Presse 2 - Bad Sonder

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Appenzeller Zeitung Online - Von der Heilkraft der Phantasiehttp://www.appenzellerzeitung.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-ap/Von-...Seite 1 von 217.09.2013St.Galler Tagblatt Online, 17. September 2013, 02:37 UhrVon der Heilkraft der PhantasieAlfredo Holderer vom Heim Sonder moderiert das Gespräch mit den Mitgliedern des Stiftungsrates derUelliger-Stiftung: Jörg Nef, Elisabeth Sailer-Weiss, Madeleine Hunziker. (Bild: ua)Die Stiftung Hanna und Karl Uelliger schenkt dem Heim Bad Sonder 14 Werke des Künstlers. DieÜbergabe gestern brachte den Schulkindern des Heims einen Maler näher, der es in der Kindheit nichtimmer leicht gehabt hatte.UELI ABTTEUFEN. Zu Lebzeiten hatte der Künstler Karl Uelliger verschiedene Institutionen mit Leihgabenberücksichtigt – so auch das Sonderschulheim Bad Sonder in Teufen. Nach seinem Tod 1993 kümmerte sichdie von seiner Frau Hanna Uelliger gegründete Stiftung darum, dass der Künstler und sein Werk nicht inVergessenheit gerät – dies auch nach dem Tod von Hanna Uelliger im Jahr 2004.Schon vor Jahren kamen die 14 Leihgaben ins Heim nach Trogen – gestern sind sie regulär und offiziell indessen Besitz übergegangen. Die Schule organisierte dazu eine kleine Feier für und mit den Schülerinnen undSchülern. Diese hatten vorab an einer «Umfrage» teilgenommen, wie es Heilpädagoge Alfredo Holdenernannte: Diese regte die Schüler zu einer Auseinandersetzung mit dem Autor jener 14 Bilder an, die schon seitgeraumer Zeit in den Gängen des Schulhauses hängen.Die interessantesten Antworten kamen nun zur Sprache, anschliessend brachte ein Radiobeitrag desJournalisten Erich Gmünder aus dem Jahr 1993 den Maler, der lange Jahre im Untertoggenburg gelebt hatte,auf ganz unmittelbare Weise, mit seinen Worten und in seinem Dialekt näher. Die anschliessende Würdigungvon Stiftungsrätin Elisabeth Sailer-Weiss machte dann auf einfühlsame Weise auf Zusammenhänge inUelligers Leben aufmerksam.Oft HeimwehUelliger wuchs im Berner Oberland in sehr einfachen Verhältnissen auf, führte Sailer aus, als Kind sei erverdingt worden, und den späteren Autoren der «Goldi»-Bilderbücher habe oftmals das Heimweh geplagt. Alseinsamer Viehhirte auf der Alp habe er begonnen, sich selbst Geschichten zu erzählen. In der Phantasie sei erauf Wolken gesessen und habe mit den Sternen geredet: «Dies brachte ihn in eine Welt, die nicht mit jenerrealen Welt übereinstimmte, in welcher er lebte.» Seine innere Welt, so Sailer, sei gewissermassen eine


Appenzeller Zeitung Online - Von der Heilkraft der Phantasiehttp://www.appenzellerzeitung.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-ap/Von-...Seite 2 von 217.09.2013Überlebensstrategie gewesen. «Uelliger hatte die Kinder gern»; erinnerte sich Sailer weiter, und er habewunderbare Geschichten erzählen können. «Vielleicht bin ich eben auch so ein Goldi», hatte Uelliger imRadiobeitrag gesagt – einer also, der sich vom «Gaagen» eines Raben ablenken lässt, dem Wiegen der Tannenim Wind oder einem «wunderschönen Wolkengebirge», und der dann zu schauen beginnt und sich von derPhantasie forttragen lässt, wie vielleicht schon damals als Junge auf der Alp.Eigene WortschöpfungenPhantasievoll war Uelliger auch im Umgang mit der Sprache, wie der Anlass weiter vermittelte. War einGemälde fertig, erfolgte eine «Taufe», die poetisch-witzigen Bildtitel enthielten oftmals eigeneWortschöpfungen. «Da ich kein Dichter bin, dichte ich eben mit dem Pinsel», hatte Uelliger einmal gesagt.Diesen Artikel finden Sie auf St.Galler Tagblatt Online unter:http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-ap/Von-der-Heilkraft-der-Phantasie;art120091,3538498Copyright © St.Galler Tagblatt AGAlle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zugewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von St.Galler Tagblatt Online istnicht gestattet.

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