Tierschutz International - Welttierschutzgesellschaft eV

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Tierschutz International - Welttierschutzgesellschaft eV

WSPA Welttierschutzgesellschaft 01/11Tierschutz Internationalinkl. Finanzbericht 2010Foto: © Steve Leonard for Borneo Orangutan Survival FoundationOrang­Utan­Mädchen Ayaerobert das SchutzzentrumAls das Orang­Utan­Mädchen Ayain das Schutzzentrum auf Borneokam, ahnte niemand, welch lebensbejahendes Wesen in ihmsteckt: Sie greift nach einemZweig, hebt sich hoch und erreichtinnerhalb von wenigen Augenblickendie Krone eines Mangobaums.Nichts Ungewöhnlichesfür einen Orang­Utan sollte manmeinen, doch für Aya grenzt dasan ein Wunder.Als Baby wurde sie im Wald vonPalmölbauern gefangen und in einekleine Kiste gesperrt. Als sie größerwurde, konnte sie sich darin nicht mehraufstellen, drehen oder ausgestreckthinlegen. Ihre Arme und Beine verkümmertenund sie wurde unbeweglich.Im Schutzzentrum Nyaru Menteng begannfür Aya ein ganz neues Leben.Tägliche Physiotherapie, Massagen undSpezialkost mit viel Obst, Gemüse undProteinen sorgen für ihr Wohl. Erst lerntesie, ihre Arme und Hände zu bewegen.Inzwischen kann sie sogar ihre Beinestrecken und anziehen, um einen Baumschlingen und sich mit Hilfe eines Astesaufstellen. Jeden Tag beweist sie neuenWillen, sich zu bewegen und die Welt zuentdecken. Die Mitarbeiter des Schutzzentrumssind begeistert: Kein andererOrang-Utan hat so ein fröhliches Lachenwie Aya. Unser medizinisches Teamhofft, dass sie eines Tages wieder ihreFüße benutzen kann. Dies wäre ein fantastischerErfolg, denn dann könnte siewieder in die Wildnis entlassen werden.Wir drücken Aya fest die Daumen!willkommen zur ersten Ausgabedes Tierschutz Internationalin diesem Jahr. Wir freuenuns, Ihnen wieder von unserenTierschutzprojekten berichtenzu dürfen, zu deren Erfolg Siemaßgeblich beigetragen haben.In diesem Heft fi nden Sieauch unseren Finanzbericht für2010. Ich wünsche Ihnen eineanregende Lektüre und dankeIhnen im Namen des gesamtenWSPA-Teams ganz herzlich fürIhre tatkräftige Unterstützung!Viele GrüßeBettina C. PraetoriusGeschäftsführerin


In der Katastrophe werden Hunde oft von ihren Besitzern getrennt und sind dann auf die Hilfe der WSPA-Rettungsteams angewiesenTierisch gut: Rettung nach der KatastropheWährend Deutschland im Schnee versank, wurden vieleLänder von Katastrophen heimgesucht. In Kolumbiengab es die stärksten Regenfälle seit 40 Jahren. Gemeinsammit unseren lokalen Mitgliedsorganisationen kümmertesich das WSPA-Katastrophenteam um die Tiere.Besonders betroffen war die Nordküste. Hier wartetenTausende Pferde, Ziegen, Schweine, Hunde und Katzenauf Rettung. Hilfsgüter, wie Futter und Impfstoffe, wurdenper Flugzeug oder Boot gebracht. Bis heute konnte soüber 8.000 Tieren mit Futter, medizinischer Nothilfe und derUnterbringung in provisorischen Ställen geholfen werden.Auch in Rio de Janeiro/Brasilien gab es verheerendeRegenfälle, die zu Erdrutschen und Schlammlawinenführten. Die Tiere wurden von ihren Besitzern getrennt,ihre Ställe zerstört oder sie mussten aus den Fluten gerettetwerden. Unser Erste-Hilfe-Paket umfasste medizinischeNotausrüstung und Futter. Für obdachloseTiere haben wir zusammen mit unseren regionalen Partnernneue Unterkünfte errichtet.Auf der anderen Seite der Erdkugel in Myanmarwütete der Wirbelsturm Giri. Mitarbeiter des WSPA-Katastrophenteams aus Thailand und Indien sowieFreiwillige impften in der am stärksten betroffenenStadt Myebon insgesamt 25.000 Kühe gegen dieMaul- und Klauenseuche. Der Impfstoff wurde vonder Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) bereitgestellt.Auch in Sri Lanka musste nach einer verheerendenÜberschwemmung eine große Hilfsaktion gestartetwerden. Die WSPA stellte hier tiermedizinische Ausrüstungim Wert von 5.000 US Dollar zur Verfügung.Diese wird nun in den am stärksten betroffenen Bezirkenunter Aufsicht der WSPA-MitgliedsorganisationTsunami Animal-People Alliance (TAPA) schnellstmöglichan die örtlichen Veterinärbehörden verteilt.Zusätzlich wurde die Versorgung für 700 hungrigeKälber sichergestellt.Nie wieder Bärenkämpfefür Bhoori, Leela und KaaliBraunbärin Bhoori nach dem erlösendenEingriff an ihrer Schnauze. Jetzt wartet einebeschützte Zukunft auf sieEine Nachricht vonGlück und Hoffnung:Wieder sind drei ehemaligeKampfbären inPakistan befreit worden.Nach monatelangen Ver -handlungen mit ihrenBesitzern konnten wirvor kurzem die BärendamenBhoori (zehnJahre) Leela, (acht Jahre)und Kaali (fünf Jahre) indas neue Schutzzentrum Balkasarbringen.Endlich in SicherheitAls erstes wurden die braunen Riesenvon den schmerzhaften Ringen in ihrenSchnauzen befreit. Instinktiv habendie drei gespürt, dass die Qualen desKämpfens nun hinter ihnen liegen. Diefesten Leinen, die ihnen um den Halsgebunden waren, wurden aufgeschnittenund die Wunden behutsam behandelt.Zuerst befanden sich die drei nochin Quarantäne, doch mittlerweile konntensie sich zu den anderen Bewohnernim Schutzzentrum gesellen.Die Rettung der drei Bären macht unsstolz und glücklich. Dennoch gibt esrund 70 Kampfbären, die tagtäglich umihr Leben kämpfen müssen. Wir werdenuns weiterhin stark machen, um auchdiesen Bären eine bessere Zukunft zuermöglichen.


Hintergrundbericht:Billigfleischauf dem TellerEin Kernproblem der Massentierhaltung ist dasLeid der Tiere. Sie stehen gedrängt in dunklenStällen, bekommen artfremde Ernährung, sindkrank vor Stress und werden grausam getötet.Gleichzeitig bringt die Intensivtierhaltung auchfür Mensch und Umwelt schwerwiegendeKonsequenzen: Mit den Güllemassen werdenLuft, Boden und Gewässer stark verschmutzt.Die Antibiotika, die wir Menschen über diesesFleisch aufnehmen, erzeugen immer mehr resistenteKrankheitserreger.Die Produktion auf Masse zieht noch weitereKreise: Deutschland ist mit jährlich 55 Millionengemästeten Schweinen der drittgrößte Schweineerzeugerweltweit. Die Fleischüberschüssewerden in Entwicklungsländer exportiert undruinieren dort die Lebensmittelmärkte. Ein Drittelder Weltgetreideproduktion wird an Vieh verfüttert.Der Bedarf ist so groß, dass in vielen EntwicklungsländernGetreide für die Fleischindustrieangebaut wird. So gehen die Ackerflächender eigenen hungernden Bevölkerung verloren.Die WSPA engagiert sich für nachhaltige Landwirtschaftssysteme.Unsere Modellbauernhofprojektezeigen, dass Landwirtschaft auch tiergerechtund gleichzeitig wirtschaftlich effizientsein kann. Mit der WSPA-Protestaktion „Not inmy Cuppa“ (wir berichteten in der letzten Ausgabe)mobilisieren wir zurzeit eine landesweiteBewegung gegen den Bau einer riesigen Milchkuhanlagein England. Auch hierzulande könnenVerbraucher einen wichtigen Beitrag zum Tierschutzleisten, indem sie regionale Produkte ausartgerechter Tierhaltung kaufen und auf dasBiosiegel achten.Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • Interview • InterviewTierärztin Uta Hesterbergkonnte schon vielenvon Katas trophenbetroffenen Tieren helfenNach der GiftschlammkatastrophemehrSicherheit für TiereWir alle erinnern uns noch an die Giftschlammkatastrophein Ungarn im Herbst 2010. Neun Menschen starben und 150weitere wurden verletzt als der giftige rote Schlamm aus derAluminiumfabrik ausbrach. Auch Umwelt und Tiere warenbetroffen. Wir fragten Uta Hesterberg, Katastrophenhilfe-Expertin der WSPA, nach den Auswirkungen des Unglücksfür die Tiere.Hallo Uta, welche Konsequenzen hatten die Schlammmassenfür die Tiere und wie viele waren betroffen?Genaue Zahlen sind uns zwar nicht bekannt, doch es waren alleTierarten (Wild- und Haustiere) in dem überschwemmten Gebietbetroffen. Neben Quecksilber und Arsen war das größte Problemdie Natriumlauge. Sie verursacht selbst nach oberflächlicher Reinigungnoch tiefe Wunden.Inwiefern konnte den verletzten Tieren geholfen wer -den und wie ist die Situation jetzt?Unter Leitung unserer ungarischen Mitgliedsorganisation RexFoundation wurden zahlreiche Tiere aus dem Gebiet geholt, vondem Giftschlamm befreit, die Wunden versorgt und wieder aufgepäppelt.Janusch, ein Schwein, das ursprünglich als Schlachtviehenden sollte, lebt jetzt glücklich in der Rex Foundation. Eshat lauter Tricks gelernt und genießt nun sein Leben als Haustier.Ähnlich wie Janusch haben auch fast alle anderen geretteten Tiereein neues Zuhause.Das Thema „Katastrophenprävention“ wird immerwichtiger. Kürzlich hat die WSPA hierzu in Ungarn einenWorkshop gehalten. Was wurde dort besprochen?Wir wollten in dem Workshop rausfinden, was Tierschützer undEinsatzkräfte konkret tun können, um sich besser auf Katastrophenvorzubereiten und wo die Prioritäten liegen. Hier konntenwir viele Fragen klären, und dies ist der Beginn einer Langzeitstra -tegie. Der WSPA geht es vor allem darum, dass sich weitereRegionen auf Rettungsszenarien vorbereiten. Pläne für Menschengibt es meist, aber Tiere sind kaum in der Notfallplanung eingeschlossen.Das wollen wir ändern und möglich machen.


FinanzberichtIm Jahr 2010 ist die Zahl derUnterstützer weiter gewachsen,und in immer mehr Städtenmachen sich WSPA-Freiwilligefür den Tierschutz stark.Die Gesamteinnahmen des Vereinsstiegen um 484.089,25 Euro. Dassind rund 53 Prozent. Zu verdankenist dieses enorme Wachstumden inzwischen mehr als 12.500Tierfreundinnen und Tierfreunden,die die Arbeit der WSPA Welttierschutzgesellschaftheute unterstützen.Großzügige Zuwendungenerhielten wir auch von derOberlausitzer Stiftung für Tierschutz,der Arcanum Stiftungsowie der Stiftung GLC AnimalWelfare. Die Kooperation mit demUnternehmen Fressnapf TiernahrungsGmbH für das argentinischeHilfsprojekt FABA, zum Schutzstreunender Hunde und Katzen,wurde erfolgreich fortgesetzt. Proportionalzu den höheren Einnahmenkonnten die Ausgaben undMittelzusagen für unsere internationalenTierschutzprojekte undpolitische Kampagnenarbeit erhöhtwerden. Hiermit konnten wirunsere wichtigsten Projekte, wiedie Katastrophenhilfe für Tierein Haiti, das neue Bärenschutzzentrumin Pakistan, die Unterstützungdes weltweit größtenSchutzzentrums für Orang-Utansauf Borneo sowie die politischeLobbyarbeit gegen den Handel mitHundefleisch und für die Beendigungdes Stierkampfes fortsetzen.Bei alledem konnte der Anteil derVerwaltungskosten auf nunmehr3,99 Prozent der Gesamtausgabenverringert werden. Der Überschussdes Jahres 2010 in Höhevon 88.472,23 Euro wird im Folgejahrzur Sicherstellung der laufendenProjekte, sowie der schnellenHandlungsfähigkeit bei Katastropheneinsätzenverwendet.Der Jahresabschluss 2010 wurdedurch die WRG Audit GmbHWirt schaftsprüfungsgesellschaft,Gütersloh, geprüft und der uneingeschränkteBestätigungsvermerkerteilt.Mit Ihrer Unterstützungermöglichen SienachhaltigeTierschutzprojektein aller WeltSo können Sie helfen:• Werden Sie WSPA-Fördermitglied• Unterstützen Sie die WSPAmit einer Spende• Schenken Sie uns Ihre Zeitund engagieren Sie sichehrenamtlich• Machen Sie mit bei„Spenden statt Geschenke“• Bedenken Sie die WSPA inIhrem TestamentFinanzbericht 2010 2009 2008EinnahmenSpenden/Zuschüsse 1.348.902,62 € 866.848,61 € 640.700,00 €Erbschaften 0,00 € 9.400,00 € 5.826,00 €Sonstiges 44.235,24 € 32.800,00 € 38.503,00 €Gesamteinnahmen 1.393.137,86 € 909.048,61 € 685.029,00 €AusgabenTierschutzprojekteund Kampagnen 1.159.506,46 € 755.179,32 € 551.660,00 €Spenderbetreuung,-information, -gewinnung 93.107,38 € 72.988,08 € 90.361,00 €Verwaltung 52.051,79 € 51.853,64 € 42.219,00 €Sonstiges 0,00 € 0,00 € 75,00 €Gesamtausgaben 1.304.665,63 € 880.021,04 € 684.315,00 €Foto: © WSPA/ Heather LockeWer wir sindDie WSPA Welttierschutzgesellschaftsetzt sich weltweit fürden Schutz der Tiere ein. Wir sinddavon überzeugt, dass nachhaltigerTierschutz nur möglichist, wenn wir mit den Menschenzusammenarbeiten. Deswegenbündeln wir unsere Kräfte alsNetzwerk – mit mehr als 1.000Mitgliedsorganisationen in 156Ländern. Die WSPA besitzt Beraterstatusbei den VereintenNationen.Tiere retten und schützen – Die Fressnapf Tiernahrungs GmbH unterstützt das Haustierprogramm der WSPA Welttierschutzgesellschaft.Die WSPA Welttierschutzgesellschaft e.V. ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind steuerabzugsfähig. Testamentarische Zuwendungen sind von der Erbschaftssteuer befreit.HERAUSGEBERWSPAWelttierschutzgesellschaft e.V.Reinhardtstraße 1010117 BerlinTelefon: 030 923 7226-0Fax: 030 923 7226-29info@wspa.dewww.wspa.deDER PREIS IST IM MITGLIEDSBEITRAG ENTHALTENText: Kathleen FrechGrafik: tabasco. media UG(haftungsbeschränkt)Fotos: © WSPASpendenkonto: 804 23 00Bank für SozialwirtschaftBLZ: 370 205 00IBAN: DE38370205000008042300BIC: BFSWDE33XXXSpendenkonto in der Schweiz:Postkonto 60-38235-8Spendenkonto in Österreich:Konto 024 100 625 61BAWAG PSK · BLZ 14000

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