Eine Reise durchs südliche Afrika - Heike Pander

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Eine Reise durchs südliche Afrika - Heike Pander

FERNWEHAFRIKAEndlose Weite in dersüdafrikanischen Karoound freundliches Erdmännchenaus Namibia.Eine Reise durchs südliche AfrikaNICHT ALLESNACH PLANHeike Pander und Matthias Kuhlmann (Text und Fotos) haben sich drei Jahre lang erfolgreichum eine Entscheidung gedrückt. Als es dann im April 2010 endlich soweit ist und dieMotorräder bepackt vor der Haustüre stehen, muss die komplette Reiseroute kurzer Handnochmal umgestrickt werden. Acht Monate später ist ihr Traum dennoch Wirklichkeit.62 MotorradABENTEUER 2/20122/2012 MotorradABENTEUER 63


FERNWEHAFRIKAWir schreiben den 1. April 2010 und Matthiasmüht sich gerade ab, auf der BMWden großen Gepäckberg, der sich vor ihmauftürmt, fest zu schnüren. Denn heutegeht es los auf die große Reise. Von Bonnfahren wir nach Kapstadt – selbstverständlichüber Land. Bisher haben wir uns in der Vorbereitungsphaseerfolgreich um eine Probefahrt mit Gepäck gedrückt. Dasrächt sich nun. Nach schweißtreibenden Stunden ist am Nachmittagendlich alles auf den Motorrädern verschnürt. Die ersteProbefahrt findet nach wenigen Metern ein abruptes Ende: Matthiaswinkt völlig entnervt ab. Die Maschinen sind einfach unfahrbarund eine Fahrt bis Kapstadt damit undenkbar.Frustriert laden wir die Motorräder wieder ab und schleppen dasGepäck in die Wohnung zurück. Der Nachmieter kommt zumGlück erst morgen. Wir beginnen damit, drei Haufen zu bilden:»unverzichtbar«, »eventuell« und »geht gar nicht«. SchwerenHerzens trennen wir uns von einigen Annehmlichkeiten. Mit gemischtenGefühlen starten wir am 2. April, Karfreitag, unserennächsten Versuch. Die Nachbarn winken amStraßenrand und sind genauso erstaunt wiewir, dass es nun doch trotz randvoll bepackterMaschinen endlich los geht.Nach einer Schleife bei Familie undFreunden erreichen wir Wien. Dort erwartenwir ein paar ruhige Tage, bevor wir die SicherheitEuropas für lange Zeit verlassenwerden. Aus der Ruhe wird aber nichts,denn wir haben Bonn ohne Visum für denSudan verlassen. Unsere Visa-Agentur teiltuns mit, dass die Erteilung des Visums fehl geschlagen ist undschickt uns die »leeren« Pässe nach Wien. Bei Punschkrapfen undPowidltascherln wägen wir die Alternativen ab. Wir könntenweiterfahren bis nach Kairo, um dort auf einem staubigen Campingplatzauf den ungewissen Ausgang der Visafrage zu warten,über Westafrika fahren – auf das wir uns überhaupt nicht vorbereitethatten – oder die leichteste, dafür auf den ersten Blick auchteuerste Option wählen: Einen Flug mitsamt unseren Maschinenvon München direkt bis Kapstadt. Wir entscheiden uns für denFlug und ehe wir uns versehen, sind wir wieder auf dem Rückwegnach Deutschland – Destination München.Am Tag darauf werden die Motorräder als Gefahrgut inspiziert.Die Lichtmaschineist das Ersatzteil, dasder ersten GepäckoptimierungzumOpfer gefallen ist1 2Die anschließende Abfertigung verläuft reibungslos,die Motorräder werden von der Spedition auf Palettengeschoben und so nach Südafrika verfrachtet.Zufrieden machen wir uns auf den Weg nach Hause.Die Meldung in einem großen deutschen Boulevard-Blatt,dass ein Vulkan mit unaussprechlichemNamen auf Island Unmengen an Aschewolken in dieAtmosphäre pustet, beachten wir nur beiläufig. DieAuswirkungen des Vulkanausbruchs bekommen wirerst am nächsten Morgen zu spüren. Alle Flüge vonMünchen aus sind storniert. So sitzen wir zehn Tagefest, bevor wir Ende April am Kap landen.Bereits bei der ersten Ausfahrt um Stellenboschkränkelt die BMW. Wir suchen Hilfe beim BMW-Händler, doch dort erklärt man uns, dass man sichmit Motorrädern in dieser Altersklasse nicht mehr auskenne. Wirsind entsetzt, finden aber nach einigem hin und her doch noch einenSchrauber, der sich mit Motorrädern der älteren Jahrgängeauskennt. Dieser verkündet, dass die Lichtmaschine ein Problemhat. Wir halten beide die Luft an, denn dieLichtmaschine ist genau das Ersatzteil, dasder ersten Gepäckoptimierung unterwegszum Opfer gefallen ist und nun in einemSchrank im Schwäbischen vor sich hinstaubt. Der Schrauber verspricht unsschnelle Hilfe, die auch nach wenigen Tagenin Form eines restaurierten Rotors eintrifft.Leider gibt genau dieser Rotor nach wenigenKilometern den Geist auf und erst der zweitefunktioniert.Langsam gewöhnen wir uns an den Linksverkehr und testen ersteSchotterpisten. Von Stellenbosch treibt es uns zunächst inRichtung Kimberley. Dort möchten wir die riesigen Diamantenminensehen. Natürlich findet der Abbau lange nicht mehr so stattwie in den Anfangszeiten. Geblieben ist in Kimberley vor allemein riesiges Erdloch, das uns entgegen gähnt und ein Museum, dasan die »reichen« Diamanten-Jahre erinnert. Wir wollen weiteraber die BMW streikt wieder. Der Lichtmaschinen-Rotor wirdzum dritten Mal (!) getauscht.Einen Tag vor der Ausreise nach Namibia lernen wir auf einemCampingplatz im Augrabies Nationalpark zwei Südafrikaner kennen,Vater und Sohn, die auf einer Abenteuerfahrt in das Kaokoveldnach Namibia unterwegs sind. Wir sind uns sofort sympathischund beschließen, ein Stück des Weges gemeinsam zurückzu legen. Der Grenzübertritt ist erwartungsgemäß einfach. DerTag ist schon voran geschritten und weit und breit kein Campingplatzin Sicht. Die beiden Südafrikaner sind jedoch gewöhntzu improvisieren und so campieren wir kurzerhand auf dem Geländeeiner Farm unter freiem Himmel. Es wird eine unruhigeNacht, denn Schakale und Erdferkel streifen um unsere Zelte. Dernächste Tag bringt uns Windhoek näher. Allerdings müssen wiruns wieder von unseren Reisebegleitern trennen, denn eines derMotorräder hat ein Problem mit – der Lichtmaschine!In Windhoek treffen wir Bekannte aus Deutschland, die dort alsEntwicklungshelfer tätig sind. Es hat offenbar Tradition, dass fürNeuankömmlinge mit dem Motorrad eine Ausfahrt organisiertwird und so verlassen wir uns darauf, dass unsere Begleiter allesim Griff haben. An einem Sonntagmorgen fahren wir los – geplantist eine »einfache«, 200 km lange Tour nahe Windhoek. Die rukkeligenPisten mit Tiefsandpassagen durch trocken gefalleneFlüsse sind vor allem für mich eine Herausforderung, aber ichnehme es sportlich. Bis ich den auf der ganzen Strecke einzigen1 OrdentlichesBuschfeuer in Sambia.2 Freundlicher Elefantenbesuchauf dem Campingplatzin Livingstone,Sambia. 3 AufgeregteKinder am Lake Malawi.4 Tagesaktuelle Speisekartein Liwonde, Malawi.3 4Nagel finde und ihn mir gekonnt in den Hinterreifen bohre. ZumGlück haben wir Flickzeug dabei, denn der Nagel hat ein riesigesLoch in den Schlauch gerissen. Allerdings sind die Flicken nur minimalgrößer als das Loch und wir zweifeln an der Haltbarkeit dieserLösung. Zunächst hält der Reifen aber die Luft und die Fahrtgeht weiter. Nach etwa 70 weiteren Kilometern ist Schluss, derReifen platt und weitere Reparaturversuche scheitern. Guter Ratist teuer und uns bleibt wenig Zeit bis zum Sonnenuntergang. Wirsind immer noch etwa 90 km von Windhoek entfernt. Uns bleibtnichts anderes übrig, als einen Pick-up aus Windhoek zu organisieren,um die platte Honda wieder in die Stadt zu transportieren.Gerade als die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verschwinden,kommt der Pick-up in Windhoek an. Glück gehabt!Die Reise führt uns nun von Windhoek in Richtung Küste undinzwischen hat auch die Fußballweltmeisterschaft begonnen. Waruns in Südafrika an jeder Ecke Werbung zu diesem Ereignis entgegengeweht, so hält sich dieses Informationsspektakel in Namibiasehr in Grenzen. Uns wird klar: Fußball wird im südlichenAfrika eher von der schwarzen Bevölkerung favorisiert. Die Weißen,die wir in Namibia treffen, kommen überwiegend aus Südafrikaund bezeichnen sich als WM-Flüchtlinge. So erkunden wirdie Fußgängerzone in Swakopmund und treffen dort tatsächlichauf ein Prinzenpaar – denn in Namibia, der ehemaligen deutschenKolonie, ist Karneval!An den Epupa-Fällen an der Grenze zu Angola haben wirGlück und bekommen gerade noch einen Campingplatz direktam Fluss in der Nähe der Wasserfälle. Viele Fussball-Flüchtlinge hatten dieselbe Idee. Lag in Mariental morgensnoch Frost auf dem Zelt, ist es nun auch nachts angenehmwarm geworden. Die Bevölkerungsdichte ist hier sehr geringund so erweckt die Landschaft mit den grandiosen Wasserfällennoch den Eindruck fast unberührter Wildheit. Sie ist vor allemHeimat der Himba, die Viehhaltung betreiben und teils noch sehrursprünglich leben. Nach vielen Wochen unserer Reise treffen wirnun auch endlich auf die lang ersehnten Baobabs, die wie aufgepfropftzwischen den Fällen teils auf nacktem Fels stehen. Besondersim Sonnenuntergang entsteht ein magisches Leuchten,das den Betrachter in seinen Bann zieht. Wir sind hingerissen!Die Einreise nach Botswana erfolgt »auf eigene Gefahr« durchdas Mahango Wildreservat unweit der Popa Falls im Westen desCaprivi Streifens. Matthias fühlt sich wie im »Jurassic Parc«. AmParkeingang hängt ein großes Schild. Alle »Großen« scheinen hier64 MotorradABENTEUER 2/20122/2012 MotorradABENTEUER 65


FERNWEHAFRIKAzu wohnen: Elefanten, Büffel, Nashörner, Löwen und sogar Krokodile.Ich bin vor allem damit beschäftigt, mich auf die sandigePiste zu konzentrieren. Für Gedanken an wilde Tiere bleibt da wenigRaum. »Jurassic Parc« bleibt Filmerlebnis, die »Big Five« imBusch. Komplikationslos reisen wir in Botswana ein. In Shakawedirekt nach der Grenze tauschen wir ein bisschen Geld und leistenuns ein Mittagessen. Es wird im Stehen verschlungen, wie sooft in den letzten Wochen, denn wir habenkeine Stühle dabei.Unterkünfte sind rar und die wenigenCampingplätze nur über Tiefsandpisten zuerreichen, die für uns und unsere bepacktenMotorräder unüberwindlich scheinen. Deshalbbeschließen wir, in einem Rutsch nachMaun zu fahren. Wir übersehen aber dieZeitumstellung und es wird schneller dunkelals uns lieb ist. Eine halbe Stunde vor Maunerliegen wir einer Wolke aus kleinen grünenFliegen, die eine dicke Schicht auf denHelm-Visieren bilden und uns komplett die Sicht rauben. DieTanks sind auch fast leer gefahren, die Mägen knurren. Nach nervenaufreibenderFahrt und einem Beinah-Zusammenstoß mit einemauf der Straße schlafenden Esel (der hat Nerven!) entscheidenwir uns dieses Mal für eine Nacht im Hotel. Lange hält es unsnicht in Maun, denn die Preise für touristische Unternehmungensind astronomisch und wir haben schließlich noch jede Menge Kilometervor uns.Livingstone in Sambia ruft. Wir nutzen die Fähre über denmächtigen Sambesi, um nach Sambia einzureisen. Ich bin geradedabei, mit viel Schwung die steile Anfahrt auf die Fähre zu nehmen,als ein älterer Tourist völlig geistesabwesend vor mein Motorradläuft. Da ich ihn nicht mit meinen Stollenreifen auf dieSchiffsplanken »nageln« möchte, steige ich abruppt in die Eisenund dann elegant ab vom Motorrad. Matthias hilft mir wieder aufund die Menge steht und glotzt. Meine Laune ist dahin. SchlechteVoraussetzungen für einen afrikanischen Grenzmarathon.Sambia empfängt uns mit dichtem Gedränge von PKW undMenschen, LKW-Schlangen und Straßen wie Rübenäcker. ZumGlück können wir die Motorräder direkt vor der Polizeistation parken.Wir brauchen eine Ewigkeit für die Grenzformalitäten und1 2setzen drei Währungen ein, bevor alles geregelt ist. 70 Kilometerweiter erreichen wir Livingstone. Das Navi lotst uns zu einerLodge mit Campingplatz am Stadtrand. Zur Ruhe kommen wir jedochnicht, denn der Campingplatz wird zu Weidezwecken vonsämtlichen in der Gegend ansässigen Elefantenherden frequentiert,die über den Fluss eindringen. Im Camp herrscht so regerElefantenverkehr wie auf einer Autobahn. Einen Moment sehenwir unsere weitere Tour gefährdet, als sicheiner der Dickhäuter besonders dicht an unserenMotorrädern vorbei quetscht. EineSchrecksekunde lang halten wir die Luftan, doch der Elefant geht ganz behutsaman den Motorrädern vorbei und zu unsererErleichterung geschieht nichts!Nach ein paar Tagen brechen wir auf inRichtung Lusaka. Die Strecke führt hauptsächlichüber lange und schnurgerade Straßenabschnitte,die Landschaft abseits derStraße bietet wenig Abwechslung fürs Auge.Den Besuch in Lusaka wollen wir zur Motorradwartung nutzen,denn die Kette an der Honda ist wider Erwarten bereits am Ende.Wir steuern eine kleine Missionsstation an, die wir von einem früherenAufenthalt her kennen. Wie es sich für unser Timing gehört,fahren wir zur Hauptverkehrszeit am Nachmittag in Lusaka ein.Das Navi verhält sich wie immerin derartigen Situationen:Es gibt keine eindeutigen Hinweisemehr und wir eiern dieHauptverkehrsader entlang,ohne klare Richtung und ohneIdee, wie wir unsere Unterkunfterreichen sollen. ZumGlück haben wir eine sambischeSIM-Karte für unserHandy besorgt und werden damitzur Unterkunft gelotst.Lusaka ist uns zu voll undzu hektisch. Wir haben unsnoch nicht entschlossen, obwir wirklich den ganzen WegZur Ruhe kommenwir nicht, denn derPlatz wird vonElefanten zu Weidezweckenfrequentiert1 Der vermutlich einzigeNagel rund umWindhoek in Namibiasetzt uns außer Gefecht.2 Die Sandpisten inSambia sind mit denvoll bepackten Maschinenkein Zuckerschlekken.3 Begegnung mitden Himba mitten imNirgendwo von Namibia.4 Zelt-Aussichtenam Epupa Falls Campgroundin Namibia.bis Deutschland zurücklegen werden, aber bis Nairobi sollte dieReise in jedem Fall gehen. Gleichzeitig haben wir Bedenken, dasswir angesichts der tausende von Kilometern, die noch vor uns liegen,von der Regenzeit eingeholt werden. Wir packen unser Gepäck– inzwischen schon sehr routiniert – und machen uns auf denWeg auf die Great North Road Richtung Tansania. Über dieseHauptroute werden die in Sambia und in der Demokratischen RepublikKongo gewonnenen Erze zur Hafenstadt Dar-es-Salam inTansania gebracht. Es ist eine der schlimmsten Straßen, auf diewir während dieser Reise treffen. Riesige Schlaglöcher und Baustellenwechseln sich ab. Die Straße ist gesäumt von verunglückten,ausgebrannten und am Straßenrand zurück gelassenenLKW. Beim Abbiegen kommt es auch für uns fast zur Katastrophe:Matthias ist schon vorgefahren, als ich plötzlich beim Abbiegenvon einem vorbei fliegenden Pick-up beinahe gerammtwerde. Wie ich es lebend auf die andere Seite geschafft habe, kannich nicht mehr genau nachvollziehen. Der Pick-up verschwindetwild hupend am Horizont und wir stehen etwas bedröppelt imSchein der untergehenden Sonne.Wir fahren noch bis Mpika, die nächste Stadt. Mangels Alternativenmieten wir uns in einem heruntergekommenen Campder Landwirtschaftsbehörde ein. Das Ereignis am späten Nachmittagveranlasst uns zur Änderung der Reisepläne. »Weniger istmehr«. Wir wollen uns aufs südliche Afrika beschränken. Über3 4Lusaka reisen wir nach Malawi weiter. In den folgenden Tagenfinden mentale Anpassungen statt. Mit der Zeit bemerken wir einefür uns im nachhinein sehr bedeutende Veränderung. Wir findenunseren Reise-Rhythmus. Wir haben den Ballast von »Das müsstihr unbedingt...« oder »Auf jeden Fall solltet ihr...« bzw. »Ihr werdetes bereuen, wenn ihr nicht...« hinter uns gelassen, Zeit gewonnenund können nun in unserer Geschwindigkeit und deutlichentschleunigt die Reise fortsetzen.Plötzlich zeigt das Voltmeter der BMW in unregelmäßigenAbständen einen Spannungsabfall an. Immerhin läuft sie noch. Inganz Lilongwe scheint sich niemand zu finden, der uns weiterhelfenkann. Also bestellen wir die Teile kurzerhand in Deutschlandper Kurier. Der Kurier versäumt jedoch, das Paket als Expressgutzu versenden. Was das für uns als Empfänger bedeutet,können wir nur erahnen. Unser Gastgeber in Lilongwe erzählt uns,dass ein Weihnachtspaket vom November des Vorjahres immerhinim Juli des Folgejahres mit den geschmolzenen Schokoweihnachtsmännernin Lilongwe eintraf. Wir schreiben das Paketernüchtert ab und brechen auf zu einer Erkundung an den Malawi-See. Wir leben in den Tag hinein, sind gut versorgt mit allem, waswir brauchen, können die Aussicht auf den See genießen und dasbunte Treiben der Fischer beobachten.Die Paketfrage bleibt weiterhin ungeklärt und wir begeben unsnach Blantyre. Dort beschließt Matthias, einen zweiten Paketversuchmit dem Kurier in Deutschland zu starten, denn dieLichtmaschine kränkelt immer noch vor sich hin. Wir nutzen dieWartezeit auf das zweite Paket dazu, um im Liwonde Nationalparkan einer Tierzählung teilzunehmen, von der wir zufällig erfahrenhatten. Die dreitägige Tierzählung findet jedes Jahr beiVollmond statt und ist im Schichtsystem organisiert. In jederSchicht sitzt eine kleine Gruppe von Freiwilligen auf einemHochsitz an einem Wasserloch und hält für ein paar StundenAusschau nach Tieren, identifiziert, zählt und dokumentiert sie.Die Ergebnisse werden dann im Basiscamp gesammelt.Einer Intuition von Matthias folgend, fahren wir nach der Tierzählungnicht wie geplant direkt nach Blantyre zurück, sondernlegen noch einmal eine Schleife über die Hauptstadt Lilongwe ein.Zu unserem großen Erstaunen finden wir heraus, dass beide (!)Pakete beim Zoll in Lilongwe auf uns warten. Mit viel Geduld undÜberzeugungskraft schafft Matthias das Wunder und wir bekommendie Gebühren in Höhe von 160 Euro erlassen, da wir dieErsatzteile ja wieder aus Malawi ausführen.66 MotorradABENTEUER 2/2012

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