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Druckausgabe vom 30. August 2013 - Budapester Zeitung

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30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungP o l i t i k3Medienaufsichtsbehörde hat eine neue PräsidentinMón ika Karas ist die neue starke FrauLange Zeit war er vakant, seit Mitte August ist er aber wieder besetzt:der Stuhl des Präsidenten der Staatlichen Behörde für Medienund Nachrichtenübermittlung, kurz: Medienaufsichtsbehörde(NMHH). Am 19. August ernannte Staatsoberhaupt János Áder aufVorschlag von Ministerpräsident Viktor Orbán die Juristin MónikaKaras zur neuen Chefin der NMHH. Die Ernennung erfolgt auf neunJahre. Karas folgt Annamária Szalai nach, die im April dieses Jahresnach langer, schwerer Krankheit verstorben war.Die neue NMHH-Präsidentinist studierte Juristin. Siehatte in der Vergangenheit unteranderen die konservative TageszeitungMagyar Nemzet undden Fernsehsender Hír TV inPresseprozessen juristisch vertreten.Beide Medienorgane geltenals regierungsnah. Die NMHHhat aufgrund des im Jahr 2010verabschiedeten umstrittenen Mediengesetzesweitreichende Befugnissezur „Kontrolle“ sämtlicherMedien in Ungarn. Sieentscheidet über Frequenzvergabenund kann über einzelneMedien erhebliche Geldstrafenverhängen. Ihr Führungsgremium,der sogenannte Medienrat,deren Vorsitzende mit an Sicherheitgrenzender Wahrscheinlichkeitebenfalls Karas sein wird(hierüber entscheidet das Parlament),ist durchweg mit regierungsnahenPersonen besetzt.Opposition: Karas ist loyaleVollstreckerin OrbánsDie Ernennung von MonikaKaras zur NMHH-Präsidentinwurde von der linken Oppositionerwartungsgemäß scharf kritisiert.Im Namen der größtenOppositionskraft, der SozialistischenPartei (MSZP), stellte dieParlamentsabgeordnete IldikóLendvai fest, dass die nationalkonservativeRegierungsparteiFidesz von ihrer höchst umstrittenenMedienpolitik kein Jotaabgerückt sei. Premier Orbánhabe einen „willfährigen Vollstrecker”an die Spitze der Medienaufsichtsbehördegehievt,sagte Lendvai gegenüber derstaatlichen NachrichtenagenturMTI. Die NMHH wird auch weiterhinein Vehikel dafür sein, diepolitische und wirtschaftlicheMachtstellung Orbáns und desFidesz zu stärken, so die MS-ZP-Politikerin.Für die von Ex-RegierungschefGordon Bajnai (2009-2010) mitbegründetePartei „Együtt-PM”(Gemeinsam-Dialog für Ungarn)ist Karas für den Posten desNMHH-Präsidenten schlechthin„ungeeignet”. Wie der Pressesprecherder Partei, GergelyKarácsony, sagte, deutet die Ernennungvon Karas darauf hin,dass Viktor Orbán seine Machtweiter ausbauen will. GegenüberMTI verwies Karácsony darauf,dass Karas nebenregierungsnahenMedien auch diebeiden UnternehmerLajos Simicskaund Zsolt Nyergesjuristisch vertretenhabe. Or bán-Intimus Simicskaund dessen PartnerNyerges, dieun ter anderem inder Reklame undBauindustrie tätigsind, gelten als „Oligarchen”im Dunstkreisdes Fidesz.Das Wort „ungeeignet“verwendeteauch Jobbik-VizeElőd Novák in einerPressemitteilung zudem Thema. Karaswurde darin als„An wältin der Fidesz-Oligarchen“tituliert.Der Vizevorsitzende der vonEx-Premier Ferenc Gyurcsány(2004-2009) angeführten DemokratischenKoalition (DK),Csaba Molnár, erklärte in einerPresseerklärung, dass ViktorOrbán statt eines unabhängigenFachmannes die „Hausjuristin”des Fidesz an die Spitze der Me-Karas (l.) bei der Ernennung durch Staatspräsident János Áder.dienaufsichtsbehörde ernannthabe. Karas, so Molnár, seiebenso eine Fidesz-loyale Personwie alle anderen, die in denvergangenen drei Jahren, sprichseit dem Antritt der RegierungOrbán, in Ämter gehoben wurden,die von der Verfassung herunabhängig sein sollten. Wennschon das Staatsoberhaupt (JánosÁder), die Präsidentin derLandesgerichtsbehörde (TündeHandó), die Mehrheit des Verfassungsgerichts,der Präsidentder Nationalbank (GyörgyMatolcsy) und der Präsident desRechnungshofs (László Domokos)regierungsnahe Personenseien, warum sollte es jetzt mitdem Präsidenten der Medienaufsichtsbehördeanders sein, stellteMolnár provokant die Frage inden Raum.Die Regierungspartei Fideszihrerseits hält Monika Karasfür „fachlich geeignet”. Auf dieKritik der Opposition an derPerson von Karas, reagierte dieFidesz-Fraktion in einer Pressemitteilungfolgendermaßen: Diesofortigen und völlig grundlosenAttacken der „gescheiterten Linken”gegen Karas zeigten einmalmehr, dass sie die Kritik an derMedienbehörde und Medienregulierungfür „selbstbezogenepolitische Spielchen” missbrauche.Die Fidesz-Fraktion wiesdarauf hin, dass gerade die Linkezwischen 2002 und 2010 allesErdenkliche unternommen habe,um die Medien zu beeinflussen.▶▶PBMTI / Attila Kovács


30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungW i r t s c h a f t5Makroökonomie: Wirtschaftsindikatoren zur JahresmitteWir tschaft um ein halbes Prozent gewachsenDie Wirtschaft wächst vorsichtig, Löhne und Beschäftigung steigen,die Inflation verharrt auf einem niedrigen Niveau – geht hierschon die Wachstumswende vor sich? Selbst wenn den Familienmehr Geld verbleibt, tragen sie es aber nicht zum Händler. DieFahrzeugindustrie allein kann nicht den Industriesektor und diesernicht die Handelsbilanz im grünen Bereich halten.Das Bruttoinlandsproduktlegte im II. Quartal um0,5 Prozent zu, verriet dasZentralamt für Statistik (KSH) MitteAugust in einer ersten Schätzung- genaue Daten wird es erst AnfangSeptember geben. Die Kalendertagehatten diesmal keinen Einflussauf die Wachstumszahl, saisonalbereinigt ergab sich jedoch nur einmagerer BIP-Zuwachs gegenüberdem Vorjahr von 0,2 Prozent. NachdemUngarns Wirtschaftsleistungim Vorjahr um 1,8 Prozent geschrumpftwar, stärkt das StatistischeAmt mit dieser Schätzung dieHoffnung auf eine vorsichtige Belebungim laufenden Jahr.Einzelne Segmente der Volkswirtschaftuntermauern dieseHoff nung. So etwa die seit Jahrendarbende Baubranche, deren Ausstoßim I. Halbjahr um 7,2 Prozentund im Monat Juni sogar um12,4 Prozent zulegte. Neben derextrem schwachen Basis helfendem Baugewerbe in erster Liniestaatliche Aufträge, weshalb dieaktuelle Misere um den reibungslosenFluss der EU-Fördermitteldunkle Schatten vorauswirft. Inden Büchern standen zur Jahresmittejedoch zweistellig mehrAufträge – es gibt also einiges zutun, solange die Finanzierung abgesichertist.Halbwegs positiv entwickeltsich auch der Arbeitsmarkt. Im II.Quartal waren mit 3,93 MillionenMenschen bei Unternehmen mitwenigstens fünf Mitarbeitern immerhin55.000 Mitarbeiter mehrbeschäftigt, als vor einem Jahr. DieErwerbsquote legte im Kreis der15-64-Jährigen binnen Jahresfristum gut einen Prozentpunkt auf 58,3Prozent zu. Ausgehend vom saisonalbedingten Tiefpunkt im Winterfanden nahezu 150.000 Menschenmehr eine Arbeit. Leider befandensich Ende Juni genauso viele Menschenin Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen;im Wettbewerbssektorstagnieren die Beschäftigungszahlenseit Anfang 2012. Die Erwerbslosenquotefiel im II. Quartal auf10,3 Prozent; nach ILO-Standardserfasste diese Statistik weniger als450.000 Menschen. Die Zahl der beiden Arbeitsämtern als arbeitslosregistrierten Menschen nahm imJahresvergleich um markante fünfProzentpunkte auf unter 500.000Personen ab.Mehr Beschäftigte verdientenmehr Geld: Für das I. Halbjahrwies das KSH einen Anstieg derBruttolöhne um 3,4 Prozent auf228.200 Forint (ca. 760 Euro) aus.Der monatliche Nettolohn stiegsogar um 4,8 Prozent auf 149.400Forint (knapp 500 Euro). Dem Realwertder Bezüge tut es gut, dasssich die Inflation auch im Juli mit1,8 Prozent auf dem niedrigen Niveauhielt, das ganz klar der Politikder sinkenden Wohnnebenkostenzu verdanken ist, das heißt eineramtlich vorgeschriebenen Kürzungzahlreicher Tarife von Versorgungsunternehmen(für Gas, Strom,Fernwärme, Wasser, Abwasser,Müllabfuhr etc.). Nachdem derPreisverfall im Vorjahr noch durchschnittlichfünf Prozent ausmachte,fiel die Inflationsrateim Aprilerstmals unterzwei Prozent unddamit auf einenhistorischen Niedrigstand.Der mehrprozentigeZuwachsder Reallöhneschlägtsich dennochnicht so rechtin den Einzelhandelsumsätzennieder. ImFrühjahr schiensich in diesemZusammenhangein neuer Optimismusbreit zuAktuelleWirtschaftsdatenmachen, dochsorgte nach der Euphorie vom Aprilund Mai (+3,5 Prozent bzw. +2,2Prozent) der Juni für einen überraschendenDämpfer (-0,4 Prozent).Speziell der Lebensmittelhandelzeigte eine Abwärtsdynamik, wiezuletzt im Winter erlebt. Im vorigenJahr ließen die Ungarn gerundete8.250 Milliarden Forint beiden Händlern, was zu vergleichbarenPreisen einem Minus von zweiProzent entsprach. Die Regierungdefinierte den Privatverbrauch alseine Säule der Wachstumswende,weshalb die Familien bei der Einkommensteuerund den Wohnnebenkostenentlastet wurden. Weildie Staatsfinanzen jedoch nichtnachhaltig im Gleichgewicht gehaltenwerden können, werden immerneue Steuern eingeführt, wobei derPhilosophie des(Angaben für das I. Halbjahr;Veränderung gegenüberdem Vorjahr bzw. aktueller Stand)Exporte +0,9 %Importe +0,9 %Beschäftigte 58,3 %Erwerbslosenquote 10,3 %Nominale Bruttolöhne +3,4 %Einzelhandel (im Juni) -0,4 %Inflation 1,8 %Industrie ­1,6 %Baugewerbe +7,2 %Quelle: KSHFidesz entsprechendüberwiegendder Verbrauchins Visiergenommen wird(europäischeRekord-Mehrwertsteuervon27 Prozent, seitJahresbeginnauf 0,3 Prozentbzw. 0,6 Prozentverdoppelte Transaktionssteuer,etc.).Leider sindweitere fiskalischeKorrekturschrittein demaußerordentlichunsicheren Umfeldnicht auszuschließen, zumaldas Budgetdefizit Ende Juli schonwieder bei 850 Milliarden Forintoder 97 Prozent der Jahresvorgabeangelangt war. VolkswirtschaftsministerMihály Varga stützt seineZuversicht auf längst beschlosseneMaßnahmen und Steuerhöhungen(Einführung der e-Maut, Online-Anbindung der Handelskassen, Transaktionssteuer,etc.), dank dererin den verbleibenden Monaten teilsdeutliche Haushaltsüberschüsse fabriziertwerden könnten. Belastendwirken aber auch die hohen Staatsschulden,die laut Ungarischer Nationalbank(MNB) zur Jahresmitte81,4 Prozent des BIP erreichtenund sich damit seit drei Jahrennicht wirklich vom Fleck bewegen.Bliebe als letzter Hoffnungsträgerfür das Wirtschaftswachstumdie Industrie, die nach gewöhnlichzweistelligen Zuwachsraten dasVorjahr mit enttäuschenden 1,7Prozent im Minus abgeschlossenhatte. Doch weil seit 2012 mehrereGroßprojekte der Fahrzeugindustrieaktiviert wurden, solltees 2013 eigentlich wieder kräftigbergauf gehen. Der April brachtedie erste Schwalbe (+5,3 Prozent),die Folgemonate blieben aber erneutunter den Basiswerten, so dassder Industrieausstoß im I. Halbjahrmit 1,6 Prozent nach unten zeigt.Das hängt vor allem mit dem unverändertschwachen Inlandsabsatzzusammen; im Exportgeschäft erbrachteder Industriesektor zumindestein bescheidenes Plus von 1,4Prozent. Die Gesamtausfuhren derungarischen Exportbranche legtenderweil um kaum ein Prozent auf40,4 Milliarden Euro zu. Der Überschussim Handelssaldo nähertesich zur Jahresmitte 3,7 MilliardenEuro an, was im Vergleich zum Vorjahrgerade mal 60 Millionen Euromehr waren.▶▶RAWELCOME BACK!Der Deutsche Wirtschaftsclub Budapest meldet sich nach einer kurzenVeranstaltungspause zurück und freut sich, Sie als Gäste bei den nächstenVeranstaltungen begrüßen zu können:04.09.2013 „Welcome back in the office“-Party, Restaurant Casabrasil(Andrássy út 34)11.09.2013 Veranstaltung der Sektion Győr:Vortrag von Tibor Görög, Geschäftsführer des Győrer Industrieparks.Thema: „Status und Zukunftspläne des Industrieparks“19.09.2013 Vortrag von HR-Minister Zoltán Balog(Hotel Marriott)12.10.2013 OktoberfestMit freundlicher Unterstützung von:Weitere Informationen und Anmeldung unter:Deutscher Wirtschaftsclub Budapest e.V. H-1051 Budapest, Erzsébet tér 7-8.Tel.: (00 36 1) 312-1123 FAX: (00 36 1) 312-1126E-Mail: mail@dwc.hu www.dwc.huBankverbindung: CIB Hungária Bank Rt. - Kto.Nr.: 10700024-04066301-51100005Devisenkredite: Bankengeben Milliarden„freiwillig“Der Bankenverband hat nach einem unmissverständlichenUltimatum von Seiten derPolitik eigene Vorschläge zur endgültigenLösung der Misere um die Devisenkreditevorgelegt. Wie der Präsident des Verbandes,Mihály Patai, erklärte, seien die Geldinstitutezu Opfern in Höhe mehrerer 100 Mrd. Forintbereit, sofern die Umwandlung der Fremdwährungskreditein Forint über Jahre gestrecktvollzogen wird. Volkswirtschafts ministerMihály Varga bezeichnete die Vorschlägeals „Verhandlungs grundlage“. Beobachterschließen weiterhin nicht aus, dassdie Regierung angesichts der erstarkendenProteste von in ihrer Existenz bedrohtenDevisenkreditnehmern letztlich eine radikaleLösung bevorzugen wird. Freilich hattenFidesz-Politiker im Sommer immer wiederbetont, die Stabilität des Bankensektors dürfedurch eine Rettungsaktion nicht gefährdetwerden.Infrastruktur: Großprojekteaus EU-GeldernBis Jahresende wird der Staat noch 450 Mrd.Forint an EU-Fördermitteln für die Modernisierungder Verkehrsinfrastruktur einsetzen.Im Haushaltszyklus 2007-13 wurden insgesamt340 km Autobahnen gebaut bzw. modernisiert;im Schienennetz betrafen Modernisierung undNeubau insgesamt 540 km, sagte FachstaatssekretärPál Völner. In der kommendenHaushaltsperiode stünden bis 2020 insgesamtrund 1.200 Mrd. Forint für diese Zwecke bereit,wobei die Bahninfrastruktur künftig in denVordergrund rücken werde.KompaktLeitzins: UnorthodoxerSchnittDer Notenbankrat der Ungarischen Nationalbank(MNB) hat Ende August den Forint-Leitzins um 20 Basispunkte auf 3,8% gesenkt.Zuvor hatte MNB-Präsident György Matolcsyangekündigt, wegen des herannahendenEndes im Zinssenkungszyklus wolle dasGremium die gewohnte Praxis aufgeben, wonachder Leitzins um 25 Basispunkte bewegtwird. Die meisten Analysten hatten daraufhinmit einem Zinsschnitt um nur noch 10 Basispunktegerechnet.EU-Gelder: Gesprächenach ZahlungsstoppWegen Unregelmäßigkeiten hat die EUUngarn im Sommer in 13 von 15 Förderprogrammenden Geldhahn zugedreht. DerStaatssekretär im Ministerpräsident schaftsamt,János Lázár, hatte vermutlich in diesemZusammenhang unlängst von Inkompetenzund Trägheit in den Ministerien gesprochen,und will Anfang September mit EU-KommissarJohannes Hahn einen Kompromiss aushandeln.Demnach wolle Ungarn, mit dem sich dieVisegrád-Staaten Tschechien, Slowakei undPolen solidarisch zeigten, seine Schuld miteiner einmaligen Geldbuße von vermutlich 100Mio. Euro abgelten, damit die Aus zahlungen inden Programmen weitergehen könnten.


6 W i r t s c h a f tBudapester Zeitung30. August – 5. September 2013KompaktPanopa: Großauftragvon Audi HungáriaDie ungarische Tochter des DuisburgerLogistikdienstleisters Panopa meldete dieBeauftragung mit umfangreichen TransportundLogistikaufgaben durch „einen namhaftendeutschen Automobilhersteller“ in Győr.Mit der Übernahme der Bewirtschaftung einesLagers von 60.000 qm dürfte der neuerrichtete Logistikpark gemeint sein.Außerdem versieht Panopa künftig dasLeergutmanagement des Motorenwerks vonAudi, wofür mehr als 150 Arbeitskräfte vorgesehensind.Dunaferr: StellenabbauunvermeidlichNachdem das ukrainisch-russische Managementdes Stahlwerks Dunaferr einen massivenStellenabbau von 1.500 überwiegendmit Büroarbeiten beschäftigten Mit arbeiternankündigte, erwägt die Regierung eine staatlicheRettungsaktion. Das Stahlwerk häufteseit der Krise schwere Verluste an, dieVerbindlichkeiten sollen sich derzeit auf 150Mrd. Forint belaufen. Der Staatssekretär fürBeschäftigungspolitik, Sándor Czomba, wurdemit der Verhandlungsführung beauftragt.Die ISD Dunaferr Zrt. begrüßte die Bereitschaftder Regierung, dem Unternehmen helfenzu wollen, das heute noch 7.500 Men schenbeschäftigt. Im Interesse der Wettbe werbsfähigkeitsei ein Stellenabbau jedoch unvermeidlich.Igm: Knapp drei MillionenEuro investiertDer österreichische Roboterhersteller Igmhat den Ausbau des ungarischen Standortesin Győr für knapp 2,9 Mio. Euro abgeschlossen.Das Geld floss in technische Entwicklungenund die Erweiterung der Produktionshalleum 1.600 qm, wo mittlerweile mehrals 150 Mitarbeiter beschäftigt werden.Airberlin: Die Bestenin UngarnDie Leser der ungarischen Ausgabe desMagazins Business Traveller haben dieAirberlin zur Besten Fluggesellschaft desJahres gekürt. Das Unternehmen verbindetmit zwei Direktflügen täglich die HauptstädteUngarns und Deutschlands bzw. stellt vonBerlin aus Anbindungen für Destinationenwie Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart sicher.Die zweitgrößte FluggesellschaftDeutsch lands beförderte im Vorjahr mehr als33 Mio. Passagiere.Bosch: Anerkennungfür TalentförderungDer Wirtschaftsdirektor der Robert BoschEnergy and Body Systems Kft., Uwe Mang,hat eine Gedenkmedaille der TU Miskolc entgegengenommen,mit der die Förderung vonIngenieurstudenten durch das Unternehmenanerkannt wird. Bosch unterstützt in ersterLinie den 2005 eingerichteten Lehrstuhl fürMechatronik und holt immer mehr talentierteStudenten zu Fachpraktika ins Unternehmen.Sólyom Hungarian Airways: Erste Maschine in Budapest gelandetDer erste Falke ist im NestVorvergangenen Sonntag ist die ersteMaschine der erst vor kurzem an dieÖffentlichkeit getretenen ungarischenFluggesellschaft Sólyom Hungarian Airways(SHA) auf dem Budapester Flughafengelandet. Feierlich wurde die Maschinemit dem Falken-Logo am Terminal1 vom SHA-Vorstand, Vertretern desFlughafenbetreibers Budapest AirportZrt. und der Presse empfangen.Der Falke in ungarischen Farbennahm erst sein Ziel ins Visier,flog dann einmal knapp über dieRollfläche und setzte nach einem Wendemanöverschließlich zur Landung an. Dieerste SHA-Maschine des Typs Boeing 737-500 mit Namen „Álmos vezér“ („AnführerÁlmos“, nach dem Vater des ersten ungarischenGroßfürsten Árpád; Anm.), die aufdem Ferenc Liszt-Flughafen gelandet ist,wurde von den anwesenden Gästen mit Beifallempfangen. Aufgrund der beschränktenräumlichen Kapazität des Terminal1 und des regen Interesses am Ereigniswurde die Landung auch per Live-Streamauf Monitore im SkyCourt des Terminal2 übertragen; zum Teil kamen einige Besucherauch in den Genuss, diese von derBesucherterrasse des Terminal 2A mit zuverfolgen. Einige Stunden später flog dieMaschine wieder Richtung Bournemouthin Südengland zurück, von wo aus sie gekommenwar. Am Steuer sollen übrigenszwei ehemalige Malév-Piloten gesessen haben.Auch wenn immer noch einige Zweifelan einer ausreichenden personalen Aufstellungund dem SHA-Geschäftsmodell allgemeinbestehen, hat die Gesellschaft mit derLandung der ersten Maschine ihren Kritikernzumindest teilweise den Wind aus denSegeln genommen.Zunächst nur als Charter-FliegerUnter dem Sólyom-Logo sollen auch Lebensmittel vertrieben werden.Bei der Präsentation der ersten geleastenMaschine sagte József Vágó, SHA-Vorstandsvorsitzender,dass man ab Septemberden regelmäßigen Flugbetriebaufnehmen wolle: „Zunächst finden Charterflügestatt und ab Oktober dann auchLinienflüge.“ Das bedeutet, dass zunächstnur dann eine Sólyom-Maschine abhebt,wenn ein Reiseveranstalter diese im Rahmeneines Gesamtpakets für sich beziehungsweiseseine Reiseteilnehmer gebuchthat. Der eigene Online-Ticketvertrieb fürdie ersten 22 Destinationen, zu denen nebeneinigen europäischen Hauptstädtenunter anderem auch Frankfurt und Mailandzählen, soll innerhalb der nächstenzwei Wochen beginnen. Zum Jahresendesollen es insgesamt 36 Ziele werden. „Wirrechnen in den kommenden drei Monatenmit 300.000 Passagieren“, verkündete derSHA-Chef selbstbewusst.Aufgrund der Kapazität von bis zu 130Passagieren und ihrer Reichweite sind dieSHA-Boeings für den Verkehr auf der KurzsowieMittelstrecke ausgelegt. Bis Ende2013 will Solyóm bereits zwölf Maschinenhaben, in den kommenden Jahren 50 (20regionale Jets, 20 Standardrumpfflugzeugeund 10 Großraumflieger) oder sogar mehr,ebenso sollen Flugziele in Nordamerika sowieChina dazukommen. Was die SHA-Belegschaftanbelangt, habe man bereits jetzt30 Vollzeit-Mitarbeiter eingestellt, so Vágó.Bald sollen 400 weitere folgen; mittelfristigwill man bereits 1.000-1.500 Angestelltebeschäftigen. Bei der ersten offiziellenSólyom-Pressekonferenz Ende Juli verlautetegar die Zahl von 5.000 Mitarbeitern,die man „in den kommenden Jahren“ einstellenwerde, so Vágó damals.Weitere Sólyom-BetätigungsfelderDiesen Montag gab die Sólyom HoldingKft. zudem bekannt, ihr Repertoire auchin die kulinarische Richtung zu erweitern:Kravtex-Kühne-Gruppe: Ausschreibung über 15+10 Busse gewonnenSo werden künftig mit dem Sólyom-Etikettversehenes Speiseöl, Mehl oder Marmeladeder Marke Naturale in Tesco-, CBA- undReal-Filialen sowie weiteren ungarischenGroßhandelsketten erhältlich sein. Sólyomhatte sich nämlich zehn Prozent Anteile ander Sales One Kft. gesichert, die die Naturale-Produktevertreibt, um laut eigenerAussage analog zum SHA-Premium-Serviceauch hochwertige Lebensmittel anbieten zukönnen. „Das Sólyom-Logo soll als Qualitätssiegelgelten, wir wollen so einen hochwertigenungarischen Markennamen kreieren“,sagte Sólyom-Vorstandsmitglied JánosLucsik auf der Pressekonferenz am Montag.Ab Herbst wolle man sich zudem auch inden Bereichen Kultur und Sport betätigen,so sollen unter anderen zwei Sportklubsgesponsert werden. Nicht zuletzt kündigteLucsik den Aufbau einer Sólyom-Firmendatenbankan, in der man neben den eigenenTochterunternehmen (zum Beispiel ein biszu 100 Mitarbeiter beschäftigendes Hochbauunternehmen)auch gerne ungarischeKMUs und Mikro-Unternehmen aufnehme,die hochwertige Arbeit leisten und zuSólyoms Zulieferbetrieben werden wollen.Laut dem Nachrichtenportal Index sei diesdie erste Firmendatenbank, die von einerFluggesellschaft zu diesem Ziel, nämlichauch kleineren heimischen Betrieben eineChance zu geben, geschaffen wurde.▶▶Daniel HirschPéc s setzt auf ungarische SpitzenqualitätBürgermeister Zsolt Páva (l.) übernimmt erste Credo-Busse.Sie emittieren laut Hersteller 70 Prozentweniger Schadstoffe als herkömmliche Ikarus-Busseund beruhen zu 70 Prozent aufungarischer Wertschöpfung: Ungarns größterBushersteller Kravtex-Kühne hat dieAusschreibung des Pécser Städtischen VerkehrsbetriebsTüke Busz für sich entschiedenund liefert der südungarischen Stadtseine neusten Modelle der Marke Credo.Im Rahmen seines Bus-Austauschprogrammeswird Pécs schrittweise seineim Schnitt 15 Jahre alte Busflotte kompletterneuern. Dazu lieferte Kravtex-Kühne 15Credo-Busse des Typs Citadell. Bei derfeierlichen Übergabe der 12 Meter langenNiederflurbusse am Mittwoch im PécserStadtzentrum nahm Bürgermeister ZsoltPáva persönlich die Fahrzeuge entgegen,die bereits am nächsten Tag ihren Betriebaufnahmen. Zehn weitere Busse von Kravtex-Kühnekönnten bald folgen.Bei den vollklimatisierten, behindertengerechtenBussen wurde darauf geachtet,sie mit möglichst hoher ungarischer Beteiligungzu produzieren: So kommen beispielsweiseder rostfreie Rahmen von Kühneaus Mosonmagyaróvár, die Scheiben ausSalgótarján und Orosháza, die Türen ausSzeged und einige der Automatikschaltungenvon der Allison Transmission HungaryKft. aus Szentgotthárd. Da ihr Motor dieEEV-Emissionsverordnung, die noch strengerals die Euro-5-Norm ist, erfüllt, sollendie Credo Citadell-Modelle laut Herstellerbis zu 70 Prozent weniger Schadstoffe ausstoßenals die veralteten Ikarus-Busse.▶▶Daniel Hirsch


8 W i r t s c h a f tBudapester Zeitung30. August – 5. September 2013Top-Manager im Gespräch: Zoltán Lambert, geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsfirma WTS KlientAuf Fehler aufmerksam machenDass sich Steuerberater mit Verbesserungsvorschlägenan die ungarische Verwaltungwenden, kommt gelegentlich vor.Dass sie jedoch ihre Vorschläge in Formeines Buches unterbreiten, ist eher dieAusnahme. Zoltán Lambert, geschäftsführenderMitgesellschafter der BeratungsfirmaWTS Klient, hat diesen Weg gewählt:Im Juni erschien unter dem Titel „Anregungenzur Optimierung der ungarischenSteuergesetzgebung“ ein 104 Seiten starkesBuch. Wir unterhielten uns mit dessenAutor über das Zustandekommen desBuches und über die weiteren Absichtendamit.• Was hat Sie dazu motiviert, sich inBuchform zu Steuerfragen zu äußern?Es ist für uns nichts Neues, uns mit Verbesserungsvorschlägenzu Wort zu melden.Bisher ging es dabei aber immer nur umsehr spezielle Teilaspekte des ungarischenSteuerwesens. Jetzt wollten wir hingegeneinmal umfassend das gesamte ungarischeSteuersystem beleuchten, auf Schwachstellenhinweisen und natürlich bei allenkritisierten Punkten gleich entsprechendeVerbesserungsvor schläge anbieten. Dashöhere Selbst bewusstsein, das man schonbraucht, um mit einem Buch an die Öffentlichkeitzu treten, bezogen wir teilweise ausunserer Mitgliedschaft in der WTS Alliance,der wir seit Jahresanfang angehören. Zu denMandanten der Münchner Zentrale gehörenzahlreiche deutsche DAX-30-Firmen. Gestärktdurch diesen Mandanten-Kreis ist esbei WTS in Deutschland üblich, bei der Steuergesetzgebungregelmäßig mit Vorschlägenmitzuwirken. WTS erwartet aber auch vonseinen Mitgliedsfirmen, dass sie in ihren jeweiligenLändern derart aktiv sind.• Wie entstand das Buch?Wir haben 70 Firmen mit einem Fragebogenangeschrieben. Wir haben diese aber nichtvon den Firmenvertretern ausfüllen lassen– dabei hätte es zu viel Informationsverlustegegeben – sondern vorgeschlagen, sie imRahmen von Interviews gemeinsam auszufüllen.Letztlich konnte ich mit Vertreternvon 30 Firmen sprechen, teilweise bei dendeutschen Mutterfirmen, und teilweise beiihren Töchtern in Ungarn. Zu die sem Zweckverbrachte ich im ersten Halbjahr einige Monatein Deutschland.• Warum war es Ihnen so wichtig, Entscheidungsträgerin Deutschland zu befragen?Weil sie die notwendige Entfernung vomungarischen Alltag und Einblicke in dieSteuerpraxis an derer Länder der Regionhaben. Ich erhoffte mir von ihnen Verbesserungsvorschläge, auf die ihre Kollegen inUngarn vielleicht nicht so leicht gekommenwären, einfach weil sie zu tief in der hiesigenPraxis stecken und AbsonderlichkeitenK RANKOVICSdes ungarischen Steu ersystems vielfach garnicht mehr als solche wahrnehmen. Von daherhabe ich ganz bewusst die erste Interviewreihein Deutschland durchgeführt undmich dann erst mit den jeweiligen Steuerverantwortlichendieser Firmen in Ungarnzusammengesetzt.• Sicher verfügen Manager in Deutschlandüber eine bessere Draufsicht auf Ungarn,aber haben sie auch eine ausreichendeDetailkenntnis der ungarischen Steuerrealität?Durchaus. Ich war selber überrascht, wie gutdie für die Region verantwortlichen Steuerdirektorenüber die ungarischen GegebenheitenBescheid wissen.• Welche grundsätzliche Meinung habensie von ihnen?Was die Steuerbelastung anbelangt, so stehtUngarn in ihren Augen ganz gut da. Dabeimuss ich allerdings hinzufügen, dass ich zumgrößten Teil mit Vertretern von Firmen gesprochenhabe, die in Ungarn produzieren.Nicht so gut weg kam Ungarn hingegen, wasdie langfristige Berechenbarkeit betrifft. Daherdreht sich auch etwa ein Fünftel meinesBuches direkt oder indirekt um diese Frage.Um kritische Anmerkungen gebeten, wurdedieser Punkt von allen Befragten an ersterStelle angeführt. Diese Einschätzung machtnatürlich die Freude über das günstige Maßder Steuerbelastung ein wenig kaputt.• Warum?Die Steuerdirektoren der großen internationalenFirmen arbeiten alle intensiv daran,die so genannte effektive Steuerbelastungder Gruppe so weit wie möglich zu vermindern.Dabei bewegen die Firmen wirklichalles, um diese – natürlich nur im Rahmender legalen Möglichkeiten – manchmal auchnur um Bruchteile eines Prozents ihres Gesamtumsatzeszu senken. Kein Wunder,dass etwa bei WTS in Deutschland die sogenannteSupply Chain Strategie derzeit einesihrer besten Produkte ist. Dabei wird diegesamte Produktionskette aus dem Aspektvon Steuern und anderen Abgaben unter dieLupe genommen und überprüft, ob die Kettediesbezüglich wirklich gut organisiert istund ob es noch Optimierungspotenzial gibt.Es geht hierbei nicht um irgendwelche Dingeauf dem Papier, sondern um ganz reale Fragen,etwa aus welchen Bezugsquellen überwelche Bezugswege Zulieferungen eingekauftoder bei welchem Mitglied der GruppeInvestitionen vorgenommen werden. AllesDinge, die sich nicht so von heute auf morgenändern lassen. Von daher ist die langfristigeBerechenbarkeit hier ganz entscheidend.Mehrfach haben die Befragten mir gegenüberbetont, dass es für sie kein Problemwäre, wenn in Ungarn der Steuersatz um einoder zwei Prozent höher liegen würde, wenndie langfristige Berechenbarkeit gegebenBudapester Rechtsanwaltskanzlei, spezialisiert auf die Betreuungdeutscher Mandanten sucht für den weiteren Geschäftsausbau:Rechtsanwälte und ReferendareÜGYVÉDI IRODARECHTSANWÄLTEATTORNEYS AT LAWAABOKATCKOE BIOPOWir erwarten:§ Ungarisches Jura-Diplom§ Ausgezeichnete deutscheund ungarische Sprachkenntnisse§ Selbständige, präzise und kreative Arbeitsweise§ Weitere Sprachkenntnisse (insbesondere Englischoder Russisch) sowie Berufserfahrungsind von Vorteil.Wir bieten:§ Herausforderndes, abwechslungsreiches Aufgabenfeld§ Betreuung von Mandanten in wirtschaftsundzivilrechtlichen Bereichen§ Junges und dynamisches Team§ Eleganter Arbeitsplatz in einer denkmalgeschütztenJahrhundertwende-Villa am Fuße des Rosenhügels( II. Bezirk).Ihre Bewerbung schicken Sie bitte per E-Mail direkt an die Leiterin der Kanzlei, an Rechtsanwältin Frau Dr. Jelena Krankovics:drkrankovics@kkplaw.hu.WTS-Geschäftsführer Zoltán Lambert.wäre. Der ungarische Staat tut sich also keinenGefallen damit, wenn er zu stark auf dieabsolute Steuerbelastung bei der Gestaltungattraktiver Standortbedingungen setzt undder Berechenbarkeit keine so hohe Bedeutungeinräumt. Zur vollen Wahr heit gehörtallerdings auch dazu, dass meine Interviewpartnerbezüglich der Berechenbarkeit inzwischenauch mit den deutschen Standortbedingungennicht mehr so ganz glücklichsind.• Die Kritik an der mangelhaften Berechenbarkeitist in Sachen Ungarn eher einGemeinplatz. Gab es von Ihren deutschen Gesprächspartnernauch konkretere Kritik?Ja, etwas was die Körperschaftssteuerauffüllungzum 20. Dezember betrifft. Gemäßdieser ungarischen Erfindung müssen Firmenbekanntlich bis zum 20. Dezember wissen,wie ihr Jahresergebnis aussehen wird.Auf dieser Grundlage müssen sie dann dieentsprechende Körperschaftssteuer ausrechnenund einzahlen. Stellt sich später jedochheraus, dass die Höhe der Konzernumlageanders ausgefallen ist oder sich der Wechselkursanders entwickelt hat als erwartet, liegtman natürlich mit diesem Ergebnis daneben.Hat man sich überschätzt, dann finanziertman den ungarischen Staat zinsfrei für etwaein halbes Jahr, im anderen Fall erwarteteinen hingegen eine saftige Strafe von 20Prozent des Differenzbetrages. Wegen dieserAussichten kalkulieren die Firmen eherkonservativ und zahlen lieber zu viel ein,was sicherlich auch ein Grund für diese Erfindungist. Immerhin gibt es jetzt von Seitender ungarischen Verwaltung – nicht zuletztauf Grund unserer Studie – eine gewisseBereitschaft, wenigstens auf die Bestrafungvon Differenzen zu verzichten, die sich durchspätere Wechselkursveränderungen ergebenhaben, für die die Unternehmen nichts können.Das würde für in Ungarn tätige internationaleFirmen eine wesentliche Erleichterungdarstellen.• Welche Problemfelder haben Ihre Gesprächspartnernoch kritisiert?Häufiger Gegenstand von Kritik war auchdie Gewerbesteuer beziehungsweise, dass beiihrer Berechnung weder die Personalkostennoch die Abschreibungen abgezogen werdenkönnen. Das ist natürlich nicht gerade motivierendfür Unternehmen, die einen Umsatzzuwachsmittels Investitionen und der Schaffungneuer Arbeitsplätze anstreben – undnicht etwa mittels einer bloßen Ausweitungihres Handelsvolumens. Nebenbei steht diesePraxis auch im Widerspruch zur erklärtenAbsicht dieser Regierung. Wenn eine Firmaüber eine Investition in Ungarn nachdenkt,dann sieht sie auf den ersten Blick die 10-bzw. 19-prozentige Körperschaftssteuer unddie nur winzige Gewerbesteuer in Höhe vonmaximal zwei Prozent. Wer nicht genaunachrechnet, glaubt schnell, es mit einemSteuerparadies zu tun zu haben. Wer jedocheinen Blick auf die effektive Steuerlast wirft,erkennt schnell, dass die Gewerbesteuer allesandere als eine winzige Steuer ist.• Zumal sie ja auch bezahlt werden muss,wenn die Firma Verlust macht.Genau, diese sogenannte Substanzbesteuerungist ein weiterer häufig vorkommenderKritikpunkt. Ein solcher Eingriff ins Eigentumist in Deutschland nicht möglich. Diedortige Praxis kann sich sogar auf mehrereUrteilssprüche des Verfassungsgerichts berufen.Um etwas zu besteuern, muss es ersteinmal einen Gewinn oder einen Mehrwertgeben. In Ungarn gibt es zum einen über dieGewerbesteuer, aber auch über die Sondersteuerneine andere Praxis. Alle Versuche,etwas daran zu ändern, haben bisher zunichts geführt. Prinzipiell sollte man die Bemessungsgrundlagenvon Körperschaftssteuerund Gewerbesteuer einander schrittweiseannähern. Ein anderer Vorschlag von Firmenseitebestand darin, einen zweiten ermäßigtenGewerbesteuersatz einzuführen, dernur für den, im Vergleich zum Basisjahr erreichten,zusätzlichen Umsatz gelten würde.• Wie ist bisher die Aufgeschlossenheitvon Seiten der Regierung gegenüber IhrenVorschlägen?Sie ist ganz klar vorhanden. So war etwa eineRoundtable-Diskussion aus Anlass der Vorstellungdes Buches am 19. Juni in Münchenunter Beteiligung von Vertretern des ungarischenStaates sehr offen und konstruktiv. Siebezeichneten unsere Vorschläge als sinnvollund logisch, allerdings wiesen sie auch daraufhin, dass viele unserer Vorschläge wegen dervorhandenen Budgetprobleme derzeit nichtberücksichtigt werden könnten. Parallel zusolchen offenen Begegnungen suchen wir mitunserem Werk aber auch informelle Kontaktezum Volkswirtschaftsministerium. Dassind wir allein schon unseren Gesprächspartnernschuldig, denen wir versprochen hatten,dass wir uns im Gegenzug für die uns gewidmeteZeit für die Weitergabe ihrer Vorschlägean die zuständigen Stellen einsetzen werden.Ich bin mir sicher, dass wir einige der imBuch formulierten Vorschläge in zukünftigenSteuergesetzen wiedersehen werden. Schonallein deswegen, weil viele der Vorschlägeeigentlich voll auf der Regierungslinie liegenund selbst bei der derzeitigen Budgetsituationumsetzbar wären. Im Prinzip haben wirmit unserem Buch großteils nichts anderesgemacht, als die ungarischen Verantwortlichenauf Fehler in ihrem eigenen System aufmerksamzu machen.▶▶Jan MainkaDas Buch kann als pdf oder als deutsch-ungarischegedruckte Ausgabe unter derE-Mail-Adresse: klient@klient.hu bei WTSKlient angefordert werden. Am 26. September2013 wird es im Rahmen einer DUIHK-Veranstaltungauch in Budapest vorgestellt.


30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungW i r t s c h a f t9Konzert: Leslie Mandoki begeisterte am BalatonDre i große Musiker, ein großes KonzertDen Nerv des Publikums getroffen: Leslie Mandoki in Siófok.Der deutsch-ungarische Musiker Leslie Mandoki scheint langsamauf den Geschmack von Konzerten in Ungarn gekommen zu sein.Nach dem ausverkauften ersten Konzert seit seiner Flucht aus Ungarn(1975), am 16. Februar diesen Jahres in der MÜPA stand er am19. August erneut auf einer ungarischen Bühne, nämlich in Siófok.Manager Henning Ehmcke geht davon aus, dass die Auftritte auchim kommenden Jahr fortgesetzt werden, konkret sei schon jetztein Auftritt beim nächsten Sziget-Festival geplant.Eigentlich hätte Leslie Mandokibereits in diesem Jahrbei Ungarns größtem Musikfestivalauftreten sollen. Nachdemaber der Termin schon feststand,hatte ihn der Musiker dannjedoch zugunsten eines Gedenkkonzertsfür einen kürzlich verstorbenenungarischen Musikerabgegeben und war auf die FreilichtbühneSiófok ausgewichen.Bestimmt nicht nur aus der Erwägungheraus, dass am Balatonam langen Wochenende vor dem20. August sicher viele potenzielleKonzertgäste vorhanden sind,sondern auch aus nostalgischenGründen: Schließlich hatte er ausgerechnetauf dieser Bühne imSommer seiner Flucht aus seinerHeimat seinen letzten Auftritt inUngarn, wie er seinem Publikumgleich eingangs erzählte.Damit war zugleich auch dasThema der Zwischenmoderationengesetzt: Seine musikalische Rückkehrnach Ungarn. Zwar spielte erbereits im Februar aus Anlass desBZT / Jan Mainka20. Jubiläums seiner Band Soulmatesund seines 60. Geburtstags,allerdings handelte es sich damalseher um ein deutsches Heimspielauf ungarischem Boden. Schließlichwar das Publikum in derMÜPA zu großen Teilen von demihm bestens bekannten deutschenPublikum durchsetzt und geprägt,Politiker, Schauspieler, Musiker,Geschäftsleute. Darunter vielegute Freunde. Und der als Networkergenauso talentierte Mandokihat sehr viele Freunde.In Siófok war die Situation jetzteine andere. Das Publikum derfast ausverkauften Freilichtbühnebestand fast ausschließlich ausUngarn. Eine ans Publikum gerichteteund so gut wie gar nichtbejahte Frage, ob er denn auchDeutsche vor sich habe, erbrachteschnell Klarheit. Insofern wardas Balaton-Konzert für Mandokiso etwas wie eine eigentliche Premiere,nämlich die erste hautnaheWiederbegegnung nach 38 Jahrenmit einem ungarischen Konzertpublikum.Keine unproblematischeKonstellation, wenn man weiß, wiereserviert, ja geradezu ablehnendhiergebliebene Ungarn zuweilenauf Exil-Ungarn reagieren, diesich ihrer Meinung nach inmittender Segnungen des freien Westenseinen feinen Lenz gemacht hatten,während man selbst in Ungarndas harte Brot des real existierendenSozialismus aß.Mandoki muss sich dieser Problematikbewusst gewesen sein.Sein während des Konzerts geäußertesoffenes Bekenntnis, dasser mit Lampenfieber auf die Bühnegegangen sei, war sicher keineleere Koketterie. Um es aber kurzzu machen: Die Wiederbegegnungverlief rundum harmonisch. Dasungarische Publikum nahm ihngenauso begeistert in die Arme wiedie westlichen Stars an seiner Seite,unter anderen Bobby Kimball(Toto) und Chris Thompson (ManfredManns Earth Band). Das lagsicher auch daran, dass Mandokiauf Ungarisch so natürlich mitseinem Publikum kommunizierte,als wäre er nie weggewesen. Keineffektvoll eingesetzter westlicherAkzent, wie ihn einige Exil-Ungarnpflegen, um deutlich zu machen,dass sie etwas anderes – ihrerMeinung nach wahrscheinlichbesseres - sind, und keine „coolen“Sprüche wie „Mir fällt dafür geradenicht der ungarische Begriffein…“, Mandoki sprach einfachso natürlich mit seinem Publikumwie jeder andere ungarische Musikerohne westliche Vergangenheit.Nachdem Mandoki mitbekommenhatte, dass das Eis gebrochenbeziehungsweise vielleichtgar nicht vorhanden gewesenwar, sprudelte es nur so aus ihmheraus, und er gab zwischen denLiedern immer wieder Erinnerungenund Anekdoten seines Lebenszum Besten und wagte sich sogaran Aussagen wie „Ich bin glücklich,weil ich hier geboren bin“ oder „Ungarischist meine Sprache“, die denNerv des Publikums hier aber volltrafen und mit spontanem Applaushonoriert wurden. Am Ende gingMandoki sogar so weit, seinenLandleuten Ratschläge zu erteilen:„Es heißt immer: zwei Ungarn,drei Parteien. Wie schön wäre es,wenn es hieße „drei Parteien, einLand“. Und er schloss diesen Einschubmit den Worten „Szeressétekegymást!“, was auf Deutsch mit„Liebt Euch!“ nur kitschig übersetztwerden kann, vom ungarischenPublikum aber richtig verstandenund natürlich wieder mitkräftigem Applaus bedacht wurde.Ebenso wie natürlich auch seineLieder und die seiner mitgebrachtenGäste, darunter Hits wie„Rossana“ und „Hold the line“ vonToto. Insgesamt boten die MandokiSoulmates wieder ein vollendsabgerundetes Konzerterlebnis.Das gut drei Stunden lange Konzert,eine Pause gab es nicht, vergingwie im Flug. Alle Musikergaben ihr Bestes. Mandoki bewiesdabei mit seiner rockigen Stimmeund seinem schauspielerischenGeschick einmal mehr, dass inihm ein großer Rockballaden-Interpretsteckt. Faszinierend wardie große sichtbare Harmonieunter den Stars, die alles für eingroßes, gemeinsames Konzerterlebniseinbrachten, wobei nur dieGesamtleistung zählte. Mal unterstütztenKimball und Thompsonihren Kollegen Mandoki bei derIntonierung eigener Songs, malgab Mandoki an seinen Percussionsbei der Wiederbelebung dergroßen Hits seiner Künstlerkollegendie bestmögliche Würze. VonSelbstprofilierungssucht oder garNeid gab es nicht die geringsteSpur: drei große Musiker, ein großesKonzert. So geht es halt auch!▶▶Jan MainkaBeim Abschluss-Song: Drei Stunden Konzert wie im Fluge vergangen.Szépvölgyi TeniszcentrumOb’s regnet oder die Sonne scheint – bei uns können Sie das ganze Jahr über im Trockenen spielen.Hochwertige Sandplätze in wunderschöner Umgebung.(An Regentagen steht Ihnen unsere Halle mitKunstbelagpltätzen zur Verfügung.) AusgebildeteTrainer für Kinder- und Erwachsenenunterricht.1033 Budapest, Virág Benedek u. 39-41, Telefon: 388-1591 www.szepvolgyi.hu tenisz@szepvolgyi.hu


10 F e u i l l e t o nJüdisches Kulturfestival in BudapestBudapester Zeitung30. August – 5. September 2013Sommer-Schluss-Festival auf jiddischPuszta, Paprika, Pálinka – und Judentum – das Jüdische ist seitJahrhunderten fester Bestandteil Ungarns. Auch heute noch lebtdie jüdische Tradition in der ungarischen Hauptstadt. András Heisler,Vorsitzender des Mazsihisz (Verein Jüdischen Glaubens Ungarn)lobte dies und das seit Jahrhunderten andauernde Zusammenlebenund Schöpfen gemeinsamer kultureller Werte in seinerEröffnungsrede zum 16. jüdischem Sommerfestival in der Nationalgalerie.Auch der israelische BotschafterIlan Mor betonte,das Festival seiein erneuter Beleg dafür, dassdie Wurzeln jüdischer Kultur inUngarn weit in die Vergangenheitzurückreichen und dass dasgemeinsame Erbe zu erhaltenein Anliegen aller sei.Obwohl die verschiedenenBüh nen über das Zentrum vonBudapest verstreut liegen, istder Mittelpunkt seit jeher dasgrößte jüdische Gotteshaus Europas,die 1859 fertiggestellteGroße Synagoge an der Dohányutca im Jüdischen Viertel derStadt. Die europaweit größteVer anstaltungsreihe wurde 1998erstmals vom jüdischen Zentrumfür Fremdenverkehr und Kultur(Zsidó idegenforgalmi és kulturálisKözpont) ausgerichtet.Das Sommerfestival wurde soüber die vergangenen Jahre immermehr fester Bestandteil desjährlichen kulturellen Veranstaltungskalendersund erfreutsich national wie internationalgroßer Anerkennung und Zustimmung.In diesem Jahr wirdder gute Ruf des Festivals durchnamhafte Künstler wie demNobelpreisträger für LiteraturIm re Kertész oder dem GeigenvirtuosenAlexander Balanescutgemehrt. Auch die Aufführungeiner seltenen (Ur-)Fassung derRossini Oper „Moses” oder dieSwing-Aufarbeitungen der bekanntestenAmy WinehouseStücke durch Gabi Szűcs tragendazu bei, dass die Reihe 2013wieder internatio nal kulturellbedeutend wird. Neben namhaftenungarischen Künstlerntreten auch ihre Kollegen ausIsrael auf, Künstler, die sich inganz Europa und der Welt großerBekanntheit erfreuen undso das Niveau des Festivals mitihren Auftritten noch weiter heben.Bis zum 2. September habenBesucher dabei mit über 30Produktionen an zehn Orten inder Innenstadt die Möglichkeit,sich vom jüdischen Sommer mitreißenzu lassen, darunter auchdas Uránia und der GoldmarkSaal sowie das jüngst eröffneteBudapest Music Center.Zum Abschluss des Festivalswird in diesem Jahr zu einerGala geladen. Die Einnahmendes Abends unter dem Namen“Künstlerinnen für Kinder” gehenunter anderem an das HeimPál Kinderkrankenhaus, die Kinderklinikin der Tüzoltó utca undan das Israel Sela Wohnheim.Während des Holocaust starbenin Ungarn über eine halbeMillion Juden, ein Verlust, vondem sich das jüdische kulturelleLeben im Land bis heutenicht erholen konnte. Währendaußerhalb von Budapest das jüdischeLeben praktisch vollständigverschwand, leben in derHauptstadt heute wieder mehrals 110.000 jüdische Ungarn.Damit stellt Budapest eine derbedeutendsten Gemeinde innerhalbEuropas dar. Die jüdischeKultur blüht, und jährlichstattfindende Veranstaltungenwie das Sommerfestival werdennicht nur von der ungarischen,sondern auch von der internationalenÖffentlichkeit mit großemInteresse verfolgt.www.zsidonyarifesztival.hu.▶▶András WeklerDer Publikumsmagnet sorgt alljährlich für volle Säle.JF


30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungF e u i l l e t o n11Neue Trendsportart „Hockern“ zu Gast in BudapestHoc ken können Sie woanders!Mit Trendsportarten ist es so eine Sache.Kaum haben einzelne Trends begonnen,sind sie auch schon wieder vorbei. Nochist nicht abzusehen, welches Schicksaldem Hockern vorbestimmt ist, aber diezwei grundlegenden Prämissen für einlanges Leben als Trend sind gegeben:Unheimlich viel Spaß und bezahlbaresEquipement.Ein wenig Parcours gemischt mitElementen des Breakdance, Skateboard,Jonglage und ein Hocker:Aus diesen Zutaten setzt sich die Europaerobernde Urban Sport Neuheit, das„Hockern“, zusammen. Die Firma Salzigist nicht nur einer der Top-Hersteller fürSporthocker, sondern mit einem Team begeisterterHockerer auf Europa-Tour, beider auch Budapest Ziel sein wird.Ein Sitzmöbelals neues SportgerätSo überraschend es sein mag, Hockernkommt aus Deutschland. Während dasLand der Dichter und Denker eher seltenfür neue Trendsportarten verantwortlichzeichnet, hat Hockern durchaus das Potenzial,langlebig zu sein. Bereits seit 2004wird im norddeutschen Kiel im weltweitersten Hockerer-Club gesessen. Entstandenist das Ganze während eines Fernsehabendsdreier Studenten. Der genaueAblauf ist zwar nicht bekannt, aber jeder,der in der Schule schon einmal gekippelthat, kann sich vorstellen, wie der neueTrend mit den Sitzmöbeln als Sportutensilentstanden sein mag. Und wer die Jungsauf ihren Sitzmöbeln erlebt, versteht auchschnell, warum der Sport immer mehr Anhängerfindet. Man kann mit den HockernGrinden, sie werfen und Spinnings machenoder seinen Crewkollegen die Hockerin waghalsigen Stunts zuwerfen. Hockernist damit ein ebenso sehenswerter UrbanSport wie beispielsweiseParkour oder Slacklining.Das scheintauch der GetränkeherstellerRedBull erkannt zuhaben. Gemeinsammit Stabilosponsoren siedie Tournee derHockerer. ZehnLänder, zehn Städtestehen auf dem Plan.Budapest ist dabei deröstlichste Anlaufpunkt– steht aber hinter Metropolenwie Barcelonaoder Berlin keinesfallszurück.„Die HockEuropeTour von SALZIGSporthocker zeigt inzehn europäischen Großstädten,was man miteinem Sporthocker außerSitzen so alles machen kann“,erklärt René Katzorke, Organisatorder Hocker-Tour. Dabei geht die Tourüber eine normale Werbekampagnehinaus, denn ähnlich wie beim Skateboardoder Parcours macht immer auchdas Umfeld den Sport aus. Zwar kannman theoretisch auch auf flacherStrecke mit dem SitzmöbelSport treiben, aber wirklichspannend wird es erst, wennsie auf Geländern und Kantengrinden, Treppen hinabspringenoder auf dem Hocker balancierendHindernisse umfahren. Die meistenTricks werden im Sitzen beendet,was den interessanten Bruch indiesem Sport ausmacht. Ebennoch dynamisch, schnell undgefährlich und im nächstenDie Hocker-Freestyler werden noch bis diesen Sonntag die Budapester Innenstadt als Hockerer-Terrain erkunden.Moment lässig, entspannt. Denn genaudas ist das Ziel: Möglichst trickreich undsehenswert mit dem Gesäß auf dem Hockerzu landen. Vom Start bis zum Ziel kannman dabei viel Akrobatik und noch mehrFantasie erleben, wenn die jungen Extremsportlerauf Händen auf den Hockernbalancieren, oder erst werfen, dann fangenund dann auf dem Sportgerät sitzen.Spielplatz StadtNatürlich soll eine Werbetour für Aufmerksamkeitsorgen, und im besten Fallauch die Verkaufszahlen anregen. Aberdaneben steht vor allem der gemeinsameSpaß im Blickpunkt. Denn ähnlich wie beimSkateboarden oder BMX macht die Stadterst das Erlebnis. Je nach Gegebenheitenund Aufbau warten auf die Sport-Sitzerimmer neue Herausforderungen und damitmöglicherweise auch neue Tricks.Zwar gibt esbereits einigeSporthockerin der ungarischenHauptstadt,„allerdingskann man niegenau sagen, obdamit Sport gemachtwird oder ob die Personen„nur“ daraufsitzen“, weiß René. EineAntwort auf diese Frage magdem interessierten Betrachtervielleicht am kommenden Wochenendegegeben werden, denndann kommen die Hockerer mitihrer Tournee nach Budapest.Noch heute, am Freitagnachmittag,sind die Sport-Sitzer undihre Möbeltricks am Heldenplatzzu bewundern, während amSamstag der zentral gelegeneErzsébet tér zum Spielplatzfür die Stuhlakrobaten wird.Es kann zugeschaut oderselbst ausprobiert werden.Aber Vorsicht: Erste Tricks beimHockern sind schnell gelernt unddas Suchtpotential groß! Also, aufdie Hocker, fertig los und Hock´nRoll!Mehr Informationen unter:www.sporthocker.comSalzig (3)


12 B u d a p e s tBudapester Zeitung30. August – 5. September 2013KompaktNextbike erhält Zuschlagfür FahrradverleihDer Leipziger Fahrradverleiher Nextbikehat als Konsortium mit T-Systems Hungaryund dem ungarischen FahrradherstellerCsepel Zrt. die BKV-Ausschreibung für einFahrradverleihsystem gewonnen und willnun unter dem Namen „BuBi“ ab Frühjahr2014 etwa 1.100 Leihräder an 75 verschiedenenStationen in der Stadt anbieten. DieAusleihe von Fahrrädern soll künftig an Terminals per Smartphone-App oder Telefonanrufmöglich sein.Demozug geschädigterDevisenkreditnehmerVorvergangenen Freitag zog ein PKW-Demonstrationszug geschädigter Fremdwährungskreditnehmerdurch Budapest, einigeAutos waren mit Trauerfahnen versehen,auf dem Dach eines PKWs wurde sogar einSarg befestigt. Auf Transparenten wiederumstand zu lesen: „Mörder sind auch die, dieandere in den Selbstmord treiben”. Der Demo-Zug besuchte Wohnhäuser von Bankern undPolitikern und forderte den Stopp vonZwangsräumungen.Neue StraßenbahnenWie index.hu vergangene Woche berichtete,hat der baskische Hersteller CAF den BKK-Straßenbahntender für sich entschieden. Das27 Mrd. Forint teure Angebot soll günstiger alsdas von Siemens gewesen sein, bald könnteder Vertrag unterschrieben und 2015 die 37Schienenfahrzeuge geliefert werden. Laut indexbleiben der Stadt sogar noch acht Mrd. Forintfür die Erneuerung der Linien 1 und 3 übrig.Verjüngte BusflotteWie das Büro des Budapester Ober bürgermeistersam Mittwoch mitteilte, wird diestädtische Busflotte um 37 Erdgas-Busse derbelgischen Marke Van Hool, die zuvor imfranzösischen Dijon fuhren, und neun MercedesCitaro aus Frankfurt bzw. Oslo verjüngt.Die Fahrzeuge seien zwischen 4 und 8Jahre alt, doch in einwandfreiem Zustand.Die klimatisierten Niedrigflurbusse sollenEnde 2013 bzw. in der ersten Hälfte 2014nach Budapest geliefert werden.MutmaßlicherKriegsverbrecherCsatáry gestorbenIm Alter von 98 Jahren ist der ehemaligeLagerkommandant von Kosice, László Csatáry,in Budapest an einer Lungen entzündunggestorben, meldete BorsOnline vor zweiWochen. Csatáry soll sich 1944 durch diegrausame Behandlung der in Kosice interniertenJuden hervorgetan haben. Er sollauch mitverantwortlich für den Tod von mehrals 12.000 Juden gewesen sein, die vonKosice nach Auschwitz deportiert wurden. Indiesem Jahr war die Eröffnung eines Verfahrensgegen ihn geplant.BudapesterFestivalorchesterausgezeichnetVor zwei Wochen wurde das Orchester undsein musikalischer Direktor Iván Fischer vonder US-amerikanischen Ungarn-Stiftung inNew York mit dem George Washington-Preisbedacht. Mit diesem werden seit 1961 Menschengeehrt, die zum gegenseitigen Verständnis, zur Annäherung bzw. dem Dialogzwischen Nationen beitragen. Ausschlaggebendwar das Bridging Europe-Festival desOrchesters, das einzelne europäische Ländermusikalisch vorstellt.FortepanBudapester Taximarkt wird vereinheitlichtMehr FahrgastschutzZukunftskompatibel: Dieses Auto kann auch nach dem 31. August 2014 ein Taxi bleiben.Ab Sonntag wird Taxifahren in Budapestteurer: Mit der neuen Taxiverordnunggelten feste Kilometerpreise, Grund- undWartegebühren. Ermäßigungen wird esnicht mehr geben. Zusätzlich müssenalle Taxen gelb und mit Bankkarten-Lesegerätenausgestattet sein. Einige seheneinen jahrelangen Preiskrieg beendet,andere fürchten um ihre Existenz.Die Stadtführung hat mit derneuen Taxiverordnung im Aprilbeschlossen, dass ab 1. Septembereine einheitliche Kilometergebührvon 280, eine Grundgebühr von 450 sowieeine Wartegebühr von 70 Forint gilt.Betrügereien, etwa über Nachtzuschläge,soll ein Ende bereitet werden, Schwankungenzwischen Tarifen einzelner Taxigesellschaftenund Rufzentralen, die ihreFahrten organisieren, sollen ebenso nichtmehr möglich sein. Künftig können keineVergünstigungen, etwa über Stammkundenkartenmehr geboten werden, erklärteZoltán Metál, Vorstand der LandesweitenTaxivereinigung Freitag gegenüber InfoRádió.In den kommenden Monaten seidaher mit einem leichten Rückgang anFahrgästen zu rechnen: „Im Vergleich zumeuropäischen Preisniveau wird aber selbstmit dieser Erhöhung das Taxifahren inBudapest nicht teuer. Wer bisher mit demTaxi fuhr, wird auch künftig nicht davonabsehen.“ Er vergaß wohl zu erwähnen,dass das ungarische Lohnniveau nicht immerdem westeuropäischen entspricht.Rückgang an Fahrgästenwird erwaretetZsolt Farkas, Präsident der UnabhängigenTaxifahrer-Gewerkschaft, sagte Samstag gegenüberMagyar Hírlap, dass bei einer Fahrtvon fünf Kilometern die neuen Tarife einPlus von 500 Forint bedeuten, daher sei mitkeinem großen Rückgang an Fahrgästen zurechnen. Laut Magyar Nemzet bedeutet dieErhöhung bei größeren Gesellschaften, dieauch bisher wegen ihres hochwertigen Serviceein wenig teurer waren, ein Kostenplusvon etwa 20 Prozent, bei kleineren, günstigerenhingegen bis zu 50 Prozent. So sagteCsaba Horváth, Geschäftsführer von RádióTaxi, am Dienstag gegenüber Világgazdaság,dass noch nicht abzusehen sei, wie dieKunden reagieren, wenn sie für die Fahrtzum Flughafen statt bisher 5.000 künftig8-9.000 Forint zahlen müssen. Vorab einenFixpreis mit dem Fahrer auszuhandeln,wird nicht mehr möglich sein.Zudem müssen alle Budapester Taxen ab1. September die gelbe Farbe „RAL 1023Traffic Yellow“ haben, wobei ihnen für dieUmstellung ein Jahr bleibt. Zusammen mitder Verpflichtung zur Aufrüstung eines mobilenBankkarten-Terminals müssen Fahrerhohe Investitionen tätigen: HVG sprichtvon 160-200.000, Világgazdaság gar vonBudapest Retro – Die Széchenyi-Kettenbrücke300-350.000 Forint Zusatzkosten pro Fahrzeug,welche die meist auf selbstständigerBasis für die Gesellschaften tätigen Fahrerselbst tragen müssen. Der gemeinsamenForderung von Rádió Taxi und BudapestTaxi nach zinsgünstigen Krediten für dieseInvestitionen kam die Stadt erst am Mittwochnach: In einer Presseaussendung teilteman mit, dass die Unternehmer-Mikrokrediteaus dem Topf der Budapester Geschäftsentwicklungs-Stiftungauch den Taxifahrernzur Verfügung stünden.Bald kommen aber noch mehr Auflagenfür die Taxen hinzu: Die Fahrzeuge dürfenkünftig nur noch maximal zehn Jahre altsein, es muss eine einheitliche Tarifübersichtim Auto geben. Taxigesellschaftenmüssen mindestens 50 Mio. Forint Stammkapitalsowie Sicherheiten im Wert vonmindestens 20 Mio. Forint und eine eigeneRufzentrale besitzen; sie müssen die Fahrtenper GPS organisieren und von fest angemeldetenBetriebsplätzen betreiben.Ein Taxifahrer am Hősök tere sagte aufNachfrage der Budapester Zeitung: „Dieneue Verordnung wird gar nichts ändern,Fahrgäste werden weiterhin abgezockt.“Trotz der Übergangsfrist für den Austauschälterer Fahrzeuge, wird er sich diesen nichtleisten können: „[OB István] Tarlós möchtekeine „alten Männer“ wie mich ein Taxi fahrensehen. Er ist aber ein Jahr älter als ich,ich möchte ihn nicht die Stadt führen sehen.“▶▶Daniel HirschDie Széchenyi-Kettenbrücke (Ungarisch: Széchenyi Lánchíd) ist eine über der Donau, zwischen Buda und Pest, gespannteHängebrücke. Sie wurde 1849 eröffnet und war damit die erste Brücke in Budapest, welche die Donau permanent überbrückensollte. Sie wurde in Stücken entworfen, die zum Zusammenbau nach Ungarn geschifft wurden. Die Gusseisenstrukturder Brücke wurde 1914 modernisiert und verstärkt. Der Zweite Weltkrieg und die Schlacht um Budapest gingenauch an der Széchenyi-Kettenbrücke nicht spurlos vorbei: Nach dem Krieg war die Brücke schwer beschädigt und konnteerst nach langen Rekonstruktionsarbeiten im Jahre 1949 wiedereröffnet werden. Während viele – darunter auch viele Ungarn– glauben, dass die Brücke von István Széchenyi erbaut wurde, ist es in Wirklichkeit so, dass der Graf „lediglich“ eingroßer Unterstützer des Baus war. Die Kettenbrücke wurde von dem englischen Ingenieur William Tierney Clark – dessen230. Geburtstag am 23. August anstand – entworfen. Zur Zeit der Konstruktion wurde sie als ein modernes Weltwunder derIngenieurskunst angesehen.Sein Entwurf, für den seineMarlow Bridge in Englandals kleinerer Prototyp diente,verhalf William Tierneyzu internationaler Anerkennung.Graf Széchenyi wirdauch oft nachgesagt, dass erdie Brücke finanziert hätte –in der Tat ist es aber so, dassein Großteil der Brücke vondem griechisch-österreichischenUnternehmer GeorgSimon von Sina, den finanzielleInteressen und Grundbesitzmit der Stadt Budapestverbanden, finanziert wurde.In Buda, im Südwesten derKettenbrücke, ist sein Namein deren Fundament eingraviert.


30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungG a s t r o n o m i e13Einen Happen essen 4Fin omító KantinGanz gleich, ob man Tourist, Arbeiter oder einfach nur jemand ist, der eineschnelle, günstige und sättigende Mahlzeit sucht, es ist nicht immer leicht,etwas zu finden, was sowohl dem Geldbeutel angepasst als auch ansprechenderist als das goldene M oder die nicht immer Vertrauen erweckendenchinesischen Schnellrestaurants. Wer sich in der Nähe des Széll Kálmán térin dieser Zwickmühle befindet, kann nur bedauert werden, da die oben angefordertenOptionen in dieser Gegend gänzlich fehlen.Diese Lücke versucht FinomítóKantin zu schließen,wenn auch nichtauf dem populären Platz selbst,sondern versteckt in einer ruhigenNebenstraße vom Széna téraus. Hier ist der richtige Ort, umFüße und Magen zu einem schnellenoder entspannten Happen zubewegen - angefangen von Suppenüber Burger und gegrillteSandwichs bishin zu Salatenund Desserts.Auch wennversucht wird,ein Image ausPostindustrialisierungmitRecycling-Anklängenin metallischenGrauundWeißtönenzu kreieren, sosind die merkwürdigverdrehtenRohre unterder Decke eher eine Erklärungfür den Namen (das ungarischeFinomító bedeutet Raffinerie) alsfür das Wortspiel in der Bedeutung:den Geschmack zu verbessern.Davon abgesehen ist dasLokal ein netter kleiner Platzmit seinen weißlackierten Holztischen,Bänken und Stühlen undgroßen Fenstern, die das Tageslichthereinbitten.VerständlichLeider wirdauf der großenTafel die Speisekartenur aufUngarisch angeboten,aberganz gleich wervon den dreiFamilienmitgliederndes Finomítóhinterdem Tresen steht, alle sprechengenug Englisch, um eventuell mitÜbersetzungen behilflich zu sein.Einen festen Platz auf der Kartehaben „Burgerek“, ein Wort, dassich leicht von selbst erklärt. Beiallen drei Wahlmöglichkeiten (esgibt auch eine extra große Variante)werden sämtliche Bedürfnisseabgedeckt - Rindfleisch, Käse, Salat,Zwiebeln, Tomate, Gurke undJalapeno - abgerundet von einerleicht süßlichen Sauce ausMayonnaise, mildem Chili, Kapern,Essiggurken und Zitrone.Pommes frites, die übliche Begleitungfür Burger, muss manextra bestellen, aber sie stellensich als dick und fleischig herausund passen ausgezeichnet zu derSauce.Genauso leicht verständlichwie „Burgerek” ist auch „Szendvicsek”.Von den drei Variationen- Schweinerippchen, vegetarischoder Hühnchen - ist die letzte Versiongenauso lecker, wie es sichanhört: Gegrillte Hähnchenbrustüberbacken mit einer Mischungaus Mozzarella und CheddarKäse. Die Menge davon hält genaudie richtige Balance, um denKäse herauszuschmecken, abernicht übermächtig werden zulassen. Dazu gibt es Pesto, Tomatensauce,ein paar Rucola Blätteroder die schon oben angeführteSauce in einem knusprigen Baguette.AbwechslungsreichZurück zur Reihenfolge desVerzehrs: Es gibt natürlich auchdrei täglich wechselnde Suppen,die alle gleich verführerischsind, egal ob Mais mit Käsechips,Waldpilze mit Thymian-Klößchenoder eine verblüffendeflüssige Version von HortobágyiPalacsinta. Bei diesem klassischungarischen Fleisch-in-Pfannkuchen-mit-Sauce-Gerichtschwimmenkleine Stückchen Schweinefleischzusammen mit dickenStreifen Pfannkuchen und gehackterPetersilie in sahnigerPaprikabrühe und ergeben einekomplette Mahlzeit oder nureine schmackhafte Suppe. Währenddie „fazék“ (Eintopfgerichte)öfter wechseln: Lasagne, oderAvokado- beziehungsweise Spinatsalatmit Parmesan, hat derCäsar Salat einen festen Platzauf der Karte.Für den großen Hunger lässtsich das Menü um täglich wechselndeDesserts ausweiten. Beiunserem Besuch gab es gerupftenKnast-Apfelkuchen im Glas undHimbeer-Quark-Kuchen. Beidewaren gut, aber der Fruchtgeschmackhätte stärker hervortretenkönnen.Als Getränke werden Limonade,Sirup (Himbeeren und andereWaldfrüchte), Bier, Fröccs (Weinschorle),Tee und Kaffee angeboten.Am Eingang machen wir nochmal Halt, um das Tablett in dendafür vorgesehenen Behälter zuentleeren (schließlich ist das eineKantine mit Recycling-Anspruch),und damit ist unser Besuch indieser neuen und freundlichenAlter native zu den eintönigenGastronomie-Angeboten am SzéllKálmán tér beendet.Bénédicte Williams▶▶Finomító KantinGeöffnet:Montag bis Samstag 11.30bis 20 Uhr( Freitag bis 21 Uhr)Tel.: (+36) 20 871-9588II. Varsányi Irén u. 33www.facebook.com/finomitokantinPreise:Suppen: ............................................590 ForintBurger: .................................890 - 1.290 ForintGegrillte Sandwiche (klein/groß):................................................490 / 790 ForintMenü: ..................................890 - 1.750 ForintSirup: .......................................ab 320 Forint/dlArany Kaviar RestaurantMittags traditionales Russisches Bistro:V. Zoltán u. 16(am Szabadság tér)Reservierung:+36 1 331 43525.900 Ft (20 EUR) – 3-Gänge-Menü mit1 Glas (1dl) Wein, Mineralwasser und Kaffee!Jeden Tag von 12 bis 15 Uhr!1015 Budapest, Ostrom u. 19Jeden Tag geöffnet: 12-15 Uhr, 18-24 UhrTel.: (+36 1) 201 6737reservation@aranykaviar.huwww.aranykaviar.hu...then call Rob on 06-30-552-0840or visit www.primecuts.hu


14B u d a p e s tBudapester Zeitung30. August – 5. September 2013Kultur &BildungGoethe-InstitutIX. Ráday utca 58Tel.: +36 1 374 4070, Leiterin: Jutta GehrigE-Mail: info@budapest.goethe.orgwww.goethe.de/budapestNoch bis 30. September: Das Goethe Institut präsentiertdie Ausstellung „Mein Grimm-Märchen“ zum landesweitenIllustrationswettbewerb für Kinder zwischen 6 und12 Jahren. Thema des Wettbewerbs waren Bilderserien zuGrimm-Märchen, aus denen nun eine Auswahl der bestenArbeiten ausgestellt wird.Österreichisches KulturforumVI. Ben czúr utca 16,Tel.: +36 1 413 3590,E-Mail: budapest-kf@bmeia.gv.at,www.okfbudapest.hu,Leiterin: BACHFISCHER, Susanne Mag.Dr.iurBis 25. September: Ausstellung „MOST – Der Momentder Wandlung“: Anlässlich des Kafka-Jahres haben jungeösterreichische und ungarische Künstler und Kunst studentenWerke zum Thema des Wandels und der Veränderungerarbeitet.Andrássy UniversitätVIII. Pollack Mihály tér 3Tel: +36 1 266 3101, -4408, +36 30 525 50 43Fax: +36 1 266 3099www.andrassyuni.huRektor: Prof. Dr. András Masát11. September, 19 Uhr: Zum 16. Treffen des ÖKF-Buchklubswird in der ÖKF-Bibliothek an der Universität dasBuch „Quasikristalle“ von Eva Menasse besprochen.12. September, 10 Uhr: Karrieremesse im Rahmen desjährlichen Andrássy-Netzwerktages.Konrad-Adenauer-StiftungI. Batt hyány utca 49Tel: +36 1 487 5010E-Mail: info.budapest@kas.de,www.kas.de/ungarnLeiter: Frank SpenglerHaus der UngarndeutschenVI. Lendvay u. 22www.hdu.huInternational Womens’ Clubwww.iwcbudapest.huMein Budapest: Janine OdzuckZwi schen Zwack-Museum und Central CaféIm Central Café lässt es sich trefflich frühstücken.Budapest ist immer ein Erlebnis – egal,ob man nur für ein Wochenende in derStadt an der Donau ist oder man hier seinenSommerurlaub verbringt. Doch wiesteht es um Ausländer, die hier leben?Wie erleben sie die Stadt, und was ist das,was Budapest so lebenswert macht? LesenSie im ersten Teil die Empfehlungenund Tipps einer Langzeit-Budapesterin.Bei Janine Odzuck von einer Expat-Damezu sprechen, ist eigentlichein wenig an der Wahrheitvorbei. Denn wer seit mehr als 20Jahren in der Stadt lebt, den kann manfast schon als Budapester Urgestein bezeichnen.Seit 1991 lebt und arbeitet siehier, derzeit bei der Signal Versicherung,aber „ich bin als mitgereiste Ehefrau undMutter gekommen“. So ganz fremd warihr die Stadt allerdings schon damalsnicht, studierte sie doch zwischen 1982und 1987 hier.WahlbudapesterinJanine Odzuck.Allein odermit FreundenAuf die Frage,was man an einemverregnetenTag in Budapestmachen könne,bleibt Janine Odzuckkeine Antwortschuldig:„Ich allein würdemich in ein BudapesterKaffeehaussetzen odereinen schönenFilm im Urániaoder PuskinKino anschauenund nachher insGerlóczy gehen.“Denn sowohldas Uránia alsauch das Puskinsind sogenannteKunst-Kinos undbringen neben Filmen in Originalspracheauch viele Werke, die es nicht in die großenMultiplex-Kinos schaffen. Künstlerisch wertvollund noch mit echtem Filmtheatergefühlgibt es teils sogar noch einen Gong vor BeginnMehr Informationen unter:Uránia Filmtheaterwww.urania-nf.huPuskin Filmtheaterwww.puskinmozi.huKaffeehaus Gerlóczywww.gerloczy.huDéryné Caféwww.cafederyne.huKaffeehaus Centrálwww.centralkavehaz.huBrody House Hotelwww.brodyhouse.comdes Films. Danach einen Kaffee und ein leckeresStück Kuchen in einem Kaffeehaus – undselbst ein Tag, der mit Regen begann, kannnoch zu einem Sonnentag werden.Gemeinsam mit Freunden sieht die Sachejedoch ganz anders aus: „Ich würde meineFreunde immer im Brody House unterbringenund als erstes eine Stadtrundfahrt mit ihnenmachen. Das ist eine gute Möglichkeit, einenersten Überblick zu bekommen“. Denn Budapestist zweifelsohne zu vielfältig, um allesauf einmal zu erfassen. Deswegen empfiehltJanine Odzuck auch den Weg in den XII. Bezirk,denn dort gibt es einen Aussichtspunkt,der den langen Weg aufwärts vergessen lässt.Von dort ginge es weiter ins berühmte Zwack-Museum, denn „hier sieht man an einem Familienunternehmendie Geschichte Ungarnssehr spannend und kurzweilig“, stellt sie fest.Danach empfiehlt sich eine Shopping-Tour,denn Budapest bietet eine Vielzahl an jungenund etablierten Designern, Schmuck- undSchuhmachern.Budapest istliebenswert, weil...Gefragt danach, warum Budapest so liebenswertsei, antwortet Janine Odzuck wieeine echte Budapesterin: „Die Stadt hat dieschönste Lage und die schönsten Stadtpanoramen,die ich kenne. Die Patina der Stadt,das boheme Leben mit seinen vielfältigenImprovisationen, die “romkocsmák” (Ruinenkneipen;Anm.) wie Kuplung, Symbol undviele andere machen das Leben hier aus. DasImprovisieren überhaupt, sich stets selbst zubemühen und Sachen funktionieren zu lassen,die nicht machbar erscheinen, nicht allesals gegeben und statisch anzusehen, sondernals Herausforderung – das alles setzt vielkreative Energie frei, und das gefällt mir.“Ihre Lieblingsrestaurants staffelt JanineOdzuck gleich nach Tageszeit. Zum Frühstückam Wochenende ins Déryné oder Gerlóczy,auf einen Kaffee später ins Central und amAbend steht das Kiosk, Kolor oder Spitz hochim Kurs. Auch das Baldasztis ist eine Empfehlung,denn „hier wird umwerfend gekocht!“▶▶EKGZwack Museumwww.zwack.hu/museum-budapest.phpKioskwww.facebook.com/kiosk.budapestKuplung Barwww.facebook.com/kuplungSymbol Restaurantwww.symbolbudapest.huMarianna MassageRelocationImmigrationoutcall and incall+36 30-862 8155(call for appointment)www.massage-marianna.comThinking Relocation?Think Interdean.Tel. 888-6750budapest@interdean.com“We make iteasy”MovingReal EstateWindkraft & Sonnenenergie in UngarnKrisch Energiatechnika KER. Kft.Werner Mayr, Kinizsi utca 4, 8291 NagyvázsonyTelefon: +36 (30) 685-3200Fax: +36 (88) 264-727E-Mail: krischenergiatechnika@gmail.comPRIVATEKrankenversicherung• für ständig in Ungarn lebende Ausländer• Eintrittsalter bis 65• abhängig von Alter und Leistungsumfang ab124 Euro pro Monatat & t Bt. Vermittlungvon KrankenversicherungenŐsi u. 19 , 8181 BerhidaTel./Fax (06-88) 454-167, Mobil (06-30) 378-0579Für Budapest: Gabriele Wesche(06-30) 912-0193E-Mail: antipi@enternet.huwww.versicherung-in-ungarn.comSuche für meine Kinder 8 + 11 täglichen Deutschunterricht,Auskunft unter + 36 309 33 99 90. EG35360030Deutsche Kindergartenpädagogin übernimmt regelmäßigeKinderbetreuung tagsüber.Tel.: +36 20 501 0049BM35350029


30. August – 5. September 2013Budapester ZeitungG a s t r o n o m i e15Im Porträt: Karin Schmitz, Managerin des Casabrasil auf der Andrássy út„Zu hause ist, wo mein Koffer steht”paar Monate später im Casabrasil:.Hier zeigt die schmale Fraumit den dunklen Augen zu ihrerRechten:. „Das hier ist von JudithKlein, einer brasilianischenKünstlerin, die in Ungarn lebt.“Ihre Arme deuten auf Wandinstallationenaus mehreren wurzelartigenÄsten, die mit rundenBällchen verzahnt und eigens fürihr Restaurant angefertigt sind.„Inspiriert wurde das Ganze vonManiok-Wurzeln aus Brasilien“,erläutert Schmitz.zu bekommen. „In vielen brasilianischenRestaurants in Europaist die Küche deshalb sehr europäisch.”Zuckerhutan der DonauFür Schmitz ist die Authentizitätbei Zutaten und Gerichtenjedoch besonders wichtig. So könnenetwa die Gäste beim traditionellenRod izio zwischen 10 bis12 Fleischsorten wählen, die ih-sehr wohl: „Ich mag die Menschenhier, die meisten sind super entspanntund sehr offen.“ Budapestist auch der der erste Ort für sieund ihren Mann, mit dem sie keinegemeinsame Sprache verbindet -eine bewusste Entscheidung. Zurzeitwerden die Räumlichkeitenund das Programm des „Casabrasil“noch weiter verfeinert. „Wirarbeiten gerade an einer neuenSpeisekarte und probieren unsan hauseigenen Cocktails.“ Mitihren Mitarbeitern sitzt sie auchKarin Schmitz ist Cosmopolitin in Reinform.Rio de Janeiro, Lissabon, Berlin,Buenos Aires und nun Budapest:Karin Schmitz ist eine Weltenbummlerin.Die gebürtigeBrasilianerin lebte selten mehrals fünf Jahre im gleichen Land.Vor einem Jahr eröffnete die31-Jährige mit ihrem Vater dasbrasilianische Restaurant derungarischen Hauptstadt.Wenn die Glöckchenam Tamburin scheppern,die Hände derMusiker auf die Trommeln prasselnund das Cavaquinho zupfen,dann vibriert der Andrássyút rund um das „Casabrasil“ undKarin Schmitz‘ Idee ist Wirklichkeitgeworden. Verrückt klingtes schon: Mitten auf der PrachtstraßeBudapests veranstaltet siein ihrem Restaurant im Septemberden traditionellen Rundtanz„Samba de Roda“. Eben hier eröffnetesie vor einem halben Jahr gemeinsammit ihrem Vater die brasilianischeBar und Churrascaria.„Mich verschlägt es in Städte, dieim Wandel sind. Genau deshalbsind wir auch in Budapest. Hiergibt es so viele Möglichkeiten, etwasNeues zu schaffen.“Dazu ist der Lebenslauf der31-Jährigen schon beeindruckend:Sie wuchs in Rio de Janeiro auf,zog mit ihrem Vater, einemGastronom, mit fünf Jahren nachPortugal. Mit 18 begann sie dannin Berlin ihr Modedesign-Studium,arbeitete zwischenzeitlich inFlorenz und Genf und sammeltein Buenos Aires erste Erfahrungenin der Hotelbranche. Erstseit einem Jahr lebt sie mit ihremdreijährigen Sohn und ihrem isländischenMann, den sie nichtzwischen Geysiren, sondern inLissabon kennenund liebengelernt hat, inUngarn.Die Ideefür das RestauranthatteSchmitz schonseit ei ner Weileim Kopf. DieFreund schaftihres Vatersmit dem brasilianischenBotschafter inUngarn brachtedann dieEntscheidung,das erste RestaurantmitCopa Capabana-FeelinginBudapest zueröffnen. EinAmazonasund DonauDenn mit ihrem Restaurant willdie junge Frau auch ein Stück zurbrasilianischen Kultur in Ungarnbeitragen. „Natürlich gibt es aberauch schon einige kleine Eventswie z.B. Spiele-Nachmittage fürKinder von Brasilianern und Portugiesenoder eine brasilianischeWoche.” Tatsächlich besuchenzahlreiche Brasilianer ihr Restaurant.„Ich freue mich sehr, dass imSeptember400 bis 500neue Brasilianerin dieStadt kommen,die fürein Wissenschaftsprojektein Jahrlang hier forschen.”DerGrund für diehohe Akzeptanzbei ihrenLandsleutenliegt auf derHand: Diemeisten derZutaten fürtraditionellebrasilianischeKost seienin Ungarneinfach nichtnen die brasilianischen Köche amTisch von einem großen Fleischspießabsäbeln. Dazu reichen siewarme Käsebällchen, Salat mitStücken von eingelegtem Palmenmarkund schwarze Bohnensuppe,die aus der Tasse getrunken wird.„Das Rodizio stammt aus der KücheSüdbrasiliens, aus der Kücheder Cowboys, die einst mit ihrenRinderherden Feuer machten undweit ab jeglicher Zivilisation ihrFleisch grillten”. Daher auch derder Name „Churrascaria“, der soviel bedeutet wie „Grillhaus“. DasFleisch importiert Schmitz, wieviele andere Zutaten auch, ausLateinamerika.Schmitz fühlt sich in Budapestschon mal abends gemeinsam indem sonst menschenleeren Restaurantund probiert ihre neuenKreationen aus. „Der Chico Bentomit Gin und Guavensaft ist imMoment mein Liebling“.Für den brasilianischen Unabhängigkeitstagam 7. Septembersteht der Plan schon: Nebender Lesung einer brasilianischenProfessorin wird auch eine großeParty mit Live-Musik stattfinden.Und zu Bossa Nova-Klängen wirdauch in Zukunft im „Casabrasil“gegessen, getrunken und getanzt,als wäre der Zuckerhut an die Donaugewandert.▶▶JaninaRottmann


16 P a n o r a m aBudapester Zeitung5. Juli – 11. Juli 2013Kompakt„Bring‘ mich nachHause“-AppDas Tele kommunikationsunternehmenTelenor stellte am Dienstag zusammen mit derBring‘ mich nach Hause-Stiftung eine ganzbesondere Applikation vor: Die „Bring‘ michnach Hause“-App. Diese soll einerseits Herrchenbei der Suche nach verlorenen Tierenhelfen, andererseits können streunende Hundegemeldet werden. Zudem können TierheimeInformationen an interessierte Herrchen in spesenden.RechtsextremesGedenkkonzert geplantIn Budapest soll am 12. Oktober einGedenkkonzert für den 1994 bei einerSchießerei gestorbenen Sänger Joe Rowander US-Band „Nordic Thunder“ veranstaltetwerden. Organisiert wird das Konzert von deramerikanischen neonazistischen Vereinigung„Hammers kin“, deren Mitglied Rowan war.Genauere Details zum Konzert sind noch nichtbekannt, es sollen sich aber Bands aus ganzEuropa beteiligen.NEUES VOMFranz-Liszt-Flughafen• DHL zieht im Budapest Airport BusinessPark ein. Wie die Budapest AirportZrt. noch Anfang August mitteilte, bezog diefür den Transport zu Luft und zu Wasserzuständige DHL-Tochter, die DHL GlobalForwarding ihr über 10.000 m² großes neuesQuartier im Airport Business Park. Dasneue Areal bietet 3.000 m² Bürofläche undein 7.800 m² großes Lager. Doch noch eineweitere ungarische DHL-Tochter wird dorteinziehen: Den bisher in Vecsés tätigen 150Mitarbeitern werden sich zum Jahresende 80weitere von DHL Freight anschließen.• Online-Parking Sommerhit. Wie BudapestAirport Zrt. vor zwei Wochen mitteiltemussten aufgrund der Beliebtheit desOnline-Parkings am Terminal 2 neue Ersatz-Parkplätzevorbereitet werden, damitman nicht das „überfüllt“-Schild beim HolidayPlus und Holiday Parkplatz anbringen musste.Selbst Experten des Flughafenbetreiberswaren davon überrascht. Beim Online-Parkinghaben Fluggäste die Möglichkeit, biszu 24 Stunden vor ihrem Flug von zuhauseaus einen Parkplatzzu reservieren undje nach Stellplatz 60%an Kosten zu sparen.FC Bayern testete beim ungarischen Meister Győri ETO FCGutes Spiel, schöner SiegZwei Tage nach dem Bundesligastart gegenMönchengladbach, (3:1) gastierteAnfang August der Triple-Sieger beimungarischen Meister Győri ETO FC.Die Reise ins Dreiländereck Ungarn-Slowakei-Österreichwurdeein gefädelt von Bayern-Partner AudiAG, deren Tochtergesellschaft, die AudiHungaria Motor Kft., in diesem Jahr ihr20jähriges Bestehen feiert. Karl-HeinzRummenigge war sofort Feuer und Flammefür die Idee: „Als mich Herr Winterkornvor ein paar Monaten anrief undbat zum 20. Jubiläum von Audi Hungarianach Győr zu kommen, habe ich überdie Antwort nicht lange nachgedachtund den Termin sofort mit großer Freudezugesagt.“ Für den FC Bayern ist dasübrigens nicht der erste Besuch in Győr:Obwohl ein Freundschaftsspiel, schenkten sich die Mannschaften nichts.Schon im Mai 2004 war der deutsche Rekordmeisterhier zu Gast und gewanndas Freundschaftsspiel gegen ETO FCmit 4:1.Pep Guardiola, Trainer des Rekordmeisters,bedankte sich denn auch bei Audi fürdiese Möglichkeit: „Ich bin sehr froh, dasswir hier sein dürfen. Audi spielt eine wichtigeRolle beim FC Bayern München.“Das Spiel wurde mit Spannung erwartetund blieb keinesfalls hinter diesen zurück.Besonders Mitchel Weiser hatte in den Anfangsminutenein paar gute Ideen und prüfteals Erster ETO Schlussmann Lubos Kamenar(6.,8.). Dann legte der ungarische Meister,der in der Champions–League–Qualifikationan Maccabi Tel Aviv gescheitert ist und in derLiga nach drei Spielen noch auf einen Siegwartet, seine Nervosität ab.Tom Starke bewahrte den FCB mit starkenParaden gegen Nemanja Andric (11.) und MihaiNicorec (23.) vor einem Rückstand.Dann bekamen die Münchner die Partiewieder in den Griff. Sie drängten nun aufden Führungstreffer. Das 1:0 schien nur nocheine Frage der Zeit, doch es fiel auf der anderenSeite, nach einem Bayern –Eckball schalteteGyőr blitzschnell um, Leandro Martinezließ Starke mit einem strammen Schuss aus13 Metern keine Abwehrchance, 0:1 (40.)Noch vor der Pause bemühten sich die Bayernum den Ausgleich, der Schuss von Derflingersegelte über das Tor (44.).Was für ein Einstand: Nationalspieler MarioGötze bedankte sich bei seinem erstenSpiel für den FC Bayern mit zwei Toren. Der21jährige ist im Sommer für 37 MillionenEuro von Borussia Dortmund zu den Bayerngewechselt. Der lange verletzte Neuzugangsteuerte zwei Treffer (63., 90.) zum 4:1 Sieg(0:1) im Testspiel beim ungarischen MeisterGyőri ETO FC bei.Die übrigen Tore erzielte Xherdan Shaqiri(58.71.), in der ersten Halbzeit hatte LeandroMartinez (40.) die Gastgeber überraschend inFührung geschossen.Der 21jährige Mario Götze, der mehr alsdrei Monate wegen eines Muskelbündelrisspausieren hatte müssen, wurde in der 60.Minute eingewechselt. Er agierte fortan inder Sturmspitze als sogenannte falsche Neunund benötigte nur drei Minuten für seinenersten Treffer. Der Nationalspieler, der erstvor neun Tagen das Mannschaftstraining begonnenhatte, hinterließ insgesamt einen vielversprechendenEindruck. Nachdem Götzeins Spiel gekommen war, sorgte er sofort fürWirbel und setzte später den Schlusspunktund traf zum 4:1 Endstand in der 90. Minute.Die Sportveranstaltung war ein neuer Meilensteinim langjährigen sportlichen Engagementdes Premium-Automobilherstellers inUngarn. Die Spieleinnahmen wurden vonAudi und dem Club für NachwuchsförderungExpat-Talentshow geht in zweite RundeAb zum FinaleVergangenen Donnerstag ging im Mozsár Kávézó die vierteRunde der Budapester Talentshow über die Bühne und botdem Publikum erneut einen unterhaltsamen Abend. Die vonDanube Events organisierte Talentshow wurde im Juli als Experimentgestartet. Die Kandidaten und Jury der englischsprachigenLiveshows kommen sowohl aus Ungarn als auch demAusland. Eine große Neuerung stellt die vierköpfige Expertenjuryaus “Berühmtheiten” dar. Die ersten drei Shows waren bereitssehr erfolgreich, wenn es darum ging, bemerkenswerteTalente auszugraben.Die aktuelle Show hatte – mit Kandidaten aus vier verschiedenenLändern und Juroren aus zwei weiteren Ländern –die bisher internationalste Aufstellung zu bieten. Zu Beginn desAbends stellte der Gastgeber Howard Cohen die Juroren vor – mitScherzen und Beschimpfungen zwischen den Beteiligten noch vorder ersten Aufführung. Die schwedische Opernsängerin Rebeckaund an soziale Projekte der Region gespendet.▶▶Peter WolfSternberg und Musiker Gábor Bihari verstärkten die reguläreJury bestehend aus dem Hollywood-Schauspieler Richard Rifkinund Musiker Noel Mayer.Den Abend eröffnete der englische Singer/Songwriter KevinJohnson, der zwei seiner eigenen Songs vortrug. Ein guter Wegdie Show einzuleiten, denn Kevins fröhliche und oftmals witzigeLieder brachten die Zuhörer in die richtige Stimmung.Die russische Sängerin Marysia Ananiewska war die nächste aufder Bühne, und schon nach wenigen Augenblicken hatte sie dasPublikum in ihren Bann gezogen. Das Lied war eine wundervolle acapella Version eines traditionellen polnischen Liedes, welches siesehr beherrscht und mit großer emotionaler Hingabe sang.Nach der Pause gehörte die Bühne ganz dem amerikanischenKomiker Mel Morrison – leider nicht sonderlich erfolgreich.Marcus De aus Deutschland beendete die Show mit drei Liedern,welche er mit einer Akustikgitarre, einem Kazoo und einemkleinen Tamburin, das an seinem Schuh befestigt war, vortrug.Das Publikum und die Jury nahmen seine Performance begeistertan. Auch eine weitere Show mit herausragender Aufführungenkonnte Marcus De nicht davon abhalten, die Talentshow Ungarnweitzu gewinnen. Er wird am 19. September im großen Finaleauftreten.▶▶Howard Cohen

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