WISO Ausgabe 2013/II - Arbeiterkammer

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WISO Ausgabe 2013/II - Arbeiterkammer

AK-Präsident Erwin ZangerlLiebe Leserin,lieber Leser,In der neuesten WISO-Ausgabe findet sich eine Reihe relevanter Artikel und Daten zum wirtschafts- und sozialpolitischenGeschehen.Von den Wahlen in Österreich und Deutschland, der Budgetkrise in den USA zur Sperre des Felbertauern inTirol: die wichtigsten regionalen, nationalen und internationalen Ereignisse der letzten Monate werden kompaktzusammengefasst.In keinem anderen Bundesland stieg die Beschäftigung so stark wie in Tirol. Aber auch die Arbeitslosigkeitnahm deutlich zu. Wie verlief das erste Halbjahr 2013 am Tiroler Arbeitsmarkt? Sie finden auch Ergebnisse zuallen Tiroler Bezirken.Was versteht man hinter dem Begriff „Corporate Social Responsibility“, dem gesellschaftlich verantwortungsvollenVerhalten von Unternehmen? Und steckt immer das dahinter, was gesagt wird?Alleinverdienerabsetzbetrag, Pensionistenabsetzbetrag, Verkehrsabsetzbetrag: Welche Steuerabsetzbeträgefinden sich im Einkommenssteuerrecht? Hier finden Sie einen verständlichen Überblick über mögliche Steuervorteile.Was macht eine Arbeit zu einer guten Arbeit? Wir erklären, was eine Beschäftigung menschengerecht undqualitativ hochwertig macht. Denn Lebensqualität und Arbeit hängen eng miteinander zusammen.Wird Parken in Innsbruck immer teurer? Wir haben die Preisentwicklung in den Innsbrucker Parkgaragen unterdie Lupe genommen und bieten Ihnen eine profunde Analyse.Die wichtigsten Daten und Kennzahlen zu den Themen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und vielem anderenmehr sind – wie gewohnt – am Ende der Ausgabe nachzulesen.Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!WISO Seite 3


WISO 2013 IIInhalteZEITLEISTE: Wahlen Seite 5Österreich und Deutschland haben gewähltÜberblick: Der Tiroler Arbeitsmarkt Seite 23Das Tiroler Arbeitsmarktgeschehen im ersten Halbjahr 2013WISO WISSEN: CSR Seite 27Was ist Corporate Social Responsibility?WISO TAX: Absetzbeträge Seite 35Die Steuerabsetzbeträge im EinkommenssteuerrechtGute Arbeit Seite 38Was macht gute Arbeit aus? Anmerkungen zur Qualität der ArbeitTarifentwicklung der Innsbrucker Parkgaragen Seite 47Wie entwickelten sich die Preise der Innsbrucker Parkgaragen 2001 - 2013IN ZAHLEN: Das zweite Quartal 2013 Seite 51Seite 4WISO


ZEITLEISTEMag. Armin Erger/ MMag. Peter Hilpold (Teil Italien)WahlenÖsterreich und Deutschland wählten: die Krise spielte kaum eine RolleErneut standen in den letzten Monaten wichtige wirtschaftspolitischeEntscheidungen an: auf der europäischenEbene am wichtigsten waren die deutschenBundestagswahlen. Der deutliche Wahlsieg von AngelaMerkel bestätigte ihren zurückhaltenden, Kritikermeinen, zu schüchternen, Kurs in der Handhabungder Eurokrise.Auch in Österreich blieben SPÖ und ÖVP die beidenstimmenstärksten Parteien und werden wohl auchdie neue Regierung bilden, allerdings erlitten beideParteien Stimmverluste. Auffällig an beiden, denösterreichischen und den deutschen Wahlen: überplatte Emotionalisierungen hinaus spielte die Kriseder europäischen Gemeinschaftswährung Euro alsWahlkampfthema kaum eine Rolle.In den USA zeigte sich einmal mehr die zunehmendeDysfunktionalität des bestehenden politischen Systems.Getrieben durch radikale Gegner von Steuernund Zentralregierung in der republikanischen Parteisteuerten die USA in einen „Government Shutdown“,d.h. eine Stilllegung nicht-essenzieller Funktionen,da das Budgetgesetz nicht rechtzeitig beschlossenwerden konnte. Dramatischer noch wären dieFolgen gewesen, wenn es nicht zu einer Einigungüber die Anhebung der Schuldenobergrenze in denUSA käme. Die amerikanische Regierung hätte ihreSchulden nicht mehr bezahlen können – ein Ereignismit globalen Folgen. Besorgniserregend ist diezunehmende Frequenz und Härte der politischenAuseinandersetzungen in den USA. Das Land istpolarisiert und gerät mehr und mehr in die politischeSelbstblockade.Europa ist weitgehend mit sich selbst beschäftigt.Institutionelle Reformen des Euroraums, wie etwadie Errichtung der Bankenunion, machen zwar Fortschritte,allerdings nur in glazialer Geschwindigkeit.Italien geriet nach einer äußerst schwierigen Regierungsbildungdurch unverantwortlich zu nennendesHandeln von Silvio Berlusconi in eine tiefe Krise, beider der Zerfall der Regierungsmannschaft von MinisterpräsidentLetta nur knapp abgewendet werdenkonnte. Erneut zeigte sich, angesichts der Nervositätmit der die Regierungskrise und ihre möglichen wirtschaftlichenAuswirkungen beobachtet wurden, dassInnenpolitik immer auch Europa- und Europolitik ist.WISO Seite 5


GlobalLangsameres Wachstum in dengroßen SchwellenländernDie neuen Wachstumszahlen Chinas ließen aufhorchen:„nur“ 7,5% Plus im zweiten Quartal 2013. Trotzdieser noch immer beeindruckenden Wirtschaftsdatenstellte diese Zunahme die geringste Zunahmeseit 23 Jahren dar.Das niedrige Wachstum der globalen KonjunkturlokomotiveChina verweist auf einen grundsätzlichenWandel in der Weltwirtschaft: die Zeit des rasantenAufholprozesses der Schwellenländer, insbesonderein den sogenannten BRICs (Brasilien, Russland, Indienund China), scheint auszuklingen.2007 lag die Zuwachsrate der chinesischen Wirtschaftbei 14,2%, Indien bei 10,2%, Russland bei8,5% und Brasilien bei 6,1%. Seitdem haben sich dieZuwächse halbiert. 2013 sollen die entsprechendenRaten für China 7,5%, Indien 5,6% und für Russlandund Brasilien 2,5% betragen. 1Was hat sich verändert? Zum einen, ist es der rasanteAufholprozess selbst, der die Wachstumsraten sinkenlässt. Die Länder sind heute insgesamt reicherund haben viel größere Volkswirtschaften als nochvor zehn Jahren. Aufgrund des statistischen Basiseffekteswürde es einer weitaus höheren absoluten Anstrengungbedürfen, um dieselben Zuwachsraten zuerreichen. Zum anderen sind die leicht abzuschöpfendenWachstumspotenziale bereits weitgehend realisiertworden: die Produktion wurde industrialisiert,Millionen billiger Arbeitskräfte drängten in die Fabriken,was Exporte billig machte. Nun, nicht zuletztaufgrund der Wirtschaftskrise in der westlichen Welt,müssen die Schwellenländer ihre Ökonomien aufeine neue Wachstumsbasis zu stellen. Am bestenpositioniert ist China, das daran arbeitet, seine durchExporte und Investitionen getriebene Wirtschaft aufeine breitere, mehr durch Binnenkonsum gestützteBasis zu stellen.Der Beitrag der BRICszum weltweiten Wirtschaftswachstumgingvon fast zwei Drittelnauf etwas wenigerals die Hälfte zurück.Noch immer wird sichder wirtschaftlicheSchwerpunkt der Weltzu den Schwellenländernverschieben,aber nicht mehr mitderselben atemberaubendenGeschwindigkeitwie in den letzten15-20 Jahren.1vgl. The Economist, 27. Juli 2013, S. 18Müssen sich auf Zeiten langsameren Wachstums einstellen: die Staats- und Regierungschefs dergroßen Entwicklungsländer. V.l.n.r. Dilma Rousseff (Brasilien), Manmohan Singh (Indien), VladimirPutin (Russland), Xi Jinping (China) mit Jacob Zuma (Südafrika)© Blog do PlanaltoSeite 6WISO


Die USA sperren zuDie Präsidentschaft Barack Obamas war in den letztenMonaten nicht von wirtschaftspolitischen Themengeprägt: die Enthüllungen des Aufdeckers EdwardSnwoden zeigten der Welt auf spektakuläre Art undWeise ein schockierend weitläufige Überwachungsprogramme(„Boundless Informant“, „PRISM“) desamerikanischen Geheimdienstes NSA. Auch dieDienste anderer Staaten, etwa Großbritanniens(„Tempora“), betreiben ähnliche Programme odernützten Informationen aus der NSA-Überwachung.Profunde politische Konsequenzen der Enthüllungengab es bislang nicht. Präsident Obama stellte sichletztlich hinter die Überwachung und argumentierte,dass diese von vitaler Bedeutung für die nationaleSicherheit wäre.© svenne venneNSA-Enthüller Edward Snowden wurde zur internationalenIkone für den Widerstand gegen digitale Überwachung.Aufgrund der steigenden Kaufkraft der chinesischenMittelklasse könnte dieser Umbau gut gelingen.Schwieriger werden es die anderen großen Schwellenländerhaben. Russlands Wirtschaftsboom wurdedurch die steigenden Energiepreise, ausgelöst durchden Energiehunger der anderen Schwellenländer,angefeuert. Die Wirtschaftskrise lässt aber die Energiepreisestagnieren und neue Energiequellen (z.B.die Ausnutzung von Schiefergasvorkommen) drohen,den globalen Energiemarkt weiter zu diversifizieren.Andere, noch nicht genützte Potenziale der russischenWirtschaft sind aber schwer zu identifizieren.Außenpolitisch dominierte die Situation in Syrien dieamerikanische Agenda. Nach einem Giftgas-Angriffin einem Vorort von Damaskus war die von PräsidentObama gezeichnete „rote Linie“ für ein militärischesEingreifen überschritten. Zusammen mit Großbritannienund Frankreich sollte das Regime von PräsidentAssad mit Luftschlägen bestraft werden.Als einzige Möglichkeit einem Militärschlag zu entgehen,benannte US-Außenminister Kerry, die Übergabeund Vernichtung aller chemischen Waffen derSyrer. Ein Vorschlag, dem Syrien prompt unter VermittlungRusslands, das das Regime unterstützt,zustimmte – wohl auch zur Überraschung der amerikanischenAdministration, die daraufhin stark vomKriegskurs zurückruderte.Brasilien leidet nach einer heißen Phase wirtschaftlichenWachstums durch hohe Rohstoffpreise undKredite an einer hohen Inflation. Marktbeobachtergehen davon aus, dass die „natürliche“ Wachstumsgeschwindigkeitder brasilianischen Wirtschaft weitunter den in den letzten Jahren beobachteten Zahlenliegen dürfte.Indien sah in den letzten Monaten einen raschen Verfallseiner Landeswährung, dazu ist Indien stark vonausländischem Kapital abhängig, das aber in denletzten Monaten aus allen großen Schwellenländernherausging, sodass die hohen Wachstumszahlen derAnfangsjahre dieses Jahrzehnts wohl nicht mehr erreichtwerden. 2Reale Auswirkungen des Budgetstreits - die amerikanischeRegierung musste nicht-vitale Funktionen zusperren.© Shanna2132vgl. The Economist, 24. August 2013WISO Seite 7


Bald eine der mächtigsten Frauen der Welt: Janet Yellen, die designierte Chefin der amerikanischen Notenbank FederalReserve© Internationa Monetary Fund„Government Shutdown“ – Amerika sperrt zuErst Anfang Oktober traten wirtschaftspolitische Themenwieder in den Vordergrund, das aber massiv.Mit erstem Oktober mussten weite Teile der amerikanischenVerwaltung ihre Arbeit einstellen, da es imKongress nicht gelungen war, ein neues Budgetgesetzrechtzeitig zu verabschieden. Im Mittelpunkt desBudgetstreits stand erneut der „Affordable Care Act“,d.h. die durch Präsident Obama eingeführte Reformder Krankenversicherung, die von extremistischenKonservativen heftig bekämpft wird. Die Republikanermachen ihre Zustimmung zum Budgetgesetz voneinem Aufschub der Einführung der Krankenversicherungspflichtabhängig. Der Sprecher der demokratischenMehrheit im Senat hielt allerdings fest,dass man nicht „mit einer Pistole am Kopf“ verhandelnwerde. 3Rund 800.000 von rund 2,8 Millionen amerikanischenBundesangestellten mussten von der Arbeitzu Hause bleiben, eine weitere Million ohne Bezahlungweiterarbeiten. Unter anderem waren sämtlicheNationalparks und Denkmäler davon betroffen, sowie etwa 97% der Angestellten der WeltraumbehördeNASA. Bislang halten sich die wirtschaftlichenKonsequenzen in Grenzen. Der Effekt wird auf einenVerlust von etwa 0,1-0,2% des Wachstums im viertenQuartal für jede Woche, in dem der sogenannte„Government Shutdown“ andauerte, geschätzt. 4 Erstam 17. Oktober konnte das Budgetgesetz beschlossenwerden, gleichzeitig wurde die Schuldenobergrenzeangehoben und eine drohende Staatspleiteder USA in letzter Minute abgewendet.Wäre das nicht gelungen, hätten die USA erstmalsin ihrer Geschichte ihre Schulden nicht mehr zahlenkönnen. Angesichts der Tatsache, dass die USA dergrößte Schuldner der Welt sind und mit dem Dollardie dominante Weltreservewährung stellen, wärengravierende weltwirtschaftliche Konsequenzen nichtausgeblieben.Neue Chefin für die Federal ReserveIm Jänner 2014 beendet Ben Bernanke seine zweiteAmtszeit als Vorsitzender der Federal Reserve(FED), der amerikanischen Nationalbank, sodassdie Nachfolge für diese wirtschaftspolitisch extremwichtige Position geregelt werden muss. Bernankespielte durch seine Politik des billigen Geldes, d.h.dem massenhaften Aufkaufen von amerikanischenStaatsanleihen und Hypotheken („QE – QuantitativeEasing“) eine wichtige Rolle im Management derWirtschaftskrise nach 2009. Der Nachfolgerin bzw.dem Nachfolger fällt die diffizile Aufgabe zu, denAusstieg aus der losen Geldpolitik zu schaffen, ohnedabei eine erneute Finanz- und Wirtschaftskrise hervorzurufen.Bernanke selbst hatte im Frühsommer Andeutungengemacht, dass die Federal Reserve bald nicht mehr3New York Times, 30. September 20134The Economist, 5. Oktober 2013Seite 8WISO


derart massive Anleihenkäufe vornehmen könnte,dafür aber sehr negative Signale von den Märktenerhalten. Im Spätsommer kündigte Bernanke danndoch die Fortsetzung des „Quantitative Easing“ an.Wahrscheinlich ist, dass Bernanke den Kurswechselnun nicht mehr selbst vollziehen möchte.Als Favorit Obamas für die Nachfolge wurde langeLarry Summers genannt, ein ehemaliger Chefökonomder Weltbank und Finanzminister unter Bill Clinton.Summers gilt als brilliant aber schwierig. Auchaufgrund seiner angeblich zu großen Nähe zu denFinanzakteuren der Wall Street formierte sich baldWiderstand. Da die Kandidaten vom Senat bestätigtwerden müssen, waren politische Schwierigkeitenvorauszusehen. Summers gab daraufhin bekannt,kein Interesse an der FED-Position zu haben, sondernseine Professur in Harvard weiterführen zu wollen.Anfang Oktober nominierte Präsident Obama 67-jährigeJanet Yellen, die derzeitige Stellvertreterin BenBernankes als Nachfolgerin. Wird Yellen vom Senatbestätigt, wird sie die erste Frau an der Spitze derFederal Reserve. Mit ihr würde wohl die geldpolitischeLinie Bernankes weiter fortgesetzt.ChinaWie bereits erwähnt lag das chinesische Wirtschaftswachstumim zweiten Quartal 2013 bei 7,5%, dasschwächste Wachstum seit 23 Jahren. Die Gründeliegen zum einen in der westlichen Wirtschaftskrise,wodurch die Exporte nach Europa und die USAschwächer ausfallen, aber auch in der Wirtschaftspolitikder Regierung des neuen StaatspräsidentenXi Jinping. Unter ihm wird die Politik der Inflationsbekämpfungseiner Vorgänger weiter fortgeführt. Investitionen,vor allem im Baubereich, werden gedämpftund die Neukreditvergabe heruntergefahren. Die chinesischeNationalbank drosselte die Geldversorgungder einheimischen Banken, um diese zu zwingen,größere Sicherheitspolster aufzubauen.Dass der Umbau von einer exportorientierten Wirtschafthin zu einer durch den Binnenkonsum gestütztenWirtschaft Fortschritte macht, ist an der Tatsacheablesbar, dass der Einzelhandel mittlerweile stärkerwächst als früher, Exporte, Kreditausweitung und Investitionenjedoch langsamer. 55vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Juli 2013WISO Seite 9


© tristam sparksEU und Eurozone© European ParliamentTrippelschritte zur Bankenunion…Das Projekt einer europäischen Bankenunion machteim September einen weiteren Schritt hin zu seinerRealisierung. Mit der Bankenunion, die bei ihrerFinalisierung aus einem europaweit einheitlichenRegelwerk für die drei Teilbereiche Bankenaufsicht,Bankenabwicklung im Krisenfall und Einlagensicherungbestehen soll, wird das Ziel verfolgt, das europäischeBankensystem krisensicherer zu machen.Rettungspakete für systemrelevante Banken („toobig to fail“), welche die Nationalstaaten im Zuge derFinanz- und Wirtschaftskrise Unsummen kostetenund die Schulden exorbitant ansteigen lassen, sollenin dieser Form dann nicht mehr vorkommen. Obwohlbereits wichtige Teilschritte genommen wurden, istdie Eurozone von einer vollständigen Umsetzung derBankenunion noch weit entfernt.Von den drei Säulen der europäischen Bankenunionist die gemeinsame Bankenaufsicht am weitestengediehen. Im Herbst 2014 wird eine neue, bei derEuropäischen Zentralbank angesiedelte, Aufsichtsbehördeihre Tätigkeiten aufnehmen. Der Weg dazuwurde am 12. September mit einer Einigung vonEZB und dem Europäischen Parlament über die Rechenschaftspflichtengegenüber dem Parlament freigemacht.6Die neue Bankenaufsicht wird nicht sämtliche Bankenin der Eurozone beaufsichtigen, aber die größtenInstitute mit Bilanzsummen von mehr als 30 MilliardenEuro. Die europaweit rund 130 Bankinstitutedie dieses Kriterium erfüllen, machen rund 85% derAktiva des gesamten Euroraums aus. 7 Kleinere Bankenwerden nach wie vor von den nationalen Aufsichtsbehördenüberwacht werden.In Verhandlung ist derzeit die Etablierung eines EinheitlichenAbwicklungsmechanismus (SRM = SingleResolution Mechanism) für Pleitebanken. Über erstePunkte, wie das sogenannte „Bail-In“, d.h. die Beteiligungvon Eigentümernund Gläubigernan der Deckung derKosten von Bankpleiten,wurde bereitsEinigung erzielt. Ausständigist jedoch,wie und wo der SRMinstitutionell verankertwerden soll. DerVorschlag der EuropäischenKommis-Eine Einigung des Europäischen Parlaments mit der EZB machte im September 2013 den Weg fürdie gemeinsame europäische Bankenaufsicht unter Führung der Europäischen Zentralbank frei.6vgl. Europäisches Parlament – Grünes Licht für einheitliche Bankenaufsicht, 12. September 20137vgl. EZB – Auf dem Weg in die Bankenunion – Bestandsaufnahme aus Sicht der EZB; 04. September 2013sion sieht vor, einenrund 300-köpfigenSeite 10WISO


Ausschuss zu etablieren, dem Vertreter von Kommission,EZB und den nationalen Behörden angehörensollen. Der Ausschuss wäre mit der Vorbereitung undÜberwachung von Bankenabwicklungen befasst. Dieeigentliche Entscheidung darüber, ob eine Abwicklungnotwendig wird und über den Zeitpunkt und denUmfang der Abwicklung soll aber die EU-Kommissionselbst treffen und keine neu geschaffene Behörde.Das Argument der EU-Kommission zielt darauf ab,dass diese Konstruktion die einzige Möglichkeitwäre, den Einheitlichen Abwicklungsmechanismuszu etablieren, ohne gleichzeitig die EuropäischenVerträge zu ändern, was langwierig und politischriskant wäre. 8 Diese Position wird von manchen EU-Staaten, allen voran von Deutschland, nicht geteilt.Der deutsche Finanzminister Schäuble stellte sichbereits früh auf die Position, dass eine Einrichtungeiner „starken zentralen Behörde“ für die Abwicklungvon Banken ohne Änderung der Verträge nicht möglichsei. 9 Der deutsche Vorschlag sieht deshalb vor,statt einer zentralen Stelle, ein Netzwerk der nationalenBehörden zu bilden, um mittelfristig eine Änderungder Europäischen Verträge anzustreben. 10 Nachden deutschen Bundestagswahlen könnte sich diesePosition allerdings nochmals ändern, man „denkeüber Alternativen nach.“ 11Neben den rechtlichen Differenzen zur Bankenabwicklungist auch die Einrichtung eines Bankenabwicklungsfondsals weiteres Standbein der Bankenunionstrittig. Aus dem Fonds sollten die Kosten einerallfälligen Abwicklung von Banken finanziert werdenund nicht mehr aus den Budgets der Nationalstaatenentnommen werden, was die nationalen Verschuldungsständeanschwellen lassen würde. Nach demVorschlag der Kommission sollte der Fonds mittelsAbgaben der Institute innerhalb von zehn Jahren mitrund 55 Milliarden Euro gefüllt werden.Wehrt sich noch gegen die Einrichtung eines zentralenAbwicklungsfonds für Banken - der deutsche FinanzministerWolfgang Schäuble.Falls der Abwicklungsfonds davor in Anspruch genommenwerden müsste, müssten allerdings erneutSteuergelder herangezogen werden. Politisch problematischist die Einrichtung eines gemeinsamenAbwicklungsfonds jedoch vor allem deshalb, da esdurch den Fonds zu einer Vergemeinschaftung derRisiken in den jeweiligen Bankensektoren käme.Das bedeutet, dass Gelder, welche beispielsweiseösterreichische Institute eingezahlt haben, für dieAbwicklung einer portugiesischen Bank herangezogenwerden könnten – umgekehrt, an dieser Stelleein kurzer Hinweis auf die Hypo Alpe Adria erlaubt,natürlich genauso. Manche Mitgliedsstaaten, allenvoran Deutschland, sperren sich gegen einen gemeinsamenAbwicklungsfonds und möchten es beiFonds auf nationaler Ebene belassen. 12 NationaleAbwicklungsfonds müssen bis 2018 eingerichtet werden,in Österreich wird dieser Fonds im Vollumfang1,6 Milliarden Euro schwer. 13Noch völlig offen ist, ob es zur Etablierung eines gemeinsameneuropäischen Sicherungsfonds für Einlagenkommt. Einen konkreten Vorschlag der EuropäischenKommission gibt es dazu noch nicht und dasVorhaben ist auch politisch stark umstritten.Nach Zypern nun Slowenien?Seit Monaten schwelt im österreichischen NachbarlandSlowenien eine Bankenkrise. Die slowenischenBanken sitzen auf nicht wieder einzubringenden Kreditenin der Höhe von sieben Milliarden Euro. Soll-© World Economic Forum8vgl. FAZ – Wer die Macht über Banken haben soll, 14. September 20139vgl. FAZ – Schäuble will Bankenunion in zwei Schritten, 13. Mai 201310vgl. FAZ – Bundesbank fordert EU-Vertragsänderung, 16. September 201311Euractiv – Lenkt Deutschland bei Bankenabwicklung ein?, 16. September 201312vgl. Süddeutsche Zeitung – Auf Konfrontationskurs mit Schäuble, 10. Juli 201313vgl. Wiener Zeitung – 1,6 Milliarden in Abwicklungsfonds für Problembanken, 15. Juli 2013WISO Seite 11


© European ParliamentAm 01. Juli vollzog Kroatien den Beitritt zur Europäischen Union.Kroatien ist nun der 28. Mitgliedsstaat der Union.te es nicht gelingen, diese Finanzlöcher zu stopfen,drohen Bankenpleiten.Für zwei Banken – Factor banka und Probanka –übernahm der slowenische Staat Anfang SeptemberGarantien in der Höhe von 1,3 Milliarden Euro, umdiese vor der Pleite zu retten. 14 Sollte Slowenien nichtin der Lage dazu sein, die Kosten selbst zu stemmen,könnte die Hilfe des europäischen RettungsschirmsESM notwendig sein.Die slowenische Regierung kündigte jedoch an, esohne den ESM schaffen zu wollen. 15 Abgesehen vonder Vertrauensproblematik, wenn einmal externe Hilfebenötigt wird, sind die ESM-Gelder mit wirtschaftspolitischenund budgetären Auflagen verbunden, diedie slowenische Regierung vermeiden möchte.Die slowenische Regierung unter MinisterpräsidentinAlenka Bratusek versucht den finanziellen Schwierigkeitenmit einem Sparpaket in der Höhe von 500Millionen Euro, sowie einer Erhöhung der Steuereinnahmen(Erhöhung der Mehrwertssteuer, Einführungeiner Immobilienabgabe) in derselben Höhe, zu begegnen.Eurobonds wieder im Spiel: Österreicherin sitztArbeitsgruppe vorAnfang Juli setzte die EU-Kommission eine Arbeitsgruppeein, um die Vor- und Nachteile von Eurobondsbewerten zu lassen. Vorsitzende der Arbeitsgruppewird die Österreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell,die bis 2012 im Direktorium der EZB tätig war. 16 MitEurobonds werden gemeinsame Anleihen aller Eurostaatenbezeichnet, d.h. die gemeinsame Begabevon Schulden der Eurostaaten. Befürworter erhoffen14vgl. European Commission, 06. September 201315vgl. Handelsblatt, 11. September 201316vgl. Wiener Zeitung, 02.07.201317vgl. Eurostat – Wachstumsrate des realen BIP18vgl. Eurostat - Harmonisierte Arbeitslosenquote nach Geschlecht – Alter 15-24sich von Eurobonds eine Reduktionder Risikoaufschläge für Anleihen,da die Eurozone als Gesamteshinter den Anleihen steht.Länder wie Deutschland, derenZinsen für Staatsanleihen im Verlaufder Krise gesunken sind, dasie als „sicherer Hafen“ für Kapitalgelten, wehren sich bishervehement gegen die Einführungvon Eurobonds.Für deren Einführung sind dieLänder der südlichen Peripherie,deren Zinslast durch das bessereRisikorating der Eurobonds sinken würde.Die Europäische Kommission unterbreitete bereits2012 einen Vorschlag für die Einführung von Eurobonds,der aber aufgrund des Widerstands der Mitgliedsstaatennicht weiter verfolgt wurde.Beitritt Kroatiens zur EUAm 01. Juli 2013 erweiterte sich der Kreis der EU-Länder. Das 4,4 Millionen Einwohner zählende Kroatienwurde nach siebenjährigen Beitrittsverhandlungendas 28. Mitgliedsland. Obwohl Kroatien nachdem Zerfall Jugoslawiens und dem Ende der Nachfolgekriegeeines der wirtschaftlich erfolgreicherenLänder des Westbalkans ist, liegt es noch weit hinterdem Entwicklungsstand der älteren Mitgliedsstaatenzurück.Die Wirtschaftsleistung pro Kopf macht rund 61%des EU-Durchschnitts (=100%) aus. Im Vergleichdazu: Das Bruttoinlandsprodukt Österreichs liegt bei131% des EU-Durchschnitts.Im Krisenjahr 2009 brach die kroatische Wirtschaftum 6,9% ein und konnte seitdem nicht mehr aus derNegativspirale ausbrechen. Für 2013 wird für dasInlandsprodukt ein Minus von einem Prozent erwartet,das sich erst 2014 in ein Plus von bescheidenen0,2% verwandeln soll. 17 Die Arbeitslosenquote liegtmit 16,5% über dem EU-Durchschnitt (12,2%), imMärz erreichte die Jugendarbeitslosigkeit ein Rekordhochvon 51,3% und lag damit auf Augenhöhemit den Krisenländern Griechenland und Spanien. 18Lettland übernimmt den EuroIm Jänner 2014 übernimmt Lettland als 18. Mitglieds-Seite 12WISO


staat den Euro. Das rund zwei Millionen Einwohnerinnenund Einwohner zählende Ostseeland weisteine Staatsverschuldung von 40,7% (2012) auf undliegt damit weit unter dem Durchschnitt der Eurozone(90,6%). Das lettische Budgetdefizit fiel 2012 mit-1,2% moderat aus. Der Durchschnitt der Mitgliedsstaatender Eurozone lag bei -4,2%.Nach Jahren hohen Wirtschaftswachstums schlittertedas Land während der Finanz- und Wirtschaftskrisein eine erhebliche Rezession. 2009 brach dieWirtschaft um 17,7% ein, der stärkste Rückgang allerEU-Länder.Das Land musste mit ausländischem Kapital in derHöhe eines Drittels des BIP vor der Pleite bewahrtwerden. Die lettische Regierung zog daraufhin einrigoroses Sparprogramm durch: 30% der Staatsangestelltenwurden abgebaut, die Gehälter im öffentlichenSektor um 40% gekürzt. Die Arbeitslosigkeitstieg zwischenzeitlich auf beinahe 20% an und lag2012 bei 15%.Das Sparprogramm hatte zwar den Effekt, die finanziellenIndikatoren in den Griff zu bekommen, diesozialen Konsequenzen waren allerdings erheblich.Auswanderung ist ein Problem, da es vor allem diejungen, gut ausgebildeten Menschen sind, die woanderseine bessere Zukunft suchen. Seit dem Jahr2000 hat fast jeder Zehnte das Land verlassen. 19Die lettischen Euromünzen werden das Staatswappen,einen Löwen und einen Greif die in ihrer Mitteein Schild halten, zeigen. Die Ein- und Zwei-Euro-Münzen zeigen die weibliche Landesallegorie, genannt„Milda“.Verhandlungen über ein FreihandelsabkommenEU - USAIm Februar 2013 verkündeten US-Präsident BarackObama und die Präsidenten des Europäischen Ratesund der Europäischen Kommission, Herman VanRompuy und José Manuel Barroso, den Beginn vonVerhandlungen für Freihandelsabkommen zwischender EU und den USA. 20 Sollten diese Verhandlungenzu einem erfolgreichen Abschluss kommen, würdedamit die größte Wirtschaftszone der Welt entstehen.Die USA und die EU vereinigen rund 50% derglobalen Wirtschaftsleistung und 30% des weltweitenHandels auf sich. Täglich werden Waren im Wertvon rund zwei Milliarden Euro untereinander ausgetauscht,die gegenseitigen Investitionen betragenWären gemeinsam mit weitem Abstand die größte Freihandelszoneder Welt - die Europäische Union und die USA.rund 2,8 Billiarden Euro.Zwar geht es bei den Verhandlungen auch um denAbbau von Zöllen und Tarifen, diese befinden sichjedoch bereits auf einem niedrigen Niveau. Bedeutsamerwerden Fragen der Harmonisierung von Industriestandardsund Normen sein, sowie Verbraucher-und Wettbewerbsfragen. Dazu kommt nocheine wirtschaftspolitische Dimension, denn die gemeinsamenRegelungen und Vereinbarungen sollenauch im Hinblick auf eine spätere globale Durchsetzungentwickelt werden. 21 D.h. die Positionen desWestens sollen durch das wirtschaftliche Gewichtder Freihandelszone gegenüber den großen Schwellenländern,insbesondere China, gestärkt werden.Eine Studie der EU-Kommission kommt zu demSchluss, dass ein Freihandelsübereinkommen dieWirtschaftsleistung beider Seiten um etwa 0,5% steigernwürde – ein Zuwachs der in der EU rund 65 MilliardenEuro ausmachen würde. 22In vielen Bereichen klaffen die Positionen von EUund USA allerdings weit auseinander, was schwierigeVerhandlungen erwarten lässt. Problembereichesind die Lebensmittelgesetze, vor allem was die© Downing Street19vgl. Financial Times Deutschland, 10. November 201120vgl. European Commission 13. Februar 201321vgl. European Commission, 11. Februar 201322vgl. Spiegel Online, 10. Juli 2013WISO Seite 13


abhanden. Sie hat nun die Optionen entweder einegroße Koalition mit der SPD einzugehen oder erstmalsmit den Grünen eine schwarz-grüne Koalitionin Deutschland zu bilden. Zum Zeitpunkt des Verfassens(08. Okt. 2013) stand noch keine neue Regierungfest.© Gwyn Lowe PhotoworksAngela Merkel gelang ein überzeugender Wahlsieg, gefolgtallerdings von einer schwierigen Regierungsbildung.Zulassung gentechnisch veränderter Lebensmittelbetrifft, der Kulturbereich, wo etwa die Förderungenfür die viel kleinere europäische Filmwirtschaftoder die Buchpreisbindung fallen könnten, aber auchHandelsliberalisierungen im Agrarbereich dürften inEuropa politisch nur schwer durchzusetzen sein. Zuerwarten ist, dass die Verhandlungen sich über dienächsten Jahre ziehen.Wahlen in DeutschlandAm 22. September, eine Woche nach der österreichischenNationalratswahl, fanden in Deutschland dieWahlen zum Bundestag statt. Zwar war bereits imVorfeld der Wahl sehr wahrscheinlich, dass BundeskanzlerinAngela Merkel wohl in ihrem Amt bestätigtwerden würde, allerdings fiel das Votum deutlicherals angenommen aus. Mit einem Stimmenanteil von41,5% kam die Union auf 311 Sitze im Bundestagund schrammte damit nur haarscharf an der absolutenMehrheit vorbei. Die Union konnte um 7,7 Prozentpunktehinzugewinnen und erhielt 72 Sitze imBundestag hinzu.Regierungskrise in ItalienGewohnt abwechslungsreiche Monate hat Italien hintersich. Nachdem der Kassationsgerichtshof am 1.August ein Urteil gegen Silvio Berlusconi inklusiveeiner Haftstrafe von vier Jahren bestätigte, liegt nunerstmals ein rechtskräftiges Urteil gegen den langjährigenMinisterpräsidenten vor. Aufgrund seines Altersvon 76 Jahren werden ihm drei Jahre erlassen,das verbleibende Jahr kann in Hausarrest oder Sozialarbeitumgewandelt werden. Die Folge war eineRegierungskrise, da die Vertreter von BerlusconisPartei Popolo della Libertá (PdL) ihrem Parteigründerden Senatssitz sichern wollen. MinisterpräsidentLetta lehnte jedoch das Rücktrittsschreiben der fünfMinister des PdL ab und gewann am 2. Oktober eineVertrauensabstimmung, nachdem zuvor Senatorendes PdL angekündigt hatten, für die Regierungzu stimmen. Durch diesen Schwenk sah sich selbstBerlusconi gezwungen, sich für den Erhalt der Regierungauszusprechen. Da zwei Tage später der Immunitätsausschussmehrheitlich für die Annullierung derWahl Berlusconis in den Senat stimmte, ist sein Endeim italienischen Parlament so wahrscheinlich wienoch nie zuvor. Die Entscheidung wird die Abstimmungdes Senats zur Abwahl Berlusconis bringen,die in einigen Wochen stattfinden soll. Ob es auchsein politisches Ende sein wird, wird erfahrungsgemäßerst die Zukunft weisen.An zweiter Stelle platzierte sich die SPD, die zwar um2,7 Prozentpunkte hinzugewinnen konnte, aber mit25,7% der Stimmen einen deutlichen Abstand zumWahlgewinner Union aufwies. Linke und Grüne verlorenStimmen und Mandate (-3,3 Prozentpunkte dieLinke, -2,3 Prozentpunkte die Grünen).Der Koalitionspartner der Union, die FDP, hatte einenkatastrophalen Wahlabend und erlitt einen Verlustvon 9,8 Prozentpunkten. Mit einem Stimmanteil von4,8% scheiterte die Regierungspartei an der Fünf-Prozent-Hürde und flog aus dem Bundestag. Für dienunmehrige Kleinpartei stellt sich damit die Existenzfrage.Kanzlerin Merkel kam damit der logische undam leichtesten handzuhabende KoalitionspartnerÜberstand eine durch Silvio Berlusconi ausgelöste Regierungskrise- Italiens Ministerpräsident Enrico Letta.© Niccolò CarantiSeite 14WISO


© Parlamentsdirektion/ Peter KorrakÖsterreichNationalratswahl 2013Die Nationalratswahlen am 29. September 2013brachten den Parteien der bislang regierenden Koalitionsregierungaus SPÖ und ÖVP Verluste, währenddie Grünen und vor allem die FPÖ Zugewinneverzeichnen konnten. Das BZÖ scheiterte an derVier-Prozent-Hürde und verpasste damit den Einzugin den Nationalrat. Erstmals im Parlament vertretensind die liberalen NEOS und das Team Stronach.Zwar konnte die SPÖ mit 26,82 Prozent erneut diemeisten Stimmen auf sich vereinigen, musste abereinen Verlust von 2,44 Prozentpunkten und damitvon fünf Mandaten hinnehmen. Die ÖVP erreichte23,99 Prozent, ein Minus von 1,99 Prozentpunktengegenüber der Nationalratswahl von 2008. Die ÖVPbüßte damit vier Mandate ein. Zum großen Wahlgewinnerwurde die FPÖ, die auf 20,51 Prozent Stimmenanteilkam und um 2,97 Prozentpunkte zulegenkonnte. Die FPÖ gewann für den neuen Nationalratsechs Mandate hinzu. Die Grünen verfehlten dasselbstgesetzte Ziel von fünfzehn Prozent, legten aberum 1,99 Prozentpunkte auf einen Anteil von 12,42%zu und holten damit vier Mandate mehr als 2008.Das BZÖ kam nur mehr auf 3,53% der Stimmen undverpasste damit den Einzug in den Nationalrat. JosefBucher, der die Partei im Nationalrat angeführt hatte,trat zwischenzeitlich zurück und zog sich aus derPolitik zurück.Das Team Stronach schaffte zwar mit 5,73% denEinzug in den Nationalrat, blieb aber angesichts anfänglichsehr guter Umfragewerte im zweistelligenBereich, deutlich unter den Erwartungen des austrokanadischenMilliardärs und Parteichefs Frank Stronach.Mit den NEOS, die in einer gemeinsamen Liste mitdem Liberalen Forum antraten, schaffte eine zweiteneue Partei mit 4,96% der Stimmen den Einzug inden Nationalrat. Unterstützt werden die NEOS vomIndustriellen Hans Peter Haselsteiner,der bereits 1994 bis 1998 Nationalratsabgeordneterdes Liberalen Forumswar.© Bundeskanzleramt/ Regina AignerWerden wohl weiterregieren: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzlerund Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP)Die Wahlbeteiligung war mit 65,91% derStimmberechtigten am Wahlsonntagund 74,91% inklusive der Wahlkartenwählerinnenund –wähler so niedrig wienoch nie zuvor seit Beginn der ZweitenRepublik.Kein Ende: die Hypo Alpe AdriaKein Ende scheinen die schlechtenNachrichten bei der österreichischenKrisenbank Hypo Alpe Adria zu nehmen.Anfang September berichtete dieWISO Seite 15


falls verkauft werden. 26 Finanzministerin Maria Fekterwehrt sich nach wie vor gegen eine Überführung ineine Bad Bank, da sich in diesem Falle die gesamtenKosten auf das Staatsbudget niederschlagen würdenund den Verschuldungsgrad Österreichs deutlich ansteigenlassen würden.© DayliNach langem Siechen ging im August 2013 der Nahversorger„Dayli“ endgültig Pleite - die größte Handelspleite in ÖSterreichseit 20 Jahren.Tageszeitung „Der Standard“ über einen verschlossengehaltenen Bericht der Österreichischen Nationalbank,wonach der Kapitalbedarf der 2009 notverstaatlichtenBank bis zu 18 Milliarden Euro betragenkönnte. 23Der Bericht würde den Kapitalbedarf auf bestenfalls6,2 Milliarden Euro, schlimmstenfalls auf 18 Milliardenbeziffern. Die Österreichische Nationalbankdementierte umgehend die Existenz einer solchenAnalyse und verwies darauf, dass eine solche nachderzeitigem Stand nicht seriös durchgeführt könnte. 24Anfang September erhielt die Hypo Alpe Adria erneuteine staatliche Kapitalspritze von 700 Millionen Euro,um die gesetzlichen Mindestkapitalanforderungenerfüllen zu können.Die katastrophale finanzielle Situation zeigte sichauch am Geschäftsergebnis des ersten Halbjahres.Allein in den ersten sechs Monaten von 2013 wies dieBank einen Nettoverlust von 860 Millionen Euro auf.Die Summe der „notleidenden“ Kredite, d.h. der Kredite,die aller Voraussicht nach abgeschrieben werdenmüssen, betrug 9,5 Milliarden Euro. Die größtenProblemfelder waren dabei die Märkte in Slowenienund Italien, in denen die notleidenden Kredite um 116Millionen stiegen. 25Anfang September kamen die Republik Österreichund die Europäische Kommission bezüglich des Restrukturierungsplansfür die Hypo Alpe Adria überein.Die überlebensfähigen Teile der Bank sollen verkauftwerden, während der Rest auf geordnete Weise geschlossenwerden soll. Das südosteuropäische Netzwerkder Bank soll bis spätestens Mitte 2015 eben-Langes Siechen: Dayli geht PleiteEin tragisches Ende mit teilweise skurrilen Wendungennahm die Einzelhandelskette Dayli im August2013. Im Juli 2012 wurden die Filialen der Schlecker-Kette von Rudolf Haberleitner übernommen undzunächst in „Daily“, später, aus markenrechtlichenGründen, in „Dayli“ umbenannt. Die Drogerielädensollten in Nahversorger umgebaut werden und alleStandorte erhalten bleiben. Haberleitner wollte auchüber den Kunstgriff einer Gastronomiekonzessiondie Sonntagsöffnung der Dayli-Filialen erreichen underöffnete so einen Streit mit den Gewerkschaften undder Kirche, die massiv gegen die Sonntagsöffnungauftraten. Mit einer Novelle der Gewerbeordnungpräzisierte schließlich das Wirtschaftsministeriumdie Bedingungen für eine Öffnung am Wochenende,Dayli durfte nicht aufsperren.Vor dem Hintergrund sehr ambitionierter AnsagenHaberleitners über den Erhalt der Schlecker-Standorteund einer Expansion in Deutschland wurden imMai 2013 Finanzierungsprobleme der Dayli-Kettesichtbar, Lieferanten konnten nicht mehr fristgerechtbezahlt werden. 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterwurden beim AMS angemeldet und erste Schließungenvon Filialen angekündigt.Im Juli 2013 wurden keine Gehälter mehr ausgezahltund immer wieder angedeutete „neue Investoren“materialisierten sich nicht. Ganz im Gegenteil: RudolfHaberleitner wurde von als italienischen Investorengetarnten Betrügern in Mailand um eine Million Euroin bar erleichtert, die diese offenbar als „Anzahlung“für spätere Investitionen verlangt hatten. Das Geldkonnte bis heute nicht gefunden werden.Dayli musste nach Drohungen der Lieferanten einenKonkursantrag stellen, der Schuldenstand belief sichauf 56 Millionen Euro. Rudolf Haberleitner verkauftedie Kette um einen symbolischen Euro an den ausder Textilbranche stammenden UnternehmensberaterMartin Zieger. 2723vgl. Der Standard, 11. September 201324OENB, 12. September 201325vgl. Der Standard, 11. September 201326vgl. European Commission, 3. September 201327vgl. Der Standard, 12. August 2013Seite 16WISO


© DraganDLDNach jahrelangen Vorbereitungen und Investitionen in Millionenhöhe musste die OMV das Pipeline-Projekt „Nabucco“ im Junidiesen Jahres aufgeben.Auch im August 2013 konnten keine neuen Investorengefunden werden, woraufhin Masseverwalter RudolfMitterlehner das Unternehmen schloss. Mit fast3.500 betroffenen Beschäftigten stellt Dayli in Österreichdie größte Handelspleite seit 20 Jahren dar.Baukonzern Alpine im KonkursIm Juni 2013 schlitterte der Salzburger BaukonzernAlpine in die Pleite. Vom Aus des Bauunternehmenswaren 4.905 Beschäftigte betroffen, durch die Übernahmevon regionalen Konzerntöchtern und derenBaustellen durch die Konkurrenz konnten jedochmehr als 3.900 rasch wieder in ein neues Beschäftigungsverhältnisübernommen werden.Wie in einem nach dem Konkursantrag erstelltenGutachten klar wird, hatte der Alpine-Konzern bereitsim Jahr 2010 mit massiven finanziellen Schwierigkeitenzu kämpfen gehabt und konnte nur durch Notkreditevor der Pleite bewahrt werden. 28Im Zuge der 5-Milliarden-Euro-Pleite wurde die Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft zu Ermittlungeneingeschaltet. Es besteht der Verdachtder Untreue, des Betrugs, der betrügerischen Kridaund der Bilanzfälschung. 29Die Masseverwalter des Konzerns gaben gegenüberder „Presse“ an, dass die Tätigkeiten der Alpine aufden ausländischen Märkten, „ohne erkennbare strategischePlanung“ erfolgt sei und vor allem die Großprojektenicht kostendeckend gewesen wären. Seit2008 wäre mehr als eine Milliarde Euro „in Auslandsprojekteversenkt“ worden.28vgl. Die Presse, 04. August 201329vgl. Die Presse, 29. August 201330vgl. Die Presse, 05. August 201331vgl. Der Standard, 26. Juni 2013Der spanischen Konzernmutter, dem BaukonzernFCC, wird die Alpine-Pleite große Verluste einbringen.Seit der Übernahme im Jahr 2006 summierensich Kaufpreis und Finanzspritzen an das österreichischeTochterunternehmen auf etwa eine MilliardeEuro. 30OMV: Aus für NabuccoIm Juni 2013 musste der Schlussstrich unter daslangjährige Nabucco-Projekt der OMV gezogen werden.Ursprünglich sollte mit der „Nabucco“ genanntePipeline Gas aus Aserbaidschan 3.900 Kilometerweit über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarnnach Österreich transportiert werden. Im Laufeder Jahre wurde das Projekt bereits mehrfach kleinerdimensioniert. Der letzte Stand vor dem endgültigenAus sah nur mehr eine an der bulgarisch-türkischenGrenze startende Pipeline vor. 31Nabucco hätte die Gasversorgung der EU diversifizierenund die Abhängigkeit von russischen Lieferungenreduzieren sollen.Mitte 2013 fiel die Entscheidung, dass Nabuccokein Gas aus dem aserischen Gasfeld Shah DenizII erhalten wird, sondern das KonkurrenzprojektTAP (Trans Adriatic Pipeline), unter der Führungder schweizerischen AXPO und der norwegischenStatoil. Das Betreiberkonsortium von Shah DenizII, das von den Energiekonzernen BP, Total und deraserischen SOCAR gebildet wird, hatte sich für diesüdlich, über Griechenland, Albanien nach Italienführende Route entschieden, um die Märkte am Süd-WISO Seite 17


alkan besser erreichen zu können. Die OMV gaban, dass die bisherigen Planungskosten für Nabuccoin der Höhe von 50 Millionen Euro nicht verloren wären,sondern in die Förderung der 2012 vor der rumänischenSchwarzmeerküste entdeckten Gasvorkommeneinfließen werden, deren Gesamtvolumenallerdings noch nicht mit Sicherheit abschätzbar ist.Bisherige Angaben sprechen von 42 bis 84 MilliardenKubikmeter Gas. 32Konjunkturprognosen für ÖsterreichDie Konjunkturprognose des Österreichischen WirtschaftsforschungsinstitutWIFO für das Jahr 2014ist vorsichtig optimistisch. 33 Nachdem das Jahr 2012von einer wirtschaftlichen Abkühlung gekennzeichnetwar, die im vierten Quartal sogar eine Kontraktiondes Bruttoinlandsproduktes sah, „erholte“ sich dieWirtschaft Anfang 2013 bis hin zu einem Nullwachstumim ersten Quartal. Unternehmensbefragungendes WIFOs im August und September sahen erstmalswieder optimistischere Zukunftserwartungen.Das WIFO geht davon aus, dass die Jahre 2013 und2014 wieder einen Aufschwung sehen werden, wennauch verhaltener als in der Phase unmittelbar nachdem Krisenjahr 2009. Nachfrageschwächen in denSchwellenländern und die schwache Konjunktur imEuroraum im Zusammenspiel mit dem fortdauernden,schleppenden Umbau des institutionellen Gefügesder Eurozone, dämpfen nach wie vor die wirtschaftlicheDynamik: Unternehmen verhalten sichrisikoavers und stellen größere Investitionen nachhinten.Dennoch geht das WIFO für 2014 von einer realenZunahme des BIP um 1,7% aus, ein mehr als viermalso starkes Wachstum als 2013 (WIFO-Prognosefür 2013: +0,4% real). Der private Konsum wird aufeinen realen Zuwachs von 0,9% geschätzt, eine stabile,aber nicht impulsgebende Entwicklung. Exporteund Importe sollen sich aber gegenüber 2013 starkmit jeweils 5,5% ausweiten.Die Arbeitslosenquote soll lt. WIFO auch 2014 nochweiter ansteigen, allerdings nur mehr geringfügig, um0,1 PP auf 5,2% nach Eurostat-Definition bzw. 7,8%nach nationaler Definition. Die Beschäftigung sollsich 2014 um 0,8% ausweiten, sodass die Parallelentwicklungvon Beschäftigung und Arbeitslosigkeitweitergehen wird. Allerdings reicht das Wirtschaftswachstumnicht aus, um die Arbeitslosigkeit, die vielfachstruktureller Natur ist, zu reduzieren.IWF-Länderbericht zu ÖsterreichDer jährliche Länderbericht zu Österreich des InternationalenWährungsfonds (IWF) fiel größtenteilspositiv aus. Österreich repräsentiere ein Gebiet „relativerStabilität“ innerhalb des herausfordernden europäischenUmfelds. Auch die makroökonomischenFundamentalwerte wären relativ gesund, dennoch,so die Empfehlung des IWF, solle Österreich seineSpar- bzw. Konsolidierungsziele weiterhin strikt verfolgen.Einsparungspotenzial sieht der IWF - wenigüberraschend - vor allem bei den Pensionen, im Gesundheitssystemund bei den Sozialleistungen.So schlägt der IWF eine raschere Angleichung derPensionsalter von Männern und Frauen vor. Der FaktorArbeit würde nach der Sicht des IWF zu hoch besteuertund müsste über eine „umfassende Reform“der Besteuerung und der Sozialversicherung entlastetwerden. Für die Transferleistungen an Familienempfiehlt der IWF, Geldleistungen zurückzufahrenund stattdessen in reale Transfers, allen voran derBereitstellung kostengünstigerer Betreuungsplätze,zu investieren. Personen mit Kinderbetreuungspflichten,in erster Linie Frauen, könnten so ihren Arbeitseinsatzausdehnen und mit dem zusätzlich verdientenGeld die Binnennachfrage ankurbeln. 34Länderbericht der OECD zu ÖsterreichEinen ganzheitlicheren Blick auf die Situation Österreichswirft der Länderbericht der OECD, der imJuli 2013 in Wien vorgestellt wird. Einerseits wird diestarke Kombination aus „materiellen Wohlbefindenund hoher Lebensqualität“ in Österreich herausgestellt,andererseits aber Kritik an der Organisationvon Bildungs- und Gesundheitswesen geübt. 35 Österreichgelänge es, eine Zunahme des Bruttoinlandspro Kopf mit niedriger Einkommensungleichheit, hohenUmweltstandards und einer steigenden Lebensqualitätzu verbinden, weise großzügige Sozialleistungenauf und verfüge über eine gut funktionierendeSozialpartnerschaft. Aber finanziell stehe das Staatsbudgetunter langfristigem Budgetdruck und es bestündenAnsteckungsrisiken des österreichischenBankensystems aufgrund des hohen Engagementsösterreichischer Kreditinstitute im wirtschaftlich fragilenOsteuropa.Die OECD kritisiert, dass Bildungs- und Gesundheitssystemtrotz hoher Investitionen nur mittelmäßige Er-32vgl. Handelsblatt, 22. Februar 201233vgl idF WIFO, 03. Oktober 201334vgl. IMF , 01. Juli 201335idF vgl. OECD, Juli 2013Seite 18WISO


gebnisse erbrächten und Ungleichheiten aufweisenwürden. Familienarbeit wird nach wie vor zum weitüberwiegenden Teil von Frauen erbracht, die zwarin der Bildung die Männer ein- bzw. überholt haben,aber große Spannungen zwischen Erwerbsarbeitund Betreuungspflichten erlebten und signifikanteEinkommensrückstände aufweisen würden. Niedrigqualifizierte Migrantinnen und Migranten fänden sichschnell in einem Teufelskreis aus geringer Bildung,schlechter Arbeitsmarktchancen und Abhängigkeitvon Sozialleistungen. Durch die demographischeEntwicklung wäre eine zunehmende budgetäre Belastungdurch steigende Pensionskosten abzusehen.Im Umweltbereich wären speziell die PhänomeneZersiedelung und Verkehr problematisch. Umweltschädendurch den Verkehr wären nicht ausreichendin die Mobilitätskosten eingepreist.TIROLUnterbrechung der FelbertauernstraßeAm 14. Mai wurde die Felbertauernstraße durch einenmassiven Felssturz verlegt. Die Gesteinsmassenzerstörten die Schildalmgalerie und machen denFelbertauern auf Monate hin nicht passierbar, womitdie Verkehrslage in Osttirol drastisch verschärft wurde– nach Nordtirol bleibt nur die Route über Südtirol.Die verbliebene Busverbindung über den Felbertauernsetzte einen Fußmarsch, vorbei am verschüttetenStraßenstück, voraus. Der Bau einer einspurigenErsatzstraße zur Umgehung der zerstörten Galeriedauerte Monate und verursachte Kosten in Millionenhöhe.Was also empfiehlt die OECD? Im Bereich der Finanzenund Wirtschaft empfiehlt die OECD weiter einemKonsolidierungspfad zu folgen und notverstaatlichteBanken möglichst rasch abzuwickeln. Arbeitshindernissefür Ältere sollten rasch abgebaut werden unddas Pensionssystem an die demographische Entwicklungangepasst werden. Ähnlich wie der IWF, rätdie OECD auch zumAusbau von leistbarerKinderbetreuung fürKinder aller Altersstufen,um Frauen den(Wieder-)Einstieg inden Arbeitsmarkt zuerleichtern. Im Umweltbereichsollten,wie erwähnt, schädlicheAuswirkungen desVerkehrs in die Kosteneingepreist werden.Konkret empfiehlt dieOECD die steuerlicheBevorzugung desDiesels abzuschaffenund das Road-Pricingauszudehnen. Auchdie Abschaffung desPendlerpauschales istim Maßnahmenkatalog der OECD beinhaltet. Bund,Länder und Gemeinden sollten stärker miteinanderkooperieren, um der steigenden Zersiedelung entgegenzuwirken.36vgl. TT, 05.06.2013Hochwasser in TirolAnfang Juni wurde Tirol nach schweren Unwetternvon einer Flutkatastrophe heimgesucht. Besondersdie Bezirke Kufstein und Kitzbühel waren von denWassermassen betroffen. Besonders betroffen wardie Gemeinde Kössen, wo die Großache über dieUfer trat und das Ortsgebiet unter Wasser setzte. InDie Tiroler Sachgüterproduktion verzeichnete zum Jahresanfang 2013 Produktionsrückgänge.ganz Tirol mussten hunderte Menschen aus ihrenHäusern evakuiert werden, Hangrutsche bedrohtenSiedlungsgebiete.Auch die Tiroler Wirtschaft wurde durch das Hochwasserin Mitleidenschaft gezogen. Etwa 140 Betriebemussten teils schwere Schäden hinnehmen.WISO Seite 19


Der Sachschaden wird auf etwa 30 Millionen Eurogeschätzt. 36 Der gesamte volkswirtschaftliche Schadendes Hochwassers in Österreich beläuft sich nachSchätzungen des WirtschaftsforschungsinstitutsEcoAustria auf rund 2,2 Mrd. Euro. 37Die Wirtschaft Tirols im ersten Halbjahr 2013Tirol konnte in den beiden ersten Quartalen 2013 diejeweils höchsten Beschäftigungszuwächse in Österreichrealisieren. Zuwächse gab es in erster Linie imDienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft. DieSachgüterproduktion konnte bislang nicht an die positiveEntwicklung im Jahr 2012 anschließen. 38Vorjahressaison steigern konnten. Das Plus wurdebei den ausländischen Gästen erzielt, deren Zahl derÜbernachtungen um 2,4% anstieg. Dagegen sank dieZahl der in Tirol nur eine geringere Rolle spielendenInlandsnächtigungen um 1,8%. Zuwächse gab esbei den Nächtigungen von Gästen aus Deutschland(+4,2%), ein Minus bei allerdings bei der zweitwichtigstenGästegruppen aus den Niederlanden (-3,3%).Die Zahl der Nächtigungen aus dem immer wichtigerwerdenden russischen Markt stieg um 7,7%.Die Sachgüterproduktion verzeichnete im erstenQuartal 2013 Produktionsrückgänge in der Höhevon 2,3%, im ersten Halbjahr gesamt wird sich derRückgang mit -2,0% im österreichischen Durchschnitteinpendeln. Vor allem im wichtigen Bereichder Glas- und Keramikindustrie sanken Produktionund Beschäftigung. Vom vierten Quartal 2012 zumersten Quartal 2013 halbierte sich die Produktion indiesem Wirtschaftsbereich. Beschäftigungsseitig gingenrund 300 Stellen verloren.Unterdurchschnittlich entwickelte sich auch der Bereichder Metallerzeugung und –bearbeitung und Maschinenbau,der einen negativen Wachstumsbeitragvon2,4 Prozentpunkten beisteuerte, dabei jedoch dieBeschäftigung stabil halten konnte.Im Gesamten stieg die Beschäftigung in der Sachgüterproduktionim ersten Quartal um 3,9% und imzweiten Quartal um 0,4%. Trotz der nachlassendenDynamik lag die Tiroler Entwicklung über dem österreichischenDurchschnitt (von 1,0% Zuwachs imersten Quartal und einem Rückgang von 0,1% imzweiten).Die Bauwirtschaft durchlebte ein positives erstesHalbjahr, der Wert der abgesetzten Produktion erhöhtesich um 6,5%. Zuwächse fanden v.a. im Hochbaustatt, wo auch öffentliche Aufträge die Entwicklungankurbelten. Im Zuge dessen erhöhte sich derBeschäftigtenstand in der Tiroler Bauwirtschaft um1,3%. In den vom WIFO durchgeführten Unternehmensbefragungenim Juli 2013 äußerten sich rund80% der BauunternehmerInnen optimistisch: sie würdenausreichend oder mehr als ausreichend mit Aufträgenversorgt.Positives gab es auch vom Tourismus zu berichten,in dem die Tiroler Betriebe in der Wintersaison 2012/2013 die Übernachtungen um 2,1% gegenüber der37ebda38vgl. idF WIFO, August 2013Seite 20WISO


Literaturliste/ DatenquellenDer nächste Eurobonds-AnlaufWiener Zeitung, S. 6, 03.07.2013Flut: Tirols Betriebe beklagen 30 Mio. Euro SachschadenTiroler Tageszeitung, 05.06.2013When giants slow downThe Economist, S. 18, 27.07.2013The reckoningThe Economist, 24.08.2013http://www.economist.com/news/finance-andeconomics/21584010-why-india-particularly-vulnerable-turbulence-rattling-emergingZugriff: 30.09.2013No way to run a countryThe Economist, S. 11, 05.10.2013Lenkt Deutschland bei Bankenabwicklung ein?Euractiv.de, 16.09.2013http://www.euractiv.de/finanzen-und-wachstum/artikel/lenktdeutschland-bei-bankenabwicklung-ein-008010?newsletter=Zugriff: 17.09.2013Grünes Licht für einheitliche BankenaufsichtEuropäisches Parlament, 12.09.2013http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20130906IPR18829/html/Gr%C3%BCnes-Lichtf%C3%BCr-einheitliche-BankenaufsichtZugriff: 16.09.2013State aid: Commission approves plan to orderly wind down HypoGroup Alpe AdriaEuropean Commission, 03. September 2013http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-811_en.htmZugriff: 18.09.2013State aid: Commission temporarily approves rescue aid for Slovenianbanks Factor banka d.d. and Probanka d.d.European Commission, 06.09.2013http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-822_en.htmZugriff: 18.09.2013Statement from United States President Barack Obama, EuropeanCouncil President Herman Van Rompuy and EuropeanCommission President José Manuel BarrosoEuropean Commission, 13.02.2013http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-94_en.htmZugriff: 17.09.2013Final Report: High Level Working Group on Jobs and GrowthEuropean Commission, 11.02.2013http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2013/february/tradoc_150519.pdfZugriff: 17.09.2013Wachstumsrate des realen BIP – VolumenEurostat, 14.06.2013http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/national_accounts/data/main_tablesZugriff: 26.07.2013Harmonisierte Arbeitslosenquote nach Geschlecht – Alter 15-24Eurostat, 16.06.2013http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&init=1&language=de&pcode=teilm021&plugin=1Zugriff: 26.07.2013Auf dem Weg in die Bankenunion – Bestandaufnahme aus Sichtder EZBEZB, 04. September 2013http://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2013/html/sp130904.de.htmlZugriff: 16.09.2013Die Kehrseite des SparensFinancial Times Deutschland, 10.11.2011http://www.ftd.de/politik/europa/:lettland-die-kehrseite-des-sparens/60127289.htmlZugriff: 20.09.2013Chinas Wachstum sinkt weiterFrankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2013http://blogs.faz.net/asien/2013/07/15/newsflash-chinas-wachstum-sinkt-weiter-476/Zugriff: 20.09.2013Schäuble will Bankenunion in zwei SchrittenFrankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2013http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bankenabwicklung-schaeuble-will-bankenunion-in-zwei-schritten-12180990.htmlZugriff: 17.09.2013Wer die Macht über Banken haben sollFrankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2013http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/finanzaufsicht-wer-die-macht-ueber-banken-haben-soll-12573809.htmlZugriff: 17.09.2013Bundesbank fordert EU-VertragsänderungFrankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2013http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bankenunion-bundesbank-fordert-eu-vertragsaenderung-12576249.htmlZugriff: 17.09.2013OMV entdeckt Gasreserven im Schwarzen MeerHandelsblatt, 22.02.2013http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/rohstoffkonzern-omv-entdeckt-gasreserven-im-schwarzen-meer/6240180.htmlZurgriff: 19.09.2013Euro-Gruppe will über Slowenien beratenHandelsblatt, 11.09.2013http://www.handelsblatt.com/politik/international/treffen-in-litaueneuro-gruppe-will-ueber-slowenien-beraten/8777372.htmlZugriff: 18.09.2013Austria - 2013 Article IV Consultation Preliminary ConclusionsInternational Monetary Fund, 01.07.2013http://www.imf.org/external/np/ms/2013/070113.htmZugriff: 18.09.2013Government Shuts Down in Budget ImpasseNew York Times, 30.09.2013http://www.nytimes.com/2013/10/01/us/politics/congress-shutdown-debate.html?smid=pl-share&_r=0Zugriff: 08.10.2013Senate Leaders Mull Raising Debt Ceiling in Challenge to HouseNew York Times, 07.10.2013http://www.nytimes.com/2013/10/08/us/politics/senate-leadersmull-raising-debt-ceiling-in-challenge-to-house.html?ref=usZugriff: 08.10.2013OECD Economic Surveys 2013: AustriaOECD, 07.2013WISO Seite 21


http://www.keepeek.com/Digital-Asset-Management/oecd/eco-nomics/oecd-economic-surveys-austria-2013_eco_surveys-aut-2013-en#page1Zugriff: 19.09.2013OeNB dementiert „Standard“-Bericht: Keine neuen OeNB-Berechnungenzur Hypo Group Alpe Adria (HGAA)Österreichische Nationalbank, 12.09.2013http://www.oenb.at/de/presse_pub/aussendungen/2013/2013q3/pa_20130912_oenb_dementiert_standard-bericht__keine_neuen_257618_page.jsp;jsessionid=A7EBC4E40F77107E551C7FADFFC076F4?tmcsTrackingInfo=$WlvSmHx3SHMsXVdoOYBZXI4SztxHwkk6MjpGwzYpk7y721PUgCKfGnv4dya17vBuZugriff: 18.09.2013Gutachter: Alpine bereits 2010 vor der InsolvenzDie Presse, 04.08.2013http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1437970/Gutachter_Alpine-bereits-2010-vor-der-Insolvenz-?direct=1438342&_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/1438342/index.do&selChannel=Zugriff: 20.09.20131,6 Milliarden in Abwicklungsfonds für ProblembankenWiener Zeitung, 15.07.2013http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/561906_16-Milliarden-in-Abwicklungsfonds-fuer-Problembanken.htmlZugriff: 17.09.2013Prognose für 2013 und 2013: Erste Zeichen einer KonjunkturerholungWIFO, 03.10.2013http://www.wifo.ac.at/jart/prj3/wifo/resources/person_dokument/person_dokument.jart?publikationsid=46967&mime_type=application/pdfZugriff: 03.10.2013Die Wirtschaft in den Bundesländern: I. Quartal 2013WIFO, August 2013, S. 7ff.Alpine-Pleite kostet spanische Mutter über eine MilliardeDie Presse, 05.08.2013http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1438342/AlpinePleite-kostet-spanische-Mutter-ueber-eine-Milliarde?from=suche.intern.portalZugriff: 20.09.2013Insolvenzverwalter: Alpine versenkte Milliarde im AuslandDie Presse, 29.08.2013http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1446429/Insolvenzverwalter_Alpine-versenkte-Milliarde-im-Ausland?from=suche.intern.portalZugriff: 20.09.2013Abkommen zwischen EU und USA: Wie der Freihandel die Wirtschaftankurbeln sollSpiegel Online, 10.07.2013http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warum-eu-undusa-ein-freihandelsabkommen-wollen-a-910413.htmlZugriff. 17.09.2013Rennen ums Gas: Nabucco-Projekt der OMV gescheitertDer Standard, 26.06.2013http://derstandard.at/1371170643525/Nabucco-Projekt-drohtendgueltiges-AusZugriff: 19.09.2013Von Schlecker zu Dayli – das große ScheiternDer Standard, 12.08.2013http://derstandard.at/1375626336644/Von-Schlecker-zu-Dayli---das-grosse-ScheiternZugriff: 19.09.2013Hypo-Kapitalbedarf im Höchstfall 17 MilliardenDer Standard, 11.09.2013http://derstandard.at/1378248815363/Hypo-Kapitalbedarf-imschlimmsten-Fall-17-Milliarden-EuroZugriff: 18.09.2013Auf Konfrontationskurs mit SchäubleSüddeutsche Zeitung, 10.06.2013http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/plaene-der-eu-kommission-zur-bankenabwicklung-auf-kollisionskurs-mit-schaeuble-1.1717874Zugriff: 17.09.2013Seite 22WISO


ÜberblickMag. Armin ErgerDer Tiroler ArbeitsmarktDas erste Halbjahr 2013Nach der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt imJahr 2012 trat der Tiroler Arbeitsmarkt 2013 in eineschwierigere Phase ein. Dabei war aber die Bewegungsrichtungdes Arbeitsmarktes keineswegs eindeutig.Denn sowohl die Beschäftigung, als auch dieArbeitslosigkeit nahmen beide zu.BeschäftigungIm Durchschnitt waren im ersten Halbjahr 2013310.749 Personen in Tirol in Beschäftigung. Gegenüberdem ersten Halbjahr 2012 stieg die Beschäftigungdamit um 6.460 Personen bzw. um 2,1% an.Tirol lag damit weit über der durchschnittlichen Beschäftigungssteigerungin Österreich von 0,6%.Mehr als die Hälfte (58%) der neu hinzugekommenenBeschäftigten waren Frauen. Die Beschäftigungssteigerungder Frauen machte gegenüber demVorjahr 2,6% aus, bei den Männern waren es 1,6%.Die Ausweitung der Beschäftigung ist – in ganz Österreich– fast ausschließlich auf eine Zunahme vonTeilzeitarbeitsplätzen zurückzuführen.Überdurchschnittlich zunahm die Beschäftigung vonausländischen Erwerbstätigen. Die Anzahl der Personenohne österreichische Staatsbürgerschaft diein Tirol beschäftigt war, nahm in den ersten sechsMonaten des Jahre um 6,7% gegenüber dem Vorjahrzu (+ 3.535 Personen). Ausländische Beschäftigtemachten damit rund 55% der gesamten Beschäftigungszunahmein Tirol aus.Die stärkste Beschäftigungssteigerung gab es imVerkehrswesen, in dem gegenüber dem Vorjahr1.811 Beschäftigte hinzukamen. Deutliche Steigerungengab es auch im Gastgewerbe mit 1.532 zusätzlichenBeschäftigten und in der Sachgüterproduktionmit einem Plus von 1.005 Beschäftigten. Einen Beschäftigungsrückgangerlebte die vielfältige Brancheder sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, miteinem leichten Minus von 101 Beschäftigten.Regional betrachtet stieg die Beschäftigung im BezirkSchwaz am stärksten an. 1.104 Beschäftigte kamenim ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahrhinzu, eine Steigerung von 3,2%. Eine schwache Zu-WISO Seite 23


nahme von 0,6% war im Bezirk Lienz zu verzeichnen.Einen Beschäftigungsverlust gab es in keinemTiroler Bezirk.ArbeitslosigkeitIm Durchschnitt der ersten sechs Monate warenin Tirol 20.948 Personen auf Arbeitssuche, davon11.825 Männer und 9.123 Frauen. Gegenüber demVorjahr waren damit um 1.054 Personen mehr beimAMS vorgemerkt, eine Zunahme von 5,3%. Die Arbeitslosigkeitder Männer stieg mit 5,7% etwas stärkerals diejenige der Frauen mit 4,8%. Die Arbeitslosenquotefür das erste Halbjahr lag mit 6,3% um 0,2Prozentpunkte höher als im Vorjahr (Männer 6,7%;Frauen 5,8%).Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungenErwachsenen nahm um 82 Personen zu, sodassim ersten Halbjahr im Schnitt 3.449 Unter-25jährigeauf Arbeitssuche waren. Die Zunahme der Arbeitslosigkeitin dieser Personengruppe lag allerdings unterdem allgemeinen Tiroler Durchschnitt.Weit darüber lag die Zunahme der arbeitslosen Personenim Alter von 50 Jahren und darüber, deren Arbeitsmarktlagesich seit Jahren immer mehr zuspitzt.491 Arbeitslosen in diesem Alter kamen im Vergleichzum Vorjahr hinzu, was eine Zunahme der Arbeitslosigkeitum 12,3% bedeutete. Die Zahl der arbeitslosenPersonen 50+ stieg damit doppelt so stark wiedie allgemeine Arbeitslosigkeit in Tirol. Insgesamtwaren 4.495 Menschen über 50 Jahre auf der Suchenach einer neuen Arbeit.Noch stärker nahm die Arbeitslosigkeit von Personenmit einer anderen Staatsbürgerschaft zu. 4.637 Ausländerinnenund Ausländer waren im Schnitt ohneArbeit, 532 Personen mehr als im Vorjahr.Der Arbeitsmarkt in den BezirkenIn der regionalen Betrachtung zeigte sich eine deutlicheStreuung der Entwicklung der Arbeitslosigkeit inden Tiroler Bezirken. Am besten schnitt Kitzbühel ab,wo die Anzahl der arbeitslosen Personen um 1,2%zurückging. Nur moderat stieg die Arbeitslosigkeit inImst (+1,2%), Landeck (+2,2) und Reutte (+2,3). Diehöchste Steigerung der Arbeitslosigkeit zeigte sichim Arbeitsmarktbezirk Innsbruck, der neben der Landeshauptstadtauch den Umlandbezirk Innsbruck-Land umfasst. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um8,3% an, 575 arbeitslose Personen kamen neu hinzu.Auch im Bezirk Kufstein stieg die Arbeitslosigkeitspürbar an (+7,6%).Die höchsten Arbeitslosenquoten wiesen die BezirkeLandeck und Lienz (10,2% bzw. 10,5%) auf, indenen mehr als jeder Zehnte erwerbsaktive Personohne Beschäftigung war. Den geringsten Anteil Arbeitsloserwiesen Schwaz (5,6%) und Reutte (5,3%)auf. Auffällig ist, dass die Arbeitslosenraten in denBezirken trotz der teilweise deutlichen Steigerungender Arbeitslosenzahlen sich gar nicht oder nur moderaterhöhten. Dies deshalb, weil gleichzeitig mit demAnstieg der Arbeitslosigkeit sich das Arbeitskräftepotenzial,das die Berechnungsbasis der Arbeitslosenquotebildet, ausweitete. Die größte Steigerung derArbeitslosenquote war im Bezirk Lienz zu beobachten.Diese stieg von 10,0% im ersten Halbjahr 2012um 0,5 Prozentpunkte auf 10,5% im ersten Halbjahr2013.Auffällig ist auch, dass der Anstieg der Arbeitslosenquotenmit der Ausnahme des ArbeitsmarktbezirkesInnsbruck und Innsbruck-Land gänzlich aufgrund desnegativen Entwicklung des Arbeitskräftepotenzialsder Männer zustande kam (im Tirol-Schnitt ein Rückgangvon 4,0%). Während das Arbeitskräftepotenzialbei den Frauen teilweise im zweistelligen Bereichanstieg (z.B. Lienz +13,1%, Landeck +12,9%). ImDurchschnitt wuchs das weibliche Arbeitskräftepotenzialum 8,4% gegenüber dem Vorjahr.Die Jugendarbeitslosigkeit entwickelte sich nur inden Bezirken Kitzbühel und Lienz positiv. In Kitzbühelging die Zahl der Arbeit suchenden Unter-25jährigenum 7,9% zurück, in Lienz stagnierte sie mit -0,3%,was einem Rückgang von exakt einer Person gegenüberdem ersten Halbjahr 2012 bedeutete. Einendeutlichen Anstieg gab es im Bezirk Reutte mit einerZunahme der Jugendarbeitslosigkeit um 10,7%. InKufstein stieg die Arbeitslosigkeit der Jugendlichenund jungen Erwachsenen um 7,3% an.In der Arbeitsmarktsituation der Gruppe der Über-50jährigen zeigte sich ebenfalls eine breite Streuung,allerdings vor allem im Hinblick darauf, wie sehr sichdie Situation verschlechterte. Die einzige Ausnahmebildete der Bezirk Reutte, in dem im ersten Halbjahrdie Zahl der arbeitslosen Personen dieser Altersgruppetatsächlich sank. Am anderen Ende der Entwicklungstehen die Bezirke Kufstein (+17,0%) undLienz (+15,2%). Aber auch der ArbeitsmarktbezirkInnsbruck und Innsbruck-Land wies mit 13,0% eineüberdurchschnittliche Steigerung der Arbeitslosen50+ auf.Seite 24WISO


12,0%10,2%10,5%8,0%7,3%5,8%6,3%5,9%5,3%5,6%6,5%4,0%0,0%IM IBK+IL KB KU LA LZ RE SZ TirolArbeitslosenraten in den Tiroler Bezirken im Halbjahr I 201320,0%15,0%10,0%5,0%1,2%8,3%7,6%2,2%6,4%2,3%4,7%5,7%0,0%IM IBK+IL KB KU LA LZ RE SZ Tirol-1,2%-5,0%-10,0%Veränderung der Anzahl der Arbeitslosen in den Tiroler Bezirken im ersten Halbjahr 2013.WISO Seite 25


20,0%15,0%10,0%7,3%10,7%5,0%1,5%2,2%4,9%2,8% 2,4%0,0%-5,0%IM IBK+IL KB KU LA LZ RE SZ Tirol-0,3%-10,0%-8,0%Veränderung der Anzahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren in den Tiroler Bezirken im Halbjahr I 201320,0%15,0%13,0%17,0%15,2%17,8%12,3%10,0%8,6%9,0%8,9%5,0%0,0%-5,0%IM IBK+IL KB KU LA LZ RE SZ Tirol-3,7%-10,0%Veränderung der Anzahl der Arbeitslosen 50+ in den Tiroler Bezirken im ersten Halbjahr 2013.Seite 26WISO


Tirol gesamtArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Tirol Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 300.205 141.942 158.263 1,5% 1,9% 1,3%Zunahme Beschäftigung 4.565 2.626 1.939Arbeitslose 21.032 9.123 11.909 5,7% 4,8% 6,4%Veränderung Arbeitslose 1.137 420 717Arbeitslosenrate 6,5% 5,7% 7,4%+ 0,2 PP - 0,2 PP + 0,7 PPArbeitslose unter 25 Jahre 3.449 1.420 2.029 2,1% 0,4% 3,9%Veränderung AL unter 25 Jahre 82 6 76Arbeitslose 50+ 4.495 1.876 2.619 12,3% 14,3% 10,8%Veränderung AL 50+ 491 235 256Bezirk ImstArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Imst Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 25.142 11.595 13.547 1,5% 1,7% 1,4%Zunahme Beschäftigung 381 193 188Arbeitslose 1.980 869 1.111 1,2% 6,1% -2,4%Veränderung Arbeitslose 23 50 -27Arbeitslosenrate 7,3% 6,4% 8,2%+ 0,0 PP - 0,3 PP + 0,3 PPArbeitslose unter 25 Jahre 346 151 195 1,5% 13,6% -6,2%Veränderung AL unter 25 Jahre 5 18 -13Arbeitslose 50+ 403 173 230 8,6% 9,4% 8,0%Veränderung AL 50+ 32 15 1716.00012.0008.0004.00001.2008004000Tirol Gesamt: Struktur der Arbeitslosigkeit2.6191.8762.0291.420Arbeitslose 50+Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 505.8277.261Frauen MännerBezirk Imst: Struktur der Arbeitslosigkeit230173195151Arbeitslose 50+Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 50545686Frauen MännerWISO Seite 27


Innsbruck und Innsbruck-LandArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Innsbruck Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 121.390 59.085 62.305 0,9% 1,1% 0,8%Zunahme Beschäftigung 1.131 622 509Arbeitslose 7.488 3.008 4.480 8,3% 6,5% 9,6%Veränderung Arbeitslose 575 184 391Arbeitslosenrate 5,8% 4,7% 7,0%+ 0,4 PP + 0,1 PP + 0,7 PPArbeitslose unter 25 Jahre 1.231 461 770 2,2% -8,3% 9,7%Veränderung AL unter 25 Jahre 26 -42 68Arbeitslose 50+ 1.503 562 941 13,0% 15,9% 11,3%Veränderung AL 50+ 173 77 96Bezirk KitzbühelArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Kitzbühel Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 24.613 11.859 12.754 1,5% 1,8% 1,8%Zunahme Beschäftigung 361 211 150Arbeitslose 1.654 723 931 -1,2% -0,3% -1,9%Veränderung Arbeitslose -2 -18 16Arbeitslosenrate 6,3% 5,5% 7,1%- 0,2 PP - 0,3 PP + 0,1 PPArbeitslose unter 25 Jahre 231 95 136 -8,0% -6,6% -8,8%Veränderung AL unter 25 Jahre -20 -7 -13Arbeitslose 50+ 428 181 247 9,0% 7,4% 10,2%Veränderung AL 50+ 35 13 225.0004.0003.0002.0001.00001.2008004000Innsbruck & Innsbruck-Land: Struktur der Arbeitslosigkeit941770562461Arbeitslose 50+Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 501.9852.769Frauen MännerBezirk Kitzbühel: Struktur der Arbeitslosigkeit24718113695Arbeitslose 50+Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 50447548Frauen MännerSeite 28WISO


Bezirk KufsteinArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Kufstein Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 43.213 20.132 23.081 2,1% 2,5% 1,8%Zunahme Beschäftigung 888 485 403Arbeitslose 2.689 1.218 1.471 7,6% 9,8% 5,8%Veränderung Arbeitslose 190 109 81Arbeitslosenrate 5,9% 5,3% 6,4%+ 0,3 PP + 0,0 PP + 0,6 PPArbeitslose unter 25 Jahre 470 203 267 7,3% 10,3% 5,1%Veränderung AL unter 25 Jahre 32 19 13Arbeitslose 50+ 592 262 330 17,0% 19,0% 15,4%Veränderung AL 50+ 86 42 44Bezirk LandeckArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Landeck Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 19.163 8.652 10.511 2,3% 3,1% 1,7%Zunahme Beschäftigung 436 262 174Arbeitslose 2.174 1.016 1.158 2,2% 3,2% 1,3%Veränderung Arbeitslose 47 32 15Arbeitslosenrate 10,2% 9,6% 10,8%+ 0,0 PP - 0,9 PP + 0,8 PPArbeitslose unter 25 Jahre 373 156 217 4,9% 4,9% 4,8%Veränderung AL unter 25 Jahre 17 7 10Arbeitslose 50+ 469 216 253 8,9% 9,6% 8,4%Veränderung AL 50+ 39 19 201200800400012008004000Bezirk Kufstein: Struktur der Arbeitslosigkeit267203Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 507538740 0Bezirk Landeck: Struktur der Arbeitslosigkeit156217Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 50644 6880 0WISO Seite 29


Bezirk LienzArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Lienz Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 18.133 8.191 9.942 0,6% 1,6% -0,2%Zunahme Beschäftigung 116 133 -17Arbeitslose 2.126 937 1.189 6,4% 4,2% 8,1%Veränderung Arbeitslose 128 38 90Arbeitslosenrate 10,5% 9,3% 11,7%+ 0,5 PP - 0,8 PP + 1,8 PPArbeitslose unter 25 Jahre 311 129 182 -0,4% 2,2% -2,1%Veränderung AL unter 25 Jahre -1 3 -4Arbeitslose 50+ 502 201 301 15,2% 22,6% 10,7%Veränderung AL 50+ 66 37 29Bezirk ReutteArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Reutte Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 12.897 5.826 7.071 1,2% 1,2% 1,1%Zunahme Beschäftigung 148 71 77Arbeitslose 724 367 357 2,3% -3,8% 9,4%Veränderung Arbeitslose 16 -15 31Arbeitslosenrate 5,3% 5,4% 5,2%+ 0,1 PP - 0,8 PP + 0.8 PPArbeitslose unter 25 Jahre 131 66 65 10,7% 1,0% 22,8%Veränderung AL unter 25 Jahre 13 1 12Arbeitslose 50+ 158 73 85 -3,7% -3,5% -3,8%Veränderung AL 50+ -6 -3 -3120080040004000Bezirk Lienz: Struktur der Arbeitslosigkeit182129Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 506077060 0Bezirk Reutte: Struktur der Arbeitslosigkeit6665Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 502282070 0Seite 30WISO


Bezirk SchwazArbeitsmarktübersicht 1. Halbjahr 2013Vergleich 1. Halbjahr 2013 mit 2012Schwaz Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerBeschäftigte 35.655 16.604 19.051 3,2% 4,1% 2,4%Zunahme Beschäftigung 1.104 649 455Arbeitslose 2.113 987 1.126 4,7% 2,5% 6,7%Veränderung Arbeitslose 95 24 71Arbeitslosenrate 5,6% 5,2% 6,0%+ 0,1 PP - 0,5 PP + 0,6 PPArbeitslose unter 25 Jahre 357 159 198 2,8% 4,1% 1,7%Veränderung AL unter 25 Jahre 10 6 4Arbeitslose 50+ 441 209 232 17,8% 20,8% 15,3%Veränderung AL 50+ 67 36 3112008004000Bezirk Schwaz: Struktur der Arbeitslosigkeit159198Arbeitslose unter 25Arbeitslose zw. 25 und 506196960 0WISO Seite 31


Bestimmungen hinausgehen. In Zeiten der Globalisierunglagern multinationale Unternehmen ihreProduktion in Niedriglohnländer aus, die wenig bisgar keine gesetzlichen Regelungen zu Fragen desArbeitnehmerInnenschutzes und der Einhaltung vonUmweltstandards haben. Es liegt in der sozialen Verantwortungder Unternehmen darauf zu achten, dassin der gesamten Wertschöpfungskette menschenwürdigeArbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung,Abschaffung von Kinderarbeit, Umweltschutz und dieMenschenrechte eingehalten werden.Manche Unternehmen betreiben jedoch ausschließlich„Greenwashing“, d.h. sie missbrauchen CSR alsMarketing-Instrument, um ihr Image aufzupolieren.Auf Hochglanzplakaten bekennen sie sich etwa zudem Verbot, giftige Chemikalien bei der Produktioneinzusetzen. Ob jedoch in den Zulieferbetrieben desgleichen Unternehmens die Kleidung von Kinderngenäht wird, wird wohlweislich verschwiegen.Unternehmensverantwortung im Wandel der ZeitDas Verständnis von unternehmerischer Verantwortungist dem Wandel der Zeit unterworfen und geprägtvon den jeweils herrschenden Marktbedingungen.So findet sich in der Literatur keine einheitlicheDefinition von CSR.Der Wegbereiter des Neoliberalismus, Milton Friedman,sieht 1970 die soziale Verantwortung von Unternehmenausschließlich darin, so zu handeln, dasssie ihre Gewinne maximieren - vorausgesetzt, dasssie sich innerhalb der gegebenen (gesetzlichen)Grenzen bewegen. Eine breitere Auffassung vonCSR entwickelte sich im Laufe der Jahre.Die Grundlage für das heutige CSR-Verständnisbilden internationale Rahmenwerke wie UN-GlobalCompact, die Grundsatzerklärung der InternationalenArbeitsorganisation (ILO) zu Arbeit- und Sozialstandardsoder die OECD-Leitsätze für multinationaleUnternehmen. Sie enthalten eine Bandbreite vonMaßnahmen, die Anhaltspunkt für CSR-Aktivitätenvon Unternehmen sind.Faire Arbeitsbedingungen und der Schutz der Umwelt vorden Folgen des Wirtschaftens sind Kernelemente von ernstgemeinter CSR.Europäische CSR-InitiativenAuf europäischer Ebene wurde die CSR-Debatte erstviele Jahre später entfacht. Im Grünbuch der EuropäischenKommission 2001 wurde die soziale Verantwortungder Unternehmen folgendermaßen definiert:„CSR ist ein Konzept, das den Unternehmenals Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belangeund Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeitund in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdernzu integrieren“. Kennzeichnend für dieseDefinition ist die Freiwilligkeit, das Einbeziehen derbetroffenen Anspruchsgruppen (Arbeitnehmer, Sozialpartner,NGOs - sogenannte „Stakeholder“) unddas Bewusstsein, dass sich CSR auf die gesamteunternehmerische Tätigkeit bezieht.Zehn Jahre später legte die EU-Kommission dieCSR-Strategie 2011 - 2014 vor. Darin werden erstmalsrechtlich verbindliche Maßnahmen angekündigt,um „die Verantwortung von Unternehmen fürihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ zu stärken.Ziel ist es, dass Unternehmen ihre Aktivitäten aufden Gebieten faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz(sogenannte „nichtfinanzielle Informationen“)offenlegen.Nur wenige europäische Unternehmen veröffentlichenseit 2011 Nachhaltigkeitsberichte. Unternehmenbeschränken sich auf allgemeine Feststellungenzu sozialen und ökologischen Belangen. Zudemvariiert die Qualität der offengelegten Informationenstark. Das macht einen Vergleich mit anderen Unternehmenfür die Stakeholder nur schwer möglich.© dhunfiniWISO Seite 33


RosinenprinzipDer im April 2013 veröffentlichte Vorschlag der EU-Kommission über eine neue „Richtlinie zur Offenlegungnichtfinanzieller Informationen“ beabsichtigtTransparenz, Informationsgehalt und Vergleichbarkeitder Nachhaltigkeitsberichte zu verbessern. Abeiner bestimmten Größe sind Unternehmen verpflichtet,Mindestangaben zu Umwelt-, Sozial- undArbeitnehmerInnenbelangen, zur Achtung der Menschenrechteund zur Bekämpfung von Korruptionund Bestechung in ihrem Lagebericht zu machen.Es wird jedoch kein „europäischer Standard“ hinsichtlichder Qualität der offenzulegenden Informationendefiniert. Das Rosinenprinzip bleibt somit bestehen:Unternehmen geben nur jene Informationenzu sozialen und ökologischen Belangen preis, die eingutes Licht auf sie werfen.Nationaler AktionsplanIn Österreich wird seit 2012 an einem „Nationalen Aktionsplanfür unternehmerische Verantwortung“ gearbeitet.Sozial-, Umwelt-, und Wirtschaftsministeriumerstellen in Zusammenarbeit mit den maßgeblichenStakeholdern diesen bundesweiten Aktionsplan, derbislang noch nicht veröffentlicht wurde. Bekannt istjedoch, dass für alle staatlichen und börsennotiertenUnternehmen eine Berichtspflicht zu ihren Nachhaltigkeitsaktivitäteneingeführt werden soll. Offen ist,ob der Aktionsplan rechtlich verbindlichen Charaktererhalten wird. Andere europäische Staaten (so etwaDeutschland oder Dänemark) haben einen solchenNationalen Aktionsplan zur Förderung der gesellschaftlichenVerantwortung von Unternehmen bereitsumgesetzt.Unternehmerisches i-Tüpfelchen?Internationale Initiativen, europäische Lösungsvorschlägeund ein Entwurf für einen Nationalen Aktionsplanin Österreich – sie alle machen die sozialeVerantwortung von Unternehmen zum Thema. ObCorporate Social Responsibility auf dieser Grundlagezu einem fixen Bestandteil der Unternehmenskulturwird oder bloß ein i-Tüpfelchen für Unternehmenbleibt, ist abzuwarten.Seite 34WISO


WISO TAX - Begriffe aus der Steuer erklärtMag. Gerhard AuerDie SteuerabsetzbeträgeimEinkommensteuerrechtBedeutung und FunktionGemeinsam mit dem progressiven Einkommensteuertarif,welcher aus vier Steuerklassen besteht, wirdnach Anwendung der verschiedenen Steuerabsetzbeträgedie tatsächliche Steuer berechnet. Es sollendabei persönliche Umstände die Steuerbelastungverringern. Die Steuerabsetzbeträge sind daher progressionsunabhängigund wirken sich grundsätzlichbei allen Steuerpflichtigen gleich aus. Die Regelungenfinden sich in § 33 Abs. 2 bis 6 EStG 1988.Ein Steuerabsetzbetrag vermindert dabei die Steuerbelastungeffektiv eins zu eins, wobei im Vergleichdazu ein Steuerfreibetrag nur die Bemessungsgrundlagefür die Steuer vermindert (z.B. Kosten für Wohnraumschaffung,Versicherungen, Kirchenbeitrag,Spenden, berufsbezogene Kosten, Krankheitskosten).Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB)Wurde für mindestens ein Kind für mehr als sechs Monateim betreffenden Jahr Familienbeihilfe bezogen,so beträgt die Verdienstgrenze des (Ehe)partners €6.000 für die Anerkennung des AVAB. Relevant sinddie Bruttobezüge abzüglich der Sozialversicherung.Steuerfreie Bezüge, wie z. B. Kinderbetreuungsgeld,Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe, aber auch der13. oder 14. Monatsbezug (bis zu € 2.100,- jährlich),können zusätzlich zu den oben genannten Grenzenbezogen werden.Eine erhaltene Abfertigung, ebenso Einkünfte ausVermietung und Verpachtung, (auch endbesteuerte)Zinserträge, Einkünfte, welche der neuen Immobilienertragsteuerunterliegen und das Wochengeld zählenjedoch für die Verdienstgrenze.Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht auch einerLebensgemeinschaft zu, wenn einer der Partner fürmindestens ein Kind für mehr als sechs Monate Familienbeihilfebezogen hat (Verdienstgrenze ebenso€ 6.000). Die oben angeführten Grenzbeträge fürdie Zuerkennung des Alleinverdienerabsetzbetragesgelten immer für ein Kalenderjahr.Der AVAB bringt folgende Vorteile:- jährlich Steuerermäßigung bei einem Kind von €494,-, bei zwei Kindern von € 669,- und für jedes weitereKind um € 220,- mehr.- Erhöhung des Rahmens für die Sonderausgabenvon € 2.920,- auf € 5.840,-- die Kosten einer Behinderung des (Ehe-)Partnerskönnen als außergewöhnliche Belastung berücksichtigtwerden- Verminderung des Selbstbehaltes bei außergewöhnlichenBelastungen um einen ProzentpunktDer Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetragkann entweder schon während des Jahres mit FormularE 30 beim Arbeitgeber beantragt werden odererst im Nachhinein im Wege der Arbeitnehmerveranlagung(Formular L 1).Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht seit dem Jahr2011 nicht mehr zu, wenn keine Kinder mit Familienbeihilfevorhanden sind. In diesem Fall kann beiPensionseinkünften unter bestimmten Voraussetzungender erhöhte Pensionistenabsetzbetrag beantragtwerden (siehe unten).AlleinerzieherabsetzbetragDer Alleinerzieherabsetzbetrag von € 494,- (bzw.höher je nach Anzahl der Kinder) steht zu, wennWISO Seite 35


im betreffenden Jahr für mehr als sechs Monate fürmindestens ein Kind Familienbeihilfe bezogen wurdeund keine Lebensgemeinschaft mit einem (Ehe)Partner (bzw. neuem Partner) vorgelegen ist. DieAuszahlung erfolgt auch dann, wenn während desJahres keine Lohnsteuer einbehalten wurde (in Formder „Negativsteuer“ im Wege der Arbeitnehmerveranlagung,Formular L 1) bzw. auch dann, wenn keineErwerbstätigkeit vorgelegen ist (ebenso mit FormularL 1). Hier gibt es keine Zuverdienstgrenzen.UnterhaltsabsetzbetragDer Unterhaltsabsetzbetrag beträgt monatlich für das1. Kind € 29,20, für das 2. Kind € 43,80 für jedesweitere Kind € 58,40. Er steht für nicht haushaltszugehörigeKinder zu, für die der Unterhalt tatsächlichbezahlt worden ist und für die der andere Elternteildie Familienbeihilfe bezieht; freiwillige Unterhaltszahlungenbegründen keinen Anspruch.Wie ermittelt sich die Höhe der Unterhaltsverpflichtung?- Vorliegen eines Gerichtsurteils- gerichtlicher oder behördlicher Vergleich (z.B. Jugendamt)- direkte Einigung mit dem Partner in Form einesschriftlichen VergleichsPensionistenabsetzbetragDer Pensionistenabsetzbetrag steht zu, wenn jemandPensionen oder Vorteile aus früheren Dienstverhältnissenbezieht und Verkehrs-, Arbeitnehmerbzw.Grenzgängerabsetzbetrag nicht zustehen, alsonicht gleichzeitig ein Dienstverhältnis besteht. Er beträgtgrundsätzlich € 400,- jährlich (vermindert sicheinschleifend zwischen zu versteuernden laufendenPensionseinkünften von € 17.000,- und € 25.000,-auf Null), der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag beträgt€ 764,-.Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag muss extrabeantragt werden und steht nur zu wenn:- die/der Steuerpflichtige mehr als sechs Monateim Kalenderjahr verheiratet war (bzw. eingetragenePartnerschaft)- der/die PartnerIn Einkünfte von höchstens € 2.200,-jährlich erzielt hat- der Alleinverdienerabsetzbetrag nicht zusteht (dakeine Kinder mit Familienbeihilfe mehr vorhandensind)- das eigene Einkommen jährlich unter € 19.930,-liegt (dann steht der volle Absetzbetrag zu), zwischen€ 19.930,- und € 25.000,- vermindert er sicheinschleifend auf Null- wenn weder behördliche Festsetzung noch schriftlicherVertrag vorliegt, dann dürfen die Regelbedarfssätzenicht unterschritten werden.Regelbedarfssätze für UnterhaltsverpflichtungenWerte für das Jahr2012 2013 2014bis 3 Jahre € 186,00 € 190,00 € 194,00bis 6 Jahre € 238,00 € 243,00 € 249,00bis 10 Jahre € 306,00 € 313,00 € 320,00bis 15 Jahre € 351,00 € 358,00 € 366,00bis 19 Jahre € 412,00 € 421,00 € 431,00bis 28 Jahre € 517,00 € 528,00 € 540,00KinderabsetzbetragDer Kinderabsetzbetrag von monatlich € 58,40 istvon der oben genannten Systematik herausgenommen,da er zusammen mit derFamilienbeihilfe direkt vom Finanzamtalle zwei Monate ausbezahltwird. Er soll die steuerlicheEntlastung der Ausgabenfür Kinder berücksichtigen.Folgende Absetzbeträge müssennicht beantragt werden, diesewerden automatisch durchden Arbeitgeber bzw. im Rahmender Steuerveranlagung berücksichtigt.Unterhaltszahlungen an den (Ex-)Partner sind steuerlichnicht absetzbar, Unterhaltszahlungen sindbeim Empfänger daher auch nicht steuerpflichtig.VerkehrsabsetzbetragDer Verkehrsabsetzbetrag von € 291,- jährlich stehtallen ArbeitnehmerInnen zu, das bedeutet, nicht nurjenen mit aufrechtem Dienstverhältnis in Österreichsondern auch Grenzgängern. Dieser Absetzbetragwird – wie auch der Arbeitnehmerabsetzbetrag –Seite 36WISO


ohne Antragserfordernis automatisch durch den Arbeitgeberbeim Lohnsteuerabzug bzw. im Einkommensteuerbescheidberücksichtigt. Er verfolgt dasZiel, die anfallenden Kosten für Fahrten zwischenWohnung und Arbeitsstätte abzugelten und stehtauch dann zu, wenn überhaupt kein Verkehrsmittelbenutzt wird. Bei größeren Entfernungen kann zusätzlichdas zu beantragende Pendlerpauschale Berücksichtigungfinden. Bei gleichzeitigem Bezug vonAktiv- und Pensionsbezügen stehen vorrangig derVerkehrs- und Arbeitnehmerabsetzbetrag anstatt desPensionistenabsetzbetrages zu.ArbeitnehmerabsetzbetragDer Arbeitnehmerabsetzbetrag von € 54,- jährlichwird bei ArbeitnehmerInnen berücksichtigt, soferndie Einkünfte dem Lohnsteuerabzug unterliegen. Erwird wie der Verkehrsabsetzbetrag beim Lohnsteuerabzugautomatisch berücksichtigt. Für den Fall, dasssich nach dem Steuertarif aufgrund geringer Einkommenshöhe(unter € 1.200,- brutto p.M.) keine Steuerbelastungergibt und sich der Arbeitnehmerabsetzbetragdaher nicht auswirken würde, wird dieser inForm einer sogenannten Negativsteuer als Gutschriftausbezahlt. Die Negativsteuer beträgt 10 % der Sozialversicherung,maximal 110,- Euro. Bei Anspruchauf Pendlerpauschale erhöht sie sich auf 18 %, maximalauf 400,- Euro (für Lohnzahlungszeiträume ab1. Jänner 2013).GrenzgängerabsetzbetragDer Grenzgängerabsetzbetrag von € 54,- jährlichwird dann gewährt, wenn die/der ArbeitnehmerInGrenzgängerIn ist. Der Arbeitnehmerabsetzbetragsteht in diesem Fall nicht mehr zu. GrenzgängerInist, wer im Inland ansässig ist und im Ausland seinenArbeitsort hat. Auch der Grenzgängerabsetzbetragwird in Form der Negativsteuer ausbezahlt. Generellstehen bei mehreren Dienstverhältnissen der Verkehrs-,Arbeitnehmer- bzw. Grenzgängerabsetzbetragjeweils nur einmal jährlich zu.WISO Seite 37


FACHARTIKELMag. Armin ErgerGute ArbeitWas macht gute Arbeit aus? Einige Anmerkungen zur Qualität der Arbeit.„Wenn du möchtest, dass jemand gute Arbeit macht, dann gib ihm eine gute Arbeit.“Frederick Herzberg, amerikanischer Arbeitswissenschaftler (1923 – 2000)Neben der Gesundheit und privaten Beziehungenbeeinflusst wohl kaum etwas das unmittelbare täglicheWohlbefinden mehr als die Arbeit. Die Art undWeise wie gearbeitet wird, strahlt auf andere Lebensbereicheaus: Arbeit kann eine psychische und gesundheitlicheBelastung sein oder etwas bei dem Zufriedenheitund Freude empfunden wird - es kommtauf die Qualität der Arbeit an.Der Qualität der Arbeit wird bei der öffentlichen Diskussionüber Arbeit allerdings vergleichsweise wenigAufmerksamkeit geschenkt, denn in all ihren Facettenist die Beschreibung von „Arbeit“ dominiert vonquantitativen Betrachtungen, von Zahlen: Beschäftigten-und Arbeitslosenzahlen, Erwerbsquoten, Beschäftigungseinkommenusw. Während es ein ausuferndesDatenmaterial zu quantitativen Aspektenvon Arbeit und dem Arbeitsmarkt gibt, verbleibt eingroßer Teil dessen, was gute Arbeit ausmacht, in der„statistischen Unsichtbarkeit“ und findet dadurch wenigEingang in (arbeitsmarkt-)politische Prozesse. 1Dabei aber geht Wichtiges verloren. Grund genug,das Augenmerk darauf zu richten, was gute Arbeitausmacht. In der Folge wird die Bedeutung der Qualitätvon Arbeit nochmals in einen breiteren Kontextgestellt und einige wichtige Elemente, die wesentlichüber die Qualität von Arbeit mitentscheiden, betrachtet:Einkommen, Arbeitszeit und die Arbeit als sozialesUmfeld.Die Qualität von Arbeit – ein Luxusproblem?Es scheint auf den ersten Blick ein Luxusproblem zusein, sich über die Qualität von Arbeit Gedanken zumachen. Europa steckt in einer wirtschaftlichen Flaute:26,5 Millionen Menschen sind in der EU arbeits-1 Muñoz de Bustillo et al.(2009), S. 28Seite 38WISO


unter gesunden, abwechslungsreichen und doch herausforderndenBedingungen verbracht werden sollte.© Kheel Center, Cornell UniversityQualitätsvolle Arbeit war und ist keine Selbstverständlichkeit.Weder in den Industrieländern...(hier: Arbeiter in einer amerikanischen Nähfabrik vor rundhundert Jahren).los, so viele wie noch nie in der Union. Trotz einervergleichsweise guten wirtschaftlichen Position kannsich Österreich dieser Entwicklungen nicht entziehenund hat mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu kämpfen.Angesichts dessen: Ist es nicht wichtiger für ausreichendArbeit zu sorgen, bevor man sich über dieQualität Gedanken machen sollte?Eine solche Argumentation verliert wesentliche gesellschaftspolitischeZiele aus den Augen. Denn Lebensqualität– die jeweils individuelle und die der gesamtenGesellschaft - wird über weite Strecken vonder Qualität der verrichteten Arbeit geprägt.Arbeit qualitativ hochwertig zu gestalten, d.h. für guteArbeitsbedingungen in einem umfassenden Sinn zusorgen, ist, neben dem Schaffen von Arbeitsplätzen,eine gleichrangige und eigenständige Zielsetzung.Gerade in Zeiten der Krise ist es wichtig, die Qualitätvon Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren. Denngerät der Arbeitsmarkt unter Druck, verschieben sichdie relativen Machtverhältnisse zwischen ArbeitnehmerInnenund ArbeitgeberInnen und die Akzeptanzschlechter bzw. verschlechterter Arbeitsbedingungensteigt - erzwungenermaßen.Arbeit ist darüber hinaus immer auch eine Plattformsozialer Kontakte und sozialer Integration – zu Kolleginnenund Kollegen, Vorgesetzten, Geschäftspartnernusw. Für die Entwicklung der eigenenPersönlichkeit ist Arbeit von großer Bedeutung, imGuten wie im Schlechten. Im besseren Fall findeteine Identifikation mit der Arbeit statt, erscheint dieseals persönlich sinnvoll und die eigene Persönlichkeitwächst daran. Oder aber, im schlechteren Fall, wirdArbeit als Verschwendung der eigenen Lebenszeit,als sinnlos und „entfremdet“ empfunden.Qualitätsvolle Arbeit zu wollen und einzufordern istdeshalb auch kein „Jammern auf hohem Niveau“,sondern ein vernünftiges Anstreben einer höherenLebensqualität. Dies gilt auf einer individuellen Ebene,ebenso wie auf der Ebene der gesamten Gesellschaft.Denn in der Art und Weise, wie Arbeit gestaltetist, manifestieren sich viele der sozialpolitischenErrungenschaften der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte.Die Notwendigkeit, Arbeitsplätze zu schaffen,darf das Ziel qualitätsvoller Arbeit nicht überdecken,sondern beides muss im Einklang miteinanderfortentwickelt werden, soll ein nachhaltiger sozialerEntwicklungsfortschritt daraus entstehen.Produktivität und qualitätsvolle ArbeitNeben gesellschaftspolitischen Überlegungen gibtes ebenso volkswirtschaftliche Gründe, die Qualitätvon Arbeit als wichtige Zielgröße zu verstehen, denndiese hat Einfluss auf die Produktivität von Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmern. Für wissens- undkompetenzintensive Jobs konnte in Studien ein positiverZusammenhang zwischen der Qualität derArbeit und der Produktivität hergestellt werden. 3 DerArbeitsqualität und LebensqualitätDer Zusammenhang von Lebensqualität und Arbeitsqualitätbeginnt bereits mit der Tatsache, dass eingroßer Teil des aktiven Zeitbudgets in und mit derArbeit verbracht wird. Im Durchschnitt verbringendie Österreicherinnen und Österreicher 38 Stundenmit Arbeit. Männer 42 Stunden, Frauen, die sehr vielhäufiger Teilzeit arbeiten, 33 Stunden. 2 Viel Zeit, die2Statistik Austria - Arbeitszeit seit 20043vgl. Royuela, Suriñach (2009), S. 31... und schon gar nicht in den Entwicklungsländern.(hier: Näherinnen in einer chinesischen Fabrik in Shenzen,1998)© ILO in Asia and the PacificWISO Seite 39


statistische Zusammenhang ist komplex, aber in derErklärung nachvollziehbar. In mehr und mehr beruflichenPositionen ist das Wissen und das Können derPerson, die die Position bekleidet, der wichtigste Produktionsfaktor.Da das „Humankapital“ nicht von der Person, die eserworben hat, herausgelöst werden kann, ist auchklar, dass die Arbeitszufriedenheit, die ein Indikatorfür qualitätsvolle Arbeit ist, unmittelbare Auswirkungenauf den Effektivitätsgrad hat, mit dem dieses„Humankapital“ produktiv werden kann. Wird ein Umfeldgeschaffen, das es den Personen erlaubt, sichmit ihrer Aufgabe und den Tätigkeiten des Unternehmenszu identifizieren, funktionierende soziale Beziehungenzu den Vorgesetzten und den Kolleginnenund Kollegen aufzubauen, die Arbeit angemessenentlohnt wird und bei der Verrichtung der Arbeit keinegesundheitlichen Beeinträchtigungen entstehen, sosind die Voraussetzungen für eine hohe Produktivitätgeschaffen.Die Situation von Jobs, die nur geringe Qualifikationsanforderungenstellen, ist allerdings eine andere.Für diese Arbeiten war ein negativer Zusammenhangzwischen der Qualität der Arbeit und der Produktivitätfestzustellen. Die Produktivität stieg, wenn dieQualität der Arbeit sank. Diese Erkenntnis erlaubtzwei Befunde. Einerseits ist es kein Argument gegendie Steigerung von Arbeitsqualität als arbeitsmarktpolitischerZielsetzung, da wie oben dargestellt derStrukturwandel in der Wirtschaft die Möglichkeit vonProduktivitätssteigerungen durch Steigerung von Arbeitsqualitätzunehmen lässt. 4... und gering qualifizierte „Jobs“, in denen die Arbeitsbedingungenschlechter werden.Andererseits zeigt sich darin auch die zunehmendePolarisierung des Arbeitsmarktes. Hoch qualifizierteund spezialisierte Fachkräfte sind gesucht undwerden mit guten Arbeitsbedingungen umworben,während der Druck auf gering qualifizierte Personenhöher wird. Druck, der zum einen durch die ohnehinschon prekäre Arbeitsmarktsituation gering Qualifizierterentsteht und zum anderen durch Rationalisierungsdruckan den Arbeitsplätzen selbst.Vergleichsstudien zwischen Europa und den USA hinsichtlichder Arbeitsproduktivität ergaben Produktivitätsvorteileder USA in nur drei Wirtschaftssektoren:Einzelhandel, Großhandel und in den Finanzdienstleistungen.Bereiche (mit Ausnahme des Finanzsektors),in denen die USA über eine große Vielfalt starkrationalisierter Dienstleistungsjobs („McJobs“) verfügenund in denen Produktivitätszuwächse über dieStandardisierung und Verdichtung der Arbeitsleistungenerzielt wurden, sprich mit einer Absenkung derQualität der Arbeit und der Substitution guter Jobsgegen schlechte. In diesem Zusammenhang dürfteauch das Vorhandensein billiger Arbeitskräfte durchMigration in den USA eine Rolle gespielt haben. 5© Dragon HDie Problemlagen verdichten sich bei den am Arbeitsmarktschwächsten Gruppen: bildungsfernePersonen, Menschen mit Versorgungspflichten undMenschen mit Migrationshintergrund. Diese sind mithoher Arbeitslosigkeit konfrontiert und die Jobs dieihnen offen stehen, weisen eine erodierende Qualitätauf.© GVAHIMAufspaltung des Arbeitsmarktes: Hoch Qualifizierte mithoher und tendenziell steigender Qualität der Arbeitsbedingungen...Arbeitszufriedenheit: das Maß der Dinge?Bevor die Kernelemente guter Arbeit thematisiertwerden, gilt es die Frage zu beantworten, wie beurteiltwerden kann, ob Arbeit „gut“ ist. Eine offensicht-4vgl. Bevan (2012), S. 55Royuela, Suriñach (2009), S. 31Seite 40WISO


liche Antwort ist, die Betroffenen selbst zu befragen,wie sie ihre Arbeitssituation einschätzen. Ansätzedieser Art stellen die „Arbeitszufriedenheit“ in denMittelpunkt - ein Thema jahrzehntelanger intensiverarbeitspsychologischer Forschung. 6Arbeitszufriedenheit kann als „Mediator“ zwischenden objektiven Arbeitsbedingungen und der Produktivitätgesehen werden, als subjektive Interpretationder Arbeitsumstände, welche sich auf die Arbeitsleistungdes Individuums niederschlägt. 7 Im Laufeder Jahre der Forschung auf diesem Gebiet wurdeeine ganze Reihe von Arbeitszufriedenheitsmodellenentwickelt, die verschiedene Aspekte wie die Arbeitssituation,die Persönlichkeit des Arbeitnehmers bzw.der Arbeitnehmerin, die Interaktion zwischen Arbeitsbedingungenund Persönlichkeit usw. in den Vordergrundstellen.Für unsere Zwecke soll es genügen, auf das bereitsin den 1970er Jahren entwickelte und weit verbreiteteModell von Agnes Bruggemann zu verweisen,das verschiedene Formen von Arbeitszufriedenheitbzw. –unzufriedenheit unterscheidet. Ein Vergleichder individuellen Arbeitssituation mit der eigenen Anspruchshaltungbzw. Erwartungen an den Job kannzu folgenden Ergebnissen führen:• Progressive Arbeitszufriedenheit: die Erwartungenwerden erfüllt, gleichzeitig erhöht sich die Erwartungshaltung(„Mir gefällt meine Arbeit sehr gut undich habe Ideen, wie es noch besser werden kann!“).• Stabilisierte Arbeitszufriedenheit: die Erwartungenwerden erfüllt, die Erwartungshaltung an die Arbeitbleibt gleich („Ich bin zufrieden, alles soll so bleibenwie es ist.“).• Resignative Arbeitszufriedenheit: die Erwartungenwerden nicht erfüllt, durch Absenken des Anspruchsniveauswird aber eine Übereinstimmung hergestellt(„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so eine Arbeitmache, aber ich bin mittlerweile damit zufrieden.“).• Pseudo-Arbeitszufriedenheit: eine vermeintlicheÜbereinstimmung von Erwartungen und den tatsächlichenGegebenheiten, weil die Situation verzerrt/ geschöntwahrgenommen wird – ein Abwehrmechanismus(„Ich bin zufrieden, die Arbeit ist wirklich super.Obwohl es mir selbst lange nicht klar war, habe ichgenau eine solche Arbeit gesucht.“). 8• Fixierte Arbeitsunzufriedenheit: Die Situation entsprichtnicht den Erwartungen, es folgen darausaber keine Handlungen oder eine Anpassung desAnspruchsniveaus („Der Job ist schrecklich, aber dakann man halt nichts machen.“).• Konstruktive Arbeitsunzufriedenheit: Der Soll-Ist-Vergleich fällt negativ aus, aber es wird der Versuchunternommen, die reale Situation zu ändern („Mirgefällt meine Arbeit momentan nicht, aber ich habebereits ein Gespräch mit meiner Vorgesetzten vereinbart,um etwas zu verändern.“).Es mag logisch erscheinen die Qualität von Arbeitnach dem Ausmaß der Arbeitszufriedenheit der Personendie sie ausführen, zu beurteilen, dennoch istVorsicht vor diesem Schluss geboten. Denn Personund Position sind nicht identisch. Das individuelle Zufriedenheitsempfindensteht in keinem eindeutigenund linearen Zusammenhang mit der, soweit diesmöglich ist, objektiv messbaren Qualität der Arbeit.Konstrukte wie Pseudo-Arbeitszufriedenheit spiegelndas wider, indem sie darauf hinweisen, dass die Interpretationeiner Arbeitssituation abhängig von einerganzen Reihe von Faktoren ist.Ähnlich wie in der Fabel von Aesop, in der der Fuchsdie für ihn unerreichbaren Trauben für zu sauer erklärtund damit „zufrieden“ ist, sie nicht essen zukönnen, werden Arbeitsumstände und –bedingungennicht deswegen objektiv besser, weil man aufgegebenhat, auf Besserung zu hoffen.Diese methodische Verzerrung zeigt sich etwa deutlichin einer Analyse von Daten zur Arbeitszufriedenheitin einer ganzen Reihe von Ländern, in derMexiko und die Philippinen eine weit höhere Arbeitszufriedenheitals Länder wie Dänemark oder Norwegenaufwiesen, die mit Sicherheit aber in den meistenDimensionen objektiv messbarer Arbeitsqualität(Gesundheitsschutz, soziale Absicherung, usw.) sehrviel bessere Regelungen haben. 9Kernelemente guter ArbeitViele Elemente guter Arbeit können intuitiv identifiziertwerden (z.B. Schutz vor Unfällen und gesundheitlichenGefahren, gute soziale Beziehungen mitKollegen und Vorgesetzten,…), dennoch macht esSinn, sich dem Konzept guter Arbeit systematischanzunähern. Unterschieden werden kann, folgendder Systematik einer Studie des Europäischen Par-6 vgl. Fietze (2011), S. 37 vgl. ebda, S. 38 Fuchs (2006), S. 599 vgl. Muñoz de Bustillo et al.(2009), S. 35WISO Seite 41


laments zu Indikatoren für Arbeitsqualität, zwischender Qualität der Beschäftigung („Employment Quality“)und der Qualität der Arbeit an sich („Work Quality“).Die Kombination beider ergibt das umfassendeKonstrukt der Qualität des Jobs („Job Quality“). 10Die Qualität der BeschäftigungDie Qualität der Beschäftigung betrifft das explizitevertragliche Verhältnis zwischen dem/der ArbeitgeberInund dem/der Angestellten. Umstände, die oftGegenstand von Verhandlungen zwischen den Sozialpartnernsind und/oder rechtlich, v.a. im Arbeitsrecht,geregelt sind.EinkommenDem Einkommen kommt natürlich auch in der Bewertungder Qualität von Arbeit zentrale Bedeutungzu, bildet dieses doch die „materielle Basis von Arbeitsqualität“.11 Denn neben allen anderen Aspektenvon Arbeit (Sinndimension, Freude an Produktivität,soziale Beziehungen, usw.) folgt diese immer auchinstrumentellen Zwecken. Denn das Einkommen ausAutonomie der Arbeitsgestaltungphysische ArbeitsbedingungenGesundheitUnfallrisikoSoziales Umfeld in der ArbeitPartizipationsmöglichkeitenEntwicklungsmöglichkeitenVertragstypArbeitszeitVerteilung der ArbeitszeitQualität der Arbeit(an sich)JobqualitätGute ArbeitQualität derBeschäftigungeinem Beschäftigungsverhältnis bildet für den Großteilder Menschen die wichtigste, oft einzige, Einkommensquelle,aus der sämtliche Ausgaben bestrittenwerden müssen.In der Studie „Was ist gute Arbeit?“ bezog die deutsche„Initiative Neue Qualität der Arbeit“ die Position,dass ein „im umfassenden Sinne existenzsicherndesEinkommen als grundlegendes Kriterium für gute Arbeit“anzusehen sei. 12 Dies deshalb, da die Höhe desEinkommens einen engen Zusammenhang mit demjeweiligen Gesundheitszustand, der Ernährungsqualität,Bildungsmöglichkeiten (auch der Kinder), Freizeitmöglichkeitenusw. hat.Damit soll nicht gesagt werden, dass ein direkter linearerZusammenhang zwischen diesen Größenbesteht, aber das Einkommen ist die grundlegendeRessource für eine Steigerung der materiellen Lebensqualität.Mit einem Monatslohn von EUR 2.000brutto nennt die Studie eine konkrete Geldsumme,welche die Mindestanforderungen für qualitätsvolleArbeit erfüllt. 13 Diese Summebezieht sich auf ein individuellesEinkommen, nicht auf ein Haushaltseinkommen.Dies macht insofernSinn, da ein Einkommenaus qualitätsvoller Arbeit für dieeigenständige Existenzsicherungvon alleinstehenden Personenausreichen muss bzw. für die –ehemaligen – Partner im Fall derAuflösung eines Haushalts alsökonomischer Einheit, z.B. beiTrennung oder Scheidung. Rechnetman die Inflation seit demJahr 2006, dem Jahr der Veröffentlichungder oben genanntenStudie, mit ein, so läge der Wertderzeit bei etwa EUR 2.300 brutto.Mehr als zwei Drittel der in Tirolunselbständig Beschäftigten,Vollzeit und Teilzeit, erreichendieses Einkommen nicht. 14Einkommensoziale Absicherung„Gute Arbeit“ besteht aus einer guten Mischung: viele Elemente müssen zusammenkommen,um eine Arbeit menschengerecht und fair zu gestalten.10Diese Unterteilung folgt Muñoz et al. (2009), S. 122 f.11Fuchs (2006), S. 1512ebda, S. 2413ebda., S. 10614vgl. Erger (2012), S. 29Welche Bedeutung kommt demEinkommen in der Arbeitszufriedenheitzu? Laut dem amerikanischenOrganisationswissenschaftlerFrederick Herzbergzählt das Einkommen zu den so-Seite 42WISO


© Tax CreditsEin faires und existenzsicherndes Einkommen gehört zu den grundlegenden Qualitätskriterien„guter Arbeit“.genannten „Hygienefaktoren“. Der Begriff Hygienefaktorenentstammt einer der bekanntesten Theorienzur Arbeitsmotivation, der sogenannten „Zwei-Faktoren-Theorie“.Diese besagt, dass Zufriedenheit und Unzufriedenheit(in der Arbeit) nicht die Endpole eines gemeinsamenSpektrums sind, sondern unabhängig voneinandervon verschiedenen Faktoren beeinflusst werden.Hygienefaktoren, wie das Einkommen, können zwarverhindern, dass Unzufriedenheit entsteht, allerdingsgilt nicht der Umkehrschluss: mehr Einkommen bedeutetnicht, dass automatisch Zufriedenheit entsteht.In der Tat zeigen zahlreiche Studien, dass zwar einkomplexes Verhältnis zwischen dem Einkommensniveauund der erlebten Arbeitszufriedenheit besteht,dieses jedoch nur schwach ausgeprägt ist: ein höheresEinkommen führt in der Regel zu (fast) keinerAnhebung der generellen Arbeitszufriedenheit. 15Vielmehr spielt hier der Faktorder Erwartbarkeit und Planbarkeiteine große Rolle. Fällt zusätzlicheArbeitszeit oft kurzfristig undunerwartet an, wird das stärkerenegative Auswirkungen auf diewahrgenommene Qualität der Arbeithaben, als wenn der zeitlicheAufwand absehbar und planbarist.Daneben kann sich ein Zuwenigan Arbeitszeit negativ auf die Arbeitszufriedenheitauswirken. Inden europäischen Arbeitsstatistikenwird etwa unfreiwillige Teilzeitarbeitausgewiesen. Dieseumfasst Personen, die Teilzeitarbeiten, aber den Wunsch äußern, mehr Stundenzu arbeiten. In Tirol betrug die dementsprechendeUnterbeschäftigungsquote im ersten Quartal 20134,3%, das sind rund 16.000 Personen. 16 Es kanndavon ausgegangen werden, dass die Arbeitszufriedenheitin der Regel höher wäre, wenn dem Wunschnach mehr Arbeitsstunden entsprochen werdenkönnte.Flexibilitätsansprüche beider Seiten an Arbeitszeitenregelungenstellen ein weiteres Element imKomplex Arbeitszeit dar. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerfinden sich in einem Spannungsfeld zwischenselbst gesteuerter Flexibilität in der Gestaltungder Arbeitszeit und Flexibilitätsansprüchen, die vonaußen an sie herangetragen werden. Die Spannbreitezwischen immer seltener werdenden starrenArbeitszeitregelungen bis hin zu variabler Arbeitszeitund Vertrauensarbeitszeit macht es schwierig, dieAuswirkungen von Arbeitszeitregime auf Arbeitszufriedenheitzu generalisieren.ArbeitszeitFür die Qualität einer Beschäftigung, im Sinne desvertraglichen Verhältnisses, spielt das Thema derArbeitszeit eine zentrale Rolle. Generell kann angenommenwerden, dass zwischen Arbeitszufriedenheitund Arbeitszeit ein inverses Verhältnis bestehensollte. Das bedeutet, je mehr Arbeitszeit investiertwerden muss, desto eher sind negative Auswirkungenauf die Arbeitszufriedenheit zu erwarten. Dieskann aber nur als grobe Orientierung gelten, da auchnicht angenommen werden kann, dass Arbeitszeitals etwas per se Unangenehmes empfunden wird.Mit dem Begriff der „Entgrenzung der Arbeit“ und derdamit zusammenhängenden „Kolonialisierung desLebens“, das zunehmende und problematische Ineinanderlaufenvon privater Zeit und Arbeitszeit bezeichnet,das, je nach Dauer und Intensität, zu permanentenBelastungszuständen führen kann. 17Regenerationsphasen werden unterbrochen undauch die Erholung wird zu einer „Leistung“, die zunehmendgeplant werden muss, im Sinne eines aktivenphysischen und mentalen „Ausklinkens“ ausder beruflichen Sphäre (Handy abschalten, Emails15vgl. Judge, Piccolo, Podaskoff et al. (2010), S. 16416Statistik Austria (2013) - Arbeitsmarktstatistik17vgl. Pongratz (2013), S. 95WISO Seite 43


ignorieren). Mit der massenhaften Verbreitung mobilerinternetfähiger Geräte wird das Abschalten immerschwieriger. 58% der österreichischen Unternehmenstellten im Jahr 2012 ihren Beschäftigten tragbareGeräte mit mobilem Internetzugang zur Verfügung(Handys, Laptops, Tablets). Bei größeren Firmen mitmehr als 250 MitarbeiterInnen war die Zurverfügungstellungbereits beinahe flächendeckend (96,7%stellten mobile Geräte bereit). 18Qualität der Arbeit (an sich)Neben der Qualität der vertraglichen Beziehung zwischenArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn sind es diequalitativen Eigenschaften der verrichteten Arbeit ansich, welche die Arbeitszufriedenheit beeinflussen.Diese betreffen die Art und Weise, wie gearbeitetwird und die unmittelbare und mittelbare physischewie soziale Arbeitsumgebung. Neben allen formalenVeränderungen, welche die Arbeit der letzten Jahrebetroffen haben (z.B. die Zunahme atypischer Beschäftigungsformen),scheint es vor allem die Arbeitselbst zu sein, die sich verändert und vielfach qualitativverschlechtert zu haben scheint. 19 Da im Rahmeneines Überblicksartikels nicht alle Faktoren erschöpfendbetrachtet werden können, wird in der Folge dieArbeit als soziales Umfeld kurz angerissen.Die Arbeit als soziales UmfeldArbeit ist auch immer ein Ort sozialer Interaktion. Diesozialen Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegenund zu den Vorgesetzten sind einer der wichtigstenFaktoren von Arbeitsqualität. PsychosozialeFaktoren sind Einflüsse, die aus den sozialen Beziehungender Arbeitsumgebung entstammen und durchdie innere Verarbeitung entweder belastend oderentlastend wirken können. Die Spannweite ist dabeisehr groß: von einem korrekt-kollegialen Verhältnisbis zur Freundschaft, von einer echten (Liebes-)Beziehungbis hin zu offener oder unausgesprochenerFeindschaft und Mobbing findet am Arbeitsplatz dasgesamte Spektrum menschlicher Interaktion statt.Das soziale Umfeld der Arbeit kann als positiver, stabilisierenderFaktor, als Ressource wirken, oder alsnegativer Belastungsfaktor.Das soziale Umfeld in der Arbeitswelt betrifft größtenteilszwei Adressaten bzw. Adressatengruppen.Einerseits die Kolleginnen und Kollegen, d.h. Personen,die sich innerhalb einer Organisation auf etwader gleichen hierarchischen Ebene befinden und inder Regel keine oder nur über geringe gegenseitigeWeisungsbefugnisse verfügen. Andererseits, dieEiner der größten subjektiven Belastungsfaktoren im Job:fehlgeleitetes Führungsverhalten von VorgestztenFührungskräfte, welche über Weisungsbefugnisseverfügen und wesentliche Bestimmungsfaktoren wieArbeitszuteilung, die Arbeitsdichte und den –druckbestimmen oder zumindest wesentlich mitbestimmenkönnen.Faktoren für eine qualitätsvolle Arbeitsumgebungsind etwa: Unterstützung und Hilfe durch die Kolleginnenund Kollegen zu erfahren. Diese kann einerseitsauf fachlicher Ebene geschehen oder auf emotionalerEbene. Feedback, konstruktive Kritik undAnerkennung für erbrachte Leistungen durch Gleichgestelltehelfen, die eigene Arbeitsleistung realistischeinzuschätzen und wertgeschätzt zu wissen. Das Erlebeneines positiven Arbeitsklimas hilft, Belastungenpsychisch und real zu verringern. 20Führungskräfte und ihr Verhalten gegenüber den Mitarbeiterinnenund Mitarbeitern kommt beim Erlebenvon Arbeit als sozialem Ort eine zentrale Bedeutungzu. Befragungen zur Arbeitszufriedenheit weisenin die Richtung, dass es vielfach darum geht, dassdie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „als Menschen“wahrgenommen werden wollen, authentisch und vielschichtigmit Stärken und Schwächen. In einer Befra-18Statistik Austria – Unternehmen, die ihren Beschäftigten (…) Geräte mit mobilem Internetzugang zur Verfügung gestellt haben.19vgl. Clark (2005), S. 17: Clark stellt diese Befunde für die 1990er Jahre dar.20vgl. Stadler, Spieß (2002), S. 8Seite 44WISO


gung im Rahmen der Studie der Initiative Neue Qualitätder Arbeit gaben 85% an, dass es ihnen wichtigwäre, von den Vorgesetzten „als Mensch“ wahrgenommenzu werden und nicht nur als Arbeitskraft. 21Dahinter stecken wiederrum Bedürfnisse nach Wertschätzung,Anerkennung der eigenen Leistung undder jeweils individuellen Bedürfnisse.Führungsverhalten, das dem nicht entspricht, kannsich zu einem massiven Belastungsfaktor entwickeln.Stadler und Spieß (2002) geben aus arbeitsmedizinischerPerspektive Beispiele für Führungsverhalten,das sich mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ auswirkt:eine fehlende Gleichbehandlung der Arbeitskolleginnenund –kollegen und daraus resultierendeine ungerechte Arbeitsverteilung, das Vorenthaltenvon Informationen, unklare und wechselnde Führungsrichtlinien,eine zu starke Arbeitskontrolle undAufsicht bzw. zu wenig Raum für Arbeitsautonomie,die mangelnde Vermittlung des Sinns der verrichtetenArbeit. 22Während in der oben genannten Studie der InitiativeNeue Qualität der Arbeit 83% der Befragten angaben,soziale Unterstützung durch die Kolleginnenund Kollegen zu erfahren, gaben nur 52% an, umfangreichesoziale Unterstützung (d.h. in fünf odermehr von insgesamt sieben Aspekten positiver sozialerUnterstützung) durch die Vorgesetzte oder denVorgesetzten zu erleben. 23Zweifellos stehen Vorgesetzte unter einer kritischerenBeobachtung und haben es im Umgang mitMitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit komplexerenHerausforderungen zu tun, als die Arbeitskolleginnenund –kollegen untereinander, dennoch liegen imBereich des Führungsverhaltens sicherlich noch Potenzialezur Erhöhung der sozialen Qualität der Arbeitsplätzebrach, denn immerhin 17% der Befragtengaben an, keinerlei soziale Unterstützung durch denVorgesetzten oder die Vorgesetzte zu erleben. 2421Fuchs (2006), S. 1322Stadler/ Spieß (2002), S. 723Fuchs (2006), S. 18f.24ebda. S. 94WISO Seite 45


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FACHARTIKELMMag. Peter Hilpold© Michael KappelParkgaragenDie Tarifentwicklung in den Innsbrucker Parkgaragen 2001 - 2013Die Arbeiterkammer Tirol erstellt seit Jahren regelmäßigeinen Parkgaragenführer, der alle wichtigenDaten zu den Parkgaragen in Innsbruck enthält. Dieaktuelle Ausgabe vom Sommer 2013, zu der auchParkgaragen außerhalb Innsbrucks erhoben wurden,steht auf der AK-Homepage zum Download bereit. 1Da dieser Parkgaragenführer von der Arbeiterkammerregelmäßig neu erstellt wird, ist es nun an derZeit, einen genaueren Blick auf die Entwicklung derTarife bei den Innsbrucker Parkgaragen zu werfen.Konkret stehen Vergleichsdaten für die Jahre 2001,2003, 2005 und 2009 zur Verfügung.Anzahl der GaragenIn den letzten Jahren wurden in Innsbruck eine Reiheneuer Parkgaragen errichtet, wie z. B. die Parkgarageim Gebäude PEMA oder Einkaufszentrum West.Während im aktuellen Parkgaragenführer 31 Parkgaragenerhoben wurden, waren es 2009 23 Parkgaragen,2005 24 Parkgaragen, und bei den Erhebungen2003 und 2001 jeweils 20 Parkgaragen.Entwicklung des StundentarifsDer Stundentarif ist der wichtigste Tarif für Parkgaragen,da er für Kurz- und Gelegenheitsparker jenerTarif ist, der entscheidet, wie viel das Parken kostet.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 1,85 1,90 1,94 2,07 2,07Median 2,09 2,15 2,20 2,20 2,20Höchster Tarif 2,18 2,20 2,22 2,40 2,60Niedrigster Tarif 0,80 0,80 0,80 1,00 1,00Häufigster Tarif 2,18 2,20 2,20 2,40 2,40Tabelle 1: Durchschnittlicher Stundentarif aller ParkgaragenAus der Tabelle 1 wird ersichtlich, dass der durchschnittlicheStundentarif von 1,85 im Jahr 2001 auf2,07 Euro im Jahr 2013 zunahm. Das entspricht einerSteigerung von 12 %. Der VPI erhöhte sich im Zeitraumdieser beiden Erhebungen um 26 %. Währendvon 2005 bis 2009 die Steigerung des Durchschnittswertesmit 0,13 Euro am höchsten war, blieben sie1http://tirol.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/TestsundPreisvergleiche/Parkgargen-Preiserhebung-2013.htmlWISO Seite 47


von 2009 bis 2013 auf demselben Niveau. Das bedeutetaber nicht, dass alle Parkgaragen ihre Tarifeunverändert ließen. Vielmehr wurden Preiserhöhungenausgeglichen, da außerhalb des InnsbruckerStadtzentrums Parkgaragen mit niedrigeren Tarifenneu eröffnet wurden, wodurch es im Durchschnitt aufalle Parkgaragen keine Erhöhung gab. Die meistenGaragen ließen jedoch ihren Stundentarif mit 2,40Euro in den letzten vier Jahren unverändert.Aufgrund der Daten des AK-Parkgaragenführers2013 wird offensichtlich, dass die Höhe der Tarifeauch eine Frage der Zentralität ist. Parkgaragen inperipheren Lagen sind teilweise erheblich günstigerals jene im Stadtzentrum.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 2,04 2,05 2,06 2,24 2,27Median 2,18 2,20 2,20 2,40 2,40Höchster Tarif 2,18 2,20 2,20 2,40 2,60Niedrigster Tarif 1,31 1,30 1,50 1,80 1,50Häufigster Tarif 2,18 2,20 2,20 2,40 2,40Tabelle 2: Durchschnittlicher Stundentarif derParkgaragen im StadtzentrumIn Tabelle 2 werden die durchschnittlichen Tarife derParkgaragen im Stadtzentrum gesondert betrachtet.Als Abgrenzung des Stadtzentrums wird dabei der Innenstadtbereichherangezogen, der im Rahmen derInnsbrucker Parkraumbewirtschaftung derzeit mit einermaximalen Parkdauer von 1,5 Stunden definiertist. 19 der 31 im heurigen Jahr erhobenen Parkgaragenliegen demnach im Stadtzentrum.Die Stundentarife der Parkgaragen im Stadtzentrumsind um durchschnittlichen ca. 0,20 Euro teurer alsder Durchschnitt allerParkgaragen. Hierbeiist auffällig, dass esvon 2009 bis 2013 nurgeringe Preissteigerungengab.eine neu eröffnete Garage günstigere Tarife anbietet.Die prozentuelle Steigerung von 2001 bis 2013 entsprichtmit 11 % in etwa derselben Steigerung wieunter Berücksichtigung aller Parkgaragen. Der größtetarifliche Sprung ist von 2005 auf 2009 festzustellen.Von 18 der 31 erhobenen Parkgaragen liegenDaten von allen Erhebungen vor. Werden nur dieseParkgaragen betrachtet, ergibt sich folgende Preisentwicklung:2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 1,82 1,86 1,89 2,05 2,15Median 2,02 2,08 2,10 2,20 2,20Höchster Tarif 2,18 2,20 2,22 2,40 2,46Niedrigster Tarif 0,80 0,80 0,80 1,00 1,00Häufigster Tarif 2,18 2,20 2,20 2,40 2,40Tabelle 3: Durchschnittlicher Stundentarif derdurchgehend erhobenen ParkgaragenDie Steigerung von 2001 auf 2013 ist mit 18 % etwashöher, wenn nur jene Parkgaragen betrachtet werden,von denen für jede Erhebung die Daten vorliegen.Daraus kann interpretiert werden, dass die Zunahmeder Parkgaragen in Innsbruck ihren Anteil daranhat, dass die Preissteigerungen in den letzten vierJahren nicht so stark waren. Auch bei Betrachtungdieser Parkgaragen ist der größte Preissprung von2005 auf 2009 festzustellen.AbrechnungsmodusNeben dem Stundentarif ist für die Frage, wie vieldas Parken kostet, auch vom Abrechnungsmodusabhängig. In der Vergangenheit verrechneten dieSowohl der Medianals auch der häufigsteWert liegen weiterhinbei 2,40 Euro proStunde. Allerdingswurde die Differenzzwischen höchstemund niedrigstem Tarif2013 größer als in denErhebungen zuvor, daEher kein Problem mit Parkgebühren.© DamorsSeite 48WISO


meisten Garagen die erste Stunde voll, und ab einerStunde wurde pro angefangene halbe Stunde abgerechnet.Dieser Modus ist auch heute noch eine beliebte Abrechnungsart,der 2013 von zehn der 31 erhobenenParkgaragen angewendet wird. Allerdings nimmt dieZahl der Parkgaragen mit einem anderen Abrechnungsmoduszu. Zehn Parkgaragen verrechnendurchgehend pro angefangene halbe Stunde, siebenweitere Parkgaragen pro angefangene Stunde. Letzterehaben jedoch in der Regel aber einen niedrigerenStundentarif. Drei Parkgaragen verrechnen derzeitdie erste halbe Stunde voll und anschließend proangefangene 10 Minuten. Eine einzige Tiefgarage inInnsbruck verrechnet auf Minutenbasis. Die Abrechnungin kurzen zeitlichen Intervallen ist zum Vorteilfür den Parkenden, da er dadurch nur die effektiveParkzeit zu bezahlen hat und nicht zusätzliche Zeitbis zur vollen oder halben Stunde, die er gar nicht inAnspruch nimmt.TagesmaximaltarifNeben dem Stundentarif ist der Tagesmaximaltariffür Gelegenheitsparker ein weiterer wichtiger Tarif.Bei vielen Parkgaragen entspricht der Tagesmaximaltarifdem siebenfachen des Stundentarifs.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 12,52 13,30 13,18 14,60 14,44Median 13,91 14,30 14,00 15,00 15,00Höchster Tarif 20,00 20,00 15,00 16,80 18,00Niedrigster Tarif 6,40 6,40 6,40 8,00 5,00Häufigster Tarif 14,17 14,30 14,30 16,80 16,80Tabelle 4: Durchschnittlicher Tagesmaximaltarifaller ParkgaragenDer Tagesmaximaltarif steigerte sich unter Berücksichtigungaller Parkgaragen von 2001 bis 2013 um15 % und damit etwas stärker als die Stundentarifegemäß Tabelle 1. Die Zunahme an Parkgaragen amStadtrand mit deutlich günstigeren Tagesmaximaltarifenist anhand des niedrigsten Tarifs abzulesen, der2013 niedriger war als bei den bisherigen Erhebungen.Dieser bewirkte auch einen leichten Rückgang desdurchschnittlichen Tagesmaximaltarifs. Der Mediansowie der häufigste Wert blieben zwischen 2009 und2013 unverändert. Bemerkenswert ist der Rückgangdes höchsten Tarifs bis 2003 von 20 Euro bei einerParkgarage, der bis heute nicht wieder erreicht wurde.Der häufigste Tagesmaximaltarif lag sowohl 2009als auch 2013 bei 16,80 Euro.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 13,35 14,17 13,68 15,56 15,59Median 14,17 14,30 14,30 16,40 16,00Höchster Tarif 20,00 20,00 15,00 16,80 18,00Niedrigster Tarif 7,27 7,20 11,10 13,80 10,00Häufigster Tarif 14,17 14,30 14,30 16,80 16,80Tabelle 5: Durchschnittlicher Tagesmaximaltarif derParkgaragen im ZentrumInnerhalb des Stadtzentrums stiegen mit 17 % dieTagesmaximaltarife von 2001 bis 2013 etwas stärkerals unter Berücksichtigung aller Parkgaragen. Dochauch bei diesen Zahlen zeigt sich, dass durch dasEröffnen neuer Parkgaragen der niedrigste Tagestarifgesenkt wurde. Der größte tarifliche Sprung istwiederum im Zeitraum 2005 bis 2009 zu finden.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 12,86 13,13 13,06 14,57 15,23Median 14,00 14,30 14,00 15,00 15,70Höchster Tarif 20,00 20,00 15,00 16,80 17,00Niedrigster Tarif 6,40 6,40 6,40 8,00 8,00Häufigster Tarif 14,17 14,30 14,30 16,80 16,80Tabelle 6: Durchschnittlicher Tagesmaximaltarif derdurchgehend erhobenen ParkgaragenMit 18 % liegt die Steigerung des Tagesmaximaltarifsvon 2001 bis 2013 auf demselben Niveau wie beiden Stundentarifen, wenn nur jene 17 Parkgaragenbetrachtet werden, von denen für alle ErhebungenDaten vorliegen. Unter ausschließlicher Betrachtungdieser Parkgaragen ist bei diesem Tarif eine etwasgrößere Steigerung von 2009 auf 2013 zu festzustellen.NachtpauschaleNeben den Stunden- und Tagesmaximaltarifen bietenmehrere Parkgaragen Nachtpauschalen an, umdas Auto während der Nacht günstiger parken zukönnen. 2013 sind es 16 Garagen mit einer Nachtpauschale,bei der Erhebung 2001 lag die Zahl beizehn Garagen.Bei dieser Pauschale ist jedoch zu bedenken, dassder Geltungszeitraum nicht einheitlich definiert ist.Bei den meisten Parkgaragen wird gilt die sie von19.00 Uhr bis 07.00 Uhr, kann aber je nach Parkgaragebis zu einer Stunde variieren.Aus Tabelle 7 wird ersichtlich, dass die Nachtpauschalenin den vergangenen Jahren nur in geringemMaße erhöht wurden. Die Steigerung von 2001 bis2013 betrug 10 % und damit weniger als beim Stun-WISO Seite 49


2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 4,44 4,58 4,49 4,79 4,89Median 4,80 4,80 4,80 5,00 5,00Höchster Tarif 4,80 5,00 5,00 6,00 6,00Niedrigster Tarif 2,91 2,90 3,20 3,50 3,50Häufigster Tarif 4,80 4,80 4,80 5,00 5,00Tabelle 7: Durchschnittliche Nachtpauschale allererhobenen Parkgaragenden- und Tagesmaximaltarif. Der häufigste Tarif sowieder Median erhöhten sich lediglich von 2005 auf2009 um jeweils 0,20 Euro.Monatstarif19 der 31 Parkgaragen bieten derzeit für DauerparkerPauschaltarife pro Monat an. In einigen Parkgaragenist es zusätzlich möglich, nur für die Tag- oderNachtstunden die Monatspauschalgebühr zu entrichten.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 122,53 125,73 127,84 121,26 116,13Median 133,43 133,43 133,43 134,00 120,00Höchster Tarif 160,24 160,00 160,00 160,00 189,00Niedrigster Tarif 69,77 69,77 70,00 74,40 69,70Häufigster Tarif 133,43 133,43 140,00 140,00 120,00Tabelle 8: Durchschnittlicher Monatstarif aller ParkgaragenBei den Pauschaltarifen pro Monat ist eine abnehmendeTendenz der Tarife in den letzten 10 Jahrenfestzustellen. Diese ist vor allem dadurch begründet,dass neu eröffnete Parkgaragen günstigere Monatstarifeanbieten.So sanken sowohl der Mittelwert und häufigste Tarifin den letzten 10 Jahren. Das Preisniveau ist insgesamtjedoch auf hohem Niveau, nachdem für einMonat Parken durchschnittlich deutlich mehr als 100Euro zu bezahlen sind.2001 2003 2005 2009 2013Mittelwert 135,58 137,96 137,01 134,30 132,53Median 137,08 138,08 138,08 138,00 138,00Höchster Tarif 160,24 160,00 160,00 160,00 160,00Niedrigster Tarif 109,01 109,00 116,30 100,00 100,00Häufigster Tarif 133,43 133,43 140,00 140,00 120,00Tabelle 9: Durchschnittlicher Monatstarif der Parkgaragenim StadtzentrumWerden nur die Parkgaragen im Stadtzentrum betrachtet,die gerade für Einpendler interessant sind,so liegt das Preisniveau etwas höher als unter Betrachtungaller Parkgaragen. Doch auch bei diesenParkgaragen blieben die Tarife in den in den vergangenenJahren auf konstant hohem Niveau. Derhöchste Wert liegt hier durchgehend bei 160 Euro,der niedrigste Tarif sank auf 100 Euro. Es wird somitdeutlich, dass die grundsätzlich hohen Tarife für Dauerparkernicht erst in den letzten Jahren angestiegensind, sondern bereits seit vielen Jahren auf diesemhohen Niveau zu finden sind.FazitDer Blick auf die Tarifentwicklung der InnsbruckerParkgaragen der letzten 11 Jahre zeigt, dass – jenach Tarifart – die Stunden- und Tagestarife um 11bis 18 % angehoben wurden. Die höchste Preissteigerungist zwischen 2005 bis 2009 zu beobachten,in den letzten vier Jahren blieben die Preisevergleichsweise stabil.Der Grund hierfür liegt wohlauch an der Zahl der Parkgaragen, die in den letztenJahren deutlich zunahm und die in der Regel günstigereTarife anbieten. Nicht zu vergessen ist freilichauch das hohe Ausgangsniveau von 2001 von über2 Euro Stundentarif in Parkgaragen im Stadtzentrum,wodurch es im Sinne der Akzeptanz durch die Bevölkerungauch wichtig ist, die Tarife nicht im Höheder allgemeinen Teuerung anzuheben. BezüglichAbrechnungsmodus wird die Zahl an Parkgaragen,die nach kürzeren Zeitintervallen abrechnen, größer,was jedenfalls im Interesse der Parkenden ist.Auch bei den Tagesmaximaltarifen ist zu bedenken,dass sich in den letzten Jahren die Steigerungin Grenzen gehalten hat, es sich jedoch auf einensehr hohen Ausgangswert bezieht. Mit 16,80 Euroals häufigsten Tagesmaximaltarif stellt das Parkenfür einen Gelegenheitsfahrer natürlich eine Mehrbelastungdar, wenn er z.B. zum Einkaufen ins Stadtzentrumkommt. Während Nachtpauschalen in denletzten Jahren moderat angehoben wurden, sankendie Tarife für Dauerparker etwas. Dennoch stelltein Dauerstellplatz einen erheblichen finanziellenAufwand zumindest 100 Euro im Stadtzentrum dar,wenn beispielsweise ein Einpendler auf einen solchenAbstellplatz angewiesen ist.Im Rahmen der geplanten zeitlichen und räumlichenAusdehnung der Parkraumbewirtschaftung sowie Tariferhöhungin Innsbruck werden in nächster Zeit auchdie Tarife für Parkgaragen verstärkt in das Blickfeldrücken. Für die Arbeiterkammer Tirol ist jedenfallssicherzustellen, dass die Änderung der InnsbruckerParkraumbewirtschaftung in Form der Tariferhöhungsowie Einschränkung der Parkmöglichkeiten nichtauch steigende Preise in den Parkgaragen bewirkendürfen.Seite 50WISO


IN ZAHLENDas zweite Quartal 2013Der Arbeitsmarkt in Österreich: Quartal I & II 2013Beschäftigte gemeldete Arbeitslose ArbeitslosenrateMonat Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerJän.13 3.404.389 1.623.712 1.780.677 338.421 118.663 219.758 9,0% 6,8% 11,0%Feb.13 3.415.113 1.626.749 1.788.364 326.401 115.162 211.239 8,7% 6,6% 10,6%Mär.13 3.448.951 1.625.133 1.823.818 290.045 113.655 176.390 7,8% 6,5% 8,8%Apr.13 3.452.141 1.605.693 1.846.448 273.121 122.729 150.392 7,3% 7,1% 7,5%Mai.13 3.486.065 1.619.021 1.867.044 251.895 114.428 137.467 6,7% 6,6% 6,9%Jun.13 3.508.922 1.630.459 1.878.463 242.242 111.230 131.012 6,5% 6,4% 6,5%Veränderung gegenüber VormonatFeb.13 0,3% 0,2% 0,4% -3,6% -3,0% -3,9% -0,3 -0,2 -0,4Mär.13 1,0% -0,1% 2,0% -11,1% -1,3% -16,5% -0,9 -0,1 -1,8Apr.13 0,1% -1,2% 1,2% -5,8% 8,0% -14,7% -0,5 0,6 -0,7Mai.13 1,0% 0,8% 1,1% -7,8% -6,8% -8,6% -0,7 -0,5 -0,6Jun.13 0,7% 0,7% 0,6% -3,8% -2,8% -4,7% -0,2 -0,2 -0,4Q: AMS - Monatswerte, Hauptverband der SozialversicherungsträgerBeschäftigung und Arbeitslosigkeit - VeränderungsratenÖSTERREICH-3,8%0,7%Jun.13-7,8%Mai.131,0%-5,8%0,1%Apr.13Veränderung ArbeitsloseVeränderung des Beschäftigtenstandes-11,1%Mär.131,0%-3,6%0,3%Feb.13-12% -10% -8% -6% -4% -2% 0% 2%Im Verlauf des ersten Halbjahres 2013 gingen die Arbeitslosenquotentendenziell zurück. Auch die Zahlender Arbeitslosen reduzierten sich - allerdings nurim Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat.2013 lag. Der Höchststand an Arbeitslosigkeit wurde- auch saisonsbedingt - im Jänner mit 338.421 Personenerreicht. Die Männer machten fast zwei Drittelder Arbeitslosen aus.Im Jahresvergleich stiegen sowohl die Anzahl der Arbeitslosen,als auch die Arbeitslosenquoten teilweisekräftig an. Am stärksten im Juni 2013, in dem die Zahlder Arbeitslosen um 10,1% über der Anzahl im JahrWISO Seite 51


Unselbständige Beschäftigte in ÖsterreichBeschäftigung im QuartalsdurchschnittQ II 2013 Q II 2012 Veränderung % absolutBurgenland 99.060 98.074 1,0% 986Kärnten 207.714 209.502 -0,9% -1.788Niederösterreich 584.650 583.243 0,2% 1.407Oberösterreich 621.647 617.489 0,7% 4.158Salzburg 239.300 238.448 0,4% 852Steiermark 484.013 482.693 0,3% 1.320Tirol 303.264 297.131 2,1% 6.133Vorarlberg 148.705 146.765 1,3% 1.940Wien 794.024 788.612 0,7% 5.412ÖSTERREICH 3.482.376 3.458.958 0,7% 23.418Wien23%Burgenland3%Kärnten6%Niederösterreich17%Vorarlberg4%Tirol8%Oberösterreich18%Steiermark14%Salzburg7%Anteile der Bundesländer an allen unselbständigenBeschäftigten im zweiten Quartal2013Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigung inÖsterreich im zweiten Quartal 2013 um 0,7% an underreichte einen Stand von 3.482.376 Personen imQuartalsdurchschnitt.Die Zunahme erfolgte in allen Bundesländern mitAusnahme von Kärnten, wo die Zahl der Beschäftigtenum 0,9% bzw. um 1.788 Personen absank.In Tirol stieg die Beschäftigung mit einem Plus von2,1% bzw. von 6.133 Personen drei Mal so starkan, wie im österreichischen Durchschnitt. Am zweitstärkstenstieg die Zahl der Beschäftigten in Vorarlbergmit 1,3%.Seite 52WISO


Arbeitslosigkeit in den Bundesländerndurchschnittliche ArbeitslosigkeitQ II 2013 Q II 2012 ggü. VQ absolutBurgenland 7.966 6.445 23,6% 1.521Kärnten 22.371 17.211 30,0% 5.160Niederösterreich 44.202 38.580 14,6% 5.621Oberösterreich 29.160 23.794 22,6% 5.366Salzburg 13.259 11.456 15,7% 1.803Steiermark 35.650 29.968 19,0% 5.682Tirol 22.256 20.737 7,3% 1.520Vorarlberg 9.064 8.714 4,0% 350Wien 81.460 77.418 5,2% 4.042ÖSTERREICH 265.388 234.323 13,3% 31.064Q: AMS - Monatsdaten; Eigenberechnung der AKBurgenland3%Kärnten8%Wien31%Niederösterreich17%Vorarlberg3%Oberösterreich11%Tirol8%Steiermark14%Salzburg5%Anteile der Bundesländer an allen Arbeitsuchenden Personen im zweiten Quartal2013Parallel zur Beschäftigungszunahme erfolgte aberauch eine deutliche Steigerung der Zahlen der Arbeitslosenin Österreich. Im Vergleich zum Vorjahresquartalnahm die Anzahl der Personen auf Arbeitssuchegleich um 13,3% bzw. um mehr als 31.000Personen zu. Die stärkste Zunahme war in Kärntenmit einem Plus von 30% zu verzeichnen.hier die Arbeitslosenzahlen um 7,3% bzw. um mehrals 1.500 Personen im Quartalsdurchschnitt zunahm.Die geringste Zunahme an Arbeitslosigkeit war inVorarlberg mit 4% zu verzeichnen.Tirol hielt sich im Vergleich relativ gut, obwohl auchWISO Seite 53


Der Arbeitsmarkt in Tirol: Quartal I & II 2013Beschäftigte gemeldete Arbeitslose ArbeitslosenrateMonat Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen MännerJän.13 316.846 152.585 164.261 20.721 5.995 14.726 6,1% 3,8% 8,2%Feb.13 318.579 153.116 165.463 19.640 5.895 13.745 5,8% 3,7% 7,7%Mär.13 319.275 151.787 167.488 17.857 7.000 10.857 5,3% 4,4% 6,1%Apr.13 296.886 138.095 158.791 27.113 14.384 12.729 8,4% 9,4% 7,4%Mai.13 302.406 140.834 161.572 22.928 12.271 10.657 7,0% 8,0% 6,2%Jun.13 310.499 145.563 164.936 17.428 9.194 8.234 5,3% 5,9% 4,8%Veränderung gegenüber VormonatFeb.13 0,5% 0,3% 0,7% -5,2% -1,7% -6,7% -0,3 -0,1 -0,5Mär.13 0,2% -0,9% 1,2% -9,1% 18,7% -21,0% -0,5 0,7 -1,6Apr.13 -7,0% -9,0% -5,2% 51,8% 105,5% 17,2% 3,1 5,0 3,3Mai.13 1,9% 2,0% 1,8% -15,4% -14,7% -16,3% -1,4 -1,4 -1,2Jun.13 2,7% 3,4% 2,1% -24,0% -25,1% -22,7% -1,7 -2,1 -1,4Q: AMS, Hauptverband der SozialversicherungsträgerBeschäftigung und Arbeitslosigkeit - VeränderungsratenTIROL-24,0%2,7%Jun.13-15,4%1,9%Mai.13-7,0%-9,1%0,2%51,8%Apr.13Mär.13Veränderung ArbeitsloseVeränderung desBeschäftigtenstandes-5,2%0,5%Feb.13-40% -20% 0% 20% 40% 60%Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sind in Tirol starkvom Saisonsbetrieb im Tourismus gekennzeichnet,wodurch es zu erheblichen Schwankungen kommt.Vor allem im Bereich der Arbeitslosenzahlen sindimmer wieder sehr große Veränderungen zu beobachten.Diese betreffen in erster Linie die Zahl derarbeitssuchenden Frauen, die überdurchschnittlichoft im Tourismus tätig waren.So war vom März 2013 auf den April 2013 eine Verdoppelungder beim AMS gemeldeten Frauen zu verzeichnen,während die Zahl der arbeitslosen Männerlediglich um 17,2% zunahm.Seite 54WISO


Beschäftigung in Tirol: Quartal I & II 2013Beschäftigung in TirolALLE FRAUEN MÄNNER Alle-%* Frauen-%* Männer-%*Jän.13 316.846 152.585 164.261 1,6% 1,9% 1,3%Feb.13 318.579 153.116 165.463 1,6% 1,9% 1,4%Mär.13 319.275 151.787 167.488 3,4% 4,2% 2,6%Apr.13 296.886 138.095 158.791 2,1% 2,6% 1,6%Mai.13 302.406 140.834 161.572 2,2% 2,8% 1,7%Jun.13 310.499 145.563 164.936 1,9% 2,3% 1,6%*Veränderung ggü. Jeweiligem VorjahrQ: Hauptverband der SozialversicherungsträgerUnselbständige Beschäftigte in TirolBeschäftigung im QuartalsdurchschnittQ II 2013 Q II 2012 Veränderung % absolutImst 24.107 23.870 1,0% 237Innsbruck (inkl. IL) 121.453 120.457 0,8% 996Kitzbühel 23.753 23.473 1,2% 280Kufstein 43.050 42.253 1,9% 797Landeck 16.733 16.507 1,4% 226Lienz 18.199 18.139 0,3% 60Reutte 12.534 12.388 1,2% 146Schwaz 34.407 33.450 2,9% 957Tirol 303.264 297.131 2,1% 6.133340.000Beschäftigung in Tirol: Frauen + MännerQuartal I+II 2013 - Quartal I+II 2012320.000300.000280.000260.000Jänner Februar März April Mai JuniQ I & II 13 Q I & II 12Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Beschäftigung inTirol um mehr als 6.000 Personen an - das entsprichteiner Zunahme von 2,1%- Die stärkste Beschäftigungssteigerungwar im Bezirk Schwaz zu beobachten,in dem sich der Kreis der beschäftigten Personenum 2,9% ausweitete. Nur eine geringe Zunahmeder Anzahl der Personen in Beschäftigung war imBezirk Lienz zu sehen. Gegenüber dem Vorjahresquartalstagnierte die Beschäftigung beinahe.Ein statistischer Hinweis: aufgrund der Datenlagebeim Hauptverband weicht die Summe der Beschäftigtenin allen Bezirken von der Tiroler Gesamtsummeab. Rund 10.000 Beschäftigte können nur demBundesland Tirol zugeordnet werden, nicht aber einemeinzelnen Bezirk.WISO Seite 55


Arbeitslosenraten Quartal II 2013REUTTEgesamt 6,6%frauen 8,4%männer 5,1%LANDECKgesamt 15,4%frauen 20,2%männer 11,4%Innsbruck (inkl. IL)gesamt 5,7%frauen 5,3%IMSTmänner 6,1%gesamt 8,6%frauen 10,8%männer 6,7%SCHWAZgesamt 6,7%frauen 8,3%männer 5,4%KUFSTEINgesamt 5,7%frauen 6,7%männer 4,9%KITZBÜHELgesamt 7,2%frauen 8,7%männer 5,9%LIENZgesamt 10,7%frauen 12,5%männer 9,1%arbeitslosenraten der tiroler bezirke - durchschnitte quartal ii 2013q: ams, berechnung der akVeränderung der Anzahl der Arbeitslose Quartal II 2013REUTTEgesamt +2,4%frauen -3,0%männer +10,8%LANDECKgesamt +3,0%frauen +4,5%männer +0,9%Innsbruck (inkl. IL)gesamt +12,4%frauen +10,7%IMSTmänner +13,9%gesamt +5,4%frauen +7,6%männer +2,6%SCHWAZgesamt +10,0%frauen +7,5%männer +13,4%KUFSTEINgesamt +12,3%frauen +12,6%männer +12,0%KITZBÜHELgesamt +2,1%frauen +3,3%männer +0,6%LIENZgesamt +18,1%frauen +8,9%männer +30,6%veränderung der anzahl der arbeitslosen gegenüber dem vorjahr:quartal ii 2013q: ams, berechnung der akWISO Seite 57


Arbeitslose pro Wirtschaftsabschnitt in TirolQ II 2013 Veränderung ggü. VJ absolutLand- und Forstwirtschaft, Fischerei 55 14,6% 7Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 13 85,7% 6Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren 1.590 16,9% 230Energieversorgung 30 11,1% 3Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung57 15,6% 8Baugewerbe / Bau 939 7,3% 64Handel 2.867 10,6% 274Verkehr und Lagerei 1.952 5,1% 95Gastgewerbe / Beherbergung und Gastronomie 9.251 5,4% 476Information und Kommunikation 134 34,9% 35Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 167 9,6% 15Grundstücks- und Wohnungswesen 105 -1,9% -2freiberufl., wissenschaftl., techn. Dienstleistungen523 27,7% 114sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 1.726 15,7% 234Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 356 7,5% 25Erziehung und Unterricht 614 -7,5% -50Gesundheits- und Sozialwesen 1.045 18,7% 164Kunst, Unterhaltung und Erholung 242 3,7% 9sonstigen Dienstleistungen 303 6,8% 19Private Haushalte15 -13,5% -2Exterritoriale Organisationen und Körperschaften - - -1sonstiges 507 6,9% 33Insgesamt 22.490 8,5% 1753Q: AMSandere25,5%Herstellungvon Waren9,5%Bau28,5%Handel12,2%sonst. wirtschaftl.Dienstleistungen9,3%Gastgewerbe undGastronomie15,0%Branchen mit mehr als 5% Anteil an den Arbeitslosen in Tirol(Quartalsdurchschnitt).Seite 60WISO


Arbeitslosigkeit in EuropaQ jeweils: EurostatJugendarbeitslosigkeit in Europa: Unter-25jährigeWISO Seite 61


Inflation in der EU: August 2012Q: Eurostat, HVPISeite 62WISO


Wir sind für Sie daImpressum:Medieninhaber und Verleger:Kammer für Arbeiter und Angestellte für TirolMaximilianstraße 7, 6020 InnsbruckVerfasser: Abteilung Wirtschaftspolitik, AK Tirol


Arbeiterkammer TirolMaximilianstraße 7, 6020 Innsbruckwww.ak-tirol.comak@tirol.comAK Tirol in den Bezirken:Imst, Rathausstraße 1, 6460 ImstKitzbühel, Rennfeld 13, 6370 KitzbühelKufstein, Arkadenplatz 2, 6330 KufsteinLandeck, Malserstraße 11, 6500 LandeckLienz, Beda-Weber-Gasse 22, 9900 LienzReutte, Mühler Straße 22, 6600 ReutteSchwaz, Münchner Straße 20, 6130 SchwazTelfs, Moritzenstraße 1, 6410 Telfskostenlose AK-Servicenummer:Tel.: 0800/ 22 55 22

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