CIMI - Diözesen Graz, Klagenfurt, Wien, Feldkirch ... - Welthaus Wien

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CIMI – Indigenenmissionsrat BrasiliensBrasilien: Rechte der Indios verteidigen!Die Indios in Brasilien haben eine jahrhundertlange Unrechtsgeschichte hinter sich. Seit 1500wurden über 700 indigene Völker ausgelöscht. Ein großer Teil der eingeborenen Bevölkerungstarb im Zuge der europäischen Kolonialisierung, meist an eingeschleppten Krankheiten, in Folgevon Zwangsarbeit, oder durch die Hand der Kolonialisten. Der Lebensraum der übrigen Indioswurde weitgehend zerstört. Heute gibt es in Brasilien nur mehr 735.000 Nachfahren derursprünglich 5-6 Millionen indigenen EinwohnerInnen. Die Invasion in viele Indio-Gebiete ist auchheute noch eine permanente Bedrohung. Wenn wirtschaftliche Interessen ins Spiel kommen, zählendie eigentlich in der Verfassung verankerten Rechte der Indigenen nur wenig.Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist der größte unberührte Wald der Welt, mit hoherBedeutung für das Weltklima. Durch das stete Vordringen der großen Konzerne sind aber sowohldas Ökosystem, als auch das Überleben der Indio-Völker bedroht. Die Profitgier kennt keineRücksicht auf Menschen und Natur: Abholzung riesiger Flächen, Bau von Mega-Staudämmen undStraßen, Verseuchung des Wassers durch das Quecksilber der Goldgräber, Brandrodungen mitanschließendem Soja-Anbau für den Export (auch in die EU).Auch der Klimawandel macht sich im Regenwald bemerkbar: Die Temperatur steigt, dieRegenmenge und der Wasserspiegel der Flüsse sinken, mit dramatischen Folgen für dasÖkosystem. Nicht nur die Indios leiden unter dem gewaltigen Schaden, sondern alle Menschen,weil der Regenwald für unser Weltklima sehr wichtig istIm Zuge des Eindringens in das Amazonas-Gebiet kommen häufig gewaltsame Übergriffe gegenindigene Einwohner/innen vor, die auch in gezielte Morde und Massaker münden. Der Regierungwird dabei Mitschuld vorgeworfen, da Mörder nur selten wirklich strafrechtlich verfolgt werden.Außerdem vergibt sie Genehmigungen zur wirtschaftlichen Nutzung von Gebieten, die vonIndigenen bewohnt sind, z. B. zur Ölförderung.Die Indigenenpastoral der Katholischen Kirche (CIMI - mit dem aus Österreich stammendenBischof Erwin Kräutler als Präsidenten) engagiert sich tatkräftig für die Menschenrechte derindigenen Bevölkerung. Gemeinsam mit den Indios versuchen Rechtsanwälte von CIMI, dieLandrechte durchzusetzen und die Betroffenen in Kontakten zu offiziellen Stellen (Parlament,Polizei, Gerichten, usw.) zu unterstützen und zu beraten. Darüber hinaus fördert CIMI dieSelbstversorgung der Indios, leistet Gesundheitshilfe und bietet Schulungsprogramme an.Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Indigenen selbst über ihre eigene kulturelleund religiöse Identität und über ihre Zukunft entscheiden können.Hintergrundinformationen zum Projekt CIMI:Der Indigenenmissionsrat unter dem Vorsitz von Bischof Erwin Kräutler unterstützt die indigenenVölker der Region bei der Einforderung ihrer Rechte. 100 Basisteams begleiten betroffeneMenschen vor Ort:• Landrechte sichern


Gemeinsam mit den Ureinwohner/innen unterstützen Rechtsanwälte von CIMI die Betroffenendabei, ihre Landrechte durchzusetzen und sie in Kontakten zu offiziellen Stellen (Polizei,Gerichten, usw.) zu begleiten.• Selbstbestimmung stärkenCIMI fördert die Selbstversorgung der Indios, leistet Gesundheitshilfe und bietetSchulungsprogramme an. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Indigenen selbstüber ihre eigene kulturelle und religiöse Identität und über ihre Zukunft entscheiden können.• Bewusstseinsarbeit in der GesellschaftCIMI betreibt Lobbyarbeit für ein besseres Verständnis und für die Wertschätzung der indigenenKulturen. Vom sorgsamen Umgang mit der Natur und vom Gemeinschaftssinn können wir von denIndios des Regenwaldes viel lernen. Respekt vor den anderen Lebewesen, die Geringschätzungdes Materiellen und das Teilen in der Gemeinschaft sind Werte, die unserer Gesellschaft gut tunwürden.Vom sorgsamen Umgang mit der Natur und vom Gemeinschaftssinn können wir von den Indios desRegenwaldes viel lernen. Respekt vor den anderen Lebewesen, die Geringschätzung desMateriellen und das Teilen in der Gemeinschaft sind Werte, die unsere Gesellschaft für die nötigeUmkehr dringend bräuchte. Um ihre Identität zu schützen und ihre Zukunft selbstbestimmt zugestalten, müssen sich die Indigenen einerseits für den Kontakt mit der „modernen Zivilisation“wappnen – und andererseits ihre eigene Sprache, ihre eigene Kultur und ihr wertvolles Wissenbewahren.Unsere Gäste von CIMI:Zé Bajaga ApurinaZé Bajaga ist 47 Jahre alt und Kazike(Häuptling) des Dorfes Idecorá, imIndigenen-Gebiet von Caititu. Dieses indigeneLand liegt in der Nähe der Stadt Lábrea, imGebiet Médio Rio Purus, im BundesstaatAmazonas.Seit 2010 ist er Koordinator derGeneralversammlung der Indigenen Völker desMédio Purus (Jarawara, Apurina, Pamoari,Deni, Jamamadi, Kanamati, Banawá, Kamadeni, Mamori, Miranha, Katukina und Karipuna). Diedortigen indigenen Völker betrachten ihn als ihren höchsten Vertreter.Als Koordinator der Federação ist er so zusagen der "Knotenpunkt" in den Beziehungen zwischenden über 90 indigenen Dörfern. Seine Aufgaben umfassen u.a. die Umsetzung diverser indigenerAnliegen, Organisation von Austausch und Diskussionen, Kontakt mit der Regierung, etc.Von Lábrea, wo er als Koordinator der Vereinigung der Indigenen Organisationen und Gemeindenarbeitet, braucht er 3,5 Stunden zu Fuß, um sein Dorf zu erreichen. In seiner freien Zeit gehter in den Wald zur Jagd oder fischen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder (6 und 10 Jahrealt).


Adriana HuberAdriana ist 34 Jahre alt und gebürtige Schweizerin.Sie ist sehr jung nach Brasilien gegangen undarbeitet nun seit fast 14 Jahren bei CIMI. Diestudierte Sozialanthropologin hat viele Jahre beiverschiedenen indigenen Gruppen gelebt, unteranderem fünf Jahre bei den Madiha Deni am RioCuniuá.Sie ist mit einem Brasilianer verheiratet und hat mitihm zusammen einen neunjährigen Sohn, Giani.Dieser ist vor zweieinhalb Jahren in die Schulegekommen und konnte deshalb nicht mehr das ganzeJahr mit ihr in abgelegenen Dörfern im Regenwald verbringen. Daher arbeitet sie seit Märzdieses Jahres für CIMI in der Start Lábrea, von wo aus sie mit verschiedenen Teams, die imLandesinneren tätig sind zuarbeitet (z.B.: im administrativen und logistischen Bereich, Beratung,Sprachunterricht in Deni, etc). Sie ist mit ihren Mitarbeiter/innen von CIMI auch für dieZusammenarbeit mit der lokalen indigenen Organisation und für die Beziehungen zu Institutionenwie der staatlichen Indianerbehörde zuständig. Ihre Aufgabe ist es z.B. bei der Organisation vonKursen, Seminaren und Debatten mitzuhelfen, bei denen es um indigene Rechte oder andere fürdie indigenen Völker relevante Themen geht (nachhaltige Entwicklung, Schulbildung, Änderungenin der Gesetzgebung, Gesundheit, etc).

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