Broschüre Ordensfrau - Diözesanstelle Berufe der Kirche

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OrdensfrauR U F B E R U F B E R U F U N G


OrdensfrauFoto: © EstherBeutzWo leben Ordensfrauen?Ordensfrau – was ist das?Das Leben der Ordensfrauen ist vielfältig und zeitlos. Ordensfraueneint, dass sie in Gemeinschaft leben. DurchGelübde oder Versprechen haben sie ihr Leben Gott unddem Dienst am Menschen geweiht. Ihre Lebensgestaltungbasiert auf einer oft langen geistlichen Traditionund sucht immer neue Bezüge zur Gegenwart. Damitantworten Ordensfrauen auf Nöte ihrer Zeit, auf Bedürfnisseder Kirche und auf Entwicklungen in Staat und Gesellschaft.Zu den bekanntesten Ordensfrauen zählenKlara von Assisi, Edith Stein und Mutter Teresa.Kreuzgang, Klausur und Klostermauern:Was das Leben als Ordensfrauausmacht, darüber haben viele Menschen bestimmteVorstellungen. Doch Ordensfrauen leben tatsächlich weit unterschiedlicher,als es diese Begriffe andeuten. Das beweisendie mehr als 21.000 Ordensfrauen in knapp 120 verschiedenenFrauenorden, verteilt auf rund 1.700 klösterliche Niederlassungen,deutschlandweit tagtäglich aufs Neue: Die meisten vonihnen arbeiten etwa in Schulen, mit Jugendlichen, in Heimen,Krankenhäusern, mit körperlich oder psychisch Kranken, in Pfarreienoder in der Wissenschaft. Ordensfrauen in kontemplativenOrden leben hingegen bewusst zurückgezogen. Der Alltagvon Ordensfrauen ist geprägt von Gebetszeiten (Chorgebet)und Zeiten der Arbeit – gemäß dem Leitwort„ora et labora“.2 3


OrdensfrauWie leben Ordensfrauen?Die einzelnen Orden stellen je nach GründerIn besondere MerkmaleJesu in den Mittelpunkt: Jesu Liebe zu den Armen und Geknechteten,seine Hilfe für die Ausgestoßenen, Jesus als Lehrer oder als Arztder Kranken, Jesus als Betender im Dialog mit dem göttlichenVater.So leben Ordensfrauen in Gemeinschaft ihr jeweiliges Charisma, dasihnen der Heilige Geist geschenkt hat.Sie haben sich von der Ausrichtung ihres Ordens angesprochengefühlt und darauf mit dem Eintritt reagiert. Ihre Lebensformwird durch die evangelischen Räte (von Evangelium – froheBotschaft) bestimmt, deren Einhaltung sie in ihrer Profess öffentlichversprechen.Im Dienst JesuArmut meint, auf persönlichen Besitz zu verzichten undbescheiden zu leben.„Ich bin Ordensschwester und arbeite als Werkstattlehrerin am benachbartenBerufskolleg. (…) Ein Schwerpunkt meiner Arbeit istEhelose Keuschheit bedeutet, auf Ehe und Familiezu verzichten und in sexueller Enthaltsamkeit unddie Betreuung unseres ,Kloster auf Zeit’-Angebotes. In all diesenWahrhaftigkeit zu leben.Bereichen habe ich viel mit Jugendlichen und jungen Erwachsenenzu tun. Ich darf sie ein Stück auf ihrem Lebensweg und bei derGehorsam heißt, sich der Führung Gottes anzuvertrauenund sich seinem Willen durch die OrdensobereSuche nach ihrer Berufung begleiten. Manchmal darf ich auchnach der jeweiligen Ordensregel zu unterstellen.dabei helfen, die eigene Berufung zu entdecken.“(Sr. Laetitia Müller SMMP, Bestwig)In bestimmten Ordensgemeinschaften kommen noch andereGelübde hinzu, wie zum Beispiel die„stabilitas loci“, die Ortsgebundenheit,das heißt die Entscheidung in dem Kloster zu blei-„Ja – nein – vielleicht später? Und in welche der vielen Ordensgemeinschaftensoll ich denn eintreten? Das waren meine Antwortversuche undben, in das man eingetreten ist. Für Ordensfrauen ist ihreAusflüchte auf den Ruf Gottes, Ordensfrau zu werden. (…) Und dann gabLebensformeinGeschenkGottesundGlaubenszeugniszugleich.es doch eine schnelle Entscheidung: Ja, Gott, ich versuche ein Leben alsOrdensfrau. Aus diesem zaghaften Versuch ist ein festes Ja geworden. Nunlebe ich seit über 30 Jahren als Ordensfrau und Franziskanerin meine persönlicheBeziehung zu Jesus Christus in der Kirche.“(Sr. Hiltrud Vacker OSF, Münster)4 5


OrdensfrauOrdensfrauen –wie entstand die Lebensform?Seit Beginn des Christentums gab es Frauen, die nach demEvangelium leben wollten. Im Laufe der ersten Jahrhundertebegannen geweihte Jungfrauen sich zusammenzuschließen,um in Gemeinschaft ein eher kontemplatives Leben zu führen.Der Stand der Witwen genoss in der frühen Kirche ein hohesAnsehen. So lebte etwa Marcella, eine römische Witwe aus demvierten Jahrhundert, mit einer Gruppe junger Frauen und andererWitwen in Gebet und Askese.Schon zur Zeit des hl. Benedikt begannen auch Frauen nachdessen Ordensregel zu leben. Ab dem 12. Jahrhundert nahm dieZahl der Frauenorden zu. Es entstanden beispielsweise die Zisterzienserinnen,die Franziskanerinnen, die Karmelitinnen oder dieDominikanerinnen. In der Neuzeit kamen unter anderen die jesuitischenGemeinschaften oder die Vinzentinerinnen hinzu.Bis heute entstanden zahlreiche weitere Gemeinschaften.Der Weg zum „Ja“zu einer neuen LebensformViele Ordensgemeinschaften bieten die Möglichkeit,„Klosterauf Zeit“ zu erleben. Nach ersten Kontakten und Gesprächenfolgt für Interessentinnen eine verbindlichere Zeit des Mitlebensim Orden, um sich gegenseitig besser kennenzulernen.Am Ende eines mindestens zwölfmonatigen Noviziatsmüssen Orden und Novizin über die nächsten Schritte in derGemeinschaft übereinkommen. Werden die Ordensgelübde(Profess) dann abgelegt, verspricht die Novizin, ihren Wegim Orden fortzusetzen. Die Gelübde können mehrmals erneuertwerden. Die endgültige Bindung wird durch dieEwige Profess besiegelt.Ordensfrauen werden für ihre Arbeitsbereiche und Aufgabenaus- und weitergebildet.Neugierig? Infos gibt’s hier:Diözesanstellen Berufe der Kirchewww.berufung.orgDeutsche Ordensoberenkonferenz (DOK)6www.orden.de7


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