In vierter Generation: Icom IC-756PROIII gleich IC-756PROII plus ...

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In vierter Generation: Icom IC-756PROIII gleich IC-756PROII plus ...

AmateurfunktechnikIn vierter Generation:Icom IC-756PROIII gleichIC-756PROII plus etwas IC-7800BERND PETERMANN – DJ1TOJeder größere Hersteller, und da bildet Icom keine Ausnahme, hat so seineEntwicklungslinien, Bedienphilosophien und Gerätekategorien. Nach derKreation des Icom-Flaggschiffs IC-7800, das in vielem durchaus an denIC-756PROII erinnert, lag es nahe, die hier erreichten Entwicklungsschritteauch der IC-756PRO-Linie zu Gute kommen zu lassen. Das Ergebnis ist derIC-756PROIII.Hier sollen nur die Unterschiede zwischen den Versionen II und III zurSprache kommen. Bezüglich Angaben zum Vorgängertyp, der weiterangeboten wird, sei auf die Literaturstellen sowie unsere Webseite www.funkamateur.de, wo Sie Typenblätter und Testberichte nachlesen können,verwiesen.Rein äußerlich erkennt man beim IC-756PROIII (Bild 1) auf den ersten Blick kaumeinen Unterschied zu seinem VorgängerIC-756PROII. Eine genauere Betrachtung,auch der Rückfront, fördert lediglich denneuen Namenszug und eine zusätzlicheTastenbezeichnung, „M. SCOPE“, zutage(Bilder 2 und 3).Bild 2: Unumgänglich neu. Der Schriftzug istaber nicht mehr erhaben, sondern als Schildmit Hologrammeffekt eingesetzt.Bild 3: Einziges weiteres äußerliches Kennzeichen:die Zusatzbeschriftung „M. SCOPE“■ Äußere WerteDer Begrüßungsbildschirm, der bei Bedarfauch das eigene Rufzeichen anzeigen kann,sieht nun etwas nüchterner aus (Bild 4).Nach wie vor erfordert der Start etwa 11 s.Auf dem „normalen“ Bildschirm fällt sonstnur noch die nun doppelte Uhr in der rechtenoberen Ecke auf, was beispielsweisedie gleichzeitige Anzeige von UTC undder eigenen Zonenzeit erlaubt. Die obereder beiden lässt sich stellen, die zweite erhälteinen dazu in 5-min-Intervallen variablenVersatz (Bilder 6 und 7).Überlässt man nun das Ganze eine Weilesich selbst, schaltet sich nach 15, 30 oderBild 1:Äußerlich gleichtder IC-756PROIIIseinem VorgängerIC-756PROIIpraktisch wieein Ei dem anderen.Fotos: TOBild 4: Der Begrüßungsbildschirm während der11-s-Initialisierungsphase wirkt nüchterner.60 min (wenn man möchte auch gar nicht)ein Bildschirmschoner ein, bei dem das fürden Startbildschirm gewählte Rufzeichengemächlich über das Display wandert,während der NB-Knopf blinkt.Ein etwas längeres Betätigen der unter dererwähnten Bezeichnung M. SCOPE liegendenMain/Sub-Taste verkleinert dieDarstellungsgröße auf dem oberen Bildschirmteil,sodass Platz für das stattdesseneingeblendete Mini-Scope, halb so hochwie normal, entsteht (Bild 5).Auf diese Weise entfallen die Daten derjeweils alternativen VFO- bzw. Speicherfrequenzund die Frequenzangaben wechselnauf winzig. Diesen Effekt gab es auchbei IC-756PROII schon, wenn man Menüsdurch die Option „wide“ mehr Zeilen bzw.Punkte (Betreffs/Aspekte) verschaffte unddie Tabelle dadurch höher wurde.Das Mini-Scope ist gegenüber dem PROIIein wesentlicher Fortschritt, denn man hättedort schon gern weiter das Scope beobachtet,während man aber beispielsweiseeinen CW- oder RTTY-Text zu Senden bereithielt, den RTTY-Dekoder benutzte, anden Filterkurven manipulierte oder einenkurzen Mitschnitt in einer beliebigen Sendeartanfertigen wollte.■ In den Tiefen der MenüsDie weiteren Veränderungen sind äußerlichentweder gar nicht oder nur bei genauerDurchsicht der Menüs erkennbar. Letzteresbetrifft die Speicher-Sendemöglichkeit beiRTTY und die Erweiterung der Beeinflussungdes Sender-Frequenzgangs.Der RTTY-Sendespeicher stellt eine guteErgänzung zum schon beim PROII integriertenRTTY-Decoder dar. Die Handhabungder acht RTTY-Speicher (Bild 8)für je max. 62 Zeichen entspricht in etwader der vier CW-Textspeicher. Bei Letzterenwurde übrigens dem verfügbaren Zeichensatzdas at-Zeichen @; .--.-. = ac, wr,pn für E-Mail-Adressen hinzugefügt.Für RTTY braucht es nun zwei Untermenüs,damit sich die Sendetexte editieren,auszuwählen und abrufen lassen. Eindarunter gelegtes Menü erlaubt noch dieWahl des USOS-Modus, der zur besserenDarstellung bei schlechten Verbindungennach jedem Leerzeichen in die Buchstabenlagewechselt, um sinnlose Zahlen/Zeichen-Kolonnenzu vermeiden. Die gesendetenTexte erscheinen beim praktischenFunkbetrieb weiß zwischen dem roten Empfangstext.Man tut gut daran, die häufigsteAnrufsentenz auf die Funktionstaste F-3zu legen, weil das auch die ist, mit der manbei Empfang erst einmal an die Sendetextekommt.Solange man das Rufzeichen der Gegenstationnicht zu senden braucht, kommt manschon einmal mit dem Transceiver autonomzurecht. Die Inhalte der per Tastenund Hauptabstimmknopf zu programmierendenRTTY-Textspeicher reichen z.B. fürrudimentäre QSOs mit DXpeditionen aus.Für normale QSOs geht es dann aber dochnicht mehr ohne externe Hard- und Software.1216 • FA 12/04


AmateurfunktechnikBild 5: Wichtigste Neuerung auf dem Displayist das Mini-Scope, das den unteren Displaybereichfür andere wichtige Einstellungenfrei macht (vgl. Bild 1).Bilder 6 und 7: Den IC-756 zeichnet schonimmer eine Uhr aus. Nun kann man sie auchfür eine zweite Zeitzone erweitern.und 14,4 MHz, Vorverstärker aus, USB,Bandbreite 2,4 kHz). Dafür wurde einigerAufwand getrieben:Da sind zunächst gegenüber der Bonbonschachteldes PROII [6] weiter vergrößerteSpulen in den Empfänger-Bandpassfiltern(Bild 10), was unerwünschte magnetischeSättigungseffekte vermindert: Eine optimierteDiodenumschaltung (nicht nur) derFilter setzt auf die durchgehende Verwendungvon PIN-Dioden 1SV307, während imPROII nur filtereingangsseitig PIN-DiodenMMBV3700LT1, sonst (Band-)SchaltdiodenMA77 zum Einsatz kamen.Die Empfängervorverstärker besitzen dasselbeGrunddesign wie im IC-7800. Gegentakt-Vorverstärker1 arbeitet mit bipolarenTransistoren mittlerer AusgangsleistungSC5551 in Emitterschaltung mit „rauschfreierGegenkopplung“ und bietet deshalbeinen hohen IP3 sowie einen großen Frequenzbereich.Der ebenfalls mit einem 2SC5551 in Basisschaltungaufgebaute Eintakt-Vorverstärker2 ist nicht gegengekoppelt, besitzt deshalbeine höhere Verstärkung und ist darumideal für Empfangsantennen mit geringemAusgangspegel wie Beverages, sehr kurzeoder Magnetantennen geeignet. Im PROIIarbeiteten hier zwei nicht gegengekoppelteSperrschicht-FETs 2SK2171 im Gegentaktbzw. ein gegengekoppeltes 3-Transistor-Array µPC1658G.Die ersten Mischer sind wiederum mit jevier Sperrschicht-FETs 4 × 2SK1740 aufgebaut;sie verfügen jedoch über eine optimierteund deutlich aufwändigere Peripherieeinschließlich der Oszillatorfrequenz-Zuführung.Als Roofingfilter kommt nun anstelle einesOberton- ein 64-MHz-Grundwellentyp mit15 kHz Bandbreite zum Einsatz (Bild 11),derselbe wie im IC-7800, was zur Verbesserungder Empfangseigenschaften beiträgt.Das alles zahlt sich aus. Im abendlichen30- und 40-m-Band ist mit Vorverstärker 2kaum noch ein Störnebel vorhanden, auchder 40-m-Lattenzaun ist damit gerade nochwahrnehmbar und mit dem Vorverstärker 1in der Regel verschwunden. Nur ohne Vorverstärkergab es auch beim Vorgängerpraktisch keine Probleme. Subjektive Verbesserung:eine reichliche S-Stufe.■ FazitBleibt die Frage, ob sich das Ganze lohnt.Immerhin hat man nominell für den IC-756PROIII 3650 € (UVP Okt. 2004) anstelleder für den wohl aus gutem Grundweiterhin lieferbaren IC-756PROII 3200 €(UVP) hinzublättern. Wer mit der mittlerenGroßsignalfestigkeit des PROII und ohneMini-Scope auskommt, ist auch damit gutbedient.Bild 8: Die ersten vier der acht RTTY-TextspeicherBild 9: Im Level-Set-Menü lassen sich nundie Eckpunkte des Sender-Frequenzgangesfür die drei Bandbreitenstufen getrennt festlegen.Der SSB-Sendefrequenzgang lässt sichjetzt nicht mehr „nur“ über die in je elfStufen veränderbaren Höhen- und Tiefen-„steller“ beeinflussen: Zusätzlich existierennun drei Bandbreitestufen, für die jeweilsuntere Grenzfrequenzen von 100, 300 und500 Hz sowie obere von 2500, 2700 und2900 Hz zur Verfügung stehen (Bild 9).Ähnliches gab es zwar beim IC-756PROIIauch schon, allerdings nur mit festenBandbreiten von 2000, 2600 und 2900 Hz;untere und obere Grenzfrequenz ließen sichnicht unabhängig einstellen.■ Innere WerteZu den inneren Werten gehört der auf +30dBm verbesserte Intercept-Punkt 3. Ordnung(unter der Bedingung Empfangsfrequenz14,2 MHz, Zweitonsignale 14,3 MHzBild 10:Neue innere Werte:links die weitervergrößerten Spulender niederfrequentenBandpassfilter,rechts oben derHF-Vorverstärker 1,darunter derVorverstärker 2,beide nach demVorbild des IC-7800völlig neu konzipiertBild 11: Als eherunscheinbaresBauteil erscheint das64-MHz-Roofingfilter,das nun wie beimIC-7800 ein Grundwellentypist.Viele als übernehmbar denkbare Featuresdes IC-7800 blieben beim IC-756PROIIInämlich doch außen vor: kein PSK31; keinTastaturanschluss, kein externes Display,keine Firmware-Updatemöglichkeit, und fürdie Zusammenarbeit des Transceivers miteinem PC muss man weiter mit der CI-V-Schnittstelle vorlieb nehmen. Übrigens kursierenGerüchte, wonach es 2005 einen abgespecktenIC-7800 geben könnte.Literatur[1] Petermann, B., DJ1TO: IC-756: KW/50-MHz-Allmode-Transceiver,FUNKAMATEUR 46 (1997),H. 3, S. 269–273[2] FA-Typenblatt IC-756, FUNKAMATEUR 45(1996), H. 11, S. 1247–1248[3] Petermann, B., DJ1TO: Icom IC-756PRO: Mit32-Bit-DSP noch universeller, FUNKAMATEUR49 (2000), H. 3, S. 260–263[4] FA-Typenblatt IC-756PRO, FUNKAMATEUR 49(2000), H. 3, S. 297–298[5] Petermann, B., DJ1TO: Icoms Tüpfelchen aufdem i: IC-756PROII als 3. Generation, FUNK-AMATEUR 51 (2002), H. 3, S.232–235[6] Typenblatt: IC-756PROII, FUNKAMATEUR 51(2002), H. 3, S. 271–272[7] Typenblatt IC-7800, FUNKAMATEUR 53 (2004),H. 5, S. 483–484[8] Typenblatt: IC-756PROIII, FUNKAMATEUR 53(2004), H. 11, S. 1139–1140FA 12/04 • 1217

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