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A. f)ie Aktualität des Wissensum die Reinkarnationim ausgehend en 20. JahrhundertWiederverkörperung - wer kennt heute dieses Wort nicht? Re-Inkarnation- ein Begriff, der heute kein Fremdwort mehr ist. Zu allen ZeitenhabenMenschen über ihr Leben und seinen Sinn nachgedacht, aber geradeheute scheint dies so intensiv zu geschehen wie nie zuvor. So wird in einerZeitschriftenumfrage zum Thema ,,Das Leben nach dem Tod" folgenderSchüleraufsatzzitiert:,,Ich glaube, daß nach dem Tod irgendeine Art vonLeben weiterbesteht. Eine Art unsichtbares Lichtwesen. Nach einer gewissenZeitwird man wiedergeboren, wenn man lange genug in geistigerForm gelebt hat."rIst es schon erstaunlich, daß Schüler Gedankengänge vertreten, die inschroffem Gegensatz zur Lehre der christlichen Kirchen stehen, so mußes noch mehr verwundern, daß gerade in unserer Zeit der Frage nachReinkarnation allgemein größtes Interesse entgegengebracht wird.,,Wir haben es mit einer Frage zu tun, die den Menschen in seinem Innerstenbewegt, denn es geht um Leben und Tod, um die Entstehung unseresLebens, um das Schicksal in dieser Welt, um unsere Existenz vorund nach diesem Dasein, um die Deutung von Leid und Schuld, um denSinn des ganzen Kosmos.":Über die Wiederverkörperung der Seele, oft auch als Wiedergeburt bezeichnet,wird offenbar nicht nur allgemein nachgedacht, weil etlichesöstliche Gedankengut in den bisher dominant christlichen Raum strömt,sondern das Wissen um die wiederholte Einverleibuns der Seele in einen


2. Dic Erbsünde oder der Abfall des Menschenvon cler ÜbernaturObwohl die Kirche über den Ursprung des Menschen aussagt, daß dieSeelc von Gott bei der Zeugung aus dem Nichts geschaffen wird, so lehrtsie des ungeachtet, daß jedes neugeborene Kind bereits sündhaft ist durchdie Belastung der Erbsünde.Die ersten dogmatischen Aussagen zur Theorie der Erbsünde lassensich in den Canones l-3 (DS 2221224) der Synode von Carthago 418n. Chr. nachlesen. die unter dem Einfluß des heiligen Augustinus in dieLehre der Kirche eingebracht wurden. Ihre umfassende Ausformung erfuhrjene Doktrin auf dem Konzil von Trient (1546). Das,,Decretum depeccato originali" legt unmißverständlich fest: ,,Wenn einer erklärt, daßdie Pflichtverletzung des Adam nur ihm allein und nicht dessen Nachkommenschaftgeschadet habe, daß er die von Gott erhaltene Heiligkcitund Gerechtigkeit, die er verloren hat, nur für sich allein, nicht auch füruns verloren hat, oder daß jener Beschmutzte durch die Sünde des Ungehorsamsden Tod und die Strafen des Körpers auf das ganze Menschengeschlechtübertragen (wörtlich ausgegossen) hat, nicht aber die Sünde, dieder Tod der Seele ist, der sei verflucht." (DS 15lz)tjMit diesem Dogma wird lehramtlich festgelegt, daß alle Seelen durchdie Sünde Adams automatisch sündig sind, da Adam als Stammvater derMenschheit gesündigt hat. Das Dogma braucht jedoch die Glaubensstütze,daß die Menschheit auch tatsächlich im naturwissenschaftlichen Hinblickvon Adam und Eva abstammt. Dazu schreibt Ott (S. 129): ,,Der biblischeBericht über den Sündenfall der Stammeltern ist in der Genesis (2,17 und 3. 1ff.) enthalten. Da die Sünde Adams die Grundlage der Dogmenvon der Erbsünde und von der Erlösung ist, so ist in den wesentlichenPunkten an der Geschichtlichkeit der Erzählung festzuhalten. Nach einerEntscheidung der Bibelkommission im Jahre 1909 darf der buchstäbliche,geschichtliche Sinn . . . nicht in ZweifelrE gezogenwerden." (Ott S. 129).Die gleiche Bibelkommission erklärte aber am 30. 6. 1909 auch: ,,Es istnicht notwendig, alle einzelnen Wörter und Sätze im eigentlichen Sinnezu verstehen. Stellen, die von den Vätern und Theologen verschieden gedeutetwerden, darf man nach eigenem klugen Ermessen auslegen, freilichmit dem Vorbehalt, daß man sich dem Urteil der Kirche unterwirftund die Analogie des Glaubens wahrt. (DS 3515) (Ot S. 112)Als Schriftbeweis für die Richtigkeit dieses Dogmas sagt Otr (S. 132):,,Das Alte Testament enthält nur Andeutunsen der Erbsünde. Versl.l0psalm 51. '7: Siehe in Schuld bin ich geboren, und in sünde hat mich meineMutter empfangen. Job 14' 4: Wer kann den rein machen, der aus unreinemSamen empfangen ist?t')Als klassische Beweisstelle des Neuen Testaments führt der Dogmenkommentardann an: wie daher durch einen einzigen Menschen die sündein clie welt eintrat untl durch die Sünde der Tod und so auf alle Menschender Tod überging, weil alle sündigten." (Römer 5' 12)Nach einei fait halbseitigen philologischen Erklärung gibt Ott dannaber selbst zu, daß nach Meinung der neueren Auslegung diese Stelle,,kein Zeugnis für die Erbsünde ist." (Ott S' 132)Diese dÄi vorgelegten Stellen sagen aber kein wort von der Erbsünde.Die einzige gemeinsame Aussage, die sich entnehmen läßt, ist, daßSchuld und sünd" bei der Geburt eines Menschen vorhanden sind. Eswird aber auch an anderen Stellen nicht bestätigt, daß diese Erbsünde vonden Stammeltern herrührt. Eher beweisen zwei Stellen das Gegenteil:,,Nur die Person, die sündigt, die soll sterben" (Ezechiel 18, 4) und "Icftwar einwohlveranlag,ter junger Marut und hatte eine gute seele empfangerr"(Weisheit 8, 19).Da keine einzige Aussage von Christus selbst zum Faktum der Erbsündeim kirchlichen Sinne uo".li"gt und man sogar weiß, daß ,,manche Außerungengriechischer väter, welche die Sünde sehr stark als persönlicheVeÄchu'idung hinstellen und von der Erbsünde ganz abzusehen scheinen"vorliegen, argumentiert man mit dem ,,unwiderlegbaren Realbeweisfür die"Überzeugung der alten Kirche von der Wirklichkeit der Erbsünde. . . (mit der) altchristlichen Praxis der Kindertaufe zur Vergebungder Sünden. (Ott S. 133)Demaskierend wirkt in dieser Beziehung folgende Passage: ,.Die natürlicheVernunft kann die Existenz der Erbsünde nicht stringent (= zwingend)beweisen, sondern nur mit wahrscheinlichkeit aus gewissen Anzeiihenerschließen: Solche Anzeichen sind die furchtbaren sittlichen Verirrungender Menschheit und der Abfall vom wahren Gottesglauben (Polytheismus,Atheismus)." (Ott S. 133)Die Theologie bleibt also die Frage schuldig, warum christus.kein einzigeswort über die Erbsünde gesagt hat, obwohl er doch in diese weltkim, ,um zu suchen und zu retten, was verloren war" (Lk' 19' 10) und umdie Menschheit zu erlösen. (vergl. Isaias 35,4)ll


Zur Frage , wie die Erbsünde auf den Menschen übertragen wird, sagtdas Dogma; ,.Wer behauptet, diese Sünde Adams, die in ihrem Ursprungeine einzige ist und durch Abstammuns (d. h. Zeugung des Körpers, d.Verf.), nicht durch Nachahmung, übertragen, allen innewohnt und jedemeinzelnen zu eigen ist, . . . der sei verflucht." (DS l5l3)Diese Aussage bedeutet also, daß die Erbsünde durch den natürlichenZeugungsakt, ebenso wie der menschliche Körper, fortgepflanzt wird.Obwohl die Sünde eine geistige Sache ist, wird sie über die physische Naturdes gezeugten Kindes an dessen Seele weitergegeben: die körperlicheSchaffung eines Menschen bewirkt demnach die Sündhaftigkeit der Seele,die laut dogmatischer Feststellung von Gott unmittelbar aus nichts geschaffenwird und daher selbst nicht eine Verfehlung begangen habenkann. ,,Bei jeder Zeugung wird die menschliche Natur im gnadenentblößtenZustand mitgeteilt." (Ott S. 136)Unbeirrt davon, daß selbst menschliche Rechtssatzungen derartigeHandlungsweisen als ungerecht ansehen würden, lastet die Kirche einesolche Praxis Gott an, von dem sie in einem anderen Dogmensatz erklärt:,,Die Welt wurde zur Verherrlichung Gottes geschaffen." (DS 3025).Darf man .,die Welt (als) das Werk göttlicher Weisheit (Psatm IO4, 24),und die geschaffene Welt als die Realisierung göttlicher Ideen bezeichnen(vergl. Gen. 1 , 26), wenn man den ewigen Schöpfer gleichzeitig eine Verhaltensweiseunterstellt, die selbst dem vergleichsweise groben menschlichenRechtsempfinden völlig widerspricht? Kann Gott, der absoluteGeist, etwas Geistiges, also die Seele, neu ins Leben rufen und sie danndadurch sündig machen, daß sie an einen materiellen Körper gebundenwird, der ihr die Sünde überträgt'l Stellt man mit einer solchen Denkartnicht den Körper über die Seele, das Materielte über das Geistige?Die logische Fortführung der Theorie der Erbsünde kann man in folgendemDogma lesen: ,,Die Seelen jener, die in einer Todsünde oder imStand der Erbsünde aus dem Leben scheiden, steigen dann in die Höllehinab, um dort mit ungleichen Strafen belegt zu werden." (DS 858, vom2. alfgem. Konzil von L-yon 1274). Einziger Schriftbeweis für die Erbsündeist dic Stelle: ,,Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus Wasser undGeist, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes." (Joh. 3,5; vergl. auchAnmerkung Nr. 77). Mit dieser Lehre ist jeder Mensch zur Höllenstrafehestimmt, der stirht, ohne eine christliche Taufe erhalten zu haben. Dast2gilt sowohl für Säuglinge2", Kleinkinder, aber auch die sogenannten ,,Heiden".die das Christentum nicht kennen.Allein diese hier aufgezeigten Beispiele liefern schon ein selbstredendesZeugnis vom verpflichtenden Glaubensgut einer unfehlbaren Amtskircheund es wird so recht verständlich, daß man den vtlllen Wortlaut allerDogmensätze bei Denzinger-Schönmetzer im lateinisch-griechischenOriginaltext nie


!Die biblische Fundierung sieht die Kirche in Mt. 25,41: ,,. . . Weichetvon mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel bereitet ist undseinen Engeln. " Die patristische Grundlage für diese Lehrmeinung findetdie Kirche u. a. bei Augustinus: ,,Gott ist gut, Gott ist gerecht. Er kannjemand ohne gute Verdienste retten, weil er gut ist I aber er kann niemandohne schlechte Dienste verdammen, weil er gerecht ist." (Aug. contraJul. III, 18,35;zit. nach Ott S. 296)Die Ungereimtheiten der kirchlichen Lehre liegen offen zutage: WennGott die Welt zu seiner Verherrlichung geschaffen hat und Wohltaten anseine Geschöpfe spendete, wieso können dann Teile seiner Schöpfung zuseiner Verherrlichung in der ewigen Hölle sein? Ist es mit dem Wesen einesgerechten Gottes überhaupt zu vereinbaren, schon beim Beginn einesmenschlichcn Lebens ,,bestimmte Menschen" zur ewigen Setigkeit oderzur ewigen Verdammnis vorherzubestimmen? Wenn Gott die Sündhaftigkeitbestimmter Menschen vorausgesehen hat, warum hat er in seinerLiebe nicht auf die Erschaffung dieser Menschen verzichtet und ihnen damitihr schreckliches Los erspart?Wenn die Prädestination (: yotl",.rbestimmung) eine gültige Tatsacheist, welchen Sinn haben dann noch gute Werke und alle Bemühungen umsittliche Vervollkommnung des Menschen? Für die Guten sind sie überflüssig,für die Bösen vergeblich.Besonders verwirrend wird die Situation noch dadurch, daß die Menschenauf ihrem Lebensweg noch zusätzlich ,,in Versuchung geführt werden"(vergl. die entsprechende Bitte im Vaterunser der christliche n Kirchen),Versuchungen, die von seiten des Bösen immer wieder an dieMenschen herantreten.Dies bringt uns zur nächsten Frage, der Frage nach dem Teufel als,,Fürsten dieser Welt" (Joh. 12,31:. 14, 30) und seiner Stellune in derSchöpfung.4. Die Offenbarungslehre von den guten und bösen EngelnDas IV. Laterankonzil (1215) hat die Engellehre zum Dogma erhoben:... . . Er (: Gott) hat in seiner allmächtigen Kraft zu Beginn der Zeit ingleicher Weise beide Ordnungen der Schöpfung aus dem Nichts geschaffen,die geistige und körperliche, d. h. die Engclwelt und die irdische14Welt und dann die Menschenwelt, die gewissermaßen beide umfaßt, dasie aus Geist und Körper besteht. Denn der Teutel und die anderen bösenGeister sind von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, aber sie sind durchsich selbst schlecht geworden. Der Mensch jedoch sündigte auf Eingebungdes Teufels . . ." (DS 800)Zur Teilung der Engelwelt in eine gute und eine böse sagt der Dogmenkommentar:,,Die guten Engel, die die Prüfung bestanden, gingen zumLohn dafür in die Seligkeit des Himmels ein. während die bösen Engel,die die Prüfung nicht bestanden, der ewigen Verdammnis verfielen." (Otts. 144)Dieser Abfall eines Teiles der Engel aus dem Himmel in die Hölle, dersogenannte Engelsturz, wird hergeleitet durch 2. Petr.2,4: ,,Gott hat dieEngel, die sich versündig,ten', nicht verschont, sondern hat sie de n finsterenHöhlen der Unterwelt tibergeben, unt sie zu verw'ahren für das Gericht"und durch Judas 6: ,,Auch die Engel, die ihre Würde nichl wahrten, sondernihre Stötte preisgaben, häh er für das Gerit:ht des grol3en Tages mitewigen Fesseln in der Finsternis in Verwahrung."Aus dem Evangelium des Johannes (8, aa) ist klar zu belegen. daß derSturz der sündigen Engel in die Gottesferne, d. h. die Hölle, vor der kosmischenZeit gelegen haben muß. Ob diese Hölle allerdings ewig, d. h.nie endend ist, kann mit den zitierten Schriftstellen jedoch nicht bewiesenwerden, da die Verwahrung nur bis zum Tage des Gerichts dauert. Bis zudiesem Zeitpunkt besitzt allerdings der Teufel eine gewisse Macht überdie Menschen, da er der ,,Fürst dieserWelt isr" (Joh. 12,31\ und umhergeht,,wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge" (1. Petr. 5, 8)Aus den bisher dargelegten Aussagen der Kirche geht hervor, daß Gottreine Geistwesen, Engel genannt, schuf, diese einer Prüfung unterzog,die ein Teil von ihnen nicht bestand. Diese fielen aufgrund freier Willensentscheidungunter Führung des Luzifer von Gott ab und wurden als Teufeloder Dämonen in die Hölle verstoßen. Die rein gebliebenen Engelverblieben weiterhin in der himmlischen Anschauung Gottes.Zwischen Engeln und Teufeln steht als neue Gattung der Mensch. Erist durch seine Seele auch ein Geschöpf des Himmels, durch seinen Leibhat er aber teil an einer Erbsünde der Stammeltern, die schwerwiegendeFolgen für sein irdisches Dasein hat. So ist sie die Ursache für die Beschwerdenund die Sterblichkeit des Leibes.t5


5. Die Lehre der Kirche von den letzten DingenWarum ist der Mensch sterblich und nicht unsterblich wie die Geistwesen?,,Paulus lehrt auf das bestimmteste, daß der Tod eine Folge der SündeAdams ist. Röm. 5,12 ,Durch einen Menschen ist die Sünde in die Weltgekommen und durch die Siinde der TOD, und so ist der TOD auf alleMenschen übergegangen, weil alle gesündigt haben . . .' Für den Gerechtfertigtenverliert der TOD den Strafcharakter und wird zur bloßen Sündenfolge.Für Christus und Maria wird der TOD wegen ihrer Freiheit vonder Erbsünde weder Sündenstrafe noch bloße Sündenfolge. Mit Rücksichtauf die Eigenart der menschlichen Natur war der TOD für sie jedochnatürlich." (Ott S. 564)Die Häufung des Begriffes ,,Tod" erfordert eine genauere Untersuchung,was darunter zu verstehen ist, denn so wie die Begriffe hier verwendetsind, wird der Zusammenhang unsinnig:Christus und Maria unterliegen nicht der Erbsünde, also gibt es für siekeinen Tod. Sterben sie trotzdem. so kann ,.Tod" nicht gleichbedeutendmit ,,Sterben" sein.Die Lösung der Frage liefert Christus selbst: ,,. . . Ich bin die Auferstehungund das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorbenist, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit."(Joh. ll, 25f.) Demnach bedeutet ,,Leben" Glaube an Christus,.,Tod" dagegen Unglaube, Trennung von Gott, Leben in der Gottesferne.Die Toten sind also im biblischen Sinne nicht die Verstorbenen. sonderndie Gottfernen.Dies geht besonders klar aus folgender Bibelstelle hervor: ,,Als letzterFeind wird vernichtet werden der Tod." (1. Kor. 15,25-26) Hier ist mit,.Tod" offensichtlich Luzifer gemeint, der letzte der geistig Toten, derer,die von Gott abgefallen sind. (Auch jener wird einst zu Gott zurückkehren,wmit die Fcindschaft vernichtet wird.) In die gleiche Richtung weistApg. 2, 24: ,,lhn (: Christus) hat Gott auferweckt, indem er die Wehen desTODES löste; denn unmöglich war es, dafi er lestgehalten wurde vonihm."Sterben und Tod sind also Beeriffe. deren unterschiedliche Sinnsebunsl6beachtet werden muß. Während die Notwendigkeit des Sterbens ohnepersönliche Schuld vom Schöpfer schon bei jeder menschlichen Geburtfestliegt, so gewinnt der Zeitpunkt des Todes nach einer ,,gesichertenLehrmeinung" der Kirche besondere Bedeutung, denn,,mit dem Eintrittdes Todes hört die Zeit des Verdienens und die Möglichkeit der Bekehrungauf." (Ott S. 564)Die für jene Behauptung angegebenen Schriftstellen2s bezeugen zwarfür die Zeit nach dem Erdenleben eine Zeit ohne Wirkungsmöglichkeitund ein Gericht für die Seele. Von einer Endgültigkeit dieses Zustandesmuß man jedoch nicht zwingend ausgehen, im Gegenteil: Wenn es heißt:,,Wir müssen die Werke dessen, der mich sandte, vollbringen, solange esTag ist; es kommt die Nacht, da niemand zu wirken vermag." (Joh. 9, 4),dann kann man auch folgern. daß nach jeder Nacht auch wieder ein Tagund wieder eine Nacht im gewohnten Wechsel kommt. Die Kirche lehrtjedoch strikt: ,,Die Einschränkung der Verdienstmöglichkeit auf dieZeitdes Erdenlebens beruht auf der freien Anordnung Gottes." (Ott S. 565).Und der Jesuit Brugger formuliert kühn: ,,Das aber ist gerade die Größedes Menschen, daß er, zwischen Geburt und Tod gestellt, über eine Ewigkeitentschciden soll."2lBei rechter Überlegung dieser Behauptung tauchen allerdings Fragenund Zweifel auf: Was passiert mit den Menschen, die wegen geringen Altersoder Bildung keine Entscheidungsfähigkeit haben? Warum sind diePrüfungsbedingungen der einzelnen Menschen so unterschiedlich? WelcheRolle spielen die sozialen Verhältnisse, die Umwelteinflüsse, denender Mensch zwangsweise ausgesetzt ist? Und gesetzt den Fall, der KirchenvaterCyprian hätte recht, wenn er sagt: ,,Ist man von hinnen geschieden,so ist keine Möglichkeit mehrfür Buße, ohne Wirkung ist die Genugtuung"(Ott S. 565): Warum hat dann die Kirche bis heute nicht auf die finanziellrecht einträgliche, aber wohl als nutzlos entlarvte Ablaßpraxisfür Verstorbene verzichtet? Und wie steht es dann mit der Wirkung vonbestellten Messen zum Wohle der Verstorbenen?Wie geht es nun - nach Lehre der Kirche - nach dem leiblichen Tod desMenschen weiter?Papst Benedikt XII. schreibt in der Constitutio ,,Benedictus deus" (29.Januar 1336), die Dogmencharakterbesitzt (vergl. Vorwort zu DS 1000),sinngemäß: .,Die Seelen der Gerechten sind und werden sein im Himmell7


und im Paradies sofort nach ihrem Tod . . . und zwar auch noch vor derWiedervereinigung mit ihrem Leib und vor dem allgemeinen Gericht . . .sie schauen die göttliche Wesenheit in unmittelbarer Schau. Ferner bestimmenwir: Wie Gott allgemein angeordnet hat, steigen die Seelen derer,die in einer tatsächlichen schweren Sünde verscheiden, sofort in dieHölle hinab, wo sie von höllischen Qualen gepeinigt werden. Aber trotzdemwerden am Tage des Gerichtes alle Menschen vor dem RichterstuhlChristi in ihrem Leibe erscheinen und Rechenschaft geben über ihre eigenenTaten." (vergl. DS 1000-1002)Im Anschluß an den Tod des Körpers erfolgt also ein besonderes Gerichtmit vorläufiger Belohnung oder Bestrafung (vergl. Ott S. 566) undnach einer ungewissen Wartezeit dann noch einmal das allgemeine letzteGericht am sogenannten ,,Jüngsten Tag". Der Sinn dieses letzten Gerichteserscheint aber unverständlich. wenn es die Urteile des besonderen Gerichtesnur noch einmal wiederholt.Dieser inneren Widersprüche wegen hat diese Lehre auch zu verschiedenentheologischen Meinungsverschiedenheiten geführt. Neuerdingswird von modernen Theologen die sogenannte ,,Ganztod-Theorie" vertreten.Danach stirbt der ganze Mensch mit Leib und Seele: ..Wir habenden Tod als wirkliches Ende hingestellt, als Zerbrechen von Leib undSeele, also völlige Zerstörung unserer Lebendigkeit und haben uns gegenjede Abschwächung des Todes gewehrt, gerade vom Gedanken des Todesals Gericht aus: seinen Charakter als Gericht behält das Sterben nur,wenn auch die Seele stirbt, wenn die Person das Nein Gottes als Zerbrechenihrer gesamten Lebendigkeit erfahren muß."2sGerhard Adler hat die Fragwürdigkeit dieser Ganztod-Theorie klar erkannt:,,Konkret aber spitzt sich das Problem zu, wenn man die vielfältigenund gut beglaubigten Erfahrungen der Parapsychologen ernst nimmt. . . Es handelt sich hier keineswegs um vage weltanschauliche Spekulationen,sondern um Fakten, die nach einer Deutung verlangen. Man mußdie Frage stellen, ob Theologen eine Ganztod-Theorie entworfen hätten,wenn ihnen dicsc vielfältigen Materialien bekannt und einer gründlichenReflexion wert gewesen wären."lnKennen diese Theologen eigentlich nicht den Ausspruch Jesu: ,,Fürchteteuch nicht vor denen. die den Leib töten. die Seele aber nicht zu tötenvermögen. " (Mt 10, 28)? Wäre die Kirche in Handlung und l,ehre konset8quent, müßte sie die modernen Ganztod-Theologen wie früher vor ein Inquisitionsgerichtstellen und öffentlich verfluchen, da diese gegen dasDogma ,.De fide" (DS 1440) vom V. Laterankonzil (1513) verstoßen, indem eindeutig festgelegt wird, daß der Mensch eine individuelle und unsterblicheSeele besitzt.2iWährend die Dogmen zur Ewigkeit der Hölle, auf die noch eingegangenwird, höchst problematisch sind, da sie mit dem Wesen eines liebendenund barmherzigen Gottes unvereinbar sind, ist jedoch die Existenzder Hölle unbestritten, was auch durch zahlreiche Bibelstellen begründetwerden kann. Die dortigen zum Teil sehr anschaulichen und drastischenSchilderungen der Hölle führten aber zu einer merkwürdigen Auffassungvom Wesen der Höllenstrafe. ,,Die Mehrzahl der Väter, die Scholastikerund die meisten neueren Theologen nehmen ein physisches Feuer an, hebenaber die Verschiedenheit desselben vom gewöhnlichen Feuer hervor.Das Einwirken physischen Feuers auf rein geistige Wesen erklärt Thomasnach dem Vorbild Augustinus28 und Gregors als Bindung der Geister anmaterielles Feuer. das ein Werkzeug der göttlichen Strafgerechtigkeit ist.Die Geister werden dadurch der Materie unterworfen und in ihrer freienBewegung gehindert." (Ott S. 573)Den Körper mit materiellem Feuer zu quälen, hat die Kirche in der Inquisitionmillionenfach praktiziert, aber auch für die Seele zur Strafe einmaterielles Feuer festzuschreiben, heißt nichts anderes als ihren geistigen,von der Materie substantiell verschiedenen Seinsgrad zu leugnenund sie mit dem Körper auf die gleiche Stufe zu stellen.Im Gegensatz zur Theologie der späteren Kirche hat Clemens von Alexandriasehr genau erkannt, daß dieses Feuer nicht materiell, sonderngeistig aufzufassen ist: ,,Wirbehaupten, daß das Feuer nicht den Leib (dasFleisch) reinige, sondern die Seelen der Sünder, nicht ein allverzehrendesund gewöhnliches Feuer, sondern ein vernünftiges ist, das durch die Seelehindurchdringt, die durch das Feuer geht."2eZur Dauer der Höllenstrafe stellt die Kirche fest: ,,. . . Jene (: die inschwerer Sünde verstorbenen) werden zusammen mit dem Teufel eineewige Strafe erhalten."30 (DS 801 vom IV. Laterankonzll l2l5 unter InnozenzIII.). Die ewige Dauer der Höllenstrafe belegt der Dogmenkommentar(Ott S. 573) mit insgesamt l4 Schriftstellen.Eine Untersuchung dieser Belege ergibt folgendes Bild: Von den 14t9


Stellen ist eine nachweislich falsch (Judith 16,21), eine für unsere Fragenichtssagend (Weisheit 4, 19), eine überlieferungstechnisch unsicher(Mk. 9, 46), da sie im griechischen Vergleichstext bei Nestle-Aland fehlt.Es bleiben 11 Stellen übrig. ln diesen erscheint für den Begriff ,,ewig"zweimal das Wort ,,asbestos"(Mt. 3, 12 und Mk. 9, 43), neunmal dasWort ,,aionios" bzw. das Substantiv,,aion" (Daniel 12,2;llt.l8, 8; 25,41 ; Judas 7; Mt. 25, 46; 2. Thess. l, 9; Offenbarung 14, I I ; 19, 3; 20, I 0).,,asbestos" bedeutet laut Lexikon .,unauslöschlich, unvergänglich"aber auch ,,unermeßlich". In den angegebenen Stellen ergeben alle dreiBedeutungen einen Sinn, die Verfasser konnten aber ohne weiteres nichtein unvergängliches Feuer, sondern ein ,,unermeßliches Feuer" gemeinthaben. Ebenso können die Begriffe ,,aionios" und das dazugehörige Substantiv,,aion"auf verschiedene Arten übersetzt werden. Das Wörterbuchgibt dafür an: ,,Zeit(dauer), Zeit(raum), Weltzeit, Lebenszeit,Menschenalter, Ewigkeit. "Es besteht folglich kein Zwang, von einer Höllenstrafe zu künden, dieeine Ewigkeit dauert, sie kann genau so gut auch nur eine ,,Weltzeit, Lebenszeitoder ein Menschenalter" lang andauern.rlDaß diese lelztere Begriffsgebung nicht falsch ist, läßt sich sogarsprachwissenschaftlich insofern beweisen, als das gleiche Wort ,,aion" inder Bibel nicht nur im Sinne von ,,Ewigkeit", sondern auch im Sinne von..Zeitraum. Weltzeit" verwendet wird. Das Neue Testament kennt über70 solcher Stellen32, von denen einige angeführt seien: Mt. 12,13; ,,wederin dieser, noch in der zukünftigen Weltzeit (: Ewigkeit?)".Gal. 1, 4: ,,aus der gegenwörtigen bösen Welt (: Ewigkeit?)"Mt. 13, 40: ,,bei der Vollendung der Weltzeit (: Ewigkeit?)"1. Kor. 10, 11: ,,für das Ende der Zeit (: Ewigkeiten?)"l|dt. 12,32: ,diese und die zukünftige Welt (: Ewigkeit?)1. Tim.6,17: ,,indieser jetzigenWelt (: Ewigkeit?)Eph. 1 ,21: ,,nicht in dieser Zeit (: Ewigkeit?), sondern in der kommenden."33Gegen den klaren Einwand von der Übersetzungstechnik her gibt esauch noch einen gewichtigen sachlichen Grund, der gegen die Ewigkeiteiner Hölle spricht: Es ist einfach unglaublich, daß Gott etwas Gutesschafft und dann für einen Teil dieser gut Geschaffenen eine ewige, unvergänglicheHöllenstrafe ansetzt.20Das fügt sich auch nicht in die Lehre Christi, dessen eigene Worte zumVergleich herangezogen werden: ,,Noch andere Schafe habe ich, die nichtaus diesem Gehege sind; auch diese muß ich führen und sie werden aufmeine Stimme hören, und es wird eine Herde sein, ein Hirt." (Joh. 10,16). Wenn also Christus alle zusammenführen und leiten wird, kann eskeine Draußenstehenden, Gottfernen mehr geben. Ebenso sagte er:,,Das ist der Wille dessen, der mich sandte, dalJ ich von allem, was er mirgab, nichts verloren gehen lasse, sondern es auferwecke am Jüngsten Tage."(Joh. 6,39)Ganz anders erscheint aber Gott in der kirchlichen Darstellung: ,,Aufgrundder Offenbarungslehre ist anzunehmen, daß der Wille der Verdammtenunbeweglich im Bösen verhärtet und darum für eine wahreReue unzugänglich ist. Der Grund der Verhärtung liegt darin, daß Gottdem Verdammten jede weitere Gnade versagt." (Ott S. 574)Man kann sich getrost dem evangelischen Bischof Schjelderups anschließen,wenn er schreibt: ,,Ich bin froh, daß am Jüngsten Tag nichtTheologen und Kirchenfürsten, sondern der Menschensohn uns selbstrichten wird. Und ich zweifle nicht daran, daß die göttliche Liebe undBarmherzigkcit größer ist als die, die in der Lehre von der ewigen Pein inder Hölle zum Ausdruck kommt . . . Für mich gehört die Lehre von derewigen Höllenstrafe nicht in die Religion der Liebe."3aZu den Lehren von den letzten Dingen zählt auch das wichtige Themavon der ,,Auferstehung des Fleisches" oder der ,,Auferweckung der Toten"bei der Wiederkunft Christi.Dazu sagen die Dogmen: ,,Am Ende der Welt . . . (kommt) Christus inHerrlichkeit, um zu richten die Lebenden und die Toten." (DS 150 von381 n. Chr.) ,,Der Zweck des Wiederkommens (Christi) ist die Auferweckungder Toten und die gerechte Vergeltung." (Ott S. 579)Auch hier mögen weitere Dogmen sprechen: ,,. . . Bei seiner Ankunftmüssen alle Menschen auferstehen mit ihren Leibern und sie werden Rechenschaftüber ihre Taten ablegen." (DS 76, Auszug aus dem Symbolum,,Quicumque" ca. 400 n. Chr.)Die Synode von Toledo/Spanien (400 n. Chr.) hat daraus einen Bannfluchabgeleitet: ,,Wenn einer sagt und/oder glaubt, daß die menschlichenLeiber nach dem Tod nicht auferstehen werden, der sei verflucht." (DS200). Um alle Mißverständnisse dazu auszuschließen, erklären weitere21


Dogmen eindeutig: ,,Wir müssen am Jüngsten Tag in dem Fleisch auferstehen,in dem wir jetzt leben." (DS 72 von 400, außerdem DS 684 von1053, DS 797 von 1208, DS 801 von 1215, DS 854 von 1274,D51002 von1336 n. Chr.)Im Dogmenkommentar werden zahlreiche Schriftstellen" angeführt,die die ,,Auferstehung des Fleisches" bezeugen sollen. Jedoch sprechendie Texte in Griechisch nicht von der Auferstehung des,,Fleisches", alsodes Leichnams, sondern von der Auferstehung der ,,Toten". Tote sind jedoch,wie oben festgestellt wurde, im biblischen Sprachgebrauch auch,,von Gott Getrennte", nicht nur,,Verstorbene".Paulus bringt laut Römerbrief eine einzige Stelle, die eine Auferstehungdes physischen Körpers nahelegen könnte: ,,Wohnt aber der Geistdessen in euch, der Jesus von den Toten auferweckte, so wird er, der ChristusJesus von den Toten erweckte, auch eure sterblichen Leiber lebendigmachen durch seinen in euch wohnenden Geist." (Röm. 8, l1)Gegen diese Behauptung sprechen aber zwei andere Paulusstellen:,,Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben" (1. Kor. 15, 50)und ,,Gesöt wird ein sinnenhafter Leib, auferweckt ein geistiger Leib."( 1. Kor. 15, 44)Auch Jesus verwendete den Begriff der Toten im biblischen Sinne als,,geistig Tote, Gott Ferne"'. ,,Ich sage euch: L,s kommt die Stunde und jetztist sie da, in der dieToten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, unddie sie hören, werden leben . . . Wundert euch darüber nicht, es kommt dieStunde in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden,und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehungdes Lebens, die das Böse getan haben, zur AuJ'erstehung des Gerichts."(Joh. 5,25ff.)Wäre in dieser Stelle gemeint gewesen, daß die Leichname auf denFriedhöfen aus den Gräbern kommen, hätte das zu Lebzeiten Christi tatsächfich geschehen müssen, denn es heißt doch ausdrücklich ,,Es kommtdie Stunde und jetzt ist sie da . . ." Vielmehr muß Jesus die Geister derVerstorbenen gemeint haben, die in den ,,finsteren Höhlen" der Unterweft (2. Petr. 2, 4) auf die Erlösung warteten. Für diese Deutung läßt sichauch diese Bibelstelle heranziehen: ,,lm Geiste (: nach dem Kreuzestodim geistigen Leib, d. Verf .) ging er auch hin zu den Geistern im Gefängnisund predigte ihnen, die einst nicht gehorchen wollten, als in den Tagen No-))es Gottes Langmut zuwartete. . ." (1. Petr.3, 19)Die vorher erwähnte Ganztod-Theorie wird durch diese Bibelsteilenunhaltbar: Die Geister der Verstorbenen können, wenn Leib und Seelesterben, keine Predigt anhören. Nach dem kirchlichen Auferstehungsglaubenmüßte die Auferweckung aber nicht nach dem Kreuzestod, sondernerst am ,,Jüngsten Tag" erfolgen!Eindeutige Aufschlüsse zum kirchlichen Begriff der,,Auferstehung..liefert ein sprachwissenschaftlicher Exkurs zum Aramäischen. der MutterspracheJesu.36 Im Aramäischen existieren nur zwei vokabeln, die denBegriff ,,Auferstehung" abdecken können:,,achajuta.. und,,techijjuta.,.Diesen beiden Wörtern ist aber die ,,Auferstehung.. im Sinne einer Neuschöpfungdurch Gott nicht zu entnehmen, da der ursprüngliche Sinn,,Wiederbeleben, Wiederbelebung, Wiederaufbelebung bzw. Wiederaufleben"ist. d. h. dal3 ein lebender oder verstorbener Mensch ,,wieder insLeben zurückgerufen wird, wieder lebendig gemacht wird, wieder amvollen Leben", - und Christus nennt sich selbst das Leben -, teilnehmenkann.Die Auferstehung des Fleisches, das wir hier und jetzt besitzen, und dieMöglichkeit mehrmaliger Erdenleben in verschiedenen Leibern sind unüberwindlicheGegensätze. Eines schließt das andere notwendigerweiseaus. Doch kann der kirchliche Auferstehungsglaube akzeptiert werden?Macht er nicht jedem nachdenklichen Gläubigen Schwierigkeiten in Anbetrachtdes Wissens um die biologisch-chemischen Umwandlungsprozesse,die alles Materielle durchläuft? Aber nach Meinung der Kirche,,genügt es zur Wahrung der Identität, wenn ein verhältnismäßig geringerTeil der Stoffmenge des irdischen Leibes im Auferstehungsleib enthaltenist." (Orr S. 584)Auch die Tatsache der biologischen und kulturellen Aufwärtsentwicklungder menschlichen Rasse läßt den Auferstehungsglauben in Zweifelziehen: Am Ende der Welt würden sich Urzeitmenschen und Homo sapiens,Pygmäen und Menschen der Neuzeit gegenüberstehen. VerstorbeneSäuglinge und Greise müßten erst einen funktionstüchtigen Leib erhalten.Das sind für viele Menschen befremdliche Vorstellungen.3TZum Abschluß des Themas ,,Auferstehung des Fleisches.. sei einer derletzten Paulusbriefe zrtiert. Seine letzten Zeugnisse gelten allgemein alsaussagekräftiger, da Paulus erst während einer langen Entwicklungszeitz-)


6. Der kirchliche Erlösungsglaubeseine ursprünglich römisch-jüdische Haltung in eine echt christliche verwandefnkonnte. Paulus schreibt im Philipperbrief 3, lOff .: ,,lhn möchteich gewahr werden, in der Kraft seiner Auferstehung wie in der Gemeinschaftmit seinen Leiden, indem ich die Gestult seines Todes miterleide, umso hingelangen zu dürfen zur Auferstehung von den Toten. Nicht als hätteich (sie, nicht es) schon erlangt oder els wäre ich schon am Ziele . . ." DasWörtchen ,,es", das an dieser Stelle des deutschen Textes erscheint, fehltim Griechischen. Im richtigen Satzbezug muß stattdessen im Deutschen,,sie" stehen, bezogen auf die ,,Auferstehung der Toten."r8Nun ergibt diese grammatikalisch richtige Übersetzung für den üblichenKirchenglauben keinen Sinn: Wieso bezweifelt Paulus, der doch alsBriefschreiber noch lebt, bescheiden, daß er die ,,Auferstehung der Toten"noch nicht erlangt habe? Mit Sicherheit meint er nicht die Auferstehungdes Fleisches, die er nach heutiger, kirchlicher Auffassung am JüngstenTage erleben wird. Er kann nur dasselbe meinen, was auch die vorangehendenUntersuchungen erbracht haben, nämlich, ob er schon am vollenLeben mit Christus teilnehmen könne, oder, anders ausgedrückt, ober schon die letzte Wiederbelebung oder Wiederverkörperung erlangt habe.Etwas weiter schreibt er dann: ,,Unser Heimatrecht aber ist im Himmel,von wo wir auch den Heiland erwarten, den Herrn Jesus Christus. Er wirdunseren armseligen Leib umgestalten, dalS er teilhabe an der Gestalt seinesverherrlichten Leibes. . ." (Phil. 3,20f.)Diese Formulierung steht übrigens einer Auffassung von der Möglichkeiteines Lebens in verschiedenen irdischen Körpern nicht entgegen.Ein weiteres Argument der christlichen Gegner der Wiedergeburtslehreist die Auffassung, daß sie der christlichen Erlösungslehre widerspreche.Die christlichen Kirchen sehen als den zentralen Begegnungspunkt dieErlösergestalt Christus.Er hatte als Sohn Gottes die Aufgabe übernommen, die Menschen zuerlösen. Im Glaubenssatz des Nicaeo-Constantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses(381 n. Chr.) werden die zahlreichen Schriftaussa-gen3e zu dieser Erlöseraufgabe so zusammengefaßt: ,,. . . der wegen unsMenschen und wegen unseres Heiles vom Himmel herabstieg und inkarnierte. . ." (DS 150)Das Erlösungswerk wurde nach kirchlicher Auffassung ,,durch die lehrendeund leitende Tätigkeit Christi, vorzüglich aber durch die stellvertretendeGenugtuung und das Verdienst Christi bei seinem Opfertod amKreuz vollzogen. Durch die Genugtuung wurde die durch die Sünde Gottzugefügte Beleidigung aufgewogen und die verletzte Ehre Gottes wiederhergestellt."(Ott S. 214)Die heilsgeschichtliche Bedeutung des Lehramtes Christi sieht die Kirchein der Tatsache begründet, daß durch die Sünde und die Verführungdes Teufels die Menschheit religiös unwissend geworden war und durchdie Lehrtätigkeit Christi den Menschen die geistige Finsternis genommenund das Licht wahrer Erkenntnis gebracht wurde. (vergl. Ott S. 217),,Das Hirtenamt Christi hat die Aufgabe, den durch die Sünde in die Irregegangenen Menschen den rechten Weg zu ihrem übernatürlichenEndziel zu zeigen . . . (Es) umschließt die gesetzgebende, richterlicheund strafende Gewalt." (Ott S.218). Durch seine Funktion als Priesterbewirkte Christus ,,die objektive Wiederversöhnung der gefallenen Menschenmit Gott" (Ott S. 220), er bringt sich also am Kreuz als ,,wahres undeigentliches Opfer Gott dar", wie die Glaubensdogmen von Ephesus 431n. Chr. (DS 261) und Trient 1562n. Chr. (DS 1743) aussagen.Es fällt auf, daß die Kirche als Schriftbelege überwiegend Paulus alsBeweis für den ,,Opfercharakter des Kreuzestodes" zitiert,ao währendChristus selbst seinen Tod am Kreuz nur indirekt als Opfer für die Sündender Menschen bezeichnet. (vergl. OttS.223)Dennoch leitet die Theologie gerade hieraus eine hoch bedeutsameLehrmeinung ab. Das Konzil von Trient (1562) setzt dogmatisch fest:..Dieser unser Gott und Herr hat . . . auf dem Altar des Kreuzes sichselbst im Tod Gott Vater als Opfer darbringen wollen, um für jene dieewige Erlösung zu wirken" (DS 1740). Dieses Dogma drückt die eigenwilligeAuffassung der Kirche von der Meßfeier aus. Sie betrachtet dieWandlung von Brot und Wein in das Fleisch und Blut Jesu Christi als unblutigeWiederholung des Kreuzesopfers. Ebenso wie dieses habe auchdie Messe eine sühnende Funktion. Die Stelle in Mt. 20, 28 (ebenso wörtlichbei Mk. 10. 45) ,,so wie der Menschensohn nicht g,ekommen ist, sich1Ä25


edienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als LösepreisJ.ür viele" reißt die Kirche aus dem Zusammenhang, um damit einebiblische Begründung für die l-egitimation des Meßopfers zu finden.Aus dem Kontext ergibt sich jedoch ein ganz anderer Sinngehalt. Christusspricht vom gesetzwidrigen Machtgebrauch der Herrscher gegenüberihren Untertanen. Der wahre große Mensch vor Gott sei aber klein undein Diener der Menschen, ebenso wie Jesus selbst aus Liebe diente bis zuseinem Tod.Die Auffassung, daß Jesus sein Leben als ,,Lösepreis" und zur ,,Loskaufung"hingibt, geht eindeutig auf Paulus zurück. Von den insgesamtl4 Paulusstellen sei nur eine einzige angeführt, die zeigt, wessen Geist dasDogma trägt: ,,Sie werden geschenkweise gerechtfertigt durch seine Gnademittels der Loskaufung durch Jesus Christus. " (Röm. 3. 24) (Ott 5.224)Die Loskaufungstheorie entspringt dem römischen Recht, mit demPaulus vertraut war. Er weitet diese Auffassung noch aus, wenn erschreibt: ,,Da wir Feinde waren, wurden wir mit Gott versöhnt durch denTod seines Sohnes." (Röm. 5, l0) Der Tod Christi bewirkte also die Wiederherstellungdes ursprünglichen Kindschafts- und Freundschaftsverhältnisseszu Gott. (vergl. Otr S. 224)Wenn ein ursprünglicher Zustand wiederhergestellt werden soll, mußer einmal vorhanden gewesen sein. Hat tatsächlich zwischen allen Menschenund Gott ein echtes Kindschaftsverhältnis vorgelegen, wenn siedoch bei der Zeugung aus dem Nichts geschaffen und in einen sündigenKörper gebannt wurden? Hätte es nicht genügt, die sündigen Stammelternloszukaufen? Wozu diese Millionen Jahre lang andauerndeMenschheitsgeschichte voll Blut und Tränen? Wurden hier nicht persönlichunschuldige Menschen äonenlang gnadenlos ihrem Schicksal überlassen?Und bewirkte die Erlösungstat von Christus vor 2000 Jahren etwadie Behebung der Mißstände auf dieser Erde? Ging das .,Schicksal" nichtweiterhin blind und ungerecht mit zahllosen Menschen um, gerade auchmit Christen? Jedenfalls läßt sich diese Erlösungstheorie mit der Erbsündenlehreund der Prädestinationslehre (Schicksalsvorherbestimmung)nicht vereinbaren.Ihre aktuelle Bedeutung gewinnt die paulinische Loskaufungs- undVersöhnungstheorie besonders durch die heute stark vertretene Lehrmeinungvon der ,,stellvertretenden Genugtuung Christi". ,,Unter Ge-26nugtuung im allgemeinen versteht man die Befriedigung einer Ftlrderung.Imengeren Sinn versteht man darunter die Wiedergutmachung ei'ner Beleidigung . . . Wird die Genugtuung nicht vom Beleidiger selbst.sondern von einem anderen an dessen Stelle geleistet, ist sie stellvertretend,.(ott s.225\. Die dem Rechtsempfinden der römischen Jurisprudenzabgeleitete Norm des römischen Sachrechts wurde vom materiellenBereich, wo sie durchaus ihre Berechtigung hatte, auf geistiges Gebietübertragen: Gott, so sagt man, wurde unendlich beleidigt durch die Sündeder Stammeltern, also muß er auch wieder versöhnt werden'trDas Konzil von Trient ( 1547) formulierte dazu: ,,Durch sein heiligstesLeiden am Holze des Kreuzes hat er uns die Rechtfertigung verdient undfür uns Gott. dem Vater, Genugtuung geleistet" (DS 1529). Anselm vonCanterbury (t I 109) hat diese Auffassung zu einer ,,systematischen Erlösungstheorie"ausgebaut. Er betonte die Sündenschuld als eine unendlicheBeleidigung Gottes. Daher verlangte sie auch eine unendliche Sühne,die nur von einem Gottmenschen stellvertretend für die Menschen geleistetwerden könne. (vergl. Ott 5.227)Diese Lehre hat das Trienter Konzil in vollem Umfang übernommen.Es setzte darüber hinaus noch weitere Akzente: ..Diesen hat Gott als Versöhnerhingestellt . . . für die ganze welt" (DS 1522). Entgegen der Auffassungeiniger logisch denkender Häretiker, die die Erlösung nur für dievon Gott für den Himmel vorherbestimmten gelten lassen wollten undnicht für die für die Hölle Prädestinierten, wurde betont, daß die Erlösungstatausdrücklich für alle Menschen erfolgt sei. Den Wiederspruchlöst man mit der Einschränkung, daß Christus zwar für alle Menschen hinreichendSühne geleistet habe, daß aber die persÖnliche Aneignung derErlösungsfrüchte von der Erfüllung gewisser Bedingungen, nämlich desGlaubens und der Beobachtung der Gebote, abhänge. Eine GenugtuungChristi für die gefallenen Engel wird ausgeschlossen. (vergl. Ott S. 228)In der heutigen Zeit lehren Theologen der verschiedenen Konfessionen,daß die stellvertretende Genugtuung Christi die eigenen Bemühungenum Vollkommenheit hinfällig werden lassen. Da die Menschen ohneäig"n"t zutun erlöst sind und die Früchte der Erlösung durch GottesGnade, nicht durch eigene Verdienste erlangt werden, hilft dem Menschennur der Gtaube, es helfen ihm auch nicht seine guten Werke'Theologen, die dieser Theorie anhängen, bemerken offenbar nicht,2',7


daß sie damit ihre eigene Existenzberechtigung in Frage stellen. Wozubraucht man kirchliche Dienste, wenn man die E,intrittskarte für denHimmel schon besitzt? Liegt hier nicht auch ein großer Widerspruch vorzu der Lehre von Gericht, Jüngsten Tag und ewiger Hölle?Jedenfalls sind die Erlösungslehren der verschiedenen Richtungennicht überzeugend. lmmerhin wäre es ebenso gerechtfertigt, zu behaupten,daß die Menschenzwar durch den Erlösungstod Christi aus den Händenihres Machthabers, des Teufels, losgekauft wurden, aber dennocherst durch eigene Bemühungen. Glauben und gute Werke in wiederholtenErdenleben allmählich zur Vollkommenheit und damit zurTeilnahmeam Leben Gottes gelangen können.7. Kritischer Rückblick auf die kirchliche LehreTrotz aller Einwände und Zweifel muß die Kirche an ihren einmal verkündetenLehrsätzen festhalten, da sie durch das Dogma der Unfehlbarkeitdes Lehramtes keinem lrrtum, wie sie meint, im Laufe der Kirchengeschichteunterliegen konnte. Der Schriftsteller Pryse hat das auch richtigerkannt. Er sagt: .,Das theologische Schema ist so aufgebaut, daß jedesseinerTeile von dem anderen abhängig ist, so daß das ganze Gebäudezusammenbricht, wenn irgendein Teil daraus entfernt wird."a2Eingeengt und geistig gebunden durch ihre eigenen unwiderrruflichenDogmensätze ist tür die Kirche die Vorstellung unannehmbar, daß sichdie Sphären Erde und Hölle nicht in einem geistig gleichbleibenden Bewußtseinszustand,sondern in einem Entwicklungsprozeß befinden könnten,der diese Bereiche schließlich auflöst und zum Positiven umwandelt.Die Naturwissenschaft hat jedoch für ihren Bereich längst nachgewiesen,daß nichts im ganzen Kosmos unveränderlich bleibt, sondern alles einemständigen Evolutionsprozeß unterworfen ist, wie wir es am Beispielder Menschheitsentwicklung vom Urmenschen zum Homo sapiens beobachtenkönnen. ..Alles fließt!" sagt der Philosoph Heraklit in übereinstimmungmit dem Wissenschaftler. Warum sollte im geistigen Bereich eineewige Stagnation vorliegen? Darüber hinaus stellt sich auch die Frage.wie sich die Bestrafung ohne Ende mit der göttlichen Liebe und Barmherzigkeitvereinbaren läßt. Unverständlich bleibt die Strenge Gottes, wennman bedenkt, daß Gott in seiner Allwissenheit einen eventuellen Abfall28seiner Geschöpfe vorhersehen konnte, da er sie ja bewußt mit dem freienWillen ausgestattet hatte. Die Ewigkeit der Hölle als Strafe für dieschwach gewordenen Kinder wäre dann schon in seinem Weltenplan vorgesehengewesen.Die gleiche rigorose Haltung unterstellt die Kirche dem Gott der Liebe,wenn sie darauf besteht, daß jeder Mensch nur ein einziges Mal aufdieser Erde lebt und nur in diesem einen Leben die Chance der Bewährungund Entscheidung hat, um dann entweder zu Gott in den Himmel zukommen oder für alle Zeit der ewigen Verdammnis ausgeliefert zu sein.Wie viele Menschen gibt es doch, die auf die Welt kommen, um kÖrperlichund seelisch gepeinigt zu werden und von der Sonnenseite des Lebensbis zum Ende nichts erfahren! Es müssen doch Zweifel an der GerechtigkeitGottes auftauchen, wenn man die ungleichen Startbedingungen derMenschen betrachtet. Es ist wohl ein beträchtlicher Unterschied, in einemguten oder schlechten Milieu aufzuwachsen, eine gute oder schlechteErziehung zu bekommen, mit vielen oder wenigen Fähigkeiten begabt zusein, in einer friedlichen oder kriegerischen Epoche zu leben, in ein Entwicklungslandoder in ein hochzivilisiertes Industrieland hineingeborenzu werden!Ungerecht erscheinen müssen auch die verschieden langen Zeiträumeder Bewährungsprobe, sowie die völlig ungleichen Prüfungsbedingungender einzelnen Menschen: Der eine hat ein langes Leben voller Krankheitenund Sorgen, der andere kann in Gesundheit und Überfluß sorgenlosleben. Und am Ende kommt nach Meinung der Kirche derjenige in denHimmel, der das Glück hatte, noch rechtzeitig vor dem Sterben seineSünden bereut und gebeichtet zu haben. Ein guter Mensch jedoch, derkurz vor seinem unverhofften Tod eine schwere Sünde begangen hat, verfälltunerbittlich der ewigen Hölle, auch wenn die Lebensbilanz ansonstenpositiv wäre, denn nach dem Tod hört ja, laut kirchlicher Lehrmeinung.jede Verdienstmöglichkeit auf.Verstorbene Kleinkinder, denen das bloße Ritual der Wassertaufe, auswelchem Grunde auch immer, versagt war oder nichts davon wußten,können nicht zur Anschauung Gottes kommen, auch nicht die Menschen,die keiner christlichen Konfession angehörten - gleich welchen Lebenswandelsie auch führten, und das, obwohl Christus ausdrücklich alle Menschenerlöst hat.29


Kann man unter diesen Umständen überhaupt an Gott glauben? Kanneine Welt so aussehen wie die unsere, obwohl sie für alle Zukunft vonChristus erlöst wurde?Der christliche Kirchenglaube weist also bei kritischer Betrachtungzum Teil erhebliche Widersprüche auf, nicht nur innerhalb der verschiedenenLehrmeinungen der christlichen Konfessionen, sondern auch innerhalbdes geschlossenen Glaubenssystems der Dogmen der katholischenKirche. Es ist daher nicht verwunderlich , wenn die Menschen unsererZeit, die folgerichtig zu denken gewohnt sind, immer mehr an den vonden Kirchen gelehrten Glaubenswahrheiten zweifeln.Bietet sich in dieser Situation die Reinkarnationslehre als fehlendesMosaiksteinchen zur Vervollständigung unseres Wissens an oder bestehenunüberwindliche Gegensätze zwischen dieser und dem christlichenGlauben? In der bisherigen Diskussion um dieses Thema zeigt es sich,daß man von der Voraussetzung ausgeht, das christliche Glaubensgut seieine in sich schlüssige und unwiderlegbare Einheit, klar abgegrenzt gegenüberanderen Religionen und Glaubenslehren. Was nicht zum eigenenSystem paßt, wird daher als irrig und antichristlich abgelehnt. Manmacht sich jedoch nicht die Mühe, der angegriffenen Irrlehre zusammenhängenddie eigene kirchlich konfessionell ausgerichtete Glaubenslehregegenüberzustellen. Wer jedoch auf der Suche nach der Wahrheit ist,muß einen Vergleich anstellen können, der erst ein eigenes Urteil möglichmacht.Die Methode, punktuelle Unterschiede aufzuzeigen und daraufhin vonvornherein eine Lehre als falsch zu verwerfen, erlaubt diese Urteilsbildungjedoch nicht. Daher soll der aufgeschlossene Leser die Möglichkeiterhalten, in einer Gesamtschau zwei Lehrsysteme zu überblicken. Eswird sich zeigen, daß einzelne Teile des kirchlichen Glaubens sich durchauswie Mosaiksteine in das Gesamtbild der Wiederverkörperungslehreeinfügen, andere dagegen nicht, da sie aus der göttlichen Gesamtoffenbarungin menschlichem Eigenwillen und ohne Rücksicht auf das Ganzeumgearbeitet, manche ganz daraus entfernt wurden. Darum ist es nichtverwunderlich. daß das Mosaikbild kirchlichen Glaubens dem kritischenBetrachter unausgewogen und teilweise disharmonisch erscheint.30II. Das Welt- und Menschenbildim Umfeld der Wiederverkörperungslehre1. Klärung des weltanschaulichen HintergrundesDer Grundgedanke von Reinkarnation und Karma ist zwar in nahezu allenKulturkreisen zu finden, jedoch in zahlreichen Variationen, die sichteilweise auch widersprechen. Er stellt sich ebensowenig nach außen alsEinheit dar wie der christliche Glaube, der auch abhängig ist von der historischenoder nationalen Ausprägung.,,Die geschichtliche Gebundenheittheologischer Aussagen ist in den christlichen Kirchen bewußt geworden;eine solche ,Relativität' muß auch anderen Weltanschauungsgemeinschaftenzugestanden werden. "a3Wenn wir daher einen Gesamtüberblick über das weltanschauliche Systemder Wiederverkörperungslehre geben wollen, müssen wir zuvor unserenStandort der Betrachtung nennen. Bei der Darstellung des christlichenMenschenbildes bezogen wir uns hauptsächlich auf die Lehre der katholischenKirche, da diese weltweit verbreitet ist und ihre Lehre in Dogmenübersichtlich und endgültig festgelegt hat.Aus welchen Quellen beziehen wir das Gedankengut der Wiedergeburtslehreund welcher geistige Hintergrund ist damit verbunden?Meistens richten sich nämlich die Angriffe nicht gegen die Idee selbst,daß der Mensch mehrere Leben haben könnte. ,,Das größere Problem istdas jeweilige weltanschauliche System und Umfeld, in das die Reinkarnationsideeeingebettet ist."aaDie wiederholte Einverleibung wird in östlichen Religionen, wie imHinduismus und Buddhismus gelehrt, auf den wir uns nicht berufen. Mitdem Hinweis auf das indische Kastenwesen mit seinem unbarmherzigenSozialverhalten wird gewöhnlich das Karmagesetz abgelehnt und die Verehrungder heiligen Kühe, in denen Seelen inkarniert seien, liefert denGrund, die Reinkarnation als solche anzuwehren.a5a)SpiritualismusAußerhalb der östlichen Religionen und unabhängig von ihnen wird derReinkarnationsgedanke auf dem Hintergrund des Spiritualismus gelehrt,der von den Kirchen jedoch weitgehend abgelehnt wird. Was ist dieUrsache dieser Ablehnung? Laut Duden ist der Spiritualismus eine,,theologische Richtung, die die unmittelbare geistige Verbindung des3r


Menschen mit Gott gegenüber der geschichtlichen Offenbarung betont."a6Nach der Auffassung des Spiritualismus ist es möglich, Informationenaus der geistigen Welt. der Welt jenseits unserer materiellen Sinne,zu gewinnen durch unmittelbare geistige Verbindung. Dies widersprichtaber den kirchlichen Lehren, die als göttliche Offenbarungen nurdie Heilige Schrift gelten lassen. Die Katholiken stellen zwar die Traditiongleichberechtigt daneben. aber nur, wenn sie durch das kirchlicheLehramt anerkannt wurde. Was Mystiker oder andere außergewöhnlicheMenschen als Kundgaben aus der geistigen Welt bisher übermittelt haben,wird bestenfalls als Privatoffenbarung und subjektive Glaubenserfahrungtoleriert, gilt jedoch nicht als verpflichtendes Glaubensgut. Sobleibt es beispielsweise heute jedem Christen selbst überlassen, ob er andie Marienerscheinungen von Lourdes, Fatima und Garabandal und ihreProphezeiungen glauben will oder an die im 19. Jahrhundert sehr bekanntenJenseitsvisionen der Anna Katharina Emmerich. die der Dichter Clemensvon Brentano aufgezeichnet hat.17Reformierte Christen haben zu solchen Kundgaben im allgemeinennoch weniger Beziehung als Katholiken. Während es jedoch in der Vergangenheiteine reine Ermessensfrage war, den Zugang zu jenseitigenBereichen für möglich zu halten, legen heute viele nachprüfbare parapsychologischePhänomene die Deutung nahe, daß sie auch durch Einflüssevon Seelen aus jenseitigen Bereichen zustande kommen. Die Parapsychologieleistet heute trotz mancher Gefahren einen nicht zu unterschätzendenBeitrag, den Glauben an ein Weiterleben der Seelen nach demTode und an die Möglichkeit einer geistigen Verbindung mit dem Jenseitszu untermauern. Dieser Glaube ist eine Voraussetzung, um das weltanschaulicheUmfeld der Reinkarnationslehre annehmen zu können. Wennheute Vertreter der Kirche trotz des parapsychologischen Beweismaterialsdiesen Glauben an die Wirksamkeit einer anderen Welt als Spiritismusim Sinne eines wirklichkeitsfremden Aberglaubens lächerlich machen,zeigen sie damit nur ihren mangelnden Informationsstand. Manmuß jedoch zur Kenntnis nehmen, daß sich innerhalb der Parapsychologieinzwischen zwei Meinungslager mit unterschiedlichen Erklärungsmodellengebildet haben:Während die Animistenas alle außersinnlichen Erscheinungen auf dieseelischen Fähigkeiten lebender Menschen - wie Hellsehen oder Telepathie- zurückführen wollen und damit ohne religiöse Komponente auskommen,nehmen die Spiritisten an, daß viele dieser okkulten Phänomenevon Seelen aus anderen Welten, häufig auch von Seelen verstorbenerMenschen verursacht werden.Da das Wort Spiritismus, das im Duden allgemein als ,,Geisterlehre"definiert wird, inzwischen jedoch einen negativen Bedeutungswandel erlittenhat, wird es von vielen religiös ausgerichteten Gruppen, die vomJenseits aus Belehrungen erhalten, bewußt vermieden. In der Literaturzur Reinkarnationslehre erscheint neben ihm meistens der Begriff Spiritualismus.,,Der Spiritualismus unterscheidet sich vom Spiritismus dadurch,daß der eine der Umgang mit dem Lebendigen, der andere mitdem Toten ist. Zum Spiritualismus gehört Spiritualität, d. h. Erhebungder Seele und Erhabenheit des Geistes."aeNach einer anderen Definition ist jeder, der glaubt, ,,daß in ihm nochetwas anderes steckt, als bloße Materie, . . . Spiritualist."s{)Die Spiritualisten unterscheiden sich also deutlich von den Materialistenund auch von den heute im Meinungsstreit führenden Theologen undPhilosophen, die bestreiten, daß die Seele getrennt vom irdischen Körperein Eigenleben ftihrcn kann. In diesem Sinne sind alle abendländischenVertreter der Reinkarnationslehre Spiritualisten. Die negative Begriffsverengungdes Wortes Spiritismus führt uns aber gleichzeitig das schwereProblem vor Augen, mit dem die Gewinnung von Information aus derjenseitigen Welt belastet ist: Wie soll man erkennen, ob die geistigen Botschaftentatsächlich aus den göttlichen Bereichen, den Bereichen des Lebendigen,und nicht durch Spiritismus aus niedrigen Sphären, den Bereichender ,,Toten", der Gott-Fernen kommen? Wie kommt es, daß manchenJenseitsbotschaften die Lehre der Wiederverkörperung enthalten,andere nicht?slSo schreibt Adler skeptisch: ,,Allerdings sind solche Botschaften widersprüchlichund dies wird kaum durch die Behauptung aus der Welt geschafft,Geister, die die Reinkarnation verneinten, seien eben geistignoch minder entwickelt."5rAus welchem Grund Adler dieses Argument nicht erstnimmt, muß allerdingserstaunen, wenn man seinen außerordentlichen Wissensstand inErwägung zieht. So zitiert er selbst die Bedingungen, unter denen Kundgabenaus der guten Geisterwelt, die Gott untersteht, erfolgen: ,,Sei des-JJ


sen eingedenk, daß die guten Geister nur denen zur Seite stehen, die Gottvoll Demut und Uneigennützigkeit dienen, dagegen von solchen nichtswissen mögen, die auf dem Weg zum Himmel ein Trittbrett für die irdischenDinge zu finden wähnen. Sie entfernen sich von Stolzen und Ehrgeizigen.Stolz und Ehrgeiz werden immerdar eine Scheidewand bildenzwischen dem Menschen und Gottl das ist der Schleier. der über die Himmelsklarheitgeworfen ist, und Gott kann sich des Blinden nicht bedienen,um anderen das Licht sehen zu lassen.5lDas Problem, ob die Belehrung der Wahrheit entspricht, ist also abhängigvon der Redlichkeit der Kontaktperson. Wer den Wahrheitsgehaltvon sich widersprechenden Botschaften aus dem Jenseits prüfen will,muß daher die ethisch-moralische, d. h. die charakterliche Vollkommenheitdes menschlichen Vermittlers bewerten und sich für den glaubwürdigerenentscheiden.Für alle, die selbst keine außersinnliche Wahrnehmungsfähigkeit entwickelthaben, bleiben die Schilderungen anderer bislang eine subjektiveGlaubensauffassung, da das Geistige sich nicht nach den Regeln der Beweisführungder materiell orientierten Wissenschaft richtet. Aus diesemGlauben kann jedoch im Falle eigener spontaner Bewußtseinsvorgängeund visionärer Erfahrungen ein sicheres Wissen werden, das über alle Gegenargumenteerhaben ist.Deshalb sollte der Weg ins Innenreich der Seele von jedem begangenwerden, der sich selbst Gewißheit verschaffen will. Ein außenstehenderBeobachter, dem die eigenen inneren Erlebnisse fehlen, hat die Qual derWahl, ob er den Anhängern der Reinkarnationsidee Glauben schenkensoll, die voll innerer Überzeugung behaupten, sich partiell an frühere Lebenund Einzelheiten daran erinnen zu könnensa oder ob er sich der Meinungwissenschaftlicher Forschers5 anschließt, dic versichern. die Beweisfällefür die Reinkarnation ließen sich aus durch Hellsehen, Telepatieoder Beeinflussung von Seelen verstorbener Menschen, erklären.b) ProphetieDie Lehre von Reinkarnation und Karma erscheint auch in der Prophetie.Da in der Prophetie ,,die unmittelbare geistige Verbindung des Menschenmit Gott" hergestellt wird, gehört sie ebenfalls zur Geistesrichtungdes Spiritualismus. Im Neuen Testament wird den Menschen geraten, mitder geistigen Welt in Verbindung zu treten, um von dort Belehrungen zu-t4empfangen. ,,Geistesgaben" werden in 1. Kor. 12 diese ,,außersinnlichenFähigkeiten" genannt. Was heute oft als ,,niederer Spiritismus" verurteiltwird, bezeichnet Paulus als ,,Zungenreden". Dieser Ausdruck beschreibt,was dabei geschieht: die Zunge des Sprechers bringt Worte undLaute, oft sogar in fremder Sprache hervor, die jedoch den Verstand desSprechers nicht berühren, da er sich in Ekstase oder Trance befindet.Paulus verachtet das Zungenreden nicht, stellt es aber rangmäßig hinterdas prophetische Wort: ,,lch wünschte zwar, ihr möchtet alle in Zungen reden,mehr aber noch, ihr möchtet prophetisch reden; höher steht der prophetischRedende als der in Zungen Redende, es sei denn, da!3 er die Auslegunggibt, damit die Gemeinde Erbauung empfange." (1. Kor. 14,5),,Darum, Brüder, bemüht euch um prophetisches Reden, und verhindertdas Zungenreden nicht! Alles aber geschehe in Würde und Ordnung."(1. Kor. 14,3940)Wer mit Zungen redet, dessen Medialität ist etwas entwickelt. Erkennter nun darin ein bedeutungsvolles Gut, dann kann er sich dem Geistigenmehr und mehr zuwenden, sich selbst höher entwickeln und so auch fürhöhere Einsprachen heranreifen.Die Propheten kommen in der Rangfolge gleich nach den Aposteln:,,Ihr aber seid Christi Leib und im einzelnen Glieder, und die einen bestimmteGott in der Kirche, zuerst zu Aposteln, zweitens zu Propheten,drittens zu Lehrern, dannfürWunderkröfte, fernerfür Gaben der Heilung,zu Dienstleistungen, zur Amtsführung, zu Arten der Zungenrede."(1. Kor. 12,27-28)Es leuchtet ein, daß Aussagen von Propheten rangmäßig höher zubewertensind als mediale Kundgaben, vor allem in Streitfragen. Dies giltauch in bezug auf die Reinkarnationslehre, insbesondere, wenn Aussagenin Einzelheiten Unterschiede aufueisen. Was sind aber wahre propheten?Laut Duden56 ist ein Prophet ein ,,von Gott berufener und begeisterterMahner, Seher, Weissager". Durch ihn wirkt Gott selbst, ihn als seinWerkzeug benutzend. Er kommt mit einem Auftrag Gottes in diese Welt,um die Menschheit zu mahnen, zu belehren und zur geistigen Umkehr zubewegen. Die Kennzeichen eines wahren Propheten gibt Jesus Christusselbst bekannt: ,,Wenn jemand bestrebt ist, seinen (: Gottes, d. Verf.)Willen zu tun, wird er erkennen, ob die Lehre von Gott ist oder ob ich aus35


mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; weraber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahr, und kein Trugist in ihm." (Joh. 7. l7-18)Die Theologen verhalten sich heute gegenüber dem neueren Prophetentumvöllig ablehnend und verwerfen folgerichtig auch die Lehren ausProphetenmund. Die kirchliche Lehrentscheidung (sent. certa) lautet:,,Mit christus und tlen Aposteln wurdc die allgemeine offenbarung abgeschlossen...sTUnd Karl Rahner stellt fest: ,,Es ergeht keine neue Offenbarungmehr; weil das absolute Heil in Christus gegeben ist. kann sich garkeine neue, die bisherige wesentlich überbietende Offenbarung mehr ereignen...s8Daß das Prophetentum aber als tragende Säule.der Kirche fürdie Zukunft bestimmt war, belegen mehrere Bibelstellen:s')Eindeutig auf die Zukunft bezogen ist die Vorhersage Jesu: ,,Noch vieleshabe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen; wenn aherjener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch hinfiihren zur vollenWahrheit; denn nicht v'on sich aus wird er reden, sondern was er hört, wirder reden, und das Kommende wird er euch künden. Er wird mich verherr-Iichen; denn von clem Meinen wird er nehmen und euch künden. Alles, wasder Vater hat, ist mein; deswe gen sagte ich: Er wird von dem Meinert nehmenund es euch künden." (Joh. 16, 12-15)Wahre Propheten werden also reden, was sie von Christus d. h' vomGottesgeist hören und ihre Lehre wird eine Verherrlichung von Christussein.Eine andere Bibelstelle zeigt, welche Bedeutung das Prophetentum imLeben der ersten Christen hatte und wohl auch für spätere Zetten habensollte: Gott wollte sein Volk durch Propheten durch die zeit führen, besondersdurch Notzeiten. ,,ln diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalemnach Antiochien herab, und einer von ihnen, namens Agabus, trat aufund sagte kraft des Geistes voraus, dalJ eine grolSe Hungersno{ kommenwerde über den ganzen Erdkreis; diese kam unter Claudias." (Apg' 11'27f .)Es wäre im Rückblick gesehen unbegreiflich, warum christus denspäteren Generationen diese Führung vorenthalten haben sollte. oderhaben die Menschen von sich aus auf diese Führung verzichtet?6"Der evangelische Kirchenhistoriker Prof. walter Nigg gibt dazu eineinleuchtendes Urteil: ..Die Apostelgeschichte gibt dem sonst unbekanntenAgabus ausdrücklich den Namen Prophet, und damit ist die Behaup-36tung widerlegt, die Prophetie habe mit dem Tode Jesu ihre Funktion erngestellt.Diese sonderbare Meinung haben lediglich einige Theologenvertreten, die die begreifliche Furcht hegten, durch die prophetischeWirksamkeit könnten die Paragraphen ihrer Dogmatik durcheinandergeraten.Im Gegensatz zu dieser erstarrten Auffassung verzichtete das Urchristentumnicht auf das lebendige Element der Prophetie, weil es nichtgewillt war, den Zustrom von oben preiszugeben."6lAuch Martin Luther gab der Prophetie keine Entfaltungsmöglichkeit.Er wies die Zwickauer Propheten verärgert ab und ließ in seiner Schrift,,Wider die himmlischen Propheten" seiner Aversion gegen diese.,Schwärmer" freien Lauf .n:Walter Nigg berichtet dagegen in seinem Werk ,,Heimliche Weisheit"vorevangelischen Mystikern, denen teilweise auch prophetische Gabe zugesprochenwird. Zu einer ganz anderen Meinung über das prophetischeWort als Martin Luther gelangt der evangelische TheologieprofessorBenz in seinem Werk über Emanuel Swedenborg.6sLiberal-protestantische und modernistische katholische Theologen kamenjedoch Ende des 19. Jahrhunderts zu der Auffassung, daß sich dieReligion durch neue Offenbarungen fortbilde.d Ihre Lehre ,,Die Offenbarung,die den Gegenstand des katholischen Glaubens ausmacht, wurdenicht mit den Aposteln abgeschlossen. " (DS 3421 vom 3 . 7 . 1907) ist abervon Pius X. offiziell verworfen worden. Die Treue zur Dogmatik verlangtalso von jedem kirchlichen Kritiker, die Propheten und ihre Lehre vonvornherein abzulehnen. Und selbst wenn man sich herabläßt, die prophetischeLehre zu prüfen, gleicht die Gegenargumentation einem sich drehendenKreise: Die Lehre wird als .,abstruses Gemisch von spiritualistischen,neuplatonischen und gnostischen Elementen" erkannt und abgelehnt.6sWas heißt das aber'l ,,Neuplatonisch" heißt die philosophischeSchule des Ammonius Saccas in Alexandria, dessen Schüler Origines wegenseiner Lehre, die auch die Reinkarnation enthält, später von der Kircheverflucht wurde. Die ,,Gnostiker" wurden von den Kirchenlehrernlrenäus und Tertullian im 2. Jahrhundert als Häretiker verketzert, da siebehaupteten, von den Aposteln herrührende Geheimlehren oder neueOffenbarungen des Heiligen Geistes zu besitzen. Ihnen gegenüber betontedie Kirche, ,,daß in der Lehre der Apostel, die in der Kirche durch dieununterbrochene Nachfolge der Bischöfe unverfälscht bewahrt wird, die-7 1


volle Offenbarungswahrheit enthalten ist."nnAnders ausgedrückt bedeutet das, daß nach kirchlicher Meinung eineneue Lehre erstens überflüssig ist und zweitens nur das wiederholen darf.was bisher wegen der Unfehlbarkeit des kirchlichen Lehramtes für wahrerklärt wurde.Wenn wir uns in dieser Schrift trotzdem auf prophetische Offenbarungenals Quellen unseres Wissens berufen, dann stehen wir zwar im Gegensatzzur Lehre der Kirche, jedoch nicht zur Bibel.Durch den Mund der Prophetin seines Heimholungswerkes verkündetChristus selbst die Lehren von Reinkarnation, Karma und Erlösung alsfundamentale Wahrheiten der Inneren Weltreligion Jesu Christi. DiesenAnspruch lehnen viele Menschen der heutigen Zeit als Anmaßung ab. IhreReaktion ist verständlich. Prof. Nigg schreibt hierzu: ,,Die Behauptung,unmittelbar Gottes Sprachrohr zu sein, im Namen des Höchsten zureden und vom Ewigen direkt gesandt zu sein, grenzt ans Unerträgliche. ,So spricht Gott', dermaßen beginnt nun einmal die prophetischeBotschaft, die damit die denkbar höchste Autorität geltend macht und allemenschliche Einrede zum voraus niederschlägt . . . Als Künder desAllmächtigen sind sie (: die Propheten) befähigt. eindeutig den göttichenWillen zu formulieren, der keiner Diskussion unterworfen ist."n7Der Kritiker, der die prophetische Botschaft einer Prüfung auf denWahrheitsgehalt hin unterziehen will, geht von der logischen Voraussetzungaus, daß die Botschaften Gottes, die zu verschiedener Zeit erfolgten,in ihren grundlegenden Aussagen übereinstimmen müssen. Dies istgrundsätzlich zu bejahen. Es ist jedoch zu bedenken, ob die göttlichenBotschaften, die vor ungefähr 2000 Jahren in der Bibel festgehalten wurden,wegen der Schwierigkeiten der jahrtausendelangen Überlieferungund der damit verbundenen Gefahr der Veränderung und Verfälschungobjektiv vergleichbar sind mit dem heute unmittelbar geoffenbartenWort.682.Die Offenbarunsen zum Welt- und Menschenbildder Wiederverkörp--erungslehre durch dieProphetin des Herrn in Seinem HeimholungswerkDas Heimholungswerk Jesu Christi besitzt heute das unmittelbar geoffen-38barte Wort des Herrn. Im Folgenden werden bisherige prophetischeWorte zum Welt- und Menschenbild thematisch geordnet wiedergegeben.a) Der Ursprung der Erde und des MenschenDer Herr des Lebens ist der Schöpfer aller Dinge. Der Allmächtige schufhimmliche Welten und berührte Sein ureigenes Wesen, aus diesem SeineEbenbilder hervorgingen, die himmlischen Geistwesen. Ohne die Allkraft,den ewig fließenden Ather, kann nichts bestehen, denn er ist derLebensodem des himmlischen Vaters.Das erste weibliche Wesen, das der Allmächtige schuf, nannte Er seinKind. Die Welt nennt es Satana. Dieses Kind, das Er später zu seinemDual erhob, wurde unmittelbar aus der Allkratt entnommen und geformt.Der Allmächtige, der zugleich das Gesetz ist, übertrug nach denewigen Gesetzmäßigkeiten seinem Dual nicht einen Teil der Allgegenwart,obwohl dessen ätherische Form aus der Allgegenwartskraft entnommenund manifestiert wurde. Ein Drittel Seiner positiven Kraft übertrugder Allmächtige Seinem erstgeschauten und erstgeborenen Sohn,der in der Welt Jesus Christus genannt wird.Die Trennung von Allgeist, der Urkraft, und die weitere Erkenntnis,nicht mehr in der absoluten allgegenwärtigen Gottheit zu wirken, brachteim manifestierten negativen Prinzip gegenteilige Gedanken. d. h. Empfindungen,hervor. Diese gegensätzlichen Empfindungen führten zumFall des erstgeschaffenen weiblichen Kindes, des göttlichen Duals. Seineturbulenzartigen gegensätzlichen Empfindungen richteten sich gegen denerstgeschauten und erstgeborenen Sohn Gottes und zugleich auch gegendie Allkraft. Das manifestierte weibliche Prinzip, ein Teil aus der gesetzmäßigenUrkraft, wollte wie Gott sein. Das heißt, es wollte wieder eins inder Allgegenwart Gottes sein, schöpfend und schaffend.Sie gewann für ihr Vorhaben den zweiten Sohn Gottes, der gemeinsammit ihr einen Teil der in allen Himmelsebenen lebenden Geistwesen vomGehorsam gegenüber Gott abwarb und für ihren Plan gewann, ein neuesReich zu gründen. Viele Geistwesen, denen vom höchsten weiblichenEngel hohe Ränge in der Engelhierarchie versprochen wurden, akzeptiertendiesen Plan.Im späteren Verlauf, als der Abfall von Gott immer weiterging, erstrebtensodann die Gegensatzwesen die absolute Auflösuns aller For-39


IForm der Geistwesen. Das Geistwesen in seiner Reinheit ist - im Gegensatznn grobstofflichen, materiellen, alternden und sterblichen Hülle -ebenmäßig, schön und ewig jung. Der Anblick eines Menschen ist jedochnicht immer erhebend, wenn sich im Erdenkleid die ehemaligen Vergehenwiderspiegeln, seien sie von früheren oder von der derzeitigen Einverleibung.Die himmlisch reinen Wesen sind vollkommen und bilden einabsolut reines und vollkommenes Ebenbild unseres himmlischen Vaters.Alle positiven und negativen Empfindungen, Gedanken und Handlungendes Menschen werden vom ewigen Geist registriert. Die Seele ist dasBuch des Lebens. In dieses ätherische Gebilde graviert sich die Empfindungs-,Denk- und Handlungsweise des Menschen ein.Beim Ableben eines Menschen erlöschen dessen negative und positiveKräfte nicht. Die Seele, die sich vom Körper löst, nimmt alle Eigenschaftendes Menschen mit in ihre neue Lebenssphäre. Dort setzt sie u. a. ihrvernichtendes oder aufbauendes Wirken fort und beeinflußt die Menschenund Seelen, die in ihrer Schwingungsebene leben.cl Ziel und Aufgabe des Menschenvor und nach der Erlösertat Jesu ChristiUnter der ungebrochenen Herrschaft Luzifers und seiner Anhänger hattenalle Fallwesen daran mitzuarbeiten, ein von Gott getrenntes eigenesReich aufzubauen. Sie sahen das materielle Kleid als einen Kampfanzugan. um - so glaubten sie - von der Erde aus das Reich Luzifers gründen zukönnen.Als er (: Luzifer) jedoch erkannte, daß die Gotteskraft den Fallweltenund den Fallwesen keinen Einhalt gebot, glaubte er, in Gott eine Schwächezu sehen. Er nahm deshalb an , es müsse ihm möglich sein , die gesamteSchöpfung, die grobstoffliche wie auch die feinstoffliche, auflösen zukönnen, um eine neue Schöpfung nach seinen eigenen Vorstellungen hervorbringenzu können. Durch die Auflösung aller Formen hätte Satanaden Sieg über die Urkraft erlangt, über die schöpferische und wirkendeLiebe. Satana hätte dadurch das erreicht, was ihr als Endziel vorschwebte,nämlich wie Gott zu sein und die Ganzheit zu besitzen.Grausamer denn je verfolgten die Dämonen (d. h. die bewußt nichtrückkehrwilligen Fallwesen) das von ihrem ehemaligen Lichtträger gesteckteZiel. Ohne Erbarmen nahmen sie jede Möglichkeit wahr, die Seelenim Menschenkleid und die in den satanischen Hierarchien ihren Plä-44nen gemäß zu beeinflussen.Der Allgeist, der Absolute jedoch kenrrt keirre Schwäche, da Er, wiedas Wort schon sagt, absolut und daher vollkomrnen ist. Er ließ SeineKinder nur gewähren, das heißt, Er ließ ihnen den freien Willen. Als diegeistigen Elementarkräftc der Seelen vor dem Beginn des gegensätzlichenRotierens standen, griff der Allgeist. das Gesetz, durch die Teilkraftaus der Urkraft verstärkt in die Elemente der Seelen ein.Jesus Christus, der Mitregent der Himrnel, ist in den vier Wesenheiten 'die auch Eigenschaften Gottes sind und die sowohl die Schöpfung als auchdie Seelen tragen. als gegenwärtiger Geist wirksam. Diese BestandteileSeines Erbgutes, die in alles Sein einstrahlen, verstärkte er, wodurch dieseHeilsstrahlen nach seiner Erlösertat in alle gefallenen und belastetenSeelen stärker einfließen konnten und die nötige Schubkraft für die Erlangungeines wieder ewig kosmischen Lebens geben'Als der Sohn Gottes zur Inkarnation ging, stellte sich die gesamte Fallschöpfunggegen Ihn. Alle gefallenen Seelen, sowohl in den satanischenBereichen, die heute Reinigungsebenen sind, als auch auf der Erde, richtetensich gegen den Sohn Gottes. Diese geballten negativen Kräfte überwandEr im Erdenkleid, indem er statt Haß, Neid und Feindschaft, diesenLiebe und Barmherzigkcit entgegenbrachte. Durch dieses Geschehen inder Erlösertat lebt und wirkt in allen Seelen, sowohl in den Menschen alsauch in den Entkörperten, der Geist Christi als Erlöserfunke, der alleSeelen zum Urfunken, dem Wesenskern, zurückführt.Auch die Dämonen, die bis heute Christus noch nicht als Sieger anerkennen,tragen diesen Erltjserfunken, der in ihren Seelen jedoch nur einemGlimmspan gleicht. Da der Geist Gottes zeit- und raumlos ist' kannes sein, daß dieser Glimmspan in einzelnen Seelen erst nach Aonen erglühenwird. Durch das verstärkte Einströmen der Urkraft werden sie jedocheinst Christus, die Teilkraft aus der Urkraft, als Mitregenten anerkennenund dadurch zum Allvaterkörper zurückfinden können.Alle Seelen werden einst wieder die reine Form erlangen, da die ErlöserkraftChristi die Elemente in allcn bclastctcn Scclcn in de r gcse tzmäßigenRotation erhält. Wäre diese T'at des Christus Gottes nicht erfolgt, sohätten sich die bestehenden Formen heruntertransformiert und alles wärenach und nach der Auflösung anheimgefallen. Die gesamte Schöpfungwäre wieder in den fließenden Ather übergegangen.45


Durch die Opferwilligkeit und die Opfertat des Sohnes Gottes hat derFall seine Wende genommen, auch wenn dies auf der materiellen Ebeneund in den Reinigungsbereichenoch nicht erkennbar ist.Jede belastete und gefallene Seele ist somit die Trägerin des ErbesChristi und eine Zelle am geistigen Leben des Auferstandenen.Erst wenn alleZellen am Leibe Christi wiederzu bewußten Körpern imAllvaterkörper geworden sind, wird auch Satana wieder den Platz im ewigenReich einnehmen können, der ihr anfänglich nicht genügte, da sie wieder Allmächtige sein wollte.Durch Seine Erlösertat hat der Sohn Gottes nicht nur als Jesus von Nazarethein sichtbares Zeichen gesetzt, indem Er die Liebe lehrte, sonderndiese auch der Menschheit vorlebte und ihr dadurch zeigte, daß durch dieVerwirklichung des kraftvollsten Gebotes, der Liebe, jede Seele in dasVaterhaus zurückfinden werde.Viele glauben heute noch, Jesus von Nazareth mußte gekreuzigt werden,weil es Sein Karma war, in Wirklichkeit ist aber das Golgathaopferdas Karma der Menschheit. Keine Seele kann ins Vaterhaus eingehen,außer sie geht mit Christus, ihrem Erlöser, diesen Kreuzigungsweg derSelbstüberwindung und Entsagung. Jeder einzelne. ob in dieser irdische nDaseinsform oder als Seele muß sein Ich kreuzigen, seine menschlichenSchwächen erkennen und sich bemühen, alles Gegensätzliche abzulegen.Nur das rein kosmische Kind kann in das Reich Gottes, in das ewig bestehendeLichtreich eingehen.Der Läuterungsweg jeder Seele gleicht einem Kampf: einmal gegen dienoch uneinsichtigen und unbeugsamen Teufel oder Dämonen, die immernoch das Erbe Satanas festhalten und es zu vergrößern suchen, aber auchgegen den .,Satan der Sinne" im eigenen Ich.Wer sich noch nicht auf die Allkraft ausrichten kann, zieht Gegensatzkräftean. Dies sind unsichtbare Wesen, die des Menschen noch vorhandeneniedere Neigungen, sein Besitzen-, Haben- und Regierenwollenverstärken und in seinem Gemüt gegensätzliche Bestrebungen entfachen.Immer wieder wird das Erbe Satanas, das noch in jeder Seele mitschwingt,durch solche gegensätzlichen Eingebungen angeregt. Menschenund Seelen, deren Hang zum Negativen stark ist, haben es oftmalssehr schwer. sich von dem Sog all dieser gegensätzlichen Kräfte zu befreien.46Die Seelen sind jedoch in diesem Kampfe nicht allein. Geistwesen ausgöttlichen Sphären stehen ihnen hilfreich zur Seite. Es sind die Schutzgeister.Jeder Mensch hat ein oder zwei Schutzgeister. Es kommt auf die Tätigkeitdes Menschen an . Er ist mit dem Menschen verbunden, doch er begleitetihn nicht auf Schritt und Tritt. Er registriert Gedanken, Worte undauch Taten des Menschen. Der Schutzgeist kann in der Heimat sein, undtrotzdem weiß er um seinen Schutzbefohlenen. Sobald Gefahr droht, ister an dessen Seite. Er schützt den Menschen, sobald er in sich das erkennt,was ihm vom ewigen Vater gegeben wurde: Das Gebot der Liebe.So er dieses befolgt, wird von diesem Schutzgeist eingehüllt, und es kannihm nichts geschehen. Die Welt begibt sich außerhalb des Schutzes Gottes.Dadurch lebt der Mensch in der Not, in der Krankheit und im Tod.Der Wille ist ausschlaggebend. Wer im Eigenwillen lebt, hat eine Ausstrahlung,in die sich der Schutzgeist nicht begibt. Er warnt nur, und dieseWarnung dringt in das Gewissen ein.d) Das Gesetz von Reinkarnation und Karmaauf dem Wege zur VollendungDie heutige Menschheit fragt mehr denn je: Gibt es eine Wiedergeburt indas Fleisch? Wer mit seincn Empfindungen und Gedanken zu den ÖstlichenBereichen strebt, dort sich das Urchristentum aufgetan hat, wird erfahren,daß schon im Urchristentum die Lehre von der Wiedergeburt indas Fleisch existent war. Diese Lehre ist christliche Lehre, diese Lehrewar schon im Urchristentum wirksam.Es wäre so wichtig, daß die Menschheit um die Inkarnationslehre, umdie Wiederverkörperung Bescheid wüßte. Wer um die Wiederverkörperungund um das Karma, die Seelenschuld, nichts weiß, der fragt sich:Weshalb lebe ich auf dieser Erde? Woher kam ich und wohin gehe ich?Gibt es einen gerechten Gott? und: Warum läßt Er diese Ungerechtigkeitenzu? Ich bin krank, der andere gesund - was habe ich getan? Ich lebteund lebe wie mein Nachbar und mein Arbeitskollege. Weshalb muß ich injungen Jahren dem Tod ins Antlitz blicken? Alljene, die der Welt mehrhuldigten als ich, leben in der Fülle! Im Krankenbett liegt z. B. eineschwerkranke junge Frau, sie blickt auf eine mit Menschen belebte Straße,sie sieht junge Mütter mit ihren Kindern. Wehmütig denkt sie an ihrebeiden Kleinen, ein Gefühl der Angst steigt empor, und die Frage stehtihr im Antlitz: Muß ich sterben - war das der Sinn und Zweck meines Le-47


ens, daß ich zwei Kinder geboren habe, die nun alleine sind? Wo ist derGott der Gerechtigkeit, der Sanftmütige und Demütige, der die All-Liebesein soll? Wenn die Menschheit wissend wäre, so wäre es eine logischeFolgerung, daß jede Seelenschuld ausfließt und sich in das physischcKleid ergießt, sofern die Seele inkarniert ist. Jeder trachtet dennoch. daßein Geschwür des Körpers aufbricht und ausfließt, damit der Schmutz ausdem Körper entweicht . . Wenn die Menschen um die Wiederverkörperungwissen würden, so würde die Frau auf ihrem Krankenlager sichselbst erkennen, und ihr Wille wäre des Herrn Wille. Ihre Bitte wäre. daßsich jede Ursächlichkeit in den grobstofflichen Körper ergieße, auf daßsie frei werden und Gott Ihrem Herrn entgegeneilen könnte. Die Mutterwürde ihre Kinder dem irdischen Vater anempfehlen und alle drei demGeistigen, Ewigen, dem Leben, das alles einhüllen möchte. Solange aberder Mensch nicht um den inwendigen, lebendigen Geist weiß, ist er eingeistig Toter.Jede Seele im Menschen kann sich belasten. Sie nimmt jede gedanklicheAußerung wahr. Jeder Gedanke bewirkt einen Seelenpartikel, eineSchwingung, die sich als Farbe in ihm und auch in des Menschen Aura widerspiegelt.Die Seele ist cin geistiger Computer, der alle Taten des Menschenwahrnimmt, und sie (über die Aura) reflektiert. Sobald ein Seelenpartikelein gewisses negalives Potential hat, fließt es in den Körper ein.Das Resultat sind Unpäßlichkeit, Krankheit, Not oder seelische Zerrittung.Dieses Einfließen nennt man KARMA: der Computer wirft die Tatenaus.Viele klagen: Unser kranker Leib, die Not, die Kümmernisse, unsereFehlschläge - Herr, weshalb schickst du uns das? Es ist kein Schicksal, esist Ursache und Wirkung. Sie kann vom Vorleben herrühren. Wenn werschlechten Samen aussät. hat er eine schlechte Ernte. Doch wenn man dasPflänzchen hegt und pflegt. dann kann es ein gutes Pflänzchen werden,und eine gute Frucht kann hervorgehen. So ist es auch, wenn manschlechte Gedanken und Werke aussät. dann kommen die Taten wiederumzurück. Doch wer in Liebe zum Vater kommt. Ihn um Gnade und Mildebittet. dem wird auch Gnade und Milde zuteil werden, und die Wirkungwird abgeschwächt. Dadurch wird das Pflänzchen wachsen und gedeihenund doch noch schöne Früchte tragen . ,,Vergebt. auf daß euch vergebenwerden kann" . . . Gott straft nicht, Gott vergibt, doch derMensch48muß zu Gott kommen, er muß anderen vergeben, auf daß ihm vergebenwerden kann. Wer mit seinem Bruder nicht eins ist, wer mit ihm im Streitlebt, dem muß erst vom Bruder vergeben werden, auf daß Gott vergebenkann. Die Seelen in den Astralbereichen oder in den höheren Bewußtseinsebenenwarten auf die Vergebung der Geschwister, die entweder imErdenkleid oder in den Astralebenen leben . .Das Wichtigste im menschlichen Leben ist der positive Gedanke, er istder Gestalter des Lebens. Durch das negative Denken entstand die Kristallisation.es ist der Mensch. Nur durch positives Denken wird Niederesin Höheres umgewandelt. Wer in diesem Bewußtsein lebt, der hat Christusan seiner Seite, der weiß aber auch, daß der Herr sein Los mitträgt,derjenige baut sein Schicksal ab . . . Jeder sollte das Erdenland als Gnadenstätteerkennen, in der er sein Los abtragen darf, indem er Gott, SeinenVater und Christus. Seinen Erlöser erkennt . denn im Seelenreichmuß man Jahrhunderte, sogar Jahrtausende ein Steinchen nach dem anderenabtragen.Wer sich mit dem Karmagesetz befaßt, muß unweigerlich an die Wiedergeburtder Seele in ein Erdenkleid glauben. Denn das Karma, die Seelenschuld,entstand nur durch geschaffene ursachen, die in früheren Inkarnationender Seele durch gesetzwidriges Denken und Handeln gesetztwurden. Eine Seele kann von der Erde aus, sofern sie den Läuterungswegerkennt und sich den Gesetzen des Herrn unterordnet, diese befolgt undBuße tut, wesentlich schneller in das Reich des Lebens zurückfinden, alswenn der Mensch träge, in seinem Alltagstrott lebend, nur auf diese Weltund ihre Scheinlichter blickt. Ein solches, nur auf die Materie ausgerichtetesErdenleben ist vergeudete Zeitund mißbrauchte Energie. Nach dieserErdenwanderung wird sich eine solche Seele wieder eingebären underneut den materiellen Pfad beschreiten, bis sie erwacht und den Weg desinneren Lichtes wandelt.Tief im Herzen des ewigen Seins ist der göttliche Wesenheitsfunke, derden Christusfunken in Aktion bringt, sobald sich der Mensch der Gottheitzuwendet. Solange dieses nicht der Fall ist, bleibt die Seele am Rad derWiedergeburt haften. Das Rad der Wiedergeburt ist nichts anderes als dieMagnetströme dieser Erde, die sich in eine feine magnetische Schwingungbergen und die Seele, die sich mit ihrem Schicksal gewandet hat,festhalten.49


Gleiches zieht Gleiches an. Die Seele wird ihrem BewulJtsein entsprechenddorthin geleitet, wo sie sich entweder auf das hÖhere Selbst vorbereitenkann oder sich zu eincr weiteren E,inverleibung rüstet. Deshalbmuß man seine Seele entwickeln. denn der Herr wünscht den HeimgangSeiner Kinder und nicht die Erdenwanderungen.Die Inkarnalion einer Seele sollte nur sein, wenn es wahrhaftig c-ineWiedergutmachung irn Fleische wäre. Doch die Seelerr, sie drangen zurInkarnation, weilviele in dem Bewußtsein lebcn: Nur irn Fleisch ist mcine'Existenz. Es gibt das geistige Gesetz, das besagt: Du kannst nur zur Inkarnationgehen, wenn du von den Geistwesen eine gewissc Schulungerlangthast. Das Gesetz der Inkarnation schreibt vor: Jede Secle kann zur Inkarnation,wenn die Konstellatictn der Planeten mit der Seele identisch istund eine werdende Mutter in sich, und zwar in der Seele, die Strahlungder Inkarnationsseele aufweist . . Der Inkarnationsplan Jesu Christi besagt:Für die Wiedergutnrachung-Ja. Nur in ein Fleisch zu gehen. umsich im Fleische auszuleben - Nein. Doch jedcr Scele obliegt der freieWille. Wenn nur reine Geistwesen zur Inkarnation gehen würden, dannwäre die Welt frei von dieser großen Belastung. Doch die Welt ist gebunden,da sich meist dunkle Wcsen inkarnieren. Aus den himmlischen Höhenkommen ebenfalls Geistwesen zur Inkarnation. um das Wort der Liebezu geben und den Menschen zu helfen. Doch auch ihnen wird genaudasselbe gesagt wie den Seelen: Wenn eine Seele zur Inkarnation geht, istdas geistige Bewußtsein weitgehend abgedeckt. Der Geist Gottes decktdie lnkarnation selten auf. Ab und zu geschieht das, allerdings nur. umdas Menschenkind auf den geistigen Auftrag aufmerksam zu machen.Ihr seid ein Volk, eine Herde , ein Hirte ! Ich bin der gute Hirte. Ich werdealle meine Schafe! Mein Herz ist mit diesem Liebe-Willen erfüllt. denauch der Vater trägt. Mein Herz ist bei euch und Mcin ganzes llerz ergießtsich in euer Herz. Schaltet den Verstand aus. Erfaßt mich mit dernHerzen! Heim möchte Ich euch führen! Heim in das ewig gelobte Reich!Heim in den Frieden! - O seht, er ist euch beschieden durch Mich. Jedeeinzelne Seele bittet der Herr: o Mensch, Mein Kind, gchc in dic güttlichcMeditation! Überdenke dein Leben. absolviere die Grundstufen des Lebens,und zwar im Erdenkleid. Nicht noch einmal sollst du in ein Erdenkleidgehen und dieselbe Grundstufe wiederholen. Nein! Vollbringe jedeeinzelne Stufe mit Mir und du wirst den Höhenflug erlangen! Ihr glaubt,50hier zu Hause zu sein! Kinder Meines Herzens. die Stätte der Erde ist einDurchgangslager. ein Bewährungslager für Bettler, Könige, und am Zielsteht die Einheit! Und am Ziel leuchtet das Kreuz. Das Kreuz sagt zueuch: Ihr seid alle Brüder und Schwestern. verbunden mit dem Einen.Christus!3. Grundlegende Gegensätze zwischen dem Kirchenglaubenund den prophetischen Offenbarungen des HerrnZwar finden sich irn Detail beider Lehrsysteme sowohl zahlreiche Gemeinsamkeitenals auch Unterschiede, auf die hier jedoch nicht nähereingegangen werden soll, da sie der Leser leicht selbst herausfinden kann.In der Zusammenschau zum genannten Thema heben sich aber zwei Hindernissedeutlich ab. die eine Synthese unmöglich machen: Es ist erstensdie Lehre der Kirche. daß die Seele des Menschen unmittelbar aus Nichtsgeschaffen würde bei der Zeugung des Körpers und zweitens die Lehreder ewigen Hölle für die sündigen Menschen und Teufel. Aus diesen beidenLehrmeinungen leitet sich ein Großteil der inneren Widersprüche deschristlichen Kirchenglaubens ab. Auch die zweit'elnden Einwände derkritischen Menschen über die Ungerechtigkeit Gottes lassen sich im letztenauf diese Lehrmeinungen zurückführen.Demgegenüber stehen die Aussagen der geistigen Welt, daß die Seeleein Geistwesen göttlichen Ursprungs sei, das sich bei seinem Ursündenfallim himmlischen Bereich belastet habe und in den Reichen des Fallesund auf Erden einen Läuterungsweg gehe, der für jedes Geistwesen mitder Rückkehr zum göttlichen Ursprung enden wird.Diese Aussagen des Geistes widersprechen zwer der Lehre der Kirche,nicht jedoch der Heiligen Schrift und und den Lehren von einigen der riltestenKirchenlehrer, bekannten Kirchenvätern im J'rüheren Christentum,was im folgenden bewiesen werden soll.Mit der Leugnung der Prtiexistenz der Seele, ihrer Existenz lange vor derirdischen Einverlei bttng und der vorangegangenen persönlichen Belastungbei ihrem Ursündenfall und dessen Folge, sowie der Apokatastasis allerSeelert, in der Heiligen SchriJ't (ApS. 3, 2l) als ,,Wiederherstellung aller"bezeichnet, wurde von der Kirche ein geistiges Band zerschnitten, das erstden Sinn und Zweck des Menschenlebens als logische Abfolge erscheinen5l


lößt. Es zeichnet den Menschen als Wanderer, der freiwillig die Heimat verliet3,sich jetzt in der Fremde zurechtfinden mufi, bis er wieder aus Heimwehdie Rückkehr erstrebt und erreicht. Wenn die Kirche den Auszug ausder Heimat und die Rückkehr eines jeden Wanderers verneint und statt dessenseine Herkunft aus dem Nichts lehrt und die Bedrohung durch eine auswegloseschreckliche Verirrung als Möglichkeit offen lä13t, dann i.st in diesemDenkmodell allerdings kein Platz für den Gedanken, der Mensch könnedurch eigene angestrengte Arbeit zur Löuterung und Reinigung seinerSeele und rufe nach Gottes Hilfe aus jedem lrrweg befreit werden - undauch nach wiederholten Fehlschlägen noch zur Heimat zurückfinden. DieKirche muß die Einmaligkeit des Erdenlebens, die einmalige Chance einesjeden Menschen lehren, so lange sie die Präexistenz und Apokatastasisleugnet, da Wiederholungen nicht nur sinnlos wären, sondern wegender Theorie der Neuschöpfung jeder Seele auch unmöglich. Konsequenterweisewird sie auch das Karmagesetz, das Gesetz von Ursache undWirkung, leugnen, das die Ungerechtigkeiten der menschlichen Geschikkevon einer höheren Warte aus erklärt und aus diesem Grund die Notwendigkeitder Chancengleichheit für alle für überflüssig halten. ,,DieGerechtigkeit Gottes fordert aber keineswegs die Gleichheit der Chancenfür alle. Er ist der Herr und Schöpfer, der mit den Seinigen tun kann , waser will. (Vergl. Mt. 20, 1-16). Hat er jedem gegeben, was recht ist undihm zusteht, so kann er unbeschadet seiner Gerechtigkeit bevorzugen,wen er will."6eDer heftige Widerspruch der christlichen Kirchen gegen die Gültigkeitdes Karmagesetzes liegt ausschließlich in dem Zwang, dann vor aller Weltoffen ihre früheren Irrtümer zugeben zu müssen. Der evangelische TheologeReinhard Hummel spricht das freimütig aus: ,,Der Widerspruch gegendie Karmalehre ist vor allem da unerläßlich, wo sie zum konkurrierendenHeilsweg wird . ."70Wer dem Karmagesetz eine ,,automatisch funktionierende Vergeltungskausalitätder Taten"Tr mit gleichzeitigem Antasten der Souveränitätund Verborgenheit göttlichen Wirkens anlastet, wie Hummel das tut,übersieht, daß die Wirkung des Karmagesetzes ausschließlich zum Zweckhat, die geistige Fortentwicklung zu beschleunigen. In der Physik ist unsdiese Gesetzmäßigkeit bekannt als ,Aktion und Reaktion'. Mit Rechtsagt K. O. Schmidt, ,,daß wir die Fesseln, die uns an Körperlichkeit, Ver-52gänglichkeit und Geld schmieden, in früheren Daseinsformen selbst geschaffenhaben und auf unserem weiteren Wes zur Höhe selbst lösen müssenund können."7rIm folgenden Abschnitt wird bewiesen, daß die Aussage des Geistes,die Wiederverkörperungslehre der Seele sei christliche Lehre und nochteilweise in der Heiligen Schrift zu finden, der Wahrheit entspricht. DieFundstellen unterstützen die Behauptung der Präexistenz der Seele, derReinkarnation, des Karmagesetzes und der Apokatastasis, wenn auch dieLehre heute nicht mehr in zusammenhängender Darstellung darin zu findenist.73 Daß es solche Belege tatsächlich gibt, mag manchen Kirchenchristenunvorstellbar erscheinen. Man hat nie von ihnen gehört, weil sieim Religionsunterricht, in Predigten und religiösen Veröffentlichungennicht vorkommen. So ist es nun wahrhaftig an der Zcit, daß das Schweigendarüber gebrochen wird und den Menschen die Augen geöffnet werden.Es ist nie zu spät, die Wahrheit zu erkennen ,,Die Wahrheit wird euchfrei machen" (Joh. 8,32) - das sollte gerade in der heutigen Zeit gelten.III. Belege für die Richtigkeit der prophetischenOffenbarungen zur Wiederyerkörperung der Seeleaus Bibel und Kirchenvätertexten (Patristik)1. Biblische BelegeTaa) zur Präexistenz der SeeleWeisheit 8, 19-20,,lch war ein wohlveranlqgter junger Mann und hatte eine gute Seele empfangen:oder vielmehr, weil ich gut war, kam ich in einen unbeflecktenLeib."Diese Gedanken zeigen, daß die Gestaltung des derzeitigen Leibes eindeutigdas Ergebnis seiner letzten Inkarnation war. Die Seele dieses jungenMannes lebte also schon vor diesem Leben, war somit präexistent.Prediger 6, 10,,Was ist, ward längst vorherbenannt, und längst bekannt, was derMensch sein wird. Er kann nicht rechten mit dem, der störker ist a,ls er."Alles Geschehen ist schon vorherbestimmt aufgrund der Lebensweisendes Menschen, der im Vorleben die Ursachen für das jetzige Leben ge-53


setzt hat. Gott ist nicht Urheber des ncgativen Geschehens. Kann dieseAussage ohne das Wisscn um die Vorexistenz cler Seele getroffen werden?Johannes 8, 23,,Er (: Jesus) sprach zu ihnen: Ihr seid von dem was untan ist, ich binvon dem, was oben ist, ihr seid von die.ser Welt, ich bin nicht von dieserWelt."Wäre bei der Zeugung des Körpers die Seele des Menschen von Gottneu geschaffen, könnte man sie nicht als von unten stammend bezeichnen.Die Seele von Jesus kommt aus den himmlischen Bereichen (oben),die der Menschen aus den höllischen Bereichen (untcn).Johannes 8, 44,,lhr stammt aus dem Teufel als Vater und wollt nach den Gelüsten euresVaters tun. Dieser war ein Menschenmörder von Anbeginn; er steht nicht inder Wahrheit, weil in ihm nicht die Wahrheit ist."Diese Stelle zeigt unbarmherzig die Ursachen für unsere schlechtenNeigungen: wir sind durch den Engelsturz Kinder des Teufels gewordenund müssen uns seinem todbringenden Einflufi entziehen; unsere Seelemuß also schon vor diesem E,rdenleben existiert haben.Epheser 1,4-sEr hat uns auserwählt in ihm vor Grundlegung der Welt, dalS wir heiligseien und untadelig vor ihnt in Liebe; er hat uns vorherbestimmt zur Kindschaftvor ihm durch Jesus Christus nach dem huldvollen Ratschlul3 seinesWillens . . .Wendungen wie ,,uns erwählt vor Grundlegung der Welt" und ,,unsvorherbestimmt . . vor ihm" deuten auf unsere Existenz schon vor dermateriellen Welt, nicht erst durch die Geburt im derzeitigen Leben. Auchdie Wiederherstellung des Kindschaftsverhältnisses durch die Erlösungwar lange vorherbestimmt.b) Biblische Belege zur Wiederherstellung aller DingePrediger 12,6-7,,Ehe der silberne Strick zerreilSt und die goldene Schqle zerbricht, derKrug zerschellt an der Quelle und das Schöpfrad zum Brunnen hinabbricht.Zur Erde kehret wieder der Staub, wie er war, und der Geist kehrlzurück zu Gott, der ihn gab."Mit dem Zerreißen des ,,silbernen Strickes" beschreibt der Prediger,54ein gelehrter Weiser. den Vorgang der Loslösung der Seele vom Körperbcim Tod und dic Folgen: Zerfall des irdischen Leibes und Rückkehr desGeistes zu Gott, nicht zur ewigen Hölle.Micha 4,6,,An jenem Tagc - Spruch des Herrn - da will ich das Hinkende sammelnuncl das Zerstreute zusammenbringen und alles, dem ich Leid getan (Vulgata:was ich niedergeschlagen hatte)"Das Zerstreute und von Gott Abgefallene (,,Niedergeschlagene") wirdvon Gott wieder zurückgeführt. Allcs wird wieder hergestellt werden.Isaias 49. 15-16VergilSt eine Frau ihren Sciugling, eine Mutter den Sohn ihres ScholSes?Mögen selbst diese vergessen, ich aber vergesse dich nicht! Siehe auf meineIttinde habe ic'h dich ge zeichnet, deine Mauern stehen vor mir allezeit."Welcher andere Sinn steht hinter dieser Stelle als der Gedanke. daßGott keines seiner abgefalle nen Kinder vergißt? Darum wird er auch fürdie Rückkehr sorgen, unter Beachtung der freien Willensentscheidungseines Geschöpfes.Johannes 6, 38-39,,Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willenzu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das aber ist derWille dessen, der mich sandte, . . . daß ich von allem, was er mir gab,nichts verlorengehen lasse, sondern es au.ferwecke am Jiingsten Tage."Wenn der Wille Gottes ist, daß nichts verloren gehe, dann vereinbartsich das nicht mit der ewigen Verdammnis. Mögen Menschen als geistigTote sterben. ein neues Erdenleben ermöslicht ihnen eine weitere Chance.Johannes 10, 16,,Noch andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Gehege sind: auchdiese muu ich J'ühren, und sie warelen aufnteine Stimme hören und es wirdeine Herde sein, ein Hirt."Christus drückt mit diesem Bild das Ziel der gesamten Schöpfung aus.Es wird nur cin Gchcge mehr geben, das dcr Hölle wird sich leeren.Apostelgeschichte 3, 2l,,lhn (: Christus) mulS der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten derWiederherstellung aller Dinge (gr.: apokatastasis panton), wovon Gott gesprochenhot durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her.".5-5


Petrus kündigt in dieser Rede das Schöpfungsziel an: die Apokatastasis,die endgültige Rückkehr aller zu Gott.f". Korinther 15,25-26Er (: C1l.;r,us) muß ja herrschen ,,bis er alle Feinde unter seine FülJe gelegthat' (Psalm I 10, I ). Als letzter Feind wird v ernic hte t w e rde n de r To d.,,Auch der letzte Feind - nicht das Sterben, sondern Satan kehrt wiederan seine Stelle vor dem Abfall zurück. Er, der Widersacher Gottes, ist derletzte Feind, der zurückkehrt, war aber der erste Feind Gottes durch seinenEigenwillen.1. Timotheus2,S-4Das ist edel und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter, dessen Willen esist, dal3 alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis derWahrheit gelangen."2. Petrus 3, 9,,Der Herr ist nicht söumig mit seiner Verheil3ung, wie einige es für einSdumen halten, sondern er ist nur langmütig mit euch, da es seinWille ist,dat3 niemand verloren gehe, sondern dalS alle zur Umkehr gelangen."Erstaunlich präzise faßt diese Schriftstelle Gottes Willen zusammen:niemand darf verlorengehen, alle werden umkehren. Gott ist nicht säumig,wenn Ursache und Wirkung nicht unmittelbar aufeinanderfolgen,sondern er hat Geduld. Diese Stelle kann sich nur auf den Entwicklunssprozeßder Seele bis zur Vollkommenheit beziehen.C. Biblische Belege zrrtWiederverkörperung der Seele2. Makkabäet7,ll,,Vom Himmel habe ich diese (Glieder) erhalten, und um seiner Gesetzewillen nehme ich darauf keine Rücksicht (Yalgata: lasse ich sie fahren).Von ihm hoffe ich meine Glieder wieder zur erhalten."Deutlich sagt hier der gemarterte Jüngling zu seinen Peinigern, wasWiedergeburt ist: er hat seine Glieder erhalten (durch die Geburt), läßtsie wieder fahren (durch das Sterben) und hofft vom Himmel wieder Gliederzu erhalten. Wie kann das anders geschehen als durch leibliche Geburt- eine Wiedergeburt?Psalm 90,3,,Du löl|t den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehretzurück, ihr Menschenkinder!"Wer stirbt und zurückkehren soll, kann das logischerweise nur in einemanderen Leben mit einem anderen Leib. Wäre ohne Leib eine Rückkehrmöglich?Weisheit 2,5 und 2l,Denn das Vorbeihuschen eines Schattens ist unsere Lebenszeit, und esgibt keine Wiederholung unseres Endes, weil es besiegelt ist und niemandzurückkehren wird (nach Vulgata)" . . . ,,Dies denken sie, aber sie täuschensich und ihre Bosheit hat sie verblendet."Die Leugner der Wiedergeburt werden hier boshaft genannt, da sie sichhierin täuschen. Das Wort ,,Wiederholung" bezogen auf die Lebenszeitmeint eindeutig die Wiedergeburt; denn ohne wiedergeboren zu werden,56 57


kann niernand seinc Lebenszeit wiederholen.Isaias 26, 19,,Deine Toten werden leben, tneina Verstorbenen werden auf'erstehen,wacht uuf Staubbcwohner uncl li'ohlocket, weil tler Tau tles Lichtes tleinTuu ist, tlie Erde wirtl Verblichene wieder gebiiren."Die geistig Toten. die Verstorbenen kehrcn also wieder ins Erdenlebenzurück und sollcn sich darüber frcuen.Jeremias l, 4, 5Des Flerrn Wort erging an mich: ,,Noch ehe ich dich gebildet im Mutterleib,habe ich dich uuser.sehen, ehe du uus tlam Mutterscho$ kamst, habeich dich gerveiht, clich zun Völkerpropheten besrimtnt."Da das zweifache .,ehe" jeweils bezogen auf die Worte ,,dich" und,,du", die Jercmias meincn. muß desscn Sccle schon vor der leiblichenZeugung existiert habcn. E,r war schon vorher zum Propheten geweiht gewesen.Da Jeremias clieses ,,Wort des Herrn" cthne weitere Erläuterungausspricht, müssen er und seine Zuhörer mit der Tatsache der Wiedergehurtvcrtraut gcwesen sein.Matthäus 11, 13-15,,Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis zu Johannes hin geweissugt.und wenn ihr es annehnen wollt, er ist Elias, der kornmen soll. WerOhren hut, der höre!"Ganz eindeutig sagt hier Christus von Johannes: er ist Elias. Damit bezeugtChristus selbst clic Tatsache der Wicclerge burt. Hätte er es so kurzund ohne weitere Erläuterungen gesagt. wenn jene Tatsirche nicht auchden Menschen diescr Zeit bekannt gewesen wäre?7s Selbst die Unwissendenund Zweifler werden aufgefordert zu hören. Auch an anderen Stellenwird noch auf Johannes als den wiedergeborenen Elias hingewiesen: Mt.17, l0-l3l Mk.9. ll-13; Mal.3,28: ,.Seht, ichsendeeuchden ProphetenElias, ahe der Tug de.s Herrn kommr, der gnt.lJe und furchtbare."Johannes 1,19-21,,Dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priesrerund Laviten zu ihm sandten, um iltn zu fragen: Wer bist du? IJnd er bekannteund y'erhehlte riclü, er bekannte: I


Wörtlich aus dem Aramäischen lautet somit das erste Satzglied: ,,Wennihr nicht wieder Neugeborene werdet . . ." Diese Aussage aber ist identischmit dem Inhalt einer Aussage von Kirchenvater Justinus: .,Wenn ihrnicht wiedergeboren werdet, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen."77Warum hat man den Text entstellt? Offenbar wollte man die ursprünglicheAussage für die Wiedergeburt, was nur durch eine Rtickübersetzungins Aramäische wieder zu erkennen ist, als biblischen Beleg beseitigen.Johannes 3, 3-12 (Nikodemus-Gespräch),,Wahrlich ich sage dir: Wenn einer nicht geboren wird von oben (Vutgata:von neuem; Vulgata Codes Z: wiedergeboren), kann er das Reich Gottesnicht sr:hauen. Nikodemus sagte zu ihm: Wie kann ein Mensch geborenwerden, der alt ist? Kenn er noch einmal in den ScholS seiner Mutter eingehenund geboren werden (Codes S, C: wiedergeboren)?Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn einer nicht geborenwird aus Wasser und Geist, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.Was geboren ist aus dem Fleisch, ist Fleisch, und was geboren ist ausdem Geist, ist Geist. Wundere dich nicht, dalJ k.h dir sagte: Ihr mül3t geborenwerden von oben. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen,weilSt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem,der geboren ist aus dem Geist. Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann diesgeschehen? Jesus antwortete ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehstdas nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Was wir wissen, reden wir, undwas wir gesehen haben, bezeugen wir, doch unser Zeugnis nehmt ihr nichtan. Wenn ich vom lrdischen zu euch sprach und ihr glaubt nicht, wie werdetihr glauben, wenn ich zu euch vom Himmlischen spreche?"Christus spricht hier vom Reich Gottes und vom Heiligen Geist. NachAussagen des letzten Satzes muß er auch von irdischen Dingen gesprochenhaben. So gelesen wie hier ist dieser Satz sinnlos: Offenbar l'ehlt hieretwas, und es wurde an diesem Text in einem ganz bestimmten Sinn manipuliert,und zwar schlecht. Denn auch die Ausdrücke wie das Geborenwerden,,von oben" - ,,aus Wasser und Geist" sind, obwohl sie doch imgleichen Sinn gebraucht werden, von einer unterschiedlichen und schwerzu begreifenden Bedeutung. Der Gedanke, daß der Ausdruck ,,aus Wasserund Geist" nachträglich eingefügt wurde, anstelle ,,von neuem geboren"liegt nahe, zudem der kritische Apparat der Anmerkung bei Nestle/60Aland ausdrücklich die lateinische Lesevariante ,,renatus"(: wiedergeboren)angibt. Sollte hier nicht ein Zeugnis für den Wiedergeburtsglaubenbeseitigt und stattdessen bewußt eine Deutung im Sinne einer ,,geistlichenWiedergeburt durch das Wasser der Taufe" erfolgen? Im Vergleichmit der bereits im vorhergehenden Abschnitt erwähnten Textstelle..Wenn ihr nicht wiedergehoren werdet, werdet ihr nicht in das Himmelrcicheingehen" verstärkt sich auch hier der Verdacht einer bewußtn'l'cxtverfälschung.l,ukas 15,ll:32 (Das Gleichnis vom verlorenen Sohn)Da diese wunderbare Parabel des Herrn allgemein bekannt sein dürfte,kann hier auf eine wörtliche Wiedergabe verzichtet werden.Meisterhaft gezeichnet hat Jesus die Gleichnisse. der Geist des großenMenschheitslehrers hat mit seiner Parabel vom verlorenen Sohn alleinschon durch die Macht des Liebesaspektes die Herzen zahlloser Menschenzum Göttlichen geführt I es stellt, aus dem menschlichen Lebensbereichentnommen. ein zeitloses und allumfassendes Drama dar, das weitiiber die rein menschlichen Dimensionen hinausgeht:Alle Geistwesen gingen, wie er verlorene Sohn, in Ihrem Eigenwillenaus dem Hause des ewigen Vaters hinaus auf eine lange Relse, in immerneue, fremde Länder (oder irdische Leben), bis sie durch unzählige Leidenund Irrungen gedemütigt (Karmagesetz!) erkennen müssen, daß einLeben fern vom Vaterhaus nur Unglück bringt. Die Sehnsucht nach demGlück und der Geborgenheit der wahren Heimat läßt sie alle Entbehrungenund Leiden auf sich nehmen, um wieder zurückzufinden. Gereiftdurch viele leidvolle Erfahrungen in der Fremde und völlig anspruchslosüberwinden sie alle Angste und Hemmungen und sind bereit, sogar niedrigsteDienste beim Vater dankbar zu verrichten. Einzig und allein im Vaterhausgeborgen leben zu dürfen, ist ihr ganzes Sinnen und Streben.In diesem Gleichnis werden alle wesentlichen Faktoren der Seelenentwicklungangesprochen: der Ursprung der Seele im geistigen Reich undfür diesen reinen Himmel geschaffen (damit Bestätigung der Präexistenz),der Weggang vom Vaterhaus (das versinnbildlicht den Sündenfallund den daraus resultierenden Weg in die Fallwelten), der Zug von Landzu Land in der Ferne (ein Bild für die wiederholten Einverleibungen inverschiedener Umgebung, also Reinkarnation), die immer tiefere Verstrickungin das Materielle und die sich daraus ergebenden Schwierigkei-61


ten (Karmagesetz- Ursache und Wirkung), die schließlich einsetzendeSelbsterkenntnis und Reue und der gute Wille zur Läuterung (der Wegnach innen. die Gedanken und Sehnsüchte nach Gott, die Erkenntnis, einSohn Gottes zu sein). der anstrengendc Heimweg und die Erwartungsfreudedes Vaters bci der Rückkehr (die Wiederherstellung aller Dinge,die Apokatastasis).Wer möchte diese Deutuns des Gleichnisses als falsch und widersinnicbezeichncn?Johannes 9, 1-3,,lm Vorübergehen sah er einen Mensc'\rcn, der von Geburt an blind war.Seine .lünger fragten ihn: Meistcr, wer hat gesiindigt, dieser otler seine Eltern,dafi er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigtnoch seine Eltern; sondern die Werke (]ottes sollen o.f'fenbar werdenun ihm."Die Frage nach der Ursache der angeborenen Blindheit zeigt, daß dieJünger dieses Übel als Ergebnis eines vergangenen Lebens für möglichhielten. Die verneinende Antwort Jesu widerspricht aber nicht der Lehreder Reinkarnation. sondern nennt die besondere Ursache in diesem Falle:Gottes Allmacht sollte an der Heiluns durch Christus offenbar werden.Jakobusbrief3,6,,Auch die Zunge ist ein Feuer. Als eine Welt von Unrecht stelLt sich dieZunge dar unter unseren Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und bringtunser Lebensrad in Brand, indes sie selhst von der Hölle in Brand g,esetztist. "In der griechisch/lateinischen Textübersetzung lautet der letzte Teil: sieentflammt das Rad der Geburt (griechisch: ton trochon tes geneseos; lateinisch:rotam nativitatis). Während die deutsche Übersetzung den wahrenSinngehalt der Stelle verschleiert, läßt der griechisch/lateinische Textden Sinn klar erkennen: ,,Das Rad der (Wieder-)Geburt wird häufig inGang gesetzt von den bösen Werken der Zunge, wie Lügen, Verleumdungenund böse Reden. Die Seele, die derartige Höllentaten vollbringt.bleibt an das Rad der Wiedergeburt gebunden, bis alles wieder gutgemachtist.Diese Stelle zeichnet auch ein ausdruckvolles Bild vom Karmasesetz.das das Wiedergeburtsrad in Gang hält.62d. Biblische Belege zum Gesetz von Ursache und Wirkung(Karmagesetz)Sprüche 22,8f.,,Wer Unrecht süt, wird Unheil arnten, wtd sainc.s Jähzorns Rute ninrmtain Ende. Ge.seg1rct wird, wcr nrilden Auges ist, u,ailer vort sainem Brot denArmen gibt."Ezechiel 9, 10,Darurn soll nrcin Auge nicht erbarmungsvoll hlicken, noch u,ill ich Mitlcidempl'inden! Ihren Lehcnswandel lusse ic:h auf ihr IIaupt kommen."Ezechiel 18,4.,Fürwahr, ulle ltersonen gehören mir; dia Persort des Vuters wie die Persondes Sohnes gehört nlrl Nur die Person, die sündigt, die soll sterben."Ezechiel 18, 20,,Nur die Person, die slindigt, soll sterben; der Sohn soll nicht an derSchuld seines Vaters trogen, und der Vater soll nicht an der SchuldseinesSohnes tragen. Die Gerec'htigkeit des Gerechten ruht auf diesem, und dieSchlechtigkeit des Schlechte n lastet auf jenem,"Sinngemäß uncl buchstabengetreu ausgelegt ist diese Schriftstelle nichtnur cin Zeugnis für das Karmagesetz, sondern widerspricht auch in offenkundigerWeise dcr kirchlichen Theorie von der Erbsünde.Ezechiel24,14,,lch, der Herr, habe gesprochen. Es kommt, und ich greife ein! Ich gebenicht nach, tibe keine Schonung und kenne keine Reue. Nach deinem Wandelund nach deinen Taten richte ich dich - Spruch des Gebieters undHerrn."0see (Hosea) 10,12-13,,\öet Gerechtigkeil, dann erntet ihr gemä13 der Fröntmigkeit! Brecht eucheinen Netrbruch der Erkenntrtis, um den I-Ierrn zu suchen, bis er kommtund euch Gerechtigkeit lehrt. Doch ihr habt Unrecht gepJ'lügt, habt Frevelg,eerntet, habt Liigenfrucht gegessen."Amos 817..Geschworen hat der Herr beim Hochmut Jakobs: ..Keine ihrer Tatenwerde ich jemals vergessen!"Matthäus 5,25-26,,Verstöndige dich mit deinem Gegner ohne Zögern, solange du noch mit63


ihm auf dem Wege bist, damit dich nicht der Gegner dem Richter und derRichter dem Cerichtsdiener übergibt und du in den Kerker geworfen w'irst.Wahrlich, ich sage dir, du kommst nicht heraus von dort, bis du bezahlthast den letzlen Heller."Matthäus 7,1-3,,Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mitdem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden und mit dem MatJ, mit dem ihrmel3t, wird euch gemessen werden."Johannes 5, 14 (Heilung eines seit 38 Jahren kranken Mannes),,Hernach traf ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesundgeworden; sündige nicht mehr, dalS dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre."Zwei Momente macht diese Stelle deutlich: zum einen die Wirkung desKarmagesetzes, wohl einer Verschuldung aus einem früheren Leben mitder Folge der langjährigen Krankheit (Joh. 5, 5); zum anderen, daß neueSünden neue Leiden hervorrufen.2. Korinther 9, 6,,Es rst so: wer spörlich sdt, wird auch spärlich ernten und wer mit vollenHcinden sät, wird mit vollen Hönden auch ernten."Galater 6,7$.,Töuscht euch nicht, Gott lät3t seiner nicht spotten; denn was einer sät,das wird er auch ernten: wer auf sein Fleisch söt, wird vom Fleische Verderbenernten; wer auf den Geist söt, wird vom Geiste ewiges Leben ernten."Selbstredend und kaum einer Erklärung bedürftig sind die Schriftstellenzum Karmagesetz. Eindeutig sagen die Stellen, daß jede im Leben gesetzteUrsache ihre Wirkung hat, noch im gleichen Leben oder in einemder folgenden. Wiedergeburtsrad und Karmagesetz zusammen bietenerst ein umfassendes Verständnis für das Leben der Menschen auf dieserErde, wie es uns in seinen mannigfaltigsten Auswirkungen entgegentritt.2. Hebräerbfief 9,27-?ß - ein Gegenbeweis?Trotz der zahlreichen biblichen Belege für die Tatsache der Wiedergeburtlehren die christlichen Kirchen die Einmaligkeit des menschlichen Erdenlebens.,,Der entscheidende Text aber gegen die Wiederverkörperungslehre,"schreibt Walter Brugger, SJ., ,,findet sich im Hebräerbrief: ,,Es ist denMenschen gesetzt einmal zu sterben und danach ist das Gericht." (Hebr.649.27) .. . Der Text bedarf keiner weiteren Ausregung. Die Lehre derSchrift steht in schroffsten Gegensatz zur Lehre uon ä.. wi.derverkörperung."78Scheinbar haben wir hier einen Schriftbeleg, der an Eindeutigkeit nichtmehr zu überbieten ist. Darum ist eine exakte sprachwissenJ.nuftli"r,"Untersuchung vonnöten.7e Auffailend ist zunächst eine unkorrekte undunvollständige Textangabe. Die deutsche Bibelübersetzung gibt den gesermtenText so wieder (Hebr. 9,27 , Zg)27: ',und wie (kath'hoson) es für die Menschen bestimmt ist, einmar zusterben, und darauf kommt das Gericht,2tl: so (houtoos) wurde auch christus ein einziges Mar hingeopfert (prosencchtheis),um die Sünden vieler hinwegrunehm.n; ein Äeites trlär wirocr ohne Bezug auf die Sünde den auf ihn wartenden erscheinen zum Heile."Der Gesamttext bietet einen Vergleich (wie . . . so), der zueinander inBeziehung steht; Brugger hat aus dem ersten Teil eine reine Aussage hergestellt,was eine eindeutige Textverfälschung ist.Ferner liegen im deutschen Text zwei gravierende Fehlübersetzunsenvor:_ l. die Formulierungen ,,wie-so" ergibt bei einer Rückübersetzung insGriechische niemals kath'hoson . . . houtoos, sondern hoosper. . . houloos.Die Begriffe ,,wie.. so.. leiten im deutschen einen Versleich ein. Daaber im Text kein Vergleich vorliegt, ist diese übersetzunlsform falsch.oder wollte man etwa das Sterben des Menschen mit deir ErscheinenChristi vergleichen?Nach den gegebenen lexikalischen Mögtichkeiten kann .,kath,hoson. .ho-utoos" nur wiedergegeben werden mil,,wie lange . . . so lange.,,2. Das Partizip prosenechtheis.(wörtlich: geopfert worden se[nd) darfniemals, wie im deutschen Text geschehen (so wurde christus hingeopfert)als Prädikat dem Subjekt ,,christus" selbständig zugeordnet werden.Da es ein nachgestelltes Partizip ist, muß es dem Substantiv christus untergeordnetwerden; das satz-prädikat heißt nämlich ,,er wird erscheinen".Setzt man die Richtigkeit der sprachrichen übersetzung voraus - undunterstellt man nicht, der verfasser der fraglichen Textste'ile habe gram-65


matikalisch falsch formuliert - so ergibt sich folgende Ubersetzung desHebräerbrie f.es9,27_28:,,Und wie lange den Menschen bestimmt ist, einmalzu sterben, danach aber ein Gericht, so lange wird auch Christus -nachdem er einmal geopfert worden ist, um viele Sünden auf sich zu nehmen,zum zweiten Mal ohne Sünde - den auf ihn wartenden erscheinenzum Heile."Der Abschnitt zwischen den Gedankenstrichen scheint ein nachträglicherEinschub zu ein:zum einen durch die Satzstellung, die das Prädikat ,,erscheinen" übermäßigweit von seinem Subjekt ,,christus" trennt; zum anderen verläuft zwiscilen,,Christus., und ,,einmal" eine spürbare und zwischen ,,Sünde" und,,. . erscheinen" eine unübersehbare Naht, an der die genannten Vokabelnhart aufeinanderprallen. Ferner wird der ursprüngliche Rhythmusdes Verses 28, der genau dem von Vers 27 wohl entsprochen hat, zerstört.Wenn diese Überlegungen zutreffen, dann ist vermutlich auch das..einmal" von Vers 27 ein nachträglicher Einschub:a) ,,einmal" widerspricht logisch dem ,,wie lange"b) es zerstört den ursprünglichen Rhythmus des Versesc) ,,einmal" in Vers 27 steht und fällt mit dem ,,einmal" in Vers 28'Der wahrscheinlich ursprüngliche Text dürfte lauten:27:,'WielangeesdenMenschenbestimmtistzusterben,danachaberein Gericht,28: so lange wird auch christus den auf ihn wartenden erscheinen zumHeile (durch den Glauben).8(lWer diese Verbesserungsform als unkorrekt zurückweist, möge folgendeÜberlegungen anstellen :1. Sind die Übersetzungsverbesserungen sprachwissenschaftlichfalsch?2. Paßtder Text Hebr. 9, 27-28 ibethaupt in den Gesamttext? (EinzigerZusammenhang ist der Begriff ,,Sünde" einmal in vers 26 und zweimalin Vers 28).3. Sind die anderen früher zilierten Bibelstellen für die Reinkarnationexakt, kann dann eine einzige Stelle - selbstverständlich immer wiedervon Gegnern der wiederverkörperungslehre zitiert - ein echter Gegenbeweissein?wenn das Ergebnis zutrifft, dann stellt der verbesserte Text des He-66bräerbriefes keinen biblischen Beleg gegen die Wiedergeburt dar, sondernist vielmehr ein zumindest indirekter Beleg für die Wiedergeburt.Was soll dieser verbesserte Text bedeuten?Die Bestimmung des Menschen ist es zu sterben, und zwar nach neuenErdenleben immer wieder (,,wie lange . . ."), bis alle karmischen Belastungenaufgelöst sind und die Seele ihre absolute Reinheit besitzt. Nachjedem Sterben erfolgt ein Gericht, bei dem jeder einzelnen Seele ihr weitererWeg festgesetzt wird. Sehr oft dürfte die Bilanz auch eine erneuteEingeburt ins Fleisch, eine Reinkarnation, als gegeben erscheinen lassen.,,Wie lange" dieser Prozeß andauert, ,,so lange" wird Christus den auf ihnWartenden durch den Glauben erscheinen.Ist die Seele gereinigt, wird sie herausgenommen aus dem Rad der Wiedergeburt,um dann bleibenden Einlaß in den reinen Himmeln zu finden.Daß auch noch im 20. Jahrhundert die Lehre von der Reinkarnation inhöchsten Kreisen der katholischen Kirche als durchaus akzeptabel angesehenwurde, geht aus einer Außerung des Kardinal-Primas von BelgienDdsir6 Mercier8l hervor, der in seinem Werk ,,Psychologie" schreibt:,,Unter der Bezeichnung Wiedermenschwerdung (Reinkarnation),Metempsychose oder Seelenwanderung kann man sehr verschiedeneDinge verstehen:entwederl eine Reihe von Wiederholungen des Daseins unter der zweifachenBedingung, daß die Seele das Bewußtsein ihrer Persönlichkeit be,wahrt, und daß es ein Endglied in der Reihe der Wanderungen gebe,oder2 eine Reihe von Wiederholungen des Daseins ohne Endglied, jedochmit dem Vorbehalt, daß die Seele das Bewußtsein ihrer Persönlichkeitbewahre,oder3 endlich eine unbegrenzte Reihe von Daseinswiederholungen mitdem Verlust des Bewußtseins von der persönlichen Identität ,,. . . . Wasdie erste Annahme betrifft, so sehen wir nicht, daß die Vernunft, sichselbst überlassen, sie unmöglich oder mit Sicherheit als falsch erklärte."823. Die Aussagen von KirchenväternRecht deutlich haben sich auch viele frühe Kirchenväter zu diesem Gedankengutgeäußert. Es ist keineswegs selbstverständlich, daß dieses ihrWissen noch teilweise nachzulesen ist. Denn im 6. Jahrhundert wurde67


diese Lehre gezielt aus der Theologie entfernt, wie im folgenden Abschnittnoch zu zeigen sein wird. Um so bedeutsamer ist das, was die Verfälschungund Vernichtung dieser Schriften überlebt hat. lm allgemeinenhandelt es sich um Aussagen der Patristik der katholischen Kirche imgriechischen Osten.Im folgenden wird die Einteilung in Belege zur Präexistenz - Apokatastasis- Reinkarnation - Karma beibehalten. Den Aussagen des Origenesmuß jedoch aus Gründen seiner Bedeutung hinsichtlich der Verketzerungder Wiedergeburtslehre ein gesonderter Abschnitt gewidmet werden.a) Patristische Belege zur Präexistenz der SeelePhilos von Alexandria ..Von den Träumen". I. 181,,Denn als sie (: die Seele, der Verf .) den himmlischen Ort verließ, wovonja auch kurz vorher die Rede war, kam sie in den Körper wie in einfremdes Land. Es sagte nun der Schöpfervater, er werde sie nicht auf immereingeschlossenihrem Gewahrsam unbeachtet lassen, sondern erwerde Mitleid mit ihr haben, ihre Fesseln lösen und sie in Freiheit bis zuihrer Mutterstadt sicher geleiten . . .83Justinus, Dialog LXXIX, 1,,. . denn du behauptest, daß die Engel gesündigt hätten und von Gottabgefallen wären."8aZu diesem Abschnitt sagt die Anmerkung: Es wäre auch sehr leichtmöglich, daß Justin in dem verlorengegangenen Stück nach 74,3 ausführlichvon dem Fall der Engel gesprochen hat, zumal da dieses Stück eineErklärung von Psalm 91, 5 enthalten haben muß.Man darf aber annehmen, daß hier der Text gezielt gekürzt wurde.Augustinus, Confessiones 1, 6, 7,,Denn was ist es, Herr, was ich sagen will, als daß ich nicht weiß, woherich daher gekommen bin in dieses soll ich sagen, Sterbeleben oder Lebensterben?lch weiß es nicht."8''Tatian, Rede an die Griechen, Kap. 13,,Anfangs lebte der Geist mit der Seele zusammen, verließ sie aber, alssie nicht folgen wollte. Sie blieb aber noch im Besitze gleichsam einigerFunken feiner Kraft, konnte jedoch infolge der Trennung das Vollkommenenicht wahrnehmen."s6Gregor von Nyssa, Seligpreisungen, 1. Rede68,,Denn durch dieselbe Sünde, durch die unser Widersacher sich auf dieErde herabstürzte, riß er das unglückliche Menschengeschlecht in gemeinsamemFalle mit sich: und kein anderes Übel ist für uns so schlimm,wie das des Hochmutes."87Clemens von Alex., Mahnrede 1,6,4,,Wir aber waren vor der Grundlegung der Welt, wir, die wir, weil wir inihm zu sein bestimmt waren, für Gott schon zuvor geschaffen waren, wir,des göttlichen Logos vernünftige Geschöpfe, die wir durch ihn uraltsind. "88Clemens von Alex., Mahnrede 17,25,3,,Den Menschen aber war von Anfang an eine Gemeinschaft mit demHimmel angeboren, die zwar durch Unwissenheit verdunkelt war, dieabcr doch dann und wann plötzlich aus dem Dunkel mit hellem Glanz hervorbrach."8eCf emens von Alex., Mahnrede 11 ,25, 4,,Aber verkehrte und vom richtigen Weg abgeirrte, wahrhaft verderblicheGedanken haben das ,,Geschöpf des Himmels", den Menschen, ausdem himmlischen Leben verdrängt und ihn auf die Erde hingestreckt, indemsie ihn dazu verführten, irdischen Gebilden anzuhängen."e0Clemens von Alex. der Erzieher, Kap. 33, 6,,Das ist ja nur eine Hülle (d. h. Körper des Menschen), die uns aus Anlaßunseres Eintritts in diese Welt von außen umgelegt ist, damit wir diese gemeinsameErziehungsanstalt (: die Erde) betreten konnten; aber verborgenim Inneren wohnt der Vater und sein Sohn, der für uns gestorbenund mit uns auferstanden ist."elClemens von Alex. Teppiche,,Sie(: die Seelen, der Verf.) waren schon, bevor die Welt erschaffenwurde. Sie lebten im Bewußtsein Gottes und leben heute noch darin alsdie vernunftbegabten Gechöpfe der göttlichen Welt . . . Philolaos, derPythagoräer, lehrte , daß sie (die Seelen) sich öfter verkörpern müssen zurAbtragung ihrer Sünden, die sie in vorausgegangenen Leben begingen;diese seine Überzeugung wurde von den meisten alten Propheten geteiltund bestätigt."e2Patristische Belege zur Wiederherstellung aller DingePhilos v. Alexandria, über Abraham $ 258,,Denn offenbar war er (: Abraham) der Meinung. daß ein Übermaß69


von Trauer unvereinbar sei mit der weisheit, die ihn gelehrt hatte. denTod nicht als ein Auslöschen der Seere, sondern als eine Loslösung undTrennung von dem Körper zu betrachten, da sie dahin geht, woher sie ge_kommen ist; gekommen aber ist sie . . von Gott...e3Philos v. Alexandria, über Josef $ 264,,. . denn nach meinem urteir ist kein tugendhafter Mann tot, ein sorcherlebt vielmehr immerfort, nie alternd, in unsterblicher wesenheit. alsSeele, die nicht mehr an die Enge des Körpers gefesselt ist.,'eaPhilos v. Alexandria, Der Erbe des Göttlichen S 273f .,,Demnach werden wir einerseits zunächstals Sklaven roher Herren clieunserer Natur entsprechenden übel erdulden, andererseits wird Gott dasihm Entsprechende tun, da er im voraus den ihn um Hilfe anflehendenSeelen Erlösung und Befreiung verkündet hat und ihnen nicht nur Lösungder Fesseln und Ausgang aus dem ringsum bewachten Gefängnis gewährte,sondern auch Reisezehrung gab, die er Gepäck nannte. wenn der vonoben, vom Himmel herabgestiegene Geist an die leiblichen Bedürfnissegekettet wurde . . so wandert er wieder hinaus, findet den Rückweg indie Heimat und führt alle die Bildung mit, die eben Reisegepäck genanntwird. "esJustinus, Dialog CV, 4,,Daß die Seelen weiterleben, habe ich euch daraus bewiesen, daß dieWahrsagerin auf Bitten des Saul die Seele Samuels gerufen hat.,,e6Justinus, Dialog CXXIV, 4,,lch will vielmehr euch zeigen, daß die Menschen zwar vom HeiligenGeiste getadelt werden, daß sie aber dereinst zur Gottähnlichkeit, zurFreiheit von Leiden und rod - vorausgesetzt, daß sie Gottes Gebote halten- erschaffen worden waren und die würde erhalten hatten. von ihmSöhne Gottes genannt zu werden...e7Justinus, 1. Apologie, Kap.23,,. . ferner, daß Jesus Christus . . . diese Dinge uns gelehrt hat, um dasMenschengeschlecht umzuwandeln und es zurück und in die Höhe zu führen."e8Tatian, Rede, Kap. 11,,Wir sind nicht zum Sterben geboren, sondern sterben durch eigeneschuld. Der freie witle hat uns zugrunde gerichtet. Die wir Freie waren,sind Sklaven geworden, durch die Sünde sind wir verkauft. Nichts Böses70kommt von Gott, das Böse haben wir hervorgebracht. Aber die es hervorgebrachthaben, können es auch wieder zurückweisen."eeGregor v. Nyssa, Makrina $ 9, 2..Es wtirde dereinst, wenn nach langen Perioden von Jahrhunderten allesBöse vertilgt werde, kein Geschöpf mehr vom Reiche des Guten ausgeschlossensein, sondern die Herrschaft Christi fände auch vor den zuietztgenannten Geistern Anerkennung."l00Gregor v. Nyssa, Makrina $ 13, 2.,So icheint denn das göttliche Gericht in erster Linie die Sünder nichtstrafen zu wollen, sondern auf die Lostrennung des Guten vom Bösenauszugehen und die Seele zur Teilnahme an der ewigen Glückseligkeitheranzuziehen; den Angezogenen widerfährt allerdings Schmerzliches,wenn ihre Verwachsenheit mit dem Bösen zerrissen *1t6.rc101Gregor v. Nyssa, Makrina $ 13. 1,.Un-O Oa jede Natur an sich zieht, was verwandt ist, der Mensch aberzur verwandtschaft mit Gott durch seine Ahnlichkeit mit dem urbilde erhobenwurde, wird die Seele notwendig zu der ihr verwandten Gottheithingezogen; was aber zu Gott gehört, muß auf jeden Fall und ganz gerettetwerden."l(12Gregor v. Nyssa, Markine $ 13, 4,,wenn aber jenes unerträgliche weh über die ganze Ewigkeit sich erstreckenwürde, wie könnte sich dann derjenige mit der Hoffnung auf dieZukunft trösten, dem eine Strafe für die ganze Ewigkeit zuerkanntwird. "lo3Gregor v. Nyssa, Katechetische Rede XVI, 7,,Oas ist die Auferstehung, die Rückkehr nämlich der getrennten undeigentlich zusammengehörigen Bestandteile zu einer unlösbaren Einheit'ru d"r sie miteinander verwachsen . . und wir sollen wieder zum ewigenLeben zurückkehren, nachdem das mit unserer Natur vermischte Böseausgelaufen it1. rc lt)aClemens von Alexandria, Teppiche VI' 58' 2,,Er hat aber von Anfang an seit dem Beginn der Erschaffung der weltui"trattig und auf vielerlei weise erzogen und führt zur Vollendung.'!r05Clemens von Alexandria, Teppiche Yl, 122, 4,,Ihm wohlgefällig ist es aber, daß wir gerettet werden, und das Heilwird uns durch das Vollführen guter Taten und durch die Erkenntnis zu-77


teil; in beidem aber ist der Herr unser Lehrer."r('6Hieronymus, epistula 124,3, 5,,Selbst die Dämonen und Lenker der Finsternis werden in irgendeinerWelt oder Welten, wenn sie den Willen haben, sich zum Besseren zu ändern,Menschen werden und so zum alten Ausgangspunkt zurückkehren,und zwar so, daß sie durch Strafen und Folterqualen, die sie lange oderkurz erduldet haben, in Menschenkörper gebildet wiederum kommen(d. h. inkarnieren), bis zum Gipfel der Engel (aufsteigen)"107Patristische Belegstellen zur Wiederverkörperung der SeelePhilos von Alexandria, Der Erbe des Göttlichen $ 282 f.,,Ebenso ist jeder von uns aus den vier Elementen zusammengesetzt,hat von jeder Substanz Bruchstücke entlehnt* (Textlücke) und zahlt inbestimmten Zeitläufen das Darlehen zurück. indem er Trockenes der Erde,Feuchtes dem Wasser, Kaltes der Luft, Warmes dem Feuer wiedergibt. Allein dies gilt nur von dem Körperlichen; dagegen wird das geistigeund himmlische Wesen der Seele zum reinsten Ather als dem Vater gelangen."l08Philos von Alexandria, Über die Träume I, 138 f.,,Von diesen Seelen steigen die einen hinab, um sich in sterbliche Körpereinsperren zu lassen, und zwar die der Erde nächsten und dem Körperbefreundetsten, die anderen wandern hinauf wieder abgeschiede nachden von der Natur festgesetzten Zahlen und Zeiten. Von diesen eilen diejenigen,die sich nach der Verwandtschaft und Vertrautheit mit dem'(Textlücke) sterblichen Leben sehnen, wieder zurück, die aber seine ganzeEitelkeit durchschauten, nannten den Körper einen Kerker und eineGruft, entflohen wie aus einem Gefängnis oder einem Grabe und wandeln,mit leichten Flügeln zum Ather emporgehoben, in Ewigkeit in derFIöhe. " 1oeJustinus, Dialog IV, 5,,Schaut die Seele Gott, so lange sie noch im Körper weilt, oder erst,wenn sie von ihm befreit ist? . . . .Solange sie in menschlicher Gestaltlebt, ist es ihr durch die Vernunft möglich, dazu zu gelangen. Vor allemaber wird sie dann, wenn sie vom Körper befreit ist, für sich allein besteht,dessen vollends teilhaft, wonach sie sich die ganze Zeit sehnte. Wenn siein den Mensch zurückkehrt, erinnert sie sich dann auch noch Gott? Ichglaube nicht, sagte ich."1ro72Justinus, Dialog LXXXV, 7,,Jesus hat befohlen, auch die Feinde zu lieben, was auch durch Isaiasgepredigt worden war an mehreren Stellen, an denen sich auch findet dasGeheimnis der Wiedergeburt von uns und überhaupt allen, welche dieAnkunft Christi in Jerusalem erwarten und bestrebt sind, durch Werkeihm zu gefallen."rrrGregor v. Nyssa, Makrina {i 11,4(der Herr will uns lehren), ,,daß wir, wenn wir im Fleische leben. dennochdurch einen Wandel der Tugend uns von dem Hang zum Fleischemöglichst trennen und ablösen sollen, damit wir nach dem Tode nichtnoch eines zweiten Todes zur Reinigung von der fleischlichen Anhänglichkeitbedürfen, sondern die Seele, nachdem sie ihre Fessel zerrissen,leicht und frei in das Land des Guten eilen könne, ohne von der Bürdeniedergezogen zu werden. welche der Körper verursacht."llzGregor v. Nyssa, Markina $ 14, 2,,Andere jedoch sind der Ansicht, sie (: 61" Seele) gehe nur von einemMenschen in einen anderen über und das menschliche Leben (aller Jahrhunderte)werde von den nämlichen Seelen gelebt, indem die nämlichenSeelen ohne Unterbrechung bald in diesen Menschen Wohnung nähmen,bald in jenen."r13Gregor v. Nyssa, Katechetische Rede XV, 8f.,,Zwischen Leib und Seele besteht eine gewisse Einigung, eine gemeinsameTeilnahme an den Übeln, welche die Sünde begleiten, und der Toddes Leibes hat eine gewisse Ahnlichkeit mit dem Tod der Seele. Wie wirbeim Fleisch das Getrenntsein vom sinnlichen Leben als Tod bezeichnen,so nennen wir auch bei der Seele die Trennung vom wirklichen Leben Tod. . Daraus ergibt sich, daß der Tod, der in der Auflösung besteht, dieSeele nicht trifft. Weil aber die Seele durch eine gewisse Heilsbehandlungauch von der durch die Sünde eingetretenen Befleckung gereinigt werdenmuß, wird im gegenwärtigen Leben auf sie das Mittel der Tugend angewandt,um diese Wunden zu heilen. Bleiben sie im gegenwärtigen Lebenunheilbar, so ist die Heilbehandlung dem (einen?) künftigen Leben vorbehalten."l laClemes v. Alexandria. Mahnrede lX, 82, 4, 7,,Denn wenn ihr nicht wieder wie die Kinder werdet und wiedergeborenwerdet, wie die Schrift sagt (Mt. 18,3;Joh. 3,5) dann werdet ihr eurenIJ


wahren Vater nicht erlangen und niemals in das Himmelreich eingehen.Denn wie kann es dem Fremdling erlaubt sein, heimzukommen? .Erstgeborene Kinder aber sind wir, die Pflegekinder Gottes, die wahrenFreunde des Erstgebclrenen, die wir als erste unter allen Menschen Gotterkannt haben, die wir zuerst aus den Sünden herausgerissen wordensind, die wir uns als erste vom Teufel getrennt 1lu6"n.e'llsClemens v. Alexandria, Teppiche IV, 160, 3,,Denn indem so eine Geburt auf die andere folgt, will sie uns im allmählichenFortschreiten zur Unsterblichkeit führen. " I | 6Augustinus, Bekenntnisse l, 6, 9.,Sage mir, Gott, Deinem Flehenden, sag es, Erbarmer, Deinem Armen,ob mir nicht irgendein Leben schon verlebt war, auf welches meinKindesanfang erst folgte . . . Was aber war noch vor dieser Zeit, meineWonne, mein Gott? War ich da irgendwo, und war ich irgendwer?"r17Hieronymus, epistula ad Demetriadem,,Die Lehre von der Wiederkehr wurde seit den allerersten Zeiten denWenigen verkündet als ein überlieferter Glaube, der nicht öffentlich verkündetwurde. "I (8Synesius, Über die Träume.,Die Philosophie spricht von der Seele, die auf dem Wege der Wiederverkörperungzur Entfaltung gelangt. Die Seele, die nicht unmittelbar indie himmlischen Reiche zurückkehrt, muß viele Leben durchschrei-1an. cr I l9Nemesius,,Gemeinsam ist allen Griechen, welche die Seele für unsterblich erklären,der Glaube an ihre Wanderung von einem Körper zum anderen.ttl20(gemeint ist hier nicht Seelenwanderung in buddh. Sinne [oder auch inTiere], sondern die Reinkarnation.)Hieronymus epistula 98, 11,,Was aber soll es bedeuten, wenn er (Origenes) erklärt, die Seelenwürden wiederholt an Körper gefesselt und wieder von ihm getrennt. .1tt21d) Patristische Belege zum Gesetz von Ursache und Wirkung(Karmagesetz)Philos von Alexandria, Leben Mosis I, 326,,So werdet ihr denn durch eure Eile im Sündigen auch eure Strafen be-'74schleunigen. Die gerechte strafe pflegt nur Iangsam sich in Beweguns zusetzen, aber einmal in Bewegung erreicht und erfaßt sie rasch oie Äien1nden...t 22Gregor von Nyssa, Katechetische Rede XXVI. 3,,Die Gerechtigkeit zeigt sich darin, daß der Betrüger nach verdienstbezahlt wird, nämlich durch Betrug. Die Absicht des vorgehens aber beweistdie Güte ihres urhebers. Es ist nämlich die Eigenarider Gerechtigkeit,jedem das Seine zu geben, nämlich das, wofür er den Anfans und dieursachen gesetzt hat. So gibt ja auch die Erde ihre Früchte nu.h-Art d..ausgestreuten Samen. Sache der weisheit ist es, bei der Vergeltung mitAhnlichem das Bessere nicht verfehlen zu wollen...l23Clemens von Alexandria, Teppiche VII, 81, 6,,Nun werden freilich Armut und Krankheit und andere derartiee prüfungenzum Zwecke der Mahnung verhängt. damit man das Vergäneenewiedergutmachc und das Zukünftige sich besser überlege...t2rClemens von Alexandria, Teppiche IV, g3. 2,,Aber Basileides geht eben von der Annahme aus, daß die Seele zuvorin einem anderen Leben gesündigt habe und hier die Strafe dafür erleide.und zwar die auserwählte Seele ehrenvoll durch das Martyrium, die andere,indem sie durch die ihr angemessene Strafe gereinigt werde...r25Clemens von Alexandria, Teppiche VI, 46, 3,,Denn heilsam und erzieherisch sind die Strafen Gottes, indem sie zurBekehrung bewegen und lieber die Sinnesänderung des Sünders als seinenTod sehen wollen."l264. Die umfassende Darstellung derWiederverkörperungslehre bel OrigenesEs wird in der modernen patristischen Forschung nicht mehr bestritten,daß origenes aus Alexandria (185-253) zu den bedeutendsten und tiefschürfendstenBibelkennern der griechischen Kirche gehört hat. origenesist der einzige, der das Ganze des christentums auch literarisch inForm eines geschlossenen philosophischen Systems darstellte. ,,Die Bibelist ja die maßgebende urkunde für alles. was origenes lehrt und zu erforschensucht, die unerschöpfliche euelle aller Metaphysik und Ethik, allertheologischen, philosophischen und wissenschaftlichen Erkenntnis über-75


haupt. "l27Um alle seine Aussagen auf ein breites biblischen Fundament zu stellen,erstellte er sich eine umfassende Textausgabe des Alten Testaments,die Hexapla, so daß er seine Aussagen immer auf diese Grundlage beziehenkonnte.lzs,,An Ausführlichkeit stehen sie (: ssin. biblischen Kommentare) hinterkeinem modernen Kommentar zurück", sagt Campenhausen.l2'Man muß sich jedoch der Tatsache bewußt sein, daß die griechischeOriginalausgabe seines Standardwerkes .,Peri Archon" heute nicht mehrvorliegt. All unser Wissen über seine Lehren geht vielmehr auf eine lateinischeÜbersetzung des Rufinus zurück. der aufgrund der politisch-religiösenVerhältnisse seiner Zeit keine Originalübersetzung anfertigte, wieer selbst bekennt: .,das, was den sonstigen Außerungen des Origenes undunserem Glauben zuwider schien, habe ich nicht übersetzt, sondern alsvon anderen eingefügt und verfälscht übergangen"l'r0,,anderes zur Erläuterunghinzugefügt, was wir in anderen Büchern von ihm über die gleicheSache klarer gesagt fanden."r3rOrigenes selbst sagt, sein methodischer Weg sei es, ,,mit klaren undzwingenden Begründungen in den einzelnen Punkten die Wahrheit zu erforschen. . . und ein organisches Ganzes herzustellen aus Beispielen undLehrsätzen, die man entweder in den heiligen Schriften gefunden, oderdurch logisches Schlußfolgern und konsequente Verfolgung des Richtigenentdeckt hat."l32 Ausdrücklich bekennt er sich dazu, von Christus dieWahrheit zu lernen, ,,die kirchliche Verkündigung (zu) erhalten" und,,nur das als Wahrheit (zu) glauben, was in nichts von der kirchlichen undapostolischen Überlieferung abweicht."rrsOrigenes lehrt: Die gesamte Schöpfung - die rein geistige Welt, primärgeschaffen und von ewiger Dauer, sowie die körperliche Welt, aus demNichts geschaffen, von Dauer und zeitlich begrenzt - stammt von Gott,,und kein Wesen existiert, das nicht von ihm sein Dasein erhalten hätte.!( 134Alle Vernunftwesen, von Origenes ,,Logika" genannt, gehen ewig ausGott hervor und sind demzufolge ewig, da sie mit Gott verwandt sind. ImUrzustand waren alle Logika immaterielle Wesen und gaben sich der unmittelbarenSchau des Vaters hin. Sämtliche existierende Vernunftwesen,also Engel. Menschen und Dämonen, sind vom gleichen Vater,16.,denn daß alle Vernunftgeschöpfe eines Wesens sind, ergibt sich aus vielenBeweisen; nur unter dieser Voraussetzung läßt sich Gottes Gerechtigkeitbei all seinen Verfügungen über sie verteidigen."rrsDie Unterschiede entstanden erst durch den Falll Grund und Ursachedes Falles sind demnach nicht im Schöpfer zu suchen. sondern in den Wesenselbst, da ,,die Ursache der Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit unterden einzelnen Geschöpfen von ihren eigenen Bewegungen herrührt,die teils lebhafter, teils träger sind, entsprechend ihrer Tugend undSchlechtigkeit. nicht aber aus ungleicher Behandlung durch den Ordnerder Welt."r36Bestimmend für den Ort, an dem sich ein Vernunftwesen aufgrund seinereigenen Bewegung befindet, ist der fre ie Wille des geschaffenen Wesens,den ihm der Schöpfer als größtes Geschenk unveräußerlich mitgegebenhat; dadurch war und ist es möglich, sich frei für oder gegen Gott zuentscheiden. ,,Denn der Schöpfer gewährte den Intelligenzen, die erschuf, willensbestimmte, freie Bewegungen, damit in ihnen eigenes Gutentstehe, da sie es mit ihrem eigenen Willen bewahrten. Doch Trägheit,Überdruß an der Mühe, das Gute zu bewahren, und Abwendung undNachlässigkeit gegenüber dem Besseren gaben den Anstoß zur Entfernungvom Guten."l37Obwohl der vorliegende lateinische Rufinus-Text bei der Beschreibungüber die Entstehung der Fallwelten eine größere Lücke aufweist, läßt sichder Gedankengang dieses verlorenen Abschnittes aus Hieronymus rekonstruieren:,,Alle körperlosen und unsichtbaren vernünftigen Geschöpfegleiten, wenn sie in Nachlässigkeit verfallen, allmählich auf niedereStufen herab und nehmen Körper an je nach Art der Orte,zu denensie herabsinken: z. B. erst aus Ather, dann aus Luft und wenn sie in dieNähe der Erde kommen, umgeben sie sich mit noch dichteren Körpern.um schließlich an menschliches Fleisch gefesselt zu werden . ."l3tt,,Dabei wechselt er seinen Körper ebensooft, wie er seinen Wohnsitzbeim Abstieg vom Himmel zur Erde wechselt."rleUnübersehbar geht aus dem bisher Gesagten hervor, daß laut Origenesdie Seelen der Menschen schon vor der Entstehung dieser materiellenWelt vorhanden waren. Die Seelen sind also präexistent - eine fundamentaleVoraussetzung für die Lehre von der Wiederverkörperung.Auch an anderen Stellen spricht sich Origenes für die Präexistenz der77


Seele aus: ,,Wie kann die Seele dessen mit dem Körper zusarnmen gebildetsein, der ,int Mutterleibe seinen Bruder zu Fall brachte'(Genesis 25,22-26), nämlich Jakob? Oder wie kann die Seele dessen mit dem Körperzusammen gebildet sein, der noch ,im Mutterleib vom heiligen Geist erfülltwurde'? Ich meine Johannes, der ,im Leibe seiner Mutter hüpfte, undvon Jubel aufsprang, als der Gruß Mariens zum ohr seiner Mutter Elisabethdrang (Lk. 1, 41 ,44). Wie kann ferner die Seele dessen zusammen mitdem Körper gebildet sein, von dem es heißt,,ehe er im Mutterreib gebiltletward, sei er Gott bekannt gewesen', und ,der, ehe er aus dem ScholJe her_vorging, von ihm geheiligt v,urde' (Jeremias l, ,5)? Es darf nicht scheinen,als erfülle Gott irgendwelche Menschen mit dem heirigen Geist ohne urteilund nicht nach ihrem Verdienst, und als heilige er sie ohne verdienst.Wie würden wir dann dem Wort ausweichen können (Röm. 9,14;2, l1):,Gibt es denn Ungerechtigkeit bei Gott?'und , Gjöl es ein Ansehen der personvor Gon?'Das wäre nämlich die Folge einer Lehre, nach der die Seelenzusammen mit dem Körper ins Dasein treten..,la0Antipater von Bostra schreibt in einer polemischen Anspielung aufOrigenes: ,,Woher habt ihr die großen Geheimnisse, die ihr lehrt: wie dieIntelligenzen vor dieser Zeit existierten, und wie sie sich zu bewegen begannen,und wic sie zu verschiedenen ordnungen der Himmlischen undder Irdischen wurden?"rarKyrill, Bischof von Alexandria:,,Denn er (: Origenes) sagt, daß die Seelen vor den Körpern existierenund aus der Heiligkeit in böse Begierden verfieten und von Gott abfielen;aus diesem Grund habe er sie verurteilt und eingekörpert, und sie seienim Fleische wie in einem Gefängnis."ra2Pseudo-Leontinus von By zanz legt dar :,,Über die Präexistenz war seine (des Origenes) Meinung folgende: Vorden Aonen existierten Intelligenzen, die aile rein waren, io*ont die Dämonenwie die Seelen wie die Engel: sie dienten Gott und taten seine Gebote.Einer aber, der Teufel, da er freien willen hatte, entschloß sich,Gott zu widerstehen und Gott verstieß ihn. Mit ihm fielen alle anderenMächte ab . . . vielmehr ist es klar, daß er einen jeden nach seiner verfehlungstrafte . . Denn wenn das nicht so wäre und die Seelen (nicht)präexistent wären, warum finden wir dann , daß einige Neugeborene blindsind, ohne gesündigt zu haben, während andere gesund auf die welt kom-78men'l Offenbar gibt es präexistente Sünden in den Seelen, für die einer jedennach Verdienst vergolten *1t4.rrt13Aus diesen direkten und indirekten Zeugnissen geht unbestreitbar hervor.,,daß Origenes nicht nur die Präexistenz gelehrt hat, sondern daß siegeradezu die grundlegende Idee seiner Lehre von der Geisterwelt bildet.ln dreien seiner theologischen Werke hat Origenes seincr Überzeugungvr>n der Präexistenz Ausdruck gegeben, nämlich in seinem dogmatischenHauptwerk ,Peri archon', im Kommentar zum Johannes- und Matthäus-Evangelium. "ra'rSinn und Zweck allen Lebens in der materiellen Welt, die entstandenist nach dem Sündenfalt im geistigen Bereich. bleibt die Läuterung undVeredelung der Seele, bis nach einer teilweise äonenlangen Zeitdauer'die ,,Wiederherstellung aller", die Apokatastasis panton, wie es in derApostelgeschichte (3,21) heißt, vollendet ist. Treffend stellt GottholdMüller in einem diesbezüglichen Aufsatz fest: ,.Er(: Origenes) bezeichnet


dem, der ihm alles untertan gemacht hat, auf dalS Gott sei alles in allem",folgert Origenes:,,Wenn es heißt, der Sohn sei dem Vater unterworfen. so wird damit dievollkommene Wiedereinbringung der ganzen Schöpfung bezeichnet, undwenn es heißt, die Feinde seien dem Sohn Gottes unterworfen, so ist darindie Rettung und Wiederherstellung der Verlorenen zu sehen."rrT,,Wenn also das Ende zum Beginn zurückkehrt, der Ausgang der Dingemit dem Anfang zusammenfällt und jenen Zustand wiederherstellt, dendie Vernunftwesen damals hatten, als sie noch nicht .vom Baume der Erkenntnisdes Guten und Bösen zu essen' brauchten, wenn dadurch jedeböse Empfindung beseitigt und bis zur völligen Reinheit weggewaschenist und allein Gott. der einzig Gute, für ihn ,alles' wird, und wenn nicht inwenigen oder einigen, sondern in allem er selbst alles ist, dann wird wahrhaftGott ,alles in allem' sein."ra8,,Darum heißt es denn auch ,der letzte Feind', welcher ,der Tod' genanntwird, werde vernichtet (1. Kor. 15.26). . . Die,Vernichtungdesletzten Feindes' ist aber so zu verstehen, daß nicht seine von Gott geschaffeneSubstanz vergeht, sondern seine feindliche Willensrichtung, dienicht von Gott, sondern von ihm selbst stammt. Er wird also vernichtet,nicht um (künftig) nicht zu sein, sondern um (künftig nicht mehr) ,Feind'und,Tod'zu sein."lae,,Denn wenn wir richtig verstehen, was Mose am Anfang seines Buches(Genesis 1, l) schreibt: ,Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde', daßhiermit der Anfang der ganzen Schöpfung gemeint ist, so ist es angemessen,daß zu diesem Anfang wieder das Ende und die Erfüllung aller Dingezurückgeführt wird. " ls0,,Außerdem wollen wir noch bedenken, ob es nicht sogar gottlos seinkönnte zu meinen, der Geist, der Gott fassen kann, sei einer substantiellenVernichtung fähig. AIs ob nicht allein die Tatsache, daß er Gott erkennenund denken kann, ihm zur Unvergänglichkeit genügen könnte.Das gilt vollends, weil der Geist, auch wenn er durch mangelndes Strebenabsinkt und Gott nicht rein und vollkommen in sich aufnehmen kann,doch immer sozusagen Keime zur Wiederherstelllung und Wiedergewinnungder besseren Erkenntnis in sich trägt, wenn ,der innere Mensch', derauch der geistige heißt, ,nach dem Bilde und der Gleichheit mit Gott, derihn geschaffen hat, erneuert wird'. (vergl. 2. Kor. 4, l6; Kol. 3, 10)t5'80,,An vielen Stellen seiner Schriften führt Origenes die Apokatastasis,dic nach seiner Meinung bereits den Propheten des Alten Bundes bekanntwar - die prophetischen Schriften sprechen nun vielfach in geheimnisvollenWorten von der vollständigen Aufhebung des Bösen und derWiederherstellung aller Seelen (siehe Origenes, Contra Celsum VIII.,72) - aü das Werk Christi zurück."rs2Die endgültige Rückkehr aller gefallenen Seelen zu Gott als ewig gültigemGesetz, setzt konsequenterweise die Inkarnation der Seele in denmateriellen Leib voraus. Welcher andere Weg bleibt aber einer Seele, dienicht ihr Endziel erreicht hat, als eine erneute Wiedergeburt, eine Reinkarnationauf dieser materiellen Welt?Obwohl Rufinus die vorhandene lateinische Übersetzung des Originalsvon Peri Archon aus Gründen, die in der theologischen Entwicklung des4. Jahrhunderts zu suchen sind, dem herrschenden Zeitgeist und seinemcigenen Verständnis angepaßt hat, so ist es dennoch möglich, eine ganzeReihe von Aussagen des Origenes zu finden, die mehr oder weniger deutlichdie Reinkarnation ansprechen, besonders wenn man die Schriften derOrigenes-Gegner heranzieht.Zunächst Origenes:,,Ich halte es eher für möglich, daß von denen, die den bösen Fürsten,Gewalten und Weltherrschern unterstehen, in jeder einzelnen Welt oderin (der Abfolge) mehrerer Welten einige früher, andere später durchwohltätige Einflüsse und durch ihren eigenen Willen zur Anderung ihresZustandes dereinst zum Menschsein gelangen werden."153Ausgehend von der Stellc (Römer 9, l3) ..Der Altere wird dem Jüngerendienen", gemäß dem Schriftwort ,,Jakob habe ich geliebt, Esau abergehaßt" stellt Origenes fest: ,,Was Esau und Jakob betrifft, so findet manbei genauerem Studium der Schrift, daß keine Ungerechtigkeit ist beiGott, so daß, ehe sie geboren waren und etwas getan hatten - nämlich indiesem Leben - gesagt ward. der Altere solle dem Jüngeren dienstbarsein; und man findet, daß es auch keine Ungerechtigkeit war, daß Jakobim Mutterleib seinen Bruder zu Fall brachte. Wir müssen so annehmen,daß er aufgrund von Verdiensten eines früheren Lebens von Gott mitRecht geliebt wurde, so daß er auch nach Verdienst dem Bruder vorgezogenwurde."lsa,,Wir müssen also den Satz beachten, den der Apostel bei der Erörte-81


ung über die Geburt von Esau und Jakob ausspricht: ,Ist etwa Ungerechtigkeitbei Gott? Das sei ferne!' und ich halte es für richtig, ihn auch bei allen(anderen) Geschöpfen anzuwenden; denn die Gerechtigkeit desSchöpfers muß, wie wir vorhin sagten, in allem sichtbar werden. Sie erscheint,meine ich, erst dann genügend deutlich, wenn man von jedemhimmlischen, irdischen oder unterirdischen Wesen sagt, es habe in sichselbst Ursachen für die Verschiedenheit, welche der körperlichen Geburtvorausgehen. "lss,,Wenn Gott gegen einige Sünder langmütig ist, so ist er das nicht ohnevernünftigen Grund, sondern weil es ihnen zuträglich ist in Anbetrachtder Unsterblichkeit der Seele und der Unendlichkeit der Zeit. wenn ihnennicht rasch zur Heilung verholfen wird, sondern wenn sie langsam zuihr geführt werden, nachdem sie viel Übel erfahren haben . . . Denn Gottlenkt die Seelen nicht im Hinblick auf die, sagen wir fünfzig Jahre des irdischenLebens, sondern auf die unendliche Ewigkeit; denn er hat die geistigeSubstanz unvergänglich gemacht und ihm selbst verwandt, und dievernünftige Seele ist nicht von der Heilung ausgeschlossen, als wäre sieauf das Leben hier auf Erden beschränkt."ls6,,Für diese bestimmte Seele, welche vorzeitig das Höhere wollte undnicht auf dem regelrechten Wege zu ihm vorangeschritten war, war esbesser, das zu erlangen, was sie wollte; sie sollte in diesem Punkte zu einerVerurteilung ihrer selbst kommen und die Geduld aufbringen, sich danachim Verlauf langer Zeit der naturgemäßen (Vorbereitung, vergleichbareiner) Bearbeitung des Bodens zu unterzieh"n.c'157,,Wenn der, der nicht nur die geistigen, sondern auch die irdischenMenschen schafft, gut ist, so ist es doch möglich, daß jemand infolge irgendwelcherfrüherer sittlicher Leistungen jetzt (d. h. in diesem Leben)ein Gefäß der Ehre wird, und dann, wenn er nicht tut, was einem Gefäßder Ehre entspricht und angemessen ist, für eine andere Lebensperiodeein Gefäß der Unehre wird. Ebenso ist es umgekehrt möglich, daß jemandaus Gründen, die vor diesem Leben liegen, hier ein Gefäß derUnehre wird, aber sich bessert und in der ,neuen Schöpfung' (vergl. Gal.6, 15) ein ,Gefäß der Ehre'wird."rsO,,Daher halte ich es auch für möglich, daß einige Menschen, die mitkleinen Sünden begonnen haben, falls sie sich nicht zum Besseren bekehrenund ihre Sünden durch Buße tilgen wollen, in der Schlechtigkeit so82weit kommen, daß sie sogar zu feindlichen Mächten werden, und daß umgekehrtaus den feindlichen und entgegengesetzten Mächten einige imVerlauf langer Zeit Heilung für ihre Wunden und Zügelung der überhandnehmendenSünden suchen, so daß sie die Stelle der Besten einnehmen.Schon öfter haben wir gesagt, daß in den unbegrenzten, unendlichenZeiträumen, in denen eine Seele existiert und lebt, einige von ihnenso zum Schlechteren herabsinken, daß sie den untersten Platz derBosheitcinnehmen, und einige solche Fortschritte machen, daß sie von der tiefstenStufe der Bosheit zur vollkommenen und vollendeten Tugend gelangen." ls9,,Angesichts all dieser Fälle (Origenes berichtete von biblischen Fällenvon Menschen, wo gute oder böse Kräfte die Seele beeinflussen, d. Verf.)kann man, scheint mir, wenn man überzeugt ist, daß alles in der Welt vonGottes Vorsehung geleitet wird, wie es auch unser Glaube aussagt, nur eineErklärung geben, die die göttliche Vorsehung von jeglichem Vorwurfder Ungerechtigkeit freihält: nämlich, daß man bei ihnen gewisse frühereUrsachen annimmt; die Seelen hätten, bevor sie im Körper geboren wurden,irgendeine Schuld auf sich geladen in ihrem Denken oder in ihrenBewegungen und dafür seien sie von der göttlichen Vorsehung zu Rechtverurteilt worden, dies zu leiden."r6(l,,Dies(d. h. die Rückkehr zu Gott, d. Verf.) muß man sich aber nichtals ein plötzliches Geschehen vorstellen, sondern als ein allmähliches,stufenweise im Lauf von unzähligen und unendlich langen Zeiträumensich vollziehendes, wobei der Besserungsprozeß langsam den einen nachdem anderen erfaßt; einige eilen voraus und streben rascher zur Höhe,andere folgen in kurzem Abstande, und wieder andere weit hinten; undso gibt es zahllose Stufen von Fortschreitenden, die aus der Feindschaftzur Versöhnung mit Gott kommen und am Ende steht der ,letzte Feind',welcher ,der Tod' genannt wird, und der ebenfalls ,vernichtet' wird, aufdaß er nicht länger ein Feind r.1.c'rt6r,,Falls aber jemand nachweisen kann, daß das unkörperliche, vernünftigeWesen, wenn es sich des Körpers entledigt hat, für sich allein lebt undsich schlechter befand, als es mit Körpern bekleidet war, sich dagegenbesser befindet, wenn es sie ablegt, dann folgt daraus zwingend, daß daskörperliche Sein nicht ursprünglich ist, sondern in zeitlichen Abständenins Dasein tritt wegen gewisser Zwischenfälle bei den Vernunftwesen, die83


dann der Körper bedürfen, und daß diese Körper sich wieder ins Nichtseinauflösen, wenn die Besserung (der Vernunftwesen) vollendet ist; unddies geschieht immer 1ot1.*162,,,Seid vollkommen, wie auch euer Vater vollkommen ist' (Mt. 5, 48).Damit wird klar bewiesen, daß in Gott alle die Tugenden (Klugheit, Gerechtigkeit,Selbstbeherrschung, Tapferkeit, Weisheit, Bildung) immerda sind und niemals hinzutreten oder entschwinden können, während sievon den Menschen nur allmählich und einzeln erworben werden . . . Undwährend Gott alles kennt, . . kann doch auch der vernünftige Geist, indemer vom Kleinen zum Größeren, vom Sichtbaren zum Unsichtbarenfortschreitet, zu vollkommener Erkenntnis gelangen. Er ist nämlich inden Körper nur hineingesetzt und schreitet notwendig von dem Wahrnehmbaren,das körperlich ist, zu dem Wahrnehmbaren, das unkörperlichund geistig ist, fort."l63Vergleicht man das zusammenhängende Welt- und Menschenbild desOrigenes und die Einzelaussagen der Kirchenväter mit den Offenbarungenaus der geistigen Welt, stellt man die völlige inhaltliche Identität fest.Die geistige Welt lehrt die Menschheit heute wieder dasselbe wie zur Zeitdes Urchristentums. Es ist gleichwohl bedauerlich, daß das Gesamtwerkdes Origenes nicht mehr in vollem Umfang und im Original vorliegt, sondernaus den Schriften anderer, die teilweise seine Gegner waren, rekonstruiertwerden muß. Die Zeugnisse des Wissens um die Gegebenheitenvon Karma und Wiederverkörperung sind jedoch noch so zahlreich, daßes verwundert, daß und wie es gelingen konnte, sie so lange als bedeutungsloszu vernachlässigen, sie zu verschweigen, zu unterschlagen.Aus diesem von der Kirche zu verantwortenden Prozeß ist deutlich abzulesen,wie viel die Kirche im Laufe der Zeit vom ursprünglich christlichenGedankengut abschnitt, wegschnitt, abtrennte, um ihr eigenes, enges,selbstgeschaffenes Lehrgebäude zu errichten. Ja, sie beraubte dasChristentum, dessen Verwalter sie zu sein behauptet, Teile des Fundamentesan Wissen um die Zusammenhänge, die den Weisungen Christifür die Menschheit erst Sinn geben. Die herausgebrochenen Teile diesesFundaments werden mit Dogmen abgestützt, abgesichert.Die Entfremdung von Christi Geist war und ist die Folge. Kann derGeist Christi noch in einem solchen Gebäude Kirche wehen, das nichtmehr im Einklang mit der göttlichen Wahrheit steht?84Woher nimmt die Kirche (allein schon angesichts der Dogmentexte)dic Sicherheit, die Ruhe des Gewissens? Wieso stellt sie sich nicht in Fragc?Warum beunruhigen sich so wenige?Denn sich beunruhigen und zu fragen ist die Vorstufe zur Erkenntnisund Erkenntnis die Grundlase für Reue und Umkehr.IV. Die Beseitigung des Wissens um die Wiederverkörperungaus dem christlichen Glaubensgutl. Persönlichkeit und Bedeutung des OrigenesI)ie christlichen Kirchen behaupten heute, daß die Lehre von der Reinkarnationdem Urchristentum fremd gewesen wäre und erst nachträglichvon Anhängern des griechischen Philosophen Pythagoras in die christlicheLehre eingebracht worden sei. Daraufhin hätte sich die Kirche veranlalltgesehen, diese Lehre als Irrlehre auf einem Konzil zu verurteilen.Entspricht diese Behauptung jedoch den Tatsachen? Die historischeWissenschaft steht vor dem Problem, daß Glaubensfanatiker der Vergangcnheitbedenkenlos historische Zeugnisse vernichtet und verfälscht hahcnund ihre Meinungsgegner nicht mit geistigen, sondern kriegerischenMitteln bekämpften. Der aus dem Kampf hervorgegangene Sieger verkündetedann seine Anschauung als die alleingültige Wahrheit.Toleranz und Meinungsfreiheit sind Ideale, die sich erst in der heutigenZcit allmählich entfalten können. Das Machtgefüge der politischen Gescllschaftspiegelte sich auch im geistigen Bereich der Theologie. Wiltman daher heute feststellen, ob die Lehre der Wiederverkörperung derSccle im Urchristentum enthalten war, dann müssen wir die politischenl{intergründe, das politische und theologische Machtgefüge jener Zeitlrufhellen.Voiab muß klargestellt werden, daß es in den ersten Jahrhundertennach Christus noch keine Trennung in eine griechische und römische Kirchcgab. Eindeutig entstammten die ersten großen Kirchenlehrer demgriechischen Kulturkreis (Justinus, Clemens von Alexandria, Origenesusw.). Erst im 4. Jahrhundert profilierte sich die römisch-lateinisch orienticrteKirche mit den Kirchenvätern Augustinus und Hieronymus und andcren.85


Die Streitigkeiten zwischen der römischen und der griechischen Kircheführten später zur Kirchenspaltung in die griechisch-orthodoxe und römisch-katholischeKirche. (1054 n. Chr.)Origenes, der von 185-253 lebte, war auch nach dem Urteil der heutigenWissenschaft ein Gelehrter von Weltrang. Er war ein Universalgenie,ein Wissenschaftler, der alle weltlichen Ehren der damaligen griechischenBildungswelt errang. Er wurde ein begeisterter Christ, der nach demRuhm des Martyrertodes trachtete, den auch sein Vater erlitten hatte. Erwar der erste Gelehrte des Urchristentums. der fast alle damals bekanntenDokumente des Christentums, sowohl die heiligen Schriften der Judenals auch die Evangelien, Apostelbriefe und heute apogryphe Schriftensammelte, verglich und in ein Lehrsystem brachte. Er erlernte zu diesemZwecke sogar die aramäische Sprache, die Muttersprache Jesu, umselbst die Originalliteratur verstehen zu können. Seine sprachwissenschaftlicheund theologische Leistung wird auch heute noch akzeptiert;selbst die Kirchen zitieren heute noch Origenes bei theologischen Fragen.Origenes lebte und wirkte anfangs in Alexandria, der Stadt, in der sichdie berühmteste Bibliothek des Altertums befand mit der umfangreichstenSchriftensammlung der gesamten damaligen Welt. Kein späterer Gelehrterhatte solche Voraussetzungen für seine wissenschaftliche Arbeitwie Origenes, denn im Jahre 389 n. Chr. wurde die berühmte Bibliothekvon Alexandria, wohl wegen der ,,heidnischen" Literatur des Altertumsvon einem Glaubensfanatiker, durch den Patriarchen Theophilus, inBrand gesteckt.l@ Damit wurde wertvolles Kulturgut unwiederbringlichzerstört und die historische Forschung sehr erschwert.Die Gelehrsamkeit des Origenes auf theologischem Gebiet veranlaßteden damaligen Bischof von Alexandria, Demetrius, diesen Sachkennerauf Missionsreisen zu schicken, insbesondere wenn es darum ging, Meinungsstreitigkeitenunter Theologen zu widerlegen. Auch vertraute erihm die Leitung der Katechetenschule in Alexandria an, also ein kirchlichesLehramt. Der Ruhm von Origenes' Sachkenntnis drang so weit, daßselbst der Statthalter von Arabien (215 n. Chr.) und die Kaiserin JuliaMammaea (219 n. Chr.) von Origenes persönlich in der christlichen Lehreunterwiesen zu werden wünschten. Origenes wurde immer mehr zudem meistbeachteten Kirchenvertreter der damaligen Zeit, dessenKenntnisse und Glaubenslehren nahezu 20 Jahre akzeptiert, ja gerühmt86wurden und unwidersprochen blieben. ,,Origenes wollte orthodoxerChrist sein, was sich schon daraus ergibt, daß er auf die Lehrverkündigungder Kirche großen Wert legte und daß er einen Irrtum in der Lehrel'ür schlimmer hielt als eine sittliche Verfehlung,165 urteilt die heutige Patristi k .Trotzdem blieben diesem begeisterten christlichen Lehrer die menschlichenEnttäuschungen nicht erspart. Als ihn in Caesarea in Palästina dieckrrtigen Bischöfe nach längerer Lehrtätigkeit und aufgrund seiner steigcndenBekanntheit und Beliebtheit zum Presbyter (Priester) weihten,l6sah der Bischof Demetrius in seiner Heimatstadt Alexandria, einst seinI"rcund und Förderer, darin einen Eingriff in seine Rechte und veranlaßtc,daß Origenes auf zwei ägyptischen Synoden in seiner AbwesenheitI'ricsterwürde aberkannt und er selbst gebannt wurde (23I n. Chr.).,.Origenes wurde ausgerechnet von dem Bischof zum ersten Mal derlrrlehre bezichtigt, der einst den Grundstein seines theologischen Rufesgclegt hatte. Die wahren Motive waren jedoch gekränkte Eitelkeit undNcid des Demetrius auf den Schüler, der seinen Vorgesetzten weit übertrcffenhatte."r67 ,,Der ,Fall Origenes' ist das erste berühmte Beispiel eincsKonfliktes zwischen der freien, nicht amtlichen Vollmacht eines unabhängigenLehrers mit der Autorität der über ihm stehenden kirchlichenBehörde."t68War also der Kampf um die Wahrheit auch schon hier letzten Endes einKampf um die Macht des kirchlichen hierarchischen Systems? Bestimmteder geweihte Amtsträger oder der theologische Sachkenner über dieWahrheit einer Lehre? Wurde Origenes noch zu Lebzeiten von einemSachkenner gleichen Ranges geistig widerlegt, ja hatte er überhaupt die(lhance zu argumentieren? Das Machtgebaren der kirchlichen Amtsträgcrmachte eine faire geistige Auseinandersetzung unmöglich. Geistigl'ührende Theologen vertraten auch nach Origenes' Tod seine Lehre,d


tigt werden sollte.rT0 Die theologischen Streitigkeiten um die Lehre desOrigenes wurden mit einem für die heutige Zeit unvorstellbaren Fanatismusausgetragen. Die folgenschwerste und blutigste Auseinandersetzungwurde im 6. Jahrhundert, also 300 Jahre nach der Zeit des Origenes, inden Sabasklöstern Palästinas ausgelöst. Offensichtlich hatte sich in diesemehemaligen Wirkungsland des Origenes eine treue Anhängerschafterhalten können.r7r Da aber teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände unterden betroffenen Mönchsgruppen herrschten, übergaben Origenes-Gegner dem 542 in Palästina weilenden päpstlichen Apokrisiar (Gesandter)Pelagius eine Klageschrift an Kaiser Justinian in Konstantinopel.2. Der Einfluß Ostroms (Konstantinopel)Die Mönche suchten also Hilfe bei der weltlichen Macht.Es war das Ziel Kaiser Justinians (527-565),,die politische, religiöseund rechtliche Einheit des infolge der Einbrüche barbarischer Völker undhäretischer Spaltungen des Christentums vom Zerfall bedrohten römischenWeltreiches" wiederherzustellen.r72Hierzu mußte er langjährige und kostspielige Kriege führen: In Afrikagegen die Vandalen (533-548), in Italien gegen die Ostgoten (535-554),an der Donau gegen die Slaven, in Kleinasien gegen die Perser (5401562).Rigoros ging er an die Ausrottung des Heidentums und die gewaltsameUnterdrückung der theologischen Lehrmeinungen, die nicht seinen persönlichenVorstellungen entsprachen: ,,Auch als Christ blieb JustinianRömer, und die Idee einer Autonomie der religiösen Sphäre war ihm völligfremd. Päpste und Patriarchen behandelte er als seine Diener. In derselbenWeise wie er das Staatswesen leitete, dirigierte er auch das Kirchenleben,in jede Einzelheit der Kirchenverfassung persönlich eingreip"n6.cc 173Noch deutlicher steht es bei Altaner-Stuiber: ,,Justinian, rastlos tätigals Staatsmann, Gesetzgeber und Bauherr, ging mit rücksichtslosen Maßnahmender Gesetzgebung gegen Häretiker, Juden und Heiden vor. Daer sich auch für den obersten Herrn der Kirche hielt, griff er immer wiederin das innere Leben der Kirche ein, auch soweit es die kirchliche Lehrebetraf. Mit terroristischer Politisierung der Theologie versuchte Justinian,die geistigen Anreger der Vergangenheit und Gegenwart zu verket-88zcrn, hatte aber auch den Ehrgeiz, selbst als theologischer Schriftstellerzu glänzen."l7aUmso leichter hatte es Kaiser Justinian, da in Rom Papst Vigilius resitlicrtc,der wegen der Ostgotengefahr auf militärische Hilfe des Kaisers:rngewiesen war und darüber hinaus eine Marionette der Kaisergemahlin'l'hcodora war, der er das Papstamt letztlich verdankte. Die Persönlichkcitdes Kaisers, die allgemeine Kriegssituation im oströmischen Reichtrnd dazu die drohende Gefahr, in Palästina durch origenistisch gesinnteM(inchsgruppen noch einer zusätzlichen innenpolitisch-religiösen Kriegslrontgegenüberzustehen, diese Gründe gaben das politische Motiv zurllcscitigung des Wissens um die Reinkarnation.Justinians Reaktion auf die Klageschrift ließ nicht lange auf sich wartcn: Er wies den Patriarchen Mennas von Konstantinopel an, eine Synodetlcr Ostkirche einzuberufen und verlangte in einem sehr ausführlichenItricf (Justiniani Imperatoris liber adversus Originem) und neun kaiserlichvorgegebenen Anathemen (Bannflüchen), daß die Lehre des Origencszu vcrurteilen sei.l7'.1. Die Synode der Ostkirche von Konstantinopel543 n. Chr.Mcnnas berief schon im Januar 543 eine Synode der Ostkirche ein, weil erdirclurch auch die Möglichkeit sah, seinen größten Rivalen am Kaiserhof,dcn Origenes-Anhänger Theodor von Askidas, Bischof von Caesarea,lruszuschalten. Sowohl bei Mennas als auch bei Pelagius war das treibentlcMotiv ,,Eifersucht gegen den allmächtigen Theodor von Askidas".l76..lhr Vorschlag entsprach ganz der Neigung des Kaisers, in kirchlichenI )irrgcn zu Gericht zu sitzen. Er erließ ein Edikt, worin Origenes und jeneKlpitel mit dem Anathem belegt wurden. Mennas unterschrieb es mitrlcrr in Konstantinopel anwesenden Bischöfen; dann wurde es auch denrihrigcn Patriarchen, Vigilius von Rom (Papst), Zoilos von Alexandrien,l:phriim von Antiochien und Petrus von Jerusalem zugeschickt und allerrnlcrzcichneten es."l7tl)ic nur für die Frage der Reinkarnation entscheidenden und von KaiscrJustinian vorgegebenen Bannflüche Nr. I und g lauten:r78I . ,,Wenn einer sagt oder meint, die Seelen der Menschen seien präexistcntgewesen, insofern sie früher Geistwesen und heilige Mächte gewe-89


sen seien, es haben sie aber Uberdruß ergriffen an der Schau Gottes undsie hätten sich zum Schlechten gewendet, darum sei die göttliche Liebe inihnen erkaltet, hätten davon den Namen ,,Seelen'. (Seele- psyche ist abgeleitetvon psychros : kalt) bekommen und seien zur Strafe in Körperhinabgeschickt worden, der sei anathema (d. h. verflucht)...9. ,,Wenn einer sagt oder meint, die Bestrafung der Dämonen und dergottlosen Menschen sei zeitlich und werde zu irgendeiner zeit ein Endehaben oder es werde eine Wiedereinbringung von Dämonen oder gottlosenMenschen geben (Apokatastasis), der sei verflucht...l7eMit diesen Bannflüchen wurde der bedeutendste Theologe der frühenKirche aus rein weltlichen Gründen unter die ketzerischen Irrrehrer eingereihtund seine Lehre verdammt.r80 Mit Sicherheit ist anzunehmen. daßdarau{hin in den kirchlichen Dokumenten alles entfernt oder verändertwurde, was gegen diese dogmatischen Lehrsätze sprach. Die heutige Geschichtsforschungmuß sich auf Stellen stützen, die offenbar übersehenwurden. Vielleicht tauchen auch eines Tages noch unverfälschte Schriftrollenaus der urchristlichen zeit auf, die zur Klärung der Reinkarnationsfrageweiteres Material beitragen. völlig zu Recht schreibt der origenes-AnhängerDomitian von Ancyra, daß ,,das Anathem über die präexistenz-und Apokatastasislehre und somit scheinbar bloß über origenes,in Wirklichkeit aber über alle heiligen Lehrer vor ihm und nach ihmgesprochen worden war." l8lAn die stelle der wiederversöhnung der gefallenen Seele mit Gott tratnun die ewige Verdammnis, die sich bis dahin noch nicht im Gedankengutder Kirche etabliert hatte. ,,Die ewige Dauer der Höllenstrafen wurde alsEndpunkt eines langen Ringens im Jahre 543 in Canon 9 der Canones adversusorigenem festgestellt (DS 211). Der Schlußpunkt unter diesenversuch wurde unter Justini an imzuge der allgemeinen Eliminierung desOrigenismus gezogen. " 182{, _DasV. Allgemeine Konzil von Konstantinopel(553 n. Chr.)Auch auf den v. Allgemeinen Konzil von Konstantinopel (553) erscheintdie Verurteilung des origenes von neuem. Es ist hier nicht erforderlich,die verworrenen vorgänge um dieses Konzil darzuste[en. wer sich ein90umfassendes Bild machen will, sei auf die ausgezeichnete Darstellung beil)ickamp verwiesen, der eine exakte Untersuchung angestellt hat'Dcmnach haben Origenes-Anhänger, um von der Origenistenverfolgungabzulenken, den Kaiser Justinian aufgefordert, ein Konzil einzuberufcn,um den sogenannten ,,Drei-Kapitel-Streit" zu entscheiden. DaI'apst Vigilius seine Zustimmung zur Einberufung eines Konzils hinauszog,konnte das Konzil erst mit Verspätung am 5. 5. 553 beginnen. NeueKlagen über Origenistenstreitigkeiten in Palästina veranlaßten den Kaiscrcrneut, ein Schreiben an die bereits seit einiger Zeitin Konstantinopelvcrsammelten Konzilsväter zu richten und auch hier eine Verdammungdcs Origenes (gestorben 2531) zu erwirken.Die vorgegebenen und für unser Thema bedeutsamen Bannflüche laulcn:I . ,,Wer die märchenhafte Präexistenz der Seele und die mit ihr zusammcnhängendeabenteuerliche Apokatastasis (Wiederherstellung allerI)inge) behauptet, der sei anathema" (: verflucht).I I . ,,Wer sagt, daß das zukünftige Gericht die Vernichtung der Körperanzeige, und daß das Ende der Fabel die immaterielle Physis sei, und daßin Zukunft nichts Materielles mehr sein werde, sondern nur bloßer Geist,dcr sei anathema."14. ,,Wer behauptet, daß alle Vernunftwesen wieder eine Einheit bildcnwerden, wenn die Hypostasen und Zahlen samt den Körpern aufgehobensind; und daß auf die Erkenntnis der vernünftigen Dinge der Untcrgangder Welten und die Ablegung der Leiber folge, und die Aufhebungder Namen und die Identität der Erkenntnis und Hypostasen entstehe;ferner daß bei der fabelhaften Apokatastasis nur die Geister allein übrigbleiben, wie es auch in der fingierten Präexistenz so gewesen sei, dersci anathema."15. ,,Wer sagt, daß das Leben der Geister dann dem früheren gleichsein werde, wo sie noch nicht herabgestiegen und gefallen waren' so daßclcr Anfang und das Ende einander gleich seien, und das Ende das Maßfür den Anfang, der sei anathema."l83Es gibt keinen vernünftigen Grund, Diekamps UntersuchunginZwei't'cl zu ziehen, der feststellt, daß auf den acht offiziellen Sitzungen desKonzils von 5. 5.-2. 6. 553 nicht über Origenes verhandelt wurde.r8a Darausfolgert er, daß möglicherweise vor Sitzungsbeginn darüber gespro-91


chen worden sein mag. Merkwürdig ist es auch in diesem Zusammenhang,daß Papst Vigilius an keiner Sitzung des Konzils teilgenommen hatte,obwohl er sich auf Geheiß des Kaisers während der fraglichenZeitinKonstantinopel aufhielt.Noch mehr gibt es zu denken, daß Teile der Konzilsakten, die den FallOrigenes betreffen, durch,,Zufall" l8s verlorengegangen sind. Mehrfachweist Diekamp darauf hin, daß Teile der überlieferten Akten gefälschtsein müssen,'*u bzw. daß die Konzilsdokumente ,,von vereinzelten griechischenStücken abgesehen, nur in lateinischer Übersetzung auf uns gekommensind".ltiTObwohl auf den offiziellen Sitzungen des Konzils selbst nicht über Origenesverhandelt wurde, findet sich im I I . Canon des Konzils von 5-53 derfolgende Bannfluch: ,,Wer nicht verflucht den Arius, E,nnomius, Macedonius,Appollinaris, Nestorius, Entyches und Origenes samt ihren gottlosenSchriften und alle anderen Häretiker, welche verflucht sind von derheiligen katholischen und apostolischen Kirche und von den früher genanntenvier heiligen Synoden samt denen, welche die gleiche Gesinnunghatten und haben, bis ans Ende bei ihrer Gottlosigkeit verharren, der seianathema."l88Das Konzil endete am2. 6.553. aber erst am 8. 12. 553 unterzeichnetePapst Vigilius die Konzilsakte und setzte damit gültiges Recht. DieserBannfluch 300 Jahre nach Orisenes' Tod ist bis heute nicht revidiert.r8e5. Die Folgen dieser BannflücheAnstelle einer Wertung dieser Vorgänge, die der Leser selbst vornehmenmöge, sei hier das Urteil des amerikanischen Theologen Cyrill C. Richardsonvom Union Theological Seminary, New York, wiedergegeben:.,Die Verdammung des Origenes ist eine der traurigsten Episoden inder Geschichte der christlichen Kirche. Die Breite seiner Gedanken, seinesGeistes und die weite Sympathie seiner Religion stehen in lebhaftemGegensatz zu der engstirnigen Fortschrittsfeindlichkeit seiner mönchischenVerleumder . . . Es ist, als ob sich ein Vorhang über die intellektuelleFreiheit des Ostens senke, und zusammen mit verschiedenen gefälschtenTexten aus seinen Werken hatte man all das, was edel und liberalund reif in der Glaubens- und Gedankenwelt des Origenes war. ver-92dammt.Er, der für eine wahrhaft katholische Religion gekämpft hatte und derbehauptet hatte, daß alle Dinge das Erbe der Kirche seien und daß alleDinge Christus gehörten, wurde aus der Kirche ausgeschlossen. mit demFluch der lntoleranz und des Fanatismus. Die langen Meinungsverschiedcnheitenüber Origenes, die ihren Höhepunkt unter .lustinian erreichtcn,kennzeichnen das Ende von vielem, was nobel und erleuchtet war, indcr frühen Tradition der griechischen Christenl't"i1.'rrottMit der Verfluchung und somit der Beseitigung des Wissens von derPräexistenz der Seele vor dem materiellen Leib und der endgültigenRückkehr aller gefallenen Seelen zu Gott, ihrem Schöpfer, wurde in derkirchlichen Lehre der Reinkarnation, der Wiederverkörperung der Seeleins F'leisch, die Grundlage entzogen; ja der Gedanke daran brauchtetlbcrhaupt nicht in der kirchlichen Lehre zu erscheinen.In diesem so entstandene theologische Vakuum konnten nunmehr iml.aufe der Kirchengeschichte dogmatisch abgesichert treten: die Schaf-I'ung der Seele durch Gott im Augenblick der Zeugung des physischenKÖrpers, die Erbsündenlehre, die scheinbar unentbehrliche Gnadenlunktioneiner Amtskirche, die ewige Hölle für alle nicht im kirchlichenSystem lebenden Menschenseele nach ihrem irdischen Weggang'Der Fehler von 543 und 553 ist vergleichbar - wenn auch für die einzelncSeele der Gläubigen im Einflußbereich der Kirche unvergleichlichschwerwiegender und folgenreicher - mit dem Fehler des Jahres 1633.(ialilei hat nachgewiesen, daß sich die Erde um die Sonne dreht und nichtumgekehrt. Nach kirchlichem Spruch war diese Entdeckung eine Irrlehr",,li" im Gegensatz zur buchstabengetreuen Auslegung der Bibel steht.l:rst im Jahre 983, also nach 350 Jahren, hat der Vatikan die Lehre Galilcisanerkannt durch die Rehabilitierung dieses Physikers, den sie in zweiInquisitionsprozessen unter Androhung der Folter zum Widerruf der vonihm erkannten und heute als selbstverständlich angesehenen Wahrheitgczwungen hatte.Wie lange will die Kirche warten, bis sie das Gesetz der Reinkarnationanerkennt? Im Falle der Reinkarnationslehre sind es nun schon 1440 JahrclDie Konsequenz für den Menschen: Der Innere WegDie Präexistenz der Seele und ihre wiederkehr in einen materiellen93


Leib, solange bis sie einen höheren Läuterungsgrad erreicht hat, hat unsalso der Klerus bis heute nicht gelehrt.Das Fatale daran ist, daß das Wissen nicht nur aus dem kirchlichenLehrplan gestrichen wurde, sondern gänzlich aus dem allgemeinen Bewußtsein,aus dem geistigen Leben des Abendlandes geschwunden ist.Deshalb lebt der Mensch unwissend und meist nach eigenem Gutdünkenin den Tag hinein ohne sich darauf zu besinnen, was nach seinem Leibestodgeschehen wird. Er ist sich nicht bewußt, daß seine Seele mit den gleichenFehlern und Schwächen wiederkehrt und in einem neuen Erdenkleidihr unwissendes und orientierungsloses Leben dort fortsetzt, wo siein einem früheren Leben durch den Leibestod aufgehört hat zu wirken.,,Nach mir die Sintflut", so sagen viele und ahnen nicht, daß alles, wassie geschaffen haben und noch schaffen, ihnen nachfolgt; denn jede Ursachehat ihre Wirkung.Die Kirche hat lange einen totalen Einfluß auf die Menschen ausgeübt,sie geprägt, sie an ihre Anschauungen gebunden. Die Kirche hat dieWahrheit aus dem Bewußtsein der Menschen verdrängt. Wie will und wiekann sie das je verantworten?Jetzt hat sie nicht mehr diese totale, bestimmende Macht, ja diese lokkertsich mehr und mehr. Heute wird die Wiederbelebung jenes altenWissens möglich, dessen Dimensionen weit über die Konfessionen hinausgehen.Vielleicht wird man fragen: Wie konnte Gott es zulassen, daßso schnell nach Christi Erlösertat ein so entscheidendes Grundwissenüber das Leben den Menschen von den christlichen Kirchen vorenthaltenwurde? Hatte der allmächtige Gott nach Christi Leibestod keine Möglichkeitmehr. uns, wie im alten Testament, durch Propheten seinen Willenkundzutun? War Gott auf dieser Erde den politischen und theologischenMachenschaften der Menschen hilflos ausgeliefert?Propheten und Künder der Wahrheit gab es in den letzten 2000 Jahrengenügend, die mit wenigen Ausnahmen (2. B. Hildegard von Bingen,Therese von Avila, Johannes Tennhardt, Jakob Böhme usw. ) stets außerhalbder Amtskirche, vom prophetischen Geist Gottes durchdrungen, dieMenschen auf den inneren Weg zu Gott führen wollten.Immer wieder traten in der Geschichte der Menschheit große Prophetenauf, durch die das unmittelbare Wort Gottes, das innere Wort, dieMenschen zur Umkehr aufrief. lel94Abcr die Macht der Kirche, geistig eingeengt durch menschliche Dogrrrcnsiitze,verweltlicht und mehr auf Einfluß und äußeren Glanz bedacht,lr:rt l'ast immer erfolgreich mit dem gezückten Schwert der Inquisition. desSchciterhaufens oder der Verleumdung jede freie Regung des Geistes untc rd rückt.l)ic Kirche lebte und lebt selbst bis heute vorwiegend eine äußere Religiorr.die sich in Formen, Riten und Dogmen erschöpft, die Menschen;rhc1 ds51o fester an ihre Institution zu binden sucht.l)cr ( iottcsgeist ließ und läßt sich aber nicht einsperren; der Geist Gotteswcht l'rci - wann und wo er will.'l'rotz aller gegensätzlichen und einengenden, die Wahrheit mit Gewaltrrnlcrdrückenden Entwicklungen in dem erstarrenden Kirchensystemwirr tfcr (ieist der Wahrheit. den Christus für alle Zeiten den Seinen verrlrroclrcnhat (Joh. 15,26, 14, 15ff.), bestrebt, sich zu offenbaren, um dieNlcrtschcn aufzurütteln, zu stärken mit dem Brote des Geistes und ihnenrlcn Wcg der Wahrheit zu zeigen.le2l)icscr Weg besteht nicht darin, ein äußeres Christentum zu praktiziert'rr. tlirs sich in der formalen Erfüllung kirchlicher Vorschriften erschöpft,rrrrtl sich im übrigen darauf zu verlassen, daß man durch Christi Erlösertatro11 5,9i11911 Sünden. auch den noch zu begehenden, erlöst ist. (Man denkelrrrr iln die ,,stellvertretende Genugtuung" !)Wic zu sciner Erdenzeit durch Jesus von Nazareth, wie im Urchristentrrrrrtlurch erleuchtete Männer und Frauen. wie im Mittelalter und derNcrrzcit (2. B. durch Bernhard v. Clairvaux, Thomas von Kempen, Therc\cv()n Avila, Johannes vom Kreuz. Jakob Böhme, Johannes Tennhirrtll,(icrlrge Fox, Jakob Lorber und viele andere) lehrt uns Christus;rrrt'h hcutc durch seine Prophetin in Seinem Heimholungswerk, den Wegrrirt'lr irrrrcn zu gehen; denn Gott wohnt nicht in Steinhäusern, sondern inrrns scllrsl :,,De r Tempel G ottes ist heili g, und der seid ihr" (l. Kor. 3, l 7).l)rcscn konsequenten Pfad nach innen, den Weg der Selbsterkenntnisrrrrl tlcr l.iiutcrung, muß jeder Mensch in einem seiner Erdenleben - oderrcrrrc Scclc in den Stätten der Reinigung - wandeln durch die Beachtungrlcr gcsctzmäßigen Lehren aus dem Reich des Lebens. Nach umfassendenI lrrlcrwc'isungen ist es sodann dem Menschen möglich, durch die univerr;rlcKnrlt g(ittlicher Liebe und durch die stufenweise Entwicklung der imIrrncrcn dcs Menschen schlummernden söttlichen Kräfte den inneren9-5


Pfad zu Gott zu beschreiten unter Christi Führung im eigenen Inneren,,denn keiner kommt zunt Vater, aul3er durch mich" (Joh. 14,6).Das Reich Gottes liegt nicht in unerreichbarer Ferne, sondern inwendigin uns und jeder von uns ist berufen zu erfahren und zu bekennen:,,Gott und ich sind eins!" In dieser befreienden Gewißheit erwachen wiralle auf dem Weg nach innen.In den vergänglichen Dingen der Außenwelt suchen wir das Unvergänglichevergebens;wir finden es nur, wenn wir dem Rat aller Erleuchtetenund Weisen folgen: ,,Mensch. gehe in dich!" Dort findest du dichselbst, dein eigentliches Wesen. und mit ihm alles. In dir allein liegt dieWahrheit und das Leben, das ewige Licht und die Einheit aus der Freiheitund Vollkommenheit fließen. Nur in dir kann sich der Geist des Lebensoft-enbaren und dir zeigen, daß alle Kraft, Wahrheit, Licht und Leben indir wohnt. In deinem Innersten allein vernimmst du das Wort, das dichleitet, lehrt, führt und dir die Krone des unsterblichen Lebens verleiht.Christus, unser Führer auf dem inneren Pfad, hat die Menschheit erlöst,indem er uns Abgefallenen wieder den Weg zum Vater ermöglichte:Bei den Worten ,,Es ist vollbracht" auf Golgatha übertrug er jeder einzelnengefallenen Seele einen Teil der positiven Urkraft, einen Teil seinesErbes. Dieser Christusfunke wirkt nur als zusätzliche energetische Stützein der 4. Seelenhülle jedes Menschen und jeder Seele. Diese Kraft hat denzweiten Abfall, die weitere Degeneration der Seelen und des Menschensowie den schließlichen Zerfall verhindert. Die Erlösung. das Ausfließendes einen Drittels der positiven Urkraft in jeder Seele brachte die Wendeim Fall. Durch diese zusätzliche Christus-Gotteskraft in uns ist uns wiederder Weg zurück in unsere ewige Heimat des Geistes und der Vollkommenheitmöglich.Unsere Rückkehr in die Absolutheit der reinen Himmel erfordert abernoch eine erhebliche Eigenleistung eines jeden Menschen und jeder Seele.Die Folge der Erlösung wird dem Menschen niemals in einer christlichenKonfession durch Taufe und Sakramentenempfang ohne eigenesZutun zuteil, sondern nur, wenn der Mensch seine ganze Kraft einsetzt,um die Tugenden der Bergpredigt täglich und in jeder Lebenslage zu leben!Der Abschluß der Erlösung ist das bewußte Wieder-Hinziehen der Seelezum Licht, ist eine geistige Evolution nach oben, wobei der Menschrne hr. und mehr seine lchhezogcnhe it aufgibt urrd das Grundgehot aller( iclrole vcrwirklicht: rlic alluml'assende Liebc zu Gott. seinern Irinrmliseherr Vater und zurn Mitmenschen. zu Frsund und Feind. aber auch zurrllcr geschaffcnen Kreatur im Tier-. Pt-lanzen- uncl Mineralreich.l)lrzu bedarf es keiner Theologen, das erfordert keine die innere Freilrr'itcinschruinkcnclcn mcnschlichen Dogmcn uncl Glaubenssätzc. Es er-Irrrtlcrt keine Binilung an Menschen, Gruppen oder kirchliche Institutirlnt'n.l)icscn Pfad von der Selbsterkenntnis, de r Lüuterung und Reinigungrlcr Scclc bis hin zur persönlichen Gotteserfirhrung im Innersten der eigen('nScclc nruß jedcr Mcnsch selber gehen: So sctzt er die wirkliche Nachl,rltc('hristi in die't'at um."'''I lrittc die lnstitutir>n Kirche die Menschen diesen inneren Weg gelehrt,;;r hr t tcn dic 'l'heologen ihn selbst gelebt - cienn nur wenn sie den Weg lelrt'rr.crstnrhlt die göttliche Kraft in ihnen und kann durch sie ausstrahlen. u'rirc vie lcn Seelen die immer wiedcrkehrende Einverleibung in dasI lt'rsclr crspart gcblieben; die Priester und Pastoren hätten einen wahrlichr'r,rllt'n lleitr:.rgcleistet, sich und dic auf sie härenden Seelen vom Rad,l, r Wit'tle rge hurt zu lösen.( )lrrre rllrs Wisscrr urn clie Reinkurnation sind echter Glaube und Gott-\ t rlr:rucn rrur schwcr miiglich, da dc'r Mensch Gott als ungerecht empfin-,lt'rr nrrrl.i. irngcsiclrts dcr Ungleichheiten in cle n menschlichen Seins- undI t'lrt'nsbcclingungen und de m Schicksal.()lrnt' dicscs Wissen blicbcn und bleiben ferncrhin Tür und Tor geöffntt rlt'nl rrlle inigen Zweck- und Nützlichkeitsdenken, dem Materialisrnur.'"'rlcrVcrstrickung des Menschen in äußerer Welt, Machtstreben,/r rrisrrrrrs. bis hin zur Gottferne.( )lrrrc tlicscs Wisse n bestcht wenig innere Freiheit, sondern Abhängig-I t'rt vorr lr u l.]c re n Binclungen bis hin zu de r Cefahr, von ldeologien und far.rtrstlrcr'rrrrtl sektie rcrischen Bestrcburrgen, glcich welcher Art, gefanr'('nR(' r'r()nullct-t zu werden.( )lrnc tlicses Wisscn giht es nurgeringen Ansporn, sich zum Höherenzrr t'ntrvickcln. da der Mensch sich gar nicht bewußt ist, daß sein in der\ r'rlqrrngcrrhcit Erworbenes an ihm haftet und wirksam ist.\\'olrl ist tlcnr Menschen während seiner Inkarnation die Rückerinne-I unl' :ll se irrc Vcrgancenhcit als reines Geistwesen und die himmlischellt'rrrurt r.'crschlossen. sowie die E,rinneruns an erlle früheren Leben samt96


der Zwischenzeiten in den jenseitigen Reinigungsbereichen. Aber dasWissen um seine göttliche Herkunft und die Tatsache der wiederholtenEinverleibungen ist notwendig und offenbar gottgewollt - das Wissen warimmer da; Jesus von Nazareth baute darauf auf, als er den Weg zurückzum Vater lehrte. Nicht Gott hat dieses Wissen den Menschen senommen,sondern die Kirchen.So soll nun nach Seinem Willen das verschüttete Wissen wieder in dasBewußtsein aller eingehen und dort möglich machen, was Er den Menschenbrachte: die Erlösung.Der Streit um die Reinkarnation, die wiederholte Einverleibung derSeele in das Fleisch, würde nicht existieren, wenn die Menschen den innerenWeg gingen. Sie würden nämlich die Wirksamkeit dieses unabdingbarvorgegebenen geistig-göttlichen Gesetzes in der Schau der Seele selbst erfahrenkönnen:Die Menschen müßten nicht mehr Glaubende sein - sie wären Wissende!98I). Anmerkungen( irosscrrbachcr, a.a.O., S.736r\tlle t , u. a. O., S. 2l' \rrr ernigc Standarclwerke seien hier genannt, in dcncn sich weiterführende LiteraturIttttlcl:llcrirnt : I{cinkarnation( r'rrrrinara G.: Errcgendc Zeugnisse von Karma und Wiedergeburt( rrrie ..larr: Nicmand stirbt für alleZeit, Bertelsmann 1979\tt';rrn: I)cr schlafende Prophet (Grundlegendes Werk zu Edgar Cayce)i\t(\('ns()n.lr.a.O.,S.l7-ZuStevensonsWerkschreibtPeterAndreas.a.a.O.,S. 111:,, | )r. Stcvcnsons Erstwerk, .Reinkarnation - der Mensch im Wandel von Tod und Wierlergtlrurt'isl inzwischen bereits zu einer Art Klassikergeworden. Auch viele Geistli-, lrt'. tlic dcr Reinkarnationsfrage wegen dcr augenscheinlich fehlenden biblischen Autorrl:rt nicht niihcrtreten möchten, zcigen nach dem Studium der von Stevenson mit äullerstcr(iründlichkeit recherchicrten Fälle jetzt Interesse am Fortgang der Forschunll('ll'| )c t h lc lsc n, -l'horwald: Das E rlebnis der Wiederge burt - He ilung durch Reinkarnation,l()71i. (;oldmann-Sachbuch Nr. 1l 199rlrrs : l)as Lcbcn nach dem l-cben - Gespräche mit Wiedergeborenen, 1974, HeynellrrchNr.7021' \t( llcn aus ihren Werken, siehe Schmidt, K.O., a.a.O., S. 47ff.lrrrrg ( .(i..:r.u.O..S. .1{)5" re rgl. (ilirsenapp,,Seelenwanderung" in: Dic Religion in Geschichte und GegenwartV lJ;rrttl, S. 1637ff., (Hrsg. Kurt Galling), Mohr, Tübingen,1972,3. Aufl.' llrrrggcr SJ. a.a.O., S. 252' ' /rrrrr llcgriff dcs Dogmas sci hier kurz fblgendes ausgeführt:..1lrrlcr l)ogma im strengen Sinn versteht man eine von Gott unmittelbar geoffenbarte\f;rhrhcit, die vom kirchlichen Lehramt als solche zu glauben vorgelegt wird. (vergl. I.\';rtikln. Konzil, DS 301l)/.rrrrr llcgrill des Dogmas gchören folgende Momente:99


a) dic unmittelbare göttliche Oflbnbarung. I)ie betreffcndc Wahrheit rnul3 unmittclbar,sei es ausdrücklich oder einschluf3wcise v()n Gott gcoffenhart und tlarum in dcn Offcnbarungsquellen,in der [{eiligen Schrift oder in der Tradition enthaltcn sein.b) die Vorlage durch das kirchliche [-ehrantt. Dicscs schliel3t nicht blolJ die [Jckanntglbeder Glaubenslehre in sich, sonde rn auch die Vcrpflichtung. die vorgclegte Wahrhcitzu glauben.Sie kann erfolgen entweder auf außcrordentliche We isc durch c-inc fe ie rlichc Glaubcnsentscheidungdes Papstcs odcr cincs allgcrneinen Konzils oder durch das ordentlichcund allgemeine ,Lehramt der Kirchc . . Wenn ein Getauftcr cin cigentliches Dogmavorsätzlich leugnet oder bezwe ifelt, macht er sich der Sünde dcr Hriresie schuldig (CtC1325 $ 2) und verfällt der Strafe der von sclbst eintrelendcn E.xkommunikation (CIC2311$ r).Gcgenüber dem Modernismus betont dic katholische Kirchc, claß das Dogma seinem I n-halt nach göttlichen Ursprungs ist, daß es Ausdruck ciner obje ktivcn Wahrheit ist unddaßsein Inhalt unveränderlich ist." (Ott. a.a.O., S.5f.)DS wircl im ff. als Abkürzung verwendct fiir Denzingcr-Sch()nnlctzer (a.a.O.): die jeweiligeNummernangabe entspricht dem dtlrt nicdergeschriebcncn l)()gmensatz dcrKirchellOtt, S . . . wird im ff . vcrwcndet als Abkürzung für Ott. Ludrvig: Cirundriß der katholischenDogmatik, a. a. O. I dieses präzise, allgcmein verständlichc Werk, das in I {). A uflageerschienen ist, bietet die Grundlage zur Untersuchung der kirchlichcn l.chrellBibelkommission vom 30.6. 1909 (DS 3-512-3-519). deren..Entscheidung nicht untehlbarist, aber als Norm kirchlicher Lehre gewertet werden muß" (Ncuncr-Roos, a.a.O..s. 90)l4Die neuere Theologie hat eine.,Ganz-Tod-Theoric" cntrvorfen. d. h. Lcib unci Seelcsterben beim physischen Tod. Näheres hierzu siehc unter Abschnitt ,.Die Lehre von denLetzten Dingen"r5Rahner, Herders Theologisches Taschcnlexikon, Bd. 2, S. 156l6Rahner, Herders Theologisches Taschenlexikon, Bd. 6, S. 396ft7Verflucht - Verfluchung, Bannfluch, auch Anathcm(a) gcnannt. odcr Exkommunikationbedeutet ,,Ausstoßung eines Kirchengliedes aus dcr Gemeinschatt dcr Gläubigenmil näiher bestimmtcn Wirkungen, die gcsetzlich festgelegt sind."aus; Reallexikon für Antike und Christentum (Hrsg. Theodor Klauser), Bd.7. S. I,Stuttgart,1969.Der Exkommunizierte wird vom Abendmahl ausgeschlossen und verliert das Recht aufein kirchliches Begräbnis. Im Todesfall zog dcr Bannfluch nach Auffassung der Kirchcauch die ewige Höllenstrafe nach sich. ..Scit dem Ende dcs 4. Jahrhunderts wird deutlich.daß die Exkornmunikation ein Ausschluß von den kirchlichen Rechtcn. nichl eincEnllassung aus den kirchlichen Pflichten ist. Kaiser Friedrich Il. knüpfte auf Drängendes Papstes 1220 an die fixkommunikation die Reichsacht (d. h. dem Exkommuniziertenging auch jeder Schutz der staatlichen Macht verloren, was ein nicht vollstrecktesTodesurteil bedeutete, d. Verf.). lm Hoch- und Spätmittelalter zrrte tc die Exkomnrunikationschließlichvölligaus(2.B.:ExkommunikationzurErzwingungkirchlicherGeldforderungen,E. von Totcn und Tieren)" H. Barion ..Exkommunikation" in: Dic Reti-100gion in Geschichte und Gegenwart (Hrsg.K.Galling), Bd. II. S. U29, Siebeck. Tübingen,l9-5IJ.Verstlindlichcrweise wird heutc der Bannfluch. wie aus Neuner-Roos. a.a.O. hervorgcht,nrcist iibcrselzt mit ,.dcr sei im Bannc". ..der sci ausgeschlossen". ,,der sci anatherna" . M an sollte abcr rvisse n, daf3 de r griechische Begriff .,anathe mtizein" verfl uche n betleutct. Daß dcr Bannfluch der Kirche heute nicht mehr die gravierenden Konsequenzenzur Folge hat wie im Mittelalter, liegt nicht am verstärkten Eindringen der göttlichenI -icbc in die Herzcn der Theologcn, sondern ausschließlich an der Veränderung der:iußcrcnCiegebenheiten seit dcr Epoche des Rationalismus und der Aufklärung.Niclrt in Zrveifel gezogcn rverden darf:;r) daLidcmerstenNlenschenvonGottcinGebotgegebenwurde,umseinenGehorsamzrr priilcn. b) dal3 er das güttliche Gebot durch Verführung dcs unter dem Bild derSchlangc dargestellten Teufels übertrat, c) daß die Stammeltern aus dem ursprüngliclrcnZustand dcr Unschuld ausgeschlossen wurden.| )icse nrrch tler lateinischcn Vulgata-Bibel zitierte Stelle übersetzt die deutsche Pattlochllihclso: ,.C) könnt vom Befleckten doch ein Reincr stammen." Hier liegt ein klassischesItei:prcl vor. wic durch einc'I'cxtübersetzung irr cine andere Sprache der Sinn einer urspriirrglichcindeutigen Stellc völlig verändert werden kann, obwrrhl dem Übersetzer srtlre rlich kcincn Vorwurf der bewuf.lten Veninderung gemacht werden soll.[ ]rrr tliesc gnadenlose Härte Gottes doch etwas abzumildern, erfanden die Theologen,.cincn bcsonderen Strafor( für die ohne Taufe sterbenden Kinder . . .. den sie als limousIrucr()runr (Vorhöllc der Kinder) bezeichnen." (Ott. S. 139)l)rr' l)ogrncns:itzc bei Neuncr-Roos. a.a.O. stcllcn lediglich eine Auswahl dar, wobeirlrc wirklich bedeutsamen und z. T. brisanten Dogme n dort nicht in deutscher Spracherr rerlergcgcbcn sind.| )rt'( ;rrroncs l5 und l6 (DS 1565 und 1566) jenes Konzils erheben Bannflüche gegen\lt nschcn. dic jene Thesen ablehnen.l\lt. 15..14ff.: Christus als Weltenrichter, Lk. 16,26: die Kluft zwischen dem reichenl'r:rrscr urrd dem armen Lazarus im Jenseits, Joh. 9.4: ,,wir müssen die Werke dessen.rk'r rrrichslrrdte.vollhringen,solangcesTagist:eskommtdieNacht,daniemandzuwirl'r'ttrr'rttt;tg."lltrrggcr. l.a.O., S. 264.,\lllr;rrrs. lt.a.O.- S. ll I.\rle lt'r. l.l.().. S. 179l)rc Sr'hriltste lle n zur Unsterblichkeit der Seele sind an Eindcutigkeit nicht mehr zurllrcrl)ictcn:Wcish.2,2-1lMt. 10,39;16,25ff.;Lk. l6, l9ff.:23,4-1:Joh. 12,25:Apg.7.\1r I \ \tclll sich hier. angcsichts der Wichtigkeit des Problems, ernsthaft die Frage: Han^,k'lrr rhc ..(i:rnz-'hrd-Thcologcn" willkürlich nachlässig oder absichtlich?l)rrrr h rlrrs Konzil von Florcnz (1.138-1415) wurde dje Auffassung des Augustinus von,lcr Krrt ltc irbe rnommen und voll inhaltlich gebilligt: ,.Nie mand außerhalb der katholi-.. hr'rr Kircltc, wcder Heidc noch Jude, auch kein Ungläubiger oder ein von der Einheitrk'r Krrchc(;clrennterwirtldesewicenLehensteilhaftis.vielmehrverfällterdemewi-1en licrret." ( l)S I 53 I )( h'rrrcrrrvorrAlexandria,TcppichcVll..l;l.4zitiertnachMüller,a.a.O.,S. 178101


Ebenso erkkirt schon das Symbolum .,Quicunrque"(ca. 400 n. Chr.): ,.Die Gutes getanhaben, werden ins Ewigc Lcben cingohcn. dic aber Schlechtes. in das Ewige Feuer."(DS76). DasKonzil vonTrient(l-547)verhüngtimCanon25überdieLeugnerderewigenHöllenstrafe den Bannfluch (DS 1575).Zum Begriff .,aion" heißt es im Begriffslexikon zum Ncucn Testament. a. a. O., s. l4-59:,,lange Zeit. Zeitdauer, womit sowohl cine gcnau bcgrenzte als auch einc unbegrenztcZeit gemeint sein kann."DerkatholischeSchriftstellcrPapini,a.a.O.,S..310schreibt: ,,DieHöllehatzwarerneimmerwährende Dauer, aber im streng irdisch-zeitlichen Sinn. d. h. auf einer niederenEbene und himmelweit verschieden von cler Ewigkeit."Vergl. Schmoller, Handkonkordanz zum griechischen Neuen Testament. a.a.C).. S.20f. Stichwort ..aion"Auch die Stelle Mt. 25..11 (,.Dann wird cr zu denen zur Linkcn sprcchcn: Weichet vonmir. ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel bereitet ist und seinen Engeln")eignet sich nicht zur Definition einer ewigen Hälle.Ebenso ist die Übersetzung ,,Verfluchte" höchst fragwürclig: jenes Wort .,Verfluchte".griechisch: kathäramenoi, lateinisch: maledicti, bedeutet auch ,,Verurteilte". - Dicdeutsche Wiedergabe ,,Verfluchte" ist die denkbar schärfste Formulierung. Wo hatChristus eine Verfluchung solcher Art absolut unmißverständlich ausgesprochen?11Sartory, a.a.O., S. 186:15Mt.22,28-30;Lk. 14, 14;20,3-5f.;Joh.-5.21:6,39f.;Apg. 1.2'. 17,23,23.6;24.151'26.23; 1. Kor. 15. 20-57;2. Kor. l, 9l 4, l4; Phil. 3, I l; 3, 21; l. Thess. 4, l.l; 4. 16: Hebr. 6,lf.l Offenb.20. l2Diese ff. Anregungen verdanke ich einem Gespräch mit Pastor Günther Schwarz-Diepholz,einem hervorragenden Kenner der aramäischen Sprache, der Muttersprache Jesu.BN 10 (1979), S. 35-39,,anhistämi und anastasis".Noch unglaublicher wird der kirchliche Standpunkt, wenn man im Dogmenkommentarvon Ott (a. a. O., S. 5t35) liest: ,,Zur Integrität des Auferstehungsleibes gehören auch dieOrgane des vegetativen und sensitiven Lebens einschließlich des Geschlechtsunterschredes.Die vegetativen Funktionen werden jedoch nicht mehr stattfinden. Mt. 22,30; ,Siesind wie die Engel Gottes im Himmel'."Günther Schwarz: Wiedergeburt - Wahn oder Wirklichkeit (unveröffentlicht), Kap.,,Auferstehung oder Wiedergeburl', S. l9-25Mt. l,2l: I-k. 2, Il; 19, l0; Joh. 3. l7: Stellen zitiert nach ()tt, a.a.O.. S. 2l lf.41,Schriftstellen, siehe Ott, a.a.O.. S. 222f.flOb Gott in seiner unendlichen und uns unbegreiflichen Vollkonrnrenheit und Heiligkeitüberhaupt zu beleidigen ist, mag als Frage im Raum stehen bleiben. Ist es überhauptdenkbar, daß Gott eine Versöhnung bcnötigt?f2Fryse, a. a. O. , S. 6l4:ll4Adler. a. a. O.. S. 86Adler. a.a.O.. S.89Vergl. Köberle. a.a.O.. S. 134Dude n - Fre'mdwörterbuch, a. a. O.. S. 66tiVergl. Rosenberg, a.a.O., S. l9-5ff.t02'' Vcrgl. Micrs, a.a.O.. S.30'" Miers. a.a.O.. S. -3ti2'" Acller. a.a.O.. S. 123''r Vcrgl. Köberle. a. a. O.. S. 148''r Atller. a.a.O.. S. 173''' Arllcr. a.a.O.. S. 122'' Vcrgl. die Beweisfälle von Stevenson, Banerjee, Bernstein, Morey, Dethlefsen'' vcrgl. Adler, a.a.O., S. l14und 179''' l)urlcn - Fremdwörterbuch. a.a.O-. S. 577' ()tt. a.a.O.. S.8''' l,l,:rhncrl Handbuch theologischer Grundbegriffe. a. a. O., S. 721.Noch weit intoleranter ist die heutige dialektische Theologie der evangelischen Kirche.l)cr cvanglische Religionshistoriker Johannes Witte vertritt den extremen Standpunkt,..tlalJ nur in der BibelOft-enbarung Gottes vorliegt, und ein für allemal abgeschlossen ist,his auf dic Vollendung am Ende der Tage. Nirgends sonst ist die Offenbarung für dieMcnschen Wirklichkeit geworden, nirgends sonst möglich." (Witte,''a.a.O_, S. 33)/.. ll.: Apg. 13. tl 15.32;21. lOf." I );rzu bcmcrkt Kurt Aland: ,, Das Wehen des Geistes läßt im Anfang des 2. Jahrhundertsirllnriihlich nach, die Didache (: älteste Kirchenordnung, d. Verf.) läßt bereits erkenrrcrr.claß die Einrichtung der christlichen Prophetie allmählich brüchig wird. Noch biszrrr Mittcdcs2.JahrhundertsunddarüberhinausmußjedochdieProphetieebensowrethe Uhcrzcugung, daß der heilige Geist sich Werkzeuge wählen kann, durch die er zur( 'hristcnhcit spricht. noch durchaus in Geltung gestanden haben, sonst läßt sich der EinlrrrrtlrtlesMontanismusinweitekirchlicheBezirkenichterklären...ZurselbenZeittttttt tttit tlcm Riickgang der Prophetie bildet sich in der Kirche das historische Bewußt-\('rn:rus."(Aland, a.a.O., S.32). Geläufigerist unsderBegriff ,,Tradition,.,"' Nrß9, :r.a.().. S. 2ti'\'crgl. Nigg. u.a.O.. S.85" llcrrz, l:rnst: Emanuel Swedenborg, Naturforscher und Seher 1969, Swedenborg Verl;rg.Ziiriclt"' \'crgl.()tt. a.a.O., S.8'\'crgl. schmidt Walter, a.a.O., Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt vom 2l. s. 1983,\t lJ'' t ltt.;r.:r.().. S. l.l'NrIß.:r.a.O.. S. lt''.l)rc Schriltcn dcs Neuen Testaments sind uns . . . durch handschriftliche Uberlieferrtttgcrhallcn- Alle handschriftliche Überlieferung ist ihrer Natur nach fehlerhaft."I Xrropl'l.ictzmlnn-Wenzel, a.a. O., S. 22)Ällc lr:xtc. tlic eine handschriftliche Überlieferung hinter sich haben. weisen eine\lcrrgt' von Fchlern auf . . . Einmal sind es unbeabsichtigte Entstellungsfehler, dierlrrrch Nuchl:issigkeit entstanden sind . . . Die zweite Art von Anderungen sind die plan-\oll1'11,',,1 bcabsichtigten, die von mannigfacher Art sind. (Knopf-Lietzmann-Wenzel,.r .r().. S. 23)" llrrrgllcr. :r.ir.()., S. 259103


"' Hummel, a.a.O., S.771l Hummcl. u.a.O.. S. (r9tr Schmidt K. o.. a.a.O.. S.6'1tr Ob dic uns lrcute vorliegcnclcn Iliheltcxtc in allcnr iruthcntisch sind. mul.l r'rnsthaft bczweifeltwerden. Dic Originaltcxtc der Evangelien waren schon im -J. Jahrhundert nichtmehr vollstiindig vorhanden. ,.Auch inr crstcn Jahrhundcrt firrdcn uir keine sicherenSpuren, dal3 die Urschriften noch vorhande n warcn." (Kamrneicr. u. a. O.. S. -16)Die ältcsten Abschriften clcr Bibe ltcxtc als (iruncllagc urrscrcs Ne uen l'cstilnrenls slammenaus dem 4. Jahrhundert.Dazu sagt Ncstle : ..Es mul3 im lV. Jahrhunclert noch zahlrcrchc' llanclschriftcn gcgebcnhaben, die einen ganz andercn Text boten als die uns erhaltcncn. Das zeigcn Zitatc bciden Vätern und die Ubcrsctzungen. [)araus ist zu schliel.len. cla{.} gcgcn Ende des l\'.Jahrhundcrts noch eine Textrevision stattfand, dic sich siegreich im ganzen Bereich dergriechischen Kirche durchsetztc. Vcrmutlich gcschalr sie in Antiochien und wurde durchChrysostonrus und dic anderen Svrcr auf dcm Stuhl dcs Patriarchen nach Konstantinopelübcrtragen und so im byzantinischcn Rcich verbreitet. I)tl.l dreser Reichstext sichdurchsctztc. war wohl cinc Folge dcr Rcichspolitik Justinians." (Dobschütz. a.a.O.,s.4)Man schätzt clie Zahl der Abschre ibe fchlcr aul rund 25(X)(X). drvon rund 250 mit substantiellenVariationen. wie der katholische'fhcologc Flenry Daniel-Rops (a.a.O.. S.36) annimmt.Im J ahre I 31 I entschied das Konzil von Vic nnc. die Vulgata den C)riginaltexten entsprechcndzu revidie rcn, wic das Dekret Papst ('lcmcns' V. aussagt (in: (irrpus Juris Cant>nici, vol. XXXIX/2 coll. I 179)l geschehen freilich ist nichts.Noch 1962 muf3te Karl Rahner SJ unter Berücksichtigung tler Enzyklica Papst LeosXIII. ,,Providentissimus Deus" in theologischen Lcxikcn schreiben. daLldie göttliche Inspirationsich auf alle I'cilc dcr Schrift bczichc. ulrcl zwar auch aul die Aussagen. dienicht die Hcilslehrc, sondcrn naturkundliche Aussagcn hctrclfe n. Das alles se ivon Gottausgesagt und irrtumsfrei. (Rahner, ..lnspiration" in: Handbuch theokrgischer Grundbegriffe,a.a. O., S. 719).LautFAZ vom 3. 12. 196-5 trug Kardinal K(rnig (Wicn) cine ganze Reihe von historischenFehlern. die die Bibel enthält. auf dem II. Vatikanischcn Konzil vor.In dem 1972 herausgegcbencnr,,Hcrdcrs'l'hcologischcs'faschenlexikon" clurfte Rahnernun schreiben, was er längst vorhcr wul3tc: ..Dic'fcxtkritik bcmüht sich. den ursprünglichenWortlaut der biblischen Büchcr aufgrund dcr hlntlschrililichcn ilbcrlicfcrung scrgenau wie möglich festzustellen. Dies ist notwendig, weil dcr Text beim Abschreibcnzahllose Anderungcn, sci cs durch F-chlcr oclcr durch ahsichtliche Korrekturen erfahren-Iaschenlexikonhat." (Rahner. Herdcrs TheologischesI, a.a. ().. S. 292)Prof'cssor Gcisclmann (a.a.O., S. l7l) crkliirt jctzt oflcn, claf.i drc hcutigc Fassung dcsEvangcliums mehrfach redigiert worclen ist.7a Als Textgrundlage werden die im Litcraturverzeichnis genannten deutschen, griechischenund lateinischen Bibelausgaben verwendet. Wenn der deutsche Text vom griechisch/latcinischenText abwcicht. wurden lctztcrc noch hinzugcl'ügt. Es kam dahei daraufan, neben der wortgclrcucn Übcr\ctzung lrueh tlcn Sinn dcr gesamten Tcxtstelle im104,/rrs;rrrulcnhang. wo ni)tig. zu crlassen. gemliß 2. Kor.3,6,.(Gott) hat uns auch bcflilrrgl.zrr l)icncrn des Ncucn Burrdcs, nicht clcs Btrchslabcns. sondcrn des (icislcs: dcnn.le r llrrchstubc t(jtet. dcr Gcist aber rnacht lebendig."l)trl.l .lcsus uncl dic Apostcl von dcr Rcinkarnltion wul3tcn und sie auclr itkzepticrtcn.l.rrrn chrlicherwcisc nicht geleugnet wcrden, wenn man dcm entsprechcnden Evangelr(ntc\l nur irgendcincrr Wert zuschreibcn will." (Adlcr, a.a.O.. S. 23)l)rr'rt.s schu,crlicgcnde Problcm hut l)ibclius klar erkannt: .,Es Iiegt in der Tat ctn garnr( llt ct nst gcnug zu nchmende s l'roblem i1 der Tatsache, dalS Jcsu Wirken sich nach al-It.rr r\rrtlcrrlurrgcn dcr Evangelicn inr wesentlichen auf aramäischem Sprachboden vtlll-/' rF('n hltl . dic altc Überlieferung von diesern Wirken abcr ausschlief3lich in gricchischer\l,r,rthe cristicrt." (t)ihclius, a.a.O., S. 30)| )rt.sr. lntcrprctation verdanke rch Pastor Günthcr Schwarz, Die pholz. eincm Experte n,I s r\r:rnriisctten. dcr Muttcrsprache Jcsu.\rrrlr( lcrttctts von Alcxandriil sagt in dcr Mahrtrcclc an die Ficitlen (lX' tt2):.'Dennrr t.rrrrltr nicht *,icde r wic die Kinder wcrdct und wicdcrgeboren werdet, wie dic Schriftr,r11t (Nlt. lli, .l: Jolr. .3, 5). dann rverdet ihr cttren w:rhren Vater nicht erlangcn und nierrr.rlsrn tl:rs I lirnnrclrcich eingchen."\. ll.: \\'crrrr tlic zalrlrcichen Aussagen de t Forschung zur Fehlerhaftigkeit der überlielr.rtt rr Ilibcllcxlc zutreffcn (siehe Anmcrkung I32). dann scheint aufgrund der Väterzit.rrr'l,t'i ('lcrrrcrr- und Justinus. die vor dem o.a. IV. Jahrhundert wirkten' an diesen bei-,lcrr llrlre lslcllcrr cinc glasklare hcr.vufJle Textfälschung vorzuliegen. Die Konscquenzen\\.rr( n f( \\itllig: .loh. 3, 5 lrls cin Tuufbe leg'l'?'lllr ulrtr't. lr.rr.().. S. 262l'.rstrrr ( irirrthcr Schwarz: ..Hebriicr 9. 27.28 uncl Reinkarnationsglaube" in: BN l0tlqi,))S ll {7. 1)icphilologischeUntersuchungvonSchwarzwurdehierleichtgekürzt.,rl', r rrrlr;rltliclr vollstundig wiedergcgcbcn.'Irr,krr(otliccsAl)(vergl.Ncstle-Aland,a.a.C).,S.576)findetsichnochderZusatzamI rr,k rorr llcbr. t). llt: -.durch den Glauben"| )r'rrrr'\lt rtrcr ( ll{51 1926)'fheologe , Philctsoph, lll82 t-ehrcr an der Universität Lö-\\( n. l()(17 K:rrtlinal, Primas von Belgien. thcologisch, sozial politisch und kulturpolilr..rt.rltg./rtr(rtnir(.ltWirchsntulh.a.a.O.,S.7(BandlldcrPsl'chologicvonMcrcicr,indcmsich,lrr\tt'llt lrelrrrtlct, war im Gegcnsatzu Band I nicht zu erhalten)l'lrrl,rs, ll;rtttl VI. ir.lr.O.. S.209' lu\lrru\. l)i:rlog, a.a.C)., S. 130\ul'u\llnu\. llckcnntnisse, a.a.O., S. 2l'| .rt r,rr. l{crlc. rr.lr. ().. S. 47t rtr I'r,t. \clrglrrcisungen, a.a.O.. S. l-59' ( l.lrr'rrs. \l;rhnrcde. a.a.O.. S.77( h nrt rrs, Nlirltttredc. a.a.O.. S.9.{' ( lr.nr( n\. \llrltrtrcdc. a.a.O., S.9.1( l( ilr( il\. l rziche r. a.a.O.. S 266( l( nr( n\. lcppichc, zitiert nach Schmidt. a.a.()., S. '14l'hrl,'s llrrrttl l. l.u.().. S. I.l9I05


er Philos, Band I, a.a.O., S.2ll'rs Philos, Bancl V, a.a.O.. S. 285'n Justinus, Dialog, a.a.O., S. 171'' Justinus, Dialog, a.a.O., S.204'lN Justinus, Apologien, a.a.O.. S. 53ee Tatian. Rede, a.a.C).. S.4.1r't' Gregor, Makrina. a.a.O., S. 279f."'r Grcgor. Makrina, a.a.O.. S.297r"l Gregor, Makrina, a.a.O.. S.29-5r')r Gregor, Makrina, a.a.O-. S. 298r(u Gregor, Katechctische Recle, a.a..O.. S. -58"'s Clemcns, Teppiche Vl. a.a.O., S. 277r"t' Clemens, Teppiche VI, a.a.O., S.3211"7Hicronymus, a.a.o., S.99r"t Philos. Band V, a.a.O.. S.2u7r"' Philos. Band VI, a.a.O.. S.201rr" Justinus. Dialog, a.a.O.. S. lirrr Justinus, Dialog, a.a.O., S. 1,ilIIr Grcgor, Makrina, a. a. O., S. 289f.llr Gregor, Makrina, a.a.O., S.302rrr Gregor, Katechetische Redt'. a.a.O., S.47rr5 Clemens, Mahnrcde, a. a. O.. S. 159f."n Clemens. Teppiche IV, a. a. O.. S. lOtirr7 Augustinus, Bekenntnisse. a. a. O., S. 23ff.rrr Zitiert nach Schmidt. K. O., a.a.O., S.42rN Zitiert nach Schmiclt, K. O., a. a. O., S. 44t)tt Zitiert nach Schmi


'nn Eusebius, VI.2.3 a.a.O.. S. 297rt't Kettlcr. ..()rigcnes", a.:r. O.. S. 1693f .rb* Campenhausen. Griechische Kirchenvritcr. a.a.O.. S. 55rr'e l{ergenrötlrer, a.a.O., S. 107.1r70 Kcttler, .,Origenistische Streitigkciten". a.a.O.. S. l7(llf. und cbenso Canrpcnhausen.Griechische Kirchenväter, a. a. O., S. 11J-117 .(iampenhauscn bczcichnct diese Ereignisse lapidar als ..bcschüme nde Vorgüngc" (S.I:t0).r7r Eine ausführliche Darstellung dcr origenistischen Strcitigkcitcn, siche: Ginzel, Josef,a.a.o., S.361,.379r7: llöfer-Rahncr. a.t.O.. S. l22til7r t)stnrgorsky, a. ir. O.. S. 6-5r7r Altaner/Stuiber. a.a.O.. S. 5l--lr75 Das gricchischt' Original und die latcinischc LJbersctzung sind erhaltcn bci Mansi.a. a. O. . S. .1f17-534"" f)ickamp, ir.a.C).. S. .1(). cbcnso auch (iinzcl. a.l.O., S. -177f.'t7 Dieka,np, a.a.C).. S.,:10, auch Mansi, a.a.O., S.523r7N Da es nicht Aufgabe


( it'spnich rnit Makrina, Kösel, München, 1927, Bibliothek der Kirchen-\,llr'tVo11 1l!'11 Seligpreisungen, Kösel, München, 1927, Bibliothck dcr KirtlrcnviilcrE. LiteraturverzeichnisBibelausgabendeutsch: Hamp-Stenzel-Kürzinger: Die Heilige Schrift des Alten undNeuen Testamentes, Pattloch, Aschaffenburg, 1917, 1. Aufl.lateinisch: Weber, Robertus OSB: Biblia Sacra iuxta Vulgatam versionemI u. II, Stuttgart,1975,2. Aufl.griechisch: Nestle-Aland: Greek - English New Testament, Deutsche Bibelgesellschaft,Stuttgart, 1919 ,26. verb. Aufl.Patristische QuellenAugustinus:Bekenntnisse, Hrsg. Bernhardt, Josef, Kösel, München, 195-5Clemens von Alexandria:Mahnrede an die Heiden, übs. Stählin, Otto, Kösel, München, Bibliothekder Kirchenväter,2. Reihe, Band VIIDer Erzieher, Buch II - III, Kösel, München, 1934, Bibliothek der Kirchenväter,2. Reihe, Band VIIITeppiche, Buch IV - VI, übs. Stählin, Otto, Kösel, München, 1937,Bibliothekder Kirchenväter, 2. Reihe, Band XIXTeppiche Buch VII, übs. Stählin, C)tto, Kösel, München, 1938, Bibliothekder Kirchenväter. 2. Reihe. Band XXGregor von Nyssa:Die große Katechetische Rede, übs. Barbel, Josef, Hiersemannverlag,Stuttgart, 1971110Irrstrtrtts:l)rt'Apokrgien, übs. Reithmayr, F., Kösel, Kempten. 1871, Bibliothektlt'r Kirchcnviitcrl)lulog nrit clem Juden Tryphon. übs. Häuser. Philipp, Kösel, München/Kt'rnptcn. l9l7I lrt'ttrttyttttts:r'lrrsttrf :r l2-1, in: Hilberg, CSEL, Vol LVI, Leipzig, 1918, Pars III:cpistul,rr'('XXl ('LIV( )t tIt'ttcs:Vrt'r lliichcr von den Prinzipien (Peri Archon), Hrsg. Görgemanns Herrrrp'.'K rrrpp I lcinrich. Wissenschaftl. Buchges. , Darmstadt, 1976,l. Aufl.,It'rtt'zrrr Iirrschung Band 24l'lrlos vorr Alcxandria:lllnd l, IIrsg. Cohn, Leopold, Breslau, 1909llund V. llrsg. Fleinemann, Marcus Verlag, Breslau, 1929ll,rrrrl Vl. Ilrsg. Heinemann/Adler, Münzverlag, Breslau, 1938l.rlr;rrr:Rcdc rrrr tlic (lriechen, Hrsg. Thalhofer, Valentin, Kösel, Kempten, 1872Sr.Lrrndürliteratur..\rllt'r. ( icrhard:\\'rt'tlt'r gclrorcn nach dem Tode? Knechtverlag, Frankfurt lNl., 1977.,\l.rntl. Kurt:\trrrlrt'rr zrrr LJbcrlieferung des Neuen Testaments und seines Textes,( rr u\'l('l .! ('


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