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Therapeutische Wirkung von Yoga auf Physis, Physiologie und PsycheZusammenfassung und KontaktZum Hintergrund dieser BroschüreEtwa vier Millionen Menschen in Deutschland machenYoga. Die meisten praktizieren Yoga für mehr Entspannungund Wohlbefinden. Doch auch in der betrieblichenGesundheitsförderung und -vorsorge und im klinischenUmfeld werden die Vorzüge von Yoga immer stärker wahrgenommenund genutzt. Die Förderung der wissenschaftlichenUntersuchung des Yoga und die Veröffentlichung derErgebnisse sind zwei wesentliche Aufgaben desBerufsverbandes der Yoga Vidya Lehrer/innen (BYV), dersich aktiv für die Lehre und Verbreitung des Yoga einsetzt.Yoga im Fokus der WissenschaftDas zunehmende öffentliche Interesse an den gesundheitsförderndenWirkungen des Yoga hat zahlreiche wissenschaftlicheStudien zur Folge, die die positiven Wirkungenauf zahlreiche Krankheitsbilder wie unspezifische Rückenschmerzen,Migräne/Kopfschmerz, Bluthochdruck u.a. belegen.Diese Broschüre fasst drei Studien zusammen, die derBYV bei der Universität Witten/Herdecke und derUniversität Gießen in Auftrag gegeben hat.Fazit: Yoga wirkt!In den Studien konnte nachgewiesen werden, was jederYoga-Praktizierende sicher schon oft am eigenen Körpererfahren hat: Yoga regeneriert, entspannt und macht Spaß!Studie 1 ist eine Metastudie, die 40 bestehende Studienausgewertet hat. Sie zeigt, dass Yoga das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflusst und bei Depression, Burnout undStress wertvolle Hilfen bieten kann. Studie 2 und 3 befassensich mit den psychisch-geistigen Wirkungen und weisennach, dass Menschen durch Yoga-Praxis zufriedener,gelassener und offener für Neues werden können.Studie 1:Zusammenfassung der Ergebnisse aussystematischen Studien zur klinischen Wirkungverschiedener Yoga-Interventionen (2012)Ziel: Die aktuelle Fülle an Studien ordnen und die methodischeQualität wissenschaftlich bewerten (Metastudie).Autoren: Univ.-Prof. Dr. med. Arndt Büssing et al., Fakultät fürGesundheit, Department für Humanmedizin, UniversitätWitten/HerdeckeMethodik: Sichtung und methodische Bewertung von mehr als40 systematischen Übersichtsarbeiten (Reviews) zu therapeutischenYogaprogrammen aus den drei Bereichen:1. Physis: Bewegungsapparat (Funktionsverbesserung,Schmerzreduktion etc.)2. Physiologie: physiologische Systeme (Herz-Kreislauf-System, Blutdruckregulation etc.)3. Psyche: Lebensqualität, Depression, Burnout, Fatigue,Stress, etc.Fazit: Yoga ist eine komplexe und universell einsetzbareGesundheitsmethode mit einem breiten Wirkungspotential.Bei aktiver Teilnahme der Übenden wirkt Yoga vielfältig:- auf Körper und Geist- bei Alt und Jung- präventiv und unterstützendDie Metastudie zeigt: Als „supportive Interventionsmaßnahme“spricht Yoga mehrereEbenen der „Heilung“ an: Geist, Emotion,Lebenskräfte und Physis.In Einzelbereichen bedarf es allerdings nochgezielter Studien mit guter Methodik, um dieWirkung von Yoga klar zu untermauern.GeistEmotionLebenskräftePhysis1.1 Detailergebnisse Yoga und PhysisKörperliche Fitness für Alt und JungIm Themenkomplex Physis analysierten die Forscher mehrereÜbersichtsarbeiten zu Wirkungen auf Muskel-Skelett-Systemund Schmerzsymptomatik sowie eine spezifische Arbeit zurFitness älterer Menschen. Dabei bestätigte sich größtenteils dieVermutung, dass spezifische Sequenzen der Yoga-Übungen (Asanas) die körperliche Leistungsfähigkeit,Ausdauer und Flexibilität günstig beeinflussen.Schmerzlindernde WirkungWeiterhin gibt es deutliche Hinweise für eine unterstützendeWirkung bei Schmerzen – insbesondere im Zusammenhang mitden entspannenden und meditativen Übungen des Yoga.1.2 Detailergebnisse Yoga und PhysiologiePrävention für Herz und LungenIm Themenfeld Physiologie untersuchten die Wissenschaftlervor allem Arbeiten zu Wirkungen auf Herz-Kreislauf-System,Lungenfunktion und Blutdruckregulation. Das Ergebnis: Yogalässt sich sowohl präventiv als auch supportiv (unterstützend)einsetzen, um bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen zuvehindern oder deren Risikofaktoren zu minimieren.Gesamtfazit aus den drei StudienYoga wirkt, auf vielen EbenenIn einer von Beschleunigung, Bewegungsmangel undpsychischen Belastungen geprägten Welt kann Yogaeinen gesundheitsfördernden Gegenpol darstellen. Alsganzheitliche und universell einsetzbare Gesundheitsmethodewirkt Yoga nicht allein in physischer Hinsicht.Auch die mentale Gesundheit und die Lebensqualitätlassen sich mit Yoga verbessern.Wer kann von den Wirkungen des Yoga profitieren?Die drei hier gezeigten Studien zeigen: Jeder Mensch, der sichauf das „Experiment Yoga“ einlässt und auf engagierte, harmonischeWeise übt, profitiert von seinen vielfältigenWirkungen – sei es vorbeugend oder unterstützend bei akutenBeschwerden. In besonderem Maße lohnt sich das Eigenengagementinteressanterweise für Anfänger und angehendeFortgeschrittene. Ein passendes Motto für die Praxis könntefolglich lauten: Anfangen, sich einlassen und dranbleibenKontakt für Fragen:Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen (BYV)Yoga Vidya e.V.Yogaweg 7D-32805 Horn-Bad MeinbergTel. 05234/870E-Mail: byv@yoga-vidya.deInternet: www.yoga-vidya.deWirkungen von Yoga –im Licht der WissenschaftDrei wissenschaftliche Untersuchungenzu den WirkungsfeldernPhysischeGesundheitHerausgegeben vom:Persönlichkeitund LebenseinstellungBerufsverband derYoga Vidya Lehrer/innenBYVB Y VPsychischeGesundheitMehr: http://wiki.yoga-vidya.de/Wissenschaftliche_Studien


Wirkungen auf Psyche und Lebenseinstellung - Wie wirkt sich eine mehrwöchige intensive Yogapraxis auf die mentale Gesundheit aus? Wie beeinflusst eine mehrmonatige intensive Yogapraxis den persönlichen Lebensstil?1.3 Detailergebnisse Yoga und PsycheHilfe bei Stress und milden DepressionenBezüglich mentaler Wirkungen beschreibt die Studie Yoga als„viel versprechende supportive Intervention“, mit deren Hilfesich insbesondere Stress und milde depressive Symptome günstigbeeinflussen lassen. Beim Thema Stress kann Yoga demnachähnlich effektiv sein, wie (reine) Entspannungsvefahren, kognitiveVerhaltenstherapie oder Tanz.Yoga als Alternative zu MedikamentenHinsichtlich der Beschwerdebilder Ängstlichkeit und Angst (z.B.Prüfungsangst), beschrieben viele der untersuchten Studien förderlicheEffekte, insbesondere im Vergleich zur Einnahme vonMedikamenten und Entspannungsverfahren.Yoga – eine komplexe InterventionsmaßnahmeDie Studienergebnisse in den Bereichen Physis und Psyche liefernArgumente für den Einsatz von Yoga als komplexeInterventionsmaßnahme, die neben Körperübungen (Asanas)auch Atemübungen (Pranayama), Entspannung undMeditation (Dhyana) mit einbezieht. Für Yoga als gesundheitsförderndeMaßnahme spricht auch der Umstand, dasspsychologische Variablen wie Selbstvertrauen und Selbstautonomieden Therapieeffekt positiv beeinflussen können.Studie 2: Achtsamkeit, Gestimmtheit und InnereKongruenz bei mehrmonatiger intensiver Yogapraxis(2012)Fragestellung: Wie beeinflusst eine intensive YogapraxisVariablen wie Lebensqualität, -zufriedenheit und Gestimmtheitsowie Unbeschwertheit, Achtsamkeit und Spiritualität?Autoren: Univ.-Prof. Dr. med. Arndt Büssing, cand. med.Anemone Hedtstück, Zentrum für Integrative Medizin,Universität Witten/HerdeckeMethodik: Anonyme Erhebung unter 200 Teilnehmer/inneneiner zweijährigen Yoga-Lehrerausbildung bei Yoga Vidya(Beginn der Ausbildung im März 2010); standardisierteFragebögen zu Beginn sowie nach 3 und 6 Monaten (t1, t2, t3).Es wurden 160 Datensätze ausgewertet.Fazit: Eine intensive und harmonische Praxis machtYoga Übende tendenziell unbeschwerter, geistesgegenwärtigerund hilft, eine positivere Lebenseinstellungzu entwickeln.Abbildung: Zusammenhänge zwischen Innerer Kongruenz,Achtsamkeit, Positiver Stimmung, Mentaler Gesundheit undLebenszufriedenheit. Die Liniendicke zeigt die Stärke der jeweiligenKorrelation. Signifikante Zusammenhänge sind blau eingefärbt.UnbeschwertheitPositive Auswirkungen auf die mentale GesundheitIntensiv Yoga Übende verfügen eher über eine gute mentaleGesundheit. Sie sind tendenziell zufriedener, gelassener undpositiver eingestellt. Dies zeigen u.a. Zusammenhänge zwischenden Kenngrößen „Innere Leichte“, Achtsamkeit und„Innere Kongruenz und Harmonie mit den Übungen“ (ICPH). Einhoher ICPH-Wert zeigt an, dass sich der Übende während seinerPraxis wohl, zufrieden, entspannt etc. fühlt und die Sorgendes Alltags hinter sich lassen kann.Mehr Bewusstheit und OffenheitWeiterhin erhöhte sich der bewusste Umgang mit sich, mitanderen und der Umwelt. Die Studie vermutet: Eine intensive,harmonische Praxis macht es leichter, sich gegenüber „Neuem“zu öffnen und sich auf neue Perspektiven einzulassen.80706050403020100t1 t2 t3ICPH 70Abbildung: Bei Probanden mit anfänglich mittleren Ausgangswertenan Innerer Kongruenz und Harmonie mit den Übungen(ICPH-Werte), sprich: leicht erfahrene Yogaübende, nahm die„Innere Leichte“ am stärksten zu. Danach folgen Probanden mitniedrigen Ausgangswerten (Anfänger). Aber auch Probandenmit hohen Ausgangswerten (Fortgeschrittene) verbesserten sichnoch signifikant.Studie 3: Transformationsprozesse während einervierwöchigen intensiven Yogapraxis (2012)Frage: Wie verändert sich der Lebensstil durch eine vierwöchigeYogalehrer-Intensivausbildung?Autoren: Dipl.-Psych. Dr. Hannes Hempel, Bender Institute ofNeuroimaging, Universität GießenMethodik: Stichprobenerfassung mit 1.700 Probanden imRahmen der Yoga Vidya Yogalehrer-Intensivausbildung (4 x 1Woche mit durchschnittlich mehr als 200 Minuten Yogapraxispro Tag: Kompetenz- und Kontrollüberzeugung (vorher, nachher);Übungsumfang, Achtsamkeit, Meditationstiefe und spirituelleErfahrungen im Alltag (nach jeder Ausbildungswoche);Erfassungszeitraum: 2009 bis 2011; Nachweis kausalerZusammenhänge durch lineares Strukturgleichungsmodell. Eswurden 540 Datensätze ausgewertet.Fazit: Intensive Yogapraxis fördert einen gesundenLebensstil. Der Übende nimmt seine persönlichenRessourcen bewusster wahr, wird selbstbestimmterund psychisch stabiler.Die Teilnehmer/innen der Yogalehrer-Intensivausbildung warenzu 80 Prozent weiblich, im Schnitt 39 Jahre alt und verfügtenmehrheitlich über einen höheren Bildungsabschluss.Mehr Achtsamkeit, mehr LebensqualitätInsgesamt stellte sich ein intensiveres und bewussteresErleben und damit eine höhere Lebensqualität ein – angefangenbei einem bewussteren Körpergefühl bis hinzu anhaltendenVeränderungen im Lebensstil – besonders bezüglich Ernährung,Genuss- und Rauschmittelkonsum.Selbstbestimmt und weniger stressanfälligAm Ende der Ausbildung nahmen die Probanden ihre eigenenFähigkeiten stärker wahr und hatten das Gefühl, Situationenselbst steuern und lenken zu können. Die Studie erkennt darineine wichtige Anti-Stress-Ressource.Spiritualität als GesundheitsressourceUrvertrauen, Sicherheit und das Verständnis sich selbst undanderen gegenüber: Diese entwickelten Aspekte vonSpiritualität wirken ebenfalls gesundheitsfördernd, z.B. bei derBewältigung schwieriger Lebenssituationen.Dem Wesen des Yoga auf der SpurAus wissenschaftlicher Sicht hat diese Studie Neuland betreten:Lag das bisherige Hauptinteresse der Yogaforschung imNachweis therapeutischer Effekte und der Suche nach erklärendenMechanismen lag, so nähert sich Hannes Hempel mitdieser Arbeit dem ‚eigentlichen Wesen‘ des Yoga an, welches„dem Übenden letztendlich Erkenntnisse über die Natur desSeins ermöglichen möchte“. Diesen von den Praktizierendenals Wandlungsprozess beschriebenen Erkenntnisgewinn belegtdie Studie eindeutig.Die vollständige Studie und weitere Forschungsarbeiten finden Sie unter: http://wiki.yoga-vidya.de/Wissenschaftliche_Studien

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