1.Halbjahr 2013 - Verlag Königshausen & Neumann

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1.Halbjahr 2013 - Verlag Königshausen & Neumann

Versari, Zeit in der Dichtung Stefan Georges 13Voss/Heißerer, Alfred Pringsheim, der kritische Wagnerianer 21Weidenfeld, Poetiken des Zufalls 28Weidenhiller, „All dieß wirre Bilderwesen …“ 30Weller, Arno Holz 31Wiechert, Parzival 18Zeller et al., Im Schatten des Lindenbaums 12KulturwissenschaftAchilles et al., Liminale Anthropologien 33Barth, Der Ring des Nibelungen 40Bayer, Carl Laemmle und die Universal 43Engelbert, Help! 33Faber/Locher, Italienischer Faschismus und deutschsprachiger Katholizismus 39Großmann, Inszenierungsanalyse von Opern 41Günther et al., Radikalität 35Hasselhoff, „Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ 41Heimerdinger et al., ,Gegenkultur‘ 35Hess-Lüttich, Sign Culture. Zeichen Kultur 34Hochstetter, L. van Beethovens ,Fidelio‘ vor dem Hintergr. des Ästh.-Erh. 42Jacke, Traumpassagen 40Jacobsen et al., Kritische Theorie und Emanzipation 40Jeßulat, Erinnerte Musik 43Klotz, Es lebe: die Operette 42Kröplin, Auf der Suche nach dem unbekannten Theater 38Lauer, Der Kontrakt des Zeichners mit der Medizin 38Ophälders, Auswege sind Umwege 32Paul/Faber, Der hist. Roman zw. Kunst, Ideologie und Wissenschaft 34Raspitsos, Die Latinisierung des Griechischen 36Risch, „… wir schaffen aus Ruinen“ 39Räuchle/Römer, Gefühle. Sprechen. 32Schanz, Politische und lit. Souveränität im frühneuzeitlichen Fankfurt 38Schilling von, Kultur und Identität 33Sonntag, Einfach toll! 42Spitz, Präsentation – Distinktion – Dignität 37Trinca, Verrätselung u. Sinnzeugung in Spätmittelalter u. Früher Neuzeit 41Trobitius, Das Streichsextett 43Voigts, Zwischen Antisemitismus und deutsch-jüdischer Symbiose 32Weymann et al., „die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ 36Zimmermann/Jakir, Europe and the Balkans 37PsychologieEich, Bipersonalität, Psychophysiologie und Anthropologische Medizin 44Friederich, Alice Rühle-Gerstel (1894-1943) 45Gräßler, Kollektive Neurosen 44Huber, Die Bedeutung von Emotion für Entscheidung und Bewusstsein 45Kuhn, Münsterlinger Kolloquien 44Schäfer/Schuhmann, „Ist das noch ein Leben?“ 45PÄDAGOGIKHansmann, Vom Menschen. Über Erziehung. Zum Bürger 46ALLGEMEINES PROGRAMMBayha/Schunk, Kleines Finnland-Quiz. Die Finnen und ihr Land 49Bergua, Stereoskop. Flouresceinangiographie-Atlas des Augenhintergr. 49Dreyer, Die Blasebälge des Teufels 48Fritz-Scheuplein et al., Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn 48Gauger, Der Nachlass des Sokrates 47Luttringer, Leben am Fluss 47Pick, Der Tierschutzverein 47Weber-Fas, Londoner Gedanken 46Wehner, Sayonara Okazaki 48Zwißler, Witwerverbrennung 46ZEITSCHRIFTEN/JAHRBÜCHERHermann-Hesse-Jahrbuch 50Literatur in Wissenschaft und Unterricht (LWU) 51Literaturstraße 50Schopenhauer-Jahrbuch 51Studia Spinozana 51wagnerspectrum 50Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik (ZAA) 51VERLAGS-vertretERGenehmigte Rücksendungen nuran die Lager-/Druckerei anschrift:Königshausen & NeumannLeistenstraße 79 · D-97082 WürzburgLieferwegePost / DPD / KNOe / Libri / UmbreitIn Berlin, Brandenburg,Mecklen Burg-VorpommernTell SchwandtLerchenstraße 14 • D-14089 BerlinTelefon (0 30) 83 24 05 1 / Telefax (0 30) 83 16 65 1e-mail: BesTellBuch@T-Online.deErscheinungstermine, Um schlag gestaltungen und Preisesind unverbindliche VorankündigungenÄnderungen vorbehaltenErfüllungsort: Würzburg und Hamburg


4P H I L O S O P H I E9 783826 0494229 783826 0505349 783826 035029Hans Rainer SeppLebenPhänomenologie der Epoché IIca. 300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmOrbis Phaenomenologicus Studien 31Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 45,00 · ISBN 978-3-8260-4942-2VLB-Warengruppe 520Phänomenologie ist den Bewegungsformen aufder Spur, mit denen sich menschliche Existenz individuellund sozial zu verwirklichen sucht. In derÜbernahme des Erbes der ‚Lebensphilosophen’Dilthey, Nietzsche und Bergson tritt dabei ein Begriffvon Leben in Funktion, der von phänomenologischenStandpunkten selten ausgewiesen wird,sie aber umso wirkmächtiger durchherrscht – vomLeben des Subjekts bis zum Konzept der Lebenswelt,vom faktischen Leben zum Dasein der Fundamentalontologie,vom Leben der transzendentalenSubjektivität zum Lebensbegriff der radikalenLebensphänomenologie. Die Frage nach dem, wasmenschliches Leben ist und welche Möglichkeitenes hat, steht damit im Zentrum von Phänomenologienwie insbesondere derjenigen von Husserl,Nishida, Scheler, Ortega y Gasset, Heidegger, Fink,Patočka, Rombach, Levinas und Henry.Besondere Brisanz erhält der Bezug auf das Lebendort, wo verhandelt wird, inwiefern phänomenologischeTheorie sich auf das Leben dem Leben gemäßzu beziehen weiß und einen vortheoretischenModus des Lebens zu transformieren vermag. Dahergipfelt alles in der Frage: Ist phänomenologischeEpoché in der Lage, sich selbst so zu bestimmen,dass ihr Zugriff nicht vom Leben distanziert,sondern es vielmehr zu sich selbst befreit?Der AutorHans Rainer Sepp lehrt Philosophie an der HumanwissenschaftlichenFakultät der Karls-UniversitätPrag und ist Direktor des dortigen MitteleuropäischenInstituts für Philosophie.Dimitri GinevPractices and Possibilitiesca. 160 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,80 · ISBN 978-3-8260-5053-4VLB-Warengruppe 520The essays in this collection pull out a few threadsfrom the enormous complexity of “practices-possibilities”problematic. They address the problematicin terms of hermeneutic phenomenology. At stakeare the issues of the constitution of meaningful objectsby means of interpretative appropriation ofpossibilities. While becoming confi gured in horizonsof possibilities, interrelated practices projectconstantly possibilities. The interplay of practices’projection and appropriation of possibilities is thekernel of a hermeneutic theory of meaning constitution.The author’s aim is to integrate this theoryin several scientifi c research programs. The bookis compiled from the author’s lengthy experiencein collaborating with research teams working atprojects in hermeneutic phenomenology of science,the double hermeneutics in the constructionof practice theory, the existential spatiality in thesocial sciences, and the hermeneutic projects forpolitical science.Der AutorDimitri Ginev is a Senior Fellow of the Zukunftskollegof the University of Konstanz, and Professor forHistory of Modern Hermeneutics and HermeneuticPhilosophy of Science at the St.-Kliment-OhridskiUniversity of Sofi a. He is the founder of the internationaljournal Studia Culturologica.Georg Mohr / Johann Kreuzer (Hgg.)Vom Sinn des HörensBeiträge zur Philosophie der Musik228 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmbereits in Vorschau 1/2007 angezeigtErscheinungstermin: 1. Quartal€ 34,00 · ISBN 978-3-8260-3502-9VLB-Warengruppe 520G. Mohr / J. Kreuzer: Vom Sinn des Hörens. VonNotwendigkeit und Nutzen der Musikphilosophie –S. Dhouib: Die Grundlegung der Musikphilosophiebei Al-Farabi – S. Schmidt: Hören als ZeitSinn.Augustinus’ De musica VI – G. Mohr: Musik alsSelbstgefühl. Zu einer These von Christian FriedrichMichaelis – G. Bönn: Rhythmus und Zeitwahrnehmungin der Musik – L. Goehr: The Musicalityof Violence. On the Arts and Politics of Displacement– R. Klein: Blood On The Tracks. Bob DylansOrt in der 1970er Zeit – U. Ruschig: Vom Sinn desTones. Notizen im Anschluss an Hegel – U. Tadday:Kreutzersonaten. Zur Trivialisierung von Musik inder deutschen Gegenwartsliteratur – C. Ofenbauer/ R. zur Lippe: Gespräch zwischen einem Komponistenund einem PhilosophenDie HerausgeberGeorg Mohr, Professor für Philosophie, SchwerpunktPraktische Philosophie, an der UniversitätBremen; Forschungsschwerpunkte: Moral- undRechtsphilosophie, Philosophie des Geistes, Musikästhetik,Kant.Johann Kreuzer, Professor für Geschichte der Philosophiean der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg;Forschungsschwerpunkte: Antike, Mittelalter,Deutscher Idealismus, Metaphysik, Sprach-,Kunst- und Religionsphilosophie.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


P H I L O S O P H I E59 783826 0500159 783826 0506269 783826 048241Regine Romberg (Hrsg.)Friedrich Schillerzum 250. GeburtstagPhilosophie, Literatur und Politikca. 208 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,80 · ISBN 978-3-8260-5001-5VLB-Warengruppe 561Im Wintersemester 2009/10 fand aus Anlass des250. Geburtstages von Friedrich Schiller am 10.November 2009 an der Kölner Universität eine interdisziplinäreRingvorlesung statt, der dieser Vorlesungsbandmit folgenden Beiträgen gewidmet ist:Vorwort − M. Jaeger: Die Jungfrau von Orleans. Politikals göttlicher Auftrag − G. Sautermeister: DieRäuber - Generationenkonflikt und Terrorismus− R. Romberg: Die Praxis verbindlicher Freiheit:Schillers ästhetischer Staat − O. Dann: Geschichteund Revolution − K. Düsing: Ethische und ästhetischeFreiheit bei Kant und Schiller − V. Hesse:Friedrich Schiller - Arzt und Dichter - Schöpferkrafttrotz Krankheit − E. Düsing: Tyrannei derTriebe oder der Ideale? Schillers Konzept des ‚höherenSelbst’ in Nietzsches Umdeutung − R. Füllmann:Epochenzäsur und Verlusterfahrung: DieGötter Griechenlands zwischen Schillers Klassikund moderner Neuklassik − W. Düsing: Von derReligionskritik zur Kunstreligion. Eine Entwicklungsliniein Schillers Werk − K. E. Kaehler: Schillerund Hegel: Die Dialektik des Subjekts?Die HerausgeberinRegine Romberg, Dr. phil., lehrt und forscht amPhilosophischen Seminar der Universität zu Köln.Im Verlag Königshausen & Neumann ist von ihr erschienen:Athen, Rom oder Philadelphia? Die PolitischenStädte im Denken Hannah Arendts (2007).Andreas BrüschweilerSokrates über Wissenund Erkenntnisca. 140 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 528Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 26,00 · ISBN 978-3-8260-5062-6VLB-Warengruppe 520Die Dialoge Menon und Theätet gehören zu denberühmtesten und meistgelesenen Gesprächen, dieSokrates mit seinen Zeitgenossen führte. Allerdingssind diese beiden Dialoge nicht ohne Weiteres aussich selbst heraus verständlich, sondern es bedarfvertiefter Kenntnisse über ihren historischenKontext und die spezielle Art der Gesprächsführungdes darin auftretenden Sokrates, um seine tiefgründigenphilosophischen Ausführungen nachvollziehenzu können. Die vorliegende Interpretation dieserbeiden bedeutungsvollen Gespräche bildet denfünften Teil von Sokrates’ Biographie.Der AutorBei K&N bereits erschienen: «Ge rechtigkeit durchIronisierung – die Kritik von Sokrates an dergeschlossenen spartanischen Gesellschaft: Einerechtsphilosophiegeschichtliche Analyse von KarlRaimund Poppers Kritik an Platon» (2003), «DerDialog Phai don: Das letzte Gespräch mit Sokratesoder von der Überwindung dogmatischen Denkens»(2008), erster Teil von Sokrates’ Biographiemit dem Titel «Sokrates’ Jugend und seine erstenphilosophischen Gespräche» (2010), der zweiteund dritte Teil von Sokrates’ Biographie mit den Titeln«Sokrates im Gespräch mit einem politischenFanatiker und einem abergläubischen Feldherrn»sowie «Sokrates über Liebe und Freundschaft»(2011), der vierte Teil mit dem Titel «Sokratesüber Gier und Recht» (2012).Andreas BrüschweilerSokrates über Gier und Recht224 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 517Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 34,80 · ISBN 978-3-8260-4824-1VLB-Warengruppe 520Sokrates, der Urvater der abendländischen Philosophie,setzte sich im Jahr 405 v. Chr. im Rahmen desDialoges Gorgias intensiv mit einer Weltanschauungauseinander, welche die Gier nach Macht,irdischem Reichtum und Ansehen hochhält, undstellte ihr seine philosophische Sichtweise gegenüber.Die ebenso tiefgründigen wie geistreichenAusführungen von Sokrates können nur dann inihrem Kern erfasst werden, wenn die historischen,kulturellen und geistigen Grundlagen dieses Dialoges(und insbesondere zentrale Stellen der DialogePoliteia und Philebos) in die Betrachtung miteinbezogenwerden. Die vorliegende Interpretationvon Sokrates‘ Ausführungen über Gier und Rechtschliesst an die Werke «Sokrates‘ Jugend und seineersten philosophischen Gespräche», «Sokrates imGespräch mit einem politischen Fanatiker und einemabergläubischen Feldherrn» sowie «Sokratesüber Liebe und Freundschaft» an und bildet denvierten Teil seiner Biographie.Der AutorAndreas Brüschweiler studierte Rechtswissenschaftund arbeitete von 1999 bis 2004 als wissenschaftlicherAssistent an der Forschungsstelle fürRechtsgeschichte der Universität Zürich.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


P H I L O S O P H I E99 783826 051364Die HerausgeberGünther Mensching war Direktor des philosophischenSeminars in Hannover.Alia Mensching-Estakhr, M.A., Studium der Philosophie/Geschichte an der Leibniz Universität Hannover,Doktorandin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Dissertationsthema: „Zum Problemdes Selbstbewußtseins bei Avicenna“, WissenschaftlicheMitarbeiterin bei Prof. Mensching.9 783826 050220Günther Mensching /Alia Mensching-Estakhr (Hrsg.)Geistige und körperliche Arbeitim Mittelalter5. Hannoveraner Symposiumzur Philosophie des Mittelaltersca. 250 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmContradictio, Bd. 13Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 38,00 · ISBN 978-3-8260-5136-4VLB-Warengruppe 520G. Mensching: Vorwort – Einleitung – I. Arbeitvon der Antike bis zum hohen Mittelalter – T.Reichardt: Grundpositionen der antiken Philosophiezum Thema Arbeit – V. Postel: Arbeit bei Cassianvon Marseille und Abailard – G. Mensching:Die Stellung Bernhards von Clairvaux zur Arbeitder Zisterzienser – II. Bettelorden und ArbeitI – M. L. Pulido: Travail mental et physique dans lapensée franciscaine – H. Walther: »Et fratres quisciunt laborare, laborent » - C. Rode: Kapital undArbeit bei Olivi – III. Bettelorden und Arbeit II– J. Hackett: Roger Bacon on military action, philosophicalrefl ection and technology – M. Städtler:Arbeit als Faktor von Profanierung. Spuren der Reflexionauf produktive Tätigkeiten im praktischenund theoretischen Denken Thomas von Aquins –U. Kern: Proprietät und Komplementarität. Inneresund äußeres Werk bei Meister Eckhart – IV. Judentum,Byzanz und Moderne – G. Hasselhoff:„Arbeitstexte“ der Bibel und ihre Interpretationzwischen Christen und Juden (Beda Venerabilisbis Nicolaus von Lyra) – G. Kapriev: Intellektuelleund körperliche Arbeit in der byzantinischenMönchstradition – R. Taylor: Averroes and thepractical intellect – V. Ausblicke – C. Meckseper:Die Arbeit am Bau und ihre Darstellung im Mittelalter– H. Fischer: „Arebeit“ in der höfischenLiteratur – H.-U. Wöhler: Die Arbeitsteilung als einkulturelles Phänomen in der spätmittelalterlichentheologischen und philosophischen Literatur (NicoleOresme, W. Langland, Richard Bury und JohnWiclif)Roberta PasquarèVernunft und VertragDie konservative Wendedes Wilhelm von Humboldt164 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 526Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 24,80 · ISBN 978-3-8260-5022-0VLB-Warengruppe 520Im politischen Denken des Wilhelm von Humboldtfi ndet eine konservative Wende statt: Von den radikalenFreiheitsansprüchen der Frühproduktionbleibt in den Denkschriften des späten Staatsmanneskaum etwas erhalten.Die Autorin von Vernunft und Vertrag nimmt sichvor, Humboldts konservative Wende textimmanentfreizulegen, historisch zu situieren und systematischzu ergründen. Insbesondere wird HumboldtsSpätkonservatismus auf seine zunehmende Angstvor der Demokratie zurückgeführt, was nachseinem Verständnis das schädliche Ergebnis derneuzeitlichen Vernunftrechts- und Vertragslehredarstellt. Aus diesem Grund, auf den im Buch ausführlicheingegangen wird, wird Humboldts konservativeWende letzthin durch seine bereits in derFrühproduktion anzutreffende zweifache Kritik anRationalismus und Kontraktualismus beleuchtet.Die AutorinNach dem Studium der politischen Soziologie undTheorie in Rom und Bamberg promovierte RobertaPasquarè in politischer Philosophie und Geschichteder politischen Lehren in Rom und Berlin. IhreSchwerpunkte sind u.a. Freiheits-, Souveränitäts-,Repräsentations- und Konfl ikttheorien.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


10P H I L O S O P H I E9 783826 0499899 783826 0500609 783826 050077Nikolaos Loukidelis„Es denkt“Ein Kommentar zum Aphorismus 17aus Jenseits von Gut Böseca. 100 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNietzsche in der DiskussionErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 19,80 · ISBN 978-3-8260-4998-9VLB-Warengruppe 520Auch wenn man dem Aphorismus als Mittel derphilosophischen Mitteilung oft mit Skepsis begegnet,erhebt Nietzsche für seinen Gebrauch dieserStilform hohe Ansprüche: Es sei nämlich, wie erin der Götzendämmerung schreibt, sein „Ehrgeiz[...], in zehn Sätzen zu sagen, was jeder Andre ineinem Buche sagt, – was jeder Andre in einem Buchenicht sagt“. Dass diese Äußerung nicht einerhetorische Zuspitzung darstellt, wird am bündigstendurch die Tatsache bewiesen, dass Nietzschedie ganze dritte Abhandlung der Genealogie derMoral als Kommentar eines einzelnen Aphorismuskonzipiert hat.Das Buch von Nikolaos Loukidelis versteht sich alsAntwort auf die interpretatorische Herausforderung,die Nietzsche mit dem Gebrauch der aphoristischenForm verbindet, und widmet sich einemder am häufi gsten zitierten und einflussreichstenAphorismen des Nietzscheschen Oeuvres, demAphorismus 17 aus Jenseits von Gut und Böse.Besonders interessant beim Vorgehen von Loukidelisist, dass er verschiedene Interpretationsansätze(Quellenforschung, Berücksichtigung desKontextes des Nietzscheschen Werkes, philosophischeAnalyse) anzuwenden weiß, um die vielenFacetten des Aphorismus 17 ans Licht zu bringen.In einer Zeit, in der die Nietzsche-Forschung überdie ihm angemessene Annäherungsweise lebhaftdiskutiert, kann so das Buch auch als Plädoyer füreinen Methodenpluralismus gelesen werden.Der AutorNikolaos Loukidelis Studium der Philosophie, Psychologie,Pädagogik und altgriechischen Philologiean der Universität Athen. 2010 Promotion inPhilosophie (Humboldt-Universität zu Berlin).Mirko LüttkeDie Kränkung des MenschenDie Naturwissenschaften und das Endedes antik-mittelalterlichen Weltbildes272 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 525Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5006-0VLB-Warengruppe 520In der kulturphilosophischen Analyse der Moderneist Sigmund Freuds Feststellung, wonachdie (Natur-)Wissenschaften der Menschheit dreigroße Kränkungen zugefügt haben, zu einer gängigenRedeweise geworden. Nach Freud hatte Kopernikusdurch seine Neuordnung der Gestirneden Menschen aus der Mitte des Alls vertrieben,wodurch das menschliche Selbstbewusstsein zumersten Mal gekränkt wurde. Mit Darwins Evolutionslehresei dem Menschen der zweite Schlag versetztworden. Freud selbst habe ihm dann die letzteder drei Kränkungen mit seiner Entdeckung desUnterbewusstseins zugefügt. Freuds Liste der dreiKränkungen wurde im Anschluss immer wiederaufgegriffen und erweitert. Angesichts dessen musses erstaunen, dass die These von den Kränkungenbisher kaum über Freud hinaus Gegenstand einersystematischen Untersuchung, Begründung oderWiderlegung geworden ist. Die vorliegende Arbeitbemüht sich um eine systematische philosophischeBegründung und Neuformulierung der Kränkungsthese.Der AutorMirko Lüttke hat an der Freien Universität BerlinPhilosophie, Neuere Geschichte und Soziologiestudiert. 2011 wurde er im Fach Philosophie miteiner Arbeit über die Kränkung des Menschendurch die Naturwissenschaften promoviert. Er lebtin Berlin und ist in der wissenschaftlichen Politikberatungtätig.Martin HagemeierZur Vorstellungskraft in derPhilosophie Spinozas214 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmSchriftenreihe der Spinoza-Gesellschaft, Bd. 16Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 34,80 · ISBN 978-3-8260-5007-7VLB-Warengruppe 520Spinoza führt die Vorstellungskraft in der Ethikinnerhalb von körperphysiologischen Diskussionenein. Von dort ausgehend wird diese Konzeptionsowohl in der Erkenntnistheorie als auch inder Theorie der Emotionen verwendet. Die Arbeitzeigt, dass Spinoza mit der Vorstellungskraftlebenspraktische Aspekte in sein Hauptwerk integriert,die sich einer umfassenden rationalenBegründung entziehen. Um diese Elemente genauerherauszuarbeiten, erschließt die Arbeit dieerkenntnistheoretische Diskussion zum Verhältnisvon Vorstellungen und Ideen und stellt in diesemKontext heraus, inwiefern die Genese der Erkenntnisvon der Vorstellungskraft abhängig ist. In Bezugauf die Theorie der Emotionen wird zudem dafürargumentiert, dass sich Spinoza in der Ethik aufein pragmatisches Konzept der Vorstellungskraftstützt, welches zu einer positiven Neubewertungder Vorstellungen in der Theorie der Emotionenführt. Die abschließend entwickelte Theorie derpsychologischen Gewissheit stützt sich auf diesePunkte und formuliert davon ausgehend weitereAnknüpfungspunkte für Forschungsfragen innerhalbder politischen Schriften Spinozas.Der AutorMartin Hagemeier studierte Philosophie, Politikwissenschaftund Soziologie in Münster und Berlin.Er promovierte mit dieser Arbeit 2010 an derHumboldt-Universität zu Berlin und arbeitet derzeitzur französischen Gegenwartsphilosophie undzu Elementen der mythischen Selbstlegitimation inder Moderne.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


P H I L O S O P H I E119 783826 0502449 783826 0501389 783826 050930Claire BlockVom Dialog zum PolylogEine Untersuchung über dieNotwendigkeit der Alterität fürdas philosophische Denkenca. 170 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 527Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 28,00 · ISBN 978-3-8260-5024-4VLB-Warengruppe 520„Dialogizität ist eine wesentliche immanente Struktureigenschaftdes Philosophierens, aber erst derPolylog ist letztlich die Manifestation der demphilosophischen Denken inhärenten Tendenz zurAlterität. [...] Eine diagnostische Pointe der Untersuchungliegt in der so nüchternen wie (kultur-)politisch auf den ersten Blick beunruhigendenBeobachtung, dass der Polylog in seiner letzten,ihm wiederum eingeschriebenen Konsequenznicht zur Erhaltung und Kultivierung von Pluralitätund Diversität, Anerkennung der Differenz undÜberwindung gleichmachender Hegemonien führt,sondern im Gegenteil in eine Nivellierung der Dispositiveund Diskurse mündet, die die Alteritäteliminiert, indem sie sie ‚integriert’ in Differenz-‚überwindendes’, uni-formierendes Denken unddamit das Philosophieren, ja das Denken selbst,zum Stillstand zu bringen droht.“Prof. Dr. Georg Mohr, Universität Bremen.Die AutorinClaire Block ist Französin. Sie hat an der Sorbonnein Paris Philosophie studiert. Seit 10 Jahren lebtsie in Norddeutschland. Zurzeit unterrichtet sie imFachbereich Frankoromanistik an der UniversitätBremen.Raffaele MirelliDer Daimon unddie Figur des SokratesEntstehung einer gegenwärtigen,akademischen Subjektivität amLeitfaden von Platon und NietzscheMit einem Vorwort vonAndreas Urs Sommer302 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNietzsche in der DiskussionErscheinungstermin: 2. Quartal€ 46,00 · ISBN 978-3-8260-5013-8VLB-Warengruppe 520Die Untersuchung des Begriffes daimon öffnet mitSicherheit eine neue Perspektive in der Räumlichkeitder philosophischen Subjektivität. Seit Homerund Hesiod bleibt und verkündigt sich der daimonals unbestimmtes Wesen zwischen institutionalisiertenGöttern und abergläubischen Helden. Dochscheint er bei Platon eine bestimmte Rolle einzunehmen:Das daimonion ti verknüpft sich nichtnur mit der beliebigen Begriffl ichkeit des Religiösen,sondern – wie man ersehen wird – auch mitder des Philosophischen. Sokrates ist ein Vertreterdieses Dämonischen. Was bietet aber diese philosophischeAuseinandersetzung mit dem daimonund dem daimonion ti? Was verkündigen dieseDimensionen des Ichs im bewussten und unbewusstenSinne? Deuten sie tatsächlich die religiöseUnmittelbarkeit einer Autorität an oder stellen siedagegen diese Autorität in Frage?Der AutorRaffaele Mirelli studierte Philosophie in Neapel ander Università degli Studi di Napoli Federico II. Erwurde im Jahre 2012 an der Albert-Ludwigs UniversitätFreiburg im Fach Philosophie promoviert.Tobias MatznerVita variabilisHandelnde und ihre Welt nachHannah Arendt undLudwig Wittgensteinca. 320 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 529Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 48,00 · ISBN 978-3-8260-5093-0VLB-Warengruppe 520Vita variabilis fragt nach der Veränderung von etabliertenHandlungsweisen und Überzeugungen.Insbesondere gilt das Interesse der „Politisierung“von Bereichen des Lebens, die zuvor durch Moral,Tradition, Institutionalisierung oder Wissenschaftbestimmt waren oder die gar nicht durch Menschenveränderbar galten. Diese „Politisierung“ stellt zusammenmit der Gegenbewegung der „Depolitisierung“den thematischen Leitfaden des Buches dar.Basierend auf Hannah Arendts „Vita activa“ wirddazu ein Rahmen entwickelt, der Gewissheit undNotwendigkeit ernst nimmt, aber ohne universelle,transzendentale oder essentialistische Elementeauskommt. Dies gelingt, indem Arendts Überlegungenmit einigen Ideen Ludwig Wittgensteins aus„Über Gewißheit“ methodisch unterlegt werden.Die daraus resultierende pluralistische, von derExistenzphilosophie beeinfl usste, aber dezidiertpolitische Darstellung versteht sich als Alternativezu zeitgenössischen kritischen und politischenTheorien. Insbesondere mit poststrukturalistischenPositionen teilt der Ansatz viele Kritikpunkte,ohne aber in die damit verbundenen Probleme vonRelativismus oder Beliebigkeit zu geraten: geradedie Alternative zwischen Allgemeingültigkeit undRelativität wird zurückgewiesen.Der AutorTobias Matzner (Dipl.-Inform.) hat Informatik undPhilosophie in Karlsruhe, Rom und Berlin studiert.Mit vorliegendem Text wurde er in Karlsruhe imFach Philosophie promoviert. Zurzeit arbeitet eram Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaftenan der Universität Tübingen.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


12T E X T A U S G A B E / L I T E R A T U R W .9 783826 0160429 783826 0505279 783826 050169Ramazan Şen (Hrsg.)KlabundSämtliche WerkeBand I: Lyrik, 4. TeilTextkritischer Apparat. ErläuterungenUnter der Leitung vonProf. Dr. Dr. h.c. Hans-Gert Roloff668 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-1604-2VLB-Warengruppe 561Einleitung – Buchpublikationen – Gedichte ausSammelbänden – Einzelveröffentlichungen – PostumeEinzelveröffentlichungen – SchriftlicherNachlaß – Unveröffentlichte Gedichte – Zum textkritischenApparatDer Autor KlabundKlabund, mit bürgerlichem Namen Alfred Henschke,am 4. November 1890 in Crossen an der Odergeboren, erkrankte bereits mit sechzehn Jahrenan Tuberkulose. Die Krankheit bestimmte sein Lebenund seine literarische Produktion in starkemMaße. Klabund, nicht gewillt einen bürgerlichenBeruf zu ergreifen, wie es der Wunsch des Vaters,eines Apothekers war, entschloß sich, ein freiesungebundenes Leben im Stil seines VorbildesFrançois Villon zu führen, „herumstrolchen undDichter zu werden“. Die Wahlverwandtschaft zudem französischen Vagabunden und Dichter fandin dem lyrischen Porträt „Der himmlische Vagant“(1919) ihren Niederschlag.Børge KristiansenThomas Mann –Der ironische MetaphysikerNihilismus – Ironie – Anthropologiein Thomas Manns Erzählungenund im Zauberberg570 Seiten, PaperbackFormat 17 x 24 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 68,00 · ISBN 978-3-8260-5052-7VLB-Warengruppe 561Die Interpretation der ausgewählten Texte – Derkleine Herr Friedemann, Gladius Dei, Tristan,Tonio Kröger, Der Tod in Venedig, Das Gesetz,Der Zauberberg – will die Bedeutung der Ironiefür die Auslegung der Werke Thomas Mannsergründen, indem sowohl die die Ironie begründendegeistesgeschichtliche Situation als auch dieManifestationsweisen der Ironie in den Werkenherausgearbeitet werden. Den Ausgangspunkt desironischen Denkens Th. Manns stellt die NihilismusdiagnoseNietzsches dar, die ein Bewusstseinerzeugt, das nichts wissen kann, weil es hintersich nur über den Verlust des christlichen Seinsverständnissesund vor sich noch nicht über neueOrientierungssysteme verfügt. Eine Erzählstrategiemuss eingesetzt werden, die durch VorbehaltlichkeitWirkliches in Mögliches aufl öst. DasWertvakuum schafft aber auch eine Freiheit von,die unter den Bedingungen der AnthropologieManns Zivilisation in ‚Barbarei’ verwandelt. DiesesGrundproblem wird unter Einbeziehung der Figurendarstellung,des Freiheitsbegriffes, des Zivilisationsverständnisses,der Zeit-, Geschichts- undKulturauffassung des essayistischen und fi ktivenWerkes analysiert und perspektiviert.Der AutorProf. emer. Dr. Børge Kristiansen – Buchpublikationen:Unform-Form-Überform. Thomas MannsZauberberg und Schopenhauers Metaphysik,Akademisk forlag, København 1978. 2. Aufl age:Thomas Manns Zauberberg und SchopenhauersMetaphysik, Bouvier Verlag, Bonn 1986.Regine Zeller / Jens Ewen /Tim Lörke (Hrsg.)Im Schatten des LindenbaumsThomas Mann und die Romantikca. 200 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 30,00 · ISBN 978-3-8260-5016-9VLB-Warengruppe 563J. Ewen: Was heißt „Romantik“? – M. Löwe: ›Romantik‹bei Thomas Mann: Leitbegriff, Rezeptionsobjekt,Strukturphänomen – T. Lörke: „Ambitiöse Zweideutigkeit“.Thomas Mann, der romantische Reflexionsromanund die Modernität des Doktor Faustus – M.Lorenz: Bacchus moribundus und die Form des Romans.Poetologische Entwicklungen der Romantik-Rezeption Thomas Manns – I. Hnilica: Romantisierungsstrategienin Thomas Manns Buddenbrooksund Gustav Freytags Soll und Haben – A. Kinder:Das Wunder der Geldschöpfung - Königliche Hoheitvor dem Hintergrund romantischer Ökonomietheorie– S. Matuschek: Perspektivische Amerikanisierung.Thomas Mann, Peter Viereck und die deutscheRomantik – N. Immer: Überzarte Brutalität. ThomasMann und der Schatten Chamissos – C. Baier: „ZwischenIrdischem und Himmlischem ist die Grenzefließend ...“ Spuren romantischer Poetik in ThomasManns Roman Joseph und seine Brüder – B. Schlüter:Die „Geschichte der deutschen ‚Innerlichkeit’“.Thomas Mann unter den Historikern des Romantischen– A.-C. Oelkers: „… aber romantisch – daswar deutsch.“ - Teilhabe und Überwindung: ThomasMann und die Romantik zwischen Kaiserreich undRepublik – W. Windisch-Laube: Jenseits von Wagner.Thomas Manns ‚andere’ Romantik - musikalischeKunst im Lichte des LindenbaumsDie HerausgeberDr. Regine Zeller, wissenschaftliche Mitarbeiterinam Seminar für Deutsche Philologie der UniversitätMannheim.Dr. des. Jens Ewen, wissenschaftlicher Mitarbeiteram Institut für Germanistische Literaturwissenschaftder Friedrich-Schiller-Universität Jena.Dr. Tim Lörke, wissenschaftlicher Mitarbeiter amInstitut für Deutsche und Niederländische Philologieder Freien Universität Berlin.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


14L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0506029 783826 0502829 783826 051166Patricia Howe (Hrsg.)Theodor FontaneDichter des Übergangsca. 220 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmFontaneana, Bd. 10Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,00 · ISBN 978-3-8260-5060-2VLB-Warengruppe 563Vorwort – F. Coppoletta: Über die erzählstrategischeFunktion von Bibelbezügen innerhalb derAffektnarration in den Apologien der EhebrecherinnenMelanie, Cécile und Effi – E.-M. Broomer:Weibliche Heilige in Fontane, ein rein dekorativesPhänomen? – M. J. White: Theodor FontanesÜbersetzung von Shakespeares Hamlet – B. Schofield:,,Die Historie rückwärts durchmessen.“Geschichtsbilder und Geschichtsauffassungenbei Theodor Fontane und Gustav Freytag – T. Eisentraut:Alter und Komik in Theodor Fontaneserzählter Komödie Frau Jenny Treibel – E. Schonfield:Wirtschaftlicher Strukturwandel in TheodorFontanes Der Stechlin – M. Klemm: Die Bedeutungder Verkehrsmittel in Theodor Fontanes DerStechlin – J. S. Happ: „Die Decadence ist [wieder]da.“ Fontane und die literarische Dekadenz imdeutschsprachigen Fin de siècle – J. Kittelmann:Fontanes Berichte aus England im Kontext des zeitgenössischenKunst- und Reisefeuilletons – A. Cusack:„Civibus aevi futuri“: Geschichtsschreibungals Panorama in Fontanes Wanderungen durchdie Mark Brandenburg – N. Hoffmann: Weitblick,Künstlerauge und Spektralanalyse. Malereiundphotographie-analoge Wahrnehmungsweisenin Theodor Fontanes Cécile – H. Chambers: CharlotteJolles, Ein Leben für Fontane. GesammelteAufsätze und Schriften aus sechs Jahrhunderten.Buchpremiere, 16. April 2010Die HerausgeberinDr. Patricia Howe ist Senior Lecturer in German ander Queen Mary University of London.Irene Fußl / Christa Gürtler (Hg.)Ilse Aichinger:„Behutsam kämpfen“ca. 230 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 28,00 · ISBN 978-3-8260-5028-2VLB-Warengruppe 563Ilse Aichinger ‚kämpft behutsam‘ mit Worten – undgegen Worte, denn sie setzt ihr bedachtes Sprechengegen offene und verdeckte Machtkonstruktionenin unserer Sprache und Gesellschaft. So erreicht,was mit dem Aufruf zum Mißtrauen 1946 zumProgramm erklärt wurde, in weiterer Folge eineIntensität und Hinterfragung von Sprache, die bisan die Grenze der Aufl ösung ihrer alltäglichen Bedeutungführt. Radikal, das ist Ilse Aichinger bishin zu den späten Veröffentlichungen, und dochfindet diese Radikalität abseits der großen Öffentlichkeitstatt.Die Beiträge dieses Bandes untersuchen die SprachundErkenntniskritik, die Ilse Aichingers Gesamtwerkprägt. Einige von ihnen ermöglichen aufgrunddes Vorlasses im Deutschen LiteraturarchivMarbach, der Tagebuchnotizen, Vorarbeiten undUnveröffentlichtes enthält, einen neuen Blick auf Leben,Arbeitsweise und sprachliche Entwicklung derAutorin. Andere Beiträge untersuchen das Verhältnisvon Früh- und Spätwerk, Motive und signifikantwiederkehrende Figuren. Die Diskussion um dieBesonderheit der Sprache Aichingers wird erweitertdurch einen linguistischen und einen übersetzungswissenschaftlichenBeitrag. Neben den sprachlichenUntersuchungen und der Nachzeichnung derSprachentwicklung im Werk Aichingers stehen Korrespondenz-und Wechselbeziehungen z.B. zu IngeborgBachmann, Günter Eich und Emil Cioran imZentrum dieses Bandes, der auch die produktive literarischeund mediale Auseinandersetzung mit IlseAichinger exemplarisch dokumentiert.Die HerausgeberinnenIrene Fußl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin,Christa Gürtler ist Lehrbeauftragte für NeuereDeutsche Literatur am Germanistischen Institut derUniversität Salzburg.Christian Müller-Clausnitzer /Michael WillFindbuch zu Jean PaulsExzerptheftenca. 250 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 40,00 · ISBN 978-3-8260-5116-6VLB-Warengruppe 563Die Exzerpthefte waren eine zentrale Komponentein der Schreibwerkstatt des Autors Jean Paul(1763-1825). In ihnen speicherte er Auszüge ausBüchern, Lexika, Zeitschriften und Zeitungen fürdie Verarbeitung in seinen Romanen und Schriften.Vom 15. Lebensjahr an bis zu seinem Tod erarbeiteteer auf insgesamt ca. 12.000 Manuskriptseitenein gigantisches Archiv des Merkwürdigen, einenIdeen- und Bildfundus für die witzigen Vergleicheund satirisch-gelehrten Digressionen, die seinSchreiben charakterisieren.In einem von der DFG und der Fritz Thyssen Stiftunggeförderten Projekt der Universität Würzburgwurden die Exzerpthefte erstmals vollständigtranskribiert und in Form einer digitalen Editionerschlossen. Das Findbuch macht dieses frei imInternet verfügbare Textkorpus zugänglich und benutzbar,indem es seine Entstehung beschreibt undseine Strukturen offenlegt. Somit bietet das FindbuchOrientierung auf einem schwer überschaubarenFeld und ist ein Schlüssel für das Verständnisund die erfolgreiche philologische Nutzungeines einmaligen Schreib-Archivs.Michael Will ist Akademischer Oberrat am Lehrstuhlfür neuere deutsche Literaturgeschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und war Leiterdes Editionsprojekts „Jean Pauls Exzerpthefte“.Die AutorenChristian Müller-Clausnitzer hat über die Registerzu Jean Pauls Exzerptheften promoviert und dieOnline-Version der digitalen Edition von Jean PaulsExzerptheften und Registern realisiert.Michael Will ist wiss. Mitarbeiter am Institut fürDeutsche Philologie der Universität Würzburg.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


16L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 050251I. Fiala-Fürst: Grußwort (deutsch und tschechisch)– K.-M. Gauß: Grußwort (deutsch undtschechisch) – M. Penkwitt: „was ich vor langeman einem anderen Ort begonnen habe…“ - eineEinleitung (deutsch und tschechisch) – B. Sandberg:Erica Pedrettis Erinnerungstexte. Gedankenzu einer Darstellungsform – B. von Matt: Daszerrissene Bewusstsein. Erica Pedretti zwischenwahren und falschen Sprachen – D. Sośnicka:„Ich rechne mit emanzipierten Lesern“: ZumErzählverfahren Erica Pedrettis – M. Penkwitt:Kontrapunktik, Räumlichkeit und Materialität derSprache als Prinzipien den Textorganisation beiErica Pedretti – I. Šebestová: Entfremdung undEntwurzelung als Themen in den literarischenTexten Erica Pedrettis – V. Kondrič Horvat: TranskulturelleAspekte in Erica Pedrettis Roman EngsteHeimat – S. Haupt: ‚Plurale Identität‘ Erica Pedrettiim Kontext der (so genannten) ‚SchweizerLiteratur‘ – H. Kotthoff: „Und wenn jetzt meineSätze zu schön werden, dann mach ich sie wiederkaputt.“ Konzeptionelle Mündlichkeit in Erica PedrettisErzählungen und Hörspielen – T.-K. Pusse:Erica Pedrettis antidokumentarische Erforschungder Oberfl äche – R. Zeller: „Erst das Auge schafftdie Welt“. Zum Umgang mit Bildern in Erica PedrettisWerk – H. Herwig: Heimatverlust, Alternund Erinnerung in Erica Pedrettis Spätwerk – J.Kłopotowska: Mnemonik des Widerstandes imWerk Erica Pedrettis am Beispiel von Heiliger Sebastian– M. Fedi: Die Erinnerungstexte von EricaPedretti übersetzen: Probleme und Verluste eineritalienischen Übersetzung von Harmloses bitte –E. Markvartová: Erica Pedretti: Engste Heimat(1995): Analyse aus einer literaturgeographischenPerspektive – M. Mangelsdorf / A. Ingelfinger:‚Traumbilder‘ von wuchtiger Schwere - zum plastischenund malerischen Werk Erica Pedrettis – E.Pedretti: Schauen / Schreiben. Wie kommt dasBild zur Sprache? (deutsch und tschechisch)Die HerausgeberinDr. Meike Penkwitt ist wissenschaftliche Mitarbeiterinim Zentrum für Anthropologie und GenderStudies der Albert-Ludwigs-Universität Freiburgund Herausgeberin der Zeitschrift Freiburger GeschlechterStudien.9 783826 050619Meike Penkwitt (Hrsg.)Die Erinnerungstexteder Autorin Erica Pedretti328 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 49,80 · ISBN 978-3-8260-5025-1VLB-Warengruppe 561Agnieszka Bitner-SzurawitzkiWagner als PhilologeTextarchäologische Erschließung vondrei polnischen Übersetzungen desRing des Nibelungenca. 220 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,00 · ISBN 978-3-8260-5061-9VLB-Warengruppe 510Im vorliegenden Band wird versucht zu zeigen, wiedas Musikdrama Der Ring des Nibelungen neugelesen werden kann: Ein philologischer Zugriffbietet erstens neue Deutungsangebote des deutschenAusgangstextes des Rings, die in der bisherigenWagner-Forschung nicht thematisiert wordensind. Demnach kann Wagner als Philologe begriffenwerden, der konsequent sprachgeschichtlicheSinnstiftung betreibt, indem er den – diachrongesehen – polysemischen Bedeutungsgehalt bestimmterinhaltlicher Schlüsselwörter kontinuierlichzum Ausdruck der Komplexität von Liebenutzt. Weiter werden zum ersten Mal drei vollständigepolnische Ring-Übersetzungen (Bandrowski1903-1910, Łukasiewicz 1988-1989 und Marzec2004-2006) in ihrer Beziehung zum analysiertenAusgangstext untersucht. In diesem Teil der Untersuchungwird das bisher kaum gesehene Problemder ‚cross-temporalen‘ Übersetzung zentral, demsich mittels einem Vergleich der Deutungsangebotevon Liebe im Ausgangstext und den Übersetzungengenähert wird.Die AutorinAgnieszka Bitner-Szurawitzki, 1997-2002 Studiuman der Hochschule für Musik in Kattowitz, 2003-2007 Germanistik und Polonistik an der UniversitätÅbo Akademi, Finnland, und der Jagellonen-Universität, Krakau. 2012 Promotion in Mainz imFach Slavistik/Polonistik.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T179 783826 0505969 783826 0509789 783826 050497Walter Hinderer (Hrsg.)Auftakte und Nachklängeromantischer Musik320 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmStiftung für Romantikforschung, Bd. 56Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 49,80 · ISBN 978-3-8260-5059-6VLB-Warengruppe 566W. Hinderer: Einführende Bemerkungen – P. Gülke:Musik als Leitkunst der Romantik – T. Valk:Berglinger und kein Ende. Filiationen romantischerMusikästhetik im Roman der Postmoderne– Y. Nilges: Mozart: Metamorphosen eines Mythosin der romantischen Musikästhetik – A. Stašková:Weltbezüge in Musik. Heinrich Heines Musikkritikund die französische Romantik – C. Bork: „DieSeele durch die Fingerspitzen hinaussenden“:Portamento und musikalischer Ausdruck in derVortragslehre der Romantik – L. Weissberg: DieMagie der weiblichen Stimme: Eine romantischeSängerin auf der Bühne und in der Literatur – S.Schroedter: Zwischenklänge: Tanzmusik dies- undjenseits szenischer Darstellungen – D. Borchmeyer:Richard Wagner und Thomas Mann alsErben der romantischen Musikästhetik – G. Neumann:Liebesprobe. Richard Wagners Lohengrin,ein spätromantisches Liebesmodell? – J. Krämer:Jenseits der Romantik. Wagners Meistersinger als„realistische“ Dekonstruktion des romantischenKunstbegriffs – S. Mauser: Poesie und Poetik:Zum Schaffensprozess Robert Schumanns – J. M.Fischer: Wie spät darf es bei der Romantik werden?Überlegungen zu Gustav Mahler – N. Miller:Francesca. Oper in 3 Akten. Text und Musik vonHermann Goetz. Über Spannweite und Begrenzungder deutschen Oper um 1870 – C. Hailey:Die Sehnsucht nach dem Augenblick: RomantischeNachklänge in der Zeitoper – J. P. Hiekel: Nötigungzur eigenen Sprache. Romantik-Bezüge in derNeuen MusikDer HerausgeberWalter Hinderer ist Professor für neuere deutscheLiteratur an der Princeton University, USA.Christiane PritzlaffOdilie RichterJean Pauls vergessene Tochterca. 250 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 38,00 · ISBN 978-3-8260-5097-8VLB-Warengruppe 563Durch eine ungewöhnliche Vielzahl von Zufällen istein Konvolut von über 70 Briefen aus der Familieder jüngsten Tochter Jean Pauls Odilie erhaltengeblieben. Die lebendige Kraft der Briefe hat aufdie so viel geliebte und gründlich vergessene Odilieneugierig gemacht, hat die Spurensuche nach ihrund ihrem Leben angeregt.Die Erforschung ihrer Kindheit und Jugend im BanneJean Pauls schärft den Blick auf den Charakterdes geliebten Vaters, enthüllt neue Seiten an ihm.Nur wenige Jahre nach des Dichters Tod, im Jahre1828, beginnt die leidenschaftliche Werbung desOffiziers Friedrich Hake um Odilie. In 27 Jahreihres Lebens nach Jean Pauls Tod geben die bisherunbekannten Briefe von nun an Einblick. DerDialog mit Odilie, die Annäherung an sie wirddurch die Briefe des Bräutigams und des späterenEhemannes an sie möglich. Sie spiegeln ihren Charakter,führen in ihre Lebenswelt wie auch Briefeihrer Kinder, vor allem der Tochter Johanna undeinige von und an die Mutter Caroline. Nur wenigeBriefe stammen von ihr selbst. Dokumente aus derFamilie, auch ihrer Schwester Emma, aus Archivenergänzen das Lebens- und Zeitbild. Die Alltags- undFamiliengeschichte der empfi ndsamen und eigenwilligenOdilie gibt zugleich Aufschluss über dasBeziehungsnetz der Familie Jean Pauls und überdie Rezeption des Dichters.Die AutorinPritzlaff, Christiane, Dr. phil., Studium der Germanistikund Ev. Theologie. Tätigkeiten als Lehrerin,in der Lehrerfortbildung, als Lehrbeauftragte derUniversität Hamburg und als freie Mitarbeiterindes NDR. Veröffentlichungen zur jüdischen Geschichte,zur Literatur und Politik.Jochen PetzoldSprechsituationenlyrischer DichtungEin Beitrag zur Gattungstypologie328 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmZAA Monograph Series, Bd. 14Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5049-7VLB-Warengruppe 564Was meinen wir, wenn wir von einem ‚lyrischen‘Gedicht sprechen, und warum lesen wir ein Gedichtals ‚lyrisch‘? Der Verfasser entwickelt aufder Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisseein Gattungsmodell, das Gattung als mentalesSchema versteht und das dem Gattungswisseneines Lesers heuristische Funktion im Rezeptionsprozesszuweist. Ob ein Gedicht dabei als lyrischesGedicht gelesen wird, hängt wesentlich von derAusgestaltung der Sprechsituation ab: EmpirischeStudien belegen, dass Leser solche Gedichte als besonders‚lyrisch‘ bewerten, die sich als emotionaleSelbstoffenbarung des Sprechers lesen lassen. Aufder Basis einer systematischen Untersuchung derKommunikationsstruktur sowie möglicher Sprechsituationenim Gedicht, die auf narratologischeModelle zurückgreift, entwickelt der VerfasserHypothesen für besonders lyriktypische Sprechsituationen,die abschließend in einer Fallstudieanhand von Francis Turner Palgraves The GoldenTreasury of the Best Songs and Lyrical Poems inthe English Language überprüft werden.Der AutorJochen Petzold habilitierte sich mit der vorliegendenStudie an der Universität Freiburg; seit 2010 ister Professor für Britische Literatur- und Kulturwissenschaftan der Universität Regensburg.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


18L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0509169 783826 0506649 783826 051388Dorothea Klein (Hrsg.)Die Erschaffung der Weltalte und neue Schöpfungsmythen228 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 28,00 · ISBN 978-3-8260-5091-6VLB-Warengruppe 561Vorwort – T. Seidl: Die biblischen Schöpfungserzählungenund ihr altorientalischer Kontext – M.Erler: Chaos und Ordnung. Zur therapeutischenFunktion griechischer Kosmogonie und Kosmologie– D. Klein: Die Schöpfung in der Dichtung- der Dichter als Schöpfer. Vom WessobrunnerSchöpfungsgebet zu Oswald von Wolkenstein– W. P. Klein: Wortbildung als Weltbildung. DieErschaffung der Welt durch Sprache in der frühneuzeitlichenKosmotheologie – B. Hunfeld: DasSchöpfrad der Literatur. Jean Paul im Kontext derAutonomie- ästhetik um 1800 – U. Konrad: Cosmogonienègre. Afrikanische Weltschöpfungsmythenin Fernand Légers und Darius Milhauds Ballett Lacréation du monde (1923) – W. Riedel: Umbauder Erde oder wer erschafft die Welt? Der Kampfvon physis und technē in Alfred Döblins ZukunftsromanBerge Meere und Giganten (1924) – D.Dombrowski: „A Myth of genesis“. Weltschöpfungund Schöpfungspathos in der amerikanischen Malereium 1950 – K. Mannheim: Ursprung und Entwicklungdes Universums aus astrophysikalischerSicht – F. F. Günther: Vom Sterben des Anfangs?Botho Strauß: BeginnlosigkeitDie HerausgeberinDorothea Klein ist Professorin für Deutsche Philologiean der Universität Würzburg.Dorothea Klein (Hrsg.)Das mittelalterliche Tanzlied(1100-1300)Lieder zum Tanz – Tanz im Lied266 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmWürzburger Beiträge zur Philologie, Bd. 37Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 29,80 · ISBN 978-3-8260-5066-4VLB-Warengruppe 561Vorwort – U. Wyss: „Es gilt, ob Tanzen, ob Singentauge“. Eine Skizze zur Anthropologie des Tanz-Liedes – O. Huck: „Tanzmusik“ im Mittelalter –M. Klaper: Zwischen Tanzlied und ‚grand chant‘:Überlegungen zum Refrainprinzip im französischenLied um 1300 – U. Kühne: Aspekte einerPoetologie des mittelalterlichen Tanzes – J. Zimmermann:Typenverschränkung in der Minnekanzone.Zu Heinrichs von Morungen Ich hôrte ûfder heide (MF 139,19) – E. Schmid: Tanzwîse inUlrichs von Liechtenstein ‚Frauendienst‘ – G. Hübner:Gesang zum Tanz im Minnesang – M. Lewon:Vom Tanz im Lied zum Tanzlied? Zur Frage nachdem musikalischen Rhythmus in den Liedern Neidharts– M. Shields: Tanzspuren im Text. ChoreographischeAufführungsindizien im Leich und ihreBedeutung – J. Schulz: Höfi scher und geistlicherTanz im Due- und frühen Trecento – G. Penzkofer:Die galizisch-portugiesischen ‚cantigas d’amigo‘als TanzliederDie HerausgeberinDorothea Klein ist Professorin für Deutsche Philologiean der Universität Würzburg.Parzivalnach Wolfram von Eschenbachneu erzählt von Wolf Wiechertin Zusammenarbeit mitJoachim Hamm und Bertram Söllerca. 240 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 14,80 · ISBN 978-3-8260-5138-8VLB-Warengruppe 561Nachdem die reichhaltige Rezeptionsgeschichtedes „Parzival“ unterschiedliche Anverwandlungendes Wolframschen Artusromans aufweist, die entwedersehr eng am Text bleiben oder aber sehr freimit ihm umgehen, ist es an der Zeit, einen neuenWeg einzuschlagen.Vor diesem Horizont steht die Neuerzählung derParzivalgeschichte, die von Wolf Wiechert in Kooperationmit einem Team aus Wissenschaftlernund Lehrern erarbeitet wurde.Eine solche neuhochdeutsche Prosaerzählung istnur sinnvoll und entspricht modernem Leseverhaltenerst insofern, als sie in der Hybridform erscheint,also im ergänzenden Nebeneinander von modernerNeuerzählung und 13 über den gesamten Text verteilten,mittelhochdeutschen Abschnitten aus WolframsVersroman. Für eine Leserschaft, die nichtnur auf den simplen Plot, sondern auch auf dessenliterarisch-ästhetische Gestaltung blickt, dürfte derVerbund von kreativer Neuerzählung und originalsprachlichenPassagen, die natürlich übersetzt undkommentiert sind, verständlich und interessant sein.Die sprachliche, kulturelle und ästhetische Andersartigkeitmittelalterlicher Literatur wird nicht zugunsteneiner bloßen Nacherzählung aufgegeben odernachgeahmt, sondern in der Hybridform mit demFaszinosum mittelalterlicher Alterität neu gestaltet.Die AutorenWolf Wiechert, Studium der Germanistik und Geschichtein Heidelberg, lebt in Wertheim am Main,Schriftsteller, zuletzt „Der Kaktus“, Roman.Joachim Hamm ist Prof. für deutsche Philologie,insb. Literaturgeschichte des späten Mittelaltersund der frühen Neuzeit an der Univ. Würzburg.Bertram Söller ist Gymnasiallehrer für Deutsch.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T199 783826 0503059 783826 0502999 783826 050473Rudolf Freiburg / Dirk Kretzschmar (Hrsg.)Alter(n) in Literatur und Kulturder Gegenwartin Zusammenarbeit mitJosef Guggenberger300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmFocus: Gegenwart. Herausgeber: InterdisziplinäresZentrum Literatur und Kultur der Gegenwart, Bd. 2Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5030-5VLB-Warengruppe 510“Everybody wants to live forever, but nobody wantsto grow old.” Dieser Aphorismus des irischenSatirikers Jonathan Swift hat bis heute nichts vonseiner Gültigkeit verloren. Im Gegenteil: Die Fragenach dem Wesen und der Gestaltbarkeit desAlter(n)s wird in Zukunft von höchster Relevanzsein. Einerseits spiegeln Literatur und Kultur diedominanten Altersdiskurse, die zu einem spezifischenhistorischen Zeitpunkt in der Gesellschaftgeführt werden, exakt wider, andererseits tragensie aber auch durch gezielte narrative und medialeInszenierungen entschieden zu einer diskursivenKonstruktion der Vorstellungen vom Alter(n) bei.Die Bandbreite der Darstellung des Alter(n)sreicht dabei von Refl exionen über den körperlichenVerfall und den Verlust der Sexualität, überzynisch-humorvolle Selbstinszenierungen altersbedingterGebrechen, schonungslose Lebensbilanzenalternder Atheisten, versöhnliche Utopiendes Lebensendes als ‘Krönung der Biographie’ bishin zu experimentell wirkenden Repräsentationendes morbus Alzheimer und verwandter Demenz-Erkrankungen, die zur allmählichen Auslöschungvon Erinnerung und Persönlichkeit führen.Die HerausgeberRudolf Freiburg ist Inhaber des Lehrstuhls fürAnglistik, insbesondere Literaturwissenschaft, amInstitut für Anglistik und Amerikanistik der Friedrich-Alexander-UniversitätErlangen-Nürnberg.Dirk Kretzschmar ist Inhaber des Lehrstuhls fürKomparatistik an der der Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg.Stefan Neuhaus (Hrsg.)Figurationen der Liebein Geschichte und Gegenwart,Kultur und Gesellschaft332 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmFilm – Medium – Diskurs, Bd. 43Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 48,00 · ISBN 978-3-8260-5029-9VLB-Warengruppe 563Liebe ist nicht einfach da. Liebe ist kein Mythos.Liebe ist in einem Sinn-Zusammenhang zu sehen.Kurz: Liebe ist komplex und nicht rezeptartig erklärbar,wie dies heute immer wieder in populärwissenschaftlichenArbeiten zum Thema versuchtwird. Liebe besteht aus „Codierungen von Intimität“(Niklas Luhmann) und diese Codierungensind zeit-, gesellschafts- und kulturabhängig, dieAbhängigkeiten sind vielfältig und sie sind, wie dervorliegende Band zeigt, als „Figurationen“ (NorbertElias) beispielhaft nachweisbar.Mit Beiträgen von: Paola L. Coriando, WaltraudFritsch-Rößler, Timo Heimerdinger, Thomas Homscheid,Oliver Jahraus, Mark Mersiokwsky, StefanNeuhaus, Heike Ortner, Wolfgang Pöckl, Julia Prager,Gerhard Scholz, Sabine Schrader, VeronikaSchuchter, Brigitte Schwens-Harrant, Ilse Somavilla,Christoph Ulf, Daniel Winkler.Der HerausgeberStefan Neuhaus ist Professor für Deutsche Literaturwissenschaftan der Universität Koblenz-Landau.Zahlreiche Publikationen zur Geschichte undTheorie der Literatur des 18.-21. Jahrhunderts, zurLiteraturvermittlung, zu Literatur und Film und zukulturwissenschaftlichen Fragestellungen.Kevin Liggieri / Christoph Manfred Müller /Holger Glinka (Hrsg.)Denker und Polemikca. 160 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 28,00 · ISBN 978-3-8260-5047-3VLB-Warengruppe 510Vorwort – H. Glinka: Lexikon - Kunst - PraktischeTheologie. Formen der Kritik am Beispiel GottholdEphraim Lessings – K. Liggieri: „Ich sehe wohl,Lügen bedarf‘s und über die Maßen!“ GoethesPolemik an Newton – L. R. Waas: Wahre” und“falsche” Wissenschaft: Hobbes, die Geometrieund die “Afterphilosophie” des Aristoteles – C.Goretzki: Die Beseitigung des Schuldgefühls. DerSkandal um den Kerngedanken der materialistischenEthik La Mettries – U. Gause: Luthers antipäpstlichePolemik – L. Simonis: Philosophiedes Streits? Nietzsches philosophisch-literarischePolemiken – I. Maeth: Polemik als totales Stilmittelim Deutsch-Rap – K. Berghoff: „Alle politischenBegriffe, Vorstellungen und Werte [haben] einenpolemischen Sinn.“ Eine Untersuchung über Polemikund Aktualität des Verständnisses des Politischennach Carl Schmitt – H.-U. Lessing: DerEbbinghaus-Dilthey-StreitDie HerausgeberKevin Liggieri: Studium der Germanistik und Philosophiein Bochum. Forschungsschwerpunkte:Goethes Versepen, Kleist, De Sade im Poststrukturalismus,literaturwissenschaftliche Diskursanalyse,Comicforschung.Christoph Manfred Müller: M.A. sowie M.Ed-Studiumder Germanistik und Philosophie und Latein ander Ruhr-Universität Bochum. Forschungsschwerpunkte:literaturwissenschaftliche Systemtheorie,Antikerezeption im 18. Jahrhundert.Holger Glinka studierte Philosophie, Allg. Sprachwissenschaft,Promotion 2008.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


20L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0501529 783826 051135Tiziana CordaE.T.A. Hoffmann und Carlo GozziDer Einfluss der Commedia dell‘Arteund der Fiabe Teatraliin Hoffmanns Werk512 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 770Erscheinungstermin: 1. Quartal€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-5015-2VLB-Warengruppe 561Die Studie widmet sich der an Hoffmann bislangwenig beobachteten Seite seiner Beschäftigungmit der Commedia dell’Arte und besonders seinerFaszination für den Commedia-Dramaturgen CarloGozzi und seine Fiabe Teatrali, die unter den deutschenRomantikern als Ideal einer Mischgattungzwischen Ernst und Komik gefeiert wurden.Dem venezianischen Autor Carlo Gozzi (1720–1806), der mit seinen Stücken L’amore delle treMelarance und Turandot Regisseure wie GiorgioStrehler und Max Reinhardt und Komponisten wieGiacomo Puccini und Sergej Prokofjew inspirierthat, widmet die vorliegende Studie einen erstenumfangreichen Teil, der dem deutschsprachigenPublikum die Fiabe Teatrali in ihrer Motivik undspeziellen literarischen Konstruktion vorstellt.Hoffmanns Interesse für Italien, das Komische unddie Commedia dell’Arte sowie seine Auseinandersetzungmit Gozzi werden biographisch rekonstruiertund literarisch von den ersten, teilweiseunbekannten Schriften – u. a. Moderne Welt –Moderne Leute (1811) – über die theaterästhetischenRefl exionen u.a. in Seltsame Leiden einesTheaterdirektors bis hin zum Spätwerk verfolgt.Den Höhepunkt von Hoffmanns Auseinandersetzungmit Gozzi sieht die Untersuchung in den beidengrößeren Texten Prinzessin Blandina (1815)und Prinzessin Brambilla (1822).Die AutorinTiziana Corda, Studium der Germanistik und Anglistik(Rom), sowie der Fremdsprachendidaktik (Berlin).Promotion Anfang 2012 mit der vorliegendenArbeit in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft(AVL) an der Freien Universität Berlin.Hinrich AhrendVerschlungene LineaturenDie Poetik der Arabeskein Ludwig Tiecks Erzählwerk304 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-4991-0VLB-Warengruppe 563Ludwig Tiecks überaus umfangreiches und vielgestaltigesŒuvre fällt in disparate Werkphasenauseinander, ist aber keineswegs frei von Kontinuitäten.Als eine derselben kann die ‚VerschlungeneLineatur‘ bestimmt werden: die Arabeske, ein ausineinander verschlungenen Pfl anzenranken bestehendesOrnament, aus dem um 1800, insbesonderein der Romantik, ein universales Kunstkonzeptgemacht und das dabei auch in Literatur umgesetztwird. Die vorliegende Studie untersucht erzählerischeTexte des ‚Königs der Romantik‘ auf arabeskeStrukturformen, fragt nach ihren Ausprägungenund Funktionen und vor allem nach der BedeutungTiecks für die Genese der romantischen Arabeske.Lange Zeit wurde sein episches Schaffen diesbezüglichvon der Forschung nur in Ansätzen wahrgenommen.Zu Unrecht, wie hier gezeigt wird: Denndie romantische Arabeske ist ein Konzept, das sich– unabhängig von theoretischen Normierungen –in literarischen Varianten ausbuchstabiert, als eineimplizite Poetik der frei spielenden Phantasie. Undals solche entfaltet sie gerade in Tiecks Erzählwerkeine veritable und langfristige Produktivität – nichtnur im Horizont der sich formierenden und etablierendenRomantik, sondern auch im Übergangzum Biedermeier und frühen Realismus.Der AutorHinrich Ahrend studierte in Hannover, Freiburgi. Brsg. und Göttingen Philosophie, Pädagogik,Germanistik und Geschichte und wurde 2007mit einer Arbeit über Durs Grünbein promoviert.Tätigkeiten: Forschungsbeauftragter des LandesSchleswig-Holstein und Wissenschaftlicher Mitarbeiteram Seminar für Deutsche Philologie derGeorg-August-Universität Göttingen. Die vorliegendeStudie ist sein zweites Buch.Hans-Peter Fischer„Okuli, da kommen sie“Überraschende Einblicke inTheodor Fontanes Irrungen, Wirrungenca. 280 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 38,00 · ISBN 978-3-8260-5113-5VLB-Warengruppe 563Als „besonders geliebter Arbeit“ hat Fontane Irrungen,Wirrungen „tausend Finessen mit aufden Lebensweg gegeben“. Anreiz genug, heutzutageals Wegbegleiter zu fungieren? Viele Aspektesind Zeitkolorit, Ausbeutung von Arbeitskraft wirdangedeutet, mehr nicht. Erzählerisch brillant,thematisch ein Auslaufmodell? Im Gegenteil: DasIntrigenthema karikiert adliges Handeln, fauleTricks, zur Posse absinkend. Zugleich Mechanismen,die unserem Verhalten verdächtig nahekommen. Wenn Lene eine Gegenintrige startet,werden eigene Wunschvorstellungen aktiviert. IhrBackfi schtraum scheitert, Botho entflieht seinemKerker nicht, der zum Puppenkasten mutiert. Käthean seiner Seite wirkt dalbrig, ist aber raffinierter,als Botho lieb sein kann. Anspielungen zuhaufmildern ab, steigern: Bibelgleichnis, klassischeTexte, Märchen Andersens, der Grimms. FontanesSchreibweise wird vielfältig beleuchtet: VerdecktesSpiegeln, polemische Finessen. Das Briestsche„Männer männlich, Weiber weiblich“ steht aufdem Prüfstand, Fontanes Finessen gebieten geradezu,eigene Vorstellungen entwickeln. Viel Neuesist zu entdecken, Überlegungen zur Herkunft desStoffes eingeschlossen. Und: Bleibt bei den Rienäckersletztlich alles im Lot? Bislang unbekannteLesarten sprechen dagegen.Der AutorHans-Peter Fischer studierte Germanistik, Philosophieund Psychologie in Köln und Tübingen. Gymnasiallehrerbis 2009. Er publizierte Erzählungen,Gedichte sowie zwei Bände mit Interpretationennebst schuldidaktischem Anhang zu Fontanes Irrungen,Wirrungen und Effi Briest.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T23Forschungsschwerpunkte: Literary Animal Studies,Wissenspoetik, Romantik und Vormärz.Nicolas Pethes ist Professor für Neugermanistik ander Ruhr-Universität Bochum. Forschungsschwerpunkte:Kulturgeschichte des Menschenversuchs,Fallgeschichten, Gedächtnistheorie.9 783826 0512419 783826 049651Roland Borgards /Nicolas Pethes (Hrsg.)Tier – Experiment – Literatur1880-2010ca. 300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmStudien zur Kulturpoetik, Bd. 20Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 39,80 · ISBN 978-3-8260-5124-1VLB-Warengruppe 563R. Borgards / N. Pethes: Einleitung – V. Roelcke:Repräsentation – Reduktion – Standardisierung.Zur Formierung des ‚Tiermodells‘ menschlicherKrankheit in der experimentellen Medizin des 19.Jahrhunderts – N. Pethes: „Moderne Walpurgisnacht“.Literarische Formen des Antivivisektionismusum 1900 – V. Richter: Hunde, Tiermenschen,Molche. Die Kategorie ‚Menschlichkeit‘ im literarischenTierexperiment bei Wilkie Collins, H.G.Wells und Karel Čapek – H. Neumeyer: Der „Fallder Pferde von Elberfeld“. Wilhelm von Osten, KarlKrall und Franz Kafka – E. Johach: The HumanTermites. Phantasmen experimenteller Hybridisierungund kollektiver Intelligenz in der amerikanischenScience Fiction der 1920er Jahre: DavidA. Keller – E. Köhring: Einsicht einsichtig werdenlassen. Experimentelles Theater und Tierexperiment– D. Schmidt: Mann und Maus. Tagebuch einerÜbertragung Flowers for Algernon von DanielKeyes – M. Krause: Zur Psychologie des Hundes.Behavioristische Experimente in Gravity’s Rainbow– Claudia Leitner: „Chloé sale singe“ Das Sprachexperimentin Robert Merles Roman Le Propre del’homme – J. Griem: Schreiben beginnt und endetim Zoo. J. M. Coetzees poetologische Tierexperimente– R. Borgards: Evolution als Experiment.Dietmar Daths ,Die Abschaffung der Arten‘ – B.Ochsner: Experimente im Kino oder: Der Film/Affe als Quasi-Objekt – S. Rieger: Frosch 2.0. ZurVirtualisierung des Tierexperiments – N. Werber:Soziale Insekten im Gesellschaftsexperiment. Überdie Bienen-Demokratie zur VolksgemeinschaftDie HerausgeberRoland Borgards ist Professor für Neuere deutscheLiteraturgeschichte an der Universität Würzburg.Rainer Heene»Liebe will ich liebend loben«Goethes Sonette von 1807 / 1808Eine Interpretation auf biographischpsychologischerGrundlage152 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 24,80 · ISBN 978-3-8260-4965-1VLB-Warengruppe 563Die biographisch-psychologische Betrachtung derSonette von 1807/1808 erweist die Entstehung dereinzelnen Gedichte aus Goethes Begegnungen mitBettine Brentano (November 1807), WilhelmineHerzlieb (Dezember/Januar 1807/08) und mitSilvie von Ziegesar (Sommer 1808). – Nur die aufWilhelmine Herzlieb bezogenen Sonette sind durchdas Narrativ einer einzelnen Liebesbegegnung zueinem ‚kleinen‘ Zyklus als dem zentralen Teil derSammlung verbunden. – Im I. Sonett (MächtigesÜberraschen) und in den Briefsonetten bekundetsich die Bedeutung von Bettine Brentano und ihresBriefwechsels mit Goethe für die Produktivität desDichters zu Beginn einer neuen Epoche seines Lebens.– In den Dialogsonetten tragen der Dichterund die poetisch kundige Geliebte - in welcher dieGestalt Silvie von Ziegesars vermutet werden darf- im Zwiegespräch übereinstimmend ihre Sonett-Kritik vor. – In einzelnen Sonetten reflektiert derDichter Liebesverzicht und erneute Liebeshoffnung.Im Schlusssonett lässt Goethe nicht nur den NamenHerzlieb als Lösung der Charade erraten, sonderner verleiht semantisch subtil auch dem GedankenAusdruck, das Wesen der beiden Geliebten – Minchensund Silvies - in einer Gestalt zu umfangen.Ein historischer Überblick über die Forschungenzum Thema zeigt, dass die gleichsam selbstverständlichePrämisse, wonach auch für den ‚Zyklus‘im Ganzen das Narrativ einer singulären Liebesbeziehunggelten müsse, zu grundlegenden Interpretationsproblemengeführt hat.Der AutorProf. Dr. med. Rainer Heene, FA für Neurologie u.Psychiatrie; (Honorarprof. Universität. Marburg/Lahn). Goethe-Studien seit 1995, biographischpsychologischorientierte Publikationen seit 2000.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


24L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0499419 783826 0501909 783826 048661Hartmut FröschleHausgeist des deutschen VolkesEine WirkungsgeschichteLudwig Uhlands in Zitaten390 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5042-87VLB-Warengruppe 563Die vorliegende faszinierende Dokumentationerscheint zum 150. Todestag von Ludwig Uhland(1782-1862). Diese umfang- und detailreicheSammlung enthält über 400 Stellungnahmen zuUhland als Mensch, Dichter, Politiker und Wissenschaftlervon mehr als 200 Personen in der Zeitvon 1808 bis heute. Die Uhland-Rezeption in zweiJahrhunderten wird so umfassend wie möglichdargestellt. Deshalb kommen nicht nur bedeutende,bekannte Persönlichkeiten und Geisteswissenschaftlerzu Wort, sondern auch Zeitungsjournalistenund Vertreter des „einfachen Volkes“. Die Zitatensammlungist nicht nur als Dienst für die Germanistikgedacht, sondern will auch nichtfachlicheLiebhaber von Literatur und Geistesgeschichteansprechen. Um die überwältigende Zustimmungder Deutschen zu Uhland zu kennzeichnen, wurdeer im 19. Jahrhundert mehrfach als „hausgott“oder „Hausgeist“ des deutschen Volkes bezeichnet.Ein Paulskirchenpolitiker nannte Uhland in seinemNachruf „das Gewissen Deutschlands“.Mit der Lektüre dieser Textsammlung taucht derLeser ein in die facettenreiche, vielstimmige Gedankenweltdes 19. und frühen 20. Jahrhunderts,die sich wie ein kaleidoskopartiges Panorama vorihm entfaltet. Viele der geschilderten Begegnungensich nicht nur geistegeschichtlich interessant, sondernoft auch menschlich anrührend.Der AutorHartmut Fröschle, Studium der Germanistik, Romanistikund Anglistik in Tübingen, München;Paris und London, ab 1966 Hochschullehrer fürGermanistik an der Universität Toronto, seit 1996Professor emeritus.Mari Tarvas (Hrsg.)Von Kotzebue bis FlemingSprach-, Literatur- undKulturkontakt im Baltikumunter Mitwirkung von Heiko F. Marten,Maris Saagpakk, Aigi Heero,Helju Ridali und Merle Jung248 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 38,00 · ISBN 978-3-8260-5019-0VLB-Warengruppe 561Im Zentrum dieses Sammelbandes stehen die Literatur,die Sprache und die Kultur im Baltikum undinsbesondere in Tallinn im 17. und 18. Jahrhundert.Fokussiert werden dabei zwei mit der Stadtund der Region verbundene deutsche Autoren,Paul Fleming (1609–1640) und August von Kotzebue(1761–1819). Der Band beginnt mit Augustvon Kotzebue, dessen Geburtstag sich 2011 zum250. Mal jährte, und geht anschließend zurück zurLiteratur und Kultur des 17. Jahrhunderts. Aufsätzezur Geschichte der deutschen und der estnischenSprache runden den Band ab. Die Beitragendensind deutsche, lettische und estnische Forscher:Axel Dunker, Roland Borgards, Otto-Heinrich Elias,Maris Saagpakk, Tiiu Reimo, Mari Tarvas, Lea Kõiv,Michael Ludscheidt, Wolf Peter Klein, Dzintra Lele-Rozentāle, Helju Ridali und Egita Proveja.Die HerausgeberinMari Tarvas ist Professorin für deutschsprachigeLiteraturen an der Universität Tallinn. Studium ander Universität Tartu (Estland), Promotion an derUniversität Wien.Christian HippeSuperiorität der DichtungKlopstocks Beziehungzur bildenden Kunstca. 300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 759Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 39,00 · ISBN 978-3-8260-4866-1VLB-Warengruppe 563Klopstocks Auseinandersetzung mit der bildendenKunst bildet nicht nur eine eigenständige Dimensioninnerhalb seiner poetologischen Reflexionen,sondern zeichnet sich darüber hinaus durch eineuneingeschränkte Parteilichkeit zugunsten derLiteratur aus. Anders als seine Zeitgenossen hieltKlopstock an der Vorzugsdiskussion der Künstefest, erhob die Dichtung als die illusionsstärkereDarstellungsform triumphal über die bildendenKünste, war bemüht, dieser Superiorität auch institutionellAusdruck innerhalb des gesellschaftlichenSystems der Künste und Wissenschaften zuverleihen und ließ an der Rangordnung von Dichtungund bildender Kunst selbst in der persönlichenZusammenarbeit mit einzelnen Künstlernkeinen Zweifel aufkommen. Die Studie rekonstruiertdie Radikalität seiner Positionen, verfolgt dieDiskussion um die „poetische Mahlerey“ und Illusionsästhetikim 18. Jahrhundert und beleuchtetam Fallbeispiel Klopstocks die Konfliktgeschichtezwischen einem Autor und den Illustratoren seinerWerke.Der AutorChristian Hippe studierte Neuere deutsche Literaturwissenschaft,Kunstgeschichte und Geschichtean der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er 2011mit der vorliegenden Studie promovierte. Von2001 bis 2004 war er redaktioneller Mitarbeiterder Heiner-Müller-Werkausgabe (Suhrkamp). Veröffentlichungenu.a. zu Bertolt Brecht und HeinerMüller. Seit 2010 Mitarbeiter des Literaturforumsim Brecht-Haus/Berlin.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T259 783826 0505039 783826 0511739 783826 050091Franziska LenzKollektive Arbeitsweisen in derLyrikproduktion von GoetheNur durch Aneignung fremderSchätze entsteht ein Großes250 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistamata Literaturwissenschaft 772Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 36,00 · ISBN 978-3-8260-5050-3VLB-Warengruppe 563Johann Wolfgang von Goethe wird nach wie vor zumOriginalgenie verklärt, insbesondere seine Lyrik giltals natürliche und unmittelbare Poesie. Diese Sichtweisewird stets weiterzitiert, obwohl zahlreicheDokumente diese Meinung entschieden widerlegenund auch Goethe selbst widerspricht dem Bild vomgenuin-intuitiven Dichter. Er stellt klar: „Mein Lebenswerkist das eines Kollektivwesens, und diesWerk trägt den Namen Goethe.“Goethes kunstkritische Äußerungen, seine Briefwechsel,Tagebucheinträge und biographischeNotizen, die Gesprächsaufzeichnungen und Berichtevon Zeitgenossen sowie die exemplarischeAnalyse von Gedichten aus allen verschiedenenSchaffensphasen verdeutlichen: Die kollektiveArbeitsweise betrifft nicht nur Einzelbeispiele,sondern zieht sich tatsächlich als wohlüberlegtesPrinzip durch Goethes gesamtes Leben und Werk.In allen Phasen seines lyrischen Schaffens nutzt ergemeinschaftliche Produktionsformen. Diese Forschungsergebnissesind Aufsehen erregend, denndie kollektive Arbeitsweise ist als wichtige Grundlagefür die Qualität und Quantität von GoethesLyrik anzuerkennen. Goehte selbst ist überzeugt:„Nur durch Aneignung fremder Schätze entstehtein Großes.“Die AutorinFranziska Lenz studierte Biologie und Germanistik.Sie promovierte 2012 mit der vorliegenden Arbeitan der Universität Karlsruhe.Michela BunnNeorealismus undGesellschaftskritikStudien zu Oriana Fallaci214 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 783Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 29,80 · ISBN 978-3-8260-5117-3VLB-Warengruppe 510Diese umfassende Gesamtdarstellung des WerksOriana Fallacis beabsichtigt eine Forschungslückezu schließen, indem die Nähe des Werks zu Strukturen,Inhalten und stilistischen Merkmalen desneorealistischen Romans der Nachkriegszeit in Italienaufgezeigt wird. Bedingt durch das dringlicheInteresse Fallacis an der tagespolitischen Realsituationund ihr Bedürfnis, zu aktuellen, gesellschaftspolitischenFragen Stellung zu nehmen, will sie mitihrer Literatur als Mittel der öffentlichen Bewusstseinsarbeitauf den Gang der Geschehnisse Einflussnehmen. Ihr Ziel heißt gesellschaftspolitische Erkenntnisförderungdurch Information, Aufklärung,Polemik und Appell beginnend mit den Themen destechnologischen Fortschritts und der Emanzipationder Geschlechterbeziehung bis hin zu der Problematikandauernder Kriege, der Frage nach der Legitimationjeglicher Machtgefüge und der Auseinandersetzungmit der Individualität bzw. Kollektivitäteiner Gesellschaft. Insbesondere wendet Fallaciihre aufklärerischen und ideologiekritischen Maßstäbebei ihrer Trilogie im Zusammenhang mit denAnschlägen vom 11. September 2001 an, weshalbsie auf erbittertes Unverständnis und harsche Kritikgestoßen ist. Die Autorin dieser Ausarbeitung verstehtes jedoch, auch die Trilogie auf Oriana Fallacisneorealistischer Intention zurückzuführen.Die AutorinMichela Bunn studierte an der RheinischenFriedrich-Wilhelms-Universität Bonn Politikwissenschaften,Italienische Philologie und Verkehrspolitik(wirtschafts-wissenschaftliche Teilgebiete),um sich gleich im Anschluss mit der Forschung zudieser Doktorarbeit zu befassen, die sie mit ihrerPromotion im Jahre 2013 abschloss.Marika NatsvlishviliNaturwissenschaft undLiteratur im DialogKomparatistische Fallstudienzur europäischen Erzählliteraturdes 20. Jahrunderts246 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmSaarbrücker Beiträge, Bd. 61Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5009-1VLB-Warengruppe 561Im Fokus dieser Untersuchung steht die Beziehungzwischen Literatur und Naturwissenschaft d. h. dieFrage, wie naturwissenschaftliche Themen undDiskurse Eingang in die Literatur des 20. Jahrhundertsfi nden. Von empirischer Bedeutung ist, dassdie Schriftsteller, wenigstens teilweise, auch persönlicheErfahrungen als Wissenschaftler gemachthaben. Anhand von sieben Autoren aus der europäischenErzählliteratur – Gottfried Benn, MichailBulgakow, Tommaso Landolfi , Primo Levi, JohnBanville, Ulrich Woelk und Michel Houellebecq– werden die verschiedenen Etappen der Wissenschaftsgeschichtein den literarischen Texten nachvollzogenund im Zusammenhang mit Fiktionalitätstheorienanalysiert. Während Benn, Bulgakow,Levi, Woelk und Houellebecq auf der Grundlageihrer eigenen naturwissenschaftlichen Ausbildungschreiben, d. h. ihre „Doppelbegabung“ in eine Artkreative Symbiose münden lassen, ist bei anderenAutoren die Bewegung umgekehrt. Landolfi undBanville haben über die Literatur zur Naturwissenschaftgefunden. Der Einfl uss wissenschaftlicherThemen und Konzepte auf den ästhetischen Diskursist dabei unübersehbar. Die literarische Praxisdesavouiert einmal mehr die These Snows vonder Unvereinbarkeit der „Zwei Kulturen“.Die AutorinMarika Natsvlishvili studierte Germanistik an derStaatlichen Ivane-Javakhishvili-Universität Tbilissi(Georgien) und promovierte mit der vorliegendenArbeit im Fach Vergleichende Literaturwissenschaftan der Universität des Saarlandes, wo sie bis April2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


26L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0499349 783826 0504049 783826 050312Annika NickenigDevianz als StrategieAneignung und Subvertierungpathologisierter Weiblichkeitbei Autorinnen des 20. Jahrhundertsca. 264 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 767Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 38,00 · ISBN 978-3-8260-4993-4VLB-Warengruppe 563Die semantische Verknüpfung von Krankheit undWeiblichkeit reicht bis in die Antike zurück underlebt spätestens im 19. Jahrhundert im Krankheitsbildder Hysterie einen Höhepunkt der kulturellenund wissenschaftlichen Auseinandersetzung.Gleichermaßen irritierend wie erklärungsbedürftigist indes der Umstand, dass die Figur der krankenFrau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts inProsatexten von Autorinnen eine umfassende Wiederbelebungerfährt – zu einem Zeitpunkt also, dainfolge feministischer Debatten eine Infragestellungder tradierten Geschlechterbilder längst stattgefundenhat. Ausgehend von dieser Beobachtung geht dievorliegende Studie der Frage nach, unter welchenVoraussetzungen und auf welche Art und Weise diezitathafte Wiederholung pathologisierender Schreibweisenin Romanen von Schriftstellerinnen einestrategische Wendung erhält. Anhand einer komparatistischenAnalyse ausgewählter Werke von SylviaPlath, Ingeborg Bachmann, Marguerite Duras, ToniMorrison, Gisela Elsner, Christine Angot und ElfriedeJelinek werden unterschiedliche Verfahren strategischerDevianz herausgearbeitet, die dazu dienen,das Stereotyp der kranken Frau zu dekonstruierenund neue ästhetische Spielräume zu erproben. Inden einzelnen Untersuchungen steht dabei insbesonderedas produktive Spannungsverhältnis vonAneignung und Abwehr, Originalität und Imitation,Normalität und Devianz im Vordergrund.Die AutorinAnnika Nickenig studierte Komparatistik, Romanistikund Philosophie in Mainz und Dijon. Seit 2012ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institutfür Romanistik der Humboldt-Universität zu Berlin.Johannes RauwaldPolitische und literarischePoetologie(n) des ImaginärenZum Potenzial der (Selbst-)Veränderungskräfte beiCornelius Castoriadis und Alfred Döblin484 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmStudien zur Kulturpoetik, Bd. 17Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-5040-4VLB-Warengruppe 510Mit dem Theorem der imaginären Institutionen entwirftCornelius Castoriadis ein Konzept radikaler(Selbst-)Veränderung und rückt das unbestimm-,doch artikulierbare Imaginäre als ontologischeKategorie ins Zentrum seines kulturtheoretischenEntwurfs. Diesen untersucht die vorliegende Arbeitheuristisch auf seine poetologische Potenzialität.Dazu wird er systematisiert und als Refl exionstheoriefunktionalisiert, um Literatur – als imaginäreInstitution gelesen – auf literaturtheoretischer,ästhetischer, literaturgeschichtlicher sowie aufinhaltlich-interpretatorischer Ebene ganzheitlichzu analysieren. Da politische und poetische Kategoriennicht unvermittelt verbunden werden können,wird das Imaginäre anhand dispositivischerWirkmechanismen beschrieben, die die imaginärenInstitutionen der Politik und der Literaturgleichermaßen steuern. Literaturgeschichtlicherfährt ein solch virulentes Imaginäres innerhalbder Ästhetik der Klassischen Moderne eine starkeAkzentuierung. Alfred Döblins literarische, poetologischeund politische Schriften stehen dafürexemplarisch, kulminierend in seinem monumentalenRoman Berge Meere und Giganten.Der AutorJohannes Rauwald studierte Germanistik, Geographie,Physik und Erziehungswissenschaften in Kölnund Sevilla. Er promovierte er 2012 mit vorliegenderArbeit an der Universität zu Köln.Kirsten RathjenVom Sinn und Unsinnaller AllegorieDas Versteckspiel mit dem Leserim Romanwerk Martin Mosebachsca. 300 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 782Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 40,00 · ISBN 978-3-8260-5031-2VLB-Warengruppe 563Während der Büchner-Preisträger Martin Mosebachaufgrund seiner antimodernen Provokationenund seines Engagements für die römischeLiturgie in den Medien als neuer konservativerVorzeigeautor gehandelt wird, haben weder seineFürstreiter noch Kritiker bislang mehr als oberflächliche Interpretationen des Werkes vorgelegt.Diese Arbeit leistet die erste detaillierte literaturkritischeUntersuchung des Romanwerkes.Sie setzt an bei Mosebachs in ihrem ganzen Ausmaßnoch nicht ins Bewusstsein gerückten Spielästhetik.In close readings der Hauptwerke, welchedurch Überblicke über die Nebenwerke ergänztwerden, zeigt sich, wie die Lust an untergründigenpoetischen Wirklichkeitsverwandlungen mittelsüberraschender Allegorie- und Metaphernkomplexeund am Unterlaufen von Erwartungen MosebachsSchreiben animiert und die Form einesvirtuosen Versteck- und Verwirrspiels mit demLeser annimmt. Erstmals werden hier aus der alsRätselkomplex erscheinenden Textoberfläche dierätsellösenden Metatexte bzw. die formalen Bauprinzipienerschlossen und das oftmals selbstgenügsameSpiel mit Leitmotiven und Symmetriennachgezeichnet.Die AutorinKirsten Rathjen studierte Germanistik an den UniversitätenColumbus/Ohio (USA) und Leeds (GB).Seitdem sie mit der vorliegenden Arbeit 2011 inLeeds promoviert wurde, lehrt sie dort deutscheSprache und Literatur.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


28L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0506339 783826 0508629 783826 050800Mario BosincuAutorschaft als Widerstandgegen die ModerneÜber die Wende Ernst Jüngers328 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 774Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5063-3VLB-Warengruppe 563Die vorliegende Studie setzt sich zum Ziel, die Zäsurim Denkweg Ernst Jüngers im Lichte zweierzentraler Knotenpunkte der Geschichte der modernenSubjektivität her auszuarbeiten. Seit den unterdem Gesamttitel Strahlungen gesammelten Kriegstagebüchernnahm sich der deutsche Autor vor,die Rolle eines modernen Seelenführers zu spielen,der seine Leser lehren wollte, Zugang zu derden Zeitbedrängnissen gewachsenen Seinsweise zugewinnen, indem er ihnen in seinen Schriften modernisiertegeistige Übungen als Widerstandsmittelgegen die Übermacht der Technik, die Entsakralisierungder Natur und die durch de n Nihilismusausgelöste moralische Entartung anbot. Die Analysehat also ergeben, dass die Wende Jüngers alsder Übergang von dem im Arbeiter befürwortetenVorhaben der totalitären Fremdkonstituierung desMenschen zur Tradition des geistigen Widerstandsgegen die Moderne und zu ihrem Plan charakterisiertwerden kann, die Leser mit den Denkwerkzeugenauszurüsten, die ihnen erlauben, an sichselbst autonom zu arbeiten, um Grenzsituationender Moderne standzuhalten.Der AutorMario Busincu studier te Germanistik und Philosophiean der Universität Sassari. 2010 erhielt erein Stipendium, um Ernst Jüngers Sardinientagebücherzu studieren. Seine Forschungsinteressen:Geschichte der Subjektivität, Ideengeschichte undSäkularisierung.Tim Reuter»Vaterland, Unsinn«Thomas Bernhards (ent-)nationalisierteGenieästhetik zwischenÖsterreich-Gebundenheit undÖsterreich-Entbundenheitca. 360 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmFilm – Medium – Diskurs, Bd. 44Erscheinungstermin: 1. Quartalca. € 49,80 · ISBN 978-3-8260-5086-2VLB-Warengruppe 563Ausgehend von einer Deutung seines Testamentsals einem Bekenntnis zum Kosmopolitismus untersuchtdie Studie Thomas Bernhards fortwährendeProblematisierung der österreichischen Nationalitätim Zusammenhang mit seiner Person, seinemWerk und dessen Hauptfi gur, dem BernhardschenGeistesmenschen. In einer Gesamttextanalyse wirddie programmatische Poetologie des Œuvres alseine individuelle und ambivalente Genieästhetikausgelegt, aus der sich die thematisierten Entnationalisierungstendenzenzwangsläufi g ergeben.Ein wertvoller Beitrag zur kontrovers geführtenDiskussion um das Konzept der Nation im 20. Jahrhundertreicht das Œuvre in seiner Bedeutung weitüber den nationalen Kontext Österreichs hinaus.Im integrativen Rückgriff auf bisherige Forschungsansätzeplädiert die Arbeit insofern dafür, dieStandardfrage nach der Österreich-Gebundenheitvon Bernhards Texten durch die Frage nach ihrerÖsterreich-Entbundenheit zu ergänzen.Eine abschließende Fallstudie geht ferner Bernhardsin der Forschung völlig unbeachteten Teilnahmean den internationalen Mondorfer Dichtertagenund seiner Dichterfreundschaft zur LuxemburgerinAnise Koltz nach.Der AutorTim Reuter studierte Germanistik und Anglistik ander Ludwig-Maximilians-Universität München undam Royal Holloway College der University of London.Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institutfür deutsche Philologie der LMU, wo er 2012mit der vorliegenden Arbeit promovierte.Christiane WeidenfeldPoetiken des Zufallsin Alfred Döblins»Berlin Alexanderplatz« undWolfgang Koeppens »Tauben im Gras«390 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 775Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 49,80 · ISBN 978-3-8260-5080-0VLB-Warengruppe 563Hat der Zufall in der Poetik des Romans seit jehereine wichtige Rolle gespielt, so erfährt er im20. Jahrhundert einen signifi kanten Bedeutungszuwachs.Ursächlich für diese ästhetische Akzentuierungdes Zufälligen und Kontingenten in derNarrativik der Moderne ist ein verändertes Wirklichkeitsverständnisinfolge der Erosion eines transzendenten(Providenz) sowie eines immanenten(Kausalität) Ordnungsprinzips. In ihren RomanenBerlin Alexanderplatz und Tauben im Gras setzensich Alfred Döblin und Wolfgang Koeppen intensivund kritisch mit den zeitbedingten Veränderungenin der Wahrnehmung ihrer Wirklichkeit auseinander.In ihrer Romantheorie und -praxis entwickelnsie neue ästhetische Formen, welche ein Doppeltesleisten: Zum einen machen sie die neu akzentuierteVorstellung von der Zufälligkeit des Daseins produktiv,zum anderen suchen sie diese Zufälligkeitin narrativen Gegenprinzipien aufzuheben und zutranszendieren. Die Studie ‚Poetiken des Zufalls‘legt dar, inwiefern sich Berlin Alexanderplatz undTauben im Gras gemäß dieser doppelten Zielsetzungals Arrangements vielfältiger Binnenspannungenlesen lassen. Exemplarisch wird deutlich, wieeine ‚Poetik des Zufalls‘ in der Moderne aussiehtund welche Rolle Philosophie und Naturwissenschaftenum 1900 hierfür spielen.Die AutorinChristiane Weidenfeld studierte Germanistik, Romanistikund Geschichte an der Universität zu Kölnund der Université Paris VIII und absolvierte einMPhil-Studium in European Literature and Culturean der University of Cambridge.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T299 783826 0511599 783826 0511289 783826 051081David Ramón KerlerPostmoderne PalimpsesteStudien zur (meta-)hermeneutischenTiefenstruktur intertextuellerErzählverfahren im Gegenwartsroman288 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmtext & theorie, Bd. 12Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5115-9VLB-Warengruppe 561Die vorliegende Studie befasst sich mit den Spezifikaintertextueller Erzählverfahren im zeitgenössischenRoman. Es wird argumentiert, dass derhohe Grad an Intertextualität nicht nur Form undSymptom der Postmoderne samt seiner poststrukturalistischenFundierungen ist, sondern vor allemdurch eine (meta-)hermeneutische Tiefenstrukturcharakterisiert ist. Am Beispiel von fünf Romanenaus dem anglo-irischen, englischen, katalanischenund spanischen Kulturraum wird gezeigt, dasssich die darin gestaltete Intertextualität durcheine doppelte Bewegung auszeichnet: Zum einennimmt der intertextuelle Rekurs eine destrukturierendeFunktion ein, indem er (vereinheitlichende)Sinnstiftungen und Identitätskonstruktionen unterminiert.Zum anderen weisen die intertextuellenErzählverfahren eine (meta-)hermeneutischeTiefenstruktur auf, über welche nicht nur Sinnpotentialeinmmitten des – literarisch inszenierten –postmodernen Chaos angeboten werden, sondernder Sinnstiftungsprozess zudem selbstreflexiv inden thematischen Fokus rückt.Der AutorDavid Ramón Philipp Kerler; Studium der Anglistikund Romanistik an der Universität Augsburgund der Universidad de Sevilla; Magister Artium(2008); Promotion zum Dr. phil. (2011); WissenschaftlicherMitarbeiter am Lehrstuhl für englischeLiteraturwissenschaft an der Universität Augsburg.Veronika SchuchterTextherrschaftZur Konstruktion von Opfer-, HeldinnenundTäterinnenbildern in Literaturund Film256 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmFilm – Medium – Diskurs, Bd. 45Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5112-8VLB-Warengruppe 744Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Rolle des Opfers,der Heldin und der Täterin in Literatur undFilm. Es handelt sich dabei um geschlechtlich codierte,diskursiv hergestellte und daher historischvariable Rollen, deren Defi nition untrennbar verbundenist mit dem Diskurs der Herrschaft. Alledrei können als Subjektpositionen im Diskursbeschrieben werden, ihre Verortung lässt Rückschlüsseauf das dahinterstehende Herrschaftssystemzu. Es reicht jedoch nicht, diegetischeund nicht-diegetische Herrschaftsdiskurse abzugleichen,sondern der Text selbst muss als Herrschaftsdiskursanalysiert werden, der zwischendiese beiden Ebenen geschaltet ist. Hier herrscheneigene Regeln, die über den Begriff der Textherrschafterschlossen werden sollen. Anhand der Verortungder narrativen Trias von Täterschaft, OpferundHeldentum im Diskurs, lassen sich die Linieneines fiktiven Herrschaftssystems nachzeichnen.Diese fiktionale normative Ordnung ist wiederumangesiedelt im Textdiskurs, der sich abermals alsSystem herrschaftlicher Operationen beschreibbarzeigt. Nur eine davon ist die Intention des Autors.Über die Analyse der Textherrschaft lässt sichfeststellen, ob die Bewertung einer literarischenFigur, als einer bestimmten Rolle entsprechend,sich aus dem Text selbst ergibt oder ob es sich umZuschreibungen von außen handelt, die das Werteverständnisdes Lesers spiegeln und nicht jenes desim Text als Norm fungierenden Systems.Die AutorinVeronika Schuchter, Studium der deutschen Philologie,ist derzeit Universitätsassistentin an derUniversität Innsbruck.Imke Wiebke Heuer„Mein ist die That!“Attentäterinnen in der Literaturca. 700 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 779Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 49,00 · ISBN 978-3-8260-5108-1VLB-Warengruppe 563Vom Attentat geht ein Reiz aus, der der allgemeinmenschlichen Faszination am Ausnahmezustand entgegenkommt.In dem Zusammenprall zweier Gegensätze,dem von Opfer und TäterIn, Macht und Machtlosigkeit,Ahnungslosigkeit und planerischer Absicht,liegt der Kern des politischen Mordes, an dem sichdie kulturellen Repräsentationen abarbeiten.Dass die Attentäterin mit ihrer blutigen Tat den Zuschreibungenzu ihrem Geschlechtscharakter zuwiderhandelt, unterscheidet sie von ihrem männlichenGegenstück. Die für das Attentat wesentlicheForm der tödlichen Omnipotenz, verbunden mitunpersönlichen und abstrakten Handlungsmotiven,laufen der der ‚Weiblichkeit‘ zugeschriebenenImmanenz genauso entgegen wie der Friedfertigkeit,die den Frauen als Lebensspenderinnen traditionellnachgesagt wird.Wie gehen literarische Texte mit solchen Ausnahmefiguren um? Diese Frage beantwortet die vorliegendeStudie, indem sie in den deutschsprachigenTexten die rhetorische Verfasstheit der Attentäterinvon der konkreten Ausgestaltung der Tatvorgänge,über das konstruierte weibliche Attentatssubjektbis hin zu den Verortungen des weiblichen Attentatsverfolgt. Hierbei stehen die Frauenfiguren Judith,Charlotte Corday und Ulrike Meinhof im Mittelpunkt.Die Gemeinsamkeiten dieser drei Stoffe undihrer Darstellungsweisen über Gattungsgrenzenund Jahrhunderte hinweg bilden den Ausgangspunkt,um den kulturellen Deutungsmustern imZusammenhang mit der Attentäterin nachzugehen.Die AutorinImke Wiebke Heuer studierte an der UniversitätPaderborn die Fächer Neuere deutsche Literaturwissenschaft,Medienwissenschaft und AllgemeineLiteraturwissenschaft.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


30L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0509619 783826 0508489 783826 050510Ute Weidenhiller„All’ dieß wirre Bilderwesen ...“Fiktionale Ekphrasis und Imagination inEduard Mörikes Roman Maler Nolten166 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 778Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 24,80 · ISBN 978-3-8260-5096-1VLB-Warengruppe 564Zwischen der Beschreibung von fiktionalen Kunstwerken(Ekphrasis), von ,lebenden Bildern‘(tableaux vivants, Attitüden) und der übersteigertenImagination der Protagonisten bildet sichim Roman Maler Nolten von Eduard Mörike einfeines Netz sinnreicher Beziehungen. Die unterschiedlichenArten von ,Bildern‘ dienen in dervorliegenden Arbeit als Schlüsselbegriff für einenneuen Zugang zum Werk des Schriftstellers: Es entfaltetsich ein kompliziertes Spiel von Verweisungenund Spiegelungen, das die Haupthandlung mitden zahlreichen erzählerischen wie auch lyrischenEinlagen verbindet. Steht auch die Auseinandersetzungmit der bildnerischen Kunst im Roman nichtim Vordergrund, so schafft doch die mediale Differenzvon Text und Bild eine wichtige Voraussetzungfür dessen Verständnis.Die AutorinUte Weidenhiller promovierte mit der vorliegendenArbeit an der Università degli Studi Roma Tre.Roberto Di Bella»... das wildgeflecktePanorama eines anderenTraums«Rolf Dieter Brinkmannsspätes Romanprojektca. 530 Seiten, zahlreiche SchwarzweißillustrationenBroschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmKulturpoetik, Bd. 18Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 49,00 · ISBN 978-3-8260-5084-8VLB-Warengruppe 563Die innovative Studie untersucht das Spätwerk vonR. D. Brinkmann erstmals mit Blick auf jenen, biszum Schluss thematisierten, jedoch nicht mehrverwirklichten zweiten Roman, vom Autor selbstzugleich als „fi ktive Autobiographie“, „Romanmeiner Generation“ und „Grundlagenforschungder Gegenwart“ entworfen. Die exemplarischenDeutungen zur Text-Bild-Montage Schnitte(1973/74) und zum Gedichtband Westwärts 1&2(1975) legen nicht nur zahlreiche motivische undtextgenetische Verfl echtungen offen. Mit ihrer offenenTextualität werden sie jeweils als der „préroman“(Michel Butor) eines noch zu entwerfendenanderen Sprach(t)raums lesbar gemacht. Beider Re-Vision der eigenen Erinnerung wie unserer(westlichen) Fortschrittsmythen schreibt Brinkmannsein Material dreifach um: Wiederholung,Korrektur und neuer Sprachentwurf prägen dieDynamik eines ebenso spät- wie postmodernenProjekts, das sich selbst als Schwelle begreift. Dieentsprechend kulturpoetisch orientierten Analysengreifen durchgehend auch auf unveröffentlichteBriefe und Dokumente zurück.Der AutorRoberto Di Bella studierte Germanistik und Romanistikin Bonn, Rom, München und Aachen. 2006-2011 war er Lektor des DAAD an der UniversitätToulouse II. 2011 schloss er an der Universität zuKöln seine Promotion ab und ist aktuell als freierLehrbeauftragter, Übersetzer und Publizist tätig.Linda MaedingFragmentierte LebenGedächtnis und Ästhetik in deutschenund spanischen Exilautobiographienca. 340 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 773Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 39,00 · ISBN 978-3-8260-5051-0VLB-Warengruppe 561Der Gattung Autobiographie kommt in der deutschenund spanischen Exilliteratur eine herausragendeStellung zu. Ihre Popularität ist jedoch andie Erfahrung einer Krise gebunden: Angesichtsvon Aufl ösung und Zusammenbruch wird die Erinnerungzu einem zentralen Gestaltungsprinzipfragmentierter Lebensgeschichten. Parallel zudieser Aufwertung erfährt das autobiographischeGedächtnis aber auch eine Problematisierung,die sich in selbstrefl exiven Schreibstrategien niederschlägt.Das Gedächtnis muss daher bei derUntersuchung dieses Textspektrums als formalästhetischeKategorie, als ethisches Moment und inseiner epistemologischen Dimension Berücksichtigungfi nden.Die vorliegende Studie analysiert das Verhältnisvon Gedächtnis und Poetik in Exilautobiographienbeider Sprachen und bedient sich einer in derForschung bisher fehlenden komparatistischenHerangehensweise, um Produktivität und Revisionder Gattung im Exil herauszuarbeiten. Die Textewerfen grundlegende Fragen zur Darstellung diskontinuierlicherLebensentwürfe und ästhetischerErinnerungsstrategien auf und liefern damit eineneigenständigen Beitrag zur europäischen Autobiographikdes 20. Jahrhunderts.Die AutorinLinda Maeding ist Lektorin an der Sektion für DeutschePhilologie der Universität Barcelona. Sie hatKomparatistik studiert in Mainz, Paris und Bogotá.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


L I T E R A T U R W I S S E N S C H A F T319 783826 0509239 783826 0499659 783826 051050David WellerArno HolzAnfänge eines Dichterlebensca. 320 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 777Erscheinungstermin: 2. Quartalca. € 48,00 · ISBN 978-3-8260-5092-3VLB-Warengruppe 563In der Literaturwissenschaft wurde Arno Holzensmittlerem und spätem Werk seit jeher ein besondererStellenwert beigemessen. Als Dichterdes Monumentalwerks Phantasus, als Darwinist,Evolutionstheoretiker, Verfechter der NeuenWortkunst und Schöpfer naturalistischer Dramenund Prosaskizzen, um nur eine kleine Auswahl zunennen, wurde Holz häufi g diskutiert. Die erstenSchaffensjahre wurden hingegen bis an den Randder Bedeutungslosigkeit gedrängt, was dem quasiselbstzensorischen Umgang des Autors mit demeigenen Werk entspricht: Weder die Werkausgabeletzter Hand noch die posthum besorgte ‚Gesamtausgabe‘enthält das frühe Werk vor 1886. Holzselbst implementierte die frühe Schaffensperiodenur punktuell in spätere Werke und ironisierte dieDichteranfänge immer wieder, was ebenfalls einerAbkoppelung vom Gesamtwerk gleichkommt.Die vorliegende Arbeit verfolgt eine andere Perspektivierung.Die kaum bekannten Arbeiten ausder Zeit zwischen 1881 und 1885, etwa das alsFragment erhaltene Manuskript Spielmannsweisen,die erste gedruckte Gedichtsammlung Klinginsherz!und der mit dem langjährigen FreundOskar Jerschke gemeinschaftlich herausgegebeneGedichtband Deutsche Weisen, werden in größerewerkgeschichtliche, biografische und kulturelleZusammenhänge eingeordnet. Ferner wird dasBemühen eines Jungdichters um literarische Öffentlichkeit.Der AutorDavid Weller studierte Germanistik und Romanistikan den Universitäten Stuttgart und Paris (UniversitéParis Ouest Nanterre La Défense). Er lebtzurzeit in Stuttgart.Kathrin PajcicFrauenstimmen in derspätmittelalterlichen Stadt?Testamente von Frauen ausLüneburg, Hamburg und Wienals soziale Kommunikation505 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 768Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-4996-5VLB-Warengruppe 563Ausgehend vom Forschungsdefi zit zu weiblicherSchriftlichkeit im Spätmittelalter untersucht dieseArbeit Frauentestamente aus Lüneburg, Hamburgund Wien des 14. und 15. Jahrhunderts als nichtliterarischeAlltagsschriften von Frauen im Entstehungskontextder spätmittelalterlichen Stadt. DieVerfasserin nähert sich den Vermächtnistextenmit kultur- und literaturwissenschaftlichen Fragestellungen,überprüft sie auf Aspekte der Selbstreferentialitätund untersucht sie hinsichtlich ihrerFunktion als soziale Kommunikation und als Äußerungenvon Frauen.Die Textanalysen, die sowohl die Errichtungs-,Überlieferungs- und Kommunikationsbedingungender Vermächtnistexte als auch deren Gestaltungsmerkmaleund Argumentationsstrategien besondersin den Blick nehmen, bestätigen die aktiveBeteiligung der Frauen bei der Entstehung derTestamente und zeigen deren Bedeutung als Willenserklärungund Selbstdarstellung. Gemäß derneuen Selbstzeugnisforschung werden die analysiertenGebrauchstexte schließlich als soziale undkulturelle Praxis, als Medium der sozialen Kommunikationund als Artikulationszeugnisse weiblicherStimmen gedeutet, die heute Rückschlüsseauf weibliches Selbstverständnis zulassen.Die AutorinKathrin Pajcic studierte Germanistik, Geschichteund Mathematik. Sie arbeitete als wissenschaftlicheAssistentin im Fachbereich GermanistischeMediävistik der Universität Mannheim und promoviertemit dieser Arbeit 2011 an der dortigenPhilosophischen Fakultät.Joachim Küchenhoff / Joachim Pfeiffer /Carl Pietzcker (Hrsg.)SchamFreiburger literaturpsychologischeGespräche, Band 32352 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmJahrbuch für Literatur und PsychoanalyseNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 38,00 · ISBN 978-3-8260-5105-0Abopreis € 25,00VLB-Warengruppe 561Abstracts – A. Geisenhanslüke: Scham. Theorieund Geschichte einer starken Empfindung – T.Auchter: Gesichter der Scham. Eine psychoanalytischeEinführung – R.-P. Warsitz: Zur Entwicklungsdynamikder Scham – J. Küchenhoff / P.Strasser: Der Körper, der Mangel, die Scham – H.Weiß: Groll, Scham und Zorn. Eine Analyse desBlicks – H. Raguse: Das Erleben von Scham imAnton Reiser von Karl Philipp Moritz – C. Pietzcker:»… es war als sollte die Scham ihn überleben«.Michael Kohlhaas und Die Marquise vonO…: Kleists Versuche mit Scham und Beschämung– C. Benthien: Visuelle Ästhetisierung femininerScham in den Novellen Fräulein Else von ArthurSchnitzler und Ehrengard von Tania Blixen – J.Steuer: Versteinernde Blicke. Schamdiskurse inGünter Grass’ Die Blechtrommel (1959) – W.Gabler: Scham im Beitrittsgebiet. Zum BeispielChrista Wolf – S. Marks: Die Scham und der Nationalsozialismus– G. Fischer / B. Wutka: Die Schuldder Täter und die Scham der Opfer - PsychotraumatischeAbwehr am Beispiel von DOGVILLE (Larsvon Trier 2004) – Bibliographie zum Thema»Scham« – RezensionenDie HerausgeberJoachim Küchenhoff ist Professor für Psychiatriean der Universität Basel.Joachim Pfeiffer ist Professor für neuere deutscheLiteratur und ihre Didaktik an der PädagogischenHochschule Freiburg.Carl Pietzcker, em. Prof. für Deutsche Literaturwissenschaftan der Universität Freiburg.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


32K U L T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0510059 783826 0514329 783826 050398Markus OphäldersAuswege sind Umwege144 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 28,00 · ISBN 978-3-8260-5100-5VLB-Warengruppe 520Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und esgeht um die Frage, ob es nicht schon zu spät sei.Die vorliegenden geschichtsphilosophischen undästhetischen Refl exionen zum Leben, zur Kunstund zur Politik wollen versuchen, Erfahrungen miteiner Schwellenproblematik zu erörtern, die sichdurch Begriffe wie Krise und Revolution charakterisierenließe. Die einzelnen Kapitel, in derenjeweiligem Zentrum sich Hegel, Solger und Tieck,Lukács, Spengler und Benjamin sowie PicassosGuernica 1937 befi nden, versuchen solche Krisensituationenzu beleuchten: vom Fehlschlag derFranzösischen Revolution bis zur Katastrophe desZweiten Krieges. Dem überall waltenden Negativengegenüber soll versucht werden, dialektisch, tragischund ironisch auf Umwegen Auswege sichtbarzu machen. Die theoretische Anstrengung liegtdarin, mögliche Antworten auf die Frage zu finden:Warum Kultur und nicht vielmehr Barbarei?Der AutorMarkus Ophälders wurde in Poughkeepsie/NY(U.S.A.) als Sohn deutscher Eltern geboren und istInhaber des Lehrstuhls für Ästhetik an der UniversitätVerona. Er beschäftigt sich in der Hauptsachemit Themen, welche Kunst- und Geschichtsphilosophieverbinden, wobei die Schwerpunkte in derdeutschen Philosophie, Literatur und Musik des19. und 20. Jahrhunderts liegen.Viktoria Räuchle / Maria Römer (Hrsg.)GefühleSprechenEmotionen an den Anfängenund Grenzen der Spracheca. 300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 39,00 · ISBN 978-3-8260-5143-2VLB-Warengruppe 510G. Klann-Delius: Vorwort – V. Räuchle / M. Römer:Einleitung – Grenzerkundungen – G.Colombetti: What Language Does to Feelings – P.Wünschner: Der Sprachzwang. Wittgenstein unddas Sprechen über Emotionen – Grenzerfahrungen– M. Modlinger: Welche Grenzen? Die Kunstder Sagbarkeit im Holocaust – N. Hagegmann:Gefühle an der Grenze. Inzesttabu und Emotionenin der Literatur des Mittelalters und der FrühenNeuzeit – M. Römer: Das Trauma des Sarin-Gasanschlags1995 bei Haruki Murakami und KazushigeAbe – Grenzziehungen – J. Gaigl: Karl Kraus‘Sprache der Sprachlosigkeit – K. Bethke: „I cannotheave my heart into my mouth“. Embodiment undSprachmaterial bei William Shakespeare – Grenzgänger– G. Brudzynska: Malen mit Fingerspitzenund Ergreifen mit Worten. Gefühl und Aussprechlichkeitder Kunsterfahrung um 1800 – H.Lehmann: Grenzfälle des Sprechens im Kino desNew Hollywood – A. Schwan: „Blumen müssen oftbezeigen, was die Lippen gern verschweigen“. Floriographieals Sprache der EmotionenDie HerausgeberinnenMaria Römer studierte Japanologie und Allgemeineund Vergleichende Literaturwissenschaften inBerlin und Tokyo.Viktoria Räuchle studierte Klassische Archäologieund Gender Studies an den Universitäten Wien,Heidelberg und Neapel.Manfred VoigtsZwischen Antisemitismus unddeutsch-jüdischer Symbiose296 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-5039-8VLB-Warengruppe 510Von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte biszum Ende der Weimarer Republik untersuchen diehier aus zehn Jahren gesammelten Aufsätze dievielschichtige Problematik von philosophischemAntisemitismus und deutsch-jüdischer Symbiose.In Analysen einzelner Texte und in der Querschnitts-Darstellunghistorischer Konfliktthemenwird dieses für die deutsche kulturelle Entwicklungnoch heute zentrale Thema aus unterschiedlichenAspekten beleuchtet. Das letzte Drittel desBuches untersucht auf viel Material gestützt dieGrundlagen der deutsch-jüdischen Symbiose undstellt dar, dass diese als historisch begrenztes Phänomenauch an den Begrenztheiten seiner Epocheteilhatte.Der AutorManfred Voigts lehrte am Institut für Jüdische Studienan der Universität Potsdam. 1994 gab er denBand ‚Franz Kafka: Vor dem Gesetz‘ heraus, 2007,Kafka und die jüdische Frau‘ – beide bei K&N. Seinletztes großes Werk ist „Die deutsch-jüdische Symbiose.Zwischen deutschem Sonderweg und Idee,Europa‘.“K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


K U L T U R W I S S E N S C H A F T339 783826 0501219 783826 0501769 783826 050367Klaus von SchillingKultur und Identität936 Seiten in zwei Bänden, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 98,00 · ISBN 978-3-8260-5012-1VLB-Warengruppe 510Teil I: Geselligkeit und Gemeinsinn –Bürgerlichkeit im philosophischen und literarischenDiskursTeil II: Autonomie und Selbstverständnis –Zum philosophischen und literarischenDiskurs der GegenwartWas ist kulturelle Identität? Wie ist sie aus individuellerund kollektiver Perspektive zu bestimmen,und welchen Ort hat sie in Gesellschaft undLiteratur? Bedarf sie der Rechtfertigung? Und wieist eine solche vorzustellen? – Die Fragen sindweder über die reine Begriffsdeduktion nochüber die Versenkung in die theoretischen oderliterarischen Texte zu beantworten, denn beidesverweist aufeinander. Die vorliegende Untersuchungmöchte den Begriff entfalten und zugleichder Geschichte ihrer Erscheinungen nachgehen;sie zeichnet deshalb einen doppelten Bogen, derzum einen den philosophisch-theoretischen undden literarischen Diskurs ineinander spiegelt undzum anderen eine geschichtliche Brücke zwischendem bürgerlichen Zeitalter und der unmittelbarenGegenwart schlägt. Daraus ergibt sich dieAufteilung in zwei Bände, in denen jeweils beideDiskursstränge verfolgt werden.Der AutorKlaus von Schilling war bis 2008 Dozent für InterkulturelleGermanistik an der Universität Mainz.Lehr- und Forschungsgebiete: Literatur- und Kulturwissenschaft,Politische Landeskunde.Arthur EngelbertHELP!Gegenseitig behindern oder helfen.Eine politische Skizze zurWahrnehmung heute320 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5017-6VLB-Warengruppe 510Das Konzept des autonomen Individuums befi ndetsich in der Krise. Traditionelles Orientierungs- undSteuerungswissen erweist sich für die Dynamikglobaler Koexistenz als obsolet. Dadurch verengtsich der Spielraum des Individuums, Einfl uss aufgesellschaftliche Prozesse und seine eigene Lebensführungzu nehmen. Es geht hierbei um dieFrage, in welchem Verhältnis heute Anpassung undSelbstbestimmung stehen. Wie und wo spiele ichals Individuum mit?Um Spielräume zu erkennen, selbst zu bestimmenund mit anderen zu verändern, muss man kooperieren.Dazu benötigt der Einzelne Modelle und Erfahrungsbeispiele.Das fordert Einsicht gegenüberder Lebensperspektive anderer und eine radikaleOffenheit gegenüber allen denkbaren Situationen.Das Buch greift die anarchistische Idee gegenseitigerHilfe im skizzierten Zusammenhang auf undentwickelt diese durch die Einbeziehung aktuellerDebatten weiter. Gegenseitige Hilfe wird als ein offenesModell »freiwilliger« Kooperation von Kleingruppenin Abgrenzung zu »unselbstständiger«Kooperation erläutert. In diesem Rahmen werdenBewusstseinskonzepte exemplarisch diskutiert, dieder Einzelne gedanklich und praktisch annehmenkann, um selbstbewusster und unabhängiger zusammenmit anderen zu lernen, zu denken und zuhandeln.Der AutorArthur Engelbert ist seit 1996 Professor für Medientheorieund -praxis an der FH Potsdam undhabilitierte 1998 im Fach „Medientheorie undKunstwissenschaft“.Jochen Achilles / Roland Borgards /Brigitte Burrichter (Hrsg.)Liminale AnthropologienZwischenzeiten, Schwellenphänomene,Zwischenräume in Literaturund Philosophie320 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5036-7VLB-Warengruppe 561Liminale Anthropologien bezeichnen einen zentralenWirkungsbereich liminaler Strukturen: denEntwurf des Menschen. Denn der Mensch ist vielfältigauf Zwischenzeiten, Schwellenphänomeneund Zwischenräume bezogen, und er ist dies ineiner konstitutiven, ursprünglichen, nicht nur ineiner sekundären, abgeleiteten Art. Die in diesemBand versammelten Beiträge stellen die Frage,wie Liminalität gedacht, imaginiert und dargestelltwird; sie zielen auf Konzepte, Entwürfe undInszenierungen liminaler Anthropologien. Damitkreuzen die Beiträge zwei mittlerweile etablierteUntersuchungsperspektiven der Literatur- undKulturwissenschaften: Zum einen die Frage nachkulturellen Grenzphänomenen im Allgemeinen,zum anderen die Frage nach dem Menschen unterdem Druck posthumanistischer Zustände im Besonderen.Mit Beiträgen von: J. Achilles, R. Borgards,B. Burrichter, B. Waldenfels, F.-P. Burkard, G.Penzkofer, F. Günther, H. Neumeyer, J. Robert,J. Braun, D. Scott, A. Geisenhanslüke, B. Ventarola,N. Lennartz, M. Kemmer, U. K. HeiseDie HerausgeberJochen Achilles ist Prof. für Anglistik und Amerikanistikan der Universität Würzburg.Roland Borgards ist Professor für Neure DeutscheLiteraturgeschichte an der Universität Würzburg.Brigitte Burrichter ist Prof. für Romanistik an derUniversität Würzburg.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


34K U L T U R W I S S E N S C H A F TIna Ulrike Paul / Richard Faber (Hrsg.)Der historische Romanzwischen Kunst, Ideologieund Wissenschaft510 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 1. Quartal€ 49,80 · ISBN 978-3-8260-5021-3VLB-Warengruppe 5639 783826 050213Vorwort – I. Zum Verhältnis von Geschichtsschreibungund historischem Roman – B.Gladigow: Historia extra terram: Geschichtsstundenim All – J. Rüsen: Wahrheit, Sinn undKonstruktion. Über die wahre Geschichte, überGrenzen und Möglichkeiten moderner Historiographie,Globalisierung und Ethnozentrismus, imGespräch mit Ljiljana Heise u. Ivonne Meybohm –O. G. Oexle: Claude Simon – und »wie es eigentlichgewesen« – K. Stopka: Fiktionale Zeitgeschichten.Ein Plädoyer für eine historiographische Annäherungan die Literatur – W. E.J. Weber: AmbivalenteDynamiken. Bemerkungen zur Geschichte derGeschichtsschreibung und ihrer Methodologie – J.Link: Die Normalisierung von Achtundsechzig alsAnti-Ereignis: ein Fall für die Literatur? Prolegomenazum aktualhistorischen Roman Bangemachengilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee.Eine Vorerinnerung – II. Historische Romane:Historische Gegenstände in multiplerPerspektive – M. Zimmermann: Annie Ernaux,„Ein Buch über die Zeit und das Gedächtnis“: LesAnnées (2008) – K. Bruns: Historizität - Ereignis -Narration. Der Baader-Meinhof- Komplex (2008)von Uli Edel – I. U. Paul: Geschichte und Literatur -Werkzeug der Selbsterkenntnis. Über Daniel KehlmannsRoman Die Vermessung der Welt(2005) –A. Pfersmann: Die Anmerkungen im „Roman derGegengeschichte“ Augusto Roa Bastos und PatrickChamoiseau – L. Stockinger: „Fritz“, Friedrichvon Hardenberg und Novalis. Geschichtliches Wissenund Fiktion in Penelope Fitzgeralds The BlueFlower (1995) – J. P. Mautner: „In ihre fürchterlichenGeschichtsabgründe hinunter zu schauen“.Thomas Bernhards Auslöschung (1988) als Auslöschender Geschichte – C. de Gemeaux: ÜberMarguerite Yourcenars Roman Die SchwarzeFlamme (1968). Wie der historische Roman dieGeschichte aufhebt – H. Tommek: Ein historischliegengebliebener Versuch. Peter Weiss’ Viet NamDiskurs (1967) – J. Flemming: Kriegsroman undautobiographische Vergegenwärtigung. ArnoldZweig und Der Große Krieg der weißen Männer(1931-1935-1937-1954-1957) – H. Hanko:Leo Perutz’ Nachts unter der Steinernen Brücke(1953) - historischer Roman oder Kaiser RudolfII. Kunst- und Wunderkammer? – U. Weymann:Karnevalistisches Weltempfi nden oder: der lachendeHenri Quatre (1935/38) – G. Bauer: DreißigJahre Krieg: hart, streng, dicht. Ricarda HuchsDer große Krieg in Deutschland (1912/14) undvier weitere Autoren – R. G. Czapla: Wie ThomasMann und Fritz Stein den Savonarola-Stoff für denvölkischen Historienroman untauglich werdenließen. Zu Gladius Dei (1902) und Savonarolader Zweite (1924) – E. Stölting: Illusion undNachempfindung. Über mimetische Identifi kationanhand Alfred Schnitzlers Revolutionsstück Dergrüne Kakadu (1898) – R. Faber: Resignierte Auflösungund Erstarrung. Zu Theodor Fontanes HistorischemPreußenroman „Geert Innstetten“ aliasEffi Briest (1894/95) – P. Ladwig: Ein Sizilianerin Italien - Die Wiederkehr der Vizekönige (1894)von Federico De Roberto – B. Wehinger: GeorgeSands historischer Roman Nanon (1872). Eineliterarische Revalorisierung der Französischen Revolution– M. Leutzsch: Carl Heinrich VenturinisNatürliche Geschichte des großen Propheten vonNazareth (1800/02). Der einfl ussreichste Jesusromanbis heute – III. Kontrafaktische Zeitgeschichteoder „was wäre eigentlich gewesen,wenn?” – E. Schütz: Kontrafaktische Geschichtsschreibungzum NS in Romanen nach 1945 – B.Picht: „Geschichte ist weder ein Gericht noch einAlibi“. Über Alfred Anderschs Roman Winterspelt(1974) und die Alternativen in der Geschichte – R.Brenneke: Historisches Spiegelkabinett: Philip K.Dicks The Man in the High Castle (1962)XDie HerausgeberIna Ulrike Paul ist Geschäftsführerin des Zentralinstitutsstudium plus an der Universität der BundeswehrMünchen.Richard Faber ist Professor für Soziologie (der Literatur)an der FU Berlin.Ernest W. B. Hess-Lüttich (Ed.)Sign CultureZeichen KulturFestschrift für Roland Posner610 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 58,00 · ISBN 978-3-8260-5067-1VLB-Warengruppe 5619 783826 050671Unter dem Titel Sign Culture Zeichen Kulturwidmen sich über 40 Autoren aus aller Welt undaus den verschiedensten Disziplinen den wichtigstenThemen der aktuellen Erforschung desZusammenhangs von Zeichen und Kultur. Damitbietet der Band einen zugleich exemplarischenund systematischen Überblick über theoretischeund empirische Ansätze in den Forschungsfeldernder Kultur- und Wissenschaftstheorie, der LinguistischenPragmatik, der Künste und der Medien,der Kognitionstheorie und der Körpersprache, derpolitischen Öffentlichkeit und des Alltagslebens.Diesen inter- und transdisziplinären Arbeitsgebietender Zeichentheorie und Zeichenpraxis hat derGründungspräsident der Deutschen Gesellschaftfür Semiotik und maßgebliche Herausgeber desStandardwerks Handbuch der Semiotik, der BerlinerGermanist und Linguist ROLAND POSNER,fruchtbare Impulse gegeben. Deshalb ist ihm dieserBand aus Anlass seines 70. Geburtstages gewidmet.Der HerausgeberProf. Dr. Dr. Dr. h.c. Ernest W. B. Hess-Lüttich istOrdinarius für Germanistik (Sprach- und Literaturwissenschaft)an der Universität Bern (Schweiz)und Extraordinarius an der University of Stellenbosch(Südafrika). Seine Forschungsschwerpunkteliegen vor allem im Bereich der Dialog- undDiskursforschung sowie der Text- und Kommunikationswissenschaft.Er hat bislang ca. 40 Büchergeschrieben oder herausgegeben und über 320Aufsätze publiziert.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


K U L T U R W I S S E N S C H A F T35Lena-Simone Günther / Saskia Hertlein /Bea Klüsener / Markus Raasch (Hrsg.)RadikalitätReligiöse, politische und künstlerischeRedikalismen in Geschichteund GegenwartBand 2: Frühe Neuzeit und Moderneca. 240 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 36,00 · ISBN 978-3-8260-4793-0VLB-Warengruppe 5109 783826 050824M. Niemetz: Zur Normativität des Bösen. Bildund Feindbild vom Jesuiten in der Frühen Neuzeit– J. Overhoff: Radikale Toleranz als Leitbildder Amerikanischen Aufklärung. Die Begründungüberkonfessioneller Erziehung an der PhiladelphiaAcademy durch Benjamin Franklin und GeorgeWhitefield (1740-1751) – E. Lobsien: Was ist literarischeRadikalität? Überlegungen im Blick aufBergson, Husserl, Joyce und Beckett – R. Bucher:Hitlers gnadenlose Theologie. Strukturen und Lehren– H.-J. Sander: Das Aggiornamento des ZweitenVatikanischen Konzils. Ein radikales Ereigniswider theologische und politische Radikalismen– W. Kraushaar: Wie radikal war die RAF? – D.Hattrup: Radikale Auslöschung der Religion durchWissenschaft? – J. Ahrens: Die Anthropologie derTechnik: Wie radikal sind die Biowissenschaften?– A. Pfahl-Traughber: Die NPD als Beispiel einerextremistischen bzw. radikalen Partei. Fallstudiezu einer politischen Bestrebung gegen die Normenund Regeln des demokratischen Verfassungsstaates– M. Reddig: Die Radikalität des religiösen Fundamentalismus– G. Langenhorst: Annäherungenan Fanatiker und ‚Gotteskrieger‘: Religiöse Radikalismenin der Gegenwartsliteratur – G. Götzenbrucker:Radikalität im Cyberspace? Beispiele jugendkulturellerProteste & Grenzüberschreitungen– H. Macha: Theorieentwicklung in der Genderforschung:Intersektionalität als eine radikale Formder Gesellschaftsanalyse und -kritik – W. Ötsch:Marktradikalität. Der Diskurs von „dem Markt“– F. P. Kühn: Entsicherte Risikopolitik – RiskanteSicherheitspolitik. Ansätze zu einer Bilanz außenpolitischenHandelns im 21. JahrhundertDie HerausgeberLena-Simone Günther ist Doktorandin am Lehrstuhlfür Amerikanistik an der Katholischen UniversitätEichstätt-Ingolstadt.Saskia Hertlein ist wissenschaftliche Mitarbeiterinam Lehrstuhl für Amerikanistik an der UniversitätDuisburg-Essen und Lehrbeauftragte am Lehrstuhlfür Amerikanistik an der Katholischen UniversitätEichstätt-Ingolstadt.Bea Klüsener ist wissenschaftliche Mitarbeiterin amLehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft an derKatholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.Timo Heimerdinger / Erich Kistler /Eva-Maria Hochhauser (Hrsg.),Gegenkultur‘Cultural Encounters and TransfersBand 2ca. 220 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 34,00 · ISBN 978-3-8260-5110-4VLB-Warengruppe 5109 783826 051104T. Heimerdinger: Figuration Gegenkultur: Kontraals Kitt. Zur Einführung – M. Sexl: „Gegen Kultur- eine Polemik“ – Literatur – A. Zink: „Die schöneLiteratur als Gegenkultur zu Nationalismus undPartikularismus in den jugoslawischen Nachfolgestaaten“– S. Donat: „In den Köpfen der Gegenkultur- Gegenkultur als Kopfgeburt: WiderständigeKollektive und erzählerische Vermittlung“ – S.Fink: „Gegenkultur im Alten Orient?“ – Politischeund soziale Praxis – M. Gronau: „Zur Unkulturdes Unpolitischen, oder: Demokratiekritik in derpolitischen Sprache der griechischen Klassik“ –E.-M. Hochhauser: „Jean-Marie Le Pen und NicolasSarkozy: Gegenkultur(en) im politischen Feld‚Frankreich’?“ – K. Mühlbacher: „Der spanischeFußball im Spannungsfeld zwischen Nationalismusund Regionalismus“ – Medialität – A. Wiesinger:„Politische Gegenkultur im Internet. Medienformate,Protestformen und Akteure“ – V. Bernard:„Images of the Poor - Die Inszenierung der Armutals Gegenkultur durch Ästhetisierung und Idealisierungin Kunst, Literatur und Film: Denkanstößeam Beispiel des Films Slumdog Millionaire (UK/USA, 2008)“ – V. Schuchter: „Queere Utopie odermaskierter Mainstream? Zur Darstellung von Gay-Communities im TV“ – Religiosität – B. Huber:„Das Konzept von „Gegenkultur“ und die Erforschungindividuellen Christseins. Ostdeutschlandund Tirol als Beispiel“ – N. Thoma: „„Wir haltendagegen, werden Fäuste erheben“. GegenkulturelleInszenierungen am Beispiel des islamischenRappers Ammar114“ – U. Ratheiser: „Lifting theVeil or Tying Hijab: Muslim Counter-Discourse inContemporary British Culture“ – E. Kistler: „Mecca-Colaals Ikone einer islamischen Gegenkultur?Eine Frage der Sicht der Dinge!“Die HerausgeberTimo Heimerdinger, Studium der Fächer Volkskunde,Neuere Deutsche Literaturgeschichte und DeutschePhilologie (Linguistik) an den UniversitätenFreiburg i.Br., Pisa und Kiel, dort Promotion zumDr. phil. im Jahr 2004. 2004-2009 Juniorprofessurfür Kulturanthropologie / Volkskunde an der UniversitätMainz, seit Herbst 2009 Univ.-Prof. für EuropäischeEthnologie an der Universität Innsbruck.Erich Kistler, Studium der Klassischen Archäologie,Alten Geschichte und Philosophie an der UniversitätZürich. Seit 2010 Professor am Institut für Archäologienan der Universität Innsbruck.Eva-Maria Hochhauser, Politologin und Romanistin,ist Koordinatorin der „ForschungsplattformCultural Encounters and Transfers (CEnT)“ derUniversität Innsbruck.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


36K U L T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 049675– A. Michaelis: Nachbarn in der Fremde. HansKeilsons „Da steht mein Haus“ im Horizont kanonischerErinnerungsbücher von Überlebenden derShoah – V. Psychoanalyse und Literatur beiHans Keilson – S. Schröder: Erzählstrukturenim Kontext psychoanalytischer Fallerzählungen –B. Mahlmann-Bauer: Über die Anwendung vonKeilsons anamnetischer Methode der sequentiellenAnalyse auf die Auswertung der Holocaust-Erinnerungsliteratur– H. Grugger: Intersubjektivitätzwischen Sagbarem und Unsagbarem. Hans Keilsons„Schrei ins Leere“ im Spiegel des aktuellenTraumadiskurses – VI. Dokumentarisches – M.Keilson-Lauritz: Der literarische Nachlass vonHans Keilson – eine Bestandsaufnahme9 783826 051289Ulrike Weymann / Simone Schröder /Martin Andreas Widmann (Hrsg.)„die vergangene Zeit bleibtdie erlittene Zeit.“Untersuchungen zum Werkvon Hans Keilsonca. 300 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 38,00 · ISBN 978-3-8260-4967-5VLB-Warengruppe 510S. Schröder / U. Weymann / M.A. Widmann:Einführung – I. Kontexte und Rezeption – H.Detering: Hans Keilson - Erinnerung an einenSchriftsteller und Freund Damion Searls: From therag shop into the New York Times - a translator’snote – C. H. Niekerk: Hans Keilson im Exil. Zurdeutsch-niederländischen Transkulturation in„Da steht mein Haus“ / in den autobiografischenSchriften – II. Hans Keilson als Lyriker – H.Schmiedt: „In der Luftschaukel der Sprache“. Anmerkungenzu Hans Keilsons Lyrik – R. Görner:Hans Keilsons Poesie der Tonartenwechsel – III.Zu Hans Keilsons Romanen und Erzählungen– W. Fähnders / H. Karrenbrock: Hans Keilsons„Das Leben geht weiter“ und der Romander späten Weimarer Republik – M. Lickhardt:Männlichkeitsbilder in „Das Leben geht weiter“ imSpiegel der Wirtschaftskrise – A. M. Widmann: Inder Kammer. Zur Erzählarchitektur in „Komödiein Moll“ – T. Pfl ugmacher: Wohin mit der Leiche?„Komödie in Moll“ und ihre didaktischen Implikationentbd.: zu „Der Tod des Widersachers“ – A. M.Parkinson: „Death of the Adversary“ Emotions andthe Affective Structure of Anti-Semitism in PostwarPsychoanalysis and Literature – U. Weymann: Literaturals Bühne. Rollenkonzeptionen und theatraleStrukturen in der Prosa Hans Keilsons/Das Lebenals Bühne – IV. Essays und autobiographischeArbeiten – J. Birkmeyer: Sprache nach den Erfahrungendes Holocaust. Zu Hans Keilsons Essays– M.-C. Bugelnig: „Schreiben, das ist für micheine andere Möglichkeit spazieren zu gehen, inder Welt“: Topographien der Erinnerung. Zu HansKeilsons Erinnerungsbuch „Da steht mein Haus“Die HerausgeberUlrike Weymann ist Postdoc am Deutschen Institutder Johannes Gutenberg- Universität Mainz; ihraktuelles Projekt trägt den Arbeitstitel: „Authentizitätseffekte.Medienkonvergenzen und ästhetischeRealitätsinszenierung in der Literatur der NeuenSachlichkeit“.Simone Schröder studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Komparatistik, Hispanistikund Politikwissenschaft. Sie ist Mitbegründerin derKulturzeitschrift elephant und gewann für ihre literarischenArbeiten und Essays bereits mehrfachAuszeichnungen.Andreas Martin Widmann wurde 2008 mit einerArbeit zum Thema „Kontrafaktische Geschichtsdarstellung:Untersuchungen an Romanen von GünterGrass, Thomas Pynchon, Thomas Brussig, MichaelKleeberg, Philip Roth und Christoph Ransmayr“promoviert. Für seine Essays wurde er mehrfachausgezeichnet, für das Romandebüt Die Glücksparadeerhielt er 2010 den Robert-Gernhardt-Preis.Kosmas RaspitsosDie Latinisierungdes GriechischenÜbersetzung, Verstehen und Spracheim Ausgang von Martin Heidegger undHans-Georg Gadamer230 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Philosophie 531Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 36,00 · ISBN 978-3-8260-5128-9VLB-Warengruppe 520Welche Verwandlung erfährt das Denken der Griechendurch seine Übersetzung in die lateinischeSprache, in die Welt und in die Kultur der Römer?Martin Heidegger charakterisierte diese Latinisierungals Entfremdung der griechischen Philosophie.Reichen die Folgen dieser Umformung bis heutzutageund ist es eigentlich nicht mehr möglich, dieGrundbegriffe der griechischen Philosophen angemessenzu verstehen? Das vorliegende Buch versuchtmit Heidegger, aber gleichzeitig anders als beiihm, eine Antwort auf diese Aporie zu geben. Dabeiwird auch das Werk Hans-Georg Gadamers herangezogen.Das Ergebnis dürfte vielleicht etwas mehrLicht in die Interpretation der beiden Philosophenwerfen, in die eigentümliche Beschaffenheit der philosophischenSprache und auch in die Diskussionüber die Probleme des Übersetzens, des Verstehensund der Sprache, d. h. über zentrale Fragen der philosophischenHermeneutik.Der AutorKosmas Raspitsos hat Philosophie, Germanistikund Übersetzungswissenschaft in Athen, Berlin undFreiburg i.Br. (Promotion) studiert. Außer seinenForschungsschwerpunkten in Hermeneutik, antikerPhilosophie und moderner Vernunftkritikübersetzt er philosophische und literarische Texte.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


K U L T U R W I S S E N S C H A F T37Tanja Zimmermann /Aleksandar Jakir (Hrsg.)Europe and the BalkansDecades of ‚Europeanization‘?ca. 360 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 49,80 · ISBN 978-3-8260-5109-8VLB-Warengruppe 5109 783826 051098A. Jakir: „This is where we belong“ - „EuropeanUnion“ and „Europeaness“ in contemporary debatesin Croatia – T. Zimmermann: Fortress Europeand the gorges of the Balkans: From JakobPillipp Fallmerayer to Tanja Ostojić’ s EU-slip – Introducingthe Balkans to Europe – D. Norris:Mind the gap! The Balkans as literary trope – A.Avdagić: The early encounters with Europe andnarrative models of mediation – I. Živančević-Sekeruš / P. Sekeruš: The evolution of one image:from indigenous Morlachs to Hollywoodish Borats– J. Sujecka: Conceptions of the Balkans. The linguistic,the historical and the mental Balkans – S.Nasevski: Inclusive character of Balkan identityregarding identity of Europe, in the perspective ofEuropean integration – D. Hasanbegović: Storiesfor Europe: Bosnian fi lm and the cultural codificationof trauma – “Europeanization” of the Balkans– D. Spasojević / J. Kleut: Europeanizationdiscourse of Serbian political elites: Peščanik andNova srpska politička misao – M. Popadić: SerbianID for Europe: visual identity of the new Serbianpassport – M. Komel: Splitting Eurobalkanism:Europaization of the Balkans, Balkanization ofEurope - a short psychoanalytical observation –D. Melčić: Europe and the Balkans: Some ThesesConcerning the History of (National) Discourses– A. Ioannidou: The new anti-European tendenciesin Greece due to the economic crisis – Identities”in-between” – N. Makuljević: Politics ofperception: Europe and the Balkans between orientalismand occidentalism – B. Škvorc: MiroslavKrleža between Mitteleuropa and the Balkans – D.Beganović: Radomir Konstantinović im Kontextder jugoslawischen 60er – T. Brajović: ImaginingEurope: (anti)utopian memory of the ‚millennium‘trilogy by Vojislav Despotov – K. Kulavkova: Thememory of the Balkans stereotypes in the westernEuropean context – War and Confl icts from theBalkan and European Perspective – E. Kazaz:Skender Kulenović‘s war poems: Rememberinga European War from a Balkan perspective – A.Bašić: The Bombing of the Sarajevo town hall, Nationaland University Library of Bosnia-Herzegovina(1992- 2012): Erasure of Memory Before the Ageof Digitalisation – D. Gruhonjić: Srdjan Aleksić’scase and reconciliation in the region – J. Nießer:“The dilemma about reconciliation” - Investigatinga transnational approach to dealing with the past inpostjugoslav societies (RECOM) – A. Bohn: Imagesof the Balkans in times of war. Film propagandafrom the German Empire to National Socialist Germany– Women and the Balkans/Woman onthe Balkans – K. Lindemann: Explaining Bosnia -Milena Preindlsberger-Mrazović and Austria’s own“Orient” – M. Ciglenečki: The Balkan Beauty - ElsaOeltjen Kasimir (1887-1944) – R. Senjković: MissYU: Socialist female beauty – I. Ćirović: Images ofviolence against Balkan women in the 19th centuryEuropean culture – A. Demiragić: Is there anauthentic woman‘s response to the war?: Women‘swritings about the war in Bosnia and Herzegovina– Representing the Balkans in art and popularculture – G. Kirn: Between Yugoslav and Post-Yugoslav memorial spaces – B. Murovec: True arton the “right” side – L. Reinkowski: Yugoslav pop/ rock culture of the 1980s and Euro-Balkan Identity– S. Fietkau: Balkan pop or Eurotrash - Yugoslaviaand Its Successor States in the EurovisionSong Contest – N. Louveau: YU-splendor reloaded– N. Avramovska: Europe and another Europe onthe European Theatre – J. Murašov: Vegeta: Theidea of Yugoslavia and the taste of the regionDie HerausgeberTanja Zimmermermann is Junior Professor ofSlavic Literatures at the University of Konstanz. Herresearch interests are media policy and memorystudies, the East-West transfer in literature andvisual culture from 19th to the 21th century. Mostrecent publication: ed. Balkan Memories. MediaConstructions of National and Transnational History,Bielefeld: Transcript 2012.Aleksandar Jakir is Professor of 20th century Historyat the Faculty of Philosophy - University ofSplit. His research interests are contemporary historyof Southeastern Europe. He works on differentaspects of the political, cultural and social historyof Dalmatia, Croatia and Yugoslavia during the 20thcentury, with emphasis on the process of formationof modern national identity.Markus Oliver SpitzPräsentation - Distinktion -DignitätEine Bourdieusche Lesartnebst sechs Fallstudien244 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmEpistemata Literaturwissenschaft 769Noch nicht angeboten, bereits erschienen€ 29,80 · ISBN 978-3-8260-5004-6VLB-Warengruppe 5619 783826 050046Nach einer Phase der deutschsprachigen Bourdieu-Rezeption,welche ganz überwiegend durchEinführungen gekennzeichnet war, sind seit einigenJahren Detailfragen in den Mittelpunkt gerückt. Allerdingsfehlt bis heute, zehn Jahre nach BourdieusTod, eine systematische Auseinandersetzung mitseiner Distinktionstheorie beinahe gänzlich.Der vorliegende Band widmet sich daher zuvorderstder Dialektik zwischen Prätention und Distinktionund ihren Konsequenzen für die soziale Rangstellungoder: Dignität eines Individuums. Zu diesemZweck wird Bourdieus Ansatz zunächst im soziologischenKontext verortet. Dabei werden sämtlicherelevanten Kernbegriffe konzise in ihrer Bedeutungals Komponenten der Distinktionstheorie benannt,bevor zentrale Distinktionsfaktoren (Sprach- undMedienkompetenz, Bildungskapital, Macht undKenntnis kultureller Codes) behandelt werden.Der Band gibt der engen Anbindung an Originaltexteden Vorzug vor der Verwendung von (Teil-)Übersetzungen.Mit zahlreichen Vor- und Rückverweisen sowiezusammenfassenden Abbildungen ist er auf anschaulicheDarstellung und Analyse der inhärentenZusammenhänge der Kultursoziologie Bourdieusangelegt. Dabei wendet er sich explizit nicht alleinan Soziologen, sondern gerade auch an Linguisten,Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler.Der AutorMarkus Oliver Spitz, Studium der Germanistik, Anglistik,Soziologie und Pädagogik in Bochum undBonn. Promotion in Exeter mit einer Arbeit überChristoph Ransmayr, 2004 veröffentlicht bei K&N.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


38K U L T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0504599 783826 0503369 783826 050893Natalie J. LauerDer Kontrakt des Zeichnersmit der MedizinÄsthetik und Wissenschaft im BildatlasBourgery & Jacob256 Seiten, Paperback, zahlr. farbige AbbildungenFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5045-9VLB-Warengruppe 510„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Für dieAnatomie bedeutet das: Funktion, Lagebeziehungenunterschiedlicher Teile und gegebenenfallsdie Mechanik werden direkt und ohne wortreicheErklärungen anschaulich und begreifbar gemacht.Der Anatom Jean-Marc Bourgery und der ZeichnerNicolas-Henri Jacob schufen in der ersten Hälftedes 19. Jahrhunderts ein opulentes Tafelwerk, dassowohl als Höhepunkt der Anatomie als auch derKunst der Lithografi e gilt. Nichts weniger als dieideale Synergie zwischen Kunst und Wissenschaftwar das Ziel jahrzehntelanger Zusammenarbeit.Die Autorin legt erstmals eine umfassende Forschungsarbeitzu diesem wegweisenden Werkder medizinischen Bildgebung vor und erläutertKriterien, die die Darstellung des menschlichenKörpers bis heute prägen. Mit bildwissenschaftlichemBlick werden Funktionen, visuelle Konzeptionenund medizinische Botschaften der Bildtafelnuntersucht und medizinhistorisch eingeordnet. EinBilderbogen, der die neuzeitliche Anatomie vonVesal bis Gunther von Hagens berücksichtigt.Der Band ist darüber hinaus ein innovativer Beitragzur Wirkungsgeschichte und Deutung von Werkender medizinischen Bildgebung. Grenzbereiche derDisziplinen Kunstgeschichte, Medizin, Medizingeschichteund Medienkunde sind berücksichtigt.Das Buch enthält insgesamt 148 Abbildungen, davon44 in Farbe.Die AutorinNatalie J. Lauer studierte Kunstgeschichte an derLudwig-Maximilians-Universität München, MA2009, Promotion 2012, und arbeitet derzeit an derLudwig-Maximilians-Universität München.Wolfgang KröplinAuf der Suche nach demunbekannten TheaterBilder und Befunde vommittelosteuropäischen TheaterBand 1 und 2ca. 900 Seiten in 2 Bänden, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 98,00 · ISBN 978-3-8260-5033-6VLB-Warengruppe 561Das Theater in Europas mittlerem Osten ist weithinunbekannt. Der Autor beschreibt nun Entwicklungendieses mittelosteuropäischen Sprechtheaters.Aus eigener Anschauung während der 70er und80er Jahre des 20. Jahrhunderts, aus Recherchenvor Ort sowie langjähriger Forschungstätigkeit.Im Zentrum steht das Theater der ehemaligen sozialistischenLänder. Dessen auffliegende Utopieund bleierne Verkrustung. Zugleich aber auch derganze mittelosteuropäische Kulturraum. Mit seinemverspäteten Nationaltheater und seiner vergessenenkünstlerischen Avantgarde im Spielraum von nationalerBefreiungsbewegung, bürgerlicher Konstituierung,sozialistischer Prägung und internationalemAustausch. Die Arbeit beschreibt, wie die Gesellschaftihr Theater einrichtete und welchen Platzsich das Theater in der Gesellschaft suchte. Und sieentdeckt dieses Theater als einen wesentlichen Teileuropäischer Kulturgeschichte, der sich geradezuanbietet, weitreichende Entdeckungen zu machen.Was in diesem Raum „gedacht und gestaltet wurde“,gab R. v. Weizsäcker schon 1994 zu bedenken, „gewinntheute unter dem Vorzeichen eines zukünftigenEuropa neue und aktuelle Bedeutung“.Der AutorWolfgang Kröplin ist Theaterwissenschaftler und warals Dramaturg bzw. Chefdramaturg in Dresden undLeipzig engagiert. Promovierte und habilitierte sich,lehrte an der Leipziger Theaterhochschule Dramaturgie,Kultur- und Theatergeschichte und forschte besonderszur Historie und Gegenwart des mittelosteuropäischenTheaters und Dramas. Schrieb Theaterkritikenund publizierte zahlreiche Aufsätze und Studien.Vera SchanzPolitische und literarischeSouveränität im frühneuzeitlichenFrankreichBodin, La Boétie, Montaigne216 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmEpistmata Literaturwissenschaft 776Erscheinungstermin: 2. Quartal€ 34,00 · ISBN 978-3-8260-5089-3VLB-Warengruppe 561Vor dem Hintergrund sich neu herausbildenderNationalstaaten stellt die Frühe Neuzeit eineSchwellenzeit dar, in der verschiedene Ausprägungenvon politischer Souveränität zum Ausdruckkommen. Vorliegende Analyse widmet sich der zunehmendenAusdifferenzierung von Souveränität inFrankreich. Drei Werke prägen entscheidend denThemenkomplex um Souveränität und Macht: JeanBodins Six Livres de la République, Etienne de LaBoéties Discours de la servitude volontaire undMichel de Montaignes Essais.Einem rein politischen Verständnis von Souveränität,wie es Bodin vertritt, stellt La Boétie die Souveränitätdes Individuums gegenüber. Montaignedehnt das Konzept aus und überträgt es auf denDiplomaten, Gott und das eigene Ich. Zudem ergänzter La Boéties Überzeugung um die schriftstellerischeKomponente: der inhaltlichen Auseinandersetzungmit Souveränität ist zugleich die Sucheund Schaffung einer Selbstsouveränität übergeordnet,die Montaigne mittels des ethopoetischenSchreibens zu erlangen sucht. Ebenso wie das vonMichel Foucault skizzierte selbstsorgende Subjektder griechischen und römischen Antike, versuchtauch Montaigne, Selbsterkenntnis durch das eigeneSchreiben zu erlangen. Doch Montaigne geht mitund in seinen Essais über die Idee der Schrift alsbloßem Mittel zur Selbsterkenntnis hinausDie AutorinDr. phil. Vera Schanz studierte Romanistik und Allgemeineund Vergleichende Literaturwissenschaftenin Mainz, Dijon (Frankreich) und München.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


40K U L T U R W I S S E N S C H A F T9 783826 0504669 783826 0506579 783826 050022Andreas JackeTraumpassagenEine Filmtheorie mit Walter Benjamin232 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 1. Quartal€ 29,80 · ISBN 978-3-8260-5046-6VLB-Warengruppe 744Diese Studie tritt signiert durch Jacques Derridabewusst ein Erbe der Frankfurter Schule an. Dabeibilden Thesen von Theodor W. Adorno und SiegfriedKracauer die Ränder. Im Herzen werden Begriffevon Walter Benjamin interpretiert: Wahrheit,Schock, Kontemplation, Aura, Mythos, Ähnlichkeit,Mimesis, Sadismus und Melancholie. Vom mehrenSeiten werden so mithilfe seiner Überlegungendie Ansätze zu einer eigenständigen Filmtheorieherausgearbeitet. Diese wird primär vor einempsychoanalytischen Hintergrund formuliert. In derprojizierten Kinowelt bilden die Traumpassagenpoetische Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit.Sie werden mithilfe von psychotischenMechanismen organisiert. Es war Benjamins Konzept,dass der Zuschauer durch die psychotischenStrukturen des Kinos geimpft werden sollte, damitsie nicht weiter massenhaft in der pathologischenWeltauffassung des Faschismus ausbrechen konnten.Paranoide, schizoide, depressive und primitivesadistische Elemente werden als wichtige Bausteineder Filmkultur sichtbar. Anhand von Beispielenaus dem Gegenwartskino wird der Einsatz dieserMechanismen konkretisiert. So soll BenjaminsDenken in Aktualität umschlagen lassen und dieAufmerksamkeit auf eine medienspezifische Verknüpfungvon Inhalt und Form in der Filmkunstgelenkt werden.Der AutorAndreas Jacke lebt seit 1986 in Berlin. 1996 Magisterüber Benjamins Rechtsphilosophie. 2002Promotion über „Marilyn Monroe und die Psychoanalyse“in den Filmwissenschaften. Buchpublikationenüber Marilyn Monroe (2005), StanleyKubrick, (2009), Roman Polanski (2010) u. DavidBowie (2011).Marc Jacobsen / Dirk Lehmann /Florian Röhrbein (Hrsg.)Kritische Theorieund Emanzipationca. 200 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,80 · ISBN 978-3-8260-5065-7VLB-Warengruppe 520D. Braunstein: Kritische Theorie und die Kritik derpolitischen Ökonomie – I. Elbe: Autoritärer Charakter,Antisemitismus und die falsche Aufhebungder bürgerlichen Gesellschaft – I. Klasen: Die Kritikder Kulturindustrie und das Versprechen der Kunst– D. Lehmann: Naturbeherrschung und Emanzipation– P. Mentz: Zur negativen MoralphilosophieTheodor W. Adornos – M. Schumacher: Kapitalismus,Religion, Transzendenz – B. Umrath: FeministischePerspektiven einer kritischen TheorieDie HerausgeberMarc Jacobsen studiert Soziologie (Master) inBielefeld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kritikdes Rassismus und Antisemitismus sowie kritischeTheorie der Gesellschaft. Zuletzt hat er zus. mitEkaterina Jadtschenko und Regina Wamper denSammelband „Das hat doch mit uns nichts zu tun!Die Anschläge in Norwegen in den deutschsprachigenMedien“ (Unrast, 2011) herausgegeben.Dirk Lehmann hat in Duisburg und Bielefeld Soziologiestudiert und arbeitet gegenwärtig über dieEntstehung und Entwicklung der kritischen Theorie.Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Geschichteder kritischen Theorie, Entfremdungs- und Verdinglichungskritik.Er veröffentlicht unregelmäßigin Phase 2 sowie Kritiknetz. Zeitschrift für kritischeTheorie der Gesellschaft.Florian Röhrbein studiert Soziologie (Master)an der Universität Bielefeld und beschäftigt sichschwerpunktmäßig mit kritischer Gesellschaftstheorieund Forschung sowie Ideologie- und Subjektkritik.Steffen BarthDer Ring des NibelungenKonzept – Inszenierung – Bühneim 21. Jahrhundert112 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 13 x 20,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 18,00 · ISBN 978-3-8260-5002-2VLB-Warengruppe 510»Ich sprach von den Undinen-Wesen, die sich nacheiner Seele sehnen.« Er geht an das Klavier, spieltdas Klage-Thema »Rheingold, Rheingold«, fügthinzu: »Falsch und feig ist, was oben sich freut.«»Dass ich das damals so bestimmt gewusst habe!«– Wie er im Bette liegt, sagt er noch: »Ich bin Ihnengut, diesen untergeordneten Wesen der Tiefe,diese(n) sehnsüchtigen.«Cosima Wagner, Die Tagebücher II.1878-1883, 12.02.1883Meine Parteigänger, die wie gemacht sind, um dieGedanken, die ich ausspreche, der Lächerlichkeitpreiszugeben.Richard Wagner 1883Der AutorSteffen Barth lebt in Karlsruhe. Neben seiner bundesweitenTätigkeit als Fachanwalt für Bau- undArchitektenrecht sowie im Bereich des Kunstrechteswidmet er sich intensiv kulturellen Projekten,bevorzugt in Zusammenhang mit Richard WagnersWerk (Veranstaltungen mit Dame Gwyneth Jones,Nike Wagner, Eung-Gu Kim).Sein Ring-Konzept baut auf Schriften RichardWagners (Werktreue!) und auf G. B. Shaws „Theperfect Wagnerite“ auf. Es stellt eine Raum- undZeitreise von der Quelle des Rheins zur Mündungdes Rheins dar, eine Entwicklung vom Urzustandzur menschengemachten Zerstörung der eigenenLebensgrundlagen. Nicht ein hehrster Held, sonderndie Elemente Feuer und Wasser – die Natur– führen das Ende der Götter und der Menschenherbei.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


K U L T U R W I S S E N S C H A F T419 783826 0499589 783826 0501459 783826 049996Friedrich W.J. Hasselhoff»Mitbürger der Heiligen undGottes Hausgenossen«Gesammelte Aufsätze, Vorträgeund PredigtenHerausgegeben von Görge Hasselhoff364 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-4995-8VLB-Warengruppe 510Der vorliegende Band vereinigt veröffentlichte undunveröffentlichte Aufsätze, Vorträge, Predigten undreligionspädagogische Entwürfe des ehemaligenHochschuldozenten, Pfarrers und SchulreferentenFriedrich Hasselhoff aus sechs Jahrzehnten seinesSchaffens. Dabei handelt es sich um Arbeiten zubiblischen Texten Alten und Neuen Testamentssowie zu Fragen, die die christliche Theologie,den christlich-jüdischen Dialog (insbesondere imZusammenhang mit dem „Synodalbeschluss zurErneuerung des Verhältnisses von Christen undJuden“ der Evang. Kirche im Rheinland von 1980)und die Siedlung Nes Ammim in Israel betreffen.Der VerfasserFriedrich W.J. Hasselhoff, nach dem Studium derEvangelischen Theologie 1958 promoviert miteiner Arbeit über „Urmensch und König“ (UniversitätHamburg); Vikariat und Pfarrdienst inHamburg, Weißenturm und Düsseldorf, Dozent ander RWTU Aachen und dem PTI der EvangelischenKirche im Rheinland, von 1971-1994 Pfarrer undSchulreferent der Kirchenkreise Essen, seitdem imaktiven RuhestandDer HerausgeberGörge K. Hasselhoff, zuletzt Lehrstuhlvertretung ander Universität Potsdam und Gastprofessur an derEST São Leopoldo, RS; z.Zt. Research Scholar (Fellow)im Käte-Hamburger-Kolleg der Ruhr-UniversitätBochum; Publikationen bei Königshausen &Neumann: Dicit Rabbi Moyses, 2004, 2. Aufl. 2005;als Herausgeber: Dieter Adelmann, „Reinige deinDenken“, 2010Beatrice Trînca (Hrsg.)Verrätselung und Sinnzeugungin Spätmittelalter undFrüher Neuzeitca. 304 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 1. Quartalca. € 49,80 · ISBN 978-3-8260-5014-5VLB-Warengruppe 510B. Trînca / U. Zellmann: Einleitung – B. Trînca:‚les uouz del cor si obscurs‘. Zum „Speculum“ derMarguerite d’Oingt – H. Schlie: Diesseits und Jenseitsdes Bildes – T. Bulang / H. Runow: Allegorieund Verrätselung in der mittelhochdeutschenSangspruchdichtung – C. Herberichs: ‚Ich binerkennig‘: Verrätselte Texturen und Rätselbilderin Frauenlobs „Marienleich“ – M. Bernsen: DieBedeutung des Heiligen Franziskus für die Entstehungder neuzeitlichen Literatur – U. Schneider:Die Konzeption der ‚obscuritas poetarum‘ bei GiovanniBoccaccio – E. Schmid: René d’Anjou, „Lelivre du cuer d’amours espris“ – U. Zellmann: DasMenetekel im Alten Testament und im „Hecastus“des Georgius Macropedius von 1539 – W. Fuhrmann:Geheimnisvolle Schriften. MusikalischeNotation als arkanes Wissen im Spätmittelalter – A.Traninger: Füttert den Hahn! Pythagoreische Strategienvon Verrätselung und Enträtselung in Picodella Mirandolas „Oratio de dignitate hominis“– A. Eusterschulte: Geheime Schriften der Natur.Konzepte einer Magia naturalis in der Renaissance– H. Rößler: Blickschranken im Zeitalter derEvidenz. Strategien der Arkanisierung in der Naturphilosophiedes 17. Jahrhunderts – S. Mödersheim:Sinn und Rätsel. Formen der Allegorisierungin der frühneuzeitlichen EmblematikDie HerausgeberinBeatrice Trînca ist Juniorprofessorin für Religionswissenschaftan der Freien Universität Berlin. Zuihren Arbeitsgebieten zählen Religion und Literaturin der europäischen Kultur des Mittelalters undderen Rezeption in der Neuzeit.Stephanie GroßmannInszenierungsanalyse von OpernEine interdisziplinäre Methodikca. 450 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 1. Quartalca. € 49,80 · ISBN 978-3-8260-4999-6VLB-Warengruppe 510Eine Operninszenierung kann als Text mit dreiEbenen verstanden werden, die sich gegenseitigbeeinfl ussen und bedingen. Bei den drei Ebenenhandelt es sich um das Libretto, die Musik unddie eigentliche Inszenierung der Oper, also ihreKonkretisierung auf der Bühne. Hierbei sind dieEbenen Libretto und Musik als eher statisch zu bezeichnen,da sie sich im Laufe der Zeit nur wenigverändern. Die Konkretisierung hingegen ist dynamisch,da sie bei jeder Inszenierung neu ‚erfunden’wird. Somit kann jede Inszenierung als eineTransformation mit Rückbezug auf Libretto undMusik verstanden werden.Diese Trias der Bedeutungsebenen macht den Reizdieser Kunstform aus, erschwert aber auch eineAnalyse des Gegenstandes, da alle Ebenen als ein‚Ganzes’ simultan wahrgenommen werden, abernicht als ein ‚Ganzes’ untersucht werden können.Die Studie untersucht in den Bereich der Literatur-,Musik- und Medienwissenschaften Methodenund Ansätze, die für Analyse von Opern gewinnbringendgenutzt werden können, und entwickeltaus ihnen eine Methodik der Inszenierungsanalyse,die gleichberechtigt die drei Ebenen der Operintegriert und so den interdisziplinären Charakterdes Forschungsgegenstandes anerkennt.Die Autorin erprobt und illustriert die einzelnenAnalyseschritte und -kategorien an zahlreichenBeispielen aus 400 Jahren Operngeschichte.Die AutorinStephanie Großmann studierte Dipl. Kulturwirtschaftan der Universität Passau, wo sie 2012 mitvorliegender Studie im Bereich Medienwissenschaftenpromoviert wurde. Sie ist dort derzeitWissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl fürNeuere deutsche Literaturwissenschaft.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


K U L T U R W I S S E N S C H A F T439 783826 0514499 783826 0506409 783826 051203Ariane JeßulatErinnerte MusikDer Ring des Nibelungen alsmusikalisches Gedächtnistheaterca. 400 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 49,80 · ISBN 978-3-8260-5144-9VLB-Warengruppe 591Obwohl Musikgeschichte ohne die Verarbeitung ältererMusik in jüngerer nicht vorstellbar ist, hattedie imitatio veterum nicht immer denselben Stellenwert.So steht der Originalitätsanspruch der Romantikzur selbstverständlichen Nachahmung derWerke der Lehrer-Generation, wie sie bis zum 17.Jahrhundert etabliert war, in scharfem Kontrast.Die Arbeit modifi ziert den an der Musik des Mittelaltersund der Renaissance von der Musikwissenschaftfür eine Auswendigkeitskultur adaptiertenBegriff der ars memoriae dahingehend, dass erim Zusammengehen mit der aktuellen Rezeptionsforschung,der Intertextualitätsforschung und derToposforschung musiktheoretischer Prägung aufdie Wagner-Analyse angewendet werden kann. Wieim Gedächtnistheater räumliche Projektion undgedrängte Bilder strukturell ineinander vermitteltsind, strukturieren beide Phänomene als „potenzierteForm“ und stilistische Überzeichnung denZusammenhang von Form und Motivik im Musikdrama.Als punktuelle Formen musikalischerZeitdarstellung bilden sie ein Pendant zu Warburgs„Pathosformeln“.Die AutorinAriane Jeßulat ist seit 2004 Professorin für Musiktheoriean der Hochschule für Musik Würzburg.Ihren Forschungs- und Publikationsschwerpunktbildet die Musik Richard Wagners. Sie ist Vorstandsmitgliedder Gesellschaft für Musiktheorie.Andreas TrobitiusDas StreichsextettKomponierte Instrumentation in derKammermusik der zweiten Hälftedes 19. Jahrhunderts256 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 39,80 · ISBN 978-3-8260-5064-0VLB-Warengruppe 520Schon bald nachdem gegen Ende des 18. Jahrhundertsvon Luigi Boccherini und Gaetano Brunettidie ersten Werke für sechs Streichinstrumentekomponiert wurden, verfestigte sich ein relativ unreflektiertesBild dieser Besetzung, das bis in diewissenschaftliche Auseinandersetzung der heutigenZeit reicht. Dieses ist vor allem von zwei konstantenMerkmalen geprägt: An erster Stelle sei diekompositorische Herausforderung, einen zwischenorchestralen und kammermusikalischen Möglichkeitenausgewogenen Satz zu kreieren, kaumzu bewältigen. Außerdem wurde Streichsextettenimmer eine Abhängigkeit zur Gattung Streichquartett,mitunter wenig schmeichelhaft im Sinne einerbloßen „Vorübung“, attestiert. Beides führte dazu,dass das Streichsextett nicht als selbständige musikalischeGattung anerkannt wurde. Zudem setztedie nachhaltige Komposition von Sextetten gegenüberanderen Gattungen, wie eben dem Streichquartett,erst relativ spät ein. Die frühen Sextetteweisen außerdem keine einheitliche Besetzungder sechs Streicher auf, so dass dementsprechendauch kein homogenes Korpus von Werken entsteht.Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts werden vermehrtSextette mit der konstanten Besetzung vonzwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncellikomponiert. Etwa in dieser Zeit kann aber aucheine starke Tendenz zur Individualisierung des musikalischenWerkes beobachtet werden.Der AutorAndreas Trobitius studierte Musikwissenschaft,ältere deutsche Literatur und deutsche Sprache sowiePolitikwissenschaft in Frankfurt am Main undin Marburg.Udo BayerCarl Laemmle und die UniversalEine transatlantische Biographie300 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,80 · ISBN 978-3-8260-5120-3VLB-Warengruppe 510Die Gründe dafür, wichtige biografi sche Stationendes Mannes, der als großer Hollywood-Pionierin der turbulenten Gründerzeit der Filmindustriemaßgeblichen Anteil am Entstehen der Universalund damit auch des Produktionsorts Los Angeleshatte, zu rekonstruieren, sind vielfältig. Seine Lebensstationen,zusammen mit einer Monografieseines Lebenswerks, beanspruchen zu Recht einenPlatz in der Filmgeschichte. Wie kaum Leben undWerk eines der anderen frühen Studiogründer istsowohl Laemmles Leben wie ein Teil seiner Filmeeng mit den politischen Zeitumständen, die unsheute Geschichte sind, verbunden.Das beginnt mit der für Deutschland wie für dieUSA gleichermaßen wichtigen Auswanderungsbewegungim neunzehnten Jahrhundert, schließtwichtige Momente der jüdischen Geschichte beiderLänder mit ein, verbindet sich in der Rolleder amerikanischen Filmindustrie im Ersten Weltkriegmit der ersten kriegerischen Konfrontationbeider Länder, der Streit um eines der filmgeschichtlichbedeutenden Werke der Universal, ImWesten nichts Neues, bildet den Schlusspunkt vonLaemmles Deutschlandbesuchen.Wichtige Filme der Universal aus Laemmles Zeitbis 1936, die die Filmgeschichte beeinflusst haben,müssen einbezogen werden. Laemmles erfolgreicheRettung von Hunderten von verfolgtenJuden schließlich verlässt denjenigen Teil seinerLebensgeschichte, der mit dem Film zu tun hat.Der AutorUdo Bayer hat – neben seinen umfangreichen Arbeitenzur Semiotik – verschiedene Aufsätze zurGeschichte der ehemaligen jüdischen GemeindeLaupheims veröffentlicht.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


44P S Y C H O L O G I E9 783826 0497129 783826 0505419 783826 050053Wolfgang Eich (Hrsg.)Bipersonalität, Psychophysiologieund AnthropologischeMedizinca. 150 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmBeiträge zur medizinischen Anthropologie, Bd. 8Erscheinungstermin: 2. QuartalSubskriptionspreis € 19,80 (bis 31.03.2013)späterer Ladenpreis ca. € 28,00ISBN 978-3-8260-4971-2VLB-Warengruppe 691F. Lolas Stepke: Paul Christian - Medizin als dialogischeHandlungswissenschaft – H.-C. Deter: PaulChristian und sein Beitrag für die Psychosomatikinternistischer Erkrankungen aus heutiger Sicht– C. Bieber: Gemeinsame Entscheidungsfindungund bipersonales Handeln – R.-M. E. Jacobi: Bipersonalität- eine „Umgestaltung der Metaphysik“?Viktor von Wizsäcker und Paul Christian – P.Christian-Widmaier: Bipersonalität der Sprache.Zu vier Briefen aus dem Nachlaß Paul Christians –D. M. Orange: Bipersonalität und Intersubjektivitätin der Psychotherapie. Ein dialogischer AnsatzDer HerausgeberWolfgang Eich ist Professor für Innere Medizin undPsychosomatik an der Universität Heidelberg.Roland KuhnMünsterlinger KolloquienBand 1ca. 600 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 88,00 · ISBN 978-3-8260-5054-1VLB-Warengruppe 530Die hier vorliegenden Interpretationen (Binswanger,Gelb, Scheler, Goldstein, Wyrsch, Hönigswald, Simmel)zeigen, dass die wesentlichen Dimensionen desMenschseins mit den augenblicklich angewandtenMethoden nicht zu erschliessen sind, weil die jeweiligeExistenz „nicht Positivität sondern Schicksal ist“(Hegel). Jede Methode, die den Patienten zu einemungeschichtlichen Modell macht, seine ‚Existenz‘verneint, ist keine Wissenschaft, um den wirklichenMenschen zu verstehen. „Ex-istenz bedeutet nichtExterritorialität, sondern Transzendenz“(Maldiney).Nach Roland Kuhn „verschwindet der einzelneKranke in der modernen Psychiatrie“ und er folgertdaraus, „dass auf diesem Wege der Nutzen der miteinem unvorstellbaren Aufwand betriebenen naturwissenschaftlichenForschung für den einzelnen Patientenzu gering“ sei. Der Autor versucht, anhand derSchule Binswangers und Goldsteins entwickelten daseinsanalytischenBetrachtungsweise an praktischenBeispielen diese Methode uns näher zu bringen.„Der Widerstand bzw. die Gleichgültigkeit, mit derdie Psychiatrie den Forschungen Kuhns begegnete,ist aber weniger auf persönliche Vorurteile als aufden Zustand der augenblicklichen Welt zurückzuführen,weil das gegenwärtige Denken nur ein Denkender Gegenständlichkeit ist“(Maldiney). Kuhn,der die ersten wirksamen Antidepressiva entdeckte,greift auch ungelöste Probleme auf und bietet damitdurch die Öffnung der ästhetischen Dimension weitreichendePerspektiven.Der AutorRoland Kuhn (1912-2005), Schüler Ludwig Binswangers,wurde von den Universitäten Basel und Löwenfür seine psychopharmakologischen Arbeiten mitdem Dr. h. c. für Medizin, von der Sorbonne in Parismit dem Dr. h. c. für Philosophie für seine psychologisch-daseinsanalytischenArbeiten ausgezeichnet.Wolfgang GräßlerKollektive Neurosenca. 160 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 24,80 · ISBN 978-3-8260-5005-3VLB-Warengruppe 530Der Wiener Psychiater Viktor Frankl stellte bei derEntwicklung seiner psychotherapeutischen Methode,der Existenzanalyse, die Sinn- und Wertstrebigkeitdes Menschen in das Zentrum von Arbeits-,Erlebnis- und Leidensfähigkeit. Dabei erkannte er,dass bei herausragender Bedeutung des Personalenim Humanen kollektive Phänomene nicht zuübersehen sind.Er prägte den Begriff der „kollektiven Neurosen“und beschrieb diese unter Einteilungen als Kollektivismus,Fanatismus, Fatalismus sowie provisorischeDaseinshaltung, wobei der dahinter dieSinnleere eines „existentiellen Vakuums“ sah.Diese gesellschaftlichen Phänomene sind keine„Massenpsychosen“, aber „kollektiv-neurotische“Erscheinungen (nach Frankl) aus Flucht vor Verantwortungund Scheu vor der Freiheit.Im Buch wird die Thematik schwerpunktmäßigbeleuchtet, da sie immer wieder aktuell unter verschiedenenFacetten auftritt. Obwohl es also umkeine „Massenpsychosen“ geht, wird zur Abgrenzungeine kurze Abhandlung über Mensch, Gruppeund Masse erläuternd an den Anfang gestellt.Nach Besprechung der genannten Problemfelderwerden diese durch eine Auseinandersetzung mitHysterie, Aggressivität und Hass, Technologiegläubigkeit,Aberglaube und spekulativem Denkenerweitert. Als Psychologische und soziologischeGrenzgebiete stehen sie ständig unter dem Anrufdes Ethischen, das nicht in der Kategorie der Nützlichkeitstecken bleiben kann.Der AutorWolfgang Gäßler, Dr. med., Promotion an der UniversitätLeipzig, Nervenarzt, Psychotherapeut undTheologe, ehem. eigene Niederlassung in Frankenberg/Sachsen.Existenzanalytiker, ehem. Ausbildungsleiterfür Logotherapie und Existenzanalysenach V. Frankl.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


P S Y C H O L O G I E459 783826 0499419 783826 0501149 783826 051340Jutta FriederichAlice Rühle-Gerstel (1894-1943)Eine in Vergessenheit gerateneIndividualpsychologinca. 220 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 29,80 · ISBN 978-3-8260-4994-1VLB-Warengruppe 530Das vorliegende Buch stellt das Leben und Werkder Philosophin, Literaturwissenschaftlerin, Marxistinund Individualpsychologin Alice Rühle-Gerstel(1894-1943) vor. 1921 lernte sie Alfred Adlers Individualpsychologieund durch ihren Ehemann, denRätekommunisten Otto Rühle, den Marxismus kennen.Ein Leben lang ließen sie die Individualpsychologie,der Marxismus, die Literaturwissenschaftenund die Philosophie nicht mehr los. Diese vier Themendienten Alice Rühle-Gerstel als Grundlage fürihr Werk, das durch ihren frühen Tod und durchdie gravierenden, politischen und gesellschaftlichenUmbrüche des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheitgeriet. Alice Rühle-Gerstel versuchte, die Individualpsychologiemit dem Marxismus zu verknüpfen, dasie eine Gemeinsamkeit der beiden Systeme in ihrenGrundlagen, im Aufbau und in ihren Zielen sah. Siewidmete sich besonders der Emanzipation der Frau,der Sexualerziehung, der nicht-autoritären, sozialistischenErziehung, dem Abbau einer bürgerlichautoritärenCharakterstruktur und der Vorbereitungeiner auf Solidarität und Gleichheit basierendensozialistischen Gesellschaftsform. Mit diesem Buchmöchte die Autorin einen Beitrag leisten, um dienoch heute lesenswerten Ideen und Gedanken vonAlice Rühle-Gerstel vor dem Vergessen zu bewahren.Die AutorinJutta Friederich studierte Sozialpädagogik und Psychologiein Berlin. Später absolvierte sie eine Ausbildungzur Psychologischen Psychotherapeutin. 2011promovierte sie im Fach Psychologie an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Sie ist seit 2007 in einerErziehungs- und Familienberatung (Berlin) tätig.Zuvor hat sie einige Jahre in einer Klinik für Psychosomatikin Neuruppin (Brandenburg) gearbeitet.Matthias HuberDie Bedeutung von Emotionfür Entscheidung undBewusstseinDie neurowissenschaftliche Herausforderungder Pädagogik am Beispielvon Damasios Theorie der Emotion138 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 24,80 · ISBN 978-3-8260-5011-4VLB-Warengruppe 520Welchen Einfl uss haben Emotionen auf Entscheidungsprozesseund Bewusstsein? Welchen Stellenwertkann man Emotionen im Lichte neurowissenschaftlicherForschung beimessen und welche Implikationenergeben sich daraus für die Pädagogik?Das vorliegende Buch stellt sich der Aufgabe, dermehr oder weniger trivialen Ratgeberliteratur undpädagogischer Theorie ein systematisches Modellneurowissenschaftlicher Hypothesen gegenüberzustellen.Der einleitende Diskurs macht sowohlauf das aktuelle und durchaus problematischeVerhältnis von Erziehungswissenschaft und Neurowissenschaftaufmerksam, als auch auf jenesvon Emotion und Pädagogik. In bemerkenswerterWeise werden daran anschließend die ForschungsergebnisseDamasios zusammengefasst und erläuternddargestellt und ein aus neurowissenschaftlicherSicht geformtes Modell von Emotion undEntscheidung skizziert. Viele Situationen werdendem Lesenden in ihrer möglichen Komplexitätund Relevanz für die Erziehungspraxis erinnerlichwerden. Die Arbeit versucht, die neurologischnaturwissenschaftlichenErkenntnisse der geisteswissenschaftlichorientierten Pädagogik zur Verfügungzu stellen, ohne den pädagogischen Auftragzu verneinen. Vielmehr wird der Pädagogik einDenkmodell zur Seite gestellt, das prekäre Erziehungssituationenbewältigen hilft, diese eben unterneuen, neurowissenschaftlichen.Der AutorMatthias Huber, studierte Psychoanalytische Pädagogikin Wien.Rainer Schäfer /Günter Schuhmann (Hrsg.)»Ist das noch ein Leben?«Suizid als Herausforderung fürPalliativmedizin und Palliativpflegeca. 112 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 12,80 · ISBN 978-3-8260-5134-0VLB-Warengruppe 530Inhalt: E. Engelke: Einführung zum Thema – A.Schmidtke: Was ist suizidales Verhalten? - Erkennenund Vorbeugen – C. Neuenzeit: Mein Leidrückt nicht von seiner Stelle - Belletristische Textezum Thema – C. Müller-Busch: Der Wunsch nachärztlich assistiertem Suizid - Eine palliativmedizinischeHerausforderung – T. Binsack / H. Leyrer /S. Raischl: Interviewrunde zur Frage: Ist das nochein Leben? – Gesprächsrunde: Prof. Dr. ArminSchmidtke, Claudia Neuenzeit, Prof. Dr. ChristofMüller-Busch, Dr. Thomas Binsack, Helga Leyrer,Sepp RaischlDie HerausgeberDie Stiftung Juliusspital Würzburg ist ein Dienstleistungsunternehmenmit einer über 430-jährigenGeschichte, die mit humanitärem Auftrag in derAlten- und Krankenpfl ege tätig ist. Im Jahre 2001wurden hier die Akademie für Palliativmedizin,Palliativpfl ege und Hospizarbeit sowie eine Palliativstationgegründet als konsequente Fortsetzungdes Stifterauftrages in der heutigen Zeit.Günter Schuhmann ist der Leiter der Akademie, Dr.Rainer Schäfer ist Chefarzt der Abteilung für Anästhesieund Palliativmedizin am Juliusspital.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


46P Ä D A G O G I K / A L L G . P R O G R A M M9 783826 0499729 783826 0514569 783826 051319Otto HansmannVom MenschenÜber ErziehungZum BürgerVorlesungen zu RousseausAnthropologie, Pädagogik undStaatsphilosophie200 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 24,80 · ISBN 978-3-8260-4997-2VLB-Warengruppe 5102012 jährt sich nicht nur der Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau, sondern zum zweihundertfünfzigstenMal das Erscheinen zweier seiner Hauptwerke:»Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätzedes Staatsrechts« und »Emile oder Über die Erziehung«.Nostalgisches Erinnern allein rechtfertigtdiese Publikation sicher nicht. Der Titel »VomMenschen. Über Erziehung. Zum Bürger« versprichtmehr, und zwar nichts Geringeres als einenVersuch, anthropologische Betrachtungsweisenund Erziehungsphilosophie mit Überlegungen zuPrinzipien politischer Gestaltung zu verbinden.Bei aller Disparatheit und Sperrigkeit dieser thematischenBezüge, darf dieses Risiko immer wiederaufs Neue gewagt werden, was Rousseaus Rufnicht nur als Klassiker, sondern insbesondere alsMeister der Paradoxie bestätigt. Denn zwischenMenschsein, zum Menschen erzogen werdenmüssen und schließlich als Bürger in politischerGemeinschaft mit seinesgleichen vernünftig lebenzu sollen, klaffen Welten. Die Notwendigkeit unddie Hoffnung, diese Klüfte zu überbrücken, bleibtAufgabe. Sie scheint aktueller denn je. RousseausParadoxien geben zu denken. Und davon könnenwir uns noch heute inspirieren lassen.Der AutorOtto Hansmann ist apl. Prof. für Allgemeine Pädagogikund Akademischer Direktor an der KulturwissenschaftlichenFakultät der Universität Bayreuth.Spezialgebiete: Geschichte und Theorien derBildung und Erziehung, Kommunikationstheorienund Theorien pädagogischen Handelns.Rudolf Weber-FasLondoner Gedanken242 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 14 x 20,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 19,80 · ISBN 978-3-8260-5145-6VLB-Warengruppe 510Die vorliegenden Aufzeichnungen gehen zurück aufeinen längeren Aufenthalt des Autors in London.Der AutorRudolf Weber-Fas studierte nach dem humanistischenAbitur in Trier Rechts- und Staatswissenschaftenan den Universitäten Bonn, Hamburg,Princeton und Harvard. Promotion zum Dr. jur.(Bonn) und zum Master of Laws (Harvard). Nachdem Assessorexamen vielseitige Praxis in Anwaltschaft,Verwaltung, Diplomatie und Justiz, zuletztals Richter an einem obersten Gerichtshof derBundesrepublik. Von dort Berufung zum ordentlichenProfessor für Öffentliches Recht und Staatslehre(Universität Mannheim).Zahlreiche wissenschaftliche Buchveröffentlichungen,insbesondere über Staatsrecht, Verfassungsgeschichte,internationales Recht und politischePhilosophie.Neuere Hauptwerke: Über die Staatsgewalt.Von Platons Idealstaat bis zur EuropäischenUnion (2000/C.H. Beck) – Der Verfassungsstaatdes Grundgesetzes. Entstehung · Prinzipien · Gestalt(2002/MohrSiebeck) – Epochen deutscherStaatlichkeit. Vom Reich der Franken bis zurBundesrepublik (2006/W. Kohlhammer)Unter dem Titel Pariser Betrachtungen. Refl exionenund Maximen erschien 2011 der erste Bandeine Aphorismenzyklus bei K&N.„Ich bin bewegt und fasziniert von der Stimme derPariser Betrachtungen, ihrer vollendet schönen,einfachen Sprache, ihrer Haltung und ihrem Geschmack.“Martin Mosebach (Georg Büchner Preis 2007)Hanns Peter ZwißlerWitwerverbrennung168 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartal€ 16,80 · ISBN 978-3-8260-5131-9VLB-Warengruppe 112Johannes Boberg, Maschinenbauer mit Hang zurPräzision, erhält die Mitteilung, dass seine geschiedeneFrau Kristina wohl als Geisterfahrerinauf der Autobahn Selbstmord verübt hat. Das setztdie folgenden Stunden in Gang, in denen BobergKristinas Zwillingsschwester anzurufen versucht,gleichzeitig die Anrufe seiner Mutter abwehrt, andereAnrufe tätigt, einen Hausmeister betrunkenmacht und einen aufgeschlitzten Teddybären inden Müllschlucker entsorgt.Boberg schwankt zwischen manchmal bizarrenErinnerungen, die meist um die Frauen in seinemLeben kreisen, und Refl exionen. Die Witwerverbrennung,die in seinem Fall angesetzt ist, ziehtsich vom Nachmittag hin bis in den späten Abend.Ein souverän erzählter Roman mit hohem Unterhaltungswert.Der AutorHanns Peter Zwißler studierte Geschichte, Germanistikund Politik in Würzburg und war zuletztstellv. Schulleiter eines Schweinfurter Gymnasiums.Bisherige Veröffentlichungen: Lisa du schwarzeZypresse, Novelle. Der Bröll, Roman. Die winkendeKatze, Roman. Uraufführung Mai 2011: Alles istim Fluss. Bei K&N erschienen (2011): Die Kunstdes Scharfrichters und der Nutzen des Schafotts.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


A L L G E M E I N E S P R O G R A M M479 783826 0512279 783826 0503439 783826 050084Klaus LuttringerLeben am FlussBilder eines Ortswechsels182 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 13,5 x 21 cmErscheinungstermin: 1. Quartal€ 18,00 · ISBN 978-3-8260-5122-7VLB-Warengruppe 112Hinter dem eher spröden Titel erwartet den Lesereine außergewöhnliche Erzählung. Zum Staunenund Genießen. Leise und poetisch komponiert.Und mit kleinen philosophisch-melancholischenVerstecken, in die auch das Inferno am Ende derErzählung nicht einzudringen vermag.Der AutorKlaus Luttringer schreibt in Hilden. Veröffentlichungenu.a.: Die Bildung und ihr Narr (Rheda-Wiedenbrück) Zeit der Höhlen (Freiburg) - DieRückkehr der Steine (K&N) - Weit, weit Arkadien…Über die Sehnsucht nach dem anderen Leben(Düsseldorf und Bensheim, K&N) - WeltgeschichteZärtlichkeit (K&N) - Der Skorpion (München) -Kernspaltungen, Sieben zeitkritische Essays (K&N)- Robinson oder der Wind von Süden, Fünf flatterhafteEssays zum Verwehen aller Dinge (K&N).Ji˘ri Robert PickDer TierschutzvereinEine humanistische – soweit möglich –Novelle aus dem GhettoÜbersetzung aus dem Tschechischenvon Eva Gaal und Sigmund Mang162 Seiten, PaperbackFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 1. Quartal€ 19,80 · ISBN 978-3-8260-5034-3VLB-Warengruppe 112Theresienstadt in der Zeit des Nationalsozialismus,Ghetto und Konzentrationslager, eine Durchgangsstationvor den Deportationen in die Vernichtungslager.Hier spielt die humoristische („soweit möglich“)Novelle von J.R.Pick. Ein 14-jähriger Junge,Toni, liegt mit Tuberkulose auf der Krankenstationund gibt sich Tagträumen hin. In der Welt des Ghettos,wo das jüdische Menschenleben keinen Werthat und wo auch das letzte Tier schon verendet ist,beschließt Toni, einen Tierschutzverein zu gründen.Er bekommt ein Geschenk, eine Maus in einerSchachtel, die er sorgsam beschützt. Diese absurdeIdee lässt viele humoristische Szenen entstehen,die brutale Realität des Konzentrationslagers bleibtaber immer gegenwärtig. Die ungeschützten Menschenverschwinden in den Transporten, der Todgehört im Ghetto zum Alltag. J.R.Pick gelingt manchesUnmögliche. Er erzeugt Humor in Situationender tiefsten Verzweifl ung, er ermöglicht dem Leser,sich das Nicht-Vorstellbare vorzustellen, über dasNicht-Nachdenkbare nachzudenken.Der AutorJiří Robert Pick, geboren 1925 in Prag, wurde1943 als Jude mit seiner Familie ins Ghetto Theresienstadtdeportiert, wo er, gesundheitlich schwergezeichnet, den Holocaust überlebte. In seinervielseitigen schriftstellerischen Tätigkeit stach seinsatirisches Talent besonders hervor. Zum ThemaTheresienstadt schrieb er noch zwei Theaterstücke.Er starb 1983 in Prag.Die ÜbersetzerEva Gaal und Sigmund Mang arbeiten als Psychotherapeutenin Stuttgart.Barbara GaugerDer Nachlass des Sokrates128 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 19,80 · ISBN 978-3-8260-5008-4VLB-Warengruppe 112Im Jahr 399 vor Christus wird Sokrates der Gottlosigkeitangeklagt und wenig später auf Beschlussdes Athener Volksgerichts hingerichtet.Mit seinem vorletzten Lebenstag in der Gefängniszellesetzen die fi ktiven Memoiren ein; in ihnenlässt der streitbare Philosoph nicht nur diejenigenStationen Revue passieren, die zu Prozess undTodesurteil führten, sondern überdenkt auch diemaßgeblichen Themen der Philosophie, die ihnauf seinem Weg begleitet haben.Als Textgrundlage für die assoziativ einander folgendenund mit teils kommentierenden Überleitungenverbundenen Rückblicke dienen ausgewählteplatonische Schriften, deren Wiedergabedie Sprach- und Argumentationsstruktur ihrerVorlage einzufangen suchen, dadurch das besondereKolorit des Originals lebendig werden lassenund zugleich die oft unübersichtlichen Texte Platonsleichter verständlich machen. Auf diese Weiseentsteht ein Bild vom Leben und Denken desProtagonisten Sokrates, aber mittelbar auch vonder Lehre seines berühmten Schülers, dem wirdie umfassendste und eigenständigste Deutung derGrundüberzeugungen seines Vorgängers zu verdankenhaben.Die Erinnerungen wenden sich vor allem an interessierteLaien, die in leicht fasslicher Form einenZugang zum sog. platonischen Sokrates und damitder Einheit zweier Persönlichkeiten gewinnenmöchte, welche die europäische Geistesgeschichteentscheidend geprägt haben.Die AutorinBarbara Gauger studierte an der RheinischenFriedrich-Wilhelms-Universität Bonn KlassischePhilologie und Germanistik und war nach der Promotionals Wissenschaftliche Angestellte und späterals Lehrerin am Collegium Josephinum Bonntätig.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


48A L L G E M E I N E S P R O G R A M M9 783826 0504359 783826 0502069 783826 050480Ralf DreyerDie Blasebälge des TeufelsKirchenlehrer, Kurtisanenund anderes Gelichter oderWie uns die Alten sungenca. 200 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: 2. Quartalca. € 28,00 · ISBN 978-3-8260-5043-5VLB-Warengruppe 510Den Anstoß zu diesem Buch gab ein mittelalterlicherText, der vom praeputium domini sprach.Gemeint ist die Vorhaut Jesu. Was war mit ihrgeschehen und wie kam es dazu, dass neunzehnOrte behaupteten, zumindest ein Stück zu besitzen?Und wie wurden daraus die Saturnringe? Ebensospannend ist die Frage nach der Frau, die angeblichsexuell unersättlich ist, aber eigentlich nur einverunglücktes Männchen darstellt. Ständig gefährdetdie Frau wegen ihres sündigen Sexualtriebesdas Seelenheil des Mannes, weil sie die Blasebälgedes Teufels vor sich herträgt. Desto schöner destoschlimmer: wie ein goldner Ring in der Nase einerSau. Übelste Beschimpfungen aus dem Mundeder Kirchenlehrer ergossen sich über die Frauen.In der Realität waren die wirklich Unsittlichen dieKlerikalen selbst, die ob ihrer Exzesse als geile Kapuzinerverhöhnt wurden. Nun waren alle „keinKind von Traurigkeit“, ganz besonders der Adelnicht, der sich einen Teufel um die Vorschriften derKirche scherte. Der Hochadel richtete sich nachdem Vorbild der französischen Könige Palastbordelleein. Für die Allgemeinheit kursierten seit demBeginn des 16. Jahrhunderts Hurenführer, die denheutigen einschlägigen Medien kaum nachstehen.Ein Abgrund von Unsittlichkeit findet sich auch inder bildenden Kunst. Vieles, was wir unserer Zeitzuweisen, ist keineswegs so neu. Wie uns die Altensungen…Der AutorRalf Dreyer, Studium der Rechtswissenschaft, Promotion,bis 2007 Beamter der Europäischen Kommission.Frank WehnerSayonara OkazakiJapanwelten im Wandel der Zeit168 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 14 x 22 ,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 16,80 · ISBN 978-3-8260-5020-6VLB-Warengruppe 510Im dritten Band seiner Okazaki-Reihe beschreibtder Autor die Städte Osaka, Gifu, Kyoto und Nara– und den Tempel von Komaki mit seinen denkwürdigenArtefakten. Besonderes Augenmerk liegtauf den typisch japanischen Sommerfesten sowieder Beschreibung einer Tagung, wie sie für dieLiga der Zellbiologen nicht untypisch ist. Es folgteine Rundreise durch Hokkaido als der nördlichstender japanischen Inseln und ein Besuch derMetropole Tokyo auf ihrem Weg in die Postmoderne.Im letzten Drittel des Buches werden gewissejapanische Eigenheiten karikiert wie der Zwang zuReisemitbringseln, die typischen Getränkeautomaten(die auch vor Fuji-san nicht haltmachen), diejapanische Müllzeremonie, die Glücksbringer undKanaldeckel des Landes, sowie die ungebremsteReiselust des Inselvolkes.Wieder versteht sich der Band als ein Reiseführer– wenn auch der besonderen Art. Mit Sachverstandund trockenem Humor werden Land und Leute beschrieben.Und man fühlt sich tatsächlich mitgenommenin diese faszinierend fremde Welt.Der AutorDr. Frank Wehner ist Professor für Zellbiologie ander TU Dortmund und leitet eine Arbeitsgruppeam benachbarten Max-Planck-Institut. Seit mehrals zehn Jahren führen ihn seine Projekte in dasLand der aufgehenden Sonne. Und auf seinen vielenReisen ist ihm Japan zu einer zweiten Heimatgeworden.Monika Fritz-Scheuplein /Almut König / Sabine Krämer-Neubert /Norbert Richard Wolf (Hrsg.)Dreidörfer Narrnstehn auf drei SparrnOrtsnecknamen in Unterfrankenunter Mitarbeit von Isabel Brüne80 Seiten, Broschur mit Fadenheftung, zahlreiche Abb.Format 15,5 x 23,5 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 9,80 · ISBN 978-3-8260-5048-0VLB-Warengruppe 112Mit der Frage „Gibt es einen Spottnamen für dieOrtseinwohner und für die Leute der Nachbarortschaften?“erhoben die Mitarbeiter des Sprachatlasvon Unterfranken (SUF), der im Rahmen des BayerischenSprachatlas die Dialekte in Unterfrankenerforschte, unterfränkische Ortsneckereien. DieAntworten auf diese Frage bilden die Hauptquelledes vorliegenden Ortsnecknamenbuches. Es enthältüber 500 Ortsnecknamen und ist somit dieerste größere Sammlung mundartlicher Ortsnekkereienaus ganz Unterfranken. Die Ortsneckereiensind ein Dokument für den unterfränkischenEinfallsreichtum und den bisweilen derben Humor,wenn es ums Schimpfen und Spotten geht. LassenSie sich überraschen!Die Autoren arbeiten am Institut für deutschePhilologie der Universität Würzburg und dem UnterfränkischenDialektinstitut (UDI), das an dasInstitut für Deutsche Philologie angeschlossen ist.Das UDI ist das Kompetenzzentrum für Dialektforschungin Unterfranken und Ansprechpartner füralle, die sich mit den Dialekten in Unterfrankenbefassen.Die Herausgeberarbeiten am sprachwissenschaftlichen Institut derUniv. Würzburg.K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N1. Halbjahr 2013


A L L G E M E I N E S P R O G R A M M499 783826 051029veröffentlichte er u.a. Das kleine Mainfränkisch-Quiz: Meefränggisch für Debben & Subber-Exberden, das Wörterbuch von Mittelfranken,eine Haiku-Rock´n´Roll-Collection Sendeprotokollsowie Von Adler bis Zauberberg. Eine kleineGeschichte der Gasthausnamen in Mainfranken. Er istMitglied im Autorenkreis Würzburg, Vorsitzender derGesellschaft für deutsche Sprache Zweig Würzburgund – natürlich – Mitglied der Deutsch-FinnischenGesellschaft (DFG) in Würzburg, spätestens seit erdie großen Ähnlichkeiten zwischen den Franken undden Finnen kennengelernt hat.9 783826 048586Karin Bayha / Gunther SchunkKleines Finnland-QuizDie Finnen und ihr LandOder: Was Nordland-Fans schon immerwissen wollten und Finnenfreundeendlich zu fragen wagen142 Seiten, RingheftungFormat 10,5 x 14,8 cmNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 8,90 · ISBN 978-3-8260-5102-9VLB-Warengruppe 112Wie heißt die Erdbeerhauptstadt Finnlands? Undwas ist eigentlich Humppa? Wie hieß der erste finnischeSpielfi lm? Wie lang ist das finnische Autobahnnetz?Es wird höchste Zeit für Antworten!Wer kennt das unscheinbare und doch so erfolgreicheVolk im Norden am besten? Wissenswertesund Unerklärliches der nordischen Nation habendie beiden Autoren in sechs Kapiteln zusammengetragenund mit den wichtigsten finnischen Weisheitenversehen, die für das Überleben mit und ohnedie seltsamsten und nettesten Menschen der Weltam Nordrand Europas notwendig sind.Lernen Sie spielerisch und mit viel Spaß die Seeleund Melancholie, die Kultur und den Weitblickdes nordischen Volkes kennen und begreifen. Deroptimale Zeitvertreib für unscheinbar erfolgreicheSuomi-Experten und solche, die ganz unscheinbarzu Experten werden wollen. Wissenswertes undKurioses zusammengestellt von den beiden FinnlandbegeistertenKarin Bayha und Gunther Schunk.“Tyvestä puuhun noustaan“ (Finnisches Sprichwort,dt.: „Ein Baum wird von unten bestiegen.“)Die AutorenKarin Bayha ist Sprach- und Musikwissenschaftlerinund hat einen Teil ihres Studiums in Finnlandverbracht. Seit zehn Jahren ist sie Vorsitzendeder Deutsch-Finnischen Gesellschaft (DFG) inWürzburg und Mitglied im bayerischen Landesvorstandder DFG.Gunther Schunk ist gelernter Sprachwissenschaftlerund beschäftigt sich gerne mit allem, was mitBuchstaben (v.a. Dialekt) und Musik (v.a. Blues)zu tun hat. Bei Königshausen und NeumannAntonio BerguaStereoskopischer Flouresceinangiographie-AtlasdesAugenhintergrundes36 StereophotographienFotografisches Papier, incl. PrismenbrilleNoch nicht angeboten, bereits erschienen€ 29,95 · ISBN 978-3-8260-4858-6VLB-Warengruppe 695Seit ihrer Einführung in die Augenheilkunde Mitteder 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hat dieFluoresceinangiographie die klinische Diagnoseder Pathologien des Augenhintergrundes wesentlichverbessert. Diese bildgebende Diagnosetechnikerlaubt mit höchster Genauigkeit insbesonderedie Beurteilung von Störungen der Blut-Retina-Schranke, beispielsweise im Rahmen einer diabetischenRetinopathie oder anderer vaskulärer retinalerErkrankungen. Ebenso können Prozesse imBereich der Makula wie choroidale Neovaskularisationenbei der altersbedingten Makuladegenerationdurch die Fluoresceinangiographie effizienterdiagnostiziert und davon Therapieentscheidungenabgeleitet werden. Die Darstellung anhand stereoskopischerAngiogramme verbessert die klinischeVisualisierung der retinalen Strukturen, und infolgedessenerhöht sich das Verständnis einer Gruppemit zunehmender Lebenserwartung immer häufigerauftretender Augenerkrankeungen. Der Atlasgibt hierfür mit ausgesuchten stereoskopischenFluoresceinangiogrammen einen charakteristischenEinblick in 3D.Der AutorAntonio Bergua ist Professor für Augenheilkundeund Oberarzt an der Augenklinik mit Poliklinikder Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist Autorvon neun Büchern sowie zahlreichen wissenschaftlichenPublikationen. Zudem gehört er mehrerenmedizinischen und ophthalmologischen Gesellschaftenan, wie beispielsweise der Association forResearch in Vision and Ophthalmology (ARVO)und der Julius-Hirschberg-Gesellschaft, die ihrenSchwerpunkt in der Geschichte der Augenheilkundehat.1. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


Z E I T S C H R I F T E N / J A H R B Ü C H E R51Literatur inWissenschaftund Unterricht (LWU)Hrsg. v. R. Böhm, K. Groß, D. Jäger,H. Kruse, P. NicolaisenRedaktion: André SchwarckXLIII. Jahrgang (2010)4 Hefte pro JahrBroschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmAbopreis pro JahrgangInland € 26,00 – Ausland € 35,00ISSN 0024-4643LWU ist eine Vierteljahresschrift, die der Zusammenarbeitzwischen Universität und Schule beider Erschließung vornehmlich der englischsprachigenund deutschen Literaturen dienensoll. Sie orientiert sich stoffl ich an den Erfordernissendes Unterrichts, auch wenn die Herausgebergelegentlich dazu anregen möchten,den Lektürekanon – neueren Entwicklungenentsprechend – zu erweitern. Die Behandlungder Literatur wird dagegen weitgehend von vorwiegendwissenschaftlichen Gesichtspunktenbestimmt. Allerdings hoffen die Herausgeber,den schulischen Bedürfnissen auch insofernentgegenzukommen, als sie textnahe Interpretationenbevorzugen.Zeitschrift für Anglistik undAmerikanistikArgument Structure –Valency and/or Constructions?Herausgegeben von / Edited byLars Eckstein (Potsdam), Bernd Engler (Tübingen),Joachim Frenk (Saarbrücken), BrigitteGeorgi-Findlay (Dresden), Thomas Herbst (Erlangen-Nürnberg),Barbara Korte (Freiburg i.Br.), Gesa Mackenthun (Rostock), Christian Mair(Freiburg i. Br.), Christoph Reinfandt (Tübingen)132 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 23,5 x 15,5 cmErscheinungsweise: vierteljährlichAbonnementspreis pro Jahrgang€ 44,00Einzelheft € 13,00Die Zeitschrift für Anglistik und Amerikani stik(ZAA) setzt sich zum Ziel, das gesamte Spektrumder Anglistik und Amerikanistik zu vertreten.Dabei sollen gleichermaßen die traditionellensprach-, literatur- und kulturwissenschaftlichenBereiche der Fachdisziplinen wie auch ihre jüngerenErweiterungen angemessen berücksichtigtwerden. Besondere Aufmerksamkeit sollendie neuen englischsprachigen Literaturen, dieEntwicklung des Englischen außerhalb des britischenund nordamerikanischen Sprachraums,die Kultur ethnischer und anderer Minoritätensowie die sprachlichen und literarischen Beziehungenzwischen den anglophonen und denbenachbarten Kulturräumen erhalten.SCHOPENHAUER-JAHRBUCHHrsg. v. Dieter Birnbacher /Matthias Koßler400 Seiten, FesteinbandFormat 15,5 x 22,5 cm€ 39,80ISSN 0080-6935 · ISBN 978-3-8260-4863-092. BandDas Schopenhauer-Jahrbuch gliedert sich inder Regel in die Rubriken „Quellen und Dokumente“,„Abhandlungen“, „Im Horizont Schopenhauers“,„Miszellen“, „Rezensionen“.STUDIA SPINOZANAHrsg. v. v. Bunge / J. Th. Cook / P.-F.Moreau / M. Walterjeweils ca. 350 Seiten, Broschur mit FadenheftungFormat 15,5 x 23,5 cmErscheinungstermin: jährlichAbopreis € 30,00Einzelpreis € 40,00ISSN 0179-38961. Halbjahr 2013 K Ö N I G S H A U S E N & N E U M A N N


Verlag Königshausen & Neumann · Postfach 6007 · D-97010 Würzburgwww.koenigshausen-neumann.de

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