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TAUSCHMAGAZINvon Menschen in Tauschringen für Menschen in TauschringenHerausgeber: Andreas Artmann, Münster Nr. 24, November 2013TITELTHEMA:Feste feiern – feste FeiernTauschen funktioniert über KontakteErfahrungsberichte aus den Tauschringen. Seite 5WEITERE THEMEN:Aus dem TauschlebenBundesarbeitstreffen der TauschsystemeFundstücke


TITELTHEMA : FESTE FEIERN - FESTE FEIERNTAUSCHEN FUNKTIONIERT ÜBER KONTAKTEÜber die Grenze geschaut:Dorothée Kerstiens spricht mitUrsula Marx aus der Schweiz,die im Züricher „GemeinschaftszentrumWipkingen“ fürdas Tauschnetzwerk „Tauschenam Fluss“ zuständig ist. Den Tauschring mit ca. 300Mitgliedern gibt es seit fünfeinhalb Jahren.Seite 5Der Tauschring UCKERTAUSCHhat vor vier Jahren ein besonderesFest gefeiert. Die Idee:Wir spielen „Gesellschaft“und versuchen die Idee einergerechten Gesellschaftsform zuverwirklichen. Nur wer sät, kann auch ernten. Nachanfänglicher Verwirrung – wie klappt das, wenn sichwirklich JEDER aktiv einbringt? – ein Riesenerfolg!Seite 10Ein stimmungsvolles Fest mitFeuerschlucker und Musik: DerTauschring Gartenvorstadt hatuns schöne Bilder vom diesjährigenSommerfest geschickt. Einbesonderes Highlight: der Auftrittdes Feuerschluckers RobbyWolske-Böttcher. Und die Mitglieder hatten sogar dieMöglichkeit, mitzumachen.Seite 9Hinter den meisten gelungenenFesten steht mindestens einMensch, der sich in die Rolle desGastgebers begibt. Und wie istdas im Tauschring? Ein Interviewmit Wolfgang Cloos vomLoWi Tauschring MünsterSeite 11INHALTAUS DEM TAUSCHLEBEN S. 20Manche Tauschaktionen sind so besonders,verrückt, spannend, dass man sie sich nichtausdenken könnte. Sie sind einfach Aus demTausch-Leben gegriffen.Das Lötkolben-Taxi von Düsseldorf S. 20Meine Tür-zu-Geschichte S. 21NETZWERKPROJEKTE S. 23Entwickler gesucht! S. 23Neues zur Cyclos - Software S. 25BATT-Aktiv AG Überschuldung S. 26INTERNATIONAL S. 27Rolf Schröder berichtet von der „2ndInternational Conference onComplementary Currency Systems“ S. 27BUNDESARBEITSTREFFEN DERTAUSCHSYSTEME S. 29Zwei Erfahrungsberichte – zwei gänzlich unterschiedlichePerspektivenAndreas Artmann war in Kassel – undsitzt zwischen den Stühlen S. 29Antje Schmidt und Sylvia König waren in Kasseldabei – und haben spannende Erfahrungengemacht S. 31FUNDSTÜCKE S. 33Der Blick über den Tellerrand - zu all den anderenaktiven Menschen außerhalb von Tauschringen,die um uns herum an unendlich vielenStellen an dem Wandel unserer Gesellschaftarbeiten:Fahrräder für alle S. 33Repair Cafè S. 34Das SK-Prinzip:Was ist systemisches Konsensieren? S. 35


Die Hamburger feierten eingelungenes Fest mit professionellerModeratorin und Tanz.Und: Auf Festen gibt es immerjede Menge Arbeit. ChristinaSandkamp erzählt, warum Siees herrlich findet, Standdienst auf Festen zu haben.Zwei Berichte aus dem Hamburger „Mottenmarkt“.Seite 13Wer auf einem Fest miteinandertanzt, fühlt sich nicht mehrfremd. Ein Beitrag zu:Biodanza – Tanz des LebensSeite 17Jürgen Winkler vom TauschringAalen freut sich, dass er imTauschmagazin etwas zu seinemLieblingsthema schreibenkann: Tauschen funktioniertüber Kontakte. Denn er findet:Einen guten Tauschring erkennt man an der innerenKommunikationskultur. Ein Erfahrungsbericht!Seite 14Der Tauschring Wangen hat imSeptember sein 15jähriges Bestehengefeiert und gleichzeitigdie Verbindung zwischen demVerein und der Stadt gestärkt.Seite 18Manchmal würde Jürgen gernüber die Kommunikationsmuffellästern. Aber viel besser ist es,mit gutem Beispiel voranzugehen,findet er. Und schreibt darüber,wie er sich den Empfangeines neuen Mitglieds vorstellt. Denn:Jeder kann doch einen Gast empfangen.Seite 19REZENSIONEN S. 36Endlich Wachstum - Materialien fürdie Bildungsarbeit S. 36Mundräuber-Handbuch S. 37Erfolg ohne Chef S. 38RECHTLICHES S. 39Vereinshaftpflicht S. 39Team-Viewer und die Verwendungim Tauschring S. 40Musikaufführungen Tauschringfeste -Gema S. 41SERVICE S. 43Tauschwiki-Links S. 43IN EIGENER SACHE S. 44Tauschmagazin:Transparente Finanzen S. 44Neues Layout, neues Gesicht S. 44Impressum S. 45VORSCHAU AUF NÄCHSTEAUSGABE S. 46LESERBRIEFE S. 42


www.tauschmagazin.de/24 4November 2013EditorialUnter dem Titel „Feste feiern“ haben wir gefragt, wieIhr in Euren Tauschringen Kommunikation zwischenden Mitgliedern möglich macht. In After-Work-Treffen,bei Stammtischen und Spielerunden, beim Sonntagsbrunch,bei Picknicks und auf Festen lernen sichTauschringmitglieder kennen, verabreden Tauschaktionenoder tauschen gleich vor Ort. Viele von Euchfeiern einmal jährlich ein gemeinsames größeresFest.Aber WIE GENAU macht Ihr das? Wie erreicht Ihr dieMitglieder? Welche Ideen haben besonders gezündet?Was kann für andere interessant sein?Wir haben uns für Euch umgehört und stellen indieser Ausgabe eine Reihe von Ideen vor. Dass dasnur eine mehr oder minder zufällige Auswahl ist,liegt einerseits daran, wer uns aktiv Beiträge angebotenhat und wie viel Zeit Andreas und ich hatten,Gesprächsangeboten nachzugehen. Stets haben wirdas Gefühl, Wichtiges noch nicht gehört zu haben.Darum unsere Bitte: wenn Ihr beim Lesen noch Ideenhabt, mailt sie uns zu! Wir werden das Thema inder kommenden Ausgabe fortführen. Denn nichts istin Tauschringen wichtiger als die Kommunikation!In diesem Sinne auch vielen Dank für Eure vielfachermutigenden und konstruktiv-kritischen Briefe zurersten Ausgabe.100 Abonnenten machen uns Lust, weiter zu machen!Viel Spaß beim Lesen wünschenAndreas und Dorothée


5 November 2013Es rauscht und knistert in unserer Skype-Leitung.Ursula Marx findet den Hall inakzeptabel und sagtkurz entschlossen: Ich ruf Dich an! Während ichnoch besorgt darüber nachsinne, was das Telefonatzwischen Zürich und Münster kosten wird, erklärtsie mir schon fröhlich, dass das Gemeinschaftszentrumin Kooperation und mit Unterstützung derStadt Zürich geführt wird: Ursula Marx arbeitetals Hauptamtliche im Gemeinschaftszentrum undwidmet etwa 20% ihrer Arbeitszeit dem Tauschnetz.Der große Erfolg des Projekts hat in ihren Augeneine Menge damit zu tun, dass sie im Rahmen derStadtteilarbeit an einem attraktiven Standort täglichalle Generationen erreichen, vom Großvater bis zumKleinkind. Großzügige Räumlichkeiten, eine öffentliwww.tauschmagazin.de/24TITELTHEMA:FESTE FEIERN – TAUSCHEN FUNK-TIONIERT ÜBER KONTAKTETauschen am FlussÜber die Grenzegeschaut:Dorothée Kerstienssprichtmit Ursula Marxaus der Schweiz,die im Züricher„GemeinschaftszentrumWipkingen“für das Tauschnetzwerk„Tauschen am Fluss“ zuständig ist. DenTauschring mit ca. 300 Mitgliedern gibt es seitfünfeinhalb Jahren.


www.tauschmagazin.de/24 6November 2013che Cafeteria, Spielflächen, grün drum herum, kurzeWege. Hier trifft man sich zum Kaffee, zum Werkeln,zu Kursen, und der Tauschring ist immer mittendrin.Das Tauschen ist ein organischer Teil einesgroßen Nachbarschaftsnetzwerkes.Ich bin begeistert und will wissen, welche Möglichkeitendie Tauschringmitglieder denn nun konkrethaben, sich zu begegnen und kennenzulernen.Ursula erzählt vom monatlichen Feierabendtreff.Beginn um 19 Uhr, Ende offen. Ein Marktplatz direktam Fluss für Neuinteressenten und alte Hasen. Jederist willkommen. Als ich höre, dass zwischen 30 und50 Leuten zu diesen Treffen kommen, fühle ich Pulsrasen.So viele beim Stammtisch? Davon träumenwir in Münster nur! WIE GENAU funktioniert das?Was ist so spannend, dass so viele Mitglieder regelmäßigdabei sind?Es gibt einen monatlichen Marktplatz mitvielen MöglichkeitenUrsulas Antwort ist ebenso verblüffend wie einfach:Es gibt nicht EINEN Stammtisch. Es gibt einen großenRaum mit unterschiedlichen Thementischen. KleineMarkttische, auf denen Konfitüre und anderes Hausgemachtesangeboten wird. Tische, an denen gemeinsamgespielt wird. Einen Tisch, an dem Menschen sichin der Handhabung der Tauschringsoftware CYCLOSberaten lassen können. Einen Tisch, an dem Neumitgliederberaten und begrüßt werden. Sehr beliebt:die Tischrunde für Wissenstransfer. Beim letzten Malhabe das neue TAUSCHMAGAZIN die Diskussionsgrundlagefür die Frage des Abends geliefert: Wiehandhaben wir unseren Warentausch? Ich bin frohund auch ein bisschen stolz, als ich das höre.„Wir entwickeln die Angebote aus denBedürfnissen der Mitglieder“Ursula betont, dass sie die Angebote, im Tauschnetzwie im gesamten Stadtteilquartier, mit den Leutengemeinsam entwickeln. Es ist IHR Projekt, aus denBedürfnissen, die sie geäußert haben, entstanden.Und als solches ist es in ständiger Bewegung undEntwicklung.Welche regelmäßigen Aktionen des Tauschringsgibt es noch, bei denen sich die Mitgliederkennen lernen?Dreimal jährlich organisiert das Tauschen-am-FlussTeam einen großen Sonntagsbrunch. Im Schnitt nehmen80 Leute teil, die für ihre Teilnahme Zeit geben,ca. 10 Mitglieder sind in die Vorbereitung eingebundenund werden mit Zeitstunden belohnt. Die bringenMarmelade mit, backen Brot, Quiche und Kuchenund vieles mehr. Es werden Markttisch aufgebaut, esgibt Live-Musik….Ich bin wirklich beeindruckt und ansatzweisesprachlos: Ich habe mehrfach unsere Sommerfestein Münster organisiert und weiß, welchen organisatorischenAufwand es bedeutet, so viele Mitgliederverbindlich zusammen zu trommeln. Wie um alles inder Welt schafft das Fluss-Team das dreimal jährlich?Ursula tröstet mich und erinnert noch einmal daran,dass sie räumlich und personell aus dem Vollenschöpfen. Sie erledigt die Organisation nicht ehrenamtlich,sondern während ihrer Arbeitszeiten. Undan schönen Wochenenden sind locker 500 Leute imGemeinschaftszentrum anzutreffen. Auch bei ihnenwechselt die Verbindlichkeit der Mitglieder. Aber: dieVergabe der Vorbereitungsjobs ist in der Regel einehalbe Stunde nach Aussendung einer entsprechendpersönlich gestalteten Email erledigt. Da meldensich ruckzuck Helfer.


7 November 2013www.tauschmagazin.de/24Der Sonntagsbrunch vom Tauschring als Eventfür Familien und ihre FreundeUnd für die Teilnehmer ist der Sonntagsbrunch nichtnur eine Tauschring-Aktion, sondern auch Familientage.Da kommen verschiedene Generationenzusammen. Familienangehörige und Freunde sindmiteingeladen. Großeltern und Kinder sind dabei.Man trifft sich im Tauschring. Und: die Leute kommenletztlich fast alle aus dem Viertel.Ich hake nach: die kurzen Wege spielen eine großeRolle?Ja, davon ist Ursula Marx überzeugt. Es gibt nochvier weitere Tauschnetze in Zürich. Einmal jährlichgibt es einen großen Tauschmarkt der „InteressengemeinschaftZürich tauscht“ mit allen fünf ZüricherTauschringen. Da sind dann locker 600 Leute dabei.Es gibt eine Clearingstelle zur Umrechnung der Tauscheinheiten.Es sind auch Österreicher, Deutscheund Schweizer angeschlossen.Wichtig ist das öffentliche Interesse, dasTauschnetz zu fördernUrsula erzählt, dass sie regelmäßig einen Report andie Stadt abgeben. Und dass die das Tauschprojektunter dem Stichwort „Gemeinwesenentwicklung“ausgesprochen spannend und förderungswürdigfinden. So hat es zum Beispiel für die Anpassungder Software „Cyclos“ auf die Bedürfnisse desTauschrings von der Sunflower Fundation, einerSchweizer Stiftung, Gelder gegeben. (http://www.sunflower.ch/de/moneylab/komplementaergeld)Ich frage nach: Ich habe gehört, dass es einmal einbesonderes Fest gegeben habe, das die Entwicklungdes Tauschrings sehr vorangebracht hat?Ursula erzählt, dass es im dritten Jahr ein FESTIVALDER TALENTE gab. Die übergeordnete Frage lautete:Was für Talente gibt es im Quartier? Der Verein hatsich Partner innerhalb des Viertels gesucht, zumBeispiel hat sich eine Baugenossenschaft engagiert,Künstler sind ehrenamtlich aufgetreten… Es war einRiesenprojekt.Ursulas Fazit: Es geht darum, die Talenteder Leute zu mischen!Ich habe den Eindruck, dass ein Schlüssel zum Erfolgdarin liegt, den Verein nicht so sehr nach außenabzugrenzen. Ursula bestätigt das: Letztlich kann beiuns jeder mitmachen. Wenn wir Markttage habenund es kommt jemand, der nicht im Verein ist, kanner auch gegen Geld mittauschen. Bedingung ist nur,dass Vereinsmitglieder grundsätzlich die Möglichkeithaben, geldlos, gegen Zeit zu tauschen. Durchdie Durchlässigkeit des Vereins, die unkomplizierteMöglichkeit, Menschen einzubinden, werden Interessentenund Freunde der Mitglieder angeregt, sichmit zu engagieren.Was bedeuten diese Erfahrungen für uns?Nach dem Telefonat bin ich regelrecht euphorisiert.Was bedeuten diese Erfahrungen für uns? Sicherlichkann man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wirarbeiten ehrenamtlich, können unser Büro nur zubestimmten Zeiten besetzen. Aber vielleicht müssenwir ein wenig mehr über den Tellerrand unseresVereins hinausdenken. Uns noch stärker der Synergieeffektein der Stadt bewusst werden. Nachdenken,welche öffentlichen Einrichtungen es gibt, die übereine Vernetzung ebenso froh wären.Liebe Ursula, ich danke Dir für das überaus netteGespräch und die guten Ideen!Noch mehr Infos findet Ihr unter:http://www.tauschenamfluss.ch/Und noch ein sehr lesenswertes Interview:http://www.learningroom.eu/2012/10/interview-mit-ursula-marx-von-tauschen-am-fluss-inzurich/


www.tauschmagazin.de/24 8November 2013Beispielmail für die Organisation des Sonntagsbrunchsfreundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ursula Marx von „Tauschen am Fluss“, CHLiebe TauscherInnen – grüezi wohlWir laden euch zu einem gemütlichen Sonntagsbrunch am 3. März ein. Dazu könnt ihr eureFamilien, Freunde, Bekannten, Interessierte an der „Tauscherei“ einladen.Bitte anmelden - siehe weiter unten in dieser E-Mail. Das Brunch-Buffet wird von den Tauschendenzusammengestellt – letztes Jahr kam ein wahres Schlaraffenland zusammen.Und besonders freuen wir uns, wieder ein weiteres Musiktalent unseres Netzwerkes kennen zulernen. Noldi’s Goldies - ein musikalisches Potpourri from Memphis bis Muotathal, stehtauf dem Programm. Tönt spannend...! Und natürlich stehen wieder Markttische bereit für kulinarischeKöstlichkeiten, Handwerk und kleine Secondhandsachen.Sonntagsbrunch am 3. März 2013 | 10:30 - 15:00 Uhr10.30 – 13.00: Brunch13.00 – 13.30: Musikalisches Potpourri13.30 – 15.00: Gemütlich zusammen sitzen, übers Tauschen und Gott und die Welt austauschen...Markt...14.00: Informationen über das Netzwerk für InteressierteFür diesen Brunch haben wir folgende Jobs zu vergeben:09.00 – 10.30 Uhr: 2 Personen für das Einrichten der Räume09.00 – 10.30 Uhr: 2 Personen für das Herrichten des Buffets etc.10.30 – 14.00 Uhr: 2 Personen zur Mithilfe am Buffet12.00 – 15.00 Uhr: 3 Personen zum Abwaschen und Aufräumen15.00 – 16.30 Uhr: 2 Personen zum Aufräumen der RäumeEs werden Tauschstunden gutgeschrieben. Die Jobs werden anhand des Anmeldeeingangs vergeben.Jobanmeldung: ursula.marx@gz-zh.chFür den Brunch suchen wir kulinarische Köstlichkeiten:Wenn ihr eine Idee für Köstlichkeiten habt, die ihr zubereiten und bringen könnt, meldet euch bittebei uns: ursula.marx@gz-zh.ch . Daraus stellen wir das Brunch-Angebot zusammen und meldeneuch, was und wie viel ihr davon bringen könnt.Es braucht: Brot, Zopf / Konfitüre / Süsses, das zu einem Brunch-Buffet passt / Salziges, das zueinem Brunch-Buffet passt / Andere Ideen für kulinarische Köstlichkeiten für das Brunch-BuffetDie Köstlichkeiten sollten am 3. März ab 09:00 Uhr bis spätestens 10:00 Uhr im Neubau vom GZWipkingen abgegeben werden. Es werden Tauschstunden gutgeschrieben und Materialgeld barausbezahlt. Die Zusagen werden anhand des Anmeldeeingangs vergeben.Anmeldung zum Brunch bis Freitag, 22. Februar 2013Anzahl Erwachsene | Anzahl Kinder per E-Mail bei ursula.marx@gz-zh.ch oder per Telefon 044 27682 83 anmelden. Kosten für Mitglieder 0.25 Std. + CHF 5.- | Für Nichtmitglieder CHF 10.- | KindergratisMit Tauschgrüssen von unten an der Limmat, Für das talentierte Netzwerk,Kurt Ernst + Ursula Marx


9 November 2013www.tauschmagazin.de/24Der Tauschring Gartenvorstadt in Unna hat eine Einladung gestaltet, die ein echterHingucker ist. Und uns vorgemacht, wie man ein monatliches Stammtischtreffen sobewirbt, dass jeder das Gefühl hat, unbedingt dabei sein zu wollen.September Stammtisch Tauschring Gartenvorstadt, UnnaDie Zeittauschbörse für Unna und Umgebung lädt zum 30. Stammtischtreffen des TauschringsGartenvorstadt wieder alle Mitglieder, Freunde und interessierten Mitbürger aus Unna und Umgebungein.Wo und wann findet der 30. Stammtisch statt? Am 25. September 2013, ab 18:30 Uhr, imStadtteilzentrum Unna-Süd, im Erlenweg 10 in Unna.Was erwartet den Gast bei uns?Die auf dem Foto gezeigte spektakuläre Mitmachaktion unsererMitglieder können wir leider nicht bei allen Treffen anbieten.Dennoch wird dieser „ganz normale“ Stammtisch interessantsein, da er dem Austausch von Erfahrungen unsererMitglieder bei ihren Tauschaktivitäten und der umfassendenInformation von Interessenten dient. Aktuelle Informationenüber das Programm für die geplante „Tauschring on Tour“Fahrt nach Köln am 05.10.2013 werden vorgestellt. Es bestehtnatürlich auch noch die Möglichkeit, sich für diese Fahrtanzumelden.Flohmarkttisch …und wie bei jedem Stammtischtreffen: Der Flohmarkttisch sorgt für allerleiÜberraschungen nach dem Vereinsmotto „Geben und Nehmen ohne Geld“. Er wird themenfreisein, das heißt, jeder bringt mit, was man schon immer verschenken oder tauschen wollte.Was gibt es noch? Ein paar gemütliche Stunden verbringen, viele angeregte Gespräche führen,Kontakte zu netten Menschen pflegen, neue Kontakte knüpfen und das alles bei leckerem Essenund Trinken.Also das Tauschringteam empfiehlt: „Nicht zögern, auf zum Tauschring in den Erlenwegund einen schönen Abend verbringen“.Weitere Informationen über den Verein sind auf der Homepage www.tauschring-gartenvorstadt.deoder unter der Telefonnummer 02303-592180 zu erhalten.Wann? 25.09.2013 18:30 Uhr Wo? Tauschring Gartenvorstadt, Erlenweg 10, 59423 UnnaUnd so sieht das in der örtlichen Pressemitteilung aus:„Talentierte Tauschringmitglieder beherrschen auch das Element Feuer“(http://www.lokalkompass.de/unna/vereine/september-stammtisch-tauschring-gartenvorstadt-d343056.html)


www.tauschmagazin.de/24 10November 2013Sommerfest 2013 imTauschring Gartenvorstadt Unna:Diese Veranstaltung wurde am 27.07.2013 von17:00 Uhr bis Mitternacht durchgeführt. Dabeihaben z. B. folgende Vereinsmitglieder als „Künstler“mitgewirkt:• Robby Wolske-Böttcher als Leierkastenmannund Feuerspucker• Hans Ulrich Knies als eines der Mitglieder vom„Vokalquartett an der Ruhr“Festplatz war eine „Kasse“ und wer einen Kucheno.ä. mitbrachte wurde dafür mit Festgeld entlohnt.Maßstab war immer die Zeit, die man für die Gemeinschaftaufgebracht hatte oder um die Wareherzustellen.So wurden an Ständen Pfannkuchen gebacken, Lammkeulengegrillt oder Kaffee und Tee gekocht. Dazu gabes Apfelsaft oder Fruchtwein aus eigener Produktionvon Mitgliedern. Massagen wurden angeboten, Pferdereitenfür Kinder und ein Puppentheater.An einer „Job-Börse“ (siehe Foto) konnte man sichnach den Tätigkeiten erkundigen, die während desFestes zu verrichten waren. So verdienten sich mancheals VerkäuferIn oder in der „Verwaltung“ genügendTaler um sich Keramik, Seife oder Obst vonMitgliedern zu „kaufen“.Zusätzlich haben Mitglieder zwischendurch mitGitarre und Gesang die mehr als 70 Gäste zum Mitmachen/Mitsingenanimiert. Gegrilltes, erfrischendeSpeisen und Getränke einschl. einer Cocktailbarrundeten den kurzweiligen Abend ab.Feste feiern - oder - feste Feiern?Hier einige Einblicke über unseren Tellerrand:Das schönste Fest hatten wir vor 4 Jahren. Umvon dem üblichen „Feste-Feiern“ weg zu kommenhaben wir „Gesellschaft“ gespielt. Dazu hattenwir Fest-Geld gedruckt und versuchten die Ideeeiner gerechten Gesellschaftsform zu verwirklichen.Es gibt keine Banken und es gibt keineZinsen. Nur wer sät kann auch ernten.Wer am Kulturprogramm teilnehmen oder ein StückKuchen wollte musste dafür etwas tun: Spülen,Standdienst, Aufräumarbeiten usw. Am Eingang zumNach anfänglichen Verständnisschwierigkeitenschlug die Stimmung in Begeisterung um…Nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten(wegen des ungewöhnlichen Festcharakters) schlugdie Stimmung in Begeisterung um. Menschen kamenan der Spüle ins Gespräch, die vorher nie etwasmiteinander zu tun hatten. Während des Verkaufserlebte man erstmals die Kluft oder auch Verbindungvon „Produzent und Konsument“. Menschen ließensich massieren, die vorher weder das Geld noch dasInteresse daran hatten...Letztlich waren alle begeistert über die neuen undschönen Erfahrungen und es war erstmals ein Fest,das von ALLEN vorbereitet und durchgeführt wurdeund an dem Jede(r) Mitverantwortung trug.Ein Jahr später haben wir, in Zusammenarbeit miteiner „Freien Schule“, auf diese Art das dortige Schulfestorganisiert. Die Kinder haben die Vorbereitun-


11 November 2013www.tauschmagazin.de/24gen während der Schulzeit getroffen, „Geld“scheineentworfen und gedruckt, die notwendigen „Verkaufs“Ständemit Leben gefüllt, das Kulturprogrammgestaltet usw. Auch hier hatten Schüler und Lehrerihre Freude am modellhaften Aufbau einer gerechterenGesellschaftsform, bei der alle Beteiligten gleichermaßenfür ihre Arbeit belohnt wurden.Ein Fernsehteam des rbb hat uns kürzlich besuchtund daraus diesen Film gemacht:http://www.rbb-online.de/was/archiv/20130814_2215/uckertausch.htmlDie „Job-Börse“Allgemeines:Wir haben monatlich einen Markttag auf dem, basisdemokratischwir wir sind, alle notwendigen Entscheidungenfür die Organisation getroffen werden.In der Organisation (Verwaltung) sind nur 2 Menschenfür den Tauschring (über 120 Mitglieder) beschäftigt:die Administratorin und der Kassenwart.2 Mal im Jahr machen wir einen „öffentlichen“Markttag, zu dem auch diejenigen eingeladen werden,die kein Mitglied des Tauschrings sind aberInteresse an der Idee haben. Dann präsentieren wirProdukte die unsere Mitglieder hergestellt haben:Filzarbeiten, (gefärbte) Wolle, Strickwaren, Seifen,Brot, Käse, Kartoffel, Obst, Marmeladen, Fruchtsäfte,Fruchtweine, Keramik, Tee, Pflanzen und Pflanzensamen,Kaninchen- und Schaffelle usw. Es werden Massagenund andere Leistungen angeboten. Mitgliedergestalten ein Kulturprogramm, singen zur Gitarreoder zur Leier, spielen „Kreis-Tanz“-Musik (mit Anleitung)oder Harfe, Jonglieren, erzeugen Riesenseifenblasenusw., sodass auch für die „Öffentlichkeit“ein Grund besteht die Veranstaltung zu besuchen.Auf diese Art haben wir inzwischen einige neue Mitgliedergewonnen.Werner May(Kassenwart von http://uckertausch.de)Hinter den meisten gelungenen Festen stehtmindestens ein Mensch, der sich in die Rolle desGastgebers begibt.Ein Interview mit Wolfgang Cloos vomTauschring LoWi in MünsterDK. Wolfgang, Du hast vielErfahrung in der Organisation,auch größerer Feste.Was war anders oder neu imTauschring?Ich habevorher sowohl im beruflichen wieauch ehrenamtlichen Rahmen verschiedensteVeranstaltungen organisiert.Was immer eine Herausforderungbleibt, da heißt es, imFreiwilligenkreis Helfer zu findenund entsprechend zu motivieren.Nun sind wir ja ein Tauschring, beidem man für Vereinsarbeiten eine bestimmte Anzahlan Talenten erwirbt (das ist unsere eigene Währung).Dennoch bleibt immer die Frage, wie erreicheich die Leute, um sich letztendlich für die eigeneSache einzusetzen? – Bei der Vorbereitung konnteich auf die Erfahrungen meiner VorgängerInnenzurückgreifen, was sehr hilfreich und nützlich war,um vereinseigene Vorlieben besser einschätzen zukönnen. Die hatte ich ganz zu Beginn meiner Planungenbefragt.Neu war für mich die Telefonaktion –effektiver als ich vorher je dachteNeu war für mich bei allem die Telefonaktion, in deralle Mitglieder von ein paar Helfern angerufen wurden,um eingeladen zu werden. Gleichzeitig wurdedann aber auch deren Einsatz für die Dienste beimFest abgefragt. Eine gute Sache, über die sich fast alleMitglieder sehr gefreut haben, und effektiver, als ichvorher je dachte.


www.tauschmagazin.de/24 12November 2013Was war für Dich das wichtigste Element für einGelingen?Dazu möchte ich gerne mehrere Punkte nennen: 1.…dass alles möglichst reibungslos und ohne unnötigen(=vermeidbaren) Stress abläuft. 2. …dass dasGemeinsame im Vordergrund steht, denn wir feiertenja unser Vereinsfest. 3. …dass alle möglichst vielSpaß hatten, dabei den Wert der Gemeinschaft schätzenund sich gleichzeitig Austauschen können. DerZuspruch war klasse. Wir konnten mit 70 teilnehmendenMitgliedern + Gästen sehr zufrieden sein.gemeinsames Singen mit Liedern von Hannes Waderund Strophen von Pippi Langstrumpf. Wirklich einelustige Angelegenheit mit viel Spaß dabei!Die wunderbare „Jam Session“ am Abend –war diewirklich ganz spontan?Nee, nicht wirklich… dann aber doch. Geplant warauf jeden Fall ein Musikbeitrag von einem unsererMitglieder (neben Zaubershow und professionellerGitarrenmusik zuvor). Der hatte ein paar Musikereingeladen, die parallel auf der Festwiese jamten.Spontan sollte man bei aller Planungnoch bleiben bei einem Fest!Ja, spontan sollte man bei aller Planung noch bleibenbei einem Fest!!! Es war der einzige Act, bei demnicht sicher war, wann, ob überhaupt und in welcherBesetzung sie auftreten würden. Sie erzeugten mitihrer Musik noch einmal gehörig Stimmung, sodassalle mitsangen, klatschten und lachten. Spontan warauch noch, dass sich 2-3 weitere Leute plötzlich dazugesellten mit Querflöte und Percussions.Was hat Dir am meisten Spaß gemacht?Der Spaß der Leute und die Vielfältigkeit des Angebots(Programmpunkte, mitgebrachtes Essen, dieausgeübten „Talente“ der einzelnen Mitglieder…).Was war der größte Stress?Die Woche vor dem Fest, in der die letzten Punkteabzuarbeiten waren und zusammen liefen. Außerdem:Die sehr kurzfristigen Absagen von einzelnenUnterstützern kurz vorm Fest (Puffer hatte ich zwareingebaut, doch alles kann man nicht ausgleichen).Ganz neu war für mich die Aktion „Speakers Corner“.Erzähl doch mal….Ja, das war wirklich ein „Experiment“, was ich dawagen wollte. Es hat sich gelohnt, denn die meistender Teilnehmer waren sehr begeistert… Ein Neumitgliederzählte mir von dem vielfältigen Angebot,das sie als Premiere zum Guten geben könne. EinWechsel zwischen „Ausruferin“(unserer Tauschangebote),vorgetragenen Gedichten, skurrilen Dingen,Chansons und lustigem Liedwerk. Das hörte sichunkonventionell und sehr spannend an und hat dasProgramm wirklich bereichert. Nachdem sich beimAuftritt ihre Anfangsnervosität gelegt hatte, nahmsie alle Leute mit. Und zum Schluss gab es dann einErst trommelte Gordon, dann gesellte sichjemand mit dem Bass dazu. Dann eine Gitarre,eine Querflöte,….Ein zauberhaftes Konzert zum Ausklangeines schönen Sommerfesttages!DK, LoWi Tauschring MünsterUnd was würdest Du beim nächsten Mal ganzanders machen??Aufgrund der knappen Vorbereitungszeit – es standerst kurzfristig fest, ob wir dieses Jahr überhauptein Fest machen wollten – habe ich die Hauptarbeitalleine übernommen. – Beim nächsten Mal sollte die


13 November 2013www.tauschmagazin.de/24Vorbereitungszeit deutlich länger sein (nicht nurca. 2 Monate) und auf mehrere Schultern verteiltwerden. Ebenfalls sollte die Frist für eine verbindlicheAnmeldung länger als nur eine Woche vor demFest gesetzt sein! Das hatte ich aus den vergangenenJahren übernommen, ist aber viel zu knapp, um dieletzten Vorbereitungen wie Essens-, Getränke-, undweitere Angebote stressfrei anpassen zu können.Und welche Frage hättest Du noch gern beantwortet??Welche tollen Angebote werden im nächsten Jahr zusammenkommen, wer wird bei den Vorbereitungenmitmachen und gibt es neue Ideen für das Fest? Aberdas hat ja noch ein paar Tage Zeit.Lieber Wolfgang, darüber reden wir dann Anfangdes Jahres. Und vielleicht spucken wir dann jagemeinsam in die Hände, Vielen Dank!Hand in HandUnd dann gab es beim letzten Sommerfestnoch diese beinahe magischen Momente.Ich saß am Rand und hörte Tanja zu, dieGitarre spielte. Die Gespräche um michherum traten in den Hintergrund. Der Tagneigte sich im weichen Licht. Einige Minutenlang sah ich alle um mich herum wie in einemFilm, in Weichzeichner getaucht. Ich sah dieMenschen in unserem Tauschring, die sichwortlos verständigten, zupackten, wo einergerade Hilfe brauchte, aufstanden, mitmachten,Hand in Hand arbeiteten. Eine perfekteChoreografie ohne Worte.DK, LoWi Tauschring MünsterDie Hamburger feierten ein gelungenes Fest mitprofessioneller Moderatorin und Tanz. Und:Auf Festen gibt es immer jede Menge Arbeit.Christina Sandkamp aus Hamburg erzählt, warumsie es herrlich findet, Standdienst auf Festenzu haben. Zwei Berichte aus dem Hamburger„Mottenmarkt“.Sommerfest! Ein Bericht aus HamburgAm Sonntag, dem 21. Juli, war es wieder so weit: Wirfeierten unser Sommerfest 2013!Zum Glück konnten wir erneut die wunderschönenRäume im Bürgerhaus Altona Nord (BiB) buchen,die unseren TauscherInnen alles bieten, was man sozum Feiern braucht: einen großen Kuppelsaal mitBühne und Musikanlage, eine kleine Kaffeeküche mitBar, genügend Tische für unsere Aussteller und dieBuffets – dazu Räume für Workshops und Vorträge.Hier konnten unsere Mitglieder die Kostproben ihrerTalente und Hobbys vorzeigen, vorführen, vortragenund natürlich auch – vermarkten!Dafür musste man an der Kasse bei Dagmar „Fischgräten-Scheine“erwerben, die später als „Motten“ aufden einzelnen Konten verbucht wurden.Vor dem Fest ist es ja jedes Jahr wieder spannend,wer alles aus unserem Tauschring überhaupt mitmachenwürde? Ob überhaupt jemand käme? Undda wir unsere Tauscher schon ein wenig kennen undwissen, wie sehr sie persönliche Einladungen schätzen,haben wir natürlich fleißig herumtelefoniert …Für die Moderation konnten wir zu unserer großenFreude Eva (229) (Schauspielerin und Kabarettistin)gewinnen, die mit ihren schmissigen Liedern am Klavierund ihren frechen Texten selbst noch die letzteLusche mitreißen würde! Auch im Duett mit Peter„an der Klarinette“ kamen wir in den Genuss eigenerTauschring-Musik und das hat richtig Spaß gemacht!Wie tanzt man „anders“? Auch das konnten wir –unter Anleitung von Enno, Biodanza-Coach, ausprobieren.Ulrike trommelte danach noch indianisch durchsHaus, um heilende Geister zu rufen.Und damit wir nicht so viel Kaffee und Kräuterteeverschwenden, hatte Tibor eine veritable Cocktailbaraufgebaut, was zu einem wahren Run führte …


www.tauschmagazin.de/24 14November 2013Daneben konnten wir noch etwa 10 weitere Ständebewundern: mit Schmuck, Kunst und Kunstgewerbe,Selbstgemaltem, Selbstgegossenem (Kerzen, Seifen),Selbstentworfenem und -geschneidertem (Schürzen),Massage und Astrologie.Und das war noch längst nicht alles: In den übrigenRäumen hielten unsere Experten Vorträge oderin den lauschigen Garten des „Cafe Breitengrad“ zueinem guten Glas, atmete tief aus und ließ den Abendgaaanz langsam ausklingen ...Supta Weiss (Tauschring Hamburg)Und wer wissen will, wie es jemandem ergeht,der zum ersten Mal ein Sommerfest fürden Tauschring organisiert und was dabei alleszu tun ist, der schaue doch einmal in den„Mottenmarkt“, die TR-Zeitung aus Hamburg,Seite 9.Link: http://www.tauschring-hamburg.org/?page_id=31Workshops über Liebe und Leben, Atmen und Hypnose.Sogar zu einer Probestunde „Hocharabisch“wurden wir eingeladen.Es gab Exotisches zu bewundern, auch wenn wir dasvielleicht eher selten benötigen: Die Geheimnissedes erfolgreichen Baum-Erkletterns wurden gelüftet– mit Hilfe von Jorge Klaus und eines echten Baumes,draußen vor der Tür!Unsere beliebten Buffet- und Kuchentische hattendieses Jahr also mächtig Konkurrenz!Währenddessen verbuchte Dagmar an der Kasseunermüdlich Fischgräten-Tickets und Astrid verkaufteeinige hundert Lose an sämtliche Optimisten (wasvielleicht keine so große Kunst ist) – aber außerdemauch noch an all die Übrigen (selbst das hat sie mitihrem Enthusiasmus geschafft!). Als Preise konnteman schöne Dienstleitungen und Kunstgewerblichesgewinnen; Dinge, die das eigene Motten-Budgetnicht unbedingt hergab. Und sich freuen!Dieses Fest verlief bei all seinen vielen Angeboten,Anregungen und Begegnungen so angenehm, soheiter, so ruhig und entspannt, dass wir zuletzt alleauch noch in der fröhlichsten Stimmung – aufgeräumthaben …Und wer von dem schönen Tag nun immer nochnicht genug hatte, der schlich noch kurz um die EckeStanddienste auf FestenStanddienste auf Festen Ich liebe den Standdienst!Immer wenn Leute für den Standdienst gesuchtwerden, melde ich mich - vorausgesetzt, ich bin inDeutschland. Es ist herrlich Standdienst zu haben:Zum einen habe ich immer großen Tauschbedarf undentsprechend großes Interesse an zusätzlichen Motten.Zum anderen ist es jedes Mal wieder interessantneue Mitglieder während des gemeinsamen Standdienstesnäherkennenzulernen.Und dannder Standdienstals solches: ichspreche gernmit den unterschiedlichenLeute, die anden Stand kommen.Die Gesprächelaufenjedes Mal anders.Mir selbstist es ein Anliegenherauszubekommen,warum Leute gern beim Tauschring mitmachenwollen und welche Erwartungen sie haben.Im Laufe der Unterhaltung mache ich gern maldeutlich, dass es auch mit ein bisschen Aufwandverbunden ist im Tauschring zu sein. Manchen ist


15 November 2013www.tauschmagazin.de/24das nicht so klar, dass es Zeit kostet, zu anderen zufahren und dort einen „Service“ zu machen. Außerdemist es aus den verschiedensten Gründen sinnvoll,zum Stammtisch zu gehen (abgesehen davon,dass es einfach nur Spaß bringt und interessant ist).Dann finde ich es interessant, wenn Leute sagen:„Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich anbieten soll.“Die Talente der Standbesucher sind gemeinsam nochimmer gefunden worden. Ich habe nichts dagegenwährend meines Standdienstes neue Mitgliederaufzunehmen. Persönlich empfehle ich oft, doch zumnächsten Stammtisch zu kommen und Atmosphärezu schnuppern.Christina Sandkamp (Tauschring Hamburg)Quelle beider Artikel: TR-Zeitung Mottenmarkt.Link: http://www.tauschring-hamburg.org/?page_id=31Tauschen funktioniert über KontakteJürgen Winkler vom Tauschring Aalen freut sich,dass er im Tauschmagazin etwas zu seinem Lieblingsthemaschreiben kann: Tauschen funktioniertüber Kontakte. Denn er findet: Einen gutenTauschring erkennt man an der inneren Kommunikationskultur.Ein Erfahrungsbericht.Damit ist es wirklich gut auf eine Formel gebracht.Alternativ hätte man auch sagen können: Dem Tauschengeht (immer) Kommunikation voraus; oder:Wer nicht redet tauscht auch nicht, oder (das könntemein Lieblingssatz werden):Einen guten Tauschring erkennt man an derinneren (Kommunikations-) kultur(oder -struktur)...Und da gibt es Unterschiede!Als ich 1997 in Tauschwatt Bremen eintrat, da warauch ich ein unsicherer Tausch-Anfänger. Und alsich mich auf das unsichere Terrain des Nehmensund Gebens auf Tauschbasis einließ, und vorsichtigdie ersten Gehversuche unternahm, wurde mir klar:jetzt heißt es, dass ich mich auf wildfremde Menscheneinlasse - ICH muss mich einlassen und dieersten Schritte unternehmen. Ich wurde mit einerlangen Reihe von angenehmen, interessanten bis hinzu begeisternden Erlebnissen belohnt.Sehr hilfreich: Eine Marktzeitung mit Rubrikenund direkten Kontaktangaben.Was mir den Einstieg ins Tauschleben damals erleichterte,das war einerseits die Marktzeitung: Einreines "Arbeitspapier", also ohne großartigen redaktionellenTeil, dafür aber mit einer sinnvollen Rubrikeneinteilung,sowie den persönlichen Angaben(Mitglieds-Nr., Namen, Tel., Stadtteil) bei jeder Anzeige,sodass man sofort OHNE IN EINE LISTE GUCKENZU MÜSSEN anrufen konnte, um sich zum Tauschenzu verabreden. Diese Marktzeitung gab es alle 2Monate neu - war also stets aktuell - und nicht alsverkappter Werbeträger aufgelegt, sondern schlichtund einfach für die Tausch-Anbahnung gedacht. Unddas hat gut funktioniert.„speakers corner“ beim SommerfestMutig und überraschend: mit einer Art„speakers corner“ überraschte uns Andrea,ein neues Mitglied des Tauschrings. Jederkonnte Ideen und Wünsche verlesen lassen.Es gab Gedichte, Andrea spielte Akkordeonund Gitarre und wir haben dazu gemeinsamgesungen. Schön!DK, LoWi Tauschring MünsterWenn man sich kennt, kommt man auch gernzu den monatlichen Kochabenden odersonstigen VeranstaltungenDas nächste Merkmal waren die Mitglieder selbst:Oft aus der Studentenszene kommen, oder zugewandert,oder sonstwie gewohnt, mit dem Medium Telefonumzugehen (Email war noch nicht so verbreitet).Und die damals schon hohe Mitgliederzahl von vielleicht250 oder 300 ergab auch ein breites Spektrumvon Angeboten UND Nachfragen. Und wenn man sichdann schon kennen gelernt hatte, kam man auch gernezu den monatlich stattfindenden Koch-Abendenoder sonstigen Veranstaltungen - weitere Kontakteergaben sich für mich dadurch aber nicht.Mein Fazit damals: Obwohl ich in dieser Stadt schoneinige Jahrzehnte gelebt hatte, brachte mir der


www.tauschmagazin.de/24 16November 2013Tauschring einen ganz erheblichen Zugewinn an persönlichenKontakten und interessanten Betätigungen.Ein und dieselbe Person kann in einemTauschring gut landen, in dem anderen ums VerreckennichtDann zog ich um und kam in eine Kleinstadt am Niederrhein.Für alle diejenigen, die geografisch damitnichts damit anzufangen wissen: Das ist links vomRuhrgebiet, also quasi schon Holland. Und man mussschon gezielt hinfahren, um in diesen hübschenLandstrich zu gelangen, sonst findet man nicht hin...So, und nun war ich in der Fremde, und beflügelt vonden guten Erfahrungen in Bremen bin ich schnurstracksin den nächstgelegenen TR eingetreten. ImNachbarort war schon einer. Aber hier war tatsächlicheiniges ganz anders als gewohnt.Es hat lange Zeit gedauert, bis überhaupt das ersteTauschgeschäft zustande kam. Und mit welchemAufwand! Und: mit welchen merkwürdigen unausgesprochenenVorbehalten bzw. Gleichgültigkeitenmeiner Person gegenüber hatte ich mich zu beschäftigen.Tja, ich war auch der Fremdling und dannnoch aus dem Nachbarort, warum soll man ausgerechnetmit DEM tauschen. Da konnte ich jahrelangbei allen Monatstreffen dabei sein, zum Tauschen binich kaum gekommen. Und war ich in Bremen quasiständig im Plus, so war ich hier ständig im Minus.Das war übrigens für mich eine mehr als deutlicheErfahrung: Ein und dieselbe Person kann in demeinen TR gut landen, in dem anderen ums Verreckennicht! Und das hat nicht unbedingt mit der Personals solcher zu tun, oder mit irgendeiner genaubenennbaren EINZELNEN Ursache (damit meine icheine Ursache, die man gezielt ausschalten könnte)- es kommen immer verschiedene Faktoren zusammen.Und damit wäre schon wieder Kommunikationgefragt.Und obwohl die Niederrheiner bestimmt ein kontaktfreudigesund freundliches Völkchen sind, hat esmit der Kommunikationskultur nicht gut geklappt.Warum? Aus der Erinnerung - das alles ist über 10Jahre her - kann ich vieles nicht mehr so präziseherausarbeiten. Im Prinzip ist es das Resultat derMitglieder: Ich würde mal tausch-unlustig dazu sagen- zu uninteressiert, zu unbeweglich, zu zögerlich,zu fantasielos, zu abwartend... Jaja, wenn da nicht dieLeiterin gewesen wäre, die war ein Lichtblick, aberalleine konnte die es auch nicht reißen. Kleinstadteben! Da lebt man mehr privat - so kommt es mirvor. Es fehlten einfach die Kontakte – wie soll danndas Tauschen in Gang kommen?Äußerste Sparsamkeit bedeutetEhrenamtlichkeit, bedeutet: Einer machtalles. Und die persönlichen Befindlichkeitenwerden immens wichtig.Hier hätte es eine Revolution gebraucht, und zwareine Kommunikations-Revolution! Das ging abernicht, weil der TR auf äußerste Sparsamkeit angelegtwar (damit auch der Ärmste dran teilnehmenkonnte: An und für sich ein edler Grundsatz), unddas bedeutete: Ehrenamtlichkeit, und das bedeutete:Einer macht Alles, und das bedeutete: Bloß keinenAufwand verursachen! und: Es macht keinen Spaß!(wegen der Überlastungssituation), und auch: DiePERSÖNLICHEN "BEFINDLICHKEITEN" (=Tratsch)werden immens wichtig! Und dann bleibt es alles so,alles genau so, so wie es eben ist.Jetzt bin ich seit 8 Jahren im TR-Aalen Mitglied - ichbin nämlich weitergezogen - und auch Aalen isteine (Noch-)Kleinstadt. Aber immerhin, hier gibtes Hochschulen, Kreisverwaltung, und ein Nachtleben,das schon vor 30 Jahren die Leute aus Stuttgarthierher anzog, und nicht umgekehrt: nach Stuttgarthin. Was heute vielleicht Stuttgart 21, das war frühermal Mutlangen und Pershing! Hier hatte also auchdie Friedensbewegung mal stattgefunden. Für allediejenigen, die sich nicht an Tagesschau-Bilder ausMutlangen oder an die Pershing-Raketen erinnernkönnen: Hier hatte mal Helmut Kohl als Bundeskanzlerviel zu tun, um den Volkszorn im Zaum bzw. vomZaun weg zu halten...Lebhafte Protestkultur, Hochschulenmit Studenten, sind das nun gute Vorausset-


17 November 2013www.tauschmagazin.de/24zungen für einen Start in einem Tauschring? WelcheErfahrungen werde ich wohl hier erleben?Ich mache es kurz und sage: Nein, und ich wärewieder gescheitert. Wenn sich nicht einzelne Personensich persönlich um mich gekümmert hätten undin ihr schwäbisches Geflecht von "Gschäftle" eingeführthätten... dann hätte ich mal wieder kein Glückgehabt!Man braucht einen Paten,damit es leichter gehtHeute würde ich sagen: Man braucht einen Paten,damit es leichter geht, es gibt nichts Besseres. Esgeht ja darum, zweimal Neuland zu erschließen: 1)den Einstieg in eine noch fremde Gemeinschaft, und2) den Einstieg in eine noch fremde Kulturfertigkeit(=Tauschen) zu schaffen. Und Tauschen geschiehteben über Kontakte! Und in meinen Augen wird einguter Tauschpate direkt diese wichtigen Kontakteam ehesten herstellen.Hiermit darf ich schließen.Schönen GrußJürgen Winkler (TR-AA 78)BIODANZA – Tanz des LebensWer auf einem Fest miteinander tanzt, ist sichnicht mehr fremd.DK. Ein ganz besonderes Highlight unseres Lo-Wi-Sommerfestes 2011 war eine gemeinsame Biodanza-Session,mit der wir noch vor der Eröffnungunseres abendlichen Buffets das Abendprogrammeingeläutet haben.Aber was ist eigentlich Biodanza? Biodanza bedeutet:Tanz des Lebens („bios“, griechisch: das Leben– „danza“, spanisch: der Tanz / sinnerfüllte Bewegung).Eine Tanzform, die in den sechziger Jahrenvon dem chilenischen Psychologen, Antropologenund Künstler RolandoToro Araneda entwickeltwurde. Tanz klingtnach einer festgelegtenChoreografie, aber genaudie spielt beim Biodanzakeine Rolle. Beim Biodanzageht es um Achtsamkeit,Lebensfreudeund Begegnung – mitsich selbst und anderen.Und darum, aus diesemGefühl der Freude heraus eine natürliche Bewegung,einen natürlichen Tanz aus sich selbst herausentstehen zu lassen. Wir haben eine professionelleBiodanza-Lehrerin, Anne Oehlschläger aus Münster,dafür gewinnen können, ihre Musik mitzubringenund eine ca. dreiviertelstündige Biodanza-Sessionmit den Tauschringmitgliedern zu feiern. WievielSpaß alle dabei hatten, könnt Ihr an den Fotos sehen.Jedem, der mitmachte, strahlte das Glück und dieLebensfreude aus jeder Pore. Und ich war besondersbeeindruckt, in welcher Lichtgeschwindigkeit dieMenschen zueinander fanden – auch die, die neuwaren, sich gegenseitig nicht kannten, die Scheuen,die Schüchternen, die Jungen, die Alten. Es warein wunderbares Geschenk, das auch in den Abendhineinwirkte. Denn nach diesem gemeinsamen Tanzfühlte sich niemand mehr fremd.BauchtanzBeim Sommerfest 2012 hat ein Mitgliedunseres Tauschrings ein besonderes Talententhüllt: mit einem äußerst schwungvollenund professionellen Bauchtanz hat sie diePartynacht eingeläutet und die Mitgliedervon den Stühlen gerissen!DK, LoWi Tauschring Münster


www.tauschmagazin.de/24 18November 2013Wir feierten zwei Tage lang!Der Tauschring Wangen hat im September sein15jähriges Bestehen gefeiert und gleichzeitig dieVerbindung zwischen dem Verein und der Stadtgestärkt.Erstmals hatte der Tauschring in Wangen in solcherGröße ein Fest geplant. Zum Festakt am Freitag um19 Uhr bot sich den zahlreichen Besuchern, Mitgliedernund geladenen Gästen eine mit wunderschönemBlumenschmuck talentiert gestaltete Halle. Wirdurften den am Thema Tauschring interessiertenBundestagsabgeordneten Andreas Schockenhoffsowie mehrere Bürgermeister und Ortsvorsteher ausder Region begrüßen. Die Stadt zeigte ihre Verbundenheit,indem wir die schöne Stadthalle nutzenunterhalten. Diese Musik macht Laune - vielen wippendenFüßen war der Rhythmus anzusehen. Beimanschließenden Sektempfang durften wir noch einpaar musikalische Zugaben von Dominik Blöchl undseinem Partner genießen.Aussteller aus benachbarten Tauschringenbrachten zusätzliche VielfaltFamilien mit Kindern waren die ersten Gäste amSamstag, und die Bühne, auf der das Puppenspieldes „Wangener Puppentheaters“ stattfand, warvollbesetzt. Die Eltern hatten derweil Zeit, sich dieVerkaufsstände anzusehen oder an Workshops undVorträgen teilzunehmen. Es gab zahlreiche Stände,mit Schmuck, Seifen, Genähtem, Gefilztem, Salben,Tinkturen, Äpfel, Naturmaterialien wie Holz, Stein,durften. Als Vertreter der Stadt Wangen überbrachteHerr Christoph Heidel, Leiter der VHS, die Grußworte.In seiner Ansprache beschrieb er die Vorteile desTR für die VHS und gab einen kleinen Einblick in dieMöglichkeiten, die eine Verbindung vom Tauschringund der Stadt Wangen mit sich bringen könnte. DieGespräche laufen und wir freuen uns auf eine erfolgreicheEntwicklung.John Rogers, Pionier für Gemeinschaftswährungenund langjähriger Leiter eines Tauschringes in Wales,machte in einem Impulsgespräch mit GernotJochum-Müller, Obmann von TALENTE Vorarlberg,die internationale Bedeutung von Tauschringen undKomplementärwährungen in Europa und der ganzenWelt deutlich. In diversen Beispielen erfuhren wir, wasmit der genialen Tauschring-Idee alles möglich ist.Einen unbeschwerten musikalischen Rahmen botuns das „duo domestiko“. Mit Eigenkompositionen,gespielt von Akkordeon, Gitarre und Gesang, wurdenwir mit südamerikanischem Flair hervorragendPapier und vielem mehr! Die Vielfalt spiegelte sichauch darin, dass Aussteller aus den umliegendenTauschringen gekommen waren. Auf der Emporeim ersten Stock war eine talentierte Bildergaleriezu besichtigen. Im Foyer konnte man sich über denTauschring informieren und bei Interesse gleich Mitgliedwerden. Das Talente-Café im Foyer war gerneund gut besucht. Viele Talentierte im TR hatten köstlicheKuchen und Torten gebacken. Zum Mittag gabes eine leckere Kürbissuppe und einen gehaltvollenGemüseauflauf.Schmiede-Mitmachwerkstatt, mobileFahrradwerkstatt und Ausfahrten mit demgrasgrünen Trabbi-CabrioletEin besonderer Anziehungspunkt war die Schmiede-Mitmachwerkstattvor der Halle (Siehe Bild S.16). Dort konnte man selbst schmieden oder MatthiasGrabow beim Schmieden zusehen. Wer seinemFahrrad etwas Gutes tun wollte, brachte es zu ManfredRupflins mobiler Fahrradwerkstatt.


19 November 2013www.tauschmagazin.de/24Am Nachmittag bot Rainer Hellwig in seinem grasgrünenOriginal Trabbi-Cabriolet bei strahlendemSpätsommer-Sonnenschein die Möglichkeit für eineSpritztour durch Wangen.An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich beider Stadt Wangen, bei dem kompetenten und stetsfreundlichen Hausmeister, bei allen Marktleuten,Ausstellern und Workshop- Anbietern bedanken,und bei ALLEN, die durch Organisation, Mithilfe oderSpenden, dazu beigetragen haben, dass wir diesesschöne Fest feiern konnten!Kornelia Fentzl (TR Lindau-Wangen)Was könnten Sie sich denn vorstellen, was Sie gerneTauschen würden? Passen Sie mal auf, in einer Viertelstundegeht es hier offiziell los, bis dahin könnenwir ja schon mal..." usw.Jeder kann doch wohl einen Gast empfangen,zu Hause geht das doch auch!So oder so ähnlich könnte eigentlich jedes routinierteMitglied einen neuen Interessenten in Empfangnehmen. Ich weiß, da zögern die meisten, weil siedas nicht gewohnt sind. Das macht aber nichts, dagegengibt es einfaches Mittel, nämlich üben. Man kannganz einfach üben, eine neues Mitglied oder andereGäste zu begrüßen. Um Himmels Willen sollen dasnicht immer dieselben Leute machen!Jeder kann doch wohl einen Gast empfangen- zuHause geht das doch auch! Wenn so schon mal einGrundstein gelegt ist für eine Kommunikationskultur- der Gast bemerkt, dass er gerne gesehen undeinbezogen wird - dann gehen auch die anderenKommunikationstechniken leichter von der Hand:Anmeldung zum Ausflug, Anmeldung zur Feier, Abgabeder Tauschangebote, Verabredung zum Tauschen.Aber das wissen wir ja schon lange, oder?Schönen Gruß,Jürgen Winkler (TR-AA 78)Manchmal würde Jürgen gern über die Kommunikationsmuffellästern. Aber viel besser ist es,mit gutem Beispiel voranzugehen, findet er. Undschreibt darüber, wie er sich den Empfang einesneuen Mitglieds vorstellt. Denn:Jeder kann doch wohl einen Gast empfangenWie gerne würde ich jetzt über die Kommunikationsmuffellästern! Ha, da würden sich aber dieBalken biegen, aber wie! Das bringt nur leider nichts,außer Feindschaften. Da ist es viel besser, ich geheunverdrossen mit gutem Beispiel voran, und dasgeht z.B. so: " Ja guten Tag, Sie sind wohl neu bei uns,also bin ich der-und-der (und zeige dabei auf meinNamensschildchen, was bei uns jeder trägt), schön,dass, Sie uns besuchen! Nehmen Sie doch hier drübenPlatz. Da bin ich aber neugierig, wie Sie den Wegzu uns gefunden haben! Ja und wollen Sie was zumTauschen wissen, oder nur mal so gucken, was so losist? Ich kann Ihnen da gerne alles genau erklären...


www.tauschmagazin.de/24 20November 2013AUS DEM TAUSCHLEBENManche Tauschaktionen sind so besonders, verrückt,spannend, dass man sie sich nicht ausdenkenkönnte. Sie sind einfach Aus dem Tausch-Lebengegriffen. Diesmal: Zwei Geschichten, diezeigen, dass der Tauschring eine wirklich tolleInstitution ist –auch in Notlagen!Das Lötkolben-TaxiIch habe einen Freund,der in Düsseldorfwohnt. Das ist zwarweit entfernt, aber vonZeit zu Zeit besuchenwir uns. Den kenne ichvon Couch-Surfing her,aber mit Tauschringenhat der nichts am Hut,da ist er noch nichtauf den Geschmackgekommen. Nun hatte ich wichtigen Anlass, nachDüsseldorf zu fahren, nämlich, um mich bei einembesonders fähigen Augenarzt untersuchen zu lassen.Dieser nimmt aber keine Kassen-Patienten mehran - aber in meinem Fall, da ließ sich das einrichten.Warum? Weil mein Freund da nachgeholfen hat.Diese ganze Vorgeschichte – ja, was soll die eigentlich?Und wo ist da der Lötkolben?Die Vorgeschichte soll noch einmalverdeutlichen, wie wichtig es ist, sein eigenes,persönliches Netzwerk zu schaffen,ob mit oder ohne Tauschring.


21 November 2013www.tauschmagazin.de/24Weil das sehr sinnvoll ist, und weil es Spaß macht.Und man für Geld eben nicht alles kaufen kann.Natürlich hat der Augenarzt keine fünf Tage für seineUntersuchung gebraucht, also Zeit genug für mich,um mich nützlich zu machen.Am Ende stand ich vor dem Backofen meines Freundes,und dieser Backofen hatte seinen Dienst quittiert:er ließ sich einfach nicht mehr einschalten. Nunsind Reparaturen an Haushaltsgeräten so eine derSache, die ich zwar „gut und gerne“ mache, also deshalbauch zum Tausch anbiete. Nur muss ich michauch jedes Mal neu in die Materie einarbeiten, umden möglichen Fehler und um dann Wege zu finden,den Fehler auch zu beheben. Aber dazu schleppe ichdoch keine ganze Werkstatt mit mir herum nur soauf Verdacht!"Tauschring ist, wenn man wieder und wiederalle vier Wochen brav zusammen hockt,und dann plötzlich das Unaussprechlicheeintritt" - das Unaussprechliche: Das ist dieErfüllung von Wünschen (bzw. die Anwendungvon Begabungen), von denen man garnicht wusste, dass man sie hat, und die ebengenau deshalb unaussprechlich sind.“Jürgen WinklerAber was soll´s: Erika, ich bin hier in Düsseldorf,weißt Du jemanden, der mir sofort einen Lötkolbenleihen kann? Ich muss nur eine Kleinigkeit löten,dann ... !Das Lötkolben-Taxi ist unterwegsDer jetzt eintretende Vorgang kann mit Worten wie„zuverlässig“, „engagiert“ und „entgegen-kommend“nur unzureichend umschrieben werden. Nachkurzen Telefonaten war klar: Erika hat zufällig eineLötpistole irgendwo `rumliegen, die braucht sie auchgar nicht, ja, und weil ich den Weg sowieso nicht bewältigenwürde, bringt sie das Gerät auch noch vorbei!Bis ans Haus! Das Lötkolben-Taxi ist unterwegs!Wenn sie auch noch einen Parkplatz gefunden hätte,dann hätte sie auch noch miterleben können, wie derBackofen wenig Zeit später wieder in Funktion ging.Aber das habe ich ihr schon anders mitgeteilt, denndas gehört sich so, den Erfolg der Bemühungen auchzu melden. Ebenso wie die Zeitgutschrift anzuweisen,klaro.So, und am Ende gibt es (mindestens) drei Gewinner:der Freund mit dem Backofen, ich selbst, undErika, die jetzt zum festen Bestand meines eigenen,persönlichen Netzwerkes zählt.Jürgen Winkler (Tauschring Aalen Nr.78)Also, in Verbindung mit Internet und angeborenemtechnischen Instinkten konnte ich die Fehlerursachetatsächlich finden, das defekte Bauteil identifizierenund auch ein neues auf-treiben (für nur 5 Cent!...welche Folgen!...). Zum Einbauen muss aber jetzt einLötkolben her, sonst wird es nicht fertig.Der Backofen steht auseinandergebaut da. DerFehler ist tatsächlich gefunden. Das Ersatzteil istbesorgt. Und es ist ausprobiert. Und es braucht nurnoch eingelötet werden, dann kann alles wieder zusammengebautwerden und ist fertig. Aber: wenn ichjetzt keinen Lötkolben bekomme... ? Soll jetzt etwaso kurz vor dem Ziel alles unerledigt zurückbleiben?Wer jetzt denkt: „Der fährt doch bestimmt mit einerMitgliederliste von allen Tauschringen der Weltdurch die Gegend“ - tja, schön wär´s! Aber immerhin- eine Liste hatte ich schon dabei, die Teilnehmerlistevom BundesArbeitsTreffen der Tauschsysteme. Undda ist eine Erika B. aus Düsseldorf drauf, mir nurleider völlig ungeläufig.Meine „Tür-zu-Geschichte“Eine gefürchtete Situation, die vielleicht jeden einmalim Leben erwischt: Ich will doch nur kurz in denKeller und das Mittagessen aus dem Kühlschrankholen. Und dann ist es schon passiert. Die Tür ist zuund der Schlüssel steckt von innen. Normalerweisesteckt er dort nicht, doch in der Nacht zuvor habenfremde Leute bei mir an der Tür geklingelt. Und weilich mich schützen wollte, schloss ich die Haustür voninnen ab. An jenem Morgen habe ich den von innensteckenden Schlüssel vergessen und den Ersatzschlüsselam Band schnell mal genommen und dieTür zugezogen. Kurze Zeit später bin ich mit den Lebensmittelnwieder vor der Tür, aber diese lässt sichnicht mehr öffnen. Der von innen steckende Schlüsselverhindert das Aufschließen von außen. Pech!Jetzt stehe ich mit Schlüssel - in Jogginghose undStraßenschuhen ohne Socken - vor der „zuen“Tür:


www.tauschmagazin.de/24 22November 2013Bin ohne Telefon und vor allen Dingen ohne diedarin gespeicherten Nummern. Es fällt mir dann nurnoch eine Möglichkeit ein:Ich klingele bei der Nachbarin (die ist Gott sei Dankda), wähle von ihrem Telefon die einzige Nummer,die ich noch auswendig weiß, und hab` Erfolg: Ichhab` E. dran. Sie hilft mir schnell mit verschiedenenTelefon- und Handynummern aus. Da habe ichjetzt die Nummer von Manfred (unser Ex-Imkerund Schlosser), die von Rolf, einem neuen Mitgliedmit handwerklichem Geschick und Know-how undzuletzt die von Peter M., der „kann das auch“ laut E`sgutem Rat. Manfred und Peter kann ich nicht erreichen,aber zum Glück habe ich Rolf sofort am Apparatund er hat auch direkt Zeit zu kommen.Mit der Scheckkarte? Fehlanzeige!So machen wir uns ans Werk. Zuerst probieren wirden Ratschlag der Nachbarin, dass die Tür sich miteiner Scheckkarte ganz leicht öffnen lässt. Das hatsie mal im Fernsehen gesehen. Wir nehmen eine alteKrankenkassenkarte von ihr und probieren unserGlück. Fehlanzeige! Die Karte ist am Ende total verbogen,die Tür aber noch geschlossen.Dann E`s Vorschlag, die Tür mit einer aufgeschnittenenPET-Flasche zu öffnen (hat sie mal im Fernsehengesehen) - auch das schlägt fehl.Kurz bevor wir dann aufgeben wollen, kommt mirdann aber die zündende Idee von früher! Da hab` ichdoch mit Sicherheitsklammern vom Pütt die Haustürvon unserem Hochhaus immer öffnen können. Undspäter im Studentenwohnheim hab` ich mit einemselbst gebasteltem Dietrich die Studentenbudenauch immer geöffnet. Also gedacht und getan. Ichgehe noch einmal in den Keller und sehe mich um.Was habe ich denn da? Ein Verschluss für Einweggläseraus Draht scheint mir das geeignete Mittel derWahl! Es ist ein stabiler Draht und er ist dünn genug,um damit durch den Türschlitz zu kommen. Alsobiege ich einen kleinen Stift mit Widerhaken zurecht.Rolf „verfeinert“ diesen noch einmal und....SCHONhaben wir es geschafft!!! Rolf öffnet nach 1.5 Stundendie Tür mit unserem selbst gebastelten Dietrich.Puh.... was bin ich erleichtert! Ich falle Rolf um denHals und bedanke mich nochmal ganz herzlich beiihm. Dann bedanke ich mich auch nochmal bei meinernetten türkischen Nachbarin, die mir die gesamteZeit vor der geschlossenen Tür beigestanden hat.Ich bin wieder daheim und habe einen Ärger undeinen großen Batzen Euros für denSchlüsseldienstgespart.Regina Goll (Düsseldorf)Mein neues Angebot im Tauschring lautetübrigens:„Biete selbst hergestellte Dietriche an“


23NETZWERKPROJEKTEEntwickler gesucht!Liebe Tauschring-Interessierte und -Mitglieder,seit vor Kurzem Tauschen-ohne-Geld ein paar Tageoffline war, mache ich mir Gedanken darüber, dass esdoch eigentlich eine Tauschsoftware geben sollte, diesich jeder Tauschring eigenständig als Open Sourcebei seinem eigenen Webhoster installieren unddamit unabhängig nutzen könnte. Nachdem ich michdazu mit Harald u.a. austauschen konnte, haben wiruns entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen undeine Gruppe interessierter Entwickler zusammenzutrommeln.Was soll diese Online-Software für Tauschringe -Arbeitstitel "Eichhörnchen" - leisten können?Tauschen-ohne-Geld hat hier die Latte bereits sehrhoch gehängt, was Usability, Flexibilität und Vollständigkeitangeht. Andererseits gibt es durchausnoch weiterführende Ideen und Wünsche, die wirgerne umsetzen würden.Die Anwendung soll einfach und ohne tiefe technischeKenntnisse von Tauschring Admins bei ihremeigenen Webhoster installiert werden können -Wordpress ist hier ein gutes Beispiel. Gleichzeitigsollen Updates ebenfalls sehr einfach umzusetzensein, damit Programmfehler, die es in jeder Softwaregibt, schnell und ohne technische Hürden in denexistierenden Installationen ausgemerzt werdenkönnen.Die Anwendung soll es erlauben, Mailings an Mitgliederzu versenden (Mailinglistenfunktion), eine CMSKomponente zur Repräsentation des Tauschrings imInternet haben und über ein Forum verfügen, in dem


www.tauschmagazin.de/24 24November 2013Mitglieder einfach online diskutieren können, wenngewünscht.Die Standardfunktionen einer Tauschsoftware wieMitgliederverwaltung und -kontaktaufnahme, dasSchalten von Anzeigen, das Buchen von Tauschaktivitätenund die Verwaltung des Ganzen durch einTauschringbüro sollen ebenfalls umgesetzt werden.Wie sollen diese Anforderungenumgesetzt werden?Indem sich eine Gruppe von in verschiedenen Bereichenerfahrenen Software- und Web-Entwicklernzusammenfindet, die dieses Open Source Projektüber mehrere Jahre hinweg verwirklicht und auchlangfristig Support für die Weiterentwicklung leistet.Da es hilft, wenn sich die Beteiligten auch persönlichkennen und eine gemeinsame Sprache sprechen,würde ich vorschlagen, dass wir uns vorerst auf dendeutschsprachigen Raum konzentrieren. Erst wennsich dort keine ausreichende Menge an interessiertenEntwicklern findet, würde ich eine internationaleAusweitung in Erwägung ziehen. Wie oft bei unserenTauschringaktivitäten gibt es für die investierteZeit zwar kein Geld, aber eventuell könnt Ihr EurenTauschring überreden, die gute Sache mit Stundenzu fördern. Alles andere wie gehabt aus Vergnügenan der guten Sache.Die Basis der neuen Software sollen möglichst vielegeeignete Open Source Komponenten sein, dieentsprechend um spezifische Funktionen erweitertwerden. Ich denke da z.B. an Wordpress, das bereitsmit entsprechenden Plugins und Erweiterungenmehr oder weniger gut zur Verwaltung von Mitgliedern(mit entsprechenden Plugins) und Anzeigen(in Form von Posts) geeignet erscheint und überseine offene API sehr einfach erweitert werden kann.Außerdem deckt es bereits den CMS-Teil des neuenSystems ab. Eine etwas fortschrittlichere Mitgliederverwaltungkönnte auch über eine Integration vonCiviCRM erreicht werden. Die Komponente, welcheganz sicher komplett neu zu entwickeln wäre, ist dieFührung von Tauschkonten und Buchungsvorgängenauf diesen.nenten (z.B. Wordpress) reduziert unseren Aufwanderheblich, unterstützt die Nutzung existierenderStandards und erleichtert es uns, schnell erste lauffähigeund sinnvolle Versionen der Anwendung zurVerfügung zu stellen.Erstes Treffen zum Zusammenraufen fürJanuar 2014 geplantNach einem ersten Treffen, bei dem wir uns alsGruppe zusammenraufen und das gemeinsame Vorgehenbeschließen, arbeiten wir verteilt, kommunizierenüber ein Forum, Chats oder Telkos, dokumentierenund konzeptionieren im Tauschwiki, arbeitennach der agilen Entwicklungsmethodik Scrum undmit entsprechenden Werkzeugen, natürlich angepasstauf den geringen zeitlichen Umfang und dieverteilte Mannschaft nicht mit daily Standups, sondernvielleicht mit weekly Telcos. Ich gebe gerne denScrummaster und Projektleiter, würde aber gerneauch entwickeln. Über die anderen Rollen (ProductOwner, Entwickler) müssen wir uns verständigen.Hast Du Lust bekommen, Dich an diesem Projekt zubeteiligen? Dann melde Dich bei mir, am Besten perEmail: tom@gibundnimm-buedingerland.deWir planen ein erstes Treffen am Wochenende 18.bis 19. Januar 2014 in Florstadt Stammheim (45 kmnord-östlich von Frankfurt/M., an der A45). Gib dochin Deiner Mail gleich Bescheid, ob Dir dieser Terminpasst. Die Details versende ich dann Ende Dezember,wenn wir genügend Interessenten gefunden haben.Liebe GrüßeTomKontakt:tom@gibundnimm-buedingerland.dehttp://www.gibundnimm-buedingerland.de/http://www.tauschen-ohne-Geld.de/gib-und-nimm-büdingerlandDie Anwendung soll zeitgemäß mit anpassbarem,modernem Design (Template-basiert), aktuellenFunktionalitäten wie z.B. AJAX, als Webanwendungimplementiert werden, dabei auf offenen Standardsaufbauen und wie bereits mehrfach erwähnt alsOpen Source zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzungmöglichst vieler bereits existierender Kompo-


25 November 2013www.tauschmagazin.de/24Neuigkeiten vom Software-ProjektCyclosAA. Im Mailaustausch mit Tom Langebezgl. des Artikels „Entwickler gesucht“bekam ich die Nachricht: Das OpenSource Projekt Cyclos (http://www.cyclos.org/) wird kommerziell. Da auchunser Tauschring mit Cyclos verwaltet wird, wollteich genaueres wissen und stellte über die SunflowerStiftung in der Schweiz den Kontakt zu Roder vanArkel in Brasilien her. Denn dort wird Cyclos programmiert.In unserem Scype-Gespräch gab er mirInformationen aus erster Hand.In den letzten Jahren wurden alle Kosten für dasCyclos Projekt von der Stiftung Stro (http://www.socialtrade.org/) aus den Niederlanden getragen. Inder Zukunft kann die Stiftung dies aus finanziellenGründen nicht mehr leisten. Somit ist das Projektgezwungen die Kosten auf einem anderen Weg zudecken, denn auch die Entwickler brauchen Geldzum Leben..Der Charakter des Projektes hat sich insofern grundlegendgeändert. Denn ab Cyclos 4 ist das Projektkein Open Source Projekt mehr. Der Programmiercodewird also nicht mehr der Allgemeinheit zurVerfügung gestellt.Dennoch bietet Cyclos weiterhin eine sehr weitgehendeUnterstützung für alle Menschen, die diesSoftware für die Umsetzung von Sozialen Initiativeneinsetzen wollen. Hier der Versuch einen Überblickzu geben:Cyclos 4 Communties wird zukünftig kostenlosonline zur Verfügung gestellt. Man kann es nichtdownloaden und unter eigener Regie betreiben.Der Vorteil: Jeder kann ganz schnell und ohne tiefergehendeProgrammierkenntnisse die Cyclos Verwaltungfür seinen Tauschring einrichten. Jedoch ist dieKonfiguration in weiten Teilen voreingestellt undnicht so tiefgehend beeinflussbar, wie bisher.Der Nachteil: Die Daten liegen auf einem zentralenServer in den Niederlanden. Roder van Arkel hat mirversichert, dass die Sicherheit und der Datenschutzeine sehr hohe Priorität haben. Dennoch ist das nichtjedermanns Sache.Cylos 4 Pro ist Downloadbar und kann von jederInitiative auf Ihrem eigenen Server betrieben werden.Solange eine bestimmte Benutzerzahl nichtüberschritten wird, ist diese Version ist weiterhinkostenfrei. Sollte die Benutzerzahl weiter wachsen,so wird die gemeinnützige Ausrichtung der nutzendenInitiative von Cyclos überprüft. Erst wenn mitder Software Geld in größerem Ausmaß verdientwird, soll Cyclos Lizenzgebühren kosten. Dabei sindnatürlich Spenden auch gerne gesehen.Cyclos Version 3.7.3 wird als Open Source Softwareeingefroren. Zukünftig werden keine Updates mehrherausgebracht. Programmierfehler oder andereProbleme mit Cyclos 3.7.3 die die Nutzer den Entwicklernmitteilen, werden behoben. Allerdings hatCyclos 4 Priorität. Es kann also manchmal eine Zeitdauern, bis die Änderungen programmiert sind.Falls jemand weitergehende Fragen hat, so bitteich euch mir die mitzuteilen. Dann werde ich michbemühen Roders Antworten für die nächste Ausgabedes TM´s einzuholen.Da Roder kein Deutsch spricht hat er mich gebetenfolgende Informationen weiterzugeben:Wir haben in der Tat noch nicht so viel offizielle Nachrichtenüber die aktuelle Entwicklung von Cyclos 4 aufunserer Website veröffentlicht, aber das ist bisher klar:Lizenzkosten:Cyclos 4 PRO• Gebühren werden nur erhoben, sobald das Systemeine bestimmte Zahl an Benutzern übersteigt und/ oder die Nutzer genug kommerziellen Gewinnerzielen.• Projekte mit einer sozialen Aufgabe mit dem Mangelan Ressourcen können sich für eine kostenloseVersion bewerben (Details werden in unseremNewsletter mitgeteilt).Cyclos 4 Communities• kann völlig frei genutzt werden. (Quelle: http://www.cyclos.org/cyclos-4-release)Derzeit arbeiten wir noch daran die genauen Regelnzu bestimmen. Wir werden sie voraussichtlich Endedieses Jahres / Anfang Januar auf unserer Websiteveröffentlichen. Wahrscheinlich lassen wir alle Cyclos4 PRO kostenlos nutzen , wenn sie weniger als 250Benutzer (oder 300 diese Zahl ist noch nicht genauvereinbart ) haben .Systeme, die diese Anzahl überschreiten können eineNon-Profit-Lizenz beantragen. Dann jedoch müssendiese Initiativen uns einige Dinge glaubhaft versichern:• Sie sind keine gewerblichen Nutzer


www.tauschmagazin.de/24 26November 2013• Die Organisation ist nicht auf Gewinnerzielungausgerichtet• Sie müssen soziale Ziele (Menschen zusammenzubringen,die Schaffung einer besseren sozialenStruktur, solidarische Wirtschaft oder die Verbesserungder Umwelt, etc.) haben• Wir möchten gerne wissen, ob sie ernsthaft undengagiert sind .Aus unserer Sicht sind die Änderungen wirklich kleinund machen uns keine Sorgen, dienen Sie doch weiter-hin dem Ziel solche Initiativen wie euren Tauschringflorieren zu lassen. Und wenn eine Initiative IhrenBeitrag zu dem Projekt leisten will, kann es gerne eineSpende machen. Auf der anderen Seite sollen kommerzielleNutzer, die mit Cyclos viel Geld verdieneneben auch Ihren finanziellen Beitrag leisten um unsereProgrammierer zu bezahlen.Ich hoffe, es ist jetzt alles klarer geworden und bitteDich diese Informationen an andere Tauschringe inDeutschland weiterzugeben.BATT 2012 Arbeitsgruppe Überschuldungoder praktische Erfahrung miteinem Überhang an Pluskonten inTauschsystemenLiebe Teilnehmer/-innen der Tauschsysteme:Auf dem BATT - aktiv 2012 in Büdingen hat sichunsere Arbeitsgruppe gegründet. Wir wollenkeine neuen Theorien zur Überschuldung vonTauschsystemen aufstellen, sondern die Daten ausden Tauschsystemen auswerten. Die Arbeitsgruppebraucht daher Ihre Unterstützung und Mithilfe.Nach internen Abstimmungen benötigen wir umunsere Untersuchungen fortzusetzen nachfolgendeDaten aus Ihrem Tauschsystem. Ihre Daten werdenselbstverständlich vertraulich und anonym behan-delt, der Name des Tauschsystems wird nicht veröffentlicht.Bitte ausfüllen und (wenn möglich als Exceltabelle,siehe Kasten) senden an:Manfred Neumann,Talentetausch - Region Grafing,Email: avu-mn@t-online.deDie Auswertung wollen wir gerne auf einem kommendenBATT präsentieren und zur Diskussionstellen.Manfred Neumann (Talentetausch - Region Grafing)Koordinator für die BATT - 2012 - Arbeitsgruppe:ÜberschuldungJahrSumme derpersönlichenMitgliederkontenSumme Kontoständealler persönlichenTeilnehmerkontenmit Plus (> 0)in StundenSumme Kontoständealler persönlichenTeilnehmerkontenmit Minus (< 0)in StundenSumme derUmsätzeim Bilanzjahrin Stundenz.B. 2008 46 556 -122 1754


27 November 2013www.tauschmagazin.de/24INTERNATIONALIm Juni trafen sich WissenschaftlerInnenund PraktikerInnen zum Gedankenaustauschüber Komplementärwährungenbzw. Tauschsysteme inDen Haag.Rolf Schröder berichtet von der „2ndInternational Conference on ComplementaryCurrency Systems“(Den Haag, 19.-23.6.2013). An fünfTagen trafen sichWissenschaftlerInnenund PraktikerInnenzum Gedankenaustauschüber Komplementärwährungenbzw. Tauschsysteme.Es war eine wirklichglobale Konferenzmit TeilnehmerInnenauch aus Japan, NordundSüdamerikasowie Australien. Insgesamtwurde ein Trend zu professionell betriebenenSystemen erkennbar. Nach der ersten Konferenzdieser Art im Jahre 2011 in Lyon scheint es so, alsob diese Treffen zu einer festen Einrichtung werden.Für 2015 ist eine Konferenz in Brasilien avisiert. DieVeranstaltung in den Niederlanden gliederte sich indrei Teile: eine akademische Konferenz, ein Tag mitVorträgen und Seminaren für die Zielgruppe „po-


www.tauschmagazin.de/24 28November 2013litische Entscheidungsträger“ sowie ein Forum fürPraktikerInnen. Die zuletzt genannten Teile warenveranstaltet worden von Qoin, einer niederländischenNichtregierungsorganisation, die dies mit Mittelnaus einem europäischen Förderungsprogrammleisten konnte.VertreterInnen von Tauschsystemen der erstenGeneration (LETS, S.E.L., Tauschringe etc.) habenhier fast gar nicht teilgenommen. Während sich vorzwei Jahren in Lyon die S..E.L. VertreternInnen nochlaut und deutlich zu Wort gemeldet hatten, war vonSystemen der ersten Generation (etwa den niederländischenLETSkringen) hier kaum etwas zu hören.Meines Wissens war die einzige Vertreterin einerderartigen Einrichtung Mary Fee von LETSLink UK.An einem der Abende hatte ich Gelegenheit ausführlichmit ihr zu diskutieren. Genaue Informationenüber den Zustand der englischen LETS hatte sienicht; positive Nachrichten aus dem Vereinten Königreichgibt es jedenfalls nicht. Makoto Nishibe, einin diesem Feld sehr erfahrener Wissenschaftler, saßmit uns am Tisch. Es sei für ihn doch sehr interessant,so seine Bemerkung, dass die Praxis in diesenzwei Ländern anscheinend recht ähnlich sei. In derTat, wir hatten unsere Erfahrungen austauschenkönnen, als ob es keine Ländergrenzen gäbe. Ich fügtehinzu, dass Gespräche mit S.E.L. oder Banche delTempo AktivistInnen meist recht ähnlich verlaufenwürden. Jedenfalls gäbe es hier ein großes Maß anGemeinsamkeit. Es sei eine Welt, so Nishibe, die sichdoch sehr von den in Den Haag vorgestellten Projektenunterscheide.Rolf SchröderFür Details (in englischer Sprache) siehe:http://www.iss.nl/research/conferences_and_seminars/previous_iss_conferences_and_seminars/complementary_currency_systems/http://qoin.org/conference_english


29 November 2013www.tauschmagazin.de/24BUNDESARBEITSTREFFEN DERTAUSCHSYSTEME(BATT 2013 KASSEL)Zwei Erfahrungsberichte – zwei gänzlich unterschiedlichePerspektiven.Andreas Artmann war in Kassel undsitzt zwischen den Stühlen.AA. Dieses Mal habe ich das Gefühl, noch mehr zwischenden Stühlen zu sitzen als bei meinem Berichtin Ausgabe Nr. 23 des Tauschmagazins. Denn aktuellist die Stimmung auf der Bundesebene sehr konfliktbeladen.Dies war für mich auch auf dem Bundesarbeitstreffender Tauschsysteme (BATT 2013)vom 6. bis 8. September 2013 in Kassel deutlichspürbar. Doch seitens der Organisatoren wurdedieses Thema mit keinem Wort erwähnt. Das Treffenin Kassel 2013 war in meiner Wahrnehmung geprägtvon Themen und Arbeitsmethoden, die mich alsTeilnehmer teilweise sehr unzufrieden zurückließen.Die Themenauswahl hatte nur teilweise mit demAustausch der Teilnehmer untereinander und derWeiterentwicklung des Tauschringgedankens zu tun.Sicherlich sind die Themen „Gemeinwohlökonomie“(Roland Wiedemeyer), „Gewaltfreie Kommunikation“(Heribert Schöning), „Regionale Wirtschaftsgenossenschaftenund leistungsgedecktes Regio-Geld“(Roland Wiedemeyer) und „Teilhabe, Selbstbestimmung,Selbstbewusstsein (Ulrike Pohl, rollifahrendeInklusionsexpertin aus Berlin) sehr wichtig.Mir stellt sich nur die Frage, was diese Themen mitdem Titel „Bundesarbeitstreffen der Tauschsysteme“zu tun haben? Da scheint sich das Verständnisseit 2008 doch stark gewandelt zu haben. Bis 2007waren die „Bundestreffen“ überwiegend wie Vor-


www.tauschmagazin.de/24 30November 2013tragsveranstaltungen organisiert. Bei dem „Bundes-Arbeits-Treffen“2008 rückte die persönlicheBegegnung der Teilnehmer und die Arbeit in Kleingruppenin den Mittelpunkt. Für die Zukunft findeich es sehr wichtig, die Ausrichtung des Treffens imVorfeld zu kommunizieren. Es ist für mich ein sehrwichtiger Unterschied, ob ein Workshop mit einemzehnminütigen Impulsreferat beginnt und fünfzigMinuten für die Diskussion bleibt oder wie 2013 inKassel meistenteils 50 Minuten für die Präsentationdes Themas verbraucht werden und am Ende 10Minuten für die Diskussion bleiben.dass Antje aus dem Tauschring Hamburg mit Herzund Liebe die Gestaltung des Mottenmarktes – sotitelt die Hamburger Tauschzeitung – übernommenund noch freie Kapazitäten hat. Da uns die Gestaltungsarbeitvon Antje sofort überzeugt hat, begrüßenwir Sie ganz herzlich in unserem Redaktionsteam.Systemisches KonsensierenIn Anbetracht der spannungsgeladenen Situationentschied sich das Orgateam die Moderation des Abschlussplenumsan Roland Wiedemeyer abzugeben,der uns als ausgebildeter Mediator sehr feinfühligdurch den Abstimmungsprozess geführt hat.Als Methode nutzte er das „Systemische Konsensieren“.Da diese Methode sehr einfach zu handhabenund dabei sehr effektiv ist, stellen wir Sie in unseremMagazin kurz vor (Siehe Fundstücke).LachjogaDas AbschlussplenumDurch Beschluss des Plenums am Samstagabendwurde die Entscheidung für den Ausrichtungsortdes BATT 2014 auf Sonntag 9.00 Uhr vorverlegt.Von denursprünglich Anwesenden 34 Menschen,waren zum Abstimmungszeitpunkt 29 anwesend.Nach einer ca. 2,5 Stunden langen Diskussion wurdeals Veranstaltungsort Leipzig ausgewählt. Hier solldas BATT im Vorfeld der 4. internationalen Degrowth-Konferenzstattfinden.Link zum Protokollhttp://www.tauschringe.net/Abschlussplenum_BATT_2013_Kassel.pdfIn einigen Pausen wurde von einem Mitglied derZeitbörse Kassel Lachjoga angeboten. Obwohl ichmir nicht vorstellen konnte, wie man „künstlich“ zumLachen gebracht werden soll, überwand ich meineWiderstände und nahm Teil. In den ersten Minutennoch dachte mein Kopf „ Das ist ja lächerlich. Wirmachen uns hier zum Affen“ und ähnliches. Doch jemehr ich mich kopflos auf meinen Körper einließund einfach nur lachte, desto mehr war mir egal, wasdie Unbeteiligten über mich dachten. Es war ein soherrliches Gefühl, einfach lauthals ohne Grund zulachen. Im Nachgang bin ich sehr froh, mich eingelassenzu haben. Ich habe gelernt, dass es fürs Lachenkeinen Grund braucht und dass es mir einfach guttut. So habe ich auf der Rückfahrt im Auto wohl eineStunde durchgelacht. Ich muss zugeben, dass dieseErfahrung mich verändert hat, denn täglich lasseich in meinem Leben zumindest ein Lächeln zu.Nach meinen Recherchen gibt es in vielen Städten inDeutschland schon kostenlose Lachclubs.Also nicht Denken, sondern ausprobieren. (http://lachclub.info)Stammtischgespräch – Neue Layouterinfürs TauschmagazinIm Rahmen einer „Raucherpause“ entspann sich einGespräch über die Motivation an einem Zeitschriftenprojektzu arbeiten. Dabei stellte sich heraus,


31 November 2013www.tauschmagazin.de/24Bericht vom Bundesarbeitstreffen fürTauschringe (BATT)Antje Schmidt und Sylvia König waren in Kasseldabei – und haben spannende Erfahrungengemacht.AS. Sylvia und ich sind am 5. September als Vertreterdes Tauschrings zum BATT nach Kassel gefahren.Darüber möchten wir kurz berichten.Das Treffen selbst fand erst am nächsten Tag statt,sodass wir beide noch Zeit hatten, uns Kassel anzuschauen.Ich war schon sehr gespannt auf die Stadtund natürlich auch auf das Treffen. Kassel ist einesehr alte Stadt: Sie wird erstmals 913 als Königshof1801 von seinen Nachfolgern als Lustschloss gebautwurde. Am Bergpark wurde in den späteren Jahrenweitergebaut. Auf jeden Fall ist der Park mit denWasserspielen, den Schlössern und dem Herkulesallein eine Reise nach Kassel wert.Der Zweite Weltkrieg bedeutete für Kassel einen großenSchnitt im Stadtbild. Fast 75 Prozent der Stadtwurden zerstört. Heute ist Kassel in großen Teileneine 50iger-Jahre-Stadt. Sylvia und ich wurden gewarnt,wie „hässlich“ die Innenstadt von Kassel sei.Auf das Schlimmste gefasst, wurden wir aber positivüberrascht! Bauten aus den 50igern wechseln sichmit Resten der alten Stadt in sehr harmonischerWeise ab. Es gibt immer wieder überraschende,interessante Stadtblicke mit alten und neuen Bauten.An den Altbauten in der Innenstadt sieht man immernoch, wie mächtig die Stadt einst war. Heute stehtKassel neben dem Bergpark Wilhelmshöhe auch fürzeitgenössische Kunst: die documenta (siehe Bild).Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt und dauertjeweils 100 Tage. Die erste documenta wurde 1955veranstaltet.erwähnt. Im Jahr 1189 erhielt Kassel die Stadtrechteund war bereits ab 1277 Residenzstadt derLandgrafen (seit 1803 der Kurfürsten) von Hessen.Der Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654-1730)prägte wie keiner anderer das Stadtbild von Kassel.Während seiner Regentschaft entstanden dieKarlsaue, das Marmorbad und die Orangerie (sieheBild). Im Bergpark Wilhelmshöhe wurde der Herkulesgebaut - heute das Wahrzeichen der Stadt. Seit2013 gehört der Bergpark zum Weltkulturerbe. Aufdem Bild seht Ihr die Löwenburg, die von 1793 bisNach der Stadtbesichtigung ging es dann zumArbeitstreffen. Am Freitag haben wir uns alle ersteinmal kennengelernt und einen Vortrag überEinfühlsame Kommunikation gehört. Ich saß allerdingsdraußen und habe mich mit den KasselerTauschringlern unterhalten, die fleißig bei der Organisationdes Arbeitstreffens mithalfen. Am nächstenTag ging es dann richtig los mit Vorträgen undWorkshops.Ein Vortrag handelte von Zeitbanken: Die Idee, mitZeitbanken fürs Alter vorzusorgen, stammt vonverschiedenen Initiativen in Deutschland und Österreich.Zu den drei Säulen gesetzliche Rente, betrieblicheRente und private Rente kommt eine vierte Säule"Zeitanspar-Rente" hinzu, die das Leben im Alterabsichern soll. In Deutschland arbeitet aktuell nur


www.tauschmagazin.de/24 32November 2013eine kleine Zahl von Zeitbanken. Zeitbanken arbeitenähnlich wie Tauschringe, nur dass die Mitglieder vonZeitbanken ihre geleistete Zeit erst später in Anspruchnehmen können. Ein Beispiel ist die Zeitbankin Westerstede (http://www.daheim-statt-heim-wst.de).Ein weiterer interessanter Vortrag war über Gemeinwohlökonomie.So wird ein alternatives Wirtschaftssystembezeichnet, das auf gemeinwohl-förderndeWerte und auf Kooperation aufgebaut ist. Unternehmenwerden für gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeitbelohnt. Wirtschaftlicher Erfolg wird nichtlänger mit (monetären) Tauschwertindikatoren gemessen,sondern mit (nichtmonetären) Nutzwertindikatoren(http://www.gemeinwohl-oekonomie.de).Dieses Modell wird schon in der RegionalwirtschaftAllgäu eG (http://rewig-muenchen.de/die-rewig/rewig-allgaeu) gelebt.Es gab auch noch einen Workshop zum Datenschutz.Hier war leider keine von uns dabei. Ich habe miraber in der Pause Tipps für unseren Tauschring gebenlassen. Sehr heiß wurde das Thema „Wie soll esmit den Bundesarbeitstreffen für Tauschringe weitergehen?“ diskutiert. Dazu wurde ein Grundsatzpapiererarbeitet, dass das nächste Orga-Team des BATTumsetzen wird. Sylvia ist dabei und wird uns dann(hoffentlich) von ihrer Arbeit berichten.Es war ein sehr schönes und informatives Treffen.Ich habe viele Menschen kennengelernt und Kontaktegeknüpft. Nächstes Jahr findet das BATT in Leipzigstatt.Übrigens, wir waren wunderbar gegen Motten inKassel untergebracht. Bärbel aus Kassel hat uns sehrlieb bewirtet, uns mit Informationen über die Stadtversorgt und mit sehr schönen Gesprächen überTauschringe und über das Leben im Allgemeinenunterhalten.


33 November 2013www.tauschmagazin.de/24FUNDSTÜCKEDer Blick über den Tellerrand - zu all den anderenaktiven Menschen außerhalb von Tauschringen,die um uns herum an unendlich vielenStellen an dem Wandel unserer Gesellschaftarbeiten. Deren Aktivitäten sind so vielfältig undermutigend, dass wir es wichtig finden, immerwieder auf sie hinzuweisen. Als Anregung zumAustausch. Als Motivation zur Nachahmung. AlsInspiration für die Tauschringlandschaft. VielSpaß mit unseren Fundstücken.Fahrräder für alle!DK. Münster ist nicht nur eine Fahrradhochburg,sondern auch die unangefochteneSpitzenreiterin,wenn es um die Anzahl derFahrraddiebstähle geht. Oftwerden geklaute Räder aneiner anderen Stelle derStadt in den Graben geworfen.Was aber, wenn überallbesonders gekennzeichneteFahrräder stehen, die allefahren und irgendwo wiederabstellen dürfen? EinBlick nach EmsdettenFahrräder für alle! Die Kolpingjugendaus Emsdettenhatte eine gute Idee – undhat sie auch umgesetzt. Mit10 Fahrrädern ging es los.


www.tauschmagazin.de/24 34November 2013Mittlerweile wurden 125 ehemals schrottreife Fahrräderrepariert und leuchtend orange angestrichen.Überall in Emsdetten laden sie ein, loszuradeln. Undsie für den nächsten irgendwo wieder abzustellen.Zur Nachahmung empfohlen.Kontakt: Kostenloses.Leihrad@gmail.comVideo Beitrag WDR: http://www.TinyURL.com/ou9y9gbOriginalartikel: http://www.weltbeweger.de/Dann oben rechts „Emsdetten“ ins Suchfeldeingeben.Repair CaféDK. Von Mainz bis Los Angeles, von London bisZürich:Die Idee der Repair-Cafés wandert um den Globus.Alte Toaster werden wieder flott gemacht, Lampengelötet. Und das alles in Cafés, in dem Menschen sichbegegnen und sich helfen können.Als ich im Mai 2013 in den Westfälischen Nachrichteneinen Artikel über Repair-Cafés las, warich sofort fasziniert und dachte an das gebündeltePotential unserer Tauschringe. Wir haben so vieleMitglieder mit besonderen, auch handwerklichenTalenten. Ich kenne persönlich einige Menschen, dieaus gesundheitlichen Gründen keine Arbeit finden– obwohl sie liebend gern arbeiten würden. IhreTalente weitergeben. Den Tag strukturieren. Anerkennungbekommen. Ihr Wissen weitergeben. DieIdee eines zentralen Treffpunkts, an dem Menschensich begegnen, miteinander reden und auch lernenkönnen, Reparaturbedürftiges wieder flott zu machen,finde ich fabelhaft.Wenn Ihr wissen wollt, wie Ihr in Eurer Stadt einRepair-Café initiieren könnt, lest mal in die verlinktenArtikel rein. Auf der Seite http://repaircafe.org/de/ wird Euch unter dem Menüpunkt „Selbst starten“gegen eine einmalige Schutzgebühr von Euro 25,-folgende Hilfestellung geboten: Ein umfangreichesHandbuch, eine praktische Anleitung, die von Aufbaubis Material, Haftung, Organisation bis zu PR-Arbeitalles umfasst, was man für eine Gründung braucht,das Repair-Café-Logo, Vorlagen für Poster und Flyer,Vorlagen für Formulare zum Haftungsausschluss.Gleichzeitig habt Ihr die Möglichkeit, Euren Standortüber die offizielle repaircafé.org-Seite zu bewerben.Vielleicht gibt es ja Tauschringe, die die Idee bereitsumgesetzt haben? Als gelegentliches oder sogar ganzregelmäßiges Angebot?Wir vom Tauschmagazin würden gern über Euchberichten!Weitere Informationen findet Ihr über folgendelinks:Westfälische Nachrichten : http://tinyurl.com/l2qcnksTransition Town Bielefeld : http://tinyurl.com/ktrcewu


35 November 2013www.tauschmagazin.de/24Das SK-Prinzip: Was ist Systemisches Konsensieren?Während es BATT 2013 wurde eine interessante Methode zur Entscheidungsfindung genutzt. Dassystemische Konsensieren.Die allgemeinste Formulierung des SK-Prinzips lautet:Die Gruppe entwickelt möglichst viele Vorschläge und ordnet diese sodann hinsichtlich ihrer Nähezum Konsens.Und so gehts:Das ist jener Vorschlag, der in der gesamten Gruppe die geringste Ablehnung und daher auchdas geringste Konfliktpotenzial erzeugt. Es ist daher unter den vorhandenen Vorschlägen gleichzeitigderjenige, der den besten Interessenausgleich unter den Beteiligten erzielt.In vielen Fällen reicht folgende Formulierung:Die Gruppe entwickelt möglichst viele Vorschläge und wählt dann jenen aus, der dem Konsensund damit dem Interessenausgleich am nächsten kommt.Diese Alternative nennen wir "konsensiert". Der Prozess, der zum Suchen dieser Alternativeabläuft, heißt "Konsensieren" (Quelle: http://www.sk-prinzip.eu).Systemisches Konsensieren OnlineZu der Methode, die bei dem BATT 2013 genutzt wurde gibt es auch ein Onlineangebot. Hier kann man dieMethode online auch für komplexere Entscheidungen nutzen: http://www.konsensieren.eu/


www.tauschmagazin.de/24 36November 2013 November 2013REZENSIONENEndlich Wachstum – Materialien fürdie BildungsarbeitAA. Tauschringe sind vielfach auch aus dem Blickwinkelder Nachhaltigkeit entstanden. Doch wasnützen alle Wandelversuche, wenn unser BildungsundWissenschaftssystem immer noch auf den altenWachstumswahnsinn setzt?Entstanden aus einer solidarischen Kaffeeinitiativebeschäftigt sich der Verein Fairbindung e.V. schonseit einigen Jahrenmit Bildung für einenachhaltige Entwicklungund hat einenreichen Erfahrungsschatz.Diesen bietetder Verein auf verschiedenstenWegenan. Es werden Workshopsund Seminarefür Jugendliche und Erwachsene angeboten. Es gibtspezielle Angebote für Schülerinnen, für Schülerinnenunternehmen,sowie für Multiplikatorinnen.Aus dieser vielfältigen Arbeit ist eine Methodensammlungentstanden, die auf 140 Seiten weit über100 ausgearbeitete Methoden zur Arbeit mit jugendlichenund jungen Erwachsenen im Alter von etwa15 bis 25 Jahren bietet. Alle Methoden sind erprobtund auf der beiliegenden CD mit den jeweiligenArbeitsmaterialien und Kopiervorlagen ausgestattet.Die einzelnen Methoden unterscheiden sich in IhremSchwierigkeitsgrad. Einige sind sehr einfach durchzuführen,bei anderen sollten sich die Teamer oder


www.tauschmagazin.de/24 38November 2013Erfolg ohne Chef - Wie Arbeit aussieht,die sich Mitarbeiter wünschenDer Buchtitel verblüfft: Geht das denn? Kann dochgar nicht, meinen wir zu wissen dank unsererErfahrung; aber sind das wirklichErfahrungen, die wir unseremUrteil zugrunde legen oder dochnur Gewohnheiten und Denkmuster?Der Autor und FirmeninhaberGernot Pflüger lässt uns zunächstteilhaben an Beobachtungen amArbeitsmarkt seiner Jugend- undStudentenzeitzeit. Lust und Leistungsbereitschaftvon Menschenschienen schnell zu erlahmenwegen der hierarchischen Strukturen, der Gängelei,der Prinzipienreiterei, der Machtkämpfe, der Allzumenschlichkeitin den Betrieben. Was er beschreibt,hat jeder schon mal am eigenen Leib erlebt; mankennt das.Als er selbst die Chance zur Übernahme einer kleinenFirma bekommt, will er das Potential seinerMitarbeiter lebendig erhalten. Es gibt zwar keineTheorie und kein echtes Konzept, aber die Absicht zuvermeiden, was ihm immer schon als unwürdig undals Leistungsbremse erschien. Er wagt ein Experiment,das jetzt immerhin schon fast 20 Jahre andauertund mit dem er soooooo alleine gar nicht dasteht;es scheint eher Zeichen der Zeit zu sein.Alles ist transparent, jeder hat ein MitspracherechtEr bleibt zwar Inhaber der Firma, aber alle Aufträge,Zeitpläne, Kosten und Erträge sind den Mitarbeiterntransparent; jeder hat ein Mitspracherecht bei kleinenwie auch bei den ganz großen Entscheidungen;alle bekommen das gleiche Gehalt; es gibt kein Gehaltsgefälle.Alle sind – soweit möglich und sinnvoll– für alles zuständig. Und über alles wird gesprochen– muss gesprochen werden! Denn nichts ist mehrselbstverständlich so wie früher.Es gibt zum Schluss keine TheorienGernot Pflüger berichtet von all den gruppendynamischenProzessen mit ihren Aufs und Abs, vonden Glanzleistungen, die erst durch diese Neuerungenmöglich sind, aber auch von den Fehlern, diemangels Erfahrung erst noch schmerzlich gemachtwerden mussten, von wirtschaftlichem Erfolg undvom Preis der eigenen Sturheit und Blindheit. EineGeschichte, die das Leben schrieb und das macht dasBuch so schön lebendig und intelligent; es gibt auchzum Schluss keine Theorie, die andere aufgreifenkönnten, sondern nur Menschen, die sich selbst undsich gegenseitig im Arbeitsprozess als Menschenwahrzunehmen und zu respektieren versuchen.Dadurch wird Einsatzbereitschaft und Mitverantwortungprovoziert, von denen andere Betreibe nurträumen können. Trotzdem bleibt es bis heute einExperiment – aber ein sehr spannendes!Adelheid Heuger (Tauschring Lowi-Münster)Gernot PflügerErfolg ohne Chef. Wie Arbeit aussieht, diesich Mitarbeiter wünschenSeptember 2009 – 272 Seiten – 16,90 € -ISBN-13: 9783430200868


39 November 2013www.tauschmagazin.de/24RECHTLICHESEine Vereinshaftpflichtversicherung ist grundsätzlichfür jeden Verein sinnvoll. Aber was kostetdas? Und was ist inbegriffen? Wie sieht es ausmit Veranstaltungen und Festen? Andreas Artmannhat den Versicherungsfachmann AndreasWimmer gefragt. Der gibt Informationen undliefert Beispielrechnungen (Siehe Seite 40).Was kostet eine Vereinshaftpflichtfür einen Tauschring?Grundsätzlich sollte jeder Ihrer Tauschringe, ob e.V.oder nicht, eine Vereinshaftpflicht haben (http://www.vereinshaftpflichtversicherung.org). Die meistenGesellschaften verlangen hier Mindestbeiträge(ab ca. 70 Euro), die bis zu ca. 100 Mitglieder gelten.In der Vereinshaftpflicht sind alle satzungsgemäßenVeranstaltungen und Aktivitäten des Vereinsmitversichert. Satzungsgemäß bedeutet bei allenGesellschaften, alle Veranstaltungen, an denen nurMitglieder des Vereins teilnehmen. (Versammlungen,Feste, Ausflüge, etc.)Veranstaltungen, die der Öffentlichkeit zugänglichsind, d.h. wenn Nichtmitglieder teilnehmen, könnengegen einen Zusatzbeitrag eingeschlossen werdenoder es wird hierfür eine eigene Veranstalterhaftpflicht(http://www.veranstalterhaftpflicht.org ) abgeschlossen.Die zweite Möglichkeit ist jedoch relativteuer (Mindestbeiträge je Veranstaltung ca. 70 Euronetto). Besser ist es, diese Veranstaltungen in dieVereinshaftpflicht einzuschließen. Infostände beianderen Veranstaltungen oder Stadtteilfesten sindim Rahmen der Vereinshaftpflicht mitversichert, dader Verein nicht der Veranstalter ist.


www.tauschmagazin.de/24 40November 2013Die Vereinsfeste, bei denen der Verein (in öffentlichenoder angemieteten Räumen) der Veranstalterist und an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen,sind wie bereits erwähnt gegen Zusatzbeitrag mitversicherbar.Hier können aber je nach Anzahl derFeste und teilnehmenden Nichtmitglieder Pauschalenvereinbart werden.Beispielrechnung 1: Verein mit bis zu100 Mitgliedern, 5 Infoveranstaltungen(Vereinsfest) mit ca. 20 Nichtmitgliedern,Beitrag ab ca.120 Euro netto.Beispielrechnung 2: Verein mit 200 Mitgliedern,8 Infoveranstaltungen (Vereinsfest)mit ca. 20 Nichtmitgliedern und eine großeInfoveranstaltung mit 150 Nichtmitgliedernab ca. 200 Euro nettoUnser Angebot wäre, für Ihre Vereine die jeweilspassende Lösung zu finden, da erfahrungsgemäß zujedem Verein eine andere Gesellschaft passt, sowohlvom Preis als auch von den Leistungen her und derAnzahl der Zusatzveranstaltungen. Unser Service istkostenlos. Da wir günstige Rahmenverträge mit deneinzelnen Gesellschaften haben, erhalten Sie die Vereinshaftpflichtversicherungin der Regel günstigerals beim Vertreter vor Ort, der nur eine Gesellschaftanbietet.Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zurVerfügung.Mit freundlichen GrüßenAndreas WimmerKontakt:wimmer@versicherungsvergleich.deTeam-Viewer und die Verwendung imTauschringAA.Liebe Leser, jeder von euch der schon mal intensivermit Computern zu tun hatte, kennt diesesProblem: Eines eurer Tauschringmitglieder hat einklitzekleines Problemchen am Computer, wohnt aberausgerechnet am anderen Ende der Stadt. Da fälltfür die An,- und Abreise zum Ort des Geschehens einvielfaches der Zeit an, die man für die Lösung desProblems bräuchte. Telefonisch lässt sich mancheslösen. Was aber tun, wenn das Gegenüber nicht dierichtigen Begriffe kennt, um einem das Problemsachgerecht zu beschreiben.In Zeiten des Online - Streamings von ganzen Filmengibt es auch hierfür eine technische Lösung: DenTeam - Viewer. Beide Beteiligten installieren einekleine Software auf Ihrem Rechner und schon kannder „PC-Doktor“ den Patienten von Zuhause ausübers Internet genauso bedienen, als wenn er vorOrt wäre.Super und das alles sogar kostenlos für private Nutzer......Moment....Vielleicht ahnt Ihr ja schon was jetzt kommt.Genau. Leider zählt die Verwendung des Team-Viewersin einem Tauschring nicht mehr zur privatenNutzung. In einem Telefongespräch mit der Rechtsabteilungder Hersteller-Firma gab die Mitarbeiteringegenüber dem Tauschmagazin dazu folgendenKommentar ab: „Eine Nutzung des Team- Viewer füreine Hilfe auf Verrechnungsbasis stellt schon von derersten Sekunde an keine private Nutzung mehr dar.“Man muss die Lizenz also offiziell kaufen.Die Lizenzgebühr ist leider ein kleines Vermögen(mindestens 499,00 €) und somit uninteressant fürjeden Tauscher. Was nun. Ich kann euch sagen wasich tun werde: Von nun an setze ich den Team - Viewervöllig unentgeltlich und nur im Rahmen einernachbarschaftlichen Hilfe ein.Tipps für eine Softwarealternative nimmt dieRedaktion gerne entgegen.


41 November 2013www.tauschmagazin.de/24Tauschringfeste und GemaAA. Musikalische Darbietungen auf Tauschringfeiernsind oftmals Attraktionen, die auch den müdestenTauschringmitgliedern Rückenwind gebenvielleicht doch zu dem Fest zu kommen. Neben denversicherungsrechtlichen Hintergründen bei einerTauschringveranstaltung, sollte jede Tauschringorganisationsgruppewenigstens grundsätzlich über dieExistenz der GEMA (Gesellschaft für musikalischeAufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte)und deren Ansprüche Bescheid wissen. Imsogenannten Urheberrecht wird das Recht auf denSchutz des geistigen Eigentums geregelt. Die GEMAvertritt die Rechte der Komponisten, Textdichter undVerleger bei öffentlich aufgeführten Musikwerken.Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musikstücke imOriginal z.B. als CD oder Kassettenaufnahme oderLIVE von realen Musikern aufgeführt werden. DieRechte der GEMA werden staatlich verliehen. Damithat die GEMA eine sehr starke rechtliche Stellungund kann in Ihrem Rechtsanspruch wohl mit einerBehörde verglichen werden.Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Unterscheidungzwischen öffentlicher und privater Aufführung.Denn nur die im öffentlichen Raum wiedergegebenenKunstwerke werden mit einer Gebührseitens der GEMA belegt.Die GEMA schreibt dazu auf Ihrer Webseite:„Über die Nutzung von Musik bei privaten Feiern.Bei der Klärung der Frage, ob die eigene Party öffentlichist oder nicht, hilft ein Blick ins Urheberrechtsgesetz:„Die Wiedergabe eines Werkes ist öffentlich, wenn siefür eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeitbestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nichtmit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit denanderen Personen, denen das Werk in unkörperlicherForm wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird,durch persönliche Beziehungen verbunden ist.“Vereinfacht heißt das: Praktisch jede Situation istöffentlich, in der zwei oder mehr Personen gemeinsamMusik hören. Davon ausgenommen ist der Fall, dassdiese Personen alle miteinander persönlich befreundetoder verwandt sind.Eine Vereinsfeier oder ein Betriebsfest sind also beispielsweiseöffentlich, die private Party im heimischenHobbykeller ist es nicht.Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre geplante Musiknutzungöffentlich - und damit lizenzpflichtig - ist odernicht, helfen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnenin den GEMA-Bezirksdirektionen gerne weiter.“Zum Abschluss noch einen Tipp aus der Erfahrungbeim LOWI: Die GEMA Mitarbeiter sehen regelmäßigdie Wochenendausgaben der lokalen Zeitschriftendurch und verschicken dann auch schon mal Rechnungen.Daher ist es sinnvoll sich vorher über dierechtliche Situation und die eventuell anfallendenKosten zu informieren, denn wenn die Rechnungerst mal geschrieben ist, kommt man so schnell nichtmehr kostenlos davon ab.Näheres dazu und die Liste der Bezirksdirektionenfindet Ihr hier:http://www.gema.de


www.tauschmagazin.de/24 42November 2013LESERBRIEFE„Wir schätzen die Menschen, die frisch und offenihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinendasselbe wie wir“.Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller,1835-1910Wir vom Tauschmagazin freuen uns natürlichüber fast jede Meinungsäußerung!Hallo Andreas,ich habe noch nicht alles gelesen, aber die neueZeitung macht mir einen guten Eindruck (ich würdedir auch das Gegenteil mitteilen, falls ich es denkenwürde....). Weiter so! Ich denke, dass es für dich persönlichpositiv ist, aktiv zu bleiben.Etwas skeptisch bin ich dagegen über den möglichenEinfluss auf die sogenannte Tauschringszene, wosich alles Mögliches tummelt. Die Konflikte, Themenusw. sind immer dieselben und ich kann keinenFortschritt erkennen, leider das Gegenteil. Obwohlich bei manchen Themen, die angesprochen werden,irgendwie schon Lust hätte, mich einzuklinken, ist esaber nur eine sentimentale Reaktion. In Kreuzberggab es den Warentausch von Anfang an und übermeine Erlebnisse könnte ich ein Buch schreiben(ich mache es aber nicht). Kaum eine Sache die icherworben habe, war funktionstüchtig; die Anbieterhaben sich damit kaputter Geräte entledigt. Persönlichhabe ich nie reklamiert (für mich handelte essich um ein Experiment, das ich unverfälscht bis zumSchluss erleben wollte), aber ich habe eine "Erklärung"mitbekommen. Der Verkäufer (so hat er sich


43 November 2013www.tauschmagazin.de/24definiert!) sei nicht Karstadt, also keine Garantie; sogekauft wie gesehen. Typisch TR, nicht wahr? Unddie Preise, Wucherpreise wäre mild ausgedruckt.Was solls?!Ich finde es gut, dass du/ihr keine "offizielle" Positionüber den neuen Versuch (den wievielten?) einerkalten Übernahme verkündet. Die neueren Mitgliederhaben vielleicht noch Ideale und versuchen zudiskutieren. Wer wie ich von Anfang an dabei war,hat gelernt, dass es nichts bringt. Die TR werdenweiter bestehen, aber sie haben kaum was gemeinsammit dem politischen-sozialen Experiment, daswir Mitte der '90 im Sinn hatten. Meine pessimistischeEinschätzung soll dich aber nicht von deinemEngagement abbringen, so ist sie nicht gemeint.Liebe Grüße,EnricaSERVICETauschwiki-Links zu den Themen dieser AusgabeBATT 2013http://www.tauschwiki.de/wiki/BATThttp://www.tauschwiki.de/wiki/Bundestreffen_der_TauschsystemeBATT-Aktivgruppe Überschuldunghttp://www.batt-aktiv.de/http://www.tauschwiki.de/wiki/BATT-Aktiv_Gruppehttp://www.tauschwiki.de/wiki/BATT-Aktiv_Gruppe_%C3%9CberschuldungCycloshttp://www.tauschwiki.de/wiki/CyclosRechthttp://www.tauschwiki.de/wiki/Recht


www.tauschmagazin.de/24 44November 2013IN EIGENER SACHETauschmagazin:Transparente FinanzenDK. Große Freude in der Tauschmagazin-Redaktion:fast zeitgleich mit dem 100. Abonnenten des Tauschmagazinskam Mitte Oktober eine Nachricht von paypal:Sie haben eine Spende von 10,- Euro erhalten!Einige von Euch haben vielleicht unsere Homepagebesucht und gesehen, dass wir uns entschlossenhaben, die Einnahmen und Ausgaben des Tauschmagazinstransparent ins Netz zu stellen.Das Tauschmagazin ist und bleibt kostenlos. Abernatürlich freuen wir uns über Eure Unterstützungfür Papier und Druckerpatronen, anfallende Fahrtkostenu.a.Spender werden auf Wunsch auch namentlich aufder Homepage genannt. Dort findet Ihr auch dieBankverbindung des Tauschmagazins und einenLink zu paypal. Steuerlich absetzbare Spendenquittungenkönnen wir Euch leider nicht ausstellen, dawir weder ein Verein noch gemeinnützig sind. Wirfreuen uns und bedanken uns auch für kleine Zeichenvon Solidarität und Wertschätzung!Neues Layout, neues Gesicht:Antje Schmidt aus Hamburg hat das neue Layoutfür das Tauschmagazin gemacht. Wir freuen uns,sie im Team zu haben!AS. Vor etwa sieben Jahren bin ich in den TauschringHamburg eingetreten;damals hieß er nochTauschring Ottensen. Ichhabe viele Jahre intensivOrga-Arbeit geleistetund nebenbei unsereTauschringzeitung, denMottenmarkt gestaltetund teilweise auch dieRedaktion gemacht. Mirmacht es einfach Spaß, etwas für andere Tauschringmitgliederzu machen.Zusendung von ArtikelnFür unverlangt eingeschickte Fotos, Manuskripteoder Illustrationen übernehmen wir keine Haftung.Wir behalten uns das Recht vor, ohne weitere Rücksprachemit den Verfassern kleinere Rechtschreibkorrekturenvorzunehmen, sowie Typographie,Absatz- und Zeilenumbrüche, Textauszeichnungen,Fußnoten, Weblinks usw. dem Layoutkonzept desTauschmagazins anzupassen.Artikel für das Tauschmagazin bitte nur per E-Mailim Format RTF, DOC oder ODT einsenden. Bilder nurals PNG oder JPG.Das Tauschmagazin als DruckausgabeFür alle, die sich für eine gedruckte Ausgabe interessieren,machen wir folgendes Angebot:Für insgesamt 4,00 € pro Ausgabe inklusive Versandan eure Adresse können wir einen Schwarz-WeißDruck in DIN A, geheftet als Broschüre versenden.Allerdings sind dazu mindestens 50 verbindliche Bestellungenmit Vorauszahlung der Kosten notwendig.Dies sind die absoluten Selbstkosten. Wer für dieRedaktion eine Spende für Druckerpapier, Patronen,Briefmarken und ähnliches zukommen lassen will,kann natürlich mehr bezahlen. Wir können allerdingskeine Spendenquittung ausstellen.Wer sich für dieses Angebot interessiert,wende sich bitte an info@tauschmagazin.deAußerdem arbeite ich gerne mit Menschen aus demTauschring zusammen, die sich leidenschaftlich füreine Sache einsetzen. Nicht zuletzt deshalb freue ichmich, auch im Team des Tauschmagazins zu sein.


ImpressumDas gesamte Archiv des TAUSCHMAGAZIN steht kostenlos im Internet zum Download: http://www.tauschmagazin.deHerausgeberV.i.S.d.P Verantwortlicher im Sinne des § 55 Abs. 2 RundfunkstaatsvertragTauschmagazin C/OAndreas ArtmannLauenburgstr. 1248147 Münster0251-3849839info@tauschmagazin.deRedaktionAndreas Artmann (AA)Dorothée Kerstiens (DK)Satz und LayoutAntje Schmidt (AS)Urheberecht und Copyright1. Tauschringe können und sollen in Ihren Zeitungen jederzeit ungefragt mit Quellenangabe die imTAUSCHMAGZIN veröffentlichten Artikel abdrucken, soweit bei dem jeweiligen Artikel nichts anderesangegeben ist.Dies bezieht sich nur auf den Text!2. Die Bildrechte liegen – wenn nicht anders – angegeben – bei der Redaktion.3. Die Nutzung von Fotos, Grafiken und Illustrationen muss immer im Einzelfall geklärt werden. Die Urheberrechteverbleiben bei den Besitzern. Wir stellen gerne den Kontakt her.4. Wenn Ihr einen Artikel für andere Zwecke übernehmen wollt, fragt bitte bei der Redaktion an. Wirbehalten uns die Entscheidung im Einzellfall vor.BildrechteS. 1/2/9/10/48 Tauschring Gartenstadt, UnnaS. 2/3/5/6/7/20 Tauschen am Fluss, SchweizS. 2/10/11 Tauschring ÜckertauschS. 2/3/11 DKS. 3/13/14/27/28/29 ASS.3/20 Jürgen Winkler, TR AalenS. 3/18/19 Tauschring WangenS. 5/12 Friedederike von WesterholtS. 12/16/17/30 RedaktionS. 23/39/42 http://www.pixabay.comS. 27 Rolf SchröderS. 27/34 Rainer Sturm, http://www.pixelio.deS. 33 Joachim Behrla, Emsdetten


www.tauschmagazin.de/24 46November 2013NÄCHSTE AUSGABEStammtischrituale - Kommunikation imTauschringDas Thema Kommunikation im Tauschring scheintuns nach den Recherchen zur Ausgabe 24 "Festefeiern" wichtiger denn je - und es gibt noch viel zuerzählen. In der kommenden Ausgabe 25 legen wirunseren Schwerpunkt auf die regelmäßigen Treffeninnerhalb eurer Tauschgemeinschaften. Seien esStammtischtreffen, Sonntagsbrunch oder Nachmittagskaffee.Und wieder stellen wir die Frage: WIE GENAUmacht Ihr das bei Euch? Wie schafft Ihr eine Atmosphäre,die Menschen im Tauschring anzieht, sodass sie diese Kommunikationsplattform nutzen undins Tauschen kommen?Habt Ihr jemanden, der den Abend moderiert? Gibtes ein zentrales Thema oder kommt Ihr einfachlocker zusammen? Esst Ihr gemeinsam oder trefft IhrEuch auf eine Saftschorle?Wie genau werden Neumitglieder und Interessenteneingebunden?Wie habt Ihr als Neumitglied Euren ersten Stammtischerlebt? Was hat Euch den Einstieg erleichtert?Was hat Euch gefehlt?Gern hätten wir auch Beiträge von Menschen, diedie Treffen ihres Tauschrings selten oder nie besuchen– Was hindert Euch?Redaktionsschluss 31.01.2014


47 November 2013www.tauschmagazin.de/24


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