VfW aktuell - Ausgabe Dez. 2010 - Pdf-Format - ENEV-Online.de

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VfW aktuell - Ausgabe Dez. 2010 - Pdf-Format - ENEV-Online.de

Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

2010 spürt der Bundesverband

für Wohnungslüftung

den deutlichen Rückenwind

durch die Lüftungsnorm

DIN 1946-6. Seit

ihrem Inkrafttreten häufen

sich die Anfragen beim

Verband, das Interesse an

Informationsveranstaltungen

und Berechnungsworkshops

zum Thema

von Seiten der Handwerker

und Planer ist sprunghaft

angestiegen.

Hat die Novellierung der

Energieeinsparverordnung

noch eher ideelle

Unterstützung für die kontrollierteWohnungslüftung

geboten, sorgt das

technische Regelwerk

dafür, dass sich die Fachwelt

mit diesem Thema

intensiv beschäftigt.

Die Norm ist ein sinnvolles

Hilfsmittel, um den

in Wohnungen vorgeschriebenen

notwendigen

Luftaustausch zu berechnen

und zu planen.

Um hier die Unterstützung

für die Planer zu

verbessern, hat der VFW

das Auslegungsprogramm

zur DIN 1946-6 nochmals

aktualisiert. Die neue Version

2.1 berücksichtigt

jetzt mit vier möglichen

Varianten die Kompatibilität

zur DIN 18017-3,

die sich mit der Belüftung

von Räumen ohne Fenster

befasst.

Fortsetzung Seite 2

VFW aktuell

Bundesverband für Wohnungslüftung e.V.

Dezember 2010

Gerichtsurteil bestätigt Auffassung des VFW

Durchgehendes Lüften ist nicht zumutbar

Die Lüftung einer Wohnung kann nicht allein dem Mieter überlassen werden.

Das für eine Wohnnutzung erforderliche Lüftungsverhalten darf nicht so weit gehen,

dass dadurch die Nutzung der Wohnung und das Lebensverhalten der Bewohner

eingeschränkt werden. Das entschied das Amtsgericht München. Der Bundesverband für

Wohnungslüftung sieht sich durch das Urteil in seiner Auffassung bestärkt, dass die Planung

der nutzerunabhängigen Lüftung spätestens seit dem Inkrafttreten der Lüftungsnorm

DIN 1946-6 Stand der Technik ist.

„Das Gerichtsurteil bestätigt,

dass nicht allein die Bewohner

für die korrekte Belüftung

einer Wohnung verantwortlich

gemacht werden können. Planer

und auch Handwerker, die sich

bei Neubau und Renovierung

nicht angemessen um die hygienisch

notwendige Luftzufuhr

in der Wohnung kümmern, setzen

sich erheblichen Haftungsrisiken

aus“, kommentiert VFW-

Geschäftsführer Raimund Käser.

Seiner Ansicht nach wird das

Münchner Urteil nicht das letzte

seiner Art sein.

Im zugrunde liegenden Fall hatten

die Richter über die Klage

einer Frau zu urteilen, die für

sich, ihren Ehemann und ihre

drei Kinder eine Wohnung in

München angemietet hatte. Nach

Einzug in die Wohnung begann

sich in allen Räumen Schimmel

zu bilden. Als sich schließlich

der Schimmel in allen Schlafzimmern,

der Küche und dem

Wohnzimmer teilweise vom

Fußboden gemessen bis zu einer

Bild: Sigenia

Höhe von 80 cm und mehr ausgebreitet

hatte, forderte die Mieterin

die Vermieterin auf, den

Schimmelbefall begutachten zu

lassen. Diese maß aber lediglich

die Feuchtigkeit und händigte

der Mieterin die Broschüre

„Richtiges Heizen und Lüften“

aus. Sie begründete das damit,

dass das Anwesen nach den

anerkannten Regeln der Technik

errichtet sei. Die Schimmelbildung

könne daher nur an der

mangelhaften Lüftung durch die

Mieterin liegen.

Bild: Sigenia

Daraufhin erhob die Mieterin

Klage beim Amtsgericht München.

Sie forderte die Schimmelbeseitigung.

Darüber hinaus

wollte sie festgestellt wissen,

dass sie ihre Miete um 100 Prozent

mindern könne, weil eine

erhebliche Gesundheitsgefährdung

für sie und ihre Familie

bestehe.

In der Tat litten zum Zeitpunkt

der Klage bereits alle Familienmitglieder

unter Erkrankungen

des Bronchialsystems.

Bei der Begutachtung

der Wohnung stellte der vom

Gericht bestellte Sachverständige

fest, dass selbst intensives

Lüften mit langen Lüftungsintervallen

nicht dazu führte,

die in den Räumen vorhandene

Feuchtigkeit dauerhaft zu

beseitigen.

Fortsetzung Seite 2


Editorial Fortsetzung

Wir gehen davon aus, dass

dieses Thema auch die

Gespräche auf unserem

Gemeinschaftsmessestand

auf der Bau 2011 in München

bestimmen wird.

Aufgrund der großen Resonanz

auf unsere Informationsmedien

haben wir auch

unseren Internetauftritt

und die Gestaltung unserer

Fachzeitschrift VFW aktuell

erneuert. Beides erscheint

jetzt im modernen luftigen

Design und wird unserem

Anspruch, sachlich fundierte

Informationen zu liefern,

gerecht. Wir wünschen

Ihnen eine interessante Lektüre

und hoffen, dass Ihnen

das neue Layout genauso

gut gefällt wie uns.

Mit den besten Wünschen

für das neue Jahr

Ihr Raimund Käser

VFW-Geschäftsführer

Bild: Interpane

Inhaltsverzeichnis

Gerichtsurteil bestätigt Auffassung des VFW

Durchgehendes Lüften ist nicht zumutbar

Editorial 1-2

Gerichtsurteil bestätigt

Auffassung des VFW 1-2

Bedarfsgerechte Lüftung

mit dezentralen Geräten 3-4

VFW mit neuer Homepage 5

Impressum 5

Das Zusammenspiel von

DIN 1946-6 und DIN 18017-3 6

Auslegungsprogramm zur

DIN 1946-6 aktualisiert 7

BAU 2011 8-9

Kurz notiert 10

Die ermittelten Werte lagen

auch nur während des Lüftens in

einem Bereich, in dem es nicht

zu einer Schimmelbildung kommen

kann. Dies bedeute praktisch,

dass nur bei immerwährendem

Lüften kein Schimmel

entstehen würde.

Ständiges durchgehendes (nutzerabhängiges)

Lüften sei der

Mieterin - so der Richter -

jedoch nicht zumutbar. Es widerspräche

eklatant den an eine

normale Wohnnutzung zu stellenden

Anforderungen. Insbesondere

müsse es der Mieterin

auch möglich sein, einer beruflichen

Tätigkeit nachzugehen,

bei der sie tagsüber nicht in der

Wohnung sei und folglich nicht

lüften könne. Das erforderliche

Lüften müsse daher auch in

den Morgen- und Abendstunden

durchführbar sein. Darüber hinaus

könne es auch nicht angehen,

dass ein Mieter gezwungen

werde, bei geöffnetem Fenster

zu schlafen.

Fortsetzung

Als wesentlichen Bereich des

persönlichen Lebens und der

Ruhe müsse es der freien Entscheidung

der Mieterin offen

stehen, ob sie bei offenem oder

geschlossenen Fenster schlafe.

Dies gelte insbesondere auch bei

niedrigen Außentemperaturen.

Wegen der akuten Gesundheitsgefährdung

hielt das Gericht

auch die Mietminderung für

rechtens.

Quelle:

Amtsgericht München,

Urteil vom 11.06.2010

[Aktenzeichen: 412 C 11503/09]

www.kostenlose-urteile.de/AG-

Muenchen-Mietminderung-bei-

Schimmelbildung-bis-zu-100-Prozent-moeglich.news10215.htm

VFW aktuell

Dezember 2010

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Fallbeispiel Siegenia-Aubi

Bedarfsgerechte Lüftung mit dezentralen Geräten

Neue Fenster einbauen, Energie sparen. Diese Gleichung hat ihre Tücken, wenn der Planer nicht gleichzeitig dafür Sorge trägt, dass

trotz der erhöhten Dichtigkeit der Gebäudehülle der hygienisch notwendige Luftaustausch erfolgt. Entweder müssen die Bewohner

deutlich mehr lüften oder es muss eine technische Lüftungslösung her. Die moderne Lüftungstechnik stellt eine Vielzahl unterschiedlicher

Möglichkeiten zur kontrollierten Be- und Entlüftung von Gebäuden zur Verfügung. Dabei bestimmen individuelle

Gegebenheiten, welche Lüftungsgeräte bzw. -konzepte sich für ein konkretes Objekt am besten eignen.

Zentrale raumlufttechnische

Anlagen kommen häufig in größeren

Gebäuden zum Einsatz.

Über eine Klimaanlage wird u.a.

die Frischluft angesaugt, gefiltert,

erwärmt und über Lüftungskanäle

im Gebäude verteilt; die

verbrauchte Innenluft wird durch

die Abluftkanäle zum Zentralgerät

transportiert und ins Freie

geleitet. Die dezentrale Lüftung

bietet für Neubau, Modernisierung,

Renovierung und Sanierung

flexibel anpassbare Lösungen,

die sich ohne großen Aufwand

in die Gebäudearchitektur

integrieren lassen. Ihre unkomplizierte

und unaufwändige Montage

macht dezentrale Geräte zu

einer ausgesprochen vielseitigen

Lösung.

Zu ihren entscheidenden Vorteilen

zählt, dass sie sich auch als

Einzelraumsysteme verwenden

lassen. Da die Fenster während

des Lüftens geschlossen sind, ist

auch für den nötigen Einbruchschutz

gesorgt. Durch intelligente

Zusatzfunktionen und

Spezialfilter können dezentrale

Lüftungsgeräte darüber hinaus

flexibel an individuelle Gegebenheiten

angepasst werden und

beispielsweise Verkehrslärm

oder ein hohes Pollen- oder Feinstaubaufkommen

aus den Innenräumen

fernhalten.

Einfache, flexible Montage-

Dabei werden Wandlüfter von

innen an eine Außenwand montiert

und gewährleisten die Lüftungsverbindung

nach außen

über eine einfache Kernbohrung.

Im Gegensatz hierzu werden

Fensterlüfter unmittelbar in das

Fenster integriert bzw. dezent in

die Fensterperipherie eingebaut.

Darüber hinaus können sie auch

in Kämpfer, Blendrahmen oder

Rollläden integriert bzw. unterhalb

des Fenstersturzes montiert

werden. In diesem Fall werden

sie unauffällig verdeckt

und sind von außen nicht mehr

wahrzunehmen.Auch wenn es

um die spätere Anpassung an

veränderte Ansprüche geht, bringen

dezentrale Lüftungsgeräte

die nötige Flexibilität mit. Ihre

Verbindung zu einem kontrollierten

Wohnungslüftungssystem

stellt ein vergleichsweise junges

Konzept dar, das die differenzierte

bedarfsgerechte Lüftung

sowohl in Ein- als auch in Mehrfamilienhäusern

sicherstellt.

Durch die Ankopplung an eine

Steuerung lassen sie sich dabei

sogar zu umfassenden Systemen

mit intelligenten Funktionen verknüpfen.

Neben Feuchtigkeitsmessern

und Temperaturfühlern

können auch Sensorikelemente

integriert werden, die die Luftqualität

erfassen und die angeschlossenen

Lüftungsgeräte oder

Fensterantriebe bedarfsorientiert

aktivieren. So entstehen Komplettsysteme,

die ein Höchstmaß

an Komfort und Sicherheit

bieten.

Als Kernstück von Wohnungslüftungssystemen

übernehmen Luftqualitätssensoren

die Steuerung von

Lüftungsgeräten und motorischen

Fensterantrieben.

Durch eine Wärmerückgewinnungsfunktion können Lüftungsgeräte

zur Reduzierung der Heizkosten beitragen.

Ausgeklügeltes Konzept mit

hochwertigem Schallschutz

Wie sich mit Hilfe dezentraler

Lüftungsgeräte auch bei

schwierigen Rahmenbedingungen

leistungsstarke Lösungen

entwickeln lassen, zeigt sich am

Beispiel der Münchner Maikäfersiedlung.

Um dem steigenden

Wohnraumbedarf gerecht

zu werden, ersetzt die Gemeinnützige

Wohnstätten- und Siedlungsgesellschaft

mbH der Stadt

München (GWG) seit einigen

Jahren Zug um Zug die

Bestandsgebäude durch zeitgemäße

Neubauten. Die Identität

der Siedlung als Gartenstadt

wird dabei beibehalten.

Den Auftakt zur Nachverdichtung

und Sanierung der Maikäfersiedlung

machte das Wohn-

und Geschäftshaus an der Bad-

Schachener-Straße. Durch seine

kompakte Bauweise schützt es

die dahinter liegende Anlage

vor Verkehrslärm. Neben einem

Einkaufszentrum und den neuen

Büros der GWG sind dort auch

58 Wohnungen unterschiedlicher

Größenordnungen untergebracht.

Fortsetzung Seite 4

VFW aktuell

Dezember 2010

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Rund 100 Fensterlüfter vom Typ

Aeromat 100 bzw. Aeromat VT

wurden waagerecht und senkrecht

in die Fensterkonstruktion

eingebaut. Damit kombinierte

der Bauherr eine hohe Luftleistung

und einen niedrigen Energieverbrauch

mit hervorragender

Schalldämmung. Bis zu

51 dB werden in Abhängigkeit

vom eingebauten Lüftungsgerät

erzielt. Auch der leichte Einbau,

die optimale Fassadenanpassung

und die Möglichkeit der Integration

in die Hausleittechnik überzeugten

das Planungsteam.

Zwischenzeitlich hat Siegenia-

Aubi die Einsatzmöglichkeiten

des Hochleistungsfensterlüfters

Aeromat VT spürbar erweitert:

der Aeromat VT-WRG 1000 bietet

mit nur 320 mm Bautiefe und

lediglich 1000 mm Breite noch

mehr Flexibilität bei der Integration

in die Fassade und die Auslegung

auf unterschiedlichste

Fensterbreiten. Dabei beträgt

der Wärmerückgewinnungsgrad

bis zu 62 Prozent. Dank der

hohen Luftleistung eignet sich

der Fensterlüfter auch problemlos

für den Einsatz gemäß EnEV

2009 sowie die Lüftung nach

DIN 1946-6.

Fallbeispiel Siegenia-Aubi

Bedarfsgerechte Lüftung mit dezentralen Geräten Fortsetzung

Zu den Hauptherausforderungen bei der Entwicklung des architektonischen Konzepts zählte

die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Frischluftzufuhr bei gleichzeitiger Einhaltung der

gesetzlichen Schallschutzwerte. Bereits bei der Festlegung der Wohnungsgrundrisse war deshalb

der Lärmschutz maßgeblich: Die durchgesteckten Wohnungen holen das Licht vom straßenseitigen

den in die Innenräume, die Frischluft von der ruhigen, begrünten Nordseite.

Schallschutz durch dezentrale Lüftung

Über die intelligente Grundrissgestaltung hinaus wurden die Verkehrsgeräusche in den Wohneinheiten

mit Hilfe von Schalldämmlüftern reduziert. In engem Dialog mit dem Hersteller von

Beschlag-, Lüftungs- und Gebäudetechnik Siegenia-Aubi wurde ein objektbezogenes Lüftungskonzept

entwickelt, mit dessen Hilfe in der Bad-Schachener-Straße auch bei geschlossenem

Fenster eine bedarfsgerechte Lüftung gewährleistet ist.

Aufgrund ihrer sauberen

sowie zeit- und -

kostengünstigen Montage

sind Wandlüfter

für Modernisierungsvorhaben

bestens

geeignet.

Der Aeromat VT lässt sich durch

seinen modularen Aufbau auf die

unterschiedlichsten Einsatzzwecke

zuschneiden.

Josef Buschner, Projektleiter

der GWG, zieht mit Blick

auf die Bad-Schachener-Straße

ein zufriedenes Fazit: „Für uns

als Wohnungsbaugesellschaft

ist wichtig, dass ein Hersteller

nicht nur ein breites Spektrum

an hochwertigen Lösungen zur

Verfügung stellt, sondern sich

aktiv in die Realisierung eines

Bauvorhabens einbringt und uns

dabei mit einer lösungsorientierten

Sichtweise unterstützt. Mit

Siegenia-Aubi haben wir schon

in der Vergangenheit gute Erfahrungen

gemacht. Auch in der

Bad-Schachener-Straße haben

wir einen attraktiven Wohnraum

geschaffen, der für die weiteren

Bauabschnitte richtungsweisend

sein dürfte.“

Bildquelle: zillerplus

Zur Sicherung der Wohnqualität entlang der Einfallstraße wurden

die Wohnungen mit Atrien und Schalldämmlüftern ausgestattet.

Bildquelle: zillerplus

Um eine bedarfsgerechte Lüftung auch bei geschlossenem Fenster

zu gewährleisten, wurden rund in der Bad-Schachener-Straße 100

aktuell

Fensterlüfter vom Typ Aeromat 100 bzw. Aeromat VT eingebaut.

Weitere Informationen auf www.siegenia-aubi.com. VFW

Dezember 2010

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VFW mit neuer Homepage

Wissenswertes zu technischer Wohnungslüftung

Im Herbst 2010 schaltete der Bundesverband für Wohnungslüftung

seinen neuen Internetauftritt frei. Die im frischen luftigen

Design gestaltete Homepage www.wohnungslueftung-ev.de liefert

fundierte Informationen zum Thema Lüftungstechnik für

Wohnungen und Gebäuden. Hier finden Interessierte Wissenswertes

zu technischen und rechtlichen Fragen kontrollierter

Wohnungslüftung.

Die Startseite gibt den schnellen Überblick über aktuelle Seminare

und Workshops. Außerdem steht hier das Planungstool

Lüftungskonzept zum kostenlosen Download bereit. Mit Hilfe

des Programms können Fachleute und Laien mit wenigen

Angaben selbst überprüfen, ob bei ihrem Bauvorhaben zusätzliche

lüftungstechnische Maßnahmen nötig sind.

Daneben gibt es die Bestellmöglichkeit des kostenpflichtigen

Auslegungsprogramms

www.

DIN 1946-6, mit dem Verantwortliche

das Lüftungskonzept und die Auslegung gemäß den geltenden

Normen planen und berechnen können.

Wer sich von der Funktionalität des Programmes überzeugen

will, kann hier auch eine Demo-Version anfordern. Im weiteren

Bereich der Homepage haben die Gestalter besonderen Wert

auf die Wissensvermittlung gelegt.

Impressum

VFW aktuell Dezember 2010

Herausgeber:

Bundesverband für Wohnungslüftung e. V.

Wasserstr. 26a

D-68519 Viernheim

Tel.: +49 (0)6204 7086637

Fax :+49 (0)6204 7086638

info@wohnungslueftung-ev.de

www.wohnungslueftung-ev.de

Geschäftsführer:

Raimund Käser

Inhaltlich Verantwortlicher

gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Raimund Käser

Redaktion:

Raimund Käser,

Antje Ebner

.de

Unter der Rubrik „Lüftungssysteme“ stellen Grafiken über-

sichtlich die verschiedenen Möglichkeiten technischer Wohnungslüftungsmaßnahmen

dar und weisen die Anbieter aus,

die entsprechende Anlagen in Deutschland im Angebot haben.

Der ausführliche FAQ-Block gibt Ratsuchenden Orientierung

bei der Auslegung der für die Lüftungstechnik relevanten Normen

DIN 1946-6, DIN 18017-3 und DIN 4719.

Das Kapitel „Publikationen“ wartet neben VFW-eigenen

Publikationen mit verschiedenen Praxisberichten von Technikern

und Rechtsanwälten auf. Darüber hinaus gibt es für Mitglieder

einen geschützten Log in Bereich, in dem die aktuellen

Verbandsmitteilungen mit ihren Fachinformationen sowie eine

Kontaktdatenbank und verbandsinterne Informationen zu finden

sind.

„Wir sind überzeugt, dass wir mit der neuen Homepage des

VFW ein wichtiges Informationsmedium zu den Fragen der

Lüftungstechnik geschaffen haben“, erklärt VFW-Geschäftsführer

Raimund Käser und fährt fort: „Das Thema gewinnt im

Baubereich immer mehr an Bedeutung, weil die rechtlichen

Rahmenbedingen zunehmend zur Berücksichtigung der nutzerunabhängigen

Lüftung anhalten.“

Konzept + Produktionsüberwachung:

Antje Ebner

PR-Beratung

Neumühle 1

D-74638 Waldenburg

Fon 0 79 42 – 94 20 550

Fax 0 79 42 – 94 20 551

info@ebner-pr.de

www.ebner-pr.de

Gestaltung:

more and mohr - mediengestaltung ist mehr...

Am Kressenbach 1

74523 Schwäbisch Hall

0791 59664

info@moreandmohr.de

www.moreandmohr.de

Nachdruck, auch auszugsweise,

ist nur mit Quellenangabe gestattet.

Die nächste VFW aktuell erscheint

im Juni 2011 Redaktionsschluss: Mai 2011

VFW aktuell

Dezember 2010

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Harmonie in den Lüftungs-

DIN-Normen

Das Zusammenspiel von

DIN 1946-6 und 18017-3 Kurz notiert

Mit dem Inkrafttreten der Wohnungslüftungsnorm DIN

1946-6 im Mai 2009 hat der verantwortliche Normungsausschuss

einen wichtigen Arbeitsschritt abgeschlossen.

Im Nachgang befassen sich die Experten vor allen Dingen

mit den Fragen zur praktischen Auslegung der Norm.

Dabei beschäftigt das Zusammenspiel der DIN 1946-6 und

der DIN 18017-3 besonders häufi g die Planer. Das zeigen

die vielen telefonischen Rückfragen und Anfragen auf den

Internetseiten des Bundesverbandes für Wohnungslüftung.

Die DIN 18017-3 ist eine Norm zur Lüftung von fensterlosen

Räumen. Sie beschreibt ventilatorgestützte Entlüftungssysteme,

bei denen die Luftnachströmung aus den Wohn- und

Aufenthaltsräumen der Wohnung erfolgt. Die DIN 1946-6

hingegen beschäftigt sich mit der ausreichenden Lüftung der

gesamten Wohnung. So unterscheidet sich ein Abluftsystem

gemäß der DIN 1946-6 von einem Entlüftungssystem nach

DIN 18017-3 durch weiter gehende Anforderungen, Bemessungs-

und Ausführungsregeln. Diese betreffen zum Beispiel

die Betriebsstufen der Lüftungsgeräte und die Anordnung von

Außenluftdurchlässen (ALD) in der Gebäudehülle. Insgesamt

haben die Mitglieder des Ausschusses vier mögliche Kombinationen

der Anwendung beider Normen festgelegt. Im einfachsten

Fall sind keine lüftungstechnischen Maßnahmen (LtM)

nach der DIN 1946-6 notwendig. Hier muss der Planer nur

die Belüftung der innenliegenden Räume und die Luftnachströmung

über ALD von anderen Räumen nach DIN 18017-3

berücksichtigen.

Im zweiten Fall sind LtM gemäß der DIN 1946-6 zwar erforderlich,

aber die Entlüftung nach DIN 18017-3 ist ausreichend,

wenn in allen nicht innenliegenden Räumen ALD angeordnet

werden. Im Dauerbetrieb der Entlüftungsanlage ist die Lüftung

zum Feuchteschutz für die gesamte Nutzungseinheit sichergestellt.

Sind LtM gemäß DIN 1946-6 erforderlich und reicht eine Entlüftung

nach DIN 18017-3 im Dauerbetrieb nicht aus, um die

Lüftung zum Feuchteschutz sicherzustellen, muss zusätzlich

zur Entlüftungsanlage nach DIN 18017-3 eine LtM gemäß

DIN 1946-6 vorgesehen werden. Das kann zum Beispiel die

Planung einer Querlüftung für die übrigen Räume der Wohnung

über ALD und ÜLD (Überströmluftdurchlässe) sein

(Fall 3).

Im letzten Fall muss unter Einhaltung der DIN 18017-3 in den

innenliegenden Räumen ein Abluftsystem nach

DIN 1946-6 ausgelegt werden, das die Lüftung der gesamten

Wohnung berücksichtigt und für eine gute Raumluftqualität

sorgt. Details zur genauen Umsetzung der verschiedenen Fallstufen

fi nden Interessierte auf www.wohnungslueftung-ev.de

unter FAQ Normen.

Nachruf Wilhelm Reiners

Nach kurzer schwerer Krankheit ist am 8. September

das VFW Vorstandsmitglied Wilhelm Reiners verstorben.

Der Bundesverband für Wohnungslüftung hat mit

ihm eines seiner verdientesten Mitglieder verloren.

Wilhelm Reiners ist 1998 in den Verband eingetreten,

im Jahr 2004 übernahm er das Amt eines Vorstandsmitglieds.

In dieser Funktion hat sich Wilhelm Reiners besonders

bei der Erarbeitung von Normen- und Regelwerken verdient

gemacht. Er brachte sein großes Detail- und Hintergrundwissen

für den VFW in die Normungsgremien

und andere Arbeitsgruppen ein und setzte hierbei immer

neue Akzente. Seine Vorträge und Seminare waren in

der Fachöffentlichkeit sehr gefragt und viele Mitgliedsfi

rmen nutzten gerne seine Kenntnisse.

Wilhelm Reiners hat sich bis in seine letzten Lebenswochen

für die Belange der Wohnungslüftung eingesetzt.

Der Vorstand des VFW dankt Wilhelm Reiners

für sein großes und unermüdliches Engagement und

spricht seiner Familie sein tiefes Mitgefühl und Beileid

aus.

Dr. Hartmann vertritt VFW

in Normungsausschüssen

Nach dem Ausscheiden von Wilhelm Reiners hat

Dr. Thomas Hartmann (43) vom Institut für Technische

Gebäudeausrüstung Dresden Forschung und

Anwendung GmbH (ITG) für den VFW die Mitarbeit

in mehreren DIN-Normungskreisen (u.a. als

Blattkoordinator für den Teil 6 „Wohnungslüftung“

der DIN V 18559) übernommen. Der ITG-Geschäftsführer

bringt bereits seit mehreren Jahren sein Wissen

in diese Fachgremien ein.

Der Maschinenbauingenieur promovierte im Jahr

2001 zum Thema „Bedarfsgeregelte Wohnungslüftung.”

Von 2002 bis 2004 war Dr. Hartmann Gruppenleiter

„Lüftungstechnik” am Institut für Thermodynamik

und Technische Gebäudeausrüstung der

TU Dresden. Anschließend übernahm er die

Geschäftsführung des ITG.

VFW aktuell

Dezember 2010

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Auslegungsprogramm zur DIN 1946-6 aktualisiert

Im Dezember haben der Bundesverband für Wohnungslüftung

und die HEA Fachgemeinschaft für effiziente

Energieanwendung das gemeinsam vertriebene Excelbasierte

Auslegungsprogramm zur DIN 1946-6 nochmals

aktualisiert und erweitert. Diese Änderungen betreffen insbesondere

die Schnittstelle der Lüftungsnorm DIN1946-6

zur DIN 18017-3, also dem Regelwerk, das für fensterlose

Räume ausgelegt ist.

Insgesamt bildet das Programm vier mögliche Kombinationen

der beiden Normen ab. Im einfachsten Fall sind keine lüftungstechnischen

Maßnahmen nach der DIN 1946-6 vorzusehen.

Im zweiten sind diese Maßnahmen zwar erforderlich, aber die

Entlüftung gemäß der DIN 18017-3 ist ausreichend. Im dritten

ist sie nicht mehr ausreichend und im vierten sind in der Nutzungseinheit

lüftungstechnische Maßnahmen nach DIN 1946-

6 zu berücksichtigen. Als weitere technische Ergänzung bietet

die neue Programmversion eine klare Unterscheidung von Zu-

und Abluftsystemraumgeräten. Diese werden in die Varianten

Raumgeräte für weniger als ein Drittel der Raumfläche und für

mehr als ein Drittel der Raumfläche aufgeteilt. Dadurch kann

das Programm automatisch überprüfen, ob die Flächenkriterien

eingehalten werden. Wenn das nicht der Fall ist, erscheint ein

Warnhinweis „Zu viele Raumgeräte.”

Bei den kleineren Raumgeräten lässt die Software die Auslegung

einer freien Lüftung für Räume ohne Geräte zu. Auch in

Punkto Benutzerfreundlichkeit überzeugt die Version 2.1. Ein

verbessertes Layout vereinfacht die Dateneingabe. Benutzer

können ihr eigenes Logo hinterlegen. Zur größeren Übersichtlichkeit

der Ergebnisse trägt das Datenblatt „Ausgabe 0” bei,

das die allgemeinen Objektdaten und die wesentlichen Ergebnisse

zusammenfasst. Zudem wurde die Kompatibilität zu

Excel 2003 optimiert.

VFW aktuell

Dezember 2010

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BAU 2011

VFW mit Gemeinschaftsstand

Vom 17. bis 22. Januar 2011 stehen auf Messe Bau 2011 in München die nachhaltige

Planung, Gestaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden im Mittelpunkt des Interesses

- sowohl in den Messehallen als auch im Rahmenprogramm. Dazu gehören die

Themen Energieeffi zienz, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit, aber auch

gesundheitliche und soziale Aspekte. In diesem Umfeld präsentiert sich der Bundesverband

für Wohnungslüftung mit seinem Gemeinschaftsstand.

„Die Bau bietet damit einen idealen Rahmen, um die Vorteile der Lüftungstechnik zu

kommunizieren“, zeigt sich Organisator und VFW-Vorstandsmitglied Rolf Schmidt

überzeugt. Im „Beratungszentrum für Wohnungslüftung, Raumhygiene, Wärmerückgewinnung

und moderne, energieeffi ziente Haustechnik“ stellen zehn Mitgliedsunternehmen

ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot rund um das Thema Wohnungslüftung

vor. Zusätzlich präsentiert der VFW gemeinsam mit HEA Fachvereinigung für

effi ziente Energieanwendung die neue Version 2.1 des Auslegungsprogramms DIN

1946-6. Zur Information des Fachpublikums hat der Verband auch dieses Jahr wieder

ein attraktives Vortragsprogramm zu aktuellen Expertenthemen geschnürt. Ergänzt

wird es durch Produktinformationen und Kurzvorträge der Aussteller.

Der VFW–Gemeinschaftsmessestand auf der Bau 2011:

Halle B2 , Stand 538

Die Aussteller:

ALDES Lufttechnik GmbH

eht SIEGMUND Gesellschaft für Heiz- und Klimatechnik mbH

Bau - Info Center Lüftungstechnik ein Unternehmensbereich der Schwörer Haus KG

NIBE Systemtechnik GmbH

Pluggit GmbH

SIEGENIA-AUBI KG Beschlag- und Lüftungstechnik

Systemair GmbH

Verband für Angewandte Thermografi e e.V. (VATh)

WÖHLER Messgeräte Kehrgeräte GmbH

Zimmermann Lüftungs-u. Wärmesysteme GmbH & Co. KG

HEA Fachvereinigung für effi ziente Energieanwendung / VFW

Bilder: P.G. Loske

VFW aktuell

Dezember 2010

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Vortragsprogramm

Montag, den 17. Januar 2011, 14.00 Uhr

DIN 1946-6 fordert Lüften nach Konzept

Erfordern die allgemeinen Regeln der Technik in

Wohnungen eine kontrollierte Lüftung?

Referent :

Dipl.-Phys. Raimund Käser, Energieberatungszentrum Süd,

VFW-Geschäftsführer

Dienstag, den 18. Januar 2011, 14.00 Uhr

DIN 1946-6 Wohnungslüftung

Erstellen ganzheitlicher Lüftungskonzepte

für Architekten und Planer

Referent: Dipl.-Ing. Anton Höss,

Obmann der DIN 1946-6

Mittwoch, den 19. Januar 2011, 14.00 Uhr

Ganzheitliche Planung von

Baukonstruktion und Haustechnik

Haustechniksysteme nach EnEV 2009 und

den KfW-Förderstandards im Vergleich

Referent :

Dipl.-Ing. Rolf Schmidt, Architekt,

VFW-Vorstand

Donnerstag, den 20. Januar 2011, 14.00 Uhr

DIN 1946-6 fordert Lüften nach Konzept

Erfordern die allgemeinen Regeln der Technik

in Wohnungen eine kontrollierte Lüftung?

Referent :

Dipl.-Ing. Peter Schwarz, Fa.Aldes GmbH,

VFW-Vorstand

Freitag, den 21. Januar 2011, 14.00 Uhr

Wohnungslüftungssysteme in der Übersicht

- für einzelne Räume

- für Wohnungen und Einfamilienhäuser

- für den Geschosswohnungsbau

Referent :

Dipl.-Ing. Christian Bolsmann, Fa. Pluggit GmbH,

VFW-Vorstand

Samstag, den 22. Januar 2011, 14.00 Uhr

(Endverbrauchertag)

Welche Heizung braucht das Haus?

Heiz- und Lüftungstechnik im Vergleich

Referent :

Dipl.-Ing. Rolf Schmidt, Architekt,

VFW-Vorstand

Bild: P.G. Loske

VFW aktuell

Dezember 2010

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Kurz notiert

Professor Dr. Anton Maas

Mitgliederversammlung 2011

Die nächste Mitgliederversammlung des Bundesverbands

fi ndet am Donnerstag 24. Februar 2010 im

Zentrum für Umweltbewusstes Bauen e.V.

in Kassel statt.

Es steht die turnusgemäße Wahl des Vorsitzenden an.

Für das Rahmenprogramm der Tagung konnte der

Vorstand den renommierten Experten Professor

Dr. Anton Maas vom Fachgebiet Bauphysik am

Fachbereich Architektur der Universität Kassel,

gewinnen. Professor Maas wird über die Novellierung

der Energie-Einsparverordnung (EnEV) im Hinblick

auf die Wohnungslüftung referieren, deren Regelungen

2012 in Kraft treten sollen.

Die neuesten Entwicklungen bei der nationalen und

europäischen Normungsarbeit im Bereich Wohnungslüftung

stellt der Referent Dr. Thomas Hartmann vom

Institut für technische Gebäudeausrüstung ITG Dresden

in einem weiteren Vortrag vor.

DIN 1946-6 und DIN 18017-3

Neue Workshop-Termine 2011 stehen fest

VFW-Fachartikel erreicht

hohe Auflage

Dass die technische Lüftung von Wohnungen auf

immer größeres Interesse stößt, zeigt die Veröffentlichung

des Fachartikels „Lüften nach Konzept -

Wie tickt die DIN 1946 Teil 6, Lüftung von

Wohnungen?“

Insgesamt veröffentlichten 15 Fachzeitschriften den

Artikel des Vorstandsmitglieds Rolf Schmidt, den

der Verband im September den Redaktionen der

Baufach- und Haustechnikmedien angeboten hat.

Damit erreichte der Beitrag eine Aufl age von rund

240.000.

Autor Schmidt führt den Erfolg darauf zurück,

dass nach Inkrafttreten der DIN 1946-6 Planer und

Architekten zunehmend angefragt werden, ein Lüftungskonzept

vorzulegen.

Für die Experten-Workshops zur Erstellung von Lüftungskonzepten stehen die neuen Termine fest.

Am 16. März 2011 und am 4. April 2011 fi nden die neuen Eintages-Seminare zur DIN 1946-6 des Bundesverbandes für

Wohnungslüftung in Kassel beziehungsweise Würzburg statt. In dem Tagesseminar lernen die Teilnehmer anhand von

Praxisbeispielen mit dem Planungstool Lüftungskonzept und dem Auslegungsprogramm DIN 1946-6 die Auslegung von

freien und ventilatorgestützten Lüftungssystemen zu berechnen und ein Lüftungskonzept zu erarbeiten.

„Die lebhaften Diskussionen und vielen Rückfragen aus den letzten Lehrgängen haben gezeigt, dass ein hoher Informationsbedarf

besteht, wie die Norm in der Praxis umzusetzen ist”, berichtet VFW-Geschäftsführer Raimund Käser von seinen

Erfahrungen. 2010 organisierte die Geschäftsstelle insgesamt sechs Seminare zu diesem Thema. Der Veranstalter

konnte sich dabei über insgesamt 95 Teilnehmer freuen.

Weitere Infos zu Seminare unter www.wohnungslueftung-ev.de.

VFW aktuell

Dezember 2010

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