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Gardemaßes doch maskulinen Auftritt.Wer jetzt einen entsprechenden Bombast-oder Effektsound erwartete, wurdeangenehm enttäuscht: Zum Warmspielenlief Kammermusik, namentlich Klaviertriosvon Mozart (Guarneri Trio). Dieklangen über die Titan angenehm stimmigund kompakt-homogen, als habeman hier eher einen hochwertigen Monitorvor sich denn eine XXL-Box. Vomersten Takt an begeisterte sie mit einerbruchlos-homogenen Instrumentendarstellungund einer plastischen Abbildung,die allerdings auch eher in der Breite alsin der Tiefe genau gestaffelt war.Dass die Titan aber ein Pfund mobilisierenkann, wenn die Musik es fordert,versteht sich von selbst. Knalliger Jazzwie Jacques Loussiers „The FourSeasons“ tönte denn auch deutlichwuchtiger als über einen Kleinmonitor,Bass und Bassdrum verlieh sie mehrNachdruck als gewohnt. Das ging aber– anders als bei typisch „zu fett abgestimmten“Großboxen – nicht zu Lastender Agilität. Bassläufe kletterten behändeauf der Tonleiter, Drumsounds erzeugtendie notwenige Wucht, erlaubtensich aber auch kein weiches Nachschwingen.Das Klavier servierte dieQuadral dynamisch und sehr klar, ließauch feinste Nuancen erkennen und bescherteder Musik so eine große atmosphärischeDichte. Selbst bei rhythmusbetonterKlassik – Stravinskys „Sacre duPrintemps“ – wahrte sie diese Balancezwischen beeindruckendem Fundamentund schneller Leichtigkeit, als sei sie einSumo-Ringer, der nebenbei noch Karatebeherrscht. Der Eindruck setzte sichdenn fort, wenn ein entsprechend härteresBrett zu bohren war: Metallicas „EnterSandman“ krachte mit einem schonfast an eine Beschallungsanlage erinnernden,wuchtigen Drumsound undungehört harten Bassschlägen in denHörraum, die verzerrten E-Gitarren entfaltetengenau den richtigen Druck amOhr, ohne dabei aber aggressiv zu klingen.Die Titan VIII kann druckvoll und riesiggroß klingen, aber sie tut es immerkultiviert und mit Respekt.FAZITMalte RuhnkeAUDIO-RedakteurJetzt darf man es ja schreiben: beider Titan 7 mit ihrem „Grabstein“-Look hörte meine Toleranz für dieOptik einer Box auf. Die Neue istweder rank noch schlank, abersehr harmonisch proportioniert.Und sie ist klanglich ein echterKnaller, schafft sie es doch, zugleichvoluminös und fein zu spielen,hoch aufzulösen und dem Ohrsanft zu schmeicheln. Besondersdas Hochtonbändchen war fürmich ein echtes Aha-Erlebnis:Seine Detaildarstellung ist famos,dennoch bleibt es völlig transparentund selbstverständlich. DieTitan ist eine Männerbox, aberkein Krachmacher – aber ich habeselten eine so kultivierte und audiophileMännerbox gehört.MESSLABORDie Titan 8 zeigt einen betonten Tiefbassbereich,ist ansonsten sehr ausgewogen.Der Tiefgang ist mit 22 Hz unterer Grenzfrequenz(-6dB) enorm. Die Messungen außerhalbder Achse zeigen ein gleichmäßigesRundstrahlverhalten mit horizontal großemAbstrahlbereich. Lediglich vertikal bilden sich100 dB90 dBQuadral Titan VIII (Steller)Frequenzgangneutral high+ high- mid+ mid-leichte Interferenzen zwischen Mittel- undHochtöner aus. Die Pegelschalter mit ihrem+-2dB-Stellungen wirken dabei sehr unterschiedlich:Im Bass nur subtil, im Hochtonbreitbandig und deutlich. Der Mittenschalterschenkt in +2-Stellung mehr Grundtonwärme,in -2-Stellung nimmt er etwas Präsenzenund Schärfe heraus. Die Klirrmessungzeigt eine vorbildlich saubere Wiedergabe,auch der Bändchenhochtöner zeigtnicht einmal einen Anflug von Klirr. Im Bassbereichbleibt die Titan ebenfalls völlig sauberund erklimmt einen Maximalpegel von115,5dB, ohne die Klirrgrenze zu erreichen.110 dB100 dBQuadral Titan VIIIPegel- & Klirrverlauf85 dB 90 dB 95 dB 100 dB80 dB70 dB90 dB80 dB70 dB60 dB60 dB50 dB10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz50 dB20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHzQuadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


TON | HIGH END: QUADRAL-SURROUND-SETAutor: Michael Jansen // Redaktion: Andreas Frank // Bilder: Josef Bleier, Stefan Rudnick, HerstellerEvolutionsgeschichteWer Titan sagt, meint Quadral – die schleichendeEntwicklung eines Ausnahmelautsprechers. Über 30Jahre wird die Hannoveraner Box schon verfeinert.Zeit, ein Heimkino-Set um sie zu gesellen.Es ist schon über 30 Jahre her, als sich ein begnadeterTüftler und Könner seines Fachs daran ein klassischer Konus immer noch der beste Mitteltöner.Art waren. Wollte man eine Drei-Wege-Box bauen, so warmachte, einen Lautsprecher der Superlative zu Heute, in der achten Titan-Generation, ist das nichtbauen. In den 80er-Jahren waren TelefonzellengroßeBoxen nichts Ungewöhnliches. Dagegen wirkte jährige Evolution hinter sich hat und in Sachen Verzer-anders. Nur, dass der Mitteltöner inzwischen eine 30-Helmut Schapers neue Kreation, die Titan I fast schon rungsarmut sowie Rundstrahlverhalten deutlich zugelegtzierlich – aber nicht nur die Fachwelt war im wahrsten hat. Auch beim Hochtöner ist man dem Prinzip treu geblieben:Eine leichte Folienmembran sorgte damals wieWortsinn „basserstaunt“. Auf den High-End-Messen dieserTage tummelten sich alle Musikliebhaber und Technikbegeistertenin den Vorführräumen von Quadral. Es galt als per in den Achtzigern beim japanischen Hersteller Tech-heute für feinste Hochton-Auflösung. Bediente sich Scha-das Höchste, einen der begehrten Sitzplätze in einer Vorführungzu ergattern und für eine halbe Stunde dem beitet heute ein echtes Bändchen in der Generation Titannics mit einem magnetostatischen Folienwandler, so ar-Traum eines Lautsprechers lauschen zu dürfen.VIII. Im Bassbereich haben die Entwickler dem Wirkungsgradauf die Sprünge geholfen: Man hat dem Trans-Was war so ungewöhnlich an diesem Lautsprecher? Eswar nicht die erste Drei-Wege-Box mit stattlichen Ausmaßen.Es war aber die erste, die als Bassprinzip eine einmal kammer-Bassreflex-Konstruktion verwirklicht.missionline-Prinzip abgeschworen und dafür eine Druck-gefaltete Transmissionline mit einem magnetostatischen Um die Titan VIII herum haben wir ein Set zusammengestellt,das maximale Performance garantieren soll. WasHochtöner kombinierte. Helmut Schaper setzte für jedenFrequenzbereich Chassis ein, die zu der Zeit State of the vielen Hi-Fi-Fans für die Stereowiedergabe mehr als ge-Quadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


GruppenbildQuadral Titan VIII, ihre kleine Schwester, die MontanVIII, der Center Base Prestige VIII und zweimal Orkus:Andere bauen sich daraus zweieinhalb Stereoanlagen,wir ein Heimkino erster Güte.Dank ähnlicher Chassis-Bestückung und mehr alsausreichend Bass-Chassis im Set ist für Wohlklang undBass-Power rundum gesorgt.Eine Delikatesse unterden Hochtönern: derklassische Bändchen-Schallwandler der TitanVIII. Er ist für die unaufdringlicheund feinzeichnendeHöhenwiedergabeverantwortlich.REFERENZTitan, Aluminium undMangan als Membranmaterialund eine flacheMembrangeometrie sowieein sauber ausgelegterAntrieb machenaus einem schnöden Konuslautsprechereinenexquisiten Mitteltöner.QUADRAL AURUM-SET ¤ 20.400Souveränität im gesamtenFrequenzspektrum, Pegelfestigkeitauch in den tiefsten Frequenzregionenüberragend 93%Preis/Leistung: sehr gutSorgte in der Titan Inoch ein 30er-Bass voreiner Transmissionlinefür Aufhorchen, sind esin der Titan VIII zwei 26Zentimeter große Basstreiberin einem Druckkammer-Bassreflex-Gehäuse,die verzerrungsarmeund pegelfestetiefe Töne generieren.nügen würde, haben wir in den Rückraum gestellt: dieneue Montan VIII als Surround-Lautsprecher. Ein adäquaterCenter ist der Quadral Base Prestige VIII. Für angemessenenNachdruck in den tiefen Frequenzregionen stelltenwir noch zwei Subwoofer vom Typ Orkus dazu. Der Orkusist ein Downfire-Bass mit Reflexöffnung vorne.Front- und Rücklautsprecher des Aurum-Sets dürfenund sollten im Large-Modus betrieben werden. Nach demMotto „viel hilft viel“ werden mit acht Bass-Chassis imSet die Raumresonanzen weniger angeregt. Damit steigtnicht nur die Detailtreue in den Tiefen, sondern auchdas Pegelpotenzial.Womit wir schon beim Hörtest wären. Nachdem allefünf Lautsprecher wegen der vertikalen Richtwirkung derHochtöner genauestens ausgerichtet waren, stand zuerstder Stereo-Modus auf dem Spielplan. Das Titan-Paar gabdie Stimme beim Song Dark Day der Gruppe Blues Companymit einem derart offenen, klaren Charakter wieder,dass man den Sänger förmlich vor der Hörjury stehenQuadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


TON | HIGH END: QUADRAL-SURROUND-SETDas Bändchen-PrinzipMagnetSBändchenN+1925 meldete Erwin Gerlach das ersteBändchen als Patent an. So ein Bändchenist im Prinzip eine ganz simpleSache: Man nehme einen Streifen Aluminium-Folie,präge eine Riffelung indie Folie und spanne sie zwischen zweiMagnetblöcke. Fertig.Im Physikunterricht lernte man die„Drei-Finger-Regel“: 1. Magnetfeldrichtung,2. Stromflussrichtung, 3. Bewegungsrichtungdes stromdurchflossenenLeiters. Genau nach diesem Prinzipfunktioniert das klassische Bändchen:Da sich beim Musiksignal die Stromflussrichtungständig ändert, bewegtsich der Aluminium-Streifen vor undzurück und erzeugt mithin Schall. DieMembran wiegt etwa nur ein Zehnteleiner Kalotte und kann somit deutlichhöhere Frequenzlagen mit Leichtigkeit–MagnetSNBewegungsrichtungGittererklimmen. Technisch gesehen, gibt esnoch eine Schwierigkeit, den etwa0,1-Ohm-Widerstand des Aluminium-Streifens auf für Verstärker verträgliche3 bis 4 Ohm zu hieven. Dafür bekommendie Bändchen einen sogenannten Übertrager– eine Art Transformator – vorgeschaltet.Der magnetostatische Schallwandlerist genau wegen dieses Umstands entwickeltworden. Hier wird eine dünneKunststofffolie mit einer mäanderförmigenLeiterbahn versehen, die einenOhmschen Widerstand von etwa 4 Ohmaufweist. Nachteil: Die Folie wird straffeingespannt und kann somit nicht denHub eines reinen Bändchens bewerkstelligen,ist also durch die untereGrenzfrequenz limitiert.Diaphragma mitaufgedampftem LeiterMagneteAbgehoben: Damit der 30er-Orkus-Bass ungehemmt schwingenkann, steht das Gehäuse via Abstandshaltern auf einer Bodenplatte.Die große, abgerundete Bassreflex-Öffnung vermeidet etwaigeStrömungsgeräusche.sah. Das Zischen des Beckens und das feine Klingeln derTriangel waren erste Sahne. Imposant wirkte auch derfundierte Basssektor. Der E-Bass war Ton für Ton sauberzu vernehmen. Die Titan-Box schaffte in puncto Räumlichkeitden Spagat zwischen guter Ortbarkeit und relativweit räumiger Abbildung. Bei José Carreras‘ Misa Criollaetwa baute sich der Chor langsam auf und vermittelte dieAufnahmeraumsituation sehr schön, während der Tenorfast greifbar in der Mitte zu orten war. Unterm Strich ist esdie Selbstverständlichkeit mit der die Lautsprecher alleTonlagen reproduzieren, die den Zuhörer nicht von dermusikalischen Darbietung ablenken.Kommen wir zum Heimkino-Betrieb. Wenn sich dieBankräuber im Film The Dark Knight mit einem Drahtseilaktüber die Häuserschluchten hangeln, wird durchtieffrequente Tonlagen eine immense Spannung aufgebaut.Mit welcher Wucht das Set dies macht, ist mehr alsbeeindruckend. Oder die Parkgaragenszene: Wenn dasBatmobil die Mauer durchbricht, um anschließend einpaar heftige Geschosse auf die bösen Jungs loszulassen,dann kracht es normalerweise ordentlich. Nicht so, wennder Sound von der Quadral-Kombi kommt: Zum erstenQuadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


Neben den klassischenEchtholzfurnieren gibtes nicht nur die Titanin nahezu allen erdenklichenRAL-Farben. Unddas gehört zum gutenTon dazu. Schließlichsoll das exklusive Lautsprecher-Setfür jedenGeschmack auch optischabgestimmt werdenkönnen.Mehrere Magnetreihenvor und hinter der Membransorgen für lineareVerhältnisse. Die Verzerrungendes großflächigenHochtöners, dernur minimalen Hub bietenmuss, sind extremgering.Mal flatterten die Hosenbeine der Zuschauer. Der Centerintegrierte sich akustisch unauffällig. Die Sprachverständlichkeitwar tadellos. Insgesamt harmonierten die fünfLautsprecher gut miteinander, was sie vor allem bei Szenenmit authentischem Raumeindruck zeigten.FazitVor über 30 Jahren erblickte die Quadral Titan I „das Lichtder Hörräume“, und sie hat auch in der achten Generationnichts von ihrem Status als Ausnahmelautsprecher verloren.Im Gegenteil: In puncto Feinauflösung in den Mitten und Höhensowie Pegelpotenzial konnte sie nochmals zulegen. Stereo-Hörer werden es zu schätzen wissen.Auf Heimkino-Freaks kommen schwere Zeiten zu. 20.400Euro müssen erst einmal angespart werden. Steht das Set derBegierde dann im heimischen Hörraum, werden die meistensich nicht mehr losreißen können. Da bleibtkeine Zeit mehr für andere Hobbys. Aberbitte kein Jammern auf hohem Niveau!MICHAEL JANSEN,LAUTSPRECHER-FACHMANNDATEN & MESSWERTEHerstellerModellPreisInternetDATEN & FAKTENAUS DEM MESSLABORQuadralAurum Titan VIII, BasePrestige VIII, Montan VIII,2x Orkus20.400 Eurowww.aurumspeakers.comFront (B x H x T) / Gewicht31 x 139,0 x 57,9 cm / 88 kgCenter (B x H x T) / Gewicht 60 x 21,5 x 38,4 cm / 17,2 kgRear (B x H x T) / Gewicht27 x 112 x 44,8 cm / 40 kgSubwoofer (B x H x T) / Gewicht 39,0 x 47,2 x 56,0 cm / 32 kgOberflächenLack; Furnier Eiche Natur, EicheChoco, KirscheFarbenHochglanz-Schwarz, WeißBesonderheitenweitere Farbwünsche aufAnfrageTECHNIK FRONT // CENTER // REARBauartSub/Sat-SetAnzahl Wege 3 // 3 // 3Magnetisch geschirmt – // – // –Besonderheitengroßer Bändchen-HochtönerTECHNIK SUBWOOFERArbeitsprinzipBassreflexPhase variabel / schaltbar / –Hochpegeleingang / -ausgang – / –Raumanpassung –Fernbedienung Sub –MESSWERTEMaximalpegel Front /Center / Rear / Sub115 / 106 / 105 / 111 dBImpedanz Front (min./Durchschnitt) 2,9 / 4 Ohm = ja // – = neinTESTERGEBNIS SURROUNDKLANGQUALITÄT max. 900 Punkte ÜBERRAGEND 93% 840Natürlichkeit (100) überragend 95Auflösungsvermögen (100) überragend 95Sprachverständlichkeit (100) überragend 95Räumliche Abbildung (100) überragend 95Spielfreude (100) überragend 90Basspräzision (100) überragend 95Tiefgang (100) überragend 90Pegelfestigkeit (100) überragend 95Set-Harmonie (100) überragend 90AUSSTATTUNG max. 80 Punkte SEHR GUT 88% 70VERARBEITUNG max. 240 Punkte ÜBERRAGEND 96% 230Anmutung (120) überragend 115Material (120) überragend 115TESTURTEIL max. 1220 Punkte ÜBERRAGEND 93% 1140PREIS / LEISTUNGTESTERGEBNIS STEREOSEHR GUTKLANGQUALITÄT max. 700 Punkte ÜBERRAGEND 94% 655AUSSTATTUNG max. 70 Punkte SEHR GUT 86% 60VERARBEITUNG max. 240 Punkte ÜBERRAGEND 96% 230TESTURTEIL max. 1010 Punkte ÜBERRAGEND 94% 945PREIS / LEISTUNGGUTTiefgang, Pegelfestigkeitund Verzerrungsarmutder TitanVIII sind ers teKlasse. Mit denbeiden Subwoofernhält das Set auchPegelgewitternschadlos stand.Quadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


Test & Technik LautsprecherAusErfahrunggutIhre Geschichte ist lang und wechselvoll.Die Titan der 8. Generationwird von Quadral wieder dorthingestellt, wo sie hingehört: weit vorn.Die neue Titan VIII gibt es standard-mäßig in den Finish-AusführungenKirsche, Eiche Natur, Eiche Choco sowie Glanzlack weißund Glanzlack schwarz. Gegen den Aufpreis von 1500 Euro aber istdie Box in jeder RAL-Farbe zu haben.Es gibt nur ganz wenigeProdukte,die stereoplay solange und so erfolgreich begleitethaben wie die Titan. Dabeikam diese Liaison über holprigeUmwege zustande: Im Herbst1981 wollte Quadral die geradeneu entwickelte Ur-Titan vonAUDIO testen lasten – und holtesich eine barsche Abfuhr: Derdamalige Audio-ChefredakteurHannes Scholten erklärte sie fürunbrauchbar.Die Quadral-Verantwortlichenwaren irritiert, behieltenaber einen kühlen Kopf undklopften bei stereoplay an, untergebrachtim gleichen Verlagshaus.Die damaligen Protagonistender Redaktion, GeraldO. Dick und Joachim Reinert,erkannten das Potenzial, und sokonnte die Titan von hier ausihren einzigartigen Siegeslaufstarten; jahrelang stand diewuchtige Transmissionline-Konstruktion an der Spitze derRang & Namen-Liste – und aufder Wunschliste fast aller Leser.Und sie inspirierte mit ihrergenial-eigenwilligen Kombinationeine ganze Generation vonLautsprecher-Entwicklern: Daslegendäre Technics-Bändchensetzte im Hochtonbereich neueMaßstäbe, und einen solchenSubbass kannte man bis datoebenfalls nicht.Fünf Generationen – beziehungsweise15 Jahre lang – wardie Titan so oder so ähnlich aufgebaut– siehe auch Übersichtauf Seite 24. Doch das Prinzipmit der langen Leitung für dieBässe hatte nicht nur Vorteile:Knapp oberhalb von 100 Hertzgab es ein prinzipbedingtes Frequenzgangs-Loch,und die Titanenerwiesen sich allesamt alsäußerst watthungrig. Obendreinwar satte Leistung damals nochdeutlich teurer. Edmond Semmelhaack,der heutige Quadral-Geschäftsführer, schildert dieÜberlegungen jener Tage: „1996waren wir mit dem Transmissionline-Prinzipam Ende angekommen;da musste was Neuesher.“Mit viel DruckSeitdem sind auch die Titanenex-Konstruktionen.Na ja, ganz klassischdann doch nicht. Für die Titanel Quadralerstmals auf die Kombinationex-Gehäuse plusvorgesetzter Druckkammer. Diesekleine Vorkammer bringtzwar eine leichte Resonanz mitsich, dafür aber auch im Oberbasszwischen 80 und 200 Hzmehr Pegel. Vorteil: Die Bässemüssen hier weniger arbeitenund produzieren dementsprechendweniger Klirr.Deutlich weniger Klirr ...... lautet dann auch die Devisefür das 30-Jahr-Jubiläums-Prunkstück Titan VIII. Der neueQuadral-Entwickler Sascha Reckertverfügt nicht nur über einprofundes Lautsprecherwissen,er ist auch im Umgang mit demAnalyse-System von Klippelrecht bewandert. Die Möglichkeitendieses Systems führten inden letzten Jahren zu einemwahren Entwicklungsschub. Reckertnahm sich die Zeit undverbesserte mit Klippel vorallem die Magnetsysteme undAntriebe der neuen Titan-Chassis.Und er entschloss sich, erstmalsein echtes Hochtonbändcheneinzusetzen, um – wie ersagt – auch hier möglichst wenigKlirr zu bekommen.Dass die Anstrengungen gezeigenspätestensfruchtet haben,die Ergebnisse der TEST factory.Lineare Frequenzgänge bis weitüber die Hörgrenze, Verzerrungsfreiheitfast über den ge-Quadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


Der Hochtöner der Titan VIII istnicht wie früher ein Magnetostat,sondern ein echtes Bändchen.Die Bodenplatte d gehört zumBassre flexrohr; auf Spikes sollteman deshalb verzichten.Der Mitteltöner mit Metallmembranund sehr kräftigem Antriebläuft von 200 bis 3000 Hertz.Die Topbestückung der Weicheist hinten durch ein Plexiglas-Fenster sichtbar.samten Frequenzbereich, Tiefbassohne Ende. Vor allem aber:Die Titan I des Jahres 1981 kamauf gerade mal 78 Dezibel Wirkungsgrad,das Jubiläumsmodellhat über 86. Die Neuebraucht also in etwa nur einSiebtel der Leistung, dieder angeschlossene Verstärkerfrüher bringen musste, um einepropere Lautstärke sowie diegewünschte Basskontrolle zuerreichen. Das nenne ich malFortschritt.Moderne ZeitenDie Ur-Titan aus dem Jahr 1981klang – wenn man ehrlich ist– ja nur bei Zimmerlautstärkerichtig gut. Da war sie Weltklasse.Wurde es lauter, geriet derzu kleine Mitteltöner schell ausdem Takt. Die neue Titan – dasmachte sie schon mit den erstenTakten deutlich – kennt solcheLimits nicht. Mussorgskys„Gromus“, eingespielt vonMarkus Schirmer auf einemmächtigen Bösendorfer, verlangtvom Lautsprecher geradezugewaltige Dynamiksprünge.Die meisten Schallwandlerknicken hier ein. Die Titan VIIInicht. Gerade bei hohen Pegeln,die das Quadral-Flaggschiff miteinem nur dezenten Dreh amLautstärkeregler erreicht, lässtsie den Zuhörer die ganze Kraftdieses Instruments spüren.Greift Schirmer in die unterenTasten, grollt es bis in dietiefsten Lagen, und die Quadralbaut eine bedrohliche Klangkulisseauf. Bedrohlich deshalb,weil sie auch so klar und präzisespielt. Denn nicht das sehrsouveräne Bassfundament oderdie irre Dynamik sind ihreherausragenden Fähigkeiten.ösungsfreudeund die Fähigkeit, dieeinzelnen Tasten und ihre Saitenso exakt und scheinbar mühelosausschwingen zu lassen, begeistertendas Testerteam überalle Maßen. Weiteres Beispiel:ott gespielte „Autobahn“von LaBrassBanda (Habediehre).Die Trompete standschön plastisch, offen, fast funkelndim Hörraum. Allerdingskam just diese Trompete im gutbedämpften stereoplay-Hörraumdoch einen Hauch zuforsch rüber. Die Plus-Stellungdes Mittenreglers brachte hiergenau die genau richtige Dosisan Wärme, die auch Stimmenwie der von Constanze Friend(Friend ’n Fellow) sehr gut tat.Doch auch die genannte Einstellungmachte aus der neuenTitan VIII keine Schönfärberin.Nein, sie ist eine außerordentlichpräzise, begeisternd feinösendeund hochdynamischeBox mit gewaltiger Bandbreiteund hoher Pegelfähigkeit. Eineechte Titan eben.Holger BiermannGeschichteNovember 1981: Aus dem Stand heraus katapultiert sichdie wuchtige Transmissionline mit dem 33er Isophon-Bassund dem charakteristischen Technics-Magnetostaten andie Spitze der Rang & Namen-Liste von stereoplay. Dortbleibt sie drei weitere Generationen. Mit dem halbaktiven(und sehr teuren) Modell V verabschiedet sich Titan-VaterHelmut Schaper, und sein Nachfolger, der langjährigestereoplay-Redakteur Berndt Stark, ersinnt die Druckkammer-Variantefür den Bass – zuerst in schlanker, dannin der sehr polarisierenden Bauchform (VII). Die neueGeneration VIII ist wieder schlanker und nicht nur vonden Proportionen her die attraktivste Titan aller Zeiten ...Quadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com


Test & Technik LautsprecherSchematischer AufbauDas Gehäuse besteht aus25 Millimeter starkem MDF.Die Schallwand (44 Millimeter)ist leicht nach hinten,der Hochtöner aber nachvorn geneigt, damit aufdem Hörplatz genügendHochtonenergie ankommt.Aurum Titan VIII11 000 Euro (Herstellerangabe)Vertrieb: Quadral, HannoverTelefon: 0511 / 79 04 0www.aurumspeakers.comAuslandsvertretungen siehe InternetMaße: B: 31 x H: 139 x T: 58 cmGewicht: 88 kgAufstellungstipp: frei stehend,Hörabstand ab 2,5 m, normalbedämpfte Räume ab 25 mMesswerteFrequenzgang & Impedanzverlauf100 dBaxial 10*hoch 30*seitl.90 dB80 dB70 dB16 Ohm8 Ohm60 dB4 Ohm2 OhmImpedanzverlauf50 dB1 Ohm10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHzLeichte Bassanhebung um 60 Hz,sonst recht ausgewogen – auch überdie Winkel; Impedanzminimum 2,9Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL110 dB100 dB85 dB 90 dB 95 dB 100 dB90 dB80 dB70 dB60 dBDie Pegelsteller der Titan VIII50 dB20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHzÜber den gesamten relevantenHörbereich quasi verzerrungsfreistereoplay Bedarfsproi lBenötigt für HiFi-gerechte PegelVerstärker ab 33 Watt an 3 OhmUntere Grenzfreq. -3/-6 dB 26/22 HzMaximallautstärke 115,5 dBBewertung1412 14 13 13 11Klassische Bauform: Die Schalter liegen imSignalweg und verschlechtern so nicht nur dieDämpfung empfi ndlich.EingepegeltAuf der Rückseite findet sich für jedenBereich (Bass, Mitte, Hochton) je einKippschalter mit drei Einstellungen, dieaber meist nur subtilen Einfluss auf denKlangcharakter haben. Wichtig ist derMittenschalter, der in der Plus-Stellungmehr Energie um 300 Hertz freisetzt undso die Titan etwas wärmer tönen lässt. Inder Minus-Stellung hat der Mitteltönerzwischen 1000 und 3000 Hertz etwasweniger Energie – gut für hallige, harteRäume. Der Hochtonschalter senkt oderBei der Titan VIII liegen die Schalter in Nullstellungnicht im Signalweg; die Klangverschlechterungist minimal.hebt lediglich den Pegel um 2 Dezibel.Interessant ist der Schalter für den Bass.Bei Plus gibt es 2 Dezibel mehr (es klingtdann satter), allerdings rutscht die Impedanzdann auf 2 Ohm runter. In der Minus-Stellung (gut für die Aufstellung in WandoderEckennähe) hat die Titan 2 DezibelBass weniger, dafür aber eine halbwegsstabile Impedanz von 4 Ohm. Dies und ihrerfreulich hoher Wirkungsgrad ermunterngeradezu, die Titan VIII gern auch einmalmit Röhren-Elektronik zu kombinieren.1062NatürlichkeitFeinau ösungKlang 630 10 20 30 40 50 60 70Messwerte 9Praxis 5Wertigkeit 8Tolles Jubiläum: Quadral findetmit der Titan VIII zurück zu alterStärke: Die Box klingt grandios,man bekommt sie in allen nurerdenklichen Farben, und sie istmittlerweile so wirkungsgradstark,dass sogar kleine Röhrenmit ihr harmonieren. Chapeau!stereoplay TesturteilKlangAbsolute Spitzenklasse 63 PunkteGesamturteilsehr gutPreis/LeistungGrenzdynamikBassqualitätAbbildung85 Punktesehr gutQuadral Hannover | Telefon: 0511 / 79 04 0 | www.aurumspeakers.com

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