100 jahre - Gemeinde Breitenau

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100 jahre - Gemeinde Breitenau

2Titelseite: Filialkirche Breitenau nach der Renovierung 2009Textstellen in Kursivschrift sind Originalzitate und Textstellen


3OSR Rainer Schiel100 JAHREKIRCHE IN BREITENAU1909 - 2009Chronologische Zusammenstellungwichtiger Begebenheiten in den Jahrenseit der Erbauung der Kirche


2009 wird in der Gemeinde Breitenau das 100-jährige Bestandsjubiläum der Kirche gefeiert.Für Menschen sind 100 Jahre eine schier lange Zeitdauer, haben doch drei oder vier Generationensoziale, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen bewirkt.Für ein Gebäude, besonders, wenn es sich wie in unserem Fall um eine Kirche handelt, ist diese Zeitdauernicht allzu lange. In der Geschichte blickt man auf eine Zeit zurück als Österreich mit UngarnBestandteile der k.u.k. Monarchie waren, die Kaiser Franz Josef I. bereits mehr als ein halbes Jahrhundertregierte.Damit die Geschehnisse und Zusammenhänge, die mit dem Bau und der Geschichte unserer Kirche inZusammenhang stehen, nicht in Vergessenheit geraten, soll für alle Interessierten diese Dokumentationgedacht sein.An der Stelle unsere heutigen Gemeindekirche, der Filialkirche Breitenau der Pfarre Schwarzau amSteinfeld, stand vermutlich seit der Barockzeit eine kleine Kapelle. Das Bauwerk war parallel zurHauptstraße situiert und wies auf der westseitigen barocken Giebelfassade einen kleinen, hölzernenZwiebelturm auf. Hier wurde jeden Samstagabend der Rosenkranz gebetet, aber eine Messe wurdenur einmal im Jahr anlässlich des Kirtages, Mitte Juni, zum Fest des heiligen Vitus, gefeiert. Unmittelbardaneben wurde 1875 die dreiklassige Volksschule erbaut. Das Gebiet des so genannten „OberenAngers“ war damals weitgehend unbebaut, lediglich die Häuser in der heutigen Kirchengassebestanden bereits. Der Obere Anger war eingegrenzt durch die damals unbenannten Straßen undFahrwege der heutigen Neunkirchner Straße, der Alten Landstraße und der Kirchengasse. Er dienteals Weidefläche und Spielwiese.5(Alte barocke Kapelle)


6Anlässlich der Feier des 50jährigen Bestandes der Volksschule am 5. Juni 1925 wurde im Auftrag desOrtsschulrates und der Gemeinde Breitenau von Oberlehrer Alois Laufenthaler ein „Festbericht derdreiklassigen Volksschule für Knaben und Mädchen in Breitenau am Steinfelde, Niederösterreich“,verfasst. Als Herausgeber und Verleger zeichnete der Ortsschulrat Breitenau.In dieser Festschrift wurde die Geschichte über die Errichtung und Finanzierung der „Kaiser-Franz-Josef I. Jubiläumskirche“ genau beschrieben und wird als zeitgeschichtliches Dokument wortwörtlichfür unsere Dokumentation übernommen.KIRCHE IN BREITENAUKirchenbau-Komitee, Breitenau, Niederösterreich.Über die Errichtung der Jubiläumskirche inBreitenau, NiederösterreichAnläßlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers Franz Josef I. wetteiferten alle Völkerunseres schönen Vaterlandes dieses seltene Fest durch Errichtung von Wohltätigkeitsanstalten, Schulen,Kirchen und dergleichen würdig zu begehen. Jede Gemeinde suchte, ihren Kräften entsprechend,irgend einen Akt besonderer Loyalität zur Ausführung zu bringen.Auch die Gemeinde Breitenau am Steinfelde, wollte nicht zurückbleiben. Deshalb wurde in der öffentlichenGemeinde-Ausschußsitzung am 12. Mai 1908 Zahl 381, folgender Beschluß gefasst:Aus Anlaß des 60jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers und Herren, ist noch in diesem Sommeran Stelle der alten baufälligen Kapelle eine neue den Namen „Kaiser-Jubiläumskapelle“ führendeAndachtsstätte zu erbauen und nachdem die bereits vor Jahren zu diesem edlen Zwecke von den hiesigenOrtsbewohnern gespendeten und durch Beiträge aufgebrachten und in der Gemeindeverwaltungbefindlichen Barmittel bei weitem nicht ausreichen, hiezu eine Beitragsleistung von 4000 Kronenzu votieren und ehestmöglichst nebst den vorhandenen Fonds an das mit Ausschußbeschluß vom30. April a.c. zu diesem Behufe eingesetzte Kaiserjubiläums-Kapellen-Baukomitee auszufolgen undsomit einen für alle Zeiten bleibenden Loyalitätsakt zu stiften.Dieser Betrag ist auf vier Jahre auf die Gemeindeumlage zu verteilen und das inzwischen nötige Kapitalaufzunehmen. In der öffentlichen Gemeinde-Ausschußsitzung am 30. April 1908 wurden in dasKaiserjubiläums-Kapellen-Baukomitee berufen:1. Hochwürden Herr Prokop Polak, Pfarrer in Schwarzau am Steinfeld.2. Herr Gall Konrad, Kooperator, in Schwarzau am Steinfeld.3. Herr Kautschitsch Martin, Oberlehrer, Breitenau.4. Herr Hauptmann Richard, Lehrer, Breitenau.5. Herr Mitterer Heinrich, Mühlenbesitzer, Breitenau.6. Herr Hartberger Georg, Beamter, Breitenau.7. Herr Schandlbauer Franz, Beamter, Breitenau.8. Herr Fenz Johann, Wirtschaftsbesitzer, Breitenau.9. Herr Samwald Michael, Wirtschaftsbesitzer, Breitenau.10. Herr Dorfmeister Georg, Gastwirt, Breitenau.11. Herr Kaufmann Ferdinand, Realitätenbesitzer, Breitenau.12. Herr Strodl Matthias, Kaufmann, Breitenau13. Herr Schlögl Josef, Wirtschaftsbesitzer und Bürgermeister, BreitenauBei der am 7. Mai 1908 stattgehabten konstituierten Sitzung wurden gewähltzum Obmann: Hochwürden Herr Pfarrer Prokop Pollak,zu Stellvertretern: die Herren Heinrich Mitterer und Josef Schlögl,zum Kassier: Herr Oberlehrer Martin Kautschitsch,


zu Stellvertretern: Hochwürden Herr Konrad Gall und Herr Richard Hauptmann,zum ersten Schriftführer: Herr Georg Hartberger,zu Stellvertretern: Herr Richard Hauptmann und Hochwürden Herr Konrad Gall,als Sammler: die Herren Johann Fenz und Michael Samwald,als Aufsichtsräte: die Herren Ferdinand Kaufmann und Franz Schandlbauer,als Beiräte: die Herren Matthias Strodl und Georg Dorfmeister.7Das Kirchenbau-Komitee Breitenau, Niederösterreich, fühlt sich angenehm verpflichtet, allen edlenSpendern und Wohltätern der Kaiser-Jubiläumskirche in Breitenau hiemit öffentlich seinen bestenund herzlichsten Dank zum ergebensten Ausdrucke zu bringen. Als besondere Spender und Wohltätermüssen angeführt werden:Die Frau Herzogin von Parma 1 000 Kronen,das löbliche Gemeindeamt Breitenau 4 000 Kronen,Erträgnisse aus den zu Gunsten des Baues veranstalteten Vergnügungen 250 Kronen,Sparkassenbücher und deren Zinsen 2 160 Kronen,in den Gemeinden Schwarzau mit Guntrams und Breitenau gesammelte Gelder 2 525 Kronen,von verschiedenen Grundbesitzern zu Gunsten des Baues nicht behobener Jagdpacht 1 135 Kronen,Herr Franz Schandlbauer für die Turmuhr 1 200 Kronen,Erträgnisse des Klingelbeutels und Opferstockes 280 Kronen,Herr und Frau Bürgermeister Josef Schlögl für den Kreuzweg 285 Kronen,Frau Gräfin von Bardi 200 Kronen,je 100 Kronen (Herren und Frauen): Heinrich Doringer, Breitenau, Jakob Holzbauer, Breitenau,Herr und Frau Jakob Dorfmeister, Breitenau 120 Kronen,Radfahrverein „Rapid“, Breitenau, 93 Kronen,Hochwürden Herr Pfarrer Theodor Stratmann, in Schwarzau am Steinfelde, 90 Kronen,Herr und Frau Martin Kautschitsch 166 Kronen, dazu noch eine Glocke, die Orgel und die Statue desheiligen Martin,Herr und Frau Josef Schlögl Statue des heiligen Josef und 50 Kronen,Schützenklub Breitenau, 33 Kronen,Handelsaktiengesellschaft Wien 3 Kronen;je 25 Kronen: Herr und Frau Johann Bauer, Breitenau, Sammlung in Ödenburg,Herr und Frau Johann Fenz, Breitenau, 24 Kronen;je 20 Kronen (Herren, Frauen, Korporationen): Martin Mauser, Josef Fenz, Fritz Weck, DirektorAdalbert Sommer (sämtliche in Breitenau), Josef Helma, Neunkirchen, Sammlung in der GemeindeSeebenstein, J. Haindl, Wien, Käthe Matzi, Ofenbach, Albert Hirsch, Neunkirchen, k.u.k. HauptmannJosef Lausch, Wien, Bonifaziusverein in Prag, Liesinger Brauerei,Herr Georg Müller, Wartmannstetten, 16 Kronen,Marie, Josef und Rudolf Schlögl, Breitenau, 15 Kronen,


8Herr Franz Flich, Neunkirchen, 14 Kronen,Herr Josef Griechenbaum, Natschbach, 13 Kronen;je 12 Kronen: Franz Neusiedler, Breitenau, Strafgelder;je 10 Kronen (Herren, Frauen, Korporationen): Ferdinand Kaufmann, Heinrich Koderhold, HermannWollny (sämtliche in Breitenau), Aloisia Lausch, Wien, Rittmeister von Razvadovsky,Schwanhof, Johann Rochowetz, Franz Ehrenhöfer (beide Neunkirchen), Karl Engelhart, Gloggnitz,Josefa Kornfeld, Vinzenz Borelli (beide Schwarzau), Roman Reisner, Breitenau, Dr. ArmandSchlossarek, Pitten, Georg Buben, Wr. Neustadt, Richard Hauptmann, Scheiblingkirchen, JohannBiewald, Johann Paur (beide Neunkirchen), Rudolf Gruber, Sollenau, Marienkonvikt Freistadt, JohannMaier, Breitenau, Bürgermeisteramt Mollram, Dr. Josef Nemetz, Josef Fürst, Anton Wallner,Matthias Lackner (sämtliche in Neunkirchen), Hochwürden Konrad Gall, Karl Spieß, Natschbach;je 8 Kronen: Herren Karl Ringhofer, Lindgrub, Josef Doppler, Peter Preineder (beide inNatschbach);je 7 Kronen: Herren Anton Puchleitner, Matthias Flohner (beide Natschbach);je 6 Kronen: Herren Franz Rothensteiner, Diepolz, Franz Schmidls Witwe, Neunkirchen;je 6 Kronen (Herren und Frauen): Karl Fritz, Viktoria Biewald, Anton Schedy (sämtliche in Neunkirchen),Jakob Rosenzweig, Breitenau, Josef Kornfeld, Schwarzau am Steinfelde, Georg Kattinger,Neunkirchen, Luise v. Bachmann, Hochwürden Pfarrer August Hauser, Berndorf, Josef Altmann,Wr. Neustadt;je 4 Kronen: Herren Anton Scherz, Seebenstein, Gemtinetta, Schwarzau;Je 3 Kronen (Herren): Jakob Past, Diepolz, Johann Plochberger, Schwarzau am Steinfelde, JosefHärtel, Direktor, Edlach, Matthias Lueger, Scheiblingkirchen;je 2 Kronen die hochwürdigen Pfarrämter Puchberg am Schneeberg, Seebenstein, Maria-Schutz undSt. Lorenzen, ferner die Herren J. Czap, Wr. Neustadt, Dr. Karl Kaufmann, Veitsch, Josef Pecher,k.u.k. Professor, Mies, J. Feist, Breitenau, Karl Boskowits, Wiener Neustadt, August Hopfner,Gerasdorf, Anton Hunek, Wr. Neustadt;je 1 Krone: Herr Koisser, Urschendorf, die hochwürdigen Pfarrämter Kranichberg, Krumbach,Prein.Gesamtsumme 17 064 Kronen.Auch für die Leistung des nötigen Fuhrwerkes und für die Baumaterialspenden muß das Kirchenbaukomiteeallen daran Beteiligten den wärmsten Dank zum Ausdruck bringen; es sind dies die Herren:Peregrin Neusiedler, Josef Schlögl, Johann Fenz, Karl Bauer, Heinrich Doringer, Josef Linshalm,Peter Bauer, Johann Mannhalter, Georg Dorfmeister, Heinrich Mitterer, Ferdinand Kaufmann, JosefSchauer, Johann Stuppacher, Josef Zierhofer, Alois Rosenbüchler, Johann Braunstorfer und JosefWiedermann.Ganz besonderen Dank verdienen alle Breitenauer Ortsmitglieder, welche durch unentgeltlicheHandlangerdienste beim Auf- und Abladen der Ziegel, beim Sandwerfen und bei anderen Arbeitenihre große Opferwilligkeit und ihren regen Gemeinsinn gezeigt haben; alle diese Braven namentlichanzuführen, ist aber dem Komitee leider nicht möglich; ihnen sei daher im gesamten der beste undherzlichste Dank hiemit öffentlich ausgesprochen.Das Komitee muß auch den Herren Michael Samwald und Johann Fenz für ihren betätigten Sammeleiferherzlichst und innigst danken.Ferner wird auch den Jungfrauen Breitenaus, die bei der Einweihung unseres Jubiläumskirchleinsals Ehrendamen mitgewirkt haben, der herzlichste Dank ausgesprochen. Und zwar waren beteiligt:Die Fräuleins Leopoldine Samwald, Barbara Stocker, Marie Spath, Marie Seiser, Rosa Stangl, MarieStrebinger, Theresia Rosenbichler, Katharina Neusiedler, Marie Dorfmeister, Christine Kögler, MarieDutter, Johanna Dutter, Anna Polzer, Elisabeth Berger, Helene Ringhofer, Anna Winkler, JohannaWinkler, Marie Peinsipp, Marie Atzl, Anna Samwald, Juliana Pieler, Marie Steidler, MarieJemelka, Rosa Zwilling, Barbara Wanicek, Marie Schauer, Anna Schauer, Anna Weißenbacher,


Marie Weißenbacher, Marie Spieß, Johanna Spieß, Marie Kögler, Theresia Bauer, Marie Lichtblau,Marie Maier, Wilhelmine Mastalirz, Rosina Mastalirz, Anna Braunstorfer, Elise Eisler, EliseMenschick, Theresia Pretsch, Mina Waldmann.Schließlich muß das Komitee noch jener gedenken, welche sich durch ganz besondere Spenden fürdie innere Ausschmückung unserer Jubiläumskirche hervortaten; zu diesen gehören insbesondere:Ihre königliche Hoheit Frau Herzogin Antonie von Parma, Herr und Frau Martin Kautschitsch, HerrJosef Stuppacher samt Fräulein Schwester Elisabeth Stuppacher, Frau Eva Seiser, Fräulein MarieSeiser, Herr und Frau Bürgermeister Josef Schlögl, Herr und Frau F. Kaufmann, Herr und FrauHeinrich Mitterer, Herr Franz Schandlbauer, Herr und Frau Matthias Strodl, Herr und Frau GeorgHartberger, Hochw. Herr Konrad Gall und der bereits verewigte hochw. Herr Pfarrer Prokop Polak,Herr Matthias Megyesi, Frau Marie Stracker, Herr Baumeister Hans Riffer, die Frauen und JungfrauenBreitenaus und Herr Michael Samwald.Um die Erbauung unserer Jubiläumskirche hat sich Herr Oberlehrer Martin Kautschitsch als Obmanndes Kirchebaukomitees ganz besondere Verdienste erworben. Auch der unermüdlichen HerrenMatthias Strodl und Richard Hauptmann, die mit ihrer anerkennenswerten Arbeitskraft stets zur Verfügungstanden, sei hiemit bestens dankend gedacht.Zum Schlusse sei nochmals allen edlen Spendern und Wohltätern, ob genannt oder ungenannt, derbeste und herzlichste Dank zum Ausdrucke gebracht.Du aber, liebes, schönes Jubiläumskirchlein, sei für alle Zeiten der Schmuck und die Zierde unseresOrtes, die Stätte wahrer Gottesverehrung und ein immerwährendes Zeichen für Gemeinsinnund Eintracht aller, die Dich erbaut!Die Gesamtkosten für den Jubiläumskirchenbau sind 40 000 Kronen.Am 23. August 1924 löste sich das Kirchenbaukomitee auf.9Kirche 1909


10CHRONIK DER KIRCHEIn der Folge wird eine Zusammenstellung der geschichtlichen Ereignisse der Filialkirche Breitenaunach Angaben eines unbekannten Autors aus dem Jahre 1952, sowie verschiedenen Unterlagenaus Sitzungsprotokollen, der Volksschulchronik und Gemeinderatsprotokollen sowie einigenBerichten von Zeitzeugen gebracht.Bereits 1901 gründete sich ein 6-gliedriges Kirchenbaukomitee, welches für einen künftigen Kirchenbaudie nötigen Geldmittel auf dem Sammelwege beschaffen sollte. Man wollte eine Kirche bauen,um den Kindern eine christliche Erziehung durch den Besuch der Gottesdienste angedeihen zulassen und um den alten und gebrechlichen Menschen den über drei Kilometer langen Weg zur PfarrkircheSchwarzau zu sparen.Bereits im Schuljahr 1907/08 wurde, nach der Volksschul-Chronik, der Platz für die neue Kircheausgewählt. Dadurch erlitt der Schulgarten unserer Schule eine ganz erhebliche Einbuße, da ein großerTeil desselben als Bauplatz für die Kirche verwendet wurde.Gleich nach dem Beschluss des Gemeinderates am 12. Mai 1908 und der Gründung des Kirchenbaukomiteesam 30. April 1908 wurde mit der Einholung verschiedener Bewilligungen für den Bau vonkirchlicher und behördlicher Seite begonnen. Danach entwickelte sich eine rege Betriebsamkeit, umden Bau rasch durchführen zu können.Ein Kostenvoranschlag für die Baukosten wurde am 18. Juli 1908 beim Baumeister Johann Riffer ausNeunkirchen, Strobelgasse 13, eingeholt. Zum Bauvorhaben zählte auch die „Demolierung“ der altenKapelle, wobei das „alte Material, die Steine und Ziegel, zum Neubau benützt werden, wogegen dasHolz und Eisen Herrn Riffer gehört“.Folgende Leistungen beinhaltete das Anbot:BaumeisterarbeitZimmermannsarbeitDachdeckerarbeitSpenglerarbeitTischlerarbeitIn Summe7 333,50 fl (Gulden)1 830,28 fl559,50 fl399,50 fl1 085,00 fl11 207,78 fl = 22 415,56 KronenDen Auftrag zum Bau der Kirche und die Bauführung erhielt Baumeister Riffer. Das Kirchenbaukomiteehatte sich für eine Kirche im neugotischen Stil entschieden. Das Fundament wurde ausKonglomeratsteinen, die teils von der alten Kapelle stammten, hergestellt und mit Bauschutt hinterfüllt.Die Seitenwände wurden aus Mauerziegeln hergestellt. Das Gewölbe über dem Kirchenraumwurde mit dem Dachstuhl als Holzkonstruktion hergestellt und mit Mörtel verputzt.Um Kosten zu sparen, wurden möglichst viele Eigenleistungen erbracht. Durch freiwillige Handlangerdienstekonnten Kosten für das Auf- und Abladen von Sand, Ziegel und dgl. gespart werden.Transporte von Sand und Schotter wurden von den Landwirten mit ihrem Fuhrwerk übernommen.Das Baumaterial wurde vom Kirchenbaukomitee aber selbst gekauft. Die Betstühle sollten ebenfallsin Eigenregie hergestellt werden. Diese Arbeit übernahm Herr Michael Samwald im September 1908.Bei einer Ausschusssitzung des Kirchenbaukomitees im September 1908 wurde bereits überlegt, eineSakristei zu bauen. Die zusätzlichen Kosten wurden jedoch als zu hoch empfunden und das Bauvorhabenzurückgestellt.


Während des Baues der Kirche zeigte es sich, dass verschiedene Abänderungen notwendig waren. Sowurde der Chor größer ausgeführt und der Altar sollte so aufgestellt werden, dass dahinter „noch einGang bleibt“.Handwerker und Gewerbetreibende, vor allem aus Neunkirchen, aber auch aus der näheren und fernerenUmgebung erhielten bei diesem Bau diverse Aufträge. So wurde unter anderen der Bau- und MaschinenschlossereiFranz Flich, Neunkirchen, die zweiflügelige, schmiedeeiserne Kirchentür, Fenstergitterund das Kommunionsgitter in Auftrag gegeben. Der Hoflieferant Sr. Heiligkeit J. Heindl,Kunstanstalt für Kirchengeräte und Paramente in Wien I. lieferte die 14 Kreuzwegstationen und diverseTextilien für den Altar „franco Bahnstation St Aegyden“. Die Kosten von 385,00 Kronen übernahmdann Bürgermeister Josef Schlögl. Die Blitzableiter-Anlage wurde bei der Firma Deckert &Homolka, Wien, bestellt.11Ausschnitt der Einladungskurrende für die EhrendamenDer Schlussstein – eine Kupferplatte – befindet sich unter dem ersten Fensterrechts. Anlässlich der Einweihung der Sakristei 1913 wurde dahinter eine Urnemit einer Urkunde eingemauert.Am 3. Oktober 1909 fand die feierliche Einweihung der Kirche durch Bezirksdechant Leo Fürtingeraus Pitten statt.Die Vorbereitungen zur Einweihungsfeier waren überschattet vom Tode des langjährigen Pfarrersund Mitglied des Kirchenbaukomitees Prokop Polak am 28. Juni 1909. Erst am 5. Oktober 1909 fanddie Investitur des neuen Pfarrers Theodor Stratmann durch Herrn Weihbischof und Generalvikar Dr.G. Marschall in der Pfarrkirche Schwarzau statt.Ein besonderes Ereignis war die Kirchenweihe am 3. Oktober 1909. Nachmittags und abends wurdenverschiedene Unterhaltungen gegeben. Auf Einladung von Herrn Heinrich Mitterer, selbst ein großerFreund des Volksliedes, war der bedeutende Volksliedforscher Dr. Josef Pommer mit einer Volksgesangsgruppezugegen. Von einer Breitenauer Singgruppe kam ihm das Lied „S´ Vogerl am


12Zwetschkenbam“ zu Gehör. Das dem Volksliedforscher bis dahin unbekannte Lied wurde von ihmdaher aufgeschrieben und wird seit dieser Zeit als „Volkslied aus Breitenau“ geführt. (Aus der Chronikvon Josef Weissenbacher)


Um Einnahmen zur Tilgung der noch offenen Beträge zu erzielen, veranstaltete das Kirchenbau-Komitee sogar ein „Gemütliches Tanzkränzchen“ am Faschingsonntag, den 26. Februar 1911 in denSaallokalitäten des Herrn Ferd. Kaufmann. Die Musik besorgte das Streichorchester der FeuerwehrkapelleBreitenau.Aber auch mit anderen Veranstaltungen, wie Bällen mit Juxbasar, wurde in den nächsten Jahren versucht,den drückenden Schuldenstand zu verringern. In einem Schreiben an den „Gemeinde-Ausschuß“ (Gemeinderat) aus dem Jahr 1913 wurde gebeten, 9 000 Kronen an den Baumeister Rifferfür die Arbeiten an der Sakristei zu bezahlen.In der „Wiener Neustädter Zeitung“ ersuchte man 1913 die Leser um Spenden.Ein Subventionsansuchen an den Landtag zur Abzahlung der aushaftenden Schulden wurde 1914abgelehnt.13


16Die Chronik der Volksschule Breitenau berichtet, dass es für die Abhaltung der Gottesdienste in derneuen Kirche zu „eigenartigen Schwierigkeiten“ gekommen war. Gemeindevertretung und Kirchenbaukomiteeverabsäumten beim hochwürdigen bischöflichen Ordinariat und bei der Pfarre um eine„Meßlizenz“ zur Abhaltung von wöchentlichen Gottesdiensten anzusuchen. Pfarrer Theodor Stratmannsollte mit seiner Unterschrift die Zustimmung dazu geben. Eine „Deputation“ bestehend ausVertretern des Kirchenbaukomitees und des Bürgermeisters Josef Schlögl wurde nach Schwarzauentsandt, um diese Angelegenheit zu regeln. Es konnte jedoch kein Erfolg erzielt werden, auch einKompromissvorschlag, jede Woche eine Schulmesse und zu der Kirtagsmesse weitere zwölf Messenpro Jahr zu halten, fand kein Gehör.Dieses Versehen und andere Missverständnisse führten dazu, dass weitere Gespräche unmöglichwurden. Die Gemeinde wollte keinen Wagen zur Abholung des Pfarrers aus Schwarzau zur Verfügungstellen und sie war nicht gewillt, für das leibliche Wohl des Priesters in Form von Frühstückund Mittagessen zu sorgen. Auch war der Pfarrer mit der Arbeit des Breitenauer Mesners nicht zufrieden.Ein reger Briefwechsel zwischen der Gemeindevertretung von Breitenau, DechantWildenauer und dem Pfarrer von Schwarzau, Theodor Stratmann, zeigte diese Unstimmigkeiten zwischenPfarrer und Gemeinde auf, die der Dechant schlichten sollte.1913/14 musste der Pfarrer wegen Überarbeitung einen Urlaub nehmen. Als bald darauf eine Besprechungin dieser Sache stattfand, lehnte die Gemeinde Breitenau ihre Mitwirkung ab mit dem Bemerken:„Wenn der alte Pfarrer seine Arbeit in Breitenau leisten konnte, wird sie der junge erst rechtleisten können.“In den Jahren 1909 bis 1930 wurde in der Filialkirche in Breitenau nur im Juni zum Kirchweihfest einGottesdienst angehalten, ansonsten mussten die Gläubigen - wie früher - nach Schwarzau in diePfarrkirche zu den Gottesdiensten gehen.In der ersten Bauphase wies die Kirche keine Sakristei auf. Es war daher dringend notwendig, diesenNebenraum zu bauen.Am 24. Juli 1913 beschloss das Kirchenbaukomitee einstimmig, „anlässlich des 65jährigen allerhöchstenRegierungsjubiläums Seiner Majestät unseres erhabensten Kaisers Franz Josef I. die dringendnotwendige Sakristei zur Jubiläumskirche zu bauen, welcher Beschluß im Monate August 1913durch den Maurermeister Johann Riffer aus Neunkirchen ausgeführt wurde“. Die Sakristei sollte„einen Vorraum und ein Nebenkämmerchen“ haben. Der Baumeister sollte für die Maurer-, Spengler-,Dachdecker- und Tischlerarbeiten 1 444 Kronen erhalten. Das Baumaterial wurde vom Komiteebereitgestellt. Später stellte sich heraus, dass der Vorraum zu klein ausgefallen war, aber man konntenichts mehr ändern.Dabei wurde das Niveau des Kirchenbodens bzw. der erhöhte Altarraumbaulich nicht richtig berücksichtigt, sodass beim Durchbruch derTüre festgestellt werden musste, dass die Türe zu niedrig war. (Erstbei der Renovierung 2009 wurde der Türdurchbruch in eine normgerechteHöhe gebracht). Die Sakristei war beheizbar, ein still gelegterRauchfang zeugt noch davon.Am 2. Dezember 1913 erfolgte die Einweihung der neu dazu gebautenSakristei. Die Sakristei wurde vom hochwürdigen Herrn Dechant Dr.Alois Wildenauer unter großer Beteiligung der Ortsbewohner und derSchuljugend feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.Damals wurde auch die Gedenktafel im Eingangsbereich der Kircheeingemauert.


17Volksschulkinder u. Lehrer vor der Sakristei (Franz Schubert, Dir. Alois Laufenthaler, AL Th.Lauinger, Ludwig Paulik)An dieser Feier nahmen weiters teil: Frau Herzogin Maria Antonia von Bourbon-Parma mit ihremHofstaate, Herr Dr. Moritz Willfort, Bezirkskommissär, Herr Bezirksschulinspektor Anton Kasper,Herr und Frau Martin Kautschitsch, Hochw. Herr Pater Ambros Drosg aus Neunkirchen, der dieFestmesse zelebrierte, Herr Bürgermeister Johann Wagner aus Schwarzau am Steinfeld und Hochw.Herr Pater Karl Streit in Vertretung des auf Erholung befindlichen Pfarrers Hochw. Herrn TheodorStratmann.Der Ortsschulrat und die Gemeindevertretung ließen 1914 den Eingang in den Schulhof zwischenSchule und Kirche mit einem schönen Gitterzaune samt Sockel versehen.Am 24. August 1924 löste sich das Kirchenbaukomitee auf. Der Betrag von 737 440 Kronen (Inflation!),die in der Sparkasse Neunkirchen eingelegt waren, wurde dem „Frauenkomitee“ als „Glockenfundbeitrag“übergeben. Die Kirche selbst wurde in die Obhut der Gemeinde Breitenau übergeben.Die Weihe und der „Aufzug“ der neuen Kirchenglockenerfolgte am 23. September 1928.Diese Glocken wurden aus Geldern von Spendender Gläubigen angeschafft und an diesemTag der Gemeinde übergeben. Im Rahmendieser Feier wurde nach einer Gedächtnismessefür die Gefallenen (Aufführung derKirmsmesse unter der Leitung von Dr. EgonBertl, Chordirigent der deutschen NationalkircheMaria dell´ Anima zu Rom) das Kriegerdenkmalfür die Gefallenen des ersten Weltkriegesenthüllt.Da bereits bei der Einweihung 1909 alle dreiKirchenglocken im Turm vorhanden waren,kann vermutet werden, dass diese zu Ende desersten Weltkrieges zu Rüstungszwecken abgeliefertwerden mussten.


18Der Männergesangverein Breitenau errichteteim Jahr 1928 an der linken Eingangsseiteeinen Gedenkstein an den KomponistenFranz Schubert anlässlich seines 100. Todestages.Am 15. März 1930 wurde der Ankauf einerOrgel beschlossen. Oberlehrer Kautschitschhatte aber 1909 bereits eine Orgel gestiftet.Rechnungen belegen, dass am 4. April 1910das Kirchenbaukomitee Geld an die Firma„Orgelbau Franz Strommer“ überwiesenhatte. Warum man bereits 1930 wieder eineneue Orgel anschaffte, kann nicht nachvollzogenwerden.Diese neue Orgel war ein Werk der „Kais. u. kön. Hof-Orgelbau-Anstalt JOSEF MAURACHER: InhaberMatthäus Mauracher, St. Florian bei Linz“. Besonders zu erwähnen ist, dass die Prospektpfeifennicht an die Register angeschlossen waren und lediglich der Zierde dienten. In den 50er Jahrenwurde die Orgel mit einem elektrischen Gebläse ausgestattet, das händische „Orgelpumpen oder -melken“ wurde dadurch unnötig.An dieser Orgel war von 1939 bis zu ihrem Ableben 1991 Frau Hedy Weissenbacher als Organistintätig. Für ihr mehr als 60-jähriges Wirken wurde ihr 1990 von der Erzdiözese Wien in einem Dekret„Dank und Anerkennung“ ausgesprochen.Seit 18. Juli 1930 war Rudolf de Marchi zuerst als Provisor, dann als Pfarrer in Schwarzau tätig.Erst ab dem 19. Oktober 1930 wurden regelmäßige Sonntagsgottesdienste in der Breitenauer Kircheabgehalten. Durch Aushilfe der Redemptoristenpatres von Katzelsdorf konnten nun die Sonntagsmessenabgehalten werden. Die Finanzierung übernahm Frau Helene Kirrer, eine Sodalin der JungfernkongregationWr. Neustadt. Es wurde ein genauer Plan erstellt, welcher Landwirt mit seinemGespann den Pfarrer holen musste. Auch für das Frühstück des Zelebranten wurde reichlich gesorgt.1931 konnten zum ersten Mal in der Kirche in Breitenau Fastenpredigten abgehalten werden. Am 15.März 1931 spendete Herr Kammerrat Gerhold zwei einfache Monstranzen und zwei einfache Ziborien.Eine erhielt die Kirche in Breitenau, die zweite war für diePfarrkirche Schwarzau bestimmt.3. Juni 1932: Weihe der Herz-Jesu-Statue in der Kirche Breitenau.Am Sonntag feierliche Lichterprozession mit dem Allerheiligstenvon Schwarzau nach Breitenau, dort Herz-Jesu-Weihe und Segen vor der Kirche.1934 wird das 25-jährige Jubiläum der Kirche Breitenau gefeiert.Die Kirchenrenovierung wird dringend notwendig. DieSammlerinnen Fräulein Marie Dutter und Frau Johanna Mayrbringen im ersten Monat 2 000 Schilling herein. Zugleich mitSchwarzau wurde auch die Kirchen-Renovierung in Breitenaudurchgeführt. Weiters wird von einer „Renovierung des altenKreuzes, das wie einst wieder über dem Altar erhöht wurde“geschrieben. Die 4 Engelbilder entwarf der akademische MalerProfessor Arthur. Brusenbauch (geb. 1881, gest. 1957; Österr.Staatspreis 1928, Gold. Lorbeer d. Künstlerhauses 1956).


Die Kanzel wurde neu adaptiert und der neugotische Altar entfernt und durch einen einfachen Altartischersetzt. Der alte Altar wurde einer nicht bekannten Verwendung zugeführt. Dieser Altar hattedrei Nischen, in diesen befanden sich die Statuen des hl. Vitus in der Mitte, des hl. Martin und des hl.Josef links und rechts davon. Diese Statuen wurden nun auf Podesten in der Apsis aufgestellt.Anlässlich dieser Renovierung dürfte auch das Rundfenster hinter dem Altar zugemauert wordensein, damit durch den Lichteinfall von hinten der Blick auf das große Kruzifix nicht gestört wurde.Das kreisrunde Gesims an der Außenwand zeugt noch von der Stelle an der das Fenster platziert war.Der Kirchenraum wurde ausgemalt und die vorderen vier Fenster wurden durch edle Spender mitfarbigen Glasfenstern versehen.Folgende Widmungen und Spender sind darauf zu finden:Gewidmet Kaufmann von Familie Weissenbacher 1934Gewidmet Schauer von Familie Luckerbauer 1934Gewidmet Mitterer von Familie 1934Das erste Fenster auf der rechten Seite ist mit einem lateinischen Text versehen:„Nos cum prole pio benedicad Virgo Maria”, was Wort getreu übersetzt heißt:„Uns möge die Jungfrau Maria mit frommer Nachkommenschaft segnen“. In freier Übersetzung heißtder Spruch: „(Jungfrau) Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib!“Wer der Stifter dieses Glasfensters war, ist nicht bekannt. Der Spruch dürfte aber in unmittelbaremZusammenhang mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen Statue „Maria mit dem Kind“ stehen.19Am 18. 11. 1934 war die große Arbeit fertig und es begann die erste Volksmission in Breitenau durchPater Bogsrucker S.J. und Pater Hrubesch S.J. Die Mission verlief sehr gut. Vor Allerheiligen (1935)hielt P. Baudenbacher in Breitenau ein eucharistisches (Missions-)Triduum; der Erfolg (in Breitenau)war recht gut.Seine Eminenz Kardinal Innitzer visitierte am 20. Juni 1936 die Pfarre, somit auch Breitenau. DerKardinal äußerte sich zum Schluss sehr zufrieden über seine Eindrücke.Am 11. September 1938 wird der neue Pfarrherr Karl Schwinghammer durch den Hw. Herrn DechantMagnus Huber, Pfarrer in Pitten, installiert.Im zweiten Weltkrieg blieb Breitenau von kriegerischen Einflüssen weitgehend verschont, sodassauch die Kirche keinen Schaden nahm.Der Landrat des Kreises Neunkirchen verfügte in einem Schreiben vom 14. Juni 1940 an die Bürgermeister,dass die Kirchenglocken abzunehmen und wegzuschaffen sind. In unserer Gemeinde muss-


20ten die drei Kirchenglocken der Kirche St. Vitus – wie schon im ersten Weltkrieg - abgeliefert werden.Geistlicher Rat Gregor Braith feierte am 27. Juli 1941 in Breitenau das goldene Priesterjubiläum (50Jahre Priester). Er hatte sich im Ruhestand in unserer Gemeinde niedergelassen und das HausSchwarzauer Straße 15 erworben.Vom 8. bis 22. Dezember 1946 fand in Schwarzau und Breitenau eine Volksmission statt, die vonKapuzinerpatres geleitet wurde und gut besucht war.Seine Eminenz Kardinal Dr. Theodor Innitzer führte am 21. Juni 1949 in der Pfarre eine bischöflicheVisitation durch.Ein Sonntag im März 1948 war wieder ein besonderer Festtag in Breitenau. Die neuen Glocken wurdenfeierlich auf einem geschmückten Wagen durch den Ort zur Kirche gefahren. Prälat Uhl ausWiener Neustadt weihte im Anschluss an eine Festmesse, die gemeinsam mit Pfarrer Schwinghammerund Kaplan Sindelar gefeiert wurde, die Glocken. Voran gegangen war der Feierlichkeit eineWoche der Volksmission, die Pater Leo leitete. Die Taufpatinnen der Glocken waren Frau Rengelroth(Frau des Fabriksdirektors) und Frau Hedy Schiroky (Weissenbacher). Der Gesangverein umrahmtedie Feierlichkeit.Bei Todesfällen wurde die Aufbahrung im Hause des Verstorbenen durchgeführt. Aus Pietätsgründenerrichtete die Gemeinde im Jahre 1952 neben der Kirche eine Aufbahrungshalle. Die Kosten betrugen33 000 Schilling. Diese stand bis um das Jahr 2000 zur Verfügung.Neupriester Franz Berger tritt 1953 den Kaplanposten in der Pfarre Schwarzau an. Er unterrichtet alsReligionslehrer die Volksschulkinder in Schwarzau und Breitenau.Volksmission 1953 in Breitenau.Das Missionskreuz links vom Eingangstorwird mit einer Gedenkzahlversehen.1954 Installierung des neuen PfarrersEduard Scherzer, Studienpräfektim Seminar Hollabrunn.1955 wurde von der Gemeinde fürSanierungsarbeiten an der Kircheein Betrag von 31 000 Schillingausgelegt, davon für die Instand-


setzung des Kirchendaches 27 000 Schilling. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Bauamt derErzdiözese 10 000 Schilling beigesteuert hat.Um 15 000 Schilling wurden Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkriegeserrichtet.14. Juni 1955: Bischöfliche Visitation durch Kardinal Innitzer.Vom 14. bis 27. Dezember 1957 wurde eine Volksmission in der Pfarre gehalten (P.Salvatorianer).Mit 1. August 1959 wurde der ehemalige Kaplan Franz Berger zum Pfarrer ernannt und am 30. Augustvon Hw. Herrn Dechant Heigl feierlich in sein Amt eingeführt.Sonntag, 4. Oktober 1959: 50-jähriges Jubiläum der Filialkirche Breitenau. Herr Propst ArnoldDoleschal von Wr. Neustadt hielt das Hochamt. Der Kirchenchor unter der Leitung von Dir. KarlKlinghofer sang die Schubertmesse.Pfarrer Franz Berger, der seit 1959 in Schwarzau tätig ist, erhält 1968 den Titel „Geistlicher Rat“.Zum 60-jährigen Jubiläum im Jahr 1969 wurde die Kirche von der Firma Weidenauer innen renoviert,die Bänke und Kreuzwegbilder modernisiert, der Kanzeldeckel abgenommen, das Kommunionsgitterentfernt und ein Volksaltar aufgestellt. Die Orgel wurde total zerlegt. Gesamtkosten 69 000Schilling. Am 5. Oktober war ein großer Festtag in Breitenau. Weihbischof Dr. Jakob Weinbacherhielt den Festgottesdienst. Der Kirchenchor sang die Schubertmesse in G-Dur. Der Bischof lobte denChor, aber auch sehr zufrieden war er über die einfache und schöne Innenrestaurierung der Kirche.Der Weihbischof besuchte bei dieser Gelegenheit die Volksschule und den Kindergarten in Breitenau.Am Abend wurde ein Fackelzug veranstaltet und Elektrikermeister Friedrich Puhm stellte erstmalseine Beleuchtung der Kirche her.Seit Anfang der 70er Jahre wurden neben der Sonntagsmesse Samstagabendmessen von GR FranzBerger gehalten, die sich großer Beliebtheit bei den Gläubigen erfreuten. In Breitenau wurde ein Ziboriumneu gekauft.Mit Wirksamkeit vom 15. Dezember 1976 wird unser Herr Pfarrer für das Dekanat Neunkirchen vomErzbischof von Wien, Kardinal Dr. Franz König, zum Dechant ernannt. GR Franz Berger bekleidetdieses Amt von 1976 bis 1987.1981 wird von der Gemeinde eine Renovierung der Ortskirche durchgeführt. Die vorgesehenen Kostenbetrugen 259 000 Schilling. Die Außenfassade erhielt eine neue Farbgebung. Die Kirche wurdenach einem Färbelungsvorschlag von Bürgermeister Josef Schön von Malermeister Karl Haberhoferaus Peisching in einem bläulich-rosa Farbton gestaltet. Nach der gelungenen Renovierung befand sichdie Kirche wieder in einem sehenswerten Zustand. Seitens der Pfarre wurde das Geläute elektrifiziert.2. November 1986: Einsegnung der generalsanierten Aufbahrungshalle. Um 25 500 Schilling wurdeder Innenraum neu ausgestaltet, neue Vorhänge, Kerzenleuchter und ein neues Bahrtuch wurden angeschafft.Am 29. Juni 1988 wird Pfarrer Geistl. Rat Franz Berger nach 36-jähriger Tätigkeit als Religionslehrervon Bürgermeister Rainer Schiel, der Gemeindevertretung, dem Schulausschuss und dem Elternvereinverabschiedet.1989: Ein Ausmalen der Kirche ist dringend notwendig geworden. Altarraum und Sitzflächen derBänke wurden mit Teppichen ausgelegt. Pfarrer Berger hat mit ihm zur Verfügung stehenden Mitteln21


22auch den Mittelgang auslegen lassen. Restauriert bzw. erneuert wurden die Vergoldung beim großenAltarkreuz, bei den Statuen des hl. Vitus und des hl. Martin, die Tabernakeltüren und Teile der Kanzel.Seit diesem Jubiläum wird die Kirche an Wochenenden und Feiertagen beleuchtet.Am 14. Oktober 1989 wurde das 80-jährige Bestehen der Kirche in Breitenau mit einem feierlichenFestgottesdienst begangen. Bischofsvikar Msgr. Dr. Karl Hoffegger zelebrierte gemeinsam mit PfarrerBerger die heilige Messe. Musikverein und Gesangverein umrahmten mit ihren Vorträgen vor,während und nach der hl. Messe die Festveranstaltung. Im Anschluss an den Gottesdienst luden Gemeindeund Pfarrkirchenrat zu einer Agape in die Turnhalle ein, wo Bürgermeister Dir. Rainer Schieleinen kurzen Rückblick über die Geschichte der Kirche gab.Pfarrer Erzbischöflicher Konsistorialrat Franz Berger geht als Pfarrer am 30. August 1990 in denwohlverdienten Ruhestand. Die Nachfolge in der Pfarre treten die Patres derKalasantinerkongregation an. Pater Achim Bayer und Pater Christian Oppitz werden als erste Ordenspriesterin die Pfarre entsandt. Am 1. September 1990 wird P. Achim als Pfarrer installiert undam 21. Oktober 1992 tritt P. Christian Oppitz cop. die Nachfolge an.Der Gemeinderat der Gemeinde Breitenau hat 1992 beschlossen, die Orgel in der Kirche zu erneuern,da die Mechanik und die Windführung irreparabel waren. Die alte „Mauracher-Orgel“ wurde durcheine neue Orgel, die von Orgelbaumeister Dipl. Ing. Wolfgang Bodem aus Leopolsdorf bei Wien errichtetwurde, ersetzt. Die Kosten für die neue Orgel betrugen 558 000 Schilling.Das alte Gehäuse wurde dabei weitgehend weiterverwendet, die Mechanik, die Pfeifen und der Spieltischjedoch vollständig erneuert.Orgel derFilialkirche Breitenau - 1992Hauptwerk, I, C-g´´´Spitzflöte 8'Pricipal 4'Rohrflöte (Wechsel) 4'Nebenwerk,II, C-g´´´Copula 8'Rohrflöte(Wechsel) 4'Octave(Wechsel) 2'Octave (Wechsel) 2'Mixtur II-III 1 1/3'Pedal, C-f´Subbass 16'Gedecktbass (Auszug) 8'3 Normalkoppeln


Am 30.Mai 1992 fand die feierlicheSegnung durch Weihbischof Dr. ChristophSchönborn unter Mitwirkung desGesangvereins „Pro Musica“ Breitenauund der Bläsergruppe des Musikvereinsstatt. An der Orgel spielte der Chorleiterdes Gesangvereins „Pro Musica“Georg Stockreiter.Die Pfeifen der alten Orgel wurdenzum Verkauf angeboten. Der Erlös kamder Pfarre zugute.Am nächsten Tag wurde ein hervorragendesOrgelkonzert mit Werken vonJohann Sebastian Bach und Max Regeraufgeführt. An der Orgel Mag. RobertFeichtinger.Pfarrer Pater Achim Bayer überreichte dem Bürgermeister im Juni ein Dankschreiben des Erzbischofsvon Wien Hans Hermann Groer.Bei der Demontage des Gebläsekastens der Orgel wurden die seit Jahrzehnten verschollenen Figurender alten Krippe gefunden. Bürgermeister Rainer Schiel restaurierte die beschädigten Figuren undließ von der Krippenbaumeisterin Frau Hannelore Ahrer aus Schwarzau eine neue Krippe im orientalischenStil bauen. Die alte Krippe war bei einem Brand im Bauernhaus Seiser in der Kirchengasse 4im Jahre 1971 verbrannt.2327. Juni 1993: 40-jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer i.R. Geist. Rat Franz Berger. Verleihung desTitels „Erzbischöflicher Konsistorialrat“ durch Erzbischof Dr. Hans Hermann Groer.Am 14. September 1997 wurde P. Gottfried Großsteiner, bisher Kaplan in der Pfarre, von WeihbischofSchwarz die Pfarre anvertraut.Würdig wurde die Feier des 90-jährigen Kirchenjubiläums am 2. Oktober 1999 begangen. Die Festmessewurde zelebriert von Pfarrer Pater Gottfried Großsteiner. Der Gesangverein Breitenau „ProMusica“ sang die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert. Die Gemeinde stellte sich mit der Restaurierungder Statue der heiligen Maria und der Kreuzwegbilder ein. Dabei stellte sich heraus, dass dieseStatue sehr wertvoll ist und mehrere hundert Jahre als sein soll. Die Restaurierung wurde vom bekanntenRestaurator Eduard Rettenbacher aus Payerbach durchgeführt.Am 13. Oktober 2002 fand die feierliche Installation von Pater Josef Wurzer zum Pfarrer der PfarreSchwarzau am Steinfeld statt.


242009, anlässlich des 100-jährigen Bestandsjubiläumsder Kirche wird vom Gemeinderat eine Außen-und Innenrenovierung beschlossen. Bundesdenkmalamtund Bauamt der Erzdiözese habenihre Zustimmung erteilt.Der Auftrag für das Ausmalen des Innenraumesund der Fassadenanstrich wurde vom Gemeinderatan die Firma Eduard Rettenbacher, Restauratorund Malerbetrieb in Payerbach, erteilt. Weiterswurden Arbeiten von folgenden Firmen geleistet:Kremsner & Co Gesellschaft m.b.H., Elektro Hadl,Haller & Partner, Danhel KG, Huber GmbH., WalterMauser GmbH.Die Arbeiten umfassten das Entfernen der altenLeimfarbenanstriche und schadhaften Putzstellen,das Öffnen und Verspachteln von Rissen sowie dasStreichen in vom Bundesdenkmalamt und Bauherrnbestimmten und genehmigten Mineralfarbenbzw. im Innenraum mit Kalk- oder gut gebundenenLeimfarben.Die Außenfassade wurde nach alten Fotos undvorgefundenen Farbresten in heller und dunklerOckerfarbe gestrichen.Besondere Sorgfalt wurde auf die Freilegung desDekorfrieses unter der Dachtraufe mit floralen Motiven aus Terracotta gelegt, um seine Dekorationswirkungbesonders hervorzuheben.Im Inneren der Kirche wurden die Rippenbögen ebenfalls in Ockerfarbe gestrichen. Die 1981 erfolgteÜbermalung der vier Engelsbilder mit einem grauen Farbton wurde entfernt, die Farbschichten gefestigtund dem Altbestand entsprechend ausretuschiert.Die Sakristei wurde ebenfalls renoviert. Die Eingangstürzum Kirchenschiff wurde vergrößert und der Innenraumneu ausgemalt. Ein neuer Steinfußboden wurdean Stelle des alten, vermoderten Holzbodens gelegt.Die Einrichtung aus dem Jahre 1913 wurde restauriertund stilgemäß ergänzt.Die Renovierungs- und Restaurierungskosten betrugen€ 76 000, davon wurden € 22 000 aus Rücklagen und €26.000 aus dem ordentlichen Haushalt des Gemeindebudgets2009 bereit gestellt. € 28 000 wurden durchSpenden, Subventionen des Bundesdenkmalamtes undder Erzdiözese Wien sowie Bedarfszuweisungen desLandes NÖ aufgebracht. In diesem Zusammenhang seiein aufrichtiges Dankeschön allen privaten Spendernund der Bausteinaktion des Pfarrgemeinderates ausgesprochen.Bgm. a. D. OSR Rainer Schiel und VizebürgermeisterKomm.R Otto Bauer hatten die Koordinationder Bauarbeiten übernommen.


BILDER VON DER KIRCHENRENOVIERUNG 200925


26In der Gemeinde wurde am Samstag, dem 3. Oktober 2009, mit einem feierlichen Festprogramm das100-jährige Kirchenjubiläum gefeiert. Den Festgottesdienst konzelebrierten Weihbischof Dr. FranzScharl, Generalvikar Pater Achim und Pfarrer Pater Josef. Der Gesangverein Breitenau „Pro Musica“brachte die „Kranichberger Messe“ zur Aufführung. Beim anschließenden Festakt im Steinfeldzentrumhielt Bürgermeister Helmut Maier die Festansprache. Professor Kurt F. Svatek hielt eine Lesungund der Musikverein Breitenau und der Gesangverein sorgten für die musikalische Gestaltung.


28Kurt F. SvatekDie alte KircheIst so eine alte Kirchetatsächlich erstarrte Musik,eine ganze Symphonie in einem Augenblick?Oder ein Gedicht aus Stein,Buchstabe für Buchstabesorgsam gemeißeltund zu einer Ode gesetzt?Aber wahrscheinlich ist siedoch beides zugleich.DorfkircheSie hat im kleinen Alltag ihren festen Platz:Vom ersten Glockenschlag zur Morgenstunde,bis hin zur sonntäglichen Kirchenrunde,im Schutz der Nacht zum Treffen mit dem ersten Schatz.Der Weg zum Kindergarten führt daran vorbeiund der zum ersten Schultag dann beizeiten.Erst später wird die Welt sich in die Zentren weiten,und dann scheint sie so manches Jahr fast einerlei.Doch spätestens zur Hochzeit sieht sie alle wieder,geschmückt wie selten nur im Kirchenjahr.Der Trott der Zukunft scheint noch abwendbar,es dominieren Rosenfarben und der Flieder.Die Jahre laufen schneller als dereinst gedacht,Nur hin und wieder gibt es eine Taufe,die Bitte, dass das bisschen Glück sich nicht verlaufe,viel öfter wohl der Rosenkranz zur Totenwacht.Und selbst der graue Sandstein bröckelt manchmal eben,vom Anstrich ist man das ja längst gewohnt.Solang Substanz die Renovierung lohnt,ist dies beim Stein viel leichter als im Menschenleben.Die Kirche steht seit ihrer Erbauung im Eigentum der Gemeinde Breitenau mit der Grundstücksnummer.50, Baufläche, Einlagezahl 15, und wurde nicht von der Pfarre oder Diözese übernommen.Da sich die Pfarrkirche in Schwarzau befindet, bezeichnet man die Breitenauer Kirche lediglich als„Filialkirche“. Daher werden seit der Errichtung die Renovierungs-, Instandsetzungs- und Betriebskostenvon der Gemeinde Breitenau übernommen. Die Heizung der Kirche erfolgt gemeinsam mitSchule und Kindergarten.Zum Gedenken an diese finanziellen Leistungen von Gemeinde und Bevölkerung wurde bis in die70er Jahre des 20. Jahrhunderts nach dem Ende des Gottesdienstes vor dem Gebet von einem Ministrantenfolgender Wortlaut gesprochen:„Wir beten ein Vaterunser für alle lebenden und verstorbenen Wohltäter unseres Gotteshauses“.Das Vaterunser wird heutzutage - ohne den Ursprung zu wissen - am Ende des Gottesdienstes vonden Gläubigen gebetet.


DIE STATUEN IN DER KIRCHE UND DIE LEGENDENDER HEILIGEN29KRUZIFIXDas Kruzifix mit Corpus Christi ist zentral hinter demVolksaltar angebracht. Es ersetzt seit dem Jahre 1934einen hölzenen neugotischen Altar aus der Zeit der Erbauungder Kirche.Das Kruzifix stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.Ein früherer Aufstellungsort oder eine Verwendung istnicht bekannt. Letzte Restaurierung 2009 durch FirmaRettenbacher.HEILIGER VITUSDie Kirche hat den heiligen Vitus als Kirchenpatron.Herr FleischhauermeisterHans Osterbauer, der gegenüber Besitzereiner Fleischhauerei war, hat 1958 einSgraffito mit der Darstellung des hl. Vitusim Tympanon über dem Eingang gestiftet.Die Ausführung übernahm die Fa. Steineraus Neunkirchen.Die Statue des heiligen Vitus aus dem Barockaltar wurde auf einem Podestüber der Sakristeitür aufgestellt. Sie wurde zu Anfang des 20. Jahrhundertsvon einem unbekannten Holzschnitzer geschaffen.Der heilige Vitus (Veit), geboren in Mazara del Vallo, Sizilien, gestorben um 304 in Lucania, Süditalien,starb unter dem römischen Kaiser Diokletian als Märtyrer und ist einer der Vierzehn Nothelfer.Er ist u.a. Schutzpatron der Apotheker, Gastwirte, Bierbrauer, Winzer und Kupferschmiede. SeinGedenktag ist der 15. Juni.Attribute: Ölkessel, PalmenzweigDer Legende zufolge wurde Vitus als Sohn eines heidnischen Senators von seiner Amme Crescentiaund seinem Erzieher Modestus bekehrt. Schon als 7-jähriger wirkte er Wunder und wurde deshalbvon seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht, weil er nicht von seinem Glauben lassenwollte. Schließlich wurde Vitus zusammen mit Modestus und Crescentia in siedendes Öl geworfen.Engel retteten sie daraus und brachten sie nach Lucania, wo sie starben.


30DER HEILIGE VITUS(Verfasser unbekannt)Ein holder Knabe, fast noch Kind,unschuldig, wie die Englein sind,reich an Verstand, an Güte reich,an hohem Mut den Männern gleichwar Vitus und was mehr noch ist,so jung er war, er war ein Christ.Der junge Held, voll Mut er spricht:Der Erdengüter acht´ ich nicht.Für Jesus, meinen Herrn,leid´ ich die Qual des Todes gern.Der Tod ist nur ein Augenblick,doch ewig währt das Himmelsglück.Zu ihm sprach von dem gold´nen Thronder Haidenkaiser – Sieh mein Sohn,was du hier schaust ist alles dein.Sieh Perlen, Gold und Edelstein,ein Purpurkleid, ein Demantstern,nur lästre Jesus, deinen Herrn.Ach, Kaiser mein, verlangt das nicht –mit edlem Ernst der Knabe spricht –er ist mein Heiland, Herr und Gott,er starb für mich den Kreuzestod.Er hat nur Gutes mir getan,ihn bete ich von Herzen an.Ha, Bube! – schallt das Donnerwort –das Weltgericht erblickst du dort.Den ird´nen Topf, gefüllt mit Öl,kurz, ohne Umstand, wähl!Hier Freud und Leid und Geld und Gut,dort Todesqual in Flamm´ und Glut.Der Kaiser winkt dem Henkersknecht,legt rüstig Reis und Holz zurecht.Bald wirbelt schwarzer Rauch empor,Vitus steht der Tod bevor.Und in dem Topf mit Öl, o seht,der holde, zarte Knabe steht.Das bleiche Volk ihn laut beklagt,doch er bleibt stark und unverzagt.Das heiße Öl wallt siedend auf,sein letzter Blick zum Himmel rauf,die Hände faltend, ruft er:Nimm meinen Geist zu dir, mein Herr- Er stirbt -Herab nun von des Himmels Höh´nKommt freundlich strahlend, festlich schön,wie helles Morgenrot im Mai,ein Engel Gottes schnell herbei.Mit Palmenzweig und strahlender Kron´,so führt er Vitus zu Jesus Thron.MARIA MIT DEM KINDEStatue aus Holz, Unbekannter Künstler.Vermutlich aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.Darstellung der Madonna als Himmelskönigin mit Krone und Zepter.Maria hält das Jesuskind im Arm und steht mit dem rechtenFuß auf einer Weltkugel, um die sich eine Schlange rankt.Auf älteren Bildern sind Königskronen bei Maria und Jesuskinderkennbar.Letzte Restaurierung: 1999 (Eduard Rettenbacher)Die Statue wurde von den Familien Seiser und Stuppacher gespendet.


31HEILIGER JOSEFDie Statue des hl. Josef befindet sich an der rechten Seite des Bogens derApsis. Die Statue aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, ist aus Holz.Attribute: Winkel, Zimmermannsbeil (ursprünglich, auf alten Fotos erkennbar:Stab mit weißer Lilie). Die Statue ist eine Spende der Familie JosefSchlögl aus Breitenau anlässlich des Kirchenbaues. Die Statue war ursprünglichauf der rechten Seite im neugotischen Altar aufgestellt.Der hl. Josef ist u. a. der Schutzpatron der katholischen Kirche von Österreich,der Ehepaare und Familien, Kinder, Jugendlichen und Waisen, derArbeiter, Handwerker, Zimmerleute und Reisenden.Josef, auch mit dem Zusatz „der Zimmermann“, geboren um die Mitte des 1.Jahrhunderts vor Christus, gestorben vor 30 n. Chr., ist im Neuen Testamentder Bibel von den Evangelisten als Verlobter und dann Ehemann der Maria, der Mutter Jesu, erwähnt.Sein Beruf wird als „Bauhandwerker“ bezeichnet, der generell in der Bearbeitung von Holz und Steinenausgebildet war. Papst Pius XII. führte zum 1. Mai den Gedenktag Josef der Arbeiter ein. DieEinführung des Gedenktages in den liturgischen Kalender war eine Reaktion der Kirchen auf die sozialeBewegung.HEILIGER MARTINDie Statue befindet sich an der linken Seite des Bogens der Apsis, ursprünglichstand sie auf der linken Seite im neugotischen Altar. Die Statue wurde zuBeginn des 20. Jahrhunderts von einem unbekannten Künstler geschaffen.Sie ist aus Holz und stellt den hl. Martin als Bischof dar.Die Statue ist eine Spende von Oberlehrer Martin Kautschitsch anlässlichdes Kirchenbaues.Martin von Tours wurde um 316/317 in Sabaria, in der röm. ProvinzPannonien, heute Szombarthely, Ungarn, geboren. Er starb am 8. November397 in Candes bei Tours in Frankreich. Er war der 3. Bischof von Tours. Erist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche.Martin ist u. a. der Schutzpatron Frankreichs und Landespatron des Burgenlandes.Er ist Schutzheiliger der Armen und Bettler, der Reiter, der Flüchtlinge,der Gefangenen und der Soldaten.Attribute: Als Bischof mit Gans oder als römischer Soldat auf dem Pferd dargestellt, während er seinenMantel teilt.Legenden:1. Martin war als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. An einemTag im Winter begegnete Martin am Stadttor einem armen, unbekleideten Mann. In einerbarmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab die Hälfte dem Armen. Inder folgenden Nacht sei ihm dann Christus im Traum erschienen, bekleidet mit dem halbenMantel, den er dem Bettler gegeben hatte.2. Martin sollte im Jahre 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden.Martin, der sich angeblich des Amtes für unwürdig empfand, habe sich im Gänsestallversteckt. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit und er musstedas Bischofsamt annehmen.


32HERZ JESUWeihe der Statue 1932 anlässlich seiner Aufstellung in der Kirche.Unbekannter Künstler.Die Statue ist aus einem gipsähnlichen Material. Die Statue warschwer beschädigt, zwei Finger wurden in früherer Zeit aus Wachsersetzt.HEILIGER ANTONIUSStatue aus gipsähnlichem Material, Ursprung unbekannt.Antonius von Padua wurde am 15. August 1195 in Lissabon geboren;gestorben am 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua. Er war einportugiesisch-italienischer Franziskaner, Theologe und Prediger.Sein Gedenktag ist der 13. Juni. Er wird oft als Franziskanermönchmit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand dargestellt.Über seinem Grab in Padua erhebt sich eine mächtige Basilika.Der Heilige ist u. a. der Schutzpatron von Padua, sowie der Bäcker,Bergleute und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, FieberKriegsnöten und Viehkrankheiten sowie auch für das Auffindenverlorener Gegenstände angerufen.Legenden um das Leben des heiligen Antonius entstanden bereits zu dessen Lebzeiten. Schon in frühenQuellen wurden ihm zahlreiche Wunder nachgesagt. Sein berühmtestes Wunder soll er nahe derStadt Rimini vollbracht haben: Als sein Versuch, vor den Stadtbewohnern eine Predigt gegen einenIrrglauben zu halten, fehlschlug, richtete der Heilige seine Worte am Ufer des Meeres an die Fische,die ihm genauso andächtig zugehört haben sollen wie die Vögel dem heiligen Franz von Assisi.


33DER KREUZWEGDie 14 Kreuzwegstationen wurden laut Rechnung vom 22. September 1909 bei der Firma J. Heindl,Kunstanstalt für Kirchengeräte, Wien I, Stephansplatz Nr. 5 zum Preis von 385 Kronen angeschafft.Die Bilder wurden als Ölfarbendruck auf Leinwand gespannt mit Rahmen hergestellt.Die Bilder wurden von Bürgermeister Josef Schlögl gespendet.Jesus wird zum Tod verurteilt Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern Jesus fällt das 1. Mal unter dem KreuzJesus begegnet seiner Mutter, Maria Simon v.Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragenVeronika reicht Jesus das SchweißtuchJesus fällt das 2. Mal unter dem Kreuz Jesus begegnet den weinenden Frauen Jesus fällt das 3. Mal unter dem Kreuz


34Jesus wird seiner Kleider beraubt Jesus wird ans Kreuz genagelt Jesus stirbt am KreuzJesus wird vom Kreuz abgenommenJesus wird ins Grab gelegt


35Zum 80-jährigen Kirchenjubiläum - Oktober 1989Verfasst von Volksschuldirektorin OSR Irene RiglerWelch Festtag, welch froher, versammelt uns heute,ein Tag, der uns erfreut und beglückt!80 Jahre sind es, liebe Leute,dass die Kirche unsren Ort schon schmückt.Die Mauern wurden langsam grau, verblichen,nichts wollte strahlen mehr in hellem Glanz –das Düstre ist dem Hellen nun gewichen,es war zu sehen heut´ im Lichterglanz.Nicht Müh´n noch Kosten wurden hier gescheut,es wurde opferfroh gespendet –und keinen hat es je gereut,da er das Werk nun sah vollendet.Nun bleibt uns nur noch kund zu tun,was manche vielleicht noch nicht wissen –die Kirche ist Gemeindeeigentumund hat schon manches Loch in das Budget gerissen!Zuerst der Bau, dann die Glocken, die Orgel, die Renovierung,die Gläubigen spendeten und den Rest zahlte immer die Gemeinderegierung!Sie sehen, die Zusammenarbeit in unserem Dorf klappt wunderbar,wir wünschen und erhoffen uns, dass es so bleibt, noch viele Jahr´!Vorgetragen von 2 Kindern beim Festakt im Turnsaal nach dem Festgottesdienst.


36QUELLENVERZEICHNIS:• Archiv der Gemeinde BreitenauRegistratur der Gemeindeverwaltung 360/1-20; 1909 – 1940Diverse Protokolle des Kirchenbaukomitees• Festbericht der dreiklassigen Volksschule für Knaben und Mädchen in Breitenau am Steinfelde,Niederösterreich, anlässlich des 50jährigen Bestandes am 5. Juli 1925.Herausgeber u. Verleger: Ortsschulrat Breitenau• Chronik der Volksschule Breitenau• Aufzeichnungen von Josef Weissenbacher, Gastwirt in Breitenau• Heimatbuch von Schwarzau am Steinfeld: Beitrag von Pfarrer i.R. Konsistorialrat Franz Berger(+)• Web: de.wikipedia.org2009Medieninhaber u. Verleger: Gemeinde Breitenau, 2624 Breitenau, Neunkirchner Str. 21.Fotokopie - Eigendruck

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