Queer & Green - Die Grünen Andersrum

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Queer & Green - Die Grünen Andersrum

Batman und RobinDie lieben sich sehr.Batman mag SchnitzelUnd Robin Dessert.Sagt Robin zu Batman:Oh, wie schön ist dein Bauch!Sagt Batman zu Robin:Ich liebe ihn auch.GEA WIEN | 1010, HIMMELPFORTGASSE 26 (SCHUHE, TASCHEN, MÖBEL UND MATRATZEN), 01/5121967 | 1080, LANGEGASSE 24 (SCHUHE UND TASCHEN) UND 31 (MÖBEL UND MATRATZEN), 01/4083626 | 1070, KIRCHENGASSE 24 (SCHUHE UNDTASCHEN), 01/5225570 | 1210, AM SPITZ 2 (SCHUHTRAFIK), 01/2700810 | GEA GRAZ | 8010, SACKSTRASSE 36 (SCHUHE &TASCHEN), 0316/824982 | 8020, GRIESGASSE 4 (SCHUHE, TASCHEN, MÖBEL & MATRATZEN), 0316/710787 | WWW.GEA.ATCover Foto: Miriam Höhne, Bodypainting: Neil Curtis, Models: Eva van Hinten, Gunter Geil Die GrünenDie politischen Repräsentant_innen einerPartei müssen so vielfältig sein wie das Volk,das sie vertreten wollen. Deshalb waren undsind die Grünen Andersrum für die GrüneBewegung selbstverständlich. Vertreter_innender Lesben, Schwulen, Transgender undBisexuellen sind seit fast 15 Jahren ein fixerund wichtiger Teil der Grünen, wie sie einfixer und wichtiger Teil unserer Gesellschaftsind.Der Startschuss für die Teilorganisation derGrünen Andersum fiel auf dem Bundeskongress1996, als die damalige Bundesgeschäftsführerinund aktuelle Europa-AbgeordneteUlrike Lunacek und der oberösterreichischeGrüne Gernot Wartner beantragten,einen entsprechenden Bundesarbeitskreiseinzurichten. Mittlerweile sind die GrünenAndersrum in jedem Bundesland als GrüneTeilorganisation vertreten, machen dabeinicht nur queere Politik, sondern sind inallen politischen Bereichen aktiv – von derMitarbeiterin bis zum Landtagsabgeordneten,von der kleinen Gemeinde am Land biszum Bezirksrat in einer Metropole.Selbstverständlich werden die Anliegen derCommunity auch nach den Wiener Gemeinderatswahlennicht zu kurz kommen. Dafürwerden Jennifer Kickert und Marco Schreuder,unsere Grünen Kandidat_innen, sorgen.Macht Euch selbst ein Bild über die Ideenund Pläne der Grünen und der Grünen Andersrum,schaut hier rein. Über eine Unterstützungder Grünen am 10. Oktober 2010würde ich mich freuen. Denn Gleichstellungund Gleichbehandlung sind im 21. Jahrhundertfür uns selbstverständlich!Herzlich EureEva GlawischnigQGQUEER:GREEN>INHALT04 Queer Politik. Ulrike Lunacek,Jennifer Kickert und MarcoSchreuder über die Zukunft queererPolitik in Wien.08 Queer Eye On A Straight Guy.Wir stylen Alexander Van der Bellenum!09 Kurz & Gut. Homosexualitätim Alter, neue Kooperation mit derWiener Polizei, Queer-Projekt inMariahilf.10 Marco Schreuder. Das großeInterview über Marcos politischesSelbstverständnis und seine Ziele.12 Queer im Grätzel. Der Überblicküber alle queeren Kandidat_innen auf Bezirksebene.14 Migrant_innen. Senol Akkilicerklärt, wie moderne Politik für undmit Migrant_innen aussehen soll.16 Frauenpolitik. Jennifer Kickertund Martina Wurzer über ihrEngagement für Frauenthemen,Feminismus und selbstverständlicheGleichberechtigung.18 Radfahrer_in ärgere Dichnicht! Das erste Brettspiel für alle,die sich getrauen, den Radweg umden Ring zu benutzen.QG 0320 Maria Vassilakou. Die GrüneSpitzenkandidatin präsentiertihre wichtigsten Forderungenund Ideen für die Wienwahl am10. Oktober.24 Grüner Wohnen. Die Reportageüber die erste „Passivwohnung”Wiens.28 Kurz & Gut. Christoph Chorherrüber seine Ideen zur Stadtentwicklung,23 Projekte für eingrüneres Wien.29 Haushaltstipps. Zum Ausschneiden:So kannst Du täglichund ganz einfach Energie sparen!26 Nachhaltigkeit ist sexy!Hans Arsenovic über die grüneWirtschaft: nachhaltig, ökologischund solidarisch.30 Grüne Sozialpolitik. DavidEllensohn präsentiert Zahlen undFakten – und zeigt Lösungswegeauf, um die Schere zwischen Armund Reich zu schließen.32 Filesharing. Downloading vonMusik und Filmen als kulturpolitischeHerausforderung.33 Kurz & Gut. Fight Aids, Einkaufen– aber (öko-)logisch!IMPRESSUM. Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:Grüne Andersrum, Marco Schreuder, c/o Grüner Klub im RathausA-1082 Wien, Stiege 6; Chefredakteur: Ralf Strobl; Artdirektorin: EvaUrthaler; Fotokonzept & Fotos: Miriam Höhne; Mitarbeiter_innen:Beate Barth, Lilly Maier, Manuel Simbürger, Thomas Schwentenwein;Lektorin: Iris Hajicsek; Druck: AV+Astoria


04QGQG05QUEERPOLITIK2010„Wir sind Community!“ Keine andere Partei lebt die Gleichstellung von LGBT-Personen soselbstverständlich und überzeugend wie die Grünen. Die Grünen Andersrum tragen einenwichtigen Beitrag dazu bei und bringen ein Stück Community in die Politik-Welt.Die offen lesbisch/schwulen Politiker_innen Ulrike Lunacek, Marco Schreuder und JenniferKickert sagen, was sie in den kommenden Jahren für und mit uns noch erreichen wollen.


06QGQG07„Bei uns wird Kreativität, Freudeund Spaß großgeschrieben!“, lachtUlrike Lunacek und ist sichtlich stolz,wenn sie über die Grünen Andersrumspricht, jene Gruppe von grünenlesbischen, schwulen, bisexuellen undTransgender-Politiker_innen, die sichfür mehr Sichtbarkeit und Rechte derLGBT-Community einsetzen. Ulrike,seit 2009 Abgeordnete zum Europaparlamentund Vorsitzende der LGBT-Intergroup im Europaparlament sowiestv. Klubobfrau der Grünen, hat 1996die Grünen Andersrum mitgegründet.Heute hat die Gruppe rund 20fixe Mitarbeiter_innen, u. a. MarcoSchreuder, Landtagsabgeordneterin Wien und Sprecher der GrünenAndersrum und Jennifer Kickert,stellvertretende Bezirksvorsteherin inRudolfsheim-Fünfhaus.Ein Gespräch über LGBT-Rechte, konservativeParteien und warum wir allein der Mitte der Gesellschaft stehen.Wie sehr spielen LGBT-Themeneine Rolle im Wiener Wahlkampf?Marco: Durchaus eine Rolle! Denndie Grünen sind die einzige Partei, diekein Problem damit hat, dass Schwule,Lesben, Bisexuelle oder Transgenderin der Politik Karriere machen.Bei uns ist das selbstverständlich.Bei den anderen – auch sogenanntenprogressiven Parteien – gibt es keineoffenen schwulen/lesbischen/transsexuellenPolitiker oder Politikerinnen.Das ist sehr bedauerlich.Und warum ändert sich das nicht?Ulrike: Es ist bei der Wiener SPÖ undÖVP immer noch so, dass es in diesenParteien zwar LGBT-Mitarbeiter_innengibt. Aber in die erste Reiheschaffen sie es nicht.Jennifer: Jene, die „Karriere machen“wollen, verheimlichen ihre Homosexualitätlieber, weil es durchaus einKarrierenachteil sein kann.Ulrike, du bist von Anfang an alsoffen lesbische Politikerin aufgetreten.Gab es jemals Probleme?Ulrike: Nein. Als ich 1995 das ersteMal für den Nationalrat kandidierte,hatte nur ein einziger grüner PolitikerBedenken, ob das nicht – v.a. amLand – zu Problemen führen könnte.Heute stößt sich niemand bei denGrünen an meinem Lesbisch-Sein.Meine Homosexualität war undist also kein Problem bei meinempolitischen Vorwärtskommen. Dazukommt, dass die Grünen Andersrumein sehr erfolgreicher Teil der Grünengeworden sind. Alle sind sehr froh,dass sie uns haben! (lacht)Die Grünen haben viel dazu beigetragen,dass die Gesellschaft mitHomosexualität lockerer umgeht ...„Die Grünen sind die einzigen,die glaubwürdigdie Rechte von Lesben,Schwulen und Transgendernvertreten.”Ulrike LunaceKMarco: Da sind die Grünen Andersrumnicht unschuldig dran! Wirmachen z. B. gemeinsam Feste mitMigrant_innen, oder konzipierenInfo-Broschüren über Homosexualitätfür Schulen. Das hat vor uns nochkeiner gemacht. Das Abbauen vonVorurteilen ist wichtig. Die einzigeGefahr ist, dass man als Politikerleicht auf seine sexuelle Identitätreduziert wird.Ulrike: Diese Gefahr sehe ich auch.Beim Europawahlkampf letzen Jahresüberraschte ich mit meiner außenpolitischenKompetenz. Denn vieledachten: „Was kann denn die sonstnoch, außer lesbisch zu sein?“Jennifer: Mein Lesbisch-Sein ist aufBezirksebene kein politisches Thema.Da geht es darum, wie ich das Bestefür „meinen“ Bezirk rausholen kann.Wie geht es mit der „EingetragenenPartnerschaft“ (EP) weiter?„Vor allem in den Schulenherrscht großerAufklärungsbedarf überLGBT-Themen. Da kannman viel bewegen!”Marco SchreuderUlrike: Man muss mal betonen: Es istschon gut, dass es die EP gibt. Es hatlange genug gedauert. Aber es gehörennatürlich noch Bereiche geändert– wenn es die Regierungsparteiennicht machen, dann wird es über dieGerichte gehen müssen. Und wennnötig sogar auf europäischer Ebene.Zum Beispiel ist dies der gesamteBereich, der Kinder in lesbischenoder schwulen Beziehungen betrifft.Oder dass der Bindestrich beim(Doppel-)Nachnamen nicht gemachtwerden darf. Das sind Bosheiten.Und nur deshalb entstanden, weildie ÖVP dem EP-Gesetz sonst nichtzugestimmt hätte.Generell fordern wir: Die Ehe soll fürHomosexuelle geöffnet werden. Unddie EP auch den Heterosexuellenzugänglich sein..Eure Position zum Thema Adoption?„Ich bin manchmalzornig. Das ist zusätzlicheMotivation, unsereGesellschaft zum Gutenzu verändern.”jennifer kickertAlle: Eindeutig: Selbstverständlich!Dieselben Rechte für alle. Ganz klar!Wieso schneidet Österreich in SachenLGBT-Rechte im Europavergleichnoch immer mittelmäßigbis schlecht ab?Marco: Das liegt an der ÖVP.Jennifer: Wir sind ein erzkonservativesLand. Bei uns ist alles spätergekommen – von der 68er-Revolutionbis zu den Frauenrechten.Marco: Es gab jahrzehntelang keineoffen schwul oder lesbisch lebendePersonen in der Öffentlichkeit.Günter Tolar und Ulrike Lunacekwaren die ersten. Auch heute sind wirimmer noch zu wenige. Es fehlt anRole Models.Ist es nicht frustrierend, in ÖsterreichPolitik für „Randgruppen“zu machen?Ulrike: Ich wehre mich entschiedengegen diesen Begriff. Wir sind keineRandgruppe! Wir sind in der Mitteder Gesellschaft. Viele Schwule undLesben wachsen mit Angst und Ablehnungvor sich selbst auf. Mit demGefühl, nicht „dazuzugehören“. Dasstimmt aber nicht!Marco: Man kann in der Kommunalpolitiksehr viel bewegen. ZumBeispiel in der Sozial- und Kulturpolitik,sowie spezifisch in Schulen,in denen großer Aufklärungsbedarfüber LGBT-Themen herrscht! Mandarf NIE aufgeben.Jennifer: Ich bin schon manchmalzornig. Das ist eine zusätzlicheMotivation. Denn wir wollen dieGesellschaft, in der wir leben, zumGuten verändern.Sollen sich mehr Schwule undLesben outen?Ulrike: Ja. Denn es ist viel leichter,ohne die Angst, sich verstecken zumüssen, zu leben.Marco: Je mehr sich outen, desto besser.Wir leben das ja auch vor. Jedervon uns kann im Alltag eine kleineRegenbogenparade zelebrieren: Zeigeich meinen Stolz? Sage ich es meinerFamilie, meinen Kollegen, meinenFreunden?Es gibt immer mehr Outings, deshalbist auch eine positive Veränderungin der Gesellschaft zu bemerken.Weil immer mehr Leute Lesben undSchwule persönlich kennen und dieAngst vor dem Anderen verlieren.Jennifer: Wir brauchen mehr offenlebende Schwule und Lesben inJEDEM Arbeitsbereich. Aber: Zielmuss sein, dass man gar nicht mehrvon einem „Coming Out“ redenmuss, weil Homosexualität als ganzselbstverständlich angesehen wird.Zum Abschluss: Warum soll dieLGBT-Community Grün wählen?Ulrike: Die Grünen sind die einzigen,die glaubwürdig die Rechte vonLesben, Schwulen und Transgendervertreten. Bei uns sind Leute, diekeine Angst davor haben, zu ihrersexuellen Identität zu stehen unddiese offen zu leben. Gesetze sindeine Sache – die sind wichtig undnotwendig. Aber mindestens sowichtig sind die Sichtbarkeit unddas Angst-Abbauen. Keine Angst zuhaben im Familienkreis, im Beruf, inder Schule, auf offener Straße.Diese Art von Sichtbarkeit und seine/ihre Homosexualität als Selbstverständlichkeitzu leben – das machtaußer den Grünen niemand.Marco: Wir blicken nicht hinab undreden ZUR Community, wir SINDCommunity!>Die prominentesten geouteteNGrün-Politiker_INNEN in ÖsterreichLisa Rücker: Vizebürgermeisterin in GrazGebi Mair: Landtagsabgeordneter in TirolEdith Schmiedt: Gemeinderätin in Linz


QG 11„THINK GLOBAL,ACT LOCAL!”Marco Schreuder, Sprecher der Grünen Andersrum, über Migrationspolitik,besseres Wohnen für Wien und warum eswichtig ist, einen offen schwulen Gemeinderat zu haben.Müsste man Marco Schreuder mit weise einer der größten Wirtschaftsmärkteund wir haben hier Leute,einem Wort beschreiben, wäre dieswohl „Tatendrang“. Seit 2001 ist der die diese Sprache sprechen. Diesegebürtige Niederländer Referent Chance sollten wir nützen, aber auchfür Menschenrechte und Antidiskriminierungder Grünen, seit 2002 arbeiten. Und vor allem: Wir alledie Probleme erkennen und daranSprecher der Grünen Andersrum. dürfen uns nicht von der Hetze derFür Marco allerdings noch nicht FPÖ einschüchtern lassen!genug: Seit 2005 ist er Abgeordneter ...über Wohnen in Wienzum Wiener Landtag – und war und Nachhaltiges und ökologischesist dort der erste offen schwule Gemeinderat.Er erinnert ein wenig an Wien wird bis 2030 einen Einwoh-Wohnen muss unser Credo sein.den großen US-Politiker Harvey Milk, nerzuwachs in der Größe von Grazwelchen Marco bewundert. Daher – dort leben rund 250.000 Menschenauch sein Credo: „Politiker anderer – erleben. Man muss energiepolitischParteien dürfen nicht ÜBER schwule völlig neue Akzente setzen, z. B. Passivhäuserbauen. Die NahversorgungPolitiker reden, sondern MIT Ihnen!“Also redet Q:G mit Marco...muss gewährleistet sein. Unsere Idee:...über die GrünenEinzelne Straßen unter ein bestimmtesThema stellen, wie eine „Senior_Wir sind eine Bewegung von engagierten,mutigen und innovativen innen-Meile“ oder „MultiKulti-Meile“,Menschen, die etwas in der Welt auf der man thematisch passendeverändern möchten.Lokale findet. Dies ließe sich sehr gut...über Migrationspolitikvermarkten und würde Pep in WiensBildung und Integration sindStraßen bringen.untrennbar miteinander verbunden. ...über neue ArbeitsweltenMigrationspolitik muss daher in Denken wir nur das Schlagwortjeder Schule, in jedem Kindergarten, „Generation Praktika“, man angeltin jedem Betrieb, in jedem Haus sich von Projekt zu Projekt. Wirstattfinden. Migrant_innen, die in leben zudem längst im Zeitalter derÖsterreich geboren sind, sind nach ‚Ich-AG‘, in der auch Kleinunternehmer_innenoft ums Überlebenwie vor rechtlich und karrieretechnischbenachteiligt. Wir müssen in kämpfen müssen. Deshalb ist auch dieeiner globalisierten Wirtschaft die von uns geforderte Grundsicherung soVorteile sehen, die uns Migrant_innenbringen. Die Türkei ist beispiels-Grundbedürfnisse befriedigen und inwichtig, die garantiert, dass man dieWürde leben kann....über seine homosexuelle VorreiterrolleIch sehe mich nicht als Vorreiter. Allerdings werde ich oftals Experte bei LGBT-Themen herangezogen. So haben wires geschafft, dass im Wiener Landesrecht EingetragenePartner_innen rechtlich als Familienangehörige anerkanntwerden. Es ist wichtig, dass sich dieDiversität der Gesellschaft auch imGemeinderat widerspiegelt: Männer,Frauen, Migrant_innen und Homosexuelle!...über seine Wahl-ZieleTrotz aller Kritik an den Grünendarf man nicht vergessen, dass es beidieser Wahl um grundlegende undkomplexe Themen geht, die uns allebetreffen: Klimawandel, Migrationsströme,Wirtschaftskrise. MeinLeitspruch: „Think global, act local“.Es geht letztlich um die Frage: Wiekann ich die Welt verändern und wiefange ich in meinem engsten Umfelddamit an?...über Sinn & Spaß in der PolitikSollte irgendwann mal der Punktkommen, wo ich in meiner politischenArbeit keinen Sinn mehr seheoder ich nichts mehr bewirken kann,würde ich aufhören. Solange es mirSpaß macht, mache ich es – und esmacht mir großen Spaß!>Marco wählen: So einfach geht‘s!Marco Schreuder kandidiert an 14. Stelle(derzeit haben die Grünen 14 Mandate).Wenn Du ein Zeichen setzen willst und DirLGBT- und Zukunftsthemen am Herzenliegen, gib Marco Deine Vorzugsstimme aufder Landesliste (Stadtwahlvorschlag). EinfachMarco Schreuders Namen in die Zeilefür die Vorzugsstimmen schreiben!


14 QGQG 15SO WÄCHST WIENZUSAMMEN!Welche Probleme habenMigrant_innen speziell in Wien?Es gibt Handlungsbedarf in allenBelangen der Antidiskriminierung.Wobei es nicht nur um die Frage„Inländer – Ausländer“ geht. Manmuss die Antidiskriminierungs-Politik auch bei den diskriminiertenGruppen selbst anwenden. Es gibtja beispielsweise auch rassistischeSchwule. Da müsste die Stadt Wienmehr Geld in die Hand nehmen,um mehr Verständnis für schwullesbischeMigrant_innen etwa inder Szene zu erzeugen. Die ganzeAntidiskriminierungs-Politik mussneu definiert werden und da brauchenwir dringend eine Offensive.Das wird ein sehr wesentlicher Teilmeiner Arbeit sein.Arbeiten die Grünen in dieseRichtung schon genug?Bei den Grünen war es so, dass wiruns immer als Anwälte von Migrantenund Migrantinnen verstandenhaben. Wir möchten jetzt aber unsereLinie erweitern, indem wir sagen:Ja, es gibt auch Unterdrückung vonFrauen unter den Migrant_innen,Unterdrückung von Schwulen undLesben unter Migrant_innen. Wennwir die Menschen für unsere Gesellschaftgewinnen wollen, müssen wirsie fördern, aber auch fordern! Dasist sehr wichtig.In den Medien und von der FPÖwird ja im Moment das Thema„Angst vor dem Islam“ groß geschrieben.Deine Meinung dazu?Eine Auseinandersetzung mit denReligionen muss stattfinden – mitSenol Akkilic ist seit Jahren in der Anti-Rassismusbewegungengagiert und seit 15 Jahren Jugendarbeiter. In Q:G sprichtder grüne Gemeinderatskandidat über die Migrant_innen-Szene, zeigt neue Wege in der Integrationspolitik auf.dem Katholizismus genauso wie mitdem Islam. Religionen greifen jain unser Leben ein, so oder so. Ichdenke aber, dass wir ins Zentrum derDiskussion nicht die Religion stellensollten, sondern die wirklichen, diesozialen Probleme. Auf der anderenSeite muss akzeptiert werden, dassdie neuen Österreicher_innen großteilsMuslime sind. Das ist die Realität,das können wir nicht abschaffen.Die Frage ist, wie können wir dieseLeute für unsere Gesellschaft undDemokratie gewinnen? Was ichnatürlich ablehne ist jene Form desIslam, die radikal und fundamentalist – da müssen und werden wir dieAuseinandersetzung suchen.Ist Homophobie unterMigrant_innen ein Problem?Es gibt Probleme – Homophobieist tatsächlich verbreitet – aberwenn man sich das detailliert undanalytisch ansieht, dann würde ichnicht sagen, dass es ein gröberesProblem bei den Migrant_innenist. Die Migrant_innen darf mansich auch nicht als eine homogeneGruppe vorstellen. Es spiegeln sichsehr viele unterschiedliche Einflüssewider, unterschiedliche Kulturen,unterschiedliche Einstellungen zumLeben. Vieles hängt vor allem auchvon der Schichtzugehörigkeit ab.Was sind die größten Anliegenvon LGBT-Migrant_innen?Migrantische Schwule und Lesben haben zusätzlicheSchwierigkeiten. Sie sind nicht nur mit Vorurteilen konfrontiert,sondern auch mit gesetzlichen Bestimmungen,wie zum Beispiel dem Aufenthaltsrecht oder dem Beschäftigungsrecht.Also zusätzlich zum Schwulsein/Lesbischseingibt es etliche Hürden, die sie zuüberwinden haben.Outen sich LGBT-Migrant_innen– oder haben sie Angst vor derFamilie?Es ist die Frage, aus welcher Communitydiese Person stammt. Wennjemand aus einer streng konservativenFamilie kommt, dann hatdiese Person natürlich besondereSchwierigkeiten. Mir sind in Wiennicht allzu viele schwule oder lesbischeMigrant_innen bekannt, diesich getraut habe, sich zu outen. Vondaher würde ich schon sagen, dasshier eine besondere Ausgrenzungvorhanden ist.Gibt es spezielle Angebote fürschwullesbische Migrant_innenseitens der Grünen?Es gibt zum Beispiel den VereinMiGaY, der auch von den GrünenAndersrum unterstützt wird. Diepublizieren eine Zeitschrift undmöchten auf die Situation vonLesben und Schwulen aus derMigrant_innen-Szene aufmerksammachen. Aber diese Angebote sindnicht ausreichend um die Situationsubstanziell zu verbessern. Da istunter anderem im Bildungsbereichnoch sehr viel zu tun.>Homosexualität in 17 SprachenWas heißt eigentlich „queer“? Ist Homosexualität„normal“? Die Aufklärungsseitewww.homohetero.at von den Grünen Andersrumbeantwortet diese und viele weitereFragen in 17 Sprachen. Von Deutsch überTürkisch und Kroatisch bis hin zu Arabisch.


16 QGQG 17WIR LASSEN EUCHNICHT HÄNGEN!Jennifer Kickert und Martina Wurzer im Gespräch übergrüne Frauenpolitik, „Feminismus“ als Schimpfwort und dieDebatte um das Kopftuchverbot.Was kann FRAU von den Grünenerwarten?Jennifer: So unterschiedlich wie dieFrauen selbst sind, sieht das Frauenbildder Grünen aus. Was man abergenerell sagen kann, ist, dass Frauen„im Politikmachen“ bei den Grünenabsolut gleichberechtigt mitmachenkönnen.Martina: Bei den Grünen ist dieMacht auf beide Geschlechter gleichverteilt. Das betrifft auch unsere politischenForderungen und die Herangehensweisean die Gesellschaft.Gehen die Grünen mehr auf Frauenthemenein als andere Parteien?Jennifer: Ja. Denn wir zeigen auf, dassdie Ideale, die alle Parteien mehr oderweniger vor sich hertragen nur dannerreicht werden können, wenn mandie Bedingungen dafür schafft, siehez. B. Kinderbetreuung. Seit Jahrzehntenist das eine ständige Forderungvon uns, permanent wird den Fraueneingeredet „ist eh da“, aber Tatsacheist, dass junge Eltern schwer einenKinderbetreuungsplatz finden.Martina: Wenn wir uns die Forderungenvon damals anschauen – vor100 Jahren – nicht einmal die Hälftedavon ist erfüllt! Am deutlichstenmerkt man das am Arbeitsplatz, diesergroße Unterschied im Verdienstzwischen Männer und Frauen ist einWahnsinn, die anderen Parteien setzenkeine wirksamen Maßnahmen.Warum ist das so?Jennifer: Ganz banale Antwort: Weildie Umsetzung weh tut – nämlichden Männern. In dem Moment, indem du sagst, in allen börsennotiertenUnternehmen wollen wir 40 %Frauen in den Aufsichtsräten, trifftes 40 % Männer, die diesen Job jetztbesetzen oder in Zukunft diesen Jobnicht mehr haben werden.Die Grünen – eine Frauenpartei?Jennifer: Vielleicht klingt das romantisierend– aber Umweltschutz, dieErhaltung des Lebensraumes oderLebensqualität sind Themen, beidenen ich mir denke, dass sie Frauenansprechen. GRÜN ist eben feminin!Martina: Für mich war immer ausschlaggebend,dass die Grünen dieeinzige Partei sind, die Feminismusauch wirklich zu den Grundwertenzählt. Das ist für mich ein wichtigerGrundsatz.Martina, Deine Schwerpunktesind u.a. Frauen, Demokratie &Menschenrechte. Was fällt Dirspontan zu Frauenrechten ein?Martina: ... dass Frauenrechte etwassind, die auf dem Papier bestehen,aber bei weitem noch nicht umgesetztsind und dass die Gleichberechtigungnoch lange nicht erreicht ist.Feministische Politik, was ist das?Martina: Feministische Politik heißt,sich gegen jede Hierarchisierung vonMenschen zu stellen – nicht nur zwischenMännern und Frauen, sondernauch jene zwischen Inländer_innenund Ausländer_innen usw. Wirkämpfen gegen die Ungleichbewertung!Jennifer: Feministische Politik heißtfür mich, immer wieder und permanentdaran zu denken, gegen dieseHierarchien zu kämpfen.Warum wird Feminismus heuteoft als Schimpfwort gebraucht?Jennifer: Frauen sagen oft: „Ja, ichbin eine emanzipierte Frau. Aberich bin keine Feministin.“ Das ist einWiderspruch! Schon der erste Teildes Satzes sagt schon, dass du eineFeministin bist! Und ich kann nuralle Frauen ermuntern: Lasst Euchnicht von diesem negativen Image,das dem Feminismus hauptsächlichvon Männern aufgebrummt wird,einschüchtern!Martina: Wir sind da unbeirrbar undbleiben dabei, den Wert „Feminismus“für uns in Anspruch zu nehmen– natürlich auch dieses Wort.Jennifer, Deine politischeLaufbahn begann 1996 bei denGrünen. Was haben die Grünenfür die Frauen bewirken können?Jennifer: Die Grünen waren immerhindie erste Partei mit einer Frau ander Spitze.Martina: Ich bin mir sicher, dass daseinkommensabhängige Kinderbetreuungsgeldohne uns nicht auf derAgenda wäre, das haben wir jahrelangargumentiert und das argumentierenwir auch weiterhin.Das Tragen des Kopftuches vonMusliminnen gehört zu den meistdiskutierten Symbolen islamischenGlaubens. Wird es in Österreichein Kopftuchverbot geben?Martina: Ich kann mir das nichtvorstellen. Ich persönlich bin gegenein Kopftuch, aber auch gegen einKopftuchverbot. Natürlich freue ichmich nicht, wenn ich Frauen auf derStraße mit Kopftuch sehe. Es ist einMerkmal der Unterdrückung – dagibt es nichts zu diskutieren. Andererseitsfinde ich die Debatte umein Kopftuchverbot völlig verfehlt;vor allem solange wir in Österreichin unserer Gesetzgebung Frauenüberhaupt nicht in die Situation versetzen,ein selbstbestimmtes Lebenführen zu können. Wir wünschenuns selbstverständlich, dassMenschen, die hier leben, auchunsere Grundsätze und Wertvorstellungenmit uns teilen.Jennifer: Es hat doch noch nie etwasgebracht, in irgendeiner politischenAuseinandersetzung oder bei einemgesellschaftspolitischen Thema einSymbol zu verbieten.


18 QGRADFAHRER_INÄRGERE DICHNICHT!RINGROUTE WIEN. KeineRadroute in Europa ist sogefährlich wie der Radwegum den Wiener Ring.Stürze Dich in das größteAbenteuer, das die Stadtzu bieten hat. Denn Wienist wirklich anders.SO GEHT´S:Klaue Deiner kleinen Schwester/Bruder Spielfiguren und einenWürfel. Reihum würfeln, wer aufein schwarzes Aktionsfeld kommt,wird naturgemäß bestraft. Werauf einem Grünen landet, wirdbelohnt. Wer als erstes das Zielfeldpassiert, hat überlebt, gewinnt undgibt eine Runde aus. Helm auf,Augen zu und durch!RATHAUSSTART/ZIEL!!DR. KARL LUEGER RINGSCHOTTENRINGburgtheaterVor dem Café Landtmannüberfährt dich fast ein Blauer.Wiener Blut oder nicht, darauftrinkst Du einen türkischenKaffee. Zurück zum Start.RATHAUSPLATZHäupl und Brauner gehenauf dem Radweg. Da gibt‘skein Vorbeikommen.Die nächsten 3 Runden immer nur um einFeld vorwärts .!BörseGebeutelte Börsenspekulantenweinen amRadweg. Lach sie aus.3 Felder vor.FRANZ JOSEFS KAI!MORZINPLATZSTEPHANSDOMMORZINPLATZDas versprocheneHomo-Mahnmalwurde nochimmer nicht realisiert.Wartenochmals zehnJahre. 1x aussetzen.STAATSOPERURANIA42 japanischeTourist_innen trippelnam Radweg,sehen Dich und 42Kameras fotografierenDich. Mit Blitz.Reibe Deine Augen.7 Felder zurück.!LUEGEr-denkmalDer bekennendeAntisemit hat nochimmer ein Denkmal.Die homosexuellenOpfer der Nazisnicht.Zurück zum Morzinplatz.!PARKRINGSTUBENRINGMAK!StadtparkDie Regenbogenparade startethier im Juli. Das motiviert.Würfle nochmals.QG 19PARLAMENTHeldenplatzDu triffst auf Friday NightSkating. Mobilität brauchtkein Benzin. 4 Felder vor.!OPERNRING!StenzEl-AlarmBezirksvorsteherin UrsulaStenzel sind sogar die Fahrräderzu laut. Zeige ihr die lange Nase.Würfle nochmals.


24 QGQG 25Der stolze Hausherr präsentiert dieLüftungsanlage und eine Eigenkonstruktionfür optimale Wärmedämmung beiDachschrägen.Blick aus dem Fenster. Die Luftansaugungs- und Luftabblasstutzen ermöglichenoptimalen Luftaustausch.Wärmedämmung: Diese sorgt fürkomfortables Wohnen (links).Wohnküche: stylish & kuschelig (rechts).grüner wohnenQ:G besuchte ein Wiener Ehepaar, das in Eigeninitiative zeigt, dass selbst eineschlecht isolierte Wohnung aus den 60er-Jahren dank Passivhausprinzip zu einemgemütlichen Öko-Refugium werden kann – ganz ohne Gas- oder Ölheizung!Das Passivhaus hat als ökologischeund energieeffiziente Bauvariantein den letzten zehn Jahren einenstarken Auftrieb erhalten. Doch nichtnur Neubauten können in dieserökologisch sinnvollen Bauweiseerrichtet werden, auch Umbautenund Sanierungen sind machbar, umhohe Energieersparnisse zu erzielen.Unsere Reportage zeigt, dass sogar„Passivwohnungen“ möglich sind!„Wir zählen mittlerweile 13.000Wohneinheiten mit Passivhausstandardin Österreich, 2.000 davon alleinin Wien mit einer Fläche von insgesamt190.000 m²“, berichtet GünterLang von der IG Passivhaus. Da inWien im Vergleich zum ländlichenRaum deutlich weniger Eigenheimeerrichtet werden, „sind Erfindungsreichtumund Eigeninitiative gefragt“,so Lang. Eigeninitiative, wie sieRobert Schild und seine Frau Monikagezeigt haben. Sie hatten genugdavon, in ihrer Eigentumswohnungaus den 1960er-Jahren jedes Zimmerper Gaskonvektor heizen zu müssen.Durch die traditionell schlechteWärmedämmung sehr viel Energie zuverpulvern. Mit Engagement habensie es geschafft, ihre Wohnung aufPassivhausstandard zu sanieren.„Eine Weltpremiere!“, jubelt Lang.„Wir wollten das ganze Haus voneiner Generalsanierung überzeugen.Als das scheiterte, haben wir unsentschieden, selbst Hand anzulegen“,erzählt Schild, während er uns durchdie 70 m² Wohnung führt. „Monikaund ich waren schon immer Anhängerder Passivhausidee, jetzt wolltenwir den Worten auch Taten folgenlassen.“ Ohne die Bausubstanz zuverändern, wurde die Wohnung voninnen nach außen saniert. Mithilfevon Innendämmungen, die eine Dickevon 25-30cm aufweist, wird nunmaximaler Wohnkomfort bei minimalemEnergieverbrauch ermöglicht.Die Raumlufttemperatur und dieWarmwassererzeugung werden durchdie Lüftungsanlage in der Küche geregelt.„Alles ganz flexibel einzustellen“,erklärt Schild und führt uns gleichdie verschiedenen Stufen des Gerätesvor. „Im Sommer wird uns nie zu heißund im Winter nie zu kalt!“Auf das Thema Heizen angesprochen,klopft er sich auf den Bauch. „ReineKörperabwärme, mehr ist da jetztnicht mehr nötig!“, sagt er und grinstdabei. Unglaublich, aber es funktioniertperfekt.Durch den Wegfall der Heizkonvektorenkonnte außerdem Platzgeschaffen werden. „Früher war hieralles eher dunkel, so typisch 60er-Jahre halt. Jetzt genießen wir ein vieloffeneres und modernes Wohngefühl!“„Die Kosten haben sich auf 60.000Euro belaufen“, sagt Schild, merktaber an, dass die Erneuerung derHeizungsgeräte und aller Fensterohnehin notwendig gewesen wäreund dass der Einbau einer einbruchshemmendenWohnungseingangstüreschon überfällig war. Für einedauerhafte Sanierung war es auchselbstverständlich, alle Elektroleitungenund Wasserinstallationen aus den60er-Jahren komplett zu erneuern.„Die Heizkosten fallen jetzt praktischweg, das ist langfristig eine riesigeErsparnis. Und, was uns viel wichtigerist: Wir haben unseren Wohnkomfortum ein vielfaches steigern können.Jetzt fühlen wir uns so richtig wohl!“Förderungen gab es de facto keine,was aber auch damit zusammenhängt,dass es sich hier um einabsolutes Pilotprojekt handelt.Passivhaus-Neubauten werden sehrwohl gefördert, die Förderhöhe ist jenach Bundesland unterschiedlich.Christoph Chorherr, Gemeinderat derGrünen, zeigt sich von der Sanierungbegeistert. „Hier wird gezeigt wieviel bei Sanierungen möglich ist. Wirwollen in Wien in den nächsten 5 bis10 Jahren den Altbestand erneuern.Da muss man natürlich auch dieHauseigentümer mit ins Boot holen.“Aber Chorherr würde nicht nur gernsanieren, sondern auch bei Neubautenvoll in Richtung Passivhaus-Technologieinvestieren. Die Errichtungskostenliegen maximal 5 % höher.Doch das amortisiert sich in kürzesterZeit, die Unabhängigkeit von fossilenBrennstoffen (denken wir nur an diein Wien beliebten Gasheizungen!) istohnedies ein Gebot der Stunde.Chorherr: „In den nächsten zehnJahren werden in Wien Wohneinheitenfür bis zu 250.000 Menschenentstehen. Hier hat man die Chanceeine Vorreiterrolle einzunehmenwas ökologisches, nachhaltiges undzukunftsorientiertes Wohnen angeht.Nutzen wir sie!“>Passivhäuser werden so genannt, weilder Wärmebedarf großteils aus passivenQuellen (Sonnenenergie, Körperabwärme,etc.) gespeist wird.Hocheffiziente Komfortlüftungen sorgenfür vorgewärmte, gereinigte Luft (ideal fürAllergiker!). Auf Grund der guten Wärmedämmungist keine klassische Heizung mehrnötig, der Restwärmebedarf kann z. B. durcheine Kleinstwärmepumpe oder Fernwärmeabgedeckt werden.Die Heizkosten sinken so um 80 bis 90 %.


26 QGKURZ UND GUTSo innovativ ist die GRÜNE STADTENTWICKLUNG. Wir stellen das Projekt „Wir gestalten Wien“ vor.Und CHRISTOPH CHORHERR sagt, welche konkreten Schritte jetzt umzusetzen sind.ngSabine Gretner: 23 Projekte für wien„Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen“ – diesesAltkanzler Franz Vranitzky zugeschriebeneZitat trifft geradezu punktgenau diederzeitige Politik der Wiener SPÖ.Innovationen? Fehlanzeige.Nicht so bei den Grünen!Im Rahmen der Aktion „Wir gestalten Wien“zeigen die Grünen Bezirk für Bezirk, welchspannende und zukunftsweisende Projektein Wien mit ein bisschen mehr Mut möglichwären. Von einer Grünoase am Garagendachim 6. Bezirk über eine RAZZFAZZ!-Schnellstraßenbahnin Simmering bis hin zurVision einer „Solarcity“ in Liesing.Utopie oder mögliche Realität?Projektkoordinatorin und GemeinderätinSabine Gretner erklärt: „All diese Projektewollen wir TATSÄCHLICH durchsetzen. Undalle sind auch machbar. Viele davon sindauch ohne großen finanziellen Aufwand zurealisieren. Die Politik muss nur wollen!“Das tolle am Projekt „Wir gestalten Wien“:Damit ist Gretner und ihrem Team gelungen,die manchmal abstrakt anmutendenSchlagworte der Grünen („Ökologisierung“,„Demokratisierung“, „Soziale Gerechtigkeit“„neue politische Kultur“) anhand ganz konkreterBeispiele erlebbar zu machen.Mehr Infos – auch über das vorgeschlageneGrün-Projekt in Deinem Bezirk – findest Duim Internet unter www.wir-gestalten-wien.atMehr Lebensqualität für Wien!Wie können wir die Lebensqualität in Wien steigern?Christoph Chorherr, Wiener Gemeinderat,beleuchtet einige Punkte:• Die Stadt muss für alle Bevölkerungsgruppen– etwa für junge Familien – attraktiver werden.Viele flüchten ins Umland,daher ist die Frage: „Wie kannich jene Qualitäten, die Leuteim Umland suchen, in dieStadt bringen?“, so Chorherr.Wichtigste Lösung: die Begrünungbestehender Flächen!• Mehr „autofreie Stadtteile“sind ein Gebot der Stunde.Bereits seit zehn Jahren gibtes einen solchen in Wien-Floridsdorf.Chorherr: „Die Menschenleben gerne dort, es gibt signifikant mehrKinder als in normalen Siedlungen.“ Außerdemsei die Fahrradnutzung deutlich höher. Und warumwird dieses Pilotprojekt nicht nachgeahmt?Chorherr: „Die Stadt tut da einfach nichts.“• Glasdächer von Neubauten sollen für Photovoltaikgenutzt werden. Saubere Energiegewinnung,die derzeit schlicht verschlafen wird.Chorherr: „Beim Praterstern-Vordach könnteman mittels Solarpanelen Strom erzeugen. Oderbeim Hauptbahnhof. Das ist immerhin dasgrößte Glasdach Österreichs.“• Stromverbrauch senken – durch mehrBewusstsein. Wie das geht? „Ganz einfach“, soChorherr, „ich würde Stromzähler, die anschaulichüber den Zeitablauf zeigen, wieviel Stromjeweils verbraucht wird, in jedem Haushalt installieren.Überall dort, wo man das macht, gehtder Stromverbrauch zurück, minus ein Drittelist überhaupt kein Problem“. Wie Du übrigenshunderte Euro an Stromkosten sparen kannst,erfährst Du in den nebenstehenden Tipps!• Mehr Passivhäuser bauen! Wie diese Häuserund Wohnungen funktionieren – Seite 24!• Wie bringt man mehr Wiener aufs Fahrrad?In Kopenhagen fahren mehr als sechs Mal (!) soviele Menschen regelmäßig mit dem Rad. Alsomüssen mehr und sicherere Radwege gebautwerden, etwa eine Art Radfahr-Nordosttangente,eine Verbindung vom Nordwestbahnhof bis zurDonau, die dem Weg aufgelassener Bahnschienenfolgt. Außerdem sollen die Citybikes undderen Stationen deutlich aufgestockt werden.Die Grünen, KeinrathZUM AUSSCHNEIDEN! ZUM AUSSCHNEIDEN! ZUM AUSSCHNEIDEN!LUDMILLA LUX´S HAUSHALTSTIPPSSO SPARST DU500 € IM JAHRSCHLAG WIEN ENERGIE ein Schnippchen! Beachte dieseQ:G-Tipps, fahr mit dem Geld lieber auf Urlaub ...kochen: nur mit DeckelJeder Topf findet seinen Deckel.Also: Immer und ausnahmslos beimKochen Deckel drauf. Denn: Werohne kocht, verschwendet unglaubliche300 % Energie!Auf die Grösse kommts anBeim E-Herd sollte der Boden desKochgeschirrs möglichst eben sein.Und: Wenn der Topf nur um dreiZentimeter kleiner ist als die Herdplatte,gehen 30 % Energie verloren.Wärme geschickt nutzenUm unnötige Wärmeabgabe an denRaum zu vermeiden, schalte dieKochstelle erst nach dem Aufsetzendes Geschirrs ein.Be cool, baby!Da der Kühlschrank 8.760 Stundenpro Jahr im Betrieb ist, achte beieinem Neukauf auf das „Energieverbrauchspickerl“.Entscheide Dich fürEffizienzklasse A, ganz gaga ist G.Effizient kühlenKühl- und Gefriergeräte verbrauchenca. ein Fünftel des Stroms in einemHaushalt. Also: nicht neben Wärmequellen(Herd, Heizung) aufstellen.Es genügt, den Kühlschrank auf plus5 Grad einzustellen.Gscheit Geschirr spülenGeschirrspüler sind eine saubereSache, reinigen energiesparender als„Handarbeit“. Einzige Regel: VolleLadung statt halbe Sachen!Bye bye Stand-by100 Euro verpulvert ein durch-schnittlicher Haushalt, der seineGeräte auf Stand by laufen lässt.Also: abschalten, was geht! Tipp: Miteiner Schalterleiste lassen sich gleichmehrere Geräte einfach vom Netznehmen.Es werde licht!Energiesparlampen bringens! Mitklassischen Glühlampen heiztDu zu 90 % den Raum, nur 10 %erzeugt Licht. Energiesparlampenhaben einen um 80 % geringerenVerbrauch und eine deutlich längereLebensdauer.schön sauber bleiben!Waschmaschinen immer voll füllen,denn halbleere Waschgänge brauchenannähernd gleich viel Strom.95-Grad-Wäsche ist unnötig, 60Grad genügen, meist wird sogar mit40 Grad alles sauber. Vorwäsche nurfür wirkliche Schmutzfinken!heisses eisen„Bügelfeucht“ ist am energieeffizientesten!Durch Verwendung eineswärmereflektierenden Bügelbrettbezugeskann ebenfalls gespart werden.Wäschetrockner, nein danke!Elektrische Wäschetrockner sindriesige Stromfresser, am besten ganzdarauf verzichten.Duschen statt BadenEin Vollbad kostet rund dreimalQG 27soviel Energie wie ein sechs Minutenlanges Duschbad. Und zu zweitunter der Dusche kanns ja auch ganznett sein ...mach dich frei!Möbel vor und Vorhänge über Heizkörpernverhindern die Wärmeabgabein den Raum. Das kostet!sei ein echter luftikusNirgendwo sonst ist ein kurzer undkräftiger Quickie so empfehlenswertwie beim Lüften.Zwei Methoden:Stoßlüftung: Bei ganz geöffnetemFenster ca. 5-10 Minuten mehrmalstäglich lüften.Querlüftung: Alle Fenster öffnenund ca. 2-4 Minuten mehrmalstäglich durchziehen lassen.Fenster zuNachts sollten Jalousien undGardinen geschlossen werden, denndie meiste Wärme geht über dasFensterglas verloren.bist du ganz dicht?Undichte Fenster mit Dichtungsbandoder einem Dichtungsprofil amFensterrahmen winterfest machen!Riesenersparnis möglich!richtig warmFaustregeln für optimale Temperaturen:Wohnzimmer: 20 bis 22 Grad,Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad,Kinderzimmer: 20 Grad,Badezimmer: 24 Grad.Pro Grad niedrigerer Temperaturspart man übrigens bis zu 6%


28 QG„NACHHALTIGKEITIST SEXY!”Mehr Geld. Mehr Gewinn. Gier total. Die Grüne wirtschaft kämpft gegen diese alltäglicherlebbaren „Unwerte“. Denn nur wer nachhaltig wirtschaftet, lebt nicht auf Kosten anderer.Hans Arsenovic, Geschäftsführer Österreichsgrößter Sonnenstudio-Kette(„Sun Company“) und Landessprecherder Grünen Wirtschaft Wien,umschreibt sein Credo prägnant:„Nachhaltigkeit muss die oberste Prämisseunseres Wirtschaftens werden.“Wie dieser komplex-abstrakte Ansatzkonkret mit Leben erfüllt werdenkann, erklärt der Unternehmer imInterview mit Q:G. Und hat ganz nebenbeispannende Thesen zu queerenUnternehmer_innen und HC Strache.Was heißt „grünes Wirtschaften“ganz konkret?Bei der Grünen Wirtschaft geht esnicht bloß um verantwortungsloseGewinnmaximierung. Ganz imGegenteil! Wir haben erkannt, dassdiese ewige Gier nach immer mehrlangfristig nicht gut gehen kann.Wir haben hier einen innovativeren,einen nachhaltigen und vor allemeinen lustvolleren Zugang!Wie bedeutet Nachhaltigkeit?Für einen grünen Unternehmer odereine grüne Unternehmerin gehtes um mehr als Profite und steilesWachstum. Nachhaltigkeit muss zumMotor des wirtschaftlichen Handelswerden. Wir wirtschaften für dienächsten Generationen und das ThemaUmwelt ist für uns ganz zentral.Nachhaltigkeit ist unsere wichtigsteTriebfeder, wir haben kein Interessedaran, so wie andere, Rohstoffe oderArbeitskräfte auszubeuten. Vielmehrverurteilen und bekämpfen wirsolche Ungerechtigkeiten.Eure Zielgruppe sind vor allemMikrobetriebe und Ein-Personen-Unternehmen (EPU). WelcheAnsätze verfolgt ihr konkret?Für die anderen Parteien sind EPUkleine Firmen, denen man helfenmuss, dass sie größer werden und dadurchmehr Kapital erwirtschaften.Unsere Studien zeigen aber, dass esdiesen jungen Unternehmer_innenmeist ums Gegenteil geht.Die haben diese Form gewählt umunabhängig zu sein, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.Notwendig für diese Unternehmer_innenist eine solide sozialeAbsicherung. Was ist wenn ich krankwerde? Oder schwanger? Es gibt hierkeine Fangnetze. Da muss Abhilfegeschaffen werden!Was kann die Grüne Wirtschaft inder Wirtschaftskammer bewegen?Heutzutage wagen immer mehr –auch junge – Menschen den Schrittin die Selbstständigkeit. Unternehmensgründer_innendürfen keineunnötigen Steine in den Weg gelegtwerden.Die Gewerbeordnung gleicht nachwie vor einem Zunftwesen. Wir forderndie Öffnung all jener Gewerbe,die nichts mit der Gesundheit oderder Umwelt des Menschen zu tunhaben, denn in unserer Zeit solltendie Verbraucher_innen selbst überQualität entscheiden dürfen, nichtirgendeine Gewerbeprüfung.Informiere Dich!Mehr Informationen zu den Initiativen und Programmen der Grünen Wirtschaft sind aufwww.gruene-wirtschaft.at im Internet nachzulesen.Es gibt in Wien ein riesiges Potenzialin der Kreativwirtschaft. Wiekönnen wir noch mehr Kreative inder Stadt halten bzw. anlocken?Wir müssen Wien noch stärker alsStadt positionieren, die kreatives undnachhaltiges Arbeiten fördert. Entscheidendist, dass Kreative nicht nureinen Arbeitsplatz vorfinden sollten,sondern auch einen Lebensraum! Daist es schon beunruhigend, was da vonrechter Seite kommt. Ganz abgesehendavon, dass all die rassistischen,menschenverachtenden Sprüche eineGrauslichkeit sondergleichen darstellen,es wird damit auch langfristigerSchaden angerichtet. Kein Kreativerfühlt sich in einer Stadt wohl, in dersolche Plakate hängen. Der HerrStrache hat schlussendlich zu verantworten,dass dem WirtschaftsstandortWien erheblich geschadet wird!Es gibt immer mehr queere Unternehmer_innen.Wie kann mandiese fördern und Diskriminierungenentgegen treten?Lobbying und die Bildung vonNetzwerken sind unumgänglich.Wir unterstützen auch die agpro, dieVereinigung der schwulen Unternehmer.Sie schafft es mit viel Einsatzund durch Kooperationen mit derWirtschaftskammer und der Stadtviel weiterzubringen. Zudem hat dieGrüne Wirtschaft erreicht, dass in derWirtschaftskammer Wien ein Diversity-Referatgegründet wurde. Da sindqueere Unternehmer_innen genausodrinnen wie Migrant_innen. Wirmachen immer mehr Veranstaltungenzu dem Thema, verleihen Preise undFörderungen. Sexuelle Orientierungdarf kein Thema mehr sein, wenn esum wirtschaftlichen Erfolg geht!


30QGMINDESTENS1.500 EURO VERDIENEN!Das fordern die Grünen als Brutto-Mindestlohn. Nur eine Maßnahme, die immer größerwerdenden Kluft zwischen Arm und Reich in Österreich zu bekämpfen. David Ellensohn, Sozialsprecherder Wiener Grünen, analysiert Zahlen & Fakten und bietet grüne Lösungen an.Um es gleich vorwegzunehmen: Ja,das Geld ist da. Denn ÖsterREICHmacht seinem Namen alle Ehre:„80.000 Menschen haben mehr alseine Million Euro Finanzvermögen“,so David Ellensohn, Sozialsprecherder Wiener Grünen, im „ErstenWiener Armuts- und Reichtumsberichtder Wiener Grünen 2010“. Daserschreckende: „Trotzdem leben eineMillion Menschen in Armut odersind armutsgefährdet.“Wieso ist das so? „Die soziale Schereist in Österreich wahnsinnig groß“,1.500Euro(brutto) MindestlohnDie Arbeitswelt hat sich stark verändert.Bei den Berufseinsteigern gibt es nur nochwenige Fixangestellte mit fixen Löhnen.Aber auch diese flüchten oft in die Selbstständigkeit,weil sie für ihre Arbeit nichtgerecht bezahlt werden. Es darf auchnicht sein, dass willkürlich entschiedenwird, wie viel man für seine Arbeit bezahltbekommt – und ob man überhaupt etwasbekommt!Wir fordern:• Eine Anhebung des Mindestlohns auf1.500 Euro brutto (bei Full-Time)• Mindestlohn von 800 Euro brutto beiPraktika• Kollektivverträge in allen Branchen• Soziale Absicherung und bessere Aufklärungder Einzelpersonenunternehmen• Radikale Kürzungen der Spitzengehältervon (z. B.) Top-Managernerklärt Ellensohn. „Die Reichen werdenimmer reicher, die Armen immerärmer – das muss aber nicht so sein!Sozialpolitik bei den Grünen heißt:Gleiche Chancen für alle schaffen.Die Oben-Unten-Kluft darf nichtnoch größer werden.“Woher aber das Geld nehmen? Ellensohn:„Von den oberen 10 Prozent derGesellschaft, von den Millionären. Esgeht darum, den gemeinsam erarbeitetenReichtum gerecht aufzuteilen.Wir sind nicht mehr in der Adelszeit,in der sich einzelne die Säcke füllen>David ElleNsohnDer gebürtige Londoner kam 2001 für dieWiener Grünen in den Gemeinderat, seit2004 ist er Stadtrat. Seine Schwerpunkte:Soziales, Wohnen, Umverteilung. Für mehrInformationen besuche Ellensohns Websitewww.reichtumgerechtverteilen.atund alle anderen schauen tatenloszu.“ Die Grünen – der Robin Hoodunter den Parteien? Ellensohn hatnichts gegen diesen Vergleich. „RobinHood war mein Kinderheld!“, lachter. „Eat the rich oder kill the poor– es ist klar, wofür sich die Grünenentscheiden!“ Denn eigentlich gehtes ja nur um eines, so Ellensohn:„Wir hätten gerne, dass alle glücklichund zufrieden leben. Es darf nichtdarum gehen, um sein Überleben zukämpfen, sondern darum, sein Lebenzu gestalten.“24 %der Wiener Kinder sindvon Armut betroffenKinderarmut ist in Wien ein großesProblem, ist doppelt so hoch wiein Dänemark! Und gleichzeitig einTabuthema, über das die SPÖ nichtspricht. Kinderarmut manifestiert sichbeispielsweise so, dass Kinder nicht anSchulveranstaltungen teilnehmen könnenoder zuhause kein eigenes Zimmerhaben. Wir dürfen nicht vergessen, dassdieses Thema Zukunfts-Relevanz hat:Schlecht gebildete Kinder werden späterzu schlecht gebildeten Erwachsenen.Wir fordern:• Eine Halbierung der Kinderarmut inden nächsten 5 Jahren• Ein Ausbau des Bildungssystems (angefangenbeim Kindergarten) mithilfeder Vermögenssteuer• Eine „Kinder-Aktiv-Card“: Kindernwerden Sport- und Kulturvereine,Theaterbesuche, Gitarrenunterricht etc.von der Politik bezahlt. Es geht darum,Kindern Möglichkeiten zu bieten.Keinrath5 MRD.der Reichen für die Armen!Österreich hat die niedrigste Vermögenssteuerinnerhalb der reichen EU-Länder. Das können wir unsnicht mehr leisten. Irgendwer muss die Wirtschaftskrisebezahlen und den Staat finanzieren, also: ÖffentlicherVerkehr, Polizei, Gesundheitswesen, etc. Wer gegeneine Vermögenssteuer ist, ist für die Besteuerung desMittelstandes. So wie ganz offensichtlich die ÖVP.Wir fordern:• Eine Erhöhung der Vermögenssteuer. Hier lassensich 5, wenn nicht sogar 10 Milliarden holen – eineSumme, die wir den Reichen momentan einfach soschenken!1.014Delogierungen imWiener Gemeindebauim Jahr 2009Davon waren 288 Kinder undJugendliche betroffen. Die StadtWien setzt also ihre eigenen Kinderauf die Straße! Die Zahl der Delogierungenist in den letzten Jahrenangestiegen. Der häufigste Grundist Zahlungs-Unfähigkeit. Ein sehrkleiner Teil wird wegen unleidlichenVerhaltens delogiert – oftmals ohnenachvollziehbare Gründe.Wir fordern:• Ein Delogierungsverbot vonKindern• Senkung der Mieten. Keine Maklergebührenfür Wohnungssuchende.• Mietzinsobergrenzen• Sofortige Alternativ-Angebote beiDelogierungen• Mehr Präventionsarbeit• Das Recht auf Wohnen. Das ist einGrundrecht!4,46EuroQG 31280.000 Wiener_innensind manifest arm oder armutsgefährdetIn Österreich sind 13 % armutsgefährdet, in Wien sind es 17 %– das ist sehr viel. Und das kann man nicht einfach sohinnehmen, wie es die SPÖ tut. Dazu zählt man nicht nur diesogenannte ökonomisch-schwache Schicht, sondern auchAlleinerzieher_innen, Großfamilien oder immer mehr Einpersonenunternehmenaus der sogenannten ‚Mittelschicht‘. Wienmuss Vorbild im Bereich Armutsbekämpfung werden.Wir fordern:• Eine gerechte Verteilung des Vermögens• Eine höhere Besteuerung der Reichen• Eine Veränderung der Arbeitswelt (höherer Mindestlohnund Kollektivverträge)• Eine bessere Wohnungssituation (Senkung der Mieten)täglich für MahlzeitenDieser absurd niedrige Betrag stehteinem Erwachsenen, der auf dieMindestsicherung von 744 Euro nettoangewiesen ist – bei einem kalkuliertenReferenzbudget – für insgesamt dreiMahlzeiten zur Verfügung.Wir fordern:• Eine Grundsicherung mit Rechtsanspruch• Die Grüne Grundsicherung ist eineAbsicherung in Höhe der Armutsgefährdungsschwelle,also 950 Euro proMonat. Mit dieser Grundsicherung wollenwir auch abgesicherte Freistellungenwie Bildungszeit und Sabbaticals(Auszeit) einführen.


32 QGINS GEFÄNGNIS FÜRGAGA UND CO?Viele machen es, auch wenn (hohe) Strafen drohen. Die Rede ist vom illegalen MusikundFilm-Filesharing. Steht man schon halb im Knast, wenn man sich Songs von Madonnaund Co. aus dem Internet downloadet? Nicht, wenn es nach den GrünEN geht.Nur ein Klick, und schon hat man den neuestenLady-Gaga-Kracher auf seinem Rechnerund grölt fröhlich vor sich hin. Dass man sichden Song auf illegale Weise downgeloadethat und deshalb mit Gefängnis oder zumindesthohen Geldstrafen bedroht wird – daswird von musikbegeisterten User_innen danndoch lieber verdrängt. Laut einer Experten-Studie laden 600.000 Österreicher_innenregelmäßig Musikdateien auf illegalem Wegauf ihre Rechner – damit ist Musik nach wievor der beliebteste Download-Inhalt im Netz.Auch der aktuelle US-Kinoblockbuster oderTV-Serien werden übers Netz geladen undkonsumiert – meist lange vor dem offiziellenÖsterreich-Start. Aber mal ehrlich – ist mangleich kriminell, nur weil man sich den neuestenSong seines Idols oder die aktuelle Folgeseiner Lieblings-TV-Serie herunterlädt?„Die Grünen sind definitiv für eine Entkriminalisierungdes derzeit illegalen Downloadensvon Musik und Filmen!“, stellt Marco Schreuder,Sprecher der Grünen Andersrum, klar. Und wiekommen die Künstler_innen zu ihrem Geld?Marco: „Natürlich wollen wir, dass die Künstler_innengerecht bezahlt werden. Den Plattenfirmenmuss jedoch klar werden, dass dasInternet nicht nur eine vollkommen neue Formder Demokratie und des Kommunizierens darstellt,sondern dass sich auch die Möglichkeitender Vertriebsformen verändert und vervielfacht haben. Viele Bandswerden im Internet entdeckt.“ Außerdem, so Marco weiter, schließt dasDownloaden von Musik den Kauf einer CD nicht aus: „Studien haben belegt,dass sich jene, die Musik downloaden, auch eherCDs kaufen. Fans kaufen die Alben ihrer Lieblinge auchweiterhin!“ Marco hört privat am liebsten die isländischeBand Sigor Rós – und kauft sich übrigens auch deren CDs.Die Frage aber bleibt: Wie werdenKünstler_innen gerechtbezahlt? Ein Lösungsvorschlagder Grünen: die sogenannte„Kultur-Flatrate“. „Jeder, dereinen Internetzugang hat, sollmonatlich einen kleinen Fixbetragzahlen, der den Künstler_innenzugutekommt“, erklärtMarco. Dass hier nochFragen zu klären sind (z. B.:Wer vergibt die Gelder und wohinfließen sie?) ist sich Marcobewusst. „Hier muss eine globaleLösung gefunden werden.“Marco zeigt sich kämpferisch:„Hier geht es nicht um Schwarzoder Weiß. Politik und Kulturschaffendemüssen zusammenarbeitenund neue Wege finden.Musik- und Film-Downloadssind eine große kulturpolitischeHerausforderung für die nächstenJahre.“Die Diskussion ist somit eröffnet– denn Hand auf Herz undOhr: Wer will schon wegen LadyGaga ins Gefängnis?Deine Meinung ist gefragt!Nur gemeinsam kann bei so einem komplexen Thema wie Filesharing und Downloaden von Musikund Filmen eine Lösung gefunden werden. Deine Meinung ist gefragt! Schick Deine Anregungenund Lösungsvorschläge an marco.schreuder@gruene.at.Wenn Du mehr über dieses Thema erfahren willst, klick dich in Marcos Blog rein:www.marco-schreuder.at>POSITIONEN ZUR KULTURKunst und Kultur sind wichtigerTeil unserer Gesellschaft. Sie sindAusdruck und Diskursraum fürReflexion und Aktion.Grünes Wien bedeutet …… Kultur als FreiraumDer kulturelle öffentliche Raummuss frei von Kommerz, Politik undgroßen Firmen sein. Er muss denSteuerzahlern gehören, also unsallen.… mehr Zugänge schaffen!Wir fordern dezentrale Kulturzentrenmit ausreichend vorhandenenProberäumen, mehr Musikschulensowie inter‐, jugend‐ und soziokulturelleInstitutionen. Dazu gehörenauch moderne Angebote wieDJ- oder Hiphop-Kurse.… Förderung von ProgrammkinosProgrammkinos müssen aufgrundder Digitalisierung umgebautwerden – dafür brauchen sieUnterstützung! Das grüne Wienversteht kleine Programmkinos alskulturelle Nahversorgung. DieseKinos müssen auch infrastrukturellgefördert werden.… soziale Absicherung vonKunstschaffendenGerade Künstler_innen undMitarbeiter_innen im Kulturbetriebleisten viel unbezahlte Arbeitund schlittern ‐ trotz Arbeit ‐ inExistenznöte. Die Grundsicherungfür alle ist somit auch ein wichtigerkulturpolitischer Impuls.


34 QGKURZ UND GUTWie kann ich ökologisch vernünftig einkaufen? KLAUS WERNER-LOBO sagt wie's geht.Und: Warum es wichtig ist, weiterhin über Aids zu sprechen, erklärt SIGRID PILZ.Einkaufen, aber (öko)logisch!Immer mehr zu konsumieren ohne auf Umweltund soziale Belange Rücksicht zu nehmen, ja,das ist verdammt gestrig. Mit Klaus Werner-Lobo kandidiert ein renommierter Sachbuchautorund Journalist (u.a. „Prost Mahlzeit– Essen und Trinken mit gutem Gewissen“ oder„Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaftender Weltkonzerne“)auf der grünen Landesliste, derdem antiquierten Konsumterrorden Kampf ansagt. Wennes etwa um den Kauf vonLebensmittel geht, rät Werner-Lobo, folgende vier Punkte zubeachten – wobei die Reihenfolgeentscheidend ist:1. Schränke Dich ein und kaufenur Produkte, die du auchwirklich brauchst.2. Bevorzuge regionale Produkte.3. Achte darauf, dass die Produkte so ökologischwie möglich hergestellt werden.4. Wenn Du Produkte kaufst, die bei uns nichterzeugt werden können (z.B. Bananen, Kaffeeetc.), dann achte auf das „Fairtrade"-Siegel.Werner-Lobo: „Am besten ist es, Du kaufstam Bauernmarkt oder bei Dir bekanntenProduzenten ein.“ Denn: „Bio“-Lebensmittelim Supermarkt haben zumeist eine deutlichniedrigere Qualität. Zudem rät der studierteUmweltbiologe, den Fleischkonsum zu reduzieren,denn: „Die Fleischproduktion ist einer dergrößten Verursacher des Klimawandels.“Wenn es um Kleidung geht, achte darauf, österreichischeoder zumindest europäische Warezu kaufen. Denn, so Werner-Lobo: „Bei unssind zumindest die Arbeitsbedingungen, unterdenen Kleidung hergestellt wird, OK.“Werner-Lobos wichtigste Forderung richtetsich freilich an die Politik: Österreich solltein internationalen Organisationen viel mehrdarauf drängen, dass durch Zölle, Verbote oderSteuern auf Rohstoffe die reine Profitgier, dieauf Kosten der Umwelt und Menschen geht,endlich eingeschränkt und beendet wird.Und was kann die Wiener Kommunalpolitiktun? Werner-Lobo: „Der ganze Bereich deröffentlichen Versorgung – von Schulen bis zurGebäudeverwaltung – muss mit gutem Beispielvoran gehen!“Fight Aids!Über HIV und Aids zusprechen ist noch immer ein Tabu.Doch das Nicht-darüber-Sprechen istbrandgefährlich – noch immer stecken sich inÖsterreich rund 500 Menschen jährlich mit dem HI-Virus an. Deshalb sind die Grünen für eine neue Aufklärungsoffensive.Doch wie soll diese aussehen? Die Grüne GemeinderätinSigrid Pilz analysiert: „Abstraktes Wissen über dasVirus und die Ansteckungsmöglichkeiten allein sind zu wenig. Esgeht darum, aus dem Sachwissen ein Handlungswissen zu machen.“Will heißen: Gerade in der Jugendarbeit muss das Thema Sexualität(und auch die damit verbundenen Risiken) konkret, zielgruppenorientiertund ohne falsch Scham angesprochen werden. Egal ob Mädchenoder Junge – bei Sexualkontakten auf die Verwendung eines Kondomsoder Dental Dams zu bestehen (und nur diese schützen vor HIV und anderenGeschlechtskrankheiten!) muss selbstverständlich sein, sollte vomPartner/der Partnerin keineswegs als ein „Misstrauensantrag“, so Pilz,verstanden werden. Pilz weiter: „Das ist für Lehrer_innen und anderein der Jugendarbeit Tätige eine große didaktische Herausforderung.“Ihre politische Forderung: Das Angebot an zielgruppenspezifischenBeratungsstellen sollte ausgebaut werden. Denn gerade ohnediesbenachteiligte Bevölkerungsgruppen – etwa Kinder vonMigrant_innen – benötigen besondere Aufmerksamkeit undProfis, die über Sexualität ohne Scham sprechen können.KeinrathENGAGIERDICH!Mach Wien ein bisschen grüner!Kämpfe für mehr Gleichberechtigung!> Wie funktionieren die Grünen Andersrum?• Die Grünen Andersrum sind einevon fünf offiziellen Teilorganisationen derGrünen Wien.• Die Grünen Andersrum sind in allenwichtigen Gremien der Grünen Wien sitzundstimmberechtigt.• Die Grünen Andersrum gestalten grünePolitik aktiv mit.• Die Grünen Andersrum haben derzeitdrei Sprecher_innen: Marco Schreuder,Petra Galková und Iris Hajicsek.> Die Ziele der Grünen Andersrum• Wir kämpfen für eine diskriminierungsfreieGesellschaft und die völlige rechtlicheGleichstellung aller LGBT-Menschen.• Wir gestalten queere Politik auf lokalerund internationaler Ebene.• Wir tragen grüne Politik in die Communityund Community-Anliegen in die Politik.> Wie kann ich mich bei den Grünen Andersrumengagieren?• Jede(r) kann im Rahmen seiner/ ihrerzeitlichen Möglichkeiten bei uns mitmachen.• Wir haben engagierte Helfer_innen,die durch „Mausklicks“ mithelfen, Folderverteilen etc.• Mitglieder treffen einander zweimalim Monat, alle Entscheidungen werdengemeinsam getroffen.• Darüber hinaus veranstalten wir queereKinoabende, Partys – und organisierenbzw. beteiligen uns an politischen Diskussionen/Veranstaltungen.> Jetzt mitmachen!• Einfach auf www.gruene-andersrum.atsurfen und eintragen!• Mehr Infos und Newsletterbestellung aufwww.gruene-andersrum.at

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