Baustoffe und Baukonstruktionen nach ökologischen Kriterien

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Baustoffe und Baukonstruktionen nach ökologischen Kriterien

Baustoffe und Baukonstruktionen nach ökologischen Kriterien


Inhalt1. Grundlagen1.1 ökologisches Bauen1.2 nachhaltiges Bauen1.3 kleine Geschichte1.4 Recyclingfähigkeit1.5 Behaglichkeit1.6 Natürliches Bauen1.7 Wärmespeicherfähigkeit1.8 Historische Baustoffe1.9 Energiegehalt vonBaustoffen2. Baustoffe2.1 Mineralische Baustoffe2.2 Baustoffe aus Holz2.3 Dämmstoffe2.4 sonstige nachwachsendeRohstoffe2.5 sonstige nichtnachwachsende Rohstoffe3. Baukonstruktionen3.1 Wandaufbau allgemein3.2 Massivbau3.3 Leichtbau3.4 Mischbauweise8. Anhang4.1 Decken im Massivbau4.2 Decken im Holzbau4.3 Konstruktionen Flachdach4.4 Konstruktionen geneigtesDach4.5 Konstruktionen Boden aufErdreich15. Internetadressen6. Literaturnachweis


1. Grundlagen


1.1 Ökologisches BauenBaubiologe:• Gesundes Bauen• Verwendung natürlicherMaterialien• Behaglichkeit• Wohngifte verhindern• Die ganze Lebensdauersehen von der Herstellungbis zur Entsorgung• Nachwachsende Rohstoffe• Einfache und leicht zureparierende Technik• Recyclingfähigkeit derBaustoffeEnergiesparer:• High – Tech – Lösungen• Negative Auswirkung derGebäude auf die Umweltmindern, das heißt denEnergiebedarf senken• Dicke Dämmpakete• Modernste Haustechnik->Verschiedene Ansätzemiteinander verbinden !!!


1.2 Nachhaltiges Bauen• Bauen und Wohnen ist nochvor Ernährung und Verkehrder Einzelbereich mit demgrößten Materialverlust,also mit der größtenAuswirkung auf die UmweltMalcom Wells->Nachhaltigkeit bedeutet,dass alle Eingriffe in dasÖkosystem so gestaltetwerden sollen, dass auch dieLebensgrundlagenzukünftiger Generationendadurch nichtbeeinträchtigt werden


1.3 Kleine GeschichteIm alten Indien störte sich einKönig an dem für seine weichenMenschenfüße viel zu rauhenBoden und schlug deshalb vor,sein ganzes Territorium mitTierhäuten auszulegen. Einerseiner Weisen jedoch wandteein, dasselbe Ergebnis sei vieleinfacher zu erreichen:Es genüge doch, von einereinzigen Tierhaut kleine Stückeabzuschneiden und sie sichunter die Füße zu binden


1.4 RecyclingfähigkeitVon den jährlich 400 Mio. tAbfällen und Reststoffen inDeutschland sind 285 Mio. tBauschutt, Straßenabbruchund Erdaushub.Allein Baustellenabfälle machenjährlich 14 Mio.,Gebäudeabbruch 30 Mio. t aus.Die Verwendungrecyclinggerechter Baustoffeund Baukonstruktionen kannzumindest für die Zukunftdiese Stoffmengen reduzieren.


1.4 Recyclingfähigkeit->• Unkomplizierte Formen• Schalungsfreie Konstruktionen• Standardmaße• Dämmstoffe zum Einschütten oderEinblasen• Leicht reparierbare Materialien• Baustoffe mit kürzere Lebensdauer vonlanglebigen Rohbauelementen trennen• Reduktion der Stoffvielfalt• Baustoffe mit bekannten Eigenschaften• Vermeidung von Verbundstoffen• Einplanung von Recyclingbauteilen oder-material


1.5 Behaglichkeit• Wärme möglichstgleichförmig durch großeStrahlungsfläche zuführen• Wärme- bzw.kältespeichernde Bauteileim innern (massive Wändeoder Steinfussböden)• Offenporige Materialien(Feuchtepuffer), dieüberschüssige Feuchtigkeitaufnehmen und bei Bedarfwieder abgeben• In Büros ist die Luft durchdie vielen technischenAnlagen meist zu trocken


1.6 Natürliches Bauen• Anpassung an die Landschaft• Klimatische Bedingungen undnatürlich vorkommendeMaterialien prägen dasGebäude• Für den Ort die optimaleBauweise finden• Tradition• Ortsuntypische Bauweisenmüssen durch chemische undsynthetische Hilfsmittelausgeglichen werden• Auf die Herausforderungunserer Zeit angemessenreagieren• Bauen mit regionalemBaumaterial


1.6 BeispielHäuser auf Hornbry Island beiVancouver in Kanada


1.6 BeispielGebäude einer landwirtschaftlichenGenossenschaft in Ägypten


1.7 Wärmespeicherfähigkeit• Die im innern verwendeten Materialien müsseneine gute Wärmespeicherfähigkeit aufweisen,d.h. überschüssige Wärme aufnehmen und beisinkenden Temperaturen wieder abgeben• Natursteinböden und schwere (Innen)Wändebeispielsweise aus Kalksandstein sorgen für dennotwendigen Klimaausgleich• Die schweren, träge aufTemperaturschwankungen regierendenMaterialien verbreiten im Sommer angenehmeKühle• Ein Gebäude in Leichtbauweise, als reineHolzkonstruktion ist nicht sinnvoll• Kombinierte Konstruktion wählen• Z.B.: Fachwerkhaus mit Lehmbauweisekombiniert, Mischbauweise, d.h. dieAußenhülle in Leichtbauweise und ein massiveInnenkonstruktion


1.8 Historische BaustoffeJahrhundertlang war esselbstverständlich, bei Neubautenauch Baustoffe zu verwenden,die durch den Abriss oder dieZerstörung alter Bauten anfielenHeute:• Sortieren von Holz, MetallKunststoff und Mineralien,die dann zerkleinert werden• Aus Türen, Fenster und Balkenwerden Spanplatten• Metall wird eingeschmolzen• Recycling von ganzen Bauteilen, wiealten Dachziegeln, Eichenbalken,Türen, Fenster oder Fußböden


1.9 Energiegehalt von Baustoffen• Durch den Energieaufwand zurHerstellung und Verarbeitungvon Baustoffen lässt sich dieUmweltverträglichkeit unddamit die Auswahl vonBauweisen und Materialienbewerten• Die Bauwirtschaft verursachtden größten Teil anStoffflüssen, vor allem währendder Herstellung der Produkte• Hoher Bedarf von nichterneuerbarer Energien undfossilen Rohstoffen ( sog.Graue Energie)


1.9 Energiegehalt von BaustoffenEnergiegehalt einiger Baustoffe jeweils in kWh/ m³:• Leichtmauerziegel 700• Kalksandstein 350• Kunstharzputz 3300• Kalkzementputz 1100• Profilstahl 57000• Bauholz 180• Spanplatte 2000• Holzweichfaserplatte 1400• Polystyrol, Dämmstoff 450• Zellulosedämmstoff 50


2. Baustoffe


2.1 Mineralische Baustoffe• Ausgangsmaterialien fürmineralische Baustoffe wie Ton,Lehm Kies und verschiedeneGesteinssorten liegen „überall“herum• Sie werden dort genutzt, wo ihreGewinnung einfach ist• Beim Abbau könnenUmweltprobleme durchZerstörung desLandschaftsbildes entstehen• Aufarbeitung hatunterschiedlich großen Einsatzvon Energie und unterschiedlichrisikoreiche industrielleProzesse


2.1 Mineralische BaustoffeZiegel:• Herstellung aus Lehm und Ton, manchmalunter Beifügung von Sägemehl undZellulose• Trocknen und brennen• Immer mehr Löcher in den Ziegeln zurSteigerung der Wärmedämmfähigkeit• Neueste Entwicklung ist derWabenziegelPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Porenhochlochziegel 450• Leichthochlochziegel 700• Mauerziegel 1200• Klinker 1700


2.1 Mineralische BaustoffeLehmbaustoffe:• Sehr gute feuchtigkeitsregulierende und wärmespeicherndeWirkung• Gutes Raumklima• Zur Ausfachung oder zur Ausmauerung von nichttragenden Wänden• Lehmtrockenbau (vorgefertigte, luftgetrocknete Lehmbaustoffe)• Keine guten Wärmedämmeigenschaften• Als Kombinations-Dämmstoffe eignen sich Schilfrohr,Holzweichfaser oder mineralische Schüttungen• Lehmsteine mit Stroh, Perlite oder Kork, bessere Wärmedämmung• Lehmbauplatten aus Leichtlehm, Jutegewebe sowie Schilfrohr alsStabilisator (Innenausbau)Primärenergiegehalte in kWh/m³:• Leichtlehm 30• Strohlehm 25


2.1 Mineralische Baustoffe Beispiel


2.1 Mineralische Baustoffe Beispiel


2.1 Mineralische BaustoffeKalksandstein:• Unter Dampfdruck gehärtet• Bei der Produktion keine gefährlichen Emissionen• Weniger Energiegehalt als bei Ziegeln• Schwer, d.h. gute Wärmespeicher• Gute Schalldämmung• Rationell durch große Formate• Feuchtigkeitsaufnahme ist in Verbindung mit Putzausreichend• Schlechte Wärmedämmfähigkeit• Preisvorteil gegenüber dem ZiegelPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Kalksandlochsteine 350• Kalksandvormauersteine 500


2.1 Mineralische BaustoffeLeichtmauersteine:• Leichtbetonsteine werden aus Zement und einer Zugabe vonleichtem Material, wie Bims oder Blähton• Problem: Abbau ist mit Naturzerstörung verbunden und dasnatürliche Vorkommen ist begrenzt• Sehr gute Wärmedämmwerte und beste Schalldämmung beieinschaligen Konstruktionen• Bessere Alternative: Kalksandleichtsteine aus unbedenklichenKalk• Porenbeton hat die beste Wärmedämmfähigkeit, aber auch dieschlechteste SchalldämmungPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Leichtbetonsteine 450(Blähtonbeton) 200(Bimsbeton)• Kalksandleichtsteine 400• Porenbetonsteine 400


2.1 Mineralische BaustoffeBeton, Estrich, Mörtel• Beton ist druckfest und Widerstandsfähigkeit gegen Wasser,Fundamente• Gute wärmespeichernde und schalldämmende Wirkung• Schlechte Wärmedämmung, wenig Feuchtigkeitsaufnahme• Zuschläge machen ihn zu besser wärmedämmenden Leichtbeton• Zementestrich ist ein guter Wärmeleiter und eignet sich besondersfür den Aufbau einer Fußbodenheizung• Man unterscheidet normalen Mauermörtel und Leichtmauermörtel,zum vermauern hochwärmedämmender BausteinePrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Beton 500• Stahlbeton 1850• Betonestrich 750• Gussasphaltestrich 1950• Zementmörtel 300


2.1 Mineralische BaustoffePutze• Außenputz mit hohem Zementanteil, dichten das Mauerwerk gegenSpritzwasser ab, verhindern aber auch eine Wasserdampfdiffusion• Kunstharzaußenputze sind elastisch und rissfrei und können beliebiggefärbt werden• Klassischer Putz aus Kalk und Sand vorzuziehen, der Feuchtigkeitaufnehmen und abgeben kann• Innenputz aus Gips mit porige Struktur haften gut• Lehmputze bekommen immer wichtigere Bedeutung, weil sie dasRaumklima positiv beeinflussen• Einsatz von Putzträgern bei unterschiedlichem Untergrund(Kunststoffgitter, Schilfmatten, Metallgeflecht)Primärenergiegehalte in kWh/m³:• Kunstharzputz 3300• Kalkzementputz 1400• Gipsputz 750


2.1 Mineralische BaustoffeBauplatten• Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, der mit Kartonummantelt ist• Zugfest und Biegesteif• Auch als Feuerschutzmatten mit Glasfaserarmierung• Sie sind laut Untersuchung von Ökotest empfehlenswert• Das gilt auch für Gipsfaserplatten, die aus einer Masse von Gips,Zellulosefasern und Altpapier bestehen• Feuchtraumgeeignet und als Feuerschutzplatten einsetzbarPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Gipskartonplatte 850• Gipsfaserplatte 900


2.2 Baustoffe aus Holz• Holz ist als nachwachsender Rohstoff und Speicher für dasTreibhausgas CO2 ein besonders umweltfreundlicher Baustoff• Die Waldbewirtschaftung in Deutschland ist im internationalenVergleich als verhältnismäßig nachhaltig anzusehen• Von forstwirtschaftlichen Monokulturen hat man sich verabschiedet• Düngemittel und Pestizide kommen nur im geringen Umfang zumEinsatz• Obwohl tropische Hölzer leichter zu verarbeiten, nahezu astfrei undwitterungsbeständiger sind als die meisten einheimischen Hölzer istihr Verbrauch stark zurückgegangen• Trotz anhaltender umweltbedingter Waldschäden nimmt dieWaldfläche, insbesondere durch Flächenstillegung in derLandwirtschaft jährlich um 5400 ha zu• Der Holzhandel ist allerdings sehr unübersichtlich: nicht vorhandeneoder falsche Herkunftsbezeichnung sind die Regel• Allgemeines Siegel: HOLZ aus nachhaltiger Forstwirtschaft.Gewachsen in Deutschlands Wäldern


2.2 Baustoffe aus HolzHolz ist ein archaischer Baustoff, der noch bis ins 18. Jahrhundert inweiten Teilen Europas vorherrschend benutzt wurde. In Zentraleuropasind Eiche, Buche, Ulme, Tanne und Fichte die dominierenden, seitJahrtausenden heimischen Waldbäume.Zur Zeit dominiert als Bauholz vor allem preisgünstiges Nadelholz,während Laubholz- trotzvielfältiger Anwendungsmöglichkeit- fastausnahmslos für Möbel, Furnier und Tischlerplatten verwendet wird.Mitteleuropäische Holzarten sind:Fichte/ Tanne, Lärche, Eiche, Kiefer, Douglasie, Buche, Esche, Ulme,Erle, Ahorn, Kastanie, Robinie


2.2 Baustoffe aus HolzHolzbaustoffe• Ursprünglich aus Massivholz oder Holzwerkstoffen, wieSpanplatten oder Sperrholz• Massivholz bei tragenden Balken, Rahmen, Schalungsbretter,Fassadenbekleidung• Massive Holzbalken haben natürliche Begrenzungen durch Längeund Dicke• Man stellt aus schmalen Brettchen, kleinen Leisten, dünnenFurnieren oder Holzspänen durch Verleimen künstliche Balken her• Solche Holzwerkstoffe können mehr tragen, besser dämmen undsind leichter zu verarbeiten, sie können Stahl ersetzen• Sie besitzen alle positiven Eigenschaften von Holz, nachteilig sindallerdings die eingesetzten Bindemittel


2.2 Baustoffe aus HolzBrettschichtholz ( BS-Holz)• Derzeit in Deutschland meist verbreitete konstruktiveHolzwerkstoff• Beliebige Längen und Stärken sind zu erreichen• Als Holz wird überwiegend Fichte verwendetFurnierschichtholz• Kommt für sehr schlanke und hohe , plattenähnliche Profile zumEinsatz• Hohe Festigkeit bei relativ geringem Eigengewicht• Hochgradig tragfähige Balken, Stützen oder Verstärkungen• I-Träger für Dachsparren


2.2 Baustoffe aus HolzBrettstapelelemente• Getrocknete Fichtenbretter werden hochkant hintereinandergestellt und fortlaufend verbunden• Beliebig breite, massive, flächige Elemente für die tragendeStruktur von Decken, Wänden und Dach• Sehr gute Schalldämmung, Brandschutz und sommerlicheWärmedämmungHolzblocktafel• Kreuzweise auf Abstand verleimte Brettlagen• Gute Festigkeit, bedingt durch die Hohlräume günstigeWärmedämmwertePrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Bauholz 180• Brettschichtholz 2200


2.2 Baustoffe aus HolzSpanplatten• Aus Schwachholz und Sägewerkrückständen• für den Innenausbau,den Fußbodenbereich und Möbelherstellung• Nicht statisch belastbar und wenig biegefest• Schadstoffe aus den Bindemitteln• Gesundheitlich unbedenklich sind zement- oder magnesitgebundeneSpanplatten, sogenannte AHW- Platten• sehr schwer, d.h. nicht für alle Anwendungen geeignetHolzwolleleichtbauplatten• Besser, weil sie überwiegend mit Magnesit gebunden werden• Bessere wärmedämmende Wirkung, gute Putzträger,AkustikplattenPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Spanplatten zementgebunden 2900• Holzwolleleichtbauplatten 1200


2.2 Baustoffe aus HolzSperrholz• Im Möbelbau,Beplankung von Holzhäusern• Hohe Festigkeit und Biegefähigkeit• Problem ist wiederum das BindemittelOSB- Platte• Verbinden die Festigkeit von Sperrholz mit dem billigen Werkstoffvon Spanplatten• Hohe Festigkeit und höhere zulässige Spannungen, formstabil• Mittragende Beplankungen bei Holzbauweisen oder bei Fußböden


2.2 Baustoffe aus HolzHolzfaserplatte• Unbedenkliche holzeigene Lignite kommen als Bindemittel zumEinsatz• Für Schalungen oder Rollladenkästen• Am gebräuchlichsten sind MDF- oder HWS Platten• Verwendung als Wärmedämmstoffe, TrittschallisolierungPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Sperrholz 4000• Hartfaserplatte 3800• Weichfaserplatte 1400


2.3 DämmstoffeDie Bedeutung der Wärmedämmstoffe wächst mit der Einsicht derNotwendigkeit von Energieeinsparung. Doch leider ist derideale Dämmstoff nicht vorhanden. Dämmstoffe aus Kunststoffstammen aus einer umweltschädlichen Prozesskette und enthaltenmeist viel Primärenergie, mineralische Dämmstoffe bergenGesundheitliche Risiken oder sind gleichfalls energieaufwendig,Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen eignen sich nicht fürjede Anwendung.Doch kann man sagen, dass der Verzicht auf besonders umwelt- undgesundheitlich problematische Dämmstoffe angesichts der großen Zahlvon Alternativen nicht schwerfällt.


2.3 Dämmstoffe aus KunststoffPolystyrol• bei der Erhitzung kann es zur Emission von Styrol kommen, das einsehr starkes Nervengift ist• Während der gesamten Lebenszeit entweicht Pentan, das amSommersmog beteiligt ist und zum Treibhauseffekt beiträgt• EPS überwiegend für Wärmedämmverbundsysteme, innenliegendeWärmedämmung, sowie für Dämmschichten unter dem Estrich• XPS für außenseitige Dämmung von Kellern oder FlachdächernPolyuhrethanplatten• Für Dämmung von geneigten Dächern oder zum Ausschäumen vonFenster- oder Türrahmen• Weitgehend dampfdicht und gute Wärmedämmwerte• Als Treibmittel früher FCKW, heute HFCKW-> beide Dämmstoffe aus ökologischen Gründen nicht zu empfehlen


2.3 Dämmstoffe aus KunststoffDämmmatten aus reinen Polyesterplatten• Keine Zusätze da Polyester nicht brennbar• Allergenfrei• Als sortenreines Material eignet es sich gut zum Recycling• Hohe Dämmwerte• hohe Herstellungsenergie im Vergleich zu Dämmmatten ausNaturfasernPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Polystyrol (EPS) 450• Polystyrol (XPS) 850• Polyurethan- Platten 1200• Polyestermatten 600• PUR- Schaum 1000


2.3 Dämmstoffe aus MineralfasernGlas- und Steinwolle• In Europa die am meisten verbreiteten Dämmprodukte• Dachdämmung, Zwischensparrendämmung, Kerndämmung• Haben eine gute Dämmwirkung und sind nicht brennbar• Allerdings enthalten sie kritische lungengängige Fasern und geltenals krebserregend in Tierversuchen• Es mussten neue Produkte entwickelt werden• Aus ökologischer Sicht sind Mineralfasern auch dann wenigerempfehlenswert, wenn ihr Krebsrisiko gebannt wird• Keine Aufnahme von Feuchtigkeit• In ihrer Recyclingfähigkeit eingeschränktPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Glaswolle 250• Steinwolle 150


2.3 Dämmstoffe aus MineralfasernPerlite• Aus vulkanischen Perlitgestein• Granulate werden vor allem als Schüttdämmung für Böden.Kerndämmung im Mauerwerk sowie als Leichtzuschlag für fürMörtel, Putze, Beton oder Steine verwendet• Baubiologisch unbedenklich• Nicht brennbar und chemisch rektionsfreiBlähton• Aufquellen von Tonmaterial und anschließendes Brennen• Ist wasserunempfindlich und hat hohe Druckfestigkeit• Ähnlich einsetzbar wie Perlite• Gesundheitlich unbedenklich• Allerdings schlechtere Wärmedämm- und dafür bessereWärmespeichereigenschaften


2.3 Dämmstoffe aus MineralfasernSchaumglas• Aus Altglas oder Glasrohstoffenhergestellt• Wasserdampfempfindlich• Feuchteunempfindlich• Feuer- und druckfest• Gute Dämmeigenschaften• Geeignet für Außendämmung gegenüber dem Erdreich oder zurDämmung von Flach- oder Gründächern• Gesundheitlich unbedenklich• Nachteil hoher Primärenergieanteil und Verkleben mit BitumenPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Perlite 230• Blähton 300• Schaumglas 1600


2.3 ZellulosedämmstoffeZelluloseflocken• Hergestellt aus Altpapier und mit Borsäuren oder-salzen alsBrandhemmer, Insekten- und Pilzschutz vermischt• Zelluloseflocken werden in Hohlräume eingeblasen oder feucht aufsenkrechte Schalungen aufspritzen• Diffusionsoffen, sehr gut wärmedämmend, aber nicht druckfest• Es ist der preiswerteste Dämmstoff unter den Ökodämmstoffen• Bei der Verarbeitung hohe Staubanteil• Sie sind sehr elastisch• auch als Platte• für den InnenausbauPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Zelluloseflocken 50


2.3 Dämmstoffe aus HolzHolzweichfaserplatten• Mit holzeigenen Harz gebunden• für den Innenausbau, insbesondere zur Wärme- und Schalldämmung• Nachteil ist der verhältnismäßig hohe PrimärenergieeinsatzHolzwolleleichtbauplatten• Bestehen aus Holzwolle und Hobelspäne• Umstritten, ob sie wegen ihres verhältnismäßig geringenWärmedämmvermögen zu den Dämmstoffen zu rechen sindDämmstoff aus Hobelspänen• Mit unbedenklicher Molke und Soda imprägniert• werden in Wände gefüllt und mit einem speziellen Rüttler verdichtet• Neuerdings auch Dämmstoff aus Hobelspänen der eingeblasen wirdPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Holzweichfaserplatte 1400• Holzwolleleichtbauplatte 1200


2.3 Dämmstoffe aus Flachs und HanfDämmmatte aus Flachsfaser• Empfehlenswerte Alternative für die Dämmung zwischen denDachsparren und bei Leichtbaukonstruktion• Als Pflanze anspruchslos, benötigt weder Düngung noch Pestizide• Gute Dämm- und Verarbeitungseigenschaften bei niedrigerPrimärenergieDämmstoffe aus Hanf• Anbau der Kulturpflanze Hanf erst seit 1996 vom generellen Verbotbefreit• Als Pflanze ähnlich wie Flachs anspruchslos und gedeiht auch aufschlechten Böden• Schnellwachsend• Die Fasern werden zu Matten verarbeitet• Hartschalige Abschnitte, sogenannte Schäben können als Schüttgutoder als Zuschlagstoffe für Dämmputze verwendet werdenPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Flachsfasermatte 30


2.3 Dämmstoffe aus heimischen nachwachsenden RohstoffenSchilf• Stammt überwiegend aus dem Donaudelta oder dem Plattensee inUngarn, wo es unter fragwürdigen Umständen geerntet wird• Schilfvorkommen stehen unter Naturschutz• Früher wurden dünne Schilfmatten als Putzträger verwendet• Heute stärkere Formate als dämmende Leichtbauplatte• Feuchtresistent und hat einen natürlichen Brandschutz• Nicht überragende DämmeigenschaftenSchafwolle• Weltweite Wollüberschüsse, Importe aus Australien und Neuseeland• Weite Transportwege schlagen sich zwar nicht im Preis, aber in derÖkobilanz wieder• Sehr gute Dämmeigenschaften, hautsympathisch und von Natur ausbrandhemmendPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Schafwollmatten 55


2.3 Dämmstoffe aus importierten nachwachsenden RohstoffenKork• Stammt überwiegend aus Portugal, Spanien oder Nordafrika• Lange Transportwege schlagen in der Ökobilanz negativ zu Buche• In Deutschland werden Korkdämmstoffe auch in geringem Maße ausFlaschenkorken produziert• In seiner Verfügbarkeit stark begrenzt• Granuliertes Korkmaterial dient zur Kerndämmung, alsDämmschüttung, sowie als Leichtzuschlag vor allem vonLehmprodukten• Druckfest und FormbeständigPrimärenergiegehalte in kWh/m³:• Korkplatten 450


2.3 Dämmstoffe aus importierten nachwachsenden RohstoffenKokos• Matten oder Streifen aus Kokosfasern werden überwiegend zurSchalldämmung eingesetzt• Weite Transportwege• Kokosfasern sind nur begrenzt verfügbar und sollten nur zurAnwendung in den Anbauländern kommenBaumwolle• Sowohl als Dämmmatte, als auch als Einblasmaterial ähnlich Zellulose• Geringe Zusätze, um sie feuerbeständig zu machen• Wiederum sprechen gegen die Anwendung die langen Transportwegeund die umweltfeindlichen Herstellungsmethoden


2.4 Sonstiges nachwachsende RohstoffeStroh• Fällt in der Landwirtschaft in großen Mengen ab• In der Vergangenheit als Zuschlagstoff für den Lehmbau• Heute auch feste Bauplatten• Besonders elastisch und standfest• Für den Innenausbau als Boden- oder Wandbeplankung, fürVerschalungen• Geringe wärmedämmende Eigenschaften• Gut absorptionsfähig


2.5 Sonstiges nicht nachwachsende RohstoffeNaturstein• Steinbrüche greifen in die Landschaft ein• Primärenergiebedarf ist abhängig von der Verarbeitung und denTransportwegen, weshalb eigentlich nur einheimische Natursteine zuempfehlen sind• Sandstein und Kalkstein als Bodenbelag und Fassaden• Granit als klassischen Bodenbelag, Treppenstufe oder als Tisch- oderArbeitsplatte• Juramarmor oder Plattenkalk als Bodenbelag• Tonschiefer als Dachdeckung, Fassadenbekleidung• Porphyr als Pflastermaterial im Innen- und Außenbereich


3. Baukonstruktionen


3.1 WandaufbauInnenwände sollen:• Räume umschließen• Schall dämmen• Wärme speichern• Luftfeuchtigkeit ausgleichenAußenwände sollen:• Vor Witterung schützen• Decken und Dach tragen• Den steigendenAnforderungen an denWärmeschutz gerechtwerdenAllgemein:• Rationelles Bauen• Traditionelle Bauweisenerleben Renaissance, allerdingsmit gewandelten Baustoffen


3.2 MassivbauDie in Deutschland vorherrschende Bauweise ist die Massivbauweisebei der Stein auf Stein gemauert wird. Sie ist in einschaliger odermehrschaliger Ausführung möglichVorteile:• Lange Haltbarkeit undvergleichsweise geringerePflege- undReparaturanfälligkeit• Gute Schalldämmung• Gute Wärmespeicherfähigkeit,dadurch angenehmesWohnklima• Vergleichsweise besserersommerlicher Wärmeschutz• Vergleichsweise bessereWinddichtigkeitNachteile:• Lange Bauphase• Vergleichsweise geringererAnteil an Vorfertigung• Beeinträchtigung durchBaufeuchte• Höherer Energiegehalt derBaustoffe• Gute Wärmedämmwerte i. d. R.nur durch Dämmschichtenerreichbar• An- und Umbaumaßnahmenerfordern höheren Aufwand


3.2 MassivbauKonstruktionen im MassivbauIn Deutschland und Mitteleuropa sind im Grundsatz dreiMassivbauweisen für die Außenwände verbreitet:• Die monolithische Wand/ mit Wärmedämmschicht außen• Die Mauerwand mit vorgehängter Fassade (mit und ohneWärmedämmung• Das zweischalige Mauerwerk mit Hinterlüftung oder Kerndämmung


3.2 Monolithischer Wandaufbau/ mit Wärmedämmschicht• Kalkputz innen• Leichthochlochziegel oderPorenbetonsteine 36,5 cm mitDämmmörtel• Außenputz mineralisch mithydraulischem Kalk• Höhere Wärmedämmung durch49 cm Wand• Einfachste Konstruktion• Schnell aufzumauern• Billige und traditionelle Bauweise• Problem: Nur mit wenigen, zum Teilhochgezüchteten Bausteinen, lässtsich der notwendige Wärmeschutzerreichen


3.2 Mauerwerk mit vorgehängter Fassade• Kalkputz innen• Hochlochziegel 30 cm(Kalksandstein)• Korkplatten 4 cm(Kokosfasermatten,Holzfaserdämmplatten)• Holzlattung• Konterlattung• Verbretterung als Stülpschalung• Lärchenholz ohne Behandlung• Höhere Wärmedämmung durchLeichthochlochziegel und dickereWärmedämmung


3.2 Zweischaliges Mauerwerk mit Hinterlüftung/ Kerndämmung• Kalkputz innen• Hochlochziegel 24 cm(Kalksandstein)• Korkplatten 6 cm (Kokosfasern)• Luftschicht 4 cm• Vormauerziegel 11,5 cm• Heute gebräuchlichsterWandquerschnitt• Höher Wärmedämmung durchLeichthochlochziegel und dickereWärmedämmschicht


3.2 Massivbau / Beispiel


3.2 Massivbau / Beispiel


3.2 Decken im MassivbauZiegeldecken:• Spannweiten mit Stahlbetondeckevergleichbar• Schnell zu verlegen• Können in Holzkonstruktioneneingehängt werden• Keine statische Funktion• Bessere Dämmfähigkeit• Schlechterer Schallschutz alsBetonStahlbetondecke:• Geringe Kosten• Universell einsetzbar• GuteWärmespeicherfähigkeit• Günstiger Schallschutz• SchlechtesWärmedämmvermögen• Kaum Aufnahme vonFeuchtigkeit• NachträglicheVeränderungen sind schlechtPorenbetondecke:• Sehr gute Wärmedämmung


3.2 Decken im Massivbau1. HobeldielenLagerholz aufKokosdämmstreifenHohlraumdämpfung: z.B.:Zellulose oder FolieStahlbeton5. LinoleumbodenEstrich, Estrichpapier,Trittschalldämmplatte z.B.:Kork oder Holzweichfaser, FolieStahlbeton9. Ziegelfliesen in DickbettmörtelEstrich, Folie, Abdeckblech,Heizrohre mit WärmeleitblechSystemdämmplatteStahlbeton


3.3 LeichtbauDer Holzbau, auch Leichtbau genannt, führt in Deutschland iminternationalen Vergleich ein Schattendasein. Er hat immer noch dasImage der Behelfswohnung und des Barackenklimas.Vorteile:• Überwiegende Verwendungnachwachsender Rohstoffe• Wärmedämmung mitvergleichsweise einfachererMitteln sehr effektiv• Schneller, modularer Aufbau,dadurch Einsparungen• Vergleichsweise gesündere,einfachere Trockenbauweise• Größere Flexibilität undVariabilität durch einfacheUmbaumöglichkeitNachteile:• Für Dauerhaftigkeit derKonstruktion ist größerehandwerkliche Sorgfalt wichtig• Höherer laufender Pflegeaufwand• Geringe Wärmespeicherfähigkeit• Gute Schalldämmung undsommerlicher Wärmeschutz nurmit vergleichsweise großemAufwand realisierbar• Komplizierter Schichtaufbau,höhere Fehlerwahrscheinlichkeit• Oft mangelhafte Winddichtigkeit


3.3 Konstruktionen im HolzbauMan unterscheidet grundsätzlich vier Holzbaukonstruktionen:• Die Blockhausbauweise• Den Holzrahmenbau• Die Holztafelbauweise• Die HolzskelettbauweiseDie Unterscheidung wird vor allem in Hinblick auf die tragendenHolzbauteile getroffen.


3.3 Blockhausbau• Urform des Holzhauses• Problem: die massive Wand bewegt sich,dadurch waren die Gebäude nicht dicht• Wärmeschutz war nicht ausreichend• Heute wird eine zweischaligeKonstruktion gewählt, bei der diedickere Blockbohlenwand außen liegt• Als Dämmstoff kommt hier Zelluloseoder Holzspäne zum Einsatz• Neue Materialien, wie Brettstapelelemente,Kreuzbohlen ersetzten die teurenStammhölzer• Vorteil: die massive Konstruktion istwitterungsbeständig und hat im Holzbauden besten Schall- sowie sommerlichenWärmeschutz


3.3 Wand Blockhausbau• Innenblockholzschale 6 cm• Dämmung Zelluloseflocken 8 cm(Korkschrot)• Winddichtung Wollfilzpappe(Ölpapier)• Außenblockholzschale ohneOberflächenbehandlung• Höhere Wärmedämmung durchdickere Kerndämmschicht bis 20cm möglich• Allerdings nur geeignet für kleineWohngebäude


3.3 Holzrahmenbau• Gerippe von 60 x 120 mm oder60 x 240 mm starken,industriell hergestelltenKanthölzern undHolzplattenmaterial zurinneren und äußeren Beplankung• Hoher Grad an Normierungund Vorfertigung• Kurze Bauzeiten und günstigeMaterialbeschaffung• Die Konstruktion wird zwischenden Rahmen gedämmt, dadurcherreicht man einen gutenWärmeschutz


3.3 Holzrahmenbau Beispiel


3.3 Holzrahmenbau Beispiel


3.3 Holztafelbau• Fertighäuser werdenüberwiegend inHolztafelbauweise erstellt• große Einzelteile werdenvorgefertigt• Spätere Umbauten sinderschwert, weil nur die Tafelaus Platten und Rahmen alsGesamtheit tragfähig ist• In den Elementen liegen dieDämmstoffe und Leitungen


3.3 Holzskelettbau• Holzskelett allein übernimmtstatische Funktion• Innen- und Außenwände könnenfrei in das vorgegebeneStützenraster eingesetztwerden• weitere Abstände der Stützenwerden durch statisch besserbelastbare, schichtverleimteHolzbalken ermöglicht• größere Gestaltungsfreiheit


3.3 Holzskelettbau Beispiel


3.3 Holzskelettbau Beispiel


3.3 Holzskelettbau Beispiel


3.3 Holzskelettbau Beispiel


3.3 Holzskelettbau Beispiel


3.3 Wand Holzskelettbau• Innenverschalung horizontal(Gipskartonplatten aus Naturgips)• Holzwolleleichtbauplatten (Kork)• Holzständerwerk mit Dämmung ausZelluloseflocken (Kokosfaserplatten,Korkschrot)• Winddichtung aus Krepp- Papier(Ölpapier, Wollfilzpappe)• Spanplatte zementgebunden(Hartfaserplatte) als steifeAußenschale• Lattung• Senkrechte Brettschalung ausLärche ohne Oberflächenbehandlung


3.3 Decken im Holzbau• Schlechteren Schallschutz• Einbau von schweren Baustoffen (Luftschalldämmung)• Einbau von weichen Dämmstoffen (Wärmedämmung)• Einbau von elastischen Stoffen wie Kokosfaserstreifen(Tritt- und Körperschalldämmung)• Lehmsteine zur trockenen Verfüllung, weil sie eine großeMasse haben und vom Feuchtigkeitsverhalten gut zu Holzpassen• Alternative sind Wegeplatten, Ziegelelemente odermineralische Schüttungen wie Blähton


3.3 Decken im Holzbau1. Fliesen in DünnbettSpanplatte, Trittschalldämmplatte(Holzweichfaser), Vollziegel, BaufilzProfilholzbretter, Holzbalken4. Holzdielen genageltSpanplatte schwimmend verlegt aufDämmstreifen, Dämmstoff in denHohlräumenHolzbalken, Profilholzbretter oderGipskarton, Gipsfaserplatte alsVerkleidung unterseitig7. Teppich auf Spanplatte schwimmendverlegt auf DämmstreifenAusfachung mit Ziegelsteinen oderLehmsteinen in BlindbodenHolzbalken, Profilholzbretter alsunterseitige Verkleidung


3.4 MischbauweiseUm die wechselseitigen Vorteile miteinander zu verbinden, gibt eseine Reihe von gemischten Bauweisen. Das klassische Beispiel ist dasFachwerkhaus mit den tragenden Holzteilen und Ausfachungen undDeckenfüllungen aus (Stroh)Lehm . Seine große Aufnahmefäghigkeitfür Feuchtigkeit macht Lehm dabei zum idealen Partner des Holzes.Andere Mischbauweisen sind:• Holzständerwerk mit Wandfüllungen aus Lehm- oderKalksandstein• Holzbalkendecken mit Ziegelelementfüllungen• Massivbau mit nicht tragenden Innenwänden in Leichtbauweise• Betonskelettbauweise mit Leichtbauaußenwänden mittrockenem Innenausbau• Ausführung eines zentralen Baukörpers in Massivbauweise (z.B.:Treppenhaus, Bäder) mit einer Leichtbaukonstruktion darumherum


3.4 MischkonstruktionenFachwerkbau:• Holzkonstruktion hat allestatischen Funktionen• Mauerwerk hat raumbildendenCharakter und sorgt für dieWärmespeicherung• Als Ausfachungen kommen auchmoderne Lehmbaustoffe in Frage(gute Wärmedämmeigenschaftund Regulierung der Feuchtigkeit)• Wände und Decken gezielt mitschweren Materialien füllen:Lehm-, Kalksandstein oderBetonstein


3.4 Mischkonstruktionen Beispiel


3.4 MischkonstruktionenBetonskelett:• Häufiger im Objektbau als imWohnungsbau• Stahlbetonkonstruktionübernimmt den statischen Anteil• Installationen, Treppen und Bädersind auch massiv• Gesamter Innenausbau, allenichttragenden Wände- auch im Außenbereich - inTrockenbauweise aus beplanktenHolzkonstruktionen• Oft Schotten und Decken inmassiver Bauweise, Außen- undInnenwände in Leichtbauweise


3.4 Mischkonstruktionen Beispiel


3.4 MischkonstruktionenAlternativen zur Schotte:• In zentraler Position einKern in Massivbauweisefür Bäder, Treppenhaus,Küche, Heizzentrale• Im Kern sind alleschallträchtige,feuchtebelastete undkühle Räume konzentriert• Die Wände um diesenBlock sindInstallationswände unddienen als Wärmespeicher• Um diesen Block sind dieWände in HolzbauweiseVerbundschaltechnik:• Vorgefertigte Hohlkörper ausHolzwerkstoffe oder Polystyrolwerden über- und nebeneinandergesetzt• Installationen, Isolierung, Türenund Fenster werden montiert• Am Ende werden alle freigelassenen Hohlkörper mit Betonausgegossen• Hoher Grad an Vorfertigungkombiniert mit massiverKonstruktion• Nachträgliche Änderungen fastnicht möglich


3.4 Mischkonstruktionen Beispiel


3.4 Mischkonstruktionen Beispiel


3.4 Mischkonstruktionen Beispiel


4. Anhang


4.1 Decken im Massivbau• Teppichboden aus Naturhaaren• Kalkestrich 8 cm• Ölpapier• Kokosfasermatten 2,5 cm(Mineralwolle, Bimsgranulat,Korkgranulat)• Ziegelhohlkörper 20 cm (Bims)mittragend• Stahlbetonrippen nach statischerBerechnung• Kalkgipsputz 1 cm• Geringer Schalungsaufwand


4.1 Decken im Massivbau• Linoleum aus Kalkestrich 5 cm• Ölpapier (Krepp-Papier)• Trockenschüttung vom Bimsgranulat5 cm (Korkschrot,Kokosfasermatten, Mineralwolle)• Stahlbetonrippen mit Druckplattenach statischer Berechnung• Hohlkörper aus Ziegel (Bims,Holzwolle)• Kalkgipsputz 1 cm• Geringer Schalungsaufwand


4.1 Decken im Massivbau• Holzpflaster 5 cm• Schadstoffarmer Kleber• Oberfläche Naturharzemulsion(Hartwachs, Hartöl)• Kalkestrich 5 cm• Ölpapier• Kokosfasermatte 4 cm(Trockenschüttung Bims- Granulat,Mineralwollematten)• Stahlbetondecke nach statischerBerechnung• Kalkgipsputz 1 cm


4.2 Decken im Holzbau• Parkett 2 cm auf Blindboden 2 cmaus zementgebundenen Spanplatten• Schwimmend auf Kokosfasermatten4 cm (Trockenschüttung aus BimsoderKorkgranulat)• Lehmsteine 7,1 cm (Kalksandsteine,Ziegel)• Wollfilzpappe• Sichtschalung 2,4 cm• Deckenbalken dreiseitig gehobelt• Oberflächen unbehandelt oderNaturprodukte• Schallschutz eingeschränkt


4.2 Decken im Holzbau• Dielenboden 2,2 cm auf Lagerholz2,4 cm und Weichfaserstreifen• Weichfaserplatte 2,5 cm• Lehmfüllung 12 cm• Ölpapier (Krepp-Papier,Wollfilzpappe)• Blindboden 2,4 cm• Deckenbalken nach statischerBerechnung• Gipskartonplatten• Verbesserung des Schallschutzesdurch Teppich, dickere Lehmfüllung


4.3 Konstruktion Flachdach (Warmdach)


4.3 Konstruktion Flachdach (Kaltdach)


4.3 Konstruktion Flachdach (Gründach)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Vollsparrendämmung)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Zwischensparrendämmung)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Aufsparrendämmung)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Gründach)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Gründach)• Vegetation, Wachstumsschicht• Filterschicht,Drainageschicht• Schutzschicht,Wurzelschutzschicht• Trennschicht,Bitumendichtungsbahn• Rauhspundschalung 2,4 cm(Spanplatten zementgebunden)• Lattung• Belüftungsebene• Hartfaserplatte 2 cm• Sparren nach statischer Berechnung• Dämmung 18 cm Zelluloseflocken(Korkschrot, Kokosfasermatten, mitKalkmilch getränktes, gehäckseltesStroh• Sichtschalung 20 mm(Gipskartonplatten)


4.4 Konstruktion geneigtes Dach (Ziegeldeckung)• Dachziegel auf Lattung ab 20 °Neigung• Konterlattung• Ölpapier (Ethylenfolie)• Korkplatten (Kokosfasermatten,Pressstrohplatten,Mineralfasermatten)• Dampfbremse aus Ethylenfolie• Sichtschalung (zementgebundeneSpanplatte)• Sichtbare, dreiseitig gehobelteSparren


4.5 Konstruktion Boden auf Erdreich• Kokosteppich (Naturhaarteppich)• Blindboden Holzschalung 2,4 cm(zementgebundene Spanplatten)• Dämmung Zelluloseflocken 20 cm(kalkmilchgetränktes, gehäckseltesStroh, Kokosfasermatten,Mineralfasermatten• Lagerhölzer, Krepp- Papier (Ölpapier)• Zementgebundene Spanplatten 2 cm• Lagerhölzer auf Dämmstreifen• Belüftungsebene• Kalkbetonplatte 14 cm• Ethylenfolie (Ölpapier)• Schotter (Kies)


4.5 Konstruktion Boden auf Erdreich• Tonfliesen 1,6 cm in Kalkmörtel 2cm• Hypokaustenkanäle aus Ton 13 cmtrocken verlegt aufzementgebundenen Spanplatten(Schalung) 2 cm• Lagerhölzer auf Dämmstreifen• Dämmung Kokosfasermatten 24 cm(Zelluloseflocken,kalkmilchgetränktes Stroh,Mineralfasermatten)• Kalkmörtelschicht• Hochlochziegel 11,5 cm trockenverlegt, Ethylenfolie (Ölpapier• Schotter (Kies)


5. Internetadressen• Ecocasa.de• Natureplus.de• Passivehouse.at• Haus der Zukunft.de• Proholz.at


6. Literaturnachweis• Thomas Schmitz-Günther: Lebensräume• Brenda und Robert Vale: ÖkologischeArchitektur• Arwed Tomm: Ökologisch Planen und Bauen• Jean Dethier: Lehmarchitektur• Diverse Internetseiten

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