DEUTSCHE BAUZEITUNG

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DEUTSCHE BAUZEITUNG59. JAHRGANG * N ° 101 * B E R L IN , D E N 19. DEZEM BER 1925H E R A U S G E B E R : P R O F E S S O R E R IC H B L U N C K , AR C H .SCHRIFTLEITER: REG.-BAUM EISTER a. D. FRITZ EISELEN.Alle Rechte Vorbehalten. — Für nicht verlangte Beiträge keine Gewähr.Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten am Freiburger Münster.Nach einem Vortrag des Münsterbaumeisters Dr. Fr. Kempf auf dem Tag für Denkmalpflegeund Heimatschutz in Freiburg i. Br. 1925.(Hierzu eine Bildbeilage und die Abbildungen auf S. 803.)edner entw ickelte zunächst in kurzen Gotik. Die Einzelheiten dieses Bauteils m achen in ihrerZügen die B augeschichte des noch unverstandenen, an die vorausgegangene Form enspracheM ünsters. D er B au stellte sich danachanklingenden Stilisierung einen derben, alter­nicht als ein einheitlich erbautestüm lichen E indruck. — Im w eiteren V erlauf desW erk dar, sondern als einallm ählich gew ordenes, als das E r­13. Jahrh u n d erts sind geübtere K räfte am W erke, die'vier w estlichen Joche der Seitenschiffe fortzusetzengebnis einer m ehr als dreihundertjährigenund zu vollenden. Von Ost nach W est m acht sichbaulichen E ntw icklung, diesich von der spätrom anischen Stilepoche bis zur spätestgotischen an dem B auw erk deutlich erkennen läßt.Die erste P fa rrkircheeine stete F ortentw icklung der Bauform en bem erkbar,die sich in der A nlage des beherrschenden W estturm es •zu ihrer reifsten Blüte entfalten.Eine zeitlich ersteerblickt derBlüte und doch zu­Redner in dem G otteshaus,gleich reifste F ruchtdessen schondeutscher gotischerin der G ründungsurkundeT urm baukunst v er­g ed ach t ist,k ö rp ert der F rei­durch die H erzogburger M ünsterturm ,K onrad von Z ähringenein Turm ideal, wieim Ja h re 1120es seither noch viel­Freiburg ins Lebenm als versucht w ordenrief. K em pf nim m tist, aber niem it guten G ründende» F reiburger Turman, daß es die „Ek-übertroffen hat. Zumklesia“ w ar, in deral die Ü berleitungder Hl. B ernhard vonvom V iereck in dasClairvaux 1146 denA chteck ist wohl dieKreuzzug predigte,genialste,die bis heuteeine K irche, die aucherfunden w urde. Sieschon auf dem heutigengeht für das AugeM ünsterplatz ge­standen h atte. Nachkaum zwei M enschenalternso einfach, so n a tü r­lich und so selbstverständlichvor sich,erw ies sie sichals ob eine anderefür das inzwischenLösung gar nichterstarkte G em einw e­denkbar w äre. Diesen als zu klein. EsUmrißlinien des T u r­kam zu einem N eubau,der in die R e­und so vollendetmes sind so fließendgierungszeit Bertschön,wie m an sieholds V., des letztenan keinem gotischenHerzogs von Z ähringenfällt. Diese etw aTurm der W elt wiederfindet.Die Meisterdes Turm es könnenum die W ende des12. Ja h rh u n d e rts begonneneA nlage h atnicht m it Sicherheitgenannt w erden;vielleicht kom m t alsman sich als einezw eiter ein Meisterdreischiffige,gew ölbteG erhard in F rage,Basilika spätrom a­dessen Bildnis m annischen Stiles zu denken,mit K reuzschiff,•als K ragstein unterAbb.zwei O sttürm en und1. Eingerüsteter Hauptturm (Achteckhalle u. H elm ). der V ierortgalerieverm utet. Das b au ­einem kl< inen, in 'inSeiten des A chtecks geschlossenen Chor. Von dieserliche W erden des Turm es vollzog sich in der zweitenKirche, die nicht ganz zum Abschluß gekom m en w ar,H älfte des 13. bis in die Mitte des 14. Jah rh u n d erts.stehen heute noch bedeutsam e R este: das QuerschiffN achdem der T urm bau eine gewisse Höhe erreichtmit der Vierung' und die sechs unteren Stockw erke derh atte, w urden die vier W est joche des M ittelschiffeshochgeführt und eingewölbt. Die S pätgotik führte dasbeiden O sttürm e.Um 1240, als sich ein jäher U m schwung der B augesinnungvollzog, w urde das ^Verk u n ter den letztenW erk zum Schlüsse m it dem Bau des neuen Chores.E r w urde 1354 von H ans von Gm ünd aus dem M eistergeschlechtder P arier begonnen. D er Bau blieb aberGrafen von F reib u rg im gotischen Sinne fortgesetzt.Die östlichen Schiffsjoche zeigen die ersten Keim e derüber 100 Ja h re unfertig stehen. H ans N iesenberger797


von Graz setzte ihn 1741 fort. Im Jahre 151°die Gewölbe des Hochchores geschlossen und J51Jkonnte dieser eingeweiht werden. Mit dem^ ^horbahaben die großen Bauleistungen ihren Abschluß erreichtIm zweiten Teil seines V ortrages, den er durchzahlreiche Lichtbilder erläuterte, von denen wir einigeim Text und in der Bildbeilage wiedergeben, die emero-eleo-t,ist, dessen entscheidende Beschlüsse, bei freierE ntfaltung seiner T ätigkeit, den berufenen Organendes Vereins unterliegen. Über die A nfänge des M ünsterbauvereinsund über die Berufung hervorragenderS achverständiger im Ja h re 1889 berichtete der M ünsterbaumeister bereits im zw eiten D enkm alpflegetag imJahre 1901. (Vgl. D eutsch. Batg. 1901, S. 536 ff.)seits die aufgetretenen Schäden und andererseits dieAusbesserungen, Ergänzungen und Erneuerungen sowieauch die Behandlung der A nsichtsflächen der Steineerkennen lassen, kam der Redner auf sein eigentlichesThema, die Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeitenam M ünster zu sprechen.Einleitend bem erkte er, daß das Schicksal des Bauesseit dem Jahr 1890 in die Hände des M ünsterbauvereins798Durch E rw erbung eines A nw esens (1910) w ar esdem Verein möglich, eine allen A nforderungen entspr.neue B auhütte zu errichten, denn die alte, 1600 erbaute,erwies sich in bezug auf G eräum igkeit, L icht und Luftals gänzlich ungenügend. A uch ein öffentlich zugänglichesMuseum, dem m an in seiner E ig enart kaumanderswo begegnet, w urde geschaffen, in dem diealten B aureste und die G ipsabgüsse vom M ünster auf-No. 101.


Abb. 3 (links oben).Nördliches Chorportal.Abb. 4 (rechts oben). Hauptportal inder Turmvorhalle.Abb. 5 (links unten). Peter- und Pauls-Kap eile u. nördl. Querschiffs-Portal.Abb. 6 (hierüber). Südliches Seitenschiff-Portal.Sicherungs- und W iederherstellungarbeiten am Freiburger Münster.19.. Dezember 1925.799


Abb. 7 u. 8.Figurenbaldachin am südlichen Seitenschiff . (R echts vor, links nach W iederherstellung.)Abb. 9. Südseite von Osten aufgenommen Ahh in ei, « -i , „Abb. 10. Chorpfeiler d. Südseite über d. Plattforigestellt werden. Dann wurden die Freihmo-p,- t „„«.„i ,M ünsterblätter“, die der wissenschaftlichen D enkm al ■ e n 3ce’01eib m ußten aber au s M angel an G


Abb. 11.Schlußstein eines Fenstergiebels am H a u p ttu rm .Abb. 12.Unterer westlicher Turmbaldachinmit Fürstenfigur.Abb. 13. P osaun en en gel am Hauptturm (neu). Abb. 14. Maßwerk vom Helm des Haupt türme s.Sicherungs- und W iederherstellungsarbeiten am Freiburger Münster.


erscheinen zu lassen, die abgesehen von der Vermehrungdes Inhaltes um zusammen 30 Seiten in Teil I und IIin der Wiederaufnahme des früheren, erst durch die Notder Kriegsjahre abgestellten Gebrauches zum Ausdruckkommt, einen III. Teil, Skizzenbuch, beizufügen mitphotographischen Aufnahmen von Architekturwerken. Indiesem Jahrgang sind es 48 Blatt Architektur-Einzelheitenaus Profan- und kirchlichen Bauten, vorwiegend aus denHansestädten, nach eigenen Aufnahmen von ProfessorE. Blunck, Berlin. Auch in der Hinzufügung einesdurchschossenen als Notizbuch dienenden Kalendariums inTeil I zeigt sich die Vermehrung.Selbstverständlich ist der Kalender in allen Teilendurchgesehen, zeitgemäß geändert und ergänzt, vor allemauch hinsichtlich neuerer gesetzlicher Bestimmungen,technischer Vorschriften oder Vereinbarungen. Im Einzelnenist über die Veränderung und Vermehrung des InhaltesFolgendes zu sagen:In Teil I, Taschenbuch, sind bereits in dem diepersönlichen Verhältnisse der Architektenbetreffenden Kapitel IV die erst gegen Ende desJahres 1925 vom AGO-Ausschuß beschlossenen Änderungenhier auch das Wichtigste aus der Steuergesetzgebung1926 mitgeteilt. Wesentlich neugestaltet istauch der Abschnitt, der die Pflichten des Architektengegenüber seiner Angestellten behandelt,auf Grund der neuen Versicherungsvorschriftenund -Sätze. Das Kapitel VI, Grundlagen der Veranschlagungist dadurch den neuen Verhältnissenangepaßt, daß die nach dem großen Bauarbeiterstreik imHerbt 1925 sich ergebenden Preise hier eingesetzt sind.Wertvoll wird dem Architekten auch ein neues kleinesKapitel VII sein, das Angaben macht über die Geldbeschaffungfür Wohnungsbauten durch Vermittlungder Wohnungsfürsorge-Gesellschaften und dieAdressen der letzteren zusammengestellt. Die Kapitel IX,Vergebung der Bauarbeiten und Lieferungen,und X, Bauerlaubnis und Bauabnahme,haben durch Bezugnahme auf die neuen technischen Bedingungendes Reichsverdingungs-Ausschusses bezw. aufdie neue Berliner Bauordnung, die erst Ende 1925 erschien,an Wert gewonnen.Im Teil II, Nach sch lagebuch, sind die Änderungennaturgemäß nicht so durchgreifend, da hierAbb. 15 u. 16. F e n s te r k ap i t e 11 e vom Hauptturm.Sicherungs- und W iederherstellungsarbeiten am Freiburger Münster.der Gebührenordnung der Architekten aufgenommen,die von diesem zur Anwendung auf Grund vonVereinbarungen mit den Auftraggebern empfohlen werden,bis die Anerkennung der Neufassung durch die Reichsbehördenwieder erreicht ist. (Wegen der Preisabbau-Aktion der Reichs-Regierung zurzeit aufgeschoben.) Nurals Mindestgebühr gilt also, wenn keine Vereinbarungengetroffen sind, die bisherige, von den Reichsbehördenanerkannte Gebührenordnung vom 1. 7. 19h3weiter. Verwiesen sei im übrigen namentlich auf die neueG. 0. f ü r Städtebau, die den heutigen Verhältnissenund neuen Aufgaben auf diesem Gebiete Rechnungträgt und dem Architekten eine angemessene -Gebührsichert, was nach der in der Inflationszeit erstmalig aufgestelltenGebührenordnung für Städtebau nicht der hallwar. Ein kurzer neuer Abschnitt über die noch immerstrittige Frage der Berufsbezeichnung deiArchitekten wird auch Manchem willkommen sein.Eingeschoben ist hier auch ein neuer umfangreicher Abschnitt,die Aufwertungsgesetze betreffend, (vomStadtrat a.D . Junghans, Berlin) namentlich über die denArchitekten interessierende Frage der Hypothekenaufwertung.Unter den Tabellen ist auch die am t­liche Aufwertungstabelle aufgenommen. Im übrigen wird19. Dezember 1925.namentlich alle die Angaben vereinigt sind, die nicht soschnellem Wechsel unterworfen sind. Aber auch hierfinden sich wesentliche und wichtige Änderungen. So sindim Kapitel I, Hochbauausführungen, die erstEnde 1925 herausgekommenen neuen Bestimmungenfür Beton und Eisenbeton berücksichtigt und imKapitel IV, Statik, auch die neuen baupolizeilichenVorschriften für Flußstahl, namentlichdes hochwertigen Baustahls 48. Das KapitelV, Grundlagen des Städtebaues, ist durch Bezugnahmeauf die wichtigsten Vorschriften des letztbekanntgewordenen Entwurfes des preuß. Städtebaugesetzes,die zum Teil schon jetzt Berücksichtigung finden,erweitert, und außerdem sind in einem Anhang aus derneuen Berliner Bauordnung 1925 die Bestimmungen herausgeschält,die auf den Städtebau von Einfluß sind. DieBauklasseneinteilung und Baudichte sind hier durchTabellen und Skizzen klargelegt, Kap. VI, Baubehördenusw. umfaßt Richtigstellungen und Erweiterungen. —So stellt der neue Baukalender 1926, an dem eine ganzeReihe von Fachleuten mitgearbeitet haben, wieder einenFortschritt gegenüber dem letzten Jahrgang dar und gibtdem Architekten auf allen Gebieten seiner Tätigkeit Ratund Auskunft. — — Fr. E. —803


STANDESFRAGEN u n d VEREINS LEBENu dieser wichtigen, auch in der Tagespresseoffc von einseitigem, politischem oder per-^ i -sönlichem Standpunkt erörterten Fragenimmt jetzt auch der „Bund Deutscher Architekten“,Ortsgruppe Berlin, wie folgt,„Die Wald eines neuen Stadtbaumeisters für Groß-Berlin,in unverantwortlicher Weise schon allzulange hinausgeschoben,soll jetzt endlich erfolgen Das zu vergebendeAmt ist eines der wichtigsten der ganzen städtischen Verwaltung.An ihm hängt die Erfüllung hoher kulturellerund künstlerischer Aufgaben, es greift mittelbar oder unmittelbarin das gesamte Wirtschaftsleben der Stadt einund kann die geistige und wirtschaftliche Existenz nichtnur der ganzen Architektenschaft, sondern aller in derbildenden Kunst tätigen Kräfte entscheidend gestalten.In dieser Erkenntnis hält es der Bund DeutscherArchitekten für seine Pflicht, zu der Wahl eines StadtbauratesStellung zu nehmen und eine Reihe ihm notwendigerscheinender Forderungen zu erheben:1. Das verantwortungsreiche Amt eines Stadtbauratesvon Berlin darf nur eine kraftvolle und phantasiebegabtePersönlichkeit erhalten, welche die höchsten Ansprüche anfachliche Eignung erfüllt und dabei stark genug ist, ineinem weitverzweigten Verwaltungsbezirk den zentralenWillen zu bilden und bürokratischen Hemmungen nicht zuunterliegen. Hiermit soll gesagt sein, daß der zuwählende Stadtbaurat nur dem Fachgebiete der Architekturentnommen werden kann, in dem allein sich die Möglichkeitbietet, die Gabe schöpferischer Kombination zu entwickeln.Nur ein befähigter Architekt wird der Lösung baukünstler.und großer städtebaul. Aufgaben gewachsen sein.Nach jahrelangem Stillstand und gar Abbau auf denwichtigsten Wirkungsfeldern kommunaler Selbstverwaltunghäufen sich die ihrer Lösung harrenden Probleme, vondenen hier besonders hervorgehoben seien: eine befriedigendeund auf weite Sicht getroffene Regelung desVerkehrs, eine ebenso sehr aus künstlerischem wie sozialemGeist geborene Förderung der dringenden Wohnungsfrage,Erfüllung der hygienischen Notwendigkeiten in ihremweitesten Sinne und die Pflege der Künste.Sachkennern und Fachleuten ist erschreckend zumBewußtsein gekommen, daß die Bürokratie trotz besterAbsichten, die hier und da bestehen, nicht die Kraft aufbringt,die teils völlig ruhenden, teils unheilvoll verfahrenenDinge auf Bahnen einer Entwicklung zu leiten,die, eine Katastrophe noch verhindern könnte. Die Überzeugungist allgemein, daß nur die kraftvolle Initiativeeiner schöpferischen Persönlichkeit einen Wandel derDinge herbeiführen kann. Sie wird aber nur dann ihre Aufgabebewältigen können, wenn sie alle geeigneten produktivenKräfte, über die Berlin verfügt, zur Mitarbeit heranzieht.Zur Frage der Stadtbauratswahl in Berlin.2. Bei der Wahl eines neuen Stadtbaurates muß dasAlter der Bewerber mehr denn ■je in Betracht gezogenwerden. Der neue Inhaber des Amtes, welches diesem eineschwerere Arbeitsbürde auferlegen wird als in allen Zeitenzuvor, muß unverbraucht sein und in einem Alter stehen,daß er nach menschlichem Ermessen imstande ist, dieArbeiten, die er begonnen, auch zu vollenden.Dem Riesenkomplex Groß-Berlin ist nicht damit gedient,daß Pläne begonnen werden, die vielleicht nachwenigen Jahren schon den abweichenden Meinungen einesNachfolgers zum Opfer fallen. Die Stadt muß im Gegenteilbesonderen Wert darauf legen, die lange Zeit hindurchvermißte Konsequenz in ihrer architektonischen undstädtebaulichen Entwicklung für eine Zeitspanne zusichern, die hinreicht, eine große, ideenvolle Planungeinigermaßen zur Ausführung zu bringen. Dem Systemder stückweisen Erledigung herantretender Aufgaben mußein Ende bereitet und die zukünftige bauliche Gestaltungder Stadt nach festen Grundsätzen und klar vorgezeichnetenRichtlinien von einem in der Vollkraft seinesSchaffens stehenden Architekten vorgerlommen werden.Die allein dekorativen Zwecken dienende Wahl eines„Repräsentanten“ würde keine Gewähr dafür bieten, daßdie Wirklichkeit und ihre Aufgaben fachmännisch gewertet,erfaßt und durchgeführt werden.3. Von dem zu berufenden Manne muß eine klareErkenntnis des Wertes der ernsten Arbeit als solcher,ohne Ansehen der individuellen Neigung, der sie entspringt,verlangt werden. Es darf deshalb an die Spitzeder städtischen Bauverwaltung nicht eine in radikalen undeinseitigen Kunstanschauungen befangene Persönlichkeitwerden, die in ihrer Positon eine Monopolstellung für sichselbst oder ihr nahestehende Richtungen erblicken würde.Dorthin gehört vielmehr ein Mann, der gewillt ist, allewirklich befähigten Fachleute, gleichviel welcher künstlerischenRichtung sie angehören, für die zukünftige GestaltungGroß-Berlins zu interessieren und sie im weitestenUmfange zur Mitarbeit heranzuziehen.4. Die zuständigen Behörden sollten nicht das Zufallsergebniseiner Ausschreibung zum alleinigen Ausgangspunktder Wahl machen. Vielmehr sollte die Stadt Berlin,in der Überzeugung, daß für den Posten eines Stadtbauratsder beste Mann gerade gut genug ist und daß dieser gesuchtwerden müsse, aktiv sich betätigen und auseigenem Entschluß und ohne Verzug mit den geeignetenPersönlichkeiten in Verhandlungen eintreten, die genaueKenntnis der Aufgaben besitzen und nach dem Grad ihrerBefähigung für das höchst verantwortliche Amt am geeignetstenerscheinen.“ —Wir können uns den Ausführungen in allen wesentlichenPunkten anschließen. —Vermischtes.Gebührenordnung der Architekten und Ingenieure.Bezüglich der aus der Inflationszeit stammenden G. 0.vom i. 7. 1923 besteht seit langem Klarheit, daß sie heutenicht mehr ausreichend ist, besonders, daß die Berechnungder Gebühr nach den Friedensbaukosten eine Quelle vonStreitigkeiten und vielfach praktisch undurchführbar ist.Ober eine Umgestaltung der Gebühren auf Grundlage derheutigen Baukosten nebst einigen anderen Änderungen wardaher zwischen den technischen Referenten in der Reichsbauverwaltungund dem AGO-Ausschuß grundsätzlicheEinigung erzielt, eine offizielle Anerkennung durch dieReichsbehörden mußte aber mit Rücksicht auf die vonder Reichsregierung eingeleitete Preisabbauaktion einstweilenvertagt werden. Der AGO-Ausschuß hat sich dahermit Rücksicht auf die Notlage der im freien Berufstehenden Architekten und Ingenieure entschlossen, die denheutigen Verhältnissen angepaßten Veränderungen zu veröffentlichenund seinen Mitgliedern zu empfehlen, diesemit dem Auftraggeber für neue Aufträge zuv e r e i n b a r e n. Die alte G. 0. vom 1. 7: 1923 bleibt alsonur als äußerste Mindestgebühr bestehen. Sie ist in alterFassung, aber mit Beilage der empfohlenen Änderungenjetzt vom Verlag Julius Springer wieder zu beziehen.Die wichtigsten Änderungen sind folgende:1. Berechnung der Gebühr nach der heutigen Bausummenach den Prozenten der Gebührentafel vom1. 7. 1923, wobei jedoch mit Rücksicht auf die804zurzeit bestehende Spannung zwischen BaukostenundLebenshaltungs-Index ein Abschlag vonz. Zt. 15 v. H. gewährt werden soll.2. Berechnung eines Stundensatzes von 8 M.,1. Stunde 20 M.. sowie einer Reiseaufwandsentschädigungvon 25 M. für den Tag ohne, 35 M. mitübernachten. Der sogen. Entbehrungsfaktor von0,85 fällt fort.3. Berechnung der Gebühr für städtebaul. Arbeitenauf ganz neuer Grundlage und nach neuenSätzen. Abgedruckt in der Deutsch. Bauzeitung,Jahrg. 1925, Nr. 27, und zu beziehen vom AGO.Diese Änderungen gelten gleichlautend für die G. 0.der Arch. und diejenige der Ing. ln der G. 0. der Arch:sind außerdem noch eine Reihe Textänderungen vorgenommen.(in den §§ 11, 12, 13, 14 u. 28, Ziffer 8. Siesind u. a, abgedruckt im Organ des B. D. A: der Baugilde):—Inhalt: Sicherungs- und W iederherstellungsarbeiten amFreiburger Münster. — Literatur. —Standesfragen und Vereinsleben. Zur Frage der Stadtbauratswahlin Berlin. — Vermischtes. __Bildbeilage: Sicherung^- und Wiederherstellungarbeiten amFreiburger Münster. —Verlag der Deutschen Bauzeitung, G. m b. H. in Berlin.Für die Redaktion verantwortlich: Fritz Eiselen in Berlin.Druck: W. Büxenstein, Berlin SW 48.No. 101.

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