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Transport/LogistikBranchenbericht – Corporate Sector Report


Erläuterungen und AbkürzungenAsset-light-Konzept:BRIC-Län<strong>de</strong>r:Euroraum:Green-Logistics:Gross-Profit:IATA:Intermodaler Wettbewerb:Intramodaler Wettbewerb:Just-in-time:KEP:Online-Bidding:ÖPNV:Personenverkehrsleistung:RFID:Total Cost ofOwnership (TCO):Transportleistung:Transportvolumen/-aufkommen:Geschäftsmo<strong>de</strong>ll, welches auf größere Flexibilität ausgelegt ist und kaum eigene Kapazitäten (Lagerhäuser,Lkw etc.) vorhält.Brasilien, China, Indien und RusslandBelgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta,Nie<strong>de</strong>rlan<strong>de</strong>, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und ZypernEine ökologieorientierte Logistik mit <strong>de</strong>m Ziel <strong>de</strong>r CO2 Reduktion: Ganzheitlicher Ansatz über Strukturen,Prozesse und Systeme, um Ökonomie und Ökologie ressourcenschonend in Gleichklang zu bringen.Entspricht <strong>de</strong>m Rohertrag, d.h. <strong>de</strong>r Differenz zwischen Umsatz und Waren- bzw. Materialeinsatz (auchFremdleistungen von Subunternehmen) eines UnternehmensInternational Air Transport AssociationWettbewerb zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern (Schiene, Straße, Schiff, Flugzeug)Wettbewerb zwischen Unternehmen ein und <strong>de</strong>sselben VerkehrsträgersWarenlieferung direkt in <strong>de</strong>n Produktionsprozess, sodass keine Zwischenlager erfor<strong>de</strong>rlich sind.Insbeson<strong>de</strong>re in <strong>de</strong>r Automobilindustrie ein gängiges Verfahren.Kurier-, Express- und PaketdiensteAusschreibungsverfahren über das Internet, z.B. für eine Logistikleistung, bei <strong>de</strong>m die interessiertenLogistikdienstleister Angebote abgeben.Öffentlicher PersonennahverkehrAnzahl <strong>de</strong>r beför<strong>de</strong>rten Personen multipliziert mit <strong>de</strong>r dabei zurückgelegten Entfernung, Maßeinheit:Personenkilometer„Radio-frequency i<strong>de</strong>ntification“ ermöglicht die automatische I<strong>de</strong>ntifizierung von Gegenstän<strong>de</strong>n überelektromagnetische Wellen. Dieses erfolgt über einen Chip (Transpon<strong>de</strong>r), welcher an das zu verfolgen<strong>de</strong>Produkt befestigt wird.Bei <strong>de</strong>n Gesamtbetriebskosten wer<strong>de</strong>n alle Kosten über <strong>de</strong>n Lebenszyklus eines Produktes erfasst. Neben<strong>de</strong>n Anschaffungskosten, z.B. Kosten für Energie, Wartung, Reparatur etc.Gewicht <strong>de</strong>r transportierten Güter multipliziert mit <strong>de</strong>r dabei zurückgelegten Entfernung (Maßeinheit:Tonnenkilometer)Menge <strong>de</strong>r transportierten Güter in TonnenAbgeschlossen im Oktober 2013


Transport/Logistik04 Management Summary04 SWOT05 Die Branche im Überblick05 Konjunkturelle Entwicklung05 Internationaler Transportsektor spürt weltweite Wachstumsschwäche05 In Europa Güterverkehrsaufkommen im Minus06 Höhere Konsumausgaben und Erwerbszahlen begünstigen Personenverkehr07 Profil <strong>de</strong>r Branche07 Deutschland führen<strong>de</strong>r Logistikstandort08 Nachfrage08 Wachstumsfel<strong>de</strong>r: Paketdienste, Containertransport, Kontraktlogistik09 Dynamik bei internationalen Verbindungen10 Nachfrage im öffentlichen Personenverkehr wenig zyklisch10 Angebot10 Hohe Wettbewerbsintensität bei allen Verkehrsträgern12 Wettbewerb mit ausländischen Anbietern nimmt zu13 Öffentlicher Personenverkehr gewinnt wie<strong>de</strong>r Marktanteile14 Kosten14 Be<strong>de</strong>uten<strong>de</strong> Kostenblöcke Personal und Energie15 Ertragslage15 Margendruck bei <strong>de</strong>r reinen Transportleistung16 Langfristige Trends16 Megatrends beeinflussen die Logistik17 Verän<strong>de</strong>rte regionale Schwerpunkte sowie Wachstumsperspektiven18 Zyklizität und Kostensteigerungen beeinflussen die Profitabilität19 Kontraktlogistiker profitieren vom Outsourcing20 Green Logistics mittelfristig auf <strong>de</strong>r Agenda20 Personenverkehr stabiler und mit hohen Markteintrittsbarrieren21 Erfolgs- und Risikofaktoren21 Erfolgsfaktoren22 Risikofaktoren23 Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen23 Glossar


4 C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N T1. Management Summary●●●●●●●●Die Logistikbranche spürt neben <strong>de</strong>n anhalten<strong>de</strong>n Problemen in Europa das weltweit schwächere Wachstum. Verbun<strong>de</strong>n mit<strong>de</strong>n hohen Kosten für Personal und Energie ist ein <strong>de</strong>utlicher Margendruck zu verzeichnen.Hiervon sind in erster Linie einfache Transporteure betroffen, welche unter Überkapazitäten und geringen Markteintrittsbarrierenlei<strong>de</strong>n.Wesentlich flexiblere „Asset-light“-Geschäftsmo<strong>de</strong>lle, mit höherwertigen Dienstleistungen und größerem individuellen Kun<strong>de</strong>nnutzensind besser unterwegs.Öffentlicher Personenverkehr kann <strong>de</strong>n langjährigen Trend zugunsten von Fahrten mit <strong>de</strong>m eigenen Auto stoppen.Logistik-Standort Deutschland ist weiter weltweit mitführend und profitiert von <strong>de</strong>r starken <strong>de</strong>utschen Exportindustrie sowieeiner zunehmen<strong>de</strong>n wirtschaftlichen Verzahnung mit einem wachsen<strong>de</strong>n Osteuropa.Kontraktlogistik weiterhin mit Outsourcingpotenzial. Relevante Branchenkenntnisse, Fristenkongruenz von Vertrag und Assetsowie vertragliche Weitergabe von Kostensteigerungen wer<strong>de</strong>n jedoch zunehmend wichtiger.Mittelfristig wer<strong>de</strong>n sich die Warenströme teilweise in die Wachstumsmärkte verschieben, da Produktion und Sourcing zunehmendvor Ort erfolgt und weniger Vorprodukte aus Europa geliefert wer<strong>de</strong>n.Auch mittelgroße Logistiker sollten daher, ggf. über Kooperationen, diese Verän<strong>de</strong>rungen antizipieren und sich daraus ergeben<strong>de</strong>Chancen, insbeson<strong>de</strong>re bei höherwertigen Leistungen, nutzen.SWOTStärken / StrengthsSchwächen / Weaknesses●●●●●●Deutsche Logistikunternehmen für gute Qualität bekanntund zum Teil auf hochwertige Dienstleistungen spezialisiertHohes Marktpotenzial aufgrund <strong>de</strong>r zentralen geographischenLage in Europa (Drehscheibe) sowie starker, exportorientierter<strong>de</strong>utscher IndustrieVerfügbarkeit von hochqualifizierten ArbeitskräftenGroße Transportunternehmen nutzen Möglichkeiten zurRationalisierung, zur Auslagerung <strong>de</strong>s Fuhrparks nach Osteuropaund zum Einsatz neuer TechnologienAuf <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n bzw. die Branche zugeschnittene LogistikdienstleistungenKlare Nischen- und Spezialisierungsstrategie●●●●●●Anhaltend starker Wettbewerbsdruck im klassischen Ladungsverkehrdurch osteuropäische Konkurrenten undniedrige EintrittsbarrierenSpielraum für Preispolitik beson<strong>de</strong>rs engQualitative und quantitative Engpässe in <strong>de</strong>r VerkehrsinfrastrukturIn <strong>de</strong>r Seeschifffahrt schwierige Kapazitätssteuerung, dadurchheftig schwanken<strong>de</strong> FrachtratenKleinere Unternehmen arbeiten vermehrt als Subunternehmergroßer Logistikdienstleister, kaum Verhandlungsmacht,geringe MargenIm Passagierluftverkehr Son<strong>de</strong>rlasten wie Luftverkehrssteuero<strong>de</strong>r CO2-Emissionshan<strong>de</strong>l●●●●●●●●Chancen / OpportunitiesSteigen<strong>de</strong>s GüterverkehrsaufkommenIndustrie lagert neben „klassischen“ Logistikdienstleistungenauch logistikfrem<strong>de</strong> Leistungen vermehrt ausKooperationenbringenGrößen-undNetzwerkvorteilevorallembei mittleren BetriebenGreenLogisticsalsInstrument<strong>de</strong>rWettbewerbsdifferenzierungLiberalisierung im europäischen Bahnverkehr ermöglicht EffizienzgewinneVerkehrsproblemein<strong>de</strong>nBallungsräumenbegünstigenöffentlichenPersonennahverkehrChancen durch „professionellere“ Logistik in ChinaReindustrialisierung USA, Freihan<strong>de</strong>lsabkommen●●●●●●●●Risiken / ThreatsAbhängigkeit von einzelnen Kun<strong>de</strong>nSteigen<strong>de</strong> Kosten bei Energie und PersonalZunehmen<strong>de</strong>r FahrermangelVerdrängung kleinerer Anbieter durch europaweite Netzwerkegrößerer UnternehmenNeue Anfor<strong>de</strong>rungen durch verkehrsübergreifen<strong>de</strong> Vernetzungund mittelfristig regionalen Verlagerungen vonWarenströmenZunehmen<strong>de</strong> Sicherheits- und UmweltschutzauflagenAnhaltend volatile Märkte erfor<strong>de</strong>rn flexiblere und kurzfristigereunternehmerische EntscheidungenÜberdurchschnittlich hohe Insolvenzanfälligkeit insbeson<strong>de</strong>rebei einfachen TransportdienstleistungenStärken und Schwächen beziehen sich auf die aktuelle Situation, während Chancen und Risiken sich auf erwartete Entwicklungen beziehen.


| Branchenbericht | Transport/Logistik 52. Die Branche im ÜberblickKonjunkturelle EntwicklungInternationaler Transportsektor spürt weltweite WachstumsschwächeChance:Risiko:Welthan<strong>de</strong>l entwickelt sich dynamischer als erwartetVerschärfung <strong>de</strong>r Euro-Krise und sehr schwaches Wachstum in ChinaDie konjunkturellen Rahmenbedingungen für <strong>de</strong>n internationalen Transportsektor (PersonenundGüterverkehr einschl. <strong>de</strong>r damit zusammenhängen<strong>de</strong>n Dienstleistungen) waren bis in dieSommermonate 2013 hinein eingetrübt. Die Staatsschul<strong>de</strong>nkrise in Europa, die mäßige Erholung<strong>de</strong>r US-Wirtschaft und die schwächere Konjunktur in <strong>de</strong>n Schwellenlän<strong>de</strong>rn dämpften das Weltwirtschaftswachstum.Trotz einer aktuell leichten konjunkturellen Erholung und positiver Stimmungsindikatorenwer<strong>de</strong>n sich die Nachfrageimpulse für das Transportgewerbe in <strong>de</strong>n restlichenMonaten <strong>de</strong>s Jahres weiter in engen Grenzen halten. Vor diesem Hintergrund halbierte sich 2012das reale Umsatzwachstum <strong>de</strong>s weltweiten Transportsektors von 3 auf 1,5% und es wird 2013 voraussichtlichauch nur mo<strong>de</strong>rat auf etwas über 2% zunehmen. Vor allem in Europa stellt sich dieLage aufgrund <strong>de</strong>r Euro-Krise unbefriedigend dar. Erstmals seit <strong>de</strong>r weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisewur<strong>de</strong> 2012 ein realer Umsatzrückgang verzeichnet (-1,5%) und auch 2013 wird amEn<strong>de</strong> vermutlich ein Minus von 1% stehen. Aufgrund <strong>de</strong>r in Deutschland besseren wirtschaftlichenEntwicklung erzielte <strong>de</strong>r Sektor hierzulan<strong>de</strong> 2012 immerhin noch ein leichtes reales Umsatzplusvon 0,7%, 2013 dürfte er aber nur stagnieren. Im Jahr 2014 sollte das Weltwirtschaftswachstumwie<strong>de</strong>r <strong>de</strong>utlich an Geschwindigkeit zulegen und damit <strong>de</strong>m Transportsektor wichtigeWachstumsimpulse liefern. Auch die Situation in Europa dürfte sich entspannen. Damit ist inEuropa wie<strong>de</strong>r mit einem leichten realen Umsatzanstieg in <strong>de</strong>r Transportwirtschaft zu rechnen, inDeutschland mit einer überdurchschnittlichen Zuwachsrate von gut 1,5%.Umsatzwachstum <strong>de</strong>s weltweitenTransportsektors halbierte sich 2012…… auch 2013 vergleichsweiseschwache EntwicklungIn Europa 2012 und 2013 Umsatzrückgänge,Deutschland leicht imPlus2014 wie<strong>de</strong>r <strong>de</strong>utlichere WachstumsimpulseIn Europa Güterverkehrsaufkommen im MinusDie globale Konjunkturbremse schlägt sich vor allem auf <strong>de</strong>n internationalen Warenaustauschnie<strong>de</strong>r (das Welthan<strong>de</strong>lswachstum halbierte sich zuletzt) und wirkt sich damit auf die Güterverkehrskonjunkturaus. Beson<strong>de</strong>rs spürbar war diese Wachstumsschwäche in <strong>de</strong>r Luftfracht, die2012 weltweit um 1% zurückgegangen war und auch in <strong>de</strong>n ersten sieben Monaten 2013 gegenüber<strong>de</strong>m entsprechen<strong>de</strong>n Vorjahreszeitraum nur stagnierte. Neben fehlen<strong>de</strong>n konjunkturellenImpulsen wirkten sich zu<strong>de</strong>m Verlagerungseffekte von <strong>de</strong>r teuren Luftfracht hin zu billigerenSee- und Landtransporten negativ aus. Aber auch in <strong>de</strong>r internationalen Seeschifffahrtverlief die konjunkturelle Entwicklung einhergehend mit <strong>de</strong>m schwächeren Welthan<strong>de</strong>lswachstummo<strong>de</strong>rater. Nach Zuwachsraten von 10% (2010) und 4,5% (2011) nahm die Nachfrage nachSchiffsraum 2012 nur noch um weniger als 4% zu und dürfte 2013 allenfalls um 3% steigen. InDeutschland wird <strong>de</strong>r Seeverkehr in diesem Jahr vermutlich sogar leicht zurückgehen, selbst <strong>de</strong>rmeist sehr expansive Containerverkehr war im bisherigen Jahresverlauf rückläufig. Mit <strong>de</strong>r prognostiziertenbesseren weltwirtschaftlichen Entwicklung 2014 dürfte das globale Transportvolumenin <strong>de</strong>r Seeschifffahrt wie in <strong>de</strong>r Luftfracht wie<strong>de</strong>r stärker anziehen.Während bei <strong>de</strong>r Luftfracht und in <strong>de</strong>r Seeschifffahrt in erster Linie die globale Betrachtung <strong>de</strong>rBranche maßgeblich ist, spielen bei <strong>de</strong>n an<strong>de</strong>ren Güterverkehrsträgern nationale bzw. regionale(Europa) Rahmenbedingungen eine wesentlich größere Rolle. Bei <strong>de</strong>n Landverkehrsträgern Straße,Schiene und Binnenschiff ist <strong>de</strong>shalb die Euro-Krise sehr viel stärker spürbar, die gera<strong>de</strong> imwichtigen grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verkehr ihre Spuren hinterlässt. Keiner <strong>de</strong>r hier angesprochenenVerkehrsträger konnte europaweit 2012 Verkehrszuwächse erzielen und dies dürfte auch fürSchwache Welthan<strong>de</strong>lsentwicklungbeson<strong>de</strong>rs in <strong>de</strong>r Luftfracht zu spürenMo<strong>de</strong>rates Nachfragewachstum in<strong>de</strong>r internationalen Seeschifffahrt2013Bei <strong>de</strong>n mehr regional operieren<strong>de</strong>nLandverkehrsträgern Straße undSchiene Euro-Krise stärker spürbar


6 C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TGüterverkehrsaufkommen inDeutschland im ersten Halbjahr2013 leicht im Minus2014 wie<strong>de</strong>r spürbareVerkehrszuwächse erwartet…das Gesamtjahr 2013 gelten. Selbst in Deutschland überwiegen die Minuszeichen. Auch im bisherigenJahresverlauf 2013 war keine Besserung zu erkennen, insgesamt lagen die Transportmengenim ersten Halbjahr leicht im Minus. Eine mo<strong>de</strong>rate Erholung in <strong>de</strong>r zweiten Jahreshälfte unterstellt,ist im Jahresdurchschnitt 2013 bestenfalls mit einer Stagnation zu rechnen. Einschließlich <strong>de</strong>r LuftundSeefracht dürfte das Transportaufkommen in Deutschlanddamit noch um rund 5% hinter <strong>de</strong>mRekordniveau <strong>de</strong>s Jahres 2008 zurückbleiben. Auch 2014 ist ein Überspringen dieses Höchstwertessehr unwahrscheinlich, obwohl vor <strong>de</strong>m Hintergrund einer prognostizierten spürbar besserenwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland (BIP-Wachstum von 1,5) und nach zwei Rezessionsjahrenauch im Euroland (+0,7%) mit <strong>de</strong>utlichen Verkehrszuwächsen zu rechnen ist. Vor allem dasdynamischere Außenhan<strong>de</strong>lswachstum wird für Impulse sorgen.Güterverkehrsaufkommen in Deutschland: Stagnation 2013… Transportaufkommen bleibt aberhinter <strong>de</strong>m Rekordwert <strong>de</strong>s Jahres2008 zurückVolumen 2012 Verän<strong>de</strong>rungsraten in %in Mio. Tonnen 2011 2012 2013* 2014*Straßenverkehr 3.318 8,9 -2,5 0 2,5Eisenbahnverkehr 366 5,3 -2,3 -0,5 3,0Binnenschifffahrt 223 -3,3 0,5 1,0 1,5Seeschifffahrt 295 7,3 0,8 -0,5 3,0Luftfracht 4 4,8 -2,7 0,5 3,5* Commerzbank Prognose, Quellen: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt, Intraplan Consult GmbH & Ralf Ratzenberger & BAG-LuftverkehrUrlaubs- und Freizeitfahrten steigenSchiene besser unterwegs als StraßeRückgänge im Ausbildungsverkehrbelasten insbeson<strong>de</strong>re <strong>de</strong>n regionalenOmnibusverkehrEisenbahnfernverkehr 2013 durchJahrhun<strong>de</strong>rthochwasser belastetHöhere Konsumausgaben und Erwerbszahlen begünstigen PersonenverkehrDer öffentliche Personenverkehr in Deutschland profitiert <strong>de</strong>rzeit von <strong>de</strong>r Steigerung <strong>de</strong>r privatenKonsumausgaben (Urlaubs- und Freizeitfahrten). Darüber hinaus begünstigen höhere Erwerbstätigenzahlenberufsbedingte Fahrten im Nahverkehr. Die hohen Kraftstoffpreise bewegen zu<strong>de</strong>mAutofahrer zum Umsteigen auf <strong>de</strong>n ÖPNV. Belastend wirken sich aber unverän<strong>de</strong>rt die strukturellbedingten langjährigen Rückgänge im Ausbildungsverkehr (Schüler, Stu<strong>de</strong>nten) aus, sodass <strong>de</strong>rWachstumstrend 2012 und 2013 sehr mo<strong>de</strong>rat verläuft. Auch 2014 ist hier keine Än<strong>de</strong>rung zu erwarten.Im Nahbereich entwickelt sich dabei <strong>de</strong>r schienengebun<strong>de</strong>ne Verkehr besser als <strong>de</strong>r öffentlicheStraßennahverkehr, da er weniger von <strong>de</strong>n Rückgängen im Ausbildungsverkehr betroffenist und überwiegend in <strong>de</strong>n Ballungsgebieten anbietet, in <strong>de</strong>nen <strong>de</strong>r ÖPNV generell eine überdurchschnittlicheEntwicklungnimmt.Zu<strong>de</strong>msindVerlagerungseffektevomPkwhierleichtermöglich.Im öffentlichen Fernverkehr war die Bahn zuletzt ebenfalls dynamischer unterwegs als dieStraße, nach einem Fahrgastrekord 2012 dürfte <strong>de</strong>r Schienenfernverkehr 2013 durch die Auswirkungen<strong>de</strong>s „Jahrhun<strong>de</strong>rthochwassers“ jedoch nur stagnieren. Im Jahr 2014 ist dann wie<strong>de</strong>r mit einem<strong>de</strong>utlichen Plus zu rechnen. Der Fernverkehr auf <strong>de</strong>r Straße (in erster Linie Gelegenheitsverkehr,<strong>de</strong>r Linienfernverkehr spielte quantitativ bislang noch keine Rolle) unterliegt schon seit Jahreneinem Nachfragerückgang durch das starke Aufkommen <strong>de</strong>r Billigflieger und preisgünstigenAngeboten <strong>de</strong>r Eisenbahnen. 2013 und 2014 könnte sich hier die Entwicklung aber stabilisieren,weil mit <strong>de</strong>r Liberalisierung <strong>de</strong>s Busfernlinienverkehrs (s. Pol. und gesetzl. Rahmenbed.) zumin<strong>de</strong>stindiesemTeilsegmentspürbareAufkommenszuwächsezuerwartensind(1.Halbjahr2013:+13%).Personenverkehrsaufkommen in Deutschland: Leichtes WachstumWachstumsstarkesKreuzfahrtsegmentVolumen 2012 Verän<strong>de</strong>rungsraten in %in Mio. Personen 2011 2012 2013* 2014*Öffentlicher Straßenverkehr 9.385 0,8 0,3 0,5 0,5Nahverkehr 1 9.306 0,8 0,4 0,5 0,5Fernverkehr 79 -2,5 -1,3 0 1Schienenverkehr 2.528 1,8 2,2 1 1Nahverkehr 2.397 2,3 2,1 1 1Fernverkehr 131 -0,7 4,9 0 3Luftfahrt 179 5,3 1,8 0 2Schiffsverkehr 2 2 12,0 7,0 10 81 Straßenbahnen, Kraftomnibusse, U-Bahnen; 2 Hochsee- und Flusskreuzfahrtpassagiere; * Commerzbank Prognose.Quellen: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt, Intraplan Consult GmbH & Ralf Ratzenberger & BAG-Luftverkehr, Deutscher ReiseVerband


| Branchenbericht | Transport/Logistik7Die Passagierluftfahrt wird 2013 vermutlich nur stagnieren. Die Krise in <strong>de</strong>r Eurozone, aberauch die schwächere Weltwirtschaftskonjunktur belasten die Nachfrage auf <strong>de</strong>n internationalenVerbindungen. Insbeson<strong>de</strong>re aber schwächelt <strong>de</strong>r Inlandsverkehr, <strong>de</strong>r das zweite Jahr in Folge Minusratenaufweisen dürfte. Son<strong>de</strong>rlasten trüben hier die Nachfrageentwicklung, so lei<strong>de</strong>n vor allemdie Regionalflughäfen immer noch unter <strong>de</strong>r Einführung <strong>de</strong>r Luftverkehrssteuer in Deutschland(s. Pol. und gesetzl. Rahmenbed.), da Reisen<strong>de</strong> auf benachbarte europäische Flughäfen ausweichenund daraufhin vorwiegend die Billigflieger ihr Streckenangebot ausdünnten. WitterungsbedingteFlugausfälle und Streiks sorgten ebenfalls für Rückgänge. Im Jahr 2014 dürfte diebessere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Europa die Luftverkehrsnachfrage beleben.Bleiben witterungsbedingte Beeinträchtigungen und Streiks aus, kommen nachfrageerhöhen<strong>de</strong>statistische Effekte hinzu. Allerdings wer<strong>de</strong>n Fluggesellschaften zur Steigerung ihrer Profitabilitätweitere Kapazitätsbereinigungen und Streckenstilllegungen vornehmen, was die Nachfrage belastet.Insgesamt ist mit einem Wachstum von 2% zu rechnen, damit bleibt <strong>de</strong>r Passagierluftverkehrim dritten Jahr in Folge hinter seinem langjährigen Durchschnittswachstum (4-5%) zurück.Luftverkehrssteuer trübt Nachfrageentwicklungin DeutschlandKapazitätsbereinigungen, StreckenstilllegungenPassagierluftfahrt 2012 und2013 unter <strong>de</strong>m langjährigenDurchschnittProfil <strong>de</strong>r BrancheDeutschland führen<strong>de</strong>r LogistikstandortDer <strong>de</strong>utsche Transportsektor (Personen- und Güterverkehr einschl. <strong>de</strong>r damit zusammenhängen<strong>de</strong>nDienstleistungen) erzielte im Jahr 2012 in <strong>de</strong>r Abgrenzung <strong>de</strong>s Statistischen Bun<strong>de</strong>samteseinen umsatzsteuerpflichtigen Umsatz von rund 222 Milliar<strong>de</strong>n Euro und wies einen Anteilvon rund 4% an <strong>de</strong>r Bruttowertschöpfung in Deutschland auf. Weltweit ist Deutschland nach<strong>de</strong>n USA, China und Japan <strong>de</strong>r viertgrößte Anbieter. Dank seiner zentralen Lage und <strong>de</strong>r großenBe<strong>de</strong>utung <strong>de</strong>s Außenhan<strong>de</strong>ls gehört Deutschland international zu <strong>de</strong>n führen<strong>de</strong>n Logistikstandorten.Rund ein Viertel <strong>de</strong>s europäischen Marktvolumens entfällt allein auf Deutschland.Die Unternehmensstruktur <strong>de</strong>s Transportsektors ist mittelständisch. Fast 90% aller Unternehmenin Deutschland erzielen Jahresumsätze von weniger als 2 Millionen Euro. Die 358 größtenBetriebe mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten im Jahr 2011 rund 53% <strong>de</strong>sGesamtumsatzes in <strong>de</strong>r Branche, in <strong>de</strong>r gesamten Wirtschaft entfallen auf diese Umsatzgrößenklasse62%. Innerhalb <strong>de</strong>s Transportsektors ist <strong>de</strong>r Konzentrationsgrad aber sehr unterschiedlichausgeprägt. Im Güterverkehr dominieren vor allem im reinen Transportgeschäft auf <strong>de</strong>r Straßekleine Unternehmen. Die Transportleistung ist relativ leicht austauschbar, es ist kein großes Knowhowerfor<strong>de</strong>rlich und die Eintrittsbarrieren sind gering. Einen niedrigen Konzentrationsgrad weistDeutscher Transportsektor Nummervier in <strong>de</strong>r WeltMittelständisch geprägte UnternehmensstrukturGeringer Konzentrationsgrad imStraßengüterverkehr und auch bei<strong>de</strong>r industriellen KontraktlogistikDeutscher Logistikmarkt: Kontraktlogistik umsatzstarkUmsatz 2012: 228 Mrd. Euro, Anteile nach SegmentenSpezialtransporte (11,5%)Landgebun<strong>de</strong>ner Ladungsverkehr (11,0%)Luftfracht (4,0%)Seefracht (6,0%)Massengutlogistik (6,5%)KEP (7,0%)Industrielle Kontraktlogistik undKonsumgüterkontraktlogistik mit<strong>de</strong>n höchsten UmsatzanteilenLandgebun<strong>de</strong>ner Stückgutverkehr (4,5%)Terminaldienste (10,5%)Konsumgüterkontraktlogistik (11,0%)Industrielle Kontraktlogistik (28,0%)Quellen: Fraunhofer-Institut Nürnberg 2013, eigene Berechnungen


8C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N THoher Konzentrationsgrad in <strong>de</strong>rLuft- und Seefracht, bei Stückgutverkehren,im Schienenverkehr undbei KEPLkw <strong>de</strong>r dominieren<strong>de</strong> Verkehrsträgervor <strong>de</strong>r Eisenbahn und <strong>de</strong>rSeeschifffahrt50% <strong>de</strong>r gesamten logistischen Aufwendungenwer<strong>de</strong>n noch in <strong>de</strong>nUnternehmen selbst erbrachtIn <strong>de</strong>r Kontraktlogistik die geringstenOutsourcinggra<strong>de</strong>90% <strong>de</strong>r reinen Transportleistunginzwischen auf Logistiker verlagertIm öffentlichen Personenverkehrwer<strong>de</strong>n im Nahverkehr 65% <strong>de</strong>rVerkehrsleistung erbrachtauch die industrielle Kontraktlogistik auf, Aufträge wer<strong>de</strong>n meist noch an bekannte regionale Speditionenvergeben. Dagegen ist in <strong>de</strong>r Luft- und Seefracht (nur die Beför<strong>de</strong>rung), bei Stückgutverkehren,im Schienenverkehr und bei KEP (Kurier-, Express- und Paketdienste) die Konzentrationsehr hoch. Das Geschäft ist sehr kapitalintensiv, die internationale Ausrichtung und die NotwendigkeitNetzwerke aufzubauen erfor<strong>de</strong>rn erhebliche finanzielle Ressourcen, die Markteintrittsbarrierensind hoch. Im Personenverkehr weisen die Sparten Luft- und Seefahrt sowie Eisenbahnebenfalls hohe Konzentrationsgra<strong>de</strong> auf, während <strong>de</strong>r öffentliche Straßenomnibusverkehrmittelständisch strukturiert ist.Die einzelnen Verkehrsträger tragen unterschiedlich zum Transportgeschehen bei. Im Güterverkehrwird <strong>de</strong>r Großteil <strong>de</strong>s Aufkommens in <strong>de</strong>r EU und in Deutschland durch <strong>de</strong>n VerkehrsträgerLkw erbracht. Dieser wies hierzulan<strong>de</strong> 2012 einen Anteil von 77% auf, gefolgt von <strong>de</strong>r Eisenbahn(9%), <strong>de</strong>r Seeschifffahrt (7%), <strong>de</strong>r Binnenschifffahrt (5%) und <strong>de</strong>n Rohrfernleitungen(2%). Die Flugzeugtransporte sind <strong>de</strong>r Menge nach unbe<strong>de</strong>utend und nur bei Ex- und Importenvon wertvollen Gütern relevant. Bei <strong>de</strong>r wertmäßigen Betrachtung <strong>de</strong>r einzelnen Segmente <strong>de</strong>sGüterverkehrs und unter Berücksichtigung <strong>de</strong>r logistischen Dienstleistungen ergibt sich ein etwasan<strong>de</strong>res Bild. Nach einer Erhebung <strong>de</strong>s Fraunhofer-Instituts umfasst <strong>de</strong>r gesamte Güterlogistikmarktin Deutschland ein Umsatzvolumen von 228 Milliar<strong>de</strong>n Euro (2012). Davon wer<strong>de</strong>nrund die Hälfte in <strong>de</strong>n Industrie- und Han<strong>de</strong>lsunternehmen selbst erbracht (Werkslogistik). UmsatzstärkstesSegment ist die industrielle Kontraktlogistik, die aber erst zu 25% an Logistikdienstleisterfremdvergeben ist. Das zweitbe<strong>de</strong>utendste Segment ist die Konsumgüterkontraktlogistik,die immerhin schon zu 35% outgesourct ist. Die eigentlichen Transportsegmente wie Luftfracht,Seefracht, KEP o<strong>de</strong>r Stückgutverkehr kommen für sich genommen zwar nur auf geringeUmsatzanteile, aber hier liegt <strong>de</strong>r Outsourcinggrad jeweils bei über 90% und damit haben sie für<strong>de</strong>n gewerblichen Logistiksektor eine ungleich höhere Umsatzbe<strong>de</strong>utung.Im Personenverkehr wer<strong>de</strong>n in Deutschland knapp 80% <strong>de</strong>r Verkehrsleistung mit <strong>de</strong>m eigenenAuto erbracht, auf die Eisenbahn entfallen 8%, auf <strong>de</strong>n öffentlichen Straßenverkehr 7% undauf <strong>de</strong>n Luftverkehr 5%. Innerhalb <strong>de</strong>s öffentlichen Personenverkehrs mit Bussen und Bahnenwer<strong>de</strong>n 98% <strong>de</strong>r Personen im Nahverkehr beför<strong>de</strong>rt. Dabei gehen rund 88% <strong>de</strong>r Einnahmen und<strong>de</strong>r Fahrgäste auf das Konto öffentlicher Anbieter, diese stellen aber nur 16% aller Unternehmen.Von <strong>de</strong>n im Nahverkehr angebotenen Kapazitäten wur<strong>de</strong>n 2011 41% von Eisenbahnen, 40% vonOmnibussen und 19% von Straßenbahnen gestellt.NachfrageWachstumsfel<strong>de</strong>r: Paketdienste, Containertransport, KontraktlogistikChance:Risiko:Werkslogistik wird schneller ausgelagertUnzureichen<strong>de</strong> Infrastrukturinvestitionen bremsen WachstumWeltweite Nachfrage nach Güterverkehrsleistungenwächst überdurchschnittlichDeutschland profitiert von seinerzentralen geografischen Lage inEuropaDie weltweite Nachfrage nach Güterverkehrsleistungen ist in <strong>de</strong>n letzten 20 Jahren infolge zunehmen<strong>de</strong>rGlobalisierung und internationaler Arbeitsteilung stärker als das Wirtschaftswachstumangestiegen. Ein wichtiger Gradmesser für die Entwicklung ist <strong>de</strong>r Welthan<strong>de</strong>l. Dieserwuchs in dieser Zeit etwa zwei- bis dreimal mal schneller als die Weltwirtschaft, da im Zuge <strong>de</strong>rglobalen Arbeitsteilung Vor- und Zwischenprodukte mehrfach über Län<strong>de</strong>rgrenzen transportiertwer<strong>de</strong>n, während das BIP-Wachstum jeweils nur die zusätzliche Wertschöpfung <strong>de</strong>r einzelnen Bearbeitungsstufenerfasst. In Europa hat die Nachfrage darüber hinaus von <strong>de</strong>r zunehmen<strong>de</strong>n Integrationinnerhalb <strong>de</strong>r EU und <strong>de</strong>r Öffnung Osteuropas profitiert. Insbeson<strong>de</strong>re Deutschland


| Branchenbericht | Transport/Logistik9Gütertransportnachfrage steigt überdurchschnittlichDeutschland, In<strong>de</strong>x 1991=100160150140130Transportintensität durch schwachesAußenhan<strong>de</strong>lswachstum zuletztetwas gesunken120110100901991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013*Bruttoinlandsprodukt (real)TransportleistungQuellen: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013, eigene Berechnungen, * Commerzbank Prognosekonnte aufgrund seiner zentralen geografischen Lage als Logistikdrehscheibe hohe Verkehrszuwächseerzielen.Drei Wachstumsfel<strong>de</strong>r sind beson<strong>de</strong>rs hervorzuheben. Das ist zum einen <strong>de</strong>r Paketversandan private Verbraucher, <strong>de</strong>r durch <strong>de</strong>n kräftig steigen<strong>de</strong>n Internethan<strong>de</strong>l Impulse erhält. WachstumsfeldNummer zwei sind zum an<strong>de</strong>ren logistische Dienstleistungen, die über <strong>de</strong>n reinen Transporto<strong>de</strong>r die Lagerung hinausgehen. Unternehmen lagern aus Kostengrün<strong>de</strong>n und <strong>de</strong>r Rückbesinnungauf ihre Kernkompetenzen ihre Logistikaufgaben zunehmend an externe Dienstleisteraus. Neben <strong>de</strong>n klassischen Logistikdienstleistungen (Transport, Verpackung, Warenrücknahme,Lagerung) hat zuletzt vor allem das Auslagern logistikfrem<strong>de</strong>r Dienstleistungen (Fertigungs- undMontagearbeiten, Auftragsabwicklung, Qualitätskontrolle, Zahlungsverkehr) die Nachfragezunahmebeschleunigt. Insbeson<strong>de</strong>re die Kontraktlogistik erweist sich als sehr wachstumsstark.Drittes Wachstumsfeld ist <strong>de</strong>r Transport in Containern. Immer mehr Güter wer<strong>de</strong>n in Containerntransportiert, <strong>de</strong>r Containerisierungsgrad steigt kontinuierlich an, die gesamten Logistikkettenwer<strong>de</strong>n zunehmend auf die standardisierten Transportboxen umgestellt. Dagegen verlieren Massenguttransportestetig an Be<strong>de</strong>utung, sie kamen zuletzt auf einen Anteil am gesamten Transportaufkommenvon 46% (1992: 60%).Kräftig steigen<strong>de</strong>r Internethan<strong>de</strong>lstimuliert KEPLogistikfrem<strong>de</strong> Dienstleistungen mithohem WachstumspotenzialContainerisierungsgrad steigtDynamik bei internationalen VerbindungenEin Großteil <strong>de</strong>r Transportnachfrage in Deutschland wird im Binnenverkehr mit Quelle und Zielinnerhalb Deutschlands abgewickelt. Vom gesamten Transportaufkommen <strong>de</strong>s Jahres 2012 entfielen73% auf <strong>de</strong>n Binnenverkehr, 23% auf <strong>de</strong>n grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verkehr und 4% aufDurchgangsverkehre. Bezogen auf die Verkehrsleistung reduziert sich die Be<strong>de</strong>utung <strong>de</strong>r Binnen-Großteil <strong>de</strong>r Transportnachfragewird nur im BinnenverkehrabgewickeltGüterverkehrsnachfrage 1 : Baunahe Transporte dominierenTransportaufkommen in Deutschland 2012Sonstige Produkte (13%)Land- u. forstwirtschaftliche Erzeugnisse (5%)Kohle, Rohöl, Erdgas (5%)Sekundärrohstoffe, Abfälle (7%)Maschinen, langlebigeKonsumgüter (6%)Erze, Steine u. Er<strong>de</strong>n,Bergbauerzeugnisse (24%)Massenguttransporte stehen fürrund 46% <strong>de</strong>r Transportnachfrage,sie verlieren aber an Be<strong>de</strong>utungMetalle u. Metallerzeugnisse (6%)Chemische u. Mineralerzeugnisse (15%)Kokerei- u. Mineralölerzeugnisse (5%)Konsumgüter zumkurzfr. Verbrauch (14%)Quelle: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013, 1 ohne Luftverkehr


10C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TDurchgangsverkehre aufgrund <strong>de</strong>rZunahme <strong>de</strong>r internationalenArbeitsteilung mit hoher Dynamiktransporte aber beträchtlich auf 52%, weil die aufkommensstarken Bausstofftransporte überwiegendüber kurze Entfernungen transportiert wer<strong>de</strong>n. Dagegen erlangt <strong>de</strong>r Durchgangsverkehr miteinem Anteil von 16% eine wesentlich höhere Be<strong>de</strong>utung. Dieser weist zu<strong>de</strong>m die stärkste DynamikallerHauptverkehrsverbindungenauf,weilaufgrund<strong>de</strong>rgeografischenLageDeutschlandssichdie Zunahme <strong>de</strong>r internationalen Arbeitsteilung hier am stärksten nie<strong>de</strong>rschlägt. Aus <strong>de</strong>m gleichenGrund wachsen auch die grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verkehre schneller als die Binnentransporte.Deutschland: Seeverkehr nach KontinentenTransportvolumen 2012Australien (1%)Deutschland: Luftverkehr nach KontinentenTransportvolumen 2012Australien (0%)Asien und Europa die be<strong>de</strong>utendstenZielgebiete bei <strong>de</strong>n internationalenVerbindungenAsien (21%)Mittel- undSüdamerika (8%)Nordamerika (8%)Europa (57%)Asien (45%)Europa (29%)Afrika (3%)Afrika (5%)Amerika (23%)Quelle: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013Nachfrage nach öffentlichenPersonenverkehrsleistungen ohnezyklische Schwankungen mo<strong>de</strong>ratsteigendEntschei<strong>de</strong>nd ist das Konkurrenzverhältniszum eigenen AutoStrukturell bedingte Rückgängeim Ausbildungsverkehr (Schüler,Stu<strong>de</strong>nten, Lehrlinge)Luftfahrt neben <strong>de</strong>m Kreuzfahrtmarktdas nachfragestärkste SegmentNachfrage im öffentlichen Personenverkehr wenig zyklischDie Nachfrage nach Personenverkehrsleistungen ist im Vergleich zum Güterverkehr <strong>de</strong>utlich wenigerzyklisch. Sie wird bestimmt durch die Bevölkerungsentwicklung, die allgemeine wirtschaftlicheEntwicklung und die privaten Konsumausgaben. Im Nahverkehr ist zu<strong>de</strong>m die Entwicklung<strong>de</strong>r Beschäftigtenzahlen und <strong>de</strong>r Auszubil<strong>de</strong>n<strong>de</strong>n maßgeblich. Entschei<strong>de</strong>nd ist auchdas Konkurrenzverhältnis zum Pkw. Der Nahverkehr wies in <strong>de</strong>n vergangenen Jahren ein leichteskontinuierliches Nachfragewachstum auf. Dämpfend wirken sich die strukturell bedingtenlangjährigen Rückgänge im Schülerverkehr aus, mehr als ein Drittel aller Personenfahrten entfallenauf diesen Bereich. Beson<strong>de</strong>rs hohe Nachfragezuwächse erzielt die touristische Personenschifffahrt,die gegenwärtig weniger von <strong>de</strong>r allgemeinen Konjunkturentwicklung als vielmehrvon strukturellen Komponenten (spürbare Angebotsausweitung sowie durch attraktivePreisgestaltung gewonnene neue Kun<strong>de</strong>nschichten wie Familien o<strong>de</strong>r Pauschalurlauber) begünstigtwird. Neben <strong>de</strong>m Kreuzfahrtmarkt ist <strong>de</strong>r Luftverkehr das nachfragestärkste Segment,<strong>de</strong>r von seiner Schnelligkeit und <strong>de</strong>r verbraucherfreundlichen Preisentwicklung (insbeson<strong>de</strong>redurch das Vordringen <strong>de</strong>r Billigflieger) profitiert. Europäisierung und Globalisierung <strong>de</strong>r Wirtschaftsorgen für ein hohes Wachstum <strong>de</strong>s Geschäftsreiseverkehrs, im Privatreiseverkehr ist <strong>de</strong>rDrang <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>sbürger zu flugaffinen Reisezielen ungebrochen.AngebotHohe Wettbewerbsintensität bei allen VerkehrsträgernChance:Risiko:Konsolidierung <strong>de</strong>s Luftfahrtsektors greift schneller als erwartetAngebotsüberhang in <strong>de</strong>r Schifffahrt vergrößert sich durch weltweitenNachfrageeinbruchIm Güterverkehr war die Wettbewerbsentwicklung zwischen <strong>de</strong>n Landverkehrsträgern Straße,Schiene und Binnenschiff lange Jahre durch eine Strukturverschiebung zugunsten <strong>de</strong>s Straßengüterverkehrsgeprägt. Der zunehmen<strong>de</strong> Transportbedarf für hochwertiges Stückgut bei


| Branchenbericht | Transport/Logistik11gleichzeitig rückläufigem Aufkommen von Massengütern kommt vorwiegend <strong>de</strong>m Straßengüterverkehrzugute. Zu<strong>de</strong>m erfüllt <strong>de</strong>r Lkw mit seiner hohen Flexibilität in <strong>de</strong>r Flächenbedienung, mitseiner Schnelligkeit und Pünktlichkeit die Erfor<strong>de</strong>rnisse <strong>de</strong>r Wirtschaft nach zeitgerechter und verlässlicher(Just-in-time)-Belieferung von allen Verkehrsträgern am besten. Die Attraktivität für dieverla<strong>de</strong>n<strong>de</strong> Wirtschaft wur<strong>de</strong> darüberhinaus durch das in <strong>de</strong>r Vergangenheit günstige Preisniveaufür Straßentransporte gesteigert. Die hier frühzeitig einsetzen<strong>de</strong> Liberalisierung mit einem auchintensiven innereuropäischen Wettbewerb führte zu einer höheren Produktivität bei steigen<strong>de</strong>rQualität. Teilweise lieferten sich die Speditionen aber auch ruinöse Preiswettkämpfe. Die Ausweitung<strong>de</strong>r Marktanteile ging zu Lasten <strong>de</strong>r an<strong>de</strong>ren bei<strong>de</strong>n Verkehrsträger, die ihre Schwerpunkteim Massenguttransport haben. Zu<strong>de</strong>m ist die Binnenschifffahrt mehr als an<strong>de</strong>re VerkehrsträgerWitterungseinflüssen ausgesetzt. Dies ist gera<strong>de</strong> bei zeitsensiblen logistischen Gesamtkonzeptenein großer Wettbewerbsnachteil. Bei <strong>de</strong>r Schiene kam erschwerend hinzu, dass sich die Liberalisierung<strong>de</strong>r Bahnmärkte in Europa lange Zeit hinauszögerte. Damit gab es für die staatseigenenBetriebe kaum Anreize mit innovativen Lösungen auf die sich än<strong>de</strong>rn<strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>nwünsche zureagieren. Im grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verkehr – gera<strong>de</strong> hier könnte die Bahn ihre komperativenVorteile, die Bün<strong>de</strong>lung großer Gütermengen über lange Distanzen, ausspielen – wird sie zu<strong>de</strong>mdurch eine mangeln<strong>de</strong> technische Harmonisierung <strong>de</strong>r Eisenbahnsysteme ausgebremst, auchfehlt es an ausreichen<strong>de</strong>n Kapazitäten. Zwischenzeitlich gelang es <strong>de</strong>r Schiene nicht zuletzt durchdie Liberalisierung Marktanteile zurückzuerobern, zuletzt stockte <strong>de</strong>r Aufholprozess aber wie<strong>de</strong>r.In <strong>de</strong>r Vergangenheit starkeMarktanteilsgewinne zugunsten<strong>de</strong>s StraßengüterverkehrsBinnenschifffahrt bei zeitsensiblenlogistischen GesamtkonzeptenbenachteiligtSchiene durch zögerlicheLiberalisierung und fehlen<strong>de</strong>technische Harmonisierung inEuropa benachteiligtVerkehrsträger Binnenschiff <strong>de</strong>r große VerliererEntwicklung <strong>de</strong>r Transportleistung in Deutschland, In<strong>de</strong>x 1991=10026024022020018016014012010080601991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013*Luftfracht auf <strong>de</strong>m VormarschEisenbahn Binnenschiff Luftfracht StraßenverkehrQuelle: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013, * Commerzbank PrognoseHeftig geführt wird <strong>de</strong>r Wettbewerb auch innerhalb <strong>de</strong>r Verkehrsträger selbst. Dabei verliert<strong>de</strong>r einfache Transport als Wettbewerbskomponente an Be<strong>de</strong>utung. Diesen wenig gewinnbringen<strong>de</strong>nBereich verlagern große Logistikkonzerne auf Subunternehmen o<strong>de</strong>r kaufen ihn am Marktein. So bil<strong>de</strong>t sich eine Zweiteilung <strong>de</strong>s Marktes: Auf <strong>de</strong>r einen Seite stehen die Organisatoren<strong>de</strong>s Transports, die mit hohem technischen und finanziellen Aufwand am Markt operieren. In diesemertragsstärkeren Segment ist die Konzentration überdurchschnittlich, die wenigen GlobalPlayer sowie die über überregionale Netzwerke verbun<strong>de</strong>nen großen Mittelständler zeichnen sichdurch ihre engmaschigen Netzwerke aus und kommen <strong>de</strong>m Wunsch ihrer Kun<strong>de</strong>n – große internationaleKonzerne – nach integrierten grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Logistiklösungen entgegen. GroßeSpeditionen haben bessere Möglichkeiten zur Rationalisierung, zur Steigerung <strong>de</strong>r Kapazitätsauslastung,zum Einsatz neuer Technologien und zur Verlagerung von Geschäftsaktivitäten ankostengünstigere Standorte. Auf <strong>de</strong>r an<strong>de</strong>ren Seite fin<strong>de</strong>t sich das mittelständische und stark zersplitterteeigentliche Transportgewerbe. Diese suchen ihr Auskommen in einem relativ margenarmenMarktsegment. Die Unternehmen konkurrieren fast ausschließlich über <strong>de</strong>n Preis.Der einfache Transport verliertals Wettbewerbskomponentean Be<strong>de</strong>utungOrganisation <strong>de</strong>s Transports als dasertragsstärkere Segment


12C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TDeregulierung verschärft Wettbewerbmit ausländischen AnbieternBei innerstaatlichen Transportenaber noch rechtliche RestriktionenBeson<strong>de</strong>rs bei grenzüberschreiten<strong>de</strong>nVerbindungen hoher Marktanteilausländischer WettbewerberIm Schienengüterverkehr setzteLiberalisierung erst sehr spät einWettbewerb vorwiegend im Ganzzugsegment,Einzelwagenverkehrnoch in <strong>de</strong>r Hand <strong>de</strong>r früherenStaatsmonopolistenWettbewerb mit ausländischen Anbietern nimmt zuVerschärft wird die Wettbewerbsintensität bei allen Landverkehrsträgern durch ausländische Anbieter,die zunehmend auf <strong>de</strong>n <strong>de</strong>utschen Markt drängen. Dies ist vor allem eine Folge <strong>de</strong>r Liberalisierungim Transportsektor. Auf <strong>de</strong>n europäischen Verbindungen ist <strong>de</strong>r Markt inzwischenvollständig liberalisiert, auf nationalen Verbindungen gelten allerdings noch teilweise Restriktionen.So ist es ausländischen Anbietern aus <strong>de</strong>r EU immer noch nicht vollständig gestattet, unbegrenztnationale Transporte durchzuführen (Kabotageregelung, s. Glossar). Ungleiche Wettbewerbsbedingungen(Mineralölsteuer, Ökosteuer, Kontrolle und Einhaltung <strong>de</strong>r Sozialvorschriftensowie langjährige steuerliche Vergünstigungen <strong>de</strong>r europäischen Konkurrenz beim Neu- o<strong>de</strong>rVerkauf von Binnenschiffen) und Lohnkostennachteile gegenüber osteuropäischen Anbieternführten zu einem stetig steigen<strong>de</strong>n Marktanteil ausländischer Anbieter auf <strong>de</strong>m <strong>de</strong>utschen Markt.Vor allem auf <strong>de</strong>n grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verbindungen ist <strong>de</strong>r <strong>de</strong>utsche Anteil gering. Im reinenBinnenverkehr sind die Anteile zwar noch größer, aber mit <strong>de</strong>r zunehmen<strong>de</strong>n Freigabe <strong>de</strong>r Kabotagedürfte auch hier die ausländische Konkurrenz weiter zulegen. Aufgrund <strong>de</strong>r langjährigenWettbewerbsnachteile besteht zu<strong>de</strong>m eine Ten<strong>de</strong>nz zur Auslagerung <strong>de</strong>s Firmensitzes ausDeutschland o<strong>de</strong>r es wer<strong>de</strong>n Nie<strong>de</strong>rlassungen verlagert, bzw. <strong>de</strong>utsche Speditionen setzen osteuropäischeTransporteure ein.Im Schienengüterverkehr ist <strong>de</strong>r Marktanteil <strong>de</strong>r ausländischen Wettbewerber aufgrund <strong>de</strong>rzögerlichen Deregulierung geringer, erst 2010 wur<strong>de</strong>n die grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Verbindungenvollständig liberalisiert. Ohnehin ist <strong>de</strong>r Wettbewerb auf <strong>de</strong>n ehemaligen Monopolmärkten auchnational betrachtet nur spät in Gang gekommen. Immerhin erreichten die privaten Bahnen im Jahr2012 auf <strong>de</strong>m <strong>de</strong>utschen Markt einen Anteil von 29% (2006: 16%). Dabei fin<strong>de</strong>t <strong>de</strong>r Wettbewerbeuropaweit fast ausschließlich im lukrativeren Ganzzugsegment statt, während <strong>de</strong>r wegen hoherKosten und <strong>de</strong>r Konkurrenz zum Lkw margenschwache Einzelwagenverkehr nach wie vor in <strong>de</strong>nHän<strong>de</strong>n <strong>de</strong>r früheren Monopolisten liegt. Die Konzentration im europäischen Bahnsektor steigtmit <strong>de</strong>r zunehmen<strong>de</strong>n Deregulierung an, die großen Player bringen sich durch Übernahmen undKooperationen in Stellung für <strong>de</strong>n liberalisierten europäischen Eisenbahnmarkt.Marktanteilsverluste <strong>de</strong>utscherAnbieterMarktanteil <strong>de</strong>r <strong>de</strong>utschen Binnenschifffahrt:Langjährige Verluste6360575244383432 31 30Marktanteil <strong>de</strong>r <strong>de</strong>utschen Lkw-Flotte:Kontinuierlicher RückgangAnteil an <strong>de</strong>r Transportleistung in % Anteil an <strong>de</strong>r Transportleistung in %8277 78726764 63 611950 1960 1970 1980 1990 2000 2005 2010 2011 20121980 1990 1995 2000 2005 2010 2011 2012Quelle: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013In <strong>de</strong>r Seeschifffahrt Ausflaggung inausländische BilligregisterIn <strong>de</strong>r Seeschifffahrt wird <strong>de</strong>r Wettbewerb schon von jeher global geführt. Am Seegüterumschlagin <strong>de</strong>utschen Häfen haben Schiffe unter <strong>de</strong>utscher Flagge nur noch einen Anteil von unter10%, weil die gegenüber an<strong>de</strong>ren Nationen höhere Steuerbelastung und höhere Personalkostenzur Ausflaggung in sogenannte Billigregister führte. In Bezug auf die Eigner <strong>de</strong>r Schiffe und nichtnach <strong>de</strong>r Flagge ist Deutschland eine <strong>de</strong>r wichtigsten Schifffahrtsnationen <strong>de</strong>r Welt. Zyklisch wie<strong>de</strong>rkehren<strong>de</strong>Überkapazitäten (neue Schiffe wer<strong>de</strong>n in Boomzeiten bestellt und gehen dann inFahrt, wenn die Nachfragedynamik nachlässt) und das Streben nach Größenvorteilen sorgen für


| Branchenbericht | Transport/Logistik13einen heftigen Wettbewerb. Die Frachtraten sind entsprechend starken Schwankungen unterworfen.Gera<strong>de</strong> in <strong>de</strong>n letzten Jahren drängten viele neue Kapazitäten auf <strong>de</strong>n Markt, ohne das diesteigen<strong>de</strong> Nachfrage dies kompensieren konnte. Der sowieso schon hohe Konzentrationsgrad in<strong>de</strong>r Linienschifffahrt wird durch Fusionen o<strong>de</strong>r Übernahmen weiter ansteigen. Ein Abbau <strong>de</strong>r Kapazitätenist damit meist aber nicht verbun<strong>de</strong>n. Auch bei <strong>de</strong>n Charterree<strong>de</strong>reien, dieses Segmentist <strong>de</strong>utlich weniger konzentriert (im Durchschnitt entfallen auf ein Unternehmen weniger als zehnSchiffe), wird <strong>de</strong>r bereits eingesetzte Konzentrationsprozess weiter gehen. Hier fin<strong>de</strong>n die aktuellauf <strong>de</strong>n Markt drängen<strong>de</strong>n sowie die bestehen<strong>de</strong>n Schiffe ebenfalls keine ausreichen<strong>de</strong> Beschäftigungsmöglichkeit.Zyklisch wie<strong>de</strong>rkehren<strong>de</strong> Überkapazitätenführen zu stark schwanken<strong>de</strong>nFrachtratenKonsolidierung in <strong>de</strong>r SchifffahrtunvermeidlichÖffentlicher Personenverkehr gewinnt wie<strong>de</strong>r MarktanteileNach<strong>de</strong>m <strong>de</strong>r öffentliche Verkehr durch die zunehmen<strong>de</strong> Motorisierung und eigener unattraktiverAngebote über viele Jahre Marktanteile an das Auto verlor, wur<strong>de</strong> dieser Trend zuletzt gestoppt,bzw. sogar leicht gedreht. Dazu beigetragen haben die schon hohe Pkw-Dichte, zunehmen<strong>de</strong> Engpässeauf <strong>de</strong>r Straße, explodieren<strong>de</strong> Kraftstoffpreise, Parkraumnot in <strong>de</strong>n Großstädten, aber auchdas <strong>de</strong>utlich verbesserte Angebot <strong>de</strong>r Eisenbahn und <strong>de</strong>r Ausbau <strong>de</strong>s Nahverkehrs in <strong>de</strong>n Ballungsräumensowie die Deregulierung <strong>de</strong>r Märkte. Vor allem <strong>de</strong>r zunehmen<strong>de</strong> Wettbewerb imSchienenpersonennahverkehr – im Jahr 2012 wur<strong>de</strong>n 25% <strong>de</strong>r in Deutschland erbrachten Zugkilometervon Konkurrenten <strong>de</strong>r Deutschen Bahn AG erbracht (2007: 16%) – hat zu Kosteneinsparungenbei <strong>de</strong>n öffentlichen Auftraggebern geführt und diesen dadurch eine Ausweitung <strong>de</strong>s Nahverkehrsangebotsermöglicht. Zu <strong>de</strong>n stärksten Wettbewerbern <strong>de</strong>r Deutschen Bahn gehören vorallem Tochtergesellschaften ausländischer Staatsbahnen. Im Schienenfernverkehr ist <strong>de</strong>r Marktanteilvon Wettbewerbsbahnen – obwohl rechtlich möglich – mit 1% noch sehr gering. Dafür ist dieKonkurrenz durch Fluggesellschaften und Pkw hier umso größer, <strong>de</strong>shalb verlief das Wachstum<strong>de</strong>s Schienenfernverkehrs in <strong>de</strong>n letzten Jahren eher mo<strong>de</strong>rat. Mit <strong>de</strong>r Liberalisierung <strong>de</strong>s Fernbusverkehrs(s. Pol. und rechtl. Rahmenbed.) hat die Schiene zu<strong>de</strong>m neue Konkurrenz bekommen.Attraktivität <strong>de</strong>s motorisiertenIndividualverkehrs (Fahrt mit<strong>de</strong>m eigenen Auto) lässt nachAusbau <strong>de</strong>s öffentlichen Nahverkehrsin <strong>de</strong>n BallungsräumenWettbewerb im Schienenpersonennahverkehr<strong>de</strong>utlich weiter vorangeschrittenals im FernverkehrLuft- und Schienenverkehr gewinnen MarktanteilePersonenverkehrsleistung in Deutschland, In<strong>de</strong>x 1991=100220200180160140120Passagierluftfahrtam dynamischsten100801991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013*Öffentlicher Straßenverkehr Eisenbahn Luftverkehr Motorisierter IndividualverkehrQuelle: Statistisches Bun<strong>de</strong>samt 2013, * Commerzbank PrognoseAuch <strong>de</strong>r Luftverkehr ist trotz vieler Liberalisierungsschritte international noch stark reglementiert.Vor allem Fusionen stehen noch viele Hür<strong>de</strong>n im Weg, sodass in einer so internationaloperieren<strong>de</strong>n Branche wie <strong>de</strong>r Luftfahrt trotz weltweiter Allianzen eine richtige Globalisierung bislangnoch nicht stattgefun<strong>de</strong>n hat. Gleichzeitig wer<strong>de</strong>n noch zu viele Fluggesellschaften staatlichsubventioniert, eine zur finanziellen Gesundung <strong>de</strong>r Branche notwendige Kapazitätsbereinigungfin<strong>de</strong>t nicht statt. Der brancheninterne Wettbewerb wird zu<strong>de</strong>m durch die Erfolge <strong>de</strong>r Billigfliegerverschärft, die durch günstigere Kostenstrukturen <strong>de</strong>n etablierten Linienfluggesellschaften Konkurrenzmachen. Diese versuchen durch <strong>de</strong>n Aufbau eigener Billigfluggesellschaften die Ertrags-Noch viele regulatorischeHür<strong>de</strong>n im LuftverkehrAnhaltend subventionierteFluggesellschaften verhin<strong>de</strong>rnMarktbereinigung


14C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TErfolge <strong>de</strong>r Billigflieger und Fluggesellschaftenaus <strong>de</strong>r Golfregionverschärfen <strong>de</strong>n WettbewerbSon<strong>de</strong>rlasten verteuern <strong>de</strong>nLuftverkehrsstandort Deutschlan<strong>de</strong>rosion auf <strong>de</strong>r Nah- und Mittelstrecke zu stoppen. Auch intensiviert sich <strong>de</strong>r Wettbewerb durch finanzstarkeund staatlich geför<strong>de</strong>rte Fluggesellschaften aus <strong>de</strong>r Golfregion, die mit mo<strong>de</strong>rnstemFluggerät und niedrigen Betriebskosten immer mehr Passagiere aus Europa abziehen. Darüber hinauswird die Luftverkehrswirtschaft in Europa noch durch Son<strong>de</strong>rlasten benachteiligt wie ein fehlen<strong>de</strong>reinheitlicher Luftraum o<strong>de</strong>r weitreichen<strong>de</strong> Fluggastrechte. Auch ist <strong>de</strong>r Luftverkehr seit Anfang2012 in das EU-Emissionshan<strong>de</strong>lssystem einbezogen (s. Pol. und rechtl. Rahmenbed.). Derzeitgilt dies aber nur für innereuropäische Flüge. In Deutschland verteuern zusätzlich die für Starts imInland erhobene Luftverkehrssteuer, hohe Flugsicherungs- und Flughafengebühren, Betriebsbeschränkungen(Nachtflugverbot) und auch <strong>de</strong>r unzureichen<strong>de</strong> Ausbau <strong>de</strong>r Infrastruktur <strong>de</strong>n nationalenLuftverkehrsstandort.KostenBe<strong>de</strong>uten<strong>de</strong> Kostenblöcke Personal und EnergieChance:Risiko:Treibstoffkosten sinken markantSpartengewerkschaften setzen kaum wirtschaftlich zu bewältigen<strong>de</strong>Tariferhöhungen durch27% <strong>de</strong>r gesamten Aufwendungenim Transportsektor entfallen aufPersonalkostenZunehmen<strong>de</strong>r Mangel an qualifiziertenFachkräften40% <strong>de</strong>r Berufskraftfahrer müssenin <strong>de</strong>n nächsten 10 Jahren altersbedingtersetzt wer<strong>de</strong>nWichtige Kostenblöcke <strong>de</strong>s Transportgewerbes betreffen das Personal, die Nutzung <strong>de</strong>r Infrastruktur,die Energiekosten, die Anschaffung <strong>de</strong>r Fahrzeuge sowie Kosten für Wartung undReparatur. Von <strong>de</strong>n gesamten Aufwendungen im Sektor Verkehr und Lagerei entfielen inDeutschland nach einer Strukturerhebung <strong>de</strong>s Statistischen Bun<strong>de</strong>samtes aus <strong>de</strong>m Jahr 200927% auf Personalkosten. Durch die steigen<strong>de</strong> Nachfrage nach Speditions-, Transport- undLogistikdienstleistungen nimmt <strong>de</strong>r Bedarf nach qualifiziertem Personal vor allem im Güterverkehrspürbar zu. In <strong>de</strong>n letzten Jahren wur<strong>de</strong> sowohl im kaufmännischen Bereich als auch beiKraftfahrern o<strong>de</strong>r Schienenfahrzeugführern immer wie<strong>de</strong>r über Probleme bei Stellenbesetzungenund einem unzureichen<strong>de</strong>n Angebot an qualifizierten Fachkräften berichtet. DieAbschaffung <strong>de</strong>r Wehrpflicht in <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>swehr (dadurch wer<strong>de</strong>n weniger Kraftfahrer ausgebil<strong>de</strong>t,die nach En<strong>de</strong> ihrer Dienstzeit auf <strong>de</strong>n Arbeitsmarkt drängen), die wenig attraktiveBezahlung und die schlechten Arbeitsbedingungen haben diesen Mangel mit verursacht. Demsteht gegenüber, dass in <strong>de</strong>n nächsten 10 Jahren altersbedingt 40% <strong>de</strong>r Berufskraftfahrer aus<strong>de</strong>m Berufsleben ausschei<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>n. Dies treibt die Personalkosten weiter in die Höhe, zumalauch die Qualitätsanfor<strong>de</strong>rungen an das Personal durch <strong>de</strong>n Trend zur Systemlogistik, durchzunehmen<strong>de</strong> EDV-Unterstützung <strong>de</strong>r speditionellen Prozesse und durch die fortschreiten<strong>de</strong>internationale Vernetzung steigen wer<strong>de</strong>n.Kosten im Güterkraftverkehr (Fernbereich Lkw)*: Kraftstoffkosten größter KostentreiberAnstieg <strong>de</strong>r Kraftstoffkosten vonüber 50% in <strong>de</strong>n letzten 8 JahrenAnteile an Kostenverän<strong>de</strong>rung Kostenverän<strong>de</strong>rungGesamtkosten 2012** Juli 2012 - Juli 2013 Jan. 2010 - Juli 2013Personalkosten (Fahrer ohne Spesen) 25,7 1,3 6,9Fahrerspesen 1,9 0 0Fahrzeugeinsatzkosten 51,0 -0,7 16davon Kraftstoffkosten 27,4 -2,3 24,1Fahrzeugvorhaltekosten (Fixkosten) 11,0 -0,1 1,7Verwaltungskosten 10,4 1,6 9davon Personalkosten 6,2 1,3 9,9Gesamtkosten 100 0,1 10,7* Gesamtkosten beziehen sich auf die Betriebskosten eines Lkw, ** Schätzwerte in % auf Basis <strong>de</strong>r Kostenstruktur 2007Quellen: Bun<strong>de</strong>sverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Kosteninformationssystem 2013, eigene Berechnung


| Branchenbericht | Transport/Logistik15Der größte Kostentreiber <strong>de</strong>r letzten Jahre waren die Energiekosten. Im Güterkraftverkehr erhöhtensich beispielsweise die Kraftstoffkosten in <strong>de</strong>n letzten acht Jahren trotz einer zuletzt leichtenEntlastung um mehr als 50% und damit so stark wie kein an<strong>de</strong>rer Kostenblock. Mittlerweileliegt <strong>de</strong>r Anteil <strong>de</strong>r Kraftstoffkosten dort bei rund 30% <strong>de</strong>s Gesamtaufwan<strong>de</strong>s. Durch gezieltes Fahrertraining(spritsparen<strong>de</strong>s Fahren), Drosselung <strong>de</strong>r Höchstgeschwindigkeit, Vermei<strong>de</strong>n von Leerfahrtenund einer effizienten Kapazitätssteuerung versuchen die Speditionen <strong>de</strong>m entgegenzuwirken.Allerdings steigen auch die Anfor<strong>de</strong>rungen <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>n nach einer kontinuierlichen Erhöhung<strong>de</strong>r Flexibilität. Trotz hoher Aufkommensunterschie<strong>de</strong> im Zeitablauf sollen die Lieferketten zuverlässigbedient wer<strong>de</strong>n, was eine effiziente Kapazitätssteuerung erschwert. Im Luftverkehr machendieKerosinkosteninzwischennahezueinDrittelallerKostenaus,10Jahrezuvorwareneserst14%.In diesem Zeitraum hat sich <strong>de</strong>r Preis für Flugbenzin fast vervierfacht. In <strong>de</strong>r Seeschifffahrt wirdüber eine Reduzierung <strong>de</strong>r Fahrtgeschwindigkeiten (Slow Steaming) eine Verringerung <strong>de</strong>r Treibstoffkostenerreicht.DievorgeseheneIntegration<strong>de</strong>rSeeschiffahrtin <strong>de</strong>nEU-Emissionshan<strong>de</strong>lunddie notwendige Umstellung auf schwefelarmen Kraftstoff (Umrüstung auf LNG, Nachrüstung mitPartikelfiltern) dürften hier aber weitere Kostensteigerungen hervorrufen.Größter Kostentreiber EnergieIm Güterkraftverkehr rund 30%KraftstoffkostenIm Luftverkehr rund ein DrittelKerosinkostenIn <strong>de</strong>r Seeschifffahrt Reduzierung<strong>de</strong>r FahrtgeschwindigkeitErtragslageMargendruck bei <strong>de</strong>r reinen TransportleistungChance:Risiko:Einschnei<strong>de</strong>n<strong>de</strong>r Kapazitätsabbau verbessert Ertragslage in <strong>de</strong>r SchiffundLuftfahrtPreisdruck durch ausländische Anbieter nimmt stärker zuWegen <strong>de</strong>s hohen inter- und intramodalen Wettbewerbs sowie <strong>de</strong>r zunehmen<strong>de</strong>n Konkurrenzdurch ausländische Anbieter ist <strong>de</strong>r Spielraum für die infolge <strong>de</strong>r <strong>de</strong>utlich gestiegenen Betriebskostenerfor<strong>de</strong>rlichen Preiserhöhungen eng. Trotz ständiger Optimierungsprozesse und Produktivitätssteigerungenkönnen die Kostensteigerungen nicht immer kompensiert wer<strong>de</strong>n. Es bestehtein spürbarer Margendruck und die wirtschaftliche Situation vieler Marktakteure ist angespannt.Dabei ist aber zu unterschei<strong>de</strong>n zwischen <strong>de</strong>n Anbietern <strong>de</strong>r Transportleistung und <strong>de</strong>njenigen,die die Transportleistung am Markt nur einkaufen und sich ansonsten auf das Organisieren <strong>de</strong>sTransports einschließlich zusätzlicher Dienstleistungen konzentrieren. Erstere weisen in <strong>de</strong>r Regeleine unterdurchschnittliche Rentabilität aus. Dies gilt zumin<strong>de</strong>st für <strong>de</strong>n Straßentransport und dieBinnenschifffahrt. Sie bieten wenig spezialisierte Leistungen an, die Dienstleistung ist austauschbarun<strong>de</strong>sfehlenMarkteintrittsbarrieren.Dieselpreisgleitklauseln,dieeineAnpassung<strong>de</strong>rEntgeltean die Entwicklung <strong>de</strong>r Kraftstoffkosten ohne stetiges Nachverhan<strong>de</strong>ln erlauben, können gera<strong>de</strong>diese Unternehmen nicht immer durchsetzen. Auch gelingt es ihnen oft nicht, die Mautgebührenbei Rückfahrten ohne Ladung ihren Kun<strong>de</strong>n in Rechnung zu stellen. Die Insolvenzquoten liegenhier regelmäßig weit über <strong>de</strong>m Durchschnitt aller Wirtschaftszweige. Im Jahr 2012 hatte sich dieErtragslage aufgrund <strong>de</strong>r rückläufigen Transportmengen bei gleichzeitigen Kostensteigerungenverschlechtert. Im bisherigen Jahresverlauf 2013 hat sie sich aufgrund <strong>de</strong>r leichten Entspannungauf <strong>de</strong>r Kostenseite trotz unverän<strong>de</strong>rt unbefriedigen<strong>de</strong>r Beschäftigungslage allerdings etwas gebessert.Im Schienenverkehr wur<strong>de</strong> die Ertragslage in erster Linie durch die Kostensteigerungenfür Personal und Energie bei rückläufigen Transportvolumina belastet. Gleichzeitig verhin<strong>de</strong>rt <strong>de</strong>rintensive Wettbewerb adäquate Preiserhöhungen. Über alle Teilsegmente hinweg stellt sich die Ertragslagebei <strong>de</strong>njenigen Unternehmen besser dar, die neben <strong>de</strong>m Transport an<strong>de</strong>re logistischeDienstleistungen anbieten o<strong>de</strong>r sich ganz auf das Organisieren <strong>de</strong>r Logistikketten konzentrieren.Spielraum für Preiserhöhungendurch starken WettbewerbsdruckengUnterdurchschnittliche Rentabilitätbei reinen Transporteuren, hierauch hohe InsolvenzanfälligkeitGrundsätzlich bessere Ertragslagebei Unternehmen, die zusätzlichelogistische Dienstleistungenanbieten


16C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TKrise in <strong>de</strong>r globalen Seeschifffahrt,Frachtraten auf einem sehrniedrigen Niveau……zwischenzeitliche Erholungwar nicht marktgetriebenNicht vor 2015 mit einer nachhaltigenBesserung <strong>de</strong>r Frachtraten undSchiffswerte zu rechnenLuftverkehrsmarkt gilt als margenschwachHohe Kerosinpreise können aufgrund<strong>de</strong>s heftigen Wettbewerbsnicht adäquat überwälzt wer<strong>de</strong>nUmsatzrendite 2012 von nur 1,1%In <strong>de</strong>r Seeschifffahrt hatte <strong>de</strong>r unerwartete Einbruch <strong>de</strong>r Weltwirtschaft und die zunehmend auf<strong>de</strong>n Markt kommen<strong>de</strong> neue Tonnage ab Mitte 2008 zu einem dramatischen Verfall <strong>de</strong>r Frachtratengeführt. Die globale Schifffahrt stürzte in eine ihrer schwersten Krisen. In <strong>de</strong>n Folgejahren verbessertesich die Nachfrage nach Schiffsraum wie<strong>de</strong>r, aber <strong>de</strong>r Zuwachs an neuer Tonnage war unverän<strong>de</strong>rthoch, sodass sich die Überkapazitäten sogar noch vergrößerten. Zwar konnten sich dieFracht- und Charterraten zwischenzeitlich etwas erholen, insbeson<strong>de</strong>re in <strong>de</strong>r Containerlinienschifffahrtdurch eine Selbstverpflichtung <strong>de</strong>r Ree<strong>de</strong>r, die Preise nicht gegenseitig zu unterbieten.Die Erholung blieb aber nur von kurzer Dauer, aufgrund <strong>de</strong>r eingetrübten Welthan<strong>de</strong>lsentwicklungund unverän<strong>de</strong>rt hohen Angebotszuwächsen waren die Frachtraten bald wie<strong>de</strong>r rückläufig. Aktuellkonnten sich die Raten aber immerhin auf einem allerdings sehr niedrigen und unauskömmlichenNiveau stabilisieren. Beson<strong>de</strong>rs gefähr<strong>de</strong>t sind <strong>de</strong>rzeit die Charterree<strong>de</strong>r, hier drohen weiterezahlreiche Insolvenzen. Nicht vor 2015 ist mit einer nachhaltigen Erholung <strong>de</strong>r Fracht- und Charterratensowie <strong>de</strong>r Schiffswerte zu rechnen, sofern die Or<strong>de</strong>rbücher <strong>de</strong>r Werften bis dahin abgeschmolzensind. Selbst dies dürfte nicht für alle Segmente gelten: durch die Auslieferung immergrößerer Containerschiffe geraten die Kleinen zunehmend unter Stückkostennachteile.Auch <strong>de</strong>r internationale Luftverkehrsmarkt gilt als margenschwach. Allgemein ist das Fluggeschäftdurch die sehr schwierige Kapazitätssteuerung sehr zyklisch. Selbst in <strong>de</strong>n besten Jahrengelingt es <strong>de</strong>r Branche kaum, eine Umsatzrendite zu erzielen, die es erlaubt, Reserven aufzubauenund Investitionen in neue Flugzeuge durch Innenfinanzierung darzustellen. Beson<strong>de</strong>rs lei<strong>de</strong>t dieBranche unter <strong>de</strong>n anhaltend hohen Kerosinkosten, die aufgrund <strong>de</strong>s scharfen Wettbewerbs nichtvollständig am Markt weitergegeben wer<strong>de</strong>n können. Immerhin dürfte sich die Ertragslage 2013durch eine höhere Kapazitätsauslastung verbessern. Die IATA prognostiziert für dieses Jahr einenGewinn <strong>de</strong>r internationalen Linienfluggesellschaften in Höhe von etwa 12,5 Milliar<strong>de</strong>n US-Dollarnach 7,5 Milliar<strong>de</strong>n im Jahr 2012. Die Nettoumsatzrendite soll dabei von 1,1% auf 1,8% steigen.Gewinne verzeichnen <strong>de</strong>rzeit in erster Linie asiatische und amerikanische Gesellschaften, währenddie europäischen Carrier nur knapp Verluste vermei<strong>de</strong>n können. In Europa gibt es noch zu vieleFluggesellschaften, die größten zehn Airlines erreichen nur weniger als 50% Marktanteil, in <strong>de</strong>nUSA kommen die fünf Größten auf einen Anteil von 90%.Langfristige TrendsMegatrends beeinflussen die LogistikMegatrends wirken sichinsgesamt positiv aus……indirekt auch für kleinereregionale PlayerInsbeson<strong>de</strong>re die global aufgestellten Logistiker wer<strong>de</strong>n von <strong>de</strong>n allgemeinen Megatrends WachstumsregionBRIC, Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum, Urbanisierung sowie wan<strong>de</strong>ln<strong>de</strong>Konsumgewohnheiten in <strong>de</strong>n Emerging Markets profitieren. Per Schiff wer<strong>de</strong>n 90% <strong>de</strong>rtranskontinentalen, grenzüberschreiten<strong>de</strong>n Volumina transportiert, nach Wert entfallen jedochca. 40% auf die Luftfracht.Potenzial innerhalbEmerging Markets……vorwiegend fürinternationale PlayerNeben <strong>de</strong>m Güterverkehr mit <strong>de</strong>n Emerging Markets, bieten sich perspektivisch auch innerhalbdieser Regionen interessante Chancen, insbeson<strong>de</strong>re für größere Logistiker. In China beispielsweisewird dieses getrieben durch die industrielle Expansion in das Lan<strong>de</strong>sinnere, die verbesserteInfrastruktur sowie die sukzessive Verbesserung <strong>de</strong>r Logistiksysteme.Mittelfristig partielle Verschiebungvon Produktion und Sourcing in dieWachstumsmärkte…Mittelfristig muss zu<strong>de</strong>m berücksichtigt wer<strong>de</strong>n, dass es künftig <strong>de</strong>utliche regionale Verschiebungenbei Produktion und Sourcing in die Emerging Markets gibt und somit auch die glo-


| Branchenbericht | Transport/Logistik17bal agieren<strong>de</strong>n Logistiker zumin<strong>de</strong>st teilweise ihre Aktivitäten in die Wachstumsmärkte verlagernmüssen. Die Herausfor<strong>de</strong>rung, aber vor allem auch die Chance wird sein, beispielsweise die inChina bisher unzureichen<strong>de</strong> und teuere Logistikwertschöpfung durch eigene Aktivitäten (Tochtergesellschaftenbzw. Joint Venture) zu ergänzen bzw. zu verbessern.…auch eine Chance dort effizienteLogistik-systeme aufzubauenNeben <strong>de</strong>n genannten Verän<strong>de</strong>rungen, „hin zur lokalen Produktion und Sourcing“, bewirktauch die aktuelle chinesische wirtschaftspolitische Strategie, „weg von einer exportorientiertenWerkbank hin zu einer gestärkten Binnenwirtschaft“, dass sich das Wachstum <strong>de</strong>r Interkontinental-Logistik(insbeson<strong>de</strong>re Containerschiffe) verlangsamt und sich <strong>de</strong>m GDP-Wachstum annähert(aktuell ca. 1 : 1, bisher eher 2 :1).Interkontinentale Güterströmewachsen künftig langsamerWeitere Verän<strong>de</strong>rungen, welche aber eher mittelfristig zum Tragen kommen dürften, sind z.B.die Nutzung <strong>de</strong>r Eisenbahn im Güterverkehr nach China o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Aufbau be<strong>de</strong>uten<strong>de</strong>r See- undLuftfahrtkapazitäten im Nahen Osten (Dubai / Abu Dhabi).Neue Kapazitäten,neuer WettbewerbDie eher national bzw. europäisch aufgestellten Unternehmen profitieren von einer starken,seit Jahren im internationalen Han<strong>de</strong>l vorzüglich aufgestellten <strong>de</strong>utschen Industrie, einem sehr gutenLogistikstandort Deutschland (Infrastruktur, geographische Lage im Zentrum Europas) und einemperspektivisch wachsen<strong>de</strong>n Osteuropa (inkl. Russland). Durch Anfor<strong>de</strong>rungen wie Produktivitätssteigerungen,Just-in-time-Konzepte sowie steigen<strong>de</strong> Anteile höherwertiger Güter bleibenten<strong>de</strong>nziell <strong>de</strong>r Lkw und partiell die Luftfracht begünstigt, wo immer Schnelligkeit, schnelle Reaktionsfähigkeitund Flexibilität im Vor<strong>de</strong>rgrund steht.Starke Exportwirtschaft, sehr guterLogistikstandort Deutschland sowieein wachsen<strong>de</strong>r osteuropäischerMarkt als klare PluspunkteDerin<strong>de</strong>nletztenJahrenzuverzeichnen<strong>de</strong>Trendvonsinken<strong>de</strong>nLogistikkosten(in%vomUmsatz)für die Industrie scheint einen Wen<strong>de</strong>punkt erreicht zu haben. Bisherige Effizienzverbesserungenwer<strong>de</strong>nimmerstärkervonKostensteigerungenundzunehmen<strong>de</strong>rKomplexitätübertroffen.Kostensteigerungen höherals EffizienzverbesserungenVerän<strong>de</strong>rte regionale Schwerpunkte sowie WachstumsperspektivenKünftig wird eine verstärkte Verlagerung von industriellen Aktivitäten in die Wachstumsmärkteaus folgen<strong>de</strong>n Grün<strong>de</strong>n sinnvoll sein:●●●●Höhere Transportkosten wegen langfristig steigen<strong>de</strong>r Öl-, Kerosin- bzw. DieselpreiseKostenvorteile aufgrund b.a.w. immer noch <strong>de</strong>utlich geringerer PersonalkostenKun<strong>de</strong>n bevorzugen lokale Produktion von Vorproduktengeringere mögliche Nachteile durch Protektionismus und EinfuhrzölleDie Grün<strong>de</strong> zur Verlagerung in dieWachstumsmärkte sind vielfältig…Die Automobilindustrie ist hier klarer Vorreiter, aber auch an<strong>de</strong>re Industrien wer<strong>de</strong>n sich hiervonnicht völlig abkoppeln können. Es wer<strong>de</strong>n somit künftig sowohl <strong>de</strong>utlich weniger Vorproduktebzw. Komponenten als auch weniger Fertigprodukte nach China transportiert. Ein in <strong>de</strong>n letztenJahren wesentlicher Treiber für die globale Logistik wird daher sukzessive geringer bzw. die Auslastung<strong>de</strong>r Kapazitäten (Container) in Richtung China schlechter. Der Transport von Rohstoffen indie Wachstumsmärkte dürfte von diesem Trend jedoch eher profitieren.…dadurch sukzessiver Rückgang<strong>de</strong>r Auslastungen Richtung Chinabei Vor- und ZwischenproduktenVon einer überdurchschnittlichen Produktionserhöhung in Osteuropa dürften die europäischenLogistiker profitieren, da aufgrund <strong>de</strong>r geringeren Entfernung die Lieferung von qualitativ hochwertigenVorprodukten aus Westeuropa <strong>de</strong>utlich wahrscheinlicher ist. Auch wird dort nicht nur für<strong>de</strong>n wachsen<strong>de</strong>n osteuropäischen Markt gefertigt, sodass die Endprodukte teilweise auch wie<strong>de</strong>rRichtung Westen transportiert wer<strong>de</strong>n. Allerdings ist aufgrund <strong>de</strong>r Auswirkungen <strong>de</strong>r Eurokriseinsbeson<strong>de</strong>re in Sü<strong>de</strong>uropa in <strong>de</strong>n kommen<strong>de</strong>n Jahren wenig Wachstum zu erwarten.Osteuropa wird Wachstumsschwächein Westeuropateilweise kompensieren


18C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TWachstumsraten wer<strong>de</strong>n teilweisedurch ten<strong>de</strong>nziell kleinere Produkteund geringere Gewichte begrenztWenngleich <strong>de</strong>r Logistikmarkt insgesamt künftig weiterhin klar als ein Wachstumsmarkt gesehenwer<strong>de</strong>n kann, wird das Wachstumspotenzial durch vom Volumen und Gewicht her ten<strong>de</strong>nziellkleiner wer<strong>de</strong>n<strong>de</strong> Güter begrenzt. Zu<strong>de</strong>m wer<strong>de</strong>n einige Produkte sogar nur noch digital transportiertwer<strong>de</strong>n (bis hin zum 3D-Druck?).Bewertung: Logistik bleibt auch weiterhin klarer Wachstumsmarkt. Global aufgestellte Logistiker müssensich jedoch <strong>de</strong>n regionalen Verän<strong>de</strong>rungen stellen und perspektivisch Geschäft innerhalb <strong>de</strong>rWachstumsmärkte generieren. Osteuropa bietet künftig – auch für eher regionale Player – interessanteChancen, während West- und insbeson<strong>de</strong>re Sü<strong>de</strong>uropa in <strong>de</strong>n nächsten Jahren weniger Wachstumerwarten lassen.Zyklizität und Kostensteigerungen beeinflussen die ProfitabilitätHohe Zyklizität <strong>de</strong>r Branche……wird teilweise durch flexibleGeschäftsmo<strong>de</strong>lle ausgeglichenDie Logistik orientiert sich generell sehr stark an <strong>de</strong>r Entwicklung <strong>de</strong>s Weltwachstums. Sie istdaher eine <strong>de</strong>r zyklischsten Branchen überhaupt. Allerdings haben sich die gut aufgestelltenUnternehmen i.d.R. auf diese Situation eingestellt und ihr Geschäftsmo<strong>de</strong>ll entsprechend optimiert(z.B. asset-light, hohe Flexibilität). Die Trends, kürzere konjunkturelle Zyklen, regionaleKrisen bzw. negative Einmaleffekte und insgesamt steigen<strong>de</strong> Ausprägungen <strong>de</strong>r Zyklen, treffeni.d.R. daher in erster Linie finanziell schwache und wenig diversifizierte Unternehmen.In <strong>de</strong>r Krise setzen Kun<strong>de</strong>n wie<strong>de</strong>rauf „langsam aber billiger“Geschäftsmo<strong>de</strong>lle, welche sich durch eine beson<strong>de</strong>rs hohe Geschwindigkeit bei <strong>de</strong>r Dienstleistungvon <strong>de</strong>r Konkurrenz abheben wollen, wer<strong>de</strong>n in <strong>de</strong>r Krise teilweise stärker negativ betroffen,da die Kun<strong>de</strong>n dann wie<strong>de</strong>r auf „langsam, aber billiger“ setzen.Die reine Transportleistung stehtunter beson<strong>de</strong>rem Druck……nicht nur durch Kosten undWettbewerb……auch aufgrund zunehmen<strong>de</strong>nFahrermangelDie reine Transportleistung steht aufgrund <strong>de</strong>r sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren in einembeson<strong>de</strong>rs scharfen Wettbewerb. Dieses gilt nicht nur für Europa son<strong>de</strong>rn auch für alle EmergingMarkets, einschließlich China. Es stehen nicht nur die Preise unter Druck, auch die stark steigen<strong>de</strong>nKosten konnten zuletzt kaum weitergegeben wer<strong>de</strong>n. Hohe Kraftstoff-, Sicherheits- und Personalkostendürften in <strong>de</strong>n nächsten Jahren ein Thema bleiben. Unvorhersehbare starke DieselpreisschwankungenmachenHedging-Strategienzunehmendsinnvoller.Fehlen<strong>de</strong>Fachkräfte,sowohlin <strong>de</strong>r Disposition und noch ausgeprägter bei <strong>de</strong>n Fahrern, stellen quantitativ und bei <strong>de</strong>nLohnkosten ein beson<strong>de</strong>res Problem in <strong>de</strong>r Branche dar.Höhere Flexibilität durchAsset-light-StrategieGross-Profit aussagefähigerals UmsatzWenngleich ein Bo<strong>de</strong>nsatz an eigenen Kapazitäten i.d.R. über <strong>de</strong>n gesamten Konjunkturzykluseher die Profitabilität steigert, gilt grundsätzlich ein Asset-light-Geschäftsmo<strong>de</strong>ll als wegweisend.Eine wesentlich größere Flexibilität in <strong>de</strong>r Krise bzw. bei Auftragsschwankungen lässt meistensdie Profitabilität weniger stark einbrechen als die Umsätze. Daher ist nicht die Entwicklung<strong>de</strong>r Umsatzerlöse, son<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r Gross-Profit eine entschei<strong>de</strong>n<strong>de</strong> Steuerungsgröße.Steigen<strong>de</strong> Transparenz erhöhtWettbewerbsdruckNeben <strong>de</strong>m zunehmen<strong>de</strong>n Wettbewerbsdruck aus Osteuropa, vorwiegend bei einfachenDienstleistungen, verstärkt sich <strong>de</strong>r Margendruck bereits seit Jahren durch steigen<strong>de</strong> Transparenz(Online Bidding) in nahezu allen Bereichen. Höherwertige Dienstleistungen, enge Kun<strong>de</strong>nbindungund ein Mehrwert für <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n stehen i.d.R. für überdurchschnittliche Margen.Bewertung: Die Profitabilität in <strong>de</strong>r Branche bzw. in <strong>de</strong>n einzelnen Segmenten wird sehr stark durchdie (Kosten-)Flexibilität <strong>de</strong>s Geschäftsmo<strong>de</strong>lls geprägt. „Asset-light“-Mo<strong>de</strong>lle reduzieren <strong>de</strong>n negativenErtragstrend in <strong>de</strong>r Krise, d.h. ein stabiler Gross-Profit ist bei zyklischen Umsatzverän<strong>de</strong>rungenvon übergeordneter Be<strong>de</strong>utung.


| Branchenbericht | Transport/Logistik19Kontraktlogistiker profitieren vom OutsourcingEin beson<strong>de</strong>res Kennzeichen <strong>de</strong>r Kontraktlogistik ist, dass die zugrun<strong>de</strong>liegen<strong>de</strong>n Vertragsverhältnissemit <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n über längere Zeiträume bestehen, mit Laufzeiten von durchschnittlichetwa fünf Jahren. Grundsätzlich han<strong>de</strong>lt es sich hier um einen klaren Wachstumsmarkt, da dieKun<strong>de</strong>n durch verstärktes Outsourcing die Kostenstrukturen verbessern bzw. flexibler gestaltenwollen. Zwar ist in Krisenzeiten partiell wie<strong>de</strong>r Insourcing zu verzeichnen (Auslastung eigener Kapazitäten),aber nicht als genereller Trend. Verständnis <strong>de</strong>r jeweiligen Kun<strong>de</strong>nbranche und zukunftsorientierteVertragsgestaltung wer<strong>de</strong>n in einem sich verän<strong>de</strong>rn<strong>de</strong>m Umfeld immer wichtiger,zumal es sich hier meist um längerfristige Asset-Bindungen han<strong>de</strong>lt. Jedoch ist eine eigeneInfrastruktur nicht in je<strong>de</strong>m Fall zwingend notwendig, wichtiger sind Zuverlässigkeit und <strong>de</strong>r Zugangzu einem globalen Netzwerk (Warenverteilung).Wachsen<strong>de</strong> Kontraktlogistik aufgrundweiteren Outsourcings ……jedoch höhere Risiken(Komplexität, Vertragsgestaltung)……und die Notwendigkeitvon BranchenexpertiseIn <strong>de</strong>r Automobillogistik dürfte, neben <strong>de</strong>r aktuellen Diskussion über Werkverträge, dieneue Einglie<strong>de</strong>rung <strong>de</strong>r entsprechen<strong>de</strong>n Logistikmitarbeiter in <strong>de</strong>n Metalltarifvertrag beson<strong>de</strong>reBe<strong>de</strong>utung erlangen. Sowohl die Auswirkungen auf bestehen<strong>de</strong> Verträge als auch auf diePerspektiven für Dienstleistungen, wie <strong>de</strong>r Einbau direkt am Band <strong>de</strong>r Automobilhersteller,dürften ggf. neu überprüft wer<strong>de</strong>n. Der Vorteil <strong>de</strong>r größeren Flexibilität, beson<strong>de</strong>rs auch beineuen Werken in <strong>de</strong>n Wachstumsmärkten, bleibt jedoch auf je<strong>de</strong>n Fall erhalten. Grundsätzlichsind hier auch strukturelle Verän<strong>de</strong>rungen zu berücksichtigen, wie teilweise Verlagerungen vonProduktion und Sourcing in die wachsen<strong>de</strong>n Märkte (z.B. China, Amerikas, Osteuropa/ Russland),Rückgang <strong>de</strong>r Teilelieferungen aus Europa sowie mittelfristig Stagnation <strong>de</strong>r Zulassungen in(West-)Europa. Die finanzkrisenbedingten europäischen Absatzrückgänge im Massensegmentwer<strong>de</strong>n sich zu<strong>de</strong>m voraussichtlich nicht kurzfristig erholen (mind. ca. 2-3 Jahre). Potenzielle,strukturell erfor<strong>de</strong>rliche Werksschließungen sowie z.B. die Verlagerung <strong>de</strong>r GM/Opel-Logistik aufdie PSA-Gruppe können hohe Anfor<strong>de</strong>rungen für betroffene Logistiker be<strong>de</strong>uten. Bei <strong>de</strong>r Logistikvon Neuwagen ist grundsätzlich das Importgeschäft <strong>de</strong>utlich margenträchtiger, da hier Zusatzleistungenhonoriert wer<strong>de</strong>n. Hier ist grundsätzlich eine Verlagerung vom Seeweg (z.B. ausAsien) auf Lieferungen aus Osteuropa (neuen Produktionstätten) zu verzeichnen.Der Automobillogistik stellen sichmehrere Herausfor<strong>de</strong>rungen……Tarifverträge……strukturelle Verän<strong>de</strong>rungen……fehlen<strong>de</strong>s Wachstum in EuropaImportlogistik von Neuwagengenerell profitablerStark wachsen<strong>de</strong> Kun<strong>de</strong>nsegmente wie Win<strong>de</strong>nergie o<strong>de</strong>r Paketdienstleister bieten grundsätzlichgute Perspektiven. Allerdings sind die Chancen aufgrund ebenfalls zunehmen<strong>de</strong>r Konkurrrenz,Verzögerungen (Offshore-Windanlagen) bzw. anhaltend hoher Energiekosten teilweisezu relativieren und erfor<strong>de</strong>rn finanzielle Stärke bzw. ein gewisses Durchhaltevermögen.Teilweise <strong>de</strong>utlichwachsen<strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>nbranchen……aber nicht ohne RisikenIm Lebensmitteleinzelhan<strong>de</strong>l (LEH) und <strong>de</strong>r Konsumgüterindustrie sind einerseits generellstabilere Umsätze zu verzeichnen, an<strong>de</strong>rerseits führt die große Marktmacht <strong>de</strong>r meisten Kun<strong>de</strong>nzu niedrigen Margen. Ein starker Verdrängungswettbewerb im LEH kann zu<strong>de</strong>m auch zu Verän<strong>de</strong>rungenfür die Logistiker führen (z.B. Ausschei<strong>de</strong>n Schlecker, Übernahme Tegut, neue LogistikstrukturREWE). Auch Logistik-Kooperationen <strong>de</strong>r Konsumgüterindustrie nehmen ten<strong>de</strong>nziellzu. Ein verstärkter Trend zu eigenen Markenshops einzelner Hersteller verän<strong>de</strong>rt die Transportwege.Mittelfristig wirkt eine schrumpfen<strong>de</strong> Bevölkerung in Deutschland und Europa belastend.LEH grundsätzlich wenigerzyklisch……aber margenschwach und mitindividuellen Verän<strong>de</strong>rungenBewertung: Wachsen<strong>de</strong>r Kontraktlogistikmarkt generell sehr anspruchsvoll. Expertise in <strong>de</strong>r relevantenBranche und weitgehend gleiche Laufzeiten bei Verträgen und Assets sind be<strong>de</strong>utend. DeutlicheVerän<strong>de</strong>rungen in <strong>de</strong>r Automobilindustrie müssen ggf. antizipiert wer<strong>de</strong>n. Aufgrund hohen Servicegradsund höherer Flexibilität haben mittelständische Logistiker in <strong>de</strong>r industriellen Kontraktlogistikteilweise größere Chancen, beim Han<strong>de</strong>l dagegen dominieren die „economies of scale“.


20C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TGreen Logistics mittelfristig auf <strong>de</strong>r Agenda„Green Logistics“ bei Großkun<strong>de</strong>nzunehmend obligatorisch……und auch in <strong>de</strong>r Breiteperspektivisch be<strong>de</strong>uten<strong>de</strong>r…Insbeson<strong>de</strong>re bei kleineren Kun<strong>de</strong>n und in wirtschaftlich schwächeren Zeiten ist Green Logisticsbisher nur ein Randthema. Der Preis und die Zuverlässigkeit <strong>de</strong>s Logistikers spielen hier einewesentlich größere Rolle. Allerdings hat das Thema bei Großkun<strong>de</strong>n bereits heute einen hohenStellenwert, was sich generell mittelfristig in <strong>de</strong>r gesamten Branche durchsetzen dürfte. Diewesentlichen Grün<strong>de</strong> hierfür sind:●●●Umweltverträglichkeit wird vom Endverbraucher und auch durch gesetzliche Regelungenperspektivisch an Be<strong>de</strong>utung gewinnenI.d.R. hängen CO2-Reduktionen immer auch mit geringerem Öl- bzw. Kraftstoffverbrauch zusammen,ein Vorteil bei ten<strong>de</strong>nziell steigen<strong>de</strong>n EnergiepreisenUnter Total Cost of Ownership-Gesichtspunkten daher ebenfalls ein Wettbewerbsvorteil…allerdings ohne Generierungeines PreisaufschlagesZwar wird kaum ein Kun<strong>de</strong> für beson<strong>de</strong>re Umweltverträglichkeit einen Mehrpreis zahlen. Aberer wird im Zweifel <strong>de</strong>njenigen Logistiker wählen, welcher dies leisten kann. Eine partielle Verlagerungvon <strong>de</strong>r Straße auf Bahn o<strong>de</strong>r Schiff (Kombiverkehr) ist <strong>de</strong>nkbar, allerdings nur soweitdie Kapazitäten es zulassen und <strong>de</strong>r Transport nicht vollkommen auf <strong>de</strong>n Lkw zugeschnitten ist.Bewertung: Green Logistics wird an Be<strong>de</strong>utung gewinnen. Zwar sind hierfür keine höheren Preisezu erzielen, aber durchaus eine steigen<strong>de</strong> Wettbewerbsfähigkeit.Personenverkehr stabiler und mit hohen MarkteintrittsbarrierenPersonen-Linienverkehre wenigerzyklischBahn-Fernverkehr wird auch in <strong>de</strong>rZukunft von <strong>de</strong>r Deutsche BahndominiertBus-Fernlinien im KommenDer städtische Personenschienen-Nahverkehr verzeichnet hoheAnzahl neuer AusschreibungenPrivate Nahverkehrs-Buslinien inDeutschland ohne große Be<strong>de</strong>utungund im KonsolidierungsprozessIm Gegensatz zum Güterverkehr sind Verkehrsträger für <strong>de</strong>n Personenverkehr, sofern im festenLinieneinsatz, <strong>de</strong>utlich weniger zyklisch. Folgen<strong>de</strong> Beson<strong>de</strong>rheiten bestehen:●●●Der Bahn-Personenfernverkehr wird in Deutschland zu ca. 99% durch die Deutsche Bahngeprägt. Trotz Deregulierung gab es bisher kaum wirtschaftlich erfolgreiche Privatisierungen.Die seit langem avisierte erste Hauptstrecke im Personenverkehr Köln-Hamburg ist immernoch nicht am Markt. Die aufgrund einer Gesetzesän<strong>de</strong>rung nun mögliche Konkurrenzdurch Bus-Fernlinien hat dagegen bereits viele Konkurrenten auf <strong>de</strong>n Plan gerufen. Hier liegendie Assets meist bei <strong>de</strong>n Subunternehmen.Der städtische Personenschienen-Nahverkehr wird nach 17 Jahren Privatisierung immernoch zu ca. 75% von <strong>de</strong>r Deutsche Bahn betrieben. Angebot und Fahrgastzahlen haben sichin diesem Zeitraum <strong>de</strong>utlich erhöht. Dabei gewannen die privaten Anbieter zuletzt weiterMarktanteile. Aus heutiger Sicht dürfte daher durch eine hohe Anzahl neuer Ausschreibungenin <strong>de</strong>n kommen<strong>de</strong>n drei Jahren <strong>de</strong>r Marktanteil <strong>de</strong>r Deutsche Bahn auf sukzessive 65-70% zurückgehen. Aus rein ökonomischen Grün<strong>de</strong>n wird ein Großteil <strong>de</strong>r ausgeschriebenenRegionen aber bei <strong>de</strong>r Bahn verbleiben. Hohe Anfangsinvestitionen und sinken<strong>de</strong> Bevölkerungszahlensind zumin<strong>de</strong>st große Herausfor<strong>de</strong>rungen.Private Nahverkehr-Buslinien, welche in an<strong>de</strong>ren europäischen Län<strong>de</strong>rn (z.B. England)teilweise eine be<strong>de</strong>uten<strong>de</strong> Stellung haben, spielen in Deutschland keine so große Rolle. Siesind oft reine Transporteure für die Deutsche Bahn bzw. für die kommunalen Träger. Der seit10 Jahren anhalten<strong>de</strong> Konsolidierungsprozess unter <strong>de</strong>n kleineren Busgesellschaften wirdsich voraussichtlich fortsetzen, zugunsten <strong>de</strong>r größeren Player.Bewertung: Insgesamt ist <strong>de</strong>r Personenverkehr <strong>de</strong>utlich stabiler als <strong>de</strong>r Güterverkehr. In <strong>de</strong>r Praxisbefin<strong>de</strong>t sich die Bahn-Privatisierung noch im Anfangsstadium. Im Nahverkehr sind einheitlicheLaufzeiten von Ausschreibung und Assetbindung eine große Herausfor<strong>de</strong>rung.


| Branchenbericht | Transport/Logistik21Erfolgs- und RisikofaktorenErfolgsfaktorenEin Kennzeichen erfolgreicher Transport- bzw. Logistikunternehmen……●●●●●●●●…ist, die individuellen Bedürfnisse <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>n zu kennen. Zwar ist ein konkurrenzfähigerPreis eine absolute Grundvoraussetzung, in einer immer transparenteren Branche (Stichwort:Online-Bidding). Aber Qualität, Verlässlichkeit, Problemlösungskompetenz für Kun<strong>de</strong>n- undMarktsegmente, beson<strong>de</strong>rs in Krisensituationen und <strong>de</strong>r Mehrwert durch die gesamte Logistikkettebil<strong>de</strong>n das eigentliche Asset. Hierdurch können langfristige Kun<strong>de</strong>nbindungen und ten<strong>de</strong>nziellhöhere Margen generiert wer<strong>de</strong>n. Produkt- und Prozessinnovationen und überdurchschnittlicherLieferservice bei ten<strong>de</strong>nziell kleineren Auftragsgrößen aufgrund steigen<strong>de</strong>r Individualitätsind weitere Erfolgsfaktoren.…ist, die Branche <strong>de</strong>s Kun<strong>de</strong>n zu verstehen. Nur mit entsprechen<strong>de</strong>n Branchenexperten könnenVerän<strong>de</strong>rungen und Trends <strong>de</strong>r jeweiligen Branche erkannt und <strong>de</strong>m Kun<strong>de</strong>n proaktiv Lösungsvorschlägeunterbreitet bzw. entsprechen<strong>de</strong> Chancen genutzt wer<strong>de</strong>n. Auch eigene Risikenaus strukturellen Verän<strong>de</strong>rungen <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>nbranchen wer<strong>de</strong>n schneller erkannt.…ist, dieses Branchen-Know-how insbeson<strong>de</strong>re in <strong>de</strong>r Kontraktlogistik zu nutzen. Daher hateine Fokussierung auf einige Kernbranchen Vorteile. Auch eine Ausweitung auf weitere, höherwertigeDienstleistungen mit <strong>de</strong>mselben Kun<strong>de</strong>n wird so wahrscheinlicher. Im Hinblick auf<strong>de</strong>n langfristigen Charakter <strong>de</strong>r Kontraktlogistik spielt die Vertragsgestaltung eine herausragen<strong>de</strong>Rolle. Angefangen bei einer (1) zweifelsfreien Definition <strong>de</strong>r Aufgaben, <strong>de</strong>r zugrun<strong>de</strong>liegen<strong>de</strong>nVolumina sowie <strong>de</strong>n zeitlichen Anfor<strong>de</strong>rungen sind (2) die Weitergabemöglichkeitenvon Kostensteigerungen und (3) die Kongruenz von Assetbindung und Vertragslaufzeit vonüberragen<strong>de</strong>r Be<strong>de</strong>utung. I.d.R. müssen Preisanpassungsklauseln durch Kosten<strong>de</strong>gressionensukzessive kompensiert wer<strong>de</strong>n können.…ist, sich systematisch in Bereichen höherwertiger Dienstleistungen weiter zu entwickeln.Dieses vergrößert die Markteintrittsbarrieren neuer Konkurrenten und stärkt <strong>de</strong>n Nutzen unddie Bindung zum bestehen<strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>nstamm. In einer immer globaleren Wirtschaft besteht zu<strong>de</strong>mhierfür ein wachsen<strong>de</strong>s Potenzial.…ist ein Asset-light-Konzept. Das Vorhalten hoher eigener Kapazitäten bzw. vertraglich unflexiblerFremdkapazitäten wirkt sich im Abschwung negativ auf die Flexibilität <strong>de</strong>s Geschäftsmo<strong>de</strong>llsaus. Allerdings ist grundsätzlich ein Bo<strong>de</strong>nsatz eigener Kapazitäten durchaus sinnvoll,da im Aufschwung die Preise für Subunternehmer <strong>de</strong>utlich steigen. Der Anteil <strong>de</strong>r eigenen Kapazitätensollte sich an <strong>de</strong>r Stabilität <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>nbranchen bzw. <strong>de</strong>r Zyklizität <strong>de</strong>s relevanten Bereichesorientieren.…ist ein <strong>de</strong>n eigenen und <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>nbedürfnissen regional adäquates und ggf. schwanken<strong>de</strong>nKapazitätsanfor<strong>de</strong>rungen entsprechen<strong>de</strong>s Netzwerk. Expansionen auf <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>nseite sowieeigene Akquisitionen müssen kostenoptimal, ggf. durch Subunternehmer, gemanaged wer<strong>de</strong>n.…ist, mit optimierten Kostenstrukturen <strong>de</strong>m Wettbewerbsdruck zu begegnen. Gera<strong>de</strong> die sehrstark gestiegenen Dieselpreise machen Leerfahrten o<strong>de</strong>r nicht optimal ausgelastete Fahrten immerteurer. Die Vorteilhaftigkeit vom kombinierten Verkehr (Bahn/Straße) ist für längere Streckenzu prüfen, Schnelligkeit kann generell ein Wettbewerbsvorteil sein, ist aber entsprechendteurer. Lohnkostensteigerungen, auch im Zusammenhang mit <strong>de</strong>m Fachkräftemangel, sowieein flächen<strong>de</strong>cken<strong>de</strong>r Min<strong>de</strong>stlohn wür<strong>de</strong> insbeson<strong>de</strong>refür kleinere Logistiker <strong>de</strong>n Kostendruckweiter erhöhen. Je geringer das Alleinstellungsmerkmal, <strong>de</strong>sto größer sind die Anfor<strong>de</strong>rungenan die Kostenstrukturen bzw. an zu generieren<strong>de</strong> Effizienzsteigerungen. Im KEP-Bereich kanndieses überregional beispielsweise nur noch über Größenvorteile erreicht wer<strong>de</strong>n.…ist ein etabliertes Risikomanagement. Auch kleine und mittlere Unternehmen müssen ein an-Kun<strong>de</strong>nnutzen, Qualität, Verlässlichkeitund ProblemlösungskompetenzVerständnis <strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>nbranchendurch BranchenkompetenzRisiken in <strong>de</strong>r Kontraktlogistikreduzieren……durch Branchen-Know-how……und VertragsgestaltungHöherwertige Dienstleitungenerhöhen MarkteintrittsbarrierenAsset-light-Konzepte zurErhöhung <strong>de</strong>r FlexibilitätEin Bo<strong>de</strong>nsatz an eigenenKapazitäten aber durchaus sinnvollEffizientes, kun<strong>de</strong>norientiertesNetzwerkInsbeson<strong>de</strong>re hohe Kraftstoffpreiseund Personalkosten machenOptimierung <strong>de</strong>r Kostenstrukturenimmer wichtiger


22C O M M E R Z B A N K – G R O U P R I S K M A N A G E M E N TAngemessene Controlling-Systemeund IT-Kompetenz haben nicht nurbei großen Logistikern eine hoheBe<strong>de</strong>utungKeine Abhängigkeit von wenigenKun<strong>de</strong>nMittelfristig wer<strong>de</strong>n die Wachstumsmärkteimmer wichtigerGreen Logistics alsWettbewerbsvorteil……höhere Preise sind jedoch kaumrealistischSystematische Personalweiterbildungsund -bindungsmaßnahmen●●●●gemessenes Controlling-System implementiert haben. Je<strong>de</strong>r Logistiker sollte in <strong>de</strong>r Lage sein,die Aufträge sowohl beim Angebot als auch später bei <strong>de</strong>r Leistung richtig und zeitnah zu bewerten.IT-Kompetenz mit zeitgemäßer Hard- und Software ist in <strong>de</strong>r Branche von überragen<strong>de</strong>rBe<strong>de</strong>utung. Ein hohes Maß von standardisierten Anwendungen muss Freiraum für individuelleLösungen und entsprechen<strong>de</strong> Schnittstellen bei <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n bieten können. Nur so kannKun<strong>de</strong>nnutzen und eigene Profitabilität nachhaltig gewährleistet wer<strong>de</strong>n.…ist eine zufrie<strong>de</strong>nstellen<strong>de</strong> Diversifikation in Bezug auf Branchen, Kun<strong>de</strong>n und Regionen. Einebreite und höherwertige Dienstleistungspalette kann zu<strong>de</strong>m <strong>de</strong>n Mehrwert aus einzelnenKun<strong>de</strong>nverbindungen steigern, mit <strong>de</strong>m Vorteil steigen<strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong>nbindung und höherem Ertragpro Kun<strong>de</strong>. Allerdings sollten sich die Aktivitäten an <strong>de</strong>r vorhan<strong>de</strong>nen o<strong>de</strong>r gezielt neu aufzubauen<strong>de</strong>nExpertise orientieren.…ist, mittelfristig die Chancen in <strong>de</strong>n Wachstumsmärkten zu nutzen. Dieses ist vorwiegendzwar nur für größere, international tätige Unternehmen realistisch. Bei sich verlagern<strong>de</strong>n Produktionsmärkten(Beispiel Automobilindustrie) könnten jedoch auch für kleinere Logistiker Kooperationen/Allianzen notwenig bzw. richtungweisend sein.…ist, <strong>de</strong>n Gedanken Green Logistics ernst zu nehmen. Zwar wird dieses vom Kun<strong>de</strong>n i.d.R.nicht bezahlt und von kleineren Unternehmen bisher kaum gefor<strong>de</strong>rt, aber grundsätzlich ist esein Wettbewerbsvorteil und CO2-Effizienz senkt meist auch die eigenen Energiekosten. In <strong>de</strong>rIntralogistikistbeispielsweiseeineenergieeffizienteFör<strong>de</strong>rtechnik,effizienteBeleuchtung,Heizungund Baumaterialien zu nennen, bei <strong>de</strong>r Supply Chain Transporteffizienz, Fahrertrainings,Routenplanung, Transportoptimierung. Für <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n ist die entsprechen<strong>de</strong> CO2-Dokumentationvon großem Interesse.…ist die Implementierung von systematischen Personalweiterbildungs und -bindungsmaßnahmen.Dem geschil<strong>de</strong>rten künftigen Mangel an Fachkräften bei Fahrern und bei Disponentenist durch eigene Ausbildungsangebote zu begegnen. Die Dienstleistungsbranche profitiert generellvom guten Personal, <strong>de</strong>r Logistiker wird auch beim direkten Kun<strong>de</strong>nkontakt bewertet.RisikofaktorenGlobaler Wachstumsstopp alspotenzielles RisikoKostensteigerungen undReglementierungenFahrermangelFür die Branche insgesamt:●●●●●Aufgrund <strong>de</strong>r engen Verknüpfung <strong>de</strong>r Logistikbranche mit <strong>de</strong>r Wirtschaftsentwicklung wür<strong>de</strong>ein globaler Wachstumsstopp vor <strong>de</strong>m Hintergrund <strong>de</strong>r hohen vorhan<strong>de</strong>nen Kapazitäten <strong>de</strong>utlichenegative Auswirkungen zeigen. Für eher regionale Segmente trifft dieses auch bei einerlängeren Krise in Gesamteuropa zu.Deutliche Kostensteigerungen bei Kraftstoffen und potenzielle, weitgehen<strong>de</strong> gesetzliche Än<strong>de</strong>rungenbzw. Reglementierungen.Aus heutiger Sicht stellt auch <strong>de</strong>r Fahrermangel für die Wettbewerbsfähigkeit, insbeson<strong>de</strong>re <strong>de</strong>rwesteuropäischen Logistiker, eine große Herausfor<strong>de</strong>rung dar.Fehlen<strong>de</strong> Investitionen in die Verkehrsinfratsruktur.Externe Schocks, wie Naturkatastrophen o<strong>de</strong>r kriegerische Handlungen.Unzureichen<strong>de</strong>s Controlling undVertragsgestaltungFehlen<strong>de</strong> DiversifikationGeringe MarkteintrittsbarrierenFür einzelne Unternehmen:●●●Im Einzelfall können ein schlechtes Controlling sowie fehlerhafte Kalkulationen insbeson<strong>de</strong>rebei längerfristigen Verträgen zum Risiko wer<strong>de</strong>n. In diesem Zusammenhang spielt auch die jeweiligeVertragsgestaltung in <strong>de</strong>r Kontraktlogistik eine beson<strong>de</strong>re Rolle.Bei einer starken Fokussierung auf nur wenige Kun<strong>de</strong>n können sich verän<strong>de</strong>rte Rahmenbedingungenbeson<strong>de</strong>rs negativ auswirken.Insbeson<strong>de</strong>re dort, wo die Markteintrittsbarrieren beson<strong>de</strong>rs gering sind (z.B. im reinen Transportgeschäft),besteht die latente Gefahr durch neue Konkurrenz, z.B. aus Osteuropa, mit <strong>de</strong>utlichniedrigeren Kostenstrukturen.


| Branchenbericht | Transport/Logistik233. Politische und gesetzlicheRahmenbedingungenEmissionshan<strong>de</strong>l LuftverkehrSeit <strong>de</strong>m 1.1.2012 ist <strong>de</strong>r Luftverkehr in das europäische Emissionshan<strong>de</strong>lssystemeinbezogen. Der Branche wird dabei dieMenge an Emissionszertifikaten zugeteilt, die <strong>de</strong>n durchschnittlichenjährlichen Emissionen in <strong>de</strong>n Jahren 2004 bis2006, abzüglich 3% in 2012 und abzüglich 5% in 2013, entsprechen.Von <strong>de</strong>r Gesamtmenge <strong>de</strong>r <strong>de</strong>m Luftverkehr zugeteiltenZertifikate wer<strong>de</strong>n 85% anteilsmäßig umsonst auf diebeteiligten Luftfahrtunternehmen aufgeteilt. Die übrigen 15%wer<strong>de</strong>n versteigert. Braucht eine Gesellschaft mehr Zertifikateals ihr zugeteilt wur<strong>de</strong>n, muss sie diese am Markt kaufen.Gemäß <strong>de</strong>n ursprünglichen Richtlinien sollten alle von einemFlughafen <strong>de</strong>r EU starten<strong>de</strong>n und dort lan<strong>de</strong>n<strong>de</strong>n Flüge einbezogenwer<strong>de</strong>n, <strong>de</strong>rzeit ist aber die Klimaschutzabgabe füraußereuropäische Flüge für ein Jahr ausgesetzt. Die EU ist bereit,diese Übergangsregelung bis 2020 zu verlängern, sofernsich die an<strong>de</strong>ren Staaten verpflichten, bis dahin ein weltumfassen<strong>de</strong>smarktwirtschaftliches System zur Begrenzung <strong>de</strong>rTreibhausgase im Luftverkehr einzuführen.Liberalisierung FernbusverkehrMit einer Novellierung <strong>de</strong>s Personenbeför<strong>de</strong>rungsgesetzeswird zum 1. Januar 2013 <strong>de</strong>r Fernbuslinienverkehr in Deutschlandvollständig freigegeben. Damit en<strong>de</strong>n strenge Beschränkungen,die seit mehr als 70 Jahren die Entwicklung <strong>de</strong>r Bahnschützen sollten. Buslinien müssen weiter bei Län<strong>de</strong>rbehör<strong>de</strong>nbeantragt wer<strong>de</strong>n, sind künftig aber grundsätzlich genehmigungsfähig.Um <strong>de</strong>m staatlich mitfinanzierten Nahverkehrnicht zu scha<strong>de</strong>n, müssen Haltestellen min<strong>de</strong>stens 50 Kilometervoneinan<strong>de</strong>r entfernt sein. Autobahn-Maut wie Lkw sollenBusse nicht zahlen.LuftverkehrssteuerDie Steuer wur<strong>de</strong> 2011 eingeführt und wird beim Abflug einesFluggastes von einem <strong>de</strong>utschen Flughafen erhoben. Die Höhe<strong>de</strong>r Steuer richtet sich dabei nach <strong>de</strong>r Flugstrecke zwischenDeutschland und <strong>de</strong>m Zielland. Auf Kurzstrecken wer<strong>de</strong>n 7,50Euro je Passagier fällig, auf Mittelstrecken 23,43 und auf Langstrecken42,18 Euro.4. GlossarCharterschifffahrt: Oberbegriff für eine Schiffsverwendungdurch Dritte. Zu unterschei<strong>de</strong>n sind Frachtcharter (<strong>de</strong>r Verchartererverpflichtet sich, eine bestimmbare Transportleistungzu erbringen; er ist Ree<strong>de</strong>r u. Verfrachter, während <strong>de</strong>r Chartererstets Befrachter ist) und Mietcharter (<strong>de</strong>r Charterer mietetdas gesamte Schiff und hat damit die Möglichkeit, das Schiffnach eigenen Wünschen einzusetzen). Charterverträge könnenauf Zeit o<strong>de</strong>r für bestimmte Reisen abgeschlossen wer<strong>de</strong>n.Kabotage: Gibt einem Unternehmen das Recht, Binnenverkehrin Staaten durchzuführen, in <strong>de</strong>nen es nicht seinen Firmensitzhat. Im Straßengüterverkehr innerhalb <strong>de</strong>r EU ist die Kabotageauf drei Fahrten innerhalb von sieben Tagen im Anschluss aneine grenzüberschreiten<strong>de</strong> Beför<strong>de</strong>rung begrenzt.Kontraktlogistik: Umfassen<strong>de</strong> Zusammenarbeit zwischen einemHersteller von Gütern und einem Logistikanbieter, diedurch einen Dienstleistungsvertrag (Kontrakt) geregelt ist. Logistikdienstleisternehmen dabei logistische und logistiknaheAufgaben entlang <strong>de</strong>r gesamten Wertschöpfungskette für <strong>de</strong>nHersteller wahr.Linienschifffahrt: Bezeichnet Schiffsverkehre, die mehrereHäfen innerhalb eines Fahrplanes anlaufen. Kriterien dafürsind die Regelmäßigkeit <strong>de</strong>r La<strong>de</strong>- und Löschzeiten an vorherfeststehen<strong>de</strong>n Tagen sowie die gleichmäßige Verteilung überdas Jahr, eine Abfahrtsfrequenz mit ausreichen<strong>de</strong>r Häufigkeitund die Pünktlichkeit <strong>de</strong>r fahrplanmäßigen Abfahrten.Lkw-Maut: Entfernungsabhängige Autobahngebühr inDeutschland für alle Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewichtvon 12 Tonnen o<strong>de</strong>r mehr. Die Maut liegt beidurchschnittlich 17 Cent je Kilometer und differiert je nachAchsenzahl und Schadstoffausstoß. Seit <strong>de</strong>m 1. August 2012gilt die Maut auch auf 84 Bun<strong>de</strong>sstraßenabschnitten mit autobahnähnlichemStandard.


Commerzbank ResearchDiese Ausarbeitung wur<strong>de</strong> von <strong>de</strong>r Commerzbank AG, Frankfurt amMain, bzw. <strong>de</strong>n in <strong>de</strong>r Ausarbeitung genannten Konzerngesellschaften(“Commerzbank”) erstellt und herausgegeben. Diese Ausarbeitungrichtet sich an <strong>de</strong>n professionellen und institutionellen Kun<strong>de</strong>n.Der Ausarbeitung liegen Daten bzw. Informationen zu Grun<strong>de</strong>, diedie Commerzbank für verlässlich hält. Für die Richtigkeit bzw. Genauigkeit<strong>de</strong>r Daten übernimmt die Commerzbank jedoch keine Gewähr.Die Ausarbeitung ist we<strong>de</strong>r ein Angebot, noch eine Auffor<strong>de</strong>rung,noch eine Empfehlung zum Kauf o<strong>de</strong>r Verkauf von Wertpapieren,Derivaten etc. und sollte we<strong>de</strong>r in ihrer Gesamtheit noch in Auszügenals Informationsgrundlage in Verbindung mit einem Vertragsabschlusso<strong>de</strong>r einer wie auch immer gearteten Verpflichtungverwen<strong>de</strong>t wer<strong>de</strong>n. Sie dient ausschließlich <strong>de</strong>r Information. Die hierinenthaltenenEinschätzungenentsprechenunsererbestmöglichenBeurteilung zum jeweiligen Zeitpunkt, können sich jedoch – ohneMitteilung hierüber – än<strong>de</strong>rn.DieCommerzbankbehältsichvor,dieseAusarbeitungbereitsvor<strong>de</strong>renVeröffentlichung bzw. Kenntnisnahme durch <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n geschäftlichzu nutzen, d. h. u. a. Eigengeschäfte auf <strong>de</strong>ren Grundlagezu tätigen. DieCommerzbank istbei Geschäftsaktivitäten nicht an diedurch die Ausarbeitung mitgeteilte Einschätzung gebun<strong>de</strong>n. Gegenstand<strong>de</strong>r Ausarbeitung können auch Wertpapiere, Derivate etc. vonEmittenten sein, mit <strong>de</strong>nen die Commerzbank in Kun<strong>de</strong>nbeziehungensteht.DieCommerzbankübernimmtkeinerleiVerantwortungo<strong>de</strong>rHaftungfür Kosten, Verluste o<strong>de</strong>r Schä<strong>de</strong>n, die aus o<strong>de</strong>r in Verbindung mit<strong>de</strong>r Verwendung dieser Ausarbeitung o<strong>de</strong>r eines Teiles davon entstehen.Außerhalb Deutschlands ist Folgen<strong>de</strong>s zu beachten:Großbritannien: Dieses Dokument wur<strong>de</strong> von <strong>de</strong>r CommerzbankAG, Filiale London, herausgegeben o<strong>de</strong>r für eine Herausgabe inGroßbritanniengenehmigt.DieCommerzbankAG,FilialeLondon,istvon<strong>de</strong>rBun<strong>de</strong>sanstaltfürFinanzdienstleistungsaufsicht(BaFin)amtlichzugelassen und unterliegt nur in beschränktem Umfang <strong>de</strong>r Regulierungdurch die Financial Conduct Authority and Pru<strong>de</strong>ntial RegulationAuthority.Einzelheitenüber<strong>de</strong>nUmfang<strong>de</strong>rGenehmigungund <strong>de</strong>r Regulierung durch die Financial Conduct Authority and Pru<strong>de</strong>ntialRegulation Authority erhalten Sie auf Anfrage. Diese Ausarbeitungrichtet sich ausschließlich an „Eligible Counterparties“ und„Professional Clients“. Sie richtet sich nicht an „Retail Clients“. Ausschließlich„EligibleCounterparties“und„ProfessionalClients“istesgestattet,dieInformationenindieserAusarbeitungzuleseno<strong>de</strong>rsichauf diese zu beziehen. Commerzbank AG, Filiale London bietet nichtHan<strong>de</strong>l, Beratung o<strong>de</strong>r an<strong>de</strong>re Anlagedienstleistungen für „RetailClients“ an.Vereinigte Staaten: Die Commerz Markets LLC („Commerz Markets“),eine hun<strong>de</strong>rtprozentige Tochtergesellschaft <strong>de</strong>r CommerzbankAG und in <strong>de</strong>n USA registrierter Broker-Dealer, hat die Verantwortungfür die Verteilung dieses Dokuments in <strong>de</strong>n USA unter Einhaltung<strong>de</strong>r gültigen Bestimmungen übernommen. Commerz Marketsist Mitglied <strong>de</strong>r FINRA und SIPC.©2013Diese Ausarbeitung o<strong>de</strong>r Teile von ihr dürfen ohne Erlaubnis<strong>de</strong>r Commerzbank we<strong>de</strong>r reproduziert noch weitergegebenwer<strong>de</strong>n.Commerzbank AG60261 Frankfurt am MainGroup Risk Controlling & Capital ManagementGroup Risk Control & Portfolio Analysis: Oliver Ewald (069) 136-80414Leitung Industries Research: Dr. Carola Hunger-Siegler (069) 136-22447Hans-Peter Muntzke (069) 136 -49475Group Credit Risk ManagementIndustry Head 2: Christian Kistner (069) 136 -85033Leitung Sector Rail/Road & Logistics: Thomas Gross (069) 136 -22855Thomas Gronemeier (069) 136 -86724E-Mail: branchenanalyse@commerzbank.comwww.commerzbank.<strong>de</strong>/branchenVKS 04015

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