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Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumente


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteSchreiben des Ministeriums für Staatssicherheit Magdeburg,22.11.1958.Im November 1958 ermittelte das Ministerium fürStaatssicherheit (MfS) der DDR gegen Kurt Heißmeyerund fragte bei dem MfS im Bezirk Brandenburg an, ob esdort Informationen über Heißmeyers frühere Tätigkeitin der Heilanstalt Hohenlychen gebe. Die Ermittlungenwurden ein Jahr später eingestellt, da Heißmeyer „keineFeindtätigkeit nachgewiesen“ werden konnte. „Er ist auchnicht mit dem berüchtigten SS Arzt Heissmeyer im Buch‚Geissel der Menschheit‘ identisch“, so schloss die Akte.Ein Zwischenbericht hatte zuvor festgestellt, dass „imInteresse einer ausreichenden medizinischen Versorgungunserer Bevölkerung“ von einer Inhaftierung abgesehenwerden sollte.Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstesder ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU),Berlin, 8535/66, Band 1, Blatt 227


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteAnonyme Anzeige gegen Kurt Heißmeyer,23.7.1959.Der anonyme Verfasser dieses Briefesverdächtigte gegenüber der „GeheimenStaatspolizei“ – dem Ministerium fürStaatssicherheit – Kurt Heißmeyer dermedizinischen Versuche im KZ Neuengamme.Der Brief bezieht sich auf das Vorwort inder westdeutschen Zeitschrift „Stern“vom 21. Mai 1959, ohne die Quelle zunennen. Darin wurde Kurt Heißmeyerals verantwortlicher Arzt für diemedizinischen Experimente im KZ Neuengammegenannt.Die Staatssicherheit ließ den Fall ruhenund archivierte das Schreiben.BStU, Berlin, 8935/66, Band 2, Blatt 86


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteAnnahmebefehl in der Ermittlungssachegegen Dr. Kurt Heißmeyer, 14.12.1963.Heißmeyer wurde erst 1963 verhaftet,nachdem gegen ihn ermittelt wordenwar. Er gab kurz nach der Verhaftungzu, im KZ Neuengamme medizinischeVersuche an männlichen Häftlingen undjüdischen Kindern durchgeführt zu haben.Er bestritt aber, dass diese Versuchezu Krankheiten oder zum Tod geführthätten.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 138,


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteStreng geheime Information über die Verhaftungvon Kurt Heißmeyer, 14.12.1963.Wegen des dringenden Verdachtes, Verbrechengegen die Menschlichkeit begangen zuhaben, war Kurt Heißmeyer am 13. Dezember1963 in Magdeburg festgenommen worden.Dieses Dokument nennt die Gründe. Auf derersten Seite befindet sich eine Notiz desMinisters für Staatssicherheit der DDR, ErichMielke, dass er mit der Verhaftung einverstandenist.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 138,Blatt 79–81


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteInhalt der vergrabenen Kiste, 25.3.1964.Im Garten des SS-Sanatoriums Hohenlychen hatte Kurt Heißmeyer 1945eine Zinkblechkiste mit Dingen vergraben, die ihm wichtig erschienen, dieaber nicht in die Hände der Alliierten fallen sollten. Heißmeyer nannte am16. März 1964 das Versteck der Kiste, da er hoffte, ihr Inhalt könne ihnentlasten.Heißmeyer hatte einen Wandteller, den er von SS-General Oswald Pohlgeschenkt bekommen hatte, private Fotos, Krankenakten sowie die Fotosder Kinder und von Erwachsenen, an denen er Experimente durchgeführthatte, in der Kiste deponiert. Die Unterlagen bewiesen jedoch die Schwereseiner Schuld.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 154, Blatt 291


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteErmittlungen im Gebiet der Sowjetunion, Vermerk derHauptabteilung des Ministeriums der Staatssicherheit inBerlin, 17.4.1964.Die Ermittler gegen Kurt Heißmeyer befragten ehemaligeHäftlinge aus Polen, aus Deutschland und erstmalsauch aus der Sowjetunion als Zeugen der medizinischenExperimente. Aus Heißmeyers Unterlagen waren Namenvon 19 sowjetischen Häftlingen bekannt. Nach ihnenoder ihren Angehörigen war gesucht worden.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 138, Blatt 195


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteUnterstützungsschreiben an die Familie von KurtHeißmeyer, 24.12.1963.Viele der Patienten und Patientinnen Heißmeyers warenfassungslos, dass ihr Arzt verhaftet worden war. Sieschrieben Unterstützungsbriefe an seine Ehefrau, indenen sie ihre Hoffnung zum Ausdruck brachten, dass erbald zurückkehren möge. Dabei blendeten sie die ihm zurLast gelegten Taten völlig aus.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 142, Blatt 43


Der Prozess gegen Dr. Kurt HeiSSmeyerDokumenteDas Urteil gegen Kurt Heißmeyer, 30.6.1966.Das Bezirksgericht Magdeburg verurteilte Heißmeyeram 30. Juni 1966 „wegen fortgesetzten Verbrechensgegen die Menschlichkeit“ zu lebenslangem Zuchthausunter Aberkennung seiner bürgerlichen Rechte.Heißmeyer starb am 29. August 1967 im GefängnisBautzen.BStU, Berlin, HA IX/11 ZUV, Nr. 46, Band 153, Blatt 3 f.

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