Interview mit Heidi Jost-Stucki, St. Erhard - Natur im Bild

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Interview mit Heidi Jost-Stucki, St. Erhard - Natur im Bild

esten an einem konkretenBeispiel. Ich nehme mir beispielsweisevor, frühmorgensdas Schachbrettchen zu fotografieren,das ich am Bahnübergangbeim Vorbeifahren mitdem Velo gesehen habe. Obwohlich ein schrecklicherMorgenmuffel bin, bereitet mirdas Aufstehen für solche fotografischeVorhaben keineMühe. Denn ich weiss, dass dieschönsten Bilder bei den erstenSonnenstrahlen entstehen.Um 06.45 Uhr stapfe ich mitmeiner Fotoausrüstung durchsnasse Gras und halte Ausschaunach dem Schachbrettfalter.Obwohl ich inzwischen (fast)wach bin, müssen sich meineAugen zuerst auf volleKonzentration umstellen, dennso gross ist dieser Schmetterlingnicht, wenn er noch kalt undetwas schläfrig irgendwozwischen taunassen Halmensitzt.Es dauert nicht lange, und ichentdecke ihn. Ich pirsche michan und hoffe, dass er mich nichtbemerkt. Die letzten Meter kriecheich vorsichtig durchs Gras.Obwohl es kühl ist und ich nachkurzer Zeit völlig durchnässtbin, spüre ich nichts von alledem.Ich bin nur aufgeregt undstaune, was für ein herrlichesTier ich vor der Linse habe. Dader Winkel noch nicht stimmt,um die volle Tiefenschärfe zubekommen und das Licht vondieser Seite auch nicht optimalist, versuche ich, das Insektvon der anderen Seite anzuschleichen.Der Schmetterlinghat mich bemerkt, da er abernoch nicht aufgewärmt ist undich mich kaum bewege, bleibter sitzen. Nun habe ich ihn imvollen Gegenlicht, bin etwa 40cm von ihm entfernt und eswird mir einmal mehr bewusst,wie entscheidend das Licht füreine schöne Naturfotografie ist.Der Hintergrund verschwindetim Sonnenlicht und derSchmetterling wird zum optischenSchwerpunkt im Bild.Nun versuche ich noch etwasnäher ranzukommen. Ich wagenun kaum mehr zu atmen, weildie kleinste Bewegung der Kameradas Bild unscharf werdenlässt. Ich bin so nahe, dass derSchmetterling formatfüllend imSucher ist und das Auge glänzt.Der Flügel ist aber völlig verschwommen.Da ich für solcheAufnahmen selten ein Stativbenütze, ändere ich nochmalsmeine Position, verstelle dieBlende und die Verschlusszeitund vertraue meiner ruhigenHand. Ich bin überwältigt vomAnblick des Schmetterlings imMorgenlicht. Ich kann mich fastnicht mehr losreissen vor lauterFaszination.Nachdem ich das Schachbrettchenim schönsten Morgenlichteinige Male fotografiert habe,versuche ich nun noch ein bisschenzu experimentieren. Dasheisst, ich verstelle die Blendeund die Verschlusszeit einigeMale, um verschiedene Schärfentiefenbereichezu erhalten.Inzwischen ist es fast 08.00Uhr. Die Sonne steht schonetwas höher, und das Schachbrettchenbreitet seine Flügelaus, um sich zu wärmen. Dabemerke ich auf einmal, dassdirekt neben mir ein andererSchmetterling, ein braunerWaldvogel abgesessen ist. Dasganze "Spiel" beginnt nun vonNeuem ........................Mehr über die Naturfotografienvon Heidi Jost-Stucki unterwww.carbonaria.ch/fotonaturama"Natur in unserer Umgebung" Ausstellung Naturfotografien von Heidi Jost-Stucki imNatur-Museum Luzern bis 26. August 2007.Die neue Ausstellungs-Plattform im Treppenhaus des Natur-Museums Luzern wurdemit Bildern von Heidi Jost-Stucki eröffnet. Heidi Jost zeigt bis am 26. August 2007 die«Die Natur in unserer Umgebung» mit Grossaufnahmen von meist unscheinbarenPflanzen und Tieren der Region. Mit viel Ausdauer und einem Blick für besondereMomente setzt Heidi Jost-Stucki ihre Entdeckungen in der Welt der kleinenNaturwunder in farbenprächtige Bilder um.Am 5. Juni 2007 um 18 Uhr führt Heidi Jost-Stucki durch die Ausstellung, Dauer ca. 1h, Eintritt frei.47

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