2013/4 - Föderation der Barmherzigen Schwestern: Startseite

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Geistliches WortLiebeSchwestern!Schwester M. Michaela Lechner,Generaloberin in AugsburgIn heutiger Zeit herrschenin vielen Ländern Gewalt,Terror und Krieg. UnvorstellbaresLeid erfahren die Menschen,die den Konfliktenausgesetzt sind, die verletztwerden und fliehen müssen.Leider sind häufig Christenbesonders betroffen.Wir werden schmerzlichdaran erinnert, dass derFriede allenthalben sehrgefährdet ist. Wir erlebtenauch, dass Papst Franziskusalle Christen mehrfach aufgerufenhat, für den Frieden inder Welt zu beten.Es ist nahezu wunderbar,dass das unmittelbarbevorstehende militärischeEingreifen Amerikas in Syrienin letzter Minute abgewendetund der diplomatischen Lösungnochmals eine Chancegegeben wurde. Vieleschreiben dies dem inständigenGebet zu und es zeigt,dass der Weg zum Friedenerbetet werden kann.Was hier in der Welt geschah,trifft auch in unseremeigenen Lebensumfeld undauf unser Inneres zu. Überallist Friede ein hohes, kostbaresGut. Dabei geht es ummehr als um das Schweigender Waffen oder den Verzichtauf Gewalt. Die Sehnsuchtnach dem wahren innerenFrieden und einem friedlichen,gütigen Miteinanderist im Großen und im Kleinensehr groß. Dies erfordertein friedensdienliches Handeln,zu dem wir beitragenkönnen, selbst wenn wir unsmanchmal sehr ohnmächtigvorkommen.Bewegendes Motiv istunsere Nachfolge Christi.Jesu Leben war ganz vonFrieden geprägt. Friede wardie Botschaft der Engel inder Heiligen Nacht, Friededie Botschaft der Seligpreisungenund Friede ist undbleibt die Botschaft desauferstandenen Herrn.Wie könnte es anderssein, dass Friede auch dieBotschaft des hl. Vinzenzvon Paul ist, der unentwegtdanach strebte, Jesus Christus»Der Friede ist mehr wert als alleGüter der Welt.« (Vinzenz v. Paul, 16.3.1650)ähnlich zu werden. Nicht nur,dass er den Frieden höherbewertete als alle Güter derWelt. Nein, immer wiederwies er darauf hin, dass wirum den Frieden beten unddurch unser Verhalten aufihn hinwirken müssen. Sosagte er: „Sanftmut und gegenseitigeDuldung sind eineQuelle des Friedens und einBand der Vollkommenheit,das die Herzen vereinigt (in„Liebe sei Tat“, S. 31).Friedfertiges Handelnund den inneren Friedenerreichen wir, wenn wirVersöhnung suchen mit Gottund mit uns selbst und wennwir freundlich und liebenswürdigmit unserer Umgebungumgehen.Der Apostel Paulus unterstütztunser Bemühen aufder „Baustelle Frieden“ mitseinen Worten aus dem Briefan die Römer: Das ReichGottes ist … Gerechtigkeit,Friede und Freude im HeiligenGeist. (…) Lasst uns alsonach dem streben, was zumFrieden und zum Aufbau(der Gemeinde) beiträgt.(Röm 14,17-19)Möge auch Maria, dieKönigin des Friedens, Fürbitteeinlegen für uns unddie ganze Welt.4


derationLiedtext gestellt: „Vertrautden neuen Wegen, auf die derHerr uns weist, weil Lebenheißt: sich regen, weil Lebenwandern heißt.“In Verbindung mit Gedankenvon Papst Franziskuszu Erneuerung und Sendungermutigte sie die Versammlung:„Die Kraft unserer Erneuerungsfähigkeitschöpftaus der Überzeugung, dassGott uns nahe sein will, hierund heute, dass er Wegesucht, unser Herz zu erreichenund zu füllen mit seinerLiebe, die wir im Geistdes heiligen Vinzenz undder heiligen Louise zu denMenschen tragen dürfen.“In ihrem Rückblick mitWort und Bild wurdenviele Erfahrungen in derderation wie Sabbatzeitund Noviziatsschulungen,Junioratstage und das Werteforumsowie die Treffender Generaloberinnen undÖkonominnen lebendig.200 Tage für unterschiedlichePersonen offenstand:Schwestern und Gruppenaus der Straßburger Gemeinschaftsowie aus der derationgenossen die Gastfreundschaftder Schwesternvor Ort ebenso wie Besucherkirchlicher und diözesanerTagungen. Zudem kamenrund 160 Personen zu einemTagesbesuch.Sr. M. Hanna (Hildesheim)erläuterte Inhalt undUmsetzung des neu aufden Weg gebrachten Konzeptsfür die Ausbildung,das gemeinsame Zeiten mitdefinierten inhaltlichen Bausteinenvorsieht. Auch hiergibt es positive Resonanz:Für die Postulantinnen undNovizinnen, die in ihrenGemeinschaften oft allein„Vertraut den neuen Wegen, auf die der HERRuns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Lebenwandern heißt.“Zum JahresthemaSie erläuterte zunächst dasJahresthema: „Die Liebe istunendlich erfinderisch“ –unser Motto für diese Jahrestagung– ist sicher eines derVinzenzworte, die uns am geläufigstensind. Wir verwendenes gern und oft und esermutigt uns, uns jeweils neuauf veränderte Bedingungenin unserem Umfeld und inunseren Gemeinschafteneinzustellen. Die Gefahrbei Gedanken, die einemvertraut und lieb gewordensind, ist nicht selten, dasssie ihre Tiefenschärfe verlieren– und so könnte es unsauch mit diesem Wort gehen.Vor diesem Hintergrund hatuns der Untertitel angesprochen,den der Lazarist PierreRenard angefügt hat: „Ja, dieLiebe ist unendlich erfinderisch,vor allem wenn es gilt,das Kleben am Überholtenabzulehnen und zu wählen inFreiheit und die Hoffnung zuleben.“Aktuelle ProjekteIm Anschluss an den Jahresberichtwurde dem derationsratder Stand der aktuellenProjekte vorgestellt.Sr. Blandine (Straßburg)berichtete über die Erfahrungenim Haus der Quelle, dasim September 2012 seinenneuen Auftrag übernommenhatte. Sie führte aus, dass dasHaus im ersten Jahr rund6in der Formation sind, istdie Gruppenerfahrung sehrwichtig. Darüber hinauskönnen in der Gruppe Themenwie z.B. das Gelübdeder Armut oder die PersonVinzenz von Paul mit unterschiedlichenReferenten inguter Art vertieft werdenSr. Anna-Luisa (Untermarchtal)berichtete aus derArbeitsgruppe Internatio-


Förderationnalität, die, um mit Vinzenzzu sprechen, noch nicht amZiel, aber auf dem Weg ist.Das Bestreben, eine internationaleBegegnung auf Ebeneder deration auf den Wegzu bringen, wurde nochmalsbestärkt und der Arbeitsauftragfür die Gruppe aktualisiert.Mit zum festen Bestandteildes Arbeitsteils gehörendie Berichte der derationssekretärinSr. Regina-Maria (Hildesheim) unddes Redaktionsteams derZeitschrift heute.Lernort der GeschichteAm Nachmittag des erstenArbeitstages waren alleeingeladen, ein Stück deutscheGeschichte hautnah zuerleben: Mit dem Bus ginges zum ca. 30 km entfernten„Point Alpha“, der in Zeitendes Kalten Krieges einBrennpunkt des Geschehenswar. Wie uns die Begleitererläuterten, wurde dort jederzeitmit einem Einmarschder Truppen des WarschauerPakts gerechnet. Im Faltblattvon Point Alpha heißt es:„Die heutige Gedenkstätteschließt die erhaltenen bzw.zum Teil rekonstruiertenGrenzanlagen der DDRsowie ein Museum zur Erinnerungan die Leiden derostdeutschen Bevölkerungunter dem DDR-Grenzregimeim Sperrgebiet mitein. Der Gesamtkomplex istDie Besuchergruppe an der Gedenkstätte „Point Alpha“ein einmaliges Zeitzeugnisdes Machtkampfes zweierpolitischer Systeme und einauthentischer Lernort derGeschichte.“Die hautnahe Begegnungmit der Geschichte, ergänztdurch Erfahrungen, dieMitschwestern in dieser Zeitpersönlich gemacht hatten,war eine zutiefst bewegendeErfahrung.St. Jakobus in GeisaVon Point Alpha aus fuhrenwir ins nahe gelegene StädtchenGeisa und dort zurPfarrkirche St. Jakobus. Dorterwartete uns Herr PfarrerHahner, der uns seine Kirchenahebrachte, in der nebender sehr schönen Ausgestaltungeine weitere Besonderheitauf uns wartete:Auf dem Turm gibt es einCarillion (Glockenspiel) mit49 Bronzeglocken. An einemspeziellen Spieltisch auf demTurm können damit nahezualle Melodien gespieltwerden. Sehr anschaulicherläuterte der Pfarrer, wie ersein Carillion als Mediumder Glaubensvermittlungnutzt, indem er die Tagzeitenund den Jahreskreismit entsprechenden Liedernzu Gehör bringt. Zudemwurde deutlich, dass er Sinnfür Humor hat: Als wir nachder gemeinsam gesungenenVesper die Kirche verließen,begleitete uns das Lied„Muss i denn zum Städtelehinaus…“ vom Turm herab.Im Altenheim in Geisa,in dem noch drei FuldaerSchwestern vor Ort sind, warein festliches Abendessen füruns vorbereitet.7


derationBlick vom Kirchturm auf das Städtchen GeisaDie beiden folgenden Tagewaren der Arbeit am Jahresthemagewidmet. Dabeibegleitete uns Herr ProfessorDr. Klemens Schaupp. Erging mit uns der Frage nach,wie wir in schöpferischerTreue heute unsere Sendungverwirklichen können – alseinzelne, als Gemeinschaften,aber eben auch als deration.Er lenkte, ausgehendvom Gleichnis vom Senfkorn,unseren Blick auf alldie Regungen von Leben, diewir wahrnehmen, und botuns einige Instrumente an,wie wir diese „Hoffnungspflanzen“hegen und pflegenkönnen, z.B. eine Handlungsleitliniezum „GeistlichenAustausch in einem Rat“. Ineiner Mischung aus Impulsreferaten,Gruppengesprächenund Einzelbesinnungwaren wir herausgefordert,die anstehenden Aufgabenzu benennen und konkreteSchritte zu vereinbaren. Sowurde unter anderem derBeschluss gefasst, gezielteAngebote für die Schwesternunter 65 in der deration zumachen, da diese Zielgruppevon den Spannungsfeldernder „schöpferischen Treue“in einer besonderen Weisebetroffen ist.NoviziatsschulungDie Noviziats- undJunioratsleiterinnender deration haben imvergangenen Jahr gemeinsammit Sr. M. Lintrud Funkein neues (Lehr-)Konzeptfür Postulat, Noviziat undJuniorat erarbeitet.8Die Gastfreundschaft derFuldaer Schwestern hat dieseTage nicht nur nützlich,sondern auch sehr erfreulichgemacht: Die guten und sehrkreativ zubereiteten Mahlzeitenhaben ebenso dazubeigetragen wie die liebevollund wohltuend gestalteteLiturgie. Dafür sei auch andieser Stelle nochmals einherzliches Vergelt’s Gottgesagt.Der heilige Vinzenzmöge uns mit seiner Fürbittebegleiten, wenn uns heutedie Verwirklichung desGrundsatzes aufgegeben ist,den er ins Rollen gebrachthat: „Die Liebe ist unendlicherfinderisch. – Ja, die Liebeist unendlich erfinderisch,vor allem wenn es gilt, dasKleben am Überholtenabzulehnen und zu wählenin Freiheit und die Hoffnungzu leben.“ Sr. M. Veronika HäuslerEin Stück mehr in die BerufunghineingewachsenDarin wird es zukünftigkeine Noviziatsschulungenin den verschiedenenMutterhäusern mehr geben,sondern jährlich dreigemeinsame Treffen imHaus der Quelle in Saverne(Zabern).


derationBereits im Februar hattensich die Gemeinschaften mitOrdensnachwuchs (Fulda,Innsbruck, Hildesheim undUntermarchtal) in Zaberngetroffen. Unsere Leiterinnenund Sr. Nicola Maria Schmittreferierten dabei über dasThema „Gelübde der Armut“.Die Freude war groß, alswir uns und die Schwesternvor Ort vom 12. Juni bis3. Juli wieder sahen, um denzweiten Block der Noviziatsschulungmiteinander zuverbringen. Sehr viel Schönesund Tiefgehendes durftenwir in diesen Wochen erleben,das uns wieder ein Stückweit mehr in unsere vinzentinischeBerufung hineinwachsenund reifen ließ.den Metrostationen begegneten.Welch großes Geschenkwar es für uns, die Wirkungsorteunserer Ordensheiligenzu besuchen unddort beten zu können. Wirdanken allen, die uns diesermöglicht haben! Vor allemSr. Denise, die uns mit vielUnser aller UrsprungIn der ersten Woche warSr. Marguerite Schwein ausStraßburg bei uns und referierteüber den hl. Vinzenzvon Paul, sein Leben undseine lebensnahe Spiritualität.Als kleine Einleitung rolltesie unsere Ordensgeschichtequasi von hinten auf: Sie erklärteuns die Geschichte derderation und der StraßburgerKongregation. Nocheinmal bewusster begriffenwir hier, dass Straßburg (bzw.Saverne) unser aller Ursprungist, die Quelle, aus derwir alle hervorgingen.Das Leben und die Spiritualitätdes hl. Vinzenz vonSr. Marguerite nahe gebrachtErinnerungsfoto von der Sommer-Noviziatsschulung 2013 in Zabernzu bekommen, war einegroße Bereicherung für uns.Ihre Vorträge waren durchdrungenvon ihrer eigenenSpiritualität und Lebenserfahrung.Wichtig ist uns hierFolgendes geworden: Vinzenzwar und ist durch unsimmer noch ein Zeuge derLiebe Gottes für die Menschen.Gebet und Tat sindbei ihm eng verbunden – daseine kann ohne das anderenicht funktionieren!Einen gelungenen Abschlussfanden diese Tagedurch eine eintägige Paris-Wallfahrt mit Sr. DeniseBaumann (Straßburg). Siestellte den Tag unter dasLeitwort „Ich möchte mitdem Herzen sehen, so wiees Vinzenz getan hat“ undverwies uns dabei auf dieObdachlosen und die Nöte,die uns in der Stadt und anGespür fürs Wesentlichediesen Tag begleitete.Nach dem ereignisvollenTag konnten wir unsereEindrücke innerlich ausklingenlassen. Mit KatharinaLabouré als Vorbild leistetenwir einen kleinen Beitrag zurUnterstützung unserer Gastgeberinnen,indem wir einenHaushalts- und Gartentageinlegten.Am darauf folgendenWochenende machte PrälatWyrwoll aus dem BistumHildesheim mit uns einen9


derationStreifzug durch die Kirchengeschichte.Sehr spannendwar sein Wissen als Zeitzeugedes zweiten vatikanischenKonzils und zudemüber die Ostkirchen, daPrälat Wyrwoll Leiter desOstkirchen-Institutes inRegensburg gewesen ist.Über unsere SakramenteIn der letzten Woche beschäftigtenwir uns sehrintensiv durch Vorträgeunserer Leiterinnen mit derGeschichte und der theologischenBedeutung unserersieben Sakramente. Der persönlicheZugang war ihnendabei sehr wichtig. Nocheinmal neu ist uns bewusstgeworden, wie kostbar unsereSakramente sind!Mit einem Wandertagunter der Leitung von Sr.Blandine Klein (Straßburg)kam unsere Schulung solangsam zum Ende. Übereinige Umwege gelangtenwir zu unserem Ziel, demWallfahrtsort BonneFontaine, und konnten unsdort an der Quelle stärken.Zum Schluss bleibt unsnur noch zu sagen: Wir freuenuns schon auf ein Wiedersehenund ein Kennenlernender bis dahin neuEingetretenen und vor allemauch auf die Hausschwesternvor Ort!Sr. Hanna Maria Greifzuund Sr. Dorothea Piorkowski,UntermarchtalDie Gruppe in Drei ÄhrenJunioratsschulungLeben aus der QuelleZehn Schwestern sitzendicht gedrängt in zweiAutos und sind kurz vorMitternacht auf dem Wegnach Saverne (Zabern). Einreich gefüllter, schöner Tagliegt hinter ihnen. Und nichtnur das: Die zwei WochenJunioratsschulung im „Hausder Quelle“ sind auch schonfast vorbei – eine schöne, bestärkendeund bereicherndegemeinsame Zeit. Was habensie in dieser Zeit erlebt, washat diese Zeit besondersgemacht und warum war sieso bestärkend?Am Samstag, 27. Juli,trafen die Teilnehmerinnender diesjährigen Schulung imHaus der Quelle in Saverneein: Sr. Barbara aus Zams, Sr.Johanna aus Augsburg, Sr.Katharina Maria, Sr. Emanuela,Sr. Veronika und Sr. Luiseaus Untermarchtal sowie dieJunioratsleiterinnen Sr. Elisabeth(Untermarchtal) undSr. Margarete (Augsburg).Gemeinsame GeschichteGleich am ersten Abendbegann der Einstieg in diegemeinsame Geschichte. MitSœur Marguerite hieß es, inder Zeit zurückzugehen anden Anfang der StraßburgerKongregation. Wir erlebtendie Wirren und Unsicherheitender Gründungsphase undkonnten mit Sœur Blandineauch die Stätten besuchen,an denen die ersten Schwesterngebetet und gearbeitet10


derationhatten. Die Frage nach demCharisma in der Anfangszeitder Kongregation sowie inder späteren Zeit löste einenintensiven Austausch aus.Es wurde deutlich, dass dasCharisma einer Gemeinschaftsich entweder von derSpiritualität, der Sendungoder der Lebensweise herdefinieren kann, und dass inunseren Gemeinschaften eindeutigdie Sendung, nämlichder Dienst an den Armen,das ist, was das Charismaausmacht und die Spiritualitätund Lebensweise prägt.Wille Gottes sein könnte –und dazu brauchen wir dieWelt von heute. Sr. Denisesagte sogar: „Wahrnehmen,was ist, lehrt uns mehr alsfromme Texte zu lesen.“Auch die Entstehungsgeschichteder bei der Schulungvertretenen Gemeinschaftenwar Thema, egalob mit einem Film, durchlebendige Erzählung oderDie Welt von heuteSœur Denise brachte uns„Mit Vinzenz von Paulins Heute“ – und zwar imwahrsten Sinn des Wortes.Am Anfang stand eine Betrachtungdessen, was unsereheutige Welt ausmacht sowieder klare Anspruch: „Wennwir die Welt von heute nichtlieben, brauchen wir keineVinzentinerinnen zu sein.“(Sr. Denise) Ausgehend vonVinzenz kam jede einzelnedem, was sie inspiriert, aufdie Spur. Wir verstanden,dass Vinzenz eben keintheologisches System erfunden,sondern eine geistlicheErfahrung gemacht hatte, dievor allem in seinen Erlebnissen1617 in Folleville undChâtillon zum Ausdruckkam: Es kommt darauf an,mit einer innerlichen Wachsamkeitzu erspüren, wo derMomentaufnahme von der Junioratsschulung in Savernemit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation: Dass die einzelnenGründungen überallspannend und bewegt waren,zeigte sich als ein verbindendesElement unserer Gemeinschaftenund machteuns gleichzeitig Mut, unsauch den Herausforderungender Zukunft zu stellen.Neben dem geistigenFutter kam natürlich auchdas Thema „Nahrung für denLeib“ nicht zu kurz. Nicht nur,dass wir im Haus der Quellevon Sr. Marie-Louise liebevollund in überreichem Maßbekocht wurden – nein, an einemAbend gingen wir sogarmiteinander Flammkuchenessen, was wir sehr genossen.Am Samstag, 3. August,stand der erste Ausflug an:Ettenheim bei Lahr war unserZiel, wohin die Schwesternwährend der französischenRevolution geflohenwaren. Wir besichtigten diePfarrkirche und die Spitalkirche,picknickten im Grünenund konnten in Colmar imUnterlindenmuseum nochden berühmten IsenheimerAltar von Matthias Grünewaldanschauen. BesonderesHighlight: Das Abendessengab es in Trois-Épis (DreiÄhren), von dem wir natürlichschon viel gehört hatten.Als wir das wunderschöne11


derationAbb. oben: Bootsfahrt auf der Ill; Abb. unten: Die erste Regel aus SaverneHaus und Gelände sahen,dachten viele von uns: „KeinWunder, dass die Generaloberinnensich immer hiertreffen wollen!“Nach einem freien Sonntagbegannen unsere geistlichenTage mit Pfarrer Spelz,die geprägt waren vompersönlichen Rückblick aufdie Junioratszeit und demAusblick, wie es für jede vonuns weitergehen würde.Besuch in StraßburgAm Donnerstag, 8. August,durften wir uns dann insGroßstadtleben stürzen beieinem Besuch in Straßburg.Im Mutterhaus in der Ruede la Toussaint durften wirzunächst das Original derersten Regel aus Savernebetrachten, davorbeten und das Buchsogar berühren. Daswar ein sehr bewegenderAugenblick,in dem durch diesesRegelbuch die Verbindungzu allen Schwestern derVergangenheit im wahrstenSinn des Wortes greifbar war.Nach dem Gottesdienst unddem Mittagessen machtenwir uns auf den Weg in dieStadt, zu wichtigen Stättenunserer Gemeinschaften:Wir besuchten das Grab vonSchwester Arcadia Scholl(erste Generaloberin der UntermarchtalerGemeinschaft,damals noch in SchwäbischGmünd), die Kirche St. Jeanund das Krankenhaus St.Barbe, die ersten beidenMutterhäuser der StraßburgerGemeinschaft. Dann ginges weiter zum StraßburgerMünster, dessen Architektursehr beeindruckendwar. Nach einem Besuch imSchwesternaltenheim, derVesper und dem Abendessenkamen wir in den Genusseiner Bootstour auf der Ill,wo wir Straßburg von einerganz anderen Seite kennenlernten. Abends nutzten wirdie Gelegenheit, die täglichangebotenen Licht- undWasserspiele anzuschauen,die ab 22 Uhr an der Illund am Münster zu sehenwaren. Mit musikalischerUntermalung dargeboteneLichteffekte setzten Wasserfontänenauf der Ill und dieFassade des Münsters aufganz ungewohnte Weisein Szene. Müde und vollerEindrücke, aber sehr dankbarfür den schönen Tag kehrtenwir irgendwann nachts nachSaverne zurück.Tags darauf konnten wirnicht nur in Sarrebourg dasFriedensfenster von MarcChagall besichtigen undeine Wallfahrt nach BonneFontaine machen,sondern es hießauch zurückblickenauf dievergangenenzwei Wochen.Dabei wurdeuns deutlich,wie gut es getanhatte, diesegemeinsa-12


Steckbriefme Zeit mit Schwestern ausden anderen Gemeinschaftender deration zu verbringen.Die Auseinandersetzungmit der Geschichte, mitden gemeinsamen Wurzelnstärkte das Zusammengehörigkeitsgefühlund ließ unsauch erkennen, dass dieserZusammenhalt und die Gemeinschaftüber die Grenzender eigenen Kongregationhinaus unabdingbar sind fürdas zukünftige Miteinanderin der deration, ja für dasSchwestersein als Vinzentinerinin der heutigen Welt.Gemeinsame ZukunftWir haben nicht nur gemeinsameWurzeln, eine gemeinsameQuelle, die uns im„Haus der Quelle“ bewusstgeworden ist, sondern aucheine gemeinsame Zukunft.An uns ist es, das, was wiraus der Geschichte gelernthaben, ins Heute umzusetzen,z.B. auch durch dasgemeinsame Suchen nachAntworten auf Fragen wie:„Was bedeutet die Haltungdes Mitleids und der Barmherzigkeitin der heutigenZeit?“ Dazu haben uns dieseTage motiviert und bestärkt.So gesehen sind wir ins Hausder Quelle gegangen, umunsere Quelle zu entdeckenund aus dieser Quelle zuleben. Ein herzliches Vergelt’sGott allen, die uns dies ermöglichthaben! Sr. Luise ZieglerEin neuer Herr VinzenzDer Diener Gottes:Vladimir Ghika(1873–1954)Prinz in dieser Welt,aber nach höhererBestimmung Priesterder Kirche Jesu Christi.(J. Maritain)Sein Leben, sein Zeugnissind von außergewöhnlicherAktualität. (P. Daniel-Ange)Vladimir Ghika, der einerrumänischen fürstlichenFamilie entstammte, wurdeam Weihnachtstag 1873 inKonstantinopel geboren,wo sein Vater in diplomatischemDienst stand. Erwurde nach der Religionseiner Eltern in der orthodoxenKirche getauft undgefirmt. 1879 kam er durchdie Beziehungen seinerMutter nach Frankreich,seiner zukünftigen Wahlheimat.Er studierte zuerstin Toulouse, dann in Parisund erlangte eine subtileund tiefe menschliche undspirituelle Bildung, die ihnauch für die Schätze desKatholizismus aufgeschlossenmachte. Er trat 1902 zurkatholischen Kirche über. Erging zu kirchlichen Studiennach Rom und erlangte dasDoktorat in Theologie; vielspäter, 1923, wurde er für dieDiözese Paris zum Priestergeweiht. Er war als Diplomatund Intellektueller tätigund engagierte sich als Laieim Apostolat. Er tat seinenDienst in Paris und bildetesich in einem Kreis spirituellerFreundschaften weiter,er unternahm in kirchlichemAuftrag viele Reisen: u.a.Rom, Australien, Japan,Argentinien. Der ZweiteWeltkrieg überraschte ihnin seiner Heimat Rumänien,die schnell von kommunistischenKräften beherrschtwurde. Er wurde gleich als13


SteckbriefHindernis für die Durchsetzungder kommunistischenIdee erkannt, gefangen genommenund nahe Bukaresteingekerkert. Zwei Jahrespäter, 1954, verstarb er imAlter von 80 Jahren an denFolgen der Haftbedingungen.Der Weg zum Himmel istschmal, aber auf einemschmalen Pfad kommt manweniger leicht vom rechtenWeg ab als mitten in einerEbene.Eine kontemplative SeeleSehr früh war das Lebenvon Mgr. Ghika von einemnoch unklaren Erkennen derständigen Gegenwart Gottesgeprägt. Ein intensives undklares Beten trug seinen Alltag;es begann früh amMorgen und endete spätam Abend. Diese Vertrautheitmit göttlichen Dingen,immer im Hinblick auf dieJungfrau Maria und von johanneischerPrägung, führteihn zu einem übernatürlichenGehorsam bei göttlichen Eingebungen.Er wünschte sehr,dieses Wissen weiterzugebenund gründete dazu für einigeZeit die „Gesellschaft derBrüder und Schwestern desheiligen Johannes“.Wenn du es verstehst, alles,was du tust, mit Gott zu tun,wirst du ihm in allem, wasdir zustößt, wiederfinden.Apostel der ArmenWeil Mgr. Ghika für dieBedürfnisse dieser Welt sehrsensibel war, setzte er sichunaufhörlich für die Nöteder Armen, der Krankenund der an den RandGedrängten ein: in Paris, inRom, in Rumänien; er verdientden Titel eines „neuenHerrn Vinzenz“.Zuerst als Laie, dann alsPriester nützte er alle seineBeziehungen und seineFreundschaften mit bedeutendenPersonen, um vielerleiInitiativen umzusetzen.Er brachte die Töchter derchristlichen Liebe nachBukarest, ließ sich später inVillejuif nieder, wo er imGeist der Evangelisierungdrei Jahre lang im Arbeitermilieulebte. Sein caritativesLeben wurde zur Seeleseines christlichen Daseins;in der Begegnung mit demNächsten sah er eine wirklicheLiturgie.Suche den auf, der es nichtwagte, auf dich zu warten.Gib dem, der dich nichtbittet. Liebe den, der dichzurückstößt.Diener der KircheDem Blute nach ein Prinz,vertraut mit dem diplomatischenMilieu, katholischerPriester mit orthodoxenWurzeln, ausnahmsweisebefähigt, die Liturgie imrömischen und im byzanti-14nischen Ritus zu feiern, warMgr. Ghika auch erfüllt vonglühender Sehnsucht nachder Einheit der Kirche. Ersetzte dafür seine spirituellenund zeitlichen Interessenein, ohne dabei seine echtevangelische Einfachheitaufzugeben.In den Jahren um 1920arbeitete er für die Wiederherstellungder diplomatischenBeziehungen zwischenFrankreich und dem HeiligenStuhl. Zehn Jahre späterwurde er zum ProtonotarPius XI. ernannt. Seine Hingabefür die Kirche machteihn zu einem der wichtigstenTräger der geheimen Beziehungender lateinisch-katholischenKirche in Rumänienmit dem Heiligen Stuhlwährend der Zeit der kommunistischenVerfolgung. Eropferte dafür sein Leben.Es ist schön, ein Versprechenals Mitte seines Lebens zuhaben.SchriftstellerMgr Ghika war künstlerischhochbegabt. Er verfassteverschiedene spirituelleSchriften. Zu seinen Freundengehörten Künstler undIntellektuelle, darunter PaulClaudel, Francis Jammesoder Jaques und RaissaMaritain. Er unterstützteverschiedene Initiativen,so etwa die Wiedereröffnungder Universität von


SteckbriefLöwen oder die Schaffungdes „Zentrums für religiöseStudien“, gegründet vonJ. Daujat. Er zählte alles,was den Menschen fördernkonnte, zu den Werken derNächstenliebe. Die Schriftenvon Mgr. Ghika sind vongedanklicher Tiefe, habeneinen einzigartigen Stil undoffenbaren die Feinheit einerSeele, die sehr rasch dieGipfel des geistlichen Lebenserklommen hat.Die Siege, die deine Seele erringt,lassen bleibende Wortedes Lebens zurück.das man als heilig betrachtete,seinen Segen, der sich alsfruchtbar erwies.Märtyrer des GlaubensAls der Kommunismus überRumänien hereinbrach, warer bestrebt, sich den Anforderungender Liebe und desGlaubens nicht zu entziehen.Er lebte sein Schicksal mitdem seines Volkes, aus demer stammte. Er blieb Seelenhirtein Bukarest, ohne sichzu verstecken oder unklugzu sein; er hatte die FreiheitMutiger HirteIm inneren Leben von Mgr.Ghika verband sich das Annehmender Bitterkeit undKomplexität schmerzlichstermenschlicher Schicksaleaus liebender Sorge mit derBegeisterung für die Einfachheitder Liebe und desgöttlichen Anrufs. DieseSpannung befruchtete seinganzes Leben, lenkte seinenapostolischen, vom Geistgeprägten Mut, vervielfachteseine Zeichen und seineBekehrungen. Mit zweiKindern aus Villejuif, dievöllig unerwartet zu früh zurMesse gekommen waren,improvisiert er ein Versteckspiel.Dem Kaiser von Japan,der ihm seinen Wunschnach einem Erben anvertrauthatte, gewährte er unterMissachtung des Protokolls,Vladimir Ghika verdient den Titel „neuer Herr Vinzenz“Trösten heißt, dem anderen etwasbringen können, das weitwahrer ist als sein Schmerz.eines Menschen erreicht, derbereit ist, alles zu verlieren.Mit seiner Gefangensetzungim Gefängnis von Jilavabegann die Zeit der Ernte:Er wurde unerhörten unmenschlichenBehandlungenunterworfen. Dabei wandteer sich liebend den Seelenzu und gab im Augenblickseines Verlöschens einleuchtendes Zeugnis desFriedens, des Glaubens undder höchsten Weisheit. 15


BildmeditationVon einemTor zum andernMenschsein ist eben einUnterwegssein. Da gehtes immer weiter. Bei diesemBild könnte man es auf denersten Blick hin nicht sagen.Man sollte aber doch weitergehen,um zu erfahren, dasssich am Ende des Weges dochwieder neue Räume eröffnen.Gottes Welt ist so großund vielseitig. Er schenktuns immer wieder neue Aussichtenund Einsichten für»Alles ist offen zum Entdecken,von Torbogen zu Torbogen.«den Weg, überraschendeAugenblicke und Durchblickein Neuland. Er stärktund ermutigt zum Weitergehenund lässt uns in manchenGelegenheiten des Lebensseine Begleitung spüren.Wer sich in der liebendenAufmerksamkeit übt,wird täglich Gelegenheitenfinden, die uns auf Gott undseine Vielseitigkeit in derSchöpfung hinweisen:das wechselnde Wolkenbildam Himmel,die bunte Palette aller Farbschattierungen,das Zusammenspiel von Lichtund Schatten,die Unzählbarkeit vonTieren und Pflanzen,alle Kreativität menschlicherAusdrucksweise.Alles ist offen zum Entdecken,von Torbogen zuTorbogen. Die größte Überraschungallerdings wirdnoch kommen, wenn jederdurch seinen letzten Torbogenschreitet, um Gott zubegegnen und Heimat beiihm zu finden. Ein WortJesu gibt dazu die Sicherheit,denn er sagt: „Wenn es nichtso wäre, hätte ich euch danngesagt: Ich gehe, um einenPlatz für euch vorzubereiten?“(Joh 14,2)Fragezeichen! Fragezeichenan meinen Glauben ... Text: Sr. Ursula BittnerFoto: Heidi Bittner16


17Diese Torbogen der altenKaiserpfalz in Kaiserswerthstimmen nachdenklich,gerade in Zeiten, woKirchenjahr und Kalenderjahrlangsam zu Endegehen. Viele Tore undTüren und Räume gab esschon zu durchschreiten,bekannte und neue.


StatementBarmherzige Schwestern geben Antwort (8)Diesmal kommt Schwester M. Stefania Bauer aus Rottenmünster (Untermarchtal)zu Wort. Das Interview aufgezeichnet hat Schwester Gabriele Maria Sorg, die sich mitihr am Sonntag, 4. August 2013, nach dem Gottesdienst auf einer Bank im wunderschönenPark in Rottenmünster unterhalten hat.Schwester M. Stefania Bauer (86),seit 1950 Barmherzige SchwesterIch bin am 29. Dezember1926 als 2. von 8 Kindernin Krinjaja geboren. Wirgehörten zu den so genannten„Donauschwaben“. DasGebiet gehörte damals zumehemaligen Jugoslawien, früherwar es mal Ungarn undheute gehört es zu Serbien.Meine Kindheit war glücklichund die Familie bot mirGeborgenheit und ein Zuhause.Doch dann kam derKrieg. 1944 sind wir zu Fußgeflüchtet, meine Mutter mit7 Kindern, der Vater war imKrieg. Grund für die Fluchtwar, dass man uns nach Sibi-rien verschleppt hätte, wie soviele in unserem Dorf.Verwandte in StuttgartZuffenhausen haben unsaufgenommen. Der Vater warin englischer Gefangenschaft,er kam zwei Jahre später zurFamilie. Wir haben zuerstin Baracken gewohnt, spätergab es Flüchtingswohnheime.Ich fand Arbeit in einerGärtnerei.Als Donauschwaben warenwir alle im katholischenGlauben beheimatet unddas hat mich geprägt. DerGedanke ans Kloster war inmeiner Jugend noch weitentfernt, ein junger Mann hatein Auge auf mich geworfen,doch ich spürte, dies istnicht der Richtige, vielleichtkommt er ja später. Doch dieErfahrungen auf der Fluchthaben mich innerlich umgewandelt.In dieser Zeit warmein Gebet sehr intensiv. DieVergänglichkeit des Lebensist mir besonders bewusstgeworden; was zählt letztendlichim Leben? In Stuttgart-Hofen habe ich Sr. Griesbertakennengelernt, die unsdas Nähen beibrachte.So war mir der Gedanke,in ein Kloster zu gehen,nicht mehr so fern undder Entschluss dafür reifte.Eine ganz tiefe Gotteserfahrunghabe ich in dieserZeit gemacht. Ich beteteeine Novene zum Hl. Geistund es wurde mir eine tiefeGewissheit geschenkt, eintiefes Gottvertrauen, dass ichdiesen Weg gehen soll.Der Abschied von denEltern und Geschwistern fielWas mir in meinem Leben wichtig geworden ist:• Wenn du im Kloster allein Gott suchst und den anderen dienst,wirst du glücklich.• Bete zum Heiligen Geist und du wirst deine Berufung erkennen.• In der Gemeinschaft gilt es, die Fehler der anderen zu ertragen.Ich muss meine Fehler sehen, die anderen müssen mich damitauch ertragen.• Positiv denken hilft, um gut zu leben, um auf dem guten Wegzu bleiben.• Das Gute weitersagen, das kann man immer machen!18


Betrachtungmir schwer, doch die Freude,diesen Weg zu gehen, überwog.So bin ich am 12. April1950, im Heiligen Jahr, inUntermarchtal eingetreten.Postulatsleiterin war damalsSr. Mathilde und NoviziatsleiterinSr. Loephegild. 1951war Einkleidung und einJahr später legte ich Professab.Mein Weg hat mich nachRottenmünster geführt. Dorthabe ich nach einem kleinenKurs für Altenpflege immerbei den Kranken gearbeitet.Mein ganzes Schwesternlebenhabe ich hier verbrachtund manche Veränderungmiterlebt. Ich habe meineArbeit immer sehr gernegemacht und die Kranken inmein Herz geschlossen.Die SehnsuchtGottes ist der MenschWenn dieses heute-Hefterscheint, geht es mitRiesenschritten auf Weihnachtenzu. Von daher liegtes nahe, Gedanken zumWeihnachtsfest in den Textendes hl. Vinzenz und derhl. Luise zu suchen. Als Bildfiel mir diese Darstellungdes hl. Vinzenz ein, die wirbei unserer Jubiläumswallfahrtnach Lourdes außen aneiner Kirche entdeckt haben.Foto: Superior Edgar BriemleEs ist kein ausgesprochenesWeihnachtsbild, aber es hatmich inspiriert, dem Gedankender Menschwerdungnachzuspüren.Betrachten wir zuerst dasBild selbst. Vinzenz stehtaufrecht da und umfängt einKind, das sich nicht nur mitseinen Armen, sondern mitseinem ganzen Leib, mit seinerganzen Größe ausstrecktnach dem hl. Vinzenz. Derganze Leib bittet darum,hochgenommen, getragenzu werden, geborgen zu seinbei dem Heiligen. Dazu stelltsich das Kind, der Junge,auf die Zehenspitzen, umso seiner Sehnsucht, seinemWunsch mehr Ausdruck zuverleihen. Vinzenz selbst istmit einer Soutane und dembei ihm bekannten Mantelbekleidet, aber er trägt keineSchuhe.Seine Augen scheinen aufden Betrachter zu schauen,als ob er sagen wollte: Schauher, siehst Du, was das Kindsucht? Am Fuß der Statueist ein Schaf dargestellt. DieDeutung bleibt dem Betrachterüberlassen. Mir hatsich beim Betrachten dieserDarstellung das Wort „Sehnsucht“aufgedrängt. Sehnsuchtnach Angenommensein,Geborgenheit, Liebe.Dann kam mir das Wort deshl. Augustinus in den Sinn:„Die Sehnsucht Gottes istder Mensch.“Was hat dies alles nunmit Weihnachten zu tun?Weihnachten, das Fest derGeburt unseres Herrn JesusChristus, zeigt mir, dassGott uns Menschen so sehrliebt, dass er einer von unswerden will, uns gleich inallem. Hier kommt für michdie Sehnsucht Gottes nachuns Menschen ins Spiel.Wäre ER Mensch geworden,wenn nicht tatsächlich auchin IHM eine Sehnsucht nach19


Betrachtunguns, nach dem einzelnenvon uns lebendig wäre? Gottist Mensch geworden, weilER Sehnsucht hat nach mir!Weil ER mich liebt! Ist dasnicht ein atemberaubenderGedanke: Gott hat Sehnsuchtnach dem Menschen, nachmir!? Nicht weil ER denMenschen braucht, sonderneinfach, weil ER die Menschenliebt! Gott hat uns nachseinem Bild und Gleichnisgeschaffen und uns darinschon einen Beweis seinerLiebe geschenkt. Durch seineMenschwerdung hat ERdiesen Liebesbeweis noch bekräftigtund uns am Beispielseines Sohnes gezeigt, wiewir IHM immer ähnlicherwerden können.Vinzenz und Luise habenbeide den Gedanken derMenschwerdung als wesentlichenAusdruck der LiebeGottes zu uns Menschenverstanden und dies immerwieder den Brüdern undSchwestern als Beweggrundfür die Liebe untereinanderans Herz gelegt. So sagte derhl. Vinzenz einmal in einerKonferenz für die Filles de laCharité: „Dass die Schwesternder Liebe einander herzlicheHochachtung schulden,ergibt sich zunächst aus derEhrerbietung, die die dreiPersonen der Heiligsten Dreifaltigkeitfüreinander hegen.Es sind in der Hauptsachezwei Akte, aus denen mandas erkennt: der Entschluss,den Menschen zu schaffen,und die Menschwerdung desWortes. Es schien mir, dassdiese herzliche Hochachtunguns eines Herzens und einesWillens mache, obwohl wirdoch zahlreiche Personensind. (…) Man bezeigt sichdiese gegenseitige herzlicheHochachtung, wenn man inwirklichem Frieden und inWährend ich einesAbends das Bild desheiligen Vinzenz anschaute,kam mir der Gedanke: Washaben wohl seine Sinne alles„gesehen“ und „gespürt“?Die Augen beeindrucktenmich so sehr, dass ich mitihnen anfangen möchte.Diese Augen schauen michauf dem Bild immer sehrGüte miteinander lebt, nachdem Beispiele Jesu Christi diekleinen Fehler der anderenerträgt, so wie er die seinerApostel und der sonstigenLeute, mit denen er umging,ertragen hat.“ ( Konferenzenfür die BarmherzigenSchwestern, KarlheinzSchmidthüs) Mit den Augen des heiligenVinzenz von PaulSr M. Karin Weberintensiv an. Was wollen siemir wohl sagen?Heiliger Vinzenz, washaben Deine Augen nichtalles gesehen?Als Kind halfen sie Dirbeim Erkunden der Weltum Dich herum. Du sahstmit Deinen Augen DeineEltern und auch Deine Geschwister.Die Liebe in ihrenAugen hast Du vielleichtnur unbewusst wahrgenommen.Deine Augen halfenDir beim Lernen und nichtzuletzt auch beim Hüten derSchweine. Die Not der Zeitstach Dir als Kind wahrscheinlichnoch nicht so indie Augen, oder?Als Du dann älter wurdest,wolltest Du auch nochso manches nicht sehen.Selbst Deinen Vater wolltestDu nicht sehen, als er Dicheinmal besuchte. Dieses Ereignishat Dich Dein ganzesLeben lang noch belastet.20


BetrachtungDoch irgendwann kamdie Zeit, wo Gott Dir dieAugen öffnete. Du lerntestdie Not der Zeit zu sehenund konntest immer häufigernicht mehr wegschauen.Deine Augen sahen aufder einen Seite die Reichenund Schönen und auf deranderen Seite aber dieArmen und Kranken, unddie, welche in den Augender anderen kein Ansehenmehr hatten. Gott schenkteDir immer einen schärferenBlick auf die Menschen umDich herum. So sahst Duauch die Hilfsbereitschaftder anderen und wusstest,wie Du sie für Deine Sachegewinnen konntest.Vieles hast Du vermutlichin Deinem Leben gesehen,was Du nicht ändern konntest.Auch das gehörte zuDeinem Leben, aber nie hastDu aufgegeben.Aber neben all demElend hast Du auch immerGott gesehen. Er hatDir die Augen geöffnet fürsein Wort und für seineGegenwart in allen Menschen,denen Du begegnetbist. Ohne IHN hättest Dudas alles nicht ertragen. Ergab Dir SEINE Augen, umdas alles zu erkennen. Erschenkte Dir SEINE Augen,damit Du SEIN Werkzeug»Im Nächsten Christus erkennen.«Wenn Deine Augen uns erzählenkönnten was sie allesgesehen haben, es würdewahrscheinlich unsere Vorstellungenweit übertreffen.Deine Augen waren offenund weit, geöffnet für denNächsten, geöffnet für dieWelt. Nur selten hast Du siegeschlossen, denn auch DeineNächte waren nur sehrkurz. Viel Erholung gönntestDu Deinen Augen nicht.werden konntest. Denn Gottbenötigte Deine Augen, umzu helfen, genauso wie erheute auch noch unsere Augenbenötigt, um zu helfen.Du sagtest zu DeinenSchwestern immer: ImNächsten Christus erkennen.Aber das kann ich nur, wennich dafür offen bin und mirvon Christus dabei helfenlasse. Heiliger Vinzenz, hilfDu auch uns heute, dass wirdie Augen für den Nächstenaufmachen und damit fürGott. Zeige Du uns immerwieder, wie schön es ist, dieAugen so zu öffnen, umden Nächsten und Christuszu sehen. Lehre uns, keineAngst vor diesem neuenBlick zu haben. Bitte Du beiGott für uns, dass er es ist,der uns die Augen öffnet,damit wir ihn in unserenMitmenschen erkennenkönnen, und damit wir dieZeichen der Zeit erkennenund danach handeln.Guter Gott, schenke Duuns sehende Augen, diedort hinschauen, wo anderewegschauen. Die dort Trostspenden, wo sonst niemandmehr Trost spendet, unddie Dich erkennen in allenMenschen, die uns begegnen.Gott, nimm Du unsereAugen als Dein Werkzeugan, um hier auf Erden wirkenzu können.Sr. Emanuela Koch, Untermarchtal21


Augsburg„Den Weg im Glauben wagen“ –das Abbé-Pierre-ZentrumHerr, wenn es dich wirklichgibt auf dieserWelt, dann zeige dich mirkritischer und ungläubigerPerson so, dass ich es begreifenkann.“ Das war mittenaus meinem Herzen einkonkretes und direkt an denHerrn formuliertes Gebet,nachdem ich während einerObduktion in den völligleer geräumten Körper einessezierten jungen Menschenblicken durfte und sich mirirritierend die Frage aufdrängte:„Das kann dochnicht den ganzen Menschenausmachen? Es muss nochmehr auf dieser Welt gebenals nur Materie, die wiedervergeht?“»Es muss noch mehr auf dieserWelt geben als nur Materie, diewieder vergeht.«Die direkte Antwort ließnicht lange auf sich warten.Gott machte, für michundenkbar, Unmöglichesmöglich. Der Glaube an dasEvangelium und die Sehnsucht,mich auf diesen Gotteinzulassen, zogen mich indie nähere Nachfolge. Ichempfand sehr schnell Sympathiefür das Charisma vonVinzenz von Paul und zurrichtigen Zeit am richtigenPlatz zu sein. Viele Jahre warich als Krankenschwester inder häuslichen Krankenpflegetätig, was mich restlosausfüllte bis zu dem Zeitpunkt,an dem sich eineinnere Sattheit und Leereeinstellten. Aus der Zeitmeines Noviziates war mirdieses Phänomen, in demder Herr wieder deutlicherzu Wort kommen möchte,bekannt. Ich war jedenfallswieder empfänglicher gewordenauf der Suche nachdem ausbalancierenden Ortin mir. Es war der Wendepunktin ein neues Tätigkeitsfeld.Unplanbar undvöllig überrascht aus demMoment heraus wurde ichmit einem Projektvorhabendes StadtcaritasverbandesAugsburg und dem BezirkSchwaben konfrontiert, mitSuchtkranken zu arbeiten.Spontan, entschlossen undim Gleichklang mit meinenMitschwestern, die diesemVorhaben zugestimmt haben,wechselte ich 2007 in dasAbbé-Pierre-Zentrum Augsburg,eine Tagesstätte fürMenschen mit einer chronischenAlkoholstörung.Die Gründung dieserTagesstätte fiel in das Todesjahrdes französischen LumpenpriestersAbbé Pierre. Ichwar davon berührt. BeidePioniere, Abbé Pierre undVinzenz von Paul, sind sichnicht nur in ihrer äußerenAusstrahlung ähnlich,sondern auch in ihrerpraktizierten Spiritualität,„den kurzen Augenblick, dasbisschen Zeit des Lebens zunutzen, um frei zu sein undLiebe zu lernen!“Eine komplexe VerantwortungWährend unserer konzeptionellenEntwicklung erkannteich bald die komplexeVerantwortung gegenüberden anvertrauten Menschen,mit ihren Doppeldiagnosen,sozialen und delinquentenProblemen, die einer vielschichtigenUnterstützungund Vernetzung bedürfen.Meine langjährige Berufserfahrungmusste durch einezweijährige berufsbegleitendepsychiatrische Ausbildungin Allgemein-, Sozial-und Gerontopsychiatriesowie Sucht und Forensiknotwendigerweise angepasstwerden.22


AugsburgDer Gemeinschaftsgedankein unserem Zentrumist ein zentraler Ansatz. Esfinden regelmäßig Aktivitätenin der Gruppe statt.Diese sind: Gruppengespräche,gemeinsame Einnahmeder Mahlzeiten, gemeinsameFreizeitangebote undgemeinsames Arbeiten.werden, ihre täglichenBelange selbstständig regelnzu können. Die individuelleMaßnahmenplanung erfolgtressourcenorientiert. Fürden Besuch der Tagesstätteist Abstinenz keine grundlegendeBedingung, auchnicht für höherwertige Angebotewie z. B. Arbeit mitUnterstützung gegeben werdenkann.Eine enge Zusammenarbeitmit allen Institutionenund Trägern der Region, diemit der Zielgruppe in Kontaktstehen, ist angestrebt.Dadurch soll eine möglichstoptimale und abgestimmteVersorgung der KlientenZielsetzungDas Abbé-Pierre-Zentrumhat es sich zur Aufgabe gemacht,Menschen, die untereiner Alkoholabhängigkeitleiden, wieder in die Gesellschaftzu integrieren, inder sie nach Möglichkeit einselbstständiges Leben führen.Zielsetzungen hierfürsind: zufriedene Abstinenz –Eigenverantwortung stärken– Selbstständigkeit fördern.Die Voraussetzungen für dieAufnahme sind ein festerWohnsitz, der deutschenSprache mächtig zu sein unddas Alkoholproblem einigermaßenunter Kontrolle zuhaben, keine anderen Drogenund der Wille, an sichzu arbeiten. Die Aufnahmeerfolgt über ein Erstgesprächdurch eine Fachkraft unddurch eine individuelleMaßnahmenplanung.TherapieansatzDer Therapeutische Ansatzgibt eine verbindliche Tagesstrukturund Leben in einerGruppe vor, die Besuchersollen in die Lage versetztDem Tag wieder eine Struktur geben: Schwester M. Dorothee mit einemKlienten bei der GartenarbeitHinzuverdienstmöglichkeit,ALG-Maßnahmen; jedochist der Wille zur Abstinenzeine Grundvoraussetzung.Um das Zusammenarbeitenund -leben im Abbe-Pierre-Zentrum zu gewährleisten,müssen Regeln wie HauptundAllgemeinregelungeneingehalten werden.Voraussetzung dafür sindEhrlichkeit und Vertrauen,damit jedem Einzelnen imRahmen der Möglichkeitendes Abbé-Pierre-Zentrumserreicht werden: einerseitsum die notwendigen Hilfenverschiedener „Anbieter“optimal nutzen zu können,aber auch um eventuelleDoppelleistungen zu vermeiden.Wesentlich ist die Zusammenarbeitmit folgendenEinrichtungen: den Bezirkskrankenhäusernund denniedergelassenen Fachärzten,den Selbsthilfegruppensowie den Suchtberatungsstellen,der Schuldnerberatung,den gesetzlichen23


AugsburgBetreuern der Jobcenter,dem Bezirk Schwaben undden Wohnheimen, derSozialdienste Männer undFrauen, den Justizbehördenund den Bewährungshelferneinschließlich der Begleitungim Strafvollzug.Wie finden die Menschenin unsere Einrichtung?Meist geschieht das überMundpropaganda undengagierte Sachbearbeiterder Jobcenter, über Obdachlosenheimeoder über diepsychiatrischen Kliniken imUmkreis. Es sind Männerund Frauen in einem Lebensalterzwischen dem20. und 60. Lebensjahr,meist mit einer abgeschlossenenBerufsausbildung,die uns mehr oder wenigerfreiwillig aufsuchen.In welcher Allgemeinverfassungkommen unsereBesucher bei uns an?Sie sind geprägt durch einejahrelange Trinkkarrieremit physischen und psychischenAbhängigkeiten,deren Krankheitsbilder einschrittweises Voranschreitenin ein soziales, finanziellesoder delinquentes Dilemmabedeuten. Aus der Entwicklungspsychologiewissen wirheute, dass solche Missständevor allem in den frühen bisin die jugendlichen Entwicklungsjahreim Zuge einererhöhten Verletzbarkeit durchUnser AngebotTagesstrukturierende Maßnahmen: Arbeits-, Freizeit- undKreativangeboteTherapeutische Maßnahmen: Einzelgespräche, Bezugsbegleitung,Morgen- und Reflexionsrunden, Haussitzungen,Abstinenzförderung, geleitete Gesprächsgruppen, innereAchtsamkeitsgruppen, Angehörigengespräche, psychosozialeBegleitung und Zusammenarbeit mit SuchtberatungsstellenGesundheitsfürsorge: Ernährung, Hygiene, ärztliche Aufsicht,SportRäumlichkeiten: Werkstatt, Garten, Küche mit Speiseraum,Waschküche, Gemeinschaftsraum, Kreativ- und stiller RaumTeam: verschiedene Berufsgruppen mit Kenntnissen immedizinischen, psychiatrischen, sozialpädagogischen undergotherapeutischen BereichTagesstruktur: tägliche Reflexionsrunde; Montag frühund Freitag nachmittags erweiterte Reflexionsrunde derWochen- und der Wochenendziele; einmal in der WocheTeilnahme an der Haussitzung, um Aktuelles oder Informationenzu besprechengestörte Bindungsmuster,nicht bewältigte Krisen underlernte Hilflosigkeit sowie imMiterleben konsumierenderUmfelder grundgelegt werden.Die zu geringen Widerstandskräftekönnen den Risikenund Belastungen nichtausreichend standhalten. Undsomit fällt die Person aus demSchutz der so notwendigenRessourcen von Gesundheit,der Leistungs- und Persönlichkeitsbildung,von Begabungenund dem förderlichenNetzwerk von Beziehungen.Nicht immer sind ambivalen-te Entwicklungsmomente füreine Abhängigkeitsstörungverantwortlich, es reichenauch Fehleinschätzungenund ein überhöhtes Risikoverhaltendes eigenen Trinkverhaltensoder ein Missbrauchs-und unkontrolliertesAnpassungsverhalten aus,um sich abzuschwächen undan einer Sucht zu erkranken.„Sie kommen.“Kommt ein neuer Besucherbei uns an, sind die Wertschätzungund die Anteilnahmeseiner seelischen24


AugsburgVerfassung beschützt zuerspüren. Hier fallen dannschon mal Bemerkungen wie:“Endlich kann ich mal redenund auspacken, ich bin dochnoch wichtig. Ihr müsst schonvon eurer Arbeit überzeugtsein, dass ihr mit solchen wieuns Kontakt pflegen wollt.“Solche Aussagen machenbetroffen. Sie erleben sichund ihr Umfeld oft aus einerBedrohung und Angst heraus,bewerten sich als Versager,als beschmutzt in die Engegetrieben oder leiden zunehmendan Verlust von Selbstwertund Selbstvertrauen. SolcheAuswirkungen mündenin Wut und Aggressionengegen sich selbst und ihreUmwelt und enden häufigim Karussell der Opferrolle.So bei sich angekommen, ineinem Befinden von Abgestumpftheitund Verzweiflung,verbleibt nur noch dasBetäuben durch Alkohol.lungskraft beim Teilnehmer,stimmt die Zielvereinbarung.Wir differenzieren und hinterfragenbei jedem Teilnehmergenau, wer ist vermittelbar,wer kann aus eigenenKräften alleine nicht auf denArbeitsmarkt finden undwer richtet sich auf Hartz IVein. Bei letzterem endet die1-Euro-Maßnahme und ggf.die Teilnahme an unseremEinrichtungskonzept. Nachspätestens zwei Jahren solljeder einen Richtungswechselvollzogen haben undauf unsere Tagesstätte nichtmehr angewiesen sein.Durchhalten wird belohntEs gibt keinen geradlinigenWeg aus einer Abhängigkeitserkrankung.In einem mehrstufigenProzess stützt dieÜberzeugung des Teams dieStärken und Kräfte eines jedenTeilnehmers, den Weg ausder Sucht in die zufriedeneAbstinenz zu wagen. Ist eineStufe der positiven Veränderungpassiert, heißt es nicht,dass die vorhergehende nichtnochmals und mehrmalsdurchlaufen werden muss.Stützend und evaluierend„Du kannst die Wellen desLebens nicht stoppen, aber dukannst lernen, sie zu reiten.“Ankommen lassen!Bei jedem Neuankömmlingstellt sich für uns aufs Neuedie Frage, wo anfangen. DieLösung liegt meist im Einfachen.Ankommen lassen!Wir plagen die oft scheuenBesucher nicht mit unnötigenFragen und lassen sieselbst herausfinden, wo ihrPlatz in der Einrichtung ist.Sie beginnen ganz von selbst,sich äußerlich und innerlichzu ordnen und Vertrauen zufassen, durch Tagesstruktur,gemeinsames Arbeiten undKennenlernen. Mit der Zeitwerden wir als Team Zeugenihres Lebensweges und versuchen,uns schrittweise mitden Besuchern den nächstenund mittelfristigen Lösungenentgegen zu tasten. DerBesucher gibt die entscheidendenImpulse, an seinerKrankheitseinsicht und Alkoholabstinenzzu arbeiten,wie auch an dem Interesse,wieder dem Arbeitsmarkt zurVerfügung stehen zu wollen.Diese Veränderung heißt esaufmerksam zu ordnen undkonkret auf ein kleines Zielzuzugehen. Wachsen dieMotivation und die Vorstel-25stehen wir hinter dem Besucherund begleiten ihn vonder Vorabsichtsbildung bishin zur Stabilisierungs- undHandlungsphase. Dadurchentstehen oft intensive undfordernde Wechselbeziehungenzwischen den Besuchernund dem Team. Wer mitAbhängigkeitskranken umgeht,verändert sich selbst unddurchläuft einen persönlichenProzess. Durch eine beharrliche,offene und duale Auseinandersetzungzwischen den


AugsburgAbhängigkeitskranken undunserer Gesellschaft schwindetein Machtgefälle undmacht den Weg frei, sich auseiner Selbstverständlichkeitheraus mit den Betroffenenauf einen Veränderungsprozesseinzulassen.Der Einzelne entscheidetUnser Team muss sichimmer wieder hinterfragenlassen von der Tatsache,dass unsere Teilnehmer aufauthentische und überzeugteVorbilder angewiesen sind,die eine freiwillige Anwesenheitunserer Teilnehmer inVerbindlichkeiten lenkt. Thema,Tempo und Zeitpunktder Veränderung bestimmtder einzelne Besucher. Wennunsere Teilnehmer um denErfolg der kleinen Schritteund der Akzeptanz desgegenwärtigen Zustandswissen, dann stellen sich dieersten Erfolge ein: emotionaleSicherheit, Freude übereigene Leistungen, Neugierdeund Interesse am Leben,klarere Gedanken, sinnvolleZeitnutzung und eineinnere Befremdung über dasThema Alkohol. Die eigenenRessourcen müssen immerwieder neu entdeckt und geübtwerden und stehen nichteinfach zur Verfügung.„Sie bleiben“Haben unsere Besucher malbegonnen, ihre Bedürfnissewieder zu benennen, werdensie empfänglicher, sichauf die persönlichen Fragennach Sinn, dem Woher unddem Wohin einzulassen. Einzentraler Moment in unsererEinrichtung, der zu einerKraftquelle werden kann, sindunsere Feste und die vorausgehendenGottesdienste. Jederwill mitgestalten, dabei seinund seine selbst formuliertenFürbitten vortragen. UnsereChristmette feiern wir jedesJahr in der Werkstatt, demHerzstück unserer Einrichtung.In dem weniger sakralenRaum wird spürbar, dassauch heute mitten im Chaos„Es kommt auf uns an, aber eshängt nicht von uns ab.“unserer modernen, nüchternenWelt Jesus direkt zugehtauf jeden einzelnen Besucher.Unser Einrichtungsseelsorgerversteht es, in einfachen undgreifbaren Beispielen ausdem Leben unserer Besucherdie Botschaft Jesu zu kanalisierenund leben zu lassen.Auch jene Besucher, die auseinem Sicherheitsabstandheraus stille Beobachter amGottesdienst sind, beginnenzu erahnen, dass auch sieselbst sich im Magnetfelddes Herrn befinden und einVorbeimogeln am „Endlich-einmal-nachdenken-Müssen“ihre Situation nicht tragfähigermachen wird.Es bleibt eine Herausforderung,seine vinzentinischeIdentität in den gemeinsamenSendungsauftrag der schwesterlichenGemeinschaft zustellen, um das lebendig zuhalten, wozu uns Jesus Christusin jedem Moment unseresLebens ruft. Ich erlebe es fürmich immer wieder neu, dasses die Armen sind, von denenwir empfangen und unsevangelisieren lassen. Immerwieder entdecke ich auf meinemGlaubensweg Bereichein mir, die dem Evangeliumnoch ferne sind, noch nichtklar genug erscheinen undeinen Perspektivenwechseleinnehmen müssen. Ein Satzvon Ignatius von Loyola, dermich bewegt, lautet sinngemäß:„Es kommt auf uns an,aber es hängt nicht von unsab.“ Er lässt mich aufhorchenund gibt mir die Kraft, dieeigenen Begrenzungen anden Herrn abzugeben undmich mit den Betroffenen aufdie Suche nach sinnvollemLeben-Können und Ankommen-Dürfenzu machen.In unserem Gotteslob erinnertdas Lied „Ich steh vordir mit leeren Händen“ daranund deutet, dass es der Herrselbst ist, der mich persönlichan einen ganz konkreten Ortschickt, um in seinem Namenmit den mir AnvertrautenIhn in Augenhöhe zu suchen26


AugsburgLiebe Leserinnen und Leser,mein Name ist Sylvia und ich bin Teilnehmerinim Abbé-Pierre-Zentrum Augsburg. Ich möchteIhnen über mein Leben erzählen, wo Alkoholzum Verhängnis wurde.Es begann mit dem 16. Lebensjahr. Mir schmeckteeinfach ein Glas Wein, ich war danach besserdrauf und kam mit anderen besser ins Gespräch.Von Haus aus bin ich eher introvertiert. MeinTrinkverhalten änderte sich auch in meinemBerufsleben als Altenpflegerin nicht. Dort wurdealles schlimmer, weil die Anforderungen stiegen.Mit der Zeit wurde mein Kollegen- und Freundeskreisdarauf aufmerksam. Alle wollten helfen,ich aber nahm keine Hilfe an, obwohl ich wollte.Der Alkohol zog sich inzwischen wie ein roterFaden durchs Leben, jahrzehntelang. So verlorich mehrmals meinen Arbeitsplatz, daraus resultiertenWohnungsverluste und nichts half, diesenWeg der Sucht zu verlassen.Im letzten Jahr eskalierte mein Gesundheitszustandund ich befand mich in einem lebensbedrohlichenZustand. Ich hatte mit dem Lebenabgeschlossen. Schwere Depressionen triebenmich ab. Doch der starke Wille, nicht nur zuüberleben, sondern zu leben, wieder Qualität zubekommen, siegte. In kleinen Schritten erhieltich einige Energien wieder zurück. Im Krankenhausnahm ich an stabilisierenden Maßnahmengegen die Sucht teil. Hier erfuhr ich von diesemAbbé-Pierre-Zentrum mit seinen verschiedenenMöglichkeiten und Chancen, wieder ins Lebenzu finden.Durch den Kontakt mit den anderen Teilnehmernund dem Team fand ich allmählich wiederHalt, den mir sonst niemand mehr geben konnte.Wir sind hier eine Gemeinschaft geworden,jeder mit seiner Geschichte, seinen unterschiedlichenErfahrungen, aber auch Hilfestellungen,das Suchtproblem gezielt anzugehen, um diePerspektive fürs Leben, für die Natur und dieSchönheit der Welt zurückzubekommen.Ich habe wieder Lust zu Leben und zu sein!Ihre Sylvia Wiesmüllerund aufzunehmen. Um denBlickkontakt mit dem Herrnnicht zu verlieren, stütze ichmich jeden Tag neu auf dasGebet Jesu: “… gib mir dasBrot, das ich nur für heutebrauche …“, und der Herrzeigt einem sehr wohl in denBegrenzungen der anderenseine eigenen Grenzen aufmit der Aufforderung, sichvorsichtig an den anderenheranzutasten und herauszufinden,welchen inneren Wegmit einem jeden du zu gehenhast und dabei hilft er dir. Esbleibt aber immer ein Loslassenin die Abhängigkeit vonGott hinein. Ich will nichtverschweigen, dass einemmanchmal der Gaul durchgehenmöchte und ich miretwas erhitzt und gestressterlaube, den Herrn direkt miteinzubinden: „Es sindDEINE. Kümmere du dich!“Es bleibt immer eine Einladungund Gnade, wie viel anNähe und Herausforderungenich zulassen kann, um in einer27fairen und offenen Haltungoffensiver auf die Ereignisseunserer Zeit zu antworten.Wir stehen unmittelbar inder Begegnung des Evangeliums,wenn wir uns aufsie einlassen, ihre Lebensumstände,Wünsche undDramatiken verstehen lernen.Es ist der Herr selbst, der unsdazu drängt, ruhelos machtund uns stärkt. Der Weg alsBarmherzige Schwester wirdimmer ein Suchweg bleiben. Sr. M. Dorothee Maier


UntermarchtalKraftvolles Zeugnis für einenstarken GlaubenWenn wir in die Geschichte unserer Gemeinschaft hinein schauen,können wir dankbar sagen, dass es immer wieder Zeiten gab, in denengroßes Gottvertrauen und unerschütterlicher Glaube der Schwesternunserer Gemeinschaft Bestand und Zukunft geschenkt haben. AlsZeugnis dafür und kostbares Vermächtnis möchte ich das Glaubensbekenntnisvon Mutter Arcadia Scholl wiedergeben, das sie 1858niedergeschrieben hat, als sie zur Generaloberin der neu gegründetenGemeinschaft ernannt wurde. Dieser Text gibt die Sprache, denKenntnisstand und das Empfinden der damaligen Zeit wieder undist gleichzeitig ein kraftvolles Zeugnis für den starken Glauben vonMutter Arcadia Scholl. Sr. M. Karin WeberDas Glaubensbekenntnis von Mutter Arcadia SchollIch, Schwester Arcadia, glaubemit festem Glauben undbekenne alles und jedes, was indem Glaubensbekenntnis dessensich die heilige römische Kirchebedient, enthalten ist, nämlich:Ich glaube an einen Gott, denallmächtigen Vater, Schöpferdes Himmels und der Erde, allersichtbaren und unsichtbarenDinge. Und an einen HerrnJesum Christum, den eingeborenenSohn Gottes, der aus demVater von Ewigkeit geboren ist.Gott von Gott; Licht vom Lichte,wahrer Gott vom wahren Gott!Geboren, nicht erschaffen, vongleicher Wesenheit mit dem Vater,durch den alles gemacht ist;welcher für uns Menschen undum unseres Heiles willen vomHimmel herabgekommen ist unddurch den hl. Geist aus Mariader Jungfrau Fleisch angenommenhat und Mensch gewordenist. Er ist auch für uns gekreuzigtworden unter Pontius Pilatus, hatgelitten und ist begraben worden,sitzet zur Rechten des Vaters undwird wiederkommen in Herrlichkeitzu richten die Lebenden undToten und sein Reich wird keinEnde haben.Ich glaube an den hl. Geist, denHerrn, der lebendig macht, derangebetet und verherrlicht wird,der durch die Propheten geredethat. Ich glaube an eine heilige,katholische und apostolischeKirche. Ich bekenne eine Taufezur Vergebung der Sünden underwarte die Auferstehung derToten und ein ewiges, zukünftigesLeben.Ich erkenne und nehme auf dasfesteste an die apostolischen undkirchlichen Überlieferungen unddie übrigen Gebräuche und Verordnungender nämlichen Kirche.Ebenso nehme ich die hl. Schriftin dem Sinne an, den die heiligeMutter, die Kirche, festgehaltenhat und noch festhält, da es ihrzukommt über den wahren Sinnund die Erklärung der hl. Schriftzu urteilen, und ich will es nichtanders als nach der einmütigenÜbereinstimmung der heiligenVäter annehmen und erklären.Auch bekenne ich, dass wahrhaftund eigentlich sieben Sakramentedes neuen Bundes vonJesus Christus, unserem Herrn,eingesetzt und zum Heile desMenschengeschlechts – wiewohlnicht alle einem jeden Menscheninsbesondere – notwendig sind;nämlich die Taufe, die Firmung,das heiligste Sakrament desAltars, die Buße, die letzte Ölung,die Priesterweihe und die Ehe;dass sie Gnade mitteilen unddass von diesen die Taufe, dieFirmung, und die Priesterweiheohne Gottesraub nicht wiederholtwerden können. Auch lasse ich zuund nehme an, die bei der feierli-28


Untermarchtalchen Ausspendung aller obengenanntenSakramente eingeführtenund bewährten Zeremoniender katholischen Kirche.Alles und jedes, was in demheiligen Kirchenrate von Trientin Betreff der Erbsünde und derRechtfertigung entschieden undausgesprochen worden ist, ehreund nehme ich an. Auf gleicheWeise bekenne ich, dass in derheiligen Messe Gott ein wahresund eigentliches Versöhnungsopferfür die Lebenden undAbgestorbenen dargebracht wird,und dass in dem heiligsten Altarsakramenteder Leib und dasBlut zugleich mit der Seele undder Gottheit unseres Herrn JesuChristi wahrhaft, wirklich undwesentlich gegenwärtig ist, unddass eine Verwandlung der ganzenWesenheit des Brotes in denLeib, und der ganzen Wesenheitdes Weines in das Blut bewirktwird – welche Verwandlung diekatholische Kirche Transsubstantiationnennt. Auch bekenne ich,dass man unter nur einer vonbeiden Gestalten Christus ganzund unzerteilt, und ein wahresSakrament empfängt.Ich glaube standhaft, dass eseinen Reinigungsort gibt, unddass den darin aufgehaltenenSeelen durch die Fürbitte derGläubigen geholfen wird. Ebenso,dass die Heiligen, welche mitChristo zusammen zu verehrenund anzurufen sind, und dass sieGott Gebete für uns darbringen,und dass ihre Reliquien in Ehrenzu halten sind. Ich behaupteaufs festeste, dass man die BilderChristi, der allzeit jungfräulichenGottesgebärerin und der andernHeiligen haben und beibehaltendürfe, und dass ihnen gebührendeEhre und Verehrung zuerweisen sei.Auch bekenne ich, dass JesusChristus seiner Kirche die Gewalthinterlassen hat, Ablässe zu erteilen,und dass deren Gebrauchdem christlichen höchst heilsamsei.Ich erkenne die heilige, katholischeund apostolische, römischeKirche als die Mutter undLehrerin aller Kirchen, und ichverspreche und schwöre dem römischenPapste, dem Nachfolgerdes heiligen Apostelfürsten Petrusund Stellvertreter Jesu Christi,wahren Gehorsam. Auch glaubeich an die Unfehlbarkeit desrömischen Papstes als oberstenLehrer der Kirche, so wie sie vondem hl. Vatikanischen Konzil definiertworden ist. Ebenso nehmeich unbezweifelt an und bekennealles übrige, was durch dieheiligen Kirchensatzungen undvon den allgemeinen Kirchenversammlungenund besonders,was von dem hochheiligen Kirchenratevon Trient überliefert,entschieden und erklärt wordenist, und zugleich verurteile undverwerfe und verdamme ichauch alles, was diesem entgegenist, nebst allen Irrlehren, die vonder Kirche verurteilt, verworfenund verdammt worden sind.Diesen wahren katholischenGlauben, außer welchem niemandselig werden kann, den ichjetzt freiwillig bekenne und aufrichtigannehme, will ich auchganz und unverletzt bis zumletzten Hauch meines Lebensaufs standhafteste (mit GottesBeistand) bewahren und bekennenund will, soviel an mir liegt,mich bemühen, dass derselbevon meinen Untergebenen odervon denen, deren Sorge mir inmeinem Amte obliegen, gehalten,gelehrt und verkündet werde.Ich verspreche im AngesichteGottes, die Regel und die Statutender ehrwürdigen Kongregationtreu zu beobachten,und nach deren Vorschriftendie Ordensgenossenschaft nachmeinem besten Wissen undGewissen mit Gottes gnädigerHilfe zu leiten, immer eingedenkder großen Verantwortung,welche ich vor Gott, vor meinengeistlichen Obern, und vor derganzen Diözese, in deren Dienstedie Kongregation steht, hiermitfeierlich übernehme. 29


TermineExerzitien rechtzeitig planenFür Schwestern aus der deration bietet die Innsbrucker Kongregationim kommenden Jahr folgende Termine an:In der Provinz Innsbruck14.03. – 15.03.2014Vortragsexerzitien imHeim St. VinzenzPater Theophan BeierleOCD17.03. – 24.03.2014Vortragsexerzitien imHaus MarillacPater Theophan Beierle OCD07.04. – 14.07.2014Vortragsexerzitien imHaus MarillacSuperior Dr. WinfriedKurzschenkel10.06. – 17. 06.2014Vortragsexerzitien imNotburgaheim in EbenSuperior Dr. WinfriedKurzschenkel29.09. – 06. 10.2014Vortragsexerzitien nurfür Schwestern imNotburgaheim in EbenPrälat Dr. Hermann Steidl08.07. – 15. 07.2014Einzelexerzitien imNotburgaheim in EbenSuperior Dr. WinfriedKurzschenkelIn der Provinz Meran(im Schwesternheim Völs)05.03. 2014 (abends) –12.03.2014 (früh)VortragsexerzitienPater Thomas Hrastnik OFM13.03. 2014 (abends)–20.03.2014 (früh)VortragsexerzitienPrälat Dr. Hermann Steidl24.03. 2014 (abends) –02.04.2014 (früh)Kontemplationsexerzitienfür alle InteressiertenPater Josef Nagiller OCD3002.04. 2014 (abends) –11.04.2014 (früh)Kontemplationsexerzitienfür alle InteressiertenPater Plazidus HungerbühlerOSB30.04. 2014 (abends) –04.05.2014 (mittags)Kontemplation auf demWege der AchtsamkeitMaria Regina Stugholtz05.05. 2014 (abends) –14.05.2014 (früh)Ignatianische EinzelexerzitienSr. Maria Hofmann MC undPater Reinhold Ettel SJ17.05. 2014 (abends) –24.05.2014 (früh)WanderexerzitienPater Pius Kirchgessner OF-MCap und Elfriede Schurr26.05. – 02.06.2014Gestaltete Urlaubswochefür ältere SchwesternDr. Josef Innerhofer28.12. 2014 (abends) –04.01.2014 (mittags)Kontemplation auf demWege der AchtsamkeitMaria Regina Stugholtz


LiteraturtippDie Straße gehört allenVon Gerhard Lohfinkerschien 2013 in 2. Auflagedas kleine Buch „DasVaterunser neu ausgelegt“.Ich habe es mit großem Interessegelesen, da es eine guteHilfe ist, damit die Wortedieses besonderen Gebetesnicht gedankenlos über dieLippen gehen. Das Buchverweist auf Hintergründe.Es zeigt, in welchem Zusammenhangund für wen Jesusdieses Gebet damals gelehrthat. Er wusste um die Situationseiner Jünger, die mitihm unterwegs waren. Siesollten lernen, auf Gott zuvertrauen, den für sie immersorgenden Vater.Der Autor greift zurückauf die christliche Traditionvergangener Jahrhunderteund übersetzt die griechischaufgeschriebenen Texte in einemetwas anderen Wortlaut,so dass sie hellhöriger machenfür kleine sprachlicheUnterschiede. Auch aktuelleÜbersetzungsversuche sindzu finden wie auf Seite 13:„Die Straße gehört allen. Dubist Vater auch der Fußgängerund Radfahrer, der Alten undGerhard Lohfink:„Das Vaterunser neuausgelegt“128 Seiten,€ 14,90, 2. Auflage2013,KatholischesBibelwerkGmbH,Stuttgart,ISBN 978-3-460-32126-7der Kinder.“ Oder: „Vergib unsleichtsinniges und rücksichtslosesFahren, überflüssigeFahrten und die Gefährdungvon Menschen.“ Sr. Ursula Bittnerherausgegeben im Auftrag der deration VinzentinischerFrauengemeinschaften vertreten durchSchwester M. Veronika Häusler, Klosterhof 20,86911 Dießen, Tel.: 08807/92409-43,E-Mail: srveronika@gmx.de, undDiakon Wolfgang Dausch, Tel. 089/514105-165,E-Mail: wolfgang.dausch@barmherzige.net.Erscheinungsweise vierteljährlich. Die Zeitschriftkann bezogen werden über obige Adresse. DasJahresabonnement kostet einschließlich Versand8,– € und wird im 1. Quartal erbeten: MutterhausFulda, Sparkasse Fulda 41 026 414 (BLZ 530 501 80).Abbestellung nur zum 31.Dezember mit einmonatigerKündigungsfrist.Korrespondentinnen in den Mutterhäusern/Provinzhäusern:Augsburg: Sr. M. Margarete BailFreiburg: Sr. M. Gertrudis RufFulda: Sr. Felizitas RenkelHeppenheim: Sr. Christine LoreyHildesheim mit Region Peru: Sr. Regina MariaLührsenInnsbruck mit Region Tansania: Sr. Pia Regina AuerProvinz Meran: Sr. Klara RabensteinerMananthavady: Sr. Lucy AnthonyMünchen: Wolfgang DauschPaderborn: Sr. Ursula BittnerStraßburg: Sr. Marguerite SchweinSuwon: Sr. Scholastika KimTreviso: M. Lorenza SpontonUntermarchtal mit Region Tansania: Sr. M. KarinWeberWien: Sr. Sigharda LeitnerZams: Sr. M. Gerlinde KätzlerProvinz Köln-Niederlande (TdCL): Sr. StefanieKallenbornProvinz Graz-Mitteleuropa (TdCL): Sr. MagdalenaPomwengerGrafik und Produktion: Don Bosco Medien GmbH31


Haus an HausText: Sr. Ursula BittnerFoto: Heidi Bittner„Wie gut ist es und wie schön,wenn Brüder und Schwesternin Eintracht wohnen.“ (Ps 133,1)Haus an Haus und Tür an Türund Wohnungen nebeneinander,Tag und Nacht im Mietshausund Hochhaus, im Klosterund Altenheim.In Hochachtung voreinanderund in Frieden miteinanderund freundlich untereinanderund hilfsbereit füreinander.Wie gut wäre es und wie schön,wenn es so ...

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