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AbotmeiueatspreisfürNichtvereinsmitglleder:2 0 M a r kjährlichexcl. Porto—0v—IDie Z eitschrift erscheint in halbm onatlichen Heften______ ______________und Eise.»j--—fr—2^^***^**- "r*Z e i t s c h r i f tfür dasdeutsche Eisenhüttenwesen.Insurtionspfil!4 0 Pf.für diezweigespaltenePetitzeilebeiJahresinseratangem essenerR abatt—R e d ig irt v o nIngenieur E. Sclu’ödter, und Generalsecretär Dr. W. Beutner,Geschäftsführer des V ereins deutscher EisenhUttenleule,für den technischen TheilCommiasions-'U’erlag von A. B a g s l in Düsseldorf.Geschäftsführer der nordw estlichen Gruppe des V ereinsdeutscher Eisen- und Stahl-Industrieller,für den wirtschaftlichen Theil.M 20. 15. October 1895. 15. Jahrgang.E u g e n L a u ;Am 2. Oclober wurde auf seinem Gute Etzweiler bei Köln durch einen plötzlichenTod der Geheime Commerzienrath Ingenieur E u g en L a n g e n mitten aus vollerSchaffenskraft zur Ewigkeit abberufen. Durch sein Ableben hat die deutsche Industrie,in welcher er eine allgemein anerkannte führende Stellung einnahm , und das deutscheIngénieurwesen,W ilhelmshtittedas ihmin Troisdorf,hervorragendewelche vonFortschritteseinem Vaterverdankt,mitbegründeteinen herbenworden ist undVerlust erlitten.Geboren am9. October1833 in Kölnam Rhein, er­damals unterhielt EugenLangen seineVorbildungaufder höherenBürgerschuledaselbst undstudirtc dannin Karlsruheu n te rR e d te n -b ache r.Seine erstepraktischeThätigkeit beganner aufder Friedrich-der Leitungseines, späterdurch einenSturz in denHochofen beiSalzgitter verunglücktenBruders EmilLangenstand. In diedamalige Zeitfällt seine ersteErfindung, dersog. EtagenrostfürDampfkesselfeuerun g en ; mitStolz erzählteer später häufig,dafs ihmxx.»i


Ö38 Stahl und Eisen. Eugen Langen f. 15. Oclober 1895.dies sein Geisteskind baare 20 000 Thaler eingebracht habe, eine Sum m e, welcheseine rege Schaffenskraft bald zu anderen Unternehmungen verwendete.Die Gelegenheit hierzu bot sich, als dam als, also vor etwa 30 Jahren, der imTode ihm vorangegangene Ingenieur Dr. N. A. Otto an Eugen Langen mit dem atm o­sphärischen Gasmotor herantrat; es w ar dies eine schwerfällige Maschine mit vieiCylindern und acht Kolben, welche aber den wichtigen Fortschritt, der freilich zunächstwie ein Rückschritt aussah, in sich barg, dafs die Explosionswirkung nur indirect zurArbeitsleistung benutzt wurde. Langen nahm sich der Erfindung lebhaft a n ; mit seinemerstverdienten Gelde baute er mit Otto in einer kleinen W erkstätte in der Servasgassein Köln die Maschine um ; sie hatten den Erfolg, dafs ihr W erk im Jahre 1867 aufder W eltausstellung in Paris mit einer goldenen Medaille preisgekrönt wurde. Ausschlaggebendfür die Ertheilung der letzteren war der geringe Gasverbrauch, den der Langen-Ottosche Motor im Vergleich zu der Maschine von Lenoir halte. W ie man verbürgterzählt, m ißtrauten die Preisrichter einem solchen Fortschritt zuerst so, dafs manden Boden nachgrub, um die geheime Gaszufuhr zu entdecken, welche nach ihrerAnsicht unbedingt hätte vorhanden sein müssen. Obgleich diese Maschine einen sehrgeräuschvollen Gang halte und in Bezug auf die Arbeitsleistung auf 3 HP beschränkt war,so kamen doch in verhältnifsmafsig kurzer Zeit 5000 Stück davon in Betrieb, nachdemzum Bau einer neuen Fabrik, der Gasmotoren fabrik Deutz, der verstorbene CommerzienrathPfeifer in Köln die Mittel gegeben hatte. Im Jahre 1876 wurde, nachjahrelang unermüdlich fortgesetzter Arbeit, Ottos neuer Motor, eine direct wirkende,daher auch für gröfsere Kraftwirkungen anwendbare Gaskraftmaschine, vollendet, welchemittlerweile ihren Siegeslauf über die ganze civilisirte Erde angetreten und vielen anderenGonstructionen zum Vorbild gedient hat. Die jetzige „Gasmolorenfabrik Deutz“ umfafstein Gelände von 55 000 qm , wovon 30 000 bebaut sind. Dieselbe birgt sämmtlicheBetriebs- und maschinellen Einrichtungen in sich, welche zum Motorenbau vom Rohgufsbis zur Verladung der fertig verpackten Gasmaschinen, denen neuerdings sich noch dieBenzin- und Petroleummotoren zugeseilt haben, erforderlich sind. Die jährlich hergestellteAnzahl Motoren beträgt 1200 bis 1500. Im Betrieb waren im Juni d. J.42 000 Maschinen von '¡2 bis 200 HP m it über 170 000 HP.Wenngleich nun auch Langens ingeniöser Geist der Vervollkommnung der Gas- undPetroleum-Kraftmaschinen bis in die neueste Zeit ständig zugewandt war, so bildete dieLösung dieser Aufgabe doch nur den geringeren Theil seiner Thätigkeit. Schon vormehr denn 25 Jahren richtete er sein Hauptaugenmerk auf Verbesserungen in derZuckerfabrication. In seiner väterlichen Fabrik, der Raffinerie von J. J. Langen Söhnein Köln, wurde schon frühzeitig die Erzeugung z. Th. auf Würfelzucker verarbeitet; esgeschah dies zuerst in der W eise, dafs die Zuckerhüte in Platten und diese in Streifenzerschnitten wurden, aus welchen dann durch weitere Theilung die W ürfel entstanden. DasVerfahren w ar sowohl umständlich wie zeitraubend; Eugen Langen ging epochemachendauf diesem Sondergebiet vor, indem er in Schleudermaschinen die Platten direct aus derRohmasse herstellte und sie dann auf sinnreich construirten Sondermaschinen zerschnitt.W ie grofs die Fabricationserleichterung durch diese Umwälzung w ar, mag aus demUmstand erhellen, dafs es gelang, nunmehr aus den Rüben in 24 Stunden den fertigenZuckerwürfel zu erzeugen, während man nach dem alten Verfahren allein zur Herstellungder Zuckerhüte 14 Tage benöthigte, da die Klärung derselben sehr langsam vor sichging. Auch die Herstellung der Hüte beschleunigte er wesentlich, wie er denn überhauptin der Zuckerfabrication durch fortgesetzte Vervollkommnungen und Erfindungen, welcheseinem Kopf entsprangen, seine Fabriken ständig auf der Höhe der Fabricationgehalten hat.In den letzten Jahren seines Lebens hat der Verstorbene sich m it Vorliebe mitder ebenfalls von ihm erfundenen, in dieser Zeitschrift ausführlich beschriebenenSchwebebahn beschäftigt. Sie soll namentlich dazu dienen, den Verkehr an solchenStellen zu erleichtern, wo derselbe sich staut, und die Strafsenoberflächen zu seinerBewältigung nicht m ehr ausreichen. Der Erfinder hat in ausgiebiger W eise erfahrenmüssen, welche Schwierigkeiten sich der Einführung einer solchen Neuerung entgegen­


15. Oclober 1895 Rügen Langen f. Stahl und Eisen. 939stellen; leider ist es ihm nicht vergönnt gewesen, die Fertigstellung der ersten Ausführung,welche bekanntlich in Elberfeld-Barmen ins Leben treten soll, zu erleben.W ährend wir also sehen, wie Eugen Langen sich m it grofsem Erfolg in dieEinzelheiten der von ihm aufgenommenen Fabricationen vertiefte, diese durch den ihmeigenen Erfindungsgeist vervollkommnete und m it hervorragendem Geschäftssinn verwerthete,müssen wir andererseits den Zug ins Grofsartige bew undern, der seine vielseitigeThätigkeit beherrschte. W ir erblicken ihn als thätiges Mitglied in den Verwaltungenvieler grofsen industriellen U nternehm en, so der ElektrieitätsgesellschaftSchuckert, des Hörder Vereins, der M annesmannwerke, von Banken und Versicherungsgesellschaftenu. s. w. Als Mitglied des Directoriums des Centralverbands deutscherIndustrieller stand er m it an der Spitze der w irtschaftlichen Bewegung; im deutschenColonialverein, im Stadtverordneten-Collegium seiner Vaterstadt, in der Kirchengemeindeseines Landsitzes, im Verein zur W ahrung der gemeinsamen w irtschaftlichen Interessenvon Rheinland und W estfalen, im Verein der Industriellen des RegierungsbezirksKöln und an anderen Stellen entfaltete er eine umfassende öffentliche W irksamkeit.Die Klarheit seines Verstandes, die Schärfe seines Blicks und die hoheBegabung, rasch den K ernpunkt, worauf es in jedem einzelnen Fall ankam , zuerkennen, in Verbindung m it praktischer Veranlagung waren die gemeinsame Ursache,dafs sein Bath und Feine Mitwirkung überall gesucht waren und in hohem Ansehenstanden. Nicht wenig trug zu seiner allgemeinen Beliebtheit sein persönliches, liebenswürdigesBenehmen bei, das er unverändert Hoch und Niedrig zeigte; seinem gewandtenVerkehr gelang cs, manchen Gegensatz zu beseitigen, der Ändern unüberwindbar schien,so dafs in m ancher erregten Versammlung es nur seinem Vermitllungsgeschick zudanken war, dafs die Verhandlungen zu einem erspriefslichen Ergebnifs gelangten. Dergrofse Erfolg, von welchem seine Thätigkeit begleitet w ar, hinderte ihn nicht, stetsohne irgend welche Ueberhebung aufzutreten; seinem Geschick war er immer dankbar.Sein Familienleben, welches er schon sehr früh durch seine erste Heirath begründete(er war schon als einjährig-freiwilliger Soldat verheirathet) w ar ein äufserstglückliches; w ar er ein m usterhafter G atte, so w ar er nicht minder seinen dreizehnKindern ein liebevoller Vater. Die grofse Familie, deren verehrtes Oberhaupt er war,empfindet den Verlust um so schmerzlicher, als er auf inniges Zusammenhalten derFamilienmitglieder grofsen W erth legte, sich durch hervorragenden Familiensinn auszeichneteund diesen auch durch die T hat zu vertreten wufste.W ar wohl auch die vielumfassende rastlose Thätigkeit des zu früh Dahingeschiedenennicht ohne Einflufs auf sein körperliches Befinden geblieben, so machte er, der beinahe62jährige, doch den Eindruck vollkommener Jugendfrische; m it Vorliebe benutzteer noch bis in seine letzten Lebenstage die Nachtzüge zu seinen vielen Reisen. Wiees scheint, ist der Anstofs zu seinem Tode eine Fischvergiftung gewesen, welche ersich in Kiel, wohin er zur Theilnahme an einer Tarifconferenz gereist war, zugezogenhatte; ihre Folgen schienen zwar beseitigt zu sein, es trat dann aber eine Herzschwächeein, welche am 2. Oclober Nachmittags 5 Uhr zu seinem Tode führte.Nun ruht er aus von seinem rastlosen Schaffen im ewigen Frieden; unter seinenFachgenossen ist sein Andenken bleibend in hohen Ehren.Möge ihm die Erde leicht sein!


940 Stahl und Eisen. Beschickungsvot richtung für Martinöfen. 15. October 1895.Beschickungsvorrichtung für Martinöfen.*Das Beschicken der Martinöfen mit 10 bis20 und mehr Tonnen Eisen, von dem ein grofserTheil aus altem Eisen in den verschiedenstenFormen und Gröfsen besteht, ist eine überausbeschwerliche und zeitraubende A rbeit; das Eisenmufs dabei zunächst an den Lagerplätzen aufKarren oder kleine W agen geladen, nach demMartinwerk gefahren und mit der Hand in einzelnenStücken, oder soweit es angeht, mit derSchaufel in den Ofen geworfen werden, es mufsalso ein zweites Mal durch die Hand gehen;nebenbei aber erfordert die Beschickung auf diese/Nachdruck verbotene/ v v wv v '— \Ges. v. 11. Juni 1870./das Roheisen und Alteisen in gröfseren Q uantitätenauf einmal und in wesentlich kürzererZeit in den Ofen zu befördern, so dafs die Thürenimmer nur für einige Secunden geöffnet werdenund sich dann wieder schliefsen. Diese Maschinenhaben fast ausnahm slos einen grofsen Umfang,sind sehr complicirt und leiden an einem wesentlichenFehler: der Löffel zur Aufnahme desEisens ist fest an der Maschine und es ist deshalbnöthig, jedes Stück Eisen zweimal durch dieHand gehen zu lassen, auch ist der Raum vordem Ofen durch die grofsen Dimensionen derAbbild. 1.primitive Weise auch mehrere Stunden Zeit,wobei es sich kaum vermeiden läfst, dafs mindestenseine der Thüren dauernd offen stellt, wodurchdie Arbeiter, namentlich in der wärmerenJahreszeit, von der Hitze zu leiden habenund überdies eine erhebliche Abkühlung des Ofensstaltfindet; man verliert also dabei Arbeitskräfte,Zeit und Brennmaterial.Die ersten beiden Factoren sind namentlichin Amerika ganz besonders w erthvoll, weshalbman dort zuerst nach Mitteln gesucht hat, darinmöglichste Ersparnifs zu m achen, der Nutzenam dritten Factor kom m t dann von selbst mit.Auf mehreren grofsen W erken in Amerika,so unter anderen bei Carnegie, sind mächtigeBeschickungsvorrichtungen im Gange,** welchedurch Dampf, theilweise hydraulisch, auch wohlpneum atisch bewegt werden und dazu dienen,* Vergl. „Stahl und Eisen“ 1895. Nr. 14, S. 669.** Vergl. «Stahl und Eisen“, SeiteMaschine sehr beschränkt und die Arbeiter habenoft recht mühsames Arbeiten, um den Löffel zubeladen. Diese Nachtheile sind bei einer Vorrichtungvermieden,welche in dem W e llm an sc h enStahlwerk in Thurlow bei Philadelphia schon seitmehreren Jahren im Gange ist und dort ohneUnterbrechung noch heute arbeitet. Die Vortheiledieses elektrisch angetriebenen Apparats sind soin die Augen fallend, seine Verwendbarkeit auchfür unsere deutschen Verhältnisse so zweifellos,dafs sich das Eisenwerk Lauchhammer entschlofs,für sein Martinwerk eine solche Maschinezu bauen, zumal Verhältnisse eingetreten waren,die es sehr wünschenswerth machten, ohne Baueines weiteren Ofens zeitweise m ehr Flufseisenerzeugen zu können, als bisher möglich war.Das Entgegenkommen des Hrn. W e ll m anund die freundliche Beihülfe des Hrn. GeorgeW. Goetz in Milwaukee machten es nichtschwer, eine Skizze des Krahnes zu bekom men,und nach dieser haben wir die Zeichnungen für


15. October 1895 Beschickungsvorrichtung für Martinöfen. Stahl und Eisen. 041Abbild. 2.


942 Stahl und Eisen. Beschickungsvorrichtung für Martinöfen. 15. October 1895.die erste nun in unserem Martinwerk in Thätigkeitbefindliche Ghargirmaschine in den eigenen W erkstättenhergestellt.Die Chargirm aschine ist im stande, acht verschiedeneBewegungen auszuführen, die durchvier Elektrom otoren, deren jeder vorwärts undrückwärts laufen kann, hervorgebracht werden.In dieser scheinbaren Compücatipn liegt geradedie Einfachheit der Maschine; was sie aber denanderen Beschickungsvorrichtungen am meistenüberlegen macht, ist der Umstand, dafs sich derLöffel nicht fest an der Maschine befindet, sonderndafs dieselbe mittels eines starken Schwengelseinzelne m it dem zu chargirenden Eisen beladeneBlechmulden erfafst und deren Inhalt rasch undsicher in den Ofen befördert.Zu dem Zweck befinden sich vor dem Ofenzwei Geleise, parallel zur Front derselben, aufdem schmaleren, dicht an der Ofenwand liegenden,laufen kleine, zur Aufnahme von 3 oder 4 Muldeneingerichtete W agen, mittels deren die ganzeBeschickung vor dem Ofen aufgefahren wird(vergl. Abbild. 1), auf dem zweiten Geleise läuftein gröfserer W agen , der die eigentliche Beschickungsvorrichtungenthält. Ein Elektromotorvermittelt die Bewegung der Letzteren längs derOfenfront, während ein selbstthätiges Läutewerkdie Arbeiter aufmerksam macht, sobald der Wagensich in Bewegung setzt.Ein zweiter Elektromotor hebt den mittlerenTheil des W agens, der um die hintere Achsedrehbar gelagert ist, mittels zweier Daumen vornin die Höhe; mit demselben ist selbslthätig einElektromagnet verbunden, der eine Bremse auslöst,sobald dieser Elektromotor Strom bekommt ; dieseBremse verhindert ein selbstthätiges Herabgehender grofsen Last des mittleren Wagentheils mitdem später zu beschreibenden Schwengel nebstder beladenen Mulde. Natürlich mufs die Bremseausgelöst werden, sobald der Elektromotor denmittleren Theil des W agens heben und senkensoll, was durch denselben Hebel, der dem Elektromotor Strom zuführt, ohne besonderes Zuthundes Führers geschieht.Dieser mittlere drehbare Theil des Wagensbesteht der Hauptsache nach aus zwei starkenI -T r ä g e rn , die sich, wie bereits erw ähnt, umdie Hinterachse des W agens drehen können.Zwischen diesen J-T rä g e rn , die oben mit Zahnstangenversehen sind, läuft ein kleinerer Wagen,der den kräftigen eisernen Schwengel trägt; aufdiesem Wagen befinden sich wiederum zweiElektrom otore, von denen der eine dazu dient,den W agen sam m t Schwengel so weit nachvom zu schieben als es das Beschicken desOfens erfordert, während der andere die Drehungdes Schwengels und mithin die Entleerung derMulde bewirkt.Auf dem Schwengel gleitet schliefslich nochein Muff mit zwei Klauen, die dazu dienen, dieMulden am Schwengel festzuhalten, nachdem sichder pilzförmige Kopf des ersteren in das zurAufnahme desselben eingerichtete Kopfstück derMulde gesenkt hat.Mittels dieser mit wenigen W orten beschriebenen,aus den Abbild. 1 und 2 leicht verständlichenEinrichtung ist man imstande, den Ofen durch einen,in mindestens 6 m Entfernung von der Ofenthürsitzenden oder stehenden Mann in etwa demneunten Theil der Zeit zu beschicken, als dassonst von Hand möglich ist, und zwar ohne dafsJem and das Material wieder in die Hand nimmt.Es ist nicht nöthig, auf die E rsp arn is an Arbeitskräftenund an Heizmaterial aufmerksam zum achen, die man damit erzielt, und es wirdnicht befremden, wenn sich die Zahl der auseinem Ofen täglich zu machenden Chargen erheblichsteigert. Bisher erzielte man 4 Chargenin 24 Stunden und brauchte zuin Einsetzen jederBeschickung 3 Stunden Zeit; mit dem Beschickungskrahnkann man das Einsetzen in 20 Minutenbewirken, und wenn auch das erforderliche Niederschmelzendes sperrigen Materials nicht gestattet,die ganze Beschickung hintereinander einzusetzen,so wird man bei jeder Beschickung bestim m t m ehrals 2 Stunden sparen, während welcher Zeit demOfen keine W ärm e durch Oeffnen der T hürenentzogen w ird, so dafs es möglich sein dürfte,die Zahl der Chargen auf mindestens 5 zu steigern.Der ganze Vorgang ist ungemein einfach.Nachdem die kleinen W agen m it den daraufliegendengefüllten Mulden vor den zu beschickendenOfen gefahren worden sind, fährt auf einemzweiten Geleise der W agen m it der Chargirmaschinemit erhobenem Schwengel so vor eineder Mulden, dafs er den pilzförmigen Kopf desSchwengels in den mit einem Schlitz versehenenKopf der Mulde senken kann, darauf schiebt derKrahniührer mittels eines Hebels den Muff nachvorn, die Klauen desselben greifen in die beidenseitlichen Ausschnitte des Muffenkopfs und bewirken,dafs beim Anheben des Schwengels dieMulde mit in die Höhe genommen wird. Miterhobenem Schwengel fährt nun der ganze W agenvor die Ofenthiir, und wenn er sich in geeigneterHöhe befindet, tritt der dritte Elektrom otor inThätigkeit, schiebt mittels der Zahnstangen zubeiden Seiten den W agen m it dem Schwengelund der mit beiläufig 1 t Material beladenenMulde so weit vor, dafs letztere durch die Ofenthürso weit in den Ofen hineinreicht, als nöthigist, um der ganzen Mulde durch den vierten kleinenElektrom otor eine Umdrehung zu geben und ziehtsie, nachdem sie die richtige Stellung wiedereingenommen hat, schnell wieder zurück.Diese beiden Bewegungen erfolgen mit überraschenderSchnelligkeit, die sich empfiehlt, dam itdie Mulde nicht zu sehr von der Hitze angegriffenwird. Der Krahnführer hat vier verticale Steuerhebelmit Zahnbogen, mittels deren er sämrr.t-


15. October 1895. Die Vorgänge beim Härten des Stahls. Stahl und Eisen. 943liehe Bewegungen einleiten, unterbrechen unddurch die er auch im Bedarfsfalle sofort Gegenstromgeben kann, um schnelleren Stillstand zuerzielen; ein fünfter horizontaler Hebel bewegt denMuff zum Festhalten der Mulde am Schwengelkopf.Die Mulden sind 1400 mm lang, 460 mm hochund ebenso breit und fassen je nach der Art desMaterials bis 1000 kg. Die leere Mulde wirddurch die Chargirvorrichtung wieder auf denW agen zurückgesetzt und dann mit den anderenebenso verfahren. Der Boden des Ofens mufsnatürlich so gehalten w erden, dafs die ganzeThüröffnung immer frei bleibt, weil sonst derEintritt der Mulde erschwert wird.Die zur Anwendung gelangten Elektromotorensind sämmtlich Hauptstrom m otoren, welche mitetwa 65 Volt Spannung arbeiten. Es mufstediese niedrige Spannung gewählt werden, weil einevorhandene Prim ärm aschine auf dem EisenwerkRiesa benutzt werden mufste. Der gröfste derMotoren hat eine Leistung von 17 HP und dientzum Heben und Senken des Schw engels; zweikleinere haben je eine Leistung von etwa 12 HPund dienen für die beiden Schiebebewegungen;der kleinste, mit einer Leistung von 5 HP, dientzum Drehen der Mulde.Es hat sich bei den Versuchen herausgestellt,dafs man für die ersten drei Bewegungen mitMotoren von je 8 HP auskom m t, obwohl manbei dem am erikanischen Beschickungskrahn demStrom verbrauch nach die oben angeführtengröfseren Kräfte benöthigt. Dieser M inderverbrauchist aber ein Beweis dafür, dafs sowohl die Motorenals auch die Ausführung des Krahns besser seinmufs als beim am erikanischen, sonst hätte sichnicht ein so erheblicher Minderverbrauch an Kraftergeben können.Die Steuerung der Elektromotoren geschiehtdurch 4 Hebel, welche in ihrer Mittelstellungdie Motoren strom los la ssen ; sobald jedoch einHebel aus dieser Mittelstellung nach der einenoder ändern Seite gerückt wird, erhält der zugehörigeMotor Strom und zwar in einer derHebelstellung entsprechenden Bichtung. DieserStrom richtung entspricht auch die Umlaufsrichtungdes Motors.Die Strom zuführung zum Beschickungskrahngeschieht auf ähnliche W eise wie bei der elektrischenStrafsenbahn, nur m it dem Unterschied,dafs nicht eine, sondern zwei Gontactrollen —für jeden Pol eine — an zwei über dem Krahngezogene Leitungen andrücken; die Schienenwerden also nicht, wie bei elektrischen Strafsenbahnenüblich, zur Bückleitung des Strom esbenutzt.Die Prim ärdynamom aschine mufs etwa 20 HPmaximal leisten können, da höchstens zwei Bewegungenauf einmal Vorkommen dürfen.Die eigentliche Beschickungsmaschine ist imEisenwerk Lauchhammer* ausgeführt worden,die elektrischen Einrichtungen wurden dazu voneinem sächsischen Elektricitätswerk geliefert, ¿ u rAufstellung der Maschine sind vor dem Ofenetwa 8 m freier Baum nöthig.J. II.* DieActiengcsellseliaftLauchhammcr beabsichtigtdie Maschine auch für andere Werke zu bauen.Die Vorgänge beimSchon in grauer Vorzeit kannte man dieEigenschaft des Stahls, beim i Ablöschen inW asser hart zu werden, und man machte davonAnwendung, ebenso wie heute, bei Anfertigungmannigfacher W erkzeuge und Waffen.„Wie wenn ein kluger Schmied die Holzaxt oderdas Schlichtbeil„Aus der Ess’ in den kühlenden Trog, der sprudelndemporbraust, Wirft und härtet . . . .‘singt Homer, als er die Blendung des Polyphemschildert.W underlich aber waren die Ansichten überdas W esen des Stahls, über die Ursachen derHärtung und über die Mittel, das Verfahren desHärtens erfolgreich zu m achen. Ludwig Beckgiebt in seinem, in „Stahl und Eisen1, bereitsvielfach erw ähnten, • grofsen W erke: „DieGeschichte des E isens“ im zweiten Bande aufHärten des Stahls.(Nachdruck verboten..\Ges. v. 1L Juni 1870./Seite 262 eine Auslese solcher Vorschriften zurVerbesserung und zum Härten des Stahls ausdem 16. Jahrhundert, welche auf den Leser derJetztzeit nur erheiternd wirken können. Nichtselten suchte man in der Beschaffenheit desW assers gewisser Gegenden die Ursache, weshalbgerade hier die Stahlerzeugung zur Blüthe gelangte.Erst ganz allmählich begannen im 19. Jahrhundertdie Ansichten sich zu klären. NamhafteForscher haben — zumal in den letztverflossenenzehn Jahren — sich m it der Ergründung derchemischen und physikalischen Ursachen desHärtens beschäftigt, und diese Zeitschrift istgetreulich bem üht gewesen, den Lesern über dieauf diesem Gebiete gemachten Fortschritte Berichtzu erstatten, so erst neuerdings über Charpys Untersuchungenauf Seite 459 und 745 dieses Jahrgangs.Dennoch ist der Schleier, welcher für Jahrtausendeden inneren Vorgang der Härtung vor


944 Stahl und Eisen. Die Vorgänge beim Härten des Stahls. 15. October 1895.unserm Auge verhüllte, noch nicht ganz gehoben.In vielen Punkten ist zwar Klarheit geschaffen,trotzdem stehen widerstrebende Ansichten einandergegenüber, welche noch der Aussöhnung harren.Um das Ziel erreichen zu können, mufs manzunächst in sachlicher Weise die bisherigenErrungenschaften der Forschung einander gegenüberstellenund vergleichen. Dieser Aufgabeunterzieht sich Howe in einer mit anerkennungswertherGründlichkeit geschriebenen Abhandlung,welche er der letzten Versammlung des „Ironand Steel Institute“ vorlegte, und deren wichtigsteAuslassungen hier Platz finden mögen.Zwei Theorieen über die Ursachen des Härtenssind in der Neuzeit einander gegenübergelreten.Nach der einen Theorie ist es die Abweichungin der Form des Kohlenstoffs, welche den Härleunterschieddes gehärteten und nicht gehärtetenStahls bedingt. Es ist durch verschiedene Forschernachgewiesen worden, dafs die als Garbid- oderGementkohle bezeichnete, im langsam erkaltetenStahl nachweisbare Kohlensloffform in einerT em peratur zwischen 660 und 720° G. in eineandere Form , die Härtungskohle, übergeht. W irdnun der Stahl langsam wieder abgekühlt, soentsteht in jener Tem peratur wieder Garbidkohieund der Stahl nimmt die früheren Eigenschaftenwieder a n ; findet plötzliches Ablöschen statt,so wird diese Umwandlung gehindert, der Stahlbleibt reich an Härtungskohle und ist infolgedavon hart.Nach der zweiten Theorie ist diese Umwandlungder Kohlenstoffformen nicht von unmittelbarerBedeutung für die H ärtu n g ; man nimmtvielmehr an, dafs das Eisen in der höherenTem peratur in eine neue Form übergehe, (nachOsinond a-Eisen in ß-Eisen), welche zwar beilangsam er Abkühlung sich wieder in die frühereForm umwandelt, beim Ablöschen aber beständigwird, hart und spröde ist um» daher auch demgehärteten Stahle diese Eigenschaften verleiht.Der Kohlenstoffgehalt des Stahls spielt nach dieserTheorie nur insofern eine Rolle beim Härten,als er den Uebergang des harten Eisens inweiches Eisen beim Abkühlen verzögert, so dafsaus diesem Grunde der Stahl um so leichterhärtbar ist, je m ehr Kohlenstoff er enthält.W ährend nun die beiden erwähnten Kohlenstoffformensich in chemischer Beziehung deutlichvoneinander unterscheiden, ist uns vorläufigkein Mittel bekannt, durch welches auch diebeiden Eisenformen chemisch nachgewiesen werdenkönnten, und nur auf Umwegen vermögen wirden Nachweis ihres Vorhandenseins zu erbringen.Es ist bekannt, dafs durch die Bearbeitungdes Eisens und Stahls in gewöhnlicher T em ­peratur ähnliche W irkungen, wie durch das. Härten,hervorgerufen werden, und mehrfach ist bereitsdie Vermutliung ausgesprochen worden, dafs inbeiden Fällen dieselbe Ursache, d. h. eine Veränderungder Eisenform, zu Grunde läge; sov o n T re sc a * und von Osmond und Werth.**Es liegen also zunächst folgende Fragen zurBeantwortung vor:1. Ruft die Bearbeitung in der Kälte eineVeränderung der Eisenform hervor? W enn esder Fall ist, möge die hierbei entstehende Eisenformvorläufig als o-Eisen bezeichnet werden.***2. Ruft das Härten durch Ablöschen eineVeränderung der Eisenform hervor? Wenn esder Fall ist, möge sie nach Osmonds Vorgängeals ß-Eisen bezeichnet werden.3. Sind ß-Eisen und S-Eisen dasselbe?4. Inwieweit beruht die W irkung des Härtensauf der hierbei nachweisbar slaLtfindenden Umwandlungder Kohlenstoffform und inwieweit aufder Umwandlung des a-Eisens in ß-Eisen?Zur Beantwortung der ersten Frage wirdauf Folgendes hingewiesen :ln allen Fällen, wo durch Bearbeitung inder Kälte die bekannten Veränderungen derEigenschaften eines Metalls — Steigerung derElasticitätsgrenze, Festigkeit und Sprödigkeit —hervorgerufen werden, scheint diese W irkungdurch die dabei stattfmdende bleibende F orm ­veränderung veranlafst zu sein. Druck ohnestattfmdende Form veränderung — z. B. auf einin den Cylinder einer hydraulischen Presse eingeschlossenesEisenstück — scheint keine Aenderungder Eigenschaften zu bewirken. Dagegenwird jene Aenderung noch selbst in einer Tem peraturvon 5 0 0 °— 600° C. bem erkbar, wenn die Bearbeitungzugleich eine Form veränderung bewirkt.Faraday nennt Allotropie die Fähigkeit gewisserKörper, ohne Aenderung der chemischenZusammensetzung Aenderungen der chemischenund physikalischen Eigenschaften zu erleiden.Bei der Bearbeitung in der Kälte ändert dasEisen seine chemische Zusam mensetzung nicht,recht erheblich aber einige seiner physikalischenEigenschaften und bis zu einem gewissen Gradeauch sein chemisches Verhalten. Seine Festigkeitkann auf das doppelte, seine Elasticitätsgrenzeauf fast das dreifache Mafs gesteigert,seine Dehnbarkeit aber vollständig beseitigt werden.Die Art und Weise der stattfmdenden F orm ­veränderung bleibt hierbei ohne Einflufs; durchStreckung eines Stabes in der einen Richtungwird beispielsweise seine Festigkeit auch in derändern Richtung erhöht. Die W iderstandsfähig­* Comptes rendus, vol. XCIX, p. 351.** Théorie cellulaire des propriétés de l'acier;besprochen in .Stahl und Eisen“ 1886, S. 374.*** Die Benutzung griechischer Buchstaben fürdie Bezeichnung verschiedener angenommener Eisenformenrührt bekanntlich von Osmond lier. c-Eisenist die im ungehärteten und nicht kalt bearbeitetenEisen angenommene Eisenform, das weiche Eisen(„Stahl und Eisen“ 1886, S. 377 ; 1891, S. 641; 1895,S. 459). Zur Vermeidung von Verwirrungen in Ho wesDarlegungen mOgen die gewählten Bezeichnungenbeibehalten werden.


15. October 1895. Dia Vorgänge beim Härten des Stahls. Stahl und Eisen. 945keit dos Stahls gegen die Einwirkung verdünnterSäuren wird nach Osmond und Werth durchdie Bearbeitung in der Kälte verringert,* währendseine W iderstandsfähigkeit gegen Seewasser nachAndrews dadurch erhöht wird.**Diese Aenderungen sind zu erheblich, umlediglich auf mechanische Ursachen zurückgeführtwerden zu können; die Ursachen sin.1 chemischeroder physikalischer Natur, oder beides. Ebenjenes bedeutende Mafs der durch Bearbeitung erreichbarenAenderungen legt uns die Vermuthungnahe, dafs eine Allotropie des Eisens die Ursachedavon sei; aber der Umstand, dafs bei anderenallotropischen Körpern ähnliche W irkungen bislangnicht beobachtet wurden, während dieW irkung der mechanischen Bearbeitung in derKälte auch bei anderen Metallen in ganz derselbenWeise wie beim Eisen sich bemerkbarmacht, kann wiederum Zweifel erwecken.Gegen die Annahme eines durch die Bearbeitunghervorgei’ufenen allotropischen Zustandes desEisens läfst sich ferner einwenden, dafs derElasticitätsmodul, die Dichtigkeit und die elektrischeLeitungsfähigkeit des Eisens nur sehr unbedeutenddurch die Bearbeitung beeinflufst w erden; aberman kann auch hierauf erwidern, dafs auch beiKörpern, deren Allotropie deutlich nachgewiesenist, doch häufig der Unterschied nur in der abweichendenKrystallform sich ausspricht, währenddas chemische und physikalische Veihalten ziemlichdas gleiche ist.***W enn die von Osmond und Werth gemachteBeobachtung sich bestätigen sollte, nach welcherkaltbearbeitetes Eisen und gehärtetes Eisen beimAuflösen in Kupferchloridlösung m ehr W ärmeentwickelt, als geglühtes, so würde dadurch dieTheorie von der Allotropie des Eisens eine Unterstützungerhalten. Da jedoch bei jenen Versuchendas Glühen im W asserstoffstrom vorgenommenworden war, wobei nach ForquignonsVersuchen eine Entkohlung stattfinden k a n n ,tund da man Feilspähne benutzte, welche vielleichtmit abgesprungenen Theilchen der Feilevermengt waren, sind die von jenen Forschernerlangten Versuchsergebnisse nicht ganz einwandsfrei.Deutlicher weist das Verhalten des Eisensbei der Festigkeitsprüfung, auf welches Osmondund später Gharpyff aufmerksam machte, aufeinen allotropischen Zustand des Eisens hin:die Schaulinie der bei der Festigkeitsprüfung eintretendenForm veränderungen zeigt bei ausgeglühtemEisen und Stahl regelmäfsig einen Knick,eine wagerechte Linie, welche anzeigt, dafs beibestimmter Belastung ein Fliefsen des Materials* Annales des mines, serie 8, tome VIII, p. 46.** Proc. Inst. Civil Engineers, vol. CXVIII.*** Howe führt als Beispiele hierfür Aragonit undCalcit, ferner Pyrit und Markasit an.t »Stahl und Eisen' 1886, Seite 383.t t „Stahl und Eisen“ 1895, Seite 459 und 746.XX. isum ein gewisses Mafs stattfindet, während beikalt bearbeitetem und bei gehärtetem Eisen dieserKnick fehlt. *Eine fernere Unterstützung erhält die Allotropie-Theoriedurch den Umstand, dafs die durchmechanische Beanspruchung bewirkte Anordnungder Eigenschaften des Eisens noch ferner zunimmt,nachdem die Beanspruchung aufgehörthat, dafs also z. B. die Festigkeit eines kalt bearbeitetenoder auf der Festigkeitsprüfungsmaschinegestreckten Stabes in dem Augenblick,wo die Bearbeitung oder Beanspruchung aufhört,geringer ist als nach einiger Zeit der Ruhe.**Es ist, als ob die Anwesenheit von ein wenigo-Eisen, bei der ersten Formveränderung gebildet,die fernere Bildung solchen Eisens veranlassenkönne, ein Vorgang, der in anderen Fällen derAllotropie nicht selten sich beobachten läfst.Auch die durch Charpy nachgewiesene Steigerungdes bleibenden Magnetismus geglühten Eisensdurch mechanische Beanspruchung und zwarstets innerhalb der Zeit, in welcher die Schaulinieden erwähnten Knick zeigt,*** deutet aufeine Umwandlung der Eisenform hin. ln öffentlichenBlättern hat man eine Beobachtung mitgetheilt,nach welcher Nickclstahl mit 25 % Nickel,der im gewöhnlichen Zustande unmagnelisch ist,magnetisch wird, wenn er kalt bearbeitet w u rd e ;bestätigt sich diese Beobachtung, so würde auchhierin ein Beweis für die Allotropie des Eisensgefunden werden können.Bevor sich jedoch die Frage bestimmt entscheidenläfst, mufs man auch das Verhaltender übrigen Metalle bei der Bearbeitung in derKälte ins Auge fassen. Aus den bisherigen Beobachtungenscheint hervorzugehen, dafs alleübrigen Metalle durch die Bearbeitung die gleichenVeränderungen wie Eisen und Stahl erleiden, unddafs nur das Mafs des Einflusses verschieden ist.Hartgezogenes Kupfer zeigt eine Festigkeit von47 kg auf 1 qmm, m ehr als doppelt so viel,als das geglühte Metall; die Festigkeit desAluminiums läfst sich durch Kaltwalzen von12,5 kg auf 20 bis 21 kg steigern, ja, durchAnwendung besonderer Mittel hat man sogarreinen Aluminiumdraht mit m ehr als 62,5 kgFestigkeit dargestellt; die Festigkeit der Phosphorbronzeläfst sich durch Kaltbearbeitung bis auf170 % der ursprünglichen Festigkeit erhöhen. Dieelektrische Leitungsfähigkeit wird durch das D rahtziehenverringert, beim Eisen und Stahl um etwa4,3 beim Kupfer um l 1/* bis oder durchschnittlichum 2,8 fo , beim Gold und W ism uthnoch weniger und beim Silber um etwa 11 $ . f* Vergl. Fig. 1 auf Seite 459.** Erbkams , Zeitschrift für Bauwesen“ 1863,Seite 245; „Dinglers Polyt. Journal“, Band CCXXiV,Seite 1; auch Howe, „Metallurgy of Steel“, p. 213.*** Auf Seite 459 erwähnt.f Landolt und Börnstein, PhysikalischeTabellen, Seite 468.2


946 Stahl und Eisen.Die Vorgänge beim Härten des Stahls.15. October 1895.Es ist bekannt, dafs bei allen Metallen die durchKaltbearbeitung — Walzen, Ziehen, Hämmern unddergleichen m ehr — hervorgerufenen Aenderungender Eigenschaften durch Erhitzung wieder ausgeglichenwerden.W ie aber die Elasticitätsgrenze des Eisensund Stahls durch bleibende Beanspruchung aufZugfestigkeit in der Kälte bis auf annähernd dasMafs dieser Beanspruchung gesteigert werdenkann und noch zu steigen fortfährt, wenn dieBeanspruchung aufgehört hat, so vermag eine,dieEiasticitätsgrenze (Proportionalitätsgrenze) überschreitendeBelastung auch beim Zink diese Grenzebis auf das Mafs der Belastung zu steigern, undsie wächst ebenfalls noch während der Ruhe,wenn die Beanspruchung aufgehört hat.*Der Umstand nun, dafs jener Knick in derSchaulinie bei der Festigkeitsprüfung geglühtenEisens und Stahls bei der Prüfung anderer Metallenicht erscheint, hat die HH. Osmond und W erthsowohl als Charpy veranlafst, von der Annahmeeines allotropischen Zustandes bei diesen übrigenMetallen abzusehen.** Bei reiflicher Erwägungjedoch scheint eine Veranlassung zu einer solchenUnterscheidung kaum vorzuliegen. Vergegenwärtigtman sich, dafs jener Knick der Schauliniedoch auch bei gewissen Eisensorten nichtauftritt, dafs ferner, wenn jene Umwandlung derEisenform in etwas gesteigerter Tem peratur stattfindet,der Knick überhaupt nicht erscheint, unddafs cndlich in dem letzten Theile der Schaulinieüberhaupt niemals eine Einknickung derSchaulinie sich bemerkbar macht, obschon dieFestigkeit und Elasticitätsgrenze auch hier nochzunehmen, so mufs man zu dem Sehlufs gelangen,dafs der erwähnte Knick m ehr ein zufälligerBegleiter, als ein nothwendiges Merkmalder Umwandlung der Eisenform ist. Bisweilenfinden wir einen Knick auch in den Schaulinienbei Prüfung des Kupfers, und eine Reihe vonKnicken zeigt sich in den Schaulinien von BullsLegirung;*** seltsamerweise giebt auch das Eisenalsdann eine solche Reihe von Knicken, wennes in Tem peraturen zwischen 93 und 204° C.geprüft w ird.fEs liegt demnach kein genügender Grundvor, Metalle, deren Eigenschaften durch die Kaltbearbeitungin gleicher Weise wie die des Eisensgeändert werden, deren Schaulinie bei der Festigkeitsprüfungaber nicht den der Schaulinie desausgeglühten Eisens eigenthümlichen Knick zeigt,als nicht allotropisch zu betrachten, sofern manfür das Eisen Allotropie annehmen will. W ennaber eine Aenderung der Eigenschaften stattfindet,so kann dieser nur eine Aenderung derForm , eine Umwandlung von a-Eisen in 8-Eisenzu Grunde liegen. Ob diese Umwandlung geradedurch den engeren Begriff des W orts Allotropiegedeckt wird, ist gleichgültig; vorläufig besitzenwir keine andere Benennung dafür.Um die zweite F rage: ruft das Härtendurch Ablöschen eine Veränderung der Eisenformhervor? beantworten zu können, verweist Howezunächst auf die auch in „Stahl und Eisen“ vielfachbesprochenen Untersuchungen Osmonds undAnderer über die sogenannten kritischen Punkte,auf Gilberts schon früher gem achte Beobachtung,dafs rothglühendes Eisen seinen Magnetismus verliert,hauptsächlich aber auch auf die Thatsache,dafs selbst das kohlenstoffärmste Eisen seineEigenschaften beim Ablöschen in ähnlicher W eisewie bei der Kaltbearbeitung ändert. Es werdenBeispiele hierfür mitgetheilt, von deren W iedergabean dieser Stelle jedoch abgesehen werdenkann, da dieser Einflufs des Ablöschens als bekanntangenommen werden darf.* Nun könnteman, wie Howe selbst hervorhebt, den Einwandmachen, dafs jene Aenderungen der Festigkeitseigenschaftenlediglich durch eine beim Erhitzeneintretende Aenderung des Gefüges, aber nichtdurch eine Aenderung des allotropischen Zustandes,des a-Eisens, bedingt seien. In der T hat beobachteteHowe, dafs Stahlstäbe mit 1,10 %Kohlenstoff, wenn man sie auf 720° C. erhitzteund langsam abkühlen liefs, noch Biegungen von166° ertrugen, während die nämlichen Stahlstäbeschon bei 18° brachen, wenn sie auf1050° G erhitzt worden waren. Da die Abkühlung,wie erwähnt, langsam stattfand, konntein diesem Falle nur eine Gefügeänderung dieUrsache des abweichenden Verhaltens sein; jekohlenstoffärmer aber das Eisen ist, desto wenigerwird es durch diese einfache Erhitzung mit darauffolgenderlangsamer Abkühlung beeinflufst, w ährendauch das kohlenstoffärmste Eisen recht erheblichseine Eigenschaften ändert, wenn es rasch abgelöschtwird. Die beim Erhitzen eintretendeGefügeänderung kann demnach nicht die Ursacheder nach dem Ablöschen beobachteten W irkungsein, und es bleibt demnach nur noch die Annahme einer Allotropie des Eisens übrig.**Schwierig ist die dritte Frage zu beantworten :ob die bei Kaltbearbeitung entstehende Eisenform* Bauschinger, Mittheilungen aus dem mechanisch- technischen Laboratorium der Königlichendieselbe ist, wie die beim Ablöschen entstehende,Hochschule in München, Band XV (1886), Seite 3. also ß-Eisen gleich S-Eisen. Das ähnliche m echa­** .Stahl und Eisen' 1886, Seite 539; Comptesrendus, vol. CXVII, p. 850.*** Engineering, vol. XLV11I, p. 198 und 199.Bulls Legirung ist in Amerika zum Geschützgufs benutzt* Vergleiche unter ändern: „Stahl und Eisen“1892, Seite 550; 1895, Seite 460; auch Ledebur,Eisenhüttenkunde, 2. Auflage, Seite 681.worden. Vergl. auch „Stahl und Eisen“ 1890, ** Der Beweis scheint doch nicht ganz zutreffendSeite 392.zu sein. Auch weiches Eisen nimmt beim plötzlichenf James E. Howard in Report, Chief Ordnance,U. S. N. Army, 1893, p. 701.Ablöschen ein etwas anderes Gefüge a n , als beilangsamer Erkaltung.


15. October 1895. Die Vorgänge beim Härten des Stahls. Stahl und Eisen. 947nische Verhalten des Eisens in beiden Fällenlegt die Versuchung nahe, die Frage zu bejahen,aber schwerwiegende Gründe sprechen auch dagegen.Beim kohlenstoffhaltigen Eisen beruhtein Theil der Aenderungen, welche die Härtunghervorruft, jedenfalls zum Theil a u f der Umwandlung der Kohlenstoffform; aber bei genauererBetrachtung zeigt sich doch auch, dafs die durchKaltbearbeitung erzeugten Eigenschaften sichnicht unerheblich von den durch Härtung erzeugtenunterscheiden. Unterwirft man ein Eisen,dessen Elasticitätsgrenze durch Kaltbearbeitunggesteigert worden war, einer Erw ärm ung aufeine Tem peratur zwischen 150 bis 3 5 0 ° C., sofindet eine fernere Erhöhung der Elasticitätsgrenzestatt; Federn z. B., aus kalt gezogenem Drahtgefertigt, werden elastischer, wenn man sie mäfsigerw ärm t.* Beim abgelöschten Eisen ist dasnicht der F all; es wird durch Erwärm en angelassen,d. h. die durch das Ablöschen erzeugteW irkung wird abgem indert, gehärtete Federnwerden durch W iedererwärm ung nicht elastischer.Der Unterschied ist von Wichtigkeit. Die nachdem Ablöschen hinterbleibende Eisenform entstehtund ist beständig in Tem peraturen über6 5 0 ° G., unbeständig in niedrigerer Tem peratur,wie die Veränderungen beim Anlassen beweisen;die durch Kaltbearbeitung entstehende Eisenformist beständig zwischen 150 bis 350°.Trotzdem will Howe, wie aus seinen Aeufserungenhervorzugehen scheint, die Frage, obhier zwei verschiedene Eisenformen vorliegen,nicht bestimmt entscheiden, und er begnügt sich,bei Beantwortung der vierten, oben aufgestelltenFrage einfach a-E isen (W eicheisen) vom Nichta-Eisenzu unterscheiden.** ln sehr ausführlicherW eise werden nun die Arbeiten Charpysund Osmonds und die Bedeutung des Knicks inder Schaulinie für die A llotropie-Theorie nochmalserörtert. Von einer Wiedergabe dieseretwas weitgehenden Auslassungen kann hier abgesehenwerden, da sie wesentlicii Neues kaumbringen.*** Einige von Hrn. Howe selbst zumZwecke der Klärung der Frage angestellte Versuchedagegen mögen hier Erwähnung finden.Er erhitzte eine Anzahl gleicher Stäbe von5/ig Zoll (8 mm) S tärke, 9 Zoll (228,6 mm)Länge, von demselben Flufseisen m it 0,21Kohlenstoff, 0,31 $ Silicium und 1,19 % Manganauf ungefähr 970° C., liefs sie allmählich aufverschiedene Tem peraturen abkühlen und löschtesie in Salzwasser ab. Hierauf wurden die Festigkeit,D ehnbarkeit, Härte und nach dem colorimetjischenVerfahren der Kohlenstoffgehalt bestimm t, um aus dem Ergebnisse auf die Kohlenstoffformschliefsen zu können.Die Messung der T em peratur beim Ablöschengeschah mit Hülfe eines Pyrom eters von Le Chatelier,welches das Ablesen von Tem peraturunterschiedenvon 0,7 0 ermöglichte.Zur Härtebestimmung diente ein Diamantunter einer Belastung von 100 g; das Ablesender Breite des Ritzes geschah unter 450facherVergröfserung mit Hülfe einer Camera lucida.Howe selbst legt indessen auf die Ergebnissedieser P rüfung, welche immerhin nicht ganzzuverlässig ist, w'eniger W erth, als auf die übrigengemachten Beobachtungen.Der Versuchsstab 23 (vergleiche die folgendeTabelle) wurde in der Muffel der langsamenAbkühlung auf Zim m ertem peratur überlassen.Die Proben 24 und 25 waren nicht geglühtund abgelöscht, sondern wurden in dem Zustande,wie sie vom W alzwerke kamen, geprüft.24 _ — 65,8 18,75 53,84 --* Beispiele für diesen Einflufs der Erhitzung: 25 — 0,0331 66,3 17,50 51,14 ---Howe, Metallurgy of Steel, p. 214 und 219.** „As we have no evidenee which discriminates Howe zieht nun aus diesen Versuchsergebnissenbetween the effects of ß and those of J iron (indeed folgende S chlüsse:tbey may be one), we may here dass them togetherBeim Ablöschen zwischen 880 0 C. bissimply as non-a-iron.“*** Leser, welche genauere KenntniTs hiervon zu 698 0 C. ist die W irkung ziemlich dieselbe; dieerlangen wünschen, finden die vollständige Arbeit gefundenen Unterschiede in den Festigkeitseigenschaftensind nicht erheblicher, als sie überhauptHowes in Ironmonger, Extra Edition, vom 24. Aug. d.J.Jedenfalls wird sie binnen Kurzem auch in den meistenbei Prüfung verschiedener Stäbe aus dem gleichensonstigen englischen.und amerikanischen Fachblätternerscheinen.Material gefunden werden. Beim Ablöschen inNummer» 3? ?3 ©£ EK ®Grade C.Breite des| Ritzes (alsH ärteprobe)ÄS s. 8 2SP»N i "® PetfkgMflk 2> IO/oA tu >•*tu•Io.SP S i äs‘u a ff 2T3 n6 880 _ 157,9 3,50 — 0,0927 836 0,0276 145,2 3,00 5,00 0,0954 797 0,0285 153,4 6,00 — 0,10216 761 — 136,0 1,25 1,01 0,08215 733 0,0290 161,2 4,50 — 0,09512 714 0,0281 155,6 7,50 — 0,10218 713 0,0303 148,5 2,50 1,54 0,0939 698 0,0293 145,3 3,75 3,53 0,0965 652 — 101,9 2,25 3,17 0,10014 650 0,0298 99,8 4,75 5,68 0,08421 633 0,0333 90,1 4.25 5,87 0,08410 626 0,0320 88,3 5,50 5,94 0,08422 620 0,0329 85,0 6,25 5,60 0,09111 600 0,0333 64,3 13,50 44,40 0,0343 599 0,0332 62,5 13,00 46,50 0.0478 575 0,0345 65,6 13,97 38,60 0,02919 532 0,0343 58,2 21,25 51,34 0,00515 512 0,0356 57,7 26.00 54,40 0,01817 340 __ 55,8 23,75 53,54 0.00020 263 -- 53,8 22,50 55,64 0,00023 20 0,0365 51,9 25,75 52,29 0,008•Io


948 Stahl und Eisen. Die Vorgänge beim Härten des Stahls. 15. Oclober 1895.einer Tem peratur von 6 3 3 0 ist die Festigkeit bereitsbedeutend geringer, während die Kohlenstoffprobenoch fast das gleiche Ergebnifs wie früher liefert.Zwischen 6200 und 600 0 ändert sich dagegen auchdiese Ziffer; das Ergebnifs der Kohlenstoffbestimmung aufcolorimetrischem W ege nähert sich erheblichdem Ergebnisse der gewichtsanalytischen Bestimm ung: die Kohlenstoffform ist beim Ablöschennur wenig verändert worden. Gleichzeitig ist einebedeutend gröfsere Zähigkeit der Proben (Verlängerungund Querschnittsverringerung) als nach demAblöschen in höherer Tem peratur erkennbar.Der Umstand nun, dafs die Festigkeit desEisens beim Ablöschen in Tem peraturen über6 2 6 ° unausgesetzt mit der Tem peratur steigt,die Kohlenstoffform dagegen, wie der Ausfallder colorimetrischen Bestimmungen schliefsenläfst, beim Ablöschen in höheren Tem peraturenals 6 2 6 ° keine erhebliche Aenderungen mehrerleidet, ferner, dafs überhaupt die Festigkeitganz kohlenstoffarmen Flufseisens, wie es hieruntersucht w urde, sich durch Ablöschen auffast das dreifache Mafs steigern läfst, ist nachHowes Ansicht ein Beweis, dafs beim Härtendoch noch ein anderer U m stand, als die Umwandlungder Kohlenstoffform, eine Rolle spielt,und dieser andere Umstand kann nur eine Umwandlungder Eisenform sein.Hierbei möge nun an die auf Seite 461mitgetheilten ähnlichen Versuche Charpys mitS tahl, welcher 0,71^ Kohlenstoff enthielt, erinnertwerden. Dort bleibt die Kohlenstoffformbis zu 7 00° die nämliche, wie in gewöhnlicherT em peratur, von 720 ° an aber ändert sie sichim allgemeinen um so stärker, je höher dieErhitzungstem peratur vor dem Ablöschen war.Die Festigkeit steigt hei Charpys Versuchen zwarauch mit der Erhitzungstem peratur, aber trotzdes höheren Kohlenstoffgehalts bei weitem nichtin dem Mafse, wie in Ho%ves Tabelle; die Zähigkeitverringert sich zwar ebenfalls besondersdeutlich von dem Zeitpunkte an, wo die Kohlenstoffformdeutliche Aenderungen zeigt (über7 2 0 ° G.), nim m t aber ziemlich stetig auch nochfernerhin a b , wenn die Tem peratur vor demAblöschen abermals steigt.Darin liegen W idersprüche, für welche derhöhere Kohlenstoffgehalt des Charpyschen Stahlsum so weniger als Erklärung dienen kann, danach Osmonds Versuchen die Tem peratur, beiwelcher die Kohlenstoffform sich ändert, um sotiefer liegt, je kohlenstoffreicher der Stahl ist.Bei den hier mitgetheilten beiden Versuchsreihenzeigt dagegen das kohlenstoffärmere Eisen dieAenderung in der niedrigeren Tem peratur.Nach sehr ausführlicher Erwägung allerGründe für und wider stellt Howe die Ansichtauf, dafs zwei Theorieen des Härtens möglich seien:* Dafs man auf der geschliffenen und geätztenFläche die Temperkolile mit dem Mikroskop naeh-1. die schon erwähnte rein allotropische weisea kann, ist nur wahrscheinlich; ein VersuchTheorie, nach welcher das ß-Eisen die eigent­hierüber fehlt noch.liche Ursache der Härtung bildet und der Kohleustoffgelialtnur insofern eine Rolle spielt, als erden Uebergang des harten ß- Eisens in weichesa-Eisen beim Erkalten erschwert;2. eine von Howe entwickelte Theorie (vonihm r.arbo'-allolropische Theorie genannt), nachwelcher die Härtung nicht allein auf dem Zurückbleibenvon ß-Eisen oder von Härtungskohle,sondern auf dem Zurückbleiben einer Verbindung(compound) von ß-Eisen mit Härtungskohle beruht,welche dem gehärteten Stahl seine besonderenEigenschaften verleiht.W elche von den beiden Ansichten die richtigeresei, will Howe nicht bestimmt entscheiden,obgleich er erklärt, dafs er die zweite für w ahrscheinlicherhalte.Wie man sieht, ist auch durch diese Arbeitdie Frage keineswegs endgültig gelöst, und, wieschon eingangs hervorgehoben wurde, liegt derSchwerpunkt der Abhandlung hauptsächlich inder übersichtlichen und sachverständigen Gegenüberstellungder bisher erlangten Forschungsergebnisse.Mancher neue Versuch ist nochnotbwendig, bevor wir zu völliger Klarheit gelangen;auch über die verschiedenen Kohlenstoffformenim Eisen und die Beeinflussung, welchesie bei der Erhitzung und m echanischen Bearbeitungerfahren, sind wir bekanntlich nochkeineswegs ganz im Klaren, und meines E r­achtens wird der Vorgang beim Härten erst dannvöllig klargestellt werden können, wenn auchjene Frage ihre völlige Lösung gefunden hat.Als Beleg für diese Ansicht möge hier ein Vorgangkurz besprochen werden, welcher, sovielmir bekannt ist, in der Literatur bis jetzt nochnicht erwähnt wurde, auch von Howe nicht inseine Mittheilungen aufgenommen wurde.Wenn man einen Stab aus hartem W erkzeugstahlschmiedet, bis er unter Rothgluth erkaltetist, dann durch rasch folgende Ham m erschlägeaufs neue bis zum deutlichen Rothglühen erhitzt— was bekanntlich nicht schwer zu bewerkstelligenist — und nun in gewöhnlicherWeise abkühlen läfst, so wandelt sich ein reichlicherTheil seines Kohlenstoffgehaltes in T em perkohleum, welcher dem Auge als schwarzerSaum erkennbar zu sein pflegt und beim Auflösendes Stahls in heifser Salpetersäure zurückbleibt.Der Stahl ist weicher geworden undnimmt keine oder nur noch schwache H ärtungan, obgleich das Gefüge beim Ablöschensich in ganz derselben Weise ändert, alssei wirkliche Härtung erfolgt, und dasAuge die Anwesenheit der Tem peikohle nachdem Ablöschen auf der Bruchfläche nicht m ehrzu erkennen vermag.*


15. October 1895. Ueber Speisewasser - Iteinigüng. Stahl and Eisen. 949Ob der Vorgang sich bei der geschildertenBearbeitung stets oder nur unter bestimmtenVerhältnissen vollzieht, und welches der niedrigsteKohlenstoffgehalt ist, bei welchem die Umwandlungder Kohlenstoffform stattfindet, bedarf nochder Untersuchung. Mir liegen zwei solcher Stahlprobenaus zwei verschiedenen Ländern vor, beideren chemischer Untersuchung sich folgendeZusam mensetzung ergab:HUrtungskobleCarbidkohleTem perkohleGesammtkohleProbe 1, nicht gehärtet................ 0,92 0,72 1,64 0,29 0,47Probe 2:a) nicht gehärtet 0,50 0,38 0,66 1,54 0,11 0,31b) zum GlühenSiliciumerhitzt und abgelöscht. . . 0,52 0,34 0,63 1,49 nichtbest.Mangannichtbest.Die Probe 2 b besafs, wie schon erwähnt,vollständig das feinkörnige Gefüge harten W erkzeugstahls,liefs sich aber mit der Feile mitganz derselben Leichtigkeit wie die nicht abgelöschteProbe 2 a bearbeiten.Fs ist nun sehr wahrscheinlich, dafs einähnlicher Erfolg, wie durch das rasche Hämm ern,auch durch lange fortgesetztes Glühen sich hätteerreichen lassen; dafs aber in den untersuchtenProben das durch das Häm m ern erzeugte, nurkurze Zeit währende Glühen allein die Bildungder Tem perkohle veranlafst haben sollte, läfstsich deshalb nicht annehm en, weil sonst auchbei dem Glühen zum Zw ecke.des Ausschmiedensder gleiche Erfolg hätte eintreten müssen.Die Beobachtung legt die Vermuthung nahe,dafs doch auch die mechanische Bearbeitungunter gewissen, noch nicht erforschten Umständenimstande sein könne, Umwandlungen der Kohlenstoffformenentweder selbst zu veranlassen oderdoch zu begünstigen.Ai Ledebur.Im Begriff, meine Erfahrungen über Speisewasser-Reinigungender Oeffentlichkeit zu übergeben,finde ich in der „ Zeitschrift des Vereinsdeutscher Ingenieure“ Nr. 33 vom 17. August d. J.die ausgezeichnete Arbeit des leider zu früh verstorbenenM aschineninspectorsN össelt in Eisleben.W enn nun auch die Veröffentlichung desHrn. N. m ir viel vorweg genommen hat, willich mit meinen Erfahrungen doch nicht zurückhalten,um so m ehr, da meine Ansichten anwichtigen Punkten von denen des Hrn. Nösseltahweichen.Um zu erläutern, wie ich zu meinen Ansichtengekommen bin, und um dem Leser ein eigenesUrtheil über den W erth meiner Ansichten zuermöglichen, will ich zunächst die chronologischeEntwicklung der hiesigen Verhältnisse möglichstkurz aufführen und mich dann am Schlüsse aufGrund der gewonnenen Resultate mit den Abweichungenzwischen meinen Ansichten und denendes H rn. Nösselt befassen.Als ich vor nunm ehr 17 Jahren in die Diensteder HH. Haniel & Lueg zu Düsseldorf-Grafenbergals Betriebsingenieur eintrat und dam it auchdie Aufsicht über den Kesselbelrieb übernahm,welcher dam als etwas über 800 qm Heizflächeumfafste, fand ich die Kessel nach etwa 6 jährigerDienstzeit in sehr schlechtem Zustand.W enn auch die Kesselarbeit und das Materialder Kessel einen erheblichen Theil der Schuldan diesem schlechten Zustand zu tragen hatten,lieber Speisewasser - Reinigung./Nachdruck verboten.v\Ges. v. 11. Juni 1870.Jdenn die Kessel waren in der sogenannten gutenZeit hergestellt, so fiel der Haupttheil der Schulddoch dem schlechten Speisewasser zu. DieKesselanlage bestand aus 5 stehenden Kesselnvon je 60 qm Heizfläche, welche hinter Schweifsöfenaufgestellt waren, und drei Stochkesseln.Diese Stochkessel hatten je 180 qm Heizflächeund bestanden aus je einem Flam m rohrkesselmit zwei Innenfeuerungen und je einemd arüber liegenden Siederohrkessel, ein System,welches noch heute vielfach beliebt ist. DasSpeisewasser war so schlecht, dafs in vierwöchentlicherBetriebszeit fast auf allen Flächen, wo dieHitze den Stein nicht abgesprengt hatte, eine solideSteinlage von durchschnittlich 6 mm Stärke entstand.Das von Hrn. Nösselt mit Recht so sehrverpöDle Kesselklopfen mufste im m er in energischsterWeise zur Anwendung gebracht werden.Der Zustand der Kessel war den Umständenentsprechend und zwar so, dafs der Oberingenieurdes Dampfkessel - Ueberwachungsvereins m ir beider ersten gemeinsamen Befahrung der Doppelkesselerklärte: »die werfen wir im nächstenJahre fort*. Also nur 7 Jahre Lebensdauer!Es gelang zwar durch Anwendung der damalsgebräuchlichen Kesselsteinmittel, als deren wirksamstenB estandteil wir sehr bald die Sodaerkannten und darum auch später allein anwendeten,diesen gefürchteten Zeitpunkt nocheinige Jahre hinauszuschieben, weil wir die Bildungvon festem Stein nunmehr verhindern konnten.


950 Stahl und Eisen. Ueber Speisewass er-Beinigung. 15. October 1895.Aber welch ein Betrieb war das mit diesenfurchtbaren Schlammmassen in den Kesseln.Obendrein bestand ein Theil unserer Kesselsteinbildneraus Magnesiasalzen, welche schwimmendenSchlamm erzeugten. Bei der sehr stark angestrengtenKesselanlage und der stofsweisen Dampfentnahme durch die grofsen Dampfhämmer wurdeviel W asser mitgerissen und mit diesem auchviel Schlam m . Derselbe ging durch alle Ventileund alle Maschinen und führte dort einen unerhörtenVerschleifs herbei.Kein Ventil war m ehr dicht,kein Schieber, kein Kolben,ja wir haben Zeiten gehabt,wo wir die eine oder andereMaschine wegen undichtenAbsperrventils eine W ochehindurch nicht zum gänzlichenStillstand bringenkonnten. Auf den Dächernbildeten sich um die Ausblaserohregrofse weifseFlecken von wieder niedergeschlagenemS chlam m ;und das Alles trotz häufigenAbblasens und Reinigens derKessel. Jedoch war dieserZustand schon eine wesentlicheBesserung gegen früher,wenigstens in Bezug auf dieKesselreparaturen. Früherhatten wir eine eigene ColonneKesselschmiede undstets einen oder zwei deracht Kessel in R eparatur;diese Unkosten waren jetztdoch erheblich zurückgegangenund die Betriebssicherheitbedeutend gestiegen.Dafs wir unter diesen Umständenein wachsames Augeauf alle Vorgänge auf demGebiete der W asserreinigunghatten, läTst sich denken.W ///77ZZZZ% Z£Z2ZZZZ2ZZZZZZ/Schon vor 12 Jahren hatteWich selbst ein Projecl ausgearbeiletfür eine W asserreinigung mittels W ärmeund Chemiealien (Kalk - A etznatron), wobei ichstatt der raumerfordernden Absatzkästen, welchean einigen Stellen Anwendung gefunden, PiefkescheFilter vorgesehen hatte.Da wir auf einen gegebenen, sehr beschränktenRaum angewiesen w aren, und die Anlage auchnicht viel kosten sollte, waren zu den erforderlichenGefaben die Mantelkörper der inzwischenausrangirten Kessel in Aussicht genommen.Ich erhielt die Bewilligung zur Ausführungder Anlage, verzögerte dieselbe aber aus Mangelan Vertrauen zu meinem eigenen Project. Spätermachte ich eine Informationsreise gerade in derZeit, wo alle Tage neue Vorschläge zur W asserreinigungauftauchten und wieder verschwanden.Ich sah auf meiner Reise mancherlei meistaber Unvollkommenes und zum Theil sogarApparate, welche für denjenigen, welcher sichschon etwas eingehender mit der Sache beschäftigthatte, auf den ersten Blick sich als gänzlichverfehlt herausstellten.Das einzige S ystem , welches dam als schonfast fertig war, w ar dasjenige von Dehne inHalle. Ich sah dasselbe inmehrfachen Ausführungen,unter anderen bei Dehnein Halle selbst, und mufstegestehen, dafs das Verfahrenseinen Zweck erfüllte. Ichkonnte mich aber nicht überwinden,und kann es auchheute noch nicht, das Fillertuchals ein Hülfsmittel anzusehen,welches in einemgrofsen Kesselbetriebe zugelassenwerden könnte, wobeiich noch davon absehen will,dafs durch das Filtertuch unddie Bedienung der Pressesehr hohe Betriebskostenverursacht werden. Mir kamdie ganze Sache zu um ­ständlich , zu sehr der Bedienungund Ueberwachungbedürftig vor.Ich mufs hier freilichgestehen, dafs ich von Anfangan, entgegengesetzt derAuffassung des Hrn. Nosselt,die Ansicht vertretenhatte, es müsse möglich sein,ohne Filter eine für die Praxisgenügende Reinigung zu erreichen.W as ich aber von A pparatendieser Richtung ge-. . . 7 ~ ,.—tr; - sehen hatte, z.B. von Hohen-) Z / / / 7 / / / / / / / y Z 7 7 Z / / zollern, Humboldt undanderen, welche dam als mitihren Apparaten an die Oeffentlichkeit traten, hattemich ebensowenig befriedigt, wie die Filteranlagen.Ich kam also eigentlich resaltatlos nach Hause.Von befreundeter Seite wurden wir jetzt aufdie Thätigkeit, welche Hr. A. Reinecken inVerbindung mit dem Chemiker Hrn. G u ntermannauf dem W asserreinigungsgebiete entwickelte,aufmerksam gemacht. W ir erfuhren,dafs Hr. Reinecken in Düsseldorf selbst, beider Firm a Flender, Schlüter & Vollrathunter anderen schon seit 2 Jahren eine Anlagem it bestem Erfolg in Betrieb habe.Die Besichtigung dieser Anlage führte zudem E ntschlufs, den Hrn. Reinecken mit der


15. October 1895. Ueber Speisewasser - Reinigung. Stahl und' Eisen. 951Ausarbeitung eines Projects zu betrauen. Dabeiwurden insofern Hrn. R. erschwerende Bedingungengestellt, als vorgesehrieben wurde, dafs die altenvorhandenen Kesselgefäfse benutzt werden müfsten,sowie, dafs er sich in dem vorhandenen, beschränktenRaum einrichten und den altenRöhrenoberkessel als Vorwärmer benutzen müsse.Die Leistungsfähigkeit der Anlage wurde auf10 cbm f. d. Stunde bestimmt. Die vorstehendeSkizze zeigt, wie H r. R. die Aufgabe löste, undwie die Anlage dann unm ittelbar darnach ausgeführtwurde.Die beiden Absatzgefäfse, welche unten inSpitzkästen enden, stehen auf einem gemeinsamenschmiedeisernen Untersatz, welcher als Sammelgefäfsfür das gereinigte W asser dient. DenAbsatzgefäfsen wird das erwärm te und mit Ghemicaliengemischte W asser durch je ein centralesRohr zugeführt und steigt dann langsam indenselben in die H öhe, wobei es die Kesselsteinbildnerin Form kleiner Flocken langsamfallen läfst.Der unten in den Spitzkästen sich sammelndeSchlamm wird durch das im Gentralrohr stehendeRührwerk alle 6 Stunden etwas aufgerührt unddann durch kleine 20-mm-Röhren mit Hähnenabgelassen.Hr. Nösselt hielt die Beseitigung diesesSchlammes für sehr schw ierig; bei uns hat sichdie Sache aber sehr einfach gemacht. DieSchlammbrühe wird in ein kleines, etwa 4 bis5 cbm haltendes Bassin, welches unter demHofilur liegt, geleitet, und setzt sich dort gutund rasch ab ; das überschüssige W asser fliefstdurch einen Ucberlauf zur Fabrikkanalisation ab.Der steife abgesetzte Schlamm wird alle 14 Tageaus dem Bassin m it Schm alspurwagen abgefahren,was etwa 1 x /-2 Stunde dauert. Man wird mirzugeben, dafs es etwas Einfacheres nicht geben kann.Eine weitere Beschreibung der Anlage istneben der Zeichnung wohl nicht m ehr nöthig,ich kann mich also auf das W esentlichste, dieAufgabe und Zumessung der Reagentien und dieBedienung, beschränken. Die Reagentien bestehenaus gelöschtem Aetzkalk und Aetznatron undwerden, da unser W asser jetzt sehr gleichmäfsigist, einfach in Mefsgefäfsen für 24 Stunden abgemessen.Nachdem man die Reagentien in einam Boden stehendes Gefäfs gebracht hat, werdensie gelöst, durch einen Dampfstrahl gemischtund durchgerührt, und sodann durch einen Metallinjectorin den zu oberst angeordnelen Reagentienbehältergedrückt. Diese Arbeit nimmt denKesselwärter in je 24 Stunden einmal eine ViertelstundeinAnspruch, aufserdem verlangt die W asserreinigungnichts von ihm, wie das oben angeführteviermalige, je 2 bis 3 Minuten dauernde Oeffnender Schlam m ablafshähne. In 24 Stunden hatmithin der Kesselwärter, Alles in Allem genommen,sich etwa */2 Stunde mit der Speisewasserreinigungzu befassen; das ist doch gewifs einfacher alsdie Bedienung von Filierpressen mit ihrem Zubehör.Das Reagentiengefäfs ist so aufgestellt,dafs ein in demselben angebrachtes Rührwerk,welches die Ablagerung des Kalkes verhindert,durch Schnurtrieb von den Speisepumpen angetriebenwerden kann. Unter dem Reagentiengefäfsbefindet sich ein K asten, in welchem einKipptrog zum Messen des W assers in Thätigkeitist. Der Wasserzuflufs wird aus der Fabrikw asserleitungdurch ein erfahrungsmäfsig eingestelltesVentil regulirt. Die Stellung dieses Ventils wirdvon Zeit zu Zeit nach den Angaben eines vonden Absatzgefäfsen ausgehenden Schwimmers berichtigt.Vom Kipptrog läuft das W asser inden Vorwärmer und wird dort von dem Abdampfverschiedener Maschinen und der Speisepumpeauf etwa 70 Grad gebracht. Beim Austritt ausdem Vorwärmer werden ihm die Beagentien voneinem einfachen, einstellbaren Reagentienaufgeber,der die Lösung dem Reagentiengefäfs entnimmtund durch den Kipptrog bethätigt wird, zugeführt.Das W asser fällt in einen viereckigen Blechkasten, von wo es sich in die beiden Absatzgefäfsevertheilt. Die Dampfpumpe wird durcheinen kleinen Accumulator in der Speiseleitungan- und abgestellt; dieser Accumulator öffnetund schliefst auch den Wasserzuflufs. DerKesselwärter hat also nur das Speisevenlil zuöffnen oder zu schliefsen, um den Kesseln damitohne weiteres das nöthige gereinigte W asser gutangewärm t zuzuführen.Die Anlage ging sofort nach erfolgter Inbetriebsetzungausgezeichnet. Unser Kesselbetriebbekam eine Stetigkeit und Sicherheit, die wiruns nie als möglich hätten träum en lassen. DieKesselschmiedcolonne wurde nach einiger Zeitabgedankt, die weifsen Flecken um die Ausblaserohreder Maschinen aufden Dächern verschwandenallmählich, die Ventile und Dampfmaschinen kamenzur Ruhe und die in grofser Zahl vorhandenenReservetheile schimmelten in ihren Schränken,da dieselben nunm ehr auf viele Jahre hinausausreichten.Unsere rein gehaltenen, mit warmem W assergespeisten Kessel lieferten das früher mit Müheerzielte Dampfquantum mit Leichtigkeit und untererheblicher Kohlenersparnifs. Die Kessel blieben,nachdem der alte Stein nach und nach ganzverschwunden w ar, so rein, dafs wir dieselbenunter Beihaltung regelmäfsigen Abblasens jahrelangununterbrochen betreiben könnten.Die Anlage reicht auch für die heute auffast 1100 qm Heizfläche angewachsene Kesselanlageaus, da dieselbe in einer Stunde bequemund sicher 14 cbm reinigt.Kein W under, dafs wir unter so auffälligverbesserten Zuständen Jahre gebrauchten, umzu erkennen, dafs die Anlage doch noch kleineFehler hatte. Zunächst stellte sich heraus, dafs


952 Slalil und Eisen.Uebcr Spcisewasser - Reinigung.15. October 1895.ein autom atischer W ärm eregler, welcher die Aufgabebatte, Nachts bei Mangel an Abdampf durchZugabe frischen Dampfes die Tem peratur auf7 0° zu halten, nicht sicher arbeitete, da seineKraftäufserung zu gering war. Sein gelegentlichesNicbtfunctioniren hatte uns aber gezeigt, dafs dieW asserreinigung seiner Beihülfe gar nicht beduiftc.Der Apparat wurde später einfach abgeworfen.Dann m achte derVorwärm er durch seine schwierigeReinigung sehr viel Last und wurde später durcheinen Reineckenschen Gegenstrom-Vorwärmer, dersich sehr gut bewährte, ersetzt.Die Anlage ist heute jedenfalls eine derältesten W asserreinigungsanlagen ohne jeglichesFilter; sie besteht gegenwärtig, abgesehen vonAenderungen in Nebendingen, noch in ihrer ursprünglichenForm und arbeitet auch heute nochzur vollsten Zufriedenheit.Ich bin überzeugt, dafs, wenn der verstorbeneH r. Nösselt diese Anlage genau gekannt hätte,dann seine Vorliebe für Filteranlagen einen starkenStofs erlitten hätte; jedenfalls hätte er bei seinerallbekannten W ahrheitsliebe und Unparteilichkeitdie Reineckenschen Anlagen von seinem abfälligenUrtheil über die W asserreinigungsanlagen ohneFilter ausgenommen.Die Reinigungskosten stellen sich nach früherengelegentlichen Feststellungen auf Grund jahrelangfortgeführter genauester Berechnung auf1— 1 1j2 cj. für 1 cbm, wobei allerdings Löhnefür W artung nicht gerechnet sind, da, wie obendargelegt, die Reinigung eine besondere Bedienungnicht erfordert, sondern von dem sowie so notw endigen Personal mitbesorgt wird.Die Reinigung ist in all den 8 Jahren inihrer Gesammtheit noch niemals abgefcssen odergereinigt worden, nur der untere Reinwasserbehälter,in welchem sieh im m er noch Schlammabsetzt, ist im Laufe der Zeit etwa alle 2 biso Jahre gereinigt worden, dagegen machte derältere Vorwärmer, wie schon oben gesagt, vielLast. Die erheblichen Klagen des Hrn. Nösseltüber die N otw endigkeit der häufigen Reinigungseines Apparates sind mir unter diesen Umständenunerklärlich, wenn ich nicht annehme, dafs derApparat trotz seiner bedeutenden Gröfse undseines bedeutenden Inhaltes an einzelnen wichtigenStellen sehr fehlerhafte Abmessungen hat,oder dafs örtliche Ursachen die Veranlassung zudieser auffälligen Erscheinung geben.Ich mufs Hrn. Nösselt als ganz besonderesVerdienst anrechnen, dafs er die von ihm benutzte,in seiner Arbeit beschriebene, äufsersteinfache Methode der W asseruntersuchung derweiteren Oeffentlichkeit bekannt gem acht hat.Die Methode, welche zuerst von Wehrenpfennigangegeben w urde, ei füllt in der von Nösseltweiter ausgebildeten Form alle Bedürfnisse derP raxis, und wird ihr Bekanntwerden, dadurch,dafs sie jedem halbwegs intelligenten Menschenmöglich m acht, eine zuverlässige W asseruntersuchungin kürzester Zeit vorzunehmen, wohlmanchem Kesselbesitzer zu der Ueberzeugungverhelfen, dafs für seine Verhältnisse eine guteW asserreinigung besser ist, als das auf das schönsteangepriesene Geheimmittel. Dadurch dürften dieDampfkessel-Ueberwachungsvereine wohl fühlbareUnterstützung in ihrem ausdauernden Kampfegegen den Geheimmittelschwindel, welcher heutewieder mehr blüht als je, finden. Aus Dankbarkeitwerden dann wohl die Ueberwachungsvereinefür die Ausbreitung der einfachen Prüfungsmethodesorgen.Ueber die chemischen Grundlagen der W asserreinigungsfrage,insbesondere über den Grundsatz,dafs heute nur Aetznatron, Soda und Aetzkalkfür diese Reinigungszwecke in Frage kommen,gehe ich mit Hrn. N. völlig einig. Unser Auseinandergehenfängt erst bei dem m echanischenTheile, der Entfernung der gebildeten Schlam m ­flocken, an. Hr. N. hat mit Filtern gute Erfahrungengemacht, ich mit dem Aussaigerungsverfahren.Es unterliegt keinem Zweifel, dafs man, wennder chemische Theil des Verfahrens richtig gewähltist, mit Filterpressen den höchsten erreichbarenGrad der Reinheit erzielen kann. Ebensosicher ist aber, dafs dieser erreichbare Grad weitüber das Bedürfnifs der Praxis hinausgeht. W asliegt d ara n , wenn nach monatelangem Betriebedas Kesselwasser sich trübt und der Kessel einwenig Schlamm enthält? Thatsächlich bewirktdie oben beschriebene Anlage, und heute auchnoch viele andere und gröfsere bis zu 50 cbmLeistung in der Stunde, eine Reinigung, bei der95 $ der Kesselsteinbildner, ohne Benutzung vonFiltern, abgeschieden werden.Hr. Nösselt befindet sich übrigens bezüglichder kleinen Hülfsfilter an den Absetzanlagen ineinem ta tsä ch lic h en Irrthum , da Hr. Reineckenmeines Wissens nie Filter angewandt hat; auchdie neuen, grofsen Anlagen auf Zeche Zollvereinfür 50 cbm und auf Zeche Rheinpreufsen für50 cbm arbeiten tadellos ohne Filter, auch weifsich von Hrn. Grubenverwalter Pattberg aufRheinpreufsen, dafs die an der vorn beschriebenenalten Anlage zum Vorschein gekommenen Mängelhier bei letzterer Anlage vermieden sind. Insbesondereist auch ein kräftig wirkender W ärm e­regler in guter Thätigkeit.W as meines Erachtens Hrn. Nösselt zuseinem abweichenden Urtheil geführt hat, ist derUmstand, dafs er übersehen zu haben scheint,dafs nicht alle untersuchten Anlagen einen Kalksättigerhaben. Der Kalksättiger ist nach meinerMeinung derjenige Theil dieser Apparate, welcherhäufig zu Mifserfolgen Veranlassung gegeben hat.Trotzdem sehen viele Gonstructeure diesen Apparatals einen Vorzug ihrer Gonslruction an, weil siees für v o rteilh aft halten, in dem gesättigten Kalk­


15. October 1895. Ueber Speiseivasser - Reinigung. Stahl und Eisen. 953wasser angeblich einen in seiner Zusam m ensetzungkeinerlei Schwankungen unterworfenenund leicht zu messenden Reagentienstöff in denProcefs einzuführen. Leider aber ist die völligeSättigung des W assers mit Kalk zunächst sehrschwierig und viel Zeit erfordernd, und dann istder Kalkgehalt des dam it gesättigten W assersimmerhin gering. Bei vielen Speisewässern istaber das Erfordernifs an Kalk grofs, z. B. beidem hiesigen Speisewasser. Dadurch kom m t manzu grofsen Mengen gesättigten Kalkwassers, undbei dem langsamen Gang der Sättigung zu ganzmächtigen Abmessungen der Kalksättigungsgefäfse,so dafs diese in manchen Fällen ebenso grofsund gröfser werden miifsten als die Reinigungsgefäfseselbst. Dies ist nun natürlich nicht angängig,und m acht man diese Gefäfse deshalbwillkürlich kleiner, häufig geschieht dies auch,um einen billigen Preis zu erzielen mit denKlärgefäfsen, indem man hofft, dafs überhaupt,oder wenigstens anfangs, nicht so viel W assergereinigt werden w ürde, wie in der Anfrageangegeben.W enn nun in dem zu kleinen Sättigungsgefäfsdem W asser nicht genügend Zeit gelassenwird, sich voll mit Kalk zu sättigen, ist esaber mit dem Vorzug eines in seiner Zusam m ensetzungfeststehenden ReagentienstofTes vorbei.Trotzdem gehen viele dieser Anlagen gut, da insehr vielen Fällen die Anlagen eben im Hinblickauf künftigen Zuwachs wirklich viel zu grofsbestellt werden.Hr. Nösselt hat nun das Mifsgeschick gehabt,dafs er in der ihm aufgezwungenen Anlageeine solche mit Kalkwassersättiger erhielt,wobei noch vielleicht locale Ursachen oder auchMängel der Ausführung und Gonstruction zudem Mifserfolg beigetragen haben.Ich bin überhaupt der Meinung, dafs dasganze Sättigungsgefäfs von Uebel und überflüssigund dafs es viel richtiger ist, den Kalk alsKalkmilch zuzusetzen. Hr. N. hat ja, um seinenApparat überhaupt in regeimäfsigen Gang zubringen, schliefslich auch diesen Ausweg eingeschlagen,welcher Umstand ihm doch hätteklar machen sollen, dafs der anfängliche Mifserfolgnicht in dem S ystem , sondern in derungeschickten Anwendung desselben gelegenhaben mufs.Diejenigen von Hrn. N. behandelten Anlagendes Aussaigerungssystems, welche nebenbeinoch ein sogenanntes Filter, d. h. meist einverhältnifsmäfsig kleines Päckchen Holzwolle anwenden,machen dam it dem Publikum nur etwasweis; durch die grofsen Zwischenräume der Holzwollegeht der gröfste Theil des in zu kleinenAbsatzgefäfsen nicht zur Abscheidung gekommenenSchlammes hindurch, und nur ein kleiner Theilbleibt durch Oberflächen-Anziehung an der Holzwollewie an allen anderen Flächen hängen.XX.isDadurch wird der ohnehin beschränkte Querschnittso verengt, dafs die gesteigerte Geschwindigkeitdurch Abbrechen schon abgesetztenSchlam m es von Zeit zu Zeit wieder Luft schafft.W ill man wirklich durch Filtriren etwas erreichen,so mufs man zu ausreichender Filterflächeoder zu Filterpressen, wie Dehne, greifen.Die Verbindung einer Absatzanlage mit einerFilterpresse kann unter Umständen, wo es inerster Linie auf die erreichbar gröfste Reinheitankom mt, z, B. bei chemischen Fabriken, F ärbereienu. s. w. das einzig Richtige sein.H err Nösselt begeht bei seiner Beurtheilungder Reinigungsanlagen auch insofern eine In*consequenz, als er trotz seiner Vorliebe für dieFilterpressenanlage zwei von ihm selbst projectirteAnlagen nach dem Absatzsystem ohneFilter unter Benutzung alter Kesselgefäfse construirt.Bei der gröfseren Anlage ist eine entschiedeneAnlehnung an Reinecken zu erkennen,indem dessen Kipplrog und, wie es scheint,auch dessen Reagentienvertheilungssystem angewandtsind. Daraus geht hervor, dafs Hr. N. ander grofsen ihm aufgedrungenen Anlage nach demAbsatzsystem, nach Beseitigung der mangelhaftenAusführung doch wohl principielle Vorzüge gegenüberdem Arbeiten mit der Filterpresse gefundenhaben mufs, welche ihn veranlafsten, selbstthätigauch in dieser Richtung vorzugehen. Ob diebeiden Anlagen zur Ausführung gekommen sind,oder ob sie noch dazu kommen, ist leider nichtgesagt. Auch damit bin ich nicht einverstanden,dafs Hr. Nösselt die Güte einer Reinigungsanlagein erster Linie danach beurtheilen will,ob das gereinigte W asser etwas m ehr oderweniger Härtegrade hat und also die theoretischeHöchstleistung als das erstrebenswertheste Zielhinstellt. Ich habe oben schon erläutert, dafsdie theoretische Höchstleistung nur in einzelnenSonderfällen in Betracht kommt.In der Praxis des Dampfkesselbetriebes istes dagegen von ausschlaggebender Wichtigkeit,dafs die Anlage nicht zu theuer in der H erstellungist, und vor allen Dingen, dafs sie möglichstwenig Betriebskosten erfordert; ferner dafsdie Thätigkeit der Anlage leicht zu überwachenist und ihre Leistungen dem praktischen Bedürfnissegenügen. Letzterem ist im Dampfkesselbetriebnun aber im m er genügt, wenn festerSteinabsatz sicher vermieden wird, und wenndie Ansammlung des der Reinigung entgangenenSchlammes sich in mäfsigen Grenzen hält undden Kesselbetrieb in keiner Weise stört. Eineweitergehende Reinigung ist zwecklos und verursachtunnöthige Kosten. Ich bedauere lebhaft,dafs das frühe Hinscheiden des Hrn. Nössel tm ir die Möglichkeit einer Aussprache mit ihm,den ich persönlich zu kennen die Ehre hatte,raubt. Auch für die Fortentwicklung des W asserreinigungwesensist sein Hinscheiden zu bedauern.3


954 Stahl und Eisen. F. Osmonds Methode für die mikrographische Analyse u. s. w. 15. October 1895.Es arbeiten zwar auf diesem Gebiete heute aufserordentlichviele Leute, aber es geht wie überall:„Viele sind berufen, aber nur W enige sind auserwäh lt;“ und Hr. Nösselt gehörte zu den Auserwählten,das hat seine Arbeit gezeigt. Jedenfallsweifs ich mich mit dem Verstorbenen einig,wenn ich behaupte, dafs es, nach dem heutigenStande der Kesselwasserreinigung, für einen Kesselbesitzer,welcher mit schlechtem Speisewasserarbeiten mufs, keine rentablere Einrichtung giebt,als eine gut arbeitende Speisewasserreinigung.Riemer,F. Osmonds Methode für die mikrographische Analyse desgekohlten Eisens./Nachdruck vcrboien.i\Gcs* v. 11. Juni 1870JIm Maiheft des Bull. Soc. d’Enc. 1895 veröffentlichteF. Osmond, dem wir schon soviele werthvolle Beiträge zur Mikroskopie derMetalle verdanken, eine Anleitung zur planmäfsigenAusführung der mikroskopischen Untersuchungdes kohlenstoffhaltigen Eisens. W enn Osmondauch nicht den Anspruch erhebt, jetzt schonetwas Fertiges und Abgeschlossenes bieten zuwollen, so mufs doch zugestanden werden, dafssein neuestes W erk wieder eine Fülle anregendenStoffes bietet, der auch einen weiteren Leserkreisinteressiren dürfte. Der Umfang der Arbeit verbietetleider eine eingehende Mittheilung unddaher müssen diejenigen, die für den Stoff einbesonderes Interesse haben, auf die Abhandlungselbst verwiesen werden, die, übrigens auch imSonderabdruck erschienen, reich mit gut wiedergegebenenMikrophotogrammen (5 Tafeln) ausgestattetist.Das W erk enthält, nächst einer allgemeinenEinleitung, eine Anweisung für die Ausführungder vorbereitenden Arbeiten (Schleifen und Poliren)mit sehr beachtenswerthen praktischen Winken,eine Darstellung der von Osmond erprobtenUntersuchungsmethoden, giebt dann eine Kennzeichnungder Hauptgefügeelemente des gekohltenEisens, eine Anleitung für die planmäfsige Unterscheidungdieser Elemente im Schliff undschliefslich eine detaillirte Darstellung und Beschreibungdes mikroskopischen Gefüges vonvier Eisensorten mit verschiedenem Kohlenstoffgehaltin verschiedenen Materialzuständen.Osmond zieht das Schleifen und Poliren aufStrich dem Schleifen und Poliren mit rollendemMaterial vor. Demgemäfs empfiehlt er die Anwendungvon selbst angefertigtem Schm irgelpapier.Hierzu wird feinster geschlämmter Staubschmirgelnochm als sorgfältig nach Minuten abgeschlämmtund, mit Albumin angerührt, aufbestes Papier mit dem Pinsel aufgetragen. (Anleitungwird gegeben.) Mit im m er feinerenNummern dieses Papiers wird jedesm al senkrechtzur voraufgehenden Strichrichtung bis zu derenVerschwinden abgezogen und zuletzt m it Polirroth(Anleitung gegeben) polirt.Ich kann aus eigener Erfahrung mich denVorschlägen Osmonds nur anschliefsen ; manwird schnell zum Ziele kommen und kann nachgewonnener Uebung gegebenen Falles leichtAenderungen treffen.Osmond zieht, und man darf ihm auchhierin zustimmen, neben den chemischen Methodendie Schleif- und Poiirmethoden planmäfsig herbei,um die Gefügeelemente des Eisens voneinanderzu trennen und erkennbar zu m achen. Er wendetdrei Methoden hierzu an, und zwar :1. das Reliefpoliren (polissage en bas-relief),2. das Aetzpoliren (polissage-attaque),3. das Aetzen im gewöhnlichen Sinne mitgeeigneten chemischen Mitteln.Das erste Verfahren beruht darauf, dafs aufweichen elastischen Unterlagen (Osmondempfiehlt eine doppelte Lage weichen Tuches —weichen Gummi verwendete ich mit gutem Erfolg)die leichter angreifbaren Gefügeelemente vomPolirmittel mehr fortgenommen werden, als dieübrigen; es entsteht gewissermafsen ein Belief,in welchem die Elemente m ehr oder wenigerscharf getrennt nebeneinander liegen. W ennhierbei auch die Einzelflächen der Elemente,namentlich die Grenzkanten im m er m ehr oderweniger rund und unscharf ausfallen, so hat dochdie Erfahrung gelehrt, dafs man recht feineEinzelheiten bei sorgfältiger Politur blofslegenkann. Die Methode ist von Sorby, Wedding,Behrens, Osmond, von mir u. A. benutztund namentlich in letzter Zeit vielfach angewendetworden.Die neue Methode des Aetzpolirens fügtOsmond hinzu. Man wird sie wohl in vielfachabgeänderter Form anwenden können und auchfrüher gelegentlich schon ähnliche Ergebnisseerzielt haben; aber man darf es Osmond alsVerdienst anrechnen, sie planmäfsig in den Kreisder Hülfsmittel für die Metallmikroskopie hereingezogenzu haben. Osmond führt sie wiefolgt aus.Ein Extract aus Süfsholzwurzel (racine deréglisse) in kaltem W asser (10 g 4 Stundenin 100 g W asser) wird nach dem Filtriren


15. October 1895. F. Osmonds Methode für die mikrographische Analyse u. s. w. Stahl und Eisen. 955acht Tage aufbewahrt; er zersetzt sich schnellund wird dadurch für die Aetzung geeignet.W iener Kalk (sulfate de chaux) wird mit dieserFlüssigkeit vermengt und auf einer Pergament-Unterlage zum Poliren benutzt. Gewisse Gefügeelementewerden hierbei gefärbt, andere n ic h t;hierdurch können also zwei Gruppen unterschiedenwerden.F ür die Aetzung schlägt Osmond vor, dasRelief und die Farben, die das P räparat beimReliefpoliren und Aetzpoliren angenommen hatte,durch Poliren m it Polirroth (auf nicht elastischerUnterlage) zu entfernen und dann zu ätzen.Er zieht allem Anderen die gewöhnliche in denApotheken käufliche Jodtinctur als Aetzmittelvor und empfiehlt, einen Tropfen für etwa 1 qcmSchlifffläche aufzutragen, die Flüssigkeit bis zuihrer Entfärbung wirken zu lassen, m it Alkohol(95°) jedesm al abzuwaschen, die W irkung unterdem Mikroskop festzustellen und nötigenfallszu wiederholen. Die erste Auftragung mögeman mit einer um die Hälfte verdünnten Lösungmachen; man wird selten m ehr als zwei- oderdreimal aufzutragen haben. Die Jodätzung theiltwiederum in zwei Gruppen, in gefärbte und ungefärbteGefügeelemente.Bei Anwendung dieser drei Verfahren hintereinandersoll man nach Osmond, abgesehenvon der Schlacke, 5 G rundbestandteile unterscheidenkönnen, als welche er solche Gefügeelementebezeichnet, deren mikroskopische Reactionengestatten, jedes als eine Art zu betrachten;diese Reihe sei aber als noch nichtabgeschlossen zu betrachten und würde m it demFortschritt der W issenschaft wachsen.1. Der erste Gefügebestandtheil des gekohltenEisens ist das m ehr oder weniger reine Eisenselbst. Insofern als es als ein Gefügeelement(dessen mikroskopische Reactionen es als Artcharakterisiren) hervortritt, nennt Osmond esnach Howes Vorschlag Ferrit.Der F errit behält anfangs beim Reliefpolireneine matte Politur (poli spiculaire). W enn manlange polirt, und besonders beim Nachpolirenmit W iener Kalk und W asser, körnt er sich umso schneller und tiefer, je weniger massig erauftritt, und wenn er gröfsere Massen bildet,schliefst er sich endlich zu polyedrischen Körnernzusammen.Beim Aetzpoliren treten die gleichen E r­scheinungen schneller hervor. Der Ferrit nimmthierbei keine Färbung an.Die Aetzung mit Jodtinctur führt zu gleichemErgebnifs.Der Ferrit bleibt im m er ungefärbt, vorausgesetzt,dafs er hinreichend rein und geschlossenauftritt.2. Cementit nennt Osmond den zweitenBestandtheil, der sich besonders durch seineHärte (Feldspath, Nr. 6 nach M ohs) auszeichnet.Diese Härte, die gröfser ist als diejenige alleranderen Gefügebildner im Kohleeisen, gestattetes, den Cementit durch Reliefpoliren (schon dieBehandlung mit Schmirgelpapier m acht ihn erscheinen)blofszulegen, vorausgesetzt, dafs ernicht in so feinem Zustande in weichen Theileneingebettet ist, dafs das Auflösungsvermögen desMikroskopes nicht m ehr ausreicht und nur diechemische Analyse seine Gegenwart nachzuweisenvermag. Der Cementit entspricht dem vonKarsten u. Caron v erm u tete n , von F. C. G.Müller, Abel u. A. isolirten Carbid, von derwahrscheinlichen Zusammensetzung FesC , dasauch Howe als Cementit bezeichnete. Osmondglaubt, dafs man heute den Cementit des cementirtenEisens (de l’acier poule) mit dem hartenBestandtheil des gegossenen und geschmiedetenStahles identificiren kann. Er gründet diese Anschauungauf die Analysen Ledeburs und aufdieeigenen letzten mikroskopischen Untersuchungen.Freilich hätten Arnold und Read in den Aetzrückständenvon Stahl nach dem W ey]sehenVerfahren zwei Carbide von verschiedenem Aussehen,das eine weifs und glänzend, das anderegrau und matt, aber von gleicher chemischerZusammensetzung gefunden, aber er meine,dafs der Unterschied darauf hinauslaufe, dafs dieglänzenden Plättchen massig und geschlossen,die matten Plättchen locker geschlossen undrunzelig seien (mal agrégées et rugueuses).Beim Aetzpoliren, wenigstens soweit Osmondes betrieb, hat sich der Cementit nicht gefärbt.Die Aetzung mit Jodtinctur hat selbst beioftmaliger W iederholung keine Färbung gegeben;der Cementit zeigte sich unter senkrechter Beleuchtungglänzend silberweifs.3. Den dritten Bestandtheil nennt OsmondSorbit nach dem englischen Forscher Sorby,dem Begründer der Metallmikroskopie, welcherzuerst unter dem Namen pearly constituent (vouM. Howe als Perlit bezeichnet) ein e ig e n tü m ­liches, bei etwa 800facher Vergröfserung auflösbares,perlm utterartig glänzendes Gefügeelementbeschrieb. Es gelingt bei etwas schief einfallendemLicht, dieses Element in Streifen aufzulösen undzu erkennen, dafs dieser Bestandtheil aus abwechselndharten und weichen Schichten (Plättchen)besteht. Weil nun, sagt Osmond, die chemischeAnalyse in allen S tahlarten, namentlich in denausgeglühten, m ehr oder weniger viel Cementit(Carbid Fe3C) findet, hat man vielfach und mitm ehr oder weniger Bedachtsamkeit angenommen,,dafs der Perlit ausschliefslich ein Gemenge derbeiden vorher beschriebenen B estandteile, d. h.des Ferrits und Cementits, sei.Osmond stellt dies in Frage und sagt, dafsman aus den mikroskopischen Bildern, die mannach dem Poliren mit Roth auf Pergam ent erhält,allerdings zu dem Schlufs kommen könnte,dafs die Härteunterschiede denen zwischen Ferrit


956 Stahl und Eisen. F. Osmonds Methode fü r diedurch seine mikroskopischen Reactionen bestimm t; sein chemischer Charakter wird nochfestzustellen sein.Der systematische Gang einer mikroskopischenUntersuchung würde nun, in aller Kürze wiedergegeben,die Anwendung der drei Methoden:1. Reliefpoliren, 2. Aetzpoliren und 3. Aetzen mitJodtinctur sein.Beim Reliefpo 1 iren ist es zuweilen nützlich, aufser mit R o th , auch mit W iener Kalkzu arbeiten, um das Gefüge des Ferrits zu erhalten.Beim Aetzpoliren mit W iener Kalk fallendie G rundbestandteile, mit Ausnahme des Martensit,in zwei Gruppen, ina) nicht gefärbte: Ferrit, Cementit oderM artensit;b) gefärbte: Martensit, Troostit oder Sorbit.Der Martensit nim m t nur eine gelbliche Farbean und ist durch seine krystallinische Form kenntikrographischeAnalyse u. s. w. 15. October 1895.Gefüge hervor. Man sieht in geringer VertiefungGruppen von Nadeln oder geradlinigen, parallelgelagerten Fasern, die getrennt oder nicht getrenntsind durch eine narbige oder wurmförmigeFüllmasse. Drei Gruppen von Fasern (parallelden drei Seiten eines Dreiecks) zeigen sich oftan einem Fleck, Krystalliten des kubischen Systems.Der Martensit wird beim Aetzpoliren nicht immergefärbt, und zeigt auch dann nur einen schwachengelben Schimmer. Er färbt sich aber bei Anwendungder Jodtinctur gelb, braun oder schwarz,je nach seinem Kohlegehalt; die Fasern hebensich immer hell hervor. Wegen der Ungleich-und Gementit entsprechen; aber die Dicke der mäfsigkeit der Färbung ist man nicht sicher, obharten Schichten kann wohl von Einflufs auf der Martensit als ein Grundbestandtheil aufzufassenihr relatives Verhalten sein. W enn man nun ist. Aber er behält seine Form en auch in denzum Aetzpoliren schreite, so färbten sich die durch Abschrecken gehärteten Theilen, ebensowohlkleinen Flächen m ehr und m ehr von gelb zu des ganz weichen als auch des härtesten Eisens,braun, purpur bis blau. Zu gegebener Zeit mit dem alleinigen Unterschied, dafs die Nadelnwären die Farben von einer Fläche (Insel, ilot) zuweilen länger, zuweilen mehr unterschiedenzur ändern sehr verschieden. Die ungefärbten sind, je nachdem, ob das Metall m ehr oderFlächen (Plättchen, lamelies) könnten vertieft weniger gekohlt ist. Die Formen sind charakteristischoder erhaben erscheinen. Auch mit Jodtincturund erlauben die Feststellung von Ver­erhielte man die gleichen Erscheinungen. Nun schiedenheiten in der Härte. Der Martensit istsei bemerkenswerth, dafs weder Ferrit noch nicht sicher eine bestimmte Verbindung zwischenGementit sich unter den gleichen Bedingungen Eisen und Kohle; er stellt die krystallinischefärben, weder durch Süfsholzextract noch durch Organisation einer allotropischen Modification desJodtinctur. Dies müsse berechtigen, einen neuen Eisens unter dem Einflufs der Kohle dar.B estandteil anzunehmen — wofür er den Natnen 5. In mittelhartem E isen, das während derSorbit vorschlägt. Die Tbatsachen liefsen erkennen,Umbildung des Eisens (in seine allotropischendafs die wechselnden Schichten des Perlitsgebildet würden, zuweilen durch Gementit undSorbit, zuweilen durch Sorbit und Ferrit, zuweilenModificationen in Osmonds Sinne) abgeschrecktwird, findet man einen fünften gut charakterisirtenGrundbestandtheil, den Osmond nach dem französischendurch zwei Sorbite von ungleicher Färbung, zuweilenMetallurgen Troost mit Troostitendlich durch Cementit und Ferrit, vielleicht benennt. W enn ein Eisen mit 0,45 $ G aufmit oder ohne zwischengelagerten Sorbit. (Diese 825° G. erhitzt und von 6 9 0 ° C. aus abgeschrecktAnschauung würde manche der zu Tage getretenenW idersprüche verständlich erscheinen lassen, indessenwird, so deckt das Rnliefpoliren Kerne in Relief,vertiefte Fetzen (lambeäux) und zwischen diesenwird es doch nothwendig sein, diese beiden eine Einlagerung von verschiedener BreiteDinge auch von anderer Seite sorgfältig zu prüfen; und m ittlerer Härle auf. Das Aetzpoliren erweist,0 sm o n d m acht übrigens mit sehr viel Berechtigung dafs die harten Kerne Martensit und die weichendarauf aufm erksam , dafs unter dem Mikroskop Fetzen Ferrit sind. Die zwischengelagerten Bänderdie W irkung der Farbe und der Beleuchtung sind mit Anlauffarben versehen, aber sie härtenursächlich oft schwer zu trennen sind.) Osmond sich weniger schnell als der Sorbit unter gleichenkann zur Zeit, obwohl er bestimmte mikroskopischeReactionen gefunden, über die chemische NaturUmständen, und diese Farben erzeugen unregelmäfsiges, m arm orähnliches A ussehen; sie sinddes Sorbits keinen Aufschlufs geben; er enthält nahezu am orph, leicht gekörnt und warzig. Diesicher Kohle, weil die Jodtinctur ihn färbt; Osmond Jodtinctur bringt bei der ersten und zweitenglaubt, dafs dies Härtungskohle (carbonedelrem pe)sei, die sich bei der Auflösung nach der M ü 11er sehenBenutzung ganz ähnliche Erscheinungen an diesemfünften Grundbestandtheil, dem Troostit, hervor.Methode löse und die Salpetersäure schwach färbe; Man sieht, dafs dieser eine Uebergangsformaber das sei eine Hypothese, die zu prüfen wäre. zwischen weichem Eisen und gehärtetem Stahl4. Einen vierten Bestandtheil, der.stets beim ist. Aber, wie der Sorbit, ist der Troostit nurAbschrecken sich bildet, der ebenfalls bereitsbekannt ist, aber dessen Aufbau man noch nichtkennt, nennt Osmond den Martensit. W ennman z. B. ein Eisen mit 0,45 % G auf 8 2 5 ° G.erhitzt und von 720 0 G. aus in einer Källemischungvon — 20 0 C. abschreckt, so bringt die Reliefpoliturwenig heraus; aber beim Aetzpoliren tritt das


15. October 1895. Mittheilungen aus dem Eisenhüttenlaboratorium. Stahl und Eisen. 957lieh. Ein wenig geübter Beobachter könnteMartensit mit Perlit verwechseln, namentlich imschief einfallenden Licht, denn beide geben denirisirenden Schein, und ihre Gefügeelemente könnenvon gleicher Gröfse sein ; aber die Unterscheidungist leicht. Denn die Nadeln des Martensit sindgeradlinig und schneiden sich m ehrfach; diePlättchen des Perlits sind gekrümmt und schneidensich nicht. Ferrit und Cementit unterscheidensich durch ihre grofsen Härteunterschiede, dererstere liegt tief, der letztere hoch. Der Troostitfärbt sich weniger und langsam er als der Sorbit,aber das wahre Merkzeichen ist, dafs der Troostitder Begleiter des Martensit ist, während derSorbit den Cementit im Perlit begleitet.Durch Aetzen mit Jodtinctur kann manzwei Gruppen unterscheiden, nämlicha) ungefärbte: Ferrit und Cementit,b) gefärbte: Sorbit, Troostit und Martensit.In Gruppe b sind die drei Bestandtheile durchFarbton und Stärke je nach dem Kohlenstoffgehaltund der benutzten Jodmenge unterschieden.Ich glaube hierm it denjenigen Theil der ArbeitOsmonds in Kürze mitgelheilt zu haben, derseine Arbeitsweise darstellt, und möchte hiernochmals hervorheben, dafs es für denjenigen,der sich selbst mit mikroskopischen Arbeitenbeschäftigt, nothvvendig erscheint, sich Kenntnifsvon den mannigfachen praktischen W inken desOriginals zu verschaffen; es ist unmöglich, hierauf alle Einzelheiten einzugehen. Man siehtüberall, dafs wir es mit einer ernsten und durchdachtenArbeit zu thun haben, und wenn diehier besprochenen und die im Original nochweiter ausgeführten Auslassungen Osmonds desvorwiegend hypothetischen Charakters auch nichtentbehren, so sind diese Hypothesen doch w eith,eingehend und sorgfältig auf ihre Stichhaltigkeitgeprüft zu werden. Ich glaube, dafs hierausunter allen Umständen ein wesentlicher Gewinngezogen werden könnte.Osmond behandelt in seiner Arbeit nochsehr ausführlich unter vielfacher Bezugnahmeauf seine früheren Arbeiten und Hypothesen dasmikroskopische Gefüge von Kuhleeisen; er schliefsthieran ausführliche theoretische Erörterungen.Dieser Theil ist äufserst interessant und lehrreich,um so mehr, als er auch häufig Kritik übt.Der Inhalt läfst sich aber kaum anders als durchUebersetzung mittheilen. Es sei daher an dieserStelle der W unsch zum Ausdruck gebracht, dafsrecht bald eine deutsche Uebersetzung des W erkeserfolgen möge.MarUns_M itteilungen aus dem Eiseiihütteiilaboratorium.Versuche Uber die Wirkung der citratlöslichenPhosphorsäure der Thomasphosphatmehle.*Von Professor Dr. Maercker.Nach Bekanntwerden der W a g n erse h en Versuchebeschlofs der Verband der V ersuchsstationenim Deutschen Reiche die A usführung ausgedehnterVersuche m it zahlreichen Thom asphosphatm ehlenvon verschiedenem Gehalt an citratlöslicher Phosphorsäure,um eine Bestätigung im weitesten Sinnezu suchen, ob die citratlösliche Phosphorsäurewirklich ein Mafs für den W irkungsw erth derThom asphosphatm ehle ist. ** Die V ersuchsstationHalle betheiligte sich an diesen Versuchen m it9 Thom asphosphatm ehlen ihres eigenen V orrathsund erhielt von den V ersuchsstationen Bremen,Kiel und D arm stadt noch 7 Thomasphosphatmehle,so dafs über ein Material verfügt werden konnte, inwelchem die Phosphorsäure in maximo zu 99,6 %und in m inim o zu 22,7 % löslich war. Die Ver-* Aus dem Jahresbericht über die Thätigkeitder agricultur - chemischen Versuchsstation H allean der Saale 1894. (Durch „Neue Z eitschrift fürdie Rübenzuckerindustrie“ 1895.)** Vergl. „Stahl und Eisen“ 1895, S. 290 und 519.suche w urden im Sandboden m it Gerste unddanach m it Senf ausgeführt und ergaben das innachstehender Tabelle nicdergelegte R esultat:VerhiiltmfszahlenMehrertragCilratlöslichkeitT h o m a sp h o s p h a tm e h l 1 . . . 100,0 100,00» 2 . . . 87,9 92,993 . . . 90,2 88,08n 4 . . . 76,7 85,78fl 5 . . . 71,9 81,37K 0 . . . 07,9 71,95n 7 . . . 74,1 71,34» 8 . . . 65,0 60,62» 9 . . . 60,2 57,72n 10 . . . 67,0 54,92» 11 . . . 57,6 46,50n 12 . . . 51,9 44,99?? IS . . . 53,9 44,89r. 14 . . . 38,5 37,08n 15 . . . 47,4 29,06n 16 . . . 18,1 22,75Mit ganz geringen Abweichungen bestätigtesich auch hier der Zusam m enhang zwischen demGehalt an citratlöslicher Phosphorsäure und W irkungswerth,so dafs wir, da nunm ehr auch durchunsere m ehrjährigen Versuche die volle Bestätigung


958 Stahl und Eisen. Mittheilungen aus dem Eisenhüttenlabnratorium. 15. October 1895.für die Richtigkeit des Satzes, dafs der Gehalt ancitratlöslieher Phosphorsäuro sehr annähernd einMafs für den W irkungsw erth der Thoniasphosphatmohioabgiebt, die Citratlöslichkeit der Phosphorsäureder Thomaaphosphatmehle in der Tliat alseine praktisch brauchbare W erthschätzung fürihre W irksam keit annehm en können. Der Vorbandder Versuchsstationen wird es sieh angelegen seinlassen, diesen Satz in praxi zum Ausdruck zubringen, indem bei der Untersuchung der Thomasphosphatmehle in Zukunft das Hauptgewichtauf ' die Citratlöslichkeit der in den Thomasphosphatmehlen enthaltenen Phosphorsäure gelegtwerden mufs.Die Versuche haben ferner gezeigt, dafs beider Kftohfrucht (Senf), wenngleich hierbei einigegröfsere Abweichungen V o rko m m en , im allgemeinendoch die an citratlöslicher Phosphorsäure reicherenThom asphosphatm ehle dio besseren Itesultato ergebenhaben.____Ueber die Bestimmung kleiner Mengen Arsen.Von A d. C a r not.Die üblichen Methoden der Arsenbestimmunglassen bei kleinen Mengen Arsen zu wünschenübrig. Das V erfahren des Verfassers bestehtdarin, dafs m an das Arsen als Sulphid fallt,letzteres m it Hülfe von Ammoniak, Silbernitratund W asserstoffsuperoxyd in Arsensäure umwandoltund diese dann in Form von W ism utharseniatwägt. Der aus saurer Lösung, welchedas Elem ent als A rsensäure oder arsenige Säureenthält, m ittelst Schwefelwasserstoff, oder aus derLösung des Sulphosalzes m ittels Säure erhalteneNiederschlag, der also Arsentri- oder -pentasulphidsowie freien Schwefel enthält, wird nach demAuswaschen m it warm em stark verdünnten Ammoniakbehandelt, welches das Schwefelarsen leichtlöst, worauf m an genügend Silbernitrat hinzufügt,um allen Schwefel als Schwefelsilber zufällen, w ährend das A rsen als Ammonium arsenitoder -arseniat gelöst bleibt. Man erhitzt einigeMinuten, überzeugt sich davon, dafs m it Silbernitrat keine Trübung m ehr entsteht, und fügteinige Tropfen reines W asserstoffsuperoxyd hinzu,das in Gegenwart von überschüssigem Ammoniakvorhandene arsenige Säure zu Arsensäure oxydirt.Nachdem durch Erhitzen das Ammoniak ganzvertrieben ist, säuert m an m it einigen TropfenSalpetersäure schwach an, wodurch beim Austreibendes Ammoniaks etwa gefälltes Silberarseniatwieder gelöst und etwa vorhandenes Chlorals Chlorsilber gefällt wird. Man ßltrirt, wäscht' aus und versetzt das F iltrat m it einer salpetersaurenLösung von W ism uth subnitrat, welchem indestens 5—0 mal soviel von dem Reagens enthält,als Arsen vorhanden ist. Man sättigt m itAmmoniak, kocht einige Minuten, decantirt nachdem Absetzen des ausW ism uthhydrat und W ism utharseniatbestehenden Niederschlages die Flüssigkeitauf ein kleines tarirtes F ilter und kocht denNiederschlag m it W asser, das J/is seines Volumensan Salpetersäure von 36° B. enthält, wobei sichdas W ism uthhydrat wieder löst, w ährend dasA rseniat völlig unlöslich zurückbleibt. Dasselbewird auf dem tarirten F ilter gesam m elt, m it angesäuertemW asser 1: 15, dann m it reinem W assergewaschen, bei 110° getrocknet und gewogen. DieZusam m ensetzung ist AsiOs . B 1 2O3 -f- H 2O, entsprechendeinem Arsengehalt von 21,067% Arsen.Der Verfasser erw eist durch Beleganalysen diegrofse. Genauigkeit seiner Methode.(„Compt. rend.“ 1895, 121, ‘20;durch „Chem. Ztg.“ Rep. 1895, S. 238.)Phosphorsäurebestimmung nach dem Molybdänverfahren.H. Neubauer (Z. anorg. Chem.) empfiehlt, denTiegeldeckel m it einem dünnen M agnesiumoxydüberzugzu versehen, um die beim Glühen entweichendePhosphorsäure zurückzuhalten. Erempfiehlt folgende Arbeitsweise: Der gelbe Niederschlagwird in 100 cc 2,5proc. Ammoniakfiüssigkeitgelöst. Die Fällung geschieht m it der üblichenMagnesiamischung (55 g kryst. Magncsiumchloridund 70 g Ammonchlorid auf 2 1 2'/2proc. Ammoniak)langsam u n ter U m rühren (Zufügen von 10 ccMagnesiamischung), soll m indestens 1 Minute inA nspruch nehm en. Die Anwendung des Goochtiegelsist nicht rathsam .W ill m an die flüchtige P 2 Os direct m it demMgO - Deckel bestim m en, so ist das F ilter beimöglichst niedriger Tem peratur zu verbrennen,bei Steigerung der Hitzo, auch wenn der Niederschlagnoch nicht völlig weifs ist, der Deckelaufzulegen, da sich schon bei m ittlerer Gluthetwas P 2 Os verflüchtigt. Das Glühen ist etwa1 Stunde lang über einem starken Terquem - oderTeclubrenner fortzusetzen. Besonders bei gröfserenNiederschlägen empfiehlt es sich, durch weiteres‘/a stündiges Glühen sich von der Gewichtsconstanzdes Niederschlags zu überzeugen. Der ganzeTiegel mufs sich in voller Gluth befinden undnicht blofs der untere Theil desselben, wio oftüber einem schwachen Gebläse oder bei einemim Thondreieck befindlichen Tiegel. Ein leichterTiegel verdient vor einem schweren den Vorzug.Durch Anstellung eines dem w irklichen ganzanalogen blinden Versuchs mufs m an sich aufdas sorgsamste davon überzeugen, dafs der m itMgO versehene Deckel nicht schon unter demEinflufs des verbrennenden Gases allein an Gewichtzunim m t. An Schwefelverbindungen reiches Gasist zu verw erfen, sta tt dessen kann vortheilhaftSpiritus in einem geeigneten B renner angewandtwerden. („Zeitschr. f, angew. Chem.“ 1895, S. 575.)


IS. October 1895. Mittheilungen aus dem Eisenhüttenlaboratorium, Stahl und Eisen. 959Graphitbestimmung im Roheisen.Von P. W. Shimor.Verfasser m acht zunächst aufm erksam aufdie Fehlerquelle bei G raphitbestim m ungen imRoheisen, wenn das Lösen der Substanz in Salzsäurevorgenom m en wird. Eine Probe in dieserW eise gelöst, giebt höhere R esultate an graphitischemKohlenstoff als nach dem Lösen in Salpetersäure.Man führt diese Erscheinung gewöhnlichau f Oxydationswirkungen der Salpetersäureauf den fein vertheilten Kohlenstoff zurück, jedoch,wie der Verfasser zeigt, m it U nrecht. Ein 15 bis20 M inuten langes Kochen von Kohlenstoff m itSalpetersäure greift den ersteren überhaupt nichtin nennensw erther W eise an. Die m it der salzsaurenLösung erhaltenen R esultate sind vielm ehrauf einen im G raphit verbleibenden Rückstandan Titancarbid und möglicherweise auf noch andereCarbide zurückzuführen. In Salpetersäure löstsich Titancarbid sehr leicht, der m it dem Titanverbundene Kohlenstoff erscheint dann bei Bestimm ung als „Gesammtkohlenstoff“ ; Schwefelsäure,Fluorwasserstoffsäure und kochende Kalilaugogreifen Titancarbid ebensowenig an wieSalzsäure. In einem E isen, welches 3,206%Graphit, 0,128 % gebundenon Kohlenstoff und0,399% Titan enthielt, w urden durch Lösenin K aliunikupferchlorid und nachheriges Verbrennen3,334 % Gesammtkohlenstoff erm ittelt.Lösen in Salzsäure ergab 3,327 % Graphit. Lösenin Salpetersäure 3,206 %; im ersteren Falle also0,121 % m ehr. Da das Eisen 0,399 % Titanenthält, so ist die im Titancarbid (TiC) an Titangebundene Kohlenstoffmenge 0,100%; der inSalzsäure lösliche Kohlenstoff (wahrscheinlichan Eisen und Mangan gebunden) beträgt 0,007,die gesam m te Menge des gebundenen Kohlenstoffsbeläuft sich aber auf 0,128%, es bleiben also indiesem Falle noch 0,021% übrig, die w ahrscheinlichaus Carbidkohlenstoff anderer Metalle bestehen.Durch sorgfältige mechanische Trennungvon m ehreren Grammen Titancarbid (aus vielenPfd. Eisen) ist es dem Verf. gelungen, Vanadiumzu finden (die nähere U ntersuchung ist noch imGange). Nach seinen Angaben ist kein Roheisenfrei von Titan, die Menge schwankt zwischen 0,05bis 0,40%. Bei Eisen m it grobkörnigem Bruchsind würfelige K rystalle von Titancarbid bald zufinden. Um nun einen besseren Aufschlufs zubekommen, in welcher Form der Kohlenstoff imRoheisen vorhanden sei, schlägt er vor, eine Gesammtkohlenstoff-Bestimmungzu machen, eineBestim m ung des in Salzsäure unlöslichen Kohlenstoffsund eine G raphit-Bestim m ung m ittels Salpetersäure.Die zerstreut liegenden Titancarbidkrystallehaben keinen härtenden Einilufs, wohlaber die Eisen- und Mangancarbide.(Transact, of the Americ. Instil, of Min. Engin 1895;durch „Chein. Ztg.“ Rep. 1895, S. 273.)Eine neue Methode für die qualitative Trennungder Metalle der Eisengruppe.Von C. L. Eta re .Zu einer Lösung der Metalle der Eisengruppewird Ammoniak und Salmiak zugesetzt, erw ärm tund filtrirt. Der Niederschlag (die Hydroxydedes Eisens, A lum inium s und Chroms) wird m itNatronlauge gekocht, filtrirt, das F iltrat angesäuortund A lum inium durch Zusatz von Ammoniakgefällt. Der Rückstand von Eisen- und Chromhydroxydwird m it Natronlauge und einigen ccmW assorstoffhyperoxydlösung gekocht und filtrirt.Bei Anwesenheit von Chrom ist das F iltrat gelbund liefert m it Bleiacetat einen gelben Niederschlagvon Bleichromat. Das Eisenhydroxyd wirdin Salzsäure gelöst und m it Ferrocyankalium gefällt.Zu dem F iltrat von Eisen, A lum inium undChrom wird frisch bereitetes Schwofeiammoniumzugesetzt, erhitzt und filtrirt. Der entstehendeNiederschlag wird zur Lösung von Mangan undZink m it verdünnter kalter Salzsäure gewaschen;in der so erhaltenen Lösung w eist m an dieseMetalle wie gewöhnlich nach. Das rückständigeKobalt- und Nickelsulphid löst man in Königswasser,verdam pft die überschüssige Säure fastvollständig, setzt einen geringen Ueberschufs vonW einsäure und einen grofsen Ueberschufs vonNatronhydrat zu. Dann wird erw ärm t und Schwefelwasserstoffeingeleitet, solange noch ein Niederschlagentsteht. Das gefällte Kobaltsulphid wirdsofort abfiltrirt. Das F iltrat ist bei Anwesenheitvon Nickel dunkelbraun, bei Abwesenheit desselbengelb oder farblos.(„Journ. Amor. Chem. Soc.“ 1895. 17, 537;durch „Cliem. Zig.“ Rep., 1895, S. 201).


960 Stahl und Eisen. Actenstiicke zur Frage der Herabsetzung der Tarife u. s. 10. 15- October 1895.Acteiistiicke zur Frage der Herabsetzung der Tarife für E ilsendungenauf weitere Entfernungen.ln Nachfolgendem veröffentlichen wir dieneuesten Actenstücke zur Frage der Herabsetzungder Tarife für Erzsendungen auf weitere Entfernungen.Unter dem 4. Januar 1895 richtete die , NordwestlicheGruppe des Vereins deutscher Eisen- undStahlindustrieller“ an den Herrn Minister deröffentlichen Arbeiten das nachfolgende E rsuchen:Ew. Excellenz!haben wir unter dem 30. April v. ,T. in einer dieNotliwendigkoit von Prachtherabsetzungen fürK alksteine zu Hüttenzwocken betreffenden Eingabedie Schwierigkeit dargelegt, m it welcher die niederrheinisch-westfälische Eisen- und Stahlindustriesowohl dem ausländischen W ettbewerb als demjenigenan der Saar und in Lothringen-Luxem burggegenüber zu kämpfen hat. A uf diese Eingabe,deren Eingang uns unter dem 6. Mai v. J. von derGeheimen Kanzlei des M inisterium s der öffentlichenA rbeiten angezeigt worden ist, entbehrenwir noch Ew. Excellenz hochgeneigte Entscheidung.W ir haben in jener Eingabe dargelegt, dafsdie belgischen Hochöfen ihre Kalksteine zuF rachten anfahren, welche um durchschnittlichdie Hälfte billiger sind, als die entsprechendenpreufsischen Frachten, Dazu tr itt aber noch derfernere U m stand, dafs dieselben niedrigen Sätze,welche die „Chemins de fer de l’E tat Beige“ fürK alksteine berechnen, dort auch für Eisenstein,Puddel- und Schweifsschlacken Gültigkeit haben;so dafs für die kürzeren Relationen bis zu 40 kmeinschliefslich, selbst im Vergleich zu dom sogenanntenN othstandstarif der preufsischen Eisenbahnen,die Tarife n ur bis zu 57 % der preufsischenFrachtsätze ausm achen, für die greiseren E ntfernungen,z.B . 350 km , n u r 4,20 JC gegenüber6,70 J l nach dem preufsischen Ausnahm etarifevom 1. Mai v .J ., also auch hier nur 68% derpreufsischen Frachtsätze betragen.W ie schwer unter diesen Umständen der W ettbewerbBelgien gegenüber ist, braucht nicht besondersdargelegt zu w erden; die einzige Möglichkeit,den Vorsprung auszugleichen, liegt ineiner wesentlichen H erabsetzung der Frachten fürRohstoffe, insbesondere für Eisenerze auf weitereEntfernungen. Mit der Nothwendigkeit der Ermäfsigungdieser Erzfrachten soll sich die gegenwärtigegehorsam ste Vorstellung allein beschäftigen.W ir begründen diese Nothwendigkeit m itder D arlegung der niederrh.-westf. Verhältnisse.Schon früher haben wir dargelegt, dafs dieniederrheinisch - westfälische Eisen- und Stahlindustrieihre W erke nach den Grenzmarken desReiches, nach Lothringen, zu verlegen gezwungensein w ird, wenn es nicht gelingt, den Transportder dort in grofsen Mengen abgelagerten Minettezum Niederrhein und nach W estfalen wesentlichbilliger zu gestalten. Dies wird in erster Linie,wie ebenfalls wiederholt von uns betont wordenist, durch die K analisirung des Moselflusses erreichtwerden können. Da nun aber günstigstenFalles die Vollendung der M oselkanalisirung erstnach Jahren zu erw arten ist, so müssen inzwischenfür die niederrheinisch - westfälische Eisen- undStahlindustrie durch Erm äßigung der Eisenbahnfrachtenfür Erze u. s. w. günstigere V erhältnisseherbeigeführt werden. Dieselben w ürden vorhandensein, wenn der T arif vom 1. Mai 1893 um12 J l für je 10 t herabgesetzt würde.Diese von uns beantragte Ermäfsigung sollnicht dazu dienen, der nicderrheinisch - westfälischenEisenindustrie einen Vorsprung vor derEisenindustrie irgend eines ändern Bezirks zugewähren; sie ist nur dazu bestim m t, die seiteinigen Jahren durch Aenderungen in der F abricationim niederrheinisch - westfälischen Bezirkogestiegenen Roheisenerzeugungskosten in etwa aufihr früheres Mafs zurückzuführen; sie soll nichtkünftige Vortheile gewähren, sondern vorhandeneNachtheile einigermafsen ausgleichen.Zum Beweise hierfür bitten w ir, uns eineallgemeine Darlegung der V erhältnisse, unterwelchen z. Z. die hiesige Roheisenerzeugung vorsich geht, gestatten zu wollen. Die luxemburgischlothringischeM inette kom m t im hiesigen Revierhauptsächlich bei Erblasung von Thom asroheisenzur Verwendung. Betrachten w ir die Erzebezw. die Möller, welche bei seiner D arstellungjetzt üblich sind und welche Rolle dabei dielothringisch - luxem burgische M inette jetzt spieltund in nächster Zukunft einzunehm en berufen ist,so stehen wir vor folgenden Thatsachen.Zur Herstellung von T h omasrolieisenw erden, wenn w ir von einzelnen Erzsorten abselien,welche hier und da in geringen Mengeninfolge besonderer V erhältnisse beigem ischt worden,als eisenhaltige Rohstoffe benutzt: Puddelschlacken,Rasenerze, schwedische phosphorhaltigeErze und luxemburgisch - lothringische Minette.Rostspatli und m anganhaltigo Brauneisensteine.Der Preis für P u d d el s c h 1 a ck 0 , welche inder Regel 54 bis 56 % metallisches Eisen undetwa 4 % Phosphor enthält, stand vor 10 bis 12Jahren auf 5 bis 6 J l ; er ist dann nach und nachbis auf 16 J l und darüber gestiegen. Die Steigerungallein in den letzten drei Jahren betrugmindestens 4 A 50 â) f. d. Tonne.Aufserdem aber sind Puddelschlacken in denerforderlichen Mengen nicht m ehr erhältlich ; denn


15. October 1895. AclenstUcke zur Frage der Jterabsetzung der Tarife u. s. ib. Stahl und Eisen. 961es ist ja bekannt, dafs die aus früheren Zeitenangesam m elten Selilaekenhaldcn nicht blofs imhiesigen Revier, sondern auch in den anderen inundausländischen Bezirken, wo gepuddelt wurdeund welche unseren Hochöfen als Bezugsquelledienten, fast alle orschöpft sin d ; die wenigen jetztnoch im Betrieb befindlichen Puddelöfen vermögennur einen sehr geringen B ruchtheil dos laufendenBedarfs zu liefern, so dafs der bei weitem gröfsteTheil der heute zur Verfügung gelangenden Puddelschlackeaus dem Auslande bezogen werden mufs.Rechnet m an nun, dafs der P reis der Puddelschlackevor 10 Jahren 6 d t war und heute 16 Mf. d. Tonne loco Hochofen b etra g t, und bedenktman ferner, dafs m an früher 50 % Puddelsehlackedem Möller zusetzen konnte, was der Verwendungvon 1 t Puddelschlacke zur Erblasung von je 1 tThom asroheisen entspricht, so stellt der Betragvon 10 J t f. d. Tonno Roheisen den Unterschieddar, um welchen allein durch die in 10 Jahrenerfolgte W erthsteigerung der Puddelschlacke dieGrundlage der niederrheinisch-westfalischen Hochöfenzur D arstellung von Thom asroheisen sieh zuihren U ngunsten verschoben hat. Die P reissteigerungder Puddelschlacke in den letzten dreiJah ren vortheuorte som it das Roheisen bei gleicherM öllerzusammensetzung um 4 J l 50 f. d. Tonne.Die Rasenerze, welcho tlieils aus dem nördlichenW estfalen, vornehm lich aber aus Hollandund Belgien kom m en, sind wegen ihres hohenPhosphorgehalts, welcher bis 1'/* % und darübergeht, gesucht; sie haben den N achtheil, dafs sieviel W asser enthalten, schwer schmelzbar sindund dafs ihre Zusam m ensetzung jo nach ihremFundort stark schw ankt, so dafs selbst bei vorsichtigsterB etriobsführung es schwierig ist, einThom asroheisen von gleichmäfsiger Zusam m ensetzungzu erhalten. Es ist dieser Umstand beider jetzt m ehr und m ehr auf kom m enden, sogenanntendirecten V erarbeitung des Thom asroheisensu n ter B enutzung der Schmelzwärme desHochofens für A ufrochterlialtung eines geordnetenStahlw erksbetriebs außerordentlich stö ren d ; auchwerden dadurch die Stahlfabricationskosten erhöht.Die besten Lager sind bereits abgebaut, die nochvorhandenen sind geringm ächtig und nicht grofs;der P reis fü r Rasenerze ist etwa gleich dom derlothringer Minette. Als Ersatz für die fehlendePuddelschlacke kann Rasenerz sowohl wegen seineseigenen hohen Preises, zu welchem noch diehöheren Schmelzkosten treten , als auch aus demdurchschlagenden G runde nicht in A ussicht genommenw erden, dafs es nicht in genügendenMengen erhältlich ist.Vornehm lich sind die Rasenerze beliebt, umals Zusatz zu den billigen, aber nicht genügendphosphorhaltigen schwedischen Erzen von Grängesborgund Gellivara zu dienen. Dio Grängesberg-Erzo halten etwa 60 % met. Eisen und bis 1 %Phosphor. Die Geliivara-Erze schwanken zwischenX X .1 5C5 und 69 % in Eisen- und von 0,1 bis 1 % inPhosphorgehalt; sie worden zwar angeblich aufden Gruben je nach ihrem Phosphorgchalt sorgfältiggeschieden, es wird aber zunächst — unddie Gellivara-Erze kommen erst seit verhältnifsmäfsigkurzer Zeit nach hier — darüber geklagt,dafs die Scheidung keine zuverlässige sei.Beide Erze sind schworschmelzig, erheischenhohe Schmelzkosten und können dom Möller nurbis zu höchstens ‘/¡i zugesetzt werden, da sonstnicht hinlänglicher Pliosphorgehalt erzielt wird.Als Ersatz für die fehlende Puddelschlacke schwedischeErze zu nehm en, ist daher nicht ausführbar.F ü r lothr.-luxemb. Minette erweist sich dieim Mai v. J. gewährte Frachterm äfsigung, nämlichauf den Satz v o n :„bis zu 100 km Rohstofftarif (2,2 ¿3 per tkm+ 6 J i Expeditionsgebühr undüber 100 km für jeden tkm ist 1,5 3) zuzurechnen“als zu gering bem essen, um den vom Rhein abgelegenenW erken gröfsere Bezüge zu ermöglichen.Die am Rhein gelegenen W erke, welchen dieErmäfsigung für die Um schlagstationen versagtworden ist, beziehen bei den heutigen Frachtsätzenüberhaupt nur geringe Mengen von M inette undfinden z. Z. ihre bessero Rechnung bei dem Bezugausländischer Erze.Gerösteter Spath und m anganhaltige Brauneisensteinefinden bei der Thomasrohoisen-Fabrication naturgem äfs nur in geringen MengenVerw endung; sie kommen als Ersatz für die liochpliosphorhaltigenPuddelschlacken überhaupt nichtin B etracht, da in den neuesten Bedingungen,welche für den V erkauf von rbein.-westf. Thomasroheisenhior allgem ein angenommen sind, derM indest - Phosphorgehalt auf 1,8 % norm irt ist-F rüher wurde von den K äufern von Thomasroheisenm indestens 2 '¡2 % Phosphor bedungen. Dieswar den Betriebsleitern bedeutend lieber, da einphosphorreichei'es Roheisen den Betrieb in derThom ashütte wesentlich erleichtert und eine erheblichwerthvollere Thomasschlacko liefert. Durchdie neuesten Bedingungen ist daher das Roheisenbedeutend weniger werthvoll geworden.Andere Erzsorten, als die vorbenannten,kommen hier kaum in Betracht.Auch den bereits wesentlich herabgesetztenA ntheil der Puddelschlacke können unsere Hochöfenim nächsten Jahr nicht m ehr einhaiton, weilso viele Puddelschlacke nicht m ehr zur V erfügungsteht.W elches andere Schmelzm aterial als lothringischeM inette als Ersatz für die Puddelschlackekönnen aber unsere Hochöfen nehm en? Keines,wie oben nachgewiesen. Ih rer Verwendung ingröfserem Mafse steht aber die erhebliche E n t­fernung entgegen, wrelche die M inettegruben vonden niederrheinisch-westfälischen Hochöfen tren n tund auch bei niedrigen Einheitssätzen hohe Beförderungskostenbedingt. Trotz der gewährten4


962 Stahl und Eisen. ActenstÜcke zur Frage der Herabsetzung der Tarife u. s. w. 15. October 1895.Fracliterm äfsigung sind dieso noch so hoch, dafsunsere Hochöfen, wenn nicht eine weitere Ermäfsigungorfolgen sollte, auf den Bezug von M inette verzichtenund zum Erliegen kommen müfsten. Auchmufs, sollen unsere Hochofen lebensfähig erhaltenwerden, die Fraclitermäfsigung m indestens in dereingangs genannten Höhe erfolgen, da sie sonstnicht ausreichend ist, um die N achtheile, unterwelchen wir leiden, auszugleichen.Die N atur der gegenwärtigen Eingabe verbietetuns, in derselben an bestim m ten Fällen die Selbstkostenfür hiesiges Thomasroheisen im einzelnendarzulegen; w ir nehm en an, dafs jedes der in demvon uns vertretenen Bezirke solches Eisen erblagendenHochofen worke bereit sein w ird, zuEw. Excel lenz vertraulicher Renntnifsnahm e genaueAufstellungen über die im Laufe der letzten Jahreeingetretenen Veränderungen im Möller, die dadurcherfolgte Steigerung der Selbstkosten undderen, durch die Höhe der E rb rach ten hervorgerufenesungünstiges Verhältnifs zu den Selbstkostender luxemburgisch - lothringischen Hochöfenzu machen. D erartige Nachfragen werdendie Richtigkeit unserer Behauptungen bestätigenund übereinstim m end nachweisen, dafs die vonuns beantragte Fraclitermäfsigung für Minettcb'ezügeeine absolute Nothwendigkeit für das F o rtbestehenunserer Hochöfen ist, deren H auptorzeugnifsaus Thomasroheisen besteht. Dafs m itder Thomas ro h eisen -F abricatio n bei dem jetzigenStand der Metallurgie auch unsere Flufseisenund-Stahl fabrication fällt und steht, haben wir inunserer Eingabo vom 28. April v. J. hervorgehoben.Stellt sich som it die Herabsetzung der Erzfrachtenals unumgänglich nothwendig dar, wenndie niederrheinisch-westfälische Hochofenindustrieam Leben erhalten werden soll, so sprechen fürdiese Tarifermäfsigung noch weitere allgemeineMomente nationalw irthschaftlicher Natur.In erster Linie rechnen w ir dahin die Tliatsache,dafs es n u r auf diesem W ege möglich seinw ird, der steigenden E infuhr ausländischer ErzeEinhalt zu th u n , für dio Deutschland anderenNationen m ehr und m ehr tributär wird. So begannenm it der E inführung schwedischer Erze dieniederrheinisch-w estfälischen Hochofenwerke imJahre 1890. B ereits im folgenden Jahre 1891wurde die verhältnifsm äfsig grofse Menge von75000 t von Grängesberg aus eingeführt. Seit1892 bedienen Niederrhein und W estfalen sich desGellivara-Erzes regelmäfsig, Es gelang diesemErze bald, seinen A ntheil in den durch Grängesbergvorbereiteten Markt zu finden. Nachdem 1891einige Probesendungen geliefert waren, trat Gellivara1S92 m it einer Menge von rund 130 000 tauf, welche zum grüfsten Theil in phosphorhaltigemM aterial geliefert wurden. Seitdem isteine regelmäfsige Steigerung der E infuhr ausGeliiv.ira und dem G rängesbergdistriet zu verzeichnen.Dieselbe betrug 1S0J» bereits 330000 tnach Rheinland und W estfalen. Das Jah r 1894setzte dieso Steigerung fort, und ehe es zu Endegeht, werden in ihm über 450000 t GrängesbergundGellivara - Erzo nach dem Niederrhein undW estfalen geliefert sein. F ür 1895 sind bereitsmohrero 100000-t-Abschlüsse in beiden Erzartengethätigt. Rechnen wir die spanischen Erzo hinzu,so ist zur Zeit der Niederrhein und W estfalen fürrund 17 Millionen Mark jährlich an das Auslandfür den Erzbezug tributär. Diese Millionen könnenzum gröfsten Theil im Lande bleiben, wenn wirdie lothringische M inette zu billigeren Frachtsätzenzu beziehen in der Lago sind.Dafs aus dioser Tarifermäfsigung der Staatseisenbahnverwaltung Frachtausfällo erwachsensollten, vermögen w ir nicht zu glauben. Im Gegentheilsind wir der A nsicht, dafs durch die V erdrängungder zur Zeit gröfstentheils auf demWasserwege bezogenen ausländischen Erzo, anderen Stelle die Minetto treten sollen, den Staatseisenbahnengrofso neue Frachtm engen zugeführtwerden würden, zumal bei dieser Fraclitermäfsigungnicht nur, wie bisher, geringe Mengen ausscliliefsliehhochhaltiger M inette, sondern bedeutendeMassen geringhaltiger Erze tran sp o rtirt werdenwürden. Auch die Verwendung einer grofsenAnzahl bisher leer von Lothringen und Luxem ­burg nach dem N iederrhein und W estfalen laufenderW agen spielt dabei eine nicht unbeträchtlicheRolle, so dafs unserer festen A nsicht nach auf dieD auer bedeutende M ehreinnahm en für dio S taatseisenbahnendie Folge dieser Tariferm äfsigungsein würden.Im übrigen ist die Herabsetzung, welche wirbeantragen, keineswegs extravagant. Bestehendoch bei den Königl, Proufs. Staatsbahnen fürMassengüter auf bestim m te Relationen bereitsT arife, dio auf 1,05 «3 für das tkm + 3 JC Expeditionsgebührnorm irt sind.A uf die Billigkeit ausländischer Tarife, nam entlichBelgiens, haben w ir bereits im Eingänge h in ­gewiesen. Gerade Belgien aber hat m it Erlöschendos Thom aspatents nach den allerneuesten E r­fahrungen drei grofso Stahlw erke erbaut, in welchenjährlich 380000 t Flufseisen erzeugt werden sollen.Dadurch wird der Nothstand für die niederrheinischwestfälischeStahlindustrie nur noch schlim m erwerden, wenn nicht durch erhebliche F rach t­erm äßigung Abhülfe geschaffen wird.Die volksw irtschaftliche Bedeutung der schwerbedrohten niederrheiniseh - westfälichen Thomasroheisenfabricationgeht wohl am besten aus derThatsache hervor, dafs 1893 im Bezirk der NordwestlichenGruppe (d. i. W estfalen und Rheinlandohne das Saargebiet) 2315950 t Roheisen insgesammtund darunter 954 528 t Thomasroh eisenerblasen wurden. Dieses Thom asroheisen wird zuGegenständen aus Flufseisen und Flufsstahl v erarbeitet,von welchen ein sehr erheblicher Theilnach dem Ausland exportirt wird.Ew, Excellenz haben die schwierige Lage derniederrh.-westfälise.hen Roheisenindustrie bei den


15. Oetober 1895. Aktenstücke zur Frage tler Herabsetzung der Tarife u. s. w. Stahl und Eisen. 063V erhandlungen dos A bgeordnetenhauses über denDortmund-Rheinkanal selbst anerkannt und in derSitzung vom 17. Mai 1894 auf die grofse Gefahrhingowieson, welche darin liegen w ürde, wennsich die Verlegung dieser Industrie nach denW estgrenzen unseres Vatorlandes vollzöge, dadann dem Proufsisehen Staate ganz ungeheureVerlusto entstehen müfsten. W ir dürfen deshalbuni so molir hoffen, dafs Ew. Excelleny. daliin zuwirken geneigt sein worden, dal's die Transportgebührenfür Erze au f weitere Entfernungen um1,20 JC f. d. Tonne herabgesetzt worden.W ir verharren Ew. Exccllenz ehrerbietigstergobeneNordwestl. Gruppe dos Vereins deutscherEisen- und Stahlindustrieller.Der V orsitzende: Der G oneralsccretär:gez. A. Servaes.gez. Dr. Beutner.Im Aufträge des Ausschusses des Bezirkseisenbahnratheszu Köln (Sitzung vom 3 .Mai 1895)fand sodann auf einzelnen niederrheinischen Hüttenwerkenim Juni 1895 von Vertretern der KöniglichenOber-Bergämter zu Bonn und Dortmund,sowie der Königlichen Eisenbahn - DireetionenElberfeld, Essen und St. Johann-Saarbrücken eineUntersuchung über die W irkung der beantragtenFrachterm äfsigung statt, über deren Ergebnifsnachfolgendes am tliche Protokoll vorliegt.1. Gegenstand der Feststellung.a) Die A ntragsteller des H auptantrags behaupten,dafs aus dauernd wirkenden Ursachen dieKosten der H erstellung des Roheisens an derRuhr in einer die Fortführung des Betriebsgefährdenden Höhe gestiegen seien.Dies ist festzustellen, gleichgültig ob dieweitere Behauptung, dafs die H erstellungskostenan der R uhr höher seien als anderswo,richtig ist oder nicht.b) Ferner ist festzustellen, ob etwa auch inLothringen-Luxem burg, an der Saar u. s. w.aus dauernd wirkenden Ursachen eine Steigerungder Selbstkosten — und in welcher jHöhe — eingetroten ist.c) Zu untersuchen ist der Reihe nach eine'etwaigeSteigerung der H erstellungskosten fürThom asroh eisen,G iefsereiroheisen,Puddelroheisen.2. Thomasroheisen.Als Gründe für eine dauernde Steigerung derSelbstkosten werden angegeben:a) Preissteigerung und Abnahm e der Puddelschlacken;b) Abnahme der V orräthe an geeigneten Rasenerzen.1. Aus den Büchern eines W erks in der Nähedes Rheins ist festgestellt, dafs die Preise fürPuddelsehlacken gestiegen sind von11,46 M in 1891 undVon 10,54 „ „ 1892 Abschlüsseauf 13,12 „ „ 1893 frei„ 15,68 „ ., 1894 ITütte.,. 16,08 „ „ 18952. A uf Grund der von sachkundiger Seite alszuverlässig bezoichueten M arktberichte der KölnischenZeitung ist erm ittelt, dafs die Preise 1'ürPuddelsehlacken sich bowegt haben (ohne Fracht)für die Tonnezwischen 4 J t in 1885und 9.58.512,018911892„ 189412,85 „ „ 1895Es ergiebt sieh hieraus eine in den letztenJahren oingetreteno Preissteigerung von über4 J l für die Tonne.H ierm it decken sich die Erm ittlungen derOborbergämter.3. In Ueberoinstim m ung m it den auf einzelnenW erken im Ruhrgebiet angestollten Erhebungensind ferner die Oberbergäm ter und Eisonbahn-Diroctionen der A nsicht, dafs die verwendbarenV orräthe von Puddelschlacken gröfstcntheils aufgebrauchtsind und dafs bei der stets zunehm endenNachfrage nach Puddelschlacken und der stets abnehmenden D arstellung von Puddoleison eine V erwendungvon Puddelschlacken zum Hochofenbetrieban der R uhr nur noch in geringem Umfange etwa inHöhe von 5 bis 10 % des Möllers künftig möglichist; abgesehen von einzelnen W erken, welchenoch für kurze Zeit sich gröfserc Bezüge gesicherthaben, trifft dies schon für die Gegenwart zu.4. Obwohl die Abnahme der Puddelschlackenauf den verm ehrten Bezug von Rasenerzen hinwies,h at derselbe nach den Feststellungen derOborbergämter in den letzten Jahren wegen E r­schöpfung der V orräthe im m er m ehr abgenommon.Für ein gröfseres westfälisches Eisenwerk sind fürdie letzten 6 Jahre folgende Bozugsmongcn ermittelt:1889/90 . . . . 87 241 t1890/91 . . . . 30054 t1891/92 . . . . 16297 t1892/93 . . . . 7 398 t1893/94 . . . . 3 340 t1894/95 . . . . nichts.Die Oborbergämter und Eisenbahn-Directioneuhalten daher die Behauptung für zutreffend, dafsein Ersatz der ausfallenden Puddelschlacken durchRasenerze nicht möglich sei.5. Die W irkung der V e rte u e ru n g und Abnahme der Puddelschlacken und der Erschöpfungder Rasenerze auf die Kosten der Roheisenerzeugungist in der nachfolgenden Tabelle unter Zugrundelegungvon M öllern, welche an der R uhr vor'einigen Jahren in Anwendung waren, und vonanderen Möllern, welche sich nach sachverständigemU rtheil als möglich erweisen, dargestellt worden


064 Stahl und Eisen. Actenstücke zur Frage der Herabsetzung der Tarife u. s. w. 15. October 1895.B e ze ich n u n gErzo2 e'S sS CdM ö lle r I M ö 1 1 e l IIKosten fürAusbrin­ErzpreisSchmelzenC-. ö'S ® fi tnKosten fürgen pro t %% 'SKrzKalk•2 U " ~ErzKalkä sW M°/o M liR M M M kg J6 JtAusbringen 50,7 % A usbringen 49,6 %P u d d elsc h la ck en ................ 60 1 6 - 35 689 11,02 5,85 0,87 35 706 11,30 5,99 0,89R a s e n e rz o ............................ 39,31 9,50 15 296 2,81 1,92 0,3748 15,— 10 197 2,96 1,34 0,20 10 202 3,03 1,37 0,20Manganhall. Brauneisenstein 42 14,— 15 296 4,14 2,05 0,39 Ib 302 4,23 2,09 0,40Minette, 40procentigo . . 36 9,40 10 197 1,85 0,99 0,04 10 202 1,90 1,02 0,04„ 36 n • • 31,9 8.5615 302 2,59 1,35 0,06Schwedische Erze . . . . 61 15,50 15 296 4.59 2,49 0,11 15 302 4,68 2,54 0,111971 27,37 14,64 1,98 2016 27,73 14,36 1,5843,99 43,67Vor der Fraohterm äfsigungam 1. Mai 1S93:F tiddclschlackon................ 60 13,50 35 689 9,30 5,85 0,87R a s e n e rz o ............................ 39,31 9,50 15 296 2,81 1,92 0,37G erösteter S p a th ................ 48 15,— 10 197 2,96 1,34 0,20Manganhalt. Brauneisenstein 42 14,— 15 296 4,14 2,05 0,39Minette, 40 procentigo . . 36 10,90 10 197 2 .1 4 0,99 0,04Schwedische Erze . . . . 01 15,50 1b 296 4,59 2.49 0,1125,94 | 14,64 1,98Schm elzenDie Berechnungen beruhen auf den im Jahre1893 ta ts ä c h lic h erwachsenen Erzkosten (Preisund F racht für ein W erk in der Nähe des Rheins)m it der Mafsgabe, dafs für Puddelschlacken dieim Jahre 1894 thatsächlicli erwachsenen (um2,6 cfl f. d. Tonno höheren) Kosten eingestelltsind. Zum Vergleiche sind ferner die im Jahre1893 vor Einführung des A usnahm etarifs vom1. Mai 1S03 erwachsenen Kosten berechnet worden.Eine Vergleichung der K osten ergiebt gegen dievor der Frachterm äfsigung erwachsenen üburalleine Steigerung, welche sich f. d. Tonne bei MöllerI ...........auf 1,43 d lI I ............. n M l *II I .............. „ 1,01 „I V ............. , 0,84 „V ................ „ 1,11 „V I ................ „ 1,42 „ beläuft.Soll das V erhältnifs vom 1. Mai 1S93 wiederhergestellt werden, so m üfsten die Kosten um dieangegebenen Beträge und um die am 1. Mai 1893für Kokssendungen gewährte Frachterm äfsigungvon 0,50 J i für dio Tonne herabgesetzt werden.Zu diesem Zwecke würde eine Frachterm äfsigungfür Eisenerze erforderlich sein, welche für dieTonne beträgt bei MöllerI . . . . 9,79H . . . . 3,19n i . . . . 1,93IV . . . . 1,71V . , . . 1,49VT . . . . 1.36142,56 1Von den W erken an der R uhr w ird für dieVergleichung der Möllerkosten noch auf den verschiedenenPhosphorgehalt der einzelnen Möllerhingewiesen, demzufolge sich auch der Rückerlösaus dem Verkaufe der Schlacken verschiedenstellt und nach untenstohender BerechnungMöller III als der vortheilhaftosto erweist, währenddie Möller I V - VI sich nahezu gleich undum 0,97—0,99 M u n v o rte ilh a fte r stellen als III.Diese Berechnung ist wie folgt angestellt:PhosphorsäureEisen geben1000 kg R UckerlÖsPhosphorim 7 P h.-16 280 kg aus derMöllerSchlacke m it Schlacke 1 °/0Phosphor-EisenPhosphorsäurePhosphorsäure1,5 J6säure°/o °/o%H I . . 2,51 5,737 20,49 8,61 d tIV . . 2,178 4,98 17,79 7,47 „V . . 2,253 5,15 18,4 7,/3 vV I . . 2,34 5,35 19,11 8,03 „Gegen III stellt sich daher der Erlös goringerbeiIV1,14 d lV . . . ♦ 0,88 „VI . ♦ . . 0,58 „Die Kosten der Möller III bis VI verhaltensich daher untereinander wieIII 43.57 zuIV 43,40 + 1,14 = 44,54V 43,67 + 0,88 = 44,55V I 43,98. + 0,58 = 44,56


15. October 1895. Actenstilckc zur Frage ihr Herabsetzung der Tarife u. s. w. Stahl und kisen. 96oM ö 1 e r I II M ö 1 e r IV BI ö 1 1 0 r V M ö l 1 e r VI=2 a Kosten für >ß'S ® Kosten für =2 aS.2P tn'3 ®Kosten für £ g Kosten fürG0)©wo WT3% -g-Or-i *®- %Ł, =JWN Erz "® - %% 'O Oi-.¿3 g s Kalko Nf Z Erz KalkpQ Nu 3 Erz Kalku 3U M ÜW M« N . Erz Kalkkg J i J t, M kst M J é JC J é M M kp M M ,«Ausbringen 44,8% AusbringenAusbringen 41,9 Yo Ausbringen 39 %CO15 335 5,36 2,84 0,42 10 223 3,57 1,89 0,28 •10 238,7 3,82 2,03 0,30 10 256,4 4,10 2,18 0,3210 m 9, 19, 1 45 0 28 10 29,3 2,12 1,45 0,28 10 238,7 2,27 1,55 0,30 10 256,4 2,44 1,66 0,32in m 3 35 1,52 0,23 10 223 3,35 1,52 0,23 10 238,7 3,58 1,62 0,24 10 256,4 3,85 1.74 0,2015 335 4,69 9 32 0 44 15 335 4,69 2,32 0,44 15 358,0 5,01 2,48 0,47 15 384,6 5,38 2,66 0,5110 9,9,% 9, 10 i 1 2 0 04 10 223 2,10 1,12 0,04 10 238,7 2,24 1,20 0,04 10 256,4 2,41 1,29 0,0525 558 4,78 2,49 0,11 25 558 4,78 2,49 0,11 35 835,5 7,15 3,74 0,17 45 1153,8 9,88 5,16 0,2315 335 5,19 2,82 0,12 20 446 6,91 3,76 0,17 10 238,7 3,70 2,01 0,09 — — ■—2232 27,59 14,56 1,42 2231 27,52 14,55 1,33 2387 27,7? 14,63 1,27 2564 28,06 14,69 1,23|43,57| 143,401 43,67| ¡43,98]W ie bei de» vorerw ähnten fingirten Möllern,so ergab sich auch bei dor ^tatsächlichen Möllerungeines gröfseren W erkes in der Nähe desR heins eine Steigerung der H erstellungskostendes Roheisens seit dem Jahre 1892, welche aufGrund der Bücher — ohne Berücksichtigung dosErlöses aus der Schlacke — wie folgt fü r dieTonne Roheisen erm ittelt wurde:W ährend im Ja h re 1892 gegen 1891 die Kostenum 1,32 J t abnahm en, waren die Kosten höherim Jahre1893 gegen 1891 um 0,85 dt-, gegen 1892 um 2,17 M1894 ' „ 1891 „ 0,97 „ „ 1892 „ 2,29 „F ü r dieso Berechnung sind aufser den Kostender Erze auch Kalkkosten berücksichtigt, dieSchmelzkosten aber vernachlässigt.Bei einem ändern am Rhein belegenon, unterungewöhnlich günstigen U m ständen arbeitendenW erke stellen sich die Erz- und Kalkkosten imJahre 1S94 im Vergleich m it den um 0,50 M (entsprechendder F rachterm äßigung für Koks vom1. Mai 1893) gekürzten Kosten für das Jah r 1892für die Tonne Rohoisen um 1,34 J t höher.SchmelzenSchmelzen3. Giefscrcirolieisen.Auf einem der besuchten W erke in der Nähedes Rheins wurde fast nur H äm atitroheisen ausm eist schwedischen E rzen, auf einem ändernGiefsereiroheisen hauptsächlich aus Rotheisensteinunter Zusatz von geringeren Mengen Minotto h ergestellt.Es wurde angeführt, dafs dio H erstellungvon Giefsereiroheisen aus M inette auch bei Gewährung derPrachterm äfsigung m it Vortheil gegenden lothringisch-luxem burgischen Bezirk an dorRuhr nicht w ürde erfolgen können. Auf denHinweis, dafs die Niederrlieinische H ütte hierzuschon jetzt üborgegangen sei, wurde erwidert,dafs die Erzeugung der N iederrheinischen H üttean Giefsereiroheisen aus M inette keine Bedeutunghabe, da es sich nur um etwa 8000 t handle undauch diese nicht ausschliefslich aus M inette erblasenseien. W enn wirklich die Frachterm äfsigungden W erken an der R uhr dio H erstellungvon Giefsereiroheisen aus M inette ermöglichensollte, so müsse doch der lothringisch-luxem ­burgischen Industrio die Berechtigung abgesproclienwerden, deii Ruhrbezirk als unbestrittenesAbsatzgebiet für sich in A nspruch zu nehm enund zu verlangen, dafs die für Thomasroheison orl'ordorljclieFrachterm äfsigung unterbleibe, weilsonst Giefsereiroheisen an der R uhr um eineK leinigkeit billiger hergestellt worden könne alsin Lothringen-Luxem burg bei H inzurechnung dorF racht für Roheisen nach der R uhr von Lothringen-Luxem burg zu den Selbstkosten desletzteren Bozirks.Es wurde ferner erörtert, welchen Einflufś dieFrachterm äfsigung auf den Bezug von nassauisohenEisenerzen nach der R uhr haben werde und angeführt,dafs in den bergbaulichen Kreisen ander Lahn eine Abnahm e in der bisherigen V erwendungvon Lahnerzen zur Gicfsoreiioheisenorzeugungan dex* R uhr bei Herabsetzung derM inettefrachten befürchtet werde. Von dem Vertretereines der besuchten H üttenw erke wurdedie Berechtigung dieser Befürchtung bestritten.Dieselbe Befürchtung sei auch bei Einführungdes A usnahm etarifs für Eisenerze vom 1. Mai1893 laut geworden, habe sieh indessen als unzutreffenderwiesen. Sei die Befürchtung aber auchwirklich begründet, so werde doch jedenfalls derBergbau an der Lahn in weit höherem Mafse geschädigtw erden, wenn die W erke an der Ruhrdurch V orenthaltung der erforderlichen Frachtermäisigungaufser stand gesetzt würden, Thomasroheisenzu erzeugen, zu welchem aus dem Sieg-^Dill- und Lahnbezirke m anganhaltige Erze verwendetwürden, deren Bezug den der nicht manganhaltigenzur G iefsereiroheisen-H erstellung geeignetenLahnerze bedeutend übersteige. _4. Puddelrolieisen.Puddelroheisen w urde n ur auf einem der besuchtenW erke erblasen; die bei Gewährung der


966 Stahl und Eisen. Actaistücke sur Fraye der Herabsetzung der Tarife u. s. w. 15. October 1895.Frachterm äfsigung eintretende V erm inderung derSelbstkosten wurde auf 1,12 J t für die Tonne unterder Voraussetzung einer Verwendung von 60 %Schweifsschlacken und 40 % M inette und des Bestohenbleibensder gegenwärtigen Minottepreisefestgostellt. Es wurde aber hervorgehoben, dalsau f cino Steigerung dor M inettepreiso m it Bestimm theit zu rechnen sei, und durch Vorlagevon Angeboten nacligowiescn, dafs bereits derjetzt verhandelte A ntrag den Erzhändlern Veranlassungzu einer Preiserhöhung von 1 J t gegebenhabe.Schliefslich troffo auch hier zu, dafs derlothringisch-luxem burgischen Industrie die Berechtigungabgcsprochen worden müsse, den rhoinisch-westfälischonM arkt als unbestrittenes Absatzgebietfü r sich zu beanspruchen.Bozüglichdes Einflusses derFrachtermäfsigxingauf den Erzversand von der Lahn gilt für Puddolroheisendasselbe, was im V orstehenden fü r Giefsoroiroheisenangeführt ist.*Ueber das Ergebnifs der auf fünf Hocliofenwerkenin Lothringen-Luxemburg und an derSaar von Vertretern der Königlichen Eisenbalin-Dircetionen zu Elberfeld, Essen, St. Johann-Saarbrückenund Köln, der Königlichen Oberhergäiiiterzu Bonn und Dortm und, sowie vonVertretern des Kaiserlichen Ministeriums fürElsafs-Lotbringen und der Kaiserlichen Generaldirectionder Reicliseisenbahnen zu Strafsburgveranstalteten Erhebungen liegt folgendes amtlicheProtokoll vor:1. Thoinasrolioiscu.Von zwei W erken wird Thomasroheisen nurzum Verkauf, dagegen von zwei anderen W erkenausschliefslich, von einem W erke fast ausschliefsliehzur eigenen W eiterverarbeitung hergestellt.Eines dieser W erke erzeugte überwiegend (r. 63 %)luanganfreies Roheisen (0 M)> die übrigen nurinanganhaltiges Roheisen (1,5 bis 2 %, bei einemW erke 1,0 bis 1,1 % Mn). Ein Zuschlag von Kalkerfolgte auf keinem W erke; zwei derselben setztenW acken (Kalknieren, rognons) m it 22 bis 24 %Eisengehalt in sehr verschiedenen Mengen (1 bis21,5 %) zu.Ein W erk arbeitete ohno Verwendung vonSchlacken; einige setzten Thomas-Converter- undW armofenschlacken (1 bis etwa 3%) zu; eins wieseinen Schlackenzusatz über 21 % auf (darunter2 bis 3 % Pudd eischlacken, ferner Schweifs-, Converter-,Walzen-, Martin-, Ofen-, Kamin-Schlackenund vor Allem ausgegrabene Schlacken aus altenHalden.Der Koksverbrauch für die Tonne Roheisenstellte sich auch bei Verwendung gleicher B rennstoffeaufserordentlich verschieden, näm lich von1025 - 1151 kg (in einem Falle, welcher auf aufsergewöhnlichungünstige Umstände zurückzuführenwar und deshalb liier aufcer B etracht gelassenist, sogar auf 1204 kg; dor Koksverbrauch desselbenW erkes bewegte sich in den drei vorhergehendenJahren zwischen 1066 und 1145 kg).Abgesehen von Schlacken und Manganerzen verwendensäm m tliche W erke nur Minetteerze.Rothe M inette (mit 38% Eisen im Trocknen)wurde nur von luxem burgischen W erken in sehrabweichenden Mengen (10—65%) verwendet. Imübrigen bildete graue' Minette (30—35% Eisen imTrocknen; die sog. 36procentigo Minette) nebenkieseliger M inette (32—38% Eisen im Trocknen)den H aupttheil des Möllers.Bis auf ein W erk, wolches geringere Mengenhinzukaufte, verwendeten säm m tliche W erke nureigene Erze.Der Phosphorgehalt beträgt im allgemeinen1,8% stoigt aber bis 2,4%; eine höhere Bezahlungdes Roheisens m it m ehr als 1,8% fand wegen desBestehens langjähriger Lieforungsverträge beieinem W erke nicht statt: ein anderes bestätigtedagegen, dafs der höhero Phosphorgohalt seit 1890bew erthet werde. Boi dieser Gelegenheit wurdedarauf aufm erksam gemacht, dafs die P reissteigerungder Puddelschlackon seit 1890 durchden höheren Erlös aus dor Thomasschlaekogröfstentheils ausgeglichen werde. Die P reissteigerungdor Phosphorsäuro habe den W orthder Puddelschlackon um ungefähr 4 J t für dieTonne erhöht; für Minette betrage die W erthstoigerungdes geringeren Phosphorgehalts wegenn u r 0,60 J t ; für Puddelschlaekcn ergebe sich daherein M ehrwerth von 3,4 Jt. Zur Begründung derBehauptung oinor Steigerung der Selbstkosten fürThomasroheisen in Lothringen, Luxem burg undan der Saar wurde Folgendes angeführt:1. D iereiclihaltigeren und leichter zu förderndenErze seien nahezu abgobaut; schon in der nächstenZeit, bei einem W erke schon vom nächsten Jahreab, werde sich die Nothwendigkeit ergeben, im m erm ehr in die Tiefe zu gehen, wobei die Förderkostenzunähm en, während w ahrscheinlich derEisengehalt der Erze abnehm en werde. Die Mehrförderkostenfür eine schon im nächsten Jahre inBetrieb zu nehm ende Schachtanlago wurden voneinem V* erke unter Angabe der einzelnen Factoren(Mehrkosten für W asserhaltung und Förderung,Verzinsung des Anlagekapitals. Abschreibung aufSchachtanlagen, M aschinen, rollendes Material,Schienen u. s. w., Abschreibung auf Grubenbesitz)aut über 1 J t für die Tonne Erze angegeben.Zugestanden wurde indessen, dafs die Möglichkeitdes Antreffens reichhaltigerer Erze in gröfsererlie fe nicht ausgeschlossen sei. Von einem anderenW erke wurden die Mehrkosten dor künftigenFörderung bei wahrscheinlich abnehm endem Eisengehaltschätzungsweise auf 2 J t die Tonne beziffert.Voiji einem dritten W erke wurde angegeben, dafsdie M ehrförderungskosten sich zwar noch nichtübersehen liefsen; jedenfalls würden sie nicht un­


15. October 1895. Bericht über in- und ausländische Patente. Stahl und Eisen. 967beträchtlich se in ; gleichzeitig werde der Gehaltder Erze stetig abnehm en: insbesondere werdedies für diejenigen W erke fühlbar werden, welchejetzt noch in der Lage seien, rothe M inette zufördern und zu verhütten. Von einem viertenW erke wurde angegeben, dafs die Erschöpfungder rothen M inette in etwa zwei Jahren eintretenund eine Erhöhung der Selbstkosten der Roheisenerzeugungum etwa 1,60 J l zur Folge haben werde.2. Die Preisbewegung der Schlacken (Schwoifsschlackon)w urde von einem der W erke auf Grundeines Büclierauszugos wie folgt für 10 t- angegeben :1890. .. . 40,7 JL1892. .. . 55,07 „1893. .. . 66,50 „1894. .. . 58,8 „1895. .. . 89,3 „Von einem anderen W erke, welches verhäUnifsmäfsiggrofse Mengen von Eisenschlacken zusetzt,wurde die durch die Preissteigerung vonEisenschlacken aller A rt herboigeführte Erhöhungder Selbstkosten für 1 t Roheisen im Jahre 1891/95gegen 1893/94 au f 2 J l angegeben.3. Die für westfälische K oks, welche für dielothringischen und luxem burgischen W erke zumallorgröfsten Thoile Verwendung finden, gezahltenPreise befinden sich nach den übereinstim m endenAngaben der W erke in steigender Bewegung.Angeblich werden für das kommende Ja h r bereitsum 10 % höhere Preise gefordert. Von einemluxem burgischen W erke wird die Preissteigerungim laufenden Ja h r gegen das Vorjahr auf 1,55 Frcs.— J ,26 JC angegeben. Von einem anderen W erkesind loco Kokerei folgende Preise gezahlt:1891/92 . . . . 10, - J l f. d. t1892/93 . . . . 8,25 „ „1893/94 . . . . 8,— „ ,1894/95 . . . . 9,50 „verlangt seien für 1895/96 . . . . 10,45 „ „Bezüglich der Werke an der Saar ist angeführt,dafs sich der Preis für Kohlen und die daraus,bereiteten Koks nach den Preisen in W estfalenzuzüglich der F racht von der R uhr nach derSaar richte,Uobereinstim m end wird von säm m tlichenW erken hervorgehoben, dafs m it der bevorstehendenA bnahm e des Gehalts der Erze das Ausbringengeringer und der Koksvorbrauch gesteigert werde.2. Gießereiroheisen und 3. Puddelroheisenwurde nur auf zwei von den besuchten W erkenneben Thomasroheisen horgostellt. Die übrigenW erke erzeugten nur ThomasroheiSen. DieselbenUrsachen, welche eine Steigerung der Selbstkostenfür Thom asroheisen zur Folge haben, wirken nachder Meinung der besuchten W erke auch auf eineSteigerung der Selbstkosten für Giefserei- undPuddelroheisen ein. W ährend aber die Verm ehrungder Hochöfen für Thomasrohoisen in W estfalendarauf hin weise, den Betrieb der lothringischen(und luxemburgischen) Hochöfen m ehr auf Giefsereiroheiseneinzurichten, drohe in letzterem einerheblicher W ettbewerb französischer W erke,welcho schon jetzt Giofsoroiroheisen (Lohgwy)nach der Saar absetzten.Auf Grund der in den vorstehenden amtlichenProtokollen nicdergelegten Erhebungen fand sodannam 19. September d. J. zu Köln unter dem Vorsitzedes Eisenbahndirections-Präsidenten Hrn Hoetereine Conferenz statt, in welcher die Erhebungeneiner mündlichen Erörterung unterzogen wurden.Die Vertreter der westdeutschen W erke übergabenzu dem Protokoll dieser Conferenz ein „ Memorandum% das die vereinigten niederrheinischwestfälischenHochofenwerke in einer Denkschriftvom 2. October d. J. beantworteten. Das Memorandumsowohl als die Denkschrift werden wirin der nächsten Nummer veröffentlichen.(Fortsetzung folgt.)Bericht über in- und ausländische Patente.Patentanmeldungen,welche von dem angegebenen T a g e an w ä h r e n d zweierMonate zur Einsichtnahm e für lederm ann im K aiserlichenPatentam t in Berlin ausliegen.26. September 1S95. Kl. 19, Sch 10471. EiserneQuerschwelle. E. Schubert, Sorau.Kl. 31, A 4415. Verfahren zur Herstellung vonHartgufs. Engelhard Achenbach sel. Söhne, Buschhüttenb. Kreuzthal i, W.Kl. 49, B 17651. Vorrichtung zur Herstellungvon Schraubenmuttern aus Draht auf ihrem Bolzen.Julius Boeddingliäus, Düsseldorf.30. September 1895. Ki. 40, C 5481. Verfahrenzur Laugerei von Gold und Silber mit Cyanalkali.Chemische Fabrik auf Actien (vorm. E- Schering),Berlin.Kl. 72, B 17 769. Panzergescliofs, bestehend ausMantel und Kern. Hugo Borchardt, Berlin.3. Oct. 1895. Kl. 10, N 3506. Brikettirverfabrenfür Kohlen. Eduard Natanson und Thomas EdmundTyborowski, Warschau.Kl. 20, H. 16 346, Seilklemme für Streckenförderung.Ferdinand Wilhelm Hering, Dortmund.7. October 1895. Kl. 7, E 4515, Drahthaspel;Zusatz zum Patent 73 100. William Edenborn, St. Louis,Missouri.


968 Slahl und Eisen. Bericht über in- und ausländische Patente. 15 October 1895.'Kl. 10, L 9702. Koksausdrückmaschine mit centralerKraftstation. Bernard Liebing, Barop-Dortmundund Franz Seifartli, Annen i. W.Kl. 48, Sch 10 841. Verfahren zur Herstellunggefleckter Emailwaare. Schwelmer EmaillirwerkEd. Püttmann & Co., Schwelm.Kl. 49, B 17797. Steuerung für die Druckschraubenan Walzwerken. Nicolaus Bauer, Düsseldorf.Kl. 49, H 1-5786. Hydraulische Niet-, Kümpel-Ünd Schmiedepresse; Zusatz zum Patent 81 403. AdolfHoffmahn, Kalk hei Köln.Gebrauchsmuster-Eintragungen.30. September 1895. Kl. 5, Nr. 45 826. Erdbohrermit an den Schaft gelenkten, ausspreizbarenLöffeln. K. W. Mosure und Isaac Warner, Vera Cruz,Indiana, V. St. A.Kl. 19, Nr. 45 891. Eisenbahnschwelle von zumTheil trapezförmigem und zum Theil rechteckigemQuerschnitt. L. Ch. Ingersoll, Keokuk, Jowa, V.St. A.Kl. 31, Nr. 45 938. Aufsatz auf Messingschmelzofenzum Schmelzen von Messingspähnen, bei welchemein Zwischenraum im Doppelmantel abgehende Verbrennungsgaseauffängt und zur Schmelzung vollständigausnützt. Rudolf Baumann, Seebach b. Zürich.Kl. 48, Nr. 45 992. Vorrichtung zur Herstellungeines Metallüberzuges auf Blechen, bestehend aus denmit einem Trichter verbundenen, in einem Behälterangeordneten Führungsschienen zur Einführung derBleche zwischen die Walzen. Eustace W. Hopkins,Berlin.Kl. 49, Nr. 46010. Werkzeugstahl vom Querschnitteines Dreiecks mit umgebogenen Ecken undgeschweiften Seiten. J. Beardshaw & Son, Limited,Sheffield; Vertreter Theobald Lorenz, Berlin.7. October 1895. Kl. 19, Nr. 46 177. ZweitheiligeStrafsenbahnschiene für Miltelflantschräder mit annäherndgeschlossener Spurrille. Georgs-Marien-Berg-Werks- und Hülten-Verein, Osnabrück.heifsen Luft aus dem Wärmespeicher o zusammen,um dann den Herd, die beiden anderen Wärmespeicherund den dort aufgestellten Dampferhitzer />'anzuwärmen. Der Wechsel der Zugrichtung wirddurch Umstellen der gebräuchlichen Klappen undder Ventile c bewirkt.Kl. 48, Nr. 82280, vom 29. Dec. 1893. HubertClaus in Thale a. H. Verfahren zum Emaillirenvon Stahl- und Flufseisen-Blcclncaaren in nur einemAufträge.Die Emailmasse hat eine überwiegend alkalischeZusammensetzung und wird sofort nach ihrem Auftragauf die zu emaillirenden Gegenstände mit Metallsalzenbepudert, so dafs sich sowohl an der Oberfläche desEmails als auch auf der Metallunterlage Flockungenund Oxydationen bilden, die einerseits eine innigereVerbindung des Emails mit der Metallunterlage undandererseits ein schöneres Aussehen des Emailsheibeifiihren.KI. 40, Nr. 8201.1, vom 25. December 1894.T h. T. 01 iVer in Ch 1cago. Vorrichtung cur Gewinnungvon Metallen a u f elektrolytischem Wege.Deutsche Reichspatente.Kl. 24, Nr, 82 581, vom 17. Juli 1894. S. M.Trapp in Maywood (JH., V. St. A.). Oelgas-Eegenerat iv- Ofen.Die Erze werden in dem Herd a vermittelst eineselektrischen Lichtbogens geschmolzen. Die Schmelzefliefst dann über die gekühlte und gedrehte Metalltrommelb, welche mit dem negaLiven Pol einer Batterieverbunden ist, so dafs sie als Kathode wirkt unddas Metall auf sich niederschlägt. Letzteres wirdvon dem Messer c abgeschabt und gelangt in denTrog d, während die Gangarten dem Trog e zufliefsen.Unter den inneren Wärmespeichern a a 1 sind2 Dampferhitzer b b l angeordnet. Durch einen derselben,z. B. b \ strömt entsprechend der Stellung derVentile c Dampf, der von den Abgasen hoch erhitztwird und dem anderen Erhitzer b zufliefst. Hierzerstäubt er Oel und tritt mit diesem gemischt inden Wärmespeicher a; von diesem gelangt dasGasgemisch in den Herd und tritt hier mit derKl. 49, Nr. S2192, vom 19. December 1894,Thomson Electric Wrelding Company in Lynu(Mass., V. St. A ). Verfahren zum theilweisen Härtenvon Stahlplatten und dergl.Um gehärtete Panzerplatten an denjenigen Stellen,welche noch bearbeitet werden sollen, weich zumachen, wird nach der Härtung durch die betreffendenStellen ein elektrischer Strom geleitet, bis die Härteverschwunden ist, wonach die Stromstärke allmählichvermindert wird, bis die betreffende Stelle genügendabgekühlt ist. Die diesem Zweck dienende elektrischeVorrichtung ist in der Patentschrift erläutert.


15. October 1895. Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. Stahl und Eisen. 969Berichte über Versammlungen aus Fach vereinen.Eisenhütte Düsseldorf.Zur Octoberversammlung, welche am 1. d M. inder Städtischen Tonhalle zu Düsseldorf statlfand,halten sich etwa 20 Mitglieder und Gäste eingefunden.Nachdem der Vorsitzende der Eisenhütte, Hr. R. 51.Daelen, die Versammlung eröffnet und die Erschienenen,insbesondere die Gäsle, begrüfst hatte,crlheilte er das Wort Hrn. 0. Vogel zu seinen Miltheilungenüber dieWaren es einerseits die geschilderten Nachtheileder heifsen Verzinkung, so waren es andererseits auchdie Erfolge, die man mit dem galvanischen Vernickeln,Verkupfern u. s. w. erzielt hatte, welche die Galvaniseurenicht ruhen liefsen, das Verzinken von Eisenwaarenebenfalls auf galvanischem Wege vorzunehmen.Hierbei wurde aber der principielle Fehler begangen,dafs man die Verfahren, welche sich bei den Versuchenim Laboratorium vielleicht ganz gut bewährthalten, unmittelbar aucli auf den Fabriksbetrieb übertragenwollte. .ln vielen Fällen waren die Bäder zu theuer, ingalvanische Verzinkung- des Eisens.anderen aber zu complicirt in ihrer ZusammensetzungWie bekannt, geschieht das Versinken von Eisenblechenund Eisenwaaren fast allgemein in der Weise, der Stromstärke war es nicht leicht, das richtige Mafsund meist nicht constant genug. Auch bezüglichdafs die gebeizten und entsprechend vorbereiteten zu treffen ; nahm man den Strom zu schwach, dannBleche oder Gegenstände in ein Bad von geschmolzenem dauerte das Verzinken zu lange, nahm man den StromZink eingetaucht werden. So einfach aber das Verfahrenseinem Princip nach ist, so stellen sich bei der und mithin die Gestehungskosten zu hoch.aber zu stark, dann war der Kraftverbrauch zu grofspraktischen Ausführung desselben doch mancherlei Von den vielen Methoden, welche bisher in Vorschlaggebracht wurden, haben sich eigentlich nurSchwierigkeiten ein.Ein wesentlicher Uebelstand bei der Verzinkung drei einigermafsen Eingang verschafft. Es sind dies:auf schmelzflüssigem Wege besteht zunächst in der 1. das Verfahren von Cowper Coles, welchesgrofsen Neigung des Zinks, mit dem Eisen Legirungen in der Fabrik von Watson, Laid law & Co. ineinzugehen. Das hat einerseits zur Folge, dafs die Glasgow ausgeführt wird. Erforderlich sind: eineisernen Schmelzgefälse stark angegriffen und verhält- Reinigungsbad mit heifser Kalilauge, ein Beiz- odernifsmäfsig schnell zerstört werden, und andererseits Desoxydationsbad mit einer aus verdünnter Schwefelsäurebestehenden Beize, ein Spülbad mit reinembildet diese, unter dem Namen Hartzink bekannteEisenlegirung eine Masse, welche einen höheren Wasser und endlich das Zinkbad. Die Leistung derSchmelzpunkt und ein gröfseres specifisches Gewicht Dynamomaschine beträgt 2500 Ampère bei einerbesitzt als das reine Zink. Infolgedessen sammelt es Klemmenspannung von fünf Volt;sich am Boden des Verzinkkessels an und mufs von 2. das Verfahren, nach.welchem Carl RichterZeit zu Zeit ausgeschöpft werden. Der hierdurch in Wilkowitz arbeitet. Bezüglich dieses Verfahrensentstehende Zinkverlust wird noch durch den sich theilte der Vortragende ungefähr das mit, was bereitsaus der Oxydation des Zinks ergebenden Abgang vermehrtund kommt endlich noch hinzu, dafs die ZinkhaltenenAufsatz angegeben ist.in dem in voriger Nummer (Seite 906 und ff.) entschicht,welche sich auf dem eisernen Gegenstand 3. Das Verfahren von Dr. Hans Alexander,absetzt, in vielen Fällen stärker ist, als für manche welches von der Firma Seel horst & Werner inZwecke erforderlich wäre. Eine zu dicke Zinkschicht Rothenfelde (Hannover) ausgeführt wird. Dasselbehat aber den Nachtheil, dafs das Zink beim Biegen ist eigentlich nur eine Vereinigung der D. R.-P. 45 220,und Falzen solcher Bleche unter Umständen abspringen 47 457, 48078 und 49826 von Schaag und Falkkann, weshalb man gerade für Bleche, die gefalzt und gipfelt darin, Eisenwaaren auf galvanischem Wegewerden müssen, vorgeschlagen hat, das überschüssige mit einem aluminium- bezw. magnesiumhaltigen Zinküberzugzu versehen. —Zink durch ein Paar schnell rotirender Bürsten zuentfernen. (Patent Kofler u. Zwirzina.*)Als Vortheile der galvanischen Methode vor derEin weiterer Mangel der heifsen Verzinkung liegt Heifsverzinkung wird seitens der Galvaniseure angeführt,dafs auf kaltem Wege eine gleichmäßigereendlich auch darin, dafs sich dieselbe für mancheGegenstände gar nicht oder nur schlecht eignet. So Verzinkung zu erzielen sei, dafs die Zinkschicht vielfür gewisse Hohlkörper (Flaschen) und Rohrspiralen, dünner ausfalle und doch einen vollkommenen Schutzferner für kleine Gegenstände, weil diese nach dem gewähre, dafs Verluste durch Bildung von HartzinkVerzinken zusammenkleben. Ungeeignet ist überdies und Zinkasche ganz ausgeschlossen lind ihre Verfahrendie heifse Verzinkung für federnde Gegenstände, weil daher billiger wären. Ferner eigne sich das Verfahrendiese ihre Federkraft einbüfsen, und für Schrauben, für Waaren von jeder beliebigen Form, insbesonderebei denen das Gewinde nachgeschnitten werden mufs, auch für Schrauben, Federn, feine Bleche und Drahtgeflechte.Es erfordere keinen continuirlichen Betriebwodurch leicht der schützende Ueberzug verletztwerden kann, schiiefslich eignet es sich nicht für alle und gestalte sich in der Ausführung wesentlich billiger,Gegenstände, bei denen ein Verziehen eintreten könnte als die Verzinkung auf schmelzflüssigem Wege.oder welche ein Nacharbeiten der durch den Zinküberzugmehr oder weniger rauh gewordenen Ober­angeblichen Vortheiien aber gewisse Nachtheile gegen­Nach Ansicht des Vortragenden stehen diesenfläche erfordern würden.über. So hält er die elektrischen Methoden nicht fürDa überdies das Verzinken auf heil'sem Wege Massenfabrication geeignet, weil die Zeit, welche daseinen continuirlichen Betrieb voraussetzt, so bedingen Verzinken auf kaltem Wege in Anspruch nimmt, vielalle Stillstände (Sonntagsruhe!) gröfsere Störungen gröfser ist, als die zum heifsen Verzinken erforderlichebezw, eine unnöthige Hartzinkbildung und sonstige Zeit. So sind z. B. zum galvanischen Verzinken einesZink Verluste. —Bleches von 3 m Länge, 1 m Breite und 1 mm Dielte50 Minuten Zeit erforderlich. Abgesehen hiervon* In Oesterreich wird auf einzelnen Werken schon dürften sich auch die Kosten einer Anlage für Blechverzinkereiim grofsen recht hoch stellen. Für eineseit mehreren Jahren nach diesem Verfahren gearbeitet,in Deutschland hat es sich dagegen keinen Eingang Anlage, in welcher täglich 10 000 kg obiger Blecheverschaffen können.verzinkt werden sollen, ist ein Raum von etwa 200 qmXX.is 5


970 Stahl und Eisen. [Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. 15, October 1895.erforderlich und dürften sich die Kosten für maschinelleund sonstige Einrichtungen, abgesehen von einer 50 bis60 Pferdekräfte starken Dampfmaschine, auf rund27 000 J l belaufen. Dafs zur Ausführung der galvanischenVerzinkung offenbar auch mehr und intelligentere Leuteals für die Verzinkung nach dem alten Verfahrenerforderlich sind, liegt auf der Hand.Aus all dem kann man den Schlufs ziehen, dafsdiu galvanischen Methoden der Verzinkung sich wohlfür manche Zwecke ganz gut eignen mögen, dafs sieaber, wie die Verhältnisse jetzt liegen, keineswegsimstande sind, das alte Verfahren allgemein zu verdrängen.—ln der nun folgenden Besprechung unterzog Hr.Director Eckardt zunächst das Richtersche Verfahreneiner Kritik. Nach Erfahrungen, welche erselbst mit Anwendung der galvanischen Methodengemacht hat, hält er das genannte Verfahren nichtgeeignet für Massenverzinkung, weil die Einrichtungenzu complicirt, die Vorbereitungen zu umständlich unddie Betriebskosten zu hoch seien; auch bezweifelt er,dafs es möglich sei, stets eine vollkommen fehlerfreieVerzinkung zu erlangen, da es kaum möglich seindürfte, eine ganz reine Oberfläche zu erhalten.Hr. Seel hörst von der Firma Seelhorst &Werner (als uast; tritt der Ansicht des Hrn. Eckardtentgegen und weist darauf h in , dafs in seinerFabrik zum Heinigen der Oberfläche mit VortheilSandstrahlgebläse verwendet werden. (Die von ihmvorgelegten kleinen Probeblechstreifen zeigten eineschön gleichmäßige, aber sehr dünne Zinkschicht.Andere Muster, die er dem Vortragenden zur Verfügungstellen wollte, waren leider nicht eingetroffen.)Bezüglich der Selbstkosten seiner galvanischen Verzinkungtheilt Hr. S e e 1 h o r s t mit, dafs sich dieselbenauf 5 für 1 qm Blech stellen, während sie sichbei der heil'sen Verzinkerei auf 50 bis 60 belaufen.Auf die Frage des Hrn. Schrödter, ob diegalvanische Verzinkung auch zum Verzinken von Draht,bei welchem, sofern es nach dem alten Verfahren geschieht,infolge der Ausdehnung der Sonntagsruheauf '¿4 Stunden, sich von empiindlichen Schädigungenbegleitete Uebelstände eingestellt haben, verwendetwerden könne, erwidert Hr. Seelhorst, dafs manhierbei auf Schwierigkeiten gestofsen sei, dafs es abermöglich sein dürfte, dieselben durch besondere Einrichtungenzu beseitigen, insbesondere auch dadurch,dafs der Draht nicht wie bei der heil'sen Verzinkungdurch das Bad gezogen wird, sondern dafs die ganzenRinge auf einmal verzinkt werden.Hr. S chm i.dt-H annover hält das galvanischeVerfahren nicht geeignet zum Verzinken von Telegraphendraht,weil der galvanisch verzinkte Draht dervorgeschriebenen Eintauchprobe (8 maliges Eintauchenin Kupfervitriollösung) nicht entsprechen würde.Au der weiteren Erörterung betheiligten sich nochHr. Riemer, welcher recht schlechte Erfahrungenmit verzinkten Wellblechdächeru gemacht hatte, fernerHr. v, d. Laucken, der dagegen die Vortheile derauf heil'sem Wege verzinkten Bleche hervorhob, undder Vortragende, der noch einige recht günstig lautendeGutachten über das Verfahren von Dr. Alexander,u. a. solche von der physikalisch-technischen Reichsanstalt,der Kaiserlictien Marinewerft in Danzig, zurVerlesung brachte.Nachdem der Vorsitzende dem Vortragenden undallen Herren, die sich an der Besprechung betheiligten,gedankt hatLe, ertheilte er das Wort Hrn. F. W. Lührrnannzu seinem Vortrag über die Verwendungvon F lu fs e is e n bei Fundamentirungen inAmerika. Der Wortlaut dieses Vortrags wird inder nächsten Nummer zum Abdruck gelangen.Nachdem der Vorsitzende dem Redner für seineinteressanten Mittheilungen gedankt hatte, hob er hervor,dafs sich Deutschland zwar nicht mit Amerika bezüglichder Grofsartigkeit und Kühnheit der Eisenbautenmessen könne, dafs dagegen Deutschland hinsichtlichder allgemeinen Verwendung von Eisenim Bauwesen an erster Stelle stehe. Auch in Englandwerde zu Privatbauten weit weniger Eisen verwendetals bei uns.Hr. Schrödter, welcher dies bestätigt, weistdaiauf hin, dafs infolgedessen die Trägeierzeugung uiDeutschland so zugenommen habe, dafs sie die Schienen-produdion bereits überstiegen habe. Der grolse Verbrauchan Trägern ist zum guten Theil darauf zurückzuführen,dafs durch das .Musterbuch für Eisenconstructionen'“,welches im Auftrag des „Vereinsdeutscher Eisen- und Stahlmdustrielter“ von IngenieurG. Scharowsky herausgegeben wurde, sowie durchdas deutsche INormalproülbuch für Walzeisen, dasim Aufträge des „Verbands deutscher ArchitektenundIngenieurvereine“ und des „Vereins deutscherIngenieure* von Geh. Hegierungsrath Dr. F. Heinz erringund Professor O. Intze veröffentlicht wurde,deu Verbrauchern die Auswahl des richtigen Trägerprofilssehr erleichtert worden ist.Hr. Daelen hält es für sehr wünschenswert!],dafs auch in anderen Ländern, insbesondere in England,die gleichen Bestrebungen in ausgedehnteremMal'sstab zur Geltung kämen. —An die beiden Vorträge sclilols sich noch einefreie Besprechung des in jüngster Zeit aut der StreckeDüsseldorf-Grafenberg vorgekommenen Unfalles, derdurch Umknicken eines aus spiralgescliweilstem Rohrhergestelllen Ständers für die Leitungsdrähte hervorgerufenworden war.. VI. Allgemeinerdeutscher Bergmannstag.Diese, alle drei Jahre stattfindende Vereinigungvon Fachgenossen zum Zweck der Belehrung und desGedankenaustausches im treien Verkehr hielt in denTagen vom 9. bis 1’2. September ihre Versammlungenunter zahlreicher Betheihgung in Hannover ab.Den Theilnehmern wurde bei ihrer Ankunft eineAnzahl treffncherFestschriften überreicht, von welcheninsbesondere die vom Festausschufs bearbeitete hervorzuhebenist; dieselbe behandelt in eingehender Weisedie gewerbliche Entwicklung der Stadt und ProvinzHannover, speciell des Berg-, Hütten- und Salinenwesens,auf Grund von Mittheilungen der Königl.Revierbeamten, Werksverwaltungen u. s. w., sie besitztbleibenden hohen Werth. Eine zweite Schritt behandeltden Unlerharzer Bergbau und Hüttenbetrieb,eine fernere beschreibt ausführlich den Schacht KaiserWilhelm II. bei Clausthal.Am 10. September begannen die Verhandlungenmit der Begrüfsung der erschienenen EhrengästeHandelsminister vonBerlepsch, Regierungspräsidentvon Brandenslein, Gell. Reg.-Rath Boediker,Stadt-Direclor Tramm u. a. durch Geh. BergrathSchräder; zum Leiter wurde Ober-BerghauptmannFreund gewählt.Hierauf hielt Bergassessor Doeltz den erstenVortrag überdie Anwendung der elektrischen Kraftübertragungbeim Bergbau,in welchem er zunächst in ausführlicher Weise dieTheorie der verschiedenen Dynamo-Maschinen — derGleichstrom-, Wechselstrom- und Drehstrom-Motoren —sowie ihre Vorzüge und Wachiheile für die Beleuchtungund Kraftübertragung beschrieb, sodann an einerAnzahl von Beispielen aus der Praxis, welche allerdingszum gröfsten Theil bereits durch die Fachzeit-


15. October 1895. Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. Stahl und Eisen. 971Schriften bekannt geworden sind, die Vortheile derAnwendung der elektrischen Kraftübertragung beimBergbau darzuthun suchte. Dafs bei den obertägigenmaschinellen Anlagen der Bergwerke in vielen Fällendie elektrische Kraftleitung vortbeilhaft anzuwendenist, unterliegt wohl keinem Zweifel; sie unterscheidensich in dieser Hinsicht in nichts von anderen FabrikundBahnbetrieben, welche dafür den Beweis längstlieferten; anders verhält es sich indessen mit denunterirdischen Anlagen, und die Zuhörer wären demVortragenden gewifs dankbar gewesen, wenn er überdie Erfolge oder Mifserfolge bei Verwendung der elektrischenKraftübertragung unter Tage eingehendereMiltheilungen gemacht hätte.An Stelle des verhinderten Bergrath Meinicke,welcher einen Vortrag über Wassersäulenmasch inen angezeigt halte, sprach J. Körting-Hannover überVerwendung von Gasmotoren im Bergbetrieb.Redner betont, dafs einer allgemeineren Ausbreitungelektrischer Kraftleitungen im Bergbau mannigfacheHindernisse entgegenständen, dafs andererseits auchdie jetzigen Leitungen, nämlich die Wellentransmissionen,Dampf-, Wasser- und Luftleitungen wenigbefriedigten und schlägt vor, den Gasmotoren denVorzug zu geben; zu betreiben seien dieselben mitjeglicher Art von Gas, so dafs auch jeder Brennstofffür die Gasbereitung benutzt werden könne. Einevon dem Vortragenden erläuterte besondere Constructioneines Gaserzeugers soll in Verbindung mitgeeigneten Gasmotoren solch günstige Ergebnisseliefern, dafs hierdurch selbst gute Dampfanlagen übertroffenwerden, und empfiehltRedner, an Stelle einerCentralgasanstalt mit Röhrenverzweigung nach denVerbrauchsarten, an letzteren kleine Gaserzeuger mitden Motoren aufzustellen und diese eventuell zumBetrieb von Dynamos zu benutzen. Näheres überErfolge dieser etwas seltsamen Vorschläge wird manwohl abwarten müssen.BerginspectorZörner behandelte sodann in einemlichtvollen Vortrage das Thema:Ueber die Unschädlichmachung des explosiblenKohlenstaubesund theilte die Erfahrungen mit, welche im Saar-Revier hierüber gemacht worden sind. Neben allensonstigen Sicherungsmafsnahmen hat man, je nachder Beschaffenheit der Kohle und des Gesteins, sowieder Art des Betriebes drei Methoden eingeschlagen:1. die Durchtränkung der Füllörter mit Wasser, welchesin Bohrlöcher unter hohem Druck eingeführt wird,2. die Berieselung vermittelst Rohren und Schläuchen,3. die Absperrung einzelner Arbeitsstellen durch nasseZonen und dadurch bewirkte Localisirung der Explosionen.Mit allen drei Methoden sind gute Resultateerzielt worden, und wenn auch die Kosten für Einrichtungund Benutzung nicht ganz gering sind (2 bis6 $ für die Tonne-Förderung), so erscheinen dieselbendoch unbedeutend im Vergleich zu den Entschädigungssummenund sonstigen Unkosten, welchedie schweren Katastrophen durch Kohlenstaubexplosionen,beispielsweise auf Grube Camphausen undKreuzgraben, hervorgerufen haben, abgesehen von demVerluste so vieler Menschenleben.Bergassessor Winkhaus und Bergrath Lohmannberichteten sodann über die Resultate der vonihnen imRuhr-bezw.Saarkohlengebiet vorgenommenenI’rüfnngen von Sprengstoffen.Die sehr ausführlichen Mittheilungen des Ersteren,welche zum Theil bereits in Fachschriften („ Glückauf ‘ -Essen) veröffentlicht worden sind, gipfelten darin, dafsnicht nur das Schwarzpulver wegen seiner Gefährlichkeitbei Schlagwetter- und Kohlenstaubgruben womöglichganz aus dem Kohlenbergbau zu verbannen sei,sondern auch die gewöhnlichen Gelatine-Dynamite nichtzu den Sicherheits-Sprengmitteln, d. h. den nicht zündendengehörten, während die neuen Sprengstoffe,welche eine niedrige Explosionstemperatur haben,wie Dahmenit A, Roburit I, Köln-Rottweiler Sicherheitssprengpulverund die Kohlen-Garbonite, nicht nurals die sichersten, sondern auch als sehr wirksameSprengstoffe zu empfehlen seien.Demgegenüber warntLohmann vorUeberschätzungdes Werthes der letzteren, welcher in der Praxis nochnicht genügend erprobt, üherdies in ihrer chemischenZusammensetzung uncotitrolirbaren Schwankungenausgesetzt seien, wodurch ihr Verhalten wesentlich,beeinflufst werde; er hält ein gänzliches Verbot desGebrauches von Gelatine und Dynamit für verfrüht.Ueber diese wichtige Frage fand eine lebhafte Discussionstatt, in welcher betont wurde, dafs auchwirtschaftliche Gründe gegen das Verbot der älterenSprengstoffe sprechen und weitere Untersuchungenin den Betrieben ei forderlich seien.Nach einer Frühstückspause sprach BerginspectorUthemann über Bewetterung der Aus- undVorrichtungsarbeiten in Saarbrücken,er bemängelte die in Deutschland gebräuchlichenVentilatorconslructionen und befürwortete die Verwendungvon Separat-Blasventilatoren (gegenüberSaugventilatoren) bei An- und Vorrichtungsarbeitenund theilte seine Erfahrungen über Schlagwetterbildungmit.Die Frage:Empfiehlt sich der Yenraltungsreehtsweg in Berg-Sachen?wurde von dem Vortragenden, Oberbergrath Arndtdahin beantwortet, dafs es wünschenswerth sei, wennin Deutschland, ähnlich wie in Frankreich, ein allgemeinesdeutsches Berggesetz eingeführt würde, unterBerücksichtigung der heutigen Verhältnisse. Aus derVersammlung wurde sowohl die Bedürfnifsfrage bestritten,als auch die Möglichkeit, die verschiedenartigenbergbaulichen Verhältnisse in Deutschlandeinheitlich zu regeln. Handelsminister v. Berlepschwarnte, allerdings unter Betonung des privatenCharakters seiner Ansicht, vor der Schwerfälligkeitund Langsamkeit des Verwaltungsrechtsweges undempfahl der Versammlung, sich theoretischer Erörterungenzu enthalten und praktische Fragen zuerledigen. Nach Schlufs der Verhandlungen fandgemeinschaftliches Essen und Abends Zusammenkunftim Tivoli unter zahlreicher Betheiligung, auch seitensder Damen, statt.Der zweite Tag brachte zunächst als geschäftlicheAngelegenheiten einige Statutveränderungen, sowie dieWahl des nächten Festortes, bei welcher zwischenDortmund und München letzlere Stadt gewähltwurde; es wurde ein Begrüfsungstelegramm anSe. Majestät den Kaiser abgesandt.Es folgte dann ein interessanter Vortrag desAmtsraths Dr. Struckmann über die Geologieder Umgegend v o n Hannover, dessen auszugsweiseWiedergabe hier kaum thunlich ist,Berginspector Richert behandelte den SteinkohlenbergbauimnorddeutschenWealdenam Deister, am Süntel, im Kreise Hameln, denLoccumer Bergen und am Bückeberg, welcher bis ins14. Jahrhundert rückwärts zu verfolgen ist und gegenwärtigmehr als 4000 Arbeiter beschäftigt.Zum Schlüsse berichtet Berginspector Siemensüber den BÖinerschen A pparat zur Verhütung desUebertreibens bei Förderm aschinen, welcher inVerbindung mit besonderen Controlapparaten, inSachsen, Schlesien u. s. w. in zahlreichen Ausführungen


972 Stahl und Eisen. Beferate und kleinere Mittheilungen. 15. October 1895.seit länger als vier Jahren in Benutzung ist undzufriedenstellend functionirt; Redner hebt die Vorzügedes Apparates hervor und betont seine Wichtigkeitin Bezug auf die Sicherung der Förderung besondersder Mannschaften.Der Nachmittag wurde zu Excursionen nachIlsede und Peine zur Besichtigung der Erzlagerstätten,Hochöfen und Walzwerke, nach den Fabriken vonGebr. Körting, Dreye Rosenkranz & Droop, J. C.König & Ebhardt und Continental Caoutchouc-Companybenutzt, welche viel Sehenswerthes und gastlicheAufnahme boten ; der Abend vereinigte die Theilnehmerzu einem von der Stadt gebotenen Fest imNeuen Concerthause.Der gröfsere Theil der Mitglieder besuchte alsdannin den folgenden Tagen mittels Extrazuges denOberharz und besichtigte die Werke in Vienenburg,Oker, Bammelsberg, Clausthal u, a. m. —Verein für Eisenbahnkunde zu Berlin.Die Sitzung am 10. September 1895 fand unterdem Vorsitz des Wirkl. Geh. Oberbauraths Streckertstatt. Elsenbahndirector a. D. Froitzheim sprichtüber die Kleinbahnenmit besonderer Berücksichtigung der mecklenburgpommerschenSchmalspurbahnen. Ueber die Ausgestaltungder Kleinbahnen gehen, wie der Vortragendebemerkte, die Ansichten noch sehr weit auseinander.Die Vielgestaltigkeit der Aufgaben, welche derartigeBahnen zu erfüllen haben, wie die bisher gemachtenErfahrungen, machen es unmöglich, für die Unternehmungenfeste Normen herauszubilden. Am wenigstenist die Spurweitenfrage - geklärt. Für die Bestimmungdes zulässigen Baukapitals sind die späterenEinnahmen der allein mafsgebende Factor; nach demersteren richtet sich die Spurweite, die also gleichsamdas Ergebnifs der Rentabilitätsberechnung darstellt.Im übrigen aber sollen, wie der Vortragende näherbegründet, von den in den Ausführungsbestimmungenzum Kleinbahngesetz zugelassenen Spurweiten von0,60, 0,75 und 1 m die kleinste Spur in vorwiegendackerbautreibenden Bezirken, die mittlere da, wo '¡ibis '/s der Einnahmen dem Personenverkehr entspringenwerden, und die gröfsere bei überwiegendemPersonenverkehr zur Anwendung kommen. Der Vortragendegeht nach diesen allgemeinen Ausführungenauf die eingehende Darlegung der Entstehungsgeschichteund der baulichen Verhältnisse einschüefsliehder Betriebsmittel der mit 60 cm Spurweite er-’ bauten mecklenburg-pommerschen SchmalspurbahnFerdinandshof-Friedland-Jarmen über. Die Hauptliniezieht sich in 61 km Länge quer durch das GrofsherzogthumMecklenburg-Strelitz und die ProvinzPommern bis zur schiffbaren Peene, hatte mit ihrenAnschlüssenEndel893eineGesammtlängevon 112,3 kmund hat heute bereits 147 km in Betrieb. Den imVerlaufe des Vortrags zu Gunsten der 60-cm-Spurgeltend gemachten Vorzügen stellte Hr. GeheimerOberbaurath Stambke Bedenken mehrfacher Artentgegen, betreffend die geringe Fahrgeschwindigkeit,die geringe Stabilität der Personen- und bedecktenGüterwagen, die Beschränkung in der Fahrzeugbreiteund die Construction der Locomotiven. Die Vorzügeder Bahn können solche Nachtheile nicht aufwiegen,und im ganzen genommen sei die Spur von 75 cmdoch zweckmäfsiger. Der Vorsitzende weist daraufhin, dafs in Preufsen die verschiedensten Spurweitenfür diese Bahnen jetzt zur Anwendung kämen, waseine spätere gemeinsame Inbetriebnahme der Bahnensehr erschweren müsse. Das Bedürfnifs, auchderartige Bahnen später in Zusammenhang zubringen, werde mit der Zeit in mehr oder mindergrofsem Umfange mit Sicherheit hervortreten. Hr.Geheimer Oberbaurath Stambke tritt dem Vorsitzendendarin bei, dafs später eine Zeit kommenwerde, wo man die Verschiedenartigkeit der Spursehr bedauern werde; auch sei er der Meinung, dieMilitärverwaltung dürfte, wenn sie abermals vor dieFrage der Spurweite gestellt werde, der 75-cm-Spurdoch wohl den Vorzug geben. Hr. Generalmajor vonRössing spricht sich dahin aus, dafs man sich demVortheil, den eine Bahnlinie mit 75 cm-Spur gewähre,nicht verschliefse, doch könne die Militärverwaltungnicht darauf bauen, dafs das Land mit dieser gröfserenSpur folge. Hr. Oberst T a u b e r t und Hr. Hauptmanna. D. Paulus glauben, man gehe zu weit, wenn maneine Uebereinstimmung der Spur auf dem ganzenVerkehrsgebiet fordere; man dürfte sie auf kleine insich zusammenhängende Bezirke beschränken können.Hr. Rhodius als Gast macht über eine vondem italienischen Ingenieur Angela Tessaro erfundenekartographische und tachographische Maschineunter Vorführung eines betriebsfähigen Musterapparateseingehende Mittlieilungen. Die kartographische Maschinedient zur Beschriftung von Karten und Plänenbeliebiger Art in jeder beliebigen Ausführung, unddie mit Umdruckfarben hergestelitcn Einzeichnungenkönnen direct auf Stein oder Zink druckferlig übertragenwerden. Gegenüber den bisherigen Verfahrenläfst sich die bisher auf derartige Arbeiten verwendeteZeit auf '/s einschränken.Referate und kleinere Mittlieilungen.Außenhandel der Vereinigten Staaten von Amerikaim Fiscaljalir 1. Juli 1S91 bis 30. Juni 1895.Nur sehr winzig ist der Nutzen, welchen der imAugust vorigen Jahres in Kraft getretene neue Zolltarifder Vereinigten Staaten von Amerika* für denExport Europas von Eiser. und Eisenwaaren gehabthat. So werthvoll auf den ersten Blick die Herabsetzungeneiniger Zölle schienen, so belanglos warensie in Wirklichkeit gegenüber dem starken Aufschwung,dessen die amerikanische Eisen- und Stahlindustriewährend der McKinley-Bill sich erfreute. Der Gesammteinfuhrwerthder weiter unten einzeln aufgeführtenWaarenposten, Eisenerze nicht mit eingerechnet,belief sich im Fiscaljahre;1894/95 auf 23 037 000 $1893/94 , 21 314 000 „1892/93 , 34 938 000 ,1891/92 , 28 928 000 ,1890/91 , 53 544 000 ,1889/90 , 41 680 000 ,* Vergl. Seite 745 ff. des Jahrgangs 1894 dieser Die Zunahme der Einfuhr ist also sehr unbedeutend,Zeitschrift,ungefähr 1720000 $, und von einer Rückkehr zu


15. October 1895. Referate und Heinere Mittheilungen. Stahl und Eisen. 973den Einfuhrzahlen der Jahre vor den Mc Kinley-Zöüenkann auch nicht im entferntesten die Rede sein.Innerhalb der engen Grenzen der Steigerung derEinfuhr gegen das Vorjahr haben am meisten Messerschmiedewaarenan Absatz gewonnen, deren Einfuhrauch noch über die des Jahres 1892/93 (1421000 $)hinausgeht. Auch in Ketten, für welche der Zollvon 45 % vom Werth auf 30 % ermäfsigt wurde,wird die Einfuhr aus 1892/93 (65 000 $) überholt,ebenso in Gewehren (1892/93 für 322 000 $). In allenanderen Posten bleibt die Einfuhr, auch wo sie dievon 1893/94 übertrifTt, hinter 1892/93 zurück, wie dieTabelle zeigt. Das gilt namentlioh von Roheisen undüberhaupt von allen schweren Eisen- und Stahlerzeugnissen.Besonderes Interesse erfordert die Einfuhrvon Weifsblech, die zwar ein wenig gestiegenist, aber doch bei weitem nicht in dem Umfange,wie man in Amerika befürchtete. Die Einfuhr vonZinn, welches im vorigen Jahre wieder auf die Freilistegesetzt wurde, ist infolgedessen wieder in dieHöhe gegangen. In Bandeisen für Baumwollballen,die zum erstenmal in der Statistik von den übrigenBandeisen getrennt aufgeführt sind, ist die Einfuhrnach der vorliegenden Statistik fast null gewesen,obwohl sie zollfrei ist.Weitere Einzelheiten weist folgende Tabelle nach(1000 tons = 1016 t; 1000 lbs. = 454 kg):Einfuhr1892/93 1893/94 1894/95W erth1000 |Menge W erth1000$MengeW erth1000$Eisenerz . . . 1000 tons 1 243 219 '389 263 380Roheisen. . . . „ „ 1 500 26 586 14 387Abfall-, Alteisen „ „ 277 3 46 3 38Stabeisen, gew. Izt oder ge-^ häm m ert , , 1000 lbs. 720 22 761 422 28 953 502Schieneneisen, Schienenstahl. . . . 1000tons 22 2 42 1 11Bandeisen, Reifen f. Ballen,Fässer . . .1 0 0 0 lbs. 97 1 792 32Reifen-, Bandeisen „ „ 77 2 226 64 387 11Stahlblücke, -Luppen, -Kolben,-Stangen . 1000 lbs. 1588 27 881 821 30 108 1099Eisen- oder Stahlplattenund Bleche, Taggers-Eisen od. Stahl 1000 lbs. I960 60 524 1 191 56 291 1 115W eifsbleche, Mattbleche,Taggers-Z inn. 1000 lbs. 17 566 454 161 11 970 508 4 !9 12144D rahtstangen und Stäbe,Eisen u .S ta h l, 1000 lbs. 1 706 56 228 994 50 514 934D ra h t, Drahtseile undStränge . . .1 0 0 0 lbs. 629 8 710 475 13 421 679Baumwollballenreif. „ „ — _ — 11 —Ambosse . . . . 110 736 48 1 083 75K etten . . . . „ ” 65 462 25 950 69M esserschmiedewaaren . . 1 421 — 806 — 1855Feilen aller Art, Raspeln . 76 — 37 — 66Gewehre, Kanonen u. s. w. . 322 123 — 458Nähnadeln für Handarbeit 369 — 278 — 291M a s c h in e n ......................... 3 369__ 1420 __ 1630Flintenläufe, geschmiedet,roh g e b o h r t.................... 118 53 48Andere Eisenwaaren . . . 2 947 — 1 494 — 1637Zusammen Eisen u. Eisenwaaren,aufser Erz . . 34 938 21 314 — 23037Zinn in B arren, Blöckenu. s. w. zollfrei 1000 lbs. 12 359_ 40 484 5 713Desgl. zollpflichtig „ — 16 785! 2 641 7 148 1074Bituminöse Kohle 1000 tons 3 614 1 148 3 704 1 255 3 839Die Ausfuhr amerikanischer Hüttenerzeugnisseund Eisenfabricate ist, wie nicht anders zu erwarten,auch in dem letzten Fiscaljahr gestiegen. Sie hat,einschliefslich landwirtschaftliches Geräth, an Werthbetragen:1894/95 . . 37 414 000 $1893/94 . . 34 248 000 ,1892/93 . . 34 763 000 ,fünfjährigerD urchschnitt1891/92 . . 32 596 000 ,1886/91 . . 24 963 000 »Für die einzelnen Posten werden in den letztenbeiden Jahren folgende Zahlen nachgewiesen:A u s f ü h rMenge1894 1895W erth1000 ¿MengeW erth1000$L an dw irtschaftliches G eräth:M ähmaschinen u. Theile davon 3 262 3 660Pflüge, Cultivatoren, Theile540 514— 1 226 — 1 239Zusammen . . ■ _ 5 028 - 5 413Roheisen . . . . . 1000 tons 27 370 23 277B and-und Reifeneisen 1000 lbs. 351 7 333 6Stangeneisen . . . 1000 * 6 6*2 134 7 801 143W agenräder . . . . 1000 Stck. 12 95 17 140Guiswaaren, sonst nicht genannt — 492 — 583Messerschmiedewaaren . . . . — 168 . — : 154Gewehre u. s. w............................... — 624 — 787Blöcke, Luppen- undKolbeneisen . . . 1000 lbs. 1 145 29 6 976 95Schlösser, H aken, Riegel undanderes B a u e is e n .................... 2 505 2 484Sägen und W erkzeug . . . . . — 1 919 — 1985Maschinen, nicht besond. genannt — 10 453 — 11 502Locom otiven.................... Stück 142 1028 252 2 380Feststehende Dampfmaschin. „ 365 313 273 220Dampfkessel undM aschinentheÜe — 710 — 376D rahtstifte . . . . 1000 lbs. 16 737 330 16 895 284Geschmiedete Nägel,Hufeisen . . . . 1000 „ 3234 181 4 367 210Bleche aus Eisen . . 1000 „ 5 061 112 2 122 53„ Stahl . .1000 „ 1306 40 2 091 66Druck erpressen und Theile davon — 273 — 160Eisenschienen . . . 1000 tons 1 27 2 43Stahlschienen . . . 1000 „ 16 448 10 267W a a g e n ........................................ — 315 — 293Nähmaschinen und Theile davon — 2 347 — 2 260Oefen und R o s t e ......................... — 236 248D r a h t .......................... 1000 lbs. 44 778 1 075 61094 1277Allo anderen Eisen- und Stahlwa a r e n ......................................... _ 4 988 — 5 707Zusammen, einschl. la n d w ir t­schaftliches Geräth . . . . _ 34248 _ 37 414"Wagen und Theile davon . . . _ 1 649 — 1514Eisenbahnwagen, Personen- undG ü t e r - ......................................... 1 701 _ 868W issenschaftliche Instrum ente,einschliefslich Telegraphen,Telephon und dergleichen 1 534 1913Anthracitkohle . . . 1000 tons 1437 0 657 1 397 5918Bituminöse Kohle . . 1000 „ 2178 5252 2 375 5180E i s e n e r z .............................. tons — — 1411 6Die Zunahme in der Ausfuhr landwirtschaftlichenGeräts verdient um so mehr Beachtung,als die Ausfuhr nach Südamerika stark zurückgegangenist, nach Argentinien von 1514 000 auf 1005 000 $;ebenso nach Britisch-Australien, von 358000 auf247 000 $. Um so mehr ist die nach Europa gelangteAusfuhr gestiegen, nach England von 597 000 auf751000 $, nach Frankreich von 287 000 auf 534 000$,nach Deutschland von 525 000 auf 553000 $ undnach dem übrigen Europa, also besonders Osteuropa,von 651000 auf 1234 000 $, so dafs Europa imganzen im letzten Fiscaljahr für 3 072 000 $ erhaltenhat gegen 2 060000 $ im Jahre vorher.Bezüglich der Bezugsländer von B au eisen.Sägen und Werkzeugen im Werthe von 4469000 $ist hervorzuheben, dafs Deutschlands Antheil 414000 $beträgt gegen 293 000 $ im Vorjahre, also beträchtlichgestiegen ist; und die Ausfuhr nach Europaüberhaupt ist von 1250000 auf 1490 000 $ gestiegen.Dagegen ist sie nach Britisch-Nordamerika von 643 000auf 504000 $, nach Cuba von 439 000 auf 258000 $zurückgegangen.Die Gruppe Maschinen verdankt ihre Steigerungvon 12 505000 auf 14478000 $ besonders Brasilien,welches gegenüber 681000 $ 1893/94 im letzten Jahre2 046 000 $, und Mexico, welches 1 597 000 bezw.1836 000$, und Afrika, welches 317 000 bezw.823 000 $ aufweist. Deutschland ist von 585000auf 489000 $ zurückgegangen.o


974 Stahl und Eisen, Referate und kleinere Mittheilungen. 15. October 1895.Bemerkenswerthe Verschiebungen in den Absatzgebietenzeigen auch Nähmaschinen. Es empfingen1893/94 nnd 1894/95 Deutschland für 256000und 472000 $, Brasilien für 102000 und 140000 §,also erheblich mehr, dagegen Cuba für 213 000 und16 000 $, Britisch-Australien für 311 000 und 225 000 §,Argentinien für 72000 nnd 54000 $.Die Ausfuhr von bituminöser Kohle hat d^rMenge nach zugenommen, während dor Werth zurückgegangenist; auch die Anthracitkohle zeijrt vermindertenDurchschnittswert. Nach Europa gelangtenvon beiden Kohlen zusammen 1893/94 127 000 tons,davon nacli Deutschland 32 645 tons; im letzten Fiscaljahrdagegen nur 12 500 tons im ganzen, und nur400 tons nach Deutschland. Fast allgemein habendafür die übrigen amerikanischen Länder mehr bezogen,namentlich Britisch-Nordamerika 3018000 gegen2805000 tons 1893-94, Cuba 415000 gegen 332000 tons,übriges Westindien 148 000 gegen 128 000 tons.Der zuletzt aufgeführte Posten, 1411 tons Eisenerz,ist aus bekannten Gründen besonders interessant.Es ist das im Juni nach Ruhrort exportirte Erz,worüber im Vierteljahrs-Marktbericht Seite 692 undunter „Wahrheit und Dichtung“ Seite 735 diesesJahrgangs schon berichtet wurde.M. Busemann.Südamerikanisches Manganerz.Wie das .Engineering and Mining Journal“ vom21. September rnittheilt, wird gegenwärtig südamprikaniscbesManganerz auf den nordamerikanischen Erzmarktgebracht und ist die erste Ladung von 2500 tbereits vor Nombre di Dios eingetroffen. Weitere Sendungensollen demnächst folgen. Bisher hatten dieVereinigten Staaten Manganerze aus dem Kaukasus,aus Spanien und von der Insel Cuba bezogen.Natürliches Gas.Wie amerikanische Blätter berichten, befindensich die wichtigsten Gasfelder im westlichen Theilvon Pennsylvanien, im westlichen Tlieil von New-York, im nordwestlichen Theil von Ohio und inCentral-Indiana. In grofsen Mengen wurde überdiesNaturgas in Arkansas, Californien, Jllinois, Jowa,Kansas, Kentucky, Louisiana, Missouri, Süd-Dakota,Tennessee, Utah, West-Vjjginien. Wisconsin nndWyoming gefunden, doch hat der Druck, unter welchemes ausströmt, überall nachgelassen, so dafs man gezwungenist, es durch künstlichen Druck an die Verbrauchsstellezu treiben.Auch der Verbrauch hat wesentlich abgenommen;so betrug der Werth des verbrauchten natürlichenGases im Jahre 1894 nur 14 000000 $, während erim Jahre 1888 noch 22 500 000 $ betrug.Untersuchung kam Lütgen indessen zu der Ueberzeugung-,dafs diese Splitter aus gebranntem Thon,also Chamotte, bestehen, den man zur Magerung dergrofsen Thonwerkstücke gebraucht hatte. Eine vonC. Cramer in Berlin ausgeführle chemische Analysebestätigte diese Ansicht in vollem Mafse. Im Hinblickauf die Art des Bruches schlofs Lütgen weiter, dafses sich wahrscheinlich um zerkleinerte Stücke vonSteinzeug, z. B. Wasserleitungsröhren, handelt. Trifftdiese Annahme aber nicht zu, so wäre die interessanteThatsache zu constatiren, dafs schon vor zweieinhalb tausend Jahren Thon gebrannt wordenist, eigens zu dem Zweck, denselben in zerkleinertemZustande als Zusatz zu frischem Thon zu verarbeiten.Es war also schon damals die später während vielerJahrhunderte vergessene Grundlage der Chamotteindustriebekannt.Hochofenanlage in Triest.Die Krainische Eisenindustrie-Gesellschaft beabsichtigt,in Triest eine Hochofenanlage zu errichten.Mafsgebend für die Wahl dieses Ortes war der Umstand,dafs durch ein Specialgesetz vom 10. August1895 es der Regierung zusteht, neuen industriellenUnternehmungen in Triest., welche die Anfertigungvon Artikeln bezwecken, die in Oesterreich entwedernoch gar nicht oder in einem den bestehenden w ir t­schaftlichen Verhältnissen nicht entsprechendem Umfangproducirt werden und deren Errichtung im volkswirtschaftlichen Interesse gelegen ist, die Befreiungvon der Erwerbs- und Einkommensteuer, sowie vonder Gebäudesteuer für die Dauer von 12 Jahren, fernerdie Befreiung von Stempeln und Gebühren für dieVertragsurkunden zu gewähren.Die Krainische Eisenindustrie-Gesellschaft, welcheum diese Begünstigung eingekommen ist, hat ihr Gesuchdamit begründet, dafs die gegenwärtige österreichischeRoheisenerzeugung den Bedürfnissen derinländischen Werke nicht genügt und alljährlich rund1 Million Metercentner Roheisen eingeführt werdenmüssen. Die Gesellschaft beabsichtigt, mit zwei neuenHochöfen jährlich 600000 Metercentner Roheisen zuerblasen und hierdurch wenigstens theilweise die Einfuhraus dem Auslande zu ersetzen. Ueberdies sei,wie sie hervorhebt, die Errichtung der geplantenHochöfen nicht nur für Triest von der gröfstenWichtigkeit, sie werde vielmehr auch derkärntnerischenund krainischen Eisenindustrie zum Vortheil gereichen.Demgegenüber haben sich die Handelskammernzu Leoben, Klagenfurt und Graz auf einen ganz anderenStandpunkt gestellt. In ihrer Eingabe an das Handelsministeriumwird betont, dafs die OesterreichischeAlpine Montangesellschaft sich durch diesen Wettbewerbveranlafst fühlen würde, auf ihren Werkenin Kärnten den Betrieb noch weiter einzuschränken,Ueber das Alter der Chamottfabrieatiou und das Feld ihrer Thätigkeit ganz nach Obersteiermarkzu verlegen; aber auch den steierischen Werksbesitzernkönne die Anlage in Triest nur nachtheilighat H, Lütgen-Eschweiler sehr bemerkenswerthe Mittbeilungenin der „Thonindustrie-Ztg.“ veröffentlicht.* sein und sie erblicken in dem neuen UnternehmenIm Berliner Museum befindet sich eine Sammlung eine schwere Gefahr für die gesammte österreichischeschöner architektonischer Terracotten aus Olympia, Volkswirtschaft.meist grofse, prächtig ornamentirte Gesimsstücke, Denselben Standpunkt hat auch der steiermärkischedie aus dem 6. Jahrhundert vor Chr. stammen. Auf Landesausschufs und der Verein der Montan-, EisenderBruchfläche zeigen sie das Aussehen eines gutund Maschinen-Industriellen in Oesterreich zu demgebrannten Ghamottesteines, bei dem der Chamolle seinigen gemacht. In den Eingaben an die Ministerien desziemlich reichlich angewandt worden ist: scharfkantige, Handels, der Finanzen und des Ackerbaues wird nachgewiesen,dafs die Anwendung des Steuerbefreiungs­sufsen schwarze, innen röthliche Splitter liegen gedrängtin dem mehr mürben, hellröthlichen B indeton.gesetzes auf das neue Unternehmen nicht berechtigt sei.Man hatte diese schwarzen Splitter bisher fürDemgegenüber ist naturgemäfs dieTriester Handelskammersowie der Triester Stadtrath entschieden fürnatürliche Steinchen. Unreinlichkeit und dergl. imThon angesehen. Nach einer genauen mikroskopischen die Errichtung der neuen Anlage eingetreten. Seitensder österreichischen Regierung liegt bisher noch keine* Entnommen aus einem freundlichst übersandten Entscheidung vor.Sonderabdruck.


15. October 1895. Referate und kleinere Mittheilungen. Stahl und Eisen. 975Canada.Dem Handelsbericht für das Jahr 1894 entnehmenwir das Folgende:„An deutschen emaillirten Blechwaaren wurdenim Fiscaljahr 1894 für 106 570 £ gegen 63 915 § imVorjahr eingeführt; doch dürfte die Einfuhr davonbald aufhören, da zu ihrer Herstellung im Dominiumbereits drei Fabriken (mit deutscher Maschineneinrichlung)im Bau begriffen sind. Der Werth fürMaschnieneinfuhr aus Deutschland hob sich von15 951 $ auf 26 686 $. Audi die Einfuhr von Eisenlötirenund Trägern kräftigte sich. Kleineisenwaaren,Stecknadeln, Feuerwaffen, Messing- und Bleiwaarenzeigen gleichfalls eine geringe Steigerung. Der Bezugvon Badreiten für LocomoLiven und Eisenbahnwagenging stark zurück, da die grofsen canadischen Eisenbahneninfolge des verminderten Verkehrs ihren Betriebeinschränken. Die Werkzeugeinfuhr wird durchdie guten und praktischen, in Uanada selbst hergestelltenWaaren gehemmt, ln Telegraphendraht latstdie canadische Industrie fremdes Fabricat nicht mehrins Land kommen. Auch ausländischer Stacheldrahtist, trotz der im Vorjahr eingetretenen Zollerrnäfsigung,bei dem niedrigen Verkaufspreis des canadischenErzeugnisses nicht weltbewerbsfähig.*(„Deutsches Handelsarcliiv“ 1895, Seilo 451).Tunis.Da vom 28. September nächsten Jahres an derVertrag zwischen Tunis und Italien vom Jahre 1868auf weitere 28 Jahre laufen würde, falls ein Jahrvorher keine Kündigung erfolgt, haben die thatsächhchenHerren von Tunis, die Franzosen, wienicht anders erwartet werden konnte, dieser Tagedurch den Bey von Tunis den Vertrag gekündigt;hauptsächlich offenbar in der Absicht, so mehr freieHand zu bekommen, den der Zahl nach weit überlegenenItalienern in Tunis den Erwerb und damitden Aufenthalt zu erschweren. Da aufserdetn Tunisauch die mit anderen Ländern bestehenden Verträgegekündigt hat, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dafsder bisher allgemein erhobene Zoll von 8% vomWerth im nächsten Jahre höheren Specialzöllenwird weichen müssen.Somit wird Tunis in nächster Zeit in handelspolitischerHinsicht öfter genannt werden, und einigeZahlen über die Bedeutung des Landes als Absatzgebietdürlten am Platze sein.Im Jahre 1894 hat die Gesammteinfuhr einenWerth von 41923 00U Frcs. gehabt, 3,5 Alill. Frcs.mehr als lö9ä, wo allerdings infolge der schlechtenErnte das Geschält stockte. Welchen Antheil Deutschlandan der Einfuhr hat, ist aus der Statistik nichtzu ersehen, doch beträgt er nach sachkundigerSchätzung sicher nicht über 2 Mill. Frcs. Das istwenig. Die Gesammteinfuhr von Eisen und Eisenwaarenbewerthete sich aut 839 000 Frcs. Wie derdeutsche Gonsul dazu miltheilL, wird Baueisen gröfstentheilsaus Belgien bezogen. In billigen Artikelnder Schlosserei und Eisenkurzwaarenbranche liefertDeutschland fast den ganzen Bedarf, der sich etwaauf 60000 Frcs. belaufen dürfte, ln „Metallwaaren*wird aufsei dem eine Einfuhr von 1 9y6 000 Frcs. nachgewiesen,worunter auch Gegenstände aus Edelmetalleneingerechnet sind. Deutschlands Antheil daran istnicht nachzuweisen. Der Werth der eingeführlenMaschinen belief sich auf 788 UOU Frcs. Da es anIndustrieen, welche Maschinen nöthig hätten, in Tunisfehlt, kommen nur landwirtschaftliche Maschinen inBetracht, welche zollfrei eingeführt werden können.Eineu Anhalt für den Antheil Deutschlands daranbietet nur die Mittheilung des Consuls, dafs „deutscheHäuser daran mit einigen Tausend Frcs. betheiligt sind,und dafs das Gleiche für Werkzeugmaschinen gilt*.Von der Ausfuhr kommt hier nur Zink in Betracht,das 1894 im Werthe von 1 130 000 Frcs ausgeführtwurde.M. Bu.Handel in Padang (Sumatra).Während Padang noch vor wenigen Jahren sozusagenvon der Aufsenwelt abgeschlossen war, ist inden letzten Jahren in dieser Hinsicht entschieden eineWendung zum Besseren eingetreten. Ein regererDampl'scniffsverkehr brachte Fadang in engere Verbindungmit Europa und den grofsen hinterindischenHandelsplätzen, wie Batavia und Singapore, und dieseit dem Jahre 1892 vollendete Eisenbahn von Padangnach den Ombitien-Kohlendistricten im Innern desLandes, unweit der Grenze des unabhängigen Gebiets,erleichterte und förderte den Verkehr landeinwärts.Nothwendigerweise mufsten diese Umstände auf dasLeben und Treiben und auf den Handel einen kräftigenEinllufs ausüben.Padang ist hauptsächlich ein Einfuhrmarkt undversieht die Westküste und das Innere Sumatras mitden Erzeugnissen der europäischen Industrie.Die Einfuhr im Jahre 1894 belief sich auf11754 000 J t, ausschliefslich Petroleum, wovon ausAmerika 87 570 Kisten bezogen wurden.Aus Deutschland wurden unter anderen Artikelnim Jahre 1894 eingeführt:HarktwerihjxM esser............................................................. 20 000Drahtnägel . ................................................. 20 000F e d e rsta h l..................................................... 17 000Schlösser......................................................... 8 500Eiserne Werkzeuge und andere Eisenwaaren 30 000Maschinen aufser Nähmaschinen . . . . 3 000N ähm aschinen............................................. 42 000Nähnadeln ..................................................... 1 7U0Blechdosen............................................. . . 10 000Deutschlands Ausfuhr nach Padang bricht sichmehr und mehr Bann, ein Beweis für die Concurrenzfähigkeitdeutscher Fabricate. Namentlich die Erzeugnisseder deutschen Eisenindustrie haben siegreichden Wettstreit mit britischen Fabricaten ausgehultenund beherrschen den Fadanger Markt.Ttieilweise haben sich deutsche Fabricanten undFirmen direct mit Padanger Importeuren in Verbindunggesetzt, gröfstentheils aber geschieht der Ankauf derdeutschen, für Padang bestimmten Waaren durch dieZweigniederlassungen oder Vertreter der PadangerHandelshäuser in Amsterdam und Botterdam. DeutscheExporteure thun daher gut, sich auf genannten Plätzennach tüchtigen Agenten umzuseheu und diese mitguLen Mustercollectionen auszurüsten. —Sämmtliche Locomotiven (46) für die Sumatra-Staatseisenbahn stammen aus Deutschland, auch dieSchienen, eisernen Querschwellen, Achsen, Bäder undviele andere Eisen- und Brückentheile sind deutschesFabricat. Neue Lieferungen stehen in Aussicht, sobalddie projectirte Verlängerung der Bahnstrecke Fort deKock-Payacombo durch die Niederländische Regierunggenehmigt wird. Im Jahre lö94 wurden aus Deutschland4 Zahuradmaschinen geliefert und wurden t> gewöhnlicheLocomotiven bestellt. Gröfsere Bestellungenerfolgen stets durch das technische Bureau im Colonialministeriumim Haag. Von hier aus werden in bestimmtenFällen die besten Bezugsquellen angegeben, doch liegtdie endgültige Bestimmung bei genanntem Ministerium.Die im Jahre 189ü vollendete Sumatra - Staatseisenbahnist hauptsächlich zum Transport der Kohleaus dem reichen Kohlendistriet am Ombilienflusse imInnern des Landes erbaut worden. Aus der Ebenevon Padang steigt die Bahn mit einer Zabnradanlage


976 Stahl und Eisen. Bücherschau. 15. Oclober 1895.900 m nach Patteng Pandjang empor, um sich dortin der Nähe in drei Aeale zu verzweigen, nach Ombilien(Sawah Loento), nach Solok und nach Fort deKock. Eine Verlängerung des Zweiges Foit de Kocknach Payacombo ist projectirt, mufs jedoch erst vonder Niederländischen Regierung genehmigt werden.Im Jahre 1894 wurde durch diese Bahn einGewinn von rund 300000 Gulden (500000 JC) erzielt.Das Resultat in den Kohlenminen ist befriedigend. ImJahre 1893 wurden 75 000 engl. Tonnen, im Jahre 1894monatlich 8000 engl. Tonnen nach Padang abgeführt.Im nächsten Jahre wird eine Zunahme der Kohlenausbeuteerwartet auf etwa 12000 engl. Tonnen monatlich.Die Kohle wird nach dem Hafen von Padangabgeführt und kann das dort befindliche Magazin6000 engl. Tonnen aufnehmen. Die Kohle wird zumeistverbraucht bei den Staatseisenbahnen auf Sumatraund Java, durch die Schiffe der Niederländisch-IndischenMarine und der „Paketvaart“. Fremde Schiffekönnen einige Hundert Tonnen Kohle einnehraenohne vorherige Anfrage, doch ist eine Anfrage im vorhineinimmerhin zweckmäfsig und unbedingt nöthig,wenn es sich um eine gröfsere Menge handelt.Die Qualität der Kohle wird günstig beurtheilt,und giebt sie bei richtiger Behandlung sehr guteResultate. Der Preis ist ungefähr 12 Gulden f. d. Tonne.Die Postdampfschiffe der Niederländischen Dampfschiffahrts- Gesellschaft „Nederland“, die von derNiederländischen Regierung subventionirt wird, laufenPadang alle 14 Tage an und bringen die Passagiere,Post und Frachten aus Euiopa mit. Die Linie berührtAmsterdam, Genua, Port - Said , Padang, Batavia,Satnarang, und Soerabaya auf der Aus- und Rückreise.Auf letzterer nehmen diese Dampfschiffe von PadangPassagiere, Post und Ladung mit.Die Verbindung Padaogs mit den KüstenplätzenSumatras und. Atjeh, ferner mit Batavia, Penang,Singapore und den Inseln des Niederländisch-IndischenArchipels besorgt die „Koninklyke Paketvaart Maatschappy“.Wiederholt haben Dampfschiffe des „NorddeutschenLloyd“ für Padang bestimmte Güter nachSingapore gebracht, von wo sie dann durch die„Paketvaart* nach Padang verladen wurden. Da jedochdie Dampfer der letzteren Gesellschaft zwischenSingapore und Padang viele Zwischenhäfen besuchenund daher für die Fahrt von Singapore nach Padang11 Tage nöthig haben, so nehmen die Sendungen ausEuropa zu viel Zeit in Anspruch und gehören daherzu den Ausnahmefällen.(„Deutsches Handels-Archiv“ 1895, S. 390.)Nähmaschinen in Dänemark.Ein gutes Zeugnis stellt der amerikanische Gonsulin Kopenhagen den deutschen Nähmaschinen aus,indem er sagt, dafs ein Vergleich der zumeist ausGlasgow bezogenen „Singer'‘-Maschinen mit demdeutschen Erzeugnis in Bezug auf die Preiswürdigkeitzu gunsten des letzteren ausfällt. Daher erfreuensich die deutschen Nähmaschinen in Dänemarkdes stärksten Absatzes. Sie haben in der Regelniedrigere Preise als andere, und wenn es auch wahrist, dafs unter ihnen manche sehr billige Waare sichbefindet, so giebt es doch auch viele Maschinen dieserHerkunft, die bei ganz entsprechender Qualität billiggenug sind, um gegen jede Goncurrenz standzuhalten.Von amerikanischem Fabricate sind in Dänemarkblofs „Singer' und „New Home“ bekannt und ein-gefühit. Erstere kommen meist aus Glasgow, wo dieFirma eine Fabrik hat. Die New Home-Gesellschaftist erst jüngst mit ihren Maschinen in Dänemark aufgetreten.Aus England werden aufser den dortlands erzeugtenund bereits envähnten „Singer“ keine anderenMaschinen auf den Markt gebracht. Der Grund dafürliegt einmal in dem Umstande, dafs die englischenMaschinen anders gebaut sind als die in Dänemarkbeliebten, hauptsächlich aber darin, dafs die aus Englandstammende Waare theurer ist.Die aus Schweden eingeführten Maschinen habenkeinen guten Namen und finden nur sehr schwachenAbsatz. Dänemark selbst fabricirt nur wenig und zutheuer. Die Einfuhr wird auf ungefähr 7000 Stückgeschätzt. Der Zoll wird nach deu verschiedenenTheilen der Maschine folgendermafsen berechnet:die eigentliche Maschine zahlt einen Zoll von 6 Oere(100 Oere gleich 1,13 Jt) für 0,5 kg; das eiserneGestell zahlt 2 Oere für 0,5 kg und die Holztheileungefähr 14 Oere für 0,5 kg. Wegen des hohen Zollesauf die Holztheile lassen einige Händler diese Theilein Dänemark machen. Infolge der billigen Preise fürNähmaschinen nimmt der Absatz staik zu. EinigeHändler bieten Maschinen mit Tritt zu 55 bis 80 Kronenaus, während Handmaschinen zu 25 Kronen angekündigterscheinen. Die Agenten der Singer-Nähmaschinen-Gesellschafthaben folgende Preisliste:Familienmaschinen mit Tritt 85 Kronen, Nähmaschinenmit Tritt für Schneider 125 Kronen, desgleichen fürSchuhmacher 160 Kronen, Handmaschinen 60 Kronen.Der jährliche Absatz dieser Singer wird auf 2000 Stückangegeben.M. Bu.B ü c h e r s c h a u .Encyklopädie des gesammten Eisenbahnwesens inalphabetischer Anordnung. Herausgegeben vonD r. Victor Roll, Generaldirectionsrath derösterr. Staatsbahnen, unter redactioneller Mitwirkungder Oberingenieure F. Kienespergerund Ch. Lang, in Verbindung mit zahlreichenFachgenossen. Siebenter (Schlufs-)B an d.Stellwerke bis Zwischenstation. Mit General*registcr und vollständigem Mitarbeiter-Verzeichnifs.Mit200 Originalholzschnitten, 29 Tafelnund 1 Eisenbahnkarte. Wien 1895, Druck undVerlag von Carl Gerolds Sohn. P re is: geh. 10 M .Die hochbedeutsame Encyklopädie des gesammtenEisenbahnwesens, einschliefslich der damit in Verbindungstehenden Zweige der technischen Wissenschaftenliegt mit dem 7. Band nunmehr abgeschlossenvor. Fast siebenjähriges angestrengtes Zusammenwirkenzahlreicher Fachgenossen ist nöthig gewesen,um ein solch umfassendes, gänzlich auf der Höhe derZeit stehendes Sammelwerk zu schaffen. Fürwahreine kurze Frist, wenn man die Gediegenheit undReichhaltigkeit des Inhalts bedenkt, der fast 3700 Seitenfalst! Dem Herausgeber und seinen Mitarbeitern gebührtdafür die höchste Anerkennung, und die deutscheTechnik darf stolz sein auf ein Werk, wie es gleichoder ähnlich keiu anderes Land. aufzuweisen hat.Ich habe das Werk oft um Rath gefragt und binseilen enttäuscht worden. Nur in einem Punktefand ich nicht ganz, was ich suchte, nämlich unterden Lebensbeschreibungen der um die Technik hochverdientenMänner. Hier findet sich manche Lücke,wie wäre es sonst möglich, dafs man Namen wieHenz und Schwedler vergeblich sucht, Männer,


15. October 1895. Bücherschau. Stahl und Eisen. 977deren hohe Verdienste um das Eisenbahnwesen undder damit nahe verwandten Gebiete weltbekannt sind?In diesem Punkte könnte das im Schlulswort in Aussichtgestellte Ergänzungsheft wohl noch ausgleichenund nachholen. Indem ich hinsichtlichmancher Einzelheiten, die Für die Leser von „Stahlund Eisen“ besonders bemerkenswerth sind, auf meinefrüheren Besprechungen* Bezug nehme, hebe ich ausdem Schlufsbande noch folgende gröfsere Arbeitengebührend hervor: Steuerungen (Biehn); Tunnelbau(Bräuler); Werkstätten (Spitzner); Werkstätlendienst(Schrey); Zahnradbahnen (Abt);Zugförderungsdienst (Kosner). Schliefslich empfehlenwir wiederholt allen Freunden des Eisenbahnwesensdie Anschaffung des einzig dastehenden Sammelwerkes.• Mehrtens.The Mineral Indiistry, its Statistics, Technologyand Trade, From the earliest Times to the Closeo f 1894. The Scientific Publishing Co., 253Broadway New York. Vol. 111. Preis 5Der dritte, 770 Seiten starke Band des andieser Stelle rühmlichst hervorgehobenen Unternehmensist allen denen, welche die Vorzüge derersten zwei Bände haben schätzen gelernt, eine hochwillkommeneErscheinung. Das Werk enthält eineSammlung der Statistiken aller Länder über Erzeugung,Verbrauch sowie Ein- und Ausfuhr allerMinerale und Metalle: gleichzeitig werden dabei dietechnischen Fortschritte und die wirtschaftlichenVerhältnisse kritischer Erörterung unterzogen. ZurBearbeitung dieses grofsen Feldes stellt der Leitung,an deren Spitze der bekannte Herausgeber des „Engineeringand Mining Journal“, P. Bothwell, steht,ein zahlreicher Stab von Mitarbeitern zur Verfügung,darunter viele erste Autoritäten ihres Fachs. EinenBegriff von der ungeheuren Arbeitsmenge, welche beiHerstellung des Werks zu bewältigen war, giebt dasSachregister, das der diesmaligen Ausgabe beigefügtist und das 12000 Nummern umfafst.Der Inhalt läfst sich aus den Kapitelüberschriftenkurz wie folgt andeuten: Schleifmittel (Carborund,Schmirgel u. s. w.), Aluminium, Alaun, Antimon,Asbest, Asphalt, Baryt, Bauxit, Borax, Brom, Cement,die chemische Industrie (Alkalien, Schwefelsäureu. s. w.), Chrom, Thon, Kohle, Kupfer, Kryolith,Düngemittel und Phosphate, Gold und Silber, Graphit,Gips, Eisen und Stahl, Blei, Magnesit, Mangan,Glimmerschiefer, Mineralfarben, Monazit, Nickel, Petroleum,Pyrite, Edelsteine, Quecksilber,seltene Metalle,Salz, Schiefcr, Bausteine, Schwefel, Zinn, Zink; dannfolgen die Uebersichtsstatistiken für die verschiedenenLänder und endlich noch zwei Uebersichts-Abhandlungenüber die elektrische Kraftübertragung imBergbau, die Fortschritte in der Erzaufbereitung,Elektroplattiren, Metalloxyde, Berggesetz.Es erscheint verständlich, wenn in dem in seinerArt einzig dastehenden Unternehmen die Verhältnissein den an Erzschätzen aller Alt sehrreichen Ver. Staatenin den Vordergrund treten und am ausführlichstenbehandelt sind. Der Eisen und Stahl betreffende Theilist von Frederick Hobart verfafst; wir findendarin neben den Statistiken und Uebersichten überdie bekannlermafsen sehr bewegte Marktlage des vergangenenJahres diesmal sehr willkommene Berichteüber die Erzlager des Oberen Sees, deren Offenlegungin neuerer Zeit grofse Fortschritte gemacht hat.____E. Schrödter.* .Stahl und Eisen“ 1894, Nr. 9, S. 420.Statistik der im Betriebe befindlichen EisenbahnenDeutschlands nach den Angaben der Eisenbahnverwaltungen.Bearbeitet im Reichs-Eisenbalm-Ami. Band XIV. Betriebsjahr 1893/94.Berlin 1894. Gedruckt und in Vertrieb beiE. S. Mittler & Sohn, Königl. Hofbuchhandlungund Hofbuchdruckerei, Iiochstrafse 68 bis 70.Preis 16 J é .Der vorliegende 14. Jahrgang der Statistik überdie Eisenbahnen Deutschlands bringt in tabellarischerForm die Ergebnisse des Betriebsjahres 1893/94, durchwegin gleicher Anordnung, wie in den Vorjahren.Die erste Abtheilung, welche sich mitdenvollspurigenEisenbahnen beschäftigt, enthält ein Verzeichnifs dervollspurigen Eisenbahnen, eine Zusammenstellung dervollspurigen Nebenbahnen, Mittheilungen über dieLängen Verhältnisse, Vertheiiung der Eisenbahnen nachStaaten und Verwaltungsbezirken, Unterbau, Oberbau,Neigungs- und Krümmungsverhältnisse, Stationen undsonstige bauliche Anlagen, Telegrapheneinrichtungen,Unterhaltung und Erneuerung des Oberbaues, Kostendes Materials und des Arbeitslohns für Unterhaltungund Erneuerung der Bahnanlagen.Im Abschnitt IV derselben Hauplabtheilung findenwir dann eine allgemeine Uebersicht über den Bestandund die Beschaffungskosten der Betriebsmittel, Bestandder Locomotiven, Constructionsverhältnisse der Locomotiven,Bestand der Personenwagen, Bestand derGepäck- und Güterwagen, Leistungen der Locomotiven,Leistungen der Personen-, Gepäck- und Güterwagen,Kosten der für die Leistungen der Betriebsmittelverwendeten Materialien, Kosten der Unterhaltung undErneuerung der Betriebsmittel auf Grund der Ergebnissedes Werkstättenbetriebes, Kosten der Zugkraft.Im Abschnitt V werden der Personen- und Güterverkehrund in den drei noch folgenden Abschnittendie Finanzen, Beamten und Arbeiter, sowie die Unfällebehandelt.Die zweite Abtheilung bringt ein Verzeichnifsder schmalspurigen Eisenbahnen nebst Angaben überihre Betriebs- und Verkehrsverhältnisse.Die dritte Abtheilung endlich giebt eine Uebersichtüber die Gesammtergebnisse der Betriebsjahre1892/93 und 1893/94, sowie eine Uebersicht der Radreifen*,Achs- und Schienenbrüche. Beigegeben istdem umfangreichen Werk eine Uebersichtskarte derEisenbahnen Deutschlands unter Zugrundelegung derEigenthumslängen nach dem Stande am Ende 1893 94.Uebersichtliche Zusammenstellung der nichtigstenAngaben der deutschen Eisenbahn-Statistik nebsterläuternden Bemerkungen und graphischen Darstellungen.Bearbeitet im Reichs-Eisenbahnamt.Band XIII, Betriebsjahr 1893/94. Berlin 1895.Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn,Kgl. Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei,Kochstrafse 68 bis 70. Preis 3 J6.Es ist dieser 94 Seilen starke Propatriaband imwesentlichen ein Auszug aus dem vorstehend beschriebenengröfseren Werk, welcher mit einleitendenBemerkungen versehen ist. In diesem Band ist zumTheil ein Vergleich der Ergebnisse in früheren Jahrgängenangestellt und daran Betrachtungen über dieEntwicklung der deutschen Eisenbahnen geknüpft.Auch diesem Werk ist eine Eisenbahnkarte beigegeben,jedoch unter Zugrundelegung der Betriebslängen. Derbillige Preis von 3 wird dieser übersichtlichenDarstellung manchen Freund zuführen.X X .1 5 6


978 Stahl und Eisen. Bücherschau 15. October 1895.Hand- und Lehrbuch der Staalsicissenscliaften.II. Abtheil. Finanzwissenschaft. Leipzig 1894,G. L. Hirschfeld.1. D r. W illi. Vocke, Kais. Geh. Oberrechnungsratha. D., Die Grundzüge der Finanzwissenschaft.11 -jH.2. D r. Albert Schäffle, K. K. Minister a.D .,Die Steuern. Allgemeiner Theil. 13 -Ji.Das Hand- und Lehrbuch der Staatswissenschaftenbat durch die beiden vorstehenden Bände ohne Zweifeleine sehr werthvolle Bereicherung erfahren. In demersteren giebt Dr. Vocke eine sehr übersichtliche Einführungin die Finanzwissenschaft, indem er zunächstdas Verhältnifs von Staatswissenschaft und Finanzwissenschäfterörtert, um sodann die Gewinnung desordentlichen Staatsbedarfs (die Einnahmen), sodanndie Gewinnung des außerordentlichen Staatsbedarfs(die Staatsschulden) und endlich den Staatsbedarf undseine Verwendung (die Ausgaben) zu besprechen. Sosehr wir aber die Uebersicbtlichkeit der Darstellunganerkennen, ebensoweit sind wir in den Einzelheitenvon der Ueberei»Stimmung mit dem Verfasser entfernt,dessen Ausführungen uns sehr häufig an dasWort des Fürsten Bismarck erinnert haben: „In derPolitik, in der Nationalökonomie, in der Statistik istdie Wissenschaft mitunter auf einem sehr hohen !Pferde, aber sie sieht den Boden nicht, auf dem siereitet, und erkennt ihn nicht.' Dies trifft namentlichhinsichtlich dessen zu, was der Verfasser über dieeinzelnen Steuerarten, speciell über die indirectenSteuern, äufsert, welch letztere er in der Form derVerbrauchsauflage zwar für „eine thatsächliche, zurZeit unentbehrliche quantitativeErgänzung“ hält, gegendie er aber sich um deswillen wendet, „weil sie inverkehrter Progression die Minderbemittelten um sostärker trifft, je weniger leistungsfähig sie sind. Derkleine Handwerker, Krämer und der Handarbeiter(öffentliche Diener niedrigsten Banges eingeschlossen),soweit er leistungsfähig ist, mufs an Verbrauchsauflageviel mehr zahlen, als ihn treffen würde, wennder ganze Staatsbedarf durch directe Steuern aufgebrachtwürde.“ Das mag theoretisch scheinbarrichtig sein, aber in der Wirklichkeit stellt sich denndoch die Sache ganz und gar anders. Ob das, waseine Nation zur Betätigung ihres politischen Lebensgebraucht, in der Form von directen oder indirectenSteuern aufkomml, ist vollkommen gleichgültig; esfragt sich blofs, wie es am bequemsten zu tragen ist.Und am bequemsten ist es in den indirecten Ausgabenzu tragen, von denen infolge der Abwälzungsmöglichkeitgerade der am wenigsten Leistungsfähige amwenigsten fühlbar getroffen wird. Denn darauf hatschon Fürst Bismarck mit vollem Recht hingewiesen,dafs der Arbeiter das, was er zu seinem Lebensbedarfgebraucht und nothwendig hat, auch auf den Arbeitgeberabwälzt, da es ganz unmöglich ist, dafs auf dieDauer ein Betrieb fortbestehl, dessen Arbeiter nichtdas bekommen, was sie zu ihrer üblichen und gebräuchlichenExistenz brauchen. Und so bezahlenwir in den Stiefeln, in den Kleidern u. s. w.. die wirkaufen, indirect das Mafs von Verbrauchsauflage mit,das auf Lebensmittel u. s. w. in der Form indirecterSteuern gelegt ist. Und wie ist denn in anderenStaaten? Wenn man sieht, dafs die Getränkesteuer inFrankreich gegen 450 Millionen Frcs. einbringt, dafsder Tabak ungefähr ebensoviel trägt, die Stempelgebühren— man denke an die einträgliche Affichensteuer!— mehr, dann kann man wohl eine gewisse Betrübnifsempfinden und sich fragen, ob wir dennweniger klug sind und das Geschäft weniger verstehen,als Frankreich. In Bezug hierauf hat derselbe FürstBismarck mit Recht gemeint: „Wir haben in den jdeutschen Staaten und namentlich in Preufsen ein zu igrofses Mafs von directen und ein zu geringes Mafs vonindirecten Steuern. Andere Länder — ich will bei denFranzosen nur bis zu Colbert und bei den Engländernvielleicht 50 Jahre zurückgreifen — waren uns in derFinanzverwaltung immer voraus und sind uns nochheute darin überlegen, dafs sie nicht durch die Blässedes theoretischen Gedankens angekränkelt werden,sondern praktisch ergreifen, was dem praktischenLeben nützlich ist.“Im Gegensatz zu Dr. Vocke kommt denn auchDr. Schäffle in dem oben angezeigten Buche bezüglichder Steuern zu ganz anderen Ergebnissen, indemer „die indirecten Steuern nicht blofs für sogenannteErgänzungssteuern, sondern in qualitativer Hinsichtfür ebenso sachlich berechtigte Hauplsteuern hält, wiees in quantitativer Hinsicht die directen Steuern sind.Es kommt eben darauf an, beide in der Bichtung vollständigerErreichung der Steuerkräfte im Verhältnifs derLeistungsfähigkeit zu verknüpfen. Nur durch die Regulirungbeider zusammen in dieser Richtungkönnen die Mängel und Lücken der directenBesteuerungdurch die indirecten Steuern, die Mängel und Lücken derindirecten Besteuerung durch die directen Steuerncorrigirt werden. Jede der beiden Steuerhauptgattungenist darauf anzulegen, solche Steuerkraft zu fassen,welche je für die andere Gattung unerreichbar isLoder entschlüpft, also die Lücken, welche die andereläfst, zu füllen, so dafs sie sich wechselseitig zur Vollständigkeitder Besteuerung ergänzen.“ Diese Auffassungwird, so hofft Dr. Schäffle, „auf die Dauerallen mifsverständlichen Deutungen derjenigen, welcheden Wald vor Bäumen nicht sehen und das Einheitlicheder Steuersystematik zerfasern, Trotz bieten undgestatten, die dialektisch auseinandergerissenen Glieder(disjecta membra) des Steuersystems wieder zusammenzufassen“.Dr. Schäffle wird dies in dem noch zuerwartenden II. Bande „Die Steuern, besonderer Theil“im einzelnen darzulegen haben. Dann werden wirauf das bedeutsame Werk zurückkommen.Dr. W. Beumer.Oesterreichisches Montan-FIandbuch fü r das Jahr1895. Herausgegeben vom k. k. Ackerbauministerium.Wien 1895, Manzsche k. u. k.Hof-Verlags- und Univ.- Buchhandlung, 1. Kohlmarkt20.Dieses seit 1875 in fünfjährigen Zwischenräumenerscheinende Buch enthält ein Verzeichnifs allerösterreichischen „Montanwerke“, d. h. der Berg- undHüttenwerke, aufserdem der Bergbehörden, Lehranstalten,Vereine u. s. w. Die einzelnen Betriebesind nach Bezirken geordnet, überall sind die Eigentüm e r und die leitenden Personen angegeben; auchbei den Lehranstalten und Vereinen sind alle Personalienmitgetheilt. Bei den Hüttenwerken findenwir noch eine dankensw erte Angabe über dievorhandenen Einrichtungen, als Oefen, Walzwerke,Hämmer u. s. w. bis in die Einzelheiten.Das Buch dürfte sich für Jeden, welcher mitdem Bergbau und den Hüttenwerken Oesterreichs zuthun hat, als unentbehrlich erweisen.Brockhaus’ Conversationslexikon. 14. Auflage,Band XV. Social bis Türkei. Preis 10 d t.Es ist dies der vorletzte Band; nach Angabe derVerlagshandlung soll noch vor Weihnachten der XVI.,der letzte Band erscheinen. Das Lob, das an dieserStelle der Riesenarbeit schon häufiger gezollt wordenist, gilt auch für den neuen Band.Vermissen werden mit uns unsere Freunde, welcheMittheilungen über das Leben und Wirken des Altmeistersder Eisenhüttenkunde, Peter von Tunner,nachschlagen wollen, dafs hierüber nichts zu finden ist.


15. October 1895. Vierteljahrs-Marktberichte. Stahl und Eisen. 979V ierteljahrs-M arktb erich te.(Juli, August, September 1895.)I. Rheinland-Westfalen.Düsseldorf, 10. October 1895.Die in der allgemeinen Lage eingetreteneBesserung, die wir in unserem vorigen Vierteljahrs-Marktbericht feststellen konnten, nahm in den MonatenJuli bis September stetig zu, so dafs es den Werkenkaum möglich war, der Nachfrage zu genügen. Aberseit Jahren war die Physiognomie des Marktes zuAnfang und zu Ende einer Berichtsperiode nicht sogrundverschieden, wie im verflossenen Vierteljahr.Als wir nämlich im Juli eine bessere Stimmung feststellten,mufsten wir zugleich darauf aufmerksamm achen, dafs eine Preissteigerung im allgemeinennicht eingetreten sei. Es herrschte eben damalstrotz der etwas besser gewordenen Beschäftigungdie Befürchtung, dafs die niedrigen Preise noch längeranhalten würden. Aher diese Befürchtung ist nicht zurThatsache geworden, vielmehr tratschon gegen Mitte desVierteljahres und namentlich gegen Ende desselbenein allgemeines Steigen der Preise ein und zwar sowohlfür Fertigfabricate wie auch für Halberzeugnisse,wobei freilich nicht übersehen werden darf, dafs einsofortiger Nutzen aus diesem Steigen den wenigstenProducenten erwachsen ist, da bei Eintritt der Besserunggrofse Abschlüsse zu den niedrigeren Preisen bereitsbestanden. Dem Zuge der Zeit folgend, haben in verschiedenenZweigen des Eisengewerbes die Betheiligtensich zu gemeinsamer Preisslellung zusammengefunden;wie weit diese zeitweiligen Zusammenkünfte zu gefestigtenVerbänden führen, bleibt abzuwarten.Die Lage des Kohlenmarktes zeigte in denMonaten Juli und August gegen das vorangegangenezweite Vierteljahr wenig Veränderung. Wenn auchdie für die Industrie bestimmten Kohlensorten imganzen gut gefragt waren und der Absatz in denselbeneher eine Zunahme als eine Abnahme zeigte,so war dagegen der Versand in Hausbrandkohlenentsprechend der Jahreszeit noch immer schleppendund unbefriedigend, so dafs die vom Syndicat beschlosseneEinschränkung sich als nothwendig erwiesund durchgeführt werden mufste. Infolge dieser Einschränkungwurden bei der stets fortschreitendenLeistungsfähigkeit in der Förderung auf den meistenZechen häufiger Feierschichten erforderlich. Die Lagebesserte sich im Laufe des Monats September, derAbsatz wurde lehhafter und wäre sehr wahrscheinlicheine volle Beschäftigung ohne Feierschichten möglichgeworden, wenn nicht ein ungewöhnlich starkerWagenmangel eingetreten wäre, welcher zeitweise soeinschneidend wurde, dafs einzelne Zechen gänzlichohne Wagenzufuhr blieben und trotz genügenderAufträge gezwungen waren, die Förderung einzuslellenund ihre Arbeiter feiern zu lassen. Auch den Hüttenwerkenwar dieser W'agenmangel schädlich, da dieselbenstellenweise bezüglich der Kohlen von derHand in den Mund zu leben gezwungen waren. Sindauch inzwischen seitens der Kgl. Staatseisenbahnverwaltungdurch zeitweilige Aufhebung der Sonntagsruheu. s. w. Mittel ergriffen worden, um demschlimmsten Wagenmangel abzuhelfen, so haben dieselbendennoch nicht vermocht, gänzliche Abhülfezu schaffen. Es rächt sich jetzt, dafs die Neubeschaffungendem Bedarf nicht vorangeeilt sind,sondern ihm erst folgen, was zumal bei Verkehrseinriehtungenstets von unangenehmen Folgen begleitetsein mufs.Für Koks zeigte sich entsprechend der besserenBeschäftigung in der Eisenindustrie lebhaftere Nachfrageund wird daher die bisherige Einschränkungder Erzeugung von 20% monatlich für die nächstenMonate wesentlich herabgemindert werden können.Auf dem Erzmarkt war der Absatz im Siegerlandeim Juli und August noch schleppend, dagegenbesserte sich die gesammte Marktlage im September,so dafs der Beschlufs der 20procentigcn Einschränkungder Förderung aufgehoben werden konnte.Die Verlängerung der Verkaufsstelle scheint allemAnschein nach gesichert zu sein.Die Lage des Roheisenmarktes hat sich imLaufe des Monats September wesentlich verändert.Die Nachfrage war eine so lebhafte, dafs die Hüttenwerkenicht in der Lage waren, das verlangte Quantumzu liefern. Diese Nachfrage erstreckte sich auf alleSorten.Die Erzeugung von Giefserei- und Hämatit-Boheisenstieg im vergangenen Vierteljahr von Monat zuMonat ziemlich stark, noch stärker aber der Versand,so dafs die Vorräthe erheblich zurückgegangensind. Die gethätigten Lieferungsabscblüsse warensehr umfangreich; die noch nicht erledigten Verkaufsmengenzeigen eine höhere Ziffer, als es seit mehrals Jahresfrist der Fall gewesen ist. Die Verbandspreisewurden am 12. September er. um 2 J l für dieTonne erhöht.Im Siegerlande trat zum erstenmal seit langerZeit Amerika als Käufer für Spiegeleisen auf, undwurden gröfsere Posten nach dort verkauft. WeitereAnfragen von dort liegen noch vor.Die rheinisch-westfälischen Hütten haben ihreVerkaufsstellen (für Giefsereiroheisen, für Thomasroheisenund für Qualitätspuddel- und Stahleisen) bisEnde 1896 verlängert; im Siegerlande verhandelt mannoch über die Verlängerung.Der Stabeisenmarkt hatte zwar zu AnfangJuli bereits eine nicht unwesentliche Zunahme dervorliegenden Arbeitsmenge zu verzeichnen; dennochdauerte es bis weit in den August hinein, ehe dieWalzwerke es wagen mochten, eine recht zaghafte,geringe Preiserhöhung zu verabreden. Der Erfolghat gezeigt, dafs die Nachfrage das Angebot in derThat bereits weit stärker überwog, als allgemein angenommenworden war. Am Schlüsse des Vierteljahreswar die Beschäftigung der Werke bereits erheblichlebhafter geworden, und die Preise sind zummindesten dem untersten Stande entrückt.Auf dem Drahtmarkte ist es erst gegen Endedes Vierteljahres besser geworden.Eine wesentliche Rolle scheint dabei der Umstandzu spielen, dafs Nordamerika, welches in Anbetrachtder raschen Zunahme seiner eigenen Hervorbringungkaum noch als dauernder Abnehmer betrachtetworden ist, auf einmal und in nicht unbeträchtlichemMafse als Käufer auftrat. Die Marktlageist zur Zeit eine befriedigende, und haben sich demjiemäf?die Preise sowohl für Walzdraht wie für gezogenenDraht, Stifte u. s. w. mäfsig aufgebessert.Da für den GrobbIechmarkt der Schiffbauaufserhalb des Zollgebietes der Hauptconsument ist,so war eine Besserung in der Geschäftslage für dieinländischen Werke weniger fühlbar. Inzwischen


980 Stahl und Eisen. Vierteljahrs-Marktberichte. 15. October 1895.wurde eine Vereinigung der Werke zu dem Zweckeangestrebt, den anhaltend niedrigen Preisstand endlichzu überwinden. Die Verhandlungen darüber sindnoch im Gange.Für Feinbleche herrschte fortgesetzt lebhafteNachfrage. Die Preise wurden erhöbt und von denAbnehmern bewilligt.Das Geschäft in Eisenbahnmaterial mufslesich nach wie vor in der Hauptsache auf diejenigenAufträge beschränken, welche den Werken von denpreufsischen Eisenbahnverwaltungen in Oberbaumaterialienzur Ausführung übertragen wurden. Leiderwar der Bedarf nur ein geringer.Von einer Aufbesserung der Preise kann schondeshalb keine Rede sein, weil die ausländische Concurrenzmit ihren Preisen auf das Inland drückte, auswelchem Grunde auch der Wettbewerb auf dem Weltmärktefür die einheimischen Werke noch weniglohnend ist.Die Eisengiefsereien waren während derletzten drei Monate durchweg viel besser beschäftigt,als vorher.Ebenso haben die Maschinenfabriken einenstarken Zuwachs an Aufträgen grofser BergwerksundHüttenbetriebsmaschinen zu verzeichnen undbessere Preise dafür erzielt.Die Nachfrage war am Ende des Vierteljahrs noebsehr rege.Die Preise f. d. Tonne stellten sich, wie folgt:Monat Monat MonatJuli August SeptemberJ fJ iKohlen und Koks:Flammkohlen . . . . 8,50 - 0,00 8,50-9,00 8,50-9,00Kokskohlen, gewaschen 6,50 0,50 0,50Koks für Hochofenwerke \„ „ B essem erbetr.. /11,00 11,00 11,00Erze:ftohspath ......................... 7,00-7,40 7,00—7,40 7,80-8,30G erost Spatheisenstein . 10,20-10,00 10,20-10,60 10,60-11,60Som orrostio f. a. B.R otterdam . . . . — — —Roheisen:Giefsereieisen Nr. I , . 63,00 63,00 65,00• H I. . 54,00 54,00 56,00H äm atit . . 0. . . . 63,00 63,00 65,00Bessemer .......................... — — —Qualitäts - PuddeleisenNr. 1 ............................... 46,00 46,00 19,00Qualität« - PuddeleisenSiegerländer . . . . 44,00 44,00 47,00Stahleisen, weifses, unter0,1 o/o Phosphor,ab Siegen . . . . 44,00 44,00 47,00Thomaseisen m it 1,5%M angan, ab Luxemburgnetto Cassa . . 38,20 38,20 40,20Dasselbe ohne Mangan . 35,80 35,80 37,80Spiegeleisen, 10 bis 12°'0 52,00 52,00 53,00Engl. GießereiroheisenNr. III, franco R uhrort 55,00 55,00 58,00Luxemburg. Puddeleisenab Luxemburg . . . 35,20 35,20 37,20Gewalztes E isen:Stabeisen, Schweifs- . . 98,00-104,00 9S ,00-104,00 104-108Flurs- .... 94,00—06,00 94,00—96,00 96,00—101,00W inkel- und Façoneisenzu ähnlichen Grundpreisenals Stabeisenm it Aufschlägen nachder Scala.Träger, ab Burbach . .Bleche,Kessel-.Sch wei fs-— — —145-155 145-155 155-160„ sec. Flulseisen . 125 125 125„ dünne . . . . 115-120 120-125 125-135Stahldraht, 5,3 mm nettoah W e r k ..................... —• — —gewöh n licher ab Werke tw a ...............................Draht ausSchweifseisen,— — —besondere Qualitäten —■!..—Dr. W. Beumer.II. Oberschlesien.A Ugemeine Lage. Im III. Vierteljahr herrschteauf dem oberschlesischen Eisen- und Stahlmarktelebhafter Verkehr und auf sämmtlichen HüttenwerkenOberschlesiens rege Thätigkeit. Dieselben waren insbesonderefür das Inland stark beschäftigt, aber auchRufslands Bedarf war ein erheblich gesteigerter, sodafs der Rückgang in den Bezügen der übrigen europäischenLänder, insbesondere der erheblich verminderteBedarf der Donaustaaten, verschmerzt werdenkonnte. Leider standen die für sämmtliche EisenundStahlwaaren erzielten Erlöse zu der regen Nachfragein einem Mifsverhältnifs, obschon die Preise imLaufe des Berichtsquartals nach fast allen Absatzgebietenhin eine Steigerung erfahren hatten. Umdas Geschäft für die oberschlesischen Eisenwerke zueinem rentablen zu gestalten, müfsten noch wesentlichePreisaufbesserungen vor sich gehen und auchdie gegenwärtige reichliche Beschäftigung eine anhaltendesein. Hierfür ist leider die Hoffnung nureine geringe, weil zunächst die nicht zu missendeAusfuhr nach Rufsland in Zukunft nur mit Preisopfernin ihrem gegenwärtigen grofsen Umfang aufrecht zuhalten sein wird, indem die russischen Hüttenwerkean Leistungsfähigkeit zunehmen sowie an Ausdehnungfortgesetzt gewinnen und weil ferner auch der Absatzoberschlesischer Eisenerzeugnisse ins Inland bei lohnendenPreisen, angesichts der besseren HerstellungsundVerfrachtungsverhältnisse der im Westen belegeneninländischen Hüttenwerke, kaum eine Vermehrungerfahren wird.Kohlen und Koks. Dank der lebhaften Beschäftigungaller Industriezweige war der Kohlenabsatzim Berichtsquartal, soweit Industriekohlen inFrage kommen, ein befriedigender. Dagegen wirktendie ungünstigen Wasserverhältnisse der Oder, die dengesammten Schiffahrlsbetrieb auf derselben zeitweisegänzlich zum Erliegen brachten, schädigend auf dasKohlengeschäft des verflossenen Vierteljahres ein.Was die einzelnen Monate anbetrifft, so war der Kohlenversandim Juli ein schleppender, nahm infolge deram 1. September eintretenden höheren Wintcrpreiseim August einen lebhaften Aufschwung, um im MonatSeptember, infolge der beklagenswerten SchilTahrtsverhältnisse,sowie der Ueberfüllung der Lager mitbilligeren Kohlen, einen sehr erheblichen Rückgangzu erfahren.Preiserhöhungen der polnischen Gruben führtenvorübergehend Nachfragen nach oberschlesischerSteinkohlefür russische industrielle Werke herbei, ohnedafs es zu umfangreichen Geschäften gekommen wäre.Es steht dies auch in Zukunft nicht zu erwarten, dadie diesseitigen Kohlen aufser mit einem höherenFrachtsatze bekanntlich mit einem Eingangszoll von2 J l f. d. Tonne belastet sind. Der Kohlenversandsämmtlicher oberschlesischen Gruben zur Eisenbahnbetrug:im III. Quartal 1S95, II. „ 1895 2 627 960 t, III. „ 1894 3 132130 t.3 241 270 tFür Koks herrschte starke Nachfrage, so dafs dieKoksproduction auch im verflossenen Vierteljahreguten Absatz finden konnte.Die Nebenproducte des Kokereibetriebes erfuhreneinen erheblichen Preisrückgang und ist eine Preisbesserungfür diese Producte, deren Erzeugung durchden Bau neuer Nebenproductgewinnungs-Anstaltenfortgesetzt vermehrt wird, kaum zu erwarten.Erze. Die Besserung des Eisenmarktes führtezu einer Belebung des Erzgeschäfts. Die Anfuhr vonAnreicherungsmaterialien überseeischer Herkunft war; eine nicht unbedeutende; eine nennensw erte Preisauihesserungtrat aber nicht ein.


15. October 1895. Vierteljahrs-Marktberichte. Stalil und Eisen. 981Roheisen. Während in den beiden erstenQuartalsmonaten nach Puddelroheisen fast gar keineund nach Giefsereiroheisen nur geringe Nachfragebestand, stellte sich solche gegen Ende des abgeschlossenenVierteljahres nach Puddelroheisen, infolgedes gröfseren Bedarfs der Walzwerke, ein, so dafshierin recht umfangreiche Abschlüsse für das kommendeJahr gethätigt werden konnten. Auch für Giefsereiroheisenvermehrten sich gegen Ende des Quartalsdie Anfragen, doch führte dies nicht zu Angebotenmit höheren Preisen.Stabeisen. Im Stabeisengeschäft konnte imBerichtsquartal über Beschäftigungsmangel kaum geklagtwerden. Die Aufträge gingen, wenigstens soweitsie Grobeisen betreffen, in befriedigendem Umfangeein, während das Geschäft in Feineisen immer nochzu wünschen übrig liefs, weshalb sich auch die imLaufe des III. Quartals zur Durchführung gebrachtenPreiserhöhungen, welche gegen das Vorquartal durchschnittlichetwa 2,50 bis 4 J i betragen, im wesentlichenauf gröbere Eisensortimente beziehen.Ermöglicht wurden die Preiserhöhungen durchdie gestiegene Nachfrage und erleichtert durch die inRheinland und Westfalen endlich zu Tage getretenenernstgemeinten Verbandsbestrebungen. Dieselbenhaben bereits den Nutzen gehabt, dafs eine Preiserhöhungum etwa 7,50 J t f. d. Tonne gegen dasü. Quartal im sogenannten gemeinsamen Gebiet zurDurchführung gelangen konnte, ohne dafs der Eingangvon Anfragen durch diese Erhöhung eine Einhufseerlitten hätte.Die weitere Gestaltung des Geschäfts wird, dadie westdeutschen Hüttenwerke aus den eingangs erwähntenGründen für das sogenannte gemeinsameGebiet preisbestimmend sind, davon abhängig sein,ob die angestrebte Bildung eines Rheinisch-westfälischenWalzwerksverbandes zur Durchführung gelangen wirdoder nicht.Draht. Draht- und Drahtwaaren fanden imBerichtsqüartal guten Absatz, so dafs geringe Preisaufbesserungenzur Durchführung gelangen konnten.Grob- und Feinblech. Aeufserst lebhaftgestaltete sich im abgelaufenen Vierteljahre das Blechgeschiift,und das gilt für Grobblech ebenso wie fürFeinblech. Leider verharrten aber die Preise diesesArtikels auf ihrem niedrigen Stande.Eisenbahnmaterial. Der Absatz an Eisenbahnmaterialienerfuhr im abgelaufenen Quartal eineVermehrung nicht, und in der Preisslellung trat keineAenderung ein.Eisengiefsereien und Maschinenfabriken.Giefsereien, Werkstätten und Kesselschmieden warenbei gedrückten Preisen sehr ungleichmäfsig beschäftigt,und von den erstgenannten waren es eigentlich nurdie Röhrengiefsereien, welche einen Grund zur Klageüber Beschäftigungsmangel nicht hatten. Für dieRöhrenwalzwerke lag Arbeit in leidlichem Umfangevor, doch liefs der Wettbewerb in sämmtlichen genanntenBetriebszweigen bessere Preise nicht aufkommen.Roheisen ab Werk:Preise.M f. d. TonneGiefsereiroheisen ............................. . 50 bis 51Hämatit- und Bessemerroheisen 65Qualitäls-Puddelroheisen................ ’ 47 V* bis 49Thom asroheisen................................. 48 ;■ 49Gewalztes Eisen:Stabeisen, G ru n d p re is..................... 90 Jl 115Kesselbleche, Grundpreis . . . . 115 Jl 130Flufseisenbleche, Grundpreis . . . . 100 , JI 110Dünne Bleche, Grundpreis . . . . . 110 JI 135Stahldraht (5,3 mm, ah Werk netto). . 107 > 110Eisenhütte Oberschlesien.III. England.Die bereits im zweiten Quartal dieses Jahres begonneneBesserung der Roheisenpreise machte, obgleichunter steten und sehr bedeutenden Schwankungen,weitere Fortschritte. Diejenigen Händler undSpeculanten, welche sich, wie im Juli berichtet wurde,in Erwartung auf besseres Geschäft im voraus eindeckten,sehen mit Befriedigung auf das Besultutihrer Unternehmungen, nur wenige Aengstliche hieltensich s. Zt. zurück. Es gingen viele Gerüchte herumüber Bestellungen von Amerika. Für Boheisen sindsie, Ferromangan ausgenommen, bis jetzt anscheinendresultatlos gewesen. Hingegen sind für Walzartikel,als Bandeisen u. s. w., Aufträge von dort eingetroffen.Die Berichte vom Inland lauten für gewisse Zweigeebenfalls günstig und verfehlten hier ihre Wirkungnicht. Trotz der enorm grofsen Verschiffungen werdendennoch vielfach Klagen laut über stilles Geschäft,wie z. B. von Exporteuren nach Deutschland, welchesinfolge grofser eigener Production weniger von hiernimmt. Dies wird aber mehr als ausgeglichen durchVersand nach anderer Richtung wie Ostasien. Destrockenen Sommers wegen waren ferner die Frachtverhältnisseauf deutschen Strömen für Bezug vonhier nicht günstig.Die Preisschwankungen wurden weniger durchbestimmte Thatsachen als durch Speculation erzeugt.Die letzte Aufwärtsbewegung, Mitte September, wurdedurch Lohnstreitigkeiten unterbrochen. 30000 Nieterund Plattenarbeiter auf den Werften der Gtyde undin Belfast versuchten Lohnerhöhung durch Androhungeiner Arbeitseinstellung zu erlangen. Dies würdeeinen bedeutenden Einflufs auch auf hiesige Verhältnissegehabt haben, weil aus Middlesbro Hämatiteerzeugtes Stahlmaterial in den bezeichneten WerftenAbsatz findet. Es scheint jetzt aber, als oh dieSchwierigkeiten überwunden sind, und nehmen Preisedaher die unterbrochene Pause sprungweise wiederauf. ln den letzten Tagen trat besonders eineBesserung für Schiffbaumaterial ein. Seit langer Zeithaben wir nicht so anhaltend grofse Verschiffungengehabt als im letzten halben Jahr. Nr. 3 Roheisenist etwas knapp geworden; die ungewöhnlichen Preisdifferenzenzwischen dieser und anderen Qualitätenhalten an.Statistik.III. VierteljahrProduction 1885 1894Cleveland - Eisen G. m. B.-Marken 308 500 313 466andere Marken . ......................... 37 857 48 991im ganzen District . . 346 357 362 457Hämatite, Spiegel- und basischesEisen ..................................... 354 396 386 816Zusammen . . 700 753 749 273Verschiffungen von Middlesbronach Schottland, England, Wales 122 131 86 381, Deutschland, Holland . . . 63 457 77 363„ anderen Ländern . . . . . 110 780 78 686Zusammen . . 296 368 242 430Bestand Cleveland am Ende Septemberbei den WerkenG. m. B .-M ark en ................................. 10 t 122andere „ ....... ................. • 4im ganzen District . . 108 587für fremde Rechnung bei den Werken 14 862in den öffentlichen Warrant-Lagern 155 677Zusammen . . 279 126


j982 Stahl und Eisen. Industrielle Rundschau. 15. October 1895.Preisschwankungen:JuliMiddlesbro Nr. 3 G. m. B.................................... 35/9 — 3 6 /-Warrants-Cnssa-Käufer Middlesbro Nr. 3 . . 35/9 — 36/5Schottische W a rra n ts......................................... 44/— — 45/672Middlesbro Hämatit M. N....................................42/6'/-¿ — 43/10Westküsten Hämatit M. N....................................44/3 — 4-5/5Heutige Preise (7. October):Middlesbro G.in.B. ab Werk Nr. 1 39/6 — 38/6„ Nr. 3 Warranls . . .38/9 Cassagesuchl, M. N. Hämatite Warrants 46/11 , ,Schottische M. N. Warranls . . .47/8 , ,WeslküslenM.N. HämatiteWarranls 49/8 „ ,EisenplaltenStahlplattenStabeisen .StahlwinkelEisenwinkelAugust36/— -36/— -44/11 -44/272 -4 4 /IIV2-37/638/447/345/348/172ab Werk hier JLSeptember39/6 — 38/638/172 - 39/117248/10 — 46'117 24 5 /IO7 2 — 48/248/272 — 51/6Netto Cassa4.17/6 -5 .0 /65 . - / - — 5.5/04.17/6 - 5 .0 /04.15/0 - 5 .5 /04 13/9 -5 .2 /6 :QH. Ronnebcck.IV. Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.Pittsburg, Ende September 1895.Der Aufschwung, welcher in der zweiten Hälftedes zweiten Vierteljahres hier eingetreten war, hat.mittlerweile weitere Fortschritte gemacht, welche mituntereinen reifsenden Charakter annahmen. Wennallmählich die Lage auch wieder einen etwas beruhigterenCharakter bekam, so ist man doch inFabricantenkreisen sehr befriedigt über die Zunahmeder Preise und des Geschäfts.Bessemerroheisen ist hier in Pittsburg bis auf16,40 $ gestiegen und werden zu diesen Preisen gegenwärtigviele Abschlüsse gethätigt. Slahlknüppel sindebenfalls weiter in die Höhe gegangen und werdenz. Zt. zu 23,75—24$ gehandelt. Die ganze Lage derVereinigten Staaten wird am besten durch das Emporschnellender Roheisenerzeugung gekennzeichnet.Nach der Statistik von „Iron Age“ stellte sich diewöchentliche Erzeugung der Hochöfen wie folgt:1.Januar 18941. Februar „l.März „Hochöfon inBetrieb130125133Wröchentliche________Erzeugung100 672100 829111 928Hochöfen in WüchenlüchcBetrieb ErzeugungI. April „ 144 128 7591. Mai 127 111 9731. Juni „ 88 63 5171. Juli 107 87 3251. August „ 135 117 2011. September, 171 153 5301. October „ 172 153 5531. November, ■ . 181 165 2681. December „ 184 171 4621. Januar 1895 . 182 171 1081. Februar „ 179 ' 166 005l . März „ 173 159 4901. April 171 160 6621. Mai , . 171 158 0581 Juni „ 172 159 7391. Juli „ . 185 173 9231. August 200 183 4131. September, 215 197 133Die Roheisenerzeugung der Vereinigten Staatenist also von 200 000 t wöchentlich nicht mehr weitentfernt und hat dieselbe eine Höhe wie nie zuvorerreicht. Die Yorräthe nahmen gleichzeitig ab, dasie am 1. Mai noch 780729 t und am 1. Septembernur noch 447 711 t betrugen.Act.-Ges. II. F. Eckcrt in Berlin - Friedrichsberg.Während des Geschäftsjahres 1894/95 ist dieVerlegung der Fabrik und der Verkauf des altenGrundstücks erfolgt. Die neue Fabrik in Friedrichsbergbefindet sich jelzt im Betriebe, und wurde dasfrühere Grundstück in Berlin, gemäfs dem Beschlüssevom 28. Juni 1894, der Terraingesellschaft Eckardts-berg käuflich überlassen. Auf die Actien dieser Gesellschaftwar den Actionären das Bezugsrecht eingeräumt.Aus dem Erlös des alten Grundstückswurde ein Nettoüberschufs von 166953,33 J l gegenüberdem Buchwerth erzielt.' Es lieis sich nichtvermeiden, dafs der Geschäftsgewinn des verflossenenJahres durch die vorerwähnte Translocirung einewesentliche Einbufse erfuhr. Auch dadurch ist dieGewinnziffer verringert worden, dafs umfangreicheArbeiten zum Neubau selbst ausgeführt und zumIndustrielle Rundschau.Kostenpreise verrechnet wurden, wie aufserdem die jandauernd kritische Lage der Landw irtschaft sowohl iin Deutschland als auch in den in Frage kommenden !Exportländern die Umsätze in den Hauptartikelnschwer geschädigt hat. Der erzielte Gewinn beziffertsich auf 88 356,50 J l. Es mufsten die Waarenvorräthegeringer bewerthet werden, und wird die Summe von! 179173 J l aus den erzielten Ueberschüssen zu AbiSchreibungen hierauf verwendet. Ferner ist eine| Restforderung von 60000 J l einschließlich Kostenabzuschreiben. Es wird vorgeschlagen, eine Dividendenicht zu vertheilen und den verbleibenden Rest von10674,87 J l abzüglich der Dotirung des gesetzlichen1 Reservefonds mit 10 228,63 J l auf neue Rechnungs vorzutragen.Die Herstellung und Einrichtung des Etablissementsist an der Hand der neuesten Erfahrungen unddurch Beschaffung der besten Specialmaschinen bewerkstelligt.Die Fabrik ist durch ein eigenes Geleisemit dem Güterbahnhof der Königlichen Ostbahn verbunden,an welches sich ein ausgezeichnetes Schmalispurgeleise, alle Fabrikräume durchziehend, anschliefst.Armaturen- und Mascliinen-Fahrik, Actien-Gcsellscliaftvormals J. A. Hilpert, Nürnberg.Der im sechsten Geschäftsjahre 1894/95 erzielteUmsatz erreichte die Summe von 2 041779,93 J l gegendas Vorjahr 1973 086,65 Jl, mithin ein Mehr von68 693,28 Jl. Die finanziellen Resultate haben diedes Vorjahres um 32 937,75 J l überholt.


15. October 1895. Industrielle Rundschau. Stahl und Eisen. 983Der Fabrik in Nürnberg waren die im Vorjahreerrichteten Gebäude von grofsem Nutzen, da dieselbehierdurch in die Lage versetzt war, die geschaffenenRäume zur Ausdehnung günstig zu benutzen. DieFabrication in der Armaturen- und Pumpenbranchewurde nach Möglichkeit auf einheitliches System gebracht,da nur solche Artikel neu hinzugenommenwurden, welche zur Lieferung für die completen Anlagenunbedingt erforderlich waren. Dem Princip,einen gröfseren Umsatz lediglich durch rationellereEinrichtung und erhöhte Leistungsfähigkeit in speciellenArtikeln zu erreichen, ist die volle Beschäftigungwährend des ganzen Jahres zu verdanken.In Anbetracht der immer mehr auftauchendenConcurrenz und der dadurch gedrückten Preise, insbesonderebei Bewerbung um gröfsere Aufträge beiSubmissionen, dürften die vorliegenden Resultate alsbefriedigend bezeichnet werden. Dieselben sind haupt­Der Bericht des Vorstandes über den Betrieb imGeschäftsjahre 1894/95 wird mit den folgenden DarlegungeneinKeleitet:„Obgleich eine wesentliche Besserung in dengeschäftlichen Conjuncturen während des Berichtsjahresnicht zu verzeichnen war, so ist es dochmöglich gewesen, nicht nur dem Sinken der Preiseunserer Producfe Einhalt zu thun, sondern noch einewenn auch geringe Aulbesserung derselben zu erzielen.Dabei war der Absatz an Kohlen ein in den verschiedenen Fabriken vor­be­sächlich dengenommenen Specialeinrichtungen für gewisse Artikelund der dadurch bedingten gröfseren Leistungsfähigkeitzuzuschreiben. Da diese geschaffenen Verbesserungenund Neuerungen hauptsächlich erst denspäteren Jahren zu nutze kommen, so erscheinendie Aussichten für die Resultate des nächsten Jahresals vertrauenerweckend.Die Betriebs-Ueberschüsse betrugen 205 998,61 dt,hierzu Gewinn-Saldo vom vorigen Jahre 7 317,15zusammen 213315,76 dt, hiervon ab Abschreibungen:8041f-,82 dt, 5% an den gesetzlichen Reservefonds6 645 dt, 4% Dividende aus dem Actienkapital1 500000 d l = 60000 dt, Tantiemen des Aufsichtsrathesund Vorstandes 10 314,15 d t., so dafs nochzur Verfügung stehen 55 940,79 d t. Es wird vorgeschlagen,diesen Betrag in der Weise zu vertheilen,dafs für Gratificationen an Beamte 3000 d t, ferner 3%Superdividende aus dem Actienkapital von 1 500000 d t— 45 000 d t, Delcredere-Gonto 5000 d t, zusammen53000 o ft ausgesetzt, und auf neue Rechnung 2 940,79 d tvorgetragen werden.Chemnitzer Wcrkzeugmaschincnfabrik vormalsJob. Zimmermann, Chemnitz.Aus dem Geschäftsbericht für 1894/95 theilcnwir Folgendes mit:„Nach Ausweis der nachfolgenden Bilanz beträgtder Rohgewinn 333 633,50 ^ gegen 515 238,98 d l imVorjahr.Wir beantragen, aus demselben eine Dividendevon 3% zur Vertheilung zu bringen, empfehlen demUnterstützungsfonds wie im Vorjahre 6000 d t zuzuweisen,und den sich ergebenden Saldo von 14 353,70 d tauf neue Rechnung vorzutragen. Die Abschreibungensind nach den gleichen Sätzen, wie seither üblich,bemessen worden, ebenso wurden die Kosten für dieim Laufe des Betriebsjahres neu angefertigten Zeichnungenund Modelle wieder auf die Betriebskostenmit übernommen. Mit den diesjährigen Abschreibungenbetragen unsere gesammten Abschreibungen nunmehrrund 5173460 d t.“Die Verwendung des sich ergebenden Rohgewinnswird in folgender Weise vorzunehmen beantragt:138816,86^ zu Abschreibungen nach den bisherigenSätzen. 7121,68 d l an den Aufsichtsrath, 5341,26 d tan Tantiemen, 162 000 d t zu 3 % Dividende, 6000 ^Zuweisungen an den Unterstützungsfonds, .14 353,70 d tV ortrag auf neue Rechnung; zusammen 333 633,50 d t.Der Umsatz war im abgelaufenen Geschäftsjahrgeringer als im Vorjahr. Der Bedarf an Werkzeugmaschinenwar allgemein ein verhältnifsmäisigschwächerer infolge des sowohl in der Eisenindustriewie in anderen Branchen in Deutschland vorherrschendstilleren Geschäftsganges. Gröfsere Anschaffungenkamen nur vereinzelt vor. Die- natürliche Folge desgeringeren Bedarfs bei gröfserer Concurrenz war einWeichen der Preise und ein Sinken des Rohgewinnes.Im neuen Geschäftsjahr sind die Aufträge etwas reichlichereingegangen, so dafs für die nächsten MonateBeschäftigung vorliegt.Escltwellcr Bergwerks verein in Esclnveiler-I’umpo.friedigender infolge der schon im Vorjahr erwähntenAbschlüsse mit der Königlichen Eisenbahnverwaltung,welche endlich nach jahrelang geführten Verhandlungen,Bemühungen und Versuchen gethätigt werdenkonnten und durch den langen, in seiner zweitenHälfte namentlich strengen Winter, dessen Folgenden sonst eintretenden Rückschlag im Frühjahrweniger fühlbar machten. Der Absalz an Koks warinfolge Abkommens mit dem Westfälischen Kokssyndicatein geregelter und gleichmäfsiger, derjenigean Roheisen, welcher ebenfalls den Syndicatsbestimtnungenunterlag, liefs jedoch sehr zu wünschen undwar nicht genügend, um den Betrieb zweier Hochöfenaufrecht erhalten zu können. Die Bruttoförderungbetrug 645 761,20 t gegen 566 732,95 t im Vorjahre;der Verkauf war um 84 143,18 t oder 17,36 % höherals im Vorjahre. Die Production des Hochofenswar 51 325 t Roheisen gegen 35 215 t im Vorjahre.Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren bei denKohlen 0,136 d t f. d. t, bei den Koks um 0,89 d tf. d. t und beim Roheisen um 1,19 d l f. d. t höherals im Vorjahre. Die Selbstkosten waren bei denKohlen um 0,589 d l f. d. t niedriger, dagegen beimRoheisen um 0,71 d l f. d. t höher als im Vorjahre.Die durchschnittliche Gesammtzahl der Arbeiter betrug2765 Mann gegen 2521 Mann im Vorjahre. DasErgebnifs des Grubenbetriebs war um 626456,68 d lgünstiger als im Voijahre und beziffert sich auf1584475,95 d t. An diesem Ergebnifs hat die Reservegrubebei Nothberg zum erstenmal einen erfreulichenAntheil gehabt. Der Ueberschufs des HochofenwerksConcordia einschliefslich der Eisensteinbetriebe warum 70 923,63 d l günstiger als im Vorjahre und beziffertsich auf 117181,80 d l. Mit Hinzurechnungder Einnahmen aus den Nebenbetrieben im Betragevon 70 793,29 d l beträgt der erzielte Bruttoüberschufs,nach Abzug der auf Gewinn- und Verlustconlo verrechnetenZinsen u. s. w. im Betrage von 45 330,19 d l= 1727 070,85 d l gegen 1015 908,69 d l im Vorjahre.Einschliefslich des Voiträges von voriger Rechnungvon 45192,68 d l stellt sich der Gesammtüberschufsauf 1772263,53 d l gegen 1051 856,80 d l im Vorjahre.“Der Bericht schliefst mit den W orten: „DieAussichten für das neue Geschäftsjahr sind in Bezugauf Kohlenförderung und Kokserzeugung, sowie Absatzdieser Producte, im allgemeinen befriedigend, leideriäfst sich dieses für die Roheisenproduction nochnicht sagen. Die in den letzten Wochen von Amerikaund England ausgehenden Meldungen über einegröfsere Festigkeit auf dem Eisenmarkle, in Verbindungmit höheren Preisnolirungen, geben jedoch derHoffnung Raum, dafs auch für den hiesigen Roheisenmarkteine Aufbesserung der Preise für neue Abschlüssevom 1. Januar 1896 ab eintreten dürfte.“Es wird vorgeschlagen, den Reingewinn von1 072 263,53 d l wie folgt zu vertheilen : 5 % zum gesetz


984 Stahl und Eisen. Verems - Nachrichten. 15. October 1895.liehen Reservefonds mit 53 618.18«^, 8 % als Dividendeauf eniittirte 11819 100 d l = 945 528 d l, statutarischeund vertragsmäßige Tantièmen 66869,88 d l, Vortragauf neue Rechnung 6252,47 d l.Hannoversche Maschinenbau -AktiengesellschaftTormals Georg EgestoriT.Der Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr1894/95 lautet im wesentlichen :„Unser heutiger Bericht umfafst das Geschäftsjahr1894/95, und sind wir erfreut, sagen zu können,dafs gegen das Vorjahr eine nicht unwesentlicheBesserung in Bezug auf unsere Thiitigkeit und derenResultate zu verzeichnen ist. Wenn unser Werkauf seine Leistungsfähigkeit noch nicht voll in Anspruchgenommen war, so gelang es uns doch, soviel Aufträge zu erhalten, dafs der Betrieb ein regeltnäfsigerwar, und Störungen oder Unterbrechungenin der Fabrication nicht vorkamen. Die Nachfragenach Locomotiven im Inlande hielt sich in normalenGrenzen und glauben wir, auch in der nächsten Zeitähnliche Verhältnisse erwarten zu dürfen. Das Auslandliegt andauernd ungünstig für unsere Industrie,mit Ausnahme von Rufsland, von wo gröfsere Anfragenerfolgten, und wohin wir auch gröfsere Lieferungen,allerdings zu billigen Preisen, übernommen haben.Im allgemeinen Maschinenbau und insbesondere inunserer seit langen Jahren mit grofsem Erfolg betriebenenSpecialilät „Wasserwerksanlagen für Städteund Fabriken“ waren wir nur schwach beschäftigt,da nur wenige neue Anlagen zur Vergebung gelangten.Ob und inwieweit darin demnächst eine Besserungzu erwarten ist, vermögen wir nicht zu sagen ; jedenfallswerden wir nichts unterlassen, um nach Möglichkeitneue Aufträge zu bekommen und unseren Absatzzu erweitern. Die Abtheilung für Central heizung istgegen das Vorjahr in ihren Lieferungen etwas zurückgeblieben.Das laufende Geschäftsjahr läfst sich günstigeran, und sind die Aussichten, bei allerdingsgedrückten Preisen, keine ungünstigen.“Der Betriebsüberschufs aus dem Geschäftsjahr1894/95 beträgt 1 156 877,86 d t. Davon gingen ab:Allgemeine Generalien 226,550,99 d t, Hypothekenzinsenund Provisionen 44,893,15 d t. Erneuerungenim Betrieb 65774,43.#, zusammen 337 218,57 d t, es verbleibtsomit ein Bruttogewinn von 819659,29 d t. Hiervonab: Abschreibungen auf: Hauptfabrik 102943,22 d t,Achsen- und Räderfabrik 8000 d l, Arbeiterquartieru. s. w., 10 000 d l, Utensilien und Geräthe 30 876,23 d l,zusammen 151819,45 d l, es verbleibt somit ein Reingewinnvon 667 839,84 d l, dazu Gewinnvortrag aus1893/94 = 4176,83 zusammen 672016,17 d l. Es wirdbeantragt, diese Summe wie folgt zu vertheilen :Beitrag zum allgemeinen Reservefonds 33392 d t,Beitrag zum Garantiefonds 10 000 d t, Beitrag zumDispositionsfonds 12000 d t, Beitrag zum Erneuerungsfonds20 000 d l, Beitrag zur Wittwen- und Waisenkasse10 000 d l, Grafikationen an Beamte und Meister12 000 d l, Tantième des Aufsichtsraths 26 713,60 d l,Contractliche Tantièmen 30 052,80 d l, 11 % Dividende510 741 d l, zusammen 664899,40 d l. Uebertrag aufneue Rechnung 7116,77 d l.Westfälisches Kokssyndicat.Die am 28. September abgehaltene Monats-Veisammlungnahm (der K. Z. zufolge) den Geschäftsberichtentgegen, der die infolge der besseren Eisenconjuncturseit kurzem eingetretene Belebung im Koksabsatzsowie lebhafte Nachfrage für nächstjährige Entnahmebetonte. Infolgedessen wird trotz anhaltenderSteigerung der Betheiligungsziffer die Einschränkung,die bisher 20% betrug, voraussichtlich im Octobernur 13%, im November 16% betragen, während fürDecember eine Angabe heute noch nicht möglichist. Dem entsprechend wurde beschlossen, für October13% einzuschränken. Die Beiträge wurden für Septemberund October auf 20%, wie bisher, festgeslellt.V ereins - N achrichten.Verein deutscher Eisenhüttenleute.Aenderungen im Mitglieder-Verzeichnifs.Klingelhöf er, Ernst, Dr., Elberfeld, Königsstrafse 54.Koch, K. L., Hochofenchef der Dortmunder Union,Dortmund.Küntsel, W., Hütteninspector, Bethlen-Falvahülte beiSchwientochlowilz (O.-Schlesien).Röchling, H., Saarbrücken, Ludwigsplatz 10 I.Tschoepke, O., Ingenieur des OberbilkerBlechwalzwerks,Düsseldorf-Oberbilk.IVenner, Fr., Ingenieur, Dresden, Altstadt, Rabenerstrafse10, I. Tr.Neue Mitglieder:Delloye, Entile, Ingenieur der Société Anonymedes Forgesîle Montigny sur Sambre bei Charleroi, Belgien.Glachant, Alexandre, Ingenieur, Longjumeau, Frankreich(Seine et Oise).Stobrawa, Karl, Hütteningenieur, Walzwerksbetriebschefder Huldschinskysehen Hüttenwerke, GleiwitzO/S., Kronprinzenstrafse 25.Verstorben:Langen, Eugen, Geh. Commerzienraih, Köln.Vahlkampf, Alb., Ingenieur, Düsseldorf.Eisenhütte Oberschlesien.Die Hauptversammlung findet am Sonntag den3. November in Königshütte statt.Die Tagesordnung lautet:1. „Ueber den englischen Kohlenbergbau“. Vortragdes Hrn. Bergwerksdirector Gelhorn - Laurahütte.2. „Conventionen, Cartelle und Syndicate*. Vortragdes Hrn. Generalsecretär Dr. Beumer-Düsseldorf.3. „Ueber Tiegelstahl und dessen Fabrication“. Vortragdes Hrn. Ingenieur Peipers-Bism arckhülte,

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