Teil der deutschen Militärgeschichte Teil der deutschen ...

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Eine Dokumentation der Interessengemeinschaft Fallschirmjäger n.e.V.von Klaus-Dieter KrugTeil der deutschen Militärgeschichte


Fallschirmjäger der NVA - Teil deutscher MilitärgeschichteWidmung & VorwortUnserem ehemaligen, langjährigen Vorgesetztenin der schweren Zeit derUmdislozierung unseresTruppenteils und der Umstrukturierung desDer AutorFallschirmjägerbataillons der NVAzumLuftsturmregiment,Herrn Generalleutnant Klaus Winter,in Dankbarkeit, Verehrung und Memoriam.Dedicated to our former long-time leader in thedifficult time of the Redeployment of our troopsan part of the restructuring theParatrooper Battalion of the NVAto theAir Assault Regiment,Lieutenant-General Klaus Winter,in gratitude an reverent memory.Klaus-Dieter KRUG- 08.01.1951 geboren- 1970 Abitur- 1970-1973 OHS der Landstreitkräfte- 1973-1978 Zugführer und Kompaniechef imFJB-40- 1978-1982 Studium an der Militärakademie"Frunse" Moskau- 1982-1983 SC FJB-40- 1983-1986 Kommandeur FJB-40- 1986-1988 Kommandeur LStR-40- 1988-1990 Stabschef eines Verbandes- 28.09.1990 Beendigung des MilitärdienstesOberstleutnant a. D. NVA- 08.01.1951 Date of birth- 1970 Abitur (= GCE A-levels)- 1970-1973 Officer Academy of the GroundForces- 1973-1978 Platoon leader and company commanderin FJB 40- 1978-1982 Studies at the "Frunse" military academyin Moscow- 1982-1983 COS FJB-40- 1983-1986 Commanding officer FJB 40- 1986-1988 Commanding officer LStR 40- 1988-1990 COS of a unit- 28.09.1990 End of military service, retired lieutenantcolonel of the NVASeite 1


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteWie alles begann ...Am Ende der 1950er Jahre reift in der NVA Bis dahin war es aber ein langer und stei- bei besonders jedes Anzeichen vondie Entscheidung heran, wie in fast allen niger Weg, der die Überwindung vieler Besonderheit im Geist der Truppe zu-Armeen der Welt, über eigene Luft- Hindernisse verlangte. Da waren Zweifel rückgeregelt. Allerdings ließen sichlandetruppen zu verfügen. Dieser Ent- an der Notwendigkeit und den realen Gefühl und Selbstverständnis, zu einerschluss war folgerichtig, da die beiden Gefechtsmöglichkeiten einer solchen ausgesuchten Truppe zu gehören, dieMilitärbezirke der NVA im Verteidi- NVA-spezifischen Fallschirmtruppe vor- sich durch die besonders harte Ausgungszustandüber eine derartige ope- handen. Wesentlich schlugen die ökono- bildung, insbesondere dem Sprung mitrativ-taktische Komponente verfügen soll- mischen Möglichkeiten der damaligen dem Fallschirm, einer harten Ausbildungten. Damit erfüllte die NVA die For- DDR zu Buche, die für den Aufbau derarti- sowie den rein äußeren Aspekten - maniderungendes Vereinten Oberkom- ger Spezialtruppen nicht ausreichend festiert durch die Uniform - bis zum Endemandos (VO) der Warschauer Vertrags- genug waren. Nicht unwesentlich waren der Tage des Fallschirmjägertruppenstaaten,die insbesondere in den 1980er die damaligen Bedenken innerhalb der teils nie nachhaltig unterdrücken.Jahren ihren formellen Abschluss fan- Armeeführung gegen die Bildung einerden.Luftlandetruppe. Während die Führung Up until 1989/90, when the politically biasedstructural elements were eliminateddes VO aus militärfachlicher Sicht dasAs in most armies around the world, at the ganz pragmatisch betrachtete und die from the army in the course of the militaryend of the 1950s the NVA (Nationale Bildung einer solchen Truppe geradezu reform of the NVA, which unfortunatelyVolksarmee = NVA = National People's forderte, lebten damalige verantwortliche was never completed, the paratroop forceArmy, of the German Democratic Republic Generale und Offiziere mit der in diesem was subjected to close observation and= GDR) was contemplating the formation Zusammenhang gegenwärtigen Vergangenheitder Fallschirmjäger der deut-The slightest indication of exclusivity inappraisal from the political perspective.of its own airborne force. This was a logicalstep, as the two NVA Military Districts schen Wehrmacht, die aus ihrer Sicht zu the spirit of the troops was vehementlyshould each have such operatio- berücksichtigen war.repressed. However, right up to the end, itnal/tactical components available in thewas impossible to permanently stifle theevent of a defence alert. In this respect, It was a long and weary process, fraught feeling and self-perception prevailingthe NVA conformed to the requirements of with obstacles, before this point was rea- amongst the airborne troops of belongingthe Joint Supreme Command (VO) of the ched. Many doubted the need for such a to an elite force, which resulted from theWarsaw Pact countries, which were for- parachute force specific to the NVA and its particularly rigorous training, especiallymally completed mainly in the 1980s. actual combat potential. At the time, the the parachute jumping and the mere outereconomic capability of the GDR was a sig- aspect, the uniform.nificant factor affecting this decision, as itwas inadequate for the establishment ofsuch special forces. Army leaders alsoharboured considerable reservationsabout the formation of an airborne force.While the Supreme Command took a pragmaticstand from a military point of viewand practically demanded the formationof such a force, the generals and officerswho were responsible at the time were stillvery much imbued with memories of theparatroopers of the German Wehrmacht,which in their opinion should be borne inmind.Bis zum Jahre 1989/90, als die politischenStrukturelemente im Zuge der leidernicht mehr vollendeten Militärreformder NVA aus der Armee entfernt wurden,war die Truppe der Fallschirmjäger derNVA einer sehr genauen Beobachtungund Bewertung aus parteipolitischerSicht ausgesetzt. Vehement wurde hier-Seite 2


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteDie Fallschirmjäger der NVA fühlten sich gegen Ende der 1960er Jahre aufrecht dung in den allgemeinen Grundlagen derin ihrem Selbstverständnis als Elite- erhalten werden konnte. Erst Mitte der Infanterieausbildung, die allerdings einsoldaten, und das setzt sich bis zum heu- 1980er Jahre, damals schon im Standort sehr hohes Niveau hatte und insbesondetigenTage, 22 Jahre nach der Auflösung Lehnin, wurde der „Schleier des Gehei- re durch eine sehr gute Motivation derdieser Armee erfreulicherweise fort. men“ von der Truppe entfernt, als sie Soldaten geprägt war. An eine besondere1984 mit Ausbildungskonzepten im Spezialausbildung war damals nochThe airborne forces of the NVA consideredthemselves to be elite soldiers and we aber bei Truppenübungen unter Teil- ausgebildeten Vorgesetzten mangelte,Fernsehen der DDR zu sehen war, oder nicht zu denken, da es vor allem an gutare pleased to say that this feeling continuesup until this very day, 20 years after präsentiert wurde. Gleichwohl halten sich rend der laufenden Ausbildung durch dienahme von NATO-Beobachtern in Aktion so wie auch die Ausbildungsbasis wäh-the disbandment of the East German army. heute noch hartnäckig Gerüchte, Mythen Truppe selbst errichtet werden musste.und Legenden über Struktur, AusbildungAuf Grundlage des Befehles 61/59 vomund sog. internationale Einsätze, die teil- Insbesondere die Schaffung von Ausbil-03.Dezember 1959 des damaligen Miweisejeglicher Basis entbehren.dungsanlagen war eine permanentenisters für Nationale Verteidigung wurdeAufgabe, die sich bis in die Mitte derab Januar 1960 mit der Aufstellung eines1980er Jahre, auch durch einen Standort-Luftlandebataillons in der NVA begon-wechsel bedingt, immer neben der lau-nen. Den unmittelbaren Auftrag zur Aufstellungeines derartigen Bataillons erhieltder damalige Chef des MilitärbezirkesV der NVA, Generalmajor Bleck.Als Standort des Truppenteils wurdeProra auf der Ostseeinsel Rügen festgelegt.Am 22.02.1960 begann mit Bildungund Einweisung der ersten Bataillonsführungdurch das Kommando des MB Vdie Formierung des „Motorisierten Schützenbataillon5“ (MSB-5).Am 01.03.1960 wurde das MSB-5 unterder Führung des damaligen MajorsEhrhard Bernhagen offiziell in Dienstgestellt. Formierung, Dislozierung undBeginn der Ausbildung der Truppe erfolg-te unter strenger Geheimhaltung, dieauch - bedingt durch den Standort - bisWie alles begann ...As a result of order 61/59 of 3rd December1959 of the then Minister of NationalDefence, the setting up of an airborne bat-talion in the NVA began in January 1960.The former head of the NVA MilitaryDistrict V, Major General Bleck was conferredwith the immediate task of settingup such a battalion. Prora, on the Balticisland of Rügen, was selected as garrisonfor the unit. The foundation of the “MotorizedRifle Battalion 5” (MSB-5) commen-ced with the formation and briefing of thefirst battalion command on 22.02.1960under the auspices of the staff of MB V (MilitaryDistrict V).On 01.03.1960, MSB-5 officially went intoservice under the command of formerMajor Ehrhard Bernhagen. Formation,deployment and start of troop trainingwere kept strictly secret. This secrecy wasmaintained until the end of 1960 thanks tothe secluded location. It was not until themid 1980s that the veil of secrecy was lif-ted in the Lehnin garrison, when the trai-ning concept of the troops was shown onGDR television in 1984 or in action, onmanoeuvres at which NATO observerswere present. Nevertheless, often totallyunfounded rumours, myths and legendsabout the structure, training and suppo-sed international operations persist evento this day.So begann am 04.04.1960 auf Grundlageder Anordnung 8/60 des Chefs desStabes MB V die Ausbildung der Angehörigendes MSB-5. Den Schwerpunktbildete damals eine konzentrierte Ausbil-Seite 3fenden Ausbildung stellte.So it was, that on 04.04.1960 the trainingof MSB-5 personnel began on the basis oforder 8/60 of the Chief of Staff of MB V. Themain emphasis at the time was on an intensiveform of the general principles ofinfantry training. This was pursued to avery high level and was marked by strongmotivation on the part of the soldiers. Atthis stage, specialized training was unthinkableas there was a lack of qualifiedsuperiors and training centres, which hadto be erected by the soldiers themselvesin the course of day-to-day training.In particular, the creation of training infra-structure was a permanent task which ranparallel to the on-going training and conti-nued right up to the middle of the 1980sbecause of a change in location.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen Militärgeschichtemaligen 3. Kompanie, zusammenge-fasst. Zwei weitere Kompanien wurdenmit sprunguntauglichen Soldaten aufge-füllt. Ähnlich verfuhr man mit den sprung-tauglichen Soldaten der Begleitbatterie(BB).Von Juli bis September 1960 fand erstmalsein Lehrgang für Absetzer bei denLuftstreitkräften in Cottbus statt, aus dessenTeilnehmerkreis langjährig tätige,hochqualifizierte Spezialisten im Fallschirmdienstder Landstreitkräfte hervorgingen,wie z.B. der Kamerad GerhardLeutert. Das erste Ausbildungsjahr wurdedennoch nur mit befriedigenden Ergebnissenabgeschlossen. Eine Inspektiondurch den Vorgesetzten erfolgte in diesemJahr noch nicht.The first exercise involving MSB-5 wascarried out at the beginning of November1960 during an MB 5 manoeuvre. One ofthe battalion's units was successfullydeployed as a tactical parachute unit.Over the course of the following year,1961, the troops were consolidated andsteadily progressed towards a target-oriented training.The first training seminar for jumpmasterswas held from July to September 1960 atthe Air Force site in Cottbus. Highly qualifiedspecialists such as Comrade GerhardLeutert, who served for many years in theairborne infantry service, emerged fromthis course. However, the results of thefirst year of training were hardly satisfactory.An inspection by superiors was not conductedduring this year.Die ersten FallschirmsprüngeThere was some difficulty in recruiting forthis first battalion. Originally, 169 soldierswere selected from the entire MB V, prima-rily from the 1st and 8th MSD (motorizedinfantry division) and the 9th PD (tank division)and stationed in Prora. During thecourse of the year, these soldiers wereassessed and up to 50% replaced byother personnel mainly on medicalgrounds.Besides the LMG (light machine gun) andRPG (rocket-propelled grenade launcher),the Type 38 carbine rifle and Type44, as well as the PM (Makarov pistol) formedpart of the standard armament inthose days.Im September 1961 führte das Bataillondie ersten Fallschirmsprünge auf demFlugplatz Barth durch, damals noch mitden sowjetischen FallschirmsystemenPD-47 und einer ersten DDR-Entwicklung,dem RS-1, dem sogenanntenBomber, aus dem Absetzflugzeug IL-14 .Vom 28. September bis 10. Oktober 1961nahm das MSB-5 mit einer Kompanie aneiner Kommando-Stabsübung mit polnischenStreitkräften bei Stettin teil.Einigermaßen schwierig gestaltete sichdie Rekrutierung dieses ersten Bataillons.So wurden anfänglich 169 SoldatenAls Standardbewaffnung neben dem lMGaus dem ganzen MB V, vorrangig aus der und der RPG galten damals noch die1.und 8. MSD und der 9.PD, ausgesucht Karabiner 38 und 44 sowie die Pistole M.und nach Prora kommandiert. DieserPersonalbestand wurde im Verlaufe desEin erster Einsatz des MSB-5 währendJahres überprüft und teilweise - vor allem einer Übung im Rahmen des MB V erfolgausgesundheitlichen Gründen - bis zu te Anfang November 1960. Damals wurde50% durch andere Soldaten ersetzt. eine Einheit des Bataillons als taktischeLuftlandeeinheit mit Erfolg eingesetzt. ImNach einer ersten flugmedizinischen Verlaufe des nun folgenden Jahres 1961Untersuchung wurde der sprungtauglicheTeil der Soldaten zunächst in einer„Fallschirmspringerkompanie“, der da-Following the first aeromedical examination,the soldiers who were fit to jump, wereinitially pooled in a parachute company,the then 3rd company. Two further companieswere set up with soldiers unfit for jumping.In the escort battery (BB), the soldiersfit for jumping were dealt with in asimilar fashion.konsolidierte sich der Truppenkörper undging immer mehr zu einer zielführendenAusbildung über.The battalion carried out the first parachutejumps at Barth airfield in September1961, jumping from an IL-14 aircraft andusing the Soviet parachute systems PD-47 and the first GDR development, the RS-1, the so-called Bomber. From 28September until 10 October 1961, oneMSB-5 company took part in a command/staffexercise with Polish forcesnear Stettin.Seite 4


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteMit dem Abschluss des Ausbildungs- grundsätze des FJB-5, über das FJB-2, Zunächst aber galt es, unter den hartenjahres 1961 und Übergang zum Jahr 1962 FJB-40 zum Luftsturmregiment, erfolgte Bedingungen der Anfangsjahre, aufendete die erste Periode der Aufstellung in einem permanenten Widerspruch zwi- Grundlage der damaligen Struktur, dieeines Luftlandetruppenteils in der NVA, schen den operativ-taktischen Forde- Truppe so auszubilden, das sie in derdie ihren vorläufigen Abschluss in der offi- rungen, die von Seiten des VO gestellt Lage war, zu erwartende möglicheziellen Umbenennung des MSB-5 in das wurden und den realen Möglichkeiten der Gefechtsaufgaben zu erfüllen. Das FJB-5Fallschirmjägerbataillon-5 (FJB-5) am NVA. Das betraf sowohl die personelle konnte damals im Jahre 1962 aus den vor-28.02.1962 fand. Eine Truppenfahne als Auffüllung, aber auch die Möglichkeiten, handenen drei FallschirmjägerkompaäußeresKennzeichen eines selbstständi- die Truppe mit entsprechenden Luftfahr- nien, die in jeweils drei FallschirmgenTruppenteils erhielt das FJB-5 aller- zeugen auszustatten. jägerzüge zu je zwei Fallschirmjägerdingserst mit Ministerbefehl vom 25.03. gruppen gegliedert waren, maximal 181963. Später dann, am 23.09.69, erhielt The renaming of MSB-5 as FJB-5 implied Einsatzgruppen (EG) bilden. So eine EGdas Truppenteil den Ehrennamen „WilliSänger“.Die Geburtsstunde des FJB - eine Waffengattung war entstandenthat the branch of paratrooper/airbornetroops was now incorporated into theNVA. When the new structure was adop-in einer Stärke von 1/1/8 oder 0/2/8 wärenach Auffüllung im Verteidigungsfall umweitere drei Soldaten verstärkt worden.Die EG waren zu dieser Zeit bereits mitder Mpi, dem lMG und der RPG ausgerüstet.Daneben existierten im FJB-5 nochdie Einheiten der Begleitbatterie.The conclusion of the training year 1961 ted, it was not dissimilar to that of MSB-5and transition to the year 1962 saw the end and the unit had a complement totallingof the first phase in the setting up of an air- 342 soldiers, 80 non-commissioned offiborneunit in the NVA. This was marked by cers and 43 officers. Development of thethe official renaming of MSB-5 as structure and of the operating principlesParachute Battalion 5 (FJB-5) on of FJB-5, to FJB-2, FJB-40 and then the But in the early years, the first task was to28.02.1962. However, FJB-5 only acqui- Airborne Assault Regiment meant there train the troops so that they were able tored its colours as a sign of its recognition was a permanent contradiction in the ope- fulfil any potential combat mission, on theas a separate unit on the instruction of the rational/tactical requirements prescribed basis of the existing structure. In the yearminister on 25.03.1963. The unit by the Supreme Command and the actual 1962, FJB-5 consisted of three airbornewas later awarded the honorary resources of the NVA. This was the case companies, each divided into three airname“Willi Sänger”. with regard to personnel reconstitution borne platoons with two airborne squads,and also the means of providing thetroops with the appropriate aircraft.making a maximum of 18 task groups(EG). Each EG, with a strength of 1/1/8 or0/2/8 could be reinforced with three moresoldiers in the event of a defence alert. Atthis time, the EGs were equipped withsub-machine guns, light machine gunsand rocket propelled grenades.Furthermore, FJB-5 also had escort batteryunits.Mit der Umbenennung des MSB-5in FJB-5 war in der NVA die Waffengattung„Fallschirmjäger/Luftlandetruppen“entstanden. Beim Übergang zu dieserneuen Struktur, die sich aber zu diesemZeitpunkt nicht wesentlich von der desMSB-5 unterschied, betrug die Kampfstärkedes Truppenteils 342 Soldaten, 80Unteroffiziere sowie 43 Offiziere. DieEntwicklung der Struktur und der Einsatz-Seite 5


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteImmer wieder wurde an der Struktur, Bewaffnung und Ausrüstung gearbeitetIn der darauf folgenden Periode bis insJahr 1986 gab es im Wesentlichen folgendeVeränderungen: Die Begleitbatteriewurde bereits Mitte der 1960er Jahre aufgelöst,und aus dem Pionierzug wurdeein Sprengtaucherzug formiert, der späterim Jahr 1978, zeitweise bis zum Jahr1983/84, der 3. FJK angegliedert war. MitBeginn des Jahres 81 wurde eine 4. FJKgebildet, die mit drei Fallschirmjägerzügenzu je drei Gruppen zeitweise diestärkste Einheit des Truppenteils darstellte.Diese Kompanie wurde eigens zur Bewachungdes damaligen Ministers fürNationale Verteidigung und von Kollegiumsmitgliederndes Ministeriums gebildet.Da sich für diese Einheit erheblicheSchwierigkeiten auftaten, was dieVereinbarung von Wachaufgaben undAusbildung betraf, wurde die Einheit imJahr 86 umstrukturiert. Die Aufgaben derMinisterwache nahmen daraufhin alleFallschirmjägerkompanien wahr.The most significant changes in the subsequentperiod up until 1986 were: theescort battery was disbanded in the mid60s and the engineer platoon became ademolition/ diving platoon, which was attachedto the 3rd FJK later in 1978 and, fromtime to time, up to the year 1983/84. At thebeginning of 1981 a 4th FJK was formed,which consisted of three airborne platoonswith three squads each, making itthe strongest company in the unit.This company was formed specifically forthe purpose of guarding the Minister ofNational Defence and other ministry officialsof the time. As the task proved to behighly problematic for a single company,as far as the coordination of guard dutiesand training were concerned, the companywas restructured in 1986. As of then, allairborne companies were engaged inguarding the minister.Die Bewaffnung der Fallschirmjägergruppenbestand später aus der MpiKmS, der Pistole M, je zwei RPG-7, einemlMG und einem SSG/D (ScharfschützengewehrDragunow). Schrittweise wurdendie FJK mit je sechs LKW LO „Robur“ ausgerüstet.Jedes Fahrzeug hatte einenEinachsgabelanhänger, auf dem dieFallschirmausrüstung der Gruppe sowieein Teil des Kampfsatzes an Munition verladenwar. Somit waren die EG in Hinsichtdes Transportes und der Sicherstellungmit Ausrüstung und Munition relativ autarkund hätten auch einzeln eingesetztwerden können. Das war ein wesentlichesMoment der Einsatzfähigkeit derartigerGruppen.The airborne forces were then armed withKmS submachine guns, Makarov pistols,two RPG-7s each, a light machine gun andan SSG/D (sniper rifle Dragunow). Withtime, the FJKs were each equipped withsix “Robur” LO lorries (LO: air-cooled Ottoengine). Each vehicle had a single-axletrailer loaded with the squad's parachuteequipment and part of the ammunitioncombat load. Consequently, the EGs wererelatively self-sufficient regarding transportand ensuring supplies of equipmentand ammunition and could therefore havebeen deployed separately. This was anessential factor for guaranteeing the operationalreadiness of such a unit.Seite 6


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteEs waren ausgesuchte und hoch motivierte MännerDie FJK und der Sprengtaucherzug stelltendie Kampfeinheiten der Truppe dar,wobei ein dezentralisierter Einsatz derTaucher im Rahmen der EG möglichgewesen wäre. Die Angehörigen desFunkzuges der Nachrichtenkompaniewurden auf die EG aufgeteilt, so dass jedeEG über einen Funker verfügte. DerNachrichtenzug stellte die Verbindung zuden EG sicher. Der Stab des Bataillonswar vorbereitet, im Falle eines möglichenEinsatzes - aufgegliedert in drei operativeGruppen - die EG im Interesse desVorgesetzten auf einen möglichen Einsatzvorzubereiten und diese zu führen.Der Unteroffiziersausbildungszug bildetein einem 10-monatigen Lehrgang dieon a decentralized mission within the frameworkof the EGs. The men from signalsplatoon were divided among the EGs, sothat each EG had its own operator. Theintelligence platoon guaranteed communicationwith the EGs. The battalion staffwas prepared in the event of potentialdeployment to split into three operationalgroups and so set up and command theEGs as required by superiors. The trainingplatoon for non-commissioned officerstrained the non-commissioned officersfor the airborne company in a 10 monthcourse. The reserves training platoon wasresponsible for training the reserves forthe unit.of duty. Generally, these soldiers under-went a pre-military training in the GST (Ge-sellschaft für Sport und Technik Societyfor Sport and Technology), where thefocus was on the most essential require-ments in respect of their physical conditi-on and general military training. The futureparatroopers were drilled in particular inparachute jumping, diving and intelligenceoperations. This created an environ-ment for the FJB instructors, which wasparticularly conducive to the establish-ment of a certain degree of cohesion in thegroups, platoons and companies afterconscription.Unteroffiziere für die Fallschirmjäger- Die Soldaten und Unteroffiziere der FJK, Es waren ausgesuchte und hochkompanie aus. Der Reservistenaus- des Sprengtaucherzuges und der Nachbildungszughatte die Aufgabe, ResermotivierteMännerrichtenkompanie waren Soldaten aufvisten des Truppenteils auszubilden. Zeit, mit einer dreijährigen Dienstzeit.Diese Soldaten durchliefen in der Regel Der Personalbestand des FJB war kadereinevormilitärische Ausbildung in der mäßig auf relativ hohem Niveau ausge-GST (Gesellschaft für Sport und Technik), sucht, im Vergleich mit den Linieneinwosie auf die notwendigsten militärihattemindestens die 10-klassige Ober-heiten. Jeder Soldat oder Unteroffizierschen Anforderungen zielgerichtet vorschuleabgeschlossen und einen Berufbereitet wurden. Das betraf die physischeund allgemeinmilitärische Ausbildung. erlernt. Der Anteil an Abiturienten warSpeziell wurden die zukünftigen Fall- überdurchschnittlich hoch. Besonderesschirmjäger im Fallschirmsprung, Tau- Augenmerk wurde auf die persönlichechen und in der Nachrichtenausbildung Eignung der zukünftigen Fallschirmjägervorbereitet. Das schuf für die Ausbilder im gelegt. So schloss eine Vorstrafe oder einFJB sehr günstige Voraussetzungen, schlechter Leumund eine Einberufungschnell eine gewisse Geschlossenheit zum FJB definitiv aus. Besonderer Wertder Gruppen, Züge und Kompanien nach wurde auf eine klare Position zum Staaterfolgter Einberufung herzustellen. DDR gelegt. Kaum einer der Fallschirm-jäger war nicht in der FDJ organisiert. DerAnteil an Mitgliedern oder Kandidaten derSED unter den Soldaten und Unteroffizierenwar relativ hoch, z. B. verglichenmit dem in einen MSB. So wurde also auspolitischen und Sicherheitsgründen einausgesuchter Personalbestand im Fallschirmjägertruppenteilversammelt, derin der Regel bereits gut militärisch vorgebildet,hervorragend physisch leistungsfähigsowie hoch motiviert war.The FJK and the demolition/diving platoonwere the forces' combat units, alt-hough the divers could also be deployedThe soldiers and non-commissioned officersof the FJK, the demolition/diving platoonand the intelligence company wereshort-service soldiers on a three year termSeite 7Was die ideologische Motivation derSoldaten und Unteroffiziere betraf, diesich zum Dienst im Fallschirmjägertruppenteilverpflichteten, so war diesedurchaus differenziert.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteCompared with the regular troops, a relativelyhigh level was enforced for the selec-men betraf, wie die jährlich im Wechselgen und größere Ausbildungsmaßnahtionof personnel for the FJB cadre. Every durchgeführten Sommer- oder Wintersoldieror non-commissioned officer had feldlager im Mittelgebirge, mit dencompleted at least 10 years of schooling Schwerpunkten der Ski- und Bergsteigeandlearnt a trade. The percentage of ausbildung und den jährlichen Sprunggrammarschool leavers was exceptionallyhigh. Special attention was paid to the Fallschirmjäger hoch motiviert und leis-lagern, bewiesen. Zu Übungen traten dieindividual suitability of the future paratrooper,so that anyone with a previous convic-ben in der Regel mit beachtenswertentungsbereit an und erfüllten alle Aufgationor a bad reputation definitely had no Ergebnissen.chance of being drafted to the FJB.Particular importance was attached to a Most of the young soldiers and nonclearstance vis-à-vis the GDR. Nearly all commissioned officers were bent ratherthe paratroopers were members of the on proving their manliness, experiencingFDJ (East German youth organization). something new and becoming “toughThe percentage of party members or can- guys”. And there were many incidencesdidates of the SED (Sozialistische where these aspects led to disappoint-Einheitspartei Deutschlands Socialist ment, when expectations were not fulfil-Unity Party of Germany) among the sol- led. In particular, in the later years of servidiersand non-commissioned officers was ce, there were repeated breaches of disrelativelyhigh, compared to that in an cipline, which stemmed from the contra- During the period 1962-1986, the para-MSB. Therefore those selected to beco- diction between aspirations and reality in trooper battalion carried out tactical manomepart of the paratrooper branch were, the daily routine of a paratrooper. euvres on an annual basis and took part infor political and security reasons, general- Nevertheless, there were hardly any major a total of eight large-scale exercisesly in possession of a good military training, problems as proved by the commitment, arranged by the NVA and its allies. In 1964with excellent physical ability and highly daring, endurance and determination to the paratroopers received their colours:motivated. carry out a mission shown by the troops orange. In the same year, they participaduringhighlights such as exercises and ted in an NVA parade for the first time withAs far as the ideological motivation of the more extensive training measures. These the stone grey beret. In 1966 the jumpsoldiers and non-commissioned officers included the annually alternating summer badge was introduced, followed by thewho enlisted in the airborne infantry force or winter bivouac in the low mountain ran- orange beret in 1969. In 1971, the battaliisconcerned, this may well have varied. ges, where the focus was on skiing and on was briefly renamed FJB-2 and in 1972Bei den meisten der jungen Soldaten undUnteroffiziere lag wohl doch mehr derWille, sich bei dieser Truppe als Mann zubewähren, etwas zu erleben und ein „harterKerl“ zu werden, im Vordergrund.Gerade dieser Umstand führte in nichtwenigen Fällen zu Enttäuschungen,wenn gestellte Erwartungen nicht erfülltwurden. Insbesondere in den älterenDienstjahren kam es immer wieder auchzu groben Disziplinverstößen, die aufeinen Widerspruch zwischen Anspruchund Wirklichkeit des Alltagsleben alsFallschirmjäger zurückzuführen waren.Gleichwohl gab es kaum nennenswerteProbleme, was Einsatzfreude, Risikobereitschaft,Durchhaltevermögen undWille zum unbedingten Erfüllen einesAuftrages bei Höhepunkten, wie Übun-Es waren ausgesuchte und hoch motivierte Männermountaineering instruction, and the annu- FJB-40. In the winter of 1978/1979, theal parachute camps. The paratroopers battalion proved its worth during weeks ofwere highly motivated and willing when disaster relief on the island of Rügen.embarking on exercises and generally Redeployment to Lehnin followed inaccomplished their missions with remar- 1981. The FJB was restructured askable results. Airborne Assault Regiment on 01.12.-1986.Seite 8Im Zeitraum von 1962-1986 führte dasFallschirmjägerbataillon jährlich takti-sche Übungen durch und nahm an insge-samt acht Großübungen der NVA undihrer Verbündeten teil. 1964 erhielten dieFallschirmjäger die Waffenfarbe Orange.Im gleichen Jahr nahmen sie mit demsteingrauen Barett erstmalig an einerParade der NVA teil. 1966 wurde dasFallschirmsprungabzeichen, 1969 dasorange Barett eingeführt. Es erfolgte1971 eine kurzzeitige Umbenennung inFJB-2 und 1972 dann in FJB-40. ImWinter 1978/79 bewähren sich dieMänner des Bataillons in einem wochenlangenKatastropheneinsatz auf der InselRügen. 1981 erfolgt die Umdislozierungnach Lehnin. Am 01.12.1986 wurde dasFJB zum Luftsturmregiment umstrukturiert.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteDie Ausbildung der Fallschirmjäger der try received a combat manual of its own, wichtigen Elementen der gegneri-NVA in der Zeit von 1962 bis Anfang der following restructuring to form an schen Gefechtsführung,1980er Jahre war ausgerichtet auf dama- Airborne Assault Regiment. Incidentally, - Stören von Nachschubwegen soligeEinsatzgrundsätze. Grundlage bilde- tongue-in-cheek: throughout all those wie Diversionshandlungen gegenten die Festlegungen der Dienstvorschrift years, the unofficial "manual" for NVA paratrooperswas Harry Thürk's novel "Die Charakters.Einrichtungen gesamtstaatlichenDV 30/4 „Gefechtseinsatz der Einsatzgruppen“.Allerdings war dieses Dokumentnicht die eigentliche Gefechtsvor-the experiences of a group of GermanStunde der toten Augen", which recountsThe purpose of the airborne battalion atschrift für die Fallschirmjäger der NVA, paratroopers during WWII.the time was to be deployed as a tacticalsondern eine allgemeingültige GV, dieair assault force for seizing key sectors,auch oder grundlegend für die 1. Das FJB wurde in dieser Zeit zum Einsatz objects or areas behind enemy lines. ThisKompanien der MSR (Motorisierte Schüt- als taktische Luftlandeeinheit zur Einzenregimenter)gültig war, die ebenfalls nahme wichtiger Geländeabschnitte, guard for the formation of bridgeheads toincluded in particular deployment as a van-bis Ende der 1960er Jahre für den Einsatz Objekte oder Räume im Hinterland des enable the crossing of major water obstacles.A further task was seizure andim Hinterland des Gegners ausgebildet Gegners vorgesehen. Dazu zählte vorwurden. Eine eigenständige Gefechts- allem der Einsatz als Avantgarde bei der defence of vital terrain against rupturingvorschrift erhielten die Fallschirmjäger Bildung von Brückenköpfen zur ÜberwinderNVA erst 1987 nach erfolgter dung großer Wasserhindernisse.enemy forces.Vorge-sehen war auch die Einnahme und dasHalten von wichtigen Geländeabschnit-ten gegen durchgebrochene gegneri-sche Kräfte.Umstrukturierung zum Luftsturmregiment.Am Rande, mit einem Augenzwinkernerwähnt: All die Jahre war dieheimliche „Vorschrift“ aller Fallschirmjägerder NVA bis zum heutigen TageHarry Thürks Roman „Die Stunde dertoten Augen“, in dem er die Erlebnisseeiner Gruppe deutscher Fallschirmjägerim WK II schilderte.Die EinsatzgrundsätzeDuring this time, the focus graduallymoved toward deployment of small taskgroups (EGs), numbering approx. 10men. These groups operated independentlyon orders from a superior, in tacticalor operational/tactical depth behindenemy lines. The main aims of theirdeployment were:- detection and destruction ofnuclear weapons as well as vitalelements of the enemy combatstructure- disruption of supply routes anddiversion operations against institutionsof national significance.From 1962 until the beginning of the1980s, training of the NVA paratrooperswas geared to the operating principlesapplicable at that time. These were basedon the stipulations set out in regulation30/4 "combat engagement for taskgroups”. However, this document was notreally the combat manual for NVA paratroopers,but rather more universallyapplicable. It was also a fundamentaldocument for the 1st Companies of theMSR (Motorized Rifle Regiments), whichwere also trained for combat behindenemy lines, up until the late 1960s. It wasnot until 1987 that the NVA airborne infan-Der Schwerpunkt verlagerte sich aber indieser Zeit immer mehr in Richtung desEinsatzes kleiner Gruppen (EG) in einerStärke von ca. 10 Mann. Solche Gruppensollten selbstständig im Interesse einesVorgesetzten in der taktischen oder aberin der operativ-taktischen Tiefe des gegnerischenHinterlandes operieren. Zieleihres Einsatzes sollten hauptsächlichsein:- Die Aufklärung und Vernichtungvon Kernwaffeneinsatzmitteln undSeite 9


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteIm Interesse dieser Zielstellungen wurdendie Fallschirmjäger der NVA auf derGrundlage eines Ausbildungsprogrammesim Verlaufe ihrer dreijährigen Dienstzeitumfangreich und speziell ausgebildet.Es wurde sowohl die Geschlossenheitvon Einheiten, angefangen von derGruppe über den Zug, die Kompanie biszum Bataillon hergestellt, aber auch eineintensive Einzelkämpferausbildungdurchgeführt.The paratroopers would usually jump fromvarying heights, day or night, with a stabili-zed parachute, with full combat gear (kitbag, weapon, protective mask).With these objectives in mind, the NVAparatroopers underwent an extensive andspecialized training programme duringtheir 3-year term of service. Esprit decorps within the units was promoted, startingfrom the group via the platoon, thecompany up to the battalion and intensivecombat survival training was carried out.Höchsten Stellenwert hatte zu allenZeiten die physische Ausbildung, insbesonderedie Nahkampfausbildung. Eswurden aber auch Waffenspezialisten amScharfschützengewehr, Sprengspezialisten,Funker, Sanitäter und Sprachkundigein speziellen Lehrgängen ausgebildet.Breiten Raum nahm die Gegnerkundeein. Absolute Priorität hatte dieSchießausbildung, die neben der Taktikausbildung- die über 500 Stunden imAusbildungsjahr betrug - eines derHauptausbildungselemente darstellte.Zielsicheres Bekämpfen von „gegnerischenKräften“ bis auf eine Entfernungvon 400 m war grundlegendes Handwerkaller Schützen. Das „Vernichten“ gepanzerterZiele mit der ersten Granate aus derRPG-7 war ein Muss.Lufttransportmittel und Fallschirmechief elements of the training. It was a fundamentalprinciple that all snipers shouldbe able take out enemy forces with precisionup to a distance of 400m. Thedestruction of armoured targets, using thefirst grenade fired from an RPG-7, wasimperative.Lufttransportmittel und FallschirmeAls Lufttransportmittel nutzten die Einheitendes FJB in der Ausbildung und beiÜbungen in den Anfangsjahren die IL-14,die Mi-4 und die An-2. Später lösten dieAn-12, An-26 und die Mi-8 T die ältereGeneration an Lufttransportmitteln ab.Das Flugzeug An-26 wurde Ende der1970er Jahre das Standardabsetzflugzeugder Fallschirmjäger der NVA.Diese Maschine konnte bis zu 30 voll ausgerüsteteFallschirmjäger transportierenund aus einer Heckluke - bei einerGeschwindigkeit von max. 350 km/h undaus Höhen von 250-4.000 m - absetzen.At all times, physical training and especi-ally close combat training, was paramount.But there were also specificallytailored training courses for sniper riflespecialists, explosives experts, signalsoperators, medical personnel and forthose with language skills. A major part ofthe training was devoted to studying theenemy background. Absolute top prioritywas on firing practice which, along withmore than 500 hours of tactical trainingduring a course year, formed one of theIn the early years, IL-14, Mi-4 and An-2 aircraftwere used by FJB units as means ofair transport for training purposes andduring manoeuvres. Later, the An-12, An-26 and Mi-8 T replaced the older generati-on of aircraft. At the end of the 1970s, theAn-26 was the standard air-drop aircraftused by the NVA paratroops. This planecould carry up to 30 fully-equipped para-troopers and drop them through a tail-hatch at a speed of up to 350 km/h andheights anywhere between 250 and 4,000m.Seite 10Die Fallschirmjäger sprangen in derRegel im stabilisierten Fall aus den verschiedenenHöhen, mit voller Gefechts-ausrüstung (Tornister, Waffe und TSM),bei Tag und Nacht.Die Fallschirmtechnik entwickelte sichrasant vom anfänglich eingesetzten PD-47 über die DDR-eigene RS-Serie bis hinzum steuerbaren RS9/2a, der den Einsatzvon Springern bei einer mittleren Wind-geschwindigkeit von 12-13 m/s problemlosgestattete. Mitte der 1980er Jahrebegann der Einsatz des Flächen-fallschirmes RL-10/2 für Aufklärungskräftedes FJB/LStR.Parachute technology advanced rapidlyfrom the originally used PD-47 via theGDR's own RS series, up to the manoeuvrableRS9/2a, which enabled the deploymentof paratroopers at an average windspeed of 12-13 m/s without problem.From the mid 80s the square canopy parachuteRL-10/2 was used by reconaissanceforces of the Airborne Infantry Battalionand Airborne Assault Regiment.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteGleichwohl begann 1983 mit dem Einzugin frisch renovierte Unterkünfte - mit einerfür damalige Verhältnisse hochmodernenAusbildungsbasis - ein völlig neues Da-sein der Fallschirmjäger. In der Zeit, indenen die Angehörigen des Truppenteilsauf dem TÜP Lehnin lebten und dienten,schufen sie sich - geführt durch dasKommando der Landstreitkräfte - teilsdurch Eigenleistung eine bemerkenswerteBasis für die Ausbildung.Die wohl markanteste und auffälligstePeriode im Leben des Fallschirmjägertruppenteilserlebten wir in den Jahren1981 bis weit in die 1980er Jahre hinein.Die Idee, den Truppenteil an einen anderenStandort zu verlegen, war bereits inden 1970er Jahren immer eine „drohende“Option. Aus operativ-taktischer Sichtwar der Standort Prora mehr als nurunzweckmäßig. Folgerichtig wurde dasFJB-40 - mit dem Jahr 1981 beginnend -schrittweise umdisloziert und fand eineneue Heimat in Lehnin.Outside there was a sports ground, anassault course, close combat area, engi-neer training ground, parachute trainingground and a site for practicing combat inbuilt-up areas.The most outstanding and impressive periodin the existence of the airborne infantryservice was probably from the year 1981until well into the 80s. The plan to transferthe branch to another garrison was alreadylooming as an option in the 70s. Froman operational/tactical point of view, thegarrison location in Prora was more thanjust inexpedient. Consequently, FJB 40was gradually relocated starting in theyear 1981 and found a new home inLehnin.Außerhalb des Objektes gabes einen Sportplatz, eine hoch-moderne Sturmbahn, einenNahkampfgarten, einen Pionierausbildungsplatz,den Fallschirmausbildungsplatzundein eigenes Ortskampfobjekt.Das war eine komplizierte Zeit, wo dieEinheiten knapp zwei Jahre unter spartanischenfeldmäßigen Bedingungen aufeinem Truppenübungsplatz ihren Dienstversahen, ehe das Bataillon im Oktober1983 feste Unterkünfte beziehen konnte.Diese Zeit war gekennzeichnet durchStagnation in der Ausbildung, und vorallem durch einen Aderlass an hervorragendenAusbildern, welche die InselRügen nicht verlassen wollten. Improvisationwar das tägliche Thema im Leben,in der Ausbildung und im Dasein derFallschirmjäger auf märkischem Sandbodenund zwischen Kiefern. Der geliebtenOstsee trauern wir Fallschirmjägernoch heute nach.Umdislozierung, Umprofilierung - schwere JahreThis was a difficult time, during which theunits served for almost two years underSpartan field conditions on a military trainingground, before the battalion was ableto move into its permanent accommodationin October 1983. This period was markedby stagnation in training and moreespecially by a drain on excellent instructors,who did not want to leave the island Nevertheless, a completely new existenofRügen. Improvisation was the order of ce began for the paratroopers, in 1983,the day in the life, training and existence of with the move into the freshly renovatedthe paratroopers amongst the pines on accommodation with an ultra-modernthe sandy Mark soil. We paratroopers still training base for that time. While the commournour beloved Baltic to this day. pany personnel was living and serving onthe military training ground in Lehnin, theycreated a remarkable training base partlywith their own bare hands under the commandof the ground forces.In den Unterkunftsblöcken gab es für jedeEinheit ausreichend Lehrklassen in allgemeinerForm oder aber ausgerichtet aufdie speziellen Ausbildungsfächer, wieTaktik oder Schießausbildung. DasBataillon verfügte über eine eigeneSporthalle, einen großen Kraftraum undeine spezielle Nahkampfhalle.There were adequate classrooms foreach company in the accommodationblocks, either for general instruction orpurpose-built for specific topics such astactics or firing practice. The battalion hadits' own sports hall, a large gym and a hallespecially for close combat.Seite 11


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteRegimentes ein LStB in ständiger Bereit-schaft zu halten und ein zweites LStBnach M+2 (Mobilmachungstage) bereit-zuhalten (Struktur LStB- Krieg). Es warvorgesehen, die schweren Feuermittelwie Granatwerfer, Panzerabwehr- undFla-Mittel, auf das Geländefahrzeug UAZ469 zu bringen. Das wurde in der dazugebildeten „Schweren Kompanie“ bis89/90 noch teilweise realisiert.Damals wurden durch unsere Vorgesetztengroße Anstrengungen unternommen,um uns diese Basis zur Verfügung zu stellen.Namentlich der damalige Chef derLandstreitkräfte, Generaloberst H. Stechbarthund sein Stellvertreter für Ausbildung,Generalleutnant K. Winter (+), ließengroße Fürsorge für die Fallschirmtruppeder NVA spüren. InsbesondereGeneral Winter war nicht nur ein fordernderVorgesetzter, sondern auch ein väterlicherFreund der Fallschirmjäger. Zielgerichtetwar diese beginnende neueEtappe im Leben des Truppenteils auf dieErfüllung völlig veränderter Anforderungenan die Fallschirmjäger der NVA.Vom Himmel auf die Erde ins Gefecht - LuftsturmregimentOf these, one LStB from the regiment wasto be permanently on standby and asecond LStB to be ready within two daysof mobilization (M+2) (LStB war structure).It was intended for heavy weaponssuch as grenade launchers, anti-tankweapons and anti-aircraft artillery to beloaded onto the UAZ 469 cross-countryvehicle. This was partially achieved by89/90 in the specially founded “weaponscompany”.Already in 1983, the Political AdvisoryCommittee of the Warsaw Pact countriesinstructed the defence ministries of thecoalition armies that they should have anairborne assault force available by thebeginning of 1986, as well as an appro-priate training base. In 1985, the politicalleaders of the NVA stipulated that by 1986the armed forces were to create an airbor-ne assault regiment for peace-time, on thebasis of the Paratroop Battalion (LStRpeace structure), and two airborneassault battalions (LStB) for wartime.Our superiors took great pains at the timeto make this base available to us. Both theformer Commander-in-Chief of GroundForces, Full General H. Stechbarth and hissecond in command for training,Lieutenant General K. Winter (+) gave usthe sense that they were concerned aboutthe welfare of the NVA airborne infantry.General Winter, in particular, was not onlya demanding superior but also acted like afather figure to the paratroopers. Thisnew era in the life of the branch focussedon the fulfillment of completely realignedrequirements of the NVA paratroopers.Vom Himmel auf die Erde ins GefechtBereits im Jahr 1983 richtete derPolitische beratende Ausschuss derWarschauer Vertragsstaaten die Verteidigungsministeriender Koalitionsarmeendarauf aus, mit Beginn des Jahres 1986über entwickelte Luftsturmtruppenteilezu verfügen und die dazu gehörigeAusbildungsbasis zu schaffen. Im Jahr1985 wurde durch die politische Führungder NVA festgelegt, dass die Landstreitkräftebis zum Jahr 1986 auf der Basis desFallschirmjägerbataillons ein Luftsturmregimentfür die Friedenszeit (StrukturLStR-Frieden) und in der Kriegszeit zweiLuftsturmbataillone (LStB) zu schaffenhaben. Dabei war aus dem Bestand desSeite 12


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteBereits frühzeitig, so etwa ab Frühjahr 84, bergeschwader (THG) 34, welches im Schwierigkeiten mit sich. In erster Liniebegann im FJB die Neuorientierung auf benachbarten Brandenburg disloziert spiegelte sich das in einem befürchtetendie Einsatzgrundsätze für sog. Luftsturm- war. In Anbetracht des realen Mangels an und teilweise auch real erfolgtenhandlungen. Das war eine komplizierte eigenen Transportfliegerkräften hätte Identitätsverlust der Fallschirmjäger wie-Angelegenheit, weil bislang in diesen eine umfangreiche Sicherstellung durch der, die diesen geschlossenen EinsätzenDimensionen im Truppenteil weder ge- die sowjetische oder auch polnische wenig „Liebe“ entgegen brachten.dacht noch ausgebildet wurde. Das LStB Armee erfolgen müssen. Insbesondere die Berufskader, die teilwurdeals Element des operativenweise jahrzehntelang in den Dimen-Aufbaues einer allgemeinen Armee defi-sionen von kleinen Kommandounterniert,vorgesehen zum Einsatz in einernehmen gedacht und ausgebildet hatten,Angriffs- bzw. Verteidigungsoperationder Armee. Daher auch die Notwendigkeit,zwei LStB zu haben, um jeweils die 3.und 5. Armee der NVA im Kriege mit dieserKomponente sicherzustellen. In denjeweiligen Operationsarten hätte dasLStB spezifische Aufgaben lösen sollen,welche die Handlungsfähigkeit derArmee gestützt hätten. So z.B. dieBildung eines Brückenkopfes an einemgroßen Wasserhindernis im Verlaufeeiner Angriffsoperation, oder aber auchdas Halten von wichtigen Geländeabschnittenim Interesse einer Gegenschlaggruppierung.At an early stage, as of spring 84, the FJBreoriented it operational principles inalignment with so-called airborne assaultactivities. This was a complicated matterbecause the branch had so far neither considerednor provided training in suchdimensions. The LStB was defined as anelement of the operational structure in thearmy in general, destined for deploymentin an army assault or defence operation.Hence the need for two LStB, so that boththe 3rd and the 5th NVA army had this componentat their disposal in wartime. TheLStB would have had specificassignments to fulfil in support of thearmy's course of action, depending on thenature of the operation. For example, formationof a bridgehead at a major waterobstacle during an assault or holding astrategic sector to enable assembly for acounter-attack.Die Umstellung der Ausbildung von einerEinsatzgruppentaktik mit kleinen Ein-heiten zur Ausbildung von Einheiten inder Geschlossenheit von der Gruppe biszum Bataillon brachte erheblicheGroße Beachtung fand die Realisierungdes Lufttransportes der Einheiten in dasEinsatzgebiet. Dabei stützte sich das spä-tere LStR hauptsächlich auf die Zusam-menarbeit mit dem Transporthubschrau-Vom Himmel auf die Erde ins Gefecht - LuftsturmregimentFür den Truppenteil trat ab 1984/87 dieDienstvorschrift für den Gefechtseinsatzvon Luftsturmeinheiten, die DV 325/0/-003-8, in Kraft, welche die Aufgaben imEinsatz manifestierte. Sie beinhalteteFestlegungen zu Grundlagen der Gefechtsführungim Rücken des Gegners,zur Vorbereitung auf den Einsatz bis hinzur Luftlandung selber, für den Angriffund die Verteidigung zu den unterschiedlichenJahreszeiten und Geländebedingungen,für den Streifzug und für dieGefechtssicherstellung.Seite 13mussten völlig neue Wege gehen.Much attention was paid to the implemen-tation of air-lifting the units to the combatarea. In this respect the future LStR reliedto a large extent on collaboration with theTransport Helicopter Squadron (THG) 34,which was stationed nearby inBrandenburg. Bearing in mind the tangi-ble lack of air transport facilities, it wouldhave been necessary for the Soviet oreven Polish Army to ensure extensivecoverage.As of 1984/87, the Regulation for CombatEngagement for Airborne Assault Units(DV 325/0/003-8) came into force for thebranch, defining the missions in operation.It included definitions of the essentialsfor the conduct of battle behind enemylines, for the preparation of a mission up tothe air-landing itself, for assault anddefence during different seasons andunder varying terrain conditions, for raidsand engagement backup.Transformation of training from task grouptactics with small groups to training unitsup to the size of battalion incurred consi-derable difficulties. These were reflectedprimarily in a dreaded loss of identityamong the paratroopers, which actuallyoccurred to some extent. Little love waslost in respect of these consolidated mis-sions. The professional cadre in particu-lar, who had thought and instructed interms of small commando operations fordecades, had to devise a completely newapproach.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteZwei Luftsturmbataillone für zwei ArmeenKompliziert war z.B. vor allem die Im März des Jahres 1984 nahm das FJB-Ausbildung von zwei Bataillonsstäben 40 an der Übung „JUG-84“ teil, wo bei derzur Gefechtsführung. Da war es schon Bildung eines Brückenkopfes an der Elbenotwendig, dass der Oberoffizier für nach erfolgtem Massenabsprung von 90Kader und personelle Auffüllung in seiner Fallschirmjägern das Truppenteil über-„Zweitverwendung“ - nach abgeschlos- zeugen konnte. Leider mussten wir dabeisener Mobilmachung - Kartenbrett und den Tod eines Kameraden, FeldwebelWaffe nahm und im Bestand des „2. Kühl, beklagen, der sich beim EinsatzStabes“ als Operativer Offizier - nach tödliche Verletzungen zuzog.erfolgter Luftlandung - das Gefecht mitseinem Kommandeur im Gelände zu füh- In March 1984, FJB 40 took part in theren hatte.manoeuvre “JUG 84”, convincingly displayingits capability by establishing a brid-Of the many complications experienced, gehead on the banks of the river Elbe, afterone was training two battalion commands a 90-man strong mass parachute jump.for combat operations. It became neces- Sadly, we had to record the death of a comsaryfor the senior officer of the cadre, who rade during this operation: Sergeant Kühlwas also in charge of reconstitution, to suffered fatal injuries in the course of thecollect his map and weapon on completi- manoeuvre.on of mobilization and lead operations onthe ground together with his commander,in a secondary function as operational officerin the second staff.reconnaissance squad was deployedusing parachute model RS-10/ST. In 1987,the Airborne Assault Regiment demonstratedthe destruction of a command centrebehind enemy lines after a combinedair-landing (airdrop/ship to shore). TheNATO observers, witnessing the manoeuvre,were duly impressed.Parallel zu der Ausbildung zum geschlos-senen Handeln in Kompanie- undBataillonsstärke, unter Zusammenwirkeneigener und unterstellter Verstärkungsmittel,blieb die Einzelkämpferausbildungimmer im Mittelpunkt des Interessesder Ausbildung. Die Fragen der altenEG-Taktik wurden von uns geschicktunter dem in der Vorschrift festgelegtenBegriff „Streifzug“ verpackt und nach wievor geübt. Überlebenstraining undDiversionsausbildung fanden ebenfallsihren festen Platz im Ausbildungsprogramm.All diese Hindernisse und Schwierigkeitenwurden aber durch hohen persönlichenAufwand und Einsatzbereitschaftdurch ausnahmslos alle Angehörigendes Truppenteils geschultert, bis hin zuden Zivilbeschäftigten der Truppe. In dieserZeit absolvierte der StabsoberfähnrichG. Schmidt im April 1984 seinen1.000 Fallschirmsprung.All of these obstacles and difficulties wereovercome thanks to a high degree of personaleffort and devotion to duty on thepart of each and every member of thetroops, including civilian personnelemployed by the force. During this time, inApril 1984, Warrant Officer Class 1 G.Schmidt completed his 1000th (parachute)jump.Im August 1986 nahm der Truppenteilerfolgreich an der Übung „DRUSBA-86“teil, wo eine Luftlandung mit 184Springern durchgeführt wurde. Erstmalswurde eine Aufklärungsgruppe des FJBmit dem Fallschirm RS-10/ST eingesetzt.1987 demonstrierte das Luftsturmregimentin einer kombinierten Luftlandung(Sprung/Anlandung) die „Vernichtung“eines Führungszentrums im Rücken desGegners vor den Augen von Beobachternaus den NATO-Staaten. Die internationalenBeobachter zeigten sich beeindruckt.In August 1986, the unit successfully tookpart in manoeuvre "DRUSBA-86", whichincluded the airborne landing of 184 parachutists.It marked the first time a FJBSeite 14While companies and battalions werebeing trained to act as a unit, together withtheir own and attached reinforcementresources, the focus of interest remainedon combat survival training. The issuesinvolved in former task group tactics werecleverly dealt with and still practisedunder the regulation term “raid”. Survivaland diversion training also formed part ofthe core training programme.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteEin charakteristischer Ablauf einer mehrtägigenKomplexausbildung war etwadieser:National Defence awarded the title of"best unit" to the FJB/LStR on several occasions.- Alarmierung der Truppe,- Marsch zum Flugplatz, Das Jahr 1989 brachte auch für die- Vorbereitung und Durchführung Fallschirmjäger der NVA unruhige Zeiten,einer Luftlandung,und sie wurden Teil der politischen- Einnahme und Halten eines Veränderungen in der DDR. Im ZeitraumObjektes,vom 14.-17. Oktober wurden drei- Abbruch des Gefechtes und Hundertschaften, gebildet aus dem- Übergang zu Streifzugshandverlegt.Ziel war es offensichtlich,Personalbestand des LStR, nach Leipziglungen.Fallschirmjäger zur Befriedung möglicherSo ein Komplex konnte 2-3 Tage dauern,Unruheneinzusetzen.Fallschirmjäger im LoyalitätskonfliktAb Mitte der 1980-er Jahre entwickeltesich das LStR-40 zum Vorzeigetruppenteilinsbesondere für ausländischeMilitärdelegationen. Das FJB/LStR wurdein den 1980er Jahren mehrfach als „BesterTruppenteil“ durch den Minister fürNationale Verteidigung ausgezeichnet.The year 1989 brought unsettled timeswhich affected the NVA paratroops too,within the framework of political change inthe GDR. In the days from 14-17thThe typical routine for an all-round training October, three groups of 100 men drawnsession lasting several days would be: from LStR resources, were deployed toLeipzig. Apparently, the paratroopers'- troop alert, task was to quell any eventual rioting.- march to the airfield,- preparation and execution of anairborne landing,- seizure and defence of a target,- end of engagement and- changeover to commando raidsDespite all the difficulties, training conti-nued from 1989 until 03.10.1990, albeitwith reduced resources. On 22 June1990, the paratroopers were sworn in asecond time. The remainder of the AirAssault Regiment was integrated into theGerman Armed Forces (Bundeswehr) asof 03.10.1990 only to be subsequently disbandedby the high command of theGerman Armed Forces on 30.06.1991.This marked the end of nearly 30 years ofthe troops' proud history.Such an all-round programme could last2-3 days and, quite frequently, involvedcovering distances of 80-120 km on foot.From the mid 1980s, LStR 40 evolved andbecame the flagship unit per se, especiallyin the eyes of foreign military delegations.During the 1980s, the Minister ofFallschirmjäger im LoyalitätskonfliktMit dieser fehlerhaften militärpolitischenEntscheidung wurden die Fallschirmjägerin schwere Loyalitätskonfliktegeführt. Zu einem Einsatz kam es nicht,weil sich insbesondere verantwortlicheSoldaten aller Ebenen besannen, dasssie Soldaten aus dem Volk waren.Gleichwohl erlebten die Elitesoldaten derNVA eine schwere Identitätskrise, in dersie ihren bisher geleisteten Dienst inFrage stellten. Besonders die älterenDienstjahre waren nicht mehr bereit,ihren Dienst fortzusetzen und wurden entlassen.Seite 15From a military policy aspect, this was amistaken decision which caused a seri-ous conflict of loyalties among the paratroopers.They never intervened, becauseconscientious soldiers from all ranks calledto mind that they were the people'sarmy.Nonetheless, the elite soldiers of the NVAexperienced a severe identity crisis, questioningthe time they had served till then. Inparticular, those who had served longestwere no longer willing to continue in theirposts and were discharged.und nicht selten wurden dabei Distanzenvon 80-120 km und mehr zu Fuß zurückgelegt.Von 1989 bis zum 03.10.1990 wurde -trotz aller Schwierigkeiten - Ausbildungmit einem verkürzten Bestand durchge-führt. Die Fallschirmjäger wurden am 22.Juni 1990 neu vereidigt. Am 03.10.1990wurde der verbliebene Rest des Truppenteilsin die Bundeswehr übernommen, am30.06.1991 jedoch das LStR durch dieFührung der Bundeswehr aufgelöst.Damit war eine fast 30-jährige Geschichteeiner stolzen Truppe beendet worden.Nicht wenige der Soldaten, Fähnriche,Offiziere und auch Zivilbeschäftigten verließenan diesem Tage mit Tränen in denAugen das Kasernentor und schritten ineine ungewisse Zukunft.On this day, many a soldier, warrant officer,officer and member of civilian personnelpassed through the barrack gates forthe last time, tears in their eyes, headingfor an uncertain future.


Fallschirmjäger der NVA - Teil der deutschen MilitärgeschichteAber es waren Fallschirmjäger, die da in New communities are being formed, such doctrine of the Warsaw Pact countries hadeine für sie andere Gesellschaft gingen.Die absolute Mehrzahl dieser Männer istheute in einem geeinten Deutschlandangekommen und steht in der Wirtschaft,as the Paratrooper Interest Group (nonregisteredassociation), which organizedits first international paratrooper meetingin Stendal in 2010, with others planned toas yet no noticeable impact on the regi-ment in 1987/88, but would have had aneffect after 1990 at the latest.als Beamte, Polizisten oder aber auch als follow.The formation of an airmobile brigade withinthe NVA was envisaged, which clearlySoldaten ihren Mann.But it was the paratroopers who venturedinto what was for them a totally differentsociety. The vast majority of the men havemade a success of their lives in a unitedGermany and hold their ground in commerce,as civil servants, policemen orFallschirmjäger der ehemaligen NVAbewahren nicht die Asche, sondern hütendie Flamme der Kameradschaft untereinanderund gehen heute auf die Kameradenzu, die ihnen einst als potentielleGegner gegenüber standen.indicated the defensive nature of actionsin potential future hostilities. The structureof this brigade could have been the follo-wing: an FJB with four paratroop compa-nies and one to three infantry battalionswith grenade launcher and anti-tank pla-toons. .even as soldiers.The former NVA paratroopers are not “preservingthe ashes” but “fanning the flames”Darüber hinaus sollte diese Brigade einDie Kameradschaft zwischen den damaligenof comradeship among themselves Pionierbataillon mit zwei Kompanien, einSoldaten aller Dienstgradgruppen and today approaching comrades who Versorgungsbataillon, eine Nachrichtenlebtheute in einer vielfältigen Form fort. once faced them as a potential enemy. kompanie sowie eine Instandsetzungs-Ganze Kompanien treffen sich regelmä-kompanie haben. Im Verbund hätte einßig mit ihren Einheitsführen oder bildetenneu strukturiertes TransporthubschraukleineKameradschaften.Abschluss einer kurzen, aber bebergeschwaderim Interesse dieserBrigade handeln sollen.wegten militärhistorischen GeschichteThe camaraderie amongst the former soldiersof all ranks persists in various formsIn addition, this brigade should also haveto this day. Entire companies meet regu-had an engineer battalion with two comlarlywith their leaders or have formedpanies, a support battalion, an intelligensmallassociations.ce company and a maintenance company.A newly structured transport helicoptersquadron at the service of the brigadewas being planned.Die größte Vereinigung stellt derzeit derFallschirmjäger-Traditionsverband Ost e.V. dar, der nunmehr schon seit 1992 exis-tiert.The largest organization is the TraditionalAssociation of Paratroopers East, whichhas been in existence since 1992.Angedacht war die Bildung einer luftbeweglichenBrigade im Bestand derNVA, die einen eindeutigen Hinweis aufeinen defensiven Charakter zukünftig zuerwartender Kampfhandlungen gab.Diese Brigade hätte möglicherweise fol-gende Struktur aufgewiesen: ein FJB mitvier Fallschirmjägerkompanien, ein bisdrei Infanteriebataillone mit Granatwerfer-und Panzerabwehrzügen.Neue Gemeinschaften bilden sich, wiedie IG Fallschirmjäger n.e.V ., die in 2010ein erstes internationales Fallschirmjägertreffenin Stendal durchführte, demweitere folgten.Mit beiden Beinen im LebenEs wurde immer wieder die Fragegestellt: Wie wäre die Entwicklung imLStR nach 1990 weitergegangen, hätte eskeine tiefgreifende politische Veränderungengegeben? Der Paradigmenwechselin den Ansichten zur Militärdoktrinder Warschauer Vertragsstaaten,der sich zwar 1987/88 noch nicht spürbarim Regiment auswirkte, wäre spätestensnach 1990 wirksam geworden.The question that is forever being repeatedis: How would the LStR have developedafter 1990, if there had not been suchprofound political changes? The paradigmshift in views regarding the militarySeite 16Der Lauf der Militärgeschichte ließjedoch diese Entwicklung nicht mehrzu.However, the course of military historywas such that this development nevermaterialized.IG FJ


IMPRESSUMHerausgeber: Interessengemeinschaft Fallschirmjäger n.e.V., Leipziger Chaussee 111,Am Flugplatz, 39120 MagdeburgAutor: Klaus-Dieter Krug, Abendallee 15, 39164 Wanzleben-Börde, Telefon 03 92 04- 5 58 44Satz/Gestaltung/Redaktion: Wolfgang Däumler, Bahrensdorfer Straße 33, 15848 Beeskow, Telefon 0 33 66- 2 47 93Inhalte:© Copyright by: Klaus-Dieter Krug/Interessengemeinschaft Fallschirmjäger n.e.V.Jegliche Weiterverwendung, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis desAutors gestattet.Bildmaterial:Das Bildmaterial stammt, wenn nicht anders ausgewiesen, von www.nva-fallschirmjaeger.deund/oder wurde von Kameraden zur Verfügung gestellt. Es ist nicht zwingendidentisch mit dem beigestellten Textmaterial.Übersetzung:Wendy Streitparth

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