Die ungewollte Bestellung Die ungewollte ... - Arbeiterkammer

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Die ungewollte Bestellung Die ungewollte ... - Arbeiterkammer

Die ungewollte BestellungGestern erhielt ich einen Anruf von einer Firma XY. Zuvor hatte ich von dieser Firmanoch nie etwas gehört. Die Dame redete schnell und unverständlich auf mich ein. Ichhatte nur mitbekommen, dass sie mir eine Warenprobe zuschicken möchte. Nachdem siemich noch eine Weile niedergeredet hatte, stimmte ich schlussendlich zu.Eine Woche später erhielt ich ein Paket mit Unterwäsche. Im Paket war eine Rechnung inHöhe von 25 Euro dabei. Da ich die Unterwäsche eigentlich gar nicht haben wollte,schrieb ich dem Unternehmen, dass ich die Bestellung zurückschicken werde.Als Antwort bekam ich, dass mein Rücktritt zwar akzeptiert wird, ich jedoch die Versandkostenfür die Rücksendung selber tragen muss.Darf das sein?


LÖSUNG:1. Unerbetene Telefonwerbung „Cold Calling“ verstößt gegen § 107 Telekommunikationsgesetz:Grundsätzlich gilt in Österreich, dass unerbetene Telefonwerbung verboten ist. Als unerbetengilt die telefonische Kontaktaufnahme durch ein Unternehmen immer dann, wenn esvorher keinerlei Geschäftsbeziehung oder sonstige Zustimmung zu einem Anruf gab.Viele Unternehmen ignorieren diese Bestimmung, rufen Leute aus dem Nichts heraus an undüberreden die ahnungslosen Konsumenten zum Vertragsschluss, wobei oft auch nicht offengelegt wird, dass es sich um eine kostenpflichtige Bestellung handelt.Wenn man Opfer von unerbetener Telefonwerbung wird, kann man eine schriftliche Anzeigean die Fernmeldebehörde erstatten. Dabei ist bekannt zu geben, von welchem Unternehmenman angerufen wurde, Tag und Uhrzeit des Anrufes und wenn möglich auch noch dieTelefonnummer von der aus man angerufen wurde. Die Fernmeldebehörde kann bei festgestelltenVerstößen Geldstrafen über die Unternehmen verhängen.Das Anzeigeformular findet ihr auf www.ooe.konsumentenschutz.at Telefon2. Rücktritt im Fernabsatz gemäß § 5e KonsumentenschutzgesetzBei einem Vertragsschluss im Fernabsatz (über’s Telefon, Internet) steht einem grundsätzlichein Rücktrittsrecht innerhalb von 7 Tagen zu.Die Rücktrittsfrist beginnt mit Erhalt der Ware samt Auftragsbestätigung und einer Rücktrittsbelehrungzu laufen. Wenn man die Ware erst später erhält, beginnt der Fristlauf erstmit Erhalt der Ware.Erhält man keine überhaupt keine Rücktrittsbelehrung verlängert sich die Rücktrittsfrist auf3 Monate.Wenn über die Rücksendekosten nichts vereinbart wurde und diesbezüglich auch keine Regelungin den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Unternehmens zu finden ist,muss grundsätzlich der Unternehmer die Rücksendekosten tragen.Bei vielen Unternehmen findet sich allerdings in den AGB der Hinweis, dass die Rücksendekostenvom Verbraucher zu tragen sind. Diese Vereinbarung ist zulässig und daher wird mandas Porto für das Paket selber bezahlt müssen.

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