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Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches Übersetzen

Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches Übersetzen

Hans J. Vermeer Postkoloniale Politik und literarisches

© Hans J. VermeerPostkoloniale Politik und literarisches Übersetzen –Bemerkungen zu einigen Gedanken von Gayatri Chakravorty SpivakInderin, geboren in Kalkutta (heute: Kolkata), Bengalen, und ansässig inden USA – dies kann bereits als eine Visitenkarte angesehen werden:Spivak 1 bezeichnet sich selbst als Angehörige der ersten Generation nachkolonialerInder und Inderinnen. In den Jahren nach der Unabhängigkeitgingen die Wogen der neugewonnenen nationalen Unabhängigkeit hoch.Das Bewußtsein drückt sowohl die damals verständlicherweise noch nichtgeglückte Abnabelung als auch eine noch nicht überwundene Unterlegenheitgegenüber dem „Westen“ aus. Das ist gerade in Bengalen zu spüren:der Stolz auf die führende Rolle in der weltweit bekannten und anerkannten‚indischen‘ Literatur (Thakur/Tagore) und die seriöse Filmindustrie, auchvielleicht die Verletzung, daß Neu Delhi weiterhin die politische Hauptstadtder Republik Indien geblieben ist – Wunden lassen sich nicht leichtschließen. Als Ausländerin in einem Wahlland zu leben, in dem sich materielleVorteile vielfach mit persönlichem Unbehagen mischen, läßt denStolz desto deutlicher hervortreten. Die Rückbesinnung auf die Herkunft:das Bewußtsein einer (nicht überall als nahezu ‚ahistorisch‘ gültig undwertvoll anerkannten) uralten Historie, die noch deutlich die Spuren einerVorvergangenheit trägt, hebt sich um so klarer gegen die reale Gegenwartab, in der sich nolens volens eben die nähere koloniale Vergangenheit unddie unferne Ferne der Trennung gegenseitig unterstützen und behindernkönnen. Ein anderer Zwiespalt: ein vehement (aber keineswegs penetrantwie manchmal bei anderen Kolleginnen) vertretener und zugleich zurückgehaltenerFemininismus der für immer Noch-Bengalin vor dem Hintergrunddes nicht gänzlich durchgedrungenen arischen Patriarchats im nördlichenTeil des Halbinselkontinents gegenüber dem im südindischen (drawidischen)Raum noch deutlich praktizierten Matriarchat. – Das Buch, demdas unten zu erwähnende Textem entnommen ist (Spivak 1993, hier:Spivak 2000), befaßte sich „with post-structuralism and its effect on feministtheory“ (Spivak 2000, 408). Das liegt allerding weitab von meinem Interessean dem Werk.Soweit die Visitenkarte. Nun die Dreiheit der Translation aus Logik,Rhetorik und Schweigen bei der Autorin. – Logik bedeutet (hier) das1 Ich übernehme die übliche Nennung und Schreibung des Autorennamens. ImLiteraturverzeichnis s. ebenfalls Spivak.

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