Versicherungen 2003 mit Logo, Layout 1

olympiaverlag

Versicherungen 2003 mit Logo, Layout 1

Der Markt der Versicherungen und der

Altersvorsorge

Marktentwicklung • Zielgruppen • Medien

Anzeigenverkauf kicker-sportmagazin

im September 2003


2

Die Informationen und Daten dieser Marktanalyse wurden einer Vielzahl unterschiedlicher

(i.d.R. allgemein zugänglicher) Quellen entnommen. Für Übertragungs- und Druckfehler

übernimmt der Verlag keine Haftung.

Redaktionsschluss: August 2003


Inhalt

Markt

Werbung

Einführung ............................................................................................................................................ 4

1. Versicherungsmarkt weltweit.............................................................................................................. 5

2001 geringere Prämieneinnahmen in der LV

Höhere Prämieneinnahmen bei Nicht-LV

2. Entwicklung Gesamtmarkt Deutschland............................................................................................6

Zufriedenstellendes Ergebnis

3. Marktentwicklung bei den Individualversicherungen...................................................................... 7

4. Perspektiven...................................................................................................................................... 8-9

Umbruchphase; Problemzonen und Lösungen; Chancen; Risiken; Allfinanz; Marktkonzentration;

Globalisierung; Vertrieb; Customer Relationship Management (CRM); Beratung; Internet

5. Das Drei-Säulen-Modell und das neue Altersvermögensgesetz............................................... 10-11

Die gesetzliche Rentenversicherung; Die betriebliche Altersvorsorge

Die private Vorsorge; Das neue Altersvermögensgesetz

Verbraucherschützer sehen noch großen Nachbesserungsbedarf bei den Vorsorge-Regeln

6. Marktentwicklung Lebensversicherungen..................................................................................12-13

Lebensversicherer in Bedrängnis

Marktentwicklung positiv

7. Bedeutung der Riester-Rente für die Lebensversicherung............................................................. 14

Riester-Kuchen kleiner als erwartet; Schwaches erstes Riester-Jahr

Renaissance der Betriebsrente; Ausblick

8. Zielgruppenpotentiale Lebensversicherung ................................................................................... 15

9. Zielgruppenpotentiale private Altersvorsorge ................................................................................ 16

10. Gesundheitsreform ............................................................................................................................ 17

Kostenexplosion; Beschlüsse; Ziele fraglich; Streitpunkt Bürgerversicherung;

Streitpunkt Zahnersatz

11. Marktentwicklung private Krankenversicherung....................................................................... 18-20

Private unter Druck; Versicherungsarten; Bestand Voll- und Zusatzversicherung;

Gesundheitspolitik sorgt für Wachstum; Steigerung bei den Beitragseinnahmen;

Moderat steigende Leistungsausgaben; Hohe Altersrückstellungen; Ausblick

12. Zielgruppenpotentiale private Krankenversicherung .................................................................... 21

13. Weitere Versicherungen..................................................................................................................... 22

Schaden- und Unfallversicherung; Kraftfahrtversicherung;

Berufsunfähigkeitversicherung

14. Versicherungen und Medien............................................................................................................. 23

15. Werbeinvestitionen...................................................................................................................... 24-25

kicker-sportmagazin

kicker-sportmagazin.................................................................................................................... 26 -30

Redaktionelles Konzept

Hohe Kontaktqualität

Die Leser

10 gute Gründe für den kicker

3


Einführung

Verunsicherung in der Versicherungsbranche

Keine andere Branche sorgt in letzter Zeit für so viele

Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse wie die der Versicherungen.

Von Liquiditätsproblemen ist da die Rede, von verfehlten

Gewinnerwartungen und Rekordverlusten. Bescheidenheit,

Solvabilität, Stresstest, Garantiezins sind die

Schlagworte, mit denen Experten und die verunsicherten

Versicherten gleichermaßen konfrontiert werden.

Tatsache ist, die Unternehmen haben eine Menge Geld

verloren. Die Aktienvermögen sind zu einem Bruchteil

zusammengeschrumpft. Je mehr ein Versicherer auf Aktien

gesetzt hat, desto größer seine Verluste. Momentan

sprechen auch alle Zeichen gegen eine baldige nachhaltige

Erholung der Aktienmärkte. Doch auch andere, sog.

sichere Anlageformen füllen wegen des niedrigen Zinsniveaus

die leeren Kassen nicht. Die Folge: Lebensversicherer

senken ihre Überschussbeteiligung, einige zahlen

gar nur noch den gesetzlichen Garantiezins.

"Negativmeldungen, wonach wir unseren Zahlungsverpflichtungen

nicht nachkommen können, sind schlicht

und einfach falsch", beruhigt der Präsident des Gesamtverbandes

der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV), Bernd Michaelis Ende März dieses Jahres. Die

Aktienanlagen der Branche betragen nicht mehr als 18

Prozent der Gesamtanlagen. Die zulässige Höchstgrenze

von 35 Prozent wurde selbst zu Zeiten des Börsenbooms

nicht ausgereizt.

Beschwichtigungen der Branche zum Trotz wurden alle

von den Kursstürzen und der darauf folgenden und weiter

anhaltenden Flaute überrascht. Aber nicht nur die

Kapitalmärkte zwingen die einstige Vorzeigebranche in

die Knie. Zur Schadensabwicklung der Flutkatastrophe

2002 gesellt sich seit dem 11. September 2001 noch die

Angst vor Terroranschlägen. Das sind Risiken, die kaum

kalkulierbar sind und die eine Branche, die vom Kalkulieren

von Risiken lebt, an die Grenzen ihrer Möglichkeiten

bringt.

Eine Bündelung staatlicher und privatwirtschaftlicher

Kräfte in Form des Spezialversicherers Extremus AG soll

daher helfen, Schäden die durch Terroranschläge entstanden

sind, zumindest abzufedern. Deutsche Versicherer

und internationale Rückversicherer kommen bei

dieser konzertierten Aktion für Schäden bis zu drei Milliarden

Euro auf. Für Fälle, die über dieser Summe liegen,

haftet bis 13 Milliarden Euro der Staat.

Neben gestiegenen Risiken und hohen Kapitalverlusten

eröffnen sich der Versicherungsbranche aber auch eine

Reihe neuer Wachstumsmöglichkeiten.

Sukzessive zieht sich der Staat aufgrund klammer Finan-

4

zen aus der "all inclusive" Versorgung seiner Bürger zurück.

Die staatliche Rente wird sich in einigen Jahren auf

eine Grundsicherung beschränken müssen, wenn die

Beiträge nicht in astronomische Höhen steigen sollen.

Ähnliches wird im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung

unvermeidlich sein. Eine zunehmend ältere

Bevölkerung, die irgendwann aus mehr Leistungsnutzern

als Beitragszahlern besteht, kann der Staat nicht

mehr alleine versorgen, wenn das Umlageprinzip beibehalten

werden soll. Die vielen öffentlichen Debatten zu

dieser Thematik bestätigen den akuten Handlungsbedarf.

Hier ist die Versicherungswirtschaft gefordert. Der Markt

der privaten Altersvorsorge und der Absicherung von

Krankheitsrisiken wird gerade erst eröffnet. Dass er nur

langsam anläuft, liegt an der verständlichen Verunsicherung

der Bürger. Sie müssen sich erst mit der Tatsache

vertraut machen, dass der Staat nicht mehr für alle Risiken

aufkommen wird wie in der Vergangenheit. Die

Chance der Versicherer besteht im akuten Beratungsbedarf

zu diesen Themen. Nur sollte diese Beratung mit einer

gewissen Sensibilität durchgeführt werden, bei der

der Vertreter nicht nur seine Provision im Blick hat, sondern

Chancen und Risiken gleichermaßen betont und

keine übertriebenen Erwartungen weckt. Mit steigender

Abschlussbereitschaft nimmt auch die kritische Distanz

der Klientel zu. Die Versicherten werden sich im Vorfeld

besser informieren und damit leeren Versprechungen

nicht kritiklos entgegentreten.

Wenn der Staat aus verständlichen Gründen schon nicht

mehr allumfassend für seine Bürger sorgen kann, so ist

es doch zumindest seine Aufgabe, gültige Rahmenbedingungen

schaffen, auf denen die Versicherungswirtschaft

ihre Angebote und Lösungsansätze aufbauen kann.

Ständig wechselnde Vorschläge, Gesetze und Verordnungen

rufen nur noch mehr Verunsicherung hervor als

nötig. Und verunsicherte Versicherte sollten nun wirklich

nicht das Ziel von öffentlicher Hand und Versicherungswirtschaft

sein.


1. Versicherungsmarkt weltweit

2001 geringere Prämieneinnahmen in der LV

Die schweizerische Rückversicherungsgesellschaft Swiss

Re veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen zum weltweiten

Versicherungsmarkt. In ihrer Studie Sigma Nr. 6/

2002 stellt die Gesellschaft nach vorangegangenem

Wachstum einen Rückgang der weltweiten Prämieneinnahmen

der Erstversicherer im Jahr 2001 um ein Prozent

von 2.445 Milliarden auf 2.408 Milliarden Dollar fest.

Rund 90 Prozent des Prämienvolumens entfällt auf die

Industrieländer. Hierbei rangieren die USA vor Japan,

Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Versicherungsprämienvolumen weltweit 2001

(in Mio. US-Dollar)

Land Gesamt Lebensversicherung

USA

Japan

Großbritannien

Deutschland

Frankreich

Italien

Südkorea

Kanada

Niederlande

Spanien

Australien

Schweiz

Versicherungsdichte (pro Kopf Prämien) weltweit 2001

(in US-Dollar)

Land Gesamt LebensversiNicht-Lebenscherungversicherung Schweiz

Japan

Großbritannien

USA

Irland

Niederlande

Finnland

Dänemark

Frankreich

Schweden

Belgien

Australien

904.021

445.845

218.380

123.682

113.596

68.988

50.537

45.312

37.209

36.441

32.705

31.442

4342,8

3507,5

3393,8

3266,0

2465,7

2324,0

2097,9

2094,2

1898,8

1823,6

1767,9

1668,3

443.413

356.731

152.717

55.631

75.146

41.481

36.392

20.970

21.534

19.364

20.394

19.661

2715,7

2806,4

2567,9

1602,0

1700,4

1345,0

1641,2

1364,4

1268,2

1356,0

1155,0

1040,3

Nicht-Lebensversicherung

460.608

89.114

65.664

68.051

38.449

27.506

14.145

24.342

15.675

17.077

12.311

11.781

Quelle: Swiss Re, sigma Nr. 6/2002

1627,2

701,1

825,9

1664,1

765,3

979,0

456,7

729,8

630,6

467,6

612,9

628,0

Quelle: Swiss Re, sigma Nr. 6/2002

Einbußen von 1,8 Prozent mussten die Lebensversicherer

hinnehmen. Die weltweiten LV-Prämieneinnahmen

betrugen 2001 1.439 Milliarden Dollar. Die schlechte

Konjunktur und der schwache Aktienmarkt ließ vor al-

Prämienanteile am Weltmarkt 2001

Anteile in %

USA

Japan

Großbritannien

Deutschland

Frankreich

Italien

Südkorea

Kanada

Niederlande

Spanien

Australien

Schweiz

VR China

Nordamerika

Europa

Asien

9,07

5,14

4,72

2,86

2,10

1,88

1,55

1,51

1,36

1,31

1,06

18,51

37,54

39,42

31,66

24,71

Quelle:Swiss Re, sigma Nr. 6/2002

lem den Absatz fond- und indexgebundener Policen einbrechen,

deren Marktanteil in Großbritannien und Italien

immerhin über 50 Prozent beträgt.

Höhere Prämieneinnahmen bei Nicht-LV

Die Nichtlebensversicherer können weltweit ein Wachstum

von 5,4 Prozent auf 969 Milliarden Dollar vorweisen.

Hohe Schadensaufwendungen, verursacht u.a durch die

Katastrophe am 11. September, Überschwemmungen in

Europa, und die Asbestproblematik in den USA, tragen

jedoch wenig zu einer ausgeglichenen Bilanz bei. Allein

der WTC-Anschlag verursachte einen Versicherungsschaden

von rund 40 Milliarden Dollar. Im Gegenteil:

um nicht zu sehr in die Verlustzone zu rutschen, sind

Prämienerhöhungen oft unausweichlich.

Die weltweite Talfahrt der Aktien und niedrige Kapitalmarktzinsen

erschweren zunehmend die Kapitalbildung

der Unternehmen. Aufgrund außerordentlicher Abschreibungen

schrumpfen die stillen Reserven, was einige

Versicherer mittlerweile in Bedrängnis bringt. Überschussbeteiligungen

werden gekürzt, was sich wiederum

negativ auf die Neukundenaquise auswirkt. Während

mit den Schadensversicherungen keine Gewinne zu erzielen

sind, wird für die Lebenssparte in den Industrieländern

der Wachstumsmotor Altersvorsorge neuen

Schub erzeugen. Unternehmen mit solider Geschäftspolitik,

die sich trotz Kapitalmarktflaute behaupten können,

werden davon profitieren. Konzentrationsprozesse

im Markt werden aber wahrscheinlich nicht ausbleiben.

5


2. Entwicklung Gesamtmarkt Deutschland

Zufriedenstellendes Ergebnis

Der freie Fall der Kapitalmärkte, die eingetrübte Konjunktur,

Naturkatastrophen wie die Überschwemmungen

2002 und hohe Terrorrisiken sind nicht ohne Wirkung

auf den Geschäftsverlauf der Assekuranz im Jahr

2002 geblieben. Dennoch konnte sich der deutsche

Erstversicherungsmarkt insgesamt in einem bewegten

Jahr noch gut behaupten. Wie der Gesamtverband der

Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilt,

belaufen sich die Beitragseinnahmen seiner Mitgliedsunternehmen

nach vorläufigen Ergebnissen auf

141,0 (2001: 135,41 Milliarden Euro. Dies bedeutet für

die Gesamtbranche ein Plus von 4,1 (2001: 2,7) Prozent.

Das gute Ergebnis lässt sich vor allem auf die um 4,3 Prozent

auf 65,1 Milliarden Euro gestiegenen Beitragseinahmen

bei der Lebensversicherung aufgrund der Rentenstrukturreform

zurückführen. Auch die private Krankenversicherung

kann ein Beitragswachstum von 6,4 Prozent

auf 23,1 Milliarden Euro vorweisen.

Die von den GDV-Mitgliedern erbrachten Versicherungsleistungen

stiegen höher als die Einnahmen, nämlich

um 6,2 (2001: -2,4) Prozent auf 158,7 Millarden Euro.

6

Versicherungswirtschaft im Überblick

Beitragsaufkommen* in Mrd. Euro

Beiträge je Einwohner in Euro

Beiträge der Privathaushalte in Mrd. Euro

- je Haushalt

- je Einwohner

Versicherungsleistungen*

Versicherungsfälle in Mio.

Versicherungsverträge, Risiken in Mio.

4,3

65,1

6,4

23,1 21,9

Leben Private

Kranken

2,9

Kraftfahrt

Allg.

Haftpflicht

2002

141

2001

135

1.712 1.647

106 102

2.771 2.665

1.284 1.235

159 150

50

480

Die größten Versicherungszweige 2002

nach gebuchtem Beitragsaufkommen in Mrd. Euro

50

480

2001/

2002

in %

4,1

3,9

4,0

4,0

4,0

6,2

0,0

0,0

Quelle: GDV; * = GDV-Mitglieder

Bei diesen Gesamtleistungen sind neben den Auszahlungen

auch die Rückstellungen für eingetretene und

künftige Versicherungsfälle sowie Beitragsrückerstattungen

in der Lebens- und privaten Krankenversicherung

erfasst. Die mit Abstand größten Leistungen erbringt mit

85,7 Milliarden Euro der Zweig der Lebensversicherungen.

Die private Krankenversicherung leistet mit 27,3

Milliarden Euro auch mehr als sie an Beträgen einnimmt.

Der extrem hohe Zuwachs der Auszahlungen bei

der Wohngebäude- und anderen Sachversicherungen ist

auf die Flutkatastrophe 2002 zurückzuführen.

Die größten Versicherungszweige 2002

nach Leistungsaufkommen in Mrd. Euro

85,7

21,3

4,2 6,4

27,3

2,8

20,7

-0,5

0,5

2,3

5,0 4,1 3,8 2,5 2,3 2,0

Leben Private

Kranken

Kraftfahrt

Allg.

Haftpflicht

70,0

Umsatz in Mrd. Euro

Wachstum in %

Wohn- Industr. Private

gebäude Sach Unfall

45,0

Gewerbl. Rechts-

Sach schutz

Quelle: GDV

Beim Ranking der größten Versicherungsunternehmen

zeigen sich keine großen Veränderungen. Fast alle Unternehmen

konnten 2002 eine positive Beitragsentwicklung

vorweisen.

Die zehn größten Versicherungsunternehmen 2002

Tendenzen Rang Unternehmen

Beitragseinnahmen

2002 in Mio. Euro

Veränderung

in %

1 Allianz Group

82.600 10,0

2 Münchner-Rück-Gruppe

40.014 10,8

3 HDI-Konzern

15.014 6,4

Ergo Versicherungsgruppe AG 2* 14.775 6,1

Hannover Rück-Konzern

3* 12.463 8,3

Umsatz in Mrd. Euro

4 AMB Generali Holding AG

11.646 4,1

Wachstum in %

5 Gerling-Konzern

10.200 -1,6

Allianz Lebensversicherungs-AG 1* 8.300 15,1

1,0 1,5 1,5 1,0 1,0

2,3

6

7

R+V Versicherungen

Axa Konzern AG

6.700

6.418

5,8

-5,8

8 Zürich Beteiligungs-AG

6.268 8,5

6,0 5,6 3,6 2,7 2,4 2,0 9 Debeka Versicherungen

5.290 7,4

Private WohnRechts- Hausrat Private 10 Versicherungskammer Bayern

4.500 7,0

Unfall gebäudeschutzPflegevers. Quelle: GDV

DKV Deutsche Krankenvers. AG 2* 4.176 5,0

*Angaben in dieser Spalte weisen darauf hin, dass die Werte dieses Unternehmens bereits in

den Zahlen eines vorher aufgeführten Unternehmens enthalten sind; dessen laufende Nummer

ist in der Spalte aufgeführt

Quelle: FAZ 2003


3. Marktentwicklung bei den Individualversicherungen

Die Pro-Kopf-Beiträge (Versicherungsdichte) zur Individualversicherung

erhöhten sich in den letzten drei Jahren

wieder stärker als in den Vorjahren. Allein von 2000

auf 2001 gab es eine Erhöhung um 83 Euro auf 1.740

Euro (+5 Prozent). Verglichen mit den schwachen Zuwächsen

der davor liegenden Jahre sind die Steigerungen

auch Ausdruck einer zunehmenden Verunsicherung

im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des gesamten

Sozial-Versicherungssystems.

Versicherungsdichte 1 der Individualversicherungen

in Euro

621

874

915

977

1.048

1.084

1.161

1.043

1.130

1.232

1.334

1.414

1.452

1.485

1.531

1.593

1.657

1.740

1980

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

1991 erreichte die Vorsorgequote ihren niedrigsten

Stand, allerdings bedingt durch das Hinzukommen der

neuen Bundesländer. Der höchste Wert von 10,5 Prozent

wurde 2000 erreicht. 2001 sank sie wieder leicht auf 10,3

Prozent. Da das verfügbare Einkommen in nächster Zukunft

nicht spürbar steigen wird, ist bedingt durch die

private Vorsorge wieder mit einer steigenden Vorsorgequote

zu rechnen. Die weiterhin stagnierende Wirtschaftslage

begünstigt eine zunehmende Versicherungsdurchdringung.

Versicherungsdurchdringung 2 und Vorsorgequote 3

in Prozent

Vorsorgequote

Versicherungsdurchdringung

7,8 8,99,19,49,5

5,1 5,7

5,8 6,1

1) Beiträge je Einwohner, ab 1991 Gesamtdeutschlnad; Quelle: GDV

9,5

9,5

6,0

8,6

6,0

8,8

9,3

6,0

9,910,110,2

5,6

5,76,16,36,46,5

10,2

10,1

10,4

10,5

6,5

10,3

6,4

6,66,7

6,7

1980

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2) verdiente Beiträge im Verhältnis zum BIP; 3) Beiträge im Verhältnis

zum verfügbarem Einkommen der Privathaushalte; Quelle: GDV

Trotz der im letzten Jahr ungünstigen Rahmenbedingungen

verzeichnet die Versicherungsbranche weiter

Wachstum. Besonders positiv entwickelten sich die Lebensversicherungen,

die in den letzten fünf Jahren um

31,3 Prozent wuchsen, sowie die Einnahmen der priva-

ten Krankenversicherungen, die in diesem Zeitraum um

24,0 Prozent zunahmen. 1999 stiegen die Einnahmen der

Lebensversicherungen sprunghaft an. Pläne zur Besteuerung

von Versicherungserträgen ließen die Kassen

der Vertreter klingeln. Bei den Schadenversicherungen

sorgten ab Mitte der Neunziger der Kampf um Marktanteile

in der KFZ-Versicherung mit den unvermeidlichen

Rabattschlachten und Sondertarifen für sinkende Einnahmen.

Die darauf folgende negative Kosten-/Leistungsbilanz

veranlasste die Versicherer wieder zu Beitagserhöhungen.

Entwicklung der Beitragseinnahmen

in Milliarden Euro

21,2

26,9

23,1

28,8

7,1 30,4

7,8

8,7

9,5

1987

Lebensversicherung

sonstige

PKV

1988

1989

25,0 27,431,134,538,542,445,247,550,5

32,2 36,840,143,647,5

1990

1991

10,5

11,6

13,2

1992

1993

1994

14,5

16,4

1995

1996

49,0

49,0

48,6

47,9

17,5

18,6

19,3

1997

1998

52,5 58,861,2

1999

2000

2001

Der Anteil der Lebensversicherungen am Gesamtversicherungsaufkommen

wuchs von 37 Prozent in 1980 auf

46 Prozent in 2001 und unterstreicht damit ihre immer

wichtiger werdende Funktion als dritte Säule in Kombination

mit der gesetzlichen Rente und der betrieblichen

Altersvorsorge. Die Privaten Krankenversicherer partizipierten

2001 am Beitragsaufkommen mit 16 Prozent. Sie

konnten ihren Anteil in den letzten zehn Jahren um zwei

Prozentpunkte ausbauen. Die zweistelligen Zuwachsraten

1995 sind vor allem auf die Einführung der Pflegeversicherung

zurückzuführen. Der Anteil der Schadensversicherer

stagniert bei 37 Prozent. Hoher Konkurrenzdruck

in diesem Bereich hält die Beiträge niedrig.

Markt der Individualversicherungen

Anteile in %

49,5% 46,5% 44,0% 40,4% 38,4% 37,4% 37,4%

13,1% 14,1% 15,0% 16,2% 15,2% 16,2% 16,2%

37,4% 39,4% 41,0% 43,4% 46,5% 46,5% 46,5%

1980 1990 1995 1998 1999 2000 2001

62,4

47,7

48,4

49,7

19,9

20,7

21,7

Quelle: GDV

Schaden-/Unfall

Kranken

Leben

Quelle: GDV

7


4. Perspektiven

Umbruchphase

Die Deregulierung der Versicherungsmärkte durch die

Schaffung des europäischen Binnenmarktes 1994 hat

Bewegung in die Branche gebracht. Die Unternehmen

mussten ihre Position im Markt neu bestimmen. Fusionen

und Übernahmen waren die Folge des Verschwindens

nationaler Marktgrenzen. Die aktuelle Finanzkrise

der Unternehmen verschärft zusätzlich die Situation. Es

findet ein tiefgreifender Strukturwandel statt. Die Anpassungsfähigkeit

an die neuen Strukturen wird zum Prüfstein

für die Unternehmen. Der Wettbewerb verlangt

eine rasche Umsetzung der Reformen.

Problemzonen und Lösungen

Nach der Studie "Branchenkompass Versicherungen"

der Unternehmensberatung Mummert + Partner aus

dem Jahr 2002 liegen die Probleme der Versicherungsunternehmen

in den Bereichen Kapitalanlagen, Wettbewerb

und Kosten. Nach dem Aktiendesaster besitzen viele

Unternehmen nur noch eine dünne Kapitaldecke. Rationalisierung

von Geschäftsprozessen soll die Kosten

senken. Das Mengengeschäft soll standardisiert und automatisiert

werden. Es sollen große Versicherungsfabriken

entstehen, die standardisierte Plattformkonzepte

anbieten, die später vom Vertrieb zu individuellen Angeboten

ergänzt werden. Neue Konzepte werden ausprobiert

und zu Kombipaketen geschnürt. Die Branche will

in den nächsten Jahren ein Viertel ihrer langfristigen Anlagen

in diese sogenannte Industrialisierung investieren.

Chancen

In diesen unsicheren Zeiten sind Versicherungen weiterhin

sehr gefragt. So manches Unternehmen hat jedoch

auf dem Aktienmarkt seine Chancen verspielt. Wer aus

der Restrukturierungsphase gestärkt hervorgeht, dem

bietet der Markt durchaus positive Entwicklungschancen.

Davon profitieren momentan die Großkonzerne.

Ein großes Unternehmen kann finanzielle Durststrecken

leichter überwinden als eine kleine Firma, die manchmal

bereits leichte Schwankungen ins Straucheln bringen.

Die "Kleinen" dagegen können mit mehr Transparenz

ihrer Finanzpolitik, Qualitätsbezeugungen wie positiven

Ratings und ehrlicher Beratung sich ebenso am Markt

behaupten. Neue Betätigungsfelder wie die private Alters-

und nach der Gesundheitsreform auch die Ausweitung

der privaten Krankenvorsorge gelten als Wachstumsträger

für die Branche. Dabei dient die Riester-Rente

weniger als Gewinnbringer sondern mehr als Türöffner

für weitere Vorsorgeprodukte. Die Branche erwartet

laut GDV in diesem Jahr ein Beitragswachstum bei Lebensversicherungen

um die 3,5 Prozent und bei privaten

Krankenversicherungen von knapp sechs Prozent.

8

Risiken

Es wird immer riskanter Risiken zu kalkulieren. Viele Gefahren,

wie Terror oder Naturkatastrophen sind schwer

abzuschätzen und erfordern deshalb gemeinsames Handeln,

um das Risiko einzelner zu minimieren. Hier sind

sowohl Privatwirtschaft und öffentliche Hand gefordert.

Einzelne Unternehmen sind diesen neuen Herausforderungen

nicht mehr gewachsen.

Allfinanz

Die Deregulierung der Märkte führte nicht nur zu Zusammenschlüssen

unter Versicherern sondern auch zwischen

Versicherern und Banken. Neben so spektakulären

Fusionen wie zwischen Allianz und Dresdner Bank

gibt es noch ein Reihe weiterer strategische Partnerschaften,

die den Versicherungsvertrieb über den Bankschalter

ermöglichen. Allfinanz vergrößert den Kundenstamm,

erzeugt Synergieeffekte und spart manchmal

auch Kosten. Im europäischen Vergleich nimmt

Deutschland jedoch einen hinteren Platz ein. Der Marktanteil

des Vertriebs über den Bankschalter betrug 2002

lediglich 17 Prozent. In Spanien wurden 72 Prozent der

Versicherungen in der Bank verkauft. Kooperationsgespräche

finden mittlerweile auch außerhalb der Finanzbranche

statt. Branchenfremde Partner, wie der Einzelhandel

werden in den Vertriebsweg miteinbezogen, wie

erst kürzlich mit einem Riester-Angebot bei Tchibo geschehen.

Verstärkt werden soll zukünftig die Zusammenarbeit

mit Mobilfunkunternehmen.

Marktkonzentration

Wurden mit der Fusion von Allianz / Dresdner Bank

noch Synergieeffekte genutzt, so finden mittlerweile Zusammenschlüsse

mehr aus sozialen Gründen statt. Zahlungsunfähige

Versicherer werden von finanzstärkeren

Kollegen aufgenommen, damit keiner Pleite geht und

das Image der gesamten Branche darunter nicht auch

noch leidet. Ist eine freundliche Übernahme aus Kostengründen

nicht mehr möglich, kommt die Auffanggesellschaft

Protektor zum Zuge, wie erst kürzlich bei der

Mannheimer Lebensversicherung geschehen. Der informierte

Kunde meidet finanzschwache Unternehmen. Er

schließt seine Verträge mit denen, die bei der Aktienbaisse

mit einem blauen Auge davongekommen sind

und fördert damit indirekt die weitere Marktkonzentration.

2001 gab es in Deutschland nach BAV-Angaben 133

Lebensversicherer, 56 Krankenversicherer und 265 Schaden-/Unfallversicherer.

Zusammen mit den Pensions-/

Sterbekassen und Rückversicherern waren 2001 insgesamt

690 Unternehmen am Markt. 1960 waren noch 939

Versicherer aktiv. Nach einer Untersuchung der Hamburger

Unternehmensberatung Mummert Consulting


wird sich die Zahl der Unternehmen bis 2010 auf 350

halbieren.

Globalisierung

Der Binnenmarkt hat die Auslandsaktivitäten der deutschen

Versicherer erheblich erleichtert. Grenzüberschreitende

Kooperationen und Beteiligungen, Niederlassungen

im Ausland sind problemlos möglich. Im Gegenzug

dazu sind gleichfalls ausländische Unternehmen

bei uns aktiv. Nach einer Studie des Instituts für Versicherungswissenschaften

lag im Jahr 2000 der Anteil der

ausländischen Unternehmen am deutschen Versicherungsmarkt

bei 19,55 Prozent. Fast ein Viertel (22,56 Prozent)

des Lebensversicherungsgeschäftes fiel auf ausländische

Firmen. In der privaten Krankenversicherung und

Schaden-/Unfallversicherung fallen die Anteile mit 13,91

bzw. 17,85 Prozent wesentlich geringer aus. Die sogenannten

Emerging Markets in Mittel- und Osteuropa,

Lateinamerika und Südostasien liegen seit den 90er Jahren

im Focus der international tätigen Versicherungskonzerne.

Der Globalisierungsprozess macht somit auch

vor den Versicherern nicht halt. Darüber hinaus benötigen

international vernetzte Unternehmen auch für ihre

Versicherungslösungen international wettbewerbsfähige

Konzepte. Die Sicherstellung der weltweiten Präsenz ist

auch einer der Gründe, warum es in den kommenden

Jahren vermehrt zu internationalen Zusammenschlüssen

von Versicherern kommen wird.

Vertrieb

Nach der Studie "Branchenkompass Versicherungen"

der Unternehmensberatung Mummert + Partner aus

dem Jahr 2002 bleiben Ausschließlichkeitsvertrieb und

Makler die wichtigsten Vertriebskanäle. Die Studie "Versicherungsvertrieb"

der has program service AG ermittelt

für das Neugeschäft als wichtigste Kontaktwege die

Agenturen, Bezirksdirektionen und Mehrfachagenten.

Zukünftig soll die Bedeutung von Call-Centern und Internet

beim Vertrieb zunehmen.

Customer Relationship Management (CRM)

Da sich die Kundengewinnung zunehmend schwieriger

gestaltet, wird alles daran gesetzt, den bestehenden Kundenstamm

zu erhalten und zu pflegen (Customer Relationship

Management). Dem Kunden werden dabei Verträge

aus verschiedenen Sparten angeboten. Ergänzt mit

Dienstleistungen wie Schaden- und Gesundheitsmanagement

ergeben sich so Komplettlösungen, die den Kunden

enger an das Unternehmen binden. CRM-Maßnahmen

sind sehr teuer. Die Umstellung von der Produktzur

Kundenorientierung erfordert die Anpassung des gesamten

Vertriebsplanungs- und Verkaufsprozesses. Aufwendige

Software muss entwickelt, Daten gepflegt wer-

den. Die Investitionsbereitschaft ist aber sehr hoch. Ein

Hauptaugenmerk gilt dabei auch der

Beratung.

Zunehmend kritische und informierte Kunden lassen

sich kein X für ein U mehr vormachen. Sie erwarten

maßgeschneiderte Konzepte für ihre Problemlösungen.

Der Beratungsaspekt des Verkaufsgesprächs wird zukünftig

eine führende Rolle einnehmen. Der Vermittler

muss sich gleichzeitig als Partner des Kunden und des

Unternehmens auffassen. Unternehmen, die ehrliche,

umfassende und fundierte Beratung bieten, die Chancen

und Risiken gleichwertig aufzeigt und auf realistischem

Zahlenmaterial basiert, werden letztendlich im Kampf

um die Marktanteile die Nase vorn haben.

Internet

Die Studie Managementkompass Vertrieb von Mummert

Consulting und dem F.A.Z.-Institut hat ergeben, dass gut

46 Prozent der Versicherungen ihre Produkte online anbieten.

Der Durchschnitt der anderen Branchen liegt bei

nur 17 Prozent. Die Zahl der Abschlüsse ist zwar gewachsen,

trotzdem schließen bisher erst zwei Prozent aller

Kunden Verträge über das Netz ab. Nach der Studie Online-Finanzmotor

des Münchener Marktforschungsund

Beratungsunternehmens NFO Infratest haben bereits

fast zwei Millionen Deutsche eine Versicherung

über das Internet abgeschlossen. Weitere acht Millionen

könnten sich einen Online-Abschluss vorstellen. Gebremst

werden die Internetaktivitäten durch mangelhafte

Kontaktmöglichkeiten. Nur 37 Prozent der Kundenmails

werden innerhalb eines Tages beantwortet. Auf gut

29 Prozent wird schlicht nicht eingegangen. Die Unternehmen

geloben Besserung. Das Internet wird weiterhin

hauptsächlich als Informationsmedium genutzt. der

letztendliche Abschluss findet beim Vertreter oder Makler

statt.

Einschätzung Neugeschäft in drei Jahren

Kundenkontaktweg Einschätzung Neugeschäftsvolumen

Bezirksdirekton/Geschäftsstelle

Agenturen

Nebenberufler

Mehrfachagenten

Makler

Direktmarketing

Call-Center

Internet (B2C)

Internet (B2B)

Vertriebsgesellschaften

Banken/Sparkassen

in drei Jahren

gleich bleibend

zunehmend

abnehmend

gleichbleibend

zunehmend

zunehmend

zunehmend

zunehmend

zunehmend

zunehmend

gleich bleibend

Quelle: has programm service AG 2002

9


5. Das Drei-Säulen-Modell und das neue Altersvermögensgesetz

1960 erhielten Männer im Durchschnitt 9,6 Jahre und

Frauen 10,6 Jahre lang ihre Rente ausbezahlt, 1996 durften

Männer bereits 13,6 Jahre und Frauen 18,5 Jahre lang

ihren Ruhestand genießen. Demgegenüber stehen immer

weniger Beitragszahler zu Verfügung, denn die Geburtenrate

sinkt und die Arbeitslosenquote steigt zusehends.

Die dadurch entstandene Finanzierungslücke

wurde bisher mehr schlecht als recht mit Beitragserhöhungen

und Rentenkürzungen finanziert. Eine Reform

des Rentensystems war unausweichlich und so brachte

die Bundesregierung im Mai 2001 mit der sogenannten

Riester-Rente ein neues Altersvermögensgesetz auf den

Weg.

Das klassische Drei-Säulen-Modell, auf dem in Deutschland

die Altersvorsorge beruht, kann kaum als solches

bezeichnet werden, da die gesetzliche Rente allein vier

Fünftel aller Rentenzahlungen abdeckt.

Das Drei-Säulen-Modell

der Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung

Auf ihr beruht zu 80 Prozent die Altersvorsorge. Sie finanziert

sich aus Mitteln der Beitragszahler der abhängig

Beschäftigten und deren Arbeitgebern. Da dies trotz

hoher Beitragssätze nicht mehr ausreicht, werden zusätzlich

Steuermittel z.B. die Ökosteuer für Rentenzahlungen

herangezogen.

Die betriebliche Altersvorsorge

Darunter versteht man Leistungen, die der Arbeitgeber

als Alters,- Invaliden,- oder Hinterbliebenenversorgung

zusagt. Sie deckt lediglich fünf Prozent der Ruhestandseinkommen

ab. Die Rentenreform soll jedoch mit Hilfe

diverser Fördermodelle den Stellenwert dieser Säule erhöhen.

Die Private Vorsorge

Die dritte Vorsorge-Säule ist die private Absicherung. Sie

soll die Versorgungslücken der gesetzlichen Rentenversicherung

schließen. 15 Prozent der momentanen Rentenzahlungen

werden von ihr abgedeckt. Auch diese Säule

wird von der Rentenreform profitieren.

10

Gesetzliche

Rentenversicherung

Altersvorsorge

Betriebliche

Altersvorsorge

Private

Altersvorsorge

Einkommen aus gesetzlicher Rente und Privatvorsorge

(nach 40 Versicherungsjahren; in Prozent des Durchschnittsverdienstes)

Einkommen

aus privater

Vorsorge

Gesetzliche

Rente

bei Rentenbeginn

im Jahr...

62,3 62,1 64,9 67,4

62,3 59,8 58,3 55,2 51,8

heutiger

Rentner

2000 2010 2020 2030 2040

Quelle: safety1st

Das neue Altersvermögensgesetz

71,8

2,3 6,6 12,2 20,0

heute

55-jähriger

heute

45-jähriger

heute

35-jähriger

heute

25-jähriger

Nach Verabschiedung des neuen Altersvermögensgesetzes

wird die private Altersvorsorge seit Anfang 2002 gefördert.

Das heißt, für die private freiwillige Kapitalgedeckte

Altersvorsorge gibt es staatliche Zulagen. Im ersten

Jahr (2002) gab es eine Zulage von 38 Euro pro Jahr

für jeden Berechtigten und zusätzlich 46 Euro für jedes

Kind. In der Endstufe (2008) steigt die Grundzulage auf

154 Euro und 185 Euro für jedes Kind.

Ohne eigene Beitragsleistungen gibt es keine Zulagen.

Der Gesetzgeber erwartet, dass die Summe von Zulagen

und Eigenbeiträgen zumindest ein Prozent des beitragspflichtigen

Brutto-Einkommens des Vorjahres ausmacht.

Bis 2008 steigt der "Altersvorsorgeaufwand" auf

mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens.

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf die

staatliche Förderung. Zulagen oder Steuervorteile gibt es

ab dem Veranlagungszeitraum 2002.

Mit der "Riester-Rente" wurde eine "nachgelagerte Besteuerung"

eingeführt. Das bedeutet: Die laufenden Beiträge

werden aus dem Bruttoeinkommen und damit unversteuert

erbracht. Dafür muss der Anleger die spätere

Privatrente im Ruhestand versteuern und nicht nur den

Ertragsanteil, sondern den Gesamtbetrag.

Der künftige Rentner bekommt allerdings nur dann die

staatliche Förderung, wenn er ein Produkt mit staatlicher

Zertifizierung erwirbt. In der Anfangsphase muss

sich der künftige Rentner verpflichten, laufend freiwillige

Aufwendungen zu erbringen. Leistungen zur Altersvorsorge

dürfen nur noch im Alter ausgezahlt werden.

Die Anbieter müssen sich verpflichten, dass zu Beginn

der Auszahlungsphase zumindest die eingezahlten Altersvorsorgebeiträge

ausgezahlt werden, inklusive Beiträge,

die vom Staat gewährt werden. Die spätere Auszahlung

muss in Form einer lebenslangen Leibrente

oder eines Auszahlungsplanes mit ermittelbarer anschließender

Teil-Kapitalverrentung erfolgen.


Abschluss- und Vertriebskosten müssen über einen Zeitraum

von mindestens zehn Jahren in gleichmäßigen Jahresbeiträgen

verteilt werden.

Im Bereich der privaten Altersvorsorge werden folgende

Anlagen gefördert:

- private Rentenversicherung

- Fonds- und Banksparpläne mit Auszahlungsplänen

und einer anschließenden Rentenversicherung

- Immobilien

Ursprüngliche Pläne, auch Bausparverträge in die Palette

der förderfähigen Riester-Produkte aufzunehmen,

wurden schließlich wegen zu hoher vermuteter Steuerausfälle

gestichen. Einigen konnten sich die Bundesländer

schließlich nur auf das Entnahmemodell. Dabei

kann der Riester-Sparer in der Ansparphase seinem Guthabenkonto

bis zu 50.000 Euro entnehmen, um sie für

die Immobilienfinanzierung einzusetzen. Der Immobiliensparer

muß den entnommenen Betrag aber bis zum

Renteneintritt in gleichmäßigen Raten wieder zurückgezahlt

haben - allerdings frühestens mit 60.

Im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge sind folgende

Beiträge und Zuwendungen förderfähig:

- Direktversicherungen

- Pensionskassen

- Unterstützungskassen

- Pensionsfonds

Betriebsrenten genießen gegenüber Privatpolicen den

Vorteil, dass bereits ab 2002 bis zu vier Prozent des Bruttolohns

angelegt und als Sonderausgaben steuerlich geltend

gemacht werden können. Zwar gilt bei den Zuschlägen

die gleiche Progression wie bei Privatverträgen,

dennoch sind die Steuervorteile nicht zu unterschätzen.

Damit will die Bundesregierung die Betriebsrente wieder

zur zweiten Säule der Altersvorsorge machen.

Akzeptanz der Riester-Rente

Anteile in %

bereits damit beschäftigt

37%

bereits abgeschlossen

34%

5%

6%

19%

k.A./weiß nicht

plane Abschluss

kommt für mich

nicht in Frage

Quelle: AWA 2003

Verbraucherschützer sehen noch großen Nachbesserungsbedarf

bei den Vorsorge-Regeln

In der Angelegenheit "Riester-Rente" ist das letzte Wort

noch lange nicht gesprochen. Immer neue Verfeinerungen

der Förderregeln werden erfunden und immer mehr

Anbietern wird klar, dass ihre Altersvorsorgeprodukte

nur schwer zu durchschauen sind. Bei den Versicherungen

und Fondsgesellschaften kommt das Geschäft trotz

millionenschwerer Werbekampagnen daher nur schleppend

in Gang, wie eine Umfrage zeigt. Es fehlt auch das

Interesse auf der Anbieterseite. Bankberater und Versicherungsvertreter

verkaufen lieber eigene Produkte und

kassieren dabei höhere Provisionen als bei den Riester-

Produkten. "Auch der politische Prozess ist noch nicht

abgeschlossen", sagt Wolfgang Scholl, Versicherungsexperte

beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Von einem regelrechten Kundenansturm bei den Anbietern

kann denn auch keine Rede sein. Bis Ende 2002

wurden nur knapp über fünf Millionen Riester-Verträge

abgeschlossen, stellt das Deutsche Institut für Altersvorsorge

(DIA) fest. Erst 16 Prozent der 30 Millionen Förderberechtigten

nahmen somit das Vorsorgeangebot an.

Laut DIA-Rentenbarometer sind weitere 5,3 Millionen

Bürger zum Abschluss eines Riester-Vertrags bereit. 20

Millionen planen jedoch gar nicht in Richtung Privatvorsorge.

Die Versicherungen verfehlten nach einem Bericht

im Handelsblatt vom 8. Januar 2003 ihre selbst gesteckten

Ziele für das vergangene Jahr. So wollte der

Marktführer Allianz bis zum 31. Dezember schon über

eine Million Verträge über die staatlich geförderte Rente

abgeschlossen haben. Stattdessen seien nur 578.000 Verträge

unterzeichnet worden. Die Victoria Lebensversicherung

wollte bis Ende 2002 eine Million abgeschlossene

Verträge verbuchen. Tatsächlich abgeschlossen wurden

267.700 Verträge. Die R+V Versicherung konnte zwar

zum Jahresende eine steigende Nachfrage verbuchen.

Doch aufgrund des zurückhaltenden Verkaufs über den

Bankschalter blieb auch sie mit 65.000 Abschlüssen unter

dem Soll.

Nach dem ersten Jahr zeigte sich der Markt zweigeteilt.

Während die privaten Riester-Renten floppten, lief das

Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge überraschend

gut. Die Allianz konnte 11.300 Arbeitgeber von

ihrer Pensionskasse überzeugen und damit 130.000 Arbeitnehmer

auf ihre Seite ziehen. Der Nachteil für die

Versicherer ist hier der harte Kostenwettbewerb und der

hohe Beratungsbedarf, der das Geschäft zu bremsen

droht. Das Potential ist jedenfalls da. Nach Angaben des

Bundessozialministeriums haben rund 19,1 Millionen

Arbeitnehmer per Tarifvertrag die Möglichkeit zur betrieblichen

Altersvorsorge.

11


6. Marktentwicklung Lebensversicherungen

Lebensversicherer in Bedrängnis

Die Lebensversicherung ist in die Schlagzeilen geraten.

Die deutschen Lebensversicherer dürften in 2002 rund

50 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten verloren haben.

Zu diesem Ergebnis kommt der Brancheninformationsdienst

Map-Report ebenso wie McKinsey. Die Kreditbewertungsagentur

Fitch geht sogar von einem Korrekturbedarf

in den Bilanzen von bis zu 70 Milliarden Euro

aus. Strategische Fehleinschätzungen des Aktienmarktes

sind an diesem katastrophalen Ergebnis schuld. So

sind einige Versicherer viel zu spät auf den Aktienzug

aufgesprungen mit viel zu hohen Beträgen. In Spitzenzeiten

haben die Aktienquoten der großen Gesellschaften

30 Prozent und mehr betragen. Die Aktienpakete

wurden oft zu spät panikartig wieder verkauft, was die

angeschlagenen Finanzmärkte zusätzlich unter Druck

setzte. Mittlerweile liegt die durchschnittliche Aktienquote

der Versicherer wieder bei fünf Prozent. Vergrößert

wurde der Vertrauensverlust in die Branche zusätzlich

durch viel zu hohe Renditeversprechen an die Kunden,

als eigentlich schon klar war, dass diese nicht gehalten

werden können. Doch im Konkurrenzkampf um

Marktanteile der damals anstehenden Riester-Rente

setzten sich die Vertriebsleute gegen die Analysten

durch. Die entstandenen Verluste können nach dem

Rückzug vom Aktienmarkt aufgrund niedriger Kapitalmarktzinsen

nicht annähernd ausgeglichen werden. Es

tun sich einige Unternehmen mittlerweile schwer, nur

den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestzins von 3,25

Prozent ihren Kunden jährlich gutzuschreiben. So

kommt es den Versicherern ganz recht, dass das Bundesfinanzministerium

bereits Anfang 2004 statt wie geplant

erst 2005 den Mindestzins auf 2,75 Prozent absenken

will. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) plädierte für die Vorziehung, um die angeschlagene

Versicherungsbranche zu entlasten. Altverträge

sind von diesem Schritt nicht betroffen. Die unausweichliche

Senkung der Überschussbeteiligung auch bei

großen, noch relativ gut dastehenden Unternehmen verärgert

die bestehende Kundschaft, die sich bei Vertragsabschluss

von hohen Renditeversprechen hat blenden

lassen.

Um das angeschlagene Kundenvertrauen nicht vollständig

zu verspielen, sollten sich Versicherer um mehr

Transparenz bemühen. Wer seine Renditeversprechen

zukünftig stichhaltig belegen kann, wird die zusehends

kritischere Klientel auf seine Seite ziehen. Ein Mittel für

mehr Transparenz ist der sogenannte Stresstest der Ba-

Fin. Er simuliert den worst case am Kapitalmarkt - den

Absturz des Aktienmarktes um 35 Prozent und des Rentenmarktes

um 10 Prozent - und stellt dabei fest, ob die

Kapitalausstattung des Versicherers dem standhält. Wer

12

durchfällt, muss gegenüber der BaFin erklären, wie er

seine Kapitalausstattung verbessern will.

Wenn die Branche unter Einsatz ihrer finanziellen Reserven

auch mit zwei blauen Augen davon gekommen ist,

so werden einzelne kapitalschwache Unternehmen wohl

auf der Strecke bleiben. Die Mannheimer Lebensversicherung

wurde mittlerweile zum ersten Fall der neugegründeten

Auffanggesellschaft Protector. Nach einer Untersuchung

der Unternehmensberatung McKinsey wird

es wohl nicht der Einzige bleiben. Den Lebensversicherern

steht eine drastische Konsolidierung bevor. Die

Kunden werden sich verstärkt kapitalstarken Anbietern

zuwenden. Der Anteil der fünf größten Gruppen (Allianz,

Ergo, AMB, R+V, Deutscher Herold/Zürich) am Neugeschäft

in Deutschland hat sich von 1996 bis 2002 von 40

auf 55 Prozent erhöht.

Die zwanzig größten Lebensversicherer

Beitragseinnahmen

in Millionen Euro Veränderung

Rang Unternehmen

2000 2001 in %

1 Allianz Leben

8.426 8.310 - 1,4

2 Hamburg-Mannheimer 2.841 2.893 + 1,8

3 R+V Leben

2.829 2.870 + 1,4

4 AM Leben

2.559 2.803 + 9,5

5 Deutscher Herold

2.389 2.503 + 4,8

6 Volksfürsorge Leben

2.237 2.186 - 2,3

7 Victoria Leben

2.104 2.171 + 3,2

8 Axa Leben

1.966 1.953 - 0,7

9 Debeka Leben

1.728 1.777 + 2,8

10 DBV-Winterthur Leben 1.565 1.620 + 3,5

11 Bayern Versicherung

1.611 1.592 - 1,2

12 Nürnberger Leben

1.539 1.592 + 3,4

13 Gerling Leben

1.483 1.498 + 1,0

14 Iduna Leben

1.428 1.441 + 0,9

15 Württembergische Leben 1.181 1.173 - 0,7

16 Gothaer Leben

1.153 1.161 + 0,7

17 Alte Leipziger Leben

1.054 1.096 + 4,0

18 Karlsruher Leben

1.070 1.048 - 2,1

19 SV-Leben Baden-Württemberg 1.054 1.034 - 1,9

20 Schweizerische Rentenanstalt 932 969 + 4,0

Quelle: FAZ ; Neugeschäftsmfrage der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), zum Teil vorläufige

Zahlen der Unternehmen

Marktentwicklung positiv

Aller Hiobsbotschaften zum Trotz geht es der Lebensversicherungsbranche

besser als ihr momentaner Ruf dies

vermuten lässt. Die Zahl der Neuabschlüsse im vergangenen

Jahr stieg um 20,4 Prozent auf 10,22 Millionen mit

einer Versicherungssumme von 245,04 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr sehen Vertriebsexperten weitere

positive Impulse, die möglicherweise das Hoch von 1999

noch übertreffen werden. Dafür sprechen die geplante

Absenkung des Garantiezinses ab 2004 und die von der

Rürup-Kommision geforderte Abschaffung des Steuerprivilegs.

Der wachsende Druck zur Privatvorsorge unterstützt

zusätzlich die positiven Prognosen.


Die Brutto-Beitragseinnahmen nahmen um 4,3 (Vorjahr

1,9) Prozent auf 65,1 Millarden Euro (Vorjahr 62,4) zu.

Die Einnahmen aus den 10,22 Millionen Neuabschlüssen

belaufen sich auf 14,41 Milliarden Euro (plus sieben

Prozent). Die Gesamtleistungen stiegen um 4,2 Prozent

auf 85,7 Milliarden Euro. Davon wurden cirka 55,1 Milliarden

Euro direkt an die Kunden ausbezahlt. Weitere

30,6 Milliarden Euro flossen zu den Leistungsreserven.

Beitragseinnahmen und ausgezahlte Leistungen

in Milliarden Euro

1980

Einnahmen

Auszahlungen

13 18 27 31 34 39 42 45 47 51

6 11

1985

18

1990

20

1991

1992

1993

1994

1995

1996

Beigetragen zu diesem Ergebnis haben die fondsgebundene

Kapitallebensversicherung mit 650.000 neuen Verträgen,

was einem Rückgang gegenüber 2001 von 26,3

Prozent bedeutet. In der Kapital-Einzelversicherung kamen

1,42 Millionen neue Verträge zustande, 1,8 Prozent

weniger als 2001. Einen Zugang von 23,8 Prozent mit

815.000 neuen Verträgen kann die fondsgebundene Rentenversicherung

vorweisen, während 3,28 Millionen

neue Verträge der Einzelrenten- und Pensionsversicherung

ein Plus von 125 Prozent ausmacht.

Die Trends des Jahres 2002 im Lebensversicherungsgeschäft

lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- starker Zuwachs im Neugeschäft

- Wachstum bei den gebuchten Beiträgen

- ein deutliches Plus im Vertragsbestand

- steigende Leistungsauszahlungen

Entwicklung der Lebensversicherungsformen bei den Neuzugängen

in Prozent

1997

2,8 4,9 7,3

15,6 9,4 8,8 9,6 12,6 14,0

10,1

9,4 8,2 19,5 20,5 20,0 20,8 16,9

20,3

18,9

14,8 15,2 17,2 19,8 24,7 15,4 16,4 17,2 20,7 22,2 23,3 18,8 19,1 19,8 20,6

24,0 32,2

15,4 1,9 1,6 1,5 1,5 1,4 1,3 1,6 1,2 1,2 0,9 0,6 0,5 0,3

21,0 18,4

64,3 67,7 65,2 58,1 54,4 53,2 45,3 44,0 41,8 37,9 42,4 34,2 30,2

1980 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

53

1998

1999

59 61

2000

2001

62 65

22 24 28 31 33 37 40 44 49 52 55

2002

Quelle: GDV

Die Bedeutung der Lebensversicherung als Ergänzung

zur gesetzlichen Rente nimmt kontinuierlich zu. Beliefen

sich die Auszahlungen aller Lebensversicherer 1992 auf

18,5 Prozent der Rentenausgaben, so erhöhte sich dieser

Anteil bis 2001 auf 28,5 Prozent.

Auszahlungen der Lebensversicherungen

in Prozent der Rentenausgaben

1980

2002 zeigt sich ein Einbruch bei den durchschnittlichen

Lebensversicherungssummen. Ein Grund scheint die

starke Zunahme der Einzelrentenversicherungen zu geringeren

individuellen Summen zu sein.

Durchschnittliche Lebensversicherungssummen

bei Neuzugängen in Euro

12.392

1980

1985

18.578

1990

1990

18.551

1991

10,3 15,7 19,9

19,3

18,5

19,0

19,9

20,7

1991

21.225

1992

1992

23.315

1993

1993

26.392

1994

Vermögensbildung

1994

24.945

1995

Einzel-Risiko

Einzel-Renten

Gruppenvers.

Einzelkapital

Summe in Mrd. Euro

Quelle: GDV

1995

25.276

1996

1996

26.502

1997

1997

27.298

1998

1998

21,5

22,8

23,9 25,9 27,8

28,5

28.647

1999

1999

29.234

2000

2000

28.740

2001

2001

Quelle: GDV

23.977

2002

Quelle: GDV

Die Diskussion um die private

Vorsorge bewirkte

2001 erstmals eine Verlagerung

des Schwerpunkts

von der Einzel-Kapital zur

Einzel-Renten-Versicherung

mit einer Summe

von 78,5 Milliarden Euro.

Nach Einführung der Riester-Rente

2002 dürfte sich

dieser Trend fortsetzen.

13


7. Bedeutung der Riester-Rente für die Lebensversicherung

Riester-Kuchen kleiner als erwartet

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa

kam zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der Befragten für

ihre private Vorsorge eine Versicherung bevorzugen. Die

starke Anlehnung der Riester-Produkte an klassische Lebens-

und Rentenversicherungen hat der Branche einen

großen Startvorteil gebracht. Gute Voraussetzungen also

für die Lebensversicherer, sich das größte Stück des Riester-Kuchens

zu schnappen. So wie es aussieht, ist dies

auch bereits geschehen. Lediglich der Kuchen ist wesentlich

kleiner ausgefallen, als die Mitesser es sich erwünscht

hatten. Nach dem Deutschen Institut für Altersvorsorge

(DIA) hätten von den gut 30 Millionen Berechtigten

bis Ende 2002 erst 16 Prozent einen Riester-Vertrag

abgeschlossen. Die Kundschaft ist verunsichert,

kann sich aufgrund der Angebotsvielfalt und undurchsichtiger

Regelungen nicht entscheiden und wartet erst

mal ab.

Schwaches erstes Riester-Jahr

Von den bis Ende 2002 knapp über fünf Millionen abgeschlossenen

Riester-Verträgen entfielen 2,93 Millionen

auf die Lebensversicherungsbranche. Bereits im Laufe

des letzten Jahres haben die Versicherer ihre schönen

Prognosen begraben. Zum Jahresende sicherten sich

noch einige Zuschussberechtigte die staatliche Zulage,

doch die gesteigerte Nachfrage konnte auch nichts mehr

retten. So rechnete die Allianz mit dem Abschluss von

über einer Million Verträge bis Ende 2002. Herausgekommen

sind 578.000. Auch die Victoria hatte sich die

Million zum Ziel gesetzt und dürfte wegen der 267.700

Abschlüsse dementsprechend enttäuscht sein. Millionenbeträge

für Werbekosten, Verwaltung und Mitarbeiterschulung

wurden ausgegeben und quasi in den Sand

gesetzt. Einige kleinere Versicherer haben sich mittlerweile

aus dem Riester-Vertrieb zurückgezogen. Die Rendite

ist zu gering und der Aufwand zu hoch. So bleiben

als vermeintliche Gewinner der Rentenreform nur die

großen Gesellschaften, die den Kuchen unter sich aufteilen

dürfen.

Riester-Vertragsabschlüsse der Versicherer

Versicherung

Anzahl Verträge

zum 31.12.2002

Allianz

AMB

Öffentliche Versicherer

Victoria

Hamburg-Mannheimer

Volksfürsorge

R+V

Quelle: Unternehmensangaben (aus Handelsblatt vom 8.1.2003)

14

578.000

465.000

400.000

267.700

255.000

76.000

65.000

Renaissance der Betriebsrente

Während der Absatz privater Riester-Renten stagniert,

erlebt die betriebliche Altersvorsorge eine Renaissance.

Pensionskassen und Pensionsfonds werden staatlich

besser gefördert als die Einzelvorsorge. Wer in diesem

Bereich neu mitmischen will, der braucht nach Aussage

der Unternehmensberatung Capco, um die Gewinnschwelle

zu erreichen, mindestens eine Million Kunden.

Startvorteile genießen Versicherer wie die Allianz, die

zusammen mit Victoria und BHW über das Versorgungswerk

Metallrente und in der Münchener Siemens AG Zugriff

auf Millionen von Arbeitnehmern hat. Hierbei erhoffen

sich alle Anbieter, über die Beratung der Arbeitnehmer

neben der betrieblichen Altersversorgung auch

weitere Riester- oder sonstige Policen zu verkaufen. Die

Profitabilität einer Riester-Police ist nicht einmal halb so

hoch wie die einer klassischen Kapitallebensversicherung.

Ausblick

Der Markt der privaten Altersvorsorge ist zweifelsfrei ein

Wachstumsmarkt. Inwieweit die Versicherungen dort

weiterin mitmischen werden, hängt von den politischen

Rahmenbedingungen ab. Solange die Regelwerke nicht

ausgereift sind, wird sich die Akzeptanz in der Bevölkerung

in Grenzen halten. Ob sich letztendlich Versicherungs-

oder Bankprodukte durchsetzen werden, ist Spekulation.

Wer beides im Angebot hat, ist jedenfalls gut

gerüstet.


8. Zielgruppenpotenziale Lebensversicherung

Potenziale

31,25 Millionen Besitzer von Lebensversicherungen

stehen 3,25

Millionen Personen gegenüber, die

in den den nächsten ein bis zwei

Jahren einen Neuabschluss oder

eine Erweiterung einer Lebensversicherung

planen.

Besitzer ≠ Planer

Während sich Lebensversicherungsbesitzer

überdurchschnittlich unter

den 30-59jährigen finden, ist die

Kaufplanungsphase am deutlichsten

bei den 20-30jährigen ausgeprägt. 56

Prozent der potentiellen Kunden

sind 20 bis 39 Jahre alt.

Berufstätige und in Ausbildung befindliche

Personen machen sich die

meisten Gedanken über die Absicherung

ihrer Zukunft. Sie decken

knapp 90 Prozent aller Anschaffungswilligen

ab.

Betrachtet man die einzelnen Lebensphasen,

so werden Unterschiede

zwischen Besitzern und Anschaffungsplanern

besonders deutlich.

Während Familien mit Kindern bereits

überdurchschnittlich abgesichert

sind, planen junge Singles

oder Paare intensiv an ihrer Absicherung.

Über die Hälfte (52,4 Prozent)

aller Anschaffungsplaner gehören

zu dieser Gruppe.

Profil der Lebensversicherungsbesitzer und Anschaffungsplaner

Gesamt in Mio.

Geschlecht

Männlich

Weiblich

Altersgruppen

14 - 19 Jahre

20 - 29 Jahre

30 - 39 Jahre

40 - 49 Jahre

50 - 59 Jahre

60 - 69 Jahre

70 Jahre und älter

Tätigkeit

Berufstätig

Ausbildung, Schüler, Student

Rentner/ Ruhestand

früher/nie berufstätig

Berufskreise

Inh., Selbstständige, Freie

Landwirte

Ltd. Angestellte/Beamte

sonst. Angestellte/Beamte

Facharbeiter

sonstige Arbeiter

Haushalts-Netto-Einkommen

bis unter 1.000 Euro

1.000 bis unter 1.500 Euro

1.500 bis unter 2.000 Euro

2.000 bis unter 2.500 Euro

2.500 bis unter 3.000 Euro

3.000 bis unter 3.500 Euro

3.500 Euro und mehr

Lebensphasen

Junge Unverheiratete unter

40 Jahren

Junge Verheiratete/Paare

unter 40 Jahre ohne Kinder

Junge Familie mit Kindern

unter 6 Jahren

Familie mit (nur) ält. Kindern

zwischen 6 und 14 Jahren

Paare ab 40 Jahre ohne Kinder

bis zu 14 Jahren

Ältere Unverheiratete

ab 40 Jahre

Quelle: AWA 2003

GesamtBesitz Kaufplan

% % %

64,43 31,25

47,9 51,1

52,1 48,9

7,7 5,7

12,0 11,0

18,1 22,5

17,3 22,2

14,7 18,2

15,6 13,8

14,6 6,6

3,25

56,9

43,1

13,2

28,4

27,9

17,5

7,4

4,2

1,4

49,8 61,0 68,8

11,0 8,5 20,5

27,1 18,7 5,1

18,4 18,3 18,5

7,8

1,3

11,3

40,6

17,5

12,2

9,8

1,0

13,7

43,5

16,9

9,1

10,6 5,2

19,0 14,6

20,6 19,1

14,7 16,0

11,3 13,7

8,6 10,6

15,1 20,8

19,2 16,3

7,8 8,3

8,6 11,3

8,8 12,7

37,8 39,3

8,2

0,3

8,6

43,3

16,8

11,5

9,7

16,8

16,9

14,0

13,8

9,4

19,3

Index (Gesamt = 100)

100 100

107 119

94 83

74 171

92 237

124 154

129 101

124 50

89 27

45 10

123

77

69

100

126

77

121

107

97

75

138

186

19

101

106

24

76

107

96

94

49 91

77 89

93 82

109 95

121 122

123 110

138 128

36,6 85 190

15,8

15,2

11,0

13,9

106 202

132 177

144 125

104 37

17,8 12,0 7,6 68 42

LV im Haushalt

LV Kaufplan

0 100 200 300

15


9. Zielgruppenpotenziale private Altersvorsorge

Profil der Altersvorsorgeexperten und Riester-Planer

Gesamt in Mio.

Geschlecht

Männlich

Weiblich

Altersgruppen

14 - 19 Jahre

20 - 29 Jahre

30 - 39 Jahre

40 - 49 Jahre

50 - 59 Jahre

60 - 69 Jahre

70 Jahre und älter

Tätigkeit

Berufstätig

Ausbildung, Schüler, Student

Rentner/ Ruhestand

früher/nie berufstätig

Berufskreise

Inh., Selbstständige, Freie

Landwirte

Ltd. Angestellte/Beamte

sonst. Angestellte/Beamte

Facharbeiter

sonstige Arbeiter

Haushalts-Netto-Einkommen

bis unter 1.000 Euro

1.000 bis unter 1.500 Euro

1.500 bis unter 2.000 Euro

2.000 bis unter 2.500 Euro

2.500 bis unter 3.000 Euro

3.000 bis unter 3.500 Euro

3.500 Euro und mehr

Lebensphasen

Junge Unverheiratete unter

40 Jahren

Junge Verheiratete/Paare

unter 40 Jahre ohne Kinder

Junge Familie mit Kindern

unter 6 Jahren

Familie mit (nur) ält. Kindern

zwischen 6 und 14 Jahren

Paare ab 40 Jahre ohne Kinder

bis zu 14 Jahren

Ältere Unverheiratete

ab 40 Jahre

Quelle: AWA 2003

16

Gesamt Experten Kaufplan

% % %

64,43 5,81

47,9 61,4

52,1 38,6

7,7 1,2

12,0 8,7

18,1 20,7

17,3 20,6

14,7 20,1

15,6 17,6

14,6 11,0

49,8

11,0

27,1

18,4

7,8

1,3

11,3

40,6

17,5

12,2

61,0

3,2

27,4

13,1

13,1

1,4

18,9

40,7

16,2

7,8

10,6 6,0

19,0 14,2

20,6 20,0

14,7 14,3

11,3 13,6

8,6 10,8

15,1 21,0

19,2 11,1

7,8 8,0

8,6 9,8

8,8 9,8

37,8 46,3

2,97

54,9

45,1

2,7

19,2

34,5

30,7

11,5

1,2

0,2

82,7

7,1

1,1

17,1

6,0

0,4

12,9

49,7

19,0

9,8

6,1

13,8

20,7

17,0

14,9

10,6

16,9

Index (Gesamt = 100)

100 100

128 115

74 87

16 35

72 160

114 190

119 177

137 78

113 8

75 1

123

29

101

71

168

105

167

100

92

64

166

65

4

93

77

32

114

122

109

80

57 57

75

97

73

AV-Experten

100Riester-Kaufplan

97 115

120 132

125 124

139 112

21,1 58 110

12,7

18,8

17,2

21,5

102 162

114 220

112 195

123 57

17,8 15,0 8,6 84 49

0 100 200 300

Potenziale

Die AWA 2003 weist einen Pool von

5,91 Millionen Experten zum Thema

private Altersvorsorge aus. 2,97 Millionen

beabsichtigen, eine nach

dem Riester-Modell geförderte Altersvorsorge

abzuschließen.

Multiplikatoren

Die Bevölkerung ist in Bezug zur

Riester-Rente weiterhin sehr verunsichert.

Wer sich nicht intensiv mit

diesem Thema beschäftigt und alle

Meldungen verfolgt, resigniert ob

der Fülle an Variationen und Risiken.

Die AWA ermittelt die Experten

aus der Bevölkerung, die sich intensiv

mit dem Thema beschäftigen

und deshalb Ratschläge weitergeben.

Man nennt diese Gruppe auch

Multiplikatoren. Zur Informationsverbreitung

ist es unerlässlich, diese

Gruppe vorrangig anzusprechen.

Multiplikatoren finden sich überwiegend

unter älteren und damit erfahrenen

Personen. Sie zeichnen

sich aus duch hohe Einkommen aus

meist selbständiger oder leitender

Berufstätigkeit. Damit unterscheiden

sie sich von den LV-Anschaffungsplanern,

denen sie ihr Wissen

weitervermitteln und damit ihren

Zweck erfüllen.

Riester-Planer

Die Indexausprägungen der Riester-

Planer ähneln sich in den meisten

Punkten denen der LV-Anschaffungsplaner

(siehe Seite 15). Deutliche

Unterschiede zeigen sich nur

bei in Ausbildung befindlichen Personen.

Sie tendieren deutlicher zur

Lebensversicherung als zur Riester-

Vorsorge. Betrachtet man die Lebensphasen,

so trifft dies auch auf

die jungen Unverheirateten unter 40

Jahren zu.

Da auch die Potentiale beider Zielgruppen

auf ähnlichem Niveau liegen,

kann man von einer nahezu

gleichen Akzeptanz der verschiedenen

Vorsorgekonzepte ausgehen.


10. Gesundheitsreform

Kostenexplosion

Das deutsche Gesundheitssystem ist an die Grenzen seiner

Finanzierbarkeit geraten. Ohne Einsparungen sowohl

auf der Kosten und auf der Einnahmeseite würde

über kurz oder lang der Kollaps drohen. Die hohen Beitragssätze

der GKV sorgen für zu hohe Lohnnebenkosten,

was wiederum den Arbeitsmarkt stark belastet. In

parteiübergreifenden Gesprächen der Gesundheitsexperten

im Juli diesen Jahres ist als Ergebnis ein Kompromisspapier

entstanden. Die Vorschläge beinhalten mögliche

Kostenbegrenzungen auf der Ausgabenseite und

zusätzliche Belastungen für die Versicherten.

Beschlüsse (Auszüge)

Erhöhung der Tabaksteuer zur Finanzierung versicherungsfremder

Leistungen.

Ausgliederung von Zahnersatz aus dem Leistungskatalog

ab 2005. Dafür Einführung einer obligatorischen Pflichtversicherung

ohne Arbeitgeberanteil. Es sollen sowohl

GKV und PKV am Kuchen beteiligt werden.

Wegfall u.a. von Sterbegeld, Entbindungsgeld, Brillenzuschuss.

Zuzahlung bei allen medizinischen Leistungen (z.B. Arzneimittel)

von pauschal 10 Prozent, aber höchsten 10

Euro. Arztbesuche pro Quartal und Krankenhausbesuche

pro Tag kosten ebenfalls 10 Euro. Die Belastungsgrenze

für alle Versicherten liegt bei 2 Prozent des Bruttoeinkommens.

Belegung der Versorgungsbezüge und Alterseinkünfte

aus selbständiger Tätigkeit von Rentnern mit dem vollen

Beitragssatz.

Von diesen und noch vielen weiteren Maßnahmen versprechen

sich die Verantwortlichen eine Entlastung der

GKV in den nächsten Jahren von 23 Milliarden Euro. Dadurch

sollen die Kassenbeiträge und - was das Entscheidende

ist - die Lohnnebenkosten deutlich gesenkt werden.

Ziele fraglich

Während die Vertreter aller Parteien bereits für das kommende

Jahr eine Beitragssenkung von derzeit durchschnittlich

14,4 Prozent auf 13,6 Prozent erwarten, bezweifeln

die AOK und Arbeitgeber eine solche Entwicklung.

Laut Arbeitgeberpräsident Hundt sei noch nicht

einmal eine Absenkung auf unter 14 Prozent im nächsten

Jahr möglich. Die Kassen selber, allen voran einige

der günstigen Betriebskrankenkassen nutzen die Galgenfrist

bis Januar noch für Beitragserhöhungen. Notfalls

will Gesundheitsministerin Schmidt zu gesetzlichen

Maßnahmen greifen, falls die Kostensenkungen nicht zu

den erwarteten Beitragskürzungen führen sollten.

Streitpunkt Bürgerversicherung

Um das Kostenproblem im Gesundheitswesen langfristig

zu lösen, plädieren Experten der Rürup-Kommission

für radikalere Veränderungen als die jetzt beschlossenen.

Karl Lauterbach und einige Parteienvertreter bevorzugen

das Modell der sogenannten Bürgerversicherung,

was nichts anderes als die Ausweitung der bestehenden

GKV bedeutet. Dabei soll die Versicherungspflichtgrenze

aufgehoben werden und bisher Privatversicherte, Beamte

und Selbständige sollen der GKV beitreten. Neu ist,

dass alle Einkünfte auch aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb,

Vermietung und Kapital zur Finanzierung

herangezogen werden sollen. Damit könnten die Beiträge

langfristig auf durchschnittlich 12,4 Prozent gesenkt

werden.

Bert Rürup selbst bevorzugt das Gesundheitsprämienmodell,

das unabhängig von den Lohnnebenkosten von

jedem Bürger den gleichen Beitrag fordert. Das macht es

unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kinder

bleiben beitragsfrei. Die Unterstützung für sozial Schwache

erfolgt hierbei über den Transfer von Steuern. Bei

diesem System können gesetzliche und private Kassen

bestehen bleiben.

Die Vertreter der privaten Krankenversicherung (PKV)

verfolgen die Idee der Bürgerversicherung mit Unbehagen.

Christian Weber, Geschäftsführer des PKV-Verbandes

sieht bei einer möglichen Ausdehnung der GKV seine

Branche existentiell bedroht. Die PKV könnte dann

nur noch Zusatzversicherungen anbieten, was aber momentan

nur circa 20 Prozent des Umsatzes ausmacht. Er

will mit allen Mitteln gegen die Bürgerversicherung vorgehen

und schließt auch eine Verfassungsklage nicht

aus.

Streitpunkt Zahnersatz

Die Unstimmigkeiten beim Thema Zahnersatz wurden

bei einem weiteren Spitzengespräch am 21. August beseitigt.

Ab 2005 erfolgt die Finanzierung allein durch die

Versicherten. Diese dürfen dann auswählen, ob sie sich

bei einer gesetzlichen oder privaten Kasse zu einem festen

einkommensunabhängigen Beitrag versichern wollen.

Die Privaten lenken ein, einen fairen Wettbewerb

zwischen GKV und PKV könne es nicht geben. Die nachhaltige

Finanzierung sei nicht gewährleistet. Sie sehen

den Hauptwettbewerbsnachteil darin, dass die GKV für

die Zusatzversicherung aus ihrem eigenen Versicherungsbestand

Adressen generieren kann. Die PKV müsste

ihre Kundschaft erst werben.

17


11. Marktentwicklung private Krankenversicherung

Private unter Druck

Obwohl im Gegensatz zu den Lebensversicherungen die

privaten Krankenversicherungen ihr Kapital nicht an der

Börse verspielt hatten, plädiert Jochen Sanjo, der Präsident

der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

für eine Senkung des Rechnungszinses. Der Rechnungszins

ist die Kalkulationsgrundlage für die Altersrückstellungen.

Eine Herabsetzung würde die Versicherer

zwingen, diese Rückstellungen mit mehr Kapital zu

unterlegen und damit höhere Beiträge zu fordern, die

den Kunden später aber wieder zugute kommen. Wie bei

den Lebensversicherern auch werden Stresstests durchgeführt,

die die Finanzlage der Unternehmen bei einer

schwierigen Finanzmarktentwicklung simulieren soll.

Die Krise der Mannheimer Lebensversicherung hat auch

die zur Mannheimer AG Holding gehörende Mannheimer

Krankenversicherung ins Gerede gebracht. Experten

sehen zwar keinen Handlungsbedarf, jedoch wurde als

reine Vorsorgemaßnahme die Auffanggesellschaft Medicator

AG gegründet, die in finanzielle Not geratene Unternehmen

übernehmen könnte. Damit funktioniert sie

anders als Protector bei den Lebensversicherungen, die

nur die laufenden Verträge übernimmt. Es handelt sich

hierbei um eine vertrauensbildende Maßnahme der

Krankenversicherer. Die Branche kann sich momentan

aufgrund der aktuellen Reformdiskussion keine negativen

Schlagzeilen leisten. Die 50 privaten Krankenversicherer

stehen unter Veränderungsdruck. Eine weitere

Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze Anfang des

Jahres von 3375 auf 3825 Euro verschließt mehr Bürgern

den Wechsel in die Privatversicherung, die Mitglieder

bleiben aus. Einige in der GKV freiwillig Versicherte

wechselten jedoch noch vor Jahresfrist in die PKV, falls

die GKV mitspielte. Nach Branchenschätzungen nutzten

20 bis 30 Tausend Versicherte diese Möglichkeit.

Die Kostenspirale dreht sich aufgrund neuer medizinischer

Verfahren und steigender Lebenserwartung weiter

nach oben. Die Diskussion um die Gesundheitsreform

verunsichert potentielle Kunden, eine Privatversicherung

abzuschließen. Reformideen wie die Bürgerversicherung

wären für viele Unternehmen existenzbedrohend.

Es bliebe nur noch das Geschäft mit der Zusatzversicherung.

Dieses birgt aber auch Chancen, wenn

weitgehend alles beim alten bleibt, und die Privaten von

ausgegliederten Leistungen wie z.B. dem Zahnersatz

profitieren.

Versicherungsarten

Unter dem Begriff private Krankenversicherung (PKV)

sind alle Krankenversicherungsarten zusammengefasst,

die nicht zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

gehören. Während die GKV nach dem Prinzip der Umla-

18

genfinanzierung d.h. die Gesunden zahlen für die Kranken

funktioniert, gilt bei der PKV das Prinzip der Kapitaldeckung

d.h. jeder Versicherte zahlt für sich selber. Zur

PKV gehören die Krankheitskostenversicherung (Vollversicherung),

Krankentagegeldversicherung, Krankenhaustagegeldversicherung,

Pflegepflichtversicherung

und die sonstige selbständige Teilversicherung. Der

PKV-Verband unterscheidet auch zwischen Voll- und

Zusatzversicherung.

Der Verband der privaten Krankenversicherung definiert

die beiden Versicherungsarten wie folgt:

Die Krankheitsvollversicherung ist die Hauptversicherungsart

der PKV. Ihr Anteil an den gesamten Beitragseinnahmen

beträgt 67,6 Prozent. Als vollversicherte Person

gilt, wer neben den ambulanten Leistungen auch die

allgemeinen Krankenhausleistungen versichert hat.

Zusatzversicherte haben eine Krankheitsvollversicherung

bei einer gesetzlichen Krankenkasse und ergänzend

bei der PKV eine Versicherung für die von der GKV

nicht übernommenen Kosten der ambulanten oder stationären

privatärztlichen Behandlung und/oder die

Mehrkosten der besseren Unterbringung im Krankenhaus,

eine Krankenhaustagegeldversicherung oder eine

Krankentagegeldversicherung zur Ergänzung des Krankengeldes

der GKV.

Bestand Voll- und Zusatzversicherung

Bei Fortschreibung der Erhebungen des Statistischen

Bundesamtes dürfte es Ende 2002 etwa 15,5 Millionen

Personen mit einer privaten Krankheitsvoll- oder Zusatzversicherung

gegeben haben. Das wären rund 18,9 Prozent

aller Bundesbürger. Seit 1991 handelt es bei den zusatzversicherten

Personen um eine geschätzte Zahl, da

die Frage in der Mikrozensusuntersuchung nicht mehr

zwingend beantwortet werden muss. Die Vollversicherung

konnte Ende 2002 ihren Mitgliederbestand um

221.000 auf 7,93 Millionen Personen erhöhen.

Mitgliederentwicklung in der Privaten KV

Vollversicherte

Zusatzversicherte 1

10,0 10,6 11,2 11,8 11,7 12,3 12,6 12,9 13,0 13,0 14,1 14,8 14,9 15,0 15,3 15,5

4,4 4,7 4,8 5,2 5,3 5,6 5,7 5,9 6,0 6,0 7,0 7,6 7,5 7,5 7,6 7,6

2

3

5,6 5,9 6,4 6,6 6,4 6,7 6,9 7,0 7,0 7,0 7,1 7,2 7,4 7,5 7,7 7,9

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

1) Mikrozensusdaten bzw. Hochrechnung daraus; 2) Eliminierung von Doppelzählungen, Nettozugang in

1991 262.000 Personen; 3) Zählungsumstellung, nach alter Zählung 6.945.800 Quelle: GDV


Personenwechsel zwischen privater Krankheitsvollversicherung und GKV

in Tausend

18

170

152

217

109

243

98

206

86

368

103

352

112

1975

Gesundheitspolitik sorgt für Wachstum

Bis Anfang der Neunziger Jahre steigt die Mitgliederzahl

in der PKV zügig an. Nach einer leichten Stagnation nehmen

die Mitglieder seit 1997 wieder stärker zu. GKV-Versicherte

lassen schwindende Leistungen durch eine private

Zusatzversicherung abdecken. Obwohl auch die Anzahl

der Vollversicherten seit 1997 wieder kontinuierlich

steigt, gibt es 1998 erstmals mehr Zusatz- als Vollversicherte.

Ende 2002 besaßen schätzungsweise 7,6 Millionen

Personen eine Zusatzversicherung.

Die Wanderbewegungen zwischen GKV und PKV unterliegen

unterschiedlicher Faktoren. Hebt der Staat die

Versicherungspflichtgrenze an, so kann mit höheren Abgängen

zur GKV gerechnet werden. Steigen jedoch im

gleichen Zeitraum die Löhne in einer ähnlichen Dimension,

so relativiert sich die Zahl wieder. Mitte der Neunziger

Jahre ging die die Zahl der Übertritte in die PKV

stark zurück. Die öffentliche Diskussion über die Belastung

privat Versicherter durch hohe Beiträge im Alter

begünstigte diese Entwicklung. Seit 1997 steigen die

Übertritte wieder an, was auf die Leistungseinschränkungen

in der GKV durch die dritte Stufe der Gesundheitsreform

zurückzuführen sein dürfte.

Beitragsentwicklung bei der Privaten KV

in Mrd. Euro, Veränderung in %

5,9

Beiträge in Mrd. Euro

Zuwachs in %

12,3

13,3 13,5

9,2 9,6

10,2 10,3 9,9

7,1 7,8

Übertritte zur PKV

Abgänge zur GKV

Differenz

108

1980

145

1985

120

1986

265

1987

240

1988

1989

1990

1991

1992

6,8 7,2

16,4 17,5 18,6 19,3 19,3

20,7 21,7

23,1

5,9

6,4

4,9

4,1

13,2

14,5

8,7 9,5 10,5 11,6

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

Seit 1990 incl. Pflegepflichtversicherung Quelle: GDV

664

515

198

231

149

310

112

356

125

483

154

307

175

195

103

271

186

247

181

315,7

144,4

327,8

154,8

324,8

149,2

325

149

361

148

-0,0

329

132

1993

92 85 66

1994

1995

1996

172 173 175,6 176

1997

1998

1999

2000

213

2001

Quelle: GDV

Steigerung bei den Beitragseinnahmen

Gab es im Bereich der

PKV bis Mitte der Neunziger

noch zweistellige Beitragssteigerungen,

so gingen

sie bis 1999 kontinuierlich

zurück und stagnierten.

Seitdem steigen

die Beiträge wieder kontinuierlich.

Ende 2002

konnte die PKV Beiträge

von 23,1 Milliarden Euro

verbuchen, was einer

Steigerung von 6,4 Prozent entspricht. Dies lässt sich

nicht allein auf Mitgliederzuwächse zurückführen. Ein

wichtiger Faktor waren auch Beitragserhöhungen. Die

Kostenzuwächse in der PKV für ambulante ärztliche Behandlung

fallen doppelt so hoch aus wie in der GKV.

Auch würden die Kostendämpfungsgesetze auf dem

Pharmamarkt nur für die gesetzliche Krankenversicherung,

nicht für die Privaten gelten. Die Kostensteigerungen

waren der Grund für höhere Beiträge in diesem Jahr.

Für 2004 kündigt der Verband Beitragserhöhungen für

bestehende Verträge von zwei bis vier Prozent an und

begründet dies mit der gestiegenen Lebenserwartung.

Tragende Säule der PKV mit einem stabilen Anteil ist die

Vollversicherung, die 2001 über zwei Drittel der Beitragseinnahmen

abdeckte. Auch der zweitstärkste Bereich,

die sonstige selbständige Teilversicherung weist stabile

Beiträge auf. Rückläufige Einnahmen verursachen jedoch

die selbständige Krankenhaustagegeldversicherung

und die Krankentagegeldversicherung.

Entwicklung der Beitragseinnahmen der PKV

nach Versicherungsarten in Prozent

Beiträge

insgesamt

in

Mio.Euro

1980 4.830

1990 9.564

1993 13.152

1994 14.454

1995 16.408

1996 17.518

1997 18.558

1998 19.320

1999 19.910

2000 20.712

2001 21.718

Krankheitskostenversicherung(Vollversicherung)

62,8

67,4

71,1

72,2

66,3

64,1

63,0

63,6

65,3

66,2

67,6

Krankentagegeldversicherung

8,1

7,6

6,5

6,0

5,3

4,8

4,6

4,5

4,4

4,3

4,3

Krankenhaustagegeldversicherung

10,6

8,0

6,2

5,7

4,9

4,5

4,2

4,0

4,0

3,8

3,5

Pflegepflichtversicherung

-

-

-

-

7,6

9,7

11,7

11,1

9,9

9,7

9,0

sonstige

selbständigeTeilversicherung

18,5

17,0

16,2

16,1

15,9

14,9

14,5

14,8

14,3

13,8

13,4

Quelle: GDV

19


11. Marktentwicklung private Krankenversicherung

Moderat steigende Leistungsausgaben

Nicht so stark wie die Beiträge stiegen die ausgezahlten

Versicherungsleistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Ende 2002 beliefen sie sich schätzungsweise

auf 15,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung gegenüber

dem Vorjahr von 5,6 Prozent entspricht. Verursacht

werden die höheren Leistungsausgaben durch Kostensteigerungen

im Bereich der Arznei- und Verbandsmittel.

Auch ambulante Behandlungen und Zahnersatz sind

teurer geworden.

Entwicklung der ausgezahlten Leistungen

in Mrd. Euro, Veränderung in %

Hohe Altersrückstellungen

Während die privaten Krankenversicherer wieder weniger

Geld für Beitragsrückerstattungen ausgeben, steigen

die Ausgaben zur Altersrückstellung weiter an. Betrugen

sie 2000 noch 7,4 Milliarden Euro, so führen die Versicherer

2001 bereits 8,7 Milliarden Euro ab. Seit 1995 ist

eine Aufstockung der Altersrückstellungen vorgeschrieben.

Das hat seitdem zu mehr als einer Verdoppelung

der Beträge geführt. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle

stiegen im selben Zeitraum nur um 35 Prozent.

20

0,0 0,1

1,4

1970

Leistungen in Mrd. Euro

Zuwachs in %

0,6 0,3

3,7

1980

1,6

0,6

7,3 8,1 8,9 9,6 10,2 11,0 11,3 12,1 12,5 13,1 13,8 14,8

1990

1,9

0,7

1991

10,7

9,6

8,3

6,3

7,3 7,0

3,0 3,7 4,2 5,7 4,2 5,6

0,5

1,4

3,7

7,3

8,1

8,9

9,6

10,2

11,0

11,3

12,1

12,5

13,1

13,8

14,4

15,2

1960

1970

1980

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

Aufgliederung der Gesamtaufwendungen

in Mrd. Euro

Zuführungen zur Altersrückstellung

Aufwendungen für Beitragsrückerstattung

Aufwendungen für Versicherungsfälle

2,0

0,8

1992

2,4

1,3

1993

2,9

1,6

1994

3,8

2,0

1995

4,9

2,9

1996

5,4

2,8

1997

5,9

3,2 3,3 2,9

1998

7,5 7,4

1999

2000

Quelle: GDV

8,7

2,3

2001

Quelle: GDV

Ausblick

Die Zukunft der privaten Krankenversicherer hängt von

weitreichenden politischen Entscheidungen ab. Sie können

einerseits profitieren von weiteren Einschränkungen

in der GKV, wodurch sowohl das Zusatzgeschäft und

das Vollgeschäft sich positiv entwickeln kann. Andererseits

wirken sich Vorschläge wie die Bürgerversicherung

existenzbedrohend für einige Unternehmen aus. Allein

vom Zusatzgeschäft werden sich nur wenige über Wasser

halten können.

Die zehn größten Krankenversicherer

Rang Unternehmen

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

DKV

Debeka

Allianz Private Krankenversicherung

Signal

Central

Continentale

Bayerische Beamtenkranken

Barmenia

DBV-Winterthur

Berlin-Kölnische

Quelle: map-report 2002 (aus Handelsblatt vom 1.7.2003)


12. Zielgruppenpotenziale private Krankenversicherung

Potenziale

Die AWA 2003 ermittelt 20,13 Millionen

Besitzer einer privaten Krankenversicherung.

Davon sind 7,59

Millionen vollversichert und 12,54

Millionen zusatzversichert. 1,90 Millionen

spielen mit dem Gedanken,

eine private Krankenversicherung

abzuschließen oder zu erweitern.

Unterschiede

56 Prozent der Vollversicherten finden

sich bei Selbständigen und leitenden

Angestellten. Über 52 Prozent

der Vollversicherten verfügen

über ein Haushaltsnettoeinkommen

von 3000 Euro und mehr.

Zusatzversicherte finden sich auch

überdurchschnittlich bei den leitenden

Angestellten, jedoch nur mit einem

Anteil von 15 Prozent. Ihr Einkommen

ist wesentlich niedriger

und sie sind tendenziell etwas jünger

als die Vollversicherten.

Anschaffungsplaner sind noch jünger.

Bei den 14-39jährigen haben sie

einen Anteil von 65 Prozent. Sie befinden

sich oft noch in der Ausbildung.

Junge Unverheiratete/Paare und

junge Familien liebäugeln mit einem

Wechsel zur privaten Krankenversicherung.

64 Prozent der Anschaffungsplaner

finden sich in diesen

Zielgruppen.

Profil der Besitzer einer privaten Krankenversicherung und Anschaffungsplaner

Gesamt in Mio.

Geschlecht

Männlich

Weiblich

Altersgruppen

14 - 19 Jahre

20 - 29 Jahre

30 - 39 Jahre

40 - 49 Jahre

50 - 59 Jahre

60 - 69 Jahre

70 Jahre und älter

Ges. Voll Zusatz Kaufplan

% % % % Index (Gesamt = 100)

64,43 7,59

47,9 62,0

52,1 38,0

7,7 4,4

12,0 7,2

18,1 17,6

17,3 22,2

14,7 19,8

15,6 16,5

14,6 12,4

12,54 1,90

50,6 53,8

49,4 46,2

3,1 11,0

11,1 22,4

21,2 31,6

19,8 18,4

16,9 9,1

16,5 6,3

11,5 1,2

Tätigkeit

Berufstätig

49,8 59,4 59,0 68,1

Ausbildung, Schüler, Student 11,0 7,2 5,7 19,6

Rentner/ Ruhestand 27,1 25,4 24,7 6,2

früher/nie berufstätig 18,4 10,4 16,5 17,7

Berufskreise

Inh., Selbstständige, Freie

Landwirte

Ltd. Angestellte/Beamte

sonst. Angestellte/Beamte

Facharbeiter

sonstige Arbeiter

7,8

1,3

11,3

40,6

17,5

12,2

25,6

1,3

30,5

29,5

3,1

2,1

Haushalts-Netto-Einkommen

bis unter 1.000 Euro 10,6 2,5

1.000 bis unter 1.500 Euro 19,0 7,7

1.500 bis unter 2.000 Euro 20,6 11,0

2.000 bis unter 2.500 Euro 14,7 13,3

2.500 bis unter 3.000 Euro 11,3 13,2

3.000 bis unter 3.500 Euro 8,6 13,8

3.500 Euro und mehr 15,1 38,5

8,9

1,1

14,9

46,8

17,1

6,7

9,0

0,7

11,4

44,7

15,1

6,6

4,6 9,6

15,1 14,8

20,4 15,8

16,3 13,6

13,4 14,1

10,5 9,0

19,7 23,2

100

130

73

57

60

97

128

135

106

85

328

101

269

73

18

17

23

40

53

90

117

161

255

Lebensphasen

Junge Unverheiratete unter

40 Jahren

Junge Verheiratete/Paare

19,2 12,8 13,5 34,1 67

unter 40 Jahre ohne Kinder

Junge Familie mit Kindern

7,8 7,8 8,6 16,2 99

unter 6 Jahren

Familie mit (nur) ält. Kindern

8,6 8,1 10,1 13,7 94

zwischen 6 und 14 Jahren

Paare ab 40 Jahre ohne Kinder

8,8 10,8 10,8 11,0 122

bis zu 14 Jahren

Ältere Unverheiratete

37,8 46,2 41,4 17,2 122

ab 40 Jahre

17,8 14,3 15,5 7,8 80

Quelle: AWA 2003

119 118

66 52

94 91

57 90

100 100

106 112

95 89

40 143

92 186

117 174

114 107

115 62

106 40

79 8

114

87

131

115

98

55

137

178

23

96

115

56

101

110

86

54

43

79

PKV-Vollversicherung

90 PKV-Zusatzversicherung

PKV-Kaufplan

78

99 77

111 92

119 125

122 104

130 153

70 178

110 207

118 159

123 125

110 46

87 44

0 100 200 300

21


13. Weitere Versicherungen

Schaden- und Unfallversicherung

Das Jahr 2002 stellte die Schaden- und Unfallversicherung

auf eine harte Probe. Unwetter in der ersten Jahreshälfte

und die Hochwasserkatastrophe im August ließen

den Aufwand für Geschäftsjahresschäden um über 10

Prozent (Vorjahr 0,9 Prozent) auf 44,3 (40,2) Milliarden

Euro hochschnellen. Die Beitragseinnahmen hinken diesem

unerwarteten Schadensdruck mit einer Steigerung

von 2,8 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro (Vorjahr 49,73

Milliarden Euro) freilich hinterher. Setzt man Aufwand

und Kosten ins Verhältnis zu den Einnahmen, ergibt sich

eine Schaden-Kosten-Quote (combined ratio) von 106

Prozent. Dies bedeutet einen Verlust von über drei Milliarden

Euro. Für das laufende Jahr wird ein ausgeglichenes

Ergebnis erwartet. Derzeit sehe es so aus, als könne

das Jahr 2003 ohne versicherungstechnischen Verlust

enden, meinte Edmund Schwake, Vorsitzender des

Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung des

GDV im Juli dieses Jahres. Bei den Beitragseinnahmen

wird ein Zuwachs von 2,9 Prozent auf 52,6 Milliarden

Euro erwartet.

Kraftfahrtversicherung

Die Kraftfahrtversicherung bildet mit einem Anteil von

43 Prozent der Beitragseinnahmen den größten Zweig in

der Schaden- und Unfallversicherung. Nachdem die Rabattschlacht

bei den KFZ-Versicherern, die Mitte der

Neunziger Jahre aufgrund der Öffnung der EU-Versicherungsmärkte

begonnen hatte, sich Ende der Neunziger

beruhigt hatte, stiegen ab 2000 auch wieder die Beitragseinnahmen.

2001 standen 4,8 Prozent Beitragssteigerung

1 Prozent Ausgabenrückgang gegenüber. Oben genannte

Gründe stoppten die positive Entwicklung. 2002 stiegen

die Beitragseinnahmen um 2,9 Prozent auf 21,9 Milliarden

Euro, während die Versicherungsleistungen um nahezu

den gleichen Faktor 2,8 Prozent auf 20,7 Milliarden

Euro wuchsen. Zurück bleibt ein Verlust von rund einer

halben Milliarde Euro bei einer Schaden-Kosten-Quote

von 102 Prozent. Für das laufende Jahr werden Beitragseinnahmen

von 22,5 Milliarden Euro erwartet. Damit

sinkt die Schaden-Kosten-Quote auf 100 Prozent.

Während sich der technische Verlust in der Haftpflichtversicherung

2002 weiter auf schätzungsweise 476 Millionen

Euro verringern dürfte, litten die Kaskozweige unter

dem hohen Schadensdruck. In der Vollkasko belief

sich bei einer Schaden-Kosten-Quote von 107 Prozent

der Verlust 2002 auf über 400 Millionen Euro. Auch die

Teilkasko musste nach mehreren verlustfreien Jahren

wieder ein Minus von 50 Millionen Euro verbuchen. Die

Schaden-Kosten-Quote liegt bei 104 Prozent.

Während in Großbritannien das Geschäft mit den Direktversicherern

blüht, liegt bei uns der Marktanteil im

22

KFZ-Bereich seit Jahren bei rund drei Prozent. Der größte

europäische Direktversicherer, die britische Direct

Line hat in Großbritannien einen Anteil von 14 Prozent

und möchte seit März 2002 auch den deutschen Markt

aufmischen. Ob das gelingt, ist fraglich. Laut GFK legen

die Deutschen bei Versicherungen einen hohen Wert auf

Service und persönlichen Kontakt. Auch sei die Bekanntheit

der KFZ-Versicherung wichtig. Mittlerweile decken

auch mehrere traditionelle Versicherer wie die Huk-Coburg

mit der Tochter Huk 24 den Direktbereich ab. Da

aufgrund des Preiskampfes die Prämien ohnehin niedrig

sind, können die Direktversicherer auch damit nicht

punkten. Die Experten sehen daher keinen Grund zur

Beunruhigung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit Einführung der Rentenreform im Januar 2001 wurde

nahezu unbemerkt der staatliche Berufsunfähigkeitsschutz

auf ein Mindestmaß gekürzt. Seitdem erhalten ältere

Arbeitnehmer im Falle der krankheits- oder unfallbedingten

Berufsunfähigkeit nur noch die Hälfte des vor

der Reform üblichen Niveaus. Wer nach dem 1. Januar

1961 geboren wurde, hat nur noch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

Nur wer weniger als drei Stunden

pro Tag arbeiten kann, erhält diese Rente in vollem

Umfang. Dabei ist es unerheblich, um welche Art der Arbeit

es sich handelt. Es gilt nämlich das Recht auf Verweisung

in andere Berufe. So ist es möglich, dass im Falle

der Erwerbsminderung ein hochqualifizierter Arbeitnehmer

plötzlich einfachste Hilfstätigkeiten verrichten

muss. Wer zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten

kann, erhält die Hälfte der Bezüge und wer mehr

als sechs Stunden arbeiten kann, erhält keine Leistungen.

Die volle Erwerbsminderungsrente beläuft sich auf

etwa 34 Prozent des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Experten sowohl auf Versicherer- als auch auf Verbraucherschutzseite

raten daher eindringlich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Erst schätzungsweise 15

Prozent derer, die solchen Schutz benötigen, hätten einen

entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Bis Ende

2001 stieg der Bestand auf 412 Tausend abgeschlossene

Policen. 2002 kamen nur 232 Tausend neue dazu. Statistisch

gesehen wird aber jeder dritte Arbeiter und jeder

fünfte Angestellte vor dem Rentenalter berufs- oder erwerbsunfähig.

Die hohe Zurückhaltung hängt mit dem

geringen Informationsstand, den hohen Kosten, aber vor

allem mit dem komplizierten Antragswerk zusammen.

Falsche Angaben zum Gesundheitszustand verursachen

den Verlust des Versicherungsschutzes.


14. Versicherungen und Medien

Männer, die als Experten für Versicherungen gelten

Basis: 1.154 Fälle = 3,52 Mio.

Affinität in %

Männer, 3500 Euro+, nicht privat krankenversichert

Basis: 337 Fälle = 1,03 Mio.

Affinität in %

25

20

15

10

Manager Magazin

PC Praxis Connect

5

Computer Bild Spiele

Computer Bild

Chip

PC Welt

PC Action AMS

PC Games Spiegel Internet magazin

kicker-sportmagazin

ADAC reisemagazin Focus

100 120 140 160

TKP in Euro

180 200 220

Quelle: AWA 2003

Männer, die eine Lebensversicherung abschließen wollen

Basis: 606 Fälle = 1,85 Mio.

Affinität in %

15

ADAC motorwelt

ADAC reisemagazin

Focus

Sport Bild

Computer Bild

Guter Rat

10

kicker-sportmagazin Spiegel

Computer Bild Spiele

Stern Das Beste

Öko Test

BamS

5

Apotheken Umschau

30 40 50 60 70 80

TKP in Euro

Quelle: AWA 2003

15

5

sport auto

Focus Money

Internet magazin

10

kicker-sportmagazin

PC Action

Computer Bild Spiele

SportBild

Chip

Game Star

PC Welt

Computer Bild PC Praxis PC Games

ADAC reisemagazin

Internet World

Öko Test

50 60 70 80

TKP in Euro

90 100 110

Quelle: AWA 2003

TOP 15 nach TKP aller Zeitschriftentitel, Nettopreise 2003, Format 1/1 4c m.A.

Männer, die als Experten für private Altersvorsorge gelten

Basis: 1.167 Fälle = 3,56 Mio.

Affinität in %

Männer, die eine private KV abschließen wollen

Basis: 335 Fälle = 1,02 Mio.

Affinität in %

Affinität in %

14

kicker-sportmagazin Internet magazin

12

Focus SportBild

ADAC reisemagazin

Guter Rat

10

Computer Bild ADAC motorwelt

Spiegel

Partner Hund

Das Beste

8

Computer Bild Spiele

Stern

Öko Test

6

Apotheken Umschau

10

8

6

40 45 50 55

TKP in Euro

60 65 70

Quelle: AWA 2003

PC Action

Play Zone

C´t Magazin

Tomorrow

PC Games Chip Game Star

Computer Bild Spiele

4

Internet magazin

Computer Bild

PC Welt

kicker-sportmagazin

Geo Special

ADAC reisemagazin TV Spielfilm

2

100 120 140 160

TKP in Euro

180 200 220

Quelle: AWA 2003

Männer ohne Versicherung gegen Berufsunfähigkeit

Basis: 7.480 Fälle = 22,83 Mio.

60

50

40

30

20

kicker-sportmagazin

Computer Bild Spiele

Computer Bild

SportBild

PC Action

PC Games

ADAC motorwelt

Spiegel

BamS

Stern

ADAC reisemagazin

Senioren Ratgeber

Apotheken Umschau B

Apotheken Umschau A

Mach mal Pause

8 10 12

TKP in Euro

14 16

Quelle: AWA 2003

23


15. Werbeinvestitionen für Versicherungen

Kontinuierlicher Anstieg

Bis 1997 ist ein kontinuierlicher Anstieg der Werbeinvestitionen

für Versicherungen zu beobachten, im Zuge

dessen das Fernsehen seinen Marktanteil stark ausbauen

kann. Die Publikumszeitschriften können in diesem

Zeitraum ihren Umsatz zwar leicht steigern, müssen

aber beim Marktanteil Federn lassen. 1998 steigen die

Spendings sprunghaft um 31 Prozent, wovon hauptsächlich

das Fernsehen profitieren kann. Den darauffolgenden

Rückgang 1999 um 8,5 Prozent hat ausschließlich

das Fernsehen zu verkraften. Für Werbung in Publikumszeitschriften

geben die Versicherungen seit 1998

dagegen kontinuierlich höhere Beträge aus. Bis 2001

wachsen die Gesamtspendings auf den bis dato höchsten

Betrag von 356 Millionen Euro, seit 2000 allein um

gut 15 Prozent. Der Spitzenwert geht auf ein forciertes

Tageszeitungsengagement zurück. Dort steigt der Markt-

Werbeinvestitionen: Versicherungen

in Tsd. Euro

Veränderung

zum Vorjahr %

Medienanteile

in %

TV

PZ

TZ

FZ

HF

PL

24

anteil kurzfristig von 13 auf 21 Prozent, die Spendings

um 86 Prozent. Ein Grund für die überdurchschnittliche

Zeitungsaktivität ist die Einführung der Riester-Rente.

Mit dem starken Werbedruck erhoffen sich die Versicherer

die Informationsdichte zu erhöhen, um mit Beginn

des Jahres 2002 hohe Abschlüsse zu erzielen. Gelungen

ist dies, wie bereits berichtet, nur bedingt.

Nielsen Media Research ordnet Anfang 2002 die Produktgruppen

im Versicherungs- und Finanzbereich neu.

Dadurch fällt der absolute Wert der Werbeausgaben geringer

aus. Ein Vorjahresvergleich mit den bisherigen

Zahlen ist somit nicht mehr möglich. Es darf aber von einer

erhöhten Werbetätigkeit ausgegangen werden, allein

um den Abverkauf von Altersvorsorgeprodukten voran

zu bringen.

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002

123.984 123.537 160.060 174.365 187.445 217.404 224.978 250.911 329.024 301.098 308.915 355.973 226.215

- -0,5

17 24

50

17

1

13

42

18

1

13

2 2

29,4 9,0

27 25

44

15

1

12

38

18

1

14

1 4

7,5 16,0

22 25

42

20

1

13

40

22

1

11

2 1

3,5 11,4

29 39

36

19

2

14

30

16

2

12

2 2

31,3 -8,5

48 40

29

12

1

9

32

13

2

9

2 4

2,6 15,2

46 40

32

13

1

6

30

21

1

5

2 3

*) ab 2002 neue Zusammensetzung der Produktgruppe Versicherungen Quelle: A.C. Nielsen Werbeforschung S+P

Werbeinvestitionen Versicherungen 1990-2002

Bruttoinvestitionen in Tsd. Euro

300.000

200.000

100.000

0

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002

TV PZ TZ FZ HF PL

-36,5*

39

34

14

1

7

5

Quelle: A.C. Nielsen Werbeforschung S+P


15. Saisonalität des Werbedrucks

Heißer Versicherungsherbst

Im Jahresverlauf zeigen sich zwei Spitzen bei den Werbeausgaben.

Einem leichten Hoch im Frühjahr folgt die

werbeintensivste Zeit im Spätherbst. Dies hat seine Ursache

in den Kündigungsfristen für bestehende Versicherungen

zum Jahresende. Im Winter und Hochsommer

dagegen werden die Ausgaben auf ein Minimum zurückgefahren.

Mediamix

Werbung für Versicherungen findet hauptsächlich in

den Sparten Fernsehen, Publikumszeitschriften und Tageszeitungen

statt. Während im Frühjahr zum Teil die

Zeitschriften dominieren, profitiert vom planungsintensiven

Herbst hauptsächlich das Fernsehen. Dies hat einen

durchaus strategischen Hintergrund. Will die Versi-

Saisonalität des Werbedrucks bei Versicherungen

Werbedruck 2002

Bruttoinvestitionen in Tsd. Euro

50.000

40.000

30.000

20.000

10.000

0

cherungswirtschaft im Frühjahr in erster Linie über ihre

Produkte informieren, um beim Endverbraucher ein

Problembewusstsein zu entwickeln, so wird mit Abverkaufskampagnen

im Herbst die Lösung der Versicherungsprobleme

angeboten.

Aufwärtstrend hält an

Im ersten Halbjahr 2003 betrugen die Werbeaufwendungen

für Versicherungen rund 120 Millionen Euro. Gegenüber

dem Vorjahreszeitraum (109 Millionen Euro) bedeutet

dies eine Steigerung von 10,4 Prozent. Der Aufwärtstrend

hält somit auch 2003 an. Es dominiert klar

das Fernsehen, das mit 48,1 Prozent Anteil fast die Hälfte

der Werbeausgaben des ersten Halbjahres abschöpft.

Darunter leiden die Publikumszeitschriften und Tageszeitungen

mit nur noch 26,9 bzw. 11,2 Prozent Anteil.

2002 Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez

Gesamt in Tsd.Euro

Anteil am Gesamtmarkt

16.361 12.981 17.139 20.067 22.103 20.154 11.312 11.120 18.833 27.636 30.234 18.274

2002 in %

1,4 1,1 1,1 1,4 1,5 1,6 1,1 1,2 1,3 1,7 1,8 1,3

2001

Anteil am Gesamtmarkt

12.827 19.541 22.261 33.998 45.866 29.680 23.896 20.828 33.918 52.604 38.249 22.306

2001 in %

Medienanteile 2002

in %

1,1 1,5 1,3 2,2 2,8 2,3 2,3 2,1 2,3 3,1 2,2 1,6

TZ

29 13 13 11 17 13 14 20 18 12 8 11

PZ

35 39 36 38 39 35 42 40 29 26 34 33

PL

6 5 5 4 6 6 5 4 6 5 3 2

FZ

1 1 1 1 1 0 2 1 1 1 0 1

TV

20 29 34 42 31 40 30 32 39 48 46 50

HF

9 13 11 5 6 6 7 3 7 9 8 3

Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez

TV PZ TZ FZ HF PL 2001

Quelle: A.C. Nielsen Werbeforschung S+P

Quelle: A.C. Nielsen Werbeforschung S+P

25


kicker-sportmagazin

Das redaktionelle Konzept

kicker-sportmagazin verbindet die wesentlichen Elemente einer Tageszeitung - Aktualität und Glaubwürdigkeit -

mit den klassischen Stärken eines Special-Interest-Magazins - Begeisterung und Involvement.

Der Schwerpunkt der Berichterstattung: Fußball...

kicker-sportmagazin ist die Institution in Sachen Fußball. Berichtet wird über alle nationalen und internationalen

Ligen und Wettbewerbe sowie über den regionalen Amateur-Fußball.

Fußball steht für Begeisterung, Spannung, Erfolg & Misserfolg - vor allem aber für Mitfühlen (und Mitleiden).

Und Fußball ist ein Gemeinschaftserlebnis. Man(n) spielt, erlebt und redet über den Sport in der Gruppe - mit seinen

Freunden, mit Kollegen und mit Gleichgesinnten. Nach wie vor gilt Fußball als unbestrittene männliche Hochburg.

Kulturell und sozial ist der Sport tief in der Gesellschaft verankert - klassen- und schichtenübergreifend. Und er steht

für Werte wie Teamgeist und Fairness.

... und Formel 1, Radrennsport, Skispringen ...

kicker-Leser begeistern sich jedoch nicht ausschließlich nur für Fußball. 74,3%* der kicker-Leser interessieren sich

zum Beispiel für Informationen rund um den Automobilrennsport (Formel 1, DTM u.a.). Damit gehört der kicker zu

den Zeitschriften mit dem höchsten Leser-Interesse an diesem Thema. Die Redaktion trägt dem Rechnung: Mit aktuellen

Meldungen aus erster Hand und hervorragend recherchierten Berichten ist der kicker ein unverzichtbares, kompetentes

Medium für alle Sportbegeisterten. *) Quelle: AWA 2003

Die Stärken des kicker

kompetent - durch seine sachlich-kritischen Analysen

meinungsbildend - durch fundierte Hintergrundberichte und Kommentare

begeisternd - durch lebendige Reportagen, die die Dramatik der Sportereignisse wieder

wach werden lassen

und kicker ermöglicht die "kleinen Fluchten" aus dem Alltag - die Momente, in denen man die Welt

um sich herum völlig vergisst

Hohe Kontaktqualität

Die Beziehung der Leser zum kicker zeichnet sich durch eine starke Leser-Blatt-Bindung und ein hohes Maß an

Marken-Vertrauen aus. kicker-sportmagazin steht für**:

26

Aktualität - der Leser ist "auf dem Laufenden"; er erhält Insider-Wissen

Verlässlichkeit - die Informationsflut wird nach Relevanz geordnet; die wichtigsten Informationen

werden selektiert

Kontinuität - kicker wird als Autorität angesehen; man vertraut ihm

Community - man gehört zu einer Gemeinschaft Gleichgesinnter

Emotion - das Lesen reaktiviert die Stimmung der Sport-Erlebnisse;

der Leser genießt das "Wieder-Erleben"

Entspannung - kicker-Lektüre als Rückzugs-Option; der Leser nimmt sich eine "Auszeit"

**) Ergebnis einer qualitativen Untersuchung von Februar bis April 2002, bei der Gruppendiskussionen und Explorationen

mit kicker-Lesern in mehreren deutschen Städten durchgeführt wurden. Siehe auch Studie "Mythos Mann"


Kernleseranteil ausgewählter Zeitschriften: "Lese mind. 10 von 12 Ausgaben"

Anteil an der Leserschaft in %

84,0

TV

Spielfilm

55,7

49,0 47,8 46,4 46,3 44,4 43,3 41,0 39,2

kicker

Men´s Compu- Spiegel ams* Focus Sport

Health ter Bild

Bild

Intensive Nutzung

Die intensive Nutzung einer

Zeitschrift begünstigt die Werbewirkung.

Obwohl (oder gerade

weil) der kicker - ähnlich wie

die Tageszeitungen - einen ausgesprochen

hohen Informationsgehalt

besitzt, ist der Anteil

der Leser, die alle bzw. fast alle

Seiten lesen, mit 36,3 Prozent

sehr hoch.

Insgesamt 65,7 Prozent, also

knapp zwei Drittel der kicker-

Leser, lesen mindestens drei

Viertel einer Ausgabe.

29,4

36,3

kicker Sport

Bild

30,2 28,1

Maxim Auto

Bild

TV Spielfilm

Auto

Bild

36,4 35,7

Fit for

Fun

Computer

Bild

22,8

Stern FHM

*) auto motor und sport Quelle: MA 2003 Herbst

Lesemenge ausgewählter Zeitschriften

Anteil an der Leserschaft in % m

26,5

27,5 29,4 27,8

Starke Leser-Blatt-Bindung

Der hohe Anteil an Kernlesern

(Personen, die mindestens 10

von 12 Ausgaben einer Zeitschrift

gelesen haben) ist ein

Indiz für die starke Bindung der

Leser an den Titel. Der Kernleseranteil

des kicker liegt mit

55,7 Prozent ausgesprochen

hoch und wird nur noch

von den Programmzeitschriften

übertroffen, die aufgrund ihrer

individuellen Programmschemata

generell höhere Kernleseranteile

aufweisen.

lese etwa 3/4 aller Seiten

lese alle/fast alle Seiten

27,3 27,1 26,0 23,0

31,8 33,3 30,4 27,1 24,8 24,9 22,6 20,8 20,9 21,9

19,9

15,6

ams* Spiegel Stern Focus Fit for Men´s Max

fun Health

*) auto motor und sport Quelle: AWA 2003

27


kicker-sportmagazin

Aktive Realisten

Die Rolle des Mannes ist einem kontinuierlichen Wandel unterworfen. Nach Machos, Softies und dem Neuen Mann

steht gegenwärtig der Mann im Focus, der es versteht, die wieder aktuell gewordenen traditionellen Ideale mit

den modernen Lebensentwürfen unserer Gesellschaft zu verbinden. Dieses Spannungsverhältnis empfindet er nicht

als Problem, sondern als Bereicherung.

Authentische männliche Werte wie Realismus, Aktivität, Ehrgeiz, psychische und physische Stärke, Disziplin und

Verantwortungsbewusstsein sind wieder zeitgemäß und entsprechen dem modernen Bild, das "Mann" von sich

selbst besitzt. Und diese Eigenschaften lassen sich durchaus mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, intensivem

Erleben und Partnerschaft in Einklang bringen.

Die Leser des kicker sind zu 96% Männer. Ihr Rollenverständnis war schon immer von einem gewissen Pragmatismus

geprägt: handeln statt träumen

kicker-Leser im Profil

Die Gemeinschaft der Fußball-Enthusiasten ist ausgesprochen heterogen. Fußballbegeisterung zieht sich durch alle

Bevölkerungsschichten. Das zeigt sich auch in der Leserschaft des kicker. Überdurchschnittlich hohe Ausprägungen

gibt es in allen "männerlastigen" Berufsgruppen - von Selbständigen und leitenden Angestellten, über Facharbeiter

bis zu Schülern und Studenten.

28

männlich

jung

beruflich

erfolgreich

kaufkräftig

einkommenstark

Geschlecht

Männer

Frauen

Alter des Befragten

14-19 Jahre

20-29 Jahre

30-39 Jahre

40-49 Jahre

50-59 Jahre

60 Jahre und älter

jetziger Beruf des Befragten

Selbständige, Freie, Leiter

ltd. Angestellte und Beamte

sonst. Angestellte und Beamte

Facharbeiter

sonstige Arbeiter

selbständige Landwirte

nicht berufstätig/Rentner/ k.A.

Lehrling, Schüler, Student

Haushaltsnettoeinkommen

unter 750 Euro

750 - 1.500 Euro

1.500 - 2.500 Euro

2.500 - 3.500 Euro

3.500 Euro und mehr

Nettoeinkommen des Befragten

kein eigenes Einkommen

unter 500 Euro

500 - 1.000 Euro

1.000 - 1.500 Euro

1.500 - 2.000 Euro

2.000 Euro und mehr

Gesamt

64,43 Mio.

% %

47,9 95,9

52,1 4,1

7,7

12,0

18,1

17,3

14,7

30,2

8,5

18,6

24,3

22,4

12,1

14,1

5,1 6,0

2,6 2,9

27,2 27,5

10,9 29,0

5,5 7,0

0,4 0,1

48,4 27,5

4,5 2,7

26,3 20,4

43,4 44,8

15,8 18,2

10,0 14,0

13,4

13,3

26,0

26,1

12,6

8,6

kicker

2,02 Mio.

6,7

6,4

15,8

35,0

23,1

13,1

8

24

47

57

82

60

78

50

48

61

Affinität Gesamt = 100

110

155

134

130

118

111

101

128

103

115

139

134

152

183

200

267

Quelle: MA 2003 Herbst


Authentische Männer

kicker-Leser repräsentieren den "authentischen Mann", der mit beiden Beinen fest im Leben steht, klare Ziele hat

und sein Leben aktiv gestaltet - im Beruf und in der Freizeit. Drei zentrale Dimensionen bilden die Basis des Selbstverständnisses

der kicker-Leser:

1. Beruflicher Erfolg & Karriere: "einen tollen Job haben"

Beruf & Karriere als Sinnstiftung und als materielle Basis für ein erfülltes Privatleben

Soziale Werte (ist mir ganz besonders wichtig)

Leistung

Anerkennung im beruflichen Umfeld

sich etwas leisten können

Freizeit und Einstellungen

Arbeiten für meinen Beruf erledigen (bes. gern/gern)

sich beruflich fortbilden (bes. gern/gern)

das Internet nutzen (bes. gern/gern)

Nachdenken/konkrete Pläne zu berufl. Selbständigkeit

Männer, die diszipliniert und pflichtbewusst sind*

Gesamt

64,43 Mio.

kicker

2,02 Mio.

18,0 21,9

18,5 22,9

21,6 26,4

34,2 44,4

34,6 44,9

23,8 31,7

10,1 14,0

12,1 25,8

2. Soziale Kompetenz & persönliche Entwicklung: "handeln statt träumen"

Die Frau als gleichberechtigte Partnerin, aktives (Er-)Leben, Gemeinschaft

Gesamt kicker

64,43 Mio. 2,02 Mio.

Soziale Werte (ist mir ganz besonders wichtig)

Selbstverwirklichung

16,7 18,9

großer Freundeskreis

19,6 24,4

bei neuen Entwicklungen dabei sein (bes. wichtig/wichtig) 7,0 11,5

Anerkennung im privaten Umfeld

Einstellungen (stimme voll und ganz zu)

Männer, die finden, dass in einer echten Partnerschaft

21,6 25,2

Entscheidungen gemeinsam getroffen werden

25,6 51,5

Männer, die kontaktfreudig sind

13,4 29,0

Männer, die Optimisten sind

12,7 27,6

122

124

123

130

130

133

138

113

125

117

128

128

126

Affinität Gesamt = 100

165

214

*) stimme voll und ganz zu Quelle: VA 2003

Affinität Gesamt = 100

201

216

217

3. Aktivität, Attraktivität & Genuss: " körperlich fit sein"

Sport dient nicht nur der Entspannung und der Gesundheit, sondern sorgt auch für ein attraktives Äußeres

Gesamt

64,43 Mio.

in der Freizeit (besonders gern/gern)

Sport treiben

39,8 50,9

Ausgehen in Kneipe, Diskothek, Bar

52,2 67,1

aktiv gestaltete Freizeit ("ist mir ganz besonders wichtig")

Einstellungen (stimme voll und ganz zu)

15,1 19,0

Männer, die sehr darauf achten, körperlich fit zu sein 8,6 21,2

Männer, die großen Wert darauf legen, gut auszusehen 5,7 13,8

21,3 43,4

Männer, tägliche Verwender von Rasierwasser

Männer, die meinen, man sollte sich lieber ein schönes

Leben machen als zu sparen

kicker

2,02 Mio.

4,9 10,1

Affinität Gesamt = 100

203

206

245

242

Quelle: VA 2003

Quelle: VA 2003

29


10 gute Gründe für den kicker

30

1. kicker hat die "richtigen Männer"

Männer, die handeln und ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Aktive Realisten, mit klaren

Zielen und den klassischen maskulinen Attributen (Zielstrebigkeit, physische und psychische Stärke...).

2. kicker-Leser sind einkommensstark ... und besitzen Versicherungen und Vorsorgeprodukte

36% 1 der kicker-Leser verdienen 1.500 Euro und mehr (persönl. Nettoeinkommen) - zum Vergleich

Gesamt: 21%. 32% (Ges.: 26%) verfügen über ein HH-Nettoeinkommen von 2.500 Euro und mehr.

Geld genug, um etwas zur Absicherung und Altersvorsorge zur Seite zu legen. 62% 2 der Leser sind

im Besitz einer Lebensversicherung (Ges. 52,3%).

3. Die Leser-Blatt-Bindung des kicker ist sehr hoch

Mit seinem hohen Kernleseranteil von 55,7% 1 ermöglicht kicker-sportmagazin den gezielten Aufbau

einer hohen Kontaktdichte.

4. kicker wird intensiv genutzt

65,7% 2 lesen mindestens drei Viertel aller Seiten, 36,3% 2 lesen alle/fast alle Seiten einer Ausgabe -

gut für die Werbewirkung.

5. kicker-Leser sind sportlich

"Sportschuh statt Pantoffel" - knapp die Hälfte (49%) der kicker-Leser treibt mind. mehrmals im

Monat Sport, knapp ein Viertel (24,8%) sogar mehrmals pro Woche 1 .

6. kicker-Leser interessieren sich nicht nur für Fußball

Im Gegenteil: die Interessen der kicker-Leser umfassen neben den klassischen "Männerthemen"

wie Auto, Technik und moderne Telekommunikation auch Themenbereiche wie Versicherungen

und Altersvorsorge, Unterhaltungselektronik, Politik und Wirtschaft (siehe AWA 2003).

47% 2 der kicker-Leser besitzen ein sehr breites/breites Interessenspektrum (vergl. Gesamt: 39%).

7. kicker verkauft 244.000 Exemplare

Die verkaufte Auflage des kicker beträgt 244.288 Exemplaren (IVW 2. Quartal 2003) und

besteht zu 99% (!) aus reiner Einzelverkaufs- und Abonnements-Auflage.

8. kicker bietet eine hohe journalistische Kompetenz

... vergleichbar mit Tageszeitungen. Mit kicker-sportmagazin verbinden die Leser die sachliche

Kompetenz eines Günter Netzer 3 . kicker-sportmagazin wirkt meinungsbildend.

9. kicker ist wirtschaftlich

Der 1000-Kontakt-Preis bei Männern beträgt 9,25 Euro 1 . Bei Männern bis 39 Jahre sind es 18,02 Euro 1 .

10. kicker hat kicker-online

Die Berichterstattung im kicker wird durch die Informationen von kicker-online ergänzt und

aktualisiert. Mit 5,8 Mio. Visits und 46,9 Mio. Page Impressions im August 2003 (IVW-geprüft)

hat kicker-online das bisher zweitbeste Ergebnis erzielt (nur übertroffen während der WM 2002).

Die Tendenz ist weiter steigend.

� kicker-sportmagazin -

das führende Fußballmagazin, das mit Kompetenz und Spannung begeistert

1) MA 2003 Herbst 2) AWA 2003 3) Verlagseigene Untersuchung (Februar 2002)




Service-Coupon

Folgende Marktberichte und Analysen können Sie beim Marketing-Service des kicker-sportmagazin bestellen:

� Der Markt der Banken, Sparkassen und Finanzdienstleistungen 2/2003

� Der Biermarkt 10/2002

� Der Markt der Herrenkosmetik 10/2002

� Der Markt der Telekommunikation 4/2002

� Sporttermine 2003 2/2003

� Sport Transparent "Fußball in Deutschland" 8/2002








"Follow the Flow" 10/1998

Die Kommunikationsleistung von Lektüre-Flow und Markenwert

"Markenwert und Markentreue" 3/1999

Kriterien für die Kontaktqualität von Zeitschriften

"Qualität trägt Werbung" 9/1999

Lese-Flow und Brand-Value - Kriterien für Leser-Blatt-Bindung und Werbewirkung

"Feel the Flow" 11/1999

EQ, Flow und Markenwert - ein Ansatz zur sensibleren Mediaplanung

"Wie Innovationen Märkte erobern" 8/2000

Das Diffusionsmodell und seine Bedeutung für die Werbeplanung

"Wie Marken Märkte erobern" 7/2001

Diffusionstypen im Zeitalter des Turbo-Marketing

"Mythos Mann" 10/2002

Männliche Selbstbilder im Wertewandel

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Fax-Nummer: 0911 / 216 - 2739

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