DEUTSCHE BAUZEITUNG

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DEUTSCHE BAUZEITUNGW O C H E N S C H R IF T FÜRBAUGESTALTUNG* BAUTECHNIK 66 ■ J A H R 1 9 3 2STÄDTEBAU »SIEDLUNG «WETTBEWERBEBAUW IRTSCHAFTU. BAURECHTS C H R IF T■«ihi L E IT■»-■» E R v • nR uE vG iIE k nR uUn Nu GSD BMA Uu Mm Ec iIS a T1 Ee R r uD R ..-IN - m G u . cE a .h n . rF iRf l ITI Z £ . Et lIS b bE L cE N7 . D e z e m b e rNR.C QA L L E R E C H T E V O R B E H A L T E N m F Ü R N IC H T V E R L A N G T E B E IT R Ä G E K E IN E G E W Ä H R B E R LIN S W 48ARBEITSDIENST UND SIEDLUNGEwaldLiedecke, StuttgartDer Geist dieser Abhandlung, die im wesentlichen unsere Auffassung wiederspiegelt, ist erfreulich in unserer Zeit voller UnausgeglichenheitenW ir eröffnen darüber eine Aussprache. Die Schriftleitung200 000 M an n in A rb e its la g e rn . V on A u g u st 1931 bisJuli 1932 w u rd e n 6 820 932 T a g e w e rk e gele iste t. Eineneue A rb e its fo rm kris ta llis ie rt sich. W o h e r kom m t sie?W o steht sie? W o ra u f richtet sie sich aus?Mehr als 80 v. H. der Lager sind offene. Dasheißt, d e r M a n n a rb e ite t im Lager, le b t und w o h n t zu Hause.V o r a lle m h a b e n za h lre ich e G e m e in d e n solche Lager e r­ö ffn e t. D er m a te rie lle A n trie b d a zu ist s ta rk: D erA rb e its d ie n s tw illig e w ird vom Reich a u s b e z a h lt und dieU nterstützungskasse d e r G e m e in d e dadurch entlastet.G ele iste t w ird „z u s ä tz lic h e " A rb e it, d ie in den Bereichder p riv a te n W irts c h a fts tä tig k e it nicht e in g re ife n soll. Diea n fänglich e n B efürchtungen hinsichtlich d e r S chw ierigkeitd er A b g re n z u n g w a re n zum indest ü b e rtrie b e n . 20,4 v. H.der A rb e ite n erstreckten sich a u f B odenverbesserungen,4,7 v. H. a u f V o rb e re itu n g von S iedlungs- und K le in ­g a rte n la n d , 10 v. H. a u f F orsta rb e ite n , 17,3 v. H. a u f V e r­kehrsverbesserungen. B e lie b t sind S p o rtp la tz b a u te n .So entsteht e in e a n d e re , besonders fü r d ie G e m e in d e ­haushalte w e n ig a b trä g lic h e A rt d e r Notstandsarbeit.Und d e r M a n n h a t A rb e it. Er kom m t „v o n d e r S traßew e g ". U nd d ie vo rg e sch rie b en e n „B ild u n g s m a ß n a h m e n "sollen den W e rt des A rb e itsdie nste s ü b e r d ie „m o ra lischeW irk u n g " e in e r n o rm a le n A rb e it hinausheben.A b e r d ie F ra g w ü rd ig k e it dieser „B ild u n g s m a ß n a h m e n "besteht zunächst d a rin , d a ß es schwer ist, sie von außenher durch Leute an das Lager h e ra n z u tra g e n , d ie nichtaus dem Lager herausgew achsen o d e r m it seinen N ö te nverw achsen sind. D ie a n d e re S ch w ie rig ke it lie g t in d erA rt d e r „B ild u n g s m a ß n a h m e n ". S o la n g e H u n g e r undN o t fü r je d e n E inzelnen h in te r d e r L a g erze it stehen,interessiert e ine g e is tig e B eschäftigung n ur in sow e it, alssie sich m it d ieser N o t und ih re r A b h ilfe b e fa ß t.A b e r eine solche T hem enstellung w irk t e rb itte rn d , solan g e ü b e r d ie Z ustä n d e g e re d e t w ird , fü r ih re A b h ilfenichts geschieht und d e r A h n u n g e in e r neuen im Lagergeübten Lebensform d ie e ig e n e drü cke n d e U m g ebungjeden A b e n d b e i d e r H e im ke hr g e g en ü b e rste h t.Der A rb e its d ie n s t in d ie se r Form b le ib t im g a n zen eineN o tm a ß n a h m e , N o ts ta n d s a rb e it m it m ehr o d e r w e n ig e rb e g re n z te r W irk u n g a u f d ie D a u e r d e r A rb e it selbst.Die M ö g lic h k e ite n , d ie im A rb e its d ie n s t g e g e b e n sind,w e rde n d a m it noch kaum b e rü h rt. D i e Idee liegttiefer, und ih re erste V e rw irk lic h u n g ist ü b e r einhalbes Jahrzehnt ä lte r als die ersten b e hördlichen Er-iasse, d ie d e r V erw irklich u ng a u f b re ite re r Basis erst dennö tig en Raum g e g eben haben.D e r Anfang des Arbeitsdienstes ist nichteigentlich in m a te rie lle r N o t b e g rü n d e t, w ie die meistend e r heutigen Lager, sondern in dem W ille n , durch g e ­meinsam es Lagerleben a u f d e r Basis kö rp e rlich e r A rb e itA rb e ite r, Bauern und Studenten in e iner G em einschaftzusam m enzuführen, also über die Volksgem einschaßnicht nur zu schw ätzen, sondern sie, w enn auch inkleinstem Rahmen, zu verw irklichen. Dieser A n fa n g g e ­schah in Schlesien, in ein e r Landschaß stärkster so zia le rSpannungen.Die A rb e it ist g e tra g e n von d er Idee des Dienstes fü r dieVolksgemeinschaft.D arin fin d e t d ie Jugend denu n m itte lb a ren Einsatz im S taat. In d e r F reizeit w ird dasV erhältnis des Einzelnen zum S taat durchdacht und esw e rd e n fü r Jeden lebensw ichtige Them en, w ie das desLebensraums o d e r d e r sozialen O rd n u n g behan d e lt.G em einsam endlich ist nach kö rp e rlich e r und geistig e rA rb e it auch d ie Entspannung im Spiel und Lied.In Lagerverfassung und Lagerbrauch w ird ein A b b ildstaatlichen A u fb a u s geschaffen.D ie N o tw e n d ig k e it zuge o rd n e te r G em einschaft, B erechtigung und V e ra n t­w o rtu n g des aus d e r B e w ährung im Lager erw achsenenFührers w ird e rle b t.Eine d e r Z ellen w ird in Verfassungund Form sichtbar, aus denen sich d ie grö ß e re n O rg a n is ­men d e r Landschaft und des Staates a u fba u e n .Eine solch tie fe re G em einschaß kann nur im geschlossenenLager v e rw irklicht w e rd e n , w o das ganzeLeben gem einsam g e stalte t w ird . Die Schicht dieserV o lksla g e r, d ie sich jenseits e in e r parteilichen o d e r w e ltanschaulichenFestlegung und abseits von in te lle ktu ell fü r­sorgerischer und p ä d a g o g is c h e r B etriebsam keit ehrlich umeinen gesunden A u fb a u und eine saubere G esinnung b e ­m ühen, ist noch sehr dünn. V on den 200 000 M an n inA rb e its la g e rn sind noch nicht 20 v. H. in geschlossenenLagern, das sind noch keine 40000 M a n n . Z ieh t m an diep a rte ilic h o d e r andersw ie fe stg ele g te n Lager und solche,d ie ü b e r ein geeignetes, aus d e r Jugend herausgew achsenesFührertum nicht v e rfü g e n , a b , so b le ib e n kaumm ehr als 10 000 M an n im Reich, d ie von dem selbenW ille n g e tra g e n sind. Dieser zahlenmäßigkleine Kern ist — zumal gesehen im Hinblickauf die Siedlung — wesentlicherals die Ausweitung des Arbeitsdienstes977


auf einen Umfang, der erst allmählichmit dem Heranwachsen geeigneter Führererreicht werdenkann.Im ganzen ist eine buntscheckige Vielfalt derTräger des Dienstes zustande gekom m en, died ie B ürokratie vo r eine ungew ohnte A u fg a b e stellt.EineZusam m enziehung des Dienstes auf w e n ig e r V e rb ä ndeist wünschenswert, und es geht darum , den Spreu vomW e iz e n zu sondern.Das setzt zw e ie rle i vo ra u s: einee igene H altung der B ürokratie und eine V e rtie fu n g indas Lagerleben und seine Z iele, nicht nur eine Beurteilung nach dem vo rg e le g fe n Plan über „B etre u u n g s­m aß nahm en" und nach dem äußeren Funktionieren d erO rg a n isa tio n . Das Technische lä ß t sich leicht k o rrig ie re n ;es kom m t a u f den G eist an, von dem das Lager durchdrungenw ird .Die G e fa h r lie g t heute in einer zu w e it gehenden undd a h er fü r die neuen K räfte erstickendenO rg a n is a tio nund Z en tra lisie ru n g , und in der Beschränkung d er meistrecht gut fu n ktionie re n d en Selbstverwaltung derLager zugunsten einer V e rw a ltu n g von oben und einerdadurch m öglicherw eise bequem eren Übersicht.Das bedeutet fü r die Jugend die A bschrankung von d er V e r­a n tw o rtu n g und d a m it das Ersticken d er besten imA rbeitsdienst gegebenen M öglichkeiten.Es hängt davon ab, wieviel Entwicklungsraumder mit Begeisterung, Aufopferungund grundsauberer Gesinnung arbeitendenJugend gelassen wird, ob der Arbeits-dienst zum subalternen „Spatendienst"mit der Würze durch „Bildungsmaßnahmen"abgleitet und inder Ebene derMittelmäßigkeit versandet, oder ob sichdarin eine Bewegung kristallisiert, dieden Neubau des Staates verantwortlichtragen kann.Die allgemeine Problematik des Arbeitsdienstesbesteht d a rin , daß hinter dem Lagerlebenfü r jeden Einzelnen der K am eradschaft eine dunkle Zukunftliegt, m indestens das Zurück in d ie a lte U m w elt, diedem G eist des Lagers in jedem einzelnen Punkt w id e r­spricht.Es steht v o r ihm im besonderen jene w irtschaftlicheN o t als Folge e iner w irtschaftlichen S tru ktu rve rla g e ­rung, d er a u f entscheidende W eise nur durch d ie U m -Siedlung beizukom m en ist.Es ist w ie d e rh o lt d er A rb e itsd ie nst im Z usam m enhangmit d er S iedlung genan n t w o rd e n , w e il nur durch seinenEinsatz die Erschließungsarbeiten so b illig gem acht w e r­den können, daß die S iedlung w irtschaftlich tra g b a r zuw erden verspricht. Das h e iß t: Wirkliche Kultur-und Kolonisationsarbeit ist unbezahlbar,war es immer, und ist nur durchOpfer und Einsatz möglich.Das Eigentliche des Einsatzes ist a b e r nicht, d aß dasR entengutsverfahren im Preis gedrückt w ird , sondern d aßd e r Einsatz zum Aufbau des eigenen Dorfese rfo lg t.D abei w ird sich die Stärke d er A u fb a u g ru p p eund die Stärke d er anzusiedelnden S ie d le rg ru p p e nichtdecken.Das W esentliche ist jedoch, d aß d er S iedler imbesten Sinne kolonisiert, d aß er am A u fb a u seines neuenLebensbereiches von G rund a u f te ilh a t und in ihn vonA n fa n g an hineinw ächst. N u r so geschieht eine V e r­w u rzelung mit dem erkäm pften und e ra rb e ite te n Boden,die etw a d er Bindung an die Scholle durch G e b u rtentspricht.A b e r schon vo r d er eigentlichen K o lo n isa tio n sa rb e it e r­stehen dem A rb e itsd ie nst v o rb e re ite n d e A u fg a b e n , z u ­nächst die d er beruflichen Umschulung.Verge g e n w ä rtig t m ansich, d a ß genug Bauernsöhne undLanda rb e ite r d a ra u f w a rte n , das deutsche Bauerntum zue rg ä n ze n , so lie g t d ie schulische A u fg a b e hauptsächlichin d er E inführung in gärtnerische A rb e it und Betriebsform ,nicht nur fü r V o lle rw e rb s g ä rtn e r, sondern v o r allem fürjene künftige n Siedlerschichten zwischen S tadt und Land.Diese A rb e it m ündet insofern in eine N o tw e n d ig k e it desA rbeitsdienstes, als erdurch d ie niederen Tagessätzeund durch den M a n g e l und d ie verh ä ltn ism ä ß ig hohenPreise fü r G em üse zur Selbstversorgung mitgärtnerischen Erzeugnissen ve ra n la ß t w ird.Schon w e n ig e A rb e its la g e r haben einen B edarf, der einzusätzlich gärtnerisch beschäftigtes Lager m it A rb e it aus-fü ilt.Solche gärtnerischen Lager sind fü r eine Auswahlaus der B elegschaft d e r ändernfachliche Siedlerschulung.Lager d ie gegebeneA b e r w e d e r d er kö rp e rlich e Einsatz, noch d ie fachlicheSchulung führen in den K ernpunkt d e r Bedeutung desA rbeitsdienstes fü r d ie S iedlung. M an ist sich klar d a r­über, daß w ir m it d er seitherigen A rt d e r Individual-Siedlung am Ende a n g e la n g t sind, d a ß sie w irtschaftlichnicht v o rw ä rts kom m t, d a ß sie v o r allem bevölkerungspolitischz. B. als W a ll g e g en den O sten nichts bedeutet.D adurch entsteht kein bodenstä n d ig e s Bauerntum,daß man b e lie b ig h e rg e h o lte M enschen in beliebigerForm a u f ein Stück Boden setzt.Für die S iedlung ist in a lle re rste r Linie entscheidend, daßneue gesunde Dorfschaften entstehen,geistig e und w irtschaftliche Einheiten, in denen sich dieH a ltu n g d e r G em einschaft in V erfassung und Formniederschlägt.Von neuen gesunden Z ellen kann aucheine entsprechende A n re g u n g und Befruchtung a u f dasin E inzelw irtschaften z e rfa lle n e a lte D o rf e rw artetw e rden.Und über a lle n g e w iß w ichtigen technischen und w irtschaftlichenFragen steht die e in e :W o h e r kommen diemenschlichen Einheiten, die solche Z ellen zu bilden vermögen?Denn w ir haben keine geistig geschlosseneSchicht, m it d e r w ir ohne w eite re s siedeln können, sofern w ir d a ru n te r m ehr verstehen w o lle n als jene nichteinm al w irtschaftlich tra g b a re landw irtschaftliche Stellenvermehrung.H ie r fin d e t d e r A rb e itsd ie n st seinen eigentlichen,geistigen A n sa tz p u n k t:In den besten Lagern — unddeshalb kom m t es nur a u f solche an — kristallisiertsich eine H a ltu n g , d ie dem S iedlungsgedanken erstjenen geistig e n A u ftrie b geben kann, d er Voraussetzungfü r je d e g ro ß e K u ltu ra rb e it ist. Im A rbeitslag e r b ild e n sich G em einschaften, d ie in ih re r Haltungw ie d e r a u f d ie M ö g lic h k e it e in e r D orfschaftsbildung hin-w eisen, d ie b e re it sind zu schw erer kolonisatorischerA rb e it, fä h ig zu r G e fo lg s c h a ft, v e rp flic h te t dem ändernund G esam ten g e g e n ü b e r. Diese Ansätze imArbeitsdienst in ihrem Wachstum zufördern ist der Anfang zur deutschenSiedlung.So fin d e t d e r A rb e itsd ie n st in d e r S ie d lu n g nicht nur gewisseB erührpunkte und B etätigungsm öglichkeiten, sonderner w ird zunächst durch den W ille n , nach der Lagerzeit d ie K am eradschaft w irtsch aftlich neu zu unterbauen,dann a b e r ü b e rh a u p t durch den W ille n zur M ita rb e itam A u fb a u des Staats in d ie S ie d lu n g hineingetrieben,und es erw ächst ihm in dieser A u fg a b e eine höhereBerufung, d ie o hne ihn nicht m ehr verw irklicht w e r­den kann.978


Eine neue Schleuse unterh a lb d er vo rh a n d e n e n altenFuhlsbütteler Schleuse sollte d ie Senkung des A lste r­spiegels a u f + 6,60 erm öglichen.Als 1909 die Z eit zur D urchführung d e r K analisierungund Erschließungdes A lstertales gekom m en w a r, ver-anlaßten zugleich w asserw irtschaftliche und stä d te b a u ­liche Erkenntnisse das Ingenieurw esen zu r A u fste llu n gund V o rla g e eines w esentlich verä n d e rte n Planes.löste le b h a fte und kritische E rörterungen in d er Ö ffe n t­lichkeit sow ohl w ie bei den h e ra n g e zo g enen ausw ä rtig e nS achverständigen aus — ein Zeichen des erw achten Interessesan städtebaulichen Fragen.T h e o d o r Fischer sah im E ntw urf das Bestreben, schön-heitliche Rücksichten m it praktischen, wasserbautechnischenG esichtspunkten zu ve re in e n ; Henrici bezeichnete dieG ru n d la g e des Planes als sachlich w o h l durchdacht undals g eeignet, eine Reihe w echselvoller, an sich in te r­essanter und re iz v o lle r B ilde r entstehen zu lassen.A n d e re Sachverständige, w ie z .B . O tto March, b e ­zw e ife lte n , o b nicht g e g en ü b e r d er g e w ä h lten, mehrm alerisch-landschaftlichen Lösung die strengere Form etw aeines g leichförm igen K anales o d e r die V e rb in d u n g b e id e rM o tive vorzuziehen sei.Schließlich w u rd e von den beteilig te n Stellen das Z w in gende d er w asserw irtschaftlichenG esichtspunkte in vo rlie ge n d e m Plan und seine Eignungfü r eine landschaftliche und z .T . architektonische G e ­staltung anerkannt.Die gesetzgebenden K örperschaftenbeschlossen d aher die A usführung des an einigen Stellenarchitektonisch s tra ffe r gestalteten Planes m it einem A u f­w a n d von rd. 8 M ill. RM, w o b e i die künstlerische M itwirku n g des O b e rb a u d ire k to rs Dr. Schumacher inder architektonischen D urchbildung gew ünscht und e rfre u ­licherw eise g e w ä h rt w urde.Die G ru n d la g e des neuen Planes (A bb. 9 a— c mitLängenschnitt und Q uerschnitt) w a r durch die w a sse rw irtschaftlicheN o tw e n d ig k e it gegeben, fü r die bei A u f­höhung und B ebauung d e r Bauflächen verlore n g e hendenO berschwem m ungsflächen reichlichen Ersatzraum zur A u f­speicherung d er m it zunehm ender Bebauung w achsendenH ochwasserm engen zu schaffen.D aher sind im Plan dieW asserflächen des kanalisierten Bachlaufes wesentliche rw e ite rt und — übrigens auch zur Schaffung von V ille n ­b e b auung m it W a sse rfro n t erw ünschte — N e b e n k a n ä lea n g elegt.Von sonstigen Ä n d e rungen des neuen g e g e n ü b e r demalten Plan sind in städtebaulicher B eziehung zu e r­w ähnen d ie B egleitung d er regulie rte n A lste r m it einemd ie A n la g e n d er A uß enalster fortse tze n d en öffe ntlich e nG rü n g ü rte l und d ie architektonisch s tra ffe re Fassung e in ­ze ln e r Punkte.D ie Flugaufnahm e A b b . 10 g ib t eine Obersicht ü b e r Teiled er heutigen G esa m ta n la g e , w ä h re n d A b b . 11 bis 13 alsBeispiel d a fü r dienen können, d aß versucht w u rd e , v o r­handene landschaftliche B ilder zu erh a lte n o d e r w ie d e rzu schaffen.Es w a r die Absicht, das neu erschlossene G e b ie t desA lstertales fü r eine bessere E inzelhausbebauung zu ve r­w enden.Die Berechnung hatte seinerzeit e rg e b e n , daßbei e iner solchen, durch die natürliche Entw icklung dam alsg e g ebenen B ebauung d ie Bau- und G runderw erbskostend e r G e sam ta n la g e durch d ie zu e rw a rte n d e n V e rka u fskostendes S taatsgrundes gedeckt w u rden. D er K riegund d ie N a ch krieg sla g e haben d ie bauliche Entw icklungdes G ebiets natürlich ins Stocken gebra ch t und dieW ie d e re in b rin g u n g d er A n la g e ko ste n noch nicht e r­m öglicht.ErW ie aus vorstehenden A u sfü h ru n g e n hervorgeht, verfolg te d ie A lste rk a n a lis ie ru n g das Z iel ein e r städtebaulichenErschließung des A lste rta le s unter grundlegenderBerücksichtigung w asserw irtschaftlicher Gesichtspunkte.III. SchlußfolgerungenDie vorstehend e rw ähnte n und sonstigen w asserw irtschaftlichenG esichtspunkte haben fü r d ie A rbeiten desS tädtebaues und d e r Landesplanung eine größere Bedeutung, als ihnen im a llg e m e in e n , so z .B . auch im Entwu rf des R eichsstädtebaugesetzes, g e w id m e t w ird .Das e rg ib t sich aus den o b ig e n A usführungen über diee inzelnen, an den verschiedenen Stellen ausgeführtenA rb e ite n und aus den nachstehenden D a rlegungen:W asserw irtschaftliche E inw irkungen a u f Teile einesW a sse rlaufe s o d e r seines V o rflu tg e b ie te s , w ie Regulierungen,K a n a lisie ru ngen, M e lio ra tio n e n , Aufhöhungen,B ebauungen können von wesentlichem Einfluß fü r andereT eile des gleichen V o rflu tg e b ie ts sein. Durch M e lio ­ra tio n e n z. B. im O b e rla u f m it H ilfe von Flußverkürzungen,durch G e fä lls te ig e ru n g e n , S enkungen d e r W asserspiegelusw. w ird d ie H ochw asserspitze verstärkt und einee tw a ig e Ü berschw em m ungsgefahr fü r U nte ra n lie g e r vergrö ß e rt sow ie neuer H ochw asserstauraum bedingt. Beie iner intensiven städtischen B ebauung frü h e r landw irtschaftlichb e n utzte r Flächen w ird d e r A n te il d er zum A b ­flu ß g e la n g e n d e n R egenm engen — d e r A b flu ß k o e ffizien t — a u f das V ie lfa ch e erh ö h t. V erm e h rte r A b flu ß ­raum in g rö ß e re n Flußquerschnitten, Rückhaltebecken usw.w e rden n ö tig , sow ohl um landw irtsch a ftlich genutzteFlächen zu sichern und ertragsreich zu erh a lte n oder zugestalten, als auch um eine gesundheitlich einw andfreie,g u t entw ässerte und trockene B ebauung zu ermöglichen.Die E inw irkungen d er M a ß n a h m e n in einem Teil a u f diea n deren T eile des V o rflu tg e b ie ts machen es daher unbe d in g t n o tw e n d ig , das gesam te G e b ie t als einheitlichesG anzes nach gleichen G esichtspunkten zu b e a rb e ite n , umihr Zusam m enw irken und eine m öglichst wirtschaftlicheG e sta ltung des G esam tplanes zu erreichen und der etwan ö tig w e rd e n d e n A u sfü h ru n g e in ze ln e r T eile einen einheitlichenG e sa m tp la n zu g ru n d e legen zu können.Bei ein ig e n Landesplanungen in Deutschland ist bereitsin dieser W e is e ve rfa h re n und ein w asserw irtschaftlicherG esa m tp la n d e r A rb e it d e r Landesplanungen zugrundeg elegt.So ist auch fü r die ham burgisch-preußische Landespla n u n g ein e in h e itlich er Plan fü r d ie Entwicklung desgesam ten, teils a u f ham burgischem , te ils a u f preußischemG e b ie t b e le g enen V o rflu tg e b ie te s d e r Alster bearb e ite t; ihm soll ein Plan fü r das G e b ie t d er Billefo lg e n .W ie erw ünscht, ja n o tw e n d ig ein solcher, im einzelnennatürlich elastischer G e sam tp la n heute sein kann, hat sichhier g e z e ig t, als es n o tw e n d ig w u rd e , Teile aus demG e sa m tp la n fü r sich a u szuführen, um unm ittelbar undb a ld w e rtsch a ffe n d e, zusätzliche A rb e ite n zur Beschäftigung A rb e itslo se r an e in ze ln e n Stellen des V o rflu t­g e bietes in G a n g zu setzen. D a fü r erw iesen sich derLandw irtschaft und den neuen S tadtrandsiedlungend ie n e nde R egulierungen von G rä b e n und Bächen w egendes g e rin g e n M a te ria la u fw a n d e s als besonders geeignet;sie konnten im fre iw illig e n A rb e itsd ie n st unter geschickterFührung von g e e ig n e te n O rg a n is a tio n e n als T rä g e r desDienstes durch Jugendliche m it den vom Reich gew ährtenpauschalisierten A rb e itslo se nunte rstü tzu n g e n (bis 2 RM jeTag) d u rch g e fü h rt w e rd e n .980


DAS GARAGENWESEN IN TECHNIK,WIRTSCHAFT UND VERWALTUNGProfessor Dr. - Ing. Georg Müller, Berlin-Lankwitz / 17 AbbildungenA u f dem G a ra g e n g e b ie te haben uns die letzten Jahrez w e i bem erkensw erte Erscheinungen g ebracht, die vona llgem einem Interesse und d a h e r e iner besonderen Besprechungw e rt sind.D ie erste ist die R eichsgaragenord n u n g 1931, d ie eine verwaltungsmäßigeBilanz zie h t aus den bisherigen E rfahru n g e n 1), diez w e ite w a r d ie „In te rn a tio n a le G a ra g e n a u s s te llu n g " a u fd er „D eutschen B auausstellung Berlin 1931", d ie als s tra ffg e g lie d e rte Lehrschau gew isserm aßen eine technischeBilanz über das bisher Erreichte bot, a b e rin ihren Ergebnissen bisher noch w e n ig ausg ew erte tw o rd e n ist.Die w irtschaftliche Lage des G a ra g e n g e w e rb e s ist beid e r A b h ä n g ig k e it von A u to m o b ile rz e u g u n g und V e rka u fund bei d er innigen V erflechtung m it d e r ü b rig e n W ir t­schaft von d er Krise nicht verschont g e b lie b e n , sondern,w ie d ie ü b rig e K raftverkehrsw irtschaft, durch d ie hohenSteuern, d ie in Deutschland d a ra u f ruhen, sehr schwerg e tro ffe n w o rd e n .^Ein Rückblick und eine Betrachtung d e r b eiden oben erwähnten Ereignisse d ü rfte nicht nur bautechnisch in te r­essieren, sondern auch im H inblick d a ra u f, d a ß b e i einemvie lle ich t nicht zu fernen W ie d e ra u fs tie g d er W irtsch a ftdas V e rke h rsg e w e rbe als Schrittm acher desselbenundd a m it das G a ra g e n w e se n am schnellsten w ie d e r in G a n gkom m en.V o r Erscheinen des auch in d e r „D eutschenB a u ze itu n g " besprochenen Kom m entars d e r „Reichsga ra g e n o rd n u n g " von Eras-Bösling2) w a r versucht w o r­den, d ie schw ierige M a te rie alle n a u f diesem G e b ie teS chaffenden und B auenden durch b ild w irksa m e Illu stra ­tionen ausstellungsm äßig näher zu b ringen.E rfahrungsgemäß w e rden d ie nackten V orschriften in ih re r vollenBedeutung und in ih re r B egründung nicht so fo rt vonA llen verstanden.W e n n auch d ie hier b e ig e ge b e n e nR eproduktionen nicht m it den fa rb ig e n gro ß e n D a r­stellungen verglichen w e rd e n können, so zeigen sie dochanschaulich und schnell den w esentlichen In h a lt d e r P aragra p h e n . (A b b . 1— 10.)So den Unterschied „E i n s t e 11 r a u m ", von dem w e ite r­gehenden B e g riff „ A n I a g e " (§ 2, A b b . 1), welche Bautena n z e ig e p flic h tig sind (§ 3, A b b . 2), in w elcher W e ise b a u ­lich d ie Rücksicht a u f N a chbarschaft gegen d ie verschiedenenE inw irkungen des K raftverkehrs, w ie Erschütterungen,Lärm, G erüche, Feuer- und E xplosionsgefahr, zub e h andeln sind (§ 5, A b b . 3).Das H a u p telem e n t d erF euerbegrenzung im Flachbau sind d ie Wände, diefe u e rb e s tä n d ig sein müssen, um bei Entstehung vonB ränden diese örtlich zu b e g renzen und ihre B ekäm pfungzu erleichtern, also d er Schutz des N achbargrundstückes,der b e nachbarten und g e g en ü b e rlie g e n d e n Boxen (§ 10,A b b . 4).D er Fußboden muß undurchlässig sein, um das A u f­saugen von ö l und Benzin zu verh in d e rn , und selbstverständlich,w enn ein K e lle r d a ru n te r ist, g enau w ie Stockwerksdecken, auch fe u e rb e s tä n d ig sein (§ 13, A b b . 5).Die Schnelligkeit, m it d e r B e n zin b rände sich ausbreiten,und d ie Q u a lm e n tw icklu n g bei Ö lb rä n d e n machenRückzugswege in besonderem M a ß e n o tw e n d ig .1) Sie setzt außerdem an Stelle der weitschweifigen Bestimmungenvon 17 Ländern mit über 500 Paragraphen eine einheitliche Ordnungfür das ganze Reich mit nur 38 Paragraphen.2) Vgl. unter „N eue Bücher" im Nachrichtendienst dieser Nummer.Es muß im m er ein z w e ite r A u sg a n g vorhanden sein, seies über T re p p e n, Leitern o d e r durch Schächte (§ 15,A b b . 6).Die E rfahrung hat g e ze ig t, daß ein tra g b a re r Handfeuerlöscher,so w ie sie von d er Prüfungsstelle derF euerw ehr zugelassen sind, fü r etw a sechs K raftfahrzeugeg enügt, w enn er leicht zu g ä nglich ist und aufseine G e b ra u ch sfä h ig ke it re g e lm ä ß ig g e p rü ft w ird (§ 17,veranschaulicht in A b b . 7).Diese M aß nahm en genügen a b e r noch nicht bei Massenunterstellungenund g rö ß e re n E insteilräum en; diesemüssen durch Brandmauern in Einheiten unterteiltw e rd e n , d ie m it den üblichen M itte ln im Feuerfalle sicherb e w ä ltig t w e rden können. A ndererseits müssen in diesenB randm auern D u rchfahrtsöffnungen fü r den Verkehrb le ib e n , die sich bei G e fa h r vielfach autom atisch (durchSchmelzen e iner Sicherung) schließen und den Brandabschnitta b rie g e ln (§ 18, A b b . 8).Bei d er Heizung von G a ra g e n ist zu bedenken, daßzu den Feuerstellen o d e r M e ta llte ile n , d ie über 200° erhitztw e rd e n , niem als kriechende B enzindäm pfe, dieschwerer als Luft sind (aber durch W irb e lu n g bis auf1,50 m H öhe g e trie b e n w e rd e n können), gelangen dürfen.A usreichende Lüftung ist besonders w ichtig nicht nurd er B e n zin d ä m p fe w egen, die schon in geringstenM en g e n durch den G eruch w a h rgenom m en w erden, sondernnoch m ehr w e g e n d e r g iftig e n A uspuffgase. Dieseenthalten b ekanntlich K o h le n o xyd , das unsichtbar undgeruchlos ist (§ 21, A b b . 9).Das Rauchverbot in G a ra g e n ist berechtigt, auchw enn man das E xperim ent machen kann, glim mendeZ ig a re tte n in Benzin zu ersticken. G e gen das Rauchve rb o t w ird w o h l am häufigsten verstoßen (§25, A bb. 10).Am gefährlichsten ist das h e u tzu ta g e überflüssige Aufbewahrenvon Treibstoffen in Garagen,da im m er zu befürchten steht, daß durch lecke Fässerund undichte H ähne T re ib s to ff hera u sflie ß t (§ 26).Eine a n d e re G e fa h re n q u e lle b ild e t die ö l - u n dbenzingetränkte Putzwolle, aus d er sich diee xplo sio n sgefä h rlich en S toffe nicht so schnell entfernen;deshalb sind dichtschließende B lechgefäße aufzustellen,in denen d ie a b g ä n g ig e P utzw olle gesam m elt w ird (§29).Die Eingliederung von Garagen mitoffenen Fahrstraßen in Wohngegendenist nur m öglich und zulässig, w enn je d e r Lärm verbotenist, also das unnötig e H upen, das A u sprobieren derM o to re n und a lle H a n d w e rksa rb e ite n , d ie besonderenLärm verursachen. Die Lärm verm eidung ist überhaupteine besonders w ich tig e A u fg a b e g e w o rd e n (§ 32).D ie frü h e r g e fo rd e rte n Luftschlitze in E inzelgaragenkonnten zu d e r M einung verleite n , als w enn sie in jedemFalle eine ausreichende Lüftung des Raumes g e w ä h r­leisten. Das ist ein g e fä h rlic h e r Irrtum . N icht seltenhaben C h a u ffe u re im W in te r in den schwer heizbarenG a ra g e n diese Löcher ve rs to p ft und den M o to r la u fe n ­lassen, um die G a ra g e zu heizen. M anche Krankheitserscheinungenbei K ra ftfa h re rn , d ie man sich frü h e r nichte rklä re n konnte, d ü rfte n a u f d ie E inw irkung von K ohlenox y d g a s zurückzuführen sein (§ 33, A b b . 16).D er viel beachtete H inw eis a u f d ie Reichsgaragenord n u n g w a r im m erhin nur ein kle in e r Ausschnitt aus der982


§2 ReichsgaragenordnungBegriffsbeftimmung§3 Anzeigepflicht’ F \ I / E Rpporoturwerk|>cttm I in z f.g o ro g r■» « a ü " ’tl’qqrqger_-.wl._-;—.berdeckifT Fahrftrafte• ■ * IIWofehplatzErweiterungenKeilergatagen 11 M S| M !E - Einftel I ra u m/ \ Fohrftro ß r- ! n1AnlageUmbauten§5 Rücklicht auf Nachbarfchaft5chutzder NachbarfchaftdurchEinkapfelungder GarauenanlaqeErfchütterungGeruchFeuerlö r m¡10 WändeFeuerbegrenzungSchaffung von Brandabfchnitfen (Einheitenbeftimmter Grölet durch feuerbeftändige WändeI rMP§13 Fußböden§15 RückzugswegeRiickzügswegc a u f dN a chbargru n d ftu c kfeuerilchereWendeltieiKeine SackgoffenZweiweQpryftemAbftand derTreppenhäufer!a r g u n d n re h lä ß ig u*feuerbeftändig-§17 Feuerlöfcheinrichtungenfca u fm in d e fte n s 6 Kraftfahrzeuge1 Feueriöfcheinrichtungö f i Ö * Ö J L Ä4 5eicht zu g ä ng lichauernd gebrauchsfähig§13 Größere EinftellräumeBrandmauerBrandmauermuffen unterteilt werdenBrandmauerBrandmouerl l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l Il l l l l l l l l l l l l l llllllllllllllllllllllllllllI IllllllllllllllllllllllllllllG ffene feuerbeftändigeverfchließbareTore- B a u to m a tifc h•chiiefiende Tore m itgBilder zur Reichs-Garagenordnung. V o n d e r G a r a g e n a u s s t e llu n g a u f d e r B e r lin e r B a u a u s s te llu n g 1931Foto-Aufnahmen von P. Liefcerenz, Berlin W 9983


a llg e m e in e n Lehrschau d e r G a ra g e n a u sste llun g , an dereine g a n ze Reihe von Behördenstellen und O rg a n i­sationen tä tig m itg e a rb e ite t haben. Zu nennen ist b e ­sonders d ie „Studiengesellschaft für Automobilstraßenba u ", die in gro ß e n G ra p h ik e n ihrev o rlä u fig e n Leitsätze fü r die N e u a n la g e von P arkplätzen,Einstellräum en und Tankstellen d em onstriert hat. DasParken ist eine V orstufe des G a ra g ie re n s , und dieG rundsä tze der A ufstellungstechnik und m anche a n d e rez eigen g ro ß e Ü bereinstim m ung.W ä h re n d d e r Einstell-raum , nam entlich fü r la n g fris tig e A b ste llu n g (die H e im a t­g a ra g e ), m ehr abseits vom V e rke h r g e b a u t w e rd e n kann,müssen Tankstellen dicht am Verkehrsstrom e in ­g e g lie d e rt w e rden, da d e r A u to m o b ilis t es b e vo rzu g t,en passant zu tanken und doch w ie d e ru m so, d a ß derflie ß e n d e V e rke h r d e r W a g e n und d e r F uß gängerverkeh r m öglichst w e n ig gestört w e rde n .Die R eichskraftsprit und a n d ere G esellschaften habenv o rb ild lic h e A n la g e n geschaffen, und z w a r nam entlich imöffe ntlich e n V erkehrsraum , d ie bew eisen, d a ß m an b e id eF orderungen, B equem lichkeit und Sicherheit, e rfü lle n kann.Es besteht ein gewisses öffentliches Interesse und einegewisse V e rp flichtung d e r S tädte, fü r Parkspuren, Parkstreifenund P a rkp lä tze zu sorgen.A b e r d e r U m fangund d ie G re n ze sind nam entlich mit Rücksicht a u f diefin a n z ie lle Belastung g e ra d e g e g e n w ä rtig stark umstritten,w enn auch d ie S tädte, tro tz d e r g e g e n w ä rtig e nN ö te , a u f w e ite Sicht a rb e ite n müssen.In jedem Einzelfalle ist zu entscheiden, w elche P a rka rt aufstellungstechnischd ie zw eckm äßigste ist. Es sei nur b e ilä u figd a ra u f hingew iesen, d a ß die Leistungsfähigkeit und derW irtschaftsw e rt e iner S traße nicht identisch sind, sondernd a ß d ie A n liegerinteressen, nam entlich e in e r G eschäftsstraße,bequem e A b ste ilm ö g lich keite n fo rd e rn und daß,besonders an V e rkehrsbrennpunkten, das A bsteilinteressefa st gleichgebieterisch neben das d e r Flüssigkeit desD urchgangsverkehrs tritt. A lle rd in g s w ird sp ä ter nicht zuum gehen sein, d a ß m ehr und m ehr A b ste ilm ö g lich keite na u ß e rh a lb des öffe ntlich e n V erkehrsraum es, a b e r in n e rh a lbd er Baufluchten irg e n d w o doch zu schaffen sein w e rden.D er Kraftwagen als In h alt d er G a ra g e und seinebesonderen Eigenschaften sind fü r den G a ra g e n b a ugenau so bestim m end w ie d er A b la u f des täglich e nLebens d er M enschen fü r den W o h n b a u .D er Z w ie s p a ltund Unterschied besteht nur d a rin , daß d e r Mensch, tro tzseiner sich steigernden Bedürfnisse, sich nicht so ä n d e rtw ie ein technisch hochw ertiges und w a n d lu n g sfä h ig e sP rodukt w ie der K ra ftw a g e n , fü r den man Bauten fü rein o d e r zw e i M enschenalter errichten muß.Im m erhinist d e r K ra ftw a g e n ein F ahrzeug zu r B e fö rd e ru n g vonM enschen, und insofern auch dem M enschen, als M a ßa lle r D inge, verb u n d e n .Es interessieren am K ra ftw a g e nzunächst einm al die Abm essungen ü b e r alles, d ie Länge,cfie Breite, d ie H öhe, u ie S purw eite, d e r R adstand, dieW e n d ig k e it, Brem sw eg, d ie B o d e n fre ih e it, d ie S teigfäh ig k e it, und nicht nur d ie d e r g e g e n w ä rtig vo rh a n d e n e nT ypen, sondern auch d ie E ntw icklungstendenz, sei es zu rg rö ß e re n Länge w e g e n d e r V ie lz y lin d e r, sei es zumK le in w a g e n m it Rücksicht a u f d ie g rö ß e re W e n d ig k e it imG roß s ta d tv e rk e h r und die g e rin g e n A nschaffungskosten.Auch diese a u to m o b ilin d u s trie lle Seite w a r in d er A usstellungin b e so ndere r W e ise anschaulich b e h a n d e lt w o r­den, w o fü r als Beispiel d ie b e id e n A b b . 11 und 12(Länge und B o d e n fre ih e it) hier b e ig e g e b e n sind.Eine besonders w ich tig e Frage ist d ie Unterbringungder Kraftwagen in den Städten. D ie S tä d te ­b ild e r in A m e rik aw e rden g a n z wesentlich durch dieK ra ftw a g e n re ih e n bestim m t, d ie w ie Perlenketten überalld ie S tra ß e n rä n d e r säum en.In d er T at stehen in Amerikavie le W a g e n T ag und N acht im Freien, und es möchtescheinen, als w enn d e r fre ie Him mel die billigste G aragesei.W e n n tro tz d e m , w o ü b e ra ll m öglich, g a ra g ie rt w irdso m uß dies letzten Endes einen wirtschaftlichen Sinnhaben.Auch d a rü b e r g a b eine besondere Koje Auskunft,d ie Sinn und Zw eck d er G a ra g e aufzeigte, andererseitsveranschaulichte, daß d e r nich tg ara g ie rte W agenin seiner Lebensdauer ve rkü rzt und in seiner Betriebsbereitsch a ft b e e in trä ch tig t w ird .Die G a ra g e n b a u in d u s trie g in g von d er versetzbarenE in z e lg a ra g e aus, einm al ist sie b illig e r als ein Massivbau,dann w a r sie eben ve rse tzb a r, wenn der Pächtereines G rundstückes o d e r d e r M ie te r einer W ohnung odereines U nternehm ens auszog.D er K ra ftw a g e n ist ein ve rh ä ltn ism ä ß ig junges Kind derTechnik, so ist es verständlich, daß d ie Eingliederung derfü r ihn b e n ö tig te n Einstellräum e sich zunächst behelfsmäß ig durch n achträgliche Einbauten vollzo g . M itwachsendem U m fang und sich m ehrenden Erfahrungenw a r es dann m öglich, N o rm e n fü r diese Bauten zuschaffen, d ie in alle n B austoffen, zumeist in Stahl, hergestelltw e rd e n . D ie N o rm e n umfassen besondereG rö ß e n o rd n u n g e n , von denen d ie kleinste für K rafträdermit B eiw a g e n und die b eiden g röß ten fü r Lastwagen unddie Z w ischengrößen fü r kleine, m ittlere und große Personenwagen bestim m t sind. (A bb. 13 z e ig t die A b ­messungen v e rse tzb a re r E in ze lg a ra gen nach DIN 1915.)Eine Fülle von B auform en in a lle n m öglichen Baustoffenist entstanden. W o a b e r im m er G rundstücke oder Blockso d e r g a n ze S tädte neu b e b a u t w e rden, w erden sich Bauherr,A rch ite kt und B auunternehm er d ie jetzt schon selbstverständlicheFrage nach d e r zweckm äßigsten Eingliederungvon K ra ftw a g e n rä u m e n v o rle g e n , auch wenn dieseRäume zunächst noch a n d ere n Zwecken n u tzbar gemachtw e rd e n müssen.Es v o llz ie h t sich da noch dieselbe Entwicklung w ie vor60 Jahren m it a n d e re n technischen A n la g e n , w ie Bad undW C ., W a sse rleitu n g , G as- und elektr. Leitungen, Aufzüge,Z e n tra lh e iz u n g usw., die je tz t längst gew ohnte Einrichtungenunserer Bauten sind, w ä h re n d sie dam als nochfe h lten o d e r g e tre n n t von den W o h n u n g e n lagen.D aß d ie b equem e und g e fa h rlo se E ingliederung derG a ra g e n h e u tzu ta g e technisch e in w a n d fre i möglich ist,zeigen za h llo se B eispiele, w enn auch g e ra d e bei neuestenBauten im m er noch Versäum nisse und verp a ß te G elegenheitenfestzustellen sind, w e il d ie Beziehung des Bauwerkes zum V erkehr, nam entlich d ie künftige, nicht rechtbe d ach t w o rd e n ist. Bem erkensw ert ist im m erhin, daß dieF inanzierung g ro ß e r W o h n e in h e ite n vielfach leichter ist,w enn d ie E in g lie d e ru n g von G a ra g e n rä u m e n von vornhereinvorgesehen ist.M a n g e l an Raum gestatte t nicht, a u f die V ielheit an Bauform e n e in zu g ehen, d ie sich aus d er Eigenart des G e­bä u de s e rg ib t, das m an m it dem K raftverkehr verbindet.Die fre ie W irts c h a ft und das selbständige G a ra g e n ­g e w e rb e h a b en a lle r O rte n , nam entlich auch in Berlin,A n la g e n erstehen lassen, d ie bis zu 600 W a g e n im Flachod e r S tockw erksbau in e in e r Einheit fassen und nunnatürlich a u f diese A n h ä u fu n g von K raftw agen besondereV o rk e h ru n g e n und A n la g e n , baulich und betrieblich,fü r W a g e n p fle g e , W a g e n w a schen, Abschm ierdienst, K raftstoffverso rg u n g , Brem sendienst, Instandhaltung und Ausbesserungtre ffe n konnten.984


§25 Feuerm^.RAUCHENVERBOTENHEhFeuerwelleni - u rd t ctoitfwoirwaou n;• * c yenzi"C2w‘D*?’>längeFaktoren, die die Lance beftimmen1 Sto^aamc*«''Z AnsaM ¿er Cytirder3 A n z & n der 5»fc-eren4W3qer«cfe^5 Sic.Toaecfr ai üfctrocBODENFREIHEITKriechendeBenzindampfe10Abrundung und Neigung der Rampe Tt vcn der Bodenfreiheit,und den Schwingungen des W agens abhängig12V e r s e tz b a r e E in z e lg a ra g e nnach D IN 1915Die einzelnen Abmessungen der Garagensind unter Zugrundelegung der vorhandenenTypen von Krafträdern mit Beiwagen,Personenwagen und Lastkraftwagen ermitteltGröße 1fü r Krafträderm r Be.wugsnnGroße 2für kleine deinenPericner-wcger :nF'MGröße 3fü r mittlerePetfonenwagennGröße 4für gmßefttfbnerwwqernGröße 5fürlapwfiwcgennGröße ÓfürLa.rk— wcgenn13GrößeLängecmBreitecmcmcmSeitenhöheTorbreiteTorhöhecmEntwurfBetnecsf-ar-iwg1 300 200 200 190 1802 400 250 220 240 2003 500 300 240 250 2404 600 300 240 250 2405 700 350 300 280 3006 800 400 300 280 300“tch «f gev« tnrsun


m itv e rtih a le rA c h fe «IBm it.h o riz o n ta le r A chfeIW erkftottnund Garage ^Schlammfang i j B n Z i r i -□bTcheider*-......*— K lapp-Tore--5chiebe-Tore--Schwing-Tore-5chlammfangWafchplatz"-5chrum pf-Tore-Das städtische Kanalisationsnetz ist gegen Benzin-Explosionenzu sichern15B e n z in - A b s c h e id u n gG a r a g e n - T o r - K o n s t r u k t io n e nAlexanderv/erk Remfcheid ".KU STO S*'S ..j ffGuß-uArm aturw erkKoiferslautern AG.CvT an Czockert 5 Nochf.D re sd e n. C Z O C K E R T 3 4 5 *, Kroufew erk G m b H.Meufolz/cd«fifen hüften u E m o’ungertüjüeU N U S ”f . v r k __ _triwu: i T i- T Paffovont-Werke.CU R A TO R "Gebr 8 a rn e w itz Dresden. J .ZACKSyftem LuitpoldhütteLuitpoidhütte Arnberg Opf.17V o m P r ü fu n g s a u s s c h u ß z u g e la s s e n e B e n z in a b s c h e id e rA b e r nicht im m er und ü b e ra ll ist es m öglich, die g ro ß eFläche fü r die A b ste llu n g und den V erkehr von m ehrerenh undert W a g e n bereitzustellen. Es sind im m er besondereU m stände, die z u fä llig solche M öglichke ite n schaffen.W ird einm al in d ich tb e b a u te r G e g end ein G rundstückfre i, das fü r G a ra g e n zw e cke in Frage kom m t, dann istes meist so hochw ertig, daß es entsprechend dem G ru n d ­stückspreis und d e r zu e rw a rte n d e n Frequenz d e r K undschaftin m ehreren Ebenen nach A rt unserer m ehrgeschossigenW o h n b a u te n ausgenutzt w e rd e n muß.Die H öhen- o d e r T iefenentw icklung bei Stockw erksga ra g e n lä ß t so fo rt die Frage der zweckmäßigstenHöhengewinnung entstehen. DieFaktoren, die die W a h l bestim m en, sind d ie G rundstücksgrö ß e , d ie Z ahl d e r S tockw erke, d ie A rt des V erkehrs,näm lich n o rm a le r und R e paraturverkehr, auch die A rtdes B etriebes d e r G a ra g e , also das Aufsuchen desStandes durch den A u to m o b iliste n selbst o d e r durchG a ra g e n a n g e s te llte . Es g ib t Fälle, d ie so k la r liegen,d a ß nur R a m pengaragen in Frage kom m en und a n dere,d ie s o fo rt a u f A u fz u g s g a ra g e n als a lle in m öglicheLösung hinw eisen. S chw ierig sind d ie strittigen Fälle,d ie einen bau- und b e triebsw irtschaftlichen V ergleichzwischen Ram pen- und A u fzu g slö su n gen e rfo rd e rlic hmachen. Es ist nun nicht gesagt, d a ß , w enn d ie Ent-Scheidung fü r eine R a m pengarage feststeht, irg endein ed e r bekannten Ram pensystem e d ie w irtschaftlichste sowie fa h r- und verkehrstechnisch zw eckm äßigste Lösunge rg ib t.Auch hier w a r se in e rze it in e iner besonderenK oje d e r „In te rn a tio n a le n G a ra g e n a u s s te llu n g " einesystematische Ü bersicht durch charakteristische Beispiele(auch von Fehllösungen) g e b o te n , an H and deren mansich über d ie w esentlichen V o rz ü g e und N a chte ile derverschiedenen Ram pensystem e unterrichten konnte. Esw ird ü b e rw ie g e n d die Steilrampe a n g e w a n d t undz w a r zunehm end in d e r Form d er kurzen Halbrampeim G e g ensa tz zu d e r einfachen o d e r d o p p e lg ä n g ig e nWendelrampe, d ie vo rzu g sw e ise bei g ro ß e n , fastquadratischen G rundstücken zu w ä h le n ist.Es ist durchausbezeichnend, d a ß neuerdings auch d ie französischenund englischen G a ra g e n b a u e r d ie sogen. d ’Humy-Rampe (H a lb ra m p e ) m ehr und m ehr a n w e n den, w e ilsie, nam entlich bei kleinen G rundstücken, g ro ß e V o rte ileb ietet, w e g e n d er e ig e n a rtig e n B eziehung und zu ­fä llig e n Ü bereinstim m ung zwischen dem V e rh ä ltnis vonh a lb e r S tockw erkshöhe und d o p p e lte r W a g e n lä n g e , daseben gleich d er zulässigen R am pensteigung ist.A b e r selbstverständlich ist d ie richtige H ö h e n gew in n u n g s­a n la g e in m ehrgeschossigen Bauten nur einer derE r f o I g s f a k t o r e n für eine Stockwerks­986


großgarage. D ie drei G ru p p e n von A n fo rd e ­rungen sind g a n z a llg e m e in , w ie in A b b . 13 zusam m engestellt,d ie günstigste Lage des G rundstückes zur umlieg e n d e n Kundschaft und d ie bequem e Z ugänglich ke itd e r G a ra g e , sodann d e r richtige Ingenieur-A rchitekten-E ntw urf, d er d ie G rö ß e des Bauw erkes, dessen Fassungsvermö g e n und d ie E rw eiterungsm öglichkeit zu bedenkenhat, sow ie a u ß e r d e r H ö h e n gew in n u n g d ie geringstenBaukosten und d ie n iedrigsten Betriebs- und U nterhaltungskosten.D er d ritte Faktor endlich ist die Betriebsfüh ru n g d e r G a ra g e , d ie nun aus d er A n la g e das Bestmögliche herausw irtschaftet.G a n z gleich, o b d ie G a ra g e als H a u p tb a u ein ganzesG rundstück einnim m t o d e r N e b e n ra u m einer V illa o d e reines groß städtischen Hochhauses ist, im m er ist sie eineA rt P riva th o f o d e r ein V e rke h rsm itte ld ep o t und g lie d e rtsich dadurch in d ie K a te g o rie dieser Bauten ein.D ie m odern e G ro ß g a ra g e als E insteligarage, V ersor-gungs-, P flege- und Instandsetzungsstätte, verb u n d e n miteinem A u to h o te l fü r S elb stfa h re r und C h a u ffe u re , ist g e ­schichtlich die N a c h fo lg e rin d er alten A usspannung, w iew ir sie v o r einem M enschenalter noch ü b e ra ll in denS tädten und O rte n an den Ü b e rlandstra ß e n fa n d e n . DemZ uge d e r Z e it entsprechend w a n d e ln sich diese A usspannungenin G a ra g e n um, genau w ie d ie alten P ferdeomnibusgesellschaften und sonstige Fuhrw erksbetriebesich v e rk ra fte n und nun d ie S tälle und W agenschuppene n tw e d e r b e h elfsm ä ß ig in G a ra g e n um w andeln o d e rN e u b a u te n errichten.Es w ü rd e zu w e it fü h re n , a u f die Fülle von konstruktivenE inzelheiten einzu g eh e n , die d er G a ra g e n b a u e r nachd e r G e sa m tp la n u n g zu e n tw e rfe n o d e r zu prü fe n hat.Es seien nur zw e i K onstruktionen a n g e fü h rt, die eine besondereD arste llun g desh alb g e funden haben, w e il einesystem atische Ü bersicht ü b e r d ie technischen M ö g lic h ­keiten b isla n g noch niem als g e b ote n w a r. Die ersteFrage b e tra f d ie d e r Garagentorkonstruktionen(Boxenabschlüsse), von denen es eine U nzahlg ib t. M a n unterscheidet im w esentlichen d ie beidenH a u p tg ru p p e n m it senkrechter und w a a g e re c h te r Achseund in b e id e n G ru p p e n d ie B ew egungen des Klappens,Schiebens, Schw ingens und d ie G ru p p e d e r S chrum pftore , d ie w ie d e ru m in sich verschiedene ^u sfü h ru n g s a rte nzulassen (A b b . 14). Die A usw ahl d e r richtigen T o r­konstruktion ist z w a r w esentlich vonden örtlichen Bedin g u n g e n und A nsprüchen a b h ä n g ig , a b e r es sindim m erhin gew isse T endenzen e rke n n b a r, näm lich zunehmende V e rw e n d u n g und B evo rzu gu n g von bequemzu tä tig e n d e n S chiebetoren, d ie w e d e r Platz in d er Boxnoch in d e r F ahrstraße fo rtn e h m e n , sondern m öglichst imtoten Knickraum des Pfeilers verschw inden.Die z w e ite , stark um strittene, Frage ist d ie des n o t­w e n d ig e n M aß es d e r Benzinabscheidung inWaschplätzen von Garagen, die den Zw eckv e rfo lg t, die städtischen A b w ä sse rle itu ngen von B enzingasenfre iz u h a lte n (A b b . 15).Es ist keine Frage, daßd er Einbau dieser A g g re g a te , deren K onstruktionen voneinem besonderen Prüfungsausschuß zugelassen w e rde n(A bb. 16), den G a ra g e n b a u und d a m it die A u to h a ltu n gnicht unerheblich verteuert.Es sollte deshalb das Bestrebend er B ehörden, besonders d er B a u p o lize i, sein,das M a ß an Sicherheit so zu begre n ze n , d a ß d ie A u f­la g e n fü r die schon je tz t schwer belastete K raftve rke h rswirtschaft e rträ g lich ble ib e n . Es ist die S um m ierung v e r­schiedener, an sich nicht a llzu b e la n gre icher A u sgaben,d ie sich im G e sa m te ffe kt fü r den K ra ftfa h re r doch rechtungünstig ausw irken,ü b e r B augrundsätze fü r Benzinabscheiderist ein besonderes N o rm e n b la tt, D IN 1999,erschienen.Die bisherige Entw icklung lä ß t m it a lle r D eutlichkeit e r­kennen, daß noch eine erhebliche w issenschaftliche K leinarb e it a u f fa st allen T eilgebie te n des G aragenw esenszu leisten ist.In Erkenntnis dieser N o tw e n d ig k e it h a t dasReichsverkehrsministerium auch bereits im zw eiten JahrB eihilfen fü r Forschungszwecke zu r V e rfü g u n ggestellt,d ie gestatten, w enigstens einen kleinen Teil d e r A u fg a b e nin A n g riff zu nehm en. Die bisher hervo rg e bra ch teLiteratur ist m ehr nachrechtlich und zusam m entragend undnicht in dem Sinn wissenschaftlich, d aß sie versucht, eineschöpferische K ritik zu üben.Die b isherige Entw icklungdes K raftverkehrs fo rd e rt vielm ehr d ie N u tzb a rm a ch unga lle r E rfahrungen des G a ra g e n b a u e s fü r d ie Lösung der„fe s tg e fa h re n e n " V erke h rsfra gen. H ier praktische M ö g ­lichkeiten und z u künftig e W e g e zu zeig e n , ist d ie g ro ß eA u fg a b e , die der Lösung harrt.In V orstehendem ist, ohne jeden Anspruch a u f V o llständigkeit,einiges Bem erkensw erte aus der neueren Entwicklung des G a ra g e n b a u e s gebra ch t w o rd e n .Es seizum Schluß nur noch ein H inw eis g e g e b e n : w o ü b e ra llnoch Bauten g rö ß eren Ausm aßes entstehen, sollte vonvorn h e re in vorsorglich die Beziehung des Bauwerkeszum Kraftverkehr g e p rü ft und die Frageder zw eckm äßigsten E ingliederung von Einsteilräum enerw ogen w e rden, selbst w enn sie nicht s o fo rt b e n ö tig tw e rden.M an kann d a b e i e n tw e de r so v e rfa h re n , daßman G a ra g e n rä u m e organisch e in g lie d e rt, um sie eventue ll e in ig e Z eit fü r andere Zwecke zu ve rw enden, o d e rman sieht ih re spätere E ingliederung schon im G esam t­plan vor, indem an zw eckentsprechender Stelle vorerstals G rünflächen ausgesparte Flächen später m it kleinerenS am m elgaragen (eb e n e rdig o d e r unterirdisch) b e b a u to d e r u n terb a u t w e rden.Es kom m t d a ra u f an, sow ohlim Interesse d er B auherren, des K raftverkehrs, d er V e r­kehrspolizei w ie auch d er A llg e m e in h e it, diese Einstellungzu e rz ie le n : S elbstverständlichkeit d e r Z u g e h ö rig ­keit des G a ra g e n ra u m e s zu den meisten Bauten.VON DER BRAUEREI ZUMZu den Entwürfen von Prof. Dr. ErnstProfessor Dr. Klopfer, Holzminden /KRANKENHAUSVetterlein, Hannover1 0 AbbildungenDer Kreis H o lzm in d e n an d e r W e s e r hatte in der A b ­sicht, ein K reiskrankenhaus zu b a u en sich u. a. von Prof.Dr. V e tte rle in V orsch lä g e m achen lassen; V e tte rleinschickte ein ausführliches G u ta chte n , in dem er nacheinem a b w e ise n den U rteil ü b e r d ie M ö g lic h k e it einesN e u b a ues a u f einem vo rh a n d e n e n städtischen G ru n d ­stück fü r einen sehr interessanten und w e rtv o lle n G e ­d a n ken e in tra t und den Aus- und U m bau d e r d o rtig e nB rauerei in ein K rankenhaus e m p fa h l, dessen R e n ta bilität und G üte er in Plänen und Berechnungen nachw ies*).*) Nur nebenbei sei bemerkt, daß das Gutachten bei den Interessentenkeine Würdigung fand und die Angelegenheit durch dieZwischenarbeit eines Dritten erledigt wurde, der auf dem als unvorteilhafterkannten Grundstück einen Schemabau von ungeschicktenFormen ziemlich brutal in die Landschaft setzte, ohne darum billigerzu sein, als es der Vetterleinsche Umbauentwurf gewesen wäre.987


L a g e p la n des K ra n k e n h a u s e s 1 : 2 5 0 0Erdgeschoß3 und 4 In fe k tio n s p a v illo n 1 : 6 0 0Die seit längerem unbenutzte und also dem allm ählichen Ö ffnungen nicht ste h enble ib e n , a b e r das durch den A b-V e rfa ll bestim m te B r a u e r e i H o d a p p in H o lzm in d en bruch g e w o n nene B a u m a te ria l lie ß e sich alles w ie d e rsteht a u f einem d er höchsten Punkte d e r S tadt, d ie sonst gut v e rw enden. Restlos e rh a lte n b le ib t eigentlich nur dasunter d e r Kühle und Feuchtigkeit d e r W e se rn e b e l zu Sockelgeschoß fü r d ie Zw ecke d e r Küche, d er W aschleidenhat. Die H auptstra ß e — nach dem S o lling — küche und d e r B äder, d e r ü b rig e Bau w ird a u f demfü h rt n ördlich an ih r v o rb e i, eine Q u e rstra ß e w ird durch Sockel neu m it norm a le n G eschoß höhen a u fg e fü h rt. Dieden G a rte n und das W o h n h a u s des früh e re n Besitzers Berechnung d e r Baukosten e rg a b bei d e r F orderung vonvon dem Baum assiv g e tre n n t; nach den b e id e n a n d ere n 105 Betten insgesam t 600 000 RM — das b e d eute t eineSeiten — also nach Süd und W e s t — lie g e n in d e r Ersparnis von rund ein D rittel d e r Bausum me, die fü r dieH auptsache g rö ß e re und kle in e re G ä rte n , hier herrscht a n d e re n Pläne errechnet w o rd e n w a r.d ie Sonne unbeschränkt. (Lageplan A b b . 1.) Besonders h e rvo rh e b e n m öchte ich d ie v o rb ild lic h e guteD ie B rauerei selbst ist ein m ächtiger K o m p le x in d e r Lösung d e r Fronten. D ie e h e m a lig e Burg des KönigsForm eines W in ke ls, dessen Schenkel in e in e r Länge von G a m b rin u s im assyrischen Stil (A b b . 6 und 7) w u rd e mitrd. 60 m sich nach N o rd o s t ö ffn e n und d a m it einen guten einem Z ug in d ie einfach praktischen Kuben einerRaum fü r V o rh o f und A n fa h rt g a b e n . (G ru n d riß A b b . 2.) phila n tro p isch -e u ro p äischen A rch ite ktu r g e w a n d e lt; dieseA b e r eine B rauerei ist kein K rankenhaus, und das Um- A rb e it stellt g e ra d e z u ein Lehrbeispiel d a r, w ie esb a u p ro je k t V etterleins d a rf nur in d e r Grundidee als a n zu fa n g e n ist, d a ß aus alte n Kulissenstücken ein lebendas„E i des K olum bus" angesehen w e rd e n , b e i d e r Durch- d ig e r O rganism us erw achsen kann. (A b b . 8 bis 10.)fü h ru n g stellten sich erhebliche S chw ierigkeiten heraus. Das a llg e m e in W e rtv o lle und Lehrhafte an d e r V etter-B edeutende M assen m ußten abgerissen w e rd e n , s o g a r leinschen A rb e it lie g t m. E. v o r allem d a rin , daß hier eindie F rontw ände konnten w e g e n der, d e r R aum teilung m al ein Versuch — und ein übera u s g e g lü ckte r d a z u ! —des künftigen K rankenhauses w idersprechenden Fenster- gem acht w u rd e , einen g ro ß e n , zum V e rfa ll verurteilten988


Südansicht d e r B ra u e re i 1 : 6 0 0/VWUWVUVUVV8?AU[tl[|-H0DAPPnjinf“ ] w v1im im ■n rin im iI 1! D Q ÍN o rd a n s ic h t des K ra n k e n h a u s e sE n tw u rf fü r das K ra n k e n ­haus: P ro f. D r. V e tte r le in ,H a n n o v e r* 5 P lï l l ï ï i ST T . X _ lSüdansichf des K ra n k e n h a u s e sW e s ta n s ic h tHi ma* s:E M m b n ina in1 i Hilf IR IK■U ni 9 B ■u raJ L Ab :ISu.v«..v-«Av.."■ 1- _ *sM a ß s ta b1 : 6 0 010B aukom plex durch Um- und E inbauten nicht nur neu zub eleben, sondern ihm auch ein d e r neuen Z e it e n t­sprechendes G e w a n d zu g e b e n , es also sozusagen inForm und In h a lt neu zu schaffen. Eine U m fra g e inDeutschland nach stillg e le g te n F abriken w ü rd e sichereinen erschreckenden Einblick in d ie T ro stlo sig ke it undAussichtslosigkeit des In d ustrie b a u es ü b e rh a u p t w ie in dieU nm öglichkeit g e b e n , diese Bauten auch nur noch kürze reZ eit h in d u rch zu e rh a lte n , bis sie sich m it neuem Lebenfüllen können — es ist das e tw a u m g e kehrt w ie imKriege, w o e ine und d ie se lb e In d ustrie im m er neue Räumeve rla n g te . Bei den heutigen w irtsch aftsp o litisch e n Z u ­ständen jedoch w ird d er w e ite re V e rfa ll d er Fabriken,deren Industrien absterb e n , nicht a u fzuhalte n sein.D e m gegenüber brauchen w ir a b e r Bauten und Räumefü r d ie K ranken, fü r d ie Erziehung d e r Jugend und fü rV ersam m lungen.H ie r h e lfe nd e in z u g re ife n , indem man den Bau den g a n za n d ere n F orderungen entsprechend um stellt, ist eine neueund g ro ß e A u fg a b e fü r unsere A rchitekten. Das m agsich nicht a lle in a u f den h ie r im Beispiel gebrachtenIn d u strie b a u beziehen, sondern kann e b e nso g u t fü r denW o h n b a u g e lte n, w o V ieles auch erst in den A n fä n g e n ist.9 8 9


HAUSSCHW AMM, SPORENKEIMUNGUND VORERKRANKUNG DES HOLZESOberbaurat Professor Friedrich Mahlke, Berlin-LichterfeldeSporenkeim ungEchter Hausschwamm und a n d e re H o lz ze rstö re n de Pilzeunserer H äuser entw ickeln sich durch S porenkeim ung a u fH olz bei g ü nstiger W ä rm e und Feuchtigkeit. Aus derS pore entsteht zunächst das ve g e ta tive o d e r Ernährungsge w e b e, das sich von H o lz e rn ä h rt und H o lz auszehrtund zerstört. Dieses E rnährungsgew ebe o d e r Ernährungsmyze!braucht zum W e ite rw ach se n A n le h n u n g , da eseinen Stamm o d e r Ä ste o d e r Z w e ig e o d e r S tiele nichtbesitzt. T rifft es beim W e ite rw ach se n a u f ein benachbartesH olz, so ze h rt es auch dieses aus und nim m t ihmseine Festigkeit. Trennt man d ie H ö lze r, so daß das Pilzge w e b e zwischen ihnen ze rre iß t, so ist je d e d e r beidenR ißhälften im stande, fü r sich w e ite r und a u f a n d e re b e ­n a chbarte H ö lze r hinüberzuw achsen, w enn das G e w e b eselbst noch lebensfrisch ist und W ä rm e und Feuchtigkeitd e r W e ite re n tw ic k lu n g günstig b le ib e n . A u f diese W e isekann man H o lz ze rstö re n de Pilze, auch echten H ausschwamm,ohne besondere M ühe w e ite r züchten.S päter b ild e t sich das fru k tifik a tiv e M yzel, das Fruchtkö rp e rg e w e b e : es entsteht d e r F ruchtkörper. Das ist d erTeil des Pilzes, den d er Laie gew öhnlich m it Pilz b e ­zeichnet. Das E rnährungsgew ebe d e r eß b a re n Pilze trittnicht so in Erscheinung w ie bei dem echten Hausschwammo d e r a n deren H o lz zerstörenden Pilzen, da es sich imW a ld b o d e n a u sb re ite t und d a h e r ohne w eite re s nichtsichtbar ist und als P ilzge w e b e vom Laien auch nicht e r­kannt w ird . In d er Regel ist es w eiß lich und n e tz a rtig imE rdboden o d e r a u f D üngerstätten a u sg ebre ite t, w o esden Eindruck macht w ie P fla n ze n w u rze ln . Beim echtenHausschwamm tritt das E rn ä hrungsgew ebe in d er Regelbesonders stark in Erscheinung a u f d e r U nterseite derD ie le n b re tte r und a u f den S eitenflächen d e r Deckenbalken.Dieses S chw am m gew ebe wächst auch in seinemA n le h n u n g sbedürfn is durch M a u e rw e rk , w enn es inseinem W achstum sw ege in o ffe n e , g a n z u n re g e lm ä ß iggestaltete H o h lräum e h in e in g e rä t, d ie sich bei unsorgfältig e m M au e rn h ä u fig b ilden.M anche M y k o lo g e n , a u f deutsch: p ilz k u n d ig e B otaniker,w e rde n vie lle ich t Bedenken tra g e n , die R ichtigkeit desersten Satzes dieses A ufsatzes anzuerkennen, w e il diekünstliche Züchtung des echten Hausschwammes ausSporen so schw ierig ist. Ich selbst h a b e a u f diese A rtd er Züchtung keinen entscheidenden W e rt g e le g t, da ichin erster Linie vom bautechnischen S ta n d p u nkt aus denK a m p f gegen den Hausschwamm fü h re und m eine Erfah ru n g e n sammle über die Entstehungsweise und Lebensbe d in g u n g e n H o lz ze rstö re n d e r Pilze nicht in erster Liniedurch künstliche Züchtung im engen L a b o ra to riu m , sonderndurch B eobachtung und Erforschung d e r Erscheinungenam zerstörten H o lz, im durchw achsenen M a u e r­w e rk und am P ilzgew e b e selbst, das sich in natürlichemW achstum a u sb re ite t ü b e r w e ite Flächen nicht nur ineinzelnen H äusern, sondern in ausgedehnten S iedlungen.V ie lleicht ist d ie künstliche Züchtung aus S poren desechten Hausschwammes g a r nicht so schw ierig, w ie dasheute dem kleinen Kreis p ilz k u n d ig e r B o ta n ike r scheint.Es scheint m ir nur, als o b das je tz ig e V e rfa h re n d erkünstlichen Züchtung aus S poren noch nicht g a n z fre i vonM ä n g e ln ist. Es kom m t w o h l d a ra u f an, ein V e rfa h re nzu ersinnen, das g ü n stiger ist und Fehler ve rm e id e t, dieu n b ew uß t v ie lle icht je tz t noch gem acht w e rden.D aß je d e n fa lls nicht selten d e r echte Hausschwamm durchS porenkeim ung entsteht, schließe ich aus der großenM asse von Schwam m schäden, d ie g a r nicht anders zue rkläre n sind.W e n n z. B. in einem alten Hause einSchwam m schaden entsteht, so ist d a ra n im m er Feuchtigkeitschuld z. B. durch ü b e rla u fe n e iner Badew anne,durch A u fta u e n eines durch Frost g e p la tz te n W asserleitungsrohres,durch U n d ich tig ke it in d er Dachhaut odera n d e re Ursachen.Schwam m schäden können auch entstehend adurch, d a ß a u f einem d e r b e tro ffe n e n H ölzer sichvon vo rn h e re in schon beim Einbau Schwamm b efand alsE rn ährungsgew ebe. Dieses w ird a b e r trocken und verliertdann m it zunehm endem A lte r seine W achstum sfähigkeit.Jeder s o rg fä ltig e Z im m erm ann w ird sich auch hüten,H ö lz e r e in zu b auen, a u f denen sich schon Ernährungsge w e b e von H o lz zerstö re n de n Pilzen ze ig t.Das kannman ja m it bloßem A u g e in d e r Regel ohne weitereserkennen.A nders ist dies m it den Pilzsporen; siesind so klein, daß man sie m it bloßem A u g e nicht erkennenka n n ; sie sind so leicht, d a ß sie als Staub mit denLuftström ungen fo rtg e fü h rt w e rd e n .Lagern sie sich a u fdieser Luftreise schließlich a u f d e r O b e rflä c h e einesH olzes, b le ib e n sie liegen.Ihre Lebenskraft schätze ichhöher ein als d ie des Ernährungsgew ebes.P ilzspore ist schließlich e n tw icklu n g sfä h ig .N icht jedeEs w erden jaa b e r so u n vo rste llb a r g ro ß e M en g e n von S poren in deno ft a u ß e ro rd e n tlich g ro ß e n Fruchtkörpern und Fruchtkö rp e rg ru p p e n e rze u g t, daß die eine o d e r die anderedoch schließlich einm al den Zw eck e rfü llt, zu dem sieursprünglich geschaffen, w enn ein Z u fa ll ih r endlichFeuchtigkeit z u trä g t und d ie ü b rig e n B edingungen, z. B.W ä rm e , besonders günstig sind.V o rerkran ktes HolzD er B e g riff „v o re rk ra n k te s H o lz " ist erst spät in d ie Hausschwam m literatur h in e in g e ra te n und viel beachtet w o rden.Durch ihn ist viel U nheil a n g erich te t w o rd e n bei Erstattungvon G utachten und bei S chw am m heilungsarbeiten. Desha lb lo h n t es sich, einm al n ä h er sich d a m it zu beschäftigen.M it dem B e g riff „v o re rk ra n k te s H o lz " ist in den inam tlichem A u fträ g e hera u sg e g e benen Hausschwammforschungengem e in t H o lz, das von ä ndern H o lz ze r­störenden Pilzen a n g e g riffe n w o rd e n ist, ehe der echteHausschwamm sich a u f und in diesem H o lze entw ickelte.H auptsächlich kom m en d a fü r d ie Erreger d e r C o n io p h o ra -Fäule in Betracht. Professor Falck hat näm lich festgestellt,d a ß a u ß e r G e w e b e fä d e n des echten Hausschwammesh ä u fig auch Fäden v o rh a n d e n sind, d ie ä ndern H o lz ­z erstörern eigentüm lich sind, und z w a r vornehm lich denC o n ip h o ra -A rte n . Es ist fe rn e r festgestellt, daß aufkünstlichen N ä h rb ö d e n , also bei künstlicher Züchtung,echter Hausschwam m leichter und besser gedeiht, wenndiese irg e n d w ie a n g e sä u e rt sind. M an hat auch g e ­fu n den, daß H ö lze r, d ie le d ig lic h von C o n ip h o ra befalle n sind, sauer re a g ie rte n .D araus fo lg e rt Falck, daßc o n ip h o ra fa u le s H o lz besonders e m p fä n g lich ist fü r denspäteren B efall von echtem Hausschwam m , je d e n fa lls viele m p fä n g lich e r als H o lz, das von H o lz zerstörendenPilzen noch nicht b e fa lle n w o rd e n ist.Diese Feststellungen und F olg e ru n gen haben dazu gefüh rt, daß m ancher H ausschw am m sachverständige, wenn990


er c o n ip h o ra fa u le s H o lz fa n d , eine G e fä h rd u n g nachträg lich durch echten Hausschwam m und d a m it eine w e itum fassendere und d u rc h g re ife n d e re Z erstö ru n g des H o lz ­werkes als sehr w ahrscheinlich b e fürchtete. D er m aß ­gebenden Kreise haben sich a u f diese W e ise g ro ß e U n­ruhe und U nsicherheit bem ächtigt, d ie sich ausw irken beigerichtlichen A u se in a n d e rse tzu n g e n und bei B eratung d erBesitzer k ra n k e r H äuser w ä h re n d d e r S chw am m heilungsarb e ite n .Die V e rö ffe n tlic h u n g e n von L a b ora to riu m s a rb e ite n d erM y k o lo g e n a u f dem H ausschw am m gebiet sind a u ß e r­ordentlich w e rtv o ll und lehrreich und geben tie fe Einblickein d ie N a tu r d e r H o lz z e rstö re n den Pilze. Zu ihren A r­beiten schaffen sie sich künstliche W ach stu m sb e d in g u ngen,die d e r n atürlichen E ntw icklung d e r einzelnen P ilzarten,w ie w ir sie in unseren H äusern a n z u tre ffe n p fle g e n , nichtentsprechen. D eshalb ist es nicht ausgeschlossen, d aß dieB eobachtungen fü r d ie Praxis nicht im m er richtig g e w e rte tw erden. Das w ird ve rm ie d e n , w enn künstliche W a ch s­tum sb e d in g u n ge n u n te rb le ib e n , w enn also z. B. eine A n ­zahl g le ic h z e itig e rrich te te r, g le ic h a rtig g e b a u te r H äusereiner S ie d lu n g auch g le ic h z e itig von H o lz ze rstörendenPilzen b e fa lle n und d ann untersucht w e rd e n .Dann istdas A lte r d e r H äuser b e ka nnt. In e iner solchenS iedlung lie ß ich e ine Ö ffn u n g im Fußboden m achen,die so g ro ß w a r, d a ß ich hindurch und in den d a r­unter b e fin d lich e n , m eist sehr n ie d rig e n H ohlraumhineinkriechen konnte.A u f dem Rücken lie g e n d konnteich den durch eine K a rb id la m p e gut e rh e llte n Raumbesichtigen und d ie d o rt w achsenden Pilze und ihreZ erstörungen g e n a u b e o bach te n .Das h a b e ich vie leTage la n g gem acht. Diese M üh e hat sich g e lo h n t:hier w a r kein künstlicher N ä h rb o d e n ; h ie r w a r alles sonatürlich, w ie ich es m ir nicht besser wünschen konnte :der a lle rb e ste A nschauungsunterricht gew isserm aßen ineinem L a b o ra to riu m , das so g ro ß w a r, w ie die g a n zeS iedlung selbst.W a s ich durch ja h re la n g e Beschäftigunga u f dem H ausschw am m gebiet schon w u ß te , fa n d ich alsrichtig, w as ich in d e r H ausschw am m literatur a u f G ru n dfrü h e re r e ig e n e r Schw am m untersuchungen als falsch e r­kannt hatte, fa n d ich als falsch b e stätig t.D abei h a b e ich den in denH ausschw am m forschungeng e b ild e te n B e g riff „v o re rk ra n k te s H o lz " e in g e hend nachge p rü ft und bin zu dem Ergebnis gekom m en, daß ihmnicht d ie B edeutung zukom m t, d ie ihm vielfach b e i­gemessen w ird . Ich fa n d eine g a n z e Reihe H o lz ze r­störender P ilzarten in le b e n d ig e r Frische, meist a b e rräum lich g e tre n n t.Am m eisten w a re n vertre te n Paxillusacheruntius, d e r vie lfa c h F ruchtkörper g e b ild e t hatte inzartem ju g e n d lichen Z ustande, w eich und ungem ein saftig ,n e a p e lg e lb m it za rte m v io le tte n Schein, a b e r auch e r­w achsene und auch a lte , b ereits h a rt g e w o rd e n e trockeneFruchtkörper von le h m b ra u n e r o d e r h o n ig kuch e n b ra u n e rFarbe. Fast ebenso h ä u fig fa n d sich P olyporus v a p o ra riu sschön w e iß , s a ftig und frisch; Fruchtkörper ve rh ä ltn ismäßig selten. D iese b e id e n P ilzarte n vie lfa ch m it z a h l­reichen h ä n g e n d e n T ro p fe n o d e r T ränen, d ie w ie hellePerlen g lä n z te n und g litz e rte n .Auch a n d e re Pilze mitTränen von b ra u n ro te r F arbe w ie P ortw ein o d e r ru b in ­rote r F arbe w ie R otw ein, ein Zeichen d a fü r, d a ß in g e ­wissem Z u sta n d e sehr vie l P ilzarte n T ränen o d e r T ro p fe nb ilden, nicht a lle in d e r echte Hausschw am m , d e r desh albdas botanische B e iw o rt la crim a n s fü r sich a lle in nichtm ehr in A nspruch nehm en kann.Er w ird je tz t auch nichtm ehr so beze ich ne t, a lle rd in g s nicht aus dem a n g e fü h rte nG ru n d e , sondern w e il ein U nterschied besteht zwischendem in H äusern v o rk o m m e n d e n echten H ausschwam m ,m erulius dom esticus, und dem im Freien w achsendenw ild e n Hausschwam m , m erulius silvester.A u f diese T rä n e n b ild u n g m ehrerer H o lz zerstörenderP ilzarten w eise ich deshalb besonders hin, w e il m öglicherweise H ausschw am m gutachter mit noch g e rin g e r E rfahrungsich durch das ve ra lte te B e iw o rt lacrim ans verleiten lassenkönnten, a n d ere H o lz zerstörende Pilze deshalb fü r denechten Hausschwamm zu halten, w e il sie tränen.Dieh änge n d e n T ränen o d e r T ro p fe n sind also keine Erkennungsmittel fü r echten Hausschwamm.Sie sind nureines d e r M itte l zu r Feststellung d e r Lebensfrische d erV orgefundenen H olzze rstö re r.Auch echten Hausschwamm fa n d ich in dieser S iedlung ina lle n seinen le b e n d ig e n Erscheinungsform en vor. Besondersbem erkensw ert w a r die E lastizität seiner saftge füllten S tränge.eine G umm ischnur.Sie ließen sich ein w e n ig dehnen w ieA lle Pilze in dieser S iedlung hatten ih r eigenes, räum licha b g eg re n ztes W achstum sgebiet. M an konnte meistensu n g e fä h r die Stelle erkennen, von der aus sie entstandenw a re n .a lt w a re n .ä lte r.Es h a n d e lte sich um Häuser, d ie etw a zw ei JahreEinige w a ren etw as jünger, e in ig e etwasIn den ä lte re n Häusern w a re n d ie Zerstörungenam stärksten, a lle verursacht durch g le ich a rtig ü b e ra llw ie d e rk e h re n d e B aufehler. M an hatte nicht d a fü r g e ­sorgt, d aß Feuchtigkeit dem unter der B alkenlage b e fin d ­lichen M a u e rw e rk in ausreichender W e ise fe rn g e h a lte nw urde.W ie e rk lä rt sich nun d ie Tatsache, daß bei m ikroskopischerUntersuchung erkra n kte r H ö lze r außer echtemHausschwamm auch andere H o lz zerstörende Pilze b e ­m erkt w o rd e n sind?Für d ie B eantw ortung dieser Fragefa n d ich in d er S iedlung keine Beispiele.Die S iedlungw a r ja noch g anz ju n g ; d ie verschiedenen H o lz ze r­störenden Pilze sind in den einzelnen Häusern ziem lichg le ich ze itig entstanden, v e ra n la ß t durch g le ich a rtig e Baufeh le r.Sie w a re n noch a lle jung und lebensfrisch. Diesevon Falck beoba ch te te Erscheinung gleichzeitigen V o r­kommens von echtem Hausschwamm und anderen H olzzerstörenden Pilzen an ein und derselben Stelle einesHolzstückes lä ß t sich erkläre n durch das, w as ich anä lte re n H äusern b e o bach te t habe.Frisches M a u e rw e rkw irk t durch seine Feuchtigkeit gegen benachbartes H o lzfö rd e rn d a u f das A uskeim en a lle r m öglichen Pilzsporen.Aus diesen S poren entsteht P ilzgew ebe, das sich ausbre ite t und w e ite r wächst zunächst m it e iner gewissenS chnelligkeit, d ie sich ve rlangsa m t mit dem allm ählichenTrockenw erden des H olzes und M auerw erkes. W e n nalles g a n z trocken ist, h ö rt schließlich d ie W e ite re n tw ic k ­lung dieses P ilzgew ebes von selbst auf.T ritt rechtzeitig,d. h. ehe d ie Lebenskraft des Pilzes g a n z erloschen ist,w ie d e r Feuchtigkeit hinzu, so kann d er Pilz w ie d e r w e ite rwachsen. V oraussetzung d a b e i ist selbstverständlich eined er P ilzart zu sa g ende W ä rm e .B leibt das M a u e rw e rka b e r d a u e rn d trocken, und ist auch in den Decken undim H o lz w e rk die fü r das W e ite rw ach se n des Pilzes nötig eFeuchtigkeit nicht m ehr v o rh a n d e n , so geschieht m it demPilz dasselbe w ie mit jedem andere n Lebew esen: erverd u rste t. A u f diesen Zustand w ü rd e das W o rtTrockenfäule fü r a lle P ilzarten, also auch fü r denam meisten gefürchteten Pilz unserer H äuser, den echtenHausschwam m , passen. Die Bezeichnung T rockenfäuleim G e g ensatz zu Fäulnis des H olzes, die durch echtenHausschwam m entstanden ist, ist also nicht zu tre ffe n d ,w e il g e ra d e auch echter Hausschwamm nicht selten ing a n z trockenem Z ustande a n g e tro ffe n w ird , g e n au sow ie ein Badeschw am m , der, w enn er nicht im m er naß991


g e h alte n w ird , trocknet.G e n au so trocken w ie ein ausgetrockneter Badeschwam m w ird bei Nachlassen undA u fh ö re n d er Feuchtigkeitszufuhr auch echter Hausschwamm.Er fü h lt sich dann auch g a n z ähnlich trockenan w ie ein trockener Badeschwam m und lä ß t sich, w enner w a tte fö rm ig gew achsen ist, g a n z ähnlich w ie einBadeschwam m ze rre iß en, so daß man bei dem Z u­sam m endrücken o d e r dem Z erreiß e n denselben Eindruckund ein g a n z ähnliches G e fü hl zwischen den Fingern hat,w ie bei einem im M ee re gew achsenen, trocken g e ­w o rde n e n Badeschwam m .N u n kom m t es vor, daß über H olz, das von Pilzen ange g riffe n ist, die inzwischen ihre W ach stu m sfä h ig ke it e in ­g estellt h aben, aus irgen d e in e m A n la ß ein a n d e re r Pilzh in ü b er und in das a n g e g riffe n e H o lz hineinw ächst.Diese Erscheinung fin d e t man leicht z. B. nach ü b e rla u fe nvon W a sser unter Badestuben o d e r an S tellen, überdenen W a sse rro h re undicht g e w o rd e n sind durch Einfriere n o d e r mechanische Beschädigungen.Ehe solcherW asserschaden bem erkt w ird , verg e h t in der Regel einegewisse Z eit, die genügt, das um gebende M a u e rw e rkund die D eckenfüllung zu durchfeuchten.Diese Feuchtigkeitw ird h ä u fig g a r nicht, o ft a b e r sehr w e n ig sachverstä n d ig und sehr w e n ig gründlich b eseitigt. W e n ndann lebensfrische S poren o d e r lebendes G e w e b eirg e n d e in e r P ilzart v o rh a n d e n sind, so beginnen diese,w enn sonst die ü b rig e n B edingungen d a fü r günstig sind,zu wachsen und breiten sich aus nach je d e r Richtung, w od e r Pilz G e le g e n h e it hat, an feste B auteile o d e r G e g e n ­stände, z. B. auch M ö b e l, sich a nzulehnen.W e n n einsolcher Pilz durch d ie im M a u e rw e rk o d e r d e r Zw ischendeckela n g e fe stg ehalte n e Feuchtigkeit zum W achsen a n ­g e re g t lebensfrisch ein H o lz erreicht, a u f dem o d e r indem schon ein a n d e re r Pilz tä tig w a r, d e r a b e r seinW achstum aus M a n g e l an Feuchtigkeit o d e r aus a n derenG ründen ein g e ste llt hat, so wächst d e r neue Pilz le b e n d igüber das schon a n g e g riffe n e „v o re rk ra n k te " H o lz hinüberund in das H o lz hinein, sola n g e die Feuchtigkeitw irksam ist und seine Lebenskraft ausreicht.Er w ü rd ea b e r auch über das H o lz h in ü b er und in das H o lz h in e in ­wachsen, w enn es sonst g a n z gesund, also nicht „ v o r ­e rk ra n k t" w ä re .Es ist a b e r auch m öglich, d a ß g le ich ze itig o d e r nahezug le ich ze itig lebensfrische Pilze a n e in a n d e r g e ra te n . H ie rw ird w ie ü b e ra ll im K a m p f ums D asein d e r Stärkere dasFeld b e h aupte n o d e r d e rje n ig e Pilz, fü r den d ie LebensundW achstu m sb e d in g u ng e n zu r Z e it d e r B egegnung amgünstigsten liegen.Ich muß schließlich noch a u f fo lg e n d e n Fall hinweisen:Echter Hausschwamm h a t sich a u s g ebre ite t, ist a b e r ausM a n g e l an Feuchtigkeit trocken g e w o rd e n . T ritt dannF euchtigkeit nach gew isser Pause von neuem auf, so w irdder a lte Schwam m, w enn e r inzw ischen noch nicht a b ­gestorben ist, neu b e le b t. O d e r es e ntw ickelt sich ause iner o d e r m ehreren an d ie schon e rkrankte a lte Stelleh in g e la n g te n noch ke im fä h ig e n S poren des echten Hausschwammesneues G e w e b e . Dieses b re ite t sich aus,s tra h le n fö rm ig nach alle n Richtungen, im m er sich anlehnendund H a lt suchend an festeren G egenständen.Zu diesen festeren G e g enstä n d e n kann man auch trockeng e w o rd e n e s altes H ausschw am m gew ebe rechnen. Dasw ird m ir je d e r bestätig e n können, d e r einm al trockenesH ausschw am m gew ebe in d e r H a n d g e h a b t hat. Daslä ß t sich nicht so zusam m endrücken, w ie frisches lebendigesH ausschw am m gew ebe. Da ist etw as stärkererDruck n ö tig . Auch d ie sonst w eichen S tränge des echtenHausschwammes e rh ä rte n , w enn sie keine Feuchtigkeitm ehr fo rtz u le ite n haben. Trockene S tränge des echtenHausschwammes w e rd e n h a rt und unbiegsam . W ill mansie b ie g e n, so brechen sie. Auch dieser besondere Fallkann nicht d a fü r in Anspruch genom m en w e rden, als besondersv o rte ilh a ft fü r d ie Entstehung neuen Hausschwammes,also als „v o re rk ra n k t" in dem anfangs nähere rläu te rten Sinne zu g elten. Ich fü h re ihn d e r V o lls tä n d ig ­keit h a lb e r, a b e r noch aus einem a n deren G ru n d e an:bei gerichtlichen U ntersuchungen verschw am m ter Häuserh a n d e lt es sich sehr h ä u fig um d ie Feststellung d er Zeit,in w elcher d e r V org e fu n d e n e Schaden entstanden ist.W e n n m an diesen besonderen Fall, w o ein schontrockenes S chw am m gew ebe des echten Hausschwammesw ie d e r a u fle b t, o d e r ein ju n g e r Schwamm ü b e r älteresvertrocknetes G e w e b e desselben Pilzes herü b e r gewachsenist, nicht kennt o d e r nicht beachtet, kom m t manzu falschen Ergebnissen b e i d e r Zeitschätzung. Dies mußve rm ie d e n w e rd e n , da ein Fehler, den in dieser Hinsichtjem and macht, d e r zu w e n ig sachverständig ist o d e r dera u f diese besonderen Fälle nicht g e n ügend achtet, demV e rla u fe e in e r gerichtlichen A use in a n d e rse tzu n g ganzfalsche Richtung geben kann.LAGE UND AUSSICHTENDES STÄDTISCHEN HYPOTHEKENKREDITESIn einem S o n d e rh e ft zu den V ie rte lja h re shefte n des „ In ­stituts fü r K o n ju n ktu rfo rsch ung" g ib t Dr. K o ko tkie w iczinteressante A usführungen ü b e r den H y p o th e k a rk re d it desstädtischen G rundbesitzes in G e g e n w a rt und Zukunft.E inige beachtensw erte und aufschlußreiche M itte ilu n g e n ,d ie fü r den Baufachm ann von B edeutung sind, sollennachstehend g e kü rzt w ie d e rg e g e b e n w e rd e n :D ie gesam te a u f städtischem G ru n d b e sitz ruhendeHypothekenlast (ohne S icherungshypotheken undG rundschulden) kann man fü r Ende 1931 a u f rd. 27,1 M illiard e n RM (67 v. H. des gesam ten Im m o b ilia rkre d its)g e g e n ü b e r 49,2 M illia rd e n RM (79 v. H. des Im m o b ilia r­kredits) Ende 1913 b e z iffe rn . Die Q u e lle n d e r la n g ­fristig e n W o h n u n g s b a u fin a n z ie ru n g w a re n z. B. im Jahre1931 in M ill. RM fo lg e n d e :Private MittelH ypotheken d e r K re d itin stitute . . . 650H ypoth eke n , p riv a te und E igenm ittel 200 850 M ill. RMöffentliche MittelH auszinssteuerhypotheken . . . . 400Zuschußm ittel d e r G e m e in d e n . . . 100A rb e itg e b e rd a rle h e n d. ö ffe n tl. H a n d 100 600 M ill. RMzusam m en: 1450 M ill. RMVon den o ben e rw ähnte n 27,1 M illia rd e n RM Im m o b ilia r­k re d it a u f städtischen G rundstücken ruhen Ende 1931 =12,8 M illia rd e n RM, also e tw a 47 v. H. a u f städtischem A ltbesitz,w ä h re n d 14,3 M illia rd e n RM als H ypotheken aufseit d e r W o h n u n g s s ta b ilis ie ru n g e rrichtete Bauten einge tra g e n w u rd e n . Die gesam ten Investitionen im W o h -992


n ungsbau sind natürlich w esentlich höher. D er o rg a n i­sierte H y p o th e k a rk re d it, d. h. d e r von den H yp o th eke n -A k tie n b a n k e n , öffentlich -rech tlich e n K re d ita nsta lte n , S p a r­kassen und V ersicherungen g e w ä h rte K re d it, ist an denW o h n u n g s n e u b a u h y p o th e k e n m it ü b e r 6,7 M illia rd e n RM(47 v. H.), an den a u f städtischem A ltb e s itz ruhendenH ypoth eke n m it 8,3 M illia rd e n RM (65 v. H.) b e te ilig t.Durch d ie g ro ß e W o h n u n g s n o t nach d e r S tabilisierungder W ä h ru n g w a r d ie W o h n u n g zum M o n o p o lg u t g e ­w o rd e n . M it H ilfe ö ffe n tlic h e r D arle he n und Zuschüsse,die nur n ie d rig o d e r g a r nicht zu verzinsen w a re n , w u rd eselbst b e i höchsten Zinssätzen in groß em U m fang g e ­baut, um dem d rin g e n d e n W o h n u n g sm a n g e l zu begegnen.D e m z u fo lg e w u rd e n in den Jahren höchsterBaukosten, 1928 und 1929, d ie g rö ß te Z ah l von W o h ­nungen errich te t. Ein A usgleich durch n ie d rig verzinslichesB a u k a p ita l w u rd e nicht geschaffen. Denn tro tzbeträchtlicher nicht o d e r nur g e rin g verzinslicher D a r­lehen und Zuschüsse d e r ö ffe ntlich e n H a n d stieg d ie fü rdie erstellten W o h n u n g e n a u fz u w e n d e n d e Zinslast, dieden Ausschlag fü r d ie e rfo rd e rlic h e M ie te g ib t, stark an.V o r a lle m hat m an bei den in den V o rja h re n 1927 bis1929 vo rg e n o m m e n e n Beleihungen von W o h ­nungsneubauten den g ro ß e n Fehler gem acht, dieRente als d a u e rn d anzusehen. G le ic h z e itig la g einew e ite re G e fa h r d a rin , d a ß d e r B auherr m it einem M in i­mum von e igenem K a p ita l, te ilw e ise m it 10 v. H. undw e n ig e r des Erstellungsw ertes des G e b ä u d e s, bauenkonnte. V o r In k ra fttre te n d e r in d e r N o tv e ro rd n u n g vom8. D e ze m b e r 1931 e rfo lg te n Zinssenkung w a r d erNormalfall der Finanzierung und som it derZinslast e in e r in den Jahren 1927 bis 1930 errichtetenN e u b a u w o h n u n g fo lg e n d e r:B a u k o s t e n ...................................................................... 10000 RMfin a n z ie rt zu40 v. H. durch eine erste H y p o th e km it 9% v. H. E ffektivzins . . . 370 RM jä h rl. Zinslast20 v. H. durch eine zw e ite H y p o ­thek m it 11% v. H. E ffektivzins 225 „ „ „30 v. H. durch e ine H auszinssteu e rh yp o th e k m it 1 v. H.E ffe k tiv z in s 30 „ „ „10 v. H. E ig e n k a p ita l, fü r daseine V erzin su n g von 9 v. H. a n ­gesetzt i s t 90 „ „ „Insgesam t: 715 RM jä h rl. ZinslastBei d e ra rtig hohen Beleihungen der N eubautenm ußten M ie ta u s fä lle den Z insendienst fü r dieH ypotheken g e fä h rd e n ; denn d ie Zinsen b ild e n denH a u p tte il d e r la u fe n d e n A u fw e n d u n g e n fü r d ie W o h n ­bauten. Da in diesen Fällen meist auch S teuerrückständeerheblich a n gew achsen w a re n , w u rd e ein T eil des N e u ­besitzes zu r Z w an g s v e rs te ig e ru n g g e trie b e n .D er Anteil der Miete an der Einkommensverwendunghatte sich m it d e r d a u e rn d e n und b e ­trächtlichen Einkom mensschrumpfung stetig erhöht. In derV o rk rie g s z e it w u rde n rund 10 bis 11 v. H. des V olkseinkomm ens durch den A u fw a n d fü r W ohnung sn u tzu n gbeansprucht.Im Jahre 1929 hatte d er M ie ta n te il, der1925 erst 7,5 v. H. betru g , w ie d e r den V o rkriegsstand e r­reicht.In den Jahren 1930 und 1931 ist er von 10 a u f14 bis 17 v. H. gestiegen. Im a b g e la u fe n e n Jahr beanspruchted e r A u fw a n d fü r W o hnungsnutzung also rundein S iebentel des Volkseinkom m ens. Besonders zu g e spitzthatten sich die S chw ierigkeiten bei d e r A u fb rin g u n g derM ieten im zw eiten H a lb ja h r 1931. Das A rbeitseinkom m en,das bereits im ersten H a lb ja h r 1931 um etw a 3 M illia rd e n RMg e rin g e r als in d er gleichen V o rja h rsze it w a r, la g imd ritte n und vierten V ie rte lja h r 1931um etw a 1% M illiard e n RM unter dem Stand von 1930. Das M in d e r­einkom m en im letzten V ie rte lja h r 1931 betru g g e g enüberd er gleichen V o rja h rsze it 17 bis 18 v. H. G e g e n ü b e r demH öhepunkt des A rbeitseinkom m ens im Jahre 1929 ist es1931 im V ergleich d er vierten V ie rte lja h re so g a r um 25bis 30 v. H. g e s u n k e n. Die M ie tve rp flich tu ngen bestandend a g egen im allgem einen in a lte r H öhe fo rt. Lediglichb ei den Inhabern von A ltw o h n u n g e n e rm ä ß igte sich ineinigen Ländern unter bestim m ten V oraussetzungen dieM ie te im Falle d e r A rb e itslo sig ke it um den vom M ie te rzu tra g e n d e n A n te il an d e r Hauszinssteuer.N e b e n d e r Senkung d er H auszinssteuer ab 1. A p ril 1932sind im H erbst dieses Jahres durch das W irtsch aftsprog ra m m d e r Reichsregierung w e ite re Schritte zu r Entlastungdes Hausbesitzes e in g e le ite t w o rd e n .Durch d ie A u sg a b e von Steueranrechnungsscheineneine Steuersenkung beabsichtigt, die dem H ausbesitz ind er Z eit von O k to b e r 1932 bis S eptem ber 1933 zugutekommt.in Zukunft.Den öffentlichen H aushalt tre ffe n sie jedoch erstDiese Steuergutscheine w e rde n in H öhe von40 v. H. der geza hlte n Steuern ausgegeben. Für denstädtischen H ausbesitz kann man m it einem B etrag vonetw a 235 M ill. RM solcher Steuergutscheine fü r g e za hlteSteuern rechnen. Die Entlastung, die d e r H ausbesitzdurch d ie A u sg a b e dieser Steueranrechnungsscheine e r­fä h rt, ist — zusammen m it d er bereits a b 1. A p ril 1932e rfo lg te n Senkung d e r H auszinssteuer — erheblich.ist a b e r zu berücksichtigen, daß diese S teuererm äß igungin erster Linie dem A lthausbesitz zukom m t, w ä h re n d Teiledes W o h n ungsneubaues schon fü r eine bestim m te Reihevon Jahren von verschiedenen G rundbesitzsteuern b e fre itw a re n .D ie Entlastung fü r den N euhausbesitz durch dieS teueranrechnungsscheine ist dannistEsverhältnism äßig amgeringsten, w enn die kom m unalen Zuschläge zu r staatlichenG rundsteuer nicht sehr hoch sind.W e n n sich d ie K onjunktur nicht w e ite r verschlechtert undunter d e r V oraussetzung, daß die M ieteinnahm en desA lthausbesitzes nicht m ehr w e ite r erheblich zurückgehen,e rg ib t sich nunm ehr, daß durch d ie M aß nahm en derSteueranrechnungsscheine sow ie durch d ie E rm äßigungd e r Hauszinssteuer und d er Zinsen d er Rückgang d erM iete in n a h m en beim A lthausbesitz im ganzen etw a ausgeglichenist.W . Brachvogel, Berlin993


DIE BEDEUTUNG DER STEUERLICHENBUCHFÜHRUNG DER FREIEN BERUFE(Die Auswirkungen der Bestimmungen von 1932)Steuersyndikus Dr. jur. et rer. pol. Brönner, BerlinDie Einführung der steuerlichen Buchführungspflichtfü r die freie n Berufe, insbesondereauch d ie Architekten, w ird zahlreiche S teuerpflich tig e d azu n ö tig en, ih r steuerpflichtiges Einkom menin vollem U m fange — spätestens fü r die Z eit seit dem1. Juli 1932 — a u f G ru n d d er Bücher festzustellen.W esentliche Ä n d e ru n g e n können sich hier v o r allem e r­g eben, w enn bisher von den Einnahm en fü r d ie Unkostendie zugelassenen W erbungskostenpauschsätze bei derEinkom m ensteuer a b g ese tzt sind.W e r ist buchführungspflichtig?B etroffen w e rde n von d e r B uchführungspflicht die A n ­gehörigen freier Berufe (A rchitekten usw.), wenne n tw e de r d e r Jahresumsatz in einem Jahre nach1929 gem äß dem letzten, vo r dem 1. A p ril 1932 e r­haltenen Um satzsteuerbescheid 200 000 RM o d e r derEinheitswert des „B e trie b sve rm ö g e n s" fü r 193150 000 RM o d e r d er Gewerbeertrag in einemJahre nach 1929 gem äß dem letzten, v o r dem 1. A p rilzu g e gangenen G ew erbesteuerbescheid 6000 RM (ohneA b z u g des steuerfreien Betrages) überstiegen hat. Beigem einschaftlicher A usübung des Berufes durch m ehrereentscheidet d er Um satz usw. d er G em einschaft m it A usnahme d er Fälle, in denen ledig lich bestim m te G e g e n ­stände (z. B. Räume, in denen d ie Praxis ausgeübtw ird , A p p a ra te und Instrum ente) gem einsam beschafftund b e n utzt w e rd e n . D ie Buchführung ist nachdem erg a n g e n e n M in is te ria le rla ß vom 22. Juni 1932(S 2164 — 1 III) grundsätzlich seit dem 1. A p ril 1932,spätestens a b e r seit dem 1. Juli d. J. einzurichten.W ie ist die Buchführung einzurichten?Für d ie Buchführung hat d e r R eichsfinanzm inister indem e rw ähnten Erlaß bestim m te Richtlinien g e ­geben, die jedoch nicht g elten, so w e it nach a llg e m e in e rÜ bung, dem H andelsgesetzbuch usw., da d ie T ä tig k e itmit einem B etriebe verb u n d e n ist, w e ite rg e h e n d e A n ­fo rd e ru n g e n an d ie Buchführung gestellt w e rden.Eine bestim m te Form d er Buchführung ist entsprechendden Entscheidungen des Reichsfinanzhofs nicht v o r­geschrieben o d e r auch nur em p fo h le n . A u fg e s te llt sindnur gewisse Mindesterfordernisse, denen injedem Falle g e n ügt w e rd e n muß. H ierzu g e h ö re n :1. Laufende A u fze ich n u n g d er Einnahm en und A u sgabenSäm tliche Einnahmen sollen grundsätzlichfortlaufend, vollständig, richtig, und z w a ram T age des Eingangs, m it Tinte (Tintenstift) inein gebundenes und Seite fü r Seite mit fortlaufendenZahlen versehenes Buch (Einnahm ebuch)unter A n g a b e des G eschäftsvorfalles e in g e tra g e n w e rden.A u ß e r den G e ld e in g ä n g e n einschließlich ausländischerZ ahlungsm ittel g e hören hierzu Schecks und W echsel, diespätestens am T age d e r G utschrift o d e r A u sza h lu n g alsve re in n a h m t zu buchen sind. Zu den e b e n fa lls buchungspflich tig e n, nicht in Geld bestehenden Einnahmenrechnen u .a . N a tu ra lie n , W a re n , fre ie W o h ­nung, G enuß von Renten und G ü te rn , A usbeuten undD ienstleistungen; sie sind m it den üblichen M ittelp re ise ndes V erbrauchsorts einzusetzen. Die E ingänge a u f demBank- o d e r Postscheckkonto brauchen nicht in Einzelbe trä g e n , sondern können fü r bestim m te Z eiten (z. B.einen M o n a t) im G e s a m tb e trä g e in das Einnahmebuchü b e rtra g e n w e rd e n .D aneben müssen jedoch die sämtlichenÜ b e rw eisungsb e le g e , Postscheckabschnitte u. dgl.gesam m elt w e rd e n ; ebenso d ie B elege von Verrechnungsod e r A brechnungsstellen.Die Namen der Zahlenden sind im allgem einenbei d er V erbuchung a n zu g e b e n , so w e it sie bekannt sindo d e r es sich nicht um kle in e re , s o fo rt in b a r g e za hlte Beträg e h a n delt. Solche Z ah lu n g e n können als „T a g e s­e in n a h m e n " in einem G e s a m tb e tra g ohne A n g a b e desZ ahle n d e n e in g e tra g e n w e rd e n .D urchlaufende Posten,V erw ahrungssum m en und ähnliche fre m d e G e ld e r, dieu n m itte lb a r a u f ein S o n d e rko n to o d e r A n d e rk o n to desS te u e rp flich tig e n bei d e r Bank e in g e z a h lt sind, brauchenim Einnahm ebuch nur verbucht zu w e rden, wenn sie vondem K onto in d ie fre ie V e rfü g u n g des S teuerpflichtigeng e la n ge n .Bezüglich des Zeitpunktes der Verbuchung istle d ig lich vorg e sch rie b en, daß gle ich m ä ß ig verbucht w e r­den m uß; ein w illk ü rlic h e r Ü b e rg a n g von e iner Buchungsart zu r andere n ist nach d e r Rechtsprechung unzulässig.Honorarforderungen können nach W a h l desS te u e rp flich tig e n z. B. e n tw e d e r zum Z eitp u n kt d e r Liquidie ru n go d e r zum Z e itp u n k t d e r tatsächlichen Verein-n ahm ung gebucht w e rd e n . Kostenvorschüssekönnen e n tw e d e r imZ e itp u n k t des E ingangs als Einnahme verbucht o d e r erst m it E rle d ig u n g des A u ftra gso d e r A b re ch nung d e r Sache ins Einnahm ebuch einge tra g e n w e rden.Entsprechend den Einnahm en sind d ie Ausgabenfo rtla u fe n d , v o lls tä n d ig usw. in das A usg a b e b uch unterA n g a b e des G esch äftsvo rfa lls e in zu tra g e n .H ierzu ist zu bem erken, daß alle durch die beruflicheTätigkeit entfallenden Ausgabena b g e se tzt w e rd e n können, ohne daß das Finanzamt prü fe n d a rf, o b sie tatsächlich e rfo rd e rlic h w a ren undo b sie zw e ckm äß ig o d e r e rfo lg lo s a u fg e w e n d e t sind. AnUnkosten sind insbesondere zu b eachten: M ie te , H eizung,R einigung (die A u sgaben fü r d ie H ausangestellte, dieauch fü r a n d e re als beru flich e Zw ecke V e rw e n d u n g findet,können v e rh ä ltn ism ä ß ig a b g e se tzt w e rd e n ), Beleuchtungvon A rb e its-, Sprech- und W a rte z im m e rn , W äsche, Schreibmate ria l, Zeitschriften usw. fü r das W a rte z im m e r, Umsatzsteuer,G e w e rb e ste u e r usw. Auch g rö ß e re A nschaffungskostensind nach d e r Rechtsprechung (vgl. RFH. vom17. D e zem ber 1930, VI A 863 28) im Jahre d er Verausga b u n g a b z u g s fä h ig , so w e it nicht Bestandsaufnahm en(vgl. w e ite rh in ) vo rg e n o m m e n w e rd e n .H a n d e lt es sichjedoch um im V e rh ä ltn is zum Einkom m en g rö ß e re A n ­schaffungskosten, so sind d ie Kosten ausnahm sweise aufm ehrere Jahre v e rte ilt a b zu setze n . Z. B. w erden beieinem durchschnittlichen Einkom m en von 12 000 RM dieKosten fü r e in e neue Einrichtung in H öhe von 6000 RMhöchstens im ersten Jahre m it 3000 RM, im nächsten Jahrem it den restlichen 3000 RM in A b z u g g e b ra ch t w erdenkönnen.D ie g e w ö h n liche A b schreibungsm ethode g re iftnach d e r o b ig e n Entscheidung m angels Bestandsaufnahmen in d e ra rtig e n Fällen nicht P latz.Kleine, re g e lm ä ß ig w ie d e rk e h re n d e Ausgaben,insbesondere z. B. Fahrtkosten (Benzinverbrauch),994


auchen nach dem E rlaß im einze ln e n nicht a u f­gezeichnet zu w e rd e n ; sie können in einem Pauschalbetra g w öchentlich o d e r m onatlich u nter d e r Bezeichnung„F a h rtk o s te n " ve rb u ch t w e rd e n . G leiches g ilt fü r ä h n ­liche Posten, ü b e r d ie ü blicherw eise ein Beleg nicht e r­te ilt w ird .Die E innahm en und A u sg a b e n sollen m onatlich, sow eitdie ve re in n a h m te n um satzste u e rp flich tig e n Entgelte imK a le n d e rja h re 20 000 RM nicht überste ig e n , vie rte ljä h rlichzusammengerechnet w e rd e n .Vornahm e jährlicher Bestandaufnahm enN e ben d e r A u fz e ic h n u n g d e r Einnahm en und A u sgabenhaben S te u e rp flich tig e , „ b e i denen nach d e r A rt des Betriebesd a s d e r Berufstätigkeit dienendeVermögen am Schluß d e r ein ze ln e n Steuerabschnittewesentlichen Schwankungen nicht zu u n terliegenp fle g t und am Schluß des S teuerabschnitts W a re nüber das übliche M a ß hinaus nicht v o rh a n d e n s in d ", b e ­sondere B estandsaufnahm en nicht vorzunehm en. EineA ufzeichnung des V erm ö g e n s am Ende des Jahres kom m thier also fü r d ie Einkom m ensteuer nicht in Betracht, w o h la b e r stets fü r d ie V e rm ö g e n ste u er, sofern e in e V e r­m ögensbew ertung fü r den Schluß des Jahres sta ttfindet.S ow eit B estandsaufnahm en am Ende des Jahres v o r­genom m en w e rd e n , sind g ru n d sä tzlich alle demBeruf dienenden Gegenstände (Einrichtungder Räume, Instrum ente usw.) aufzunehm en. Nichtberücksichtigt brauchen nach dem Erlaß zu w e rd e n :a) zum laufenden Verbrauch bestim m te M aterialien(z.B . P a p ie r u. d g l.), b) G e g en stä n d e , d ie fü rlä n g e re Z e it b e sch afft sind, von denen a b e r e rfa h ru n g s­gem äß la u fe n d ein gew isser T eil e rg ä n z t w ird (z. B.Schreibm aschinen, Bücher usw.), sofern d e r A nschaffungspreisdes e in ze ln e n G egen sta n d e s 500 RM nicht ü b e r­steigt. A u fw e n d u n g e n fü r diese G e g e n stä n d e sind unterden A u sg a b e n zu ve rb u ch e n ; A bsch re ib un g e n sind nichtzulässig.N ic h t a u fge n o m m e n zu w e rd e n brauchen auchG egenstä n d e , d ie im Z e itp u n k t des Beginns d e r Buchfüh ru n g sp flich t dem B erufe bereits solange dienen, daßA bse tzu n g en fü r A b n u tzu n g o d e r A bschreibungen nichtm ehr vorgenom m en w e rden (z. B. ä lte re Einrichtungsgegen stä n d e , ä lte re Instrum ente o. dgl.). GrößereGeräte usw., die nicht la u fe n d e rg ä n z t w e rden undbei denen jä h rlich e A bschreibungen gem acht w e rde nsollen, insbesondere solche, bei denen d e r A nschaffungspreis500 RM überstiegen hat, sind zu aktivieren.Forderungen und Schulden, die mit derlaufenden Tätigkeit im Zusam m enhänge stehen,H o n o ra rfo rd e ru n g e n usw., können bei den Bestandsaufnahmen a ußer Betracht gelassen w e rden. Die Berücksichtigungfin d e t grundsätzlich unter den „E in n a h m e n "(vgl. oben) statt. D er S teuerpflichtige jedoch, der nurd ie tatsächlich e in g e gangenen B eträge bucht, ist, tro tz ­dem dies in dem M in is te ria le rla ß nicht ausdrücklich gesagtist, durchaus berechtigt, bei den B estandsaufnahm en d a ­neben d ie am Jahresende ausstehenden Forderungenund noch nicht beglichenen Schulden aus der laufendenT ä tig k e it zu berücksichtigen und, sow eit die Forderungenunsicher sind, A bschreibungen a u f diese vorzunehm en.Die Forderungen und Schulden, die das Anlagekapital(berufliche V erm ögen) b e tre ffe n , müssenjedoch stets aktiviert bzw. passiviert w erden.Das Einkom men an H and d er Buchführung w ird künftigin den Fällen, in denen Bestandsaufnahm en vorgenom m enw e rd e n , e tw a so zu berechnen sein:E in n a h m e n ............................................20 000 RMA usgaben ............................................8 000 RMBestand (einschl. Forderungen, a b ­12 000 RMzüglich Schulden) am Ende desV o r ja h r e s ............................................ 10 000 RMBestand (wie vo r sow ie unter Berücksichtigungd er A bschreibungen)am Ende des Jahres . . . 8 000 RMM in d e r b e s t a n d .................................E in k o m m e n ............................................2 000 RM10 000 RMTECHNISCHE FORTSCHRITTEG rößere Sicherheit bei G asw arm w asserbereiternSeit dem Bestehen von G a s a p p a ra te n ist stets d a ra n g e ­a rb e ite t w o rd e n , ih re S icherheit zu ve rvo llkom m n en .W asserm a n g e lsich eru n g , Rückstrom sicherung usw. habensich bereits zu e in e r gew issen V o llk o m m e n h e it entw ickelt.N u r eine F rage ist b isher noch o ffe n g e b lie b e n : „ W iesichere ich den A u to m a te n v o r E xplosionen, w enn dieZ ün d fla m m e aus irg e n d e in e m G ru n d e verlöscht ist?Im G egensatz zu fast allen anderen K onstruktionen b e ­steht d er W ä rm e fü h le r nicht aus B im etall, w e il Bim etallzum Schließen des G asventils eine zu la n g e Reaktionsze it (bis zu 3 M inuten) e rfo rd e rt und w e il es e rfa h ru ng s­gem äß nach ku rze r Z eit seine v o lle D u rchb ie g e fä h ig keite inbüßt. Durch die A n o rd n u n g von drei a u fe in a n d e r­genieteten M eta llstre ife n verschiedener Stärke und A usde h n u n g sko e ffizie nte n konnte kurze R eaktionszeit undDiese A u fg a b e ist nun g e lö st w o rd e n . Im w esentlichen la n g e Lebensdauer e rz ie lt w e rd e n . Bild 1 z e ig t die V o r­besteht d ie Z ündsicherung aus d re i T e ile n : einem W ä rm e - richtung in geschlossener V e n tilste llu n g . Z ün d e t man diefü h le r, e in e r S p in d e l und einem V e n tilte lle r.8 - 1 0 Liter/std. ve rb ra u ch ende Z undfla m m e an, so ver-995


g rö ß e rt sich unter E inw irkung d e r entw ickelten W ä rm e d erA b sta n d d er M eta llstre ife n des W ä rm e fü h le rs und hebtdas m it d e r S pindel ve rb u n d e n e V entil von seinem Sitz,dem G asstrom den W e g zum H a u p tb re n n e r fre ig e b e n d(s. Bild 2).Dieser V o rg a n g ist bereits in etw a 10 bis15 Sekunden beendet. D ie Z ündsicherung v e rh a rrt solan g e in dieser, also g e ö ffn e te n S tellung, w ie d ie Z ündflam m e brennt.Erlischt d ie Z ün d fla m m e aus irg endein e m G runde, so ve r­rin g e rt sich in fo lg e A b k ü h lu n g d er A b sta n d zwischen denM eta lls tre ife n des W ä rm e fü h le rs, das V entil schließt sichund sp e rrt d ie w e ite re G a szu fu h r a b , unbeschadet dessen,o b G as- und W asserhahn g e ö ffn e t sind.H e rste ller: C o n ra d & G rü b le r, Berlin S 42K altw asserentnahm e kann u n b e h in d e rt e rfo lg e n . Ein Literheißes W a sser von e tw a 5 0 ° C stellt sich bei einemS trom preis von 10 Pf. je K ilow attstu n d e a u f etw a 0,3 Pf.Die V o rrichtu n g w ird in d re i G rö ß e n zu etw a 60, 90 und1401 je Stunde bei e tw a 35— 4 0 ° zum Preise von 46, 49und 65 RM g e lie fe rt.H e rste lle r: C a lo th e rm G .m .b .H ., Berlin W 10SparkochplatteG ezeigt auf der Leipziger BaumesseVerbesserter Druckknopfzug für SpülkastenG ezeigt aut der Leipziger BaumesseSeine Vorteile sind: Er schont den Spülkasten, h in d e rtein Z erreiß en d er Kette, sichert d a u e rn d zuverlässigeFunktion, außerdem ist d ie B edienung hygienisch e in ­w a n d fre i.Die Kette lä u ft vom H ebel des Spülkastensdurch ein S chutzrohr zu einem an d er W a n d befestigtenDruckgehäuse.D er Druck a u f den K n o p f b e tä tig t einenH ebel, d er den Zug a u f die Kette zum ö ffn e n des V e n ­tils im Spülkasten ausübt.Die Einrichtung kostet 3,75 RM.H e rsteller: A ugust Raasch, K otzenau i. Schl.Ein verbesserter ZapfhahnG ezeigt auf der Leipziger BaumesseD er A bschluß des Hahnes (D. R. P.) e rfo lg t durch eineKugel im Z u le itu n g srohr, g egen d ie d ie Flüssigkeit drückt,das ö ffn e n des Hahnes durch Zurückdrücken d e r Kugelmittels eines Exzenters an d e r S pindel, das einen S tabDiese N e u e ru n g ist v e rw e n d b a r fü r jeden vorhandenenG as-, Benzin- und P etroleum kocher und erm öglicht gleicheLeistung bei erheblich verm in d e rte m G asverbrauch.nur ein e r Brennstelle sind d re i T ö p fe b e h eizbar.Ein verbesserter FrischlufterzeugerGezeigt auf der Leipziger BaumesseEin E le k tro v e n tila to r in d e r o b e re n Z y lin d e rw a n d derV o rrichtu n g (H öhe 1,5 m, Durchmesser 30 cm) saugt dieR aum luft unter den Deckel hindurch in das Innere undstößt sie nach g rü n d lich e r W aschung, A bscheidung vonW a sse rtrö p fchen und unter Z usatz von O z o n gereinigt,g e kü hlt und erfrischt durch den A u sla ß m it verstellbarerK la p p e w ie d e r in den Raum.Luft in d er Stunde.M itDerD urchlaß a w ird a u f den B renner g e le g t, so daß dieFlam m enspitzen den Ausschnitt d e r Platte berühren.Diese e rh itz t sich, w ä h re n d d er T o p f a u f der Flammezum Kochen kom m t, und d e r a u f d ie Platte geschobeneT o p f kann w eite rko ch e n .H e rste ller: Fritz John, LiegnitzLeistung e tw a 1000 cbmAnschluß an je d e Steckdose möglich.H e rste ller: A . M estern & C o., Berlin SW 11Eine neue Exzentergarnitur für WaschtischeGezeigt auf der Leipziger Baumessevon sternförm igem Q uerschnitt und d a m it auch d ie Kugelverschiebt.V ö llig e D ichtigkeit w ird a u f d ie D auer auchbei kleinstem Druck g e w ä h rle iste t. Kegel- undLederscheibe fallen fort.Das O b e rte il ist ohneA bstellen des W a sserhaupthahns a b s chra u b b a r. D erW a sserstrahl w ird bestens re g u lie rt.nicht g rö ß e r als bei g e w öhnlichen Z a p fh ä h n e n .D er Rückschlag istH e rste ller: F. W . O v e rtro p A rn . Sohn, B igge i. W e stf.Ein neuer DurchlauferhitzerGezeigt auf der Leipziger BaumesseDiese V orrichtu n g g ib t aus je d e r W a sse rle itu n g inw e n ig e n Sekunden heißes W asser. Eine D rehung aneinem H ahn schaltet d ie elektrische B eheizung selbsttätigein. Ebenso w ird sie beim Schließen des H ahns o d e r beiS törungen im Leitungsnetz, d ie zum Entleeren d e r V o r­richtung fü h re n , selbsttätig abgeschaltet. Die W a sse r­te m p e ra tu r ist re g u lie rb a r, von la u w a rm bis 55— 60°.Z ur B e tä tig u n g des A b flu ß v e n tils b e iW aschtischen b ie te t sie e in e e in fa c h eM o n ta g e b e i d e n sehr v e rsch ie d e n e nB a u m a ß e n d e r W aschtische. EineH ö h e n e in s te llu n g f ä llt w e g und b e id e r Q u e re in s te llu n g ist n u r e in e e in ­z ig e V e rb in d u n g fe stzu schra u b e n . BeimD re h e n des P o rz e lla n h e b e ls b e s c h re ib td ie a u ß e rm ittig e Ö ffn u n g d e r amS ta n g e n e n d e w a a g e re c h t lie g e n d e nP la tte e in e n K re is b o g e n . Das durchd ie se Ö ffn u n g d u rc h g e s te c k te Ended e r T rie b s ta n g em acht d ie s e Bewe g u n g u n te rg le ic h z e itig e r D re ­h u n g um d e n D re h ­p u n k t des d o p p e l-a rm ig e n H e b e lsm it, w o d u rc h d e rV e n tilk e g e l g e h o ­ben b zw . g e s e n k tw ird .H e rste lle r: A u g u st Raasch, K otzenau i. Schl.996

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