Sternschuppen-Ausgabe Juni 2013 - Astronomische Vereinigung ...

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Sternschuppen-Ausgabe Juni 2013 - Astronomische Vereinigung ...

INHALTSVERZEICHNISSTERNSCHNUPPENAusgabe Juni 2013Impressum ……………………………………………………………....... 5Editorial ………………………………………………………………........ 6AUS DER AVA …………………………………………………......…….. 7Fotoausstellung "Polarlichter"AVA UNTERWEGS ………………………………………….………….. 9Die astronomische Uhr in StrassburgAUS DER AVA …………………………………………………...........….. 12Protokoll der 58. GeneralversammlungEIN BUNTER STRAUSS VON WELTRAUM-NEWS …………... 201. Wieder einmal und immer wieder: Lichtverschmutzung!!2. Meldet euch für den Marsflug! Es pressiert!!3. Astronomischer PreisAUS DER AVA …………………………………………………..….......... 23Verein und Sternwarte sind auf Facebook präsent!VERANSTALTUNGS-KALENDER .................................................. 26AVA-VORTRAG ................................................................................. 28Meteoriten-Einschlagskrater auf der Erde und ihre EntstehungAUS DER AVA ……………………………………………………......….. 31Breites Wissen in unseren AVA-FachgruppenAVA-JUGENDGRUPPE ……………………………………..........…… 33Erstes Treffen der JugendgruppeSCHLUSSPUNKT ............................................................................. 354


ImpressumSTERNSCHNUPPENRedaktion und LayoutManfred KochSonnhalde 235018 Erlinsbachkochm@bluewin.chAbonnemente und AdressenDruck und VerlagPräsidentInternet AVAFritz MaurerZopfweg 125033 Buchsmaurer94@bluewin.chRohr ReprografieKasinostrasse 255000 AarauJonas SchenkerRütiweg 65036 Oberentfeldenjonas.schenker@sunrise.chwww.sternwarte-schafmatt.chPC-Konto (Vermerk: Sternschnuppen) 50-16754-7Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 31. August 20135


EDITORIALLiebe Leserinnen, liebe Leser«Sagt mir, wo die Sterne sind!»Die Astronomen sind auf der Flucht. Forschten sie früher mitten unter uns, in Grossstädtenwie Berlin, London oder Paris, so haben sie sich heute in die entlegenstenWinkel der Erde zurückgezogen: auf die Gipfel hoher Berge, in die Wüste oder garin die Antarktis. Von dort spähen sie mit mächtigen Maschinen in den klaren Himmel.Aber wie lange werden diese „Astro-Biotope“ noch vor der zunehmenden Licht- undLuftverschmutzung der Atmosphäre geschützt sein?Wer von seinem Wohnort ein wirklich dunkles Firmament geniessen und das hauchzarteBand der Milchstrasse bis zum Horizont verfolgen möchte, hat kaum noch eineChance: Etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung können keinen ungestörten Nachthimmelmehr erleben. Und einer Umfrage zufolge hat ein Drittel der Schweizer Bevölkerungdie Milchstrasse überhaupt noch nie gesehen.Der steigende Energiebedarf erfordert mehr Kraftwerke, deren Emissionen die Mengean Treibhausgasen und Schwebeteilchen (Aerosolen) in der Atmosphäre erhöhen. Dasführt nicht nur zu globaler Erwärmung, sondern zu einer deutlichen Eintrübung: DieTeilchen streuen das irdische Licht - der Nachthimmel hellt sich auf, schwache Sterneverblassen.Vor einigen Jahren hatten Wiener Astronomen die Bevölkerung aufgerufen, bei klaremund mondlosem Himmel mit blossem Auge alle Sterne im Kleinen Wagen zu zählen.Wer den Test selbst nachmachen will: Unter normalen Bedingungen müssten alle 7Lichtpünktchen des Hauptbilds problemlos zu sehen sein. Die meisten Beobachter inden Städten werden neben dem vergleichsweise hellen Polarstern allerdings nur nocheinen oder zwei weitere Sterne erblicken.Lichtsmog ist nicht nur ein Thema für die Astronomen. Biologische Uhren, die durchden Wechsel von hell und dunkel synchronisiert werden, steuern den Organismusvon Menschen und Tieren. Indem wir die Nacht zum Tag machen, stören wir solcheTages-Rhythmen - auch die von Insekten, Fledermäusen oder Vögeln.Überall auf der Welt ziehen inzwischen Wissenschaftler und Amateure gegen diezunehmende Lichtverschmutzung zu Felde, in der Schweiz etwa die Fachgruppe DarkSky innerhalb der Vereinigung der Sternfreunde (www.darksky.ch/).Wir müssen HEUTE etwas unternehmen, nicht erst MORGEN!!Mani Koch und Peter Grimm6


AUS DER AVAGrossartige, grossformatige PolarlichtbilderAVA-Mitglied Daniel Vonwiller zeigt Fotografien im Rathaus Aarburgvon Heiner Sidler, SafenwilZwei Reisen führten Daniel Vonwiller im März 2012 und Februar 2013 in den Nordenvon Norwegen. Trömsø und seine umliegende Landschaft mit Bergen, Seen und Fjordenerwiesen sich als günstig, um Polarlichter sehen und sie in schöner Naturkulissefotografieren zu können. Dabei entstanden eindrückliche Aufnahmen, die der Fotografund Bergführer nun in seiner Wohn- und Heimatstadt Aarburg ausstellt.Der zweite Themenkreis seiner Bilder zeigt das hübsche Aarburg am Aareknie mitWoog, Kirche und Festung. Daniel Vonwiller dokumentiert den Wandel des Städtchensim Laufe der Jahreszeiten und zeigt leise Veränderungen im Stadtbild auf, die beinaheunbemerkt Einzug gehalten haben. Er findet oft aussergewöhnliche Perspektiven undtrifft in der Abenddämmerung, in tiefer Nacht oder im ersten Morgenlicht des neuenTages genau jene faszinierenden Augenblicke, die seine Bilder zu Meisterwerkenmachen.7


An der Vernissage am 2. Mai berichtete Daniel Vonwiller einem aufmerksamen undinteressierten Publikum von den Aufnahmesituationen seiner Bilder. Bewusst hatte erden Zeitpunkt seiner Nordlandreisen so gewählt, um sowohl in mondlosen wie auch inNächten mit Mondschein fotografieren zu können. Mondlicht hellt den Vordergrund auf,und Polarlichter sowie die faszinierende Winterlandschaft prägen dann gemeinsam dasBild. Vonwiller erzählte auch von den zahlreichen Kleiderschichten, die ihn beim Wartenauf die Lichterscheinungen oder auf das Verschwinden der Wolken eine norwegischeWinternacht lang warm hielten. So konnte der Betrachter ein wenig erahnen, mitwelchem Einsatz und unter welchen Anstrengungen die packenden Bilder entstanden.Fotoausstellung im Rathaus Aarburg; Städtchen 37; 4663 AarburgÖffnungszeiten: Montag bis Freitag; von April bis Oktober 201308:00 bis 11:45 und 13:30 bis 17:00 UhrAusnahmen:Montag bis 18 Uhr offenMittwochvormittag geschlossenFreitag nur bis 16 Uhr offen8


AVA UNTERWEGSDie AVA-Historiker besuchen die astronomische Uhrim Strassburger MünsterVon Hans Tschopp, Riniken9


An unserem letzten Treffen hatten wir uns mit dem Thema „Astronomische Uhren“befasst und vorwiegend die schönen Uhren entlang der Ostsee sowie die Uhr amZytglogge in Bern behandelt. Dabei entstand die Idee, die wohl schönste astronomischeUhr - diejenige in Strassburg - an Ort und Stelle anzuschauen. Gesagt, getan:Am Montag, 29. April fanden sich in Basel Peter Grimm, Ueli Rapold, Hans Roth undHans Tschopp im französischen Bahnhof ein, begleitet von den Partnerinnen Vreni,Richetta und Ruth. Trotz Bahnstreik fuhr unser Zug pünktlich, zur grossen Erleichterungdes Reiseleiters.In Strassburg erreichten wir per Taxi die grossartige Kathedrale, gerade zur rechtenZeit, um das Figurenlaufen um 12.30 Uhr mitzuerleben, freilich in einer Mengehunderter Touristen. (Das Figurenlaufen findet um 12.30 Uhr statt, weil zu diesemZeitpunkt „Mittag Ortszeit“ wäre – ja, wenn die Sommerzeit nicht wäre....). Erwartungsgemässverlief sich die riesige Touristenschar post festum rasch, sodass diewahren Kenner nun die Uhr ungestört bewundern konnten.Die Strassburger Uhr datiert vom Jahr 1574, nachdem ihre Vorgängerin aus dem 14.Jahrhundert gegen Anfang des 16. Jahrhunderts stehen geblieben war. Das heutigewundervoll ausgeschmückte Gehäuse stammt also aus der Renaissance, ebenso diekünstlerische Ausschmückung mit Bildern und Figuren.10


1838 - 1842 wurde die Uhr durch den Uhrenmacher und Feinmechaniker Schwilguérenoviert. Seither bewundert man das Uhrwerk wegen seiner fast unvorstellbarenPräzision: Die zeitliche Abweichung pro Jahr beträgt nur ca. 30 Sekunden! Sie warausserdem die erste Uhr der Welt, die faktisch alle astronomischen Phänomene berücksichtigte.So verfügt sie über einen speziellen Kirchenrechner zur Berechnung derkirchlichen beweglichen Feiertage sowie über einen Spezialrechner zur Berücksichtigungder zahlreichen Anomalien der Sonnen- und insbesondere der Mondbahn.11


ASTRONOMISCHE VEREINIGUNG AARAUProtokoll der 58. Generalversammlung der AVA25. Februar 2013, 20.00 – 21.45 Uhr im Restaurant «Schützen», AarauVorsitz:Vorstand:Aktuar :Revisoren:Anwesende Mitglieder:Entschuldigte Mitglieder:Jonas SchenkerJürg Studerus (Leiter Sternwarte)Fritz Maurer (Kassier)Ueli Rapold (Einsatz-Koordinator)Heiner Sidler (Medienarbeit)Mani Koch (STERNSCHNUPPENRéka Weber (Leiterin AVA-Jugendgr.) a.i.Andreas Mazoll (AVA-Anlässe) a.i.Peter GrimmHeinz BlatterHansueli Sommer32 Mitglieder gem. Präsenzliste (Anhang)Daniel Frei, Sarah Haller, Kathrin Stocker, RékaWeber, Philipp Egger, Paul Gemperle,Jürg BachmannTraktanden1. Begrüssung und Traktandenliste2. Protokoll der letzten GV3. Jahresberichte4. Jahresrechnung und Revisorenbericht5. Budget und Festsetzung des Jahresbeitrages6. Anteilscheine7. Ehrungen und Anerkennungen8. Wahlen für die Amtsperiode 2013 / 20149. Veranstaltungen 201310. Verschiedenes und Anträge1. Begrüssung und TraktandenlisteNach dem vom Verein spendierten Apéro begrüsst der Präsident JonasSchenker um 20.00 Uhr die Anwesenden.Albert Fuchs wird als Stimmenzähler gewählt. Die Traktandenliste erfährtkeine Veränderungen.12


2. Protokoll der GV vom 20. Februar 2012Das Protokoll der letztjährigen GV ist in der STERNSCHNUPPEN-AusgabeApril 2012 zu finden. Es wird einstimmig genehmigt. Mit der Übergabe einerFlasche Wein dankt der Präsident Peter Grimm für seine Aktuariats-Arbeitsowie auch für die monatlichen Sternenhimmel-Berichte in den Zeitungen der„Nordwestschweiz“.Die jährlich 4 STERNSCHNUPPEN-Ausgaben werden entweder in gedruckterForm (schwarzweiss) oder elektronisch (farbig) zugestellt und sind auchauf unserer Homepage www.sternwarte-schafmatt.ch einsehbar.Wer neu die elektronische Fassung (als farbiges PDF via E-Mail-Adresse)erhalten möchte, soll seine Mailadresse an den Redaktor Mani Koch senden:kochm@bluewin.ch.(Mitglieder, die bereits jetzt die elektronische Fassung zugestellt erhalten,müssen sich nicht mehr neu melden).13


3. JahresberichteJonas Schenker liest den Bericht des Präsidenten vor.Jürg Studerus verliest den Bericht des Sternwartenleiters und erläutert die Besucher-Statistik2012. 1283 BesucherInnen haben anlässlich von 65 Führungen unsereSternwarte genutzt und der Sternwarten-Kasse zu erfreulichen 9847 Franken Einnahmenverholfen. Und ebenfalls erfreulich: grössere Schäden sind keine angefallen; auchdringende Ersatzbeschaffungen waren nicht nötig. Gegenwärtig teilen sich 20 Mitgliederdie Arbeit als Demonstratoren. Neu im Team ist Othmar von Arx.Die Aktivitäten der seit 8 Jahren bestehenden Fachgruppe Astro-Fotografie stellt SeppKäser vor. Die 19 Mitglieder treffen sich jeweils am 2. Montag im Monat. Auch wennman nicht fotografieren kann, wird gearbeitet und gefachsimpelt – etwa mit Bildbearbeitungetc.Peter Grimm informiert über die Aktivitäten der Fachgruppe Astronomie-Geschichte. ImBerichtsjahr haben 5 Zusammenkünfte mit sehr anregenden Themenkreisen stattgefunden– zuletzt mit astronomischen Uhren. Im kommenden Vereinsjahr ist im Mai eineExkursion mit Partnerinnen nach Strasbourg vorgesehen. Wie bereits vor einem Jahrabgemacht, übernimmt Hans Tschopp im neuen Vereinsjahr den Vorsitz.Die Versammlung nimmt die Jahresberichte einstimmig an.Der Präsident verdankt den Ressort-Leitern die ausgezeichnete Arbeit im Dienste desVereins und überreicht ihnen je eine Flasche Wein.Diese Jahresberichte sind dem Original dieses Protokolls angehängt.14


4. Jahresrechnung und Revisorenbericht 2012Fritz Maurer präsentiert die Vereinsrechnung und die Schlussbilanz 2012.(Für genauere Infos können AVA-Mitglieder beim Kassier nachfragen).Mitgliederzahl: 7 Austritten stehen 12 Neueintritte gegenüber. Zur Zeit zählt die AVA117 Mitglieder: 110 Vollmitglieder, 2 Jungmitglieder, 5 Ehrenmitglieder.Die beiden Revisoren Hansueli Sommer und Heinz Blatter haben die Rechnung am23. 2. 2013 geprüft und den Kassenbestand sowie sämtliche Belege detailliert mit derRechnung verglichen. Gemäss dem von Hansueli Sommer vorgelesenen Revisorenberichtist die Rechnung sauber und ordnungsgemäss geführt und gibt zu keinen BeanstandungenAnlass. Er bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Kassier.Die Revisoren beantragen der Versammlung, die vorliegende Jahresrechnung zugenehmigen und dem Kassier unter bester Verdankung seiner Dienste Décharge zuerteilen.Der Präsident verdankt die Arbeit und überreicht den Revisoren je eine Flasche Wein.Die Jahresrechnung 2012 wird einstimmig angenommen und dem Kassier Déchargeerteilt.15


5. Budget 2013 und Festsetzung des JahresbeitragesFritz Maurer stellt das Budget 2013 vor. Die Vereinsbeiträge werden nicht verändert;die Ausgaben für das Vortragswesen sind leicht erhöht.Ueli Rapold fragt: Das Vermögen beträgt bald 70‘000 Franken. Sind Investitionengeplant? – Der Kassier informiert, dass bei der kürzlich erfolgten Umfrage innerhalbdes Demonstratorenteams zahlreiche gute Vorschläge betreffend Neuanschaffungeneingegangen sind. Der Vorstand ist zurzeit im Begriff, diese Wünsche umzusetzen. DieMitglieder werden informiert, sobald die nächste Neuanschaffung betriebsbereit ist.Die Versammlung heisst das Budget 2013 einstimmig gut.Als Dank für seine wertvolle Arbeit als Kassier und mit der Mitglieder-Verwaltung erhältFritz die traditionelle Flasche Wein.6. AnteilscheineUnter der Aufsicht von Kassier Fritz Maurer werden wieder 5 Anteilscheine an derSternwarte Schafmatt zur Rückzahlung ausgelost. Als Glücksfee amtet wiederumFabienne Dubler.Gezogen werden die Nummern 1 – 23 – 41 – 45 - 75. Fritz Maurer wird die ausgelostenAnteilscheine im Wert von je Fr. 200.- demnächst auszahlen.Fritz Isler meldet sich zu Wort und erklärt in einer launigen Rede, dass er „die Unternehmenskulturder AVA“ sehr schätze und auf die Rückzahlung seines Anteilscheinsverzichte. Die Versammlung dankt Fritz mit grossem Applaus.16


7. Ehrungen und AnerkennungenDer Präsident verdankt das grosse Engagement und die vielen wertvollen DienstleistungenEinzelner zu Gunsten unseres Vereins. Als Zeichen der Anerkennung ehrt erdie folgenden Mitglieder und überreicht ihnen je eine Flasche Wein:- Fabienne Dubler für die Pflege unserer sehr schön gestalteten und von ihrstets aktuell gehaltenen Homepage – dieses Jahr mit Einbindung der Wetterstation.- Mani Koch für Gestaltung und Redaktion der Vereinszeitung STERN-SCHNUPPEN und des AVA-Flyers sowie für die Fotodokumentation unsererAnlässe.- Peter Steiner für seine Arbeiten an der Gebäudetechnik und den elektrischenInstallationen auf der Sternwarte.- Ueli Rapold als Einsatzkoordinator Sternwarte.- Heiner Sidler für die Medienarbeit.- Hans Roth für das wiederum feine STERNENHIMMEL-Jahrbuch.- Fredi Bachmann für die Mitarbeit an der Wetterstation.- Ueli Rohr für die Pflege des Planetenweges.Zur Wertschätzung ihrer zahlreichen und zuverlässigen Einsätze während desganzen Jahres erhalten die Demonstratoren jeweils ein Exemplar des JahrbuchsDER STERNENHIMMEL gleich nach dessen Erscheinen im Herbst.Heiner Sidler spricht dem Präsidenten im Namen des Vorstandes und auch der Mitgliederden herzlichen Dank aus für seine grosse Arbeit und die umsichtige Vereinsführung.Er überreicht ihm als Geschenk ein Stück eines Meteoriten – genauer: die fehlendeEcke des unlängst für die Sternwarte gekauften Stein-Meteoriten. Der Präsidentverdankt das ihm entgegengebrachte Vertrauen und freut sich ausserordentlich überdas besondere Geschenk.17


8. Wahlen für die Amtsperiode 2013 / 14Diesmal finden turnusgemäss Wahlen statt; auf die Wahl eines Tagespräsidenten wirdverzichtet. Vorstand und Präsident stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.Die Wahl erfolgt einstimmig per Akklamation.Die Zusammensetzung des Vereins-Vorstands:PräsidentVizepräsidentKassierAktuarLeiter SternwarteEinsatz-KoordinatorMedienarbeitSTERNSCHNUPPEN-RedaktionJonas SchenkervakantFritz MaurerPeter GrimmJürg StuderusUeli RapoldHeiner SidlerMani KochAls neue Vorstandsmitglieder werden gewählt:Leiterin JugendgruppeAVA-AnlässeAls Revisoren werden gewählt:Réka WeberAndreas MazollHeinz Blatter, Hansueli Sommer.Nicht zur Wahl, aber als Info: Die AVA beherbergt zurzeit folgende Fachgruppen:- Astronomie/Geschichte: Hans Tschopp- Astro-Fotografie: Sepp Käser- Sonnenbeobachtung: Jonas Schenker- Meteoritenkunde: Heiner Sidler.Demnächst: Meteorastronomie (Jonas Schenker).9. Veranstaltungen 2013Der Präsident stellt den Veranstaltungskalender 2013 vor, soweit dieser schonfestgelegt ist. Der aktualisierte Kalender kann jederzeit auf unserer Homepagewww.sternwarte-schafmatt.ch eingesehen werden und ebenso im ORION.Für die SAG-Delegiertenversammlung vom 4./5. Mai in Schaffhausen, bei der die AVAüber 3 Stimmen verfügt, stimmt die Versammlung der Vertretung des Vereins durchJonas Schenker, Andy Mazoll und Mani Koch zu.18


Heiner Sidler erwähnt, dass er schon vor 20 Jahren vergeblich versucht hat, denSchweizer Astronauten Claude Nicollier zu einem Vortrag einzuladen. Er dankt PeterGrimm für die Koodination des überaus gelungenen Gross-Anlasses mit HerrnNicollier am 21.2.2013 im Bärenmatte-Zentrum in Suhr (also bereits im neuenVereinsjahr).10. Verschiedenes und AnträgeHier sind keine Anträge eingegangen.- Hans Roth: Im Zentralvorstand SAG wird der Sekretär, Geri Hildebrand, demnächstaus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Nun möchte man auch das ORION-Abowesenneu regeln. Gesucht wird jemand, der hier mitarbeiten möchte.- Heiner Sidler: Die Naturfreunde Aarau (Haus auf der Schafmatt) feiern das100-jährige Bestehen. Die AVA beteiligt sich mit Grussbotschaft und Inserat in ihrerJubiläumsschrift. – Kürzlich ist das Freizeit-Buch „Erlebnisreich Schweiz“ erschienen.Unter den 100 Ausflugszielen ist auch die Sternwarte Schafmatt beschrieben.- Jonas Schenker stellt die neuen Prospekte samt den Anmeldescheinen für AVA undAVA-Jugendgruppe vor.- Aus Platzgründen (Nicollier-Anlass!) erscheint dieses Protokoll erst in derJuni-Ausgabe der STERNSCHNUPPEN.- Die GV 2014 ist auf Montag, den 24. Februar 2014 festgelegt.Schluss der GV: 21.45 UhrAuenstein, 31. März 2013Der Präsident:Jonas SchenkerDer Aktuar:Peter Grimm19


EIN BUNTER STRAUSS VON WELTRAUM-NEWSausgewählt und kommentiert von Peter Grimm, Auenstein1 - Wieder einmal und immer wieder: Lichtverschmutzung!!Kürzlich informierte das Bundesamt für Umwelt (Bafu), in unserem Land habe dienächtliche Lichtbelastung in den vergangenen 20 Jahren um 70% zugenommen(Postulatsbericht „ Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und denMenschen“). Die damit verbundenen Gefahren: Die Lebensräume nachtaktiver Tierewerden empfindlich gestört, Zugvögel verlieren die Orientierung, Insekten verbrennenan Lampen, unser Schlaf wird gestört – und wir Astronomen haben beim Beobachtenerschwerte, ja verunmöglichende Bedingungen.Erfreulicherweise schlägt das Bafu im Bericht rechtliche Verbesserungen vor undmöchte im Bereich Lichtverschmutzung die Forschung unterstützen. Ergänzend undverstärkend machte die International Dark Sky Association vom 5. bis 11. April mit einerAktionswoche auf die Probleme der Lichtverschmutzung aufmerksam. Auch wir weisenauf unserer Sternwarte die Besuchsgruppen immer wieder auf diese problematischeSituation hin.20


Beleuchtete Skipisten und Berggipfel im Alpenraum und „künstlerische Lichtinstallationen“sind die oft genannten Beispiele für die zunehmende Helligkeit auch der Bergregionen.Doch machen wir uns nichts vor: In unseren hell be- und erleuchteten Mittellandregionenmuss durchaus noch vieles verbessert werden. Schön, dass sich dessenimmer mehr Politiker und Gemeindeverwaltungen bewusst werden. Aber halten auchwir selber ein wachsames Auge auf alle Beleuchtungsinstallationen in unserer Gemeindeund Umgebung! Und versuchen wir doch, unser Wissen um die Problematik bei unsumzusetzen und weiterzugeben.Information findet sich beispielsweise hier – etwa im Bereich „downloads“:www.darksky.chAnlässlich unserer letzten Vorstandssitzung haben wir festgestellt, dass zwar etlicheMitglieder privat der schweizerischen Dark-Sky-Bewegung angehören und sie miteinem jährlichen Geldbetrag unterstützen – nicht aber unsere AVA. Natürlich haben wirdies gleich geändert und unterstützen ab sofort Darksky als Verein! Mit gutem Gewissensteht hier also auch der Appell des Vorstands an unsere Leserinnen und Leser:Werdet Mitglied bei dieser Organisation! (siehe auch auf der Homepage von Darkskyunter „was kann ich tun“).21


2 – Meldet euch für den Marsflug! Es pressiert!!Um unseren Nachbarplaneten Mars ist ein regelrechter Wettlauf entbrannt: Die NASAwill in den 2030er-Jahren Astronauten dorthin schicken, das private UnternehmenMars One schon in den 20ern – und eben hat die Inspiration Mars Foundation nocheinen draufgesetzt: Bereits 2018 sollen sich die ersten Menschen zum Roten Planetenaufmachen. (www.inspirationmars.org)Hinter der Mars Foundation steckt der vielfache MillionärDennis Tito. Ja, man erinnert sich richtig: 2001hat er sich als erster „Weltraumtourist“ das Vergnügengeleistet, die ISS zu besuchen.Seine derzeit neueste Idee:Im Januar 2018 sollen ein Mann und eine Frau aufeiner insgesamt 501 Tage dauernden Reise denMars umrunden.Reise ohne Wiederkehr mit der Firma Mars OneDem Projekt von Mars One liegt eine andere Idee zugrunde:Die Reise zum Roten Planeten soll ab 2023 wirklich auf denPlaneten führen und auch dort enden - demnach als Oneway-ticket.Eine Rückreise ist nicht geplant! Nun werdendafür Freiwillige gesucht: Ab sofort kann man sich bewerben.Das Ideal-Team soll 2 Frauen und 2 Männer umfassen, also4 Personen. Unter den Bewerbungen hofft man, zehn 4er-Teams bilden zu können. Und im günstigsten Fall sollen sieeinander im 2-Jahrestakt (Marsoppositionen!) folgen. MarsOne möchte mit SpaceX kooperieren, also mit der kalifornischenPrivatfirma, die mit Dragon-Raumschiffen bereits dieISS versorgt hat. (Die Shuttle-Missionen der Nasa gibt’s janicht mehr). Als die Idee letztes Jahr publik wurde, gab esübrigens bereits mehr als 1000 Bewerbungen!22


Inzwischen ist die Bewerbungsphase offiziell angelaufen. Das Ganze – inklusive Reiseund vermutlich auch Tod der Pioniere – ist als Reality-Show geplant. Die Website www.mars-one.com informiert! Nun kann sich also jeder und jede bewerben, die auf denMars reisen möchte. Das Auswahlverfahren der Astronauten, der 7-monatige Flug, dieLandung und das Leben auf dem Mars – all das soll von Kameras eingefangen und liveauf unsere Bildschirme übertragen werden. Mit den Fernseheinnahmen hofft man die 6Milliarden Dollar teure Mission zu finanzieren.Der Unternehmer Bas Lansdorf: „Wir machen unseren Kandidaten keine Hoffnung, dasssie nach 10 oder 15 Jahren Aufenthalt auf dem Mars wieder zurückfliegen können“ und„die Teilnehmer von Mars One werden den Planeten besiedeln, in Form einer Kolonie,die ständig wächst.“Die NASA könnte einer solchen „Mission mit planmässiger Nichtwiederkehr“ nicht zustimmen,meint Lansdorp. Eine private Stiftung und Organisation wie Mars One sei aberdazu prädestiniert. Die künftigen Marsbewohner werden in Containern leben, die zuvormit einer Raumkapsel auf den Roten Planeten geschafft und dort von Robotern aufgebautwerden. Als Selbstversorger züchten sie Pflanzen und aus dem gefrorenen Wasser,das es auf dem Mars gibt, gewinnen sie den lebenswichtigen Sauerstoff.Kommentare ehemaliger AstronautenIn der „«Nordwestschweiz» («Aargauer Zeitung») vom 13. Mai ist folgende SDA-Mitteilungzu lesen:Buzz Aldrin, Besatzungsmitglied der Apollo-11-Crew anlässlich der historischen 1.Mondlandung 1969, hat sich für die menschliche Besiedlung des Mars starkgemacht.Die USA müssten weiterhin Weltführer für die bemannte Raumfahrt bleiben, sagte Aldrin.Sie könnten sicher auf die Dynamik des privaten Sektors zählen, um ein Landesystemals Basis für eine „US-Autobahn in das Weltall“ zu entwickeln. Die USA müssten mitder Besiedlung des Roten Planeten beginnen, fügte der 83-Jährige hinzu. Ein solcherSchritt sei in „greifbarer Nähe“. Es sei nicht mehr viel Forschung dafür erforderlich. Zielsollte es seiner Meinung nach sein, bis 2030 oder 2040 eine „ständige menschlichePräsenz“ auf dem Mars einzurichten. Aldrin sprach auf der Konferenz „Human to Mars“(„Menschen auf den Mars“) an der George-Washington-Universität.Claude Nicollier glaubt, dass Mars One bis ins Jahr 2023 technisch realisierbar ist. BeimBesuch vor wenigen Wochen in der Suhrer Bezirksschule meinte er (augenzwinkernd)auf eine entsprechende Schülerfrage, dass ihm so etwas durchaus Spass machen würde.Willy Benz, Präsident des Center for Space and Habitability an der Universität Bern,denkt zwar, dass irgendwann Menschen auf dem Mars leben werden, hält den Zeitplanaber für unrealistisch.23


Wie man am Pfingstwochenende vernehmen konnte, gehört zu den mittlerweile rund100‘000 Angemeldeten auch der 64-jährige Schweizer Nikolaus Wyss. Er war bis2009 Rektor der Hochschule Luzern, Design & Kunst, und sieht dieses Mars-Projektals „Kontrast zum langen und langweiligen Sterben in einem Altersheim“.Jä nu so de: Beim Start wäre er 74!(Für diesen Bericht habe ich Artikel aus folgenden Zeitungen verwendet: «Schweiz am Sonntag»,«Die Welt», «Die Nordwestschweiz», «blick.ch» und «SpiegelOnline»)3 – Astronomischer PreisGut 20‘000 Franken soll die Versteigerung einer gebrauchten Zahnbürste ergeben – somindestens die Vermutung des Auktionshauses Heritage Auctions. Da muss es sichwohl um etwas ganz Besonderes handeln!! Und tatsächlich: Es geht um Edwin „Buzz“Aldrins Zahnbürste, die er 1969 anlässlich der Apollo-11-Mission, also bei der 1. Mondlandung,benützt hat. «Spiegel-Online» titelte am 4. April dazu: Sie ist alt, die Borstensind gelb und verschrumpelt - dennoch kostet die Zahnbürste mehr als ein neues Auto.Mit von der Versteigerungspartie ist übrigens auch ein Spielzeug-Flugzeug, eine roteDC-3, mit der sein Partner-Astronaut Neil Armstrong als Kind gespielt hat. Dieser istallerdings Ende August letzten Jahres als 83-Jähriger gestorben.Irene Meichsner von der «Mitteldeutschen Zeitung» weiss noch mehr: In einem Zertifikatbescheinigt er die Echtheit: „Ich habe diese Zahnbürste benutzt, während ich inder Raumfähre Columbia war, und sie dann in den Mondlander Eagle mitgenommen.Ich benutzte sie auch während unseres Heimflugs zur Erde, nachdem wir den Mondverlassen hatten.“ Und: Nur Aldrin selbst ist die Geschichte peinlich. Er habe mit diesemVerkauf nichts zu tun. Vielmehr handle es sichdabei um Weiterverkäufe aus früheren Auktionen,zu denen er sich seinerzeit von seiner Ex-Frau habe„verleiten“ lassen. Von Lois Driggs Cannon, seinerdritten Ehefrau, liess Aldrin sich erst Ende 2012 nach24 Jahren Ehe scheiden, was ihn teuer zu stehengekommen sein soll.Natürlich nehme ich an, dass man nun wissen möchte,für wieviel Geld die beiden Gegenstände danntatsächlich ersteigert wurden. Leider entzieht sichdies meiner Kenntnis.Buzz Aldrin mit wohl frisch geputztenZähnen auf dem Mond24


AUS DER AVAVerein und Sternwarte sind auf Facebook präsent!von Jonas Schenker, OberentfeldenUm noch gezielter über Aktivitäten und bevorstehende Veranstaltungen informieren zukönnen, sind die Astronomische Vereinigung Aarau und die Sternwarte Schafmatt absofort auch auf Facebook vertreten! Diese weltweit bevorzugte Social-Media-Plattformstellt nicht bloss eine weitere Internet-Präsenz dar, sondern ermöglicht die automatischeBenachrichtigung der registrierten Benutzer, sobald ein neuer Beitrag veröffentlicht bzw.gepostet wurde. Im Detail funktioniert das so:Die Facebook-Seite der AVA bzw. der Sternwarte Schafmatt kann unter dem Linkhttps://www.facebook.com/sternwarte.schafmattaufgerufen werden (auch für Nicht-Facebook-Mitglieder).Mitglieder mit Facebook-Account haben zusätzlich die Möglichkeit, die Seite zu „Liken“und werden so automatisch auf ihrer Neuigkeiten-Seite in Facebook benachrichtigt, sobaldein neuer Beitrag veröffentlicht wurde. Das heisst, man muss sich die Informationen(Neuigkeiten, Aktivitäten, Veranstaltungen etc) nicht beschaffen, sondern sie werden einemautomatisch zugetragen.Möglich gemacht hat dies Fabienne Dubler. Zu diesem Zwecke hat Fabienne zuvor einseriöses Konzept erarbeitet und nach Zuspruch des Vorstandes den Auftritt bei Facebookeingerichtet. An dieser Stelle gebührt Fabienne EIN GROSSES DANKE-SCHÖNfür den professionellen Auftritt und die Pflege auch von dieser Internet-Präsenz.Facebooker und Noch-Nicht-Facebooker: Schaut euch die Seite mal an und liked sie!25


Veranstaltungen der Astronomischen Vereinigung Aarau********************************************************************************************Sonntag, 23. Juni 2013Sonntag, 21. Juli 2013Sonntag, 18. August 2013:Thema: Beobachtung der Sonnenflecken und Protuberanzen im H-alpha- und im WeisslichtOrt: Sternwarte Schafmatt, OltingenBeginn: ab 13:30 Uhr (Die Führung findet nur bei schönem Wetter statt,ab 12 Uhr erteilt Tel. 062 / 298 05 47 Auskunft über die Durchführung).************************************************************************Samstag, 7. September 2013:Thema: Führung im Paul-Scherrer-Institut PSI, VilligenDas PSI ist ein Forschungszentrum des Bundes für Natur- und Ingenieurwissenschaftenund ist der ETH angegliedert. Am Standort Villigen werden mehrereGrossforschungsanlagen und Experimente betrieben, die in kleineren Laboratoriennicht möglich sind.Während unserer Führung werden wir einen kurzen Überblick über die Arbeit amPSI erhalten. Nach einem mitreissenden 3D-Film geht es zur SynchrotronLichtquelle Schweiz (SLS). Hier werden Elektronen in einer Kreisbahn aufannähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Dabei entsteht höchst intensiveStrahlung, die für vielfältige Zwecke genutzt werden kann.Ort: Paul Scherrer-Institut, VilligenBeginn: Besammlung: 13:45 Uhr beim Besucherzentrum des PSIFührung: 14:00 – 16.30 UhrAnmeldung: Bis 25. August bei Andy Mazoll (amazoll@bluewin.ch)*********************************************************************************26


STERNWARTE SCHAFMATTÖffnungszeitenJeden Donnerstag AbendDie Sternwarte kann für individuelleGruppenführungen reserviert werden.Benutzen Sie dazu die Online-Anmeldungauf http://www.sternwarte-schafmatt.chBitte beachtenWir empfehlen Ihnen nebst warmerKleidung (sogar Sommernächte könnenempfindlich kühl werden) auch eineTaschenlampe mitzubringen. Der Wegvom grossen Parkplatz auf der JurapasshöheSchafmatt bis zur Sternwarte istausgeschildert, aber nicht beleuchtet.Jeden Freitag AbendÖffentliche Führungen - die Sternwarte ist beiguter Witterung für jedermann und jedefraugeöffnet.SommerWinterab 21:00 Uhr MESZab 20:00 Uhr MEZ(Die Öffnungszeiten Sommer/Winter wechseln mitder Umstellung auf die Sommer- bezw.. Winterzeit)Bei zweifelhafter Witterung gibt die Telefon-Nr.062 298 05 47 jeweils ab 18:00 Uhr Auskunft,ob die Führung stattfindet.Koordinaten (WGS84Breite:Länge:Höhe:47.420240° N(47°25‘12,9“)7.950819° O(07°57‘03.0“)820 M.ü.M27


AVA-VORTRAGMeteoriten-Einschlagskrater auf der Erde und ihreEntstehung - Vortrag von Werner Keller / AVAvon Peter Grimm, AuensteinWerner Keller ist Mitglied der Meteoritical Society;beruflich unterrichtet er Deutsch und Geschichtean der Bezirksschule Seetal.In seinem Vortrag ging der Referent von einemschmalen Buch aus: Kleine Meteoritenkunde vonFritz Heide, erschienen 1957. Darin sind bloss 8Krater erwähnt; das Nördlinger Ries ist für Heideganz sicher kein Impakt-Krater. Im Jahr 2013 führtdie Earth Impact Database offiziell 184 verifizierteKrater auf; pro Jahr kommen 3 bis 6 neu entdecktezur Abklärung.Diese Beispiele veranschaulichten den gewaltigen Wissenszuwachs in den letzten Jahrzehnten.Grundlagenarbeit haben hier Eugene Shoemaker und Edward Chao geleistet.Keller ging von den Einschlägen auf dem Mond aus, die über Jahrmillionen unveränderterhalten bleiben – im Unterschied zu den irdischen Gegebenheiten: Auf unserem Planetenwerden die Krater verhältnismässig rasch verändert. Eiszeiten, Gewässer, Vegetation,Wind und nicht zuletzt auch die Plattentektonik wirken sich hier massiv aus. Erstin jüngerer Zeit stiess man mit neuen technischen Möglichkeiten auf immer mehr undoft verborgene Impaktstrukturen – etwa unter dem Antarktis-Eispanzer. Zwei auffälligeMassensterben in der Erdgeschichte dürften mit Meteoriteneinschlägen gekoppelt sein:(vgl. die beiden Grafiken): an der Wende von Perm zu Trias (P/Tr, vor 250 Mio. Jahren)sowie an der Wende von Kreide zu Tertiär (K/Pg vor 65 Mio. Jahren). Durchschnittlichfällt täglich 1 Meteorit mit einem Durchmesser


Die Angaben stehen für den prozentualen Anteil der Tierarten, die hier jeweils in 1Million Jahren ausstarben.29


Auf gut verständliche Art und mit feinen Bildern bzw. Schemata führte uns Werner Kellerdurch die verschiedenen Erdzeitalter und stellte uns je ein paar ausgewählte Impaktkraternäher vor. Wir erfuhren auch, dass bei den Massensterben durchaus noch weitereSzenarien zur Diskussion stehen, denn nicht immer ist ein grösseres, für Meteoritenimpaktetypisches Iridium-Vorkommen feststellbar. Spektakulär bei den mit 14,6 Mio.Jahren relativ jungen benachbarten Kratern des Nördlinger Ries’ und des SteinheimerBeckens in Süddeutschland: Dies war vermutlich ein multipler Impakt – ein Zwillingstreffersozusagen, aber nicht von einem auseinandergebrochenen Körper, sondern voneinem Asteroiden mit einem eigenen Möndchen.Spannend auch die Abschnitte aus der jüngsten Erdgeschichte, in denen der Menschauftritt. Hier ist der bekannte Barringer-/Meteor-Krater in Arizona zu nennen, wo vor50‘000 Jahren ein Eisenmeteorit eingeschlagen und einen Krater von 1,2 km Durchmessererzeugt hat. Trotz dieser Grösse sind jedoch keine globalen Auswirkungen zu erkennen.Für uns AVA-Mitglieder dann noch besonders interessant: Der Sikhote-Alin-Meteoritenschauervon 1947 in Sibirien, von dem wir ja auf der Sternwarte ein Exemplarzeigen können.Barringer-KraterDer interessante, verständliche und gut gegliederteVortrag schloss mit einem Ausblick auf NEOs (NearEarth Objects, auch als Erdbahnkreuzer bekannt)und mit dem Satz „Wann uns der nächste Einschlagtreffen wird, steht buchstäblich in den Sternen!“.Sikhote-Alin30


AUS DER AVAMitmachen erwünscht!Breites Wissen in unseren AVA-Fachgruppenvon Heiner Sidler, SafenwilJeder Verein ist so stark wie die Summe seiner Mitglieder: Nicht Vermögen oder Inventarbilden einen Verein, sondern Fachwissen, Kompetenz und Aktivitäten der einzelnen Mitglieder.In diesem Punkt darf die Astronomische Vereinigung Aarau (also wir alle!) stolzsein auf all das, was bei uns an Können und Wissen vorhanden ist.Seit Jahren sind Fachgruppen aktiv, die sich in Teilgebieten der Astronomie spezialisiertund ihre Fähigkeiten weiterentwickelt haben. Zusätzliche Fachgruppen sind nun im Entstehenund werben um Mitglieder, die sich in einem Fachbereich einbringen oder mehrdarüber lernen möchten. Die AVA unterstützt sie und profitiert gleichzeitig von ihnen.Artikel in den STERNSCHNUPPEN, informative Vorträge oder unterhaltsame Beiträgean der Jahresschlussversammlung bereichern das AVA-Vereinsprogramm. Dabei wirddas Wissen in unseren Verein und auch nach aussen getragen.Die einzelnen Fachgruppen stehen allen interessierten Vereinsmitgliedern offen; dieTeilnahme in mehreren Fachgruppen ist sogar erwünscht und sinnvoll. Bereits sind folgendeTeams aktiv:Sternwarten-Demonstratoren und -Demonstratorinnengeleitet durch Jürg Studerus ljstuderus@bluewin.ch - (ca. 20 Personen)Aktivitäten: Die Demonstratoren zeigen unseren Gästen bei öffentlichen Führungenoder Gruppenführungen auf der Sternwarte die Juwelen am Firmament und geben ihrWissen den Besuchern weiter. Die Einsätze auf der Sternwarte erfolgen zu zweit. DerenHäufigkeit hängt ab von der eigenen Verfügbarkeit und den Wetterbedingungen. Zusätzlichetwa 10 freiwillige Treffen pro Jahr, jeweils am letzten Montag im Monat, mit dem Zielgegenseitiger Schulung und der Pflege von Kameradschaft.Vorteile: Die Mitglieder werden im Umgang mit Sternwarte und Instrumenten geschultund dürfen als Gegenleistung die Sternwarte für private Zwecke nutzen.Astro-Fotografiegeleitet durch Josef Käser j.kaeser@datacomm.ch - (ca. 20 Personen)Aktivitäten: 1 festes Treffen pro Monat, immer am 2. Montag. Spontane Aufrufe zuFotonächten bei günstigen Bedingungen durch Wetter und Mond.Vorteile: Eindrückliche Himmelsaufnahmen mit der eigenen Kamera machen Freudeund verblüffen den Freundeskreis.31


Astronomie-Geschichtegeleitet durch Hans Tschopp hans.tschopp@greenmail.ch (ca. 8 Personen)Aktivitäten: Etwa 5 Treffen pro Jahr. Kulturhistorische Themen werden von Gruppenmitgliedernerarbeitet und beim nächsten Treffen vorgestellt.Vorteile: Einzelwissen wird rasch zum gemeinsamen Gut.Im Aufbau sind folgende Fachgruppen - und hier hast du sogar die Chance, von Beginnan dabei zu sein:Sonnenbeobachtunggeleitet durch Jonas Schenker jonas.schenker@sunrise.ch - (bisher 4 Personen)Aktivitäten: Regelmässiges Beobachten der Sonnenaktivität, Zählen und Klassifizierender Sonnenflecken nach Waldmeier und Bestimmen der Wolf’schen Relativzahl. Dieeinzelnen Beobachtungen werden miteinander verglichen und an die SchweizerischeSonnenbeobachtergruppe zur wissenschaftlichen Auswertung weitergeleitet.Vorteile: Schulung der Teilnehmer, Support durch die Fachgruppe der SAG.Meteorite und Meteoriten-Kratergeleitet durch Heiner Sidler heiner@sidera.ch - (bisher 6 Personen)Aktivitäten: Wenige Zusammenkünfte pro Jahr. Gegenseitiger Informationsaustauschper Internet über Ereignisse, Ausstellungen, Publikationen und Reisen. Sammeln vonFachwissen, das allgemein zugänglich gemacht wird.Vorteile: Immer aktuell informiert sein, Fallereignisse und Funde fachmännisch beurteilenkönnen.Zukunftspläne: Gemeinsame Reisen (z.B. nach Ensisheim, Nördlingen, Rochechouart,Wien), Mikroskopie usw.Meteor-Astronomiegeleitet durch Jonas Schenker jonas.schenker@sunrise.ch - (bisher 4 Personen)Aktivitäten: Beobachten und Aufzeichnen von Meteoren, Bestimmen des Radiantenund der Stromzugehörigkeit. Die einzelnen Beobachtungen werden miteinander verglichenund an die International Meteor Organization zur wissenschaftlichen Auswertungweitergeleitet.32


Vorteile: Die Beobachtung kann visuell, mit dem Fotoapparat oder mit einer CCD-Kameravorgenommen werden. Support durch die Fachgruppe der SAG.Zukunftspläne: Automatische Meteor-Videoüberwachung auf der Sternwarte Schafmattund damit Anbindung an das Europäische Feuerkugelnetz.Wer fühlt sich angesprochen und möchte in einer dieser Fachgruppen noch vermehrtaktiv sein, Kameradschaft erleben und mitmachen? Die Gruppenleiter gebenweitere Infos und nehmen euere Anmeldung gerne entgegen.Erstes Treffen der Jugendgruppe im „Wedekind-Raum“ der Alten Kanti in Aarau.33


AVA-JUGENDGRUPPEWir haben wieder eine Jugendgruppe!von Manfred Koch, ErlinsbachNachdem sich Réka Weber als Jugendgruppenleiterin zu Verfügung gestellt hatte, fandbereits am 13. April das erste Treffen mit den Jugendlichen statt. Für die Schlechtwettertage,an denen man die Sternwarte nicht besuchen kann, haben wir einen Theorieraumin der Alten Kanti in Aarau mieten können, wo genügend Platz ist, damit unsere JUMI(Jungmitglieder) „trocken“ Astronomie lernen können.Bereits hat am 24. Mai ein JUMI–Ausflug stattgefunden:Gemeinsam reisten unsere AVA-JUMIs nach Luzern. Beim Verkehrshaus Luzern warTreffpunkt mit den Jungmitgliedern der SAG, denen wir uns hier anschliessen konnten.Danach gab es eine Führung durch die Ausstellung mit dem Schwerpunkt «Luft- undRaumfahrt».Nun folgte ein gemeinsames Zmittag im Restaurant Mercator (die Kosten übernahm dieSAG) und darauf blieb etwas Zeit für ein freies Erkunden des Verkehrshauses. Natürlichbesuchten alle auch eine Vorstellung im Planetarium, und den Abschluss bildete danndie Besichtigung der Sternwarte Hubelmatt der Luzerner Astronomen der AGL.Weitere Aktivitäten der Jugendgruppe kann man auf unserer Homepagewww.sternwarte-schafmatt.ch unter der Rubrik «Jugendgruppe» nachlesen.34


SCHLUSSPUNKT(v. l. n. r.) Ueli Rapold, Roby Meyer, Hans Roth, Hans Tschopp, François Lombard, Peter Grimm.– Aufnahme: Therese Meyer.Die Historikergruppe traf sich am 28. Mai bei Roby und Therese Meyer in Wohlen. Unser„Tagungsthema“: Sonnenuhren.Wie es sich für das vorgegebene Thema gehört, schiendie Sonne bei der Aufnahme herrlich auf Zifferblatt, Haus und Historiker. Doch schonwenig später prasselte ein Gewitterregen auf Wohlen - wie gehabt in diesem Frühling.Roby stellte uns seine selbstgebauteSonnenuhr vor und beschrieb ihrenhochinteressanten Werdegang „vonder Idee bis zur fertigen Uhr“.Die weiteren Themen, die wir einanderpräsentierten: Temporal- undÄquinoktialstunden – verschiedenartigeSonnenuhren – Das Solarium desAugustus – Die Sonnenuhr in der VillaVerdi – Sinnsprüche auf Sonnenuhren– Eine Uhr für die Ewigkeit.35


Kölliken-EntfeldenTelefon 062 737 07 37www.raiffeisen.ch/koellikenE-Mail: koelliken@raiffeisen.ch36

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