GLÜCKAUF

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GLÜCKAUFBerg- und Hüttenmännische ZeitschriftNr. 12 19. März 1927 63. Jahrg.Die Entphenolung des Abwassers von Nebenproduktenanlagenund ihre wirtschaftliche Bedeutung.Von Dr. A. Wein de 1, Essen.Aus gesundheitlichen und volkswirtschaftlichenGründen ist es zu beklagen, daß sich mit der Entwicklungder Industrie auch erhebliche Mißstände durchVerschmutzung der Flußläufe mit industriellen Abgängeneinzustellen pflegen. Im Gebiete des Ruhrbergbaus sinddie meisten als Folgen der gewaltigen Industrialisierungeines verhältnismäßig so kleinen Gebietes in besondersgroßem Ausmaße und unabwendbar zutagegetretenenSchäden dank den langjährigen Bemühungen derEmschergenossenschaft zu Essen, auf deren Anregungdie nachstehenden Ausführungen mitgeteilt werden, inderen Wirkungsbereich behoben oder auf ein erträglichesMaß beschränkt worden. Man macht sich imallgemeinen von der Art und der Größe, aber auchvon der Notwendigkeit der zu bewältigenden Aufgabenkaum eine richtige Vorstellung; deshalb sei, ohne diezahlreichen ändern Veröffentlichungen zu nennen, aufeinen Aufsatz von P rü ß 1 verwiesen, der die Frage derEntphenolung des Abwassers der Nebenproduktenbetriebeim Zusammenhang mit zahlreichen ändernAufgaben der Emschergenossenschaft erschöpfend behandelt.Nachdem sich darin der Abwassertechnikergeäußert hat, dürfte auch eine kritische Beleuchtungder Entwicklung und des heutigen Standes der Entphenolungsfragevon chemisch-technischer Seite Beachtungfinden, zumal da die Lösung dieser schwierigenSonderaufgabe vornehmlich durch den Chemiker zuerfolgen hat. Hierbei wird neben der Kennzeichnungder verschiedenen Entphenolungsverfahren auf die Fragenach der Wirtschaftlichkeit von Entphenolungsanlagennäher einzugehen sein.Schädliche W irkung und Ursprungdes Phenols.Bei der Verschmutzung der Flußläufe spielt das Abwasserder Nebenproduktenbetriebe deshalb eine besondereRolle, weil es Bestandteile des Teers, vor allem dieschädlichen Phenole, enthält. Die Phenole und andereTeererzeugnisse, die in wahrer wäßriger Lösung vorliegenund deshalb durch klärtechnische Maßnahmennicht erfaßt werden können, hemmen zweifellos dieFlora der Gewässer und die Lebenstätigkeit der imFlußwasser vorhandenen Kleinlebewesen in einemsolchen Maße, daß die biologische Selbstreinigung derFlüsse zum mindesten stark beeinträchtigt wird. Darausergibt sich eine sehr starke Schädigung des Fischbestandes,denn die Fische nehmen bei Anwesenheitvon Phenolen im Wasser einen für ihren Genuß schwererträglichen Geruch an, der natürlich ihren Wert verringert.Empfindlichere Fische wandern aus den ver-1 Prüß: Neuerungen in der Abwasser- und Schlammbehandlung aufZechen des Ruhrbezirks, Glückauf 1925, S. 500.schmutzten Gewässern ab. Auch im Auslande häufensich die Klagen über die Schädigungen durch dasAbwasser der Gasfabriken und Kokereien, so in England,wo man große Anstrengungen macht, um den»devil liquor« zu beseitigen. In Ländern aber, die zumTeil ihr Trinkwasser den Flüssen zu entnehmen gezwungensind, erscheint der Übelstand als noch bedenklicher.Mithin kann, worauf von maßgebenderSeite seit Jahren hingewiesen wird, über die Notwendigkeiteiner wirksamen Abhilfe kaum mehr einZweifel bestehen.Man nimmt allgemein an, daß die weitaus größteMenge der mit dem Abwasser abgeführten Phenoleaus dem Gaswasser (Ammoniakwasser) stammt. Wieweitnoch andere Phenolquellen der Nebenproduktenbetriebein Betracht kommen, soll später erörtert werden. Nichteindeutig war es bisher erwiesen, auf welche Weise diePhenole in das Ammoniakwasser und nach dessenVerarbeitung in das Abwasser gelangen, jedoch dürftefolgende Erklärung die größte Wahrscheinlichkeit bieten.Die den Retorten der Gasanstalten oder den Koksöfenentsteigenden heißen Gase enthalten außer den gasförmigenErzeugnissen der Steinkohlendestillation nochDämpfe von Teer, Benzol mit seinen Homologen,Naphthalin usw., außerdem aber Wasserdampf in erheblicherMenge. Bevor nun die Kokereigase derWäscheranlage zugeführt werden, wo sie die wertvollenBestandteile Ammoniak und Benzol abgeben, muß mansie zwecks Reinigung und besserer Absorption beiderStoffe kühlen. Durch Kühler mannigfacher Bauart— meist verwendet man mehrere luft- und wassergekühlteVorrichtungen in Hintereinanderschaltung — gelingtes unschwer, die Temperatur der Destillationsgaseso weit unter die Taupunkte der Hauptbegleitstoffe zu erniedrigen,daß sich Teer und Wasser in der Kühlanlagefast vollständig niederschlagen. Nur ein kleiner Teilgeht weiter, und zwar Teer in Gestalt schwerverdichtbarerNebel und Wasserdampf in einer der Sättigungder Gase bei der erreichten Temperatur entsprechendenMenge.Vor der Gaskühlanlage und wohl noch in ihremersten Teil müssen demnach ähnliche Bedingungen wiebei einer Wasserdampfdestillation herrschen, d. h. derWasserdampf belädt sich mit denjenigen Teilen desgleichzeitig vorhandenen Teers, die verhältnismäßig leichtsieden, z. B. mit den Phenolen. Erklärlich dürfte es nunsein, daß beim Kondensieren der Teer- und Wasserdämpfein dem wäßrigen Kondensatanteil, zumal da ermeist noch warm abläuft, die wasserlöslichen Phenolegelöst bleiben, während sich die im Wasser schweroderunlöslichen Teile in den Abflußsammelbehältern


402 G lü c k a u f Nr. 12mit dem abgeschiedenen Teer vereinigen. Auch dasbekannte Verfahren von Walter Feld, nach demdurch stufenweise erfolgende Abkühlung der heißenKokereigase bereits eine Zerlegung des Teers in seineeinzelnen Fraktionen erreicht werden soll, beweist zurGenüge, daß bei einer Temperatur der Gase von etwa30° C mit Ausnahme des Benzols und seiner Hom o­logen alle Teerbestandteile sowie das Wasser niedergeschlagensein müssen. Die Temperatur von 30° wirdin normalen Kokereien zweifellos erreicht; man rechnetsogar, da die Kühlung naturgemäß auch von der Außentemperaturabhängig ist, mit einer mittlern Jahrestemperaturder gekühlten Gase von 24° C. Im wäßrigenKondensat lösen sich auch die fixen Ammonsalze,z. B. Chlorammonium, aber auch schon teilweise dieflüchtigen Ammoniakverbindungen der Kohlensäure unddes Schwefelwasserstoffs, und zwar beträgt die Gesamtmengeder bereits hier gelösten Ammoniumsalze etwa25—50% der ganzen N H 3-Erzeugung. Die Zahlenschwanken in gewissen Grenzen, da sie von mehrerenUmständen, z. B. Außentemperatur, Belastung der Kühlerusw., beeinflußt werden. Nach der Scheidung vomTeer wird das wäßrige Kondensat der Kühlanlagedem von den eigentlichen Ammoniakwäschern ablaufendenBerieselungswasser zugeleitet und gemeinschaftlichmit diesem als sogenanntes »Wasser zurFabrik« verarbeitet. Die Erwägung, daß sich bereitsin den Gaskühlern außer Teer und Wasser auch diePhenole entsprechend ihrer Spannung niederschlagenmüssen, ist, wie bei der Beschreibung der einzelnenVerfahren noch gezeigt wird, für die Frage der Entphenolungvon besonderer Bedeutung geworden. Dennnur bei mangelhafter Kühlung kann es Vorkommen, daßim Gasstrom noch nennenswerte Mengen von Phenolenweitergeführt und dann erst im Ammoniakwäscher odergar im Ölwäscher abgeschieden werden.Die Menge des anfallenden Kondensats läßt sichbei fehlender Meßvorrichtung für jeden Betrieb mitpraktisch befriedigender Genauigkeit errechnen. Manbraucht hierfür außer dem Durchsatz an Kokskohle nurderen durchschnittlichen Wassergehalt und Zusammensetzung,also ihr geologisches Alter, zu kennen. Beimüblichen Verkokungsvorgang wird nur ein geringerTeil des Sauerstoffgehalts der Kohle in Gestalt sauerstoffhaltigerGase, wie Kohlenoxyd und Kohlensäure, odervon sauerstoffhaltigen Teerbestandteilen, wie Phenolen,gebunden, während weitaus der größte Teil als sogenanntesKonstitutionswasser — auch Schwelwasseroder Verkokungswasser genannt — mit dem Gasstromentweicht. Für Kohlen verschiedenen Alters scheint nundie Menge des Konstitutionswassers kennzeichnend zusein; sie dürfte z. B. für eine Gasflammkohle des Ruhrbezirksmit 30-32 % flüchtigen Bestandteilen in derRegel etwa 5-6% der trocknen Kohle betragen. Verkoktman also beispielsweise 500 t dieser Gasflammkohlemit einem Wassergehalt von 10 % , so sind 50 m 3Wasser aus der Feuchtigkeit der Kokskohle und22—27 m 3 Konstitutionswasser zu erwarten. ÄltereKohlen, wie Fettkohlen, liefern entsprechend weniger.Neben diesen Zahlen spielt diejenige Wassermenge,welche durch die im Koksofen vor sich gehende U m ­wandlung des primär entstehenden Urteers zu Kokereiteergebildet wird, kaum eine Rolle. Bei dem angeführtenBeispiel der Verkokung von 500 t Gasflammkohle dürftedas Zersetzungswasser nur etwa 2 - 3 m 3 betragen;ebensoviel Wasser wird in Dampfform entsprechendder Sättigung der Gase bei der erreichten Kühltemperaturvon 2 0 - 3 0 ° C mit dem Gase fortgeführt.Die vorstehenden Berechnungen der Kondensatwassermengegelten für die sogenannte indirekteAmmoniakgewinnung. Wieweit bei dem direkten oderhalbdirekten Verfahren eine Entphenolung möglich odernotwendig ist, was wohl in erster Linie von der Ausführungsartder benutzten Verfahren abhängt, soll spätererörtert werden.Für die Beurteilung der bisher vorgeschlagenenVerfahren zur Entphenolung des Nebenproduktenabwassersmuß man sich zunächst den Weg vergegenwärtigen,den die Phenole normalerweise zurücklegen.W e g der Phenole im Gange der Verarbeitung.Beim indirekten Verfahren der Ammoniakgewinnungwird das wäßrige Kondensat der Gaskühler wegenseines Gehaltes an Ammonsalzen gemeinschaftlich mitdem Ablauf der Ammoniakwäscher im Abtreiber derartverarbeitet, daß der Einlauf der Kalkmilch erst aneiner Stelle der Abtreiberkolonne erfolgt, wo das auflaufendeWasser schon einen gewissen W eg zurückgelegthat und die leichtflüchtigen Ammonsalze(Karbonat, Sulfid usw.) bereits übergetrieben wordensind. Auf diese Weise wird an Kalk gespart, unddieser kommt vorwiegend der Wechselwirkung mit dennicht- oder schwerflüchtigen Ammonsalzen — Chlorid,Sulfid, Thiosulfat — zugute. Diese Maßnahme erklärtaber auch, daß von den im Rohwasser gelösten oderauch suspendierten Phenolen ein gewisser Teil mit denAmmoniakdämpfen bereits übergetrieben worden ist,während der größere Anteil der Phenole durch Überführungin die entsprechenden Kalziumsalze (Kalziumphenolate)gebunden wird und in das Abwasser gerät.Der Phenolgehalt des Abwassers entspricht also keineswegsder ursprünglich im Rohwasser vorhandenenPhenolmenge, und er läßt auch keinen sichern Schlußauf die absoluten Phenolmengen zu, die mit demAbwasser des Abtreibers in den Kanal fließen.Die Phenole des Ammoniakwassers gelangen nurdann restlos in das Abtreiberabwasser, wenn dasKondensat der Sättigerdämpfe, wie es manchenorts geschieht,zur Vermeidung etwaiger Ammoniakverlustewieder über den Abtreiber geschickt wird. Jedenfallsfindet im Abtreiber durch die Kondensation des zumAbtreiben benötigten Dampfes und durch das Wasserder zugesetzten Kalkmilch eine solche Verdünnung desAbtreiberabwassers statt, daß sich seine Entphenolungbeträchtlich unvollkommener gestalten muß als die desRohwassers oder des wäßrigen Gaskühlerkondensates.Wichtig ist es, zu wissen, was aus den im Abtreiberüberdestillierten Phenolen wird. Arbeitet man auf Salz,so gelangen sie in das Sättigerbad und können dortdurch die W irkung der heißen Säure sulfuriert oder zerstörtwerden; zum größten Teil gehen sie jedoch weiterund schlagen sich mit den Sättigerdämpfen durchKühlung nieder, ln diesem Sättigerkondensat kannman Phenole neben Basen, Naphthalin und Leichtölfeststellen. Wider Erwarten haften die Phenole demAmnionsulfat nicht in nennenswerter Menge an.Arbeitet man aber auf Starkwasser (konzentriertesAmmoniakwasser), so werden die im Abtreiber vordem Zufluß der Kalkmilch überdestillierten Phenoleund auch die ändern oben genannten Stoffe kondensiert;sie lösen sich teilweise im Starkwasser auf(Phenole und Basen), zum größten Teil scheiden siesich aber auf dem Starkwasser als leichtbewegliches,


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 403dunkelgefärbtes Ö l ab. In manchen Betrieben fälltdieses sogenannte Ammoniaköl in nicht unerheblicherMenge an, es wird gelegentlich vom Starkwasser abgezogenund zum Teer gegeben. Zweckmäßigerwürde man aber dieses auf Grund seiner Zusammensetzungals sehr wertvoll anzusprechende Erzeugnis,das zu etwa 9 0 % bis 210° siedet, einer gesondertenVerarbeitung zuführen. Seine Entstehung verdankt dasAmmoniaköl zum erheblichen Teil dem Teergehalt desRohwassers, in dessen leichtsiedenden, bis etwa 200°übergehenden Anteile es enthalten ist.Hier sei erwähnt, daß es sich bei den organischenVerunreinigungen des Abtreiberabwassers keineswegsallein um wasserlösliche Stoffe, wie Phenole, handelt;auch andere Teerbestandteile neutraler Natur geratenauf diesem Wege in das Abwasser.Wenn sich auch bei genügendem Behälterraumdas immer teerhaltige Rohwasser weitgehend selbstklärt, so gelingt doch niemals auf diese Weise einevollständige Entteerung. Läßt man ein scheinbar reines,nur schwach getrübtes Rohwasser ruhig stehen, soscheiden sich im Verlaufe mehrerer Tage auf demBoden des Gefäßes dunkelgefärbte Stoffe ab, die zumTeil aus Teer bestehen, der also vorher in äußerstfeiner Verteilung vorhanden gewesen sein muß. Späterwerde ich noch angeben, wie man auf einfache Weiseeine völlige Klärung erzielen kann, die nicht nur fürdie Abwasserfrage wünschenswert ist, sondern sichauch im Falle der Entphenolung als recht zweckmäßigerwiesen hat.In der Regel wird also mit dem Rohwasser eineje nach der Betriebsweise mehr oder minder großeMenge von Teer dem Abwasser zugeführt und dortderart verarbeitet, daß die leichtsiedenden Teile desTeers mit den Ammoniakdämpfen übergehen und entwederden Sättiger durchlaufen (bei Salzgewinnung)oder sich bei der Herstellung von Starkwasser aufdiesem im Ammoniaköl wiederfinden. Die schwersiedendenBestandteile dagegen werden meist vom Kalkder Kalkmilch oder seinen Umwandlungsstoffen (z. B.C a C O s) adsorptiv erfaßt; sie verlassen den Abtreibermit dem Abwasser oder setzen sich als graue, gutabbindende Krusten auf den Kolonnenböden ab. Dielästige Notwendigkeit der Reinigung des Abtreibersdürfte also in erster Linie auf den Teergehalt desRohwassers zurückzuführen sein. Die Klärung desRohwassers müßte sich demgemäß in einer geringemAnzahl der notwendigen Reinigungen bemerkbar machen;auch werden bei völliger Abwesenheit hochsiedenderTeerbestandteile die Krusten kaum diese große Festigkeitaufweisen.Bei den Verunreinigungen des Ammoniakwassers,die für die Abwasserfrage von größerer Bedeutungsind, hat man also zwischen suspendierten und gelöstenStoffen zu unterscheiden. Die erstgenanntensind meist neutraler Natur und von teer- oder teerölartigerBeschaffenheit; sie können durch besondereklärtechnische Maßnahmen verhältnismäßig leicht entferntwerden, nicht dagegen die wasserlöslichen organischenStoffe saurer oder basischer Natur. Bei diesenhandelt es sich vorwiegend um die Anfangsglieder derKarbolsäurereihe und niedrigsiedende Pyridinbasen,die sich beide durch gute Wasserlöslichkeit auszeichnen.Eine Mittelstellung nehmen die hochsiedenden Phenoleein, die im Wasser schwerlöslich sind und sich hauptsächlichim Teer abscheiden dürften.D er Phenolgehalt des Ammoniakwassers.Während die Mengen der bloß emulgierten odersuspendierten Teerbestandteile erheblichen Schwankungenunterworfen sind, die durch die Betriebsweiseund sonstige Umstände, z. B. die Außentemperatur,bedingt werden - es kann Vorkommen, daß sich ankalten Wintertagen im Rohwasser Leichtöl und sogarniedrigsiedende benzinartige Stoffe niederschlagen —,scheint die Menge der gelösten Phenole konstantzu sein und in erster Linie von der Art der verwendetenKokskohle abzuhängen. Junge, gasreicheKohlen liefern bekanntlich bei der Verkokung viel Teerund bei ihrer Schwelung in guter Ausbeute (bis 15%)einen außerordentlich phenolreichen Urteer (bis 50 %Phenole). Dieselben Kohlen ergeben nun im allgemeinenauch das phenolreichste Rohwasser. Mit zunehmendemgeologischen Alter wird der Phenolgehaltdes Rohwassers regelmäßig kleiner, so daß man hierausmit einiger Sicherheit auf die Art der Kokskohle zuschließen vermag.Bemerkt sei hier, daß Angaben über den Phenolgehaltdes Rohwassers nur dann verläßlich sind, wennsie sich auf einwandfreie analytische Verfahren gründen.Der Gehalt des Rohwassers an Schwefelverbindungen,besonders Thiosulfat, und sonstigen Stoffen erschwerterheblich die quantitative Bestimmung der Phenole,z. B. mit Hilfe von Bromlösungen; praktisch völligbefriedigende Ergebnisse werden erhalten durch dieerschöpfende Extraktion mit Äther und nach den voreiniger Zeit veröffentlichten neuen Arbeitsweisen1.Während bei der Verkokung gasreicher Kohlenein Rohwasser mit etwa 4-4,5 g Phenol je 1 erhaltenwird, dürfte bei Fettkohlen (20 - 22 % flüchtige Bestandteile)1,5 - 2,0 g Phenol je 1 Rohwasser als Regelgelten. In Anbetracht der sehr großen Rohwassermassenhandelt es sich demnach um beträchtlicheMengen von Phenolen, die tagaus tagein ungenutztden Flüssen, in erster Linie dem Rhein, zugeführtwerden und dort durch Schädigung des Fischbestandesnoch große volkswirtschaftliche Werte vernichten.Legt man für das Ruhrgebiet entsprechend derVorkriegserzeugung eine jährliche Koksgewinnung von30 Mill. t Koks (rd. 40 Mill. t Kohle) und einen mittlernPhenolgehalt von nur 2 g/1 zugrunde, so besagtdies, daß jährlich etwa 24 000 t Phenole in den Rheingelangen. Bei einer gleichzeitigen Erzeugung vonrd. 1000000 t Teer erscheint diese Zahl als recht beträchtlich,zumal da die Phenole des Rohwassers beimanchen Anlagen zu etwa 50 % aus Karbolsäurebestehen, die als Ausgangsstoff für Bakelite, Kunstharze,keimtötende Mittel usw. Verwendung findet. Mankommt durch Berechnung zu dem überraschendenErgebnis, daß mit dem Abwasser mehr teure Karbolsäurewegfließt, als aus dem gleichzeitig gewonnenenTeer insgesamt erzeugt werden kann.Entphenolungs verfahrenohne Nutzbarmachung der Phenole.Bei den Verfahren bzw. Vorschlägen zur Entphenolungdes Abwassers muß man grundsätzlichunterscheiden zwischen solchen, die nur eine Beseitigungoder Vernichtung der Phenole anstreben, alsonur den gesundheitlichen Forderungen gerecht werdenwollen, und solchen, die außerdem durch Gewinnungder Phenole den Vorgang wirtschaftlich zu gestaltensuchen. Die Emschergenossenschaft wendet seit längerer1 Z. angew. Chem. 1926, S. 229.


404 G lü c k a u f Nr. 12Zeit erhebliche Mittel auf, um alle neuen Vorschläge,die Aussicht auf Erfolg bieten, in technischem Maßstabezu erproben. Zu ihrer Beratung hat sie einenAusschuß von namhaften Kokereisachverständigendes Bezirks berufen, über dessen Arbeiten mehrfachberichtet worden ist1.Im Laufe der letzten Jahre ist wiederholt vorgeschlagenworden, das Abtreibwasser nach derTrennungvon dem sich schnell absetzenden Kalkschlamm zumLöschen des glühenden Koks zu verwenden undauf diese Weise die schädlichen Bestandteile zu beseitigen.Dagegen ist zunächst einzuwenden, daß dieim glühenden Koks verfügbare Wärmemenge zur vollständigenVerdampfung des Abwassers nicht entferntausreicht. Da dies aber wegen des hohen Siedepunktesder Phenole unbedingt erforderlich ist, wäre alsobestenfalls nur mit einem Teilerfolg zu rechnen. Demeinzigen, scheinbaren Vorteil dieser Arbeitsweise, diePhenole kostenlos der Vorflut fernzuhalten, stehen aberauch sehr gewichtige andere Bedenken gegenüber. ZurNot könnte man sich mit der geringen Verschlechterungdes Koks, der durch das Löschen mit dem kalkhaltigenAbwasser unansehnlicher und auch etwas aschenreicherwird, abfinden, nicht aber mit der Tatsache, daß durchdie Dämpfe die Arbeiter und die Umwohner derKokerei belästigt und gesundheitlich geschädigt werden.Mit Sicherheit ist auch mit der Zeit in der Umgebungeine Schädigung des Pflanzenwachstums zu erwarten.Diese Art der Entphenolung läuft letzten Endes daraufhinaus, die gewöhnlich mit dem Abwasser fortfließendenPhenole in die Luft zu jagen, die Umgebung damiteinzuräuchern und sie auf Umwegen mit den niedergehendenRegenfällen doch wieder den Flüssen oderdem Grundwasser zuzuführen. Da eine völlige Entfernungder Phenole, wie erwähnt, aus Mangel anverfügbarer Wärme doch ausgeschlossen ist und zudemdie allgemeine Einführung der trocknen Kokskühlungnur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, muß'diesesVerfahren abgelehnt werden.Aus denselben Gründen ist auch das in Englanderprobte Verfahren abwegig, wonach das phenolhaltigeAbwasser in besondern Türmen mit Feuergasenund Dampf behandelt werden soll. Man hat damitangeblich auf einem Werk 90 % der Phenole entfernt,aber ihr Verbleib ist unerörtert geblieben.Als drittes sei hier das biologische Verfahrengenannt, bei dem die Phenole ebenfalls nicht gewonnen,sondern vernichtet werden sollen. Ganz im Gegensatzzu . den beiden genannten, sehr rohen Arbeitsweisenist aber dem biologischen Verfahren ein sehr hoherpraktischer und wissenschaftlicher ' Werti ibeizumessen.Dr. Bach, der Chemiker der Emschergenossenschaft,hat nach mehrjähriger Bearbeitung das Fowlersche Verfahrenso weit gefördert, daß seine Anwendung imgroßtechnischen Maßstabe für die;Zwecke der Abwasserentphenolung'als gesichert gelten“ kann. Mehrere imRuhrgebiet von der Emschergenossenschaft errichteteAnlagen zur biologischen Reinigung des Abtreiberabwassersstehen bereits erfolgreich in Betrieb.Die Arbeitsweise läßt sich wie folgt kennzeichnen: DasAbwasser des Abtreibers wird zunächst in einem Klärbeckenvon suspendiertem Kalkschlamm befreit, dannmit der doppelten bis dreifachen Menge bereits entphenoltenWassers gemischt und in großen Becken, diemit Ziegelsteinbrocken oder Kesselschlacken ausgesetzt1 s. die im Selbstverläge der Genossenschaft erschienene Denkschrift»25 Jahre Emschergenossenschaft«.sind, bei einer Temperatur von 26-30° mit Druckluftbehandelt. An den Ziegelbrocken und ähnlichen Stoffensiedeln sich bei der gelegentlichen Beschickung mithäuslichem Abwasser Bakterien an, die unter den herrschendenBedingungen — Sauerstoffzufuhr, geeigneteTemperatur und genügende Verdünnung — imstandesind, die gelösten Phenole bis zur Kohlensäure abzubauen.Ein gewisser Teil der Phenole polymerisiertallerdings bei dem Vorgang zu dunkeln, harzartigenMassen. Die Verdünnung mit bereits entphenoltemWasser ist notwendig, damit nicht die Kleinlebewesendurch eine zu hohe Konzentration an Phenolen undsonstigen Giften (z. B. Rhodan) abgetötet werden. DieNotwendigkeit dieser Maßnahme deutet fraglos daraufhin, daß der Erfolg des Verfahrens in der Tat auf dieLebenstätigkeit von Bakterien zurückzuführen ist; nebenherwerden aber wohl auch Oxydationsvorgänge eineRolle spielen, da bekanntlich Phenole, besonders inGegenwart von Alkali oder Erdalkali, der Sauerstoffeinwirkungzugänglich sind. Man kann sich den Vorgangauch so denken, daß die Bakterien gewissermaßenals lebende Katalyten den Sauerstoff für die oxydativeVerbrennung der Phenole übertragen. Wie dem auchsei, es gelingt tatsächlich, bei genügend langer Einwirkungder Luft die Phenole aus dem Abwasser sovollständig zu entfernen, daß selbst die äußerst empfindlicheBromreaktion nur noch ganz schwach auftritt;demnach können nur noch Spuren von Phenolen übriggebliebensein.Wenn auch ein so weit gehender Erfolg bei keinerder ändern Arbeitsweisen zu erzielen ist, so haften dembiologischen Verfahren doch einige sehr erheblicheNachteile an, die seine Anwendung zum mindestenstark beeinträchtigen. Die Notwendigkeit der starkenVerdünnung des Abwassers mit bereits gereinigtemWasser bringt es mit sich, daß dauernd sehr großeFlüssigkeitsmengen umlaufen, zumal da der Vorgangeinige Stunden dauert. Rechnet man bei einer Kokereivon 60 Öfen mit einem täglichen Anfall von 200 m 3Abwasser, so müssen die Vorrichtungen und Behälterzur biologischen Entphenolung etwa 600-800 m 3Wasser ;in 24 st bewältigen können. Die Kosten derAnlage sowie ihre Wartung und Unterhaltung belastendaher den Betrieb erheblich. Das biologische Verfahrenist immerhin dann am Platze, wenn aus besondernGründen eine betriebsmäßige Gewinnung der Phenoleunmöglich oder für eine Extraktion die Grenze derWirtschaftlichkeit unterschritten ist, ferner dann, wennim Sonderfalle eine vollständige Entphenolunggewünschtwird.Entphenolungsverfahrenmit N utzbarm achung der Phenole.In Zeiten wirtschaftlicher Bedrängnis, wie sie heuteherrscht, muß man aber nach Möglichkeit auf die Anwendungvon Verfahren bedacht sein, die nicht nurden gesundheitlichen Zweck erfüllen, sondern auchwirtschaftlich arbeiten, d. h. nicht die Vernichtung derPhenole, sondern ihre Gewinnung muß das Endziel sein.Hier ist zunächst ein von Preiß angegebenesVerfahren zu erwähnen, das als erstes die Frageder Entphenolung wirtschaftlich zu lösen gesucht hat,heute aber als überholt gelten kann. Das vom Abtreiberablaufende Wasser soll nach Entfernung desKalkschlammes mit Benzol oder seinen Homologenextrahiert und die phenolige Benzollösung durchWaschen mit Natronlauge (Phenolatgewinnung) für eine


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 405neue Extraktion regeneriert werden. Da aber diePhenole infolge der Anwendung eines Kalküberschussesbeim Abtreiben des Rohwassers in Kalziumphenolateübergehen, muß man das Abwasser zur Überführungder Phenole in eine extrahierbare Form zuerst neutralisieren.Die Absäurung des Abwassers mit Schwefelsäurehätte jedoch das Verfahren von vornherein unwirtschaftlichgestaltet, und deshalb sollen für diesen Zweckdie wertlosen Säureharze der Benzolraffination benutztwerden. Aus verschiedenen naheliegenden Gründenmuß aber dieser Vorschlag als technisch undurchführbarbezeichnet werden.Selbst wenn man das Abtreiberwasser zweckmäßigermit billiger Rauchgaskohlensäure behandeln würde,kann das Verfahren immer noch nicht wirtschaftlicharbeiten, weil in den weitaus meisten Fällen die Konzentrationdes Abwassers an Phenolen für eine lohnendeExtraktion nicht genügt. W ie bereits erwähnt,wird im Abtreiber ein Teil der Phenole mit denDämpfen der flüchtigen Ammoniakverbindungen übergetrieben,während der Rest durch Wasserdampfkondensatund das Wasser der Kalkmilch eine noch weitereVerdünnung erfährt. Auch dürfte mit Sicherheit zuerwarten sein, daß der anfallende Kalziumkarbonatschlammbei der Karbonisierung mit Kohlensäureweitere Phenolmengen durch Adsorption an sich reißtund so der spätem Extraktion entzieht. Der Erfolgkann also im besten Falle nur unvollständig sein, selbstwenn die besondern Schwierigkeiten des Extraktionsvorganges,auf die weiter unten eingegangen wird,nicht beständen.Das Verfahren hat schließlich noch den für seineBeurteilung fast ausschlaggebenden erheblichen Nachteil,daß durch die bei einer Extraktion nie ganz zuvermeidenden Lösungs- oder Emulsionsverluste an Stellevon Phenolen ein neuer Fremdstoff, Benzol, in dasAbwasser gerät, der als ebenso schädlich wie diePhenole gilt. W ill man aber versuchen, das verloreneLösungsmittel wiederzugewinnen, so dürfte sich dieseMaßnahme bei den gewaltigen Flüssigkeitsmengenäußerst schwierig gestalten. Selbstverständlich wird beider Benutzung von Säureharzen als Neutralisierungsmitteldem Abwasser ebenfalls ein neuer Giftstoff zugeführt,der den beabsichtigten gesundheitlichen Endzweckhinfällig machen muß. Die Entphenolung desAbtreiberabwassers nach dem geschilderten Verfahrenstößt demnach auf sehr große Schwierigkeiten, so daßdie wirtschaftliche Durchführung als völlig ausgeschlossenerscheint.In eine neue und weit aussichtsreichere Entwicklungsstufeist die Entphenolungsfrage durch den fastgleichzeitig dem oben genannten Phenolausschuß derEmschergenossenschaft von zwei Mitgliedern gemachtenVorschlag getreten, das Am m oniakw asser selbstvor seiner Abtreibung zu entphenolen1. Man ist dadurchzweifellos der Quelle des Übels erheblich nähergekommen; auch sind beim Rohwasser die Verhältnissefür die Entphenolung weit günstiger, weil hierdie Phenole in einer extrahierbaren Form vorliegen.Das Ammoniak des Rohwassers ist gewöhnlich restlosan Kohlensäure und Schwefelwasserstoff gebunden(abgesehen von einem geringen Gehalt an Zyan undRhodanammonium); ein Festhalten der Phenole etwain Gestalt eines »Ammoniumphenolats« kommt nicht1 Die auf dieses Verfahren erteilten Patente sind von der Emschergenossenschaftfür das Oebiet des rheinisch-westfälischen Industriegebietesübernommen worden.in Betracht. Aber selbst wenn freies Ammoniak vorhandensein sollte, ändert dies nichts an der Extrahierbarkeitder Phenole, weil Ammoniak im Gegensatz zuden fixen Alkalien und Erdalkalien kein beständigesAmmonphenolat zu bilden vermag; wenigstens mußdie Entstehung eines solchen Körpers auf Grund derbisherigen Forschungsergebnisse als unwahrscheinlichgelten.Bei der Wahl eines für die Entphenolung geeignetenLösungsmittels sind besonders 2 Forderungen zuerfüllen: 1. Im Hinblick auf die beabsichtigte Gesundheitsförderungdürfen nicht neue giftige Fremdstoffedurch das Lösungsmittel dem Abwasser zugeführtwerden. 2. Da sehr große Wassermengen zu verarbeitensind, können selbst bei einem sich mit Wassernicht mischenden Lösungsmittel kleine, hauptsächlichdurch Emulsionsbildung bedingte Verluste zu recht stattlichenGrößen anwachsen. Für den wirtschaftlichenErfolg muß daher die Gewähr gegeben sein, daß sichdas im extrahierten Wasser verlorene Lösungsmittel ineinfachster und sicherster Weise wiedergewinnen läßt.Bei dem hohen Preis eines Lösungsmittels wie Benzol,das sich für die Phenolextraktion besonders eignet, istdieser Umstand für die Wirtschaftlichkeit einer Entphenolungsanlagevon großer Bedeutung. Beiden Forderungengenügt das neue Verfahren, denn bei dem derExtraktion folgenden Abtreibeprozeß wird etwa gelöstesBenzol mit den Ammoniakdämpfen übergetrieben undgelangt nach Durchlaufen des Sättigers mit den Sättigergasenwieder in die Wäscher, wo es von dem Waschölabsorbiert wird. Die Wiedergewinnung erscheint alsohier im Gegensatz zu der Verarbeitung des Abtreiberabwassersohne jede verteuernde Sondermaßnahme alsmöglich. Wirkliche Verluste an Benzol sind allerdingsnicht ganz zu vermeiden, weil sich eine vollständigeEntbenzolung des Gases bei Verwendung der üblichenWaschöle zur Absorption bekanntlich nicht erreichenläßt. Je besser die Waschleistung des Ölwäschers ist,desto geringer werden die Verluste an Benzol. Ihregenaue Feststellung im Betriebe dürfte aber recht schwersein, weil es sich um verhältnismäßig kleine Mengenhandelt und Schwankungen im Leichtölausbringenimmer Vorkommen können.Weitere Vorteile des Verfahrens stellen die höhereKonzentration an Phenolen und der bereits erwähnteUmstand dar, daß alle Phenole des Rohwassers derExtraktion zugänglich sind.Für die Wirtschaftlichkeit der Entphenolungsanlagenist es ferner von nicht zu unterschätzender Bedeutung,daß das Rohwasser auch noch andere Wertstoffeenthält, die bei der Extraktion miterfaßt werden können.Hier ist wiederum zu unterscheiden zwischen Bestandteilen,die im Rohwasser nur suspendiert oder emulgiertsind, und solchen, die in wäßriger Lösung vorliegen.Das Rohwasser enthält, wie oben angegeben, mehr oderweniger Teer, dessen Entfernung und Rückgewinnungaus betriebstechnischen Gründen vor dem Abtreibevorgangerfolgen müßte. Als noch weit wichtigererscheint aber die Klärung des Rohwassers für dieEntphenolung selbst und für die Abwasserfrage. DieNotwendigkeit einer solchen Maßnahme geht aus folgendemhervor: 1. Die Extraktion der Phenole wirddurch die Entfernung suspendierter Teerbestandteileerleichtert, da das Lösungsmittel ganz der Phenolextraktionzugutekommt. 2. Die aus geklärtem, teerfreiemWasser gewonnenen Phenole werden zweifellos


406 G lü c k a u f Nr. 12reiner und daher wertvoller sein. 3. Die Lösungsmittelverlustemüssen beim Fehlen suspendierter Stoffeabnehmen, da diese Stoffe die Emulsionsbildung fördern.4. Voraussichtlich wird die umständliche und kostspieligeReinigung der Abtreibereinrichtung weniger häufig alsbisher nötig sein, da gerade der Teer mit dem im Abtreiberzugesetzten Kalk die Verkrustung der Kolonnenbödenverursacht. 5. Der sonst verlorengehende Teerwird wiedergewonnen, wenn es sich auch nicht umgroße Mengen handelt.Für die Abwasserfrage wäre die Entfernung desTeers ebenfalls von Bedeutung, denn ohne Frage gelangenseine hochsiedenden Bestandteile in das Abwasser,soweit sie sich nicht mit dem Kalkschlamm abscheiden.Die meist neutralen Teerbestandteile sind weit beständigerals die oxydierbaren Phenole. Wären die Flußläufe nichtmit diesen neutralen Teerölen, die allerdings auch ausändern Quellen als dem Rohwasser stammen, verschmutzt,so würde vielleicht die normale Bakterientätigkeitdes Flußwassers ausreichen, um die Phenole»biologisch« abzubauen und zu vernichten. Die Lebensfähigkeitder Bakterien dürfte aber durch die neutralenTeeröle mehr oder minder stark beeinträchtigt oderaufgehoben sein. Demnach ist die Klärung des Rohwassersvon suspendierten oder emulgierten Teerbestandteilenfür die Abwasserfrage nicht minder wichtig alsfür die Entphenolung.Selbstverständlich läßt sich ein voller Erfolg nurdann erreichen, wenn auch alles andere ölführendeAbwasser der Nebenproduktenbetriebe und sonstigerIndustriezweige in gleicher Weise geklärt wird. Manmüßte z. B. auch die wäßrigen Kondensate der Leichtölabtreibungextrahieren, zumal, da sie meist völlig reinund phenolreich sind. In manchen Betrieben werdendiese Kondensate bereits dem Rohwasser zugeführt, weilsie Ammonsalze enthalten können. Als ölführendesAbwasser kommt noch in Betracht öliges Kondenswasser,soweit dieses heute nicht entölt und wiederzur Kesselspeisung verwendet wird; ferner das Waschwasserder Leichtölraffination und das Kühlwasser beiunmittelbarer Waschölkühlung.Von sonstigen im Rohwasser suspendierten Stoffensind noch Leichtöl und benzinartige Substanzen zunennen, die sich bei niedriger Temperatur in rechterheblicher Menge bereits in den Ammoniakwäschernabscheiden können. So wurden an einem kalten Wintertagein 1 1 Rohwasser rd. 7,5 g extrahierbarer Stoffe festgestellt,wovon nur 2 g Phenole waren; der Rest bestandaus Leichtöl und benzinartigen Stoffen, die schon bei 26°zu sieden anfingen. Im April erhielt man in derselbenAnlage bei höherer Außentemperatur aus 1 1 Rohwassernur noch 4,5 g Extrakt, also beträchtlich weniger.Solange die Außentemperaturen auf den Gang derBetriebe Einfluß haben, was bei Wäscheranlagen, dieim Freien stehen, kaum zu vermeiden sein wird, kannman demnach bei diesen Stoffen nicht mit gleichmäßigenMengen rechnen. Im allgemeinen werden wohl diesesehr wertvollen leichtsiedenden Erzeugnisse mit denSättigergasen dem Leuchtgasstrom wieder zugeführtund im Ölwäscher absorbiert. Arbeitet man aber aufStarkwasser, so lassen sich erhebliche Verluste kaumvermeiden. Im Gegensatz zu diesen neutralen, leichtsiedendenStoffen ist die Menge der Phenole, wieerwähnt, ziemlich konstant, ebenso wie die einer ändernStoffklasse, die für die Wirtschaftlichkeit einer Entphenolungsanlagevon großer Bedeutung werden kann,nämlich der Pyridinbasen.Die an sich schwankenden Angaben des Schrifttumsüber die Menge der als Nebenerzeugnisse der Steinkohlendestillationaus dem Teer usw. erhältlichen Basen stimmendarin überein, daß es sich nur um Bruchteile einesHundertteils handeln kann. Als Quelle für die niedrigsiedenden,hochbewerteten Basen, »Testbasen«, die vorwiegendaus Pyridin und seinen Homologen bestehen,kommen bisher nur leichtsiedende Teererzeugnisse, z. B.Teervorlauf, gegebenenfalls Naphthalinöl, in erster Linieaber das Leichtöl, in Betracht. Obwohl das Leichtöl,wenn es, wie heute in der Regel, hochhaltig hergestelltwird, nur einen geringen Gehalt an Basen aufzuweisenpflegt (0,2-0,4% ), lohnt deren Gewinnung doch, weildie Basen von allen Nebenprodukten weitaus am höchstenbewertet werden. Ihre Auswaschung bietet zudem denVorteil, daß man beim folgenden Raffinationsprozeß anSchwefelsäure spart. Allerdings bleibt für eine wirtschaftlicheBasengewinnung aus allen Teererzeugnissenimmer Voraussetzung, daß ihrer Auswaschung dieExtraktion der Phenole vorausgeht, denn nur nach derZerlegung der bekannten Phenol-Basen-Additionsverbindungen,die durch Alkali leicht erfolgt, ist es möglich,mit einer berechneten Säuremenge die Basen ganz auszuwaschen.Daß sich in dem Ammoniakwasser die niedrigsiedendenBasen befinden, erscheint nicht als verwunderlich,da sich diese außerordentlich leicht in Wasserlösen. Über die absoluten Mengen der Pyridinbasenim Rohwasser und auch im Zechenammoniak (Sulfat)liegen keine genauen Angaben vor, vermutlich aus demGrunde, weil die Trennung des Ammoniaks vom Pyridinzu den schwierigsten analytischen Arbeiten gehört. Nursoviel weiß man, daß im Ammonsulfat der Kokereienstets Pyridinbasen, wohl als Sulfate, vorhanden sind,wie man an dem ausgesprochenen Geruch nach Pyridinbeim Übergießen des Salzes mit Lösungen von Alkalienoder Erdalkalien und bei der Herstellung säurefreienSalzes erkennt.Pyridinbasen werden aber im Sättiger nur teilweiseerfaßt, da ihre Bindung mit Säure nur locker ist; siegehen mit den Sättigerdämpfen weiter und schlagensich zum Teil im Kondensat dieser Dämpfe nieder.Wahrscheinlich löst sich in den großen Rohwassermengender größte Teil der im Gasstrom mitgeführtenPyridinbasen auf, während nur ein sehr kleiner Anteilinfolge der hohen Spannung der Basen weitergeht unddurch Absorption mit Waschöl in das Leichtöl gelangt.Bei der Entphenolung des Rohwassers durch Benzolu, dgl. werden nun anscheinend auch die Basen erfaßt,und zwar in Gestalt ihrer Additionsverbindungen mitPhenolen. Durch wiederholte Versuche wurde festgestellt,daß die so erhältlichen Mengen an Basenetwa 12—15% des Gesamtextrakts betragen, d.h.werden beispielsweise aus 150 m 3 Rohwasser bei einemGehalt an Phenolen von 4 g/I und einer Extraktionsausbeutevon 7 5 % 450 kg Extrakt gewonnen, so enthaltendiese 45 - 67,5 kg Basen. Wenn auch dieserWert noch keineswegs feststeht, so ist es doch sicher,daß beträchtlich mehr Basen aus dem Rohwasserisoliert werden können als aus dem gleichzeitig hergestelltenLeichtöl.Auf die Tatsache, daß zwei der wertvollstenNebenerzeugnisse, Karbolsäure und Pyridinbasen, inihrer Hauptquelle bisher so auffallend wenig Beachtunggefunden haben, sei nachdrücklich hingewiesen. Beiihrem hohen Preise stellen selbst kleine Mengen großeWerte dar und können deshalb die Wirtschaftlichkeit


19. M arz 1927 Glückauf 407von Entphenolungsanlagen erheblich verbessern. DieGewinnung der Basen im Gange des Entphenolungsverfahrensist sehr einfach, da sie zusammen mit denPhenolen extrahiert werden, wodurch ein altes Problem,die Gewinnung der Pyridinbasen des Rohwassers,ohne Sondermaßnahme in befriedigender Weise eineLösung findet.Man ist heute lebhaft bemüht, das Ammonsulfatder Kokereien möglichst in derselben Beschaffenheitwie das synthetische herzustellen. In Zukunft wird esnotwendig sein, das Salz nicht nur säurefrei zu liefern,sondern auch seine Farbe zu verbessern, die besondersdann zu wünschen übrig läßt, wenn es durch Neutralisierungder anhaftenden säuern Mutterlauge säurefreigewonnen wird. Wenn auch die graue Farbe dessäurefreien Salzes in der Hauptsache durch Sulfide vonMetallen bedingt ist (FeS, PbS, CuS), so haften dochdem Salze bekanntlich auch immer teerige Stoffe an,die sich bei der Klärung des Rohwassers leicht entfernenlassen. Durch die Entphenolung des Rohwasserswürde man aber außerdem noch Phenole und Basenvom Salz fernhalten. Wenn diese kurz als Teer bezeichnetenStoffe auch nur in einer so geringen Mengeim Ammonsalz der Kokereien enthalten sind, daß eineBeeinträchtigung der Düngewirkung kaum zu befürchtenist, so dürfte es doch im Belange der Landwirtschaftliegen, daß jede Spur von Teer dem Boden ferngehaltenwird.Die Klärung des Rohwassers ist ein verhältnismäßigeinfacher Vorgang, bei dem fast keine Wartungund keine Beschaffung von Sonderstoffen notwendigsind. Mit Hilfe von Kohlenstaub, der ja auf allenZechen in genügender Menge vorhanden ist, oder mitdem sogenannten Haldenschlamm, einem heute fastwertlosen Abfallerzeugnis der Kohlenwäsche, gelingtes unschwer, alle im Wasser suspendierten Öle undTeerbestandteile restlos zu entfernen. Das Verfahrenläuft gewissermaßen auf eine Flotation mit umgekehrtemEndzweck hinaus. Bei der Schwimmaufbereitung, z. B.beim Trentverfahren, kommt es darauf an, mit Hilfevon geringen Ölmengen aschenarme Kohle von aschenreicherzu trennen, die Kohlenveredelung ist alsoHauptzweck. Hier dagegen wird die Gewinnung desÖles und des Teeres beabsichtigt und auch völligerreicht. Der feine Kohlenstaub nimmt auf Grundseiner wasserabstoßenden Natur die suspendierten Öleund Teerbestandteile leicht auf, erweist sich als sehr ausgiebigund stellt nach völliger Ausnutzung eine mitÖ l vollgesaugte Paste dar, die, was für die Betriebewichtig ist, verhältnismäßig leicht fließt und homogenbleibt. Die ausgebrauchte Masse kann man verfeuernoder zweckmäßiger als Zusatz zur Kokskohle nutzbringendverwerten.Bemerkenswert ist, daß durch feinverteilte Stoffebesonderer Art nicht nur suspendierte Teerbestandteileerfaßt werden, sondern auch im Wasser schwerlöslicheStoffe, z. B. hochsiedende Phenole, weil sich diese inihren Eigenschaften mehr den wasserunlöslichen Neutralölennähern. Für die Abwasserfrage ist dies vonBedeutung, weil die hochsiedenden Phenole ebenfallseine keimtötende W irkung ausüben. Der Gesamtgehalteines Rohwassers an Phenolen wird also schon durchdie Klärung etwas erniedrigt, die wasserlösliche undtechnisch wertvolle Karbolsäure sowie die Kresole undXylenole bleiben dagegen in Lösung.Daß es tatsächlich nur wasserabstoßende organischeStoffe sind, die sich zur Entfernung von Teer u. dgl.aus Rohwasser eignen, geht auch daraus hervor, daßKoks aller Körnungen fast vollständig versagt. Wirdzerkleinerter Koks, etwa von der Körnung 0 —2 mm,angewendet, so setzt sich das Koksfilter anscheinenddurch Bildung einer Teerhaut in kurzer Zeit so zu,daß der Durchfluß fast ganz aufhört. Hierbei ist esgleichgültig, ob das zu klärende Wasser von oben nachunten oder umgekehrt strömt; auch die Art derLagerung der Koksschichten ist ohne Belang. DieAnordnung des Filters, die beim Kohlenstaub vollenErfolg bringt, versagt beim Koks desselben Feinheitsgrades.Koks ist eben durch den bei der Entgasungeingetretenen Verlust des Bitumengehaltes wasseranziehendgeworden, während die unverkokte Kohle durchden Bitumengehalt gewissermaßen eingefettet ist unddeshalb Wasser abstößt. Offenbar handelt es sich hierweniger um eine Adsorption als um eine Auflösungder Teeröle auf der Bitumenhaut der Kohle.Adsorbierende Stoffe anorganischer Natur, wie gefällterkohlensaurer Kalk oder feinverteilte Kieselsäure,nehmen Teeröle ebenfalls auf; der Kohlenstaub eignetsich aber im Hinblick auf die Weiterverwendung derausgebrauchten Reinigungsmassen weit besser, zumal, daer in genügender Menge kostenlos zur Verfügung steht.Maßgebend für den Erfolg des Verfahrens ist aberauch die Anordnung der Einrichtung. Läßt manz. B. ein teerhaltiges Wasser durch eine festliegendeFilterschicht von Kohlenstaub strömen, so setzt sichdas Filter in kurzer Zeit durch Bildung einer wasserundurchlässigenÖlhaut zu. Sehr zweckmäßig ist dieMaßnahme, das Wasser von unten nach oben durcheinen konischen Spitzzylinder strömen zu lassen. DerKohlenstaub, ungefähr von der Körnung, wie er inStaubfeuerungen gebraucht wird, wirbelt dann imuntersten Teil der Vorrichtung hoch, kommt in dembreitem Teil des Kegels durch verlangsamte Strömungsgeschwindigkeitallmählich, zur Ruhe und bleibt in derSchwebe. Der feine Regen von Kohlenstaubteilchenwirkt nun genau wie ein Filter, »Filterung in derSchwebe«. Die Filterungsgeschwindigkeit wird, wasbesonders wichtig ist, bei dieser Anordnung in keinerWeise beeinflußt. Infolgedessen sind selbst kleineAnlagen außerordentlich leistungsfähig. Sobald sichder Kohlenstaub mit Ö l vollgesaugt hat, sinkt er niederund kann wie eine Flüssigkeit abgezogen werden.Hinsichtlich des Chemismus der Entphenolungist grundsätzlich zu sagen, daß zur Entziehung einesim Wasser gelösten organischen Stoffes die Verwendungeines wasserunlöslichen Lösungsmittels als das Gegebeneerscheint.Vorweg sei hier ein neuerdings wieder aufgetauchterVorschlag erwähnt, die Phenole mit Hilfe vonaktiver Kohle zu adsorbieren. Die vorzüglichenEigenschaften aktiver Kohle zur Adsorption von dampfförmigenStoffen aus einem Gasmittel und ihre hoheEntfärbungskraft sind bekannt. Ebenso steht aber fest,daß sie sich im Kokereibetriebe an Stelle von Waschölnicht hat einbürgern können, weil die Gase für einenso empfindlichen Stoff zu unrein sind und in kurzerZeit die Aktivität stark beeinträchtigen. Dazu kommtnoch, daß aktive Kohle auch den Schwefelwasserstoffaus dem Gas aufnimmt, weshalb der Entbenzolung dieEntschweflung des Gases vorangehen muß. Aus ähnlichenGründen wird auch von der Verwendung aktiverKohle für die Entphenolung des Ammoniakwassersein Dauererfolg kaum zu erwarten sein. Selbst wenndie Phenolentziehung gut sein sollte, dürfte sich die


408 G lü c k a u f Nr. 12Regenerierung des Adsorbens viel zu schwierig gestalten;außerdem muß aus denselben Gründen wiebei der Adsorption des Benzols aus Kokereigasen miteinem raschen Nachlassen der Aktivität gerechnet werden.Weit einfacher ist für die Entphenolung ohneZweifel die Anwendung von Lösungsmitteln, vondenen sich Benzol und seine Homologen bisher ambesten bewähren, zumal, da sie leicht wiedergewonnenwerden können und keinen neuen Fremdstoff imextrahierten und dann abgetriebenen Wasser hinterlassen.Da die zu extrahierenden Stoffe wasserlöslich sind,müssen natürlich erhebliche Mengen des Lösungsmittelsangewendet werden, falls man auf gute ExtraktionsausbeuteWert legt. Das sich hierbei einstellende Gleichgewichtkann nur mit unverhältnismäßig großen Mengendes Lösungsmittels zugunsten einer bessern Extraktionsausbeuteverschoben werden. Man wird sich deshalb,um wirtschaftlich zu arbeiten, mit einer leicht erreichbarenExtraktionsausbeute begnügen müssen, die imallgemeinen bei 70-75 % liegt.Das Ausbringen an Phenolen usw. ist auch zumTeil von der Temperatur abhängig. Unter sonst gleichenBedingungen steigt die Ausbeute um etwa 10—15%,wenn die Extraktion bei 60—70° C vorgenommen wird.Die Anwendung von Wärme bietet zudem für dieBelriebsführung den wichtigen Nutzen, daß sichEmulsionen von Wasser und Benzol, wie sie beiinniger Vermischung beider Stoffe unvermeidlich auftreten,fast augenblicklich trennen. Wie zu erwartenstand, hat sich auch beim Entphenolungsverfahren dieW ahrung des Gegenstromprinzips als vorteilhaft erwiesen,was keiner nähern Erläuterung bedarf.Auffallend ist in mancher Beziehung die Ähnlichkeitder Verhältnisse beim Entphenolungsverfahren undbei der Absorption des Benzols mit Hilfe von Waschöl.Hier wie dort stellt sich ein Gleichgewicht ein, dasbeim Absorbieren von Benzol in erster Linie von demGrade der Anreicherung des Waschöls, d. h. von derSpannung des Benzol-Waschölgemisches, abhängt.Während bei der Benzolabsorption das praktisch erreichbareGleichgewicht bei etwa 2 % liegt (meist sogarnoch darunter), nimmt das Lösungsmittel, z. B. Benzol,aus einem Rohwasser nur so viel auf, daß seine Anreicherungetwa 1,5% beträgt. Dies besagt, daß dieWasserlöslichkeit der Phenole, besonders der Karbolsäure,hier eine weitere Anreicherung verhindert. Ausdem angeführten Wert für die höchste Anreicherungdes Benzols mit Phenolen läßt sich errechnen, wievielBenzol mit dem Wasser in Berührung gewesen seinmuß, damit eine durchschnittliche Extraktionsausbeutevon 70-75 % erreicht wird. Selbstverständlich hängtdie Ausbeute auch vom Phenolgehalt des Wassers selbstab. Nimmt man das erreichbare Gleichgewicht, wie esmeist der Fall ist, bei einem Phenolgehalt des extrahiertenWassers von 0,6-0,7 g/1 an, so kann man hierausund aus dem Phenolgehalt des ursprünglichen Rohwassersdie praktisch mögliche Ausbeute für jeden Einzelfallermitteln. Auf Grund dieser Berechnung glaubeich, daß bei einem Wasser mit 2 g Phenol je 1 die Grenzeder Wirtschaftlichkeit liegt, da hier bestenfalls eineExtraktionsausbeute von 65-70 % zu erwarten ist. Jehöher die Konzentration an Phenolen ist, desto lohnendergestaltet sich natürlich die Extraktion.Nach einem neuern Vorschläge gelingt es, diePhenole dem Rohwasser praktisch vollständig zu entziehen,wenn man dem Extraktionsmittel hochsiedendeTeerbasen zusetzt oder mit basenhaltigen Erzeugnissenarbeitet. Ich glaube nicht, daß diesem Verfahren, dasauf der bekannten Bildung von Additionsverbindungender Phenole und Basen fußt, eine große Bedeutungzukommt. Die Herstellung der hochsiedenden Teerbasenerfolgt bisher nirgends, erscheint auch keineswegsals einfach, weil ja bekanntlich der Basenextraktioneine Laugenwäsche zur Phenolentziehung vorangehenmuß. Ferner sind diese hochsiedenden Basen selbstetwas wasserlöslich, gehen also verloren und bringeneinen für die Abwasserreinigung bedenklichen neuenFremdstoff in das Wasser.Wie bereits erwähnt, extrahieren übrigens Benzolu.dgl. auch gewisse Mengen von Basen; sie werdenalso für die Aufnahme von Phenolen während desGebrauchs geeigneter, falls man die Basen darin belassenwill. Bei der vorgeschlagenen neuen Arbeitsweise müßteman aber auf die Möglichkeit, im Entphenolungsverfahrengleichzeitig die wertvollen Basen des Rohwassers zugewinnen, verzichten, was meines Erachtens durchausverfehlt wäre, weil gerade die Verwertung der Basendie Entphenolung lohnend gestalten kann und wird.Auf die verschiedenen Vorschläge zur betriebsmäßigenAusgestaltung der Phenolextraktion kann hiernicht näher eingegangen werden, da es sich um dieSonderbauarten der verschiedenen Firmen handelt.Dagegen sei die W e ite r v e ra rb e itu n g des mitPhenol angereicherten Benzols kurz geschildert.Dabei sind zwei grundsätzlich verschiedene Ausführungsartenzu unterscheiden. Entweder man destilliert dasBenzol ab und erhält als Rückstand die Phenole, oderaber man entzieht dem Benzol mit Natronlauge diePhenole als Phenolat, worauf das Benzol wieder in denExtraktionskreislauf zurückwandert. Wenn sich auchdie »Phenolatherstellung« rein rechnerisch günstigerstellt als das »Destillationsverfahren«, so sind bei derWahl des Verfahrens doch noch andere Umstände zuberücksichtigen, z.B. die Absatzmöglichkeiten der beidenErzeugnisse Phenolat und Rohphenol. Welcher vonbeiden Arbeitsweisen endgültig der Vorzug zu gebenist, sollen mehrere zurzeit im Betrieb befindliche Anlagenerweisen. Die Emschergenossenschaft hat auf denKokereien der Zechen Dorstfeld, Mathias Stinnes 1/2,Jacobi und König Ludwig nach 4 baulich verschiedenenVorschlägen der Firmen Bamag-Meguin, Köppers,Raschig und Still Extraktionsanlagen errichten lassen,deren Betriebsergebnisse verglichen und ausgewertetwerden sollen.Die Gewinnung der Pyridinbasen läßt sich beimPhenolatverfahren ohne weiteres einschalten, indem manan die Wäsche des angereicherten Benzols eine solchemit verdünnter Schwefelsäure anschließt. Aber auchbeim Destillationsverfahren gewinnt man, wie aus Betriebsergebnissenhervorgeht, die Pyridinbasen, und zwarwerden sie anscheinend in Form ihrer Additionsverbindungenim Destillationsrückstand zurückgehalten.Wie eingangs erwähnt, ist in der Entphenolungsfrageein weiterer Fortschritt durch die Auffindung derwahren Phenolquelle erzielt worden. Der Bach desRohwassers wird gewissermaßen aus zwei Quellengespeist; die eine ist der Ablauf der Ammoniakwäscher,die andere das wäßrige Kondensat der Gaskühler. Dieletztgenannten liefern fast allein die Phenole, die ausdem Rohwasser mittelbar in das Abwasser gelangen. Dievon mir vorgeschlagene Verarbeitung des Kondensatsbietet folgende Vorteile: 1. Da geringere Flüssigkeits-


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 409mengen als bisher zu verarbeiten sind, kommt manmit kleinern Vorrichtungen aus. 2. Die Konzentrationdes Kondensats an Phenolen ist erheblich größer alsdie des Ammoniakrohwassers, meist doppelt so hoch.3. Daraus ergibt sich eine absolute und relative Erhöhungder Ausbeute, die sich vor allem im Mehrgewinnan wertvoller Karbolsäure auswirkt. 3. Manbraucht weniger Lösungsmittel, dementsprechend sindauch die Verluste durch Emulsion usw. sowie dieDampfkosten und sonstigen Ausgaben geringer.Noch höher ist die Bedeutung der Kondensatbehandlungzu veranschlagen, wenn man das Problemder Entphenolung vom gesundheitlichen oder abwassertechnischenStandpunkte aus betrachtet. Die Zahl derBetriebe, die in wirtschaftlicher Weise die Phenolegewinnen und so den Flüssen fernhalten können, wirddadurch ganz beträchtlich vergrößert, womit auch dasin erster Linie verfolgte Endziel, die Entphenolungsämtlichen Abwassers, in erreichbare Nähe gerückt ist.Eine weitere Vereinfachung läßt sich nur nocherreichen, wenn man die Menge des Kondensats durchVortrocknung der Kokskohle einschränkt. Diese durchausim Sinne des Fortschrittes liegende Maßnahme würdeauch aus zahlreichen ändern, hier nicht näher zu erörterndenGründen erhebliche Vorteile, besonders fürgroße Kokereien, bieten.Z u s a m m e n f a s s u n g .Aus gesundheitlichen und volkswirtschaftlichenGründen ist die Entphenolung des Abwassers vonNebenproduktenanlagen erforderlich. Für den Ursprungder Phenole wird eine Erklärung gegeben und derW eg beschrieben, den sie und die ändern meist imAmmoniakrohwasser vorhandenen Teerbestandteile imGange der Verarbeitung zurücklegen. Nach der Erörterungder ersten Vorschläge und Versuche, die sichauf die Vernichtung oder Entfernung der Phenolebeschränkt haben, werden die Verfahren eingehendbesprochen, die durch Gewinnung der Phenole nichtnur den gesundheitlichen Erfordernissen gerecht werdenwollen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Entphenolungsanlagenanstreben. Den langjährigen Bemühungender beteiligten Werke und vor allem derEmschergenossenschaft ist es zu verdanken, daß sichdie Entphenolungsfrage in der letzten Zeit ihrer Lösungein erhebliches Stück genähert hat.^JDie W irkung und Feststellung von Rauchschäden im Ruhrbezirk.Unter Rauchschäden soll im Rahmen der nachstehendenAusführungen die Wuchsminderung' undder Ertragausfall an forstwirtschaftlicher, landwirtschaftlicherund gärtnerischer Vegetation als Folgeder Einwirkung giftiger Gase verstanden werden. AlsRauchgifte kommen in Betracht: schweflige Säure,Schwefelwasserstoff, Chlor, Salzsäure, Teer, Asphaltund Leuchtgas. Besonders soll im folgenden von derschädlichen W irkung der schwefligen Säure als desjenigenGiftstoffes die Rede sein, der im rheinischwestfälischenIndustriegebiet für Rauchschäden dievornehmlichste Ursache ist.Schweflige Säure entsteht bei jeder Kohlenverbrennungdurch die chemische Verbindung des in derKohle enthaltenen Schwefels mit Sauerstoff. DenSchwefelgehalt der einzelnen Ruhrkohlengi uppen hatR ip p e r t wie folgt festgestellt1:°/„Gasflammkohle . 0,66Gaskohle . . . 0,60Von Markscheider W. B a ld e r m a n n , Essen.Fettkohle .Magerkohle°/o0,450,43im Mittel 0,54Als Rauchquellen kommen im Ruhrbezirk zweiArten in Betracht, und zwar: 1. dauernde, dazu gehörendie Städte, die Bergwerke, die Hüttenwerke unddie chemischen Fabriken; 2. zeitweilige, das sind dieKokereien.Über die Städte als Rauchquellen gibt J a n s o n 2an, daß eine Stadt wie Leipzig den Rauch von 64,5Güterwagen Kohle täglich in die Luft schicke. Dasergibt eine jährliche Menge schwefliger Säure von1271,29 t oder eine tägliche von 3,4S t. W ie le r berechnetden Kohlenvcrbrauch von Aachen auf jährlich300000 t, was einer Menge von 3000 t schwefligerSäure gleichkomme, wenn man den Schwefelgehaltder Kohle auf 1 o/o setze. Schon aus diesen Zahlen er­1 O lü c k a u i 1912, S. 1996.1 Q ärtnerische Raucligasschäden, 1916, S. 30.sieht man die Bedeutung der städtischen Rauchgasefür die Beurteilung etwaiger Rauchschäden.Ein größeres Bergwerk hat für seine Kessel einenjährlichen Kohlenverbrauch von etwa 30000 t, schicktdemnach 0,44 t schwefliger Säure täglich in die Luft.Nähere Angaben über die Hüttenwerke undchcmischen Fabriken sind kaum möglich, weil derSchwefelgehalt der Erze häufig wechselt; nähere A n­gaben stehen daher nicht zur Verfügung.Die neuzeitlichen Kokereien sind sämtlich mit Vorrichtungenzur Absaugung der giftigen Gase versehen.Man führt diese durch die Schornsteine höhern Luftschichtenzu, wo sic Gelegenheit zur Verdünnunghaben. Trotz der Absaugevorrichtungen läßt sich aberein Entweichen der schwefligen Gase nicht ganz vermeiden.Besonders erfolgt es zwischen dem Ausstößendes Kokskuchens und dem Füllen des Ofens innerhalbeiner Zeitspanne von 4-6 min.Über die Schädlichkeit der schwefligen Säure hatsich W is lic e n u s 1 dahin geäußert, daß ein Säure-Luftverhältnis von 1:1 Mill. den Pflanzenwuchsschädigen kann, und daß dieser durch ein Verhältnisvon 1:500000 in der Regel geschädigt wird. DieseFeststellung bezieht sich aber auf die sehr empfindlichenNadelhölzer, während erfahrungsgemäß einjährigePflanzen, z. B. Getreidearten usw., höhere G e­halte ohne Schädigung vertragen können.Im Ruhrbezirk hat R ip p e r t 2 im BochumerStadtpark und im Essener Stadtwald Untersuchungenangestellt und dabei ein Säure-Luftverhältnis von1: 305346 bis zu 1: 7469S8 gefunden, jedoch sind dieseAngaben nicht als Werte allgemeiner Luftvergiftunghinzunehmen, weil dabei ohne Zweifel besondereRauchquellen das Ergebnis ungünstig beeinflußt haben.Es ist überhaupt schwer, wenn nicht unmöglich, im1 Z. angew. Chem. 1901, S. 689.2 Neue Beiträge zur Beurteilung von Rauchschäden im rheinisch-westfälischenIndustriegebiet, Qlückauf 1915, S. 725.


410 G lü c k a u f Nr. 12Ruhrbezirk Werte allgemeiner Luftvergiftung festzustellen,da die industriellen Werke und besonders dieKokereien regellos verstreut liegen, und dadurch jedesErgebnis unsicher gestaltet wird. Man kann aber aufGrund der obigen beiden Zahlen nicht von dauerndenRauchschäden im Ruhrbezirk sprechen, vielmehr setztihr Nachweis in jedem Falle besondere Untersuchungenvoraus.Die schweflige Säure entweicht durch Schornsteineund sonstige Öffnungen als Gas und steigt, dasie eine höhere Temperatur als die umgebende Lufthat, so lange aufwärts, bis sie abgekühlt ist und vermögeihres spezifisch größern Gewichtes auf demErdboden abgelagert wird, nachdem sie vorher dieVegetation getroffen hat. Die höchste Gefahrzone beginntin der 4-5 fachen Enfernung der Flöhe der Gasquelleüber dem Erdboden. Im Boden wird dasSchwefeldioxyd in kurzer Zeit in Schwefeltrioxyd um ­gewandelt. Die Frage, ob die schweflige Säure denBoden anzureichern imstande ist, kann noch nicht alsbeantwortet gelten. H a s e lh o ff und L in d a u 1 behaupten.daß eine Anreicherung nicht möglich sei, weilder Boden für derartige Säure kein Absorptionsvermögenbesitze. Für diese Behauptung sprechen dieErgebnisse von zahlreichen Bodenanalysen, zu denenK irc h n e r gelegentlich eines Rechtsstreites gelangt ist.Die Proben dazu stammten aus Gärten mit humosemSandboden, die in unmittelbarer Nähe einer lebhaftbetriebenen Kokerei lagen und bis zur Entnahme derProben sieben Jahre der Säureeinwirkung ausgesetztgewesen waren. Kirchner fand den Schwefeltrioxyd-,gehalt je nach der Entfernung von der Gasquelle an derBodenoberfläche und in 40 cm Tiefe fast gleich. Mankann sich danach vorstellen, daß die schweflige Säure,ohne absorbiert zu werden und den Boden?anzureichern,diesen mit den atmosphärischen Niederschlägen ineiner gewissen Zeit durchsinkt und in einer für diePfanzen nicht mehr erreichbaren Tiefe verschwindetbzw. vom Grundwasserstrom bis zur Unschädlichkeitverdünnt wird. R e u ß 2 hat versuchsweise die Wurzelnvon Fichten mit Wasser begossen, das in 10 1 8S gSchwefelsäure enthielt. Nach Verlauf von zweiMonaten ist von ihm weder ein höherer Säuregehaltin den Nadeln, noch irgendeine krankhafte Erscheinungan den Fichten festgestellt worden. H a s e lh o ff3weist noch darauf hin, daß durch die künstlicheDüngung der Äcker dem Boden eine viel größereMenge von Schwefelsäure zugeführt wird als durch dieAusströmungen industrieller Werke. Bei einer Volldi'ingungmit schwefelsauerm Ammoniak, Superphosphatund Kainit erhält ein Morgen Land 60 kgSchwefelsäure, die in ihrem gebundenen Zustandegrößtenteils im Boden verbleiben. W ie l er4 ist dagegender Ansicht, daß sich die Schwefelsäure im Bodensammelt und das Fortkommen der Pflanzen schädigt,hat aber auf der ändern Seite einen W eg zur Unschädlichmachungder Säure gewiesen. In der Nähe derClausthaler Silberhütte, also in mittelschwerem Boden,sind von ihm Versuchsfelder mit Laubholzkulturenangelegt worden. Seine vorher angestellten Untersuchungenhatten ergeben, daß der säurehaltige Bodenan Kalk verarmt war. Er hat deshalb auf seinen Ver­1 Beschädigung der Vegetation durch Rauch, 1903, S. 45.1 H a s e lh o f f und L in d a u , a. a. O . S. 48.3 a. a. O. S. 46.* Untersuchungen über die Einwirkung schwefliger Säure auf diePflanzen, 1905, S. 302.suchsfeldern den Boden teils reichlich mit Kalk gedüngt,teils die Kalkarmut bestehen lassen. SeineUntersuchungen ergaben, daß die Kulturen auf denkalkgedüngten Flächen normales Fortkommen zeigten,während diejenigen ohne Kalkdüngung verkümmertenund alsbald eingingen. W ider erklärt diese Erscheinungso, daß sich der in den Boden gebrachte Kalkmit der Schwefelsäure zu Gips verbindet, der von denPflanzen zum Aufbau nicht benutzt, vielmehr .durchdas Niederschlagswasser nach und nach ausgewaschenwird. Dieselben Feststellungen sind auch von ändernForschern gemacht worden.. Zur Klärung der ganzen Frage hat S o r a u e r 1 seinFangpflanzensystem vorgeschlagen und empfohlen,aus einem nachgewiesenermaßen rauchgeschädigtenAcker wenigstens 1 m:1 Boden in einen ändern Ackerin rauchfreier Gegend einzubetten. Danach soll sowohlin den rauchvergifteten als auch in den danebenliegenden normalen Boden eine recht rauchempfindlichePflanze, z. B. die Bohne, gesetzt werden. Zeigtsich an der in dem rauchvergifteten Boden wachsendenPflanze ein Schaden, so dürfte der Nachweis derSchädlichkeit der Bodensäure erbracht sein. Sorauerselbst hat den Versuch nicht durchgeführt und ¿.\ichsonst ist im Schrifttum darüber nichts Näheres bekanntgeworden.Da für mich die Frage von Bedeutung ist, habeich aus praktischen Gründen den Sorauerschen Vorschlagin geänderter Gestalt durchgeführt. Es war vonvornherein klar, daß die Überführung einer genügendenMenge rauchvergifteten Bodens in eine rauchfreieGegend schwierig, kostspielig und wenig erfolgversprechendsein würde, so daß die Einschlagungeines einfachem Weges als zweckmäßig erschien. Inrauchfreier Gegend wurde eine 2 m2 große Versuchsflächeangelegt, die aus humosem-Sandboden bestandund eine Düngung mit Stalldünger, Kali, Thomasmehl,Kalk und schwefelsauerm Ammoniak erhielt. Kurz vorder Aussaat begoß man diese Fläche mit einer 1 o/oigenSchwefelsäurelösung, harkte den Boden gründlichdurch und setzte dann Bohnen und Kartoffeln. DasErgebnis war ein ganz normaler Ertrag. Die Kartoffelnhatten sogar ausgezeichnet angesetzt.Aus den angeführten Forschungsergebnissenscheint hervorzugehen, daß eine Anhäufung der Säureim Boden von der Bodenart selbst abhängig ist. DieVersuche Wielers z. B. fanden auf Böden mit felsigemUntergrund statt, wo die Säure besonders in Trockenheitszeitennicht ausgewaschen werden kann, sichvielmehr anreichern muß. Außerdem spielt neben derBodenart auch der Feuchtigkeitsgehalt des Bodenseine wesentliche Rolle. Zum Zweck einer entsprechendenFeststellung habe ich von einer lebhaft betriebenenKokerei aus in der Hauptwindrichtung inAbständen von je 100 m auf eine Erstreckung von1000 m von der Kokerei entfernt Bodenproben entnommenund auf Schwefelsäuregehalt untersuchenlassen. Das Ergebnis war folgendes: Der Schwefelsäuregehalt500 m von der Kokerei entfernt betrug ineinem durchlässigen Sandboden mit 5 o/o Feuchtigkeit0,082 o/o, während in 1000 m Entfernung ein schwererschwarzer, lehmhaltiger, verfilzter Boden mit 20,6 o/oFeuchtigkeit 0,345 o/0} also den vierfachen Gehalt aufwies.Leicht durchlässiger Sandboden hatte in 900 m1 Sammlung von Abhandlungen über Abgase und Rauchschäden,1910, H . 7.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 411Entfernung 0,044 o/o Schwefelsäure, während schwerdurchlässiger Boden in 800 m Entfernung 0,125 O/o,also fast dreimal soviel zeigte.Danach dürften noch nicht alle Fragen geklärtsein, die sich auf die Einwirkung der Schwefelsäure imBoden beziehen. Am wertvollsten ist jedenfalls dieliegt die Oberhaut mit den Oberhautzellen a, dieohne Blattgrün sind und zum Schutze gegen übermäßigeSonnenbestrahlung und Verletzungen dienen.Darunter sieht man eine Reihe von langgestrecktenZellen b wie einen Zaun nebeneinander angeordnet, diemit Chlorophyllschwämmchen dicht gefüllt sind undPallisadenzellen heißen. Weiter unten schließen sichdie unregelmäßig geformten, ebenfalls mit Chlorophyllangefüllten Zellen c an, die aber zellfreieRäume zwischen sich lassen. Man nennt diese ZoneSchwammschicht oder Schwammparenchym. DarunterAbb. 1. Bild eines Blattes.Feststellung Wielers, daß die Einbringung von Kalkdie Schwefelsäure unschädlich macht. Anders liegendie Verhältnisse bei den sichtbaren Pflanzenteilen,besonders den Blättern. Hier sieht man klarer undweiß, daß die Beschädigungen durch Rauchgifte inerster Linie in den Blättern festzustellen sind.Ehe der W eg des Giftes in die Pflanze verfolgtwird, bedarf es einiger Vorbemerkungen. Jede Pflanze,ob Baum oder Strauch, ob Feld- oder Gartenpflanze,besteht in ihren sichtbaren Teilen aus AssimilationsundBeförderungsorganen. Assimilationsorgane sindnur die Blätter, bis in deren äußerste Spitzen sichdie Blattrippen erstrecken, die zu den Beförderungsorganengehören. Das Blatt selbst (Abb. 1) bestehtaus einer großen Menge einzelner Zellen,die miteinander verwachsen und mit dem Urstoff,dem Protoplasma, angefüllt sind. Neben demAbb. 3. Blattunterfläche.folgt wieder ein chlorophyllfreier Zellverband, dieUnterhaut d. Darin sind eigentümliche, sich nicht berührendeZellen e angeordnet, die bereits erwähntenSchließzellcn mit den Spaltöffnungen, welche diePflanze erweitern oder verengen kann. Von diesenSchließzellen sind auf 1 mm2 etwa 100 vorhanden.Ein gewöhnliches Lindenblatt z. B. hat deren etwaAbb. 4. Blattquerschnitt.Abb. 2. Blattoberfläche.Protoplasma enthalten die Zellen das Blattgrünoder Chlorophyll, das in jenem schwimmt. W ährenddie Oberfläche des Blattes aus einem gleichmäßigangeordneten Zellverband besteht (Abb. 2),ist auf der Unterfläche in den gleichartigen Zellverband.(Abb. 3) eine Menge von Gebilden eingeschoben,die eiförmig bis rund erscheinen und in derMitte eine längliche Öffnung haben. Das sind dieSchließzellcn mit den Spaltöffnungen. W ozu siedienen, läßt Abb. 4 erkennen. Oben im Blattquerschnitt250000 Stück. In der Mitte befindet sich noch dasrundliche Gebilde /, der Querschnitt durch ein Beförderungsorgandes Blattes.In dem so gebauten Blatt geht das Leben derPflanze, die Assimilation, vor sich. Die Pflanze nimmtdurch die Spaltöffnungen aus der Luft Kohlendioxydauf und verarbeitet es in den Chlorophyllkörnernunter Einwirkung des Lichtes zu Eiweiß, Zucker undStärke. Die Träger dieser Lebenstätigkeit sind inerster Linie also die Chlorophyllkörner oder Chloroplastenund somit die Blätter. Die Assimilationserzeugnissewerden durch die Beförderungsorganeweggeführt und dienen zur Weiterentwicklung desgesamten Pflanzenorganismus und zur Fortpflanzung.Nimmt man einer Pflanze die Blätter, so hört ihreLebenstätigkeit auf, oder sie beginnt mit dem Emporsendenfrischer Assimilationsorgane ein neues Leben,soweit es die Jahreszeit gestattet.


412 G lü c k a u f Nr. 12Es dürfte demnach außer Zweifel stehen, daß dieerste Lebensstörung durch Rauchgifte in den Blätternzu suchen ist, und weiter klar sein, daß das Rauchgiftseinen W eg durch die Spaltöffnungen in das Inneredes Blattes nimmt. Die Erkenntnis dieser wichtigenTatsache hat durch Versuche zu weitern Feststellungengeführt, die W is lic e n u s 1 zu verdanken sind.Aus seinen künstlichen Beräucherungen von Pflanzenund Bäumen hat sich ergeben, daß die schwefligeSäure auf die Pflanzen nur wirkt, wenn diese sichin Assimilationstätigkeit befinden. W ie oben erwähnt,gehört dazu Licht. Sperrt man es ab, so hört dieAssimilationstätigkeit auf und eine schädliche Rauchwirkungtritt nicht ein. Geknickte Zweige bleiben beider Beräucherung grün, weil in ihnen die Assimilationunterbrochen ist. Die schweflige Säure ist also einspezifisches Assimilationsgift für die'Pflanzen.Werden Blätter durch schweflige Säure stark geschädigt,so treten Fleckenbildungen auf. Allgemeingesprochen sind die Flecken scharf begrenzt, bisweilendunkler berandet und auf der ganzen Blattflächeregellos verstreut. Die Regellosigkeit erklärtsich aus der verschieden großen Widerstandsfähigkeiteinzelner Zellverbände. Nachstehend seien einigekennzeichnende Merkmale angeführt2. Rosen bekommenunansehnlich braune Flecken mit schwachrötlichen oder gelblichen Tönen. Nadeln färben sichgelb oder rötlich, zunächst an den Spitzen, bis schließlichdie ganze Nadel von der Färbung ergriffen wird.Bei Getreideblättern tritt Parallelstreifung erst nachrötlich, dann nach gelb, endlich nach weiß ein. Ammeisten leiden die obersten Spitzen der Getreidepflanzen,bei herabhängenden Blättern zunächst dieBicgestellen. Wiesengräser verfärben sich weißlichoder gelblich und fallen schließlich schlaff herab.Kartoffelblätter werden welk und schwarz, die Fiederblätterbleiben klein und machen den Eindruck neuenAusschlages. Klee und Luzerne erhalten weißspitzige,später ganz weiße Blätter. Bei Bohnen und Erbsen tretengroße, durchscheinende Flecken durch Schrumpfungdes Blattquerschnitts zu einem dünnen Häutchen auf,außerdem rollt sich das Blatt vom Rande her ein. DieFleckcn selbst haben bleichgelbliche Färbung. Rhabarberzeigt große, scharf umrandete, auffällig roteFlecken. Auf Obstbaumblättern erscheinen rötlicheFlecken, schließlich welken die Blätter bei starkerund dauernder Begasung und fallen ab. Eichen zeigenleicht verfärbte Flecken und ein fahlgrünes Aussehen.Die Verfärbung ist gelblich oder rötlich, vom Blattrandeher läßt sich dunklere, bräunliche Färbungwahrnehmen. Die Buche bekommt rotbraune, dieBirke leicht rötlich-braune Flecken ohne Beränderung.Ahornarten weisen eine dunkle Berandung der Fleckenmit heller Randlinic auf. Die Flecken selbst sind meistbraun, bisweilen hell gefärbt, und die Blattsubstanzbricht aus. Lindenblätter verfärben sich bräunlich mitdeutlicher dunkler Fleckenberandung. Auf Ebereschenblätternerscheinen auf dem Rande und derBlattflächc tiefbraune Flecken. Roßkastanie, Er.le,Haselnuß und Weißdorn verfärben sich nach rotbraunbis braun ohne Berandung. Weißbuche undEsche haben Flecken meist nur am Rande. Die Blattsubstanzfällt aus, so daß die Blätter wie angefressenaussehen. Hollunder zeigt ganz weiße Randflecken.Rübenblätter verfärben sich nach rotbraun. Außer-1 Experimentelle Rauchschäden, 1914, S. 161.1 H a s e l h o f f und L in d a u , a .a .O . S. 70.ordentlich schädlich wirkt der Rauch, wenn er beiGetreide und Obstbäumen in die Blüte fällt. SchartigeÄhren und Obstausfall sind die Folgen. Eine Schädigungtritt hier schon ein durch die Rauchgase voneinzelnen Hausschornsteinen oder vorbeifahrendenEisenbahnzügen. W enn man sich über die Schädigungsursachein solchen Fällen ein Urteil bilden will,wird man gut daran tun, während der Blütezeit scharfauf die W indrichtung zu achten.Nachdem gezeigt worden ist, daß der Pflanzenwuchsbesonders an den Blättern geschädigt wird, solldie Frage nach der Empfindlichkeit der Arten erörtertwerden. Dazu ist allgemein zu bemerken, daßnach den Erfahrungen aller Rauchschadensachverständigendie einjährigen Garten- und Feldpflanzenweniger empfindlich sind als die Bäume, und daß vondiesen die Nadelbäume am meisten unter den Raucheinwirkungenzu leiden haben. Ihre größere Em pfindlichkeiterklärt sich aus der Tatsache, daß sie ihreNadeln nur alle drei Jahre abwerfen, und daß sichdie Gifte während dieser Zeit darin anreichern, w ährenddie Laubhölzer mit ihren einjährigen Blätternin jedem Frühjahr frische, lebenskräftige Assimilationsorganebilden.Die nachstehenden Empfindlichkeitsreihen fürBaumarten sowie die Feld- und Gartenfrüchte sindteilweise dem Buche von H a s e l h o ff und L in d a u 1entnommen, teils nach eigenen Erfahrungen ergänztoder zusammengestellt worden. Die Reihen beginnenmit den Pflanzen von größter Empfindlichkeit.1. B a u m a r te n : Wettertanne (Picea excelsa),Kiefer (Pinus silvestris), Weißbuche (Fagus silvatica),liainbuche (Carpinus betulus), Winterlinde(Tilia grandifolia), Birke (Betula alba), Schwarzerle(Ainus glutinosa), Eberesche (Sorbus aucuparia),Sommerlinde (Tilia parvifolia), Roßkastanie (Aesculushippocostanum), Ulme (Ulmus effusa), Zitterpappel(Populus tremula), Feldahorn (Acer campestre),Knorrige Eiche (Quercus robur), Langgestielte Eiche(Quercus pedunculata), Spitzahorn (Acer platanoides),Platane (Platanus occidentalis).2. O b s tb ä u m e : Apfelbaum (M alus pumila),Pflaumenbaum (Prunus domestica), Kirschbaum(Prunus avium), Birnbaum (Pirus malus).W ill man die beiden Gruppen in Zusammenhangbringen, so wird man die zweite etwa zwischen Birkeund Schwarzerle einreihen können.3. Feld- u n d G a r te n fr ü c h te 2: Lupine (Lupinusangustifolius), Rotklee (Trifolium pratense), Gartenbohne(Phaseolus vulgaris), Dickebohne (Vicia faba),Wicke (Vicia sativa), Erbse (Pisum sativum), Rhabarber(Polvgonum sacchalinense), Weißklee (Trifoliumrepens), Serradella (Ornithopus sativus), Luzerne(Medicago sativa), Gerste (Hordeum distichum),Weizen (Triticum vulgare), Hafer (Avena sativa),Roggen (Secäle cereale), Kohlrübe (Brassica napus),Kartoffel (Solanum tuberosum), Futterrübe (Betavulgaris), Zwiebel (Allium cepa), Zuckerrübe (Betavulgaris).Die vorstehenden Zusammenstellungen bieten nureinen Anhalt für die Rauchschädenbeurteilung, nichtaber eine feste Norm, weil in jedem Einzelfalle diebesondere Widerstandsfähigkeit der einzelnen Pflanze,ihre Wachstumsbedingungen, die Bodenverhältnisse,r r j: 1 a. a. O. S. 118.2 vgl. S t o k la s a : Die Beschädigungen der Vegetation durch Rauchgaseund Fabrikexhalationen, 1923, S. 28.


19. M ärz 1927 G 1ü c k a u f 413die Pflege usw. die ausschlaggebende Rolle spielen.Es kommt vor, daß zwei Bäume von gleicher Art sehrverschieden beschädigt sind, obwohl sich die Standortbedingungengleich verhalten.Di e ö b e n ^ n r f^ fu ß e n - Erkenn ungs m erkm a 1e fürRauchschäden, die Verfärbungen der Blätter, sindzwar ein verhältnismäßig, aber doch kein unbedingtzuverlässiges Merkmal. Zum Beispiel sehen die Erkrankungender Blätter durch Nährstoffmangel imBoden Rauchschäden oft sehr ähnlich. Kalimangel rufteine gelblich-bräunliche Färbung der Blätter hervor,die je nach dem Gesundheitszustand der Pflanze inweißliche Flecken übergeht. Auch die Krümmung undEinrollung der Blattflächen kann eine Folge des Kalimangelssein. Der Stickstoffmangel zeichnet sichdurch gelbliche Blattfärbung aus, während die Farbeder Blätter bei Phosphorsäuremangel dunkelgrün zusein pflegt. Eisenmangel läßt das Blatt fahl, bleichsüchtigerscheinen. Verfärbungen der Blätter tretenauch infolge von Pflanzenschmarotzern auf. Es gibteine ganze Reihe von parasitischen Pilzen, die imInnern der Blätter und Nadeln leben und gelbe oderrötliche Flecken erzeugen. Auch rotbraune bis rußfarbigeFlecken treten auf. Man ersieht daraus, daß esin vielen Fällen als sehr gewagt erscheinen muß,Rauchschäden nur aus der Fleckenbildung zu beurteilen.Das haben~~aire—Raucliichädenfor scher erkanntund deshalb nach Verfahren gesucht, die eineuntrügliche Erkenntnismöglichkeit bieten.Ein sehr weit verbreitetes und viel angewandtesVerfahren ist die chemische Untersuchung der getrocknetenBlattsubstanz, die jedoch keine zuverlässigenabsoluten Werte liefern kann, weil es inder Praxis immer an gesundem Vergleichsmaterialfehlt. Denn die giftigen Gase verbreiten sich entsprechenddem Luftströmungswechsel schrankenlosbald hierhin, bald dorthin und treffen den Pflanzenwuchsmehr oder weniger überall. In neuster Zeithat S to k la s a 1 einen erheblichen Schritt vorwärtsgetan durch die Gegenüberstellung der Ergebnissechemischer Untersuchungen an Pflanzen, die offensichtlichgeschädigt waren, mit solchen dem Augenscheinnach gesunden Pflanzen und dabei u. a.folgende Hundertteile SOa gefunden: Triticum vulgare(W eizen) beschädigt 1,24, unbeschädigt 0,77;Secale cereale (Roggen) beschädigt 0,87, unbeschädigt0,65; Avena sativa (Hafer) beschädigt 1,31, unbeschädigt0,86; Zea mais (Mais) beschädigt 0,86,unbeschädigt 0,52; Solanum tuberosum (Kartoffel)beschädigt 1,07, unbeschädigt 0,66; Beta vulgaris(Rübe) beschädigt 1,05, unbeschädigt 0,74. Nachdiesen Untersuchungsergebnissen könnte man eineReihe von Fällen entscheiden, aber zwischen den unbeschädigtenund den beschädigten Pflanzen klafftdoch noch eine breite Lücke. Grenzwerte sind nichtangegeben, können auch nicht angegeben werden, weildie Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen die Vergiftungdurch Schwefeldioxyd schwankt.R ip p e r t hat 19152 ebenfalls auf chemischemWege, und zwar durch das Methylenblau-Essigsäureverfahren,den Beschädigungsnachweis an beräuchertenPflanzen versucht. Die Blätter wurden zunächstin absolutem Alkohol vollständig entfärbt, dann mitMethylenblau-Essigsäure gefärbt und, nachdem sie abgewaschenund zwischen Filtrierpapier getrocknetnr~a. O. s. 317.* G lü c k a u f 1915, S. 779.waren, im durchscheinenden oder auffallenden Lichtebetrachtet. Erschienen die Blätter dann kornblumenblau,so stand ihre Unberührtheit fest, waren sie dagegengrünlich, gelblich oder gar weißlich gefärbt,so sollte daran der Grad der Beschädigung erkanntwerden. Die Zuverlässigkeit dieses Verfahrens habeich trotz zahlreicher Versuche nicht nachzuweisen vermocht,dagegen festgestellt, daß es ernster wissenschaftlicherForschung schon deshalb nicht standhält,weil Rippert die Dauer des Färbeverfahrens nichtangibt. Offenbar geschädigte Blätter erschienenwunderbar kornblumenblau gefärbt, wenn man sielange genug in dem Farbstoff liegen ließ. Vollständigversagte das Verfahren kurz vor dem Eintritt desHerbstes, wenn die Assimilationstätigkeit der Blätterdem Ende nahe war.Die rein chemischen Untersuchungen befriedigendemnach nicht restlos, schon deshalb nicht, weilSchwefeltrioxyd auch aus den W urzeln in die Blättergelangt und dadurch das Bild der Schädigung gestörtwird.In meiner Berufsarbeit habe ich jedes Jahr einegroße Anzahl von angeblichen Rauchschädenfällen zuuntersuchen und in dem Bestreben nach einer einwandfreien,zuverlässigen Beurteilung die im Schrifttumangegebenen Verfahren nacheinander durchgeprobt.Besonders wurde ich dazu durch eine große Anzahlvon privaten und gerichtlichen Gutachtern veranlaßt,die schlechthin jede_Verfär-bung-an. .BäujlLcn^JSträuchern,Feld- oder GartenpflanzeiLauf JRauchscliädenzurückführten und, weil zuverlässige Verfahrenfehlten7'ReclTri5chielten. Da weder die Untersuchungder trocknen Blattsubstanz noch diejenige nach demRippertschen Methylenblau-Essigsäureverfahren zumZiele führte, wandte ich mich der mikroskopischenRauchschadenanalyse zu.Im Schrifttum hat wohl S o r a u e r 1 zuerst daraufhingewiesen und auf diesem Wege typische Erscheinungenfestgestellt. Als Versuchsmaterial diente ihmfast ausschließlich die Fichte. Im folgenden sei nurdas Wesentliche seiner Untersuchungsergebnisse hervorgehoben.Abb. 5 zeigt eine stark begaste Fichtennadel,und zwar ihren untern Teil, im Querschnitt.Abb. 5. Stark begaste Fichtennadel im Querschnitt.Man sieht, daß die Säureeinwirkung die eine Hälftedes Querschnitts zum Zusammensinken gebracht hat,während die andere noch die ursprüngliche Straffheitbewahrt hat. Dadurch ist die Pantoffelform des Bildesentstanden. Diese Form hat Sorauer auch bei plötzlicheintretender Frühjahrstrocknis gefunden. Sie wärealso an sich für Rauchschäden nicht kennzeichnend.Dagegen hält Sorauer die Veränderungen im Nadelfleischfür so bezeichnend, daß er sie als leitendesMerkmal an die erste Stelle setzt. Man erkennt beiAnwendung von Aufhellungsmitteln, daß die schein-1 a. a. O .


414 G lü c k a u f Nr. 12in regelmäßiger Lagerung. Das Bild ändert sich, wennes einen Rauchschaden zeigt (Abb. 8). Hier ist derInhalt der Zellen von den W änden gelöst und nachder Zellmitte zusammengezogen. In einzelnen Zellenerkennt man sogar im Querschnitt die von Sorauer imbar leeren, dickwandigen Zellen noch Inhalt haben,der den Zellwänden in verschiedenartigen Formenaufgetrocknet ist. Teilweise sind auch noch die freilichverquollenen Chlorophyllkörner wahrzunehmen.W ie das Zusammentrocknen vor sich geht, ersiehtman aus Abb. 6. Die Zellen trocknen danach derartzusammen, daß sie nur mit ihren Kopf- und Fußenden,die den nächsten Zellen anliegen, in ihrer normalenAusdehnung verbleiben, während sich der übrigeTeil nach der Zellmitte hin zusammenzieht. DieserVorgang in den Zellwänden ist sekundär. Zuerstschrumpft der Zellinhalt, das Protoplasma, zusammen,und danach erst passen sich die ihrer Spannkraft beraubtenZellwände der veränderten Gestalt des Protoplasmasan. Dadurch entsteht diel-Form , die Sorauerebenfalls als bezeichnend erkannt hat. In Abb. 7 sindmit Quellungsmitteln behandelte und stark vergrößerteEinzelzellen wiedergegeben. Der ZellinhaltAbb. 7. Mit Quellungsmitteln behandelte Einzelzellen.stellt sich hier als der Zellwand anliegendesMaschenwerk dar, welches dadurch entsteht, daß diebei plötzlichem Absterben der Zellen erhaltenenChlorophyllkörner aus der Einbettungsmasse stärkerhervortreten.Auf diesen Versuchsergebnissen habe ich mitdem Essener Biologen Dr. W a s s e r lo o s weitergebaut und noch andere bezeichnende Erkennungsmerkmalegefunden. In Abb. 4, dem Querschnitt einesunbeschädigten Blattes, bildet das Chlorophyll einegallertartige, durchsichtige, homogene Masse, und diedarin eingebetteten Chlorophyllkörner befinden sichAbb. 8. Querschnitt durch ein rauchbeschädigtes Blatt.Abb. 9. Verquellung des Chlorophylls.Längsschnitt festgestellte I-Form . Aber noch etwasKennzeichnenderes ist wahrzunehmen, was Sorauernicht deutlich erkannt hat, nämlich die Verquellungdes Chlorophylls, die Abb. 9 deutlicher zeigt. Durchdie vergiftende W irkung der schwefligen Säure verlierendie Chlorophyllkörner ihre scharfen Umrisse,nähern sich einander und nehmen wurst- oder biskuitartigeFormen an. Außerdem geht eine Veränderungdes grünen Farbstoffes nach schmutzig-gelb bis gelbbraunvor sich, eine Beobachtung, die bei allen durchSchwefeldioxyd beschädigten Blättern wahrgenommenworden ist.Diese Zellveränderungen wurden im Laboratoriumplanmäßig verfolgt, indem man Schwefelsäure oderschweflige Säure in flüssiger Form einem Blattquerschnittzuleitete und den Fortschritt der Zellveränderungendurch das Mikroskop genau beobachtete.Als Versuchsmaterial dienten teils quergeschnitteneBlätter, teils, der Einfachheit halber, einschichtigeMoospflänzchen oder Prothallien, Vorkeime derFarne. Diese Versuche wurden vielfach und mitallerlei Pflanzen wiederholt, damit jeder Irrtum ausgeschlossenwar. Sie ergaben stets dasselbe kennzeichnendeBild. Die Beschädigung geht im einzelnenfolgendermaßen vor sich. Zunächst verfärbt sichdas Chlorophyll und nimmt eine gelblich-brauneFarbe mit einem Stich ins Schmutzige an. Das Protoplasmalöst sich von der Zellwandung ab und zieht dieChlorophyllkörner mit in das Innere. Diese erfahreneine geringe Zusammenballung. Darauf quellen dieChlorophyllkörner und bilden in dem wolkig erscheinendenProtoplasma eine Art von Ketten oderwurst- und biskuitartige Formen. Am Rande desProthalliums oder des Moospflänzchens tritt die W irkungzuerst ein; hier findet sich das am meisten fortgeschritteneStadium. Die kennzeichnende Kettenbildungist augenfällig und auch schon W ie l e r1 aufgefallen.■a. a. o. s. 85.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 415Diese wichtige, schulmäßig erwiesene Tatsachewurde danach an Proben geprüft, die aus den Rauchschadengebietendes Ruhrbezirks in der Nähe vonKokereien reichlich zur Verfügung standen. Einigelehrreiche Abbildungen mögen kurz besprochenwerden.Abb. 10 zeigt den Übergang von völlig abgestorbenerBlattsubstanz zu noch im Absterben begriffener.In dem abgestorbenen Blatteil erkennt manin der tief dunkelbraunen Masse keine Zelle mehr; derAbb. 10. Übergang von abgestorbener zu noch im Absterbenbegriffener Substanz eines Birkenblattes.Blattquerschnitt ist auf etwa die Hälfte zusammengeschrumpft.Weiter nach rechts hebt sich noch einverkümmertes Beförderungsorgan in hellerm Braunheraus. Dann folgt eine Zone von heller schmutziggelblicherFarbe, in der sich wohl noch Zellwändeerkennen, jedoch Pallisadenzellen nicht mehr von denZellen der Schwammschicht unterscheiden lassen. DerZellinhalt zeigt Spuren von Chlorophyllkörnern undentspricht unter dem Mikroskop den W ahrnehmungenSorauers. Weiter nach rechts sieht man den geschrumpftenZellinhalt mit den vollständig verquollenenChlorophyllkörnern. Ein derartig geschädigtesBlatt ist selbstverständlich für den Aufbau der Pflanzeverloren.ln dem Querschnitt durch den völlig abgestorbenenTeil eines Birkenblattes (Abb. 11) erkennt man ander Unterseite zwei ehemalige Spaltöffnungen, dieAbb. 11. Querschnitt durch den völlig abgestorbenen Teileines Birkenblattes.weit geöffnete Buchten darstellen, und weiter im Blattinnernnoch Reste von Zellen, die aber ihre ursprünglicheForm vollständig verloren haben. Einzelnedavon zeigen in ihrem Innern auffallend scharfe,schwarze Formen, die noch keine klare Deutung zulassen.Es kann sich hier um Ausscheidungen handeln,die man öfter in Zellen abgelagert findet.Abb. 12, der Querschnitt durch ein geschädigtesHollunderblatt, ist deshalb besonders bemerkenswert,weil hier ganz deutlich wird, daß die schweflige Säurenur von der Blattunterseite, von den Spaltöffnungenher, in das Blattinnere eindringt. Man erkennt in derSchwammschicht in der Nähe der Spaltöffnungen, vondenen aber der Schnitt zufällig keine getroffen hat,eine deutliche Ablösung des Protoplasmas von denZellwänden mit verquollenen Chloropiasten, also eineschon ziemlich weit gehende Zerstörung dieses Zellverbandes.Je weiter man aber zu den Pallisadenzellenkommt, desto mehr macht sich eine Abnahme derAbb. 12. Querschnitt durch ein geschädigtes Hollunderblatt.Beschädigung geltend. Der obere Teil der Schwammschichtzeigt zwar verquollene Chloroplasten, abernoch keine Loslösung des Zellinhalts von den Zellwänden.Die Pallisadenschicht selbst ist noch ganzungeschädigt.Die Wissenschaft steht heute auf dem Standpunkt,daß mit der Beschädigung der Blätter durch Schwefeldioxydeine weitgehende Austrocknung des Zellinhaltsverbunden ist. Deshalb war die Frage zu prüfen, obnicht gleichartige Strukturänderungen bei der natürlichenAustrocknung des Blattes auftrelen. Beim Trocknentritt zunächst Plasmolyse, also Zusammenziehungdes Protoplasmas, ein, die Chloroplasten schrumpfendanach zusammen und bilden Haufen, jedoch fehltzwischen der vertrockneten Blattsubstanz und demnoch frischen Gewebe die Übergangszone (Abb. 13)Abb. 13. Austrocknungserscheinungen beieinem Kartoffelblatt.mit ihrem schmutzig gelbbräunlichen Ton, wie sie fürrauchbeschädigte Blätter kennzeichnend ist. Zudemverlieren die Chlorophyllkörner bei natürlicher Austrocknungihre Umrißlinien nicht, und es sind wederwurst- noch biskuitartige Gebilde wahrzunehmen.Eine Verwechslung unter dem Mikroskop ist daherausgeschlossen.Ermutigt durch die vorstehenden untrüglichenFeststellungen habe ich mit Dr. W a s s e r lo o s auchmit ändern Gasen Versuche vorgenommen, um festzustellen,ob wirklich die oben geschilderten Erkennungsmerkmalefür schweflige Säure kennzeichnendsind, oder ob andere Gase gleiche oder ähnlicheStrukturveränderungen des Blattinnern hervorrufen.Die Versuche sind zwar noch nicht abgeschlossen,haben aber doch schon grundlegendeErgebnisse gebracht, so daß darüber kurz berichtetwerden kann.Zunächst wurden die Einwirkungen von C h lo r ­gas auf verschiedene Pflanzenarten beobachtet.Abb. 14 zeigt eine unbeschädigte Zelle eines einschichtigenMoospflänzchens. Blättchen einer solchenPflanze wurden einem stark mit Chlor gemischtenLuftstrom bei 2 bis 300 sek Einwirkungsdauer ausgesetzt.Bei 2 sek war keine Veränderung der Zellenin der Mitte des Blattes wahrzunehmen; am Randezeigten einige Chloroplasten eckige Form (Abb. 15).Nach 5 sek war am Rande das Protoplasma von der


m G lü c k a u f Nr. 12Phenole usw. und ist jedenfalls eine dem Pflanzenwuchssehr schädliche Flüssigkeit. Das gefundenewichtige Ergebnis veranschaulicht Abb. 18. Es handeltsich um die Randzellen eines Prothalliums. Neben derstark in die Augen fallenden Ablösung des Zellinhaltsvon den Zellhäuten fällt die schwach eckige Formder Chloroplasten und die starke Körnung des Innernder Chloroplasten auf.Abb. 14. Ungeschädigte Zelle einer einschichtigenMoospflanze.Abb. 18. Durch Teerwasser hervorgerufene Erscheinungenbei Randzellen eines Prothalliums.Abb. 15. Eckige Form der Chloroplasten.Zellwand gelöst und die eckige Chloroplastenformtrat auch in den Zellen der Blattmitte auf (Abb. 16).Bei noch längerer Einwirkung schien der Rand derChloroplasten ausgebröckelt zu sein. Diese Erscheinungzeigt Abb. 17 bei den mittlern Zellen einesProthalliums, das etwas empfindlicher als ein Moospflänzchenist.Zellen aus der Mitte eines Prothalliums, daslängere Zeit Teerdämpfen ausgesetzt war, zeigtAbb. 19. Auch hier sind Plasmolyse des Protoplasmas,starke Körnung des Chlorophyllinnern und schwacheckige Form der Chloroplasten zu bemerken. BeiMoospflänzchen ließen sich dieselben Erscheinungenbeobachten, die also auch hier als untrüglich zu bewertensind.Neuerdings habe ich Versuche mit der Einwirkungvon P h e n o le n vorgenommen. Soweit sich feststellenließ, schädigen sie in den Konzentrationen der Praxisdie Pflanzen nicht, jedoch werden die Untersuchungendarüber später fortgesetzt werden.Zur Ermöglichung vollständiger und einwandfreierFeststellungen ist von mir in Gemeinschaft mitDr. W a s s e r lo o s versucht worden, neben den Ver-Abb. 16. Abgelösteseckige Chloroplastenform.Der Feststellung der Chloreinwirkung kommthier naturgemäß nur eine untergeordnete Bedeutungzu, weil Chlor in der Ruhrkohle nur in sogeringen Mengen vorhanden ist, daß es nicht schädigendwirken kann. Der grundlegende Unterschiedgegenüber den durch schweflige Säure hervor-Abb. 19. Durch Teerwasser hervorgerufene Erscheinungenbei Zellen aus der Mitte eines Prothalliums.Abb. 17. Ausgebröckelter Rand der Chloroplastenbei einem Prothallium.gerufenen Strukturänderungen besteht darin, daß dievöllig gebleichten Chloroplasten eckig werden undkein zusammenhängendes Ganzes mit den benachbartenbilden.Danach wurden Versuche mit T ee rw asse r gemacht,so, wie es auf der Kokerei fällt. Es enthältbekanntlich Ammoniak, Kochsalz, Schwefelsäure,änderungen der Struktur auch die mikroskopischeFärbetechnik als Kennzeichen heranzuziehen. Dabeierschienen die Verfahren nicht als zweckmäßig, beidenen erst das Chlorophyll durch Alkohol ausgezogenwerden muß, weil der Alkohol Gerinnungserscheinungenhervorruft. Bei derartigen Versuchen mitAnilinfarben ist zwar festgestellt worden, daß derZellkern der durch Schwefeldioxyd geschädigten, mitGentianaviolett gefärbten Zellen blau wurde, währenddas Protoplasma violett erschien, ob sich aber A nilinfarbenfinden, die sich den chemischen Bestandteilendes Chlorophylls anlagern und bei geringen Spurenvon Schwefeldioxyd Farbumschläge ergeben, mußweitern Untersuchungen Vorbehalten bleiben.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 417Für die Feststellung von angeblichen Rauchschädenstellt das Mikroskop ebenfalls ein brauchbaresHilfsmittel dar. Läusefraß, unter dem dieEmscherniederung oft zu leiden hat, verursacht häufigbraune Flecken auf der Oberseite der Blätter. Sinddie Läuse abgestorben und von den Blättern abgefallen,so können die Flecken leicht Rauchschadenverdachtaufkommen lassen. Im Querschnitt unterdem Mikroskop sieht man in derartigen Fällen dieChlorophyllkörner leergefressen im Protoplasmaliegen. Hagel- und Schneeschäden rufen auf derOberseite empfindlicher Blätter rauchschadenähnlicheVerfärbungen hervor. In solchen Fällen istunter dem Mikroskop einwandfrei festzustellen, daßdie Blattoberhaut eingesunken ist, also ihren Zweck,die darunterliegenden Zellen zu schützen, nicht mehrerfüllen kann. Infolgedessen ist die Pallisadenschichtoft mit beschädigt, aber weiter nach der Unterhauthin läßt sich eine deutliche Abnahme des Schadenserkennen. In diesen Fällen zeigt sich also das umgekehrteBild, wie man es bei Rauchschäden festzustellenpflegt. Bei Ungezieferschäden findet man oftKotreste auf den Blättern, woraus sich einwandfreidie Herkunft der Schäden ergibt. Pilzflecken aufBlättern sehen ebenfalls Rauchschäden ähnlich. Beieinem solchen Befall der Blätter erkennt man in denQuerschnitten durch die erkrankten Teile unter demMikroskop die Myzelfäden der Schmarotzer, die durchdie Spaltöffnungen in das Blattinnere dringen unddort aus den Chloropiasten ihre Nahrung saugen.W ie oben allgemein bemerkt worden ist, beginntdie höchste Gefahrzone in einer Entfernung des4-5fachen der Höhe der Gasquelle über dem Boden.Im Laufe einer ganzen Reihe von Jahren habe ichüber die Reichweite von Kokereieinwirkungen Feststellungengemacht, die sich jedoch in der Hauptsacheauf einjährige Garten- und Feldpflänzen beziehen.In frühem Zeiten, als die Kokereitechnik nochnicht auf der gegenwärtigen Höhe stand und öfterungare Öfen gedrückt wurden, war die W irkung derGase natürlicherweise verheerend, so daß sich in derNähe der Kokereien häufig vegetationsloses Geländefand. In neuerer Zeit aber sind die Einwirkungen derKokereien dank den betrieblichen Verbesserungenerheblich geringer geworden, von denen besondersdie Gasabsaugevorrichtungen, die Möglichkeit dergenauen Überwachung der Kokskuchen und diemaschinenmäßige Beschickung der Öfen genanntseien. Mikroskopisch habe ich festgestellt, daß dieEinwirkungsgrenze auf Garten- und Feldpflanzen beieiner Kokerei von etwa 120 Öfen in der Hauptw indrichtungungefähr bei 350 m Entfernung von derRauchquelle liegt. Eine geringere Ofenzahl wird dieEinwirkungsgrenze entsprechend näher an die Rauchquelleheranrücken lassen. Damit soll aber nicht etwaein allgemeingültiges Maß festgelegt sein, vielmehrwird man in jedem einzelnen Falle die Einwirkungsgrenzealle Jahre von neuem durch mikroskopischeUntersuchungen nachprüfen und entsprechend verschiebenmüssen.Z u s a m m e n fa s s u n g .Es wird nachgewiesen, daß das Mikroskop Rauchschäden,die besonders von Schwefeldioxyd, Chlorund Teerdämpfen herrühren, aus kennzeichnendenBildern einwandfrei zu erkennen gestattet. Außerdembietet es die Möglichkeit, unzweifelhaft festzustellen,ob es sich gegebenenfalls um angebliche Rauchschädenhandelt, die durch Verfärbungen der Blätter,durch Hagelschlag, Sclmeefall, Insektenfraß, Einnistungvon Schmarotzern usw. hervorgerufen wordensind.Die Konzentrationsbewegung in Deutschland.Einer vom Statistischen Reichsamt bearbeiteten Abhandlung1über die Konzentrationsbewegung in Deutschlandentnehmen wir auszugsweise die folgenden Ausführungen.Die Konzentrationsbewegung, die im Anfang desJahres 1925 einen gewissen Abschluß erreicht hatte, warim wesentlichen das Ergebnis der Inflation und der Gebietsabtretungenauf Grund des Versailler Vertrags. DieBedeutung der Kartelle, die vor dem Kriege ausschlaggebendwaren, war zurückgetreten hinter der Macht dergroßen vertikalen Konzerne. Sie faßten nicht nur verschiedeneHerstellungsstufen in einen Industriezweig zusammen,sondern es bestanden die mannigfachsten Verbindungenzwischen den einzelnen Industriezweigen, baldnur durch Kapitalbeteiligung hergestellt, bald durch Arbeitsergänzungder Betriebe gefestigt.Am weitesten war diese Entwicklung in den erstenJahren nach dem Kriege in der rheinisch-westfälischenMontanindustrie vorgeschritten. Als die deutschen Unternehmungenihren Lothringer Besitz verloren hatten, suchtensie mit den Entschädigungsgeldern gemäß der vom Reichgemachten Auflage einen Ersatz in Rheinland-Westfalen.Der Wunsch zur schnellen Verwertung dieser Kapitalienverstärkte die Tendenz der Tcchnik zum vertikalen Aufbau,und die billigen Inflationskredite erleichterten denErwerb neuer Anlagen. Hinzu kam, daß bei der Marktlageder Inflationsjahre ein dringendes Interesse an gesichertenRohstoffquellen bestand.i N r. 1 de r Einzelschritten z u r Statistik des D eutschen Reichs.Bei der Stabilisierung standen im Ruhrgebiet zehngroße gemischte Konzerne nebeneinander, die im Rheinisch-WestfälischenKohlen-Syndikat 88,5% der Selbstverbrauchsbeteiligung,48,8o/o der Kohlenverkaufsbeteiligungund46o/o der Koksverkaufsbeteiligung, im Roheisenverband65 o/o, im Stahlwcrksverband 58,7o/0 der Beteiligung besaßen:Siemens-Rheinelbe-Schuckert-Union (unter Führungvon Stinnes), Krupp, Gutehoffnungshütte, S'.umm, Henschel-EssenerSteinkohlen, Lothringen, Klöckner, Thyssen,Hoesch-Köln-Neuessen, Phönix und Rheinstahl; die beidenletzten unter sich enger dadurch verbunden, daß dieHandelsfirma Otto Wolff erhebliche Aktienpakete beiderUnternehmungen besaß. Alle diese Konzerne umfaßtenUnternehmungen von der Kohlengewinnung bis zur Fertigindustriedurch alle Produktionsstufen hindurch. Im SiegerländerErzrevier suchten sie einen schwachen Ersatz fürdie verlorenen Lothringer Erzgruben. In sehr verschiedenemMaße waren die Betriebe der einzelnen Stufen zurErgänzung aufeinander abgestimmt.Die größte der Gruppen war der Stinnes-Konzern, der,von Eisen und Steinkohle ausgehend, zu einer engen Verbindungmit einer der beiden großen Machtgruppen derelektrotechnischen Industrie gekommen war, und zu demführende Unternehmungen in Braunkohlenindustrie undElektrizitätserzeugung, Automobilhersleüung und Petroleumindustrie,Papierindustrie, Druck und Verlag, Seeschifffahrtund Überseehandel, Versicherungs- und Bankwesengehörten. Die ändern Montankonzerne reichten mindestensin der Maschinenindustrie weit in die Fertigfabrikation hinein.


418 G lü c k a u f Nr. 12Mit der Stabilisierung und der Wiedereingliederungder deutschen Wirtschaft in den Weltmarkt änderten sichdie Voraussetzungen dieser Konzentrationsbewegung. Diebedenkenlose Anhäufung von Sachwerten hörte auf. DerAufkauf von Unternehmungen mit geborgtem Kapital, dasentwertet zurückgezahlt wurde, hatte ein Ende. Diegrößere Sicherheit des Marktes ließ das Interesse an derRohstoffsicherung zurücktreten. Dafür ergab sich die Notwendigkeit,alle Kräfte darauf zu richten, die Absatzfähigkeitzu erhöhen, in erster Linie durch Verringerung derSelbstkosten. Soweit die Konzerne für jene Aufgabe nichtdurch Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Betrieben gutvorbereitet waren, drohten jetzt die Nachteile der Zusammenballung— organisatorischer Leerlauf und falsche Verkopplungwesensfremder Unternehmungen miteinander —die frühem Vorzüge zu überwiegen. Vor allem galt dasfür die Fälle, in denen bei der Bildung des Konzerns nichtGesichtspunkte der Produktion, sondern solche der Kapitalverwertungim Vordergrund gestanden hatten. Es wurdenalso Umgestaltungen notwendig. Die Umbildung aber erfolgtenicht mehr unter dem Gesichtspunkt der vollständigenErgänzung zwischen Rohstoff, Zwischen- und Enderzeugnis,sondern man wählte Vereinigungen, die dieMöglichkeit boten, alle technischen Vorteile des Großbetriebsund des Spezialbetriebs auszunutzen. Daher ergabendie Neubildungen zunächst vorzugsweise horizontaleZusammenschlüsse, die in einigen Fällen bis zur Trustbildungführten.Zu einer starken Auswirkung kamen die verändertenBedingungen erst Mitte 1925, als sich die Krise vorbereitete.Bis dahin hatten die Konzerne infolge ihrer Kapitalmachtden erwähnten Schwierigkeiten begegnen können. Nureinige wenige Zusammenschlüsse, die besonders schlechtaufeinander eingestimmt waren, hatten sich infolge vonKreditschwierigkeiten auflösen müssen.Das bedeutendste Beispiel der neuen Entwicklungbieten die Vorgänge bei den führenden Firmen derrh e in is c h - w e s tfälis c h e n M o n ta n in d u s tr ie , in derenMittelpunkt die Auflösung des Stinnes-Konzerns und dieGründung der Vereinigten Stahlwerke standen.Im Juni 1925 stellte sich heraus, daß der Stinnes-K o n ze rn seine Liquidität verloren hatte und aus eigenenKräften nicht mehr zurückgewinnen konnte. War es ansich schon schwer geworden, die unzusammenhängendenund vielfach unrentablen Betriebe aufrechtzuhalten, sowurde es unmöglich dadurch, daß noch beträchtliche Neuerwerbungenvorgenommen worden waren, die eine großeZinslast mit sich brachten und die Liquidität verschlechterten.Die Organisation hatte dem Ausdehnungsdrang nichtnachkommen können. Mit Hilfe eines Bankkonsortiumswurde ein Zusammenbruch vermieden und eine allmählicheAuflösung des Konzerns in einzelne in sich geschlosseneBestandteile in Angriff genommen. Bei der Familie Stinnesblieb an wichtigen Unternehmungen außer dem altenFamilienbesitz (Kohlenzechen und Kohlenhandel) nur nochder zunächst nicht realisierbare Hotelbesitz.In eine ähnliche Lage, wie sie beim Stinnes-Konzernzur Auflösung führte, war d«r K o n ze rn der Bergwerks--A.G. L o th rin g e n geraten. Auch hier war der Aufbauerst in der Inflationszeit erfolgt. Auch hier bestand dieGrundlage in einem gut fundierten Bergbauunternehmen,das über -die Eisen- und Metallerzeugung in die Fertigindustrieeingedrungen war. Die Kohlengrundlage war inder Inflationszeit durch Erwerb zahlreicher Magerkohlenzechenim südlichen Randgebiet erweitert worden. Mit dergering entwickelten eigenen Eisengrundlage hatten aberalle Beteiligungen kaum einen Zusammenhang; in Absatzschwierigkeitenkonnte der Konzern ihnen keine Unterstützungbieten. Auch die Magerkohlenzechen erwiesen sichbei schlechterer Konjunktur als Belastung. Im Jahre 1925wurden in großer Eile fast alle Beteiligungen abgestoßen,um den Kern des Konzerns vor dem Zusammenbruch zubewahren. Durch die 1925 erfolgte Fusion der Lothringen-Werke mit der Mathildenhütte in Harzburg und der ZechePräsident wurde der Konzern in seiner neuen Form strafferzusammengeschlossen.Eine Reorganisation in derselben Richtung wie 1925 beiLothringen erwies sich im nächsten Jahre beim Stum m -K o n ze rn und bei der Gruppe der R o m b a c h e r H ü tteals erforderlich. Diese Vorgänge bilden aber schon gleichzeitigeinen Teil der neuen Konzentrationsbewegung, inderen Mittelpunkt die Gründung der V e re in ig te n S t a h l­w erke steht. Durch die Auflösung des Stinnes-Konzernswaren die Unternehmungen der Rheinelbe-Union (Deutsch-Luxemburg, Gelsenkirchen, Bochumer Verein) für neueBildungen frei geworden. Zur vollen Durchführung derstrengen Arbeitsteilung, vor allem in der Verarbeitung,reichten ihre Werke noch nicht aus. Die Gesundungskrisebrachte die meisten der großen Gruppen in eine ähnlicheLage und machte sie zu Zusammenschlußverhandlungengeneigt. Aus diesen Verhandlungen erwuchs schließlichdie Neugründung der Vereinigte Stahlwerke A.G., in denensich Thyssen, Gelsenkirchen, Deutsch-Luxemburg, derBochumer Verein, Rheinstahl und Phönix mit den von ihmabhängigen Stahlwerken v. d. Zypen-Wissen zusammenschlossen.Die große Mehrzahl der Werke wurde in dieneue Gesellschaft eingebracht, nur Gelsenkirchen undRheinstahl behielten eigene Betriebe von Bedeutung:Gelsenkirchen die Zeche Monopol, Rheinstahl seine sämtlichenKohlenzechen, die durch Kohlenlieferungsvertrag andie I. G. Farbenindustrie gebunden waren. Sehr bald wurdeder rheinische und Siegerländer Besitz der Charlottenhüttein derselben Weise in den Stahlverein einbezogen. Einegroße Erweiterung ergab sich durch die Auflösung desStumm- und des Rombach-Konzerns. Der Stumm-Konzernwar durch Festliegen seiner Geldmittel in eine Lage geraten,aus der er sich nur durch Beschränkung auf denSaarbesitz und einige weniger wichtige Beteiligungen rettenkonnte. So gingen denn die norddeutschen Besitzungen mitAusnahme der Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerkein den Besitz der Vereinigten Stahlwerke über; außer denbeiden Hütten (Niederrheinische Hütte des EisenwerksKraft in Duisburg und Norddeutsche Hütte, Bremen), dasGußstahlwerk Witten, die Werke der Westfälischen Eisenindustriein Menden und Schwerte und das WestfälischeEisen- und Drahtwerk Langendreer. Der Konzern derR o m b a c h e r H ü tte , der sich als letzter in der Inflationszeitmit Hilfe von Entschädigungen für den LothringerBesitz gebildet hatte, stieß seine Schiffbaubeteiligung ab;die Eisenwerke in Bochum, Bendorf und Rendsburg übernahmder Stahlverein. Die Mehrheit der nunmehr alsConcordia Bergbau-A.G. firmierenden Bergbaugesellschaftübernahm Oberkoks.Der H oesch-K öln- N euessen-K onze rn hatte diegegenseitige Ergänzung von Kohlengewinnung, Eisengewinnungund den verschiedenen Stufen der Eisenverarbeitungbesonders systematisch durchgeführt. Bei ihm ist daherkein Abbau, sondern nur eine Erweiterung zur besserninnern Ergänzung zu verzeichnen. Die Eisen- und StahlwerkHoesch-A.G. erwarb zusammen mit dem Köln-NeuessenerBergwerksverein das Edelstahlwerk Eicken inHagen, allein die Spezial-Blech-Walzwerk-A.G. Dortmundund die Werdohler Dampfhammer- und Stanzwerke, vorm.Ad. Schlesinger.Der K lö c k n e r- K o n ze rn war auf dem Wege der Verschmelzungbereits vorangegangen, indem er 1923 dieHauptunternehmungen (Lothringer Hüttenverein, Königsborn,Georgs-Marien-Hiitte usw.) durch Fusion zusammenschloßund die beiden Maschinenfabriken Humboldt undDeutzer Motorenwerke durch Intcressengemeinschaftsvertragverband.Auf derselben Linie liegen die Neugründung der B e rg ­w e rk s g e s e lls c h a ft R e c k lin g h a u s e n für den nördlichenTeil des Bergwerksbesitzes des Preußischen Fiskusund die Vereinigung dieser Gesellschaft mit der Hiberniaunter einer Leitung.Unter ganz ändern Bedingungen kam die Konzentrationim o b e rschle sischen B ergw erks- u n d H ü t ­


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 410te n g e b ie t zustande. Hier hatten die neuen Grenzen zusammengehörigeWerke derselben Unternehmungen soauseinandergerissen, daß die gegenseitige Ergänzung sehrerschwert war und ein rationeller Betrieb statt dessen eineVereinigung der deutschen und der polnisch gewordenenBetriebe unter sich erforderte. Neben den Borsig-Werken,die, ebenso wie Krupp, ihre Ergänzung in der Fertigindustriefanden, und die daher für eine Kombination wenigerin Betracht kamen, handelt es sich in der Kohlen- undEisenindustrie um Betriebe der Donnersmarck-Hütte, derOberschlesischen Eisenindustrie-A.O. (Caro) und der OberschlesischenGesellschaft für Eisenbahnbedarf (Oberbedarf).Durch die 70o/oige Beteiligung von Oberbedarf beider Donnersmarck-Hütte war bereits eine Verbindung vorbereitet.Durch seine Beteiligung an der OberschlesischenEisenindustrie ragte der Linke-Hofmann-Lauchhammer-Konzern in das oberschlesische Gebiet hinein. Es griffendaher zwei Entwicklungslinien ineinander. Im oberschlesischenGebiet selbst wurden von der Vereinigten OberschlesischenHiittenwerke-A.G. die Werke der drei Gesellschaften,von denen die Oberschlesische Eisenindustrie sichvorher mit Linke-Hofmann-Lauchhammer vereinigt hatte,übernommen. Der Linke-Hofmann-Konzern selbst, dessenGlieder weit über Ost- und Mitteldeutschland zerstreutwaren, konnte in der alten Form nicht gehalten werden.Die Verbindungen mit dem rheinisch-westfälischen Industriegebietwurden gelöst, das Stahlwerk Torgau, dasSteinkohlenbergwerk Ver. Glückhilf und Friedenshoffnungveräußert, und Ende 1926 die Trennung zwischen Linke-Hofmann und Lauchhammer herbeigeführt. Der mitteldeutscheStahlwerksbesitz wurde in die neugegründeteMitteldeutsche Stahlwerke-A.G. eingebracht. An dieserGesellschaft sind die Vereinigten Stahlwerke, die ihrBrandenburger Stahlwerk Weber eingebracht haben, entscheidendbeteiligt. Da auch die Beteiligung an den OberschlesischenHüttenwerken an die Mitteldeutschen Stahlwerkeübergeht, greifen die Vereinigten Stahlwerke auch inden deutsch-obersch!esisc!:en Industricbezirk über.Ähnlich wie hier ist der Gesichtspunkt der landschaftlichenUntergliederung bestimmend für die geplante Zusammenfassungder Siegerländer Unternehmungen derVereinigten Stahlwerke. Ebenso stark ist aber auch dieTendenz zur horizontalen Untergliederung nach Produktionsstufen,die sich in der Neugründung der Demag-A.G.und der Deutschen Edelstahlwerke-A.G. ausprägt.Die Auflösung des Stinnes-Konzerns führte zu einerUmgestaltung der Machtverhältnisse in der B rau nkohleun d M in e r a lö lin d u s tr ie . Die nach mehrfachen Fusionen1924 in der Firma Hugo Stinnes-Riebeck-Montan- und Ölwerke-A.G.zusammengeschweißte Einheit wurde aufgelöst.Die Braunkohlen- und Ölwerke wurden unter maßgeblicherBeteiligung der I. G. Farbenindustrie-A.G.w'ieder verselbständigt.In der K a liin d u s tr ie waren die großen Kombinationenwährend der Inflationszeit zustandegekommen, auf dereinen Seite der Wintershall-Konzern, der durch die Beherrschungder Deutschen Kaliwerke und der Ronnenberg-Gruppe die Verfügung über etwa 40 v.H. der Syndikatsbeteiligunghatte, auf der ändern der Gegenblock, derWintershall den Weg zur Mehrheit sperrte, mit etwas mehrals der Hälfte, gestützt auf Salzdetfurth - Westeregeln -Aschersleben und Burbach neben einigen kleinern Gruppen.Eine straffere Zusammenfassung der Verwaltung wurde imWintershall-Konzern im Herbst 1926 durch Zusammenschlußder Beteiligungen in der Kaliindustrie A.G., in demGegenblock durch Begründung einer Interessengemeinschaftzwischen Burbach und Gumpel herbeigeführt.In der M e ta llin d u s tr ie verloren die in der Inflationszeitvon neuauftretenden Handelsfirmen aufgebautenKonzerne sehr schnell ihre Bedeutung, währendneben den alten führenden Handelsfirmen noch einigeandere in die Produktion vordrangen.In der M a s c h in e n in d u s tr ie bildeten sich in zweiFällen bereits bestehende Interessengemeinschaften zuengsten Zusammenschlüssen um. Die Deutsche MaschinenfabrikA.G. (Demag), die schon seit 1924 die Mehrheitder Werkzeugmaschinenfabrik Schieß A.G. besaß, erwarbMitte 1925 die Aktienmehrheit der Defries-Werke A.G.,Düsseldorf, und vereinigte beide Gesellschaften zurSchieß-Defries-A.G., wobei die Werkzeugfabrikation aneine Beteiligung abgegeben wurde. Anfang 1926 folgte dieBegründung eines Interessengemeinschaftsverhältnisses zurMaschinenbau-A.G. Tigler, Duisburg-Meiderich. Die DeutscheMaschinenfabrik A.G. brachte im August 1926 ihreWerke in die unter Beteiligung der Vereinigten Stahlwerkegegründete Demag A.G. ein. Der Stahlverein gab mit derEinbringung der Maschinenfabrik Thyssen in die neue Gersellschaft das Hauptwerk seiner Fertigfabrikation ab.Im M ü h le n b a u bestand bereits seit Jahren eine engeVerbindung der fünf maßgebenden Gesellschaften unterFührung der Beteiligungsgesellschaft Miag (Mühlenindustrie-A.G.),die Ende 1925 zur Fusion führte.Die bisher in der Deutsche Werke A. G. zusammengefaßtenre ich se ig e n e n B e trie b e , die zum größtenTeil zum Maschinenbau gehörten, erhielten im Sommer1925 einen neuen Aufbau. Die örtlichen Einheiten wurdenverselbständigt. Ihr Kapital liegt in Händen der VereinigteIndustrie-Unternehmungen A.G., Berlin (Viag). In unmittelbaremReichsbesitz befinden sich die Deutschen Werkein Kiel. Außerdem erwarb das Reich bei der Sanierungder Rheinmetall-A.G. 50 v.H. des Aktienkapitals.In der Maschinen- und Metallindustrie sind als wichtigweiter zu erwähnen die Zusammenschlüsse Daimler-Benz,in der optischen Industrie Goerz, Ica, Contessa-Nettel,Ernemann und Zeiß zur Zeiß-Ikon-A.G., in der elektrotechnischenIndustrie die Interessenerweiterung der A. E.G.durch Übernahme der Elektrobeheizung von dem Bing-Konzern und Beteiligung an der Neugründung Triebwagen-A.G., Kiel, sowie die maßgebliche Beteiligung vonSiemens & Halske an dem Unternehmen zur Herstellungelektrotechnischer Apparate, der Reiniger, Gebbert &Schall A.G.Die Entwicklung der chem ischen In d u s trie wurdebestimmt durch die Bildung der I. G. Farbenindustrie.Unter dieser Firma vereinigten sich im Oktober 1925die führenden Firmen des bisherigen Anilin-Konzerns:Badische Anilin- und Sodafabrik, Höchster Farbwerke,Elberfelder Farbenfabriken, Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation,Griesheim-Elektron und Weiler ter Meer,Uerdingen. Im Rahmen der Farbenindustrie nahm die I. G.Farbenindustrie Mitte 1926 die Farbwerke Mülheim, vorm.A. Leonhardt & Co., eine kleinere Anilinfabrik, durchFusion auf. Zur selben Zeit sicherte sie sich auf demGebiet der Metallfarben zusammen mit der Metallbankdie Herrschaft im Lithopone-Syndikat, indem sie diedominierende Minderheit der A.G. für chemische Industrie,Gelsenkirchen-Schalke, erwarb.Die weitere Ausdehnung der I. G. vollzog sich vorallem in drei Richtungen: in die Mineralöl-, in die Kunstseiden-und in die Düngemittelindustrie hinein.Das Vordringen der I. G. auf dem Gebiet der Braunkohlengewinnungund der Mineralölgewinnung und -Verarbeitungwurde bereits bei der Darstellung des Riebeck-Korizerns behandelt. In diesen Zusammenhang gehört derErwerb der Aktien der Erdöl- und Kohlenverwertungs-A.G. (Evag), von denen die-I. G. einen Teil Ende 1925, denRest Ende 1926 erwarb. Hiermit sicherte sie sich dieFührung auf dem Gebiet der Kohlenverflüssigung undnahm die internationalen Beziehungen auf, die sich an dieVerwertung der Bergiuspatente knüpften.Die bedeutendste Erweiterung war die Fusion mit Köln-Rottweil im Juni 1926. Im Interesse ihrer eigenen Kunstseidenfabrikationhatte die I. G. bereits im Herbst 1925 mitder Interessengemeinschaft Vereinigte GlanzstoffabrikenJ. P. Bemberg eine enge Verbindung aufgenommen undmit ihr zusammen die Aceta-G.m.b.H., Berlin-Lichtenberg,zur Herstellung von Kunstseide im Acetatverfahren gegründet.Die Fusion mit Köln-Rottweil erweiterte nicht nur


420 G lü c k a u f Nr. 12dieses Interesse an der Kunstseidenfäbrikation, in der Köln-Rottweil mit eigenem Verfahren tätig war, sondern sicherteder I. G. auch eine führende' Stellung in der Zelluloselackindustrie,die neuerdings neben der Öllackherstellung einenstarken Aufschwung nimmt.Aus der deutschen S e e s c h iffa h rt verschwand imJanuar 1926 die einzige Neubildung nach dem Kriege, dieHugo-Stinnes-Linie. Sie wurde von der InteressengemeinschaftDeutsch-Austral-Kosmos aufgekauft. Der NorddeutscheLloyd nahm im Dezember 1925 die Roland-LinieA.G., die Hamburg-Afrika-Linie A.G., beide in Bremen,und die Dampfschiffreederei Horn A.G. in Lübeck auf undrückte damit an die Spitze der deutschen Schiffahrtsunternehmungen.Seine Beteiligung an der Zeche Emscher-Lippeverkaufte er an Phoenix, nachdem sich durch die Entwicklungder Ölfeuerung das Interesse der Seeschiffahrt ander Fettkohle vermindert hatte. Im Sommer 1926 gelanges der Hapag, sich von der amerikanischen InteressengemeinschaftsfirmaHarriman unabhängig zu machen unterAnkauf von drei Harriman-Dampfern gegen Abgabe vonAktien im. Betrage von 10 Mill. M . Ende 1926 wurde dieFusion der Hapag mit der Deutsch-Australischen-Dampfschiffahrts-A.G.und der Kosmos-Linie durchgeführt. Dieso erweiterte Hapag nimmt damit wieder die erste Stelleunter den deutschen Schiffahrtsgesellschaften ein.Der deutsche L u ftv e rk e h r wurde völlig neu organisiert,indem die beiden führenden Firmen Deutscher Aero-Lloyd und Junkers Luftverkehr A. G. unter starker Beteiligungdes Reichs und der Länder die Deutsche Luft-Hansa A.G. gründeten und selbst in die Rolle von Beteiligungsgesellschaftenzurücktraten.Auf dem Gebiete der Licht- und K r a ftv e rs o rg u n gwar am bemerkenswertesten die Umwandlung beim Rheinisch-WestfälischenElektrizitätswerk. Im August 1925 erwarbder preußische Staat den Stinnesanteil von 8 v. H.und vergrößerte damit die bereits bestehende Mehrheitsbeteiligungder öffentlichen Körperschaften. Durch Angliederungverschiedener kleinerer Gesellschaften breitetedas Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk seinen Interessenkreisim südlichen Rheinland und in der Pfalz aus,während es die Elektrizitätswerke A.G., Liegnitz, abstieß.Auch weiterhin wurden die staatlichen Elektrizitätsinteressen,im besondern die Preußens, ausgedehnt.Im B ankw esen dehnte eine der Berliner Großbanken1925 ihren Machtbereich aus: die Deutsche Bank übernahmdie Essener Credit-Anstalt und die Bank Wiskott & Co. inDortmund.Im V e rsic h e ru n g sw e se n ergaben sich die wichtigstenÄnderungen aus der Umbildung und Auflösung vonIndustrie-Konzernen. Edmund Stinnes verkaufte im Sommer1925 die Aktienmehrheit der Nordstern Allgemeine Versicherüngs-A.G.an die v. d. Heydt-Kersten-Bank in Amsterdam,von der sie über ein Berliner Bankkonsortium anden Unitas-Konzern gelangte. Die Deutsche Lloyd-Versicherungs-A.G.war durch Übernahme einer Garantie fürden Barmat-Konzern so geschwächt, daß Mitte 1926 dieFrankfurter Allgemeine Versicherungs-A.G. die gesamtenAktien erwerben konnte und den Lloyd mit ihrer BerlinerAbteilung (Berlinische Allgemeine Versicherungs-A.G.) zusammenschloß.Eine ähnliche Fusion ergab sich im Konzerndes Stuttgarter Vereins. Im Allianz-Konzern wurde einenger Zusammenschluß unter den bereits verbundenenGesellschaften in der Allianz-Versicherungs-A.G. herbeigeführt.Die in der folgenden Übersicht zusammengestelltenZahlen über das Kapital von Konzernunternehmungen sindzu unvollständig und zu schwer vergleichbar, um eineBeurteilung der Kapitalmacht der Konzerne zu ermöglichen.Verhältnismäßig vollständig liegen sie nur für dieAktiengesellschaften vor, ganz unvollständig für Gesellschaftenmit beschränkter Haftung, unter denen sich sogroße Gesellschaften wie Siemens-Schuckert befinden, undfür Gewerkschaften. Beim Aktienkapital müssen sich dieAufstellungen notwendigerweise an das Nominalkapital derGesellschaften halten. Alle Zusammenstellungen über dasNominalkapital enthalten aber zwei Fehler; einerseits istdas Nominalkapital ein unzulänglicher Ausdruck für dieKapitalmacht der Unternehmungen, da es je nach der Höheder Reservenbildung einen durchaus verschiedenen Anteildes volkswirtschaftlichen Unternehmungskapitals ausdrückt,anderseits kommen überall dort Doppelzählungenvor, wo eine Aktiengesellschaft am Aktienkapital einerändern beteiligt ist. Das beste Beispiel hierfür bieten dieVereinigten Stahlwerke, die die Werke der Gründerfirmenfast ganz in sich vereinigen. Das volkswirtschaftlicheKapital wird also fast restlos durch das Aktienkapital derVereinigten Stahlwerke ausgedrückt. Die Aktien der VereinigtenStahlwerke sind fast sämtlich im Besitz derGründergesellschaften, deren Aktienkapital unverändertfortbesteht, also in der Aufstellung noch neben dem Kapitalder Vereinigten Stahlwerke erscheint. Diese Fehlerquellensind bei der Beurteilung der Zahlentafel zu beachten. DerFehler der Doppelzählung tritt bei einer Aufrechnung desin Konzernen gebundenen Aktienkapitals noch weit stärkerin Erscheinung als bei der Aufrechnung für sämtlicheAktiengesellschaften, da die Beteiligung an ändern Unternehmungensich ja aus dem Wesen eines Konzernsergibt. Für die Abhängigkeit einer Unternehmung voneiner ändern bietet die Höhe der Beteiligung keinen ausreichendenAnhaltspunkt. Für die Zusammenstellung wardaher nur der Gesichtspunkt maßgebend, den Umkreis,nicht die Intensität der Konzernbeziehungen darzustellen.Infolgedessen ist das gesamte Nominalkapital der Konzerngesellschaftenaufgeführt, ohne Rücksicht darauf, inwelcher Höhe die Spitzenfirmen jeweils am Kapital der angeschlossenenFirmen beteiligt sind. Dieser Betrag ist alsowesentlich höher als das tatsächlich von den Konzernleitungenbeherrschte Kapital.Betrachtet man nun — unter all diesen Vorbehalten —die Aufstellung nach den einzelnen Gewerbegruppen, sozeigt sich, daß die Bedeutung der Konzerne in den Gruppenam größten ist, die das höchste Durchschnittskapital aufweisen.Das bedeutet, daß dort, wo die stärksten Tendenzenzur Großunternehmung (meist in Verbindung mitder technisch bestimmten Überlegenheit des Großbetriebes)vorliegen, auch die Neigung zum Zusammenschluß derUnternehmungen am stärksten ist. Mehr als 90«/o desAktienkapitals sind im Zusammenhang mit Konzernen erfaßtbei den Gruppen: Bergbau, mit Bergbau verbundeneIndustrie und Farbenindustrie. Innerhalb der Gruppe Bergbaubeträgt der Prozentsatz bei der Kaliindustrie 98,3 o/o,bei der Braunkohlenindustrie 94,5 o/o und bei der Steinkohlengewinnung90,1 o/o. Diese Zahlen geben aber keinengenügenden Anhalt für die Bedeutung der Konzerne, da indiesen Industrien ein erheblicher Teil des Kapitals dieRechtsform der Gewerkschaften hat. Mehr als 75 o/o desKapitals finden wir in den Konzernen außer bei den erwähntennoch bei folgenden Gruppen: mit Eisen- undMetallgewinnung verbundene Industrie, Eisen- und Metallgewinnunginsgesamt, Großeisenindustrie, elektrotechnischeIndustrie, chemische Industrie insgesamt, Wasser-, GasundElektrizitätsgewinnung, Finanzierungsgesellschaften,Versicherungswesen und Schiffahrt; mehr als 50o/o außerdembei den Gruppen: Handel insgesamt, Banken, Verkehrswesenund Theater- und Sportgewerbe (darunter Filmindustrie).In allen ändern Gruppen ist weniger als dieHälfte des Aktienkapitals in Konzernen. Hierunter findenw'ir neben den Gruppen, für die mittlere und kleinere Unternehmungentypisch sind, auch die Gruppe Maschinenbau,obwohl die Fälle der Konzentrationsbewegung in ihr sehrzahlreich sind und auch in den erfaßten Konzernen dieBedeutung der Maschinenindustrie sehr erheblich ist. DerGrund hierfür dürfte darin liegen, daß in der Gruppe mitden großem Maschinenfabriken sehr viele Unternehmungendes Apparatebaus usw. mit niedrigstem Kapital zusammengefaßtsind.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 421D a s Aktienkapital der deutschen Gesellschaften1 in den erfaßten Konzernen.Bes fandder Aktieng« :sellschaftenam 31. Ok tober 1926AnzahlMiii. mdav onin Kon zernenEnde 1926AnzahlNominalkapitalNominalkapitalMill. mAktienkapital der inKonzernen erfaßtenGesellschaften imVerhältnis zumgesamtenAktienkapitalLand- und Forstwirtschaft, Fischerei................... 84 77 11 27 35,1B e rg b a u ................................................................... 178 1273 84 1 183 92,9darunter: Steinkohlengewinnung........................ 25 467 15 421 90,1B raunkohlengew innung................... 65 379 39 358 94,5K a lib e r g b a u ...................................... 21 299 20 294 98,3Mit Bergbau verbundene Unternehmungen . . 84 2 798 54 2 739 97,9Industrie der Steine und E r d e n ........................ 633 623 84 286 45,9Eisen- und M e ta llg e w in n u n g ............................. 168 446 61 356 79,8darunter: G roß-Eisen in d u s t r ie ........................ 91 300 39 255 85,0Mit Eisen- und Metallgewinnung verbundeneW e r k e ................................................................... 57 293 16 244 83,3Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren 420 322 42 84 26,1Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau . . . 1018 1 695 154 737 43,5darunter: Maschinen- und Apparatebau . . . 808 1245 128 588 47,2Elektrotechnische In d u s tr ie ................................. 259 671 63 583 86,9Feinmechanik und O p t ik ...................................... 104 113 15 45 39,8Chemische Industrie................................................ 620 1853 118 1 533 82,7darunter: F arbe nindustrie................................. 81 7 147 9 1 105 96,3Textilindustrie......................................................... 839 1 081 109 403 37,3Papierindustrie und Vervielfältigungsgewerbe . 426 365 31 91 24,9darunter: Papier- und Zellstoffindustrie . . . 211 249 24 77 30,9 -Leder- und Linoleum industrie............................. 141 168 7 57 33,9Kautschuk- und A sbestindustrie........................ 50 116 6 56 48,3H o lzindustrie......................................................... 430 184 14 11 6,0Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie . . 77 44 3 10 22,7Nahrungs- und Genußmittelindustrie................... 1312 1365 217 554 40,6Bekleidungsindustrie................................................ 314 170 14 18 10,6Baugewerbe.............................................................. 206 179 22 55 30,7Wasser-, Gas- und Elektrizitätsgewinnung. . .darunter: E le k trizitätsg e w in n u n g ...................H andelsgew erbe..................................................... 3 448 2 549 316 1 504 59,0darunter: B a n k e n ................................................ 720 1659 142 1224 73,8hiervon: Hypothekenbanken . . . . 39 188 21 128 68,1Finanzierungsgesellschaf ten 151 198 24 153 77,3Grundstückshandel............................. 1 105 295 52 58 19,7Versicherungswesen................................................ 345 566 155 435 76,9Verkehrswesen......................................................... 483 1 478 168 753 50,9darunter: See- und Küstenschiffahrt . . . . 75 288 21 233 80,9B innenschiffahrt.................................. 61 79 19 48 608B a h n v e rk e h r...................................... 266 989 102 384 38,8Gastwirtschaftsgew erbe...................................... 168 106 11 37 34,9Theater- und Sportgewerbe................................. 140 90 21 58 64,4Sonstige G e se llsch a fte n...................................... 10S 37 2 2 5,4zus.Davon: Industrien der G rundsto ffe...................Verarbeitende Industrien........................Handel und V e r k e h r .............................280 1692 169 1381 81,6206 1349 135 1 117 82,812 3921 1206 2904 58420 3545 4339 8394 789196729996267113 2424 8085 5632 7871 O h n e die Gesellschaften m it auf M a rk lautendem A ktienkapital und der Gesellschaften im Saargebiet m it auf französische Franken lautendem K apital.)o65.188.556.558.2Berechnung des W irkungsgrades von Kohlenaufbereitungen.Von Professor H. Madel, Freiberg (Sa.).In dem zusammenfassenden Bericht über die planmäßigeErfassung des Aufbereitungserfolges bringt Dr. Bierbrauer1einen Ausdruck für die Beurteilung von Kohlenwaschprozessen,der sich eng an die für die Berechnung desWirkungsgrades von Erzaufbereitungen aufgestellte Formelanlehnt. Der Unterschied ist nicht grundsätzlicher Natur;er besteht lediglich darin, daß die Berge als ein Konzentratangesehen werden, in dem der Aschengehalt angereichertwerden soll. Sinngemäß wären dann als Abgänge derAufbereitung die Verkaufskohlen zu betrachten, bei denenes den Aschengehalt möglichst zu vermindern gilt. Dervon Bierbrauer angegebene Wirkungsgrad einer Kohlenaufbereitungberechnet sich aus dem in der Kohlenaufbereitung1 G lü c k a u f 1927, S. 151.U M SC H A U.üblichen Bewertungsfaktor, dem Aschengehalt, und lautet:Aschenausbringen in den Bergen — Bergeausbringen11 100 — Aschengehalt im AusgangsgutDa bei der Beurteilung der Arbeit einer KohlenaufbereitungUmstände mitsprechen, die bei einer Erzaufbereitungnicht in Frage kommen und die in der obigenFormel nicht berücksichtigt sind, so erscheint es als zweifelhaft,ob der genannte Ausdruck ein brauchbares Maß fürdie Beurteilung von Kohlenaufbereitungsvorgängen darstellt.An Hand des einem Aufsatz von Wüster entnommenenSchaubildes1 (Abb. 1) soll der Bierbrauersche Wirkungsgradberechnet und im Anschluß daran ein anderer Ausdruck fürden Wirkungsgrad angegeben werden, der die geleisteteAufbereitungsarbeit besser erfassen dürfte, ln dem Waschkurvenbildwerde die Kohle durch eine durch die Zahl 801 G lückau f 1925, S. 66, A b b . 9.


422 G lü c k a u f Nr. 12Abb. 1. Waschkurven einer dem Durchschnitt entsprechendenwestfälischen Fettfeinkohie von */* —10 mm Korngröße.gezogene starke Linie in Verkaufskohle (0—80 “/) und inBerge ( S O —100 %) zerlegt. Nunmehr sei untersucht, wiesich der Wirkungsgrad berechnet, wenn eine Aufbereitungin dieser Weise arbeiten würde1.Menge Aschengehalt AscheninhaltRohkohle (Aufgabegut) qaVerkaufskohle(gewaschene Kohle) qcAbgänge (Berge) .Oe wichtsausbringenfür Kohle . . .%Clc


19. M ärz 1927 Q 1ü c k a u l 423Die Bestimmung der Reinkohlenmenge und der Reinbergemengeeines Haufwerks kann auch zeichnerisch erfolgen(Abb. 2). Man zieht die Senkrechte AD =100 und durchA und D Wagrechte. Parallel zu AD werden im Abstandvon a, cr und br 3 Linien gezogen, von denen die ersteund die dritte die Wagrechten durch D und A in denMenge%Rohkohle 1001 * a — >1C/Reinkohle K%3° r / >Abb. 2. Zeichnerische Bestimmung der Reinkohlenmengeund der Reinbergemenge.Punkten 1 und 2 schneiden. Verbindet man 1 mit 2, soerhält man den Punkt 3; die Wagrechte durch 3 schneidetauf AD die Strecken AC =» K und CD = B ab, die inHundertteilen abzulesen sind.Zur Bestimmung des Wirkungsgrades werden die Wertefür K und B sinngemäß für Rohkohle und für Verkaufskohlewie folgt berechnet:Reinberge B%100 (br — a) 100 (a — cr) 100 (br — a) 100 (a — cr)ReinkohleninhaltReinbergeinhaltVerkaufs­kohlebr - cr br-cr br-cr br - cr(br— c) 100(c — cr) i100 V (c-cr)>X>br - cr br-cr br- cr br-crWenn man die oben genannten Zahlenwerte (a = 18%>c = 5 %, b = 70 %, v = 80 %, cr = 1,5 °/0 und br = 78%) einsetzt,wobei sich v, wie angegeben, aus a, b und c berechnenläßt, so erhält man:1. Anteil von Reinkohle in der Rohkohle:100 (br —a) = iQO (7 8 - 18) = ?g 43 ,K v°pt br = cr 78-1,52. Anteil von Reinbergen in der Rohkohle:100 (a — cr) 100(18-1,5)B = 21,57*7,br - cr 78 - 1,53. Anteil von Reinkohle in der Verkaufskohle:v (br - c) go . (78 _ 5)76,34 %br-cr 78 1,5100%4. Anteil von Reinbergen in der Verkaufskohle: 80%.V (c-cr) 80-(5-1,5)br - cr 78 - 1,55. Das Reinkohlenausbringen m ist das Verhältnis desReinkohleninhalts der Verkaufskohle zum Reinkohleninhaltder Rohkohle:v • (br — c) 76 34m = ____ _____L = _ ’ = 07 4o/100 (br — a) 78,43 ’ lo'6. Der Reinbergeverbleib w ist das Verhältnis desReinbergeinhalts der Verkaufskohle zum Reinbergeinhaltder Rohkohle:(c — cr) 3 66w _ v ____il_ _ °'uu = 16 Q o/100(a-cr) 21,57 lo'7. Als Wirkungsgrad i] einer Aufbereitung bezeichnetman den Ausdruck1 Reinkohlenausbringen — Reinbergeverbleibin der Verkaufskohle, also= m — w = 97,4 — 16,9 = 80,5 %.1 M etall E rz 1923, S. 601; 1926, S. 36.8. Nach der Formel von Luyken und Bierbrauer1ist der Wirkungsgrad ebenfalls:m - v 97,4 - 80 17,4■>1= = 80,5 °/0100 opt 100 - 78,4 21,6Wie oben angegeben, hat der Bierbrauersche Wirkungsgradfür die in dem Waschkurvenbild vorgenommene Trennungvon Verkaufskohle und Abgängen den Weit von 70,7%,während nach der soeben entwickelten Formel der Wirkungsgradden Wert 80,5% aufweist. Der Bierbrauersche Wirkungsgradmuß aus den angeführten Gründen kleiner sein, jedochdürfte der hier entwickelte Wirkungsgrad einen bessern Maßstabfür die Beurteilung von Kohlenwaschprozessen bieten.Die von Luyken und Bierbrauer aufgestellte Formel für denWirkungsgrad von Aufbereitungen (s. Ziffer 8) ist als solcheauch für Kohle richtig, nur müssen die Elemente, aus denendie Formel besteht (m, v, vopl), nicht auf brennbare Substanz,sondern auf Reinkohle bezogen werden.Nachgiebiger Spurlattenilalter.Von Bergassessor H. Grahn, Lehrer an der Bergschulezu Bochum.Die nachstehend beschriebene Vorrichtung des frühemBetriebsführers Roh de in Wanne-Eickel ist dazu bestimmt,in seigern Blindschächten, die unter Gebirgsdruck stehen,die Spurlatten elastisch so zu verlagern, daß kein Festklemmendes Förderkorbes in den Spurlatten mehr stattfindet. Kürzlichist noch wiederholt auf die Gefahren hingewiesenworden2, die durch das Festklemmen des Förderkorbes, besondersbei den Befahrungen der Blindschächte mit schwachoder gar nicht beladenem Korb, drohen, indem Hängeseilentstehen und durch dessen Gewicht bei Koepeförderungder Korb zum freien Fall gebracht oder das Gegengewichtzunächst hochgezogen, sodann aber beim Stillsetzen desHaspels in rückläufige Bewegung unter Rutschen des Seilesin der Nut gebracht werden kann. Bedenklich ist es auchschon, wenn beim Festsetzen des Korbes die Fahrendenzum Hochklettern an den Schachthölzern bis zum nächsthöhernAnschlag gezwungen sind. Die Gefahr der Festklemmungdes leichten Korbes veranlaßt geradezu mancheGrubenbeamte und Arbeiter, bei notwendigen Schachtbefahrungeneinen mit einem Kohlen- oder gar mit einemBergewagen beladenen Korb zu benutzen, damit das größereGewicht den Widerstand der druckhaften, engen Stellenüberwindet.Gewöhnlich verbindet man die Spurlatten fest mit denEinstrichen, so daß sie jede durch den Gebirgsdruck verursachteBewegung mitmachen müssen und sich mit Zunahmeder Abbauwirkungen einander nähern. Infolgedessenwerden sie auch immer mehr von den Führungsschuhen derFörderkörbe angegriffen und abgehobelt, oder es findet daseiwähnte Festklemmen des Förderkorbes mit seinen bedenklichenFolgen statt.Bei der neuen Vorrichtung (s. Abb.) wird auf dem Einstrichzunächst eine Grundplatte durch 2 Schraubenbolzen festverschraubt. Die Platte ist mit 2 Augen versehen, in denenein in der Längsrichtung verschiebbarer Bolzen geführt wird.Am äußern, nach dem Stoß zu gerichteten Ende trägt derBolzen eine Widerlagerscheibe und einen kräftigen Splintverschluß,am ändern Ende ist er zu einem kräftigen Schuhausgebildet; in diesem ruht die Spurlatte, die durch einenSchraubenbolzen mit versenktem Kopf mit dem Schuh Festverbunden ist. Den Bolzen umgibt eine kräftige Spiralfeder,die an dem nach dem Stoß zu gerichteten Auge derGrundplatte ihr Widerlager findet, während sie am ändernEnde gegen einen im Bolzen hinter einer Widerlagerscheibebefestigten Keil wirkt, so daß sie ständig das Bestreben hat,den Bolzen und damit den Schuh und die Spurlatte schachteinwärtszu drücken.Beim ersten Einbau der Spurlatten bleibt zwischen diesenund den Einstrichen auf jeder Seite der aus der Abbildungersichtliche freie Abstand von je 30 mm. Tritt eine Gebirgs-1 Glückauf 1927, S. 150.2 Bergbau 1926, S. 561 und 633.


424 G lü c k a u f Nr. 12bewegung ein, so verringert sich dieser Abstand unter gleichzeitigemZusammendrücken der Federn in entsprechendemMaße, so daß die Spurlatten in der Hauptsache von derGebirgsbewegung unbeeinflußt bleiben. Da sich aber dielangen, schlanken Spurlatten durch die Wirkung der gespanntenkräftigen Federn um ein geringes einwärts biegen,kann man beim Befahren des Schachtes an druckhaftenStellen deutlich erkennen, wie der Förderkorb oder auchdas Gegengewicht die Spurlatten wieder entsprechend nachauswärts drücken, d. h. in die genau lotrechte Richtungbringen, weil sich beim Vorbeigleiten des Korbes oderGegengewichtes an einem Spurlattenhalter die Bolzen unterentsprechendem Zusammendrücken der Federn nach demStoß hin oder nach außen bewegen. Bei Befahrung eines mitRohdeschen Spurlattenhaltern ausgerüsteten Blindschachtesauf der Zeche Holland 3/4 konnte ich diese Beobachtung sehrdeutlich an einzelnen druckhaften Stellen machen.Wenn bei zunehmender Schachtverengung der Korboder das Gegengewicht die Federn beim Vorbeigleiten völligzusammendrücken, ist es natürlich notwendig, die druckhaftenStellen genügend zu erbreitern, so daß die Einstrichewieder frei liegen und die Spurlatten ihren ursprünglichenlichten Abstand voneinander erhalten. Dies muß durchregelmäßige Befahrung des Blindschachtes rechtzeitig festgestelltwerden; immerhin beträgt die gesamte Nachgiebigkeitfür beide Spurlatten 2x30 = 60 mm. Die beschriebenenSpurlattenhalter sind schon auf verschiedenen Schachtanlagenmit gutem Erfolg zur Einführung gelangt.Haushalt der Preußischen Berg-, Hütten- und Salinenverwaltungfür das Rechnungsjahr 1927.Der Berghaushalt zerfällt, wie bisher, in die beidenHauptabschnitte »Staatlicher Besitz an Bergwerksunternehmungenund »Berghoheitsverwaltung«.Staatlicher Besitz an Bergwerksunternehmungen.Bei Gegenüberstellung der Haushaltpläne für 1926 und1927 mit demjenigen für das Rechnungsjahr 1913 ergibt sicherst dann ein klares Bild, wenn man für 1913 die Betriebsausgabenwie auch die Betriebseinnahmen in der durch dieBetriebsausgaben in Anspruch genommenen Höhe außerAnsatz läßt, mithin den Überschuß aus dem staatlichenBesitz an Bergwerksunternehmungen im Haushalt für 1926und 1927 nur dem Überschuß des Bergwerksbetriebes imHaushalt für 1913 gegenüberstellt. Bei der Berechnung desBetriebsüberschusses für 1913 müssen die Saargruben, dieSaline Hohensalza und diejenigen oberschlesischen Staatswerkeunberücksichtigt bleiben, die inzwischen infolge desÜberganges an Frankreich oder der Abtretung an Polen weggefallensind und daher in den Ergebnissen für 1926 und1927 fehlen. Anderseits muß man dem Betriebsüberschußfür 1913 noch den Austeil der Bergwerksgesellschaft Hibernia,und zwar, um vergleichsfähige Zahlen zu erhalten, in einerdem jetzigen Besitzverhältnis entsprechenden Höhe zuzählen.1913 besaß der Staat 45,8 °/0 des Stammaktienkapitals, jetztbesitzt er 98,65% der Stammaktien und 100 % der Vorzugsaktien.Die im Haushaltplan für 1927 auf insgesamt 6000 000(3450000)1J l veranschlagten Einnahmen aus dem staatlichenBesitz setzen sich zusammen aus dem Austeil derPreußischen Bergwerks- und Hütten-Akliengesellschaft von4000000 (3000000) J l, dem Austeil der Bergwerks-AktiengesellschaftRecklinghausen von 1000 000 (— ) J t und demAusteil der Bergwerksgesellschaft Hibernia von 1000000(—) J l . Als alleinige Ausgabe erscheint, wie im Vorjahre,ein Betrag von 13 000 J l für Depotgebühren usw.Aus dem staatlichen Besitz an Bergwerksunternehmungenergibt sich somit ein Überschuß von 5 987 000(3 437000) J l . Die Besserung gegenüber dem Jahre 1926entspricht den aufsteigenden Wirtschaftsverhältnissen, sieerreicht indessen das Vorkriegsjahr 1913 mit einem Überschußvon 10109240 J l noch nicht.Berghoheitsverwaltung.Der Abschnitt »Berghoheitsverwaltung« hat dadurch einebedeutsame Umgestaltung erfahren, daß sowohl bei denEinnahmen als auch bei den Ausgaben die Einteilung nachVerwaltungszweigen durchgeführt worden ist. Als solchewerden unterschieden die Ministerialabteilung für das Bergweseneinschließlich Grubensicherheitsamt, die Oberbergämter,die Bergakademie in Clausthal, die GeologischeLandesanstalt in Berlin, die Abwicklungsstelle der BergwerksdirektionSaarbrücken in Bonn und der Zweig Ruhegehälter,Witwen- und Waisengelder, Wartegelder. Diedauernden Ausgaben jedes Verwaltungszweiges werden inpersönliche Ausgaben, sächliche Verwaltungsausgaben undsonstige sächliche Ausgaben gegliedert. In mehreren Verwaltungszweigenwiederkehrende und bisher nur als Gesamtbetragveranschlagte Einnahmen und Ausgaben erscheinenjetzt bei den einzelnen Verwaltungszweigen untergleichlautenden Titeln mit den entsprechenden Einzelbeträgen.Dadurch ist der Haushalt trotz seines Anwachsensauf etwa den doppelten Umfang übersichtlicher uftd durchsichtigergeworden. Die Umstellung hat teilweise auch eineNeueinteilung in Kapitel und Titel erforderlich gemacht.Von den laufenden Einnahmen der Berghoheitsverwaltungentfallen auf die Ministerialabteilung (Kap. 9a)7200 (12300) J t und auf die Oberbergämter (Kap. 9b)2386900 (2027 700) J t , wovon als Einnahme der Knappschafts-Oberversicherungsämter430100 (352 800) J t und anRegalabgaben 1710000 (1500000) J t in Ansatz gebrachtworden sind. Die Einnahme der Bergakademie Clausthal(Kap. 9c) wird auf 112300 (140 000) J t geschätzt, wobei ausden Prüfungsgebühren mit einer Einnahme von 10000(15 000) J t und aus den Vorlesungsgebühren nebst demErlös aus dem Verkauf von Steindrucken usw. mit einerEinnahme von 98300 (120000) J t gerechnet wird. Für dieGeologische Landesanstalt (Kap. 9d) setzt der Haushalt eineEinnahme von 230900 (213100) J t an. Die wichtigstenEinnahmequellen sind Zuschüsse Dritter zur Beschleunigungder geologisch-agronomischen Aufnahmearbeiten mit 131800(121800) J l , Einnahmen aus dem Verkauf geologischerKarten, Abhandlungen, Jahrbücher und der Markscheiderordnungmit 56500 (44000) J l und Einnahmen für amtlichegeologische Gutachten, Analysen usw. mit 35100 (39050) J l.Als Einnahme der Abwicklungsstelle der BergwerksdirektionSaarbrücken (Kap. 9e) sind 75400 (172600) J l in Ansatzgebracht worden, die fast ausschließlich aus Zuschüssendes Reiches bestehen. Die laufenden Einnahmen der Berghoheitsverwaltungstellen sich auf 2812700 (2 565700) J t .Als einmalige Einnahme erscheint im Haushaltplanfür 1927 kein Betrag (900000 ^ ) .1 Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf den Haushalt desVorjahres (Glückauf 1926, S. 281). Sie stimmen m it den dort angegebenenBeträgen teilweise nicht überein, weil bei der Beratung des Haushaltplanesim Landtag verschiedene Abänderungen des Voranschlages beschlossenworden sind.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 425Die dauernden Ausgaben der Berghoheitsverwaltungverteilen sich auf die einzelnen Verwaltungszweige infolgender Weise: Ministerialabteilung (Kap. 19) 733 600(670900) J l, Oberbergämter (Kap. 20) 5 919700 (5 522000) J l,Bergakademie Clausthal (Kap. 21) 742 600 (677 900) J l ,Geologische Landesanstalt (Kap. 21a) 1606500 (1489100) J l,Abvvicklungsstelle der Bergwerksdirektion Saarbrücken (Kap.21b) 390000 (399800) J l und Ruhegehälter usw. (Kap. 22)3818200 (3229600) J l. Von diesen Ausgabebeträgen entfallenauf die persönlichen Ausgaben bei der Ministerialabteilung431 000 (402 900) J l, bei den Oberbergämtern 4 265 100(4 096100) J l , bei der Bergakademie Clausthal 497 200(471200)^ und bei der Geologischen Landesanstalt 1074800(1027 700) J l . Die Summe aller dauernden Ausgaben derBerghoheitsverwaltung beträgt 13210600 (11989300)^.Die einmaligen Ausgaben (Kap. 7) erscheinenmit dem Gesamtbetrage von 874 400 (2 920000) ./¿. Davonsind ausgesetzt worden für die Durchforschung Preußensnach Bodenschätzen und zu wissenschaftlichen Zweckenmit Hilfe von Bohrungen oder geophysikalischen Verfahren150000 (150000) J l , für die versuchsweise vorgeseheneBestellung von 6 Grubenkontrolleuren 30600 (40000) J l ,als letzter Teilbetrag für das chemische Institut der BergakademieClausthal 250000 (600 000) J l, für den weiternAusbau der Bergakademie, ihrer Institute und Einrichtungen15800 (60000) J l, für die einmalige Anschaffung von Lehrmittelnaus Anlaß der Erweiterung der Bergakademie78000 (35 000), als erster Teilbetrag für das maschinentechnischeInstitut der Bergakademie 50000 (—) J l und fürdie Fertigstellung einer Turnhalle und Aula der Bergakademie300000 (—) J l.Aus der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgabender Berghoheitsverwaltung ergibt sich, daß ihr Haushaltmit einem Fehlbeträge von 11 272 300 (11443 600) J labschließt. Der Gesamthaushalt weist dagegen, da der staatlicheBesitz an Bergwerksunternehmungen einen Überschußaufweist, nur einen Fehlbetrag von 5285300 (8006600)^ auf.Die nachstehende Übersicht stellt die wichtigsten Beträgedes Haushaltplanes für 1927 denen der Haushaltpläne für1926 und 1913 gegenüber.Verwaltungszweig1927 1926 1913Ausgabe Überschuß(-)-)Zuschuß (- )Ausgabe Überschuß(-f-)Zuschuß (—)EinnahmeEinnahmeEinnahmeAusgabe Überschuß(-(-)Zuschuß ( —)l.StaatlicherBesitz an Bergwerksunternehmungen.6 0 0 0 000 13 000 + 5 987 000 3 450000 13 ooo! r 3 437 000 +10 1092402. BerghoheitsverwaltungMinisterialabteilung fürdas Bergwesen einschl.Grubensicherheitsamt. 7 200 883 600 - 876 400 12300 820900 - 808 600 4 300 438 140 - 433840Oberbergämter . . . . 2386 900 5950 300 - 3563 400 2927 700 7597 000 - 4 669300 358380 3 741 140 - 3 382760Bergakademie Clausthal 112 300 1436 400 - 1 324 100 140 000 1 372 900 - 1 232 900 45 900 244680 - 198780Geologische Landesanstaltin Berlin . . . 230 900 1606 500 - 1 375 600 213100 1 489 100 - 1276000 157700 1 398900 - 1 241 200Abwicklungsstelle derBergwerksdirektionSaarbrücken in Bonn 75 400 390 000 - 314 600 172 600 399800 - 227200Ruhegehälter, Witwen- u.Waisengelder, Wartegelder........................ 3 818 200 - 3 818 200 3 229600 - 3 229600 1261 900 - 1 261 900Summe 2 2812700 14 085 000 -11 272300 3 465 700 14 909 300 -11 443 600 566280 7 084 760 - 6 518480Summen 1+2 8 812 700 14 098 000 - 5 285 300 6 915 700 |14 922 300 - 8 006 600 • + 3 590760Beobachtungen der Magnetischen W arten der Westfälischen Berggewerkschaftskasse im Februar 1927.Deklination = westl. Abweichung der Magnetnadelvom Meridian von BochumDeklination westl. Abweichung der Magnetnadelvom Meridian von BochumFebr.19271.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.13.14.15.Mittel aus den tägl.Augenblickswert.SU hrvorm .u.2U hrnachm. = annälernd.TagesmittelE oinCUinCJ■o*o XsZeit desUnterschiedzwischenHöchstundMindestwert— TagesschwankungHöchstwertesMindestwertesStörungscharakter0 = ruhig1 = gestört2 = starkgestörtFebr.1927oMittel aus den tägl.Augenblickswert.8 Uhr vorm.u.2 Uhrnachm. = annähernd.Tagesmittel0 t , / t vorm. nachm. vorm. nachmVV)J Z u■O£L.IVitnV•a c5Zelt desUnterschiedzwischenHöchstundMindestwert= TagesschwankungHöchstwertesMindestwertesStörungächarakter0 = ruhig1 = gestört2 = starkgestört9 12,4 17,0 9,5 7,5 2,3 N 12,0 N 0 1 16. 9 15,0 21,1 8°55,5 25,6 2,6 N 9,0 N 1 29 11,8 14,4 5,3 9,1 5,3 N 1,6 V i 0 17. 9 11,6 17,8 9° 8,2 9,6 1,2 N 7,7 N 1 19 11,2 15,3 1,7 13,6 4,6 N 12,0 N 0 1 18. 9 13,2 17,4 2,5 14,9 2,8 N 8,8 N 1 29 10,0 14,0 0,9 13,1 6,0 N 0,1 V 1 0 19. 9 13,2 17,3 6,7 10,6 2,0 N 9,7 N 1 19 12,7 16,0 3,9 12,1 2,6 N 2,9 V 1 1 20. 9 13,3 16,5 4,9 11,6 2,0 N 9,2 N 0 19 11,2 14,0 8,5 5,5 3,3 N 9,4 V 0 0 21. 9 12,6 16,4 9,5 6,9 1,3 N 9,0 V 0 09 12,7 15,9 8,8 7,1 1,6 N 9,5 V 0 0 22. 9 12,0 15,9 7,4 8,5 2,3 N 9,5 V 0 09 13,0 17,7 7,6 10,1 3,2 N 9,3 N 0 1 23. 9 12,3 16,3 8,3 8,0 2,2 N 9,6 V 0 09 12,8 19,1 8°56,4 22,7 7,0 N 10,0 N 1 2 24. 9 15,6 23,6 8°52,5 31,1 2,7 N 11,6 N 1 29 10,0 15,5 9° 2,0 13,5 2,7 N 1,9 V 2 1 25. 9 12,2 15,7 58,3 17,4 12,0V 0,0 V 1 19 11,6 14,3 3,6 10,7 2,6 N 11,4 N 0 1 26. 9 12,8 17,1 9° 0,6 16,5 2,6 N 6,5 N 1 19 12,2 16,3 1,5 14,8 3,8 N 9,0 N 1 1 27. 9 12,9 16,5 6,5 10,0 1,9 N 1,4 V 1 19 12,6 17,0 0,4 16,6 1,0 N 6,1 N 1 1 28. 9 11,5 16,7 8°59,3 17,4 2,2 N 8,7 N 0 29 12,89 12,415,115,57.59.57,66,02,5 N3,4 N1,8 V2,1 V1101Mts.-Mittel 9 12,41 16,6 3,8 12,8 ■ • 18 25


426 G lüc k au f Nr. 12Beobaclitungen der Wetterwarte der Westfälischen Berggewerkschaftskasse zu Bochum im Februar 1927.Febr.1927* U*Z1 ! ! ŁO£ | lO £5 :g O = oN« zmmTagesmittelLuftt emperatur0 CelsiusHöchst*wert7 IMindest-1 wertZeitLuftfeuc htigkeitTagesmittelAbsoluteFeuchtigkeitTagesmittelRelativeFeuchtigkeit%TagesmittelWindRichtung und Ge schwlndigkeitIn m/sek, beo aachtet 36 müber dem Erdbo den und in116 m Meere shöheVorherrschendeRichtungvorin. |nachm.MittlereGeschwindigkeitdes TagesNieschuJ3«Ocobjommi Schneehöhe w ncm = mm 7RegenhöheAllgemeineWitterungserscheinungen1. 753,4 + 3,6 + 4,4 8 N + 2,2 12 V 5,4 88 SSW SSW 4,8 3,9 __ vorm. Regen, trübe2. 59,9 + 2,0 + 3,4 OV + 0,9 12 V 5,3 95 s W SW 2,4 15,8 — vorm. Regen, zeitw. Schneefall3. 72,5 + 4,0 + 4,8 12 N + 0,9 4 V 3,8 77 WSW SSW 2,7 — — vorm. sclnv. Nebel, bedeckt4. 75,9 + 5,2 + 6,1 2 N + 4,1 12 N 5,0 72 SW WSW 3,2 1,1 — bedeckt, nachm. Regen5. 71,9 + 3,5 + 4,5 6 N + 2,4 10 V 5,2 86 W SW WSW 3,6 0,1 — bedeckt6. 68,2 + 2,7 + 4,6 4 N + 1,3 6 V 5,0 86 SSO O N O 2,7 3,9 — früh u. vorm. Regen7. 74,0 0,0 + 1,7 0 V — 0,8 10N 4,1 84 ONO ONO 2,8 0,1 — bedeckt, zeitw. Aufklären8. 74,1 — 0,6 + 1,2 2 N — 1,4 6 V 3,5 75 ONO ONO 5,0 0,1 bedeckt, zeitw. heiter, öfter Schneefl.9. 75,1 — 0,4 + 2,2 3N — 3,3 8 V 3,4 73 O N O ONO 4,3 — heiter10. 75,2 + 1,0 + 5,6 4 N - 2,8 7 V 3,7 74 O ONO 1,9 — — früh Reif, vorm. mäß. Nebel, heiter11. 73,4 + 1,1 + 6,2 3 N — 2,6 8 V 3,8 76 SO O 1,7 — — früh Reif, vorm. mäß. Nebel, heiter12. 72,1 + 2,2 + 7,0 4 N — 2,5 9 V 4,1 73 OSO O 2,1 — — früh Reif, Bodennebel, heiter13. 73,4 + 3,6 + 9,2 3 N — 0,1 9 V 3,6 58 S SW 1,7 — — heiter14. 74,5 + 4,5 + 7,4 1N — 0,8 4 V 5,3 SO SSW W 2,3 0,9 — früh Reif, vorm. heiter, abds. Regen15. 64,3 -f 4,0 + 4,7 3 N + 2,9 5 V 6,1 95 WNW w 1,7 0,1 — tags mäß. Nebel, nachm. schw. Regen16. 70,5 + 3,3 + 4,0 12N + 1,5 6 V 5,7 95 W SW W SW 3,4 0,3 — tags ra.Neb., rm .m .N eb. u.schw.Reg.17. 65,8 + 5,6 + 6,6 12 V + 4,0 0 V 6,6 92 w W N W 3,9 4,9 — nachts Reg., vm. mäß. Neb., nm . Reg.18. 64,4 +- 1,0 + 4,2 0 V — 2,3 12 N 4,1 75 o O 3,4 1,4 — nachts u. vorm. Regen, nachm. Aufkl.19. 69,9 — 2,9 — 0,1 3 N — 4,1 7 V 2,6 66 o O 2,7 0,0 — früh Reif, mitt. Schr.ecfl., zeitw. heiter20. 62,6 — 1,4 + 1,3 2 N — 3,3 1 V 2,8 63 s SSO 3,5 — 0,0 bedeckt, nachm. öfter Schneeflocken21. 53,6 — 1,9 + 2,9 12 N — 1,5 0 V 4,8 88 SSO SSO 2,6 — 2,1 nachts bis 10 vm. Schneef., Schneed.22. 50,9 + 5,0 + 6,1 12 N + 2,9 OV 5,6 83 SSO SSO 3,9 0,2 Schneereste, mittags Regen23. 50,4 + 8,2 + 11,5 12 V + 5,6 12 N 5,7 67 SSO S 3,6 1,9 — bedeckt, nachm. Regen24. 51,1 + 6,9 +11,8 1 N + 2,9 6 V 4,7 61 SSO SSO 4,0 0,1 — nachm. u. abds. Regen25. 50,4 + 9,3 + 11,7 U N + 5,3 4 V 6,8 79 SSO s 3,5 2,6 — nachts u. abds. Regen26. 53,7 + 9,7 + 11,3 5 N + 8,1 8 V 7,7 74 SW SSW 3,6 0,0 — vorwiegend bedeckt27. 50,9 + 9,4 + 12,1 2 N + 7,8 7 V 6,8 74 SSW SSW 3,7 5,8 — nachts u. tags regnerisch28. 53,5 +10,8 + 12,7 8 N + 7,1 8 V 7,6 79 SSW s 3,7 0,6 — nachts Regen, tags bedecktMts.-Mittel 764,5 + 3,7) + 6,0 + 1,2 5,0 78 1 • 1 3,1 43,7 2,2Lebende TiereEinfuhr |AusfuhrSumme 45,9Mittel aus 40 Jahren (seit 1888) 54,5WIR TSCHAFTLICHES.Deutschlands Außenhandelsbilanz (Gegenwartswerte des Spezialhandels in 1000 fä/6).L-eoensmuiejund GetränkeEinfuhr j AusfuhrKonsroiie u. naiofertigeWarenEinfuhr 1AusfuhrFertige WarenEinfuhr j Ausfuhrzusamrm>n reinerW aren /erkehrEinfuhrAusfuhrauße rdemGold u . SilberEinfuhrAusfuhrEinfuhrz u s a m m enAusfuhrPassivität —Aktivität +1913:insges. 289 700 7400 2807 S00 1069500 62S0000 2274100 1392200 6746200 10769700 10097200 436400 101 400 11206100 10198600 1007 500Monatsdurchschn.24142 617 233983 89125 523333 189508 116017 562183 897 475 841433 36367 8450 933842 849883 839531925:Jan. 7027 2338 343 36S 47741 676 207 129695 255320 515S83 1281 922 695657 39611 1738 I 371 533 697445 674 0S8rebr. 6123 15SS 317044 47791 584093 99538 163899 480 S26 1071159 629 843 53541 1574 1 124700 631417 493283März 7214 1643 295301 51126 570251 122297 164391 533624 1037157 708690 73 639 3056 1110796 711746 399 050April 11900 2030 293072 43330 541 631 113330 160345 511357 100694S 670047 73991 2329 1080939 672376 408563Mai 12946 9S2 292712 40175 520588 137796 167341 549049 993537 72S002 90447 4174 1084034 732176 351 858Juni 15016 730 344450 34357 484926 120201 164766 530436 1009138 6S5724 62600 19SS 1071788 687712 3S4 076I.Halbj.insg. 60301 9411 1S7S307 268104 3321 967 722843 1059342 3120396 6319917 4120754 443095 14909 6763012 4135663 -2627349Monatsdurchschn.10050 1569 313051 446S4 553661 120474 176557 520066 1053320 686792 73S49 24S5 1127169 6S9277 437892Juli 14063 4S3 449 56S 33773 533459 140442 156977 5631S2 1 154067 742880 258S5 3642 1179952 746 522 433430Aug. 12891 416 453570 2S050 552372 143440 159678 552679 1 173511 724 5S5 124945 2910 1303456 727495 575961Sept. 12181 632 413330 24019 458090 149488 1S54S6! 602483 10690S7 776622 34540 3616 1 103627 730238 323389Okt. 9S00 1106 355696 43531 506708 155543 201978 646302 1074132 846432 44761 494S 1 118943 851430 267513Nov. 7176 2310 250 SS9 50813 465876 167105 132607 571624 856548 791 852 377S5 5124 S94333 796976 97 357Dez. 5610 898 243713 65339 405197 162307 103055 565387 757575 793931 7099 4415 764674 798346 + 336721925:insges. 122022 15256 4022929 516919 6211713 1640555 2005 390 6625767 12362054 8793497 718110 39564 130S0164 8838061 -4242103Monats-'durchschn. 10169 1271 335244 43077 517643 136713 167116 552147 1030171 733208 59S43 3297 1090014 736505 3535091926:Jan. 5037 975 224 3S7 66204 378178 15920S 99706 56S251 707308 794633 26079 6834 733 3S7 SOI 472 68085Febr. 5247 1077 227085 50320 332653 167457 96755 564 098 661740 7S2952 59419 4986 721 159 7S7 93S 66779März S027 1065 220039 45203 331579 19045S 85619 6S6414 645264 923140 41547 3 825 6S6811 926965 240154April 8069 726 267601 28326 357022 152902 90393 597354 723 0S5 779 30S 5S8S 23S7 728 973 781 695 52722Mai 8551 945 282176 25532 324439 155141 S7594 547953 702760 729571 3766 1909 706526 731480 24954Juni 10004 1151 292892 27036 3S6S61 179554 102167 551015 791 924 753756 401S 1823 795 942 760579 35363I.Halbj.insg. 44935 5939 1514180 242621 2106919 1004S46 562619 3514991 4228653 476S397 140717 21764 4369370 4790161 + 420791Monatsdurchsclm.74S9 990 252363 40437 351 153 167474 93770 585832 704776 794733 23453 3627 723223 798360 +• 70132Juli 9013 746 417 25S 22875 411851 215790 103955 581 368 942077 821 279 6941 1907 949018 823 1S6 125832Aug. 12104 477 383610 26296 420553 235350 103460 571794 919727 833917 51544 2508 971271 S36425 134 846Sept. 14 435 802 255 S89 28946 43S304 224175 114791 5S2447 823419 S36370 107019 3512 930438 839882 90556Okt. 15691 1202 334263 43401 4S4497 232 590 155665 602 569 990116 879762 157 934 2636 1148050 882 398 265652Nov. 15499 744 33S197 59846 504931 237473 141109 578243 999736 S76306 71313 1S96 1071049 S7S202 192847Dez. 13770 S27 348373 52710 557 300 213SS0 14102S 565094 1060471 832511 79773 2023 1140249 334 534 3057151926: insges. 125447 10697 357S652 476402 4924 23S 2362919 13226SI 6968102 9951018 9S1S120 615246 36201 10566264 9 854 321 711943Monatsdurchschn.10454 891 298221 39700 410353 196910 110223 5S0675 829252 SIS 177 51271 3017 8S0522 821 193 59329


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 427amts für den Durchschnitt des Monats Februar auf 145,4.Danach ergibt sich gegen Januar eine Steigerung um 0,6%,die ausschließlich auf eine Erhöhung der Ernährungskostenzurückzuführen ist.E Ś cC" u aO — jeGesamtlebenshaltungohneW ohnungMc3l*JSsrtCi_ÜJbüc3CJCI= boM rn Ti3 3NE m3■O


428 G lü c k a u f Nr. 12Deutschlands Außenhandel in Kohle Jm Januar 1927.Steinkohle Koks Preßsteinkohle Braunkohle Preßbraunkolilebzw. Monat Einfuhr Ausfuhr1 Einfuhr Ausfuhr1 Einfuhr Ausfuhr1 Einfuhr Ausfuhr1 Einfuhr Ausfuhr1t t t t t t t t t t1913 . . . 878 335 2 881 126 49 388 534 285 2204 191 884 582 223 5029 10 080 71 7611922 . . . 1049 866 421 835 24 064 75 682 3270 3 289 167 971 1185 2 546 34 8741925 . . . 634 030 1 137 154 5 772 314 658 3071 66 541 191 271 2762 12 690 66 1971926 . . . 23S 885 2 437 005 4 222 615 006 234 132 291 167 897 6543 10135 144 7441927: Jan. . 393 286 2145 226 7 609 867 158 42 71 012 166 905 4893 16 066 126 716‘ Die Lieferungen nach Frankreich, Belgien und Italien auf Orund des Vertrages von Versailles sind nicht einbegriffen, dagegen sind bis einschl.Mal 1922 die bedeutenden Lieferungen, welche die Interalliierte Kommission In Oppeln nach Polen, Deutsch-Österreich, Ungarn, Danzig und Memel angeordnethat, in diesen Zahlen enthalten.Verteilung des Außenhandels Deutschlandsin Kohle nach Ländern.1913tJanuar1926t1927tEinfuhr:Steinkohle:Saargebiet. . . . 83 517 63 188Belgien................... 24195 230Frankreich . . . . 721 1442 1681Elsaß-Lothringen . 6 779 9510Großbritannien . . 568 722 250 989 224 596Niederlande . . . 39 S43 17215 4 459Poln.-Oberschlesien 4 386 7 202Tschecho-Slowakei. 14 889 82 214übrige Länder . . 29 838 197 436Koks: z«s- 663 319 379 644 393 286Großbritannien . . 3 027 1 161Niederlande . . . 2 340 15einschl.UngarnÖsterreich . . . . 2 149 . 5008übrige Länder . . 45 364 943 142549 853 3 970 7 609Preßsteinkohle: zus‘Poln.-Oberschlesien —übrige Länder . . 2590 309 422 590 309 42Braunkohle: zus' Österr.-Ung.Tschecho-Slowakei. 503 695 155 783 166 605übrige Länder . . 9 119 300_ „ , zus. 503 704 155 902 166 905Preßbraunkohle:Österr.-Ung.Tschecho-Slowakei. 9 246 11 717 15 451übrige Länder . . 48 475 615zus. 9 294 12192 16 066Ausfuhr:Steinkohle:Saargebiet . . . . 25487 14 642Belgien................... 314016 35 933 495 356Britisch-Mittelmeer. 1698 7126 —Dänemark . . . . 15 138 7345 30486D a n z ig ................... . 818 456Estland................... — 215Finnland . . . . 250 — 7654Frankreich. . . . 187 964 16449 429 309Elsaß-Lothringen . . 215 1 634Griechenland. . . 1 445 — 375Großbritannien . . 2 130 21 955Irischer Freistaat . , 3 021It a lie n ................... 61 870 78 551 92 943Jugoslawien . . . . 5 317 19 889Lettland . . . . 6777 165Litauen................... 3 653 3 248Luxemburg . . . . 3 736 5 172Memelland . . . 3 773Niederlande . . . 458 356 534 308 461 389Norwegen. . . . 995 3782 7802einschl. UngarnÖsterreich . . . . 986 226 25691 42 699Poln.-Oberschlesien t 718Portugal . . . . — 13307 4523Rußland . . . . 150 545 . 1620Schweden . . . . 9893 24983 258 188Schweiz................... 133 398 19 208 38 827Spanien.................... 9 895 7 258 6 5261913tJanuar1926tI 1927tTschecho-Slowakei. 89 381 66 264U ngarn................... s. Österreich 1 610 171Ägypten . . . . 4498 — 6733Algerien . . . . 2673 21 526 14535T u n i s ................... , 2 330Franz.-Marokko . . . 1415Niederländ.-Indien . - 3 665 3 058T ü r k e i................... —Argentinien . . . 2213Brasilien . . . .25 422__27140__C h i l e ................... . 28Uruguay . . . . — —Ver. Staaten . . . . 38 128 —Austr. Bund . . . # __übrige Länder . . 43 046 5 046 71 685zus. 2 386 249 1 005 440 2 145 226Koks:Saargebiet. . . . 3225 5381Belgien................... 92 605 50 27 330Dänemark . . . . 7488 7027 36254Finnland . . . . 467 83Frankreich . . . . 252832 18916 131 591Elsaß-Lothringen . 53 248 244 134Griechenland. . . 6 255 4115Großbritannien . . 4 665 22 275Irischer Freistaat . 8 121I t a lie n ................... 24 108 17491 15410Jugoslawien . . . . 2 734 1616Lettland . . . . . 1733 25Litauen................... , # 449Luxemburg . . . . 138 684 210 788Niederlande . . . 34 625 16 203 26109Norwegen. . . . 3333 180 12652Österreich . . . .einschl.Ungarn108 055 29337 12827Poln.-Oberschlesien 626 603Rumänien . . . . 713 160 .Rußland . . . . 22506 .Schweden . . . . 12876 78908 69617Schweiz . . . . 37 524 22765 12374Spanien . . . . 2585 1909Tschecho-Slowakei. 22 423 17 718Ungarn................... 1 145 1 137Ägypten . . . . . 707Algerien . . . . . . —Argentinien . . . . 508 —Kanada ................... —C h i l e ................... l ’l 292 . —Ver. Staaten . . . — 9 279 2 050Australien . . . . 918 1050 445übrige Länder . . 5317 5 331 1 438zus. 628 164 431 023 867158Preßsteinkohle:Belgien................... 33 105 15 749 19019Dänemark . . . . 7730 320 4115Frankreich. . . . 22975 6317Elsaß-Lothringen . • 38Griechenland. . . — - . —Großbritannien . . 40Irischer Freistaat . 2 323I t a lie n ................... 15 763 1 566 991Luxemburg . . . . 2 453 5 193Niederlande . . . 35 976 28 229 20 430


19. M ärz 1927 G 1ü c k a u t 4291913Januar1926 1927einschl. UngarnÖsterreich . . . . 30 609 154Rußland . . . . 322 95Schweden . . . . ' 453 3 736Schweiz . . . . 56 500 11 118 4 179Spanien................... 1 015Ägypten . . . . ’ 203 7 223 2 538Algerien . . . . 1 865 4515 —Franz. Marokko . . _Madagaskar . . . —A s i e n ...................__Argentinien . . .Brasilien . . . . _Columbien . . . . _Ver. Staaten . . . _übrige Länder . . 2 005 17 161 983zus. 207 053 88 941 71 012Braunkohle:Großbritannien . .einschl.Ungarn• 2 626Österreich. . . . 5 709 3 623 1 2S3übrige Länder . . 1 529 122 984zus. 7 238 3 745 4 893Preßbraunkohle:Saargebiet. . . . 5 953 5 671Belgien................... 11 782 4 470Dänemark . . . . 5 234 22 093 23 564D a n zig ................... 2 375 2 250Frankreich. . . . 10 107 40Elsaß-Lothringen . 475Großbritannien . . 34 837It a lie n ................... . 2698 2 453Lettland . . . . . 150Litauen................... ’ 955 559Luxemburg . . . 5 365 5 973Memelland . . . 1 420 497Niederlande . . . 32 649 11 938 12 278einschl.UngarnÖsterreich . . . . 38 637 5 172 5 055Schweden . . . . 1 296 5917 1 616Schweiz . . . . 28 444 26 694 25 258Tschecho-Slowakei 2166 1 500übrige Länder . . ' 980 3 024 70zus. 129 129 95 770 126 716Geschäftsbericht des Stahlwerks-Verbandes über die Zeitvom 1. Juli 1925 bis 30. Juni 1926.Das abgelaufene Geschäftsjahr, das durch die Aufnahmeder Verkaufstätigkeit der unter dem Stahlwerks-Verbandvereinigten in dem vorjährigen Bericht schon erwähntenVerbände gekennzeichnet wird, stand noch ganz unter derWirkung der auf dem deutschen Wirtschaftsleben lastendenKrisis. Die Hoffnungen auf ein baldiges Wiedererstarkendes Geschäftslebens, nachdem in rascher Folge Verkaufsverbändefür die verschiedenen Walzwerkserzeugnisse geschaffenworden waren, konnten sich infolge der vielenHemmungen wirtschaftlicher und politischer Natur nicht soschnell verwirklichen, wie vielfach erwartet wurde.Die Abwärtsbewegung am Inlandsmarkt, die schon inden ersten Monaten des Berichtsjahrs begonnen hatte, setztesich im zweiten Halbjahre zunächst fort. Der schädigendeWettbewerb der deutschen Werke untereinander war zwarausgeschaltet, jedoch blieb die Konkurrenz der Saar- sowieder lothringer-luxemburger Werke noch bestehen; dazu kam,daß die große Menge der sogenannten Vorverbandsgeschäfteauf den Markt drückte. Es wurde dadurch schwierig, angemessenePreise auf der ganzen Linie zu erzielen und vonvornherein umfangreiche Aufträge auf alle Erzeugnisse fürVerbandsrechnung hereinzunehmen.Vor allem wurde die Aufnahmefähigkeit des Marktesdurch den allgemeinen Kapitalmangel beeinträchtigt. Nichtnur die Eisenindustrie selbst sowie der Bergbau litten unterdieser Geldnot, auch die Hauptverbraucher in der weiterverarbeitendenIndustrie, die Maschinenfabriken, Schiffswerften,Waggofibauanstalten, waren zum Teil ganz ungenügendbeschäftigt, zumal auch die Reichseisenbahn ihreAusgaben den ihr durch den Dawesplan auferlegten Verpflichtungenanpassen mußte. Die Bautätigkeit bewegtesich infolge der Wohnungszwangswirtschaft und des teuernGeldstandes ebenfalls in engern Grenzen. Der Inlandsbedarfging von Monat zu Monat zurück, so daß Betriebseinschränkungenund -Stillegungen in immer größerm Umfangenötig wurden. Gleichzeitig mehrten sich in den Verbraucherkreisendie Fälle von Zahlungsschwierigkeiten, Geschäftsaufsichtenund Konkursen. Ist hierin auch allmählich eine Milderungeingetreten, so konnte sich eine daraus entspringendeBesserung doch nur langsam und schrittweise vollziehen.Im Frühjahr begannen sich die ersten Ansätze dazu aufdem inländischen Eisenmarkt bemerkbarzu machen. Händlerund Verbraucher, deren Lager durch die lange Zurückhaltungzusammengeschmolzen waren, traten mit gesteigerter Kauflusthervor, so daß sich der Auftragseingang hob. Die im Gangbefindlichen internationalen Eisenverhandlungen sowie derenglische Bergarbeiterausstand, der die britischen Eisenwerkefast ganz zum Erliegen brachte, dürften mit dazu beigetragenhaben, die Nachfrage zu beleben. Eine völlige Ausnutzungder vorhandenen Betriebsanlagen wurde zwar nicht erwartet,aber es konnte doch festgestellt werden, daß, wenigstenswas die Beschäftigung angeht, ein erheblicher Fortschritt zuverzeichnen war.Die Preise auf dem Auslandsmarkt waren unbefriedigend.Während in einer Reihe von Ländern ein starkausgebautes Schutzzollsystem das Eindringen des deutschenEisens sehr erschwerte, teilweise ganz unmöglich machte,drückte in den übrigen Absatzgebieten das billige Angebotder Inflationsländer auf die Weltmarktpreise. Dieses Geschäftwar daher nur unter großen Opfern möglich; gleichwohlmußte ihm mit Rücksicht auf die ungenügende Aufnahmefähigkeitdes Inlandsmarktes stärker nachgegangen werden,um ein einigermaßen wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichenund weitere Betriebsstillegungen und Arbeiterentlassungenzu vermeiden.Die inländische Ausfuhr der weiterverarbeitenden Industriehat die ebenfalls unter dem Dache des Stahlwerks-Verbandes arbeitende Rohstahlgemeinschaft dadurch zufördern gesucht, daß den Eisenverarbeitern bei nachgewiesenerAusfuhr das verwendete Walzgut zu ungefährgleichem Preise geliefert wurde, zu dem für den ausländischenVerbraucher das Eisen erhältlich war; in dem Materialbezugwurde auf diese Weise der preisliche Vorsprung, dendas Ausland hatte, im großen und ganzen beseitigt.Die Einschränkung der Erzeugung durch die deutscheRohstahlgemeinschaft, die im August 1925 von 25 auf 35 °/0erhöht werden mußte, blieb in dieser Höhe während desganzen Berichtsjahrs bestehen und konnte erst im neuenGeschäftsjahr nach und nach bis auf 20 % ermäßigt werden.Inzwischen ist auch die Internationale Rohstahlgemeinschaftins Leben getreten, vorläufig zwischen den luxemburgischen,belgischen, französischen und deutschen Werken, um dieRohstahlerzeugung gemeinsam der Aufnahmefähigkeit desWeltmarktes anzupassen. Von diesen gemeinsam zutreffenden Beschlüssen wird es abhängig sein, inwieweitdie Leistungsfähigkeit der Werke in Anspruch genommenwerden kann.Die Eisen schaffende Industrie hat im Berichtsjahr inihrem ernsten Bemühen nicht nachgelassen, die Wirtschaftskrisenach Kräften zu lindern; sie bedarf aber nach wie voreiner tatkräftigen behördlichen Unterstützung durch eineverständnisvolle Behandlung der Steuerfragen, der Fragender Lohn- und Sozialpolitik sowie des Tarif- und Verkehrswesens,wenn ihren eigenen Sparmaßnahmen, Verbesserungenund Umstellungen dauernder Erfolg beschieden seinsoll. Es muß von den staatlichen und Gemeindebehördenerwartet werden, daß sie dem letzthin von den wirtschaftlichenSpitzenverbänden ausgesprochenen Leitsatz Rechnungtragen, nämlich, daß steuerliche Erleichterungen für dieWirtschaft durch Einschränkung der öffentlichen Ausgabenauf allen Gebieten in Verbindung mit einer gerechten Lasten-


430 G lü c k a u f N r. 12Verteilung und durch eine wesentliche Vereinfachung desganzen Steuersystems zu schaffen sind.Die steuerlichen Einnahmen des Deutschen Reichesin den Jahren 1924 — 1926.Die steuerlichen Einnahmen des Deutschen Reichesbeliefen sich am Ende des Kalenderjahres 1626 auf 6,86Milliarden JC und blieben damit um 435,6 Mill. JC oder5,97 % hinter dem Steueraufkommen des Kalenderjahres 1925zurück. Gegen 1924, dem ersten Jahr nach der Stabilisierung,ergibt sich ein Mehr von 111,9 Mill. JC. Von dem obigenBetrag machen die direkten Steuern (das sind Einkommen-,Besitz- und Verkehrsteuern) im letzten Jahr 4,56 Milliarden JCoder zwei Drittel der Oesamtsumme aus, wovon wieder2,56 Milliarden JC oder 56,05 °/0 auf Einkommensteuern entfallen.Auf Orund der Neuveranlagung für die veranlagtenEinkommensteuern hoben sich deren Erträgnisse von 807Mill. JC in 1925 auf 1033 Mill. JC oder um 27,99 °/0 im Berichtsjahr.Die Einkommensteuer aus Lohnabzügen gingdagegen, teils infolge Erhöhung der steuerfreien Einkommenteilevon 960 JC ab 1. Juni 1925 auf 1200 JC ab 1. Januar 1926,teils aber auch infolge der großen Zahl der Erwerbslosen, von1,48 Milliarden JC auf 1,1 Milliarden JC oder um 25,85 °/0zurück. Ihr Anteil an dem Gesamtsteueraufkommen erfuhrin derselben Zeit eine Verminderung von 20,24 auf 15,96 °/0,während der Anteil der übrigen Einkommensteuer von15,15 auf 21,30 °/0, das ist fast im gleichen Maße, anwuchs.Der Ertrag der Umsatzsteuer zeigt seit 1924 einenständigen Rückgang, der durch den fortgesetzten Abbaudieser Steuer bewirkt wurde, ln den ersten drei Vierteljahren1924 betrug der Steuersatz 2'h °/0, er ermäßigte sichsodann am 1. Oktober 1924 auf 2 °/0, am 1. Januar 1925 auflV2 °/o, am 1. Oktober desselben Jahres auf 1u/0 und beträgtseit 1. April 1926 nur noch 0,75 °/0. In 1926 brachte dieseSteuer 915 Mill. JC ein, woraus sich gegenüber 1924 eineVerminderung um 863,8 Mill. ^ oder 48,55 °/0 ergibt.Das größte Erträgnis der in der Gruppe Zölle und Verbrauchsteuernzusammengefaßten Einnahmenquelle weisendie Zölle auf. Die Zollgesetze haben im Laufe der letztendrei Jahre mannigfache Erweiterungen und Tariferhöhungenerfahren, so am 1. September und 1. Oktober 1925 sowie am1. August 1926. Infolge dieser Erhöhungen sowie auch nichtzuletzt durch das Wiederaufleben der deutschen Wirtschaftstiegen die Zolleinnahmen von 273,5 Mill. M in 1924 auf816,6 Mill. JC im Berichtsjahr oder auf annähernd das Dreifachean. Für das allmähliche Anwachsen der Kaufkraftseit 1924 zeugt auch die erhebliche Erhöhung der Erträgnisseaus der Tabaksteuer (+ 63,85 °/0), der Zuckersteuer(+ 44,33 °/0) und der Biersteuer (+ 49,86%), die nur zumgeringen Teil ihre Ursache in Tariferhöhungen hat. Einenähere Übersicht über die Erträgnisse der einzelnen Steuerartenwährend der Jahre 1924, 1925 und 1926 bietet dienachstehende Zahlentafel.Aufkommen der Reichssteuern in den Kalenderjahren 1924—1926.1. Steuern vom Einkommen:a) Körperschaftsteuer.................................b) Steuerabzug vom Kapitaleitrag . . .c) andere E in k o m m e n ste ue r...................Summe a—cd) Einkommensteuer aus LohnabzügenSumme 12. Besitz- und Verkehrsteuern:a) Umsatzsteuer...........................................b) Vermögensteuer......................................c) Erbschaftsteuer......................................d) Beförderungsteuer..................................e) Kapitalverkehrsteuer.............................f) sonstige Besitz- und Verkehrsteuer . .Summe 23. Zölle und Verbrauchsteuer:a) Z ö l l e ..........................................................b) T a b a k ste u e r...........................................c) Zuckersteuer...........................................d) B iersteuer................................................e) aus dem Branntweinmonopol . . . .f) Weinsteuer................................................g) sonstige V erbrauchsteuer...................Mill. JC319.39,5881.41210,21163,22373,41779,1448,317,9254,6202,0423,23125,1273,5407,7187,9173,1106,479,526,31?24Von derGesamtsumme% ■4,730,1413,0517,9217,2335,1526,356,640,273,772,996,2746,284,056,042,782,561,581,180,3919 25 ,Von derGesamtsummeMill. JC % Mill. JC223,575,7806,71105,91477,32583,21625,6340.130,0330.2134.2330,72790,8549.8616,6234.9249,0156,288,531,43,061,0411,0515,1520,2435,3822,274,660,414.521,844.5338,237,538,453,223,412,141,210,43341,288,51032,51462,21095,42557,6915.3321,627,4299.3130.4311,32005,3816,6668,0271,2259,4213,842.031.01926Von derGesamtsumme%4,971,2915,0421,3015,9637,2613,334,680,404,361,904,5429,2111,909,733,953,783,110,610,45± 1926gegen 1924%+ 6,86+ 831,58+ 17,14+ 20,82- 5,83+ 7,76- 48,55- 28,26+ 53,07+ 17,56- 35,45- 26,44- 35,83+ 198,57+ 63,85+ 44,33+ 49,86+ 100,94- 47,17+ 17,87Summe 3 1254,4 18,58 1^26,4 26,39 2302,0 33,53 + 83,51Steueraufkommen insges. 6752,9 100,00 7300,4 100,00 6864,8 100,00 + 1,66Die Versorgung der deutschen Großstädte mit Elektrizitätund Gas im Jahre 1925/26*.Von den deutschen Großstädten deckten im Jahre 1925/26nur noch 5 ihren Strombedarf ganz und weitere 20 überwiegenddurch Erzeugung in eigenen Elektrizitätswerken,während 9 Städte hauptsächlich und die restlichen 11 ausschließlichauf den Strombezug von f r em d e n Werken angewiesenwaren. Der mit 279 Antriebsmaschinen und 313Elektrogeneratoren in eigenen Werken gewonnene Strombetrug 1784 Mill. kWst, zu dessen Erzeugung ein Brennstoffverbrauchvon 1,4 Mill. t Steinkohle und 542000 t Braunkohleneben geringen Mengen Öl und Gas erforderlich war.i N ach »W irtsch aft u n d Statistik«.Einzelheiten bietet die Zahlentafel I, die allerdings nur 42Großstädte begreift, da Augsburg, Gelsenkirchen und Hambornkeine verwertbaren Angaben geliefert haben.Im Gegensatz zur Elektrizitätsversorgung erfolgte dieGasversorgung der deutschen Städte, abgesehen vonden besondern Verhältnissen im Ruhrgebiet, fast ausnahmslosaus eigenen Gasanstalten. Das Fassungsvermögen allerGasbehälter betrug im Berichtsjahr 6,9 Mill. m3 und dieLänge des Hauptrohrnetzes 20264 km. Für die Gaserzeugung,die im Berichtsjahr rd.1790 M ill.m 3 betrug, wurden 4,1 Mill. tKohle, 145 000 t Koks und geringe Mengen Öl als Zusatzmaterialverbraucht. Die Zahlentafel 2, die sich mit Ausnahmevon Hamborn auf sämtliche deutsche Großstädtebezieht, bietet Näheres über deren Gasversorgung.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 431Zahlentafel 1. Die Elektrizitätsversorgung der deutschen Großstädte im Jahre 1925/26.ZahlderberichtendenStädteEinwohnerdesVersorgungsgebietsin 1000Stromerzeugungin 1 ineigenen |fremdenWerkenMill. kWstInsges.Bei der Stromerzeugung verbrauchteBrennstoffmenge'Steinkohle,Koks1000 tBraunkohle1000 tFlüssigeBrennstoffe1000 tStromabgabedavon*Insges. Licht i Kraftstrom1 strömÍAlll. kWstEigenesLeitungsnetz8der StädteGroßstädte insges...................... 42 17015 1783,7 1257,6 3041,3 13S9.0 542,5 0,9 2554,1 355,5 1047,8 41 325,2davon mitüber 1000000 Einwohner 2 5 684 692,9 448,5 1141,4 642,4 — 0,2 924,6 63,2 199,7 14 314,4500000-1000000 D 3 232 254,8 314,8 569,5 105,7 192,7 470,2 57,5 182,3 9 703,0300000- 500000 8 3 281 333,8 180,9 514,7 317,1 — ---- 437,4 107,0 259,1 6 442,1200 000- 300000 7 1 845 239,1 89,0 328,2 198,2 68,1 0,4 294,7 51,6 119,2 3 966,4100000- 200 000 „ 20 2 973 263,1 224,4 487,5 125,6 281,7 0,3 427,2 76,2 287,5 6899,3i Ohne Angaben von Altona, Köln, Münster und Oberhausen. 3 Ohne Angaben von Berlin, Bremen, Hannover, Köln, Leipzig, Magdeburg, München.Oladbach, Münster, Oberhausen und Plauen. 3 Ohne Angaben von Dortmund und Essen (mit Ausnahme von Altenessen).Zahlentafel 2. Die Gasversorgung der deutschen Großstädte im Jahre 1925/26.ZahlderberichtendenStädteEinwohnerdesVersorgungsgebietsin 1000Bei der Gas­ Gaserzeugung Gasabgabeerzeugungverbrauchte MengeKohle1000 tKoks1000 tÖl1000 tineigeneninfremdenWe rkenMill m iinsges.insges.Straßenbeleuchtungdavon fürHaushaltungenund gewerblicheZweckeMil 1 m8kmSelbstverbrauchundVerlusteGroßstädte insges...................... 44 16011 4072,4 145,0 1,1 1789,8 165,2 1955,0 1950,8 132,4davon mit1627,0 135,6über 1000 000 Einwohner 2 4 351 1677,8 36,0 0,8 730,8 2,7 733,5 733,5 46,1 636,8 50,6500000-1000000 5 3 250 729,8 28,4 — 321,9 321,9 322,0 26,0 271,3 24,7300000- 500000 8 3 340 670,3 50,8 — 328,1 45,0 373,1 375,1 24,8 326,7 23,5200000- 300000 8 2 058 437,4 9,6 0,3 182,8 15,7 198,5 194,3 11,3 130,0 15,9100000- 200 000 „ 21 3012 557,1 20,2 — 226,2 101,8 328,0 325,9 24,2 262,2 20,9Zahl der arbeitsuchenden Bergarbeiter bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen im Ruhrbezirk am 15. Februar 1927'.Arbeitsnachweisbezirkinsges.ledigverheiratetKohleiihauerinsges.davondavon vollleistungsfähigSchlepperReparaturundZimmerhauerLehrhäuerTagesarbeiterA h le n ........................ 7 6 1 2 2 1 1 2 1Bochum-Stadt . . . 336 63 273 19 8 69 22 59 167Bochum-Land . . . 306 53 253 14 4 184 20 22 66B o t t r o p ................... 265 141 124 50 50 45 20 108 42B u e r ........................ 508 107 401 42 17 250 27 74 115Castrop-Rauxel . . . 111 50 61 30 27 9 19 28 25Dinslaken................... 333 58 275 14 14 33 10 12 264D o r s t e n ................... 53 23 30 23 12 8 10 7 5Dortmund-Stadt . . 1212 394 818 179 37 305 157 267 304Dortmund-Land . . 236 95 141 44 40 31 49 58 54D uisburg................... 43 22 21 9 5 3 1 15 15Essen . . . . . . . 3 098 1323 1775 171 61 146 184 555 2042Gelsenkirchen . . . 1330 393 937 5 5 172 23 311 819G ladbeck................... 178 72 106 19 2 24 8 55 72Hagen-Land . . . . 14 4 10 8 4 2 1 2 1H am born................... 436 71 365 183 58 123 33 52 45H a m m ........................ 18 12 6 — — — — 17 1Hattingen................... 446 89 357 89 7 123 26 43 165H e r n e ........................ 25 16 9 6 5 2 6 8 3H erten........................ 144 39 105 18 7 69 9 25 23H ö r d e ........................ 270 87 183 — — 103 24 71 72Kam en........................ 706 130 576 144 35 227 36 118 181Lüdinghausen . . . 472 73 399 83 ■ 47 71 13 52 253Lünen ........................ 129 39 90 49 2 18 6 10 46M o e rs ........................ 76 18 58 12 11 12 2 26 24M ü lh e im ................... 11 6 5 4 3 ---- ---- 7 ----Oberhausen . . . . 771 185 586 148 15 305 32 75 211Osterfeld . . . . . 82 29 53 — — 18 3 28 33Recklinghausen. . . 714 124 590 20 8 273 16 81 324Schw e lm ................... 27 4 23 1 1 1 1 — 24Sterkrade................... 106 49 57 22 14 18 9 22 35Wanne-Eickel . . . 165 75 90 15 15 9 27 51 63Wattenscheid . . . 221 118 103 3 3 51 5 77 85W itte n ........................ 71 9 62 — — 23 — 6 42zus. 12 920 3977 8943 1426 519 2728 800 2344 5622Mitte Januar . . . 13 395 4126 9269 1473 571 2868 938 2481 5635± Febr. gegen Jan. °/0 - 3,55 - 3,61 - 3,52 -3,19 -9,11 - 4,88 — 14,71 — 5,52 - 0,231 Nach Feststellungen des Landesarbeitsamts, Abt. Bergbau In Bochum.


432 G lü c k a u f Nr. 12Monatsdurchschnitt1913192419251926Januar .FebruarMärzAprilMai .Juni .Juli .AugustSeptemberOktober .NovemberDezemberzus.Monatsdurchschnittvon derSumme °/„Monatsdurchschnitt1913192419251926:Januar . .Februar .MärzAprilMai .Juni .Juli .AugustSeptemberOktober .NovemberDezemberzus.Monatsdurchschnittvon derSumme °/0Brennstoffversorgung Groß-Berlins im Jalire 1926.Steinkohle, Koks und Preßkohle ausRohbraunkohle u. Preßbraunkohle ausSachsen undEnglandWestfalesenOberschlesienNieder­PreußenOesamtempfangSach­Poln.- Dtsch.-Böhmenschle­sienbraunkohle braunkohleinsges. Roh- | Preß­Roh- |Preß­insges.t t t t 1 t t t t | t t | t t t137 87229 45549 98351 114108 550124 51364 3415 90468123147219658152 421358 88329 9075,64101 5861871941 56447 84899142116 94951 5533 7173302 301321 84026 82014,15Empfang insgesamt144 221 1910 165 174 28 969 378 147 1 1032 178 5792 2025 181 70752 656 1 464 220 011 26 062 329 648 14019 165 478 899 3 426 183 82180306 1 117 26 911 137 920 30 760 326 998 12 345 187 755 650 4 091 204 842124 798 1 491 159 907 41 489 378 799 7 400 209 126 125 3 739 220 390105 498 1 312 170 096 48 726 434 182 9 282 204 535 40 2 726 216 58374 423 601 194 249 38 912 432 698 9 688 172 195 — 3 921 185 80467 073 687 220 934 41 819 394 854 6164 143 535 1786 3 389 159 87480 382 1 062 203 679 45 112 336 139 6 971 111 007 120 4 590 122 68866 761 468 113 127 33 773 214 197 6 169 158 312 — 2 729 167 210100 856 781 142 467 43 086 288 421 6 369 141 242 200 3 989 151 800171 644 620 105 019 37 885 315 640 10 829 132 941 88 4 336 148 194108 943 955 127 206 40 946 278 246 7 935 140 454 — 2 479 150 868126 569 1 317 211 090 49 518 388 552 9 905 180 870 — 3 784 194 559136155 1 957 139 919 52 760 330 806 6 470 239 780 70 5 174 251 494130 892 1 294 26 504 167 136 57 647 385 894 8 058 200 307 4582 2 753 215 700293994 12 545 26 504 1954829 531 673 4178428 95 240 2 039 304 7011 43 609 2 185 164107 833 1 045 2 209 162 902 44 306 348 202 7 937 169 942 584 3 634 182 09720,33 0,20 o 42 30,72 8,35 65, 56 1,50 32 05 0,11 0,69 34 34123511467 7195 8366 6602 07125 97540 44213 07542 533120 99847 888' 50 32340 79928 141424 74135 39518,6826 8 381— ! 20141201411 6780,89Abzüglich der abgesandten Mengen. a Einschl. Sachsen. * Nur Böhmen.davon auf dem Wasserweg559 853513 469531 839599 189650 765618 502554 728458 827381 407440 221463 834429 114583 111582 300601 5946 363 592530 299815 4717 214 470 862 802 153 . 319 214139 7 089 110 092 1 205 1073 — 279 2 557 11271 746 19 254 148 690 797 1 023 178 — 1 998 15024 683 10 161 88 528 330 1 162 _ _ 1 492 9058 999 34 598 199 399 774 13 804 --- — 14 578 213116 867 24 135 260 022 843 350 ---9383 2 131 262154 518 30 615 262 661 859 1 000 16863 — 3 545 266150 295 33 098 227 552 438 977 — 1 422 3 2 837 23063 141 22 375 98 591 750 1 075 — 332 3 2 157 10087 870 33 483 164 216 1 004 2 510 — 332 3 846 16855 620 30 008 206 626 317 720 — — 1 037 20779 973 32 513 160374 1 103 1 139 — — 2 242 162135 500 37 481 223 304 1 112 — — 330 1 442 22469 903 38 730 149 432 — 6 133 — —6 133 15594 926 42 024 187 533 — 2 850 1576 — 4 426 1911092295 369 221 2228238 7 530 31 720 3262 3 354 45 866 2 27491 025 30 768 185 687 628 2 643 272 280 3 822 18948,03 16,24 97,98 0,33 1,39 0,14 0,15 2 02 100100,00Großhandelsindex des Statistischen Reichsamts (1913 = 100)1.(Neue Berechnung.)ViehAgrarstoffeMJw &> s N0)Futtermittelzus.KolonialwarenKohleEisenIndustrielle Rohstoffe und Halbwarens£


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 433Güterverkehr in den Duisburg-Ruhrorter Häfen in den Jahren 1925 und 1926.Zu Berg Zu Tal Vom bzw. zuin Kanal zus.1925 1926 1925 1926 1925 1926 1925 1926t t t t t t t tAnfuhr zu Schiff:Steinkohle . . 25 889 ■ 7 406 283 5 290 81 665 139 033 107 837 151 729Koks . . . . — — — — __ __ __ _Preßsteinkohle — — — 175 — - __ 175Eisenerz. . . 2 206 890 1 239 426 47 942 321 958 18 182 10 459 2 273 014 1571 843Eisenwaren 114 804 84 258 33 338 67 778 4 522 2 111 152 664 154 147Getreide. . . 310 001 347 805 20 943 14 442 3 193 2 692 334 137 364 939Holz . . . . 30 504 23967 88905 63 770 666 1009 120 075 88 746Sonstige Güter 438 733 469 850 537 752 490 086 83 929 96 546 1060 414 1056 482zus. 3 126 821 2172712 729 163 963 499 192 157 251 850 4 048 141 3 388 061Abfuhr zu Schiff:Steinkohle . . 4 940 975 3 834 875 11 558 025 17 170 907 21 101 11 987 16 520 101 21 017 769Koks . . . . 192 665 280 279 186 691 1 088 168 3 162 _ 382 518 1 368 447Preßsteinkohle 245 7 360 115 450 270 408 163 — 115 858 277 768Eisenerz. . . 48 215 31 001 1 650 5 677 34 834 350 84 699 37 028Eisenwaren 63 192 57 359 534 145 833 713 2 807 1793 600 144 892 865Getreide. . . 26115 14 496 3 744 2 292 3 631 2 352 33 490 19 140Holz . . . . 203 278 1212 987 — — 1415 1265Sonstige Güter 55 491 61 162 336 062 301 391 31 356 58 851 422 909 421 404zus. 5 327 101 4 286 810 12 736 979 19 673 543 97 054 75 333 18 161 134 24 035 686Brennstoffverkaufspreise der französischen Saargrubenab 1. März 1927.Mit Wirkung vom 1. März 1927 ab hat die französischeBergwerksdirektion in Saarbrücken die Kohlen- und Kokspreisewie folgt ermäßigt.Fettkohle FlammkohleSorteSorteA B A 1 A 2 B»•J£> CJ :c3uo CJN Um ICSu N XCI L.:rtJ3N:«Im£>U- s Lu s tu s tu s LU Bestinelierte Förderkohle wird nur im Landabsatz verkauft.KoksG ro ß k o k s ........................„ spezial . . .Mittelkoks 50/80 mm Nr. 0Brechkoks 35/50 „ „ 115/35 „ „ 21. Februar 1. MärzFr.Fr.200 174226 196216 193218 197190 169Die Preise verstehen sich für eine Tonne frei Eisenbahnwagenund Grubenbahnhof bei Kaufverträgen vonmindestens 300 t. Bei Kaufverträgen von weniger als 300 tund bei Bestellungen außer Vertrag erhöhen sich diesePreise um 7 Fr. je t. Bei Verträgen über mehr als 1000 twerden sogenannte Mengenprämien auf die Listenpreisebewilligt. Für die auf dem Wasserweg abgesetzte Kohlewird zur Deckung der Versandkosten von der Grube nachdem Hafen sowie der Verladekosten eine Nebengebühr vonvorläufig 14 Fr. je t berechnet. Im Landabsatz erhöhen sichdie Grundpreise um 6 Fr. je t für Förderkohle, 14 Fr. je tfür Stückkohle (>80 mm), Würfel, Nuß I und Nuß II und8 Fr. je t für andere Sorten bei Abnahme auf der Grubeund 20 Fr. je t für Förderkohle, 28 Fr. je t für Stückkohle(> 80 mm), Würfel, Nuß I und Nuß II und 22 Fr. je t fürandere Sorten bei Abnahme im Hafen Saarbrücken. DiePreise sind festgesetzt unter Berücksichtigung des normalenAschen- und Wassergehaltes, der Korngröße und der Güteder verschiedenen Sorten. Die Preise für Schmiedekohlesind 4 Fr. je t höher als die Listenpreise.Verkehr In den Häfen Wanne im Januar 1927.Eingelaufene S c h if f e ...................Ausgelaufene S c h if f e ...................Güterumschlag im Westhafen . .davon Brennstoffe . . . .Güterumschlag im Osthafen . . .davon Brennstoffe . . . .Gesamtgüterumschlagdavon Brennstoffe . . . .Gesamtgüterumschlagin bzw. aus der RichtungDuisburg-Ruhrort (Inland) . .„ „ (Ausland)E m d e n .......................................B re m e n ......................................H a n n o v e r ..................................Januar1926 1927230227t135 7231345234 799140 52213452329 78893 4556 8066 6013 872348352t205 09620363512 4941040217 590204 67535 122152 49015 6067 6156 757


434 Glückauf Nr. 12Förderung und Verkehrslage im R uhrbezirk1.TagttKohlenförderungKokserzeugungPreßkohlenherstellungtZechen, Kokerkohlenwerken(Wagen auf 10rechtzeitiggestelltgefehltWagenstellung Brennstoffversand Wasserstandeien und Preß- Duisburg- Kanal- privatedes Rheinesies Ruhrbezirks Ruhrorter- Zechen- Rhein-bei Caubt LadegewichtH ä fe ninsges. (normalzurück* jeführt)2,30 m)(Kipperleistung)tMärz 6 Sonntag 1 — 5 892 — — — __ __ .7. 411 654 /144 010 12 525 27S05 — 40 996 49 113 12 460 102 569 2,938. 401 075 75 133 12 731 27 000 — 45 745 49 505 13 871 109 121 2,829. 402152 75 552 14 455 27 783 — 44 449 38 768 13 891 97 108 2,7910 400 971 75 096 13 277 27 508 — 46 884 32 042 12 838 91 764 2,8211. 405 436 74 933 13491 27 572 — 44 290 49 501 13 272 107 063 2,9412. 433 9S9 76 930 11 654 27 892 — 43 292 51 566 13 493 108 351 3,03zus. 2 455 277 521 654 78133 171 452 — 265 656 270 495 79 825 615 976arbeitstägl. 409 213 74 522 13 022 28 575 _ 44 276 45 083 13 304 102 663 .i Vorläufige Zahlen.tttmDeutschlands Außenhandel in NebenerzeugnissenEinfuhr:der Steinkohle im Jan u ar 1927.1913t1926t1927S teinkohlenteer................... 1 814 860 1 983Steinkohlenpech................... 4 463 1182 2 101Leichte und schwere Steinkohlenteeröle,Kohlenwasserstoff,Asphaltnaphtha . . . 731 3609 6 613Steinkohlenteerstoffe . . . 636 360 475Anilin, Anilinsalze . . . . 2 — 23Ausfuhr:S teinkohlenteer................... 6 309 2143 '2 195Steinkohlenpech................... 12 505 7935 6 248Leichte und schwere Steinkohlenteeröle,Kohlenwasserstoff,Asphaltnaphtha . . . 18 340 6884 15 380Steinkohlenteerstoffe . . . 1409 1790 2 103Anilin, Anilinsalze . . . . 739 75 162Londoner Preisnotierungen für Nebenerzeugnisse1.Der Markt in Teererzeugnissen war nach wie vor still.Der Preis für Pech hat etwas nachgegeben, im übrigensind gegenüber der Vorwoche keine Preisänderungen zuverzeichnen. Kreosot war vom Ausland mehr gefragt. DerMarkt in kristallisierter Karbolsäure neigt zur Schwäche.NebenerzeugnisIn der Woche endigend am4. März | 11. MärzBenzol, 9 0 er ger., Norden 1 Gail.1 / 8„ ,, „ Süden . 1 ,, 1 / 9Rein-Toluol................... 1 „ 2 / 6Karbolsäure, roh 6 0 °/0 • 1 „ 1 / 1 0„ krist. . . . 1 Ib. /6Solventnaphtha I, ger., 1N o rd e n ........................ 1 Gail. 1 / 6Solventnaphtha I, ger., 1S ü d e n ........................1 „ 1 / 6Rohnaphtha, Norden . . 1 „ / 1 0K r e o s o t ........................1 „ / 8 >/*Pech, fob. Ostküste . . 1 1. t 1 0 0„ fas. Westküste . . 1 „ 1 0 2 / 6 1 1 0 0Teer..................................1 „ 75/6schwefelsaures Ammo­ |niak, 20,6°/0 Stickstoff. 1 „ 1 2 £ 6 s1 Nach Colliery Ouardian.StEnglischer Kohlen- und Frachtenmarkt1in der am 11. März endigenden Woche.Aus der nachstehenden Zahlentafel ist die Bewegungder Kohlenpreise in den Monaten Januar und Februar zuersehen.Art der KohleJanuarn isterrg ‘ |1,fichs(erPreisFebruar" ‘ s te r il h5chslerPreis11.1(fob.)Beste Kesselkohle: Blyth . . 16/6 20 16/6 17/3Tyne . . 18 24 18 19zweite Sorte: Blyth . . . . 17 19 16/6 17Tyne . . . . 17 19 16/6 17ungesiebte Kesselkohle . . . 16 18 15 16kleine Kesselkohle: Blyth . . 10/9 13 10/6 11Tyne . . 10/6 12/6 10 11besondere 12 14 11 12/6beste Gaskohle........................ 18 21 17/6 18zweite S o rte ............................. 15/6 19 15/6 17/6besondere Gaskohle . . . . 17/6 21 17/6 18ungesiebte Bunkerkohle:D urham .................................. 18 20 17/6 17/6Northumberland................... 17 19 15 16Kokskohle.................................. 17/6 19 15/6 17H a u s b ra n d k o h le ................... 25 37/6 23 26Gießereikoks............................. 24 30 24 32/6H ocho fenkoks........................ 24 30 24 32/6bester G askoks........................ 22 30 22 23/6Über die in den einzelnen Monaten erzielten Frachtsätzeunterrichtet die nachstehende Zahlentafel.MonatCardiff-Tyne-OenuaLeHavreAlexandrienLaPlataRotterdamHaraburgStockholms s s s s s s1914:Juli . . . 7/2 >/2 3/1 P/4 7/4 14/6 3/2 3/57« 4/7721925:Januar. . 9/3 7* 3/7 9/674 11/17« 4 4 ,April . . 9/27« 3/10 10/9 16/23/« 4Juli . . . 8/5‘/ä 3/1072 10/9 18 4/3 4/73/4Oktober . 8/53/« 3/11 9/7V2 18 3/87» 3/11Dezember 8/107* 4 l 3l i 10/91/« 14/472 4/6 4/4 7 21926:Januar . . 9/57» 3/97» 11/81/! 16/6 3/972 4Februar , 9/107» 4/72 12/6 19/6 3/77* 3/117«März . . 9/93/- 3/6 12/4 19/3 3/97* 3/97«April . . 9/1V* 3/4 11/63/« I6/7AusstandDezember 10/10 4/6 12/48/i 14/87» 5 5/4721927:Januar. . 9/972 4/43/4 11/574 13/1074 4/2 >/< 4/6 .Februar . 10/53/4 3/113/4 12/71/4 13/11 >/4 4/3/4 4/13/4 5/7721 Nach Colliery O uardian.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 4351. Kohlenmarkt (Börse zu Newcastle-on-Tyne). Die Preisen unverändert. Ein besonderes Zeichen des MarktesWoche begann etwas lebhafter als ihre Vorgängerin, es ist die lebhafte Nachfrage nach Koks. Die Preise bliebenbestand große Hoffnung, daß das Newcastler Angebot auf im allgemeinen unverändert. Beste Durham-KesselkohleLieferung von 130000 t Kesselkohle an die belgische Staatseisenbahnstieg auf 19—20 s, beste Gaskohle auf 17/6 — 18 s. ZweiteErfolg haben werde. Dieser Auftrag würde Sorten Kesselkohle gaben weiterhin leicht nach, und zwardem der schwedischen Eisenbahnen auf Lieferung von auf 15/6 —16 s.150000 t Kesselkohle entsprechen. Beide Geschäfte wie 2. Frachtenmarkt. Das Angebot an Schiffsraumauch der große Auftrag der Hamburger Gaswerke auf Lieferungeiner Viertelmillion t gewöhnlicher Durham-Gaskohleentsprach der Nachfrage, die Aufträge waren jedoch nichtzahlreich, da weder die eine noch die andere Partei zu Entgegenkommenzum Preise von 18 s 3 d bis 18 s 6 d, lieferbar in monatlichenneigte. Ein wenig Lebhaftigkeit brachteAbrufen im Laufe eines Jahres, geben dem Handelgute Anregung. Weitere Nachfragen sind jedoch erwünscht,das australische und das La Plata-Geschäft, aber Nordamerikaund Nord-Pacific waren sehr still. In Cardiff bestand sehrda der Markt im allgemeinen sehr still liegt. Beste Sorten lebhaftes Interesse für das Mittelmeergeschäft. AngelegtGas- und Kesselkohle waren fest, der Absatz der zweitenSorten sowie der Koks- und Bunkerkohle war zu nominellenwurden für Cardiff-Genua 10/6'/2 s, -La Piata 14 s und -Alexandrien13/6 s. Für Tyne-Hamburg wurden 3/11 s bezahlt.PA T E N T B E R I C H T .Gebrauchsmuster-Eintragungen,bekanntgemacht Im Patentblatt vom 3. März 1927.5a. 981425. Haniel & Lueg G .m .b .H ., Düsseldorf-Grafenberg. Antrieb für den Drehtisch bei Drehbohrvorrichtungen.5. 2.27.5 b. 980860. Demag A.G., Duisburg. Maschine zumAbkeilen von Kohle u. dgl. 19.1. 27.5 c. 980824. Adolf Baron, Beuthen (O.-S.). Bauelementfür nachgiebige Grubenausbaue. 16.10.24.5d. 981191. Ernst Hese, Maschinenfabrik, Unna (Westf.).Förderwagenaufhaltevorrichtung an Bergebunkern und ähnlichenEinrichtungen. 1.2.27.5d. 981426. Wilhelm Hinselmann, Essen -Bredeney.Schüttelrutschenlaufwerk. 5. 2. 27.10a. 981025. Dr. C. Otto & Comp. G. m. b. H., Bochum.Bewegungsvorrichtung für Planiertüren von Horizontalkammeröfen.17.1.27.12a. 981495. Arnold Hering, Mühlhausen (Thüringen).Benzolentwässerungsapparat. 28.1.27.12e. 980896. Allgemeine Vergasungsgesellschaft m.b.H.,Berlin-Halensee. Vorrichtung zum Entstauben von Gasen.з.2. 27.19a. 980752. Dr.-Ing. Otto Kämmerer, Berlin-Charlottenburg,und Wilhelm Ullrich Arbenz, Berlin-Zehlendorf.Gleisrückmaschine. 30. 6 25.20d. 980811. Rudolf Gallwas, Beuthen (O.-S.). Selbstschmierendesund zerlegbares Förderwagenrad. 2. 2.27.21 f. 981257. Friedrich Weißenfels, Gladbeck-Zweckel,und Ludwig Mandelartz, Essen. Glühlampe für Bergwerkeи.dgl. 2.2.27.26 d. 981450. Wilhelm Zirfas, Bochum. Strahlapparatzum Ausscheiden von Teer und teeröligen Bestandteilenaus den Gasen der Kohlenverkokungs- und Destillationsanlagen.8. 2.27.• 61a. 981288. Deutsche Gasglühlicht-Auer-Gesellschaftm. b. H., Berlin. Gasschutzmaske mit ovalem Mundstück.2.2.26.61a. 981293. Dr.-Ing. Alexander Bernhard Dräger,Lübeck. Staubmaske 1.10.26.61 a. 981296. Dr.-Ing. Alexander Bernhard Dräger,Lübeck. Fluchtatmungsgerät. 5.11.26.81 e. 980775. Zeitzer Eisengießerei und MaschinenbauA. G., Zeitz. Anordnung zum Antrieb fahrbarer Entleerungsvorrichtungenvon Großraumbunkern. 14.1.27.81e. 981047. Dr. Hans Moeckel, Essen-Rüttenscheid.Stoßverbindung für Rutschen. 2. 2. 27.81 e. 981391. Heinz Groppe, Lünen (Lippe). Schüttelrutschenverbindungsbolzen.27.1.27.87 b. 980852. Deutsche Präzisionswerkzeug A.G., Arnberg.Vorrichtung zum Befestigen des Werkzeuges an Preßluftzylindern.12.1.27.87b. 981401. Demag A.G., Duisburg. Vorrichtung zurAufnahme der Leerschläge bei Preßluftwerkzeugen. 1.2.27.Patent-Anmeldungen,die vom 3. M ärz 1927 an zwei Monate lang In der Auslegehalledes Relchspatentamtes ausliegen.1a, 3. W . 62428. Philippe Wolf, Nogent-sur-Marne,Seine (Frankr.). Setzmaschine für Kohlen. 3.11.22.1a, 26. H. 94977. Henry Patrick Hoyle, Durham (Engl.).Schüttelantrieb für federnd eingespannte Flachsiebe. 17.10.23.Großbritannien 23.8.23.1a, 28. T. 26905. Telex Apparatebau-Gesellschaftm. b. H., Frankfurt (Main). Verfahren und Vorrichtung zurReinigung von Sichtgut. 31.8.22.5 a, 4. J. 27288. Internationale Tiefbohr-A.G. HermannRautenkranz, Celle (Hannover). Schwingenhebel für dasGestein-Trockenbohren. 22.1.26.5 c, 9. B. 118109. Theodor Bußmann und Erich Weidemann,Essen. Kappschuh. 10.2.25.5 d, 3. H. 96964. Hermann Held, Werne (Bez. Münster).Automatisch wirkender Stapelverschluß in Verbindung mitSicherheitsklappen. 19. 4.24.10 a, 5. M. 82807. Wilhelm Müller, Gleiwitz. Regenerativkoksofenund seine Beheizung. Zus. z. Anm. M. 79684.18.10.23.10a, 12. O. 15362. Dr. C. Otto & Comp. G .m .b .H .,Bochum. Einrichtung zum Schmieren von Ofentüren, besondersvon Koksöfen. 7. 12. 25.10 a, 18. R. 67467. Dr. Otto Roelen, Mülheim (Ruhr).Verfahren zur Behandlung bituminöser Stoffe. 30.4.26.10a, 23. A. 44507. »Allkog« Allgemeine Kohleverwertungs-Gesellschaftm. b. H., Berlin-Siemensstadt. StehenderSchweiofen. 20.3.25.10 a, 36. 1.25121. Illingworth Carbonization CompanyLtd., Manchester. Vorrichtung zur Herstellung entgasterBrennstoffe. 1.9.24.121, 4. H. 99479. Arthur Habermann, Bochum. Verfahrenzum Kühlen von Kalisalzlaugen und ändern Flüssigkeiten.1.12.24.13 a, 27. D. 51017. Deutsche Babcock & Wilcox Dampfkessel-WerkeA. G., Oberhausen (Rhld.). Vereinigter Steilrohr-Teilkammerkesselmit vorgebauter Brennkammer, besondersfür Kohlenstaubfeuerung. 6.8.26.13 a, 27. 1.27253. International Combustion EngineeringCorporation, Neuyork. Kesselanlage zur Verteuerung vonBrennstoff in fein verteiltem Zustand. 14.1.26. V. St. Amerika20.1.25.14h,3. F. 54360. Dr.-Ing. Georg Forner, Berlin. Sicherheitsvorrichtungfür Wärmespeicher. 12. 7. 23.21b, 18. V. 19539. Otto Schneider, Großdeuben b.Gaschwitz.Positive Elektrode für elektrische Sammler, besondersfür Grubenlampen. 9.10.24.21 f, 60. C. 35029. »Concordia« Elektrizitäts-A.G., Dortmund.Kontakteinrichtung an elektrischen Grubenlampen.Zus. z. Pat. 349801. 23.6.24.23a, 3. H. 102721. Kurt Hering,„Nürnberg. Vorrichtungzum kontinuierlichen Erwärmen von Ölen und Kohlenwasserstoffen.7. 9.22.23 b, 5. U. 8876. Universal Oil Products Company,Chicago (V. St. A.). Verfahren zur Entfernung von Rücständen aus Destillationskammern. 4.6.25.24k, 5. J. 26458. Ernst Jürges, Hagen (Westf.). Hängedeckefür Feuerungen. 24.7.25.24 k, 5. L. 60142. Liptak Fire-Brick Arch Company,Chicago (V. St. A.). Feuerraumdecke, deren Steine awechselbar an Trägern mit Hilfe von Klammern befestigtsind. 8. 5. 24.241, 6. D. 43704. Jules Jean Deschamps, Le Vesinet(Seine et Oise). Verfahren zur Förderung der Verbrennungfester oder flüssiger Brennstoffe, bei dem der Feuerung einGemisch aus Verbrennungsluft und darin in Schwebe ge­


436 G lü c k a u f Nr. 12haltener Brennstoffteilchen zugeführt wird. 24.5.23. Frankreich.16.4.23.241, 7. B. 119923. Berg 8t Co. Oes. für Industrie-Ofenbauund Feuerungsbedarf m .b .H ., Berg.-Gladbach. Verfahrenund Einrichtung zur Zuführung von Sekundärluft beJKohlenstaubfeuerungen unter Vorwärmung der Luft in derWandung der Verbrennungskammer. 18.5.25.241,8. C. 34774. Karl Christ, Erbenheim. Verbrennungskammerfür Brennstaubfeuerungen. 23. 4. 24.35 a, 9. O. 64392. Gesellschaft für Förderanlagen ErnstHeckei m. b. H., Saarbrücken. Beladeeinrichtung für Schachtgefäßförderungen.Zus.z. Pat. 429157. 18.5.25.35a, 22. O. 65479. Gutehoffnungshütte OberhausenA.G., Oberhausen (Rhld.). Regel- und Sicherheitsvorrichtungfür Fördermaschinen. 3.10.25.40a, 6. C. 34628. J. G. Farbenindustrie A.G., Frankfurt(Main). Drehringtellerofen. 21.3.24.40a, 32. D. 47785. Duisburger Kupferhütte, Duisburg.Gewinnung von Kupfer, Zink usw. nebst Edelmetallen auschlorid- und sulfathaltigen Laugen. 9. 4. 25.42c, 44. Sch. 78229. Dr. Wilhelm Schweydar, Potsdam.Gravitationsmesser zur Messung des vertikalen Gradientender Erdschwere. 11.3.26.78 e, 3. Sch. 72635. Dipl.-Ing. Nikolaus Schmitt, Niederlößnitz-Dresden.Wasserdichter elektrischer Zünder. 13.1.25.81 e, 22. A. 47362. A.G. für Verzinkerei und Eisenkonstruktionvorm. Jakob Hilgers, Rheinbrohl, und JosefBrunner, Hürth (Bez. Köln). Endloser Förderer mit Seil alsZugorgan. 25. 3. 26.81 e, 22. K. 96533. Wilhelm Kleienbroich, Köln-Lindenthal.Drehbar gelagerte Schaufel für Massengutförderung.3.11.25.81 e, 127. A. 488S6. ATG. Allgemeine Transportanlagen-Ges. m. b. H., Leipzig. Anlage zur Gewinnung und Förderungdes Abraumes im Tagebau von Braunkohlen u. dgl.1. 10.26.81 e, 128. K. 93709. Fried. Krupp A.G., Essen. Baggereimerkette.3. 4. 25.Deutsche Patente.5a (6). 440930, vom 8. Mai 1924. Eggleston Smithin Sioux City (V.St. A.). Tiefbohrvorrichtung, bei der eineAuf- und Abbewegung des Gestänges durch eine Umsetzvorrichtungm it Drallspindel und Sperrad eine drehende Bewegungdes Bohrers erzeugt. Priorität vom 9. Mai 1923 beansprucht.Die Drallspinde] der Umsetzvorrichtung, die durch dasauf- und abwärts bewegte Gestänge in einer mit demBohrer verbundenen Mutter hin und her bewegt wird, istfrei im Bohrloch angeordnet, d. h. berührt die Bohrlochwandungnicht. Die Drallspindel wird, nachdem das Gestängedurch das Umsetzen gespannt ist, vom Gestänge ander Drehung im Bohrer gehindert, so daß sie diesem diezum Bohren erforderliche Drehbewegung erteilt. Die Drallspindelist mit Rechts- und Linksgewinde sowie mit zweiin die Gewinde eingreifenden Sperrädern versehen, die mitder Bohrerspindel durch Sperrklinken so verbunden sind,daß die Bohrerspindel jeweils nur von einem der beidenSperräder gedreht wird, während das andere Sperrad sichwirkungslos an seiner Klinke vorbei dreht. Die Sperräderlassen sich mit der Bohrerspindel und die Sperrklinken mitder Drallspindel verbinden.5a (11). 440931, vom 7. März 1924. GebrüderSulzer A.G. in Winterthur (Schweiz). Vorrichtung zumBohren von Gestein.Die Vorrichtung besteht aus zwei oder mehr ineinanderangeordneten Düsen, von denen die äußere Düse Druckwassermit großer Geschwindigkeit auf das zu behandelndeGestein (auf die Bohrlochsohle) führt. Durch die innereDüse oder die innern Düsen wird ein Schleifmittel so indas die äußere Düse durchströmende Druckwasser eingeführt,daß das Schleifmittel in dem Druckwasser gleichmäßig verteiltist, wenn dieses aus der äußern Düse austritt. Infolgedessenwird das Schleifmittel auf dem ganzen Querschnittdes Druckmittelstrahles auf die Bohrstelle geschleudert.5a (32). 440990, vom 12. Mai 1925. Siemens-Schuckertwerke G .m .b .H . in Berlin-Siemensstadt.Stromzuleitung fü r in Bohrlöcher eingesenkte Motoren.Die Stromzuleitung erfolgt durch armierte Kabel, dieaus einzelnen Teilen bestehen, deren Länge der Länge derüblichen Tiefbohrgestänge entspricht. Die Armierung unddie Adern der Kabelteile werden in bekannter Weise miteinanderverbunden. Zur Armierung der Kabelteile könnensteife Rohre von entsprechender Länge Verwendung finden.5c (6). 440932, vom 9. September 1924. Georg Butzin Bochum und Albert Lochner in Habinghorst(Westf.). Vorschub fü r Aufbruchbohrmaschinen.Das Gewicht der nach oben vorzuschiebenden Teileder Maschine (des Gestänges mit dem Meißel) wird durchständig unter regelbarem Preßdruck stehende Kolben ausgeglichen,deren obere Kolbenstangen mit dem untern Endeder Teile durch ein Querstück verbunden sind. Der auf dieKolben wirkende Druck wird im Betrieb auf einer solchenHöhe gehalten, daß er nicht nur das Gewicht der vorzuschiebendenoder zu hebenden Teile ausgleicht, sondernauch die Teile vorschiebt, d. h. anhebt. Die Größe desVorschubes wird dabei mit Hilfe einer mit einem Handradversehenen Schraubenspindel mit einer verschiebbaren Muttergeregelt, die durch einen über Rollen geführten Seilzug mitdem Querstück verbunden ist, durch das die nach obenvorzuschiebenden Teile (das Bohrgestänge mit dem Meißel)mit dem unter Druck stehenden Kolben in Verbindungstehen. Damit eine gute Reglung des Vorschubes bewirktund verhindert werden kann, daß der Meißel leer schlägt,ist an dem die Maschine tragenden Gestell ein auf einerSchneide frei schwingender, in seiner Gleichgewichtslageverstellbarer Balken vorgesehen, der bei Leerschlag desMeißels durch einen mit dem Bohrgestänge in Verbindungstehenden Anschlag in schwingende Bewegung versetzt wird.Durch diese Bewegung kann ein akustisches Signal ausgelöstwerden.5c (7). 440933, vom 29. März 1925. Ernst Weiß inHannover. Verfahren zum bergmännischen Abbau mächtigerLagerstätten, vornehmlich fü r den Salz- und Dachschieferbergbau,im Kammerbau.Die Sohlen der Kammern sollen derart flach oder biszum natürlichen Böschungswinkel des Haufwerks zu denFördersohlen geneigt angelegt werden, daß sowohl dasBefördern der hereingewonnenen Mineralien nach der unternStrecke als auch des Bergeversatzes von der obern Streckeaus unter Ausnutzung des Gefälles auch bei Verwendungmechanischer Fördereinrichtungen, wie Schüttelrutschen,möglich ist. Dadurch sollen Blindschächte und Teilsohlenerspart sowie die Füll- und Förderkosten herabgesetztwerden. Über der Förderstrecke kann ein schwebenderSicherheitspfeiler belassen werden, der zwecks Abbeförderungder Mineralien durchörtert wird; außerdem kann deruntere Teil der Kammern im obern Teil des Sicherheitspfeilersschütttrichterartig ausgebildet werden.5c (8). 440934, vom 15. Dezember 1925. Haniel& Lueg G .m .b .H . in Düsseldorf-Grafenberg. Verstärkungder gegenseitigen Verbindung von in der Schachtumfangsrichtungnebeneinanderliegenden Kcilkranztei/en undTübbingsplatten.An der Außenseite der Kranzteile und Tübbingsplatten,die mit Hilfe durch ihre Stoßflanschen hindurchgeführterSchraubenbolzen verbunden sind, sind über die senkrechteAußenfläche der Teile und Platten vorspringende keilförmigeAnsätze angegossen, über die Klammern geschoben werden.Die Seitenfläche der Ansätze, über welche die Seitenteileder Klammern greifen, können schwalbenschwanzförmigunterschnitten sein.20e(16). 440940, vom30.Januar 1925. Josef Böckmannin Lünen (Lippe) u n d Gisbert Böllhoff in Herdecke(Ruhr). Förderwagenkupplung mit hufeisenförmigem, an zweiGliedern aufgehängtem, einteiligem Kuppelring.Der Kuppelring trägt zwischen den beiden Gliedern,an denen er aufgehängt ist, den Kupplungshaken. DerTeil, mit dem der Ring in den ihn tragenden Gliedernhängt und der den Kupplungshaken trägt, d. h. der Tragrückendes Ringes, ist in der Längsrichtung durchschnitten.Der Schnitt ist dabei so geführt, daß der Tragrücken auszwei Zungen gebildet wird, die einander entgegengesetztgerichtet sind und ihre starken Wurzeln wechselseitig inder Nähe des Tragrückenendes, also da haben, wo die Aufhängegliederbei angespannter Kupplung angreifen. Etwain ihrer Mitte tragen die beiden Zungen gemeinsam denKupplungshaken. Die schlüsselringartige Spaltung des Tragrückensermöglicht ein leichtes Auswechseln schadhaftgewordener (verschlissener) Glieder der Kupplung.


19. M ärz 1927 G lü c k a u f 43720e(16). 441057, vom 14.Marz 1926. Josef Böckmannin Lünen (Lippe) und Oisbert Böllhoff in Herdecke(Westf.). Federnde Förderwagenkupplung.Die Kupplung hat einen den Kuppelhaken tragendenschwenkbaren Bügel, der an beiden Enden gegen eine Federgleitend abgestützt ist. Zur Abstützung des Bügels könnenzwei quer zur Beanspruchungsrichtung des Bügels, d.h. zurZugrichtung liegende Schraubenfedern verwendet werden,deren Enden senkrecht zur Achsrichtung der Federn umgebogensind. Sie greifen mit dem einen umgebogenenEnde um den Zugbolzen oder einen ändern Teil des Förderwagenssowie mit dem ändern umgebogenen Ende um denden Kuppelhaken tragenden Bügel.24c (7). 441105, vom 13. Juli 1923. Morgan ConstructionCompany in Worcester, Mass. (V. St. A.).Anlage zur Erzeugung des Zuges und Umsteuerung der Zugriehtungin regenerativen Öfen.Jeder Luftregenerator oder jeder Satz von Luft- undGasregeneratoren der Anlage ist so mit einer umsteuerbarenBlasvorrichtung verbunden, daß diese Vorrichtungabwechselnd Luft in den Ofen oder Abgas aus dem Ofenfördert, so daß zur Umsteuerung der Zugvorrichtung keineVentile erforderlich sind. Bei Anlagen, bei denen den LuftregeneratorenRegeneratorkanäle vorgeschaltet sind und denQasregeneratoren über ein Gasumstellventil ein Abhitzekesselvorgeschaltet ist, wird an den Abhitzekessel eineBlasvorrichtung mit einem Blaskanal angeschlossen. DieBlasvorrichtung wird in diesem Fall gleichzeitig mit demGasumstellventil so umgesteuert, daß für die Verbrennungsproduklezwei unabhängige Auslässe entstehen. Durch deneinen Auslaß entweicht die im Luftregenerator abgefangeneLuft, während durch den ändern Auslaß das im Gasregeneratorabgefangene frische Gas ohne Explosionsgefahr entweicht.24c (9). 440875, vom 31. Januar 1924. Dipl.-Ing.Hermann Moll in Rasselstein b. Neuwied. RegenerativSchmelzofen m it Gas- und Luftkammern.Die Gaskammer ist unterhalb des Ofens oder dessenBühne angeordnet. Die zugehörige, in Richtung der Ofenlängsachseliegende Luftkammer ist so weit über die Bühnehinaus hochgeführt, daß die aus der Luftkammer zum Ofenraumströmende Luft im schräg nach unten gerichtetenStrom ohne Richtungsänderung auf das im Ofenraum befindlicheMetallbad trifft.35a (9). 441069, vom 30. März 1926. EberhardHesseln in Katernberg (Rhld.). Unterseilauslösevorrichtung.Die Verbindung des Unterseiles mit den beiden Förderkörbenist so ausgebildet, daß sich das Unterseil vom unternFörderkorb selbsttätig löst, wenn der aufwärts gehende obereFörderkorb über die Hängebank hinausgezogen wird. DieVerbindung des Seiles mit jedem Förderkorb kann z. B.durch einen abgeflachten Bolzen bewirkt werden, der aneinem mit dem Seilende verbundenen starren Teil vorgesehenist und der in einen unter dem Förderkorb unbeweglichbefestigten Haken eingehakt wird. Der Hakenist dabei so ausgebildet, daß der abgeflachte Bolzen desSeiles nur nach einer bestimmt begrenzten Richtung (nachoben) aus ihm schräg heraustreten kann und heraustritt,wenn beim Übertreiben des jeweilig oben befindlichenFörderkorbes von diesem ein Zug in dieser Richtung mitHilfe des Unterseiles auf den den Bolzen tragenden Teilausgeübt wird.35a (9). 441070, vom 9. Juni 1925. Fritz Kirchnerin Karnap. Spurlattenbefestigung.Zwischen den Spurlatten und den Einstrichen ist anden Verbindungsstellen ein Sockelstück eingeschaltet, das sobemessen und angeordnet ist, daß die Seitenflächen der Spurlattenin voller Ausdehnung für den Angriff der Führungsschuhefreiliegen, d. h. die letztem auf die ganze Breite derSeitenflächen der Spurlatten gleiten. Infolgedessen wirdder Förderkorb durch die Spurlatten so geführt, daß einEntgleisen des Korbes nicht eintreten kann und der Verschleißan den Gleitstellen gering ist.38h (2). 438944, vom 11. Oktober 1925. Siemens-Schuckertwerke G.m.b.H. in Berlin-Siemensstadt.Verfahren zum Behandeln von Hölzern m it Teeröltränkung.Aus den mit Teeröl getränkten Hölzern soll das Teerölin der Außenschicht bis zu einer gewissen Tiefe durch Auflösenentfernt werden. Der vom Teeröl befreite Teil desHolzes kann mit einem für die Arbeiter unschädlichen, dasEindringen von Feuchtigkeit verhindernden Mittel, z. B. mitWasserglas, dem Magnesit zugesetzt ist, getränkt werden.421 (15). 440 902, vom 20. März 1925. Josef HeinzReineke in Bochum. Vorrichtung zur Reglung von Ofentemperaturenm it H ilfe eines die Gaszufuhr regelnden temperaturempfindlichenKörpers.Durch den temperaturempfindlichen Körper der Vorrichtungwird die Druckhöhe eingestellt, die das Gas zwecksAufrechterhaltung derselben Wärme im Ofen haben muß,und auf welcher der Gasdruck bei Schwankungen durch denGasdruckregler gehalten wird.50c (9). 440958, vom 15. März 1925. Riley Stoker C o r­poration in Worcester, M ass. (V.St. A.). Schlagstiftmiihle,besonders zur Feinzerkleinerung von Kohlen. Prioritätvom 21. Juli 1924 beansprucht.Die Schlagstifte der Mühle sind an ihren Stüt7punkten,und zwar nur an der Schlagscheibe, nur an der Gehäusewandtingoder an beiden Stellen durch Zwischenglieder sobefestigt, daß sie bei übermäßig starken Stößen nachgebenkönnen, bei normalen Stößen aber feststehen. Die Zwischengliederkönnen nachgiebige oder elastische Flanschen ausMetall sein, die mit den Enden der Schlagstifte fest verbundenund mit Hilfe einer Klemniplatte an der Schlagscheibeoder der Gehäusewandung befestigt sind.80a (46). 441094, vom 19. Januar 1924. HaraldNielsen, Bryan Laing und Morris Boocock inLondon. Verfahren zur Herstellung von Preßlingen ausBrennstoffen und einem Bindemittel.Nach dem Verfahren sollen die Brennstoffe und dasBindemittel in zu einem endlosen Zuge vereinigte Formengebracht und in den letztem einer Rüttelung und einer vondieser unabhängigen Pressung unterworfen werden. DieRüttelung und die Pressung sollen dabei der Beschaffenheitdes Preßgutes entsprechend geregelt bzw. gegeneinanderabgestimmt werden, indem z. B. der Druck oderdie Stoßfolge der Rüttelung geändert (erhöht oder verringert)wird.80c (16). 441099, vom 21. Februar 1924. EdouardRoth in Beifort und Charles Linke in Paris.Vorrichtung zum selbsttätigen Regeln der Innentemperaturvon Öfen. Priorität vom 5. Mai 1923 beansprucht.Die Vorrichtung hat einen in zwei Zweige geteiltenStromkreis, dessen Zweige in einer WheatstoneschenBrückenschaltung oder in einer ändern Meßschaltung liegen.Der Widerstand des einen Zweiges wird durch die Brenndauerdes Ofens, und der Widerstand oder die elektromotorischeKraft des ändern Zweiges durch die im Ofenherrschende Temperatur verändert. Die die beiden Zweigedurchlaufenden Ströme beeinflussen ein Relais, das beiInnehaltung der vorgeschriebenen Zeittemperaturkurve inRuhe bleibt, beim Abweichen von dieser Kurve jedoch dieOfentemperatur regelt.85c (3). 440974, vom 27. August 1925. Dr. HermannBach in Essen. Einrichtung zur Verdünnung von Abwässern.Die Einrichtung besteht aus einem oder mehrerenKanälen, die seitlich von dem Vorfluter vorgesehen sind,in den die Abwässer geleitet werden. In die Kanäle werdendie Abwässer und ein Teil des Vorflutwassers geleitet.Zur Besprechung eingegangene Bücher.(Die Schriftleitung behält sich eine Besprechung geeigneter Werke vor.)50 Jahre Carlswerk. 1874—1924. Verfaßt von W. Jutzi.138 S. mit Abb. und 1 Karte. Köln-Mülheim, Felten &Guilleaume, Carlswerk A.G.B Ü C H E R S C H A U.Dammer, Bruno, und Tietze, O sk arf: Die nutzbarenMineralien mit Ausnahme der Erze und Kohlen. UnterMitwirkung zahlreicher Mitarbeiter bearb. von BrunoDammer. In 2 Bdn. 1. Bd. 2., neubearb. Aufl. 554 S.mit 66 Abb. Stuttgart, Ferdinand Enke. Preis geh.33 Jb, geb. 35,40 J i.


438 G lü c k a u f Nr. 12Eisfelder, Georg: Betonzusammensetzung und Druckfestigkeit.55 S. mit 17 Abb. Berlin, Wilhelm Ernst frSohn. Preis geh. 5,40 Jb.Kleine Geologische Karte von Europa. Bearb. von F. Beyschlagund W. Schriel. Hrsg. von der PreußischenGeologischen Landesanstalt. Mil Deckblatt: TektonischesBild von Europa. Berlin, Gebrüder Borntraeger.Preis 15 Jb.Übersichtskarte des linksniederrheinischen Bergwerksbezirks.Im Maßstab 1:50000. Bearb. durch den BergundVermessungsrat Wagner. Berlin, Gea-VerlagG. m. b. H. Preis 7,70 Jb.Knochenhauer, Bruno: Die oberschlesische Montanindustrie.(Die deutsche Wirtschaft und ihre Führer,Bd. 9.) 152 S. mit 1 Taf. Gotha, Der Flamberg-Verlag.Preis geh. 5 Jb, geb. 6 JLKolbe, Heinrich: Die Auswertung der Ergebnisse derFeuerungsuntersuchung bei festen und flüssigen Brennstoffen.(Kohle, Koks, Teer, Bd. 13.) 64 S. mit 17 Abb.Halle (Saale), Wilhelm Knapp. Preis geh. 4,60 J t , geb.5,90 Jb.Konzerne, Interessengemeinschaften und ähnliche Zusammenschlüsseim Deutschen Reich Ende 1926. NachMitteilungen der Handelspresse mit Unterstützung derFirmen zusammengestellt im Statistischen Reichsamt.(Einzelschriften zur Statistik des Deutschen Reichs,Nr. 1.) 282 S. Berlin, Reimar Hobbing. Preis geh.7,50 Jb.Lieseg.ang, Raph. Ed.: Kolloidchemische Technologie.Ein Handbuch kolloidchemischer Betrachtungsweise inder chemischen Industrie und Technik. Unter Mitarbeitvon R. Auerbach u.a. In 10 Lfg. Lfg. 5. S. 321—400mit Abb. Lfg. 6. S. 401- 4S0 mit Abb. Lfg. 7. S. 481 bis560 mit Abb. Dresden, Theodor Steinkopff. Preisjeder Lfg. geh. 5 Jb.Z E I T S C M R I F T E N S C H A U.(Eine E rk läru n g der A bkürzungen ist in N r. 1 a u f den Seiten 3 5 - 3 8 veröffentlicht.Mineralogie und Geologie.Glossary of German mineralogical terms.Von Horn. (Forts.) Min. Mag. Bd. 36. 1927. H. 2. S. 88/9*.Die den deutschen mineralogischen Bezeichnungen mit denAnfangsbuchstaben N bis R entsprechenden englischen.(Forts, f.)T he alluvial diamonds of British Guiana.Von Mitchiner. Min. Mag. Bd. 36. 1927. H. 2. S. 73/83*.Überblick über die Bedeutung des Diamantbergbaus inBritisch-Guayana.Fran gafsas fosfatgruvor i Tunisien. VonGeijer, Tekn. Tidskr. Bd. 57. 12.2.27. Kemi. S. 13/5*. Beschreibungder Phosphatlagerstätten in Tunis. Gewinnungsverfahren.Analytische Studie einer Durchspießungsfalteund der Einfluß derTektonik auf dieAnsammlung von Erdöl. Von Strzetelski. (Forts.)Allg. Öst. Ch. T. Zg. Beilage. Bd. 35. 1.3.27. S. 33/6*.Analyse der Durchspießungsfalte. Verteilung des Wassers.Zusammenfassung. (Forts, f.)Bergwesen.Research drilling in the Kursk magneticanomaly, South Russia. Von Himmelfarb. Min. J.Bd. 156. 26.2.27. S. 182/4. Bericht über erfolgreiche Tiefbohrungenin Südrußland zur Aufsuchung von Eisenerzvorkommen,die nach magnetischen Messungen vermutetwurden. Die schwierigen äußern Arbeitsbedingungen. DieBohreinrichtung. Wasserbeschaffung. (Forts, f.)D as Tief kälteverfahren beim Schachtabteufen.Von Joosten. Glückauf. Bd. 63. 5.3.27. S. 333/9*. DieTiefkälteanlage. Das Abteufen. Der Schachtausbau. DasAuftauen des Schachtes und die Abdichtung der Gefrierlöcher.Novel mining and milling methods at theSilver Dyke property at Neill art, Mont. VonYoung. Engg. M in.J. Bd. 123. 5.2.27. S. 236/41*. Erläuterungder auf den Erzgängen üblichen Abbauvveise.Stammbaum der Aufbereitung.Economic working of thick seams inNew South Wales. Von Rawling. Ir. Coal Tr. R.Bd. 114. 25.2.27. S. 311. Coll.Guard. B d .133. 25.2.27.S. 449/50. Beschreibung des beim Abbau eines mächtigenFlözes in Neu-Südwales angewendeten Verfahrens. Aussprache.Neue L a d e v e rf a h r e n für Sprengstoffe. VonStipanits. Mont. Rundsch. B d.19. 1.3.27. S. 125/30. Wirkungder Sprengschüsse. Vergleich des alten und neuen Ladeverfahrens.Betriebserfolge und Anwendbarkeit.D ie P r e ß 1u f t -Berge versatzmaschin e. VonFörster. Techn. Bl. Bd. 17. 26.2.27. S. 66/7. Angabenüber die auf der Grube Deutschland im Lugau-ÖlsnitzerBezirk gemachten Erfahrungen. Erörterung der vielfachenVorteile.T he support of underground workings inthe East Midland coal field. (Schluß.) Coll.Guard.Bd. 133. 25.2.27. S. 468. Regeln für den Holzausbau. Maßnahmenzur Unfallverhütung.9 bedeutet Text- oder T afelabbildungen.)Machines d’extraction électriques. VonHustin. (Schluß.) Rev. univ. min. met. Bd.70. 1.3.27.S. 202/17*. Wahl der elektrischen Einrichtung. Motoren.Kennzeichnung von in Betrieb stehenden Fördermaschinenneuzeitlicher Bauart.D ie Berechnung und Messung des L uftdruckesund des Druckgefälles in den Wetterströmen.Von Heise und Drekopf. Glückauf. Bd. 63.5.3.27. S. 329/33*. Die Verteilung des Druckgefälles inder Grube. Verfahren zur Bestimmung des Druckgefälles.Die zur Messung des Luftdruckes erforderlichen Vorrichtungenund ihre Eignung für Messungen untertage.Experiments on the flow of air in ducts.Von Cooke und Statham. Coll.Guard. Bd. 133. 25.2.27.S. 441/3*. Ir. Coal Tr. R. Bd. 114. 25.2.27. S. 320/1*.Bericht über neue Forschungsergebnisse über das Strömender Luft in Wetterwegen mit rechteckigem Querschnitt.Übertragung auf die Grubenverhältnisse. (Schluß f.)T h e relationship between ventilatingpressure and air volume in mines, and theeffect of natural ventilation. Von Briggs, Williamson,Penman und Hyde. (Forts.) Coll.Guard. Bd. 133. 25.2.27.S. 447/9*. Ir. CoalTr. R. Bd.114. 25.2.27. S. 314/5*. DasMessen des natürlichen Wetterzuges. Gleichungen zurKennzeichnung einer Grube. Der Widerstand einer Grube.(Schluß f.)W h y methane and carbon dioxide at timesappear unexpectedly in mines. Von Cornet. CoalAge. Bd.31. 17.2.27. S.253/7*. Die neuern Anschauungenüber die Entstehung von Grubengas durch eine Teildestillationder Kohle. Das neuerliche Auftreten vonGrubengas in bisher gasfreien Gruben.Devices for detecting dangerous gases inmine air. Von Ryan. Min. Metallurgy. Bd.8. 1927, H. 242.S. 69/74*. Die im Kohlenbergbau auftretenden schädlichenGase. Besprechung von Geräten zum Anzeigen und fortlaufendenAufschreiben von Methan und Kohlenoxyd.Cross-cuts or break-throughs in coal mining.Von Rutledge. Min. Metallurgy. Bd.8. 1927. H.242. S.64/6.Die Vorzüge und Nachteile zweier im amerikanischen Kohlenbergbaugebräuchlicher Verfahren zum Ausrichten der Lagerstättehinsichtlich der Wetterführung.Pertaining to safety. Von Gibson. Ir.C oalT r.R.Bd.114. 25.2.27. S. 316/7. Der Begriff Unfall. Sicherheitund Leistung. Der Maßstab zur Vergleichung der tödlichenUnfälle. Mängel der Unfallstatistik. Einfluß der verkürztenArbeitszeit. Kritik an der Gesetzgebung. Einteilung derGruben.T h e problem of resuscitation in mines.Von Davidson. Coll.Guard. Bd. 133. 25.2.27. S. 443/4.Beschreibung verschiedener Wiederbelebungsgeräte. DieBehandlung Verunglückter untertage. Das Gerät Edina.N e w screening plant at H ick leto nM ainColliery. Ir.C oalT r.R. Bd.114. 25.2.27. S. 309/10*.Beschreibung der neuen Kohlenaufbereitung.Trends in screening of anthracite. VonDuck. Coal Age. Bd.31. 17.2.27. S. 259/61 *. Normungder in den Kohlenwäschen im amerikanischen Anthrazit-


19. M ärz 1927 G lüc k au f 439bergbau gebräuchlichen Siebe. Eifahrungen mit verschiedenenSiebmetallen. Besondere Siebe.Recent developments in classification. VonGaudin und Remick. Min. Metallurgy. Bd. 8. 1927. H. 242.S. 75/8*. Die Schwierigkeiten beim Klassieren von Feinkohlen.Bericht über neuartige Versuche und die erzieltenErgebnisse.N igra meddelanden om anrikningen avkomplex -malmerna vid Orijärvi, Finland. VonMörtsell. Tekn. Tidskr. Bd. 57. 12.2.27. Bergsvetenskap.S.5/7*. Stammbaum der Aufbereitung. Bericht über diebei der Aufbereitung von vetwachsenen Bleizinkerzen gemachtenErfahrungen.Resistance to wear a basis for concentratingores. Von Gaudin. Engg. Min.J. Bd. 123. 5.2.27. S.245/6.Besprechung verschiedener physikalischer Eigenschaften vonMineralien, die bisher bei der Anreicherung von Erzenwenig Beachtung gefunden haben.Consumption of reagents used in flotation,1925. Von Varley. Can.M in.J. Bd. 47. 11.2.27. S .118/21.Zusammenstellung der in den Vereinigten Staaten bei derSchwimmaufbereitung von Erzen verbrauchten Reagenzien.T h e treatment of manganese-silver ores atthe Tambang Sawah Mine, Sumatra. Von Truscottund Caron. M in.J. Bd. 156. 19.2.27. S. 160/1. Die Vorbehandlungder Erze durch reduzierendes Rösten. GoldundSilbergewinnung nach dem Zyanidverfahren.Binding compound makes satisfactorybriquets. Von Nagel. Coal Age. Bd. 31. 17.2.27.S. 262/3. Bericht über neuere Forschungen in Amerika zurAuffindung eines geeigneten Bindemittels für Brikette.Dampfkessel- und Maschinenwesen.Rapport technique sur les travaux exécutéspar ¡’Association Alsacienne des Propriétairesd’appareils à vapeur pendant l’exercice 1925.Von Kammerer. Bull. Mulhouse. Bd. 92. 1926. H. 9.S. 641/86*. Jahresbericht des elsässischen Dampfkessel-Überwachungsvereins für das Jahr 1925. Dampfkesseluntersuchungen.Unfälle. Wärmewirtschaftliche Tätigkeit.Arbeiten im Laboratorium. Elektrotechnische Tätigkeit.W h y boiler tubes blow out. Von Brennan. Power.Bd.65. 15.2.27. S.242/4*. Erörterung .der Ursachen fürdie Zerstörung von Wasserrohrkesseln. Äußere und innereUrsachen. Gleichförmigkeit des Kesselmaterials. Bedeutungder Speisewasserbehandlung.Laproduction industrielle d e la v a p e u rd’eau à haute pression. Von Roszak und Véron.Chaleur Industrie. Bd. 8. 1927. H. 82. S. 67/78*. Anwendungsgebietfür Hochdruckdampf. Mittel zur Steigerungdes thermodynamischen Wirkungsgrades. Möglichkeiten zurSteigerung der in Arbeit umsetzbaren Wärme. Die Wärmediagrammeohne und mit Überhitzung. (Forts, f.)Économiseurs, surchauffeurs, réchauffeursd’ air. Von Condamine. Chaleur Industrie. Bd. 8. 1927.H .82. S. 117/22*. Die Hauptarten von Speisewasservorwärmern,Dampfüberhitzern und Luftvorwärmern sowieihre Berechnungsweise. (Forts, f.)Die-thermische Speisewasseraufbereitung.Von Blaum. Z.V. d .i. Bd. 71. 26.2.27. S. 285/90*. GrundlegendeFragen der thermischen Speisewasseraufbereitung.Anforderungen auf Schiffen und bei Landkraftwerken. AusgeführteAnlagen. Einbaumöglichkeiten.Modern methods of producing draft insteam plants. III. Von Mingle. Combustion. Bd. 16.1927. H.2. S. 100/4* und 115. Kennzeichnung der verschiedenenVerfahren zur Erzeugung eines künstlichenSchornsteinzuges. Vorzüge und Nachteile.Suggestions for safe erection of powerplantequipment. Von Rea. Power. Bd.65. 15.2.27.S. 238/41 *. Vorschläge für die sachgemäße Befestigungvon Drahtseilen an Werkstücken. Das Winden von Knoten.Schlingen zum Aufhängen der Werkstücke am Kran.Hydro-electric progress in Canada during 1926.Can. M in.J. Bd. 47. 11.2.27. S. 114/7. Die Entwicklungder Wasserkraftanlagen in Kanada im Jahre 1926.Elektrotechnik.Stromverteilung und Strompreisfragen. VonZerzog. (Schluß.) Wärme. Bd. 50. 25.2.27. S. 115/20.Erörterung der in verschiedenen Ländern üblichen Stromlieferungsverträge.H o w a two-speed A.-E. elevator Controlleroperat es. Von Armstrong. Power. Bd.65. 15.2.27.S. 245/8*. Beschreibung und Betriebsweise eines mit de.nMotor eines Lastenaufzuges verbundenen Wechselstromkontrollers.Erfolge des Kurzschlußmotors. Von Rosenberg.El. Masch. Bd. 45. 27.2.27. S. 161/4*. Zweckmäßigkeiteiner weitern Hinausrückung der dem Kurzschlußmotorgezogenen Grenzen. Beispiele einer durchgreifenden Verbesserungdes Leistungsfaktors der Fabrik durch Aufstellungvon Kurzschlußmotoren mit Sterndreieckschalter und ihrerichtige Verwendung.D ie Kompensation der Blindströme inDreh ström netzen und die Einführung desAnschlusses von kompensierten Motoren. VonNeumann. Elektr. Wirisch. Bd. 26. 1927. H. 427. S. 83/8.Betrachtung der verschiedenen Möglichkeiten der Kompensationder Blindströme mit ihren wirtschaftlichen Auswirkungen.Bisherige Entwicklung. Preise.Hüttenwesen.A us dem Tätigkeitsbereich der Nordwestlichen-Gruppedes Vereins deutscher Eiseniln d S t a h 1i n d u s t r i e 11 e r. (Schluß.) Stahl Eisen. Bd. 47.24. 2. 27. S. 302/6. Das Deutsche Institut für technischeArbeitsschulung. Zusammenarbeit mit der Presse. Ausstellungs-und Messewesen. Aufgaben der statistischenAbteilung. Schrottversorgung. Ausblick.Wirkungsgrad metallurgischer Öfen. VonRosin. Metall Erz. Bd 24. 1927. H. 4. S. 73/81 *. Begriffdes thermischen Witkungsgrades für Öfen. Zusammenhangzwischen Heizwert und Feuergasvolumen aller Brennstoffeund die Heizwert-Volumen-Diagramme. PraktischeBeispiele aus der Ofentechnik.Copper hardened by new method. VonCorson. Iron Age. Bd. 119. 10.2.27. S. 421/4*. DieCorson-Legierungen. Beschreibung der Herstellung des gehärtetenKupfers. Legierungen aus Silizium und Aluminium.Modern technology in producin g pigaluminium. Von McBride. Chem. Metall. Engg. Bd. 34.1927. H. 2. S. 76/83*. Theorie der Aluminiumerzeugung.Beschreibung einer neuen Aluminiumhütte in Kanada. Rohstoffe.Die Schmelztiegel. Herstellung der Elektroden.Das Erschmelzen von Aluminium. Stromverbrauch. Ab-stechen des flüssigen Aluminiums. Leistung der Hütte.Making iron from beach sands in Japan.Von Neill. Engg. Min. J. Bd. 123. 5.2.27. S. 243/5*. Vorkommenvon Eisensanden bei Kuji in Japan. Gewinnung,Beförderung, Aufbereitung und Verhüttung.Nagra dynamiska förhallanden vid valsning.Von Ekelund. Jernk. Ann. Bd. 111. 1927. H. 2. S. 39/97*.Ausführlicher Bericht über neue Ergebnisse der Erforschungdes Walzvorganges.Recent advances in electrochemistry. VonFink. Min. Metallurgy. Bd. 8. 1927. H. 242. S. 52/5*. Berichtüber neuere Fortschritte in der Elektrochemie. Die zunehmendeBedeutung des Elektroofens. Erzeugung vonReinaluminium und Magnesium. Elektrolytisches Eisen.Die Elektrochemie des Kupfers und Zinks. ElektrolytischeKorrosion.D e r eisenlose Induktionsofen. Von Fischer.Gieß. Zg. Bd. 24. 1.3.27. S. 117/24. Unterschied zwischenHochfrequenz- und Niederfrequenz-Induktionsöfen. Dieelektrische Theorie des Hochfrequenzofens. Wirkungsgrad.Die Schaltung. Verwendungsmöglichkeiten. Ausführungsformenund Aussichten.Einwirkung einer weitgehenden Überhitzungauf Gefüge und Eigenschaften von Gußeisen.Von Meyer. Stahl Eisen. Bd. 47. 24.2.27. S. 294/7*.Beeinflußbarkeit des Feinheitsgrades in der Graphitausbildungdurch Überhitzung im Schmelzfluß. Versuchsplan.Anordnung und Arbeitsweise. Zusammenstellung der Ergebnisseund ihre Deutung.Formstoff- und Formenprüfung. Von Treuheit.(Schluß.) Stahl Eisen. Bd. 47. 24.2.27. S. 298/302*.Wechselseitige Beziehung von Stampffestigkeit, Bindefähigkeit,Gasdurchlässigkeit, Feuchtigkeit und Tongehalt.Chemische und physikalische Eigenschaften der verwandtenFormstoffe und Mischungen. Kritische Behandlung derVersuchsergebnisse. Festigkeitsunterschied bei den einzelnenFormverdichtungsverfahren.


440 G lü c k a u f Nr. 12C hem ische T echnologie.Weiteres zur trocknen Kokskühlung. VonWunderlich. Oas Wasseifach. ßd.70. 26.2.27. S. 199/201*.Betriebsergebnisse der auf dem Gaswerk Karlsbad errichtetenKokskühlanlage.D ry quenching of by-product coke. Von Koon.Iron Age. Bd. 119. 10.2.27. S. 425/6*. Beschreibungeiner Anlage zum Trockenlöschen von Koks. WirtschaftlicheVorteile.Gasfernversorgung und Kokereitechnik.Von Carbon. Techn. Bl. Bd. 17. 26.2.27. S. 65/6*. Erörterungder Frage, wie man die weitgehendste Anpassungder Erzeugung an den Absatz erzielt. Gestaltung desKokereibetriebes bei Gasfernversorgung.Absorption of n itr o g e n o x id e s fromaminonia oxidation. VonToniolo. Chem.Metall.Engg.Bd. 34. 1927. H. 2. S. 92/5*. Die Absorptionsvorgänge.Einfluß niedriger Temperaturen. Erforderliche Betriebsbedingungen.Geringer Durchmesser der Absorptionstürme.Über Huminsäuren. I. Methylierung undAm m oniakbehandlung einiger Huminsäurepräparate.Von Fuchs und Leopold. Brennst. Chem.Bd. 8. 1.3.27. S. 73/7. Beschreibung der Versuche. AngewendetePräparate. Analytische und präparative Verfahren.Einzelheiten zur Methylierung.Dehydration of manufactured gas. VonSperr. Chem. Metall. Engg. Bd. 34. 1927. H. 2. S.97/100*.Beschreibung verschiedener Verfahren zum Trocknen desGases von Gasanstalten. Vorzüge und Nachteile dereinzelnen Verfahren.Über Ve r b r e n n u n g s g r e n z e n brennbarerGas- und Dampf-Luftgemische bei h ohemDrücken. Von Berl und Werner. Z. angew. Chem. Bd. 40.3.3.27. S. 245/50*. Die Ergebnisse älterer Arbeiten. NeuereUntersuchungen.Neue Methode zur Bestimmung des Stickstoffsder Brennstoffe. Von Lambris. Brennst. Chem.Bd. S. 1.3.27. S. 69/73*. Beschreibung der Versuchsanordnung.(Forts, f.)C hem ie und P h y sik .E in neues Verfahren zur Bestimmung desAschengehaltes von Kohlen. Von Winkler undWerner. Glückauf. Bd. 63. 5 .3.27. S. 348/50*. Beschreibungder Meßgeräte und Erläuterung ihrer Gebrauchsweise.Untersuchungsergebnisse.D ie Bestimmung kleiner Mengen Titan inhoc hiegierten Stählen. Von Roesch und Werz.Chem.Zg. Bd.51. 26.2.27. S. 149/50. Wesen und Ausführungdes Verfahrens. Herstellung und Titerbestimmungder Ferrichloridlösung.T he Volumetrie estimation of cobalt andnickel. Von Clennell. Min. Mag. Bd. 36. 1927. H. 2.S. 84/8. Beschreibung und Bedeutung der Verfahren zurquantitativen Bestimmung von Kobalt und Nickel.O m s e d i in e n t a t i o n s a n a ly s. III. Von Oden undWinckler. Tekn. Tidskr. Bd. 57. 12.2.27. Kemi. S. 16/8*.Beschreibung einer Laboratoriumseinrichtung zur Bestimmungder Korngrößenverteilung in Schlämmen. Beispielevon Untersuchungsergebnissen.Studies on mechanism of filtration. VonJewett und Montonna. Chem. Metall. Engg. Bd. 34. 1927.H. 2. S. 86/91*. Die mechanischen Vorgänge beim Filternnach dem Schrifttum. Bericht über neue Forschungen.Bestimmung der Filterkonstanten von Kalziumkarbonat- undKalziumsulfatschlämmen.Reflexions sur la thermodynamique statique.Von Coblyn. (Forts.) Chaleur Industrie. Bd. 8. 1927.H. 82. S. 103/11*. Formveränderung der charakteristischenOberfläche. Der Durchmesser der Kurve der spezifischenGewichte. Anwendung auf Kohlendioxyd, Ammoniak, Wasserdampfund Methan. Der kritische Punkt. Bemerkungenzur Gegenkurve. (Forts, f.)Considerations statiques sur Ia constructiondes tours de sondes. Von Geller. Ann. Roum. Bd. 10.1927. H. 2. S. 67/75*. Statische Betrachtungen über Bohrtürme.Entwicklung von Gleichungen.G esetzgebung u n d V e rw altu ng.D ie an d ie Stelle der Berg ge werbegen chtetretenden neuen Arbeitsgerichte. Von Schlüterund Hövel. Glückauf. Bd. 63. 5.3.27. S. 339/44. Derbisherige Rechtszustand. Aufbau und Zuständigkeit derArbeitsgerichte. Rechtsmittel gegen die Urteile der Arbeitsgerichte.Kammern, Senate, Vorsitzende, Beisitzer. DasVerfahren vor. den Arbeitsgerichten. Prozeßvertretung.Kostenfrage. Übergangsbestimmungen.W irtschaft und Statistik.D ie Krisis im britischen Kohlenbergbau.Von Heyer. Jahrb. Conrad. Bd. 126. 1927. H. 1. S. 39/59.Vorgeschichte des Streiks. Rechtsgrundlagen. Produktionsbedingungen.Kosten der Verteilung. Verbrauch. Berichtder Kohlenkommission. Der Streik und seine Folgen.Engineering and Illinois coal mining. VonGarcia. Min. Metallurgy. Bd. 8. 1927. H. 242. S. 61/4*.Die Kohlenfelder in Illinois. Entwicklung der Förderung.Unfallstatistik. Vermehrung der Maschinenarbeit untertage.Belegschaft und Förderanteil.L a Situation de l’industrie dupetrole enRoumanie ä la fin de l’annee 1926. Von Ioanitiu.Ann. Roum ... Bd. 10. 1927. H. 2. S. 75/86. Ausführlichestatistische Übersicht über die Erdölgewinnung und Bohrtätigkeit,die Raffinerien und den Absatz von Erdöl inRumänien im Jahre 1926.Les mines de manganese du Caucase. VonSartoris. Ann. Roum. Bd. 10. 1927. H. 2. S. 87/9. Diewirtschaftliche Bedeutung der Manganerze in Georgien.D er deutsche Arbeitsmarkt im letzten Vierteljahr1926. Glückauf. Bd. 63. 5.3.27. S. 344/6. Erwerbsloseund Unterstützungen. Arbeitsuchende. Arbeitslosigkeitnach Berufsgruppen. Arbeitsuchende Bergarbeiter. Arbeitsmarktlageim Ausland.D ie amerikanischen Gewerkschaften imJahre 1925. Von Fehlinger. Jahrb. Conrad. Bd. 126. 1927.H. 1. S. 72/5. Statistische Angaben über die amerikanischenGewerkschaften.Review of the silver market for 1926. VonHandy und Harmann. Can. Min. J. Bd. 47. 4.2.27. S. 93/8*.Die Bedeutung von China und Indien auf dem Weltsilbermarkt.Die Marktlage im Jahre 1926. Weltsilbererzeugung1925 und 1926.D e r Zustand der Welthandelsflotte 1926.Von Hennig. Jahrb. Conrad. Bd. 126. 1927. H.l. S. 60/71.Die Entwicklung des Schiffbaus, Anteil der verschiedenenStaaten. Die Entwicklung in Deutschland.Verkehrs- und V erladew esen.D ie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft imJahre 1926. Glückauf. Bd. 63. 5.3.27. S. 346/8. Güterverkehrund Güterwagenpark. Wagenstellung. Betriebsleistungen.Kohlenausfuhr und Kohlendurchfuhr auf demBahnwege. Personenverkehr. Lokomotivbetrieb. ElektrischerZugbetrieb. Einnahmen und Ausgaben der Reichsbahn.Ausstellungs- und U nterrichtsw esen.T he British Industries fair at Birmingham.(Forts.) Engg. Bd. 123. 25. 2. 27. .. S. 223/8*. Filter fürBetriebsöle. Lufikoinpressor mit Olfeuerung. Getriebe.Elektromotoren. Gefrieranlage. Staubkohlenmühle. Kesselfeuerungmit Drehrost. Werkzeugmaschinen. (Forts, f.)P E R S Ö N L I C H E S .Beurlaubt worden sind:der Bergassessor Wehrmann vom 1. Januar ab auf einJahr zur Fortsetzung seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter des Vorstandesdes Mülheimer Bergwerks-Vereins in Mülheim (Ruhr),die Bergassessoren Fritz von Velsen-Zerweck undStrutz vom 1. März ab zur Preußischen Bergwerks- undHütten-A.G. in Berlin. Der erste ist der Abteilung SalzundBraunkohlenwerke, Berginspektion Staßfurt, der zweiteder Bohrverwaltung in Schönebeck überwiesen worden.Die Bergreferendare Franz Ehring (Bez. Clausthal),Dr. Werner Hoffmann (Bez. Halle) und Hans JoachimRa dm a n n (Bez. Breslau) sind zu Bergassessoren ernanntworden.Dampfkessel-Überwachungs-Verein der Zechenim Oberbergamtsbezirk Dortmund.Dem Vereinsingenieur Dipl.-Ing. Rüter ist das Rechtzur Vornahme der Abnahmeprüfung beweglicher Dampfkessel,der ersten Wasserdruckprobe und Prüfung der Bauartsowie der Wasserdruckprobe nach einer Hauptausbesserungverliehen worden.

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