Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems

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Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems

Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.11Ausgabe 2, August 2013Kapitel 1.Grundlagen und Prinzipiendes GS1 Systems■■■■■■■Die Allgemeinen GS1 SpezifikationenPrinzipien des GS1 SystemsGrundsatz zum IdentifikationssystemGS1 Präfixe, GS1-8 Präfixe und GS1 BasisnummernVergabe der GS1 BasisnummerVergabe von GS1 IdentifikationsnummernSunrise und Sunset DatenTrotz aller Bemühungen, die Korrektheit der im vorliegenden Dokument enthaltenen GS1 Standards sicherzustellen,übernimmt GS1 und jede weitere Partei, die an der Erstellung dieses Dokumentes beteiligt war, keine Gewähr (wederausdrücklich, noch implizit). Jede Haftung für unmittelbare, mittelbare oder sonstige Schäden oder Verluste, die inVerbindung mit der Verwendung dieses Dokumentes stehen oder aus der Anwendung dieses Dokumentes resultieren,unabhängig von der Klagsache, inklusive Richtigkeit, Gebrauchstauglichkeit oder Zweckmäßigkeit, aber nicht daraufbeschränkt, wird ausgeschlossen.Das Dokument kann von Zeit zu Zeit überarbeitet werden, sei es auf Grund von technologischen Entwicklungen,Änderungen in den Standards oder neuen rechtlichen Gegebenheiten. Einige Produkte und Firmennamen, die hier erwähntwerden, können eingetragene Warenzeichen und/oder eingetragene Warenzeichen ihrer jeweiligen Firmen sein. GS1 ist eineingetragenes Warenzeichen von GS1 AISBL.


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsInhaltsverzeichnisKapitel 1. Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems .................................. 11.1. Die Allgemeinen GS1 Spezifikationen ................................................................................................ 31.1.1. Einführung............................................................................................................................ 31.1.2. Zielgruppen der GS1 Spezifikationen .................................................................................. 31.1.3. Fundament des GS1 Systems ............................................................................................. 41.1.4. Verantwortung für die Pflege und Verwaltung ..................................................................... 41.1.5. BarCodes Technology Group (BTG) ................................................................................... 41.2. Prinzipien des GS1 Systems ............................................................................................................... 41.3. Grundsatz zum Identifikationssystem ................................................................................................. 41.3.1. Obligatorische Identifikationsschlüssel ................................................................................ 41.3.2. Nicht-GS1 Identifikationsschlüssel ...................................................................................... 41.3.3. GS1 Basisnummer ............................................................................................................... 51.3.4. Datenträgerunabhängigkeit ................................................................................................. 51.3.5. GS1 Datenträgerspezifische Besonderheiten ..................................................................... 51.4. GS1 Präfixe, GS1-8 Präfixe und GS1 Basisnummern ........................................................................ 51.4.1. Globales, offenes gegenüber eingeschränktem System ..................................................... 51.4.2. GS1 Präfixe.......................................................................................................................... 61.4.3. GS1-8 Präfixe ...................................................................................................................... 71.4.4. GS1 Basisnummer ............................................................................................................... 71.5. Vergabe der GS1 Basisnummer ......................................................................................................... 81.6. Vergabe von GS1 Identifikationsnummern ......................................................................................... 81.6.1. Übernahme und Fusionen ................................................................................................... 81.7. Sunrise und Sunset Daten .................................................................................................................. 9Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 2 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems1.1. Die Allgemeinen GS1 Spezifikationen1.1.1. EinführungDas GS1 System stammte ursprünglich aus den USA und wurde 1973 durch das Uniform ProductCode Council gegründet, das bis vor kurzem unter dem Namen Uniform Code Council (UCC) bekanntwar, und seit 2005 mit GS1 US bezeichnet wird. GS1 US führte eine 12-stellige Identifikationsnummerein und 1974 wurde begonnen, die ersten Strichcodes in offenen Handelsumgebungen zu scannen.Im Zuge des Erfolges des U.P.C. Systems wurde 1977 die European Article Association gegründet,bis Ende 2004 bekannt als EAN International, seit 01.01.2005 heißt diese Organisation GS1. Ziel warursprünglich die Entwicklung eines kompatiblen Systems, welches außerhalb von Nordamerikaanwendbar ist. Entworfen wurde das frühere EAN System, dessen Basis die Verwendung von 13-stelligen Nummern ist, als Erweiterung des UCC Systems. Durch die Verwendung von bestimmtenDatenträgern und Nummerierungsstrukturen hat sich das GS1 System in der Folge erweitert.Das heutige GS1 System stellt weltweit eindeutige Nummern zur Verfügung, um Waren,Dienstleistungen, Sachgegenstände und Standorte zu identifizieren. Diese Nummern sind alsStrichcodes darstellbar, damit sie elektronisch eingelesen werden können, wo immerGeschäftsprozesse dies erfordern. Entwickelt wurde das GS1 System, um die Einschränkungen vonunternehmens-, organisations- oder branchenspezifischen Identifikationssystemen zu überwinden undso den Handel effizienter und aufgeschlossener dem Kunden gegenüber durchführen zu können.Diese Identifikationsnummern werden auch zur elektronischen Datenübertragung (EDI - ElectronicData Interchange) verwendet. Dieses Handbuch enthält jedoch ausschließlich Informationen über dieautomatische Datenerfassung (Automatic Data Capture - ADC) des GS1 Systems und dessenAnwendung in Strichcodes. Um Informationen über Global Data Synchronization (GDSN), GS1Netzwerkdienste oder elektronischen Datenaustausch (EDI) zu erhalten, ziehen Sie bitte dieentsprechenden Empfehlungen (z.B. EANCOM, GS1 XML) zu Rate.Neben den eindeutigen Identifikationsnummern stellt das GS1 System auch noch zusätzlicheInformationen wie Mindesthaltbarkeitsdaten, Seriennummern und Chargennummern zur Darstellungin Strichcodes zur Verfügung. Zurzeit dienen Strichcodes als Datenträger für diese Informationen, dieaber durch neuere Technologien, wie Radiofrequenztransponder, entwickelt von GS1 EPCglobal,ergänzt werden. Jegliche Änderungen werden natürlich erst nach umfangreichen Befragungen undBeratungen und einer entsprechend langen Übergangsphase umgesetzt.Den Prinzipien und dem Aufbau des GS1 Systems zu folgen, bedeutet, dass Benutzer Anwendungenentwickeln, um den GS1 Datenstandard automatisch verarbeiten zu können. Der Systemaufbaugarantiert, dass die automatische Datenerfassung von Strichcodes und die Erzeugung undWeiterverarbeitung der daraus gebildeten, eindeutigen elektronischen Nachrichten vollständigvorprogrammiert werden kann.Das GS1 System wurde so gestaltet, dass es in jedem Wirtschaftszweig und in jeder Brancheeinsetzbar ist, wobei jede Systemänderung entsprechend eingeführt wird, damit die bereitsbestehenden Anwendungen nicht beeinträchtigt werden.Im Februar 2005 wurde GS1 offiziell als die Nachfolgeorganisation von EAN und UCC gegründet.Dieses Dokument erklärt die Verwendung des GS1 Standards für automatische Identifikation undDatenerfassung (AIDC). Es ersetzt alle vorherigen Versionen, die durch GS1 oder ihreVorgängerorganisationen veröffentlicht wurden und ist ab sofort gültig. Jede Organisation, welcheGS1 Standards verwendet, muss die vorliegenden Allgemeinen GS1 Spezifikationen einhalten.1.1.2. Zielgruppen der GS1 SpezifikationenDie GS1 Spezifikationen wenden sich in erster Linie an die technischen Experten, die sich mit demGS1 System befassen.Die vorliegenden GS1 Spezifikationen sind als weltweites Nachschlagewerk zu betrachten, die alletechnischen Aspekte des GS1 Systems abdecken. Die oberste Zielsetzung ist, einen internationalenStandard zu definieren, der es den einzelnen GS1 Mitgliedsorganisationen ermöglicht, entsprechendeDokumente für die Anwender zu erstellen.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 3 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems1.1.3. Fundament des GS1 SystemsDie Allgemeinen GS1 Spezifikationen sind die Grundlage für elektronischen Datenaustausch (EDI):■■■■GS1 EANCOMGS1 XMLGDSNNet SolutionsDie Definitionen in den Allgemeinen GS1 Spezifikationen sind ebenfalls die Grundlage für das GS1Global Data Dictionary.1.1.4. Verantwortung für die Pflege und VerwaltungDer GS1 Global Standards Management Process (GSMP) ist die Institution, welche für dieGenehmigung von Weiterentwicklungen, Neuerungen und Änderungen in den Allgemeinen GS1Spezifikationen verantwortlich zeichnet. Der Prozess ist im Global Standards Management ProcessManual eindeutig festgeschrieben.1.1.5. BarCodes Technology Group (BTG)Die BarCodes Technology Group (BTG) bietet Unterstützung und Beratung aus derLösungsanbietergemeinschaft an, in Bezug auf konkrete Anwendungsfälle und technischeApplikationen. Zusätzlich bringt das BTG entsprechendes Fachwissen für Test- undPilotanwendungen ein.1.2. Prinzipien des GS1 SystemsDas GS1 System stellt eine „offene Architektur“ dar. Das System wurde mit entsprechender Vorsichtentwickelt, um eine modulare Ausbreitung mit einem Minimum an Eingriffen in bestehendeAnwendungen zu gewährleisten. Bedarfsplanungssysteme (ERP) und andere für dieVersorgungskette wichtige Softwareanwendungen sind entscheidende Faktoren, die die Einführungdes GS1 Systems beeinflussen. Sobald neue benutzerorientierte Anwendungen auf den Marktgekommen sind, wird natürlich das vorliegende Dokument dementsprechend angepasst.Die Wartung der Allgemeinen GS1 Spezifikationen liegt im Verantwortungsbereich von GS1 und sindin Übereinstimmung mit den GS1 Architecture Principles. (www.gs1.org/gsmp/support/arch_group)1.3. Grundsatz zum IdentifikationssystemDas GS1 System stellt ein global einzigartiges und eindeutiges Identifikations- und Kennzeichnungssystemfür physische Einheiten, Unternehmen und Dienstleistungsbeziehungen in derVersorgungskette zur Verfügung. Die nachfolgenden Grundsätze gelten für alle Branchen, welcheGS1 Basisnummern zur Bildung von GS1 Identifikationsschlüsseln und den Application IdentifierStandard einsetzen. Diese Grundsätze zur langfristigen Integrität des GS1 Systems sind essentiell fürdie globale Lieferkette.1.3.1. Obligatorische IdentifikationsschlüsselAlle GS1 Standards verwenden zwingend GS1 Identifikationsschlüssel.1.3.2. Nicht-GS1 IdentifikationsschlüsselNicht-GS1 Identifikationsschlüssel dürfen nur als zusätzliche Information verwendet werden und nichtals Alternative.Das Verwenden von Nicht-GS1 Identifikationsschlüssel als Primäridentifikationsschlüssel, ist nichtSystemkonform mit den GS1 Standards.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 4 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems1.3.3. GS1 BasisnummerDie GS1 Basisnummer wird ausschließlich in GS1 Identifikationsschlüssel verwendet, welche nur invon GS1 zugelassenen Standards, wie GS1 Strichcodesymbologien, den EDI-Nachrichten von GS1,Global Data Synchronization (GDSN), die Registrierung im GS1 Netzwerk und auch in EPC Tags,innerhalb der für das GS1 System reservierten Header. Siehe Kapitel 1.5 für genauere Informationenzur Vergabe der GS1 Basisnummern.1.3.4. DatenträgerunabhängigkeitGS1 Identifikationsschlüssel werden gemäß den GS1 Systemgrundsätzen, unabhängig von denDatenträgern festgelegt und verwendet (z.B. Strichcodes, RF-Tags, EDI-Nachrichten).1.3.5. GS1 Datenträgerspezifische BesonderheitenElektronische Nachrichtenstandards von GS1 und Inhouse Anwendungssysteme nutzen die GS1Identifikationsschlüssel ohne die Datenträgerspezifischen Besonderheiten.Beispiele solcher Besonderheiten sind:■■■Modulo 103 GS1-128 Symbolprüfzeichen zur sicheren DatenerfassungFunktion 1 Symbolzeichen (FNC1) nach dem Startzeichen eines GS1-128 Strichcodes oderGS1 DataMatrix oder ein Electronic Product Code (EPC) Headerwert, um zwischen GS1Dateninhalt und Datenträger zu unterscheiden.FNC1 als Trennzeichen oder der Wert der Partition in einem EPC, um verschlüsselte Daten insignifikante Daten zu teilen.Hinweis: Wenn ein EPC Anwender GS1 Header und andere Header parallel verwendet, umeine Anwendung zu unterstützen, treffen diese Regeln nicht zu, da die Eindeutigkeit derNummerierungssysteme nicht mehr gewährleistet ist.1.4. GS1 Präfixe, GS1-8 Präfixe und GS1 Basisnummern1.4.1. Globales, offenes gegenüber eingeschränktem System1.4.1.1. Globales, offenes Identifikationssystem (uneingeschränkter Warenfluss)Globale, offene Identifikationsnummern können in einem uneingeschränkten Warenfluss verwendetwerden, d.h. dass sie, auf Waren aufgebracht, überall auf der Welt ohne Einschränkungen bezüglichLand, Unternehmen und Industriesektoren verarbeitet werden können.1.4.1.2. Restricted Circulation Numbers (Nummern für den eingeschränkten Nutzungsbereich)Nummern für den eingeschränkten Nutzungsbereich sind GS1 Identifikationsnummern, die fürbesondere Anwendungen in eingeschränkten Nutzungsbereichen angewendet werden, definiert durchdie lokalen und nationalen GS1 Mitgliedsorganisationen (z.B. eingeschränkt für ein Land, eine Region,ein Unternehmen, eine Branche). Sie werden entweder durch GS1 zur internen Anwendungzugewiesen oder durch GS1 Mitgliedsorganisationen auf Grund von Geschäftsanforderungen in ihrenLändern festgelegt (z.B. gewichtsvariable Handelseinheiten, Gutscheinlösungen, etc.)■■■RCN-12 ist eine 12-stellige Nummer für den eingeschränkten NutzungsbereichRCN-13 ist a 13-stellige Nummer für den eingeschränkten NutzungsbereichRCN-8 ist eine 8-stellige Nummer für den eingeschränkten Nutzungsbereich, welche miteinem GS1-8 Präfix 0 oder 2 beginnt.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 5 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsNummern für den eingeschränkten Nutzungsbereich beinhalten auch GS1-Identnummern fürmengenvariable Ware, die am POS gescannt wird. Der Aufbau wird durch Regeln der jeweiligennationalen GS1 Mitgliedsorganisation festgelegt (siehe VMN-12 und VMN-13)■■VMN-12 ist eine 12-stellige Nummer für den eingeschränkten Nutzungsbereich und wird ineinem UPC-A Strichcode verschlüsselt, um die Möglichkeit zu bieten, mengen- undgewichtsvariable Einheiten am POS zu scannen. Die Regeln werden für Absatzmärktedefiniert, die in Bezug zu einem U.P.C. Präfix 2 stehenVMN-13 ist eine 13-stellige Nummer für den eingeschränkten Nutzungsbereich und wird ineinem EAN-13 Strichcode verschlüsselt, um die Möglichkeit zu bieten, mengen- undgewichtsvariable Einheiten am POS zu scannen. Die Regeln werden für Absatzmärktedefiniert, die in Bezug zu einem GS1 Präfix 20 – 29 stehen1.4.2. GS1 PräfixeDas GS1 Präfix ist eine Nummer mit zwei oder mehreren Ziffern, die von GS1 Global Office verwaltetwird, um sie GS1 Mitgliedsorganisationen zu zuteilen oder als Restricted Circulation Numbers zuverwenden. Der Hauptzweck der GS1 Präfixe ist es, eine dezentrale Verwaltung vonIdentifikationsnummern zu ermöglichen.In der nachfolgenden Abbildung 1.4.2 – 1 werden die GS1 Präfixe dargestellt.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 6 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsAbbildung 1.4.2 – 1Übersicht über GS1 PräfixeGS1 PräfixBedeutung000 - 019 GS1 Präfix* (wird verwendet, um U.P.C. Basisnummern zu generieren)02 GS1 Identifikation variabler Handelseinheiten mit eingeschränktemNutzungsbereich030 - 039 GS1 Präfix04 GS1 Nummern für den eingeschränkten Nutzungsbereich innerhalb einesUnternehmens – (Restricted Circulation Number)05 GS1 US Gutscheinidentifikation060 - 099 GS1 Präfix (wird verwendet, um U.P.C. Basisnummern zu generieren)100 - 199 GS1 Präfix20 - 29 GS1 Nummer für den eingeschränkten Nutzungsbereich innerhalb einergeographischen Region – (Restricted Circulation Number)300 - 976 GS1 Präfix977 ISSN Standardnummerierung (Zeitschriften)978 - 979 ISBN Standardnummerierung (Bücher)980 GS1 Identifikation von Rückgabebons981-984 GS1 Gutscheinidentifikation für einen gemeinsamen Währungsbereich985 - 989 Reserviert für zukünftige GS1 Gutscheinidentifikation99 GS1 Gutscheinidentifikation* Beginnend ab der GS1 Basisnummer 00 00100, um Verwechslungen mit der GTIN-8 zu vermeiden.Anmerkung: Die GS1 Basisnummern 00 00000 und 00 01000 bis 00 07999 gelten fürspezifische Anwendungen für Locally Assigned Codes (LACs) oder Retailer Zero-SuppressedCodes (RZSCs).1.4.3. GS1-8 PräfixeDas GS1-8 Präfix ist eine ein-, zwei- oder dreistellige Indexnummer, von GS1 verwaltet und an GS1Mitgliedsorganisationen vergeben, um daraus GTIN-8 oder RCN-8 (8-stellige Nummern für deneingeschränkten Nutzungsbereich) zu generieren. GS1-8 Präfixe sind einzig und alleine dafürgedacht, daraus GTIN-8 oder RCN-8 zu bilden.In der nachfolgenden Abbildung 1.4.3 – 1 werden die GS1-8 Präfixe dargestellt.Abbildung 1.4.3 – 1Übersicht über GS1-8 PräfixeGS1-8 PräfixBedeutung0 Velocity Codes100 - 199 GS1 Präfix2 GS1 Nummern für den eingeschränkten Nutzungsbereich innerhalb einesUnternehmens300 - 99 GS1 Präfix1.4.4. GS1 BasisnummerDie GS1 Basisnummer ist Teil der GS1 Datenstrukturen. Sie besteht aus einem GS1 Präfix, welchevon GS1 verwaltet wird und einer Teilnehmernummer, die durch eine nationale GS1Mitgliedsorganisation oder GS1 zugeteilt wird.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 7 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 Systems1.5. Vergabe der GS1 BasisnummerEine GS1 Basisnummer ist die Voraussetzung für alle Anwendungen der Identifikationsstandards imGS1 System.Eine GS1 Basisnummer kann nicht zur Verwendung durch ein anderes Unternehmen verkauft,verliehen oder verschenkt werden, sei es im Ganzen oder Stückweise. Diese Einschränkung ist füralle GS1 Identifikationsschlüssel gültig, auch für jene, die ohne GS1 Basisnummer generiert werden.Damit sind GS1 Identifikationsschlüssel gemeint, die einzeln von einer GS1 Mitgliedsorganisation anindividuelle Unternehmen vergeben wurden.In Kapitel 1.6 und den nachfolgenden Abschnitten sind weitere Richtlinien aufgeführt, wenn einUnternehmen seinen legalen Status als Ergebnis einer Übernahme, einer Fusion, eines Teilverkaufes,einer Unternehmensspaltung oder einer Ausgliederung, ändert.Eine zugeteilte GS1 Basisnummer ermöglicht dem Systemanwender die Erstellung aller GS1Identifikationsschlüssel:■■■■■■■■■■Global Trade Item Number (GTIN)Global Location Number (GLN)Serial Shipping Container Code (SSCC)Global Returnable Asset Identifier (GRAI)Global Individual Asset Identifier (GIAI)Global Service Relation Number (GSRN)Global Document Type Identifier (GDTI)Global Shipment Identification Number (GSIN)Global Identification Number for Consignment (GINC)Global Coupon Number (GCN)1.6. Vergabe von GS1 IdentifikationsnummernDie üblichen Anforderungen bezüglich Wiederverwendung von GS1 Identifikationsnummern gelten füralle Organisationen. Die nachfolgenden zusätzlichen Richtlinien gelten, wenn sich der Status einesUnternehmens ändert, z.B. bei Übernahmen und Fusionen, Teilübernahmen, Firmenaufteilungen oderTeilausgliederungen.GS1 Mitgliedsorganisationen können diese Richtlinien anpassen, falls dies aufgrund von nationalenGesetzgebungen unumgänglich ist.Unternehmen müssen auf jeden Fall ihre GS1 Mitgliedsorganisation über jegliche Veränderung ihresjuristischen Status innerhalb eines Jahres informieren, um einen problemlosen Wechsel zugewährleisten.1.6.1. Übernahme und FusionenExistierender Warenbestand, der vor einer Übernahme oder Fusion bereits ausgezeichnet war, behältdie bestehende Global Trade Item Number (GTIN). Waren, die nach der Übernahme oder Fusionproduziert werden, können die davor zugeteilte GTIN behalten, wenn das neue Unternehmen die GS1Mitgliedschaft des gekauften Unternehmens übernimmt.Eine Fusion impliziert, dass ein Unternehmen, und damit auch die Verantwortung für die GS1Basisnummer, sowie dessen Vermögensgegenstände und Standorte übernommen werden. Waren,die das übernommene Unternehmen unter seiner GS1 Basisnummer herstellt, können nach derFusion mit derselben Basisnummer weiterproduziert werden, da das übernehmende Unternehmen dieKontrolle über diese GS1 Basisnummer innehat. Falls gewünscht, kann das übernehmendeUnternehmen alle gekauften Produkte mit Hilfe seiner eigenen GS1 Basisnummer kennzeichnen.Dabei ist die Wichtigkeit, die Geschäftspartner über jegliche Änderungen rechtzeitig zu informieren,nicht oft genug betont werden.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 8 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsUnternehmen sollten vorsichtig sein bei der Umstellung auf zentrale Vergabe aller Nummern mit Hilfeeiner einzigen Firmenidentifikation (GS1 Basisnummer), da dies zur Folge hat, dass bereitsbestehende GTIN’s geändert werden müssten. Dies sollte nur in Ausnahmefällen zur Anwendungkommen, da es Mehraufwand bei der Stammdaten- und Systempflege für alle involvierten Parteienbedeutet.1.6.1.1. TeilübernahmenWenn eine Firma einen Unternehmensbereich kauft, dessen GS1 Basisnummer in Bereichenverwendet wird, die nicht gekauft wurden, muss das übernehmende Unternehmen sowohl die GTINsfür Produkte aus dem gekauften Bereich als auch alle auf die Basisnummer bezogenenLokationsnummern innerhalb eines Jahres ändern.Die Regeln bezüglich der zukünftigen Verwendung der Global Trade Item Number (GTIN) undanderer GS1 Identifikationsschlüssel sollten bereits bei den Vertragsverhandlungen zur Übernahmeberücksichtigt werden.Bei der frühest möglichen Gelegenheit sollten Nummern aus dem Nummernkreis des neuenMarkeninhabers zugeteilt werden. Dies kann bei Neuauflage der Verpackung erfolgen.Werden Teile des Eigentums eines Unternehmens an ein anderes Unternehmen verkauft, sollte derGlobal Individual Asset Identifier (GIAI) oder der Global Returnable Asset Identifier (GRAI)Idealerweise innerhalb eines Jahres durch eine andere GIAI oder GRAI ersetzt oder von der Einheitentfernt werden.Während dieser Zeit und auch während den nachfolgenden vier Jahren, darf die „verkaufende” Firmadie entsprechenden Nummern auf keinen Fall verwenden.1.6.1.2. Firmenaufteilung und Ausgliederung (Spin-Off)Wenn ein Unternehmen in zwei oder mehrere eigenständige Unternehmen aufgeteilt wird, ist esnotwendig, dass jede der neu entstandenen Firmen einen eigene GS1 Basisnummer erhält,respektive nur eine die ursprüngliche Basisnummer behält. Neue Basisnummern werden von denentsprechenden nationalen GS1 Mitgliedsorganisationen vergeben.Die Entscheidung, welches Unternehmen die bestehende GS1 Basisnummer behält, sollte unterBerücksichtigung der bereits zugeteilten Nummern gefällt werden, um den Änderungsaufwand undzusätzliche Global Trade Item Numbers (GTINs) zu reduzieren. Diese Entscheidung sollte ein Teil derrechtlichen Vereinbarungen zwischen den beteiligten Unternehmen sein.Es ist nicht notwendig bereits ausgezeichnete Warenbestände neu zu kennzeichnen. Wenn jedocheine der neu entstandenen Firmen Handelseinheiten auf Lager hält, die mit einer GS1 Basisnummergekennzeichnet sind, die Sie nicht mehr besitzt, dann sollte bei Neuauflage der Verpackung die GS1Basisnummer der neuentstandenen Unternehmung verwendet werden. Die involviertenHandelspartner müssen im Voraus so früh wie möglich informiert werden.Geteilte oder ausgegliederte Firmen, die die ursprüngliche Basisnummer behalten (nur eine davonkann die Nummer verwenden), müssen über diejenigen GTIN’s Buch führen, die sie mit ihrer GS1Basisnummer zugeteilt haben, die aber nicht mehr in ihrem Besitz sind. Solche GTIN’s sind für eineDauer von mindestens vier Jahren ab „spin-off“, respektive ab letzter Lieferung nicht mehr zuverwenden. Aus diesem Grunde muss die Firma, welche die ursprüngliche GS1 Basisnummer nichtbehalten konnte, das Unternehmen, welches diese Basisnummer weiterverwendet, über das letzteLieferdatum mit der ursprünglichen GTIN informieren, oder hat einen Termin zu garantieren, wann dieNummernänderungen vollzogen werden.1.7. Sunrise und Sunset DatenDie Erweiterung sowohl des Umfangs als auch des Einsatzes des GS1 Systems erfordert dieEinführung neuer Datenträger und Datentransfertechniken. Deren Anwendung als offener globalerGS1 Standard erfordert ein abgestimmtes Einführungsdatum, ein sogenanntes Sunrise Date. Um denjeweiligen Umständen Rechnung zu tragen, werden entsprechende Regeln mit dem Datum verknüpft.Ein Sunrise Date wird immer durch die GS1 Teilnehmer vereinbart und durch das GS1 ManagementBoard verabschiedet.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 9 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsWenn umgekehrt von den Anwendern ein Datenträger oder eine Datentransfertechnik als nicht mehreffizient angesehen und dies vom GS1 Management Board bestätigt wird, kann er/sie aus denAllgemeinen GS1 Spezifikationen gestrichen werden. Dies wird dann als Sunset Datum bezeichnet.Um den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen werden entsprechende Regeln mit dem Datumverknüpft.Ausgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 10 von 11


Allgemeine GS1 Spezifikationen, Version 13.1Kapitel 1: Grundlagen und Prinzipien des GS1 SystemsAusgabe 2, August 2013 © GS1 Austria, GS1 Germany und GS1 Schweiz 2013 Seite 11 von 11

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