GLÜCKAUF

delibra.bg.polsl.pl

GLÜCKAUF

206 Glückauf Nr. 9Vorteil der Einstellbarkeit ist für Förderwagenradsätze,bei denen man infolge der schweren Stoßbeanspruchungenmit elastischen Verformungen rechnenmuß, sehr wichtig. Eine einwandfreie Führung derKegelrollen erfolgt dadurch, daß sie unter Belastunginfolge ihrer Kegelform dauernd gegen den Führungsborddes Innenringes gedrückt werden. Wesentlich istdabei, daß Flächenberührung zwischen der Stirnflächeder Kegelrolle und dem Führungsbord stattfindet, wiees Abb. 21 veranschaulicht. Zu diesem Zweck sind diegroßem Stirnflächen der Kegelrollen und die Seitenflächedes Führungsbordes kugelig um den MittelpunktM geschliffen, der in dem Schnittpunkt derRollendrehachsen mit der Wellenachse liegt.können. Ein Filzring mit vorgeschaltetem Labyrinthringverhindert das Eindringen von Schmutz undWasser. Diese Radsatzbauart bietet eine Reihe vonVorteilen. Da sich die beiden Räder eines Radsatzesunabhängig voneinander drehen, ist die Kurvenläufigkeitbesonders gut. Die Keilbefestigung des Festrades,die beim Fetthülsenradsatz infolge Lockerungdes Keils zum Wackeln des Rades führt, fällt fort,ebenso das Losrad, das beim Fetthülsenradsatz in derKurve als Gleitlager läuft und starkem Verschleißunterworfen ist. Dieses Losrad hat überdies Axialspiel,wodurch der Förderwagen zum Schlingernneigt. Da die Wagenachse beim Losradsatz unmittelbaram Wagenkasten befestigt ist, ergibt sich einegünstige Tieferlegung des Schwerpunktes des Förderwagens.Die Festigkeitsbeanspruchung der still-Abb. 22. Fetthülsenradsatzmit Kegelrollenlager.VAbb. 23. Losradsatzmit Kegelrollenlager.Abb. 24. Rollenachslagerung einerGrubenlokomotive.Das Kegelrollenlager hat sich inzwischen in rd.70000 Förderwagenradsätzen bewährt, denn es bietetneben dem Vorteil langer Lebensdauer und geringenFahrwiderstandes die Möglichkeit erheblicher Ersparnissean Wartungs- und Schmiermittelkosten. Sozeigten beispielsweise Kegelrollenlager in Förderwagenvon 940 1Rauminhalt, die im Oktober 1929 aufeiner großem schlesischen Bergwerksanlage eingebautworden waren, bei einer sorgfältigen Prüfung nachgenau dreijähriger Laufzeit keinerlei Abnutzung derLaufteile. Ferner war der Schmiermittelvorrat ohneNachschmierung seit der Inbetriebnahme noch so groß,daß er für zwei weitere Jahre ausgereicht hätte1.In Anpassung an die vorhandene Bauart wurdedas Kegelrollenlager zunächst in Fetthülsenradsätze(Abb. 22) eingebaut. Mit Rücksicht auf die leichtereBeweglichkeit in der Kurve ist ein Rad drehbarangeordnet, das andere dagegen auf der Achse festverkeilt. Die Räder können ausgewechselt werden,ohne daß man die Fetthülse öffnet.In neuerer Zeit werden Losradsätze wie in Abb. 23allgemein bevorzugt2. Bei dieser Ausführung drehensich die beiden Räder um eine feststehende Achse. Injeder Radnabe sind 2 Kegelrollenlager vorgesehen,die beim Einbau durch Anstellen der Innenringe spielfreigegeneinander gespannt werden. Besonderer Wertist auf möglichst sorgfältige Abdichtung gelegt, damitSchmierpausen bis zu 2 Jahren eingelegt werden1 Glückauf 69 (1933) S. 601.a M ü l l e r - N e u g l ü c k : Losradsätze mit Präzisionslagern an Förderwagen,Glückauf 71 (1935) S. 1169.stehenden Achse des Losradsatzes ist geringer als dieder sich drehenden Welle des Fetthülsenradsatzes.Schließlich erzielt man infolge Wegfalls der Fetthülseeine Gewichtsverminderung und dank der Verwendungvon 4 Kegelrollenlagern eine größere Tragfähigkeitdes Radsatzes. Daher kommt für Förderwagengroßem Fassungsvermögens heute nur nochder Losradsatz in Betracht.Abb. 25. Turboluttenlüftei.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine