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S T A D T U N D S IE D L U N GSTADT- UND LANDESPLANUNG--------------— -VERKEHRSWESEN 65 ■ JA H R 1 9 3 1VERSORGUNGSANLAGEN 22. JULIB E I L A G E Z U R D E U T S C H E N B A U Z E I T U N G N R . 5 9 * 6 0 1 1O l NR. I IHERAUSGEBER • PROFESSOR ERICH BLUNCK UND REG.-BAUMEISTER FRITZ EISELENALLE RECHTE VORBEHALTEN • FÜR NICHT VERLANGTE BEITRÄGE KEINE GEWÄHR BERLIN SW 48G u ten b ergp latz in M ainz mit DomDIE ERWEITERUNG VON MAINZNACH DER ENTFESTIGUNGVON STADTBAURAT FRITZ LUFT, MAINZ • 21 ABBILDUNGENA u f u raltem K u ltu rb o d en erh eb t sich d ie Stad tM ainz- schon in vorgesch ich tlich er Z eit b estan d hierG erade a b er d ie geographischen^und strategisch enV orzü ge ih rer L age so llten der Stadt im V erla u f derein e größere N ie d e rla ssu n g m it h a n d e ltr e ib en d e r B e- G eschichte zum \e r h a n g m s w erd en . b eit derv ö lk eru n g B eso n d eren A n reiz zum S ied eln bot d ie röm ischen In v a sio n w ar dieser B oden heiß u m stritten ,der M ain m ünd un g G eg en ü b erlieg en d e lin k e U fe rseite A u fstieg und N ied erg a n g losten ein a n d er in schnellerdes R hdn“ dort en tsta n d fr ü h z e itig e in fe ster F lu ß- R e ih e n fo lg e ab, oft lag M ainz in Schutt und A sche,Ü bergang d er zu g leich K reu zu n g sp u n k t für d ie lä n g s Jah rzeh n te hindurch h au sten S o ld a ten frem derdes M afr'istromes nach d em d eu tsch en O ste n ver- M ächte in sein en M auern, v ie le w e r tv o lle B a u d en k -la u fen d en und d ie v o n d e n A lp e n lä n d e rn nach der m a ler sind versch w u n d en . T io tzd em sp ie g e lt sichN o rd see d as R h ein ta l d u rch zieh en d en H a n d elsstraßen auch h e u te noch ein tu rm ereiches S ta d teb ild in den“ K b e n * e . " v l S f t e n g eo g ra p h i,< h en L age F lu ten d es R h eins, d ie a l t e n ¡ W g r . . ^ « g a b en dembeetaß der P latz auch in so fern strateg isch e B ed eu tu n g , W eid ib ild e in en ty p isch en C h a ra k ter und entafs e in dicht an chis lin k e R h ein u fer v e rtr ete n d er w ic k e lte n d en in n eren A u fta u der Stadt zu ein em| fS ü f ä ' bä e S rbene S f ^ £ ? $ & '2 S fiä 3 ir2 ä S zD i^ I tö m e T e r k a n n te n d en fyertdie se s O rtes und d a , G ew irr e n g e , Jit r a lle n m it r e iz v o llew ä h lte n ih n zu m aauptstutzpun t t r e r ^ ^ e n ^ n (j,,r jpf | et, e e in e s reichlichen V orrats anla ltu n g sie u m sch lo ssen das g M auern und k u n stg esd iich tlich en W erten gilt es h eu te v o r a llem ,im d r itten Jahrh u n d ert m it sta rk en M auerni un ^ ^ „ dej, G e n w a r t k r ä ftig zu förd ern .sch a fften so d ie G r u n d k Be { . J ahrh u n d ert V on den rhein isch en F estu n g sstä d te n , d erensy stem d as M ainz b is in s z w a n z ig ste jahrnu ncie im F ried en sv e r trag g efo rd ert w u rd e, hat89


Stad tp lan mitF e s tu n g sw e r k e n 1844E N T W IC K L U N G D E S S T A D T P L A N S V O N M A IN ZS tad tp lan n a c h derA u fla ssu n g v o mJa h re 187290


45St. Ignaz-K irche67R este v o m Fort HartmOhlE h e m a lig e s Fort W e ise n a uM ainz a ls le tz te erst m it dem T a g e der R h ein la n d ­räum ung v o lle B e w e g u n g sfr e ih e it e rla n g t, d en n d ieeh e m a lig en F e stu n g sw e r k e n eb st ih ren a u sg ed eh n te nG la cisflä ch en w a r en v o rh er in H ä n d en der B esa tzu n g .Um d ie e in g e le ite te S ta d terw e ite r u n g u n g eh in d ertfo rtsetzen zu k ö n n e n , m uffte d ie Stad t zunächst ein enbeträch tlich en T e il des F e stu n g sg elä n d es 'o m Reicherw erb en . Es h a n d e lt sich fa st du rch w eg um z ie m ­lich w e r tlo se F lä ch en , d ie m it großen S p rengtriimm ern und M a u erresten bedeckt sind, d eren Lm -w a n d lu n g in G rü n a n la g en , S p o rtp lä tze, D a u erg ä rtenund B a u la n d u n ter den h e u tig e n w irtsch aftlich enV e rh ä ltn isse n w o h l e in e n lä n g e ren Z eitraum in A n ­spruch n im m t. (A bb. 6 u. 7.)D ie n e u e n A u fg a b e n e rsch ein en in ih rer E ig en a rtum so b ea ch ten sw erter, w e n n d as g eogra p h isch e Bildund d ie vom F estu n g sch a ra k ter d ik tie rte n frü h erenE r w e ite ru n g sv o rg ä n g e b ek a n n t sind. .. ,D e r lin k srh ein isc h e S ta d tteil w ird in tlachemB o g en v o n ein em e tw a 55 m h ö h er lie g e n d e n r la te a uu m sp a n n t, d as am S ü d ra n d e d er A ltsta d t dicht an denR h ein lie r a n tritt, nur w e n ig R au m fü r d ie B a h n lin ienach W orm s und ein e F ahrstraße frei läßt, d an n ine tw a 1200 m A b stand vom R h ein bis zum N o rd en d eder Stad t v e r lä u ft und dort ste il g egen das G o n s­bachtal a b fä llt. U n terbroch en w ird d as P la te a u vomZ ahlbacher T al, w o m it auch zu gleich d ie ein zig enatü rlich e A u sg a n g sp fo rte nach den w estlich en F e r n ­straßen g egeb en ist. F ür den historischen E n tw ick ­lu n g sg a n g scheidet v o r lä u fig der rechtsrheinische,erst im Jahre 1905 durch E in g em ein d u n g en tsta n d en eS ta d tteil aus.A bb. 2 ste llt d en S ta d tp la n v o n M ainz dar, »vieer b is zum Jahre 1872 m aßgebend g e w esen ist. D e rin n ere, von den R öm ern im 5. Jahrb. a n g e le g teF estu n g srin ? , b lieb m it g e rin g fü g ig e n Ä n d eru n g enüb er 1500 Jahre a ls G renze des S ta d tg eb ie te s b e ­steh en . W o h l w u rd en im T a u fe des M ittela lters d iea lten S ta d tm a u ern verstä rk t, das V e rte id ig u n g s-sy stem im 17. u. 18. Jahrh. der fo rtsch reiten d en G e ­schütztechnik angepafit und ein K ranz vorgesch o b en erA u fien w erk e um d ie S tad t g eleg t, a b er den bau lichenE r w e ite ru n g sb e streb u n g e n w ar ein u n v errü ck b aresZ iel g esetzt.91


8E23 m itte la lte r lic h e s ta d tP E S T LIN G S A U F L A S S U N G V O N 1S 72F E S T U N G S A U F L A S S U N G V O N 14050 ehem. f e s t u n g s a n l a g e nONDUSTRIE■¿Hüi GRÜNFLÄCHENMI. WEISENAUErweiterter Plan von Mainz mit E inbeziehun g d er V ororte 1930 1 :25000M odell d e s In d u striegeb ietes mit gep lan tem Hafen92


S ied lu n g E b e rsh e im e r W egS ied lu n g M ainz-K ostheim14W ohnhaus der G agfahW o h n h a u s der S ied l.-G e s. t. V erk eh rsp erso n a lS ied lu n g E b ersh eim e r W egM a in z -B isch o fsh eim . W o h n h ä u ser d er s tä d tisc h e n G e- B eb a u u n g d e s e h e m . Forts Philipp. P r o m e n a d en w e gSeilsch aft für V e r k e h r s p e r so n a lz w is c h e n in n eren und äu ß eren GrünzugG artenstadt M ainz-K o sth eimM odell-Entwurf93


Alter Plan G eb iet am e h e m . Fort W e lsc h mit S ied lu n g E b e rsh eim er W eg N eu er Plan19iii iiiiim iiiiiiii i ~ iiniium mmniMii ovin111[iii-111)n11ui - iiiniiiim omni-mim2 0-* I I' I i 111 nm ill il m i m n>)Itlllllaui llllll IIIIMIIIAlter PlanStadtteil A m ö n eb u rgN eu er PlanD ie w o h n h y g ie n isd ie n V erh ä ltn isse im Innernder Stadt h atten schon red it b ed en k lich e F orm enangen om m en , als d as K riesm in isteriu m i. J. 1872 ein eA u fla ssu n g d er N ord front beschloß. D er n eu eF estu n g sg ü rtel m achte je tz t ein e Schw en ku ng nachdem w estlich en H öhenrand (Abb. 3), d essen N ord ­en d e m it dem R h ein a ls V erb in d u n g sstü ck e in enb reiten W assergra b en e rh ie lt. D a s a u fg e la sse n e G e ­b iet besaß u n g efä h r d ie d reifa ch e F lä ch e d e r A ltstadt, d ie B eb a u u n g so llte nach e in em gro ß zü g ig a u f­g e ste llte n S ta d tp la n d u rch gefü h rt w e rd en , d er jed ochsp äter u n ter d em E in flu ß der B o d e n sp e k u la tio n94


m a n ch erlei Ä n d eru n g en erfu h r, so daß er h e u te in frü h eren nüchternen A u fteilu n g ssch em a d en A u fb ause in e n G ru n d zü g en k au m m eh r’ zu e rk en n e n ist. D ie m it a lle r le i m a lerisch en M otiven erstreb te, w o b eih o h en B o d en p reise g e sta ttete n w ed er ein e A u sn ü tzu n g natu rgem äß auch d ie h e u tig e n V erk eh rsfra g en zuder e h e m a lig e n W ä lle als G rü n a n la g en , noch d ie k u rz gek o m m en w ären . D ie inzw ischen e in g etr ete n eSchaffu ng g rößerer F reiflä ch en im In n ern der neu en K lärung in d er S ta d tb au k u n st erfo rd erte ein e G e-W o h n g eb iete. D ie erste E rw eiteru n g erg a b fo lg en d e s lä n d ea u fte ilu n g nach w irtsch aftlich en und ä sth etisch enG esa m tb ild : A n den a lten S tad tk ern , m it ein em G esich tsp u n k ten zugleich, m it d em Ziel, den G roßvoinM ittela lter h errü h ren d en S traßen n etz, g ren zt un- v erk eh r in richtige B ahnen zu len k e n und d ie W ohnve r m itte lt d ie N eu sta d t m it dichter, m eh rgesch ossiger g e b iete so in d as v o rh a n d en e F re iflä c h e n sy stem zuB eb a u u n g , b reiten , a b er ziem lich v e rk eh rslo sen b etten , daß in sich a b g esch lo ssen e G eb ild e en tsteh en .Straßen, o h n e G esch äftszen tru m . D e r S ta d tk örp er e r ­ B ei den a u fg e ste llte n neuen B eb a u u n g sp lä n en m ußtenreicht ein e L ä n g sa u sd eh n u n g v o n 4 kra und ein e m it v o rh a n d en en bau lichen A n sä tzen m anch erlei K om ­B reite v o n 1,2 km, an den Süd- und N o rd en d en rie g elnh oh e, von den R h ein b rü ck en h e r v o rg e ru fen e E isen -b ah n d äm m e d as B e b a u u n g sg eb ie t ab.p rom isse gesch lossen w erd en , d ie A rb eiten b esitzenjedoch den V orzug, daß P la n u n g und A u fb a u fastg leich zeitig erfo lg ten .D ie se E r w e ite ru n g g e n ü g te nur v erh ä ltn ism ä ß ig Im R ah m en d ieser A b h an d lu n g k ö n n en nur e in ig ek u rze Z eit, b eso n d ers der M angel an G rü n a n la g en trat B e isp ie le a n g efü h rt w erd en (Abb. 17 bis 20 so w ie d ieb ei dem Z u sam m en d rängen der B e v ö lk er u n g im m er phot. A u fn ah m en ), aus d en en zu en tn eh m en ist, w iestä rk er h ervor, es fe h lte auch gänzlich an S ie d lu n g s­ sich P la n u n g und A u fbau v o llzogen .fläch en für o ffe n e B a u w eise , w ie sie m ittle r w e ile inv ie le n S tä d ten E in g a n g g e fu n d en hatte. In zw isch enw u rd e d a s A r m ieru n g ssy stem nach den E rfa h ru n gend es K rie g es 1870/71 durch w e it v o rgesch o b en e S tü tzpu n k te a u f e in e v ö llig n eu e G ru n d la g e gebracht, dieB e ib eh a ltu n g der in n er en sü d w estlich en B efestig u n ge rü b r ig te sich. I. J. 1905 kam e in e z w e ite A u fla ssu n gzu sta n d e, d ie sm a l k o n n te n d ie in n er en W ä lle alsG rü n a n la g e e rh a lte n b le ib en , sie tr en n ten das n eu eA u fte ilu n g s g e lä n d e v o n der A ltsta d t ab. D er n a h e­lie g e n d e G ed a n k e, n u n m eh r m it ein er lock eren B e­b au u n g b e g in n e n zu k ö n n en , fand leid e r nur in sehrg e rin g e m U m fa n g e V erw irk lich u n g . Nach denW ünschen d er M ilitä rb eh ö rd en so llten au s d em fr e i­g e w o rd en en F estu n g sg e lä n d e m öglich st v ie le B a u ­p lä tz e g e w o n n en w erd en , um m it d e r en V erk aufein en T e il d er K osten für n e u e W erk e zu b estreiten .D a s B a u la n d h a tte, se lb st für d a m a lig e V erh ä ltn isse,d erart h o h e P re ise, daß b is zum A usbruch des W e ltkr ie g e s n u r ein k le in e r T e il d er z w eite n A u fla ssu n g s­zone zur V erä u ß eru n g g e la n g te. D a m it u n terb liebg lü c k lic h e r w e ise e in e D u rch fü h ru n g von B eb a u u n g s­p lä n en , d ie se lb st b eim b e ste n W ille n ih rer V erfa ssernicht v e rh in d e rt h ä tten , daß große T e ile d er schönenG la cisw ä ld ch en v ersch w u n d en w ären .D ie b e id e n E r w e ite ru n g e n v o n 1872 und 1905fo lg ten z w a n g lä u fig der L ockeru ng des F e stu n g s­g ü rtels, b estim m te G esta ltu n g sid een k o n n ten dasS ta d tb ild nicht b e e in flu sse n . Jetzt, nachdem M ainzse in e s F estu n g sch a ra k ters v ö llig e n tk le id et ist, erg eb ensich fü r d ie E r w e ite ru n g d er Stad t gänzlich n e u e Z iele.U n ter d er fr ü h e r en U m k la m m eru n g w a ren E in ­g e m ein d u n g e n nur in g erin g em U m fan g m öglich, dennvor d em ä u ß eren F estu n g sg ü r te l la g e in e 1000 mb reite R a y o n zo n e, w o r in d ie E rrichtung m a ssiv erB a u ten u n tersa g t w ar. V ersch ied en e A u ß en o rte, diev o r te ilh a fte S ie d lu n g sm ö g lic h k eiten g eb o ten h ätten ,fie le n u n ter d ie se B esch ränkungen . A u f d er rechtenR h ein seite k a m en d erartig e B esch ränkungen nicht inB etracht, d a r a u s ist erk lä rlich , daß d ie lin k srh ein isch eG em a rk u n g n u r 1770 *‘a, d ie rechtsrh ein isch e d a g egen2280 ha F lä ch e u m faß te. E rst zu B eg in n des Jahres1950 k o n n te n d ie w irtsch aftlich schon lä n g st m it M ainzv e rw a c h sen en A u ß en o rte in d as S ta d tg eb iet e in ­b e z o g e n w e r d e n (A bb. 8), w o m it d er V erfo lg u n ge in e g e su n d e n S ie d lu n g sp o litik d ie W ege g eeb n et.Schon b a ld nach K riegsen d e b eg a n n en d ie V orbe r e itu n g e n fü r d en großen U m form u n gsp rozeß . Zurp la n m ä ß ig en B e a rb eitu n g der S ta d ter w e ite r u n g s­fr a g en en tsta n d i. J. 1925 ein e b eso n d ere A b teilu n g ,d ie m it gut e in g e a r b e ite te n K räften das P la n u n g s­program m fo r tsetz te. Zunächst g a lt es, m it den vond e r letz ten A u fla ssu n g au s d. J. 1905 h errü h ren d enB e b a u u n g sp lä n e n zu brech en . Abb. 8 v era n sch a u ­licht daß d a s d a v o n b e tr o ffe n e G eb iet m it z a h l­r eich en F e stu n g sw e r k e n und B a u m b estä n d en durchsetz t ist. N ach d a m a lig en A b sich ten so llten aut b eid enR h ein seite n S ta d tte ile m it te ilw e is e dichter m eh r­gesch o ssig er B eb a u u n g e n tste h e n in d en en d a s V orha n d e n sein v o n G räb en u n d W ä lle n un berü ck sichtigt b lieb . J en e B e b a u u n g sp lä n e fu ß ten au t G e­d a n k e n g ä n g e n e in er Z eit, d ie im G eg en sa tz zumKath. K irche. M a in z-B isch o fsh eimA rch itekt: Prof. D om in ik u s B öh m , KölnD ie schon e rw ä h n ten h oh en B o d en p reise im lin k s ­rhein isch en , v o n G räben und M inen d u rchzogenenF estu n g sg elä n d e len k te n anfän glich d en A u sd eh ­n u n gsd rang nach der rechtsrheinischen S ta d tseite, w od ie G elä n d eersch ließ u n g w e ite r e n S p ielra u m g e ­sta ttete. Im Jahre 1919 w u rd e zw ischen den e in ­g em ein d eten O rten K a stei und K osth eim e in e G a rten ­stad t in s L eb en geru fen , d ie h eu te zum T e il a u s­g eb a u t ist. A u f ziem lich eb en em , m it schönen O b stbä u m en b ed eck tem G elä n d e un d a b seits vom D u rch ­g a n g sv erk eh r w a r en a lle V o ra u ssetzu n g en fü r ein er eizv o lle W o h n la g e g egeb en . G ep la n t ist im Z entrumd er G a rten stadt ein e große P la tzan la g e, um d ie K ircheund Schule g ru p p iert w erd en ; fü r K in d e rsp ielp lä tz eund in tim e W o h n h o fb ild u n g en ist g leic h fa lls S orgeg etra g en . (Abb. 11 und 16.)A b 1925 b egann auch in den sü d w estlich en lin k s­r h ein isch en R a n d b ezirk en d ie B esied lu n g . V or deme h e m a lig en G autor la g a u f dem H ö h e n p la te a u vonr e iz v o lle n B a u m b estä n d en um rahm t das F o rt P h ilip p ,d e ssen E in eb n u n g schon 1918 sta ttg efu n d en h a tte. B eider U m a rb eitu n g des v o rh a n d en en B e b a u u n g sp la n e s95


m ußte ein T eil der b esteh en d en Straßen B erücksichtigungfinden, im m erhin k o n n te das S traßengelä n d e w esen tlich v errin g ert w erd en , auch w ar nochd ie M öglichkeit vorhanden , ein en P ro m en a d en w egzw ischen dem in n eren und äuß eren G rünzug v o rzu ­seh en (Abb. 15). M it Rücksicht au f d ie G elä n d ek o stenerh ielten die b reiteren Straßen dreigesch ossige B e­bauung, w äh ren d an d en ru h igen W ohn straßen imIn neren flach ere h a lb o ffen e B a u w eise angebracht erschien.A ls jü n g ste größere B auau sfü h ru n g v erd ien t dieSied lu n g E b ersh eim er W eg (Abb. 10, 12, 13, 17, 18)b eso n d ere B eachtung. D a s B a u g elä n d e befand sichrestlo s in städtischem B esitz und g e la n g te unter v ierB augen ossen sch aften zur V erteilu n g . E in ige zerstreu tlie g e n d e D a u erg a rten k o lo n ien w u rd en ein h eitlich zu ­sam m engefaßt und z w isd ien d en K asern en und dern eu en S ied lu n g ein g efü g t. M itten durch d ie D a u ergärtenfüh rt ein schattiger P ro m en a d en w eg , der auchhier w ied er d ie V erb indu ng zw ischen in n erem undäußerem G rünzug h erstellt. D a m it sind d ie jen ig e nA u fg a b en kurz g estreift, d ie den N achlaß frü h erer Erweiteru n g sv o rg a n g e, in sb eso n d ere d ie A u fschließu ngd es südlichen F estu n g sg ü rtels b etreffen . D e n großenA u sd eh n u n g slin ien lie g t d as S y stem der V erk eh rsan la g en und d ie G ru pp ieru n g d er A r b eitsstä tten zu ­grunde.E ine w ichtige R o lle im k ü n ftig en G esa m t­organism us der Stadt sp ie len die B ahnanlagen . H auptundG üterb ahnhof tren n en das ä ltere S ta d tg eb iet vonden E rw eiteru n g sb ezirk en a u f d em H ö h en p la tea u abund ersch w eren ein e organische W eiterentw icklun g.Z w ischen Süd- und H au p tb ahnhof lie g e n die S ch ien en ­stränge im T unnel. Schon h ä u fig w ar d ie Id ee a u f­getaucht, e in e V erlegung d er B a h n a n la g en in w e stlicherR ichtung vorzu nehm en. D ie se F ra g e ist durchein G utachten von b eru fen er S eite d a h in b ea n tw o rtet,daß der H aup tb ahnhof an sein er je tz ig en S te lle v e r ­b leib en kan n, voraussichtlich aber um geb au t w erd enmuß. D er rechtsrheinische B ahn hof K astei lie g t amR h ein u fer dicht oberhalb der Straßenbrücke. D ie Zufah rten k reu zen den überaus sta rk en B rückenverk eh r,für bau liche V erä n d eru n g en fe h lt es an R aum . D e s ­halb ist m it ein er V erlegung der rechtsrheinischenB a h n a n la g en h in ter den S tad tteil K astei zu rechnen.U n ter d en frü h eren F estu n gsb esch ränkungen b e ­g a n n en die in d u str ielle n A n sä tze erst spät. H eu te isthauptsächlich auf der im N ord en g e le g en en In g elheim er A u e ein e beträchtliche In d u strie k o n zen triert,größere R eserv eflä ch en sind e b e n fa lls vorhanden , D u rd ite ilw e is e Z uschüttung des e h e m a lig en F lo ß h a fen s e n t­steh t ein n eu er In d u strieh a fen z w isd ie n d em v o rh a n ­d en en und dem a u f der g e g en ü b e r lie g en d e n S eite imE ntsteh en b eg riffen en In d u striegeb iet (Abb. 9). Mitden jü n g sten E in g em ein d u n g en kam en an der M ainmün du ng w eitere H a fen a n la g en hinzu, d ie für Indu strie und G ü teru m sd ila g g ü n stig g e le g en sind. D erim Jahre 1885 erb aute Z oll- und B in n en h a fen b esitztk e in e a u sreich en d en L adek ais, au s d ieser V e rle g en ­h eit en tsta n d en in der N a ch k riegszeit zahlreich eL a g erh a llen am R h ein u fer. E in e E rw eiteru n g derK aian lagen flu ß ab w ärts w ä re m öglich. E in stw eilen istnicht vorauszu seh en , w elch e F orm en d er in d u str ielleZ uw achs u n ter den u n g ü n stig en W irtsch a ftsv erh ä ltnissen der N a ch k riegszeit a n n eh m en w ird. T rotzdemsind g u te G ru n d b ed in gungen fü r größere N ied erlassu n g en vorh anden . D ie K lärung der B ahn - undH a fen fra g en w ar n otw en d ig , dam it b ei den a llgem ein en V erk eh rsfra g en k e in e städ teb aulich enS ch w ierig k eiten e n tsteh en und Schienen- w ie W a sserstraßenrichtig e in g eg lied ert w erd en kön n en .D ie in ra d ia ler R ichtung vom Stad tk ern a u s­g eh en d en F ern straß en sind a u fs en g ste m it dem h isto ­rischen R h ein ü b erg a n g v erk n ü p ft. D a der gesam teD u rch g a n g sv erk eh r d ie A ltsta d t p a ssieren m uß, sindan verk eh rsreich en P u n k ten m anch erlei Sch w ierigke iten en tstan d en . W ird in Betracht gezo g en , daßsich d as g esa m te G esch ä ftsleb en und d er m odern eV erk eh r in ein em S ta d tk ern m it e n g e n m itte la lte r ­lichen Straßen a b sp iele n , so ist ohn e w e ite r e s k la r,daß d ie A u sfü h ru n g v o n Straßendurchbrüdhen balderzw u n g en w ird. D er frü h ere F estu n g sd ia ra k ter ließnur an w en ig en P u n k ten , d ie durch e h e m a lig e S ta d t­tore g e g eb en w a ren , e in e V erb in d u n g m it d en großenV erk eh rsstraßen zu. In sü d w estlich er R ichtung fließ td er D u rch g a n g sv erk eh r an dem e in zig e n n a tü rlich enA u sg a n g sp u n k t b eim eh e m a lig en B in ger l o r z u ­sam m en. D ie se S te lle erh ä lt noch e in e w e ite r e V erkeh rsb ela stu n g v o n d en n e u e n tsta n d en en A u ß en ­sied lu n g en , d ie in fo lg e der v o r h a n d en en N iv e a u u n te r ­schiede k e in e ein w a n d freien V erb in d u n g en m it demG esch äftszentrum haben. A u s d iesem G ru n d e tritt dieF ra g e auf, ob es richtig ist, daß d ie n e u e E n tw ick lu n gden F u ß ta p fen d er A u fla ssu n g v o n 1905 fo lg te. V ielv erlock en d er ersch eint d ie Id ee, an d a s w e iträ u m ig eS traßenn etz d er N eu sta d t a n zu k n ü p fen , so fo rt z eig ensich aber auch d ie S ch w ierig k eiten . A ls tren n en d esG lied ist der G ü terb a h n h o f ein g esch o b en , u n m itte l­bar d a h in ter b egin n t ein ste ile r H ang. D ie V erbin dung m it d er N eu sta d t w ü rd e a lso ein e U berbrückungdes B ah n k ö rp ers zur V o raussetzu n g hab en .Mit ein er solchen L ösu ng k ö n n te a lle r d in g s demb rach liegen d en S traßen n etz der N eu sta d t e in großerT eil des V erk eh rs zu fließ en , d e ssen b e q u em e V e r ­teilu n g vor dem G esch äftszen tru m ein e w esen tlich eE n tla stu n g für die A ltsta d t b e d e u te n w ü rd e. D ie b e ­g o n n en e sü d w estlich e E rw eiteru n g b e d in g te d er V orratan a u sg eb a u ten S traßen , d a s V o rh a n d en seingrößerer in städ tisch em B esitz b efin d lich er S ie d lu n g s­flächen, zu letzt auch der U m stand, daß V erb in d u n gsstraßennach dem G esch äftszen tru m m it v e r h ä ltn ismäßig g erin g en M itteln h e r z u ste lle n sind.U m e in e V erb esseru n g der V e r k eh rsv erh ä ltn isse h erbeizu fü h ren , m uß vor a lle n D in g e n d ie S traßenbrü ck ev erb reitert w erd en . U ber den in K ü rze b e v o r steh en d e nU m b au en tsta n d n eu erd in g s ein e le b h a fte D e b a tte ind er T a g esp resse. V on W iesb a d en u n d d en R h e in g a u ­orten w ird e in e n eu e Straßenb rü ck e v e rla n g t. Ü berd ie L age d ie se s B a u w erk s b e ste h e n n o d i sta rk e M einu n g sv ersch ied en h eiten . N a d i v o rsich tig er Schätzungw ä ren an B a u k o sten 15 bis 16 M ill. RM a u fzu w en d en ,dazu k ä m e noch die A u sfü h ru n g n eu er Z u b rin gerstraßena u f b eid en R h ein seiten . D ie Z ukunft derbaulich b e r eits zu sa m m en g ew a ch sen en S tä d te M ainzund W iesb a d en ist au fs e n g ste m it der B rü ck en frageverk n ü p ft, es k an n h ier nur a n g e d e u te t w erd en , daßim Z usam m en han g m it dem B rü ck en p rojek t zugleichein e der b ed eu ten d sten A u fg a b en m o d ern er S tad t­g esta ltu n g g em ein sch aftlich zu lö se n sein w ird.D ie große F orm des n e u e n M ainz ist e in stw e ile nn o d i von m anchen u n g ek lä rte n F ra g en , v or allema u d i von dem E rgeb n is d er L a n d esp la n u n g a b h ä n g ig .Zunächst k an n der schm ale S ta d tk örp er u n b ed en k liche in e lo ck ere E rw eiteru n g e rh a lten , d ie sich a u f d ieg rü n en M aschen d er U m w a llu n g en v e r te ilt und ih ren atü rlich e B egren zu n g a m e h e m a lig e n äußerenF estu n g srin g fin d et. D ie m it p räch tigen B äu m en u m ­g eb en en G la cis und G räb en (Abb. 6 und 7) sind durchzahlreich e W a llstra ß en a lle en u n ter sich v erb u n d enun d zeich nen d ie R ich tlin ien für das G efü g e d e r G rü n ­a n la g en vor.D ie ein g em e in d e ten V o rorte w e rd en a ls se lb ­stä n d ig e G eb ild e m it K le in sie d lu n g en e rh a lte nb leib en , d er A ltsta d t w ird e in T e il d es D u rch g a n g s­v erk eh rs durch g e e ig n e te U m le itu n g e n e n tzogen . ImL a u fe der nächsten Jah rzeh n te v ersch w in d en diee n g en W o h n v iertel im m er m ehr, an ih re S te lle tretenm odern e W ohn- un d G esch ä ftsh ä u ser.D ie U m g e sta ltu n g a u s d er F estu n g zur o ffen enStadt nim m t la n g e Z eit in A nspruch, d a s aus denh istorisch en V o rgängen e n tsta n d e n e , ziem lich v e r ­w ick elte S tad tb ild k a n n aber nur d a n n e in e a b ­g e k lä rte F orm e rla n g en , w en n durch d ie S ta d tp la n u n ga lle Z u k u n ftslin ien rech tzeitig g eo rd n et sin d . —96VERLAG: DEUTSCHE BAUZEITUNG G.M.B.H., BERLINFÜR DIE REDAKTION VERANTWORTLICH: FRITZ EISELEN, BERLINDRUCK: W. BÜXENSTEIN, BERLIN S W 48

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