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Einleitung (PDF)

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10Rudolf Langthaler &

10Rudolf Langthaler & Hubert Philipp Weberbuchstäblich „nichts-sagenden“ und teilnahmslosen – sei es auch von wechselseitigenfreundlichen Gesten und Versicherungen begleiteten – „Nebeneinander”bzw. mit einer eingespielten kulturellen und akademischen Arbeitsteilungbegnügt – mit einem (von faulen Kompromissen nicht immer unterscheidbaren)Harmonie-Bedürfnis, das allerdings, ein wenig näher besehen,dort und da doch auf das stillschweigende Eingeständnis hinauszulaufen schien,dass – gleichsam im Sinne einer doppelten Buchführung – eine Auseinandersetzungin den substanziellen Sachfragen selbst in Wahrheit jedoch als wenigaussichtsreich erscheinen müsse? Hat also ein vermeintlich schiedlich-friedlichesNebeneinander dabei möglicherweise auch über eine gewissermaßen vonfreundlicher Teilnahmslosigkeit überdeckte Sprachlosigkeit hinweggetäuschtund interdisziplinären Klärungsbedarf derart womöglich eher verdeckt? Oderhat man sich mitunter vielleicht allzu hastig mit der zwar nicht falschen, aberdoch ein wenig zu einfachen und bequemen wechselseitigen Versicherung begnügt,dass schöpfungstheologische Aussagen nicht als naturwissenschaftlicheThesen misszuverstehen sind und naturwissenschaftliche Theorien wiederumnicht als Antworten auf bzw. als Ersatz für die mit der menschlichen Existenzverbundenen Sinnfragen gelten können?So richtig dies auch sein mag, so erübrigt dies doch keineswegs die notwendigeVerständigung über die klärungsbedürftigen bzw. über vielleichtwirklich strittigen Sachfragen. Jedenfalls muss die kurzsichtige Strategie,sachorientierte Kontroversen im „Streit der Fakultäten“ dem Bestreben nachfaktischer Koexistenz zu opfern, erst recht stets darauf gefasst sein, dass durchbesondere Umstände erneut tiefe Gräben aufbrechen und sich die thematischeinschlägigen Auseinandersetzungen unversehens auf ein pseudowissenschaftlichesTerrain verlagern, hier rasche (auch mediale) Verbreitung finden undsomit wissenschaftlich seriöse Argumentation durch das Wechseln von „weltanschaulichemKleingeld“ ersetzt bzw. verdrängt wird.Demgegenüber wollte die anlass-bezogene interdisziplinäre Tagung, die imFebruar 2010 an der Universität Wien stattgefunden hat, auch eine Art „Bestandsaufnahme“sowie eine unumgängliche interdisziplinäre Verständigungdarüber leisten, wo ein konstruktives diesbezügliches Gespräch zwischen denDisziplinen gegenwärtig einsetzen muss, das sowohl dem evolutionstheoretischenForschungsstand bzw. dem Erklärungspotential entspricht, gleichermaßendem theologischen Selbstverständnis und nicht zuletzt auch den unumgänglichenPerspektiven einer theologischen Hermeneutik genügt.Der vorliegende Band dokumentiert die für die Publikation überarbeitetenBeiträge zu der genannten Wiener Tagung. Interdisziplinäre Veröffentlichungenstellen für Autoren und Leser immer auch besondere Herausforderungen dar: Esgilt, den Gesprächspartnern bzw. Lesern auf verständliche Weise Einblick in dieGrundlagen der eigenen Disziplin zu geben und die spezifischen Zugangsweisen

Einleitung 11gemäß dem jeweiligen Forschungsstand zu erörtern. Die Reihenfolge der Beiträgewurde so geordnet, dass sie zu vier Themenbereichen jeweils einen Dialogverschiedener Disziplinen darstellen.Die erste Gruppe der Beiträge ist den Grundlagen und Methoden der Evolutionstheoriegewidmet. Mit Rücksicht auf die genannten Problemlagen war esnaheliegend, zunächst die neueren Entwicklungen und Wandlungen derStruktur der Evolutionstheorie und den derzeit erreichten evolutionsbiologischenForschungsstand zu sondieren. Mit dem beanspruchten Erklärungspotentialder zeitgenössischen biologischen Evolutionstheorie ist auch ein neuesSelbstverständnis verbunden.Gerd Müller zeichnet in seinem Beitrag die wichtigsten Paradigmen biologischerEvolutionstheorien von Darwin über die „neodarwinistischen“ Ansätzebis zur Synthetischen Theorie nach und deckt dabei eine Reihe von Missverständnissenauf, die aus einer jeweils verkürzten Sichtweise von Anliegen undMethode dieser Ansätze resultieren. Anhand neuer Strömungen und Erkenntnisseder modernen Evolutionsbiologie werden anschließend weitere maßgeblichezukünftige Forschungsaspekte skizziert.Christian Kummer SJ unterscheidet in seinem Beitrag drei verschiedene Aspektedes Begriffs „Evolution“: „Evolution“ als reales „Phänomen“, als „Theorie“bzw. als „Paradigma“. Damit möchte er auch unverzichtbare epistemologischeGrundlagen bereitstellen, die in den einschlägigen Debatten nach wie voroftmals ignoriert werden. Eine solche Erkundung sieht Kummer nicht zuletzt fürdie angemessene Beurteilung der Möglichkeiten und Grenzen evolutiver Ansätzeals unverzichtbar an.Hans-Dieter Klein wendet in seinem naturphilosophischen Beitrag dasHauptaugenmerk auf die Klärung der Begriffe „Species“ und „Deszendenz“, diefür evolutionstheorische Konzeptionen natürlich von grundlegender Bedeutungsind. Ein naturphilosophischer Beitrag muss sich diesbezüglich insbesonders ander Klärung der damit verbundenen philosophischen Voraussetzungen orientieren,wobei sich die damit verknüpfte naturphilosophische Unterscheidungzwischen „Deszendenz“ und „Evolution“ als besonders bedeutsam erweist.Hans Poser zeigt in seinem Beitrag, weshalb und in welchem Ausmaß evolutionäreDenkmodelle nicht nur die Biologie, sondern die moderne Weltsichtinsgesamt bestimmen. Dabei erweist sich, dass das „evolutionäre“ Deutungsschemafreilich eine Reihe philosophischer Voraussetzungen in sich birgt, derenFreilegung und Analyse eine unverzichtbare Aufgabe für die „Wissenschaftstheorie“darstellt und auch nur so Problemnivellierungen und mangelnderDifferenzierung entgegen zu wirken vermag.Erhard Oeser erörtert sodann in einer ebenfalls wissenschaftstheoretischenPerspektive „Evolution“ als „universales Paradigma der Wissenschaft“. Von T.Dobzhansky stammt der bekannte Satz: „Nothing in biology makes sense except

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