 4x Stab-Fast-Stabilisierungssys tem,Stab-Pack- Stabilisierungssystem, Kettensatz fürSP 80, Niederdruck-Hebekissen, Plasmaschneidermit Zubehör, Spillbag-Auffang säcke, Gully-Dichtkissen, Motorkettensägen Stihl MS 460 undMS 660, Rettungssäge Stihl MS 460-R, RettungssägeTwin-Saw, Tauchpumpe TP 8/1, Beleuchtungsgruppe,Beleuchtungsballon, Stromerzeuger13 kVA, Lkw-Rettungs plattform, dreiHartholzbohlen, Schleifkorbtrage, Auf- und Abseilgerätmit Dreibein-Stativ.Preis:390 000 Euro9 | 2013 Feuerwehr-Magazin | 93


FahrzeugeWeb-Bonus Mehr zum Thema unterfeuerwehrmagazin.deNeben zwei Teleskop-Rettungszylindern mit775 und 1 500 mmLänge sind das stärksteSchneidgerät – RSX200-107 – sowie derstärkste Rettungsspreizer,der SP 80 aus demWeber-Sortiment, aufdem Fahrzeug verladen.Um Unfallfahrzeugestabilisierenzu können, stehtein Satz Stab-Packzur Verfügung.Zur Normbeladung des Rüstwagens gehörtmittlerweile auch eine Multifunktionsleiter.Dazu kommen zwei TeleskoprettungszylinderRZT 2-775 und RZT 2-1500, zweiSätze Stab-Fast (Stabilisierungssystem fürFahrzeuge) sowie ein Satz Stab-Pack (Unterbau),ein Kettensatz für den Spreizer,Unterschiebblöcke undein Schwelleraufsatz.Ergänzt wird dieseAusstattung miteinem großen HebekissensatzvonVetter in 8-bar-Technik, einemSatz Niederdruck-Hebekissen (1,5bar), zwei Büffelwinden,einem hydraulischenHebesatzund einem MehrzweckzugMZ 32.Zum Besteigen des Dachssind große Handgriffe angebracht.Die Aufstiegsleiterklappt schräg ab und kann sobesser bestiegen werden.Am unteren Ende sindWarnaufkleber angebracht.Im Geräteraum 8 steht eine kleine Werkstattzur Verfügung. Ein ausziehbarerSchraubstock wird ergänzt mit einem Werkzeug-und Materialschrank von Sortimo. UmElektrogeräte betreiben zu können, ist hintenin diesem Geräteraum eine Steckdosevorhanden, die vom Einbaugenerator versorgtwird. Links neben dem Schraubstockkann ein Hygiene-Bord herausgezogenwerden. Selbst für einen Müllbehälter ist imTraversenkasten darunter gesorgt.Ortsbrandmeister Dieter Janßen ist ganzbegeistert von der neuen Tauchpumpe, dieim Geräteraum 1 in einer Tragebox gelagertist. „Bei den starken Regenfällen hatten wirsie das erste Mal im Einsatz", so Janßen.„Eine Leistung von 800 l/min bringt schonordentlich was weg.“ Im selben Fach lagertauch Rettungstechnik aus dem Hause Stihl:Motorkettensäge MS 460 mit 40 Zentimeterlangem Schwert, Motorkettensäge MS660 mit 60 Zentimeter langem Schwert sowieRettungssäge MS 460-R, ebenfalls mit40-Zentimeter-Schwert. Ergänzt wird dasGanze noch durch einen Motortrennschleifersowie eine Twin-Saw-Zwillingssäge.Für die Absicherung von Einsatzstellenstehen neben der Verkehrswarnanlageam Heck noch weitere Mittel an Bord zurVerfügung. Dazu gehören sechs große Verkehrsleitkegel(700 Millimeter hoch), für diejeweils auch sechs Leitkegelleuchten vorhandensind. Ergänzt wird diese Ausstattungdurch zwei Faltsignale und vier Boden-Blitzleuchten.Als Sondersignalanlage gibt es neben denbeiden blauen Rundumkennleuchten aufdem Kabinendach weitere Blinkleuchtenan den heckseitigen Aufbaukanten sowieFrontblitzer. Sie sind ebenfalls mit LEDsbestückt. Für den richtigen Ton sorgt eineMartin-Kompressorhorn-Anlage.Um die Funkgeräte, Fahrzeugbatterienund Handscheinwerfer auch im Feuerwehrhausladen zu können, ist eine Rettbox-airmontiert. Sie versorgt das Fahrzeug nichtnur mit 230 Volt Ladestrom, sondern hältauch den Druck in der Bremsanlage des RWkonstant.Text und Fotos:Olaf Preuschoff■94 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


Die Mär über den„Wahlkampf in Gummistiefeln“KOLUMNE von Hans-Peter Kröger, Präsident Deutscher FeuerwehrverbandÜber „Wahlkampf in Gummistiefeln“ist in diesem Sommerviel geredet worden. Hochwasserkatastropheim Wahljahr, dashatten wir ja schon einmal.Für Politiker, die wiedergewähltwerden wollen, liegt in einersolchen Bewährungsprobe immereine Chance – eine riskante Chance.Denn Mitleid und Interessewerden im Wahljahr schnell alseiskalte Berechnung ausgelegt.Andererseits müssen die Regierungensich vor Ort um die Menschenkümmern. Wir kennen noch einzweites Spannungsfeld: Als kommunale,aber größte Organisationim Einsatz erwarten wir, dass sichSpitzenpolitiker beiuns zeigen; gleichzeitigerfordern Besuche desBundespräsidentenoder der KanzlerinKräfteressourcen, dievor Ort knapp sind.In einem könnenwir uns sicher sein:Wer in Bund und Ländern in derersten Reihe Verantwortung trägt,der weiß meist auch sehr genau umdie Bedeutung der helfenden Hände.„Ich habe die Angehörigen derFeuerwehren als die zuverlässigstenund als die vertrauenswürdigstenStaatsdiener erlebt“, sagte AltkanzlerHelmut Schmidt bei der Verleihungdes Deutschen Nationalpreises andie Jugendfeuerwehren mit demihm eigenen Duktus. Das war schonein klares Statement, mit einemSchuss Feierlichkeit. Es fiel genau indie erste Hochwasserwoche im Juni.Jetzt, so kurz vor der Wahl zum18. Deutschen Bundestag, sind vonuns nüchternes Handwerk und Beharrlichkeitgefragt. Und Sie sind gefragt– als Funktionsträgerinnen undFunktionsträger der Feuerwehren,als interessierte Bürgerinnen undBürger. Sie können und sollen IhrenAbgeordneten sagen, wo der Schuhdrückt. Mut zur Meinung ist gefragt.Und Zuversicht, dass auch verschiedeneWege ins Ziel führen können.So ein Beispiel ist der Feuerwehr-Führerschein.Lange musstenwir für eine Lösung kämpfen, undgenau so lange hatten wir auchintern Diskussionen um den richtigenWeg. Inzwischen gibt es den„kleinen“ (bis 4,75 Tonnen) undden „großen“ (bis 7,5 Tonnen)Feuerwehr-Führerschein, die Nutzungserlaubnisim angrenzendenAusland sowie Förderprogrammefür die reguläre Fahrausbildung.Wichtig war, dass wir alle gemeinsamauf den wachsenden Engpassan Fahrerinnen und Fahrernaufmerksam gemacht haben.Um gemeinsame Ziele zu definieren,haben wir unser föderalesVerbandswesen. Die DFV-Delegiertenversammlunghat bereits„Ein leistungsfähiges Gefahrenabwehrsystem,vor allem im Ehrenamt,braucht aber auch motivierte Menschen,die ihrer Absicherung vertrauen.“Ende vorigen Jahres eine PolitischeAgenda zur Bundestagswahl 2013beschlossen und in diesem Jahrnoch einmal ergänzt. Sie enthältForderungen an den Gesetzgeberund damit auch Themen für Ihr Gesprächmit Bundestagskandidaten.Einige dicke Bretter, die wirbohren wollen, haben einen direktenBezug zur Hochwasserkatastrophe.Etwa die Fortsetzungder Beschaffungen von LöschgruppenfahrzeugenLF-KatS undSchlauchwagen durch den Bund.Viele Zivilschutzfahrzeuge warenbeim Hochwasser im Einsatz.Oder: Eine zeitgemäße, flächendeckendeWarnung der Bevölkerung.Oder: Die dauerhafteErweiterung der Selbsthilfeschulung– ein erfolgreiches Pilotprojektdazu haben wir durchgeführt.Ein leistungsfähiges Gefahrenabwehrsystem,vor allem im Ehrenamt,braucht aber auch motivierteMenschen, die ihrer Absicherungvertrauen. Schon seit geraumerZeit kämpfen wir um unsere UnfallverhütungsvorschriftFeuerwehr.Inzwischen wird auch die mangelndeAbsicherung bei Unfällen nichtmehr als bedauerlicher Einzelfallempfunden. Feuerwehrfrauen und-männer setzen nicht ihre Gesundheitaufs Spiel, wenn dann Unfallversicherermit dem Verweis aufVorschäden oder schicksalsbedingteLeiden die Leistung verweigern.Das sind unsere gemeinsamenBaustellen: in Berlin,in den Wahlkreisen. Jetzt ist eshöchste Zeit für Gespräche.Bleibt die Frage: War diese17. Legislaturperiode eine gutefür die Feuerwehren und fürdie Sicherheit der Menschen?Gemeinsam mit der ArbeitsgemeinschaftderLeiter der Berufsfeuerwehrenkonntenwir im Gesetz überden neuen BerufNotfallsanitätereinige Punkte platzieren,die uns wichtigsind. Jetzt ist dortdie Ausbildungs- und Prüfungsordnungunsere Baustelle.Für viele Führungskräfte, Gerätewarte,Ausbilder, Jugendbetreuerund andere Funktionsträger schaffendie Anhebung der Übungsleiterpauschaleund des Freibetragsfür Aufwandsentschädigungen ausöffentlichen Kassen auf 200 Euromonatlich bürokratische Entlastung.In Sachen Bundesfahrzeugehat die Regierung die Kürzungender vorigen Jahre nachträglichausgeglichen und Haushaltsmittelumgeschichtet.Der Feuerwehr-Führerscheinwurde bis 7,5 Tonnen erweitertund hat auch eine Förderdynamikin den Ländern freigesetzt.Gewalt gegen Feuerwehrleutewird jetzt genau so hart bestraftwie die gegen Polizeibeamte. Daswar uns ein wichtiges Zeichen!All das konnten wir auch ohne„Wahlkampf in Gummistiefeln“für Sie und mit Ihnen bewegen.Lassen Sie uns die anderen Bretterauch gemeinsam bohren.■96 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


ReportageVorschauZurück zuden AnfängenDie BF Stuttgart hat ihre bisherigen„HLF-A“ in die zweiteReihe verbannt und auf einenSchlag acht neue Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge(HLF)20 in Dienst gestellt. DenZuschlag für diesen attraktivenAuftrag erhielt Lentner.Beim Konzept lebte Bewährtesauf: So wird der Lichtmastper Hand gekurbelt und diePumpe lässt sich sehreinfach bedienen.Die Gewinner des„Goldenen Sammelstücks“Mit über 100 Maßnahmen, Aktionen und Konzeptenbeteiligten sich 51 Feuerwehren am Wettbewerb„Goldenes Sammelstück – Kräfte finden, Kräfte binden“des Feuerwehr-Magazins und der Firma Dräger. Eine fünfköpfigeJury ermittelte daraus die Gewinner. Lesen Sie,welche Konzepte die Experten am meisten beeindruckthaben – und nutzen Sie die Ergebnisse für die eigeneArbeit vor Ort.Foto: BF StuttgartHeft 10ist ab dem27. Septemberim HandelFoto: BölscheEinsatzstelle: BiogasanlageRund 7M500 Biogasanlagengibt es inzwischenin Deutschland.Und es werdentäglich mehr. Für dieFeuerwehr stellen dieAnlagen ein neuesGefahrenpotential dar.Wir erklären, woraufbei Einsätzen geachtetwerden muss.Spezialisten statt AllrounderGeringe Einsatzzahlen verursachen mangelnde Routine. HochwertigeÜbungen müssen die Qualität der Feuerwehr sichern. Die FF Aying (BY)hat aus diesem Grund das bisherige Ausbildungskonzept über den Haufengeworfen. Neuer Grundsatz: Nicht mehr jeder muss alles können. Wirhaben die Wehr der Spezialisten besucht.Foto: FeuerwehrAcht Totebei FeuerdramaDurch Fahrlässigkeit bricht in einemverschachtelten Gebäudekomplex inBacknang (BW) ein Großfeuer aus. DerEinsatz von rund 250 Rettungskräftenläuft vorbildlich. Dennoch kommt füreine Frau und sieben Kinder türkischerHerkunft jede Hilfe zu spät. Die Einsatzkräftemüssen eine besonderepolitische, mediale und emotionaleSituation bewältigen.Foto: BeytekinAus aktuellem Anlass kann sich der Inhalt ändern.98 | Feuerwehr-Magazin 9 | 2013


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