DEUTSCHE BAUZEITUNG

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DEUTSCHE BAUZEITUNG

•STADtLftSTQASSL*Abb. 2. N eubau für die S ch u tzp o lizei in Brem en]!an d e r S ta d e rstra ß e .G rundriß des E rd g esch o sses. (.1 : 1200.)Abb. 3 u. 4. E rd g e sch o ß g ru n d riß (1 : 600)und L a g e p la n (1 : 3000j d es N eubauesfür die S ch u tzp o lizei in Brem enam H afen II.Abb. 5. E rd g e sch o ß g ru n d riß (1 : 600)vom N eu b au für die S ch u tzp o lizeiin B rem erh av en .346 N r. 41.


egrenztes, in sta a tlic h e m B esitz b efindlich es G eländevon 17 400


liegen w eitere 360 B eam te, so n st sind in diesem B aun u r einige W ohnungen u n d die F u n k ste lle u n te rg e b ra c h t.W ie ein B lick au f den L ag ep lan Abb. 2, S. 346,lehrt, b egrenzt d er II. B aublock im V erein m it dennördlich gelegenen K raftw ag enhallen und W e rk stä tte n ,B a u a b sc h n itts w irk sam zu sam m en fassen und dieG ruppe als solche h e ra u sh e b e n sollen (siehe Abb. 1,6 u n d 10).V on d er B au au sfü h ru n g , die im W esentlichen dieübliche W o h n h ausb au w eise m it B alk en d eck en und vor-Abb. 8. In n ere s d er H alle für L eib esü b u n g en .Abb. 9. P ferd estall. N eubau für die S ch u tzp o lizei in B rem en an d er S ta d e rstra ß e .der. östlich gelegenen H alle fü r L eibesübungen, derF ah rzeu g h alle, der Schm iede und dem nach Südenliegenden P ferd estall für 100 P ferd e und einer w eiterenK raftw agen h alle einen m äch tig en 7600 qm g ro ß en H of,a n dessen E ck en v ier stum pfe, m assive, m it stren g enD achlinien b ek rö n te A n ten n en tü rm e a n g e o rd n e t w ordensind, die die niedrigen, la n g g e stre c k te n B auteile dieses348zugsw eise H o lzfu ß b o d en zeig t, is t als b em erk en sw ertn u r zu e rw äh n en, d aß d e r sch lech te B a u g ru n d bei denb eid en W o h n h au sb lo ck s die V e rw e n d u n g v o n 350 B etonpfählenvon 5 bis 8 m L ä n g e u n d d as V o rh an d en seinzw eier a lte r K o lk e bei d en K ra ftw a g e n h a lle n u n d demP fe rd e sta ll die A n o rd n u n g v o n 42 S en k b ru n n e n von4 bis 5 m T iefe fü r die G rü n d u n g e rfo rd e rlic h m ach ten .Nr. 41.


J o • nr • 109« flip liehe B au fü h ru n g ü b ten d er T echn. O b ersek retärw eise in m ehreren M onaten, so d aß im M ai 1926 die . e i s t e r u n d die B a u te c h n ik e r UnteutschU n terk u n ft S tad er S traße voll in B en u tzu n g genom m en ^ u r m ^ . s t e r u n aw erden k o n n te.Abb. 12.N eubau für die S ch u tzp o lizei in B rem en am H afen II.Abb. 13.V o rd era n sich t vom N eubau für die S ch u tzp o lizei in B rem erhaven.D ie B au k o sten h ab en 2 570 000 M. b etra g e n , w obeizu b erü ck sich tig en ist, d aß 5 M onate d er B au zeit nochin die schlim m ste In flatio n szeit fielen.M itarb eiter des V erfassers, in d essen H än d en dieO berleitung lag, w a r d er A rc h ite k t G r i e m e , die ört-II. Neubau am Hafen 11.W eith in ü b er d as em sige G etriebe d es H afenssch w eift d er B lick v on den F e n ste rn d e r V o rd erfro n tdieses G eb äu d es, d a s sein en P la tz a n d ieser b ev o r­z u g ten S telle des b rem isch en H a fe n v e rk e h rs erh alten350 Nr. 41.


hat. E s fiel d e sh a lb d er D e p u ta tio n fü r H afen u n d — M itarb eiter des V erfassers w aren B rt. O e h r i n g ,E isen b ah n en au ch n ic h t leich t, ihr b estes G ru n d stü ckfür die Z w ecke d e r S ch u tzp o lizei zu r V erfü g u n g zuA rc h ite k t Müller; d er B au tech n ik er Grabbe h a ttedie ö rtlich e B au leitu n g .stellen und ihre F o rd e ru n g w a r v e rstä n d lic h , d as H ausso zu g e sta lte n , d aß es sp ä te r als V erw altu n g s- undIII. Neubau in Bremerhaven.G esch äftsh au s v e rw e n d e t w erd en k ö n n e. A lso ähnlichwie bei dem N eu b au S ta d e r S tra ß e w aren bei derP lanung des B aues zw ei v ersch iedene B e n u tz u n g sa rte nins A uge zu fassen. D em is t h ier insofern R ech n u n gg etrag en w o rd en , als d e r h in te re T eil des E rd g esch o ssesin seinen M auern eine E ise n b e to n k o n stru k tio n v e rb irg t,die es erm öglicht, d u rc h A u sb ru ch u nd H in au ssch ieb ender A u ß en w än d e einen g ro ß e n G esch äftsrau m von970 F läche zu e rh a lte n , w ä h re n d die G ru n d riß ­g estaltu n g im ü b rig en b eid en B e n u tz u n g sa rte n a n ­g ep aß t ist.In sechs G eschossen (einschl. K ellerg esch o ß ) sindaußer den R äu m en fü r O berb eam te u nd B eam te und dendazugehörigen W asch - u nd A b o rträu m en die G esch äftszimmer,eine W ache, eine eig en e K ra n k e n a b te ilu n g , einU nterrichtsraum , die F u n k ste lle , K leider- u n d A rb e itskamm ern und v ier D ienstw o h n u n g en v o rgesehen. ImU ntergeschoß befin d en sich die K ü ch e m it den e rfo rd e r­lichen N ebenräum en, E ß- u n d A u fe n th a ltsrä u m e fürO berbeam te u nd B eam te, D uschen-, L ager- und A rb eitsräume (Abb. 3 u. 4, S. 346). In n ä c h ste r N ähe desH auses liegen ein M u nitionskeller, etw a s w eiter e n tfe rn tein g roßer H u n d ezw in g er m it A uslauf. D er sehrschlechte B au g ru n d e rfo rd e rte eine G rü n d u n g au f340 E isenbetonpfählen v on 10 bis 13 m L änge. DieDecken über dem K eller- u nd teilw eise ü b er dem E rd ­geschoß sind als E ise n b e to n d e c k e n m it L inoleum belag,die unter den A b o rt- u n d W asch räu m en als m assiveD ecken m it F liesen b elag , alle ü b rig en als H o lzb alk endeckenm it H o lzfußböden a u sg e b ild e t w o rden. DieT reppen sind m assiv. D as H au s w ird v e rm itte ls einerW arm w asserheizung e rw ä rm t u n d h a t w egen d er freienL age D oppelfenster e rh a lte n ; die W o h n u n g en habenÖfen. A uch bei diesem B au sin d die A u ß en an sich tengep u tzt u nd das D ach m it Z iegeln g e d e c k t w orden(Abb. 12, S. 350).D er B au w u rd e am 15. D ezem ber 1925 nach2% jähriger B auzeit bezogen. D ie B au k o sten b e tra g e nrund 658 000 M.M itten au f einem g ro ß en , als Ü bungs- u nd S p o rtplatz d ienenden G elände e rh eb t sich d ieser N eubau, derfü r die u rsp rü n g lich etw as h öher bem essene A nzahlS ch u p o b eam ter reichlich R aum b ie te t u n d so an g ele g tist, d aß au ch bei ihm die sp ätere V erw endungsm öglichke it als V erw altu n g sg eb äu d e oder G esch äftsh au s n ich tau sg esch lo ssen ist.In seinen fünf G eschossen (einschl. K ellergeschoß)e n th ä lt d er B au die erforderlichen R äum e fü r O berbeamte und B eam te, die G eschäftszim m er, eine W ache,K üchen, S peiseräum e, eine K ran k e n a b te ilu n g m it12 B etten , U n terk u n ftsräu m e, D uschen-, V o rratsräu m e,K leider- u n d A rbeitskam m ern, eine F u n k - und eineF ern sp rechstelle und in einem besonderen F lü g el7 D ienstw ohnungen für v e rh e ira te te B eam te (Abb. 5,S. 346, u. Abb. 13, S. 350).E in P fa h lro st von 278 H olzpfählen von 17,50 1L än g e w ar erforderlich, um d as G ebäude sicher zufundieren. Die D ecke des K ellergeschosses ist m assivau sg efü h rt, alle übrig en als H o lzbalkendecken.D as H aus h a t W arm w asserh eizu n g , für die W ohnungenO fenheizung, a b er aus E rsp arn isrü cksichtenkeine D o ppelfenster erh alten . Zwei N ebengebäudeen th a lte n S tälle, R aum für K raftw ag en , F a h rrä d e r undM unition.N ach U K jähriger B au zeit k o n n te d er N eubau am1. O ktober 1925 in B enutzung genom m en w erden. DieB a u k o sten h ab en 792 000 M. b etrag en .M itarb eiter des V erfassers w aren B a u ra t Ulrich,A rc h ite k t Müller; die örtliche B au leitung la g inH än d en des B au tech n ik ers Erkelenz.D ie A u sfü h ru n g aller A rb eiten u n d L ieferungen e r­fo lg te fast ausschließlich d urch brem ische U nternehm er,die einzeln m it N am en n ic h t au fg e fü h rt w erd en können,d a d er v erfü g b are R aum und die g ro ß e Z ahl d er inF ra g e kom m enden N am en es nich t g e sta tte t. Jed en fallsleg en die N eubau ten fü r die S chutzpolizei w iederum inerfreu lich er W eise Z eugnis ab v on d er L eistu n g sfäh ig ­k e it des brem ischen B augew erbes u n d H an d w erk s. —Zur Charakteristik des neuzeitlichen Bauens.E ine E r w id e r u n g a u f d ie A u sfü h r u n g e n v o r G eh .-R a t G u rlitt in Nr. 31 32 und D r.-In g. M ä k elt in Nr. 3 1 —33.n Nr. 31/32 der „D eutschen B auzeitung“schließt Cornelius Gur litt einenAufsatz über Baustoffe und B auarten mit demGoethew ort: „W enn ihr’s nicht fühlt, ihrw erdet’s nie erjagen.“ Der G rund für diesesZitat lag darin, daß G urlitt als H auptaufgabeunserer B auw irtschaft die L ösung der F rage empfand, wieman H underttausenden von Menschen ein ihrer würdigesund behagliches Heim schaffe, w ährend nach seiner Auffassungheute nur gefragt w ürde, wie schnell H underttausendevon H äusern gebaut werden.Ich bedaure sehr, daß gerade unser aller hochverehrterMeister G urlitt der Psyche der T aut, Gropius, May u. a.Neueren nicht nahe gekom m en ist, gerade er, der doch voreinem M enschenalter schon ganz vorn stand bei denJungen, als es sich darum handelte, den B allast der altenFormen loszuwerden und dem Zeitgeist R echnung zutragen. Und dam als w ar der Z eitgeist noch gar nicht herausaus dem Zwange des Form alism us, hatte er noch garnicht sich vom G estrigen freigem acht! W ie schade, daßGurlitt nicht kürzlich in F rankfurt die klaren und doch vontiefem und warmem Em pfinden getragenen W orte der„Neuen“ gehört hat, er h ätte sicher den U nterton nichtüberhört, der durch alle die V orträge klang, den T o n d e sHerzens, aus dem heraus allein diese ganz große unddifferenzierte A rbeit zu erklären ist, die das moderneSiedlungswesen darstellt!Nein, die „N euen“ wollen nicht nur schnell, sie wollenauch m enschenwürdig bauen. Viel intensiver als früherkümmern gerade sie sich um alle die Fragen, die Gurlitt,wiederum als der ersten Einer, vor langen Jahren in seinemfrischen Buch von dem deutschen Bürgerhause eingehendbehandelt hat, um die Fragen, die bis dahin allzu nebensächlichbeantw ortet oder überhaupt einer A ntw ort nichtfür w ürdig gehalten waren: um die Fragen der Küche, desBades, der Licht- und Luftzufuhr — überhaupt derHygiene in w eitestem Umfange. Sie wollen der H ausfrauErleichterungen schaffen, wo immer und wie immerdies möglich ist, daß sie von den schweren körperlichenInanspruchnahm en zum Teil w enigstens befreit, sich geistigweiterbilden und sich inniger der Erziehung ihrer K inderannehmen kann; sie denken darüber nach, wie bei geringenfinanziellen A nstrengungen die K inder in Luft und Lichtgesund bleiben und wie auch in kleinstem G arten derFamilie Behaglichkeit und Schönheit geschenkt werdenkannḊieses Sinnen und Planen kann doch wohl nichtanderen Grund als eben den haben, dem Mitmenschen nichtnur schnell, sondern auch gut und w ürdig zu helfen?Nein, hier handelt es sich nicht um bloßes Hinsetzen vonsoundsoviel W ohngelegenheiten, sondern dahinter stecktfür den tiefer Blickenden doch ein anderes G oethew ort vomEdel-, Hilfreich- und Gutsein!Diese Neuen, sie „fühlens“ doch; sie fühlen es, nachihren Arbeiten zu urteilen, sogar tiefer als diejenigenA rchitekten, welche die W orte des H errn Dr.-Ing.Mäkelt auf ihre Fahne geschrieben haben:„W as in aller W elt schadet es, wenn unsere Bautengute, geschichtliche Form en verw erten?“Da H err M äkelt A ntw orten abw artet, zitiere ich alsersten A ntw orter den H errn G eheimbten R at G o e t h e. Dersagte einmal ein sehr m odernes W ort, daß näm lich es


ebenso verrückt w äre, sich mit gotischen oderRenaissanceräum en zu umgeben, als man über die Maskenzeithinaus das Jah r hindurch als Türke verkleidet emherlief“.Goethe w ar überhaupt nicht sehr abhängig vongeschichtlichen Form en und Stilarten. Die „Geschmäcker .wie die Stilarten damals hießen, im ponierten ihm so wenig,daß er bei Einsicht in ein solches Stilbuch, das ihm R acknitzvorlegte, ausrief: „Wo bleibt dieser GeschmäckerG eschmack?“ Und an der Rückfront des Roten Schlossesin W eimar läßt er pietätlos den schönen gotischen Erkerw egnelimen.Aber Goethe braucht uns ja nicht maßgebend zu sein.Ich erlaube mir nur die Frage: W as in aller W elt fürgeschichtliche Formen soll der moderne A rchitekt nunverw erten?Denn obwohl das Klima sich im Laufe der letztentausend Jah re nicht so geändert haben wird, daß die eineoder andere historische Form für uns nicht mehr in Fragekäme, so ist doch eine ziemliche Reihe von Stilarten indiesen tausend Jahren entstanden, und die horizontalePlatte wie die W asserschräge sind beide in sehr schönenExemplaren uns erhalten. Schade nur, daß wir für dieEisenbetontechnik kein Vorbild haben, da die Römer siehinter den Steinstrukturen zu verbergen pflegten. Dafürfreilich zeigen uns die Gotiker, wie man große Glasfenstermacht, auf die Gefahr hin, daß sie als Abkühlungsflächenverurteilt werden.Im Ernste gesprochen, nicht Wind und W etter, sondernder Kulturwille eines Volkes schafft die Form.Die romanischen Backsteinbauten in N orddeutschlandläutern sich im 13. Jahrhundert an der lombardischenBacksteinrom antik; westfälisch-hannoversche Schlösser des16. Jahrhunderts suchen aus dem Form envorrat deritalienischen Renaissance gerade solche Motive, die inVenedig zu Hause sind.Die K enntnis der K unst der V ergangenheit ist nichtdie Garantie, daß der A rchitekt auch Gutes schafft; ichdächte, ein Blick auf die historische B aukunst der letzten50 Jahre müßte dies klar genug zeigen. Die K enntnis deralten guten Bauformen ist ein schlimmes W erkzeug in denHänden derer, die sich um die Entw icklung der Technikund ihrer Baustoffe und K onstruktionen ebensoweniggeküm m ert haben, wie um das W erden und den W andeldes Zeitgeistes. Man wölbt nicht mehr in rom anischer odergotischer A rt in Backstein. Man kann bei den teuerenArbeitskräften von heute nicht mehr so wölben. Aber diew eitesten Spannungen ohne jeden Stich läßt der Eisenbetonzu. Die G lastechnik erlaubt Scheiben von einemAusmaß, wie sie das M ittelalter einfach nicht fertig brachte.Es ist eine müßige F rage, ob das M ittelalter, wenn es inder technischen W issenschaft auf dem Standpunkt vonheute gestanden, nicht auch anders gew ölbt oder gar nichtgew ölbt und dem Raume überhaupt ganz anders gegenübergestandenhätte, als es im Zwange seiner Zeit tunmußte, müßig deshalb, weil dem M ittelalter all diesPrim itive an Baum itteln nur logisch, seinem Kulturwillennur adäquant war.W ir können auch nicht mehr so verschwenderischbauen, wie es die alten Zeiten getan haben. Dafür abermüssen wir hygienisch bauen. An den Epidem ien des vergangenenJahrhunderts hat die ganze W elt gelernt. Diealten, m alerischen S tadtviertel sind nicht zum W ohnenmehr zu benutzen. Ludwig XIV. h atte kein Innenklosettmit W asserspülung-; die ersten solchen Instrum ente hießenlieux ä l'anglaise, bezeichnend genug. Die W aschschüsselnder Barockzeit w aren so groß wie unsere A ssietten, manwusch sich wenig, aber m an schm inkte sich mehr. AndereZeiten, andere Sitten.Aber die B aukunst, die w eiter nichts ist, als eben derw ahre und ungeschm inkte A usdruck dieser Zeiten, dieserSitten und K ulturen, sie soll w ieder hergeholt werden, umunsere Lebensansprüche zu verlautbaren?G laubt Herr Dr.-Ing. M äkelt, daß die Baum eister derGegenw art keine B augesinnung haben? Daß nur derjenigeA rchitekt etw a A nspruch auf eine solche haben darf,der sich die Form en aus einer anderen Zeit herleiht, wiees vor nicht zu langer Zeit der Brauch war, und wie wires von den tausenden B auten in irgendeinem nachgemachten Stil tagtäglich erleben müssen?Und wenn H err M äkelt schließlich sich erkundigt, obhistorische Form en schlechter w erden, wenn sie neugebildet sind, so kann von all denen nur m it einem lautenund aufrichtigen „ Ja “ geantw ortet werden, welche sichnicht im D ünkel ihres Besserwissens von den Errungenschaftender Technik abgew endet haben, sondern welcheeifrig bem üht sind, im Sinne einer Zeit, die den W ert dermenschlichen W ohlfahrt w irklich hoch und über jedenleeren Form alism us stellt, diese E rrungenschaften derTechnik ihrer künstlerischen und selbständigen Intuitionnutzbar zu machen.W enn ihr’s nicht fühlt, ihr w erdet’s nicht e rja g e n ...Paul Klopfer.W ettbewerbe.D ie E n tsch eid u n g in dem W ettbew erb für ein en V ölk erbundpalast in G enf ist gefallen. 377 Entw ürfe waren eingelaufen.Das Preisgericht hielt keinen der eingegangenenEntwürfe eines I. Preises für würdig, es beschloß vielmehr,die ausgesetzte Summe von 165 000 Schw. Franken anders,als in den Ausschreibungsbedingungen vorgesehen, zu verteilen.Es wurden 9 Preise zu je 12 000 Fr. verteilt, ferner9 erste Ankäufe bzw. erste lobende Erw ähnungen zu je3800 Fr. und 9 zweite Ankäufe bzw. lobende Erw ähnungenzu je 2500 Fr.Die 9 Preisträger sind: Ing. Carlo Broggi, Arch.Guiseppe Vaccaro und Luigi Franzi, säm tlich in Rom;Nils Einar Eriksson in Stockholm; Camille Lefevre inParis; Le Corbusier, P. Jeanneret in Paris; Erik zu Putlitz,Rudolf Klophaus und August Schock, sämtlich in Ham ­burg; Georges Labro in Paris; Professor Emil Fahrenkam pund Albert Deneke, beide in Düsseldorf; Julien Flegenheimerin Genf und H. P. Nbnot in Paris; Guiseppe Vagoin Rom.Die 9 ersten Ankäufe zu je 3800 Fr. erhielten:W ijdeveld, Amsterdam; Boni & Boari, Rom; Demoriane,Paris; Prof. Bonatz und Scholer, S tuttgart; Pierre u.Louis Guidetti, Paris; Boileau u. Le Bourgeois, Paris; Prof.Fischer, Essen, und Reg.-Bmstr. Speidel, Essen; WilliamOlsson, Stockholm; van Linge, Groningen (Holland).Die 9 zweiten Ankäufe von je 2500 Fr. fielen an:Meyer u. W ittw er, Basel; L averriere u. Thevenaz, Lausanne;Lambert, Legendre u. Camoletti, Paris-Genf; Piacentini,Rapisardi & Mazzoni, Rom; Luthm ann u. W ouda, Den Haag;Hendrickx u. de Ligne, Brüssel; Birch-Lindgren, Stockholm;Aldberg, Stockholm; Rosen, K openhagen,Die verhältnism äßig kleine Zahl der Entw ürfe, die beidiesem W ettbew erb einlief, der den A rchitekten der ganzenW elt offenstand, erklärt sich wohl zum Teil daraus, daßdie Erfüllung einzelner Bedingungen m it Schw ierigkeitenverknüpft war. so die Forderung des ausführlichen K ostenanschlages.Das Ergebnis und die A nsicht des P reisgerichtes,daß kein E ntw urf sich ohne w eiteres zur Aus­352führung eignet, scheint der beste Beweis für die W idersinnigkeiteinzelner P u n k te des Program m s zu sein. Eineetwas spezifizierte B erechnung nach K ubikm etern Raum ­inhaltes hätte unzw eifelhaft genügt, hier wo es sich umgeistige und künstlerische W erte, aber nicht um eine Submissionfür die B auausführung handelte. Da sich die Jurystreng nach dem W ortlaute des Program m s und an dasReglem ent gehalten hat. was auch nur selbstverständlichist, so scheint es, daß Entw ürfe, die den Program m ­forderungen nach der Seite der V eranschlagung und Preisoffertenicht genügten, fallen m ußten. Unzweifelhaftwürde ein W ettbew erb, der nach den in Deutschlandgeltenden G rundsätzen ausgeschrieben w äre, ein anderesErgebnis gezeitigt haben. W enn auch ein reichsdeutscherPreisrichter durch den verspäteten B eitritt D eutschlandszum Völkerbund sich leider nicht erm öglichen ließ, soscheinen die Jury-M itglieder deutscher Zunge nachK räften bem üht gew esen zu sein, die A nschauungen unsererBauauffassung und Form pngebung zur G eltung zu bringen.Es ist beabsichtigt, noch ausführlich auf den W ettbew erbeinzugehen und unseren Lesern die besten E ntw ürfe nebstden B egutachtungen des Preisgerichtes vor Augen zu führen.—Ein W ettb ew erb zur E rla n g u n g v o n E n tw ü rfen fürW oh n u n g sb a u ten au f den B a u p lä tzen der S ta d t S tu ttg a rtwird unter den zur Zeit in G roß-S tuttgart ansässigenA rchitekten mit F rist zum 14. Ju n i ausgeschrieben.Preise für das Gelände im R eitelsberg 2500, 2000, 1500 M..zwei A nkäufe zu je 800 M.; an der W agenburgstraße2000, 1500, 1000 M., zwei A nkäufe zu je 500 M.; im Wallmerin U ntertürkheim 1500. 1000 M., zwei A nkäufe zu je300 M. U nterlagen gegen 5 M. vom Städt. Hochbauamt,M arkthalle, Zimmer 8 7 III. —In h a lt: N eu b au ten für die S c h u tz p o liz e i in B rem en undB rem erhaven. — Z ur C h a ra k te ris tik d es n eu z e itlic h e n Bauens.— W ettb ew erb e. —V erlag der D eutschen B auzeitung, G. m. b. H. in Berlin.F ü r die R edak tio n v erantw ortlich: i. V. A rch. Jo h . Bartschat,Berlin. — D ruck: W . Büxenstein, B erlin SW 48.Nr. 11.

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