Das Magazin der Jesuitenmission

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Weihnachten 2013weltweitDas Magazin der Jesuitenmission


EditorialLiebe Freundinnen und Freundeunserer Missionare und Partner weltweit!Für das Titelbild dieses Weihnachtsheftes haben wir ein Foto gewählt, das dieAbendstimmung am Fluss Hunyane in Chitsungo zeigt. Ein letztes Mal vor derNachtruhe überquert der Fährmann mit seinem Sohn im Einbaum den Fluss,um nach Hause zu kommen. Chitsungo ist eine Missionsstation in Simbabwe,die zu unserer Partnerdiözese Chinhoyi gehört. Vor einigen Monaten war ichselbst dort und die Abgeschiedenheit des Ortes hat in mir sehr ambivalenteGefühle ausgelöst.Auf der einen Seite ist es etwas Wunderbares. Die Natur hat hier eindeutig dieOberhand. Es gibt keinen Handy-Empfang, kein Internet, keinen Straßenlärm,keine Ablenkungen, keine Hektik. Es ist paradiesisch schön, am Flussufer zustehen, die Stille zu genießen, den Sonnenuntergang und dann den Sternenhimmel,und nebenbei nach Krokodilen und Nilpferden Ausschau zu halten.Auf der anderen Seite macht die Abgeschiedenheit den Menschen das Lebenungemein schwer. In den Rundhütten gibt es weder Strom noch fließend Wasser.Und der Idylle-Faktor schwindet, wenn man täglich mit der Armut kämpftund ewig lange Fußmärsche in Kauf nehmen muss: zum Brunnen, zum Feld,zur Schule, zur Kirche, zum Krankenhaus. Für hochschwangere Frauen kanndie Entfernung lebensgefährlich werden. Deshalb hat die Pfarrei auf dem Krankenhausgeländeein einfaches Haus mit Schlafgelegenheiten und einer WaschundKochstelle gebaut, in der Frauen auf die nahe Geburt warten können.Denn nur so können sie bei Komplikationen auf medizinische Hilfe hoffen.Die Geburt im Stall ist wohl für keine Frau ein Wunschtraum. Jedes Jahr stehenwir staunend an der Krippe zu Betlehem. Sie ist gleichzeitig Mahnung undAuftrag, jedes Kind an jedem Ort der Welt nach besten Kräften willkommenzu heißen.In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und eingesegnetes neues Jahr 2014. Für Ihre Unterstützung und Ihre Verbundenheitdarf ich Ihnen im Namen unserer Missionare und Partner von Herzen danken.IhrKlaus Väthröder SJMissionsprokurator2 weltweit


ChitsungoLeben in ChitsungoAls Missionsprokurator besucht P. Klaus Väthröder SJ regelmäßig Projekteund Partner. Auf seiner letzten Simbabwereise war er auch in Chitsungo undhat dort Pfarrer Simoko und seine Gemeinde getroffen.Die Frau lässt ihre Hand mitdem wurfbereiten Stein sinken.Fehlalarm. „Meistenskommen sie nachts, zu sechst odersiebt“, sagt sie, „wir übernachten extrahier draußen, um sie dann zuvertreiben.“ Es sind keine Einbrecheroder kriminelle Banden, von denensie spricht. Schützen müssen sich dieFeldbesitzer am Fluss Hunyane vorNilpferden. Sie kommen aus demWasser, zertrampeln die Felder undfressen die jungen Mais- und Tabakpflanzen.Kleine strohgedeckte Stelzenhüttenhaben sich die Familiengebaut, um nachts Wache zu schiebenund die gefräßigen Tiere mit Steinenzu vertreiben. Denn auf den Feldernwächst ihr Jahresverdienst.Maßloses KlimaChitsungo liegt im Nordwesten Simbabwesnahe der Grenze zu Mosambik,knapp 250 Kilometer von Chinhoyientfernt, dem Bischofsitz der DiözeseChinhoyi und Hauptstadt der gleichnamigenProvinz. Das hört sich nachkeiner großen Entfernung an, aber indie abgelegene und ländliche Regionvon Chitsungo führt keine geteerteStraße. Die Sand- und Schotterpisteist unwegsam und in der Regenzeitoft gar nicht befahrbar, da eine Brückekomplett zerstört ist. Es gibt kein4 weltweit


SimbabweFernsehen in Chitsungo, kein Internetund auch keinen Handy-Empfang. InChitsungo ist man ab vom Schuss undmitten im Busch. Das Klima kennthier keine Mäßigung: Hitze und Trockenheitführen zu Dürren, exzessiveRegenfälle bringen Überschwemmungenmit sich. Die von Stechmückenübertragene Malaria ist neben derHIV/Aids-Pandemie das größte Gesundheitsproblem.40.000 Menschenwohnen im Tal von Chitsungo. Sie lebenvon dem, was der Boden hergibt:Baumwolle, Erdnüsse, Mais und Tabakwerden hauptsächlich angebaut.Wenn die Ernte aufgrund von Dürrenoder Überschwemmungen wiedereinmal schlecht ausfällt oder derstaatlich festgesetzte Baumwollpreis inden Keller sinkt, dann rutschen Familienschnell in eine bodenlose Armut.Dieses Jahr lag der Baumwollpreis inSimbabwe bei 35 US-Cent pro Kilogramm,ein absoluter Tiefstand imVergleich zum internationalen Kilopreisvon knapp zwei US-Dollar, dereinige verschuldete Kleinbauern bereitsin den Verzweiflungs-Suizid getriebenhat.Warten auf die GeburtTrotz aller Schwierigkeiten und Problemestrahlt Goodluck Simoko ungebrochenenOptimismus aus. Derjunge Diözesanpriester ist seit dreiJahren Pfarrer von Chitsungo und erhat viele Pläne, um das Leben und dieSituation in seiner Gemeinde zu verbessern.Im vergangenen Jahr hat er esgeschafft, dass das Missionskrankenhausder Pfarrei zum Bezirkshospitalernannt wurde. Das hat den Vorteil,dass die Regierung das Krankenhausjetzt besser unterstützt. Es hat nunendlich wieder einen Arzt bekommenund auch einige kleine Ambulanzautosfür den Krankentransport vonPatienten aus den umliegenden zwölfGesundheitsstationen in das Krankenhaus.Beeindruckt hat mich auchdas neugebaute „Mother‘s Shelter“. Esist ein einfaches Selbstversorgerhausmit separater Küche, in das schwangereFrauen im achten Monat ziehenkönnen, um hier auf die Geburt zuwarten. Dieses Angebot wird von denFrauen, die sehr weit entfernt leben,sehr gut angenommen. Es gibt ihnendie Sicherheit einer medizinischenBetreuung bei Geburtskomplikationen.Die gemeinsame Zeit und derAustausch mit anderen schwangerenFrauen scheint ebenfalls ein Vorteil zusein, jedenfalls ist die Stimmung imbereits überfüllten „Mother’s Shelter“fröhlich.Schüchterne SchülerSehr schüchtern dagegen sind dieSchüler, die vor dem kleinen Inter-Baumwollernte inChitsungo (links).Stelzenhütte amFlussufer zur Bewachungder Felder vorNilpferden (unten)..weltweit 5


Simbabwenatsgebäude auf mich warten. Es sind20 Mädchen und 20 Jungen im Altervon 14 bis 19 Jahren. Sie gehen alleauf die staatliche Sekundarschule inChitsungo. Weil der tägliche Schulwegfür sie jedoch zu weit wäre, hatPfarrer Simoko sie auf der Missionsstationuntergebracht. Die Lebensbedingungensind mehr als einfach. Sieschlafen auf dem Boden, es gibt wederSchränke noch Tische, jeder muss fürsich selber kochen und auch Toiletten,Dusch- und Waschmöglichkeiten sindsehr bescheiden. Die Unterhaltungmit den Schülern gestaltet sich etwasschwierig. Sie sprechen kaum Englischund sind sehr zurückhaltend. Esbraucht Zeit, bis sie auftauen. Nachihren Berufs- und Zukunftswünschengefragt, antworten alle sehr ähnlich:Sowohl die Jungen wie die Mädchenwollen Krankenpfleger oder Ärztewerden, nur fünf haben andere Vorstellungen:Sie träumen davon, Pilot,Soldat oder Polizist zu sein. Mir fälltauf, dass die Kinder und Jugendlichenhier nur sehr wenig von der Welt draußenwissen. Wie auch? Bücher, Fernsehenund Zeitungen gibt es kaum undauf meine Frage, wer denn schon einmalInternet benutzt habe, meldet sichnur ein einziger.Träumen von einer BibliothekDas kleine Internat auf dem Missionsgeländeist wirklich sinnvoll. Es wäregut, dieses Projekt auch inhaltlichauszubauen. Gemeinsam mit PfarrerSimoko und Kaplan Ailack, der dieInternatsschüler betreut, schmiedenwir Zukunftspläne. Schön wäre, einenLese- und Studienraum einzurichtenmit einer kleinen Bibliothekund Arbeitsplätzen. Hier könnten6 weltweit


Simbabwealle Schüler der Missionsstation ihreHausaufgaben machen und schulischeUnterstützung erhalten. Denn in denkleinen Hütten und im Tagesablaufzu Hause gibt es meistens weder Lichtnoch Platz noch Zeit, um in Ruhe fürdie Schule zu lernen. Auch der NeuundAusbau von zwei Internatshäusernwäre notwendig. Erste Renovierungenkonnten bereits mit Hilfe derfinanziellen Unterstützung durch diedeutsche Partnergemeinde St. Clemensin Viersen in Angriff genommenwerden. Seit vielen Jahren gehen Erlöseaus dem Adventsbasar der Gemeindenach Chitsungo – eine verlässlicheVerbindung und Hilfe, für die PfarrerSimoko sehr dankbar ist.Ziegen, Schweine und SojaWie alle Pfarreien im Bistum Chinhoyiist auch die MissionsstationChitsungo selbst verantwortlich, fürden Unterhalt und die Kosten derGemeinde aufzukommen. Der Pfarrgemeinderatund Pfarrer Simoko habendeshalb eine ganze Reihe kleinerProjekte initiiert, die ein Gemeindeeinkommengenerieren sollen. EineMaismühle gibt es auf der Missionsstation,eine Werkstatt zur Reparaturvon Fahrzeugen und Maschinen, eineHühnerzucht, einige Schweine undZiegen. Auf 30 Tiere ist die Ziegenherdeder Pfarrei bereits angewachsen.Ziegen bringen auf dem Markt in derHauptstadt Harare gutes Geld. 25US-Dollar bekommt die Pfarrei fürden Verkauf einer ausgewachsenen,gut ernährten Ziege. Pfarrer Simokowill demnächst auch Kühe anschaffen.Aber sein Hauptprojekt ist ein mehrals 40 Hektar großes Feld, auf demer mit Hilfe der GemeindemitgliederMais, Bohnen, Soja und Kartoffelnanbaut. Beim Besichtigen des Feldesgerät Simoko ins Schwärmen: „Vorallem die Sojabohnen sind eine guteEinnahmequelle für die Gemeinde.500 US-Dollar pro Tonne bekommenwir für Sojabohnen. Und mit Hilfe einesBewässerungssystems wären sogardrei bis vier Ernten pro Jahr möglich!“Landwirt und CharismatPfarrer Simoko ist ein interessanterMensch. Er vereint in sich die Bodenständigkeiteines Landwirtes, den Elaneines Managers und die Begeisterungeines Charismatikers. Ohne Problemekann er frei und stundenlang predigenoder unterhaltsame Katechesen geben.Am Abend haben wir ein langes undinteressantes Gespräch über die traditionellafrikanische Sichtweise von bösenGeistern und deren Austreibung.Dass er katholischer Priester werdenwollte, wusste Simoko bereits mit elfJahren. Damals ging er auf das vonPfarrer Goodluck Simokovor dem Maisfeld derGemeinde (oben).Kaplan Ailack bei einemHausgottesdienst; einKind am Brunnen vonChitsungo; Frauen beimDreschen der Ernte(links).weltweit 7


IndienMuneri und GilbertMarowa vor ihremHäuschen in Chitsungo.Ohne die Hilfe derGemeinde könnten sienicht überleben.Jesuiten geführte Internat St. Albert’sund der deutsche Missionar P. OskarWermter SJ war sein Lehrer. „PaterWermter hat uns immer gepredigt,dass die Zeit kommen wird, in derwir als junge Afrikaner unserem eigenenVolk das Wort Gottes verkündenwerden. Dass die Zeit kommen wird,in der wir als Einheimische von denMissionaren die Verantwortung übernehmenwerden. Das hat mich schondamals sehr berührt und die Zeit istjetzt gekommen.“Hilfe für BedürftigePfarrer Simoko macht sich auf denWeg, um ein altes Ehepaar zu besuchen.Gilbert und Muneri Marowakommen allein nicht mehr zurecht.Beide sind alt und leben allein. Er istblind und sie ist nach einem Schlaganfallteilweise gelähmt. Die Nachbarnund Pfarrer Simoko kümmernsich um das alte Paar. Dieses Mal hatSimoko Mais, Bohnen und Speiseöldabei. Ohne die Lebensmittelhilfe derPfarrei würden sie verhungern. Es sindvor allem alte Menschen, Aidskrankeund Waisenkinder, die auf die Hilfeder Gemeinden angewiesen sind. Dadieses Jahr die Ernten schlecht ausgefallensind, hat das Welternährungsprogrammder Vereinten Nationenbereits vor einer neuen Hungersnot imländlichen Simbabwe gewarnt.Hoffen auf WeihnachtsgabenLängst sitze ich wieder am Schreibtischin der Jesuitenmission in Nürnberg. Ichbitte Pfarrer Simoko per E-Mail, mirdie Ideen und Kosten für die einzelnenProjekte noch einmal zusammenzustellen.Einige Wochen verstreichen, bisich endlich Antwort bekomme. DieKommunikation aus der Ferne ist zähund mühsam. Ich weiß, dass es keinböser Wille ist. Gerne möchte ich dieBewässerungsanlage, die über 5.000US-Dollar pro Hektar kosten wird, finanzieren.Auch beim Ausbau des Internatesmöchte ich helfen. Für all dasbrauche ich Ihre Hilfe. Deshalb schreibeich diesen Artikel und hoffe auf IhreWeihnachtsgabe.Klaus Väthröder SJ/Judith Behnen8 weltweit


Unsere Weihnachtsbittefür ChitsungoSpendenbitteLiebe Leserin, lieber Leser!Noch hat es keinen Namen, daskleine Baby, das im MissionskrankenhausChitsungo geradeerst zur Welt gekommen ist.Noch weiß es nicht, was dasLeben in Chitsungo mit sichbringt: lange Wege, harte Arbeit,schlechte Ernten.An Weihnachten feiern wir,dass Gott Mensch gewordenist – auch in diesem Kind inChitsungo. Jede Geburt ist einWunder und wir wünschenuns, dass jedes Kind glücklichaufwächst, genug zu essen hat,zur Schule gehen kann. HelfenSie mit, dass sich das Lebenin Chitsungo verbessert: mitnotwendigen Anschaffungen fürdas Krankenhaus, dem Ausbaudes kleinen Internats und einerBewässerungsanlage für dieGemeindefelder.Ich danke Ihnen für IhreWeihnachtsgabe!Klaus Väthröder SJ,MissionsprokuratorJesuitenmissionSpendenkonto5 115 582Liga BankBLZ 750 903 00Stichwort:X31134 Chitsungoweltweit 9


SimbabweDie gestohlene WahlAuf das Konto des greisen Despoten Robert Mugabe geht der beispiellose NiedergangSimbabwes. Trotzdem hat er die Wahlen im Juli 2013 gewonnen. Wie kanndas sein? Eine Antwort von Pater Oskar Wermter (71), der seit vielen Jahrzehntenfür Presse- und Meinungsfreiheit in Simbabwe kämpft.Ein junger Mann, der eine Frauheiraten will, wird sie umschmeicheln.Er verspricht ihrschöne Dinge. Er holt sie in einem funkelndenAuto ab, um sie zu beeindrucken.Bloß dass das Auto gar nicht ihmgehört. Er hat es sich von einem Freundgeliehen, der mehr Geld hat. Es gibt daein altes Sprichwort in Simbabwe: EinMann, der nicht zu lügen weiß, findetnie eine Braut. In der LandesspracheShona heißt es: „Rume risinganyepihariroori“. Ähnliches könnte man auchvon Simbabwes Politikern sagen: Wernicht lügt und betrügt, gewinnt keineWahl. Wenn du dir der Unterstützungsicher sein willst, darfst du den Leutennicht die Wahrheit sagen. Sag ihnen lieber,was sie hören wollen. Sie wollen,dass man ihnen Lügen erzählt. So denkenzumindest die Mächtigen.Kirchliche WahlbeobachterVor den Wahlen 2013 erinnerten sichdie Bürger von Simbabwe noch mitgroßem Schrecken an die Wahlen von2008, bei der sich die Partei RobertMugabes nicht durch Stimmenmehrheit,sondern durch Terror und Gewalt,massive Einschüchterung und Wahlfälschungdurchsetzte. Dieses Mal hattensie Hoffnung, dass ein echter Wandelherbeigeführt werden könnte. Die katholischenBischöfe des südlichen Afrikas,die sich in der regionalen BischofskonferenzIMBISA zusammentun,waren dieses Mal entschlossen, alles zutun, um Gewalt und Blutvergießen beiden Wahlen zu verhindern. Sie wolltensich selbst als Wahlbeobachter einsetzen,zusammen mit 1500 Freiwilligen derKommission „Gerechtigkeit und Frieden“.Sie trafen die Staatspräsidenten10 weltweit


Simbabwevon Simbabwe und einigen Nachbarländernund verlangten freie und faire,gewaltlose und unblutige Wahlen.Macht über MedienAm Morgen des Wahltags wartetendie Menschen in langen Schlangengeduldig vor den Wahllokalen. Sie warenhoffnungsvoll, weil in der Tat derWahlkampf vergleichsweise friedlichverlaufen war. Die Staatspartei hatteihre Taktik geändert. Es gab keineSchlägertrupps mehr. Politische Gegnerwurden nicht zusammengeschlagen,gefoltert oder ermordet. Dennochgab es ein Opfer: die Wahrheit.Ein Regime, das alle größeren Medienunter seiner Kontrolle hat, hat dieMacht, ein völlig falsches Bild vonder politischen und wirtschaftlichenWirklichkeit des Landes zu zeichnen.Der Westen sei schuld„Sanktionen“ durch westliche Mächtehätten die Wirtschaft zerstört, wirdseit Jahren jeden Tag in den Staatsmedienverbreitet. Aber es gibt keinenAbbruch von Wirtschaftsbeziehungenzu Simbabwe, nur Einreiseverbote fürbestimmte Staatsfunktionäre in westlicheLänder. Die Wirtschaft brachsogar nicht einmal vor SimbabwesUnabhängigkeit 1980 zusammen,als die Vereinten Nationen die Handelsbeziehungentatsächlich gestoppthatten. Das Wirtschaftssystem warseinerzeit zwar strukturell ungerecht,aber produktiv. Die Wahrheit liegtganz woanders. Die Wirtschaft ist ruiniert,weil die Landumverteilung – dieeigentlich ein berechtigtes Anliegenwar – die Landwirtschaft zerstört hat:Die neuen Eigentümer sind Parteigenossen,nicht erfahrene Landwirte.Das Regime hielt sich an der Machtdurch Begünstigung seiner politischenFreunde mit neugedrucktem Geld,das es im Staatshaushalt gar nicht gab.Ergebnis: Inflation in Weltrekordhöheim Jahr 2008.Lügen und BetrugDie Verbreitung von Falschinformation,das Lügen, wurde zum System. DieWahlen wurden schlicht und einfachgestohlen. Der Betrug war seit Jahrensystematisch vorbereitet. Die Listen derWähler hätten ganz neu zusammen-Robert Mugabe (oben)ist 89 Jahre alt und seit1980 an der Macht.Den Niedergang desLandes (links) lastet erwestlichen Mächten an.weltweit 11


SimbabweOskar Wermter ist seitmehr als 40 Jahren inSimbabwe in der MedienundPastoralarbeit tätig.Wahlbeobachter derregionalen BischofskonferenzIMBISA, fürdie auch Pater Wermterarbeitet.gestellt werden sollen. Man bestandauf einem sehr frühen Wahltermin,der die Erfassung unmöglich machte.Viele Wähler fanden ihre Namennicht auf den Listen, besonders kritischeJungwähler wurden vielfach ausgeschlossen.Wahlbeobachter konntenmit eigenen Augen sehen, dass vieleBürger weggeschickt wurden, ohneihre Stimme abgegeben zu haben.Wo die Opposition die Mehrheit derStimmen gewann, wurden die Wahlurnenmit gefälschten Wahlscheinenaufgefüllt, die das Kreuz bei der „richtigen“Partei hatten. Wähler auf demLande, schon immer unter Druck, dieStaatspartei zu wählen, wurden mitBussen zu städtischen Wahllokalen gefahren.Wenn das immer noch nichtdie Gegenstimmen überbot, wurdeneinfach die Zahlen manipuliert.Tiefe EnttäuschungDie Lüge triumphierte. Die Regierungendes südlichen Afrika, zusammengeschlossenin der SouthernAfrican Development Community(SADC), erlitten einen moralischenZusammenbruch: Sie bestätigten den„Wahlsieg“ und gratulierten dem altenKampfgenossen Mugabe. Obschon ander Macht, fehlt diesem die Legitimität.Eine wirklich freie Wahl hätte dasalte Regime nicht bestätigt. Die Menschenwaren zutiefst enttäuscht. DieFlucht in andere Länder geht weiter.Kirche muss konfrontierenDiese moralische Krise muss derKirche zu denken geben. Ein neuesStaatswesen kann nicht auf Unwahrheitund Betrug gebaut werden. Politikwird als ein Übel angesehen, mitdem sich nur Schwindler und Betrügerabgeben. Doch damit sollten sichChristen nicht zufriedengeben. Siesollten immer bereit sein, sich für dasGemeinwohl einzusetzen. Desillusioniertvon der politischen Führung, erwartendie Menschen Licht im Dunkelund Wegweisung in die Zukunftvon der Kirche, die sich zwar nicht amMachtkampf der Parteien beteiligt, dieaber den Rechtsstaat will und Gerechtigkeitfür die Armen. Politische Bildungim Sinne der christlichen Soziallehre– worum sich das Bildungshausder Jesuiten „Silveira House“ nahe derHauptstadt Harare bemüht – ist unbedingtgeboten, der Dialog mit denVerantwortlichen in Wirtschaft undPolitik ebenfalls. Die Bischöfe habeneine Chance, von den nach Orientierungsuchenden Menschen gehört zuwerden. Die Mächtigen müssen mitder Wahrheit konfrontiert werden.P. Oskar Wermter SJDer Publizist und Jesuit arbeitet für dieregionale Bischofskonferenz des südlichenAfrikas IMBISA.12 weltweit


KunstFlucht und VertreibungUnsere diesjährige Kunstreihe widmet sich dem Schicksal von Flüchtlingen.Aktuell sind es 45 Millionen Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, die vorKrieg, Gewalt, Hunger und Naturkatastrophen fliehen.Man könnte beinahe sagen:da hat der ehemalige Generalobereder GesellschaftJesu, P. Pedro Arrupe SJ, einen neuenOrden gegründet, oder einen Ordenim Orden, als er 1980 den Jesuitenflüchtlingsdienstangesichts des Elendsder vietnamesischen Bootsflüchtlingeins Leben rief. Der „Jesuit RefugeeService“ (JRS), wie die internationaleBezeichnung lautet, hat seither in vieleFlüchtlingslager der Welt ein wenigHoffnung getragen.Den Seelen helfenDiese Gründung stammt direkt ausder ursprünglichen Idee des Ignatiusvon Loyola, der 1540 den Jesuitenordengründete, um den „Seelen zu helfen“,wie er selber es formuliert. Oderin unserer Sprache: Den Menschenbeizustehen in ihren leiblichen undseelischen Nöten. P. Peter Balleis SJ,internationaler JRS-Direktor, drücktes so aus: „Ohne Zweifel hat die Kirche,der JRS eingeschlossen, eine Missionund Sendung, nämlich die Liebeund Barmherzigkeit Gottes in dentragischsten Momenten der Menschheitsgeschichtezu leben und damitMenschen neue Hoffnung zu geben.“Wo aber hat sich in unseren Tagenmehr Not und Elend versammeltals in den Flüchtlingsströmen undFlüchtlingslagern der Welt. Politische,wirtschaftliche, ideologische undauch religiöse Gründe sind es, dieMillionen aus ihrer Heimat vertreibenoder zum Auswandern zwingen. Die32. Generalkongregation des Ordenshat mit ihrem Dekret über „Glaubeund Gerechtigkeit“ dem Werk desJRS sein Siegel aufgedrückt.Unterwegs in 50 LändernHeute ist der JRS mit Flüchtlingen,Binnenflüchtlingenund Migranten auf allenKontinenten in insgesamt 50Ländern unterwegs, allen voranin den momentan größtenKrisengebieten: im kongolesischenNord-Kivu, am Hornvon Afrika und im NahenOsten. Mehr als 1400Mitarbeiter zählt der JRS,viele auf ehrenamtlicher Basis, darunter78 Jesuiten und 66 Ordensleute andererKongregationen. Ein Grundsatz desJRS ist es, in die Projekte möglichstviele Flüchtlinge selbst einzubinden,etwa als Lehrkräfte, Gesundheits- oderSozialarbeiter.Kombinierte KunstMit Bildern von Künstlern, die dasSchicksal von Flucht und Vertreibungschildern, kombiniert mit Fotos undTexten, wollen wir auf dieses weltweiteAnliegen aufmerksam machen.Joe Übelmesser SJDas Logo des JRS zeigt eineFamilie auf der Flucht.weltweit 13


KunstDie Drei und ein Esel:Ikone und Urbild von Flucht.Für alle, die fliehen müssenund die vertrieben werden,Hoffnung und Trost.14 weltweit


KunstAuch heute noch ist der Esel, wie hier inafghanischen Bergdörfern nahe Bamiyan, eingeduldiger Lastenträger für Menschen, die umsÜberleben kämpfen und vor Gewalt fliehen.(Foto: Judith Behnen)Bild: „Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten“ (Mt 2,13). Darstellung auf Papyrusdurch einen unbekannten ägyptischen Künstler.weltweit 15


KunstAlleshaben sie zurückgelassen;Familie, Heimat und Land,den festen Boden unter den Füßen.Sie haben ihr Schicksalschwankenden Booten anvertraut,obwohl sie doch wissen:keines davon ist eine Arche.16 weltweit


KunstDieses überfüllte Flüchtlingsboot mit Rohingyas, Angehörigeneiner unterdrückten Minderheit in Myanmar, treibt nicht imMittelmeer, sondern vor der Küste Indonesiens, nachdem einAnlegen in Thailand durch das Militär verhindert wurde.(Foto: Humas Pemko)Bild: Der indonesische Künstler Untung war lange als politischer Häftling auf der Gefangeneninsel Buru und hat dort 1979das Bild „Boat People“ gemalt, in Seenot geratene Flüchtlinge aus Vietnam.weltweit 17


KunstWie Blätter, die der Wind verweht.So hat der Sturm von Krieg und Gewaltdas kleine Bündel Menschen,dies Häuflein Elend einfach abgelegtund achtlos liegen lassenam Rand der Straßen dieser Welt.18 weltweit


KunstGestrandete Frauen im maltesischen Hafen Marsamxett.Sie haben die Odyssee übers Mittelmeer in einemkurz vor Malta gekenterten Boot überlebt, aber ihreZukunft in Europa ist mehr als ungewiss.(Foto: REUTERS/Darrin Zammit Lupi)Bild: Der kambodschanische Künstler Ngeth Sim floh 1981 vor der Armee Pol Pots in ein Flüchtlingslager nach Thailand und hieltdie Schrecken und Grausamkeit von Krieg und Flucht in seinen großformatigen Ölgemälden fest.weltweit 19


KunstDieser Flüchtling hat sicheren Boden auf Malta erreicht, aber Europa gewährtihm keinen Zugang. In einem „Detention Centre“ auf dem Militärgelände derSafi-Kaserne hat er die Kontrolle über sein weiteres Schicksal verloren.(Foto: Darrin Zammit Lupi)20 weltweit


KunstGitter müssen nicht aus Eisen seinund Mauern nicht aus Stein,Zäune nicht aus Stacheldraht.Menschen sind es, so wie wir,die andere ausschließenaus ihrer Welt.Was andere ausschließtund uns selbst ausschließt,ist in uns.Bild: 1979 zeichnete Lefifil Tladil aus Botswana dieses Bild „Flüchtlinge hinter Gittern“.weltweit 21


KunstHagar,aus dem sicheren Zelt verbanntund ausgesetzt im leeren Landmit ihrem Kind.Kein Brot, kein Wasser, keine Zukunft.Hier ist der Ort,wo nur noch Engel helfen können.22 weltweit


KunstDie riesigen Flüchtlingslager in Afrika liegen oft in menschenfeindlichenWüstenregionen. Sich hier Überlebenskraft statt Verzweiflung, Hoffnungstatt Resignation zu bewahren, grenzt an ein Wunder.(Foto: Judith Behnen)Bild: Eine Batik des indischen Künstlers Solomon Raj aus dem Jahr 2006„Hagar und Ismael in der Wüste“ (Gen 21,9-21).weltweit 23


KunstGesegnet seien alle,die uns willkommen heißen in ihrem Land.Gesegnet sei ein jeder,der uns ein Licht ins Fenster stellt,das uns den Weg erhelltzum gastlichen Haus.Pilger sind wir doch alle,ohne bleibende Stätte,auf dem Weg in ein anderes Land.Alle Flüchtenden dieser Erdesind ein Gleichnis dafür.24 weltweit


KunstDiese Mutter mit ihren beiden Kindern ist aus Syrien geflohen und hat Aufnahme undGastfreundschaft auf einem Bauernhof im Bekaa Tal im Libanon gefunden. Sie helfen beimHüten der Kühe und verdienen so ihren Lebensunterhalt.(Foto: Peter Balleis/JRS)Bild: In seinem Zyklus über die sieben Werke der Barmherzigkeit hat der indische Künstler Jyothi Sahi dieses Bild gemalt,eine Ikone für das 5. Werk der Barmherzigkeit: „Fremde gastlich aufnehmen“.weltweit 25


SyrienDer Winter kommtZwei Millionen Syrer sind in Nachbarländer geflohen und im Land selbst leben vierMillionen Menschen entwurzelt und in völliger Armut. Die Jesuiten in Syrien und derFlüchtlingsdienst JRS helfen mit Nahrungsmitteln, psychosozialer Begleitung, Schulunterrichtund Kleidung für den kalten Winter.Zerene Haddad, Mitarbeiterin im JRS-Regionalbüro, schreibt:„Endlich haben wir es geschafft, Mourad in Aleppo telefonisch zu erreichen.Es sieht nicht gut aus und er hat uns sehr nachdrücklich gebeten, für siealle zu beten. Vor kurzem ist eine Rakete vor unserem Sozialzentrum eingeschlagen.Zwei Freiwillige wurden leicht verletzt und ein Teil der Lagerräumebeschädigt. Wir mussten das Zentrum eine Woche schließen, aber jetzt läuftalles wieder: Kindergruppen, Unterricht, Lebensmittelverteilung, Feldküche,Gesundheitsarbeit. Seit vier Monaten funktioniert das Internet in Alepponicht mehr und auch die Telefonleitungen sind oft unterbrochen. So wie esaussieht, gibt es noch Lebensmittel zu kaufen, aber alles ist extrem überteuert.Nach zwei Monaten ist erstmals wieder ein Konvoi mit Mehl und Heizölin die Stadt gelassen worden.“P. Stefan Hengst SJ ist seit kurzem JRS-Direktor in der Türkei:„Im südtürkischen Antakya treffe ich einen Dönerbudenbesitzer. Er sagt, dassalle essen müssen. Recht hat er und so handelt er. Ein befreundeter LKW-Fahrer,der durch den Bürgerkrieg arbeitslos geworden ist, kommt und isst seinenDöner. Bedient wird er von einem kleinen Jungen. Mir fällt auf, dass der Jungeund seine gleichaltrigen Freunde kein türkisch sprechen. Sie sind Flüchtlingeaus Syrien, die am Dönerstand mitarbeiten. So haben sie etwas zu tun, etwas zuessen, einen Ort, wo sie den Tag verbringen können und einen Menschen, dersie ins Herz geschlossen hat. Bei meinem nächsten Besuch haben alle Schürzenbekommen und gehören praktisch schon dazu. Zaghaft versuchen sie jetzt,auch mit mir Kontakt aufzunehmen. Über ein breites Lächeln kommen wirnicht hinaus, aber vielleicht ist das schon sehr viel. Kindern wie diesen Jungenhilft der JRS durch ein Sozialzentrum und sorgt dafür, dass möglichst vieleauch hier in der Türkei wieder in die Schule gehen können.“26 weltweit


SyrienSally Salem, JRS-Projektkoordinatorin im libanesischen Kafar Zabad, erzählt:„Ein syrischer Vater kam zu uns an die Schule und bat uns, seine Tochter aufzunehmen.Ich erklärte ihm, dass wir keinen Platz mehr hätten, aber er flehte mich an: ‚Ich werdedas Pult besorgen, den Stuhl, die Bücher, bitte lasst meine Tochter in die Schule gehen.‘Wie hätte ich mich da weigern können? Die Freude des Vaters war unbeschreiblich, alswir Zeana in den überfüllten Klassenraum aufnahmen. Die Familie wohnte zur Miete ineiner Garage und Zeana bekam Läuse. Da rasierten die Vermieter einfach Zeanas langes,wunderschönes Haar ab anstatt sie mit einem Mittel zu behandeln. Und obwohl Zeanadeshalb gehänselt wurde, kam sie weiterhin jeden Tag in die Schule. Bis die Familie einesTages verschwand. Es hieß, sie seien in die Türkei gezogen, aber niemand wusste Genaues.Ich werde diese Familie und ihren Hunger nach Bildung niemals vergessen.“P. Frans van der Lugt SJ (75) gehört zu den syrischenJesuiten und berichtet aus Homs:„Jeder von uns ist auf die Hilfe des anderen angewiesen, vorallem seit die Lebensmittel knapp werden. Seit 15 Monatenist nichts mehr in die Altstadt von Homs hineingebrachtworden. Wir haben mit dem überlebt, was noch in unserenKellern und den verlassenen Häusern gelagert war. Es istunmöglich, aus unserem Viertel herauszukommen, da wirvon allen Seiten eingeschlossen und unter Beschuss sind.Der Gesundheitszustand von uns allen verschlechtert sich,da viele an Mangelernährung leiden. Wir haben Angst vordem Winter. Wir wissen, dass wir unter der Kälte leidenwerden, verstärkt durch den Mangel an Wasser, Gas, Heizöl,Nahrung und Feuerholz. Unsere Häuser schützen unsnicht mehr vor der Kälte, da alle Türen und Fenster zerbrochensind. Normalerweise gestatten wir uns nicht, unsvon Traurigkeit und Verzweiflung überwältigen zu lassen.Trotzdem wissen wir, dass diese Gefühle immer an unsererTür warten.“Auch dieses syrische Kind, das mit seiner Familie in denLibanon geflohen ist, braucht im Winter mehr als leichteSommerkleidchen. Wir danken Ihnen für Ihre Hilfe für dieArbeit unseres Flüchtlingsdienstes in Syrien, Libanon, Jordanienund der Türkei. Spendencode: X31122 JRS Syrienweltweit 27


Jesuit VolunteersBrückenbauerin EuropaStraße, Bus, Lidl,Regenbogen – diesesFoto hat einer unsererehemaligen Freiwilligenin Bulgarien geschossen.Wer von einem Freiwilligenjahr träumt, hat oft Bilder südamerikanischerSlums, afrikanischer Dörfer oder asiatischer Großstädte im Kopf. Dass europäischeEinsatzorte genauso lohnenswert sind, weiß »Jesuit Volunteers«-Referent Petru Giurgi auch aus eigener Erfahrung.Wenn ich die Motivationsschreibender vielen Interessentenfür einen Einsatzals Jesuit Volunteer lese, kommtes mir oft so vor, als hätte ich dieseZeilen in ähnlicher Form vor einigenJahren selbst geschrieben. Im Jahr2000 habe ich im Osten RumäniensAbitur gemacht und mit dem Theologiestudiumbegonnen. Bald merkteich, wie sehr mir in dieser intellektuellenTätigkeit eine lebensnahe Basisfehlte, und wie stark ich mich danachsehnte, Leben und Lehre in irgendeinerForm verbinden zu können. Ichwollte Menschen begegnen, die vielleichtkeine geordneten Biografienohne Brüche aufweisen können, sondernaus irgendwelchen Gründen eheraus den normalen gesellschaftlichenStrukturen herausgefallen sind. Ichfragte mich, wie sie das Leben deutenwürden, welchen Sinn sie darin findenund woher sie trotz schwierigerUmstände ihre Lebenskraft ziehen.Außerdem war ich neugierig auf neueWelten und Kulturen. Bis zu meinem21. Lebensjahr hatte ich Rumäniennie verlassen, obwohl dies zehn Jahrenach dem Fall der Diktatur längstmöglich war.Von Rumänien nach BerlinIn dieser Zeit traf ich auf Freiwillige derdeutschen Jesuiten, die im Westen Rumäniensals Jesuit European Volunteers(JEV) arbeiteten. Sie lebten in einerWohngemeinschaft nach dem Modellder jesuitischen Kommunitäten, übteneinen einfachen Lebensstil und engagiertensich in verschiedenen Sozialprojekten.Im Gespräch spürte ich, dass ihreBeweggründe dem entsprachen, was ichmir vorstellte und wonach ich suchte.28 weltweit


Jesuit VolunteersSo entschloss ich mich, mein Studiumzu unterbrechen, bewarb mich bei JEVund bekam das Angebot, ein Jahr ineiner Suppenküche der Franziskaner inBerlin mitzuwirken. Im Herbst 2001kam ich nach Deutschland.Schwarzes Brot und gutes BierDeutschland kannte ich bis dahin nuraus rumänischen Medien und durchMundpropaganda. Es waren viele Geschichtenim Umlauf über die Vorliebeder Deutschen für Ordnung und ihrOrganisationsgeschick, ihre Korrektheitund Seriosität, die guten und robustenAutos, die grünen Wiesen undschönen Fachwerkhäuser, schwarzesBrot und gutes Bier. Es hieß, Deutscheseien nicht leicht zugänglich, sonderneher reserviert, die Sprache kompliziertund schwer zu lernen. Und immerherrschte die stillschweigende Annahme,dass alle Deutschen reich sindund ein wohliges Leben führen.Begegnungen in der SuppenkücheDie ersten Monate in Berlin habenvieles an meinem Deutschlandbildrevidiert. Wir wohnten zunächst inOstberlin, später dann im berühmtberüchtigtenViertel Neukölln. Durchmeine Alltagserfahrungen und durchmeine Arbeit in der Suppenküche, indie täglich etwa 300 Menschen kamen,erhielt das Märchenland Deutschlandneue Konturen für mich. Alte Menschenkamen für etwas Gesellschaft zumEssen. Junge Mütter mit Kleinkindernwarteten gemeinsam mit leicht betrunkenenund verwahrlosten Männernvor der Essensausgabe, weil das Geldbis zum Monatsende nicht reichte. Ichbegegnete Menschen, die ihr Geld fürAlkohol und andere Drogen ausgaben;anderen, die meinten, bewusst aus demstrengen staatlichen System ausgestiegenzu sein; und nicht zuletzt jungenMännern, gepflegt und sehr freundlich,die sich auf der Suche nach Arbeit undeinem besseren Leben auf den Wegnach Deutschland gemacht hatten. Ichfragte mich natürlich, wie es möglichsein kann, dass in einem der reichstenLänder Europas Armut existiert, wennauch in einer anderen Form als in Rumänien.Ist es wirklich nur der Unwilleoder die Unfähigkeit mancher Menschen,etwas aus ihrem Leben zu machen?Oder liegt es vielleicht auch andem politischen System und der gesellschaftlichenStruktur?Beide Welten ergänzen sichZum Ende meines Freiwilligenjahreserhielt ich ein Stipendium, mit demich in Münster mein Studium derTheologie fortsetzen und als zweitesFach Sozialpädagogik wählen konnte.Nach dem Abschluss bot sich mirdie Möglichkeit, eine Stelle als Referentbei JEV (heute Jesuit Volunteers)anzutreten. Seit zwölf Jahren lebeMaria Baumgartner(oben links) war alsJesuit Volunteer bei derrumänischen Caritasin Timisoara, die aucheine Suppenkücheunterhält (unten).weltweit 29


Zwei Facetten vonBulgarien: MenschlicheArmut in einerRoma-Siedlung (links)und landschaftlicheSchönheit im Witoscha-Gebirge (rechts).ich nun schon in Deutschland. Obich Rumänien oder Deutschland alsHeimat betrachte? Ich würde sagenbeide. Es ist eine Art Leben zwischenden Welten. Beide Welten stellen sichin Frage und ergänzen sich gleichzeitig.Das erfordert viel Flexibilität undAnstrengung einerseits, andererseitswird dadurch eine große Bereicherungmöglich. Heimat ist weniger ein geografischerund kultureller Ort. Menschenspielen die wichtigere Rolle.Begleitung von FreiwilligenDiese Erfahrung hilft mir bei der Begleitungunserer Freiwilligen ungemein.Denn auch sie wollen sich aufdie Lebensrealitäten eines anderen Orteseinlassen, das Leben mit den Menschenvor Ort teilen. Sie machen einenProzess durch, der ihren Horizont erweitert.Ein Prozess, in dessen Verlaufviele Fragen entstehen, Vergleiche gezogenwerden, man mit Kulturen undMenschen innerlich hadert und sie liebenlernt. Unser Team versucht, sie beidiesem Prozess zu begleiten und ihneneine Stütze zu sein.Osteuropa nur zweite Wahl?Besonders schön ist für mich die Begleitungder Freiwilligen in den osteuropäischenLändern. Osteuropa alsEinsatzort spielt für unser FreiwilligenprogrammJesuit Volunteers eine wichtigeRolle. Auch wenn die Mehrzahlder Bewerber sich anfänglich mehr fürLänder in Lateinamerika, Afrika undAsien interessiert, gibt es jedes Jahrauch einige, die dezidiert nach Osteuropagehen wollen. Doch im Vergleichwerden die in Übersee liegenden Orteam meisten gewünscht. Der Grund istoft die Entfernung. Viele wünschensich einen Einsatzort, der weit wegvon Deutschland liegt, mit einer ganzanderen Kultur, wo Armut besondersvorzufinden ist. Für viele liegen dieosteuropäischen Länder nicht nur geografisch,sondern auch kulturell undgesellschaftlich-politisch sehr nah anDeutschland.Es gibt viel zu entdecken!Wer jedoch die Berichte unserer Freiwilligenin Osteuropa liest, merkt,wie viel dort zu entdecken ist, undwie anders das Leben, die Kultur unddie Sorgen und Nöte vieler Menschensind. Es ist eine Vielfalt an Sprachen,Ethnien, Religionen und geografischenLandschaften vorzufinden. Es sindLänder, die vor nicht allzu langer Zeitunter totalitären Diktaturen lebten, indenen durch die neu erworbene EU-Mitgliedschaft oder Nähe zur EU dieArmut keineswegs weniger gewordenist, sondern zu einem tieferen Riss zwischenReich und Arm geführt hat. Essind Menschen, die die wohlhabenden30 weltweit


Jesuit Volunteersund erfolgreichen Länder Westeuropasbewundern und ihnen grundsätzlichpositiv gegenüber stehen, sich aber umgekehrtdas gleiche Interesse wünschen.„Heute liebe ich Bulgarien“Viele Jesuit Volunteers kommen nacheinem Freiwilligenjahr in Osteuropa miteinem veränderten Blick zurück. Einer,der in Sofia in einem Sozialzentrum fürobdachlose Kinder und Jugendlichegearbeitet hat, schrieb zum Abschluss:„Heute ist Bulgarien mehr für mich alsnur ein ehemaliges sozialistisches Landam Rande Europas, in dem man eigentlichkein FSJ macht. Bulgarien ist einvielseitiges Land. Betrachtet man die Natur,dann hat es alles, von umwerfendenBergen über fruchtbare Täler bis hin zumärchenhaften Stränden am SchwarzenMeer. Nicht zuletzt trägt auch die Mentalitätder Menschen dazu bei, dass ichBulgarien heute so sehr liebe. Gemeinschaftwird auf eine unfassbar schöneArt zelebriert, die sich beispielsweise inden stundenlangen gemeinsamen Essenausdrückt. Selbst ich als ‚Fremder‘ durfteTeil dieser Gemeinschaft sein – ein wunderschönesund prägendes Erlebnis.“in erster Linie die exotische Ferne. Daswäre viel zu einseitig, viel zu klischeehaftund es bestünde die Gefahr, dassder Wunsch nach einem solidarischenLeben mit Menschen in Not zum Armutstourismuswird. Persönlich wünscheich mir, dass mehr Menschen inDeutschland Interesse an einem Freiwilligeneinsatzin Ost- und Südosteuropazeigen würden, um ein neuesBild über diese spannende Regionunseres Kontinentes zu transportieren,die in vielen Medien oft nur unterden Schlagworten billige Arbeitskräfteund bedrohliche Migration gesehenwird. So könnten die Freiwilligen zuBrückenbauern auch im europäischenKontext werden.Petru GiurgiJesuit VolunteersDas Team für die JesuitVolunteers (unten v. l. n. r.):Petru Giurgi, Katrin Morales,Carolin Auner, RossemaryBrückner-Hospedales,Meins Coetsier.Unser Freiwilligenprogramm »Jesuit Volunteers« ist eine Kooperationder drei Jesuitenmissionen in Deutschland, Österreich undder Schweiz. Ein Drittel der rund dreißig Freiwilligen lebt undarbeitet in osteuropäischen Projekten. Infos und Berichte unter:www.jesuit-volunteers.orgSolidarität statt ArmutstourismusDie Jesuit Volunteers wollen durchihren Einsatz ein Zeichen für mehrSolidarität und Gerechtigkeit weltweitsetzen. „Weltweit“ meint gewiss nichtweltweit 31


SambiaSchule aus demblauen RadioDas blaue Radio wirdper Handkurbel aufgeladenund die Kinderempfangen Schulstunden,die sie mitHilfslehrern vertiefen.Wo die nächste Schule in unerreichbarer Entfernung liegt, versäumen vieleKinder Bildung. Es sei denn, der Unterricht kommt zu ihnen nach Hause:über ein Radiogerät. In Sambia erzielen die Jesuiten mit solchen „Radioschulen“verblüffende Erfolge.Mit ausrangierten schwarzenKästen aus Münchenfing alles an. Aus einergebrauchten Sendeanlage des BayerischenRundfunks ertönte mitten imBusch ein neuartiges Radioprogramm.Nachrichten waren plötzlich zu hören,wo es bisher nie welche gab, dazu Musik,Gebete, behördliche Mitteilungen– und Schulunterricht.Sender steht in der Jesuiten-Missionsstationvon Chikuni, und mit seinerGründung haben die Patres einerganzen Gemeinde zu mehr Selbstbewusstseinverholfen. Die Mitarbeiterinformieren die Hörer etwa auch überMaßnahmen gegen die Nahrungsmittelknappheitoder über Vorsorge gegenHIV und Aids. 250.000 Menschen lebenin der Gegend.Täglich auf SendungDas war im Jahr 2000, im SüdenSambias. „Radio Chikuni“ läuft nochimmer, mittlerweile mit einer modernisiertenAnlage. Meist 17 Stundentäglich sendet die Station in dieserzersiedelten, verarmten und ländlichenRegion im südlichen Afrika. DieReichweite beträgt 70 Kilometer. DerErst kurbeln, dann hörenDer originellste Programmteil aberrichtet sich an die Jüngsten. Ab derMittagszeit strahlt „Radio Chikuni“Schulstunden aus. 17 Dörfer empfangensie mittlerweile: in einem einfachen,stromlosen Radio, das miteiner Handkurbel zwischendurch aufgeladenwerden muss. Unter freiem32 weltweit


SambiaHimmel versammeln sich die Kinderaus dem Dorf um die blaue Kiste, umdie Unterrichtseinheit für ihren Jahrganganzuhören. Danach wiederholensie den Stoff an der Tafel und in ihrenHeften mit Hilfslehrern. Diese Frauenund Männer sind kaum ausgebildet,können aber lesen und schreiben.Sambia, eine ehemalige britische Kolonie,gilt heute zwar als politisch stabil,doch alle guten Ansätze zur Entwicklungverlaufen entweder zu langsamoder effektlos. Fast zwei Drittel derBevölkerung leben in Armut. DieHIV-Infektionsrate ist eine der höchstender Welt. Das Bildungs system giltals schwach, es fehlen Lehrer, Schulhäuserund Strukturen. Gerade hierzeigt das Schulradioprojekt, dass es inAfrika oft keine gewaltigen Bauvorhabenbraucht, um sinnvoll zu helfen.„Radio Chikuni“, das ist eine simpleIdee mit großer Wirkung.Gute Noten für RadioschülerKnapp 1700 Kinder von der ersten biszur siebten Klasse nehmen momentanam Radiounterricht teil. Sie alle würdensonst keine Schule besuchen oderzumindest nicht über mehrere Jahrehinweg. Denn das hieße, Fußmärschevon 30 oder manchmal 50 Kilometernam Tag zu machen. Noch dazubrauchen die Familien am Morgen dieMithilfe der Kinder auf den Feldern.In den nationalen Abschlussprüfungenerreichen die Radioschulkinder überdurchschnittlichgute Ergebnisse, wiedie Sendeleiter Pater Kelly Michelo undPater Andrzej Lesniara stolz berichten.Lernen fürs LebenPater Kelly und Pater Andrzej findengenügend Ansätze, um auch mit kleinenFörderbeträgen das Schulprojektlangfristig wirksam zu machen. So bekommenlangsam die ersten Freiluft-Unterrichtstreffpunkte Toiletten oderschützende Dächer. Die besondersbedürftigen Schüler werden mit Nahrungsmittelnund Schulmaterial unterstützt.Dazu geben die Jesuiten vonChikuni den Schülern auch ein Stückpraktische Bildung mit auf den Weg.Zu den Radioschulen gehören kleineGärten. In ihnen sammeln die Mädchenund Jungen Wissen über Anbauund Ernte, um sich später zu Hauseeinmal besser versorgen zu können.Denn letztlich ist es auch eine festeHoffnung, die da aus dem Radio erklingt:Wer informiert ist, kann seinLeben besser in die Hand nehmen.Ihre Hilfe für ChikuniIsabel LauerDie Radioschulen ermöglichenin 17 DörfernUnterricht für Kinder,die sonst keine Chanceauf Bildung hätten.Dank Ihrer Spenden können wir die kleinen Radioschulen mitHeften, Tafeln und Dächern ausstatten und an die SchülerSaatgut verteilen. Spendencode: X43040 Chikuniweltweit 33


Nachrichten12 Monate – 12 Fotos – 12 ProjekteBestellen Sie den Tischkalender 2014 der JesuitenmissionIn unserem Tischkalender zum Aufklappen stellen wir zwölfunserer Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika vor. DerGöttinger Fotograf und Filmemacher Dr. Christian Ender warehrenamtlich für die Jesuitenmission auf Reisen. In Nepal, Indien,Simbabwe, Argentinien, Paraguay, der DominikanischenRepublik und Haiti hat er Menschen besucht, die durch die Unterstützungder Jesuiten und ihrer Kooperationspartner bessereZukunftschancen bekommen. Gleichzeitig drehte er Kurzfilmeüber die Hilfsprojekte. Diese lebendigen Videos, auf die die Kalenderblätterverweisen, sind auch auf der Homepage zu finden:www.jesuitenmission.de/1330.Sie möchten unseren Kalender 2014 für sich selbst haben oderan Verwandte und Freunde verschenken? Gerne senden wir Ihnenden Kalender kostenlos zu und freuen uns über eine Spendefür die vorgestellten Projekte. Schicken Sie uns einfach eineE-Mail an prokur@jesuitenmission.de oder rufen Sie uns an unter0911/2346-160. Da der Vorrat begrenzt ist, sollten Sie schnellbestellen!„Grenzen überschreiten“Wir laden Sie ein, mit uns am 3.12. den hl. Franz Xaver zu feiernFranz Xaver (7.4.1506 – 3.12.1552) war einer der ersten und wichtigsten Missionaredes Jesuitenordens. Sein Leben war von der Sehnsucht bestimmt, Menschenin fernen Ländern den Glauben zu bringen. Dafür hat er sich auf den Weggemacht, Grenzen überschritten, sich für neue Länder und Kulturen geöffnet,sein Herz und sein Leben eingesetzt. Seit seiner Heiligsprechung 1622 ist erPatron aller Missionare, und auch wir in der Jesuitenmission wollen seinen Gedenktagam 3. Dezember gemeinsam mit Ihnen feiern.Dazu laden wir Sie herzlich nach Nürnberg ein:Dienstag, 3. Dezember, 17:45 Uhr: Gedenkgottesdienstund im Anschluss um 19:00 Uhr: Vortrag von P. Klaus Schatz SJVeranstaltungsort: Offene Kirche St. Klara, Königstr. 64, 90402 Nürnberg34 weltweit


Impressumweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund 600Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistet Unterstützungin den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Bildung, Gesundheit, Ökologie,Menschenrechte und Pastoralarbeit.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu. (Für neue Abonnenten)Herausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck auf zertifiziertem Papier aus nachhaltigerForstwirtschaft: EOS St. OttilienISSN 1860-1057, erscheint vierteljährlichAusgabe: 4/2013 – WeihnachtenBildnachweise:Wolf SJ (Titel,S.6,S.8), Noack (S.2),Ender (S.4,S.12,S.6,S.29,S.34,S.35),Behnen (S.5,S.11,S.15,S.23), Simoko (S.6,S.9),Väthröder SJ (S.7), Lauer (S.10), Wermter/IMBISA(S.12), Noack/Kunstarchiv der Jesuitenmission (S.14,S.16,S.18,S.21,S.22,S.24,Rücktitel), Humas Pemko (S.17),Darrin Zammit Lupi (S.19-20), Balleis SJ/JRS (S.25),Haddad/JRS (S.26-27), Waldstein (S.28),Jesuit Volunteers (S.30,S.31), Königbauer (S.31),Spoddig (S.32-33), Archiv Jesuitenmission (S.34)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. (0911) 23 46-160, Fax -161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82SWIFT: GENO DEF1 M05Name, VornameStraße, Nr.PLZ, OrtE-Mail (falls vorhanden)AntwortAn dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 NürnbergGeburtsdatum (freiwillige Angabe)weltweit 35


Wir wünschen Ihnen eine gesegneteAdvents- und Weihnachtszeit!jesuitenmission.deKönigstr. 64 • 90402 NürnbergTelefon: (0911) 2346-160E-Mail: prokur@jesuitenmission.deSpendenkonto 5 115 582Liga Bank • BLZ 750 903 00

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