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wohnt, und ihn in uns wachsen lassen;und das Wort "empfangen", damit es wiedersichtbar und glaubwürdig, ja wirklichpräsent wird. Unser Leben ist ein Aufrufzu dieser "Geburt" Gottes in uns und unterden anderen.HODIESALVATORAPPARUIT"Mütter sind wir, wenn wir ihndurch die Liebe und ein reines undlauteres Gewissen in unserem Herzenund Leibe tragen; wir gebärenihn durch ein heiliges Wirken, dasanderen als Vorbild leuchten soll"Franz von Assisi, BrGl II, 53Für jeden von uns, ob Mann oder Frau,ob jung oder weniger jung, ob gesund oderkrank, besteht also die grundlegende Verpflichtungund die eigentliche Aufgabedarin, Gott in der Welt, in diesem historischenAugenblick gegenwärtig zu machen;und so geht der im Heiligen Jahr begonneneWeg weiter bis zur endgültigen Begegnungmit dem Vater.Und dies ist mein Wunsch an jeden einzelnenvon euch. Der Herr segne uns alle,er zeige uns sein Angesicht und schenkeuns seinen Frieden in seinem Menschgewordenen Sohn.Prot. 090355Br. Giacomo Bini ofmGeneralministerCuria Generalizia dei Frati MinoriVia Santa Maria Mediatrice,2500165 RomaItaliaTel. +39-06684919eMail: mingen@ofm.orgNativitasA.D. 2000


Rom, Weihnachten 2000"Und sie werden Kinder des himmlischenVaters sein, dessen Werke sie tun.Und sie sind Anverlobte, Brüder undMütter unseres Herrn Jesus Christus"Franz von Assisi, BrGl II, 49-50Liebe Schwestern und Brüder,"Das Wort ist Fleisch geworden und hatunter uns gewohnt": auf diese einfacheund zugleich paradoxe Weise kann mandie unvorstellbare Verbindung Gottes mitdem Menschen beschreiben. Der Allerhöchstenimmt die arme, ja wirklich armeGestalt eines wehrlosen, ungeschütztenund schwachen Kindes an, dem sich allenähern und das alle ohne Furcht unter sichaufnehmen können: jeder kann mit ihmmachen, was er will.Der Gott, der sich in Jesus Christusoffenbart, der mitten in unsere Geschichteeintritt, ist ein armer, demütiger, entäußerterGott, der um alles betteln muss, vorallem um Liebe und Aufnahmebereitschaft.Gott ist Armut: dieses war die mitreißendeEntdeckung des Franziskus und derKlara. Und sogleich haben sie sich dann inseine Nachfolge begeben, auf die Suchenach ihm, indem sie alles hinter sich ließen,ohne lange zu überlegen, ohneBedingungen zu stellen, ohne Verträge, inuneingeschränkter Verfügbarkeit: "Machemit mir, was du willst: was du auch immermit mir vorhast, ich nehme es dankbar an"(C. de Foucauld).Gott begegnet man erst, wenn man denWeg der Armut einschlägt, der gleichzeitigradikale Trennung, Freiheit und Raumbedeutet, in dem Gott von neuem zur Weltkommen kann. Seit jener ersten Weihnacht,die von Armut und Schlichtheit bestimmtwar, ist Gott stets auf der Suche nach einemaufnahmebereiten Mutterschoß und aufewig ein Ungeborener auf der Suche nacheiner Mutter aus Fleisch, nach einemGeschöpf, auf das er seinen Geist herabsendenkann, um noch einmal in dieser Weltgeboren zu werden.Es ist wieder Weihnachten, wenn wir inuns seine Gegenwart sichtbar werden lassen,trotz der Finsternis der Sünde und derUntreue; wenn unsere Werke zu sichtbarenZeichen einer immer innigeren und fruchtbarerenVerbindung werden; wenn wir zur Epiphaniewerden, zur Erscheinung Gottes, dersich dem anderen und der Welt offenbart.Es ist wieder Weihnachten, wenn es unsauf prophetische Weise gelingt, jenseitsallen Anscheins, aller komplexen undwidersprüchlichen Begebenheiten derGeschichte, in jedem Ereignis und in jederBegegnung die Wehen einer neuen Geburtzu spüren, das Wimmern eines Geschöpfes,das das Licht der Welt erblickt; wenn es unsgelingt, dort eine lebendige Gegenwart zuerkennen, wo andere nur einen Zufallsehen oder bedeutungslose Ereignisse.Seit jener ersten Weihnacht sind wirnicht mehr allein: Gott hat sich nichtmehr von uns entfernt. Wir sind es, diewir oft zu fliehen versuchen, indem wiruns in die Suche nach einem falschenBild stürzen oder nach einem Bild, dasdem von ihm gewollten wenig entsprichtoder im Widerstreit zu ihm steht. Und amEnde sind wir besorgt und erleben unsals Gefangene unserer selbst.Weihnachten verweist uns auf das Endejener ängstlichen und zerstreuendenFlucht des Menschen, der sich von sichselbst und von Gott, der ihn sucht und aufihn wartet, entfernt hat. Jedes Weihnachtsfestist – und das wird auch in Zukunft sosein müssen - eine Etappe jenes so einfachenund gleichzeitig so schwierigenWeges, der uns wieder zu dieser Begegnungder Läuterung zurückführt, in deruns gezeigt wird, wer wir sind und wer wirwerden müssen.Liebe Schwestern und Brüder, wieschön wäre es doch, dieses Weihnachtsfestdes Heiligen Jahres mit den gleichenGefühlen feiern zu können, mit denenMaria den Heiland empfangen und geborenhat! Uns ganz Gott hingeben, zulassen,dass seine Kraft, die fruchtbar macht,in uns wirksam wird, um ihn erneut fürdie Welt zu gebären: das ist der eigentlicheAuftrag unseres Lebens. Weihnachtenfeiern heißt nicht, sich mit Sehnsucht anein vergangenes Ereignis erinnern, sondernin uns den Keim des göttlichenLebens aufnehmen, der bereits in uns

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