deutsche bauzeitung 55. jahrgang. n2 15. berlin, den 23. februar 1921.

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deutsche bauzeitung 55. jahrgang. n2 15. berlin, den 23. februar 1921.

Treppenhalle und Haupttreppe zum Obergeschoß.DEUTSCHE BAUZEITUNG55. JAHRGANG. N2 15. BERLIN, DEN 23. FEBRUAR 1921.* * * * HERAUSGEBER: DR.-ING. h. c. ALBERT HOFMANN. * * * *Alle Rechte Vorbehalten. Für nicht verlangte Beiträge keine Gewähr.D ie B augruppe des F ranziskaner-K losters und der K riegsgedächtniskirche St. Ludw igin N ürnberg.A rch itek t: P ro fesso r O tto Schulz in N ürnberg. (F ortsetzung au s No. 12.) H ierzu die A bbildung S. 79.h a r a k te r u n d A n lag e d es B a u ­w e rk e s zeig e n n a c h d en v o ra u f­g e g a n g e n e n D a rste llu n g e n u n dS c h ild e ru n g e n d es A e u ß e re n eineS c h lic h th e it in d e r a rc h ite k to n i­sch en A u sb ild u n g , die n eb en derB e stim m u n g d e s W e rk e s a ls H a u sein e r re lig iö se n G em ein sch aft u n ­s e re r v e ra rm te n G eg en w art, alson e b e n sein em e th isc h - so zialenIn h a lt, a u c h d a d u rc h b e d in g t ist, d a ß d a s B a u w e rk g e ­w isserm a ß e n d ie F o lie b ild e n soll fü r d en M o n u m entalbau d e r b a y e ris c h e n L a n d e s -K rie g s g e d ä c h tn is k irc h eS t. L u d w ig . "Der S c h lic h th e it d es A e u ß e re n e n ts p ric h tdie d u rc h a u s b e sc h e id e n e Z u rü c k h a ltu n g des In n eren .P ra k tis c h e G e s ta ltu n g u n d d u rc h d a c h te Z w e c k m ä ß ig ­k e it sin d d ie H a u p te ig e n s c h a fte n d es In n e re n . D ie A n ­le h n u n g a n d a s g e m ü tv o lle sü d d e u tsc h e B a ro c k h a t auchh ier w ie ü b e ra ll m it ü b e rra s c h e n d ein fa c h e n M ittelns ta rk e k ü n s tle ris c h e S tim m u n g e n zu e rre ic h e n g e w u ß t.V om H a u p te in g a n g , d en d a s w irk u n g s v o lle R eliefb ild n isd e s h e ilig e n F ra n z is k u s v o n B ild h a u e r P ro f. Heilmaierin N ü rn b e rg s c h m ü c k t, g e la n g t d e r E in tre te n d e in eineg ew ö lb te V o rh alle, v o n d er a u s die R äu m e des P fa rramte s z u g än g lich sind. E in e b eso n d ere P fo rte in n erh albd ieser V o rh alle, a n d er die R äu m e des P fa rra m te s zurR e c h te n frei z u g änglich g elegen sind, fü h rt zu r L in k ena b g esch lo ssen zu d en eig en tlich en K lo sterräu m en . H ierlie g t z u n ä c h st d as b re ite helle T re p p e n h a u s m it seinenoffenen D u rch b lick en zu d en g e rä u m ig e n K o rrid o re n d erein ze ln en G eschosse. Im E rd g e sc h o ß sin d V o rh allen u n dK o rrid o re g ew ö lb t, in d en O berg esch o ssen flach a b g e ­d e c k t. E in g leich m äß ig er h eller A n stric h ohne je d e n o r­n a m e n ta le n S chm u ck ü b e rz ie h t o hne U n te rb re c h u n gW an d fläch en u n d G ew ölbe. N u r die ein fachen H o lzu m ­ra h m u n g e n d er T ü re n u n d d a s hölzern e T re p p e n g e lä n ­d er b rin g en e rn s te F a rb e n in die V o rräu m e. B em erk e n s­w e rte R äu m e im E rd g e sc h o ß u n d in g e rin g e r W eise v o rd en a n d e re n R äu m en a u sg e z e ic h n e t sin d d er g ro ß e S p eisesaa l m it flach er D eck e u n d d e r k lein ere g ew ö lb te K o n ­feren zsaal. Im e rste n O b erg esch o ß lie g t die d u rc h zw eiS to c k w e rk e re ic h e n d e B ib lio th ek . Im U eb rig en e n th a l­te n die b eid en o b eren S to c k w e rk e u n d d a s z u m te il a u s­g e b a u te D ach g esch o ß n eb en ein er K apelle die ein zeln enm e ist n a c h S ü d en g eleg en en W o h n zim m er d er P a tre su n d B rü d e r, m it den d a z u g e h ö rig e n N eb enräum en.


In Bezug auf H ygiene und A nforderungen für denpraktischen G ebrauch w ird das G ebäude alien A nfor e^rungen g erech t, die heute an ein H aus für eine größereG em einschaft gestellt w erden können. Die R aum e w erdenm it N iederdruck-D am pfheizung erw ärm t, sind elektrischbeleuchtet und fast alle m it laufendem W asserversehen. Auch das m oderne H ilfsm ittel der E lek tn ziList zur B efriedigung der praktisch en Bedu; fni®se.d ‘® f^Mönchsgemeinschaft m itherangezogen w orden. Esistem e^Literatur.Die Kunstdenkmäler im Freistaat Hessen. Herausgegebendurch eine von der hessischen R e g i e r u n g bestellteKommission. D ie Kunstdenkmäler d e s K i e 1 s e .Gieße n. Band II. K 1o s t e r A r n s b u r g m 11 A 11 e n -b u r g. Bearbeitet von Heinrich W ad b e ; geschichtliche 1Teil von Karl Ebel. Mit einem Anhang: Nikolaus KmdlingersVerzeichnis der Grabdenkmäler im Kloster Arnsburg.Bearbeitet von Viktor W ürth. Mit 1 Karte und 141Abbildungen. Darmstadt 1919. Im hessischen Staatsverlag.Eine der großartigsten Bauanlagen des^ Mittelalterswird mit dieser dankenswerten Schrift der Verborgenheitentzogen. Im oberhessischen Kreise Gießen, in der BürgermeistereiEberstadt, liegt südsüdwestlich von Lieh idyllischan der W etter das ehemalige Kloster Arnsburg,heute ein Hof mit Schloß und mehreren Wohnhäusern. Ineinem Teil der älteren Klostergebäude ist ein staatlichesRettungshaus für verwahrloste Mädchen untergebracht, voneinem anderen und von der Kirche stehen nur noch Ruinen.An der Ostseite dehnt sich ein schöner Park, von der W etterdurchzogen. Arnsburg ist erst im Beginn des 19. Jahrhundertsder Zerstörung und dem Verfall preisgegeben worden.Um so auffallender findet es mit Recht die Schrift, daßüber den Bestand dessen, was verschwunden ist, fast keineoder nur wenige Urkunden vorhanden sind. Und doch handeltes sich um eine der bedeutendsten Klosteranlagen desZisterzienser-Ordens des Mittelalters, die in eine Reihe zustellen ist mit Eberbach, Riddagshausen, Maulbronn, Bebenhausen,Loccum, Schönau, Brambach, Ebrach usw. DemZisterzienser-Klosters Arnsburg ging in 1 km Entfernung dasBenediktiner - Kloster Altenburg unmittelbarvoraus, das jedoch nur ein kurzes Leben geführt hat undvon dem bauliche Ueberreste nur als Grundmauern unterder Erde bestehen. Sie liegen inmitten des Bezirkes desrömischen Kastells Arnsburg und sind erst 1893 auf Veranlassungdes Historischen Vereins für das GroßherzogtumHessen frei gelegt worden. Vorhanden sind nur die Grundmauernvom Querschiff und vom Chor der Kirche der Klosteranlage.Die Kirche wurde nach 1151, dem Jahr derKlostergründung, begonnen und es wurde bis 1174, demJahr der Klosteraufhebung, an ihr gebaut in dem Umfang,den die Grundmauern angeben. Vom Langhaus waren nurkleine Ansätze von 1—2 "> ausgeführt. Chor und Querschiffwurden unter Dach gebracht, im Uebrigen aber wurde niemalsweiter gebaut. Von Klosterwohngebäuden hat sichkeine Spur gefunden. Die Reste zeigen Merkmale der HirsauerBauschule.. Heute geht der Pflug wieder über siehinweg.Der Platz des alten Römerkastells entsprach der Gepflogenheitdes Benediktiner-Ordens, seine Klöster wie Burgenauf weithin sichtbarer Höhe zu errichten, wo die Türmeringsum das Land beherrschten. Die Zisterzienser aberzogen sich in stille Täler zurück, versteckt vor der WeltKein Turm verriet ihre Siedelung. Sie suchten Wasser zumAckerbau und zum Treiben ihrer Mühlen. „Wo ein wasserreichesWaldtal sich lichtete, wo eine fruchtbare Ebene begann,die das Feld ihrer Tätigkeit werden sollte, wo derBoden zugleich die Steine barg zum Bau von Kirche undKloster, dort war der Platz für eine Zisterzienser-Siedelunggegeben. So übernahmen die Mönche von Eberbach «eindie Statte der alten Burg und des ehemaligen Dorfes Arnsburg,die ihnen Graf Kuno von Hagen und Arnsburg 1174überließ. Die W etter verläßt das stille Gottesackertäl, umdas freie Land, die gesegnete W etterau, zu gewinnen, undder harte, schwer zu bearbeitende Lungsteinbasalt, der hierzutage tritt, eignete sich wie kein anderer Stein zu der Gediegenheitund den herben, schmuckarmen Formen einesZisterzienserbaues. Die W etter bildet nach Osten ausbiegendein fast regelmäßiges Viereck. Genau in die Mittedieses Alereckes legten die Mönche die dicht geschlosseneBaugruppe ihres Klosters.“g ^ m u sse n e„ Sir ''u rd e zu einer der größten Klosteranlagen undwetteifert mit Maulbronn. Sie besteht aus einer Baugruppedes Mittelalters mit dem Kreuzgang als Mittelpunkt derKlausur, des engeren Klosters, das von keinem Laien imallgemeinen auch von keinem Laienbruder betreten werdendurfte, und der Baugruppe der Barockzeit. In dieser Zewurden drei große, langgestreckte Gebäude zur ErweiteH austelephon - A nlage e in g e ric h te t u n d es v e rm itte lnzw ei elek trisch b etrieb en e A ufzuge den V e rk e h r vonden Küchenräumen des K ellerg esch o sses zu d en S peiseräumen des E rd g esch o sses. In d en ein ze ln en S to c k w e r­ken zeigen elek trisch e U hren d ie Z eit an u n d reg eln dieT ä tig k e it d er K lo ster-In sassen .D ie A u sfü h ru n g des N eu b au es b e a n sp ru c h te zw eiJ a h re ; die B aufü h ru n g w u rd e vom B a u h e rrn selb st ausgeübt.'__(Fortsetzung folgt.)runo der alten K lausur errichtet. Zwischen allen Bauten desso großartig erw eiterten Klosters w ar ein V erkehr in überdecktenGängen möglich. Diese reiche Anlage nun wird indem hier besprochenen W erk eingehend und m it zahlreichentrefflichen Darstellungen — Zeichnungen wie Aufnahmennach der N atur — geschildert. D abei w erden fruchtbarevergleichende U ntersuchungen angestellt. Es ist nicht möglich1hierauf Einzelnes einzugehen; es sei für den, der eingehendereStudien zu machen w ünscht, nur gesagt, daß erin dem schönen W erk von Heinrich W a 1 b e , dessen geschichtlicherTeil von K arl Ebel bearbeitet ist, ein ungemeinreichhaltiges und zuverlässiges Quellenm aterial alsBeitrag zur Baugeschichte der Unternehm ungen des Zisterzienser-Ordensin Deutschland findet. Die Schrift bereichertin sehr erwünschter Weise die L iteratur über den Zisterzienser-Ordenund seine Bauten. —Altfränkische Bilder. XXVII. Jahrgang 1921. Illustrierterkunsthistorischer Pracht-K alender m it erläuterndem Textvon Dr. Theodor H e n n e r. H erausgegeben von der UniversitätsdruckereiH. Stiirtz A.-G. in W ürzburg. Preis 6 M.Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Kalenderfolgeder „Altfränkischen Bilde r “, die wiran dieser Stelle mehrfach besprochen haben, w ährend derKriegs- und der Revolutionsw irren in keinem Jah r unterbrochenwar. Der neue Jahrgang 1921 ist m it der gleichenSchönheit und Sorgfalt ausgestattet, wie die Jahrgänge derFriedenszeit. Den Umschlag schm ücken D arstellungen nachden kostbaren Schätzen der W ürzburger Universitäts-Bibliothek:auf der Vorderseite ein aus einem 1517 in Nürnberghergestellten E ichstätter Missale stam m ender, herrlichfarbiger Holzschnitt m it der D arstellung des heiligen Willibald.Eine Zeit lang galt A lbrecht D ürer, später HansSpringinklee für den U rheber dieser D arstellungen. DieRückseite zeigt eine alte Elfenbein-Schnitzerei eines Evangelien-Kodexesder W ürzburger Bibliothek. Gewisse Anhaltspunktesprechen dafür, daß das schöne Schnitzwerkauf (len W ürzburger Bischof Heinrich I. (995— 1018) zurückgeht. Der textliche Inhalt des K alenders behandelt nebenrein geschichtlichen Gegenständen die zweite Säkularfeierder Grundsteinlegung der W ürzburger Residenz, das Siebenhundertjahr-Gedächtnisdes W ürzburger Franziskaner-Klosters, das Stammschloß der Freiherrn von Truchsess inW etzhausen, Seitenpforten der W ürzburger Marien-Kapelle.die Kreuzweg-Stationen auf dem W eg zum „K äppele“ beiW ürzburg usw. Es ist ein schönes kunstgeschichtlichesMaterial, das dem K unstfreund in den „A ltfränkischen Bildern“dargeboten ist. —Dr. R. H. France: „Der W eg der K ultur“. Aus der Zellenbücherei von Dürr & W eber in. b. H. in Leipzig-Gaschwitz.1920. Preis 5 M.An dem Beispiel des einzigartigen Städtebildes vonDinkelsbühl in Franken sucht der V erfasser in geistvollerW eise nachzuweisen, daß in der Dauer, K raft, Bedeutungund Schönheit dieser G em einschaft N aturgesetzeliegen, kraft deren sie sich aus sich selbst heraus stets erneuert.Auch für München hat er es so unternommen, die„Lebensgesetze einer Stadt“ zu untersuchen. Von Dinkel,siuii kann man die Gesetze der Erneuerung des Organischenkennen lernen. „Diese kleine Stadt ist ein Paradigm a dafür,v J ff' "ü Gemeinschaft Dauer, Kraft, B edeutung und Schön-ei angen kann.“ Deutschland ist in einer ähnlichenr m* ’ ”Wie Dinkelsbühl fast in jedem Jahrhundert seiner, ^ e u iref 1 Geschichte war“. W ill es Dauer, Kraftsich .ie. ’ s9 mu® es handeln w ie ein Organismus undSb lt i,-- sil(;h i sel'lst keraiis erneuern. D as Geheimnis dervon Vnvpon -i\e a.sser, der auf nur 70 Seiten eine Fülleso sebön ° • nmit den W orten aus: „Ich bin deshalbmich Imifpn s "/nv°!1- so v o >lendet, w eil die Menschen, diefühlten mul em u tl8 waren und sich so ganz untertand a ß sie nirült ngTg l 11 dem un8eheuren G esetz der Welt,Und dadnrcla .eiCs wollten und taten, als sich ihm fügen,dem Unendbrüi R ^ und ihr W erk in Harmonie mitdunkle W 1 l 1 r7 gen?u so’ wie die Kluine am Bach, derHäupten funl-pp ’inielssaum , der stille Stern, der mir zuvollendet auf der W elt“. - WM SChÖn 'St Und sinnvo11 undNo. 15.


T ... Vermischtes.Volks«-oh 1 fahrt*" 11at iSTmenMinister fUrbetreffend vom 29. Nov. 1920Folgendes g e a n tw o rte t:' °" ' iel8 escb°ssigen Btirohäusemerheben1! t f Ä s c f f f r ^ g e g e n zudes B edürfnis g e lte n d m acht, die“ 'E iricht® “ entsprechen-füV fül. GQescje L l Ü i f r t ° h° S‘siger H äuser (dbchhäiserTxzwecke zugelassen wird D erartige e r a r tio-o* u 11!- Verwaltungsaberrim H inblick auf die schädisrende^ v*- “ Sf r bedtirfensie durch L ichtentziehung usw äuf die Ä h » T u ' dieüben können, nam entlich aber auch r ? * * a,ls‘V erkehres u n d de,- r i. , , a u s Rücksichten desveiK enres und dei E ihaltung künstlerisch befriedigenderGewölbter Gang im Erdgeschoß des Franziskaner-Klosters.Die Baugruppe des Franziskaner-Klosters und der Kriegsgedächtniskirche St. Ludwig in Nürnberg.Architekt: Professor Otto Schulz in Nürnberg.Städtebilder einer besonderen B eurteilung in jedem Linzelfall.Es ist desw egen nicht ratsam , allgem eingültige R ichtlinienfür die Z ulassung d erartig er B auten in die B auordnungenaufzunehinen: vielm ehr empfiehlt es sich, die Zulassungnur im Einzelfall auf dem D ispensw eg zu ermöglichen.Bei der B edeutung der F rage für die A llgem einheit muß ichW ert darauf legen, daß die B auentw ürfe für die H ochhäuservor W eitergabe an die D ispensbehörde zunächst mir mitdortiger gutachtlicher A eußerung über die, insbesondereauch zum Schutz der N achbarschaft, zu stellenden Dispensbedingungenbis auf W eiteres zur Stellungnahm e vorgelegtw erden.“ —Baugew erbliche M eisterkurse an der Staatlichen Baugewerken-Schule zu W eim ar. Vom S taatsrat von Thüringengenehm igte b a u g e w erblicheMeisterkurse an23. F e b ru a r 1921.der Staatlichen Baugewerken- Schule zuW e i m a r fanden vom 4.—9. Okt. 1920 mit täglich achtstündigenV orträgen und A rbeitsgem einschaften bei zahlreicherBeteiligung aus allen K reisen der Bauberufe T hüringensstatt. Sie haben gezeigt, wie notw endig besonders in unsererarm en Zeit und da w ieder auf dem Gebiet der W ohnungsundSiedelungsfrage solche K urse für D iejenigen sind, die,längst der Sehule entw achsen, in der Praxis zu wenig Gelegenheithaben, sich um die vielen N euerungen, die dieG egenw art auf dem Gebiet des Bauwesens bringt, zu küm ­mern. Aus diesen Gründen wurden die M eisterkurse im Besonderendarauf eingestellt, daß die Anwesenden auf demGebiet des städtischen undwas ganzeländlichen Bauwesens, sowohlAnlagen wie auch was die. D urchbildung deseinzelnen Hauses, schönheitlichund technisch anbelangt,K enntnis erhielten.In die V orträge teilten sichder K ursleiter, Prof. Dr.-Ing.Klopfer, der Stadtbaum eisterS tad trat Lehrma n nund der Oberlehrer an derB augewerken - Schule Reg.-Baum eister W o 11 e r. Lehrmann unterrichtete in Formeiner A rbeitsgem einschaft überdas W esen des Städtebaues;Dr. Klopfer über die Formder heim atlichen Bauweisevom S tandpunkt der neuzeitlichenForderungen an Technikund W irtschaftlichkeit,und Reg.-Bmstr. W7olter überneuzeitliche Bauweisen undzwar über Ziegel ersparendeund Ziegel ersetzende Lehmbauweisenund über die V erwendungdes Eisenbetons beieinfacheren Bauten, mit einerkurzen Einführung in die Berechnungvon Eisenbetonplattenund -Balken. Alle Vorlesungenwurden mit zahlreichenAbbildungen an derW andtafel, wie auch m it hektographischenund autographiertenB lättern erläutert;auch schlossen sich daran Besprechungenund Lösungenzahlreicher Aufgaben, durchdie die H örer V ertiefung desvon ihnen Vernommenen erfuhren.Am letzten T ag w urden Ausflügezu den städtischen Neubautenund zu einer neuzeitlichenFabrikanlage gemacht.Die K ürze d er Zeit erlaubtees nicht, an die theoretischenA usführungen praktische Beispielezu knüpfen und Lieblingenanzuschließen, in denendie Teilnehm er m it dem W erkzeugin der Hand sich m it denneuen Bauweisen bekanntmachen konnten. Doch wurdein der Schlußbespreehung vonder B eratungsstelle zugesagt,daß im nächsten Ja h r und beientsprechender Beteiligungsolche K urse eingeführt w erdensollen. V or allem wurdeaber noch darauf hingewiesen,daßdie „LandesberatungsstelleH eim atschutz“ als die Stelle angesehen werden sollte,füran welche von allen Seiten des T hüringer Landes E rfahrungenim B aubetrieb ständig berichtet w erden sollten, diedann in jährlichen Zusam m enkünften kritisch besprochenw erden könnten.D er S taatsrat von T hüringen bewies sein Interesse dadurch,daß er einen V ertreter zur persönlichen Begrüßungder K urse abordnete, der in seinen W orten besonders aufdie W ohnungsnot und den Zwang ihrer Behebung hinwies.Die K osten für Reise und A ufenthalt der Staatsbeam ­ten trä g t die Staatskasse. —E rrichtung eines Reichs - W asserw irtschaftsrates. Aufder am 21. Sept. 1920 stattgehabten H auptversam m lung der„Deuts chenGesellsehaftfürBauingenieurwesen w urde im Anschluß an den V ortrag des Geh.79


Üb.-Baurates S e lim i c k aus München:„„,1 ihr wirtschaftlicher Wert“ eine an den f eh' ^ a8e if e srichtete Entschließung gefaßt, in der die Emchtui gR e ich s-W a sser w irtsch a ftsr a tes gefordert wurde.Die Entschließung hat folgenden Wortlaut.Die „Deutsche Gesellschaft für B a m n g e n ie u rw e s e nrichtet unter Hinweis auf den bestehenden M angeh a d rKeichsverfassung an den Reichstag die Bitte, einen ReichsWasserwirtschaftsrat zu schaffen, dem alle Fragen de■ tWasserwirtschaft zur Bearbeitung uberwiesen weiden D i.Gesellschaft hält es für dringend erforderiich^daß liei dAbfassung des Gesetzes geeignete Sachverständige zu„.zogen werden, und ist bereit, solche zu nennen.Gegen die Verunstaltung von Ortschaften. Die neuerdingsentstandenen Siedelungen sind fast durchweg miReichs- und Staatsmitteln und unter der Aufsicht und Mitwirkungder Behörden erbaut. Dadurch war die Gewähltgegeben, daß sie nach einheitlichem P la n angelegt undarchitektonisch einwandfrei durchgebildet sind, und daß beihrer Planung auf eine Anpassung an die Landschatt Bedachtgenommen ist. Dieses einheitliche Bild gilt es auchfür die Dauer zu erhalten. Es muß eine Sicherheit dafür gegebensein, daß bei nachträglichen Aenderungen, z B anden Zäunen der Vorgärten, oder beim Ausbruch von Ladenfensternund bei Herstellung von Anbauten, wie Ställen undNebengebäuden, bei der Anbringung von Reklamescluldeinsowie bei späterer Erweiterung der Siedelung allzu grobeAbweichungen vermieden werden und der W illkür des Einzelnenbegegnet werden kann. Der preußische Minister fürVolkswohlfahrt erinnert daher in einem Erlaß an die Regierungspräsidentenan die Vorschriften in dem Gesetz gegendie Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragendenGegenden vom 15. September 1907 und im Wohnungsgesetzvom 28. März 1918, die den Schutz gegen unschönwirkende Bauten bezwecken und eine ausreichendeHandhabe zur Erreichung dieses Zweckes bieten. —Tote.Dr.-Ing. h. c. Alexander Rüdell f. Zu der kurzen Mitteilungüber den Tod des Wirklichen Geheimen Oberbauratesund Vortragenden Rates im Reichsverkehrs - MinisteriumAlexander Rüdell auf S. 498 des Jahrganges 1920 der„Deutschen Bauzeitung“ tragen wir nach, daß der V erstorbeneam 6. Sept. 1852 in Trier geboren wurde, wo er auchbestattet worden ist. Seine allgemeine Bildung erlangte erauf dem Gymnasium in Trier und verbrachte auch dort dasBaueleven-Jahr auf dem Stadtbauamt. Er bezog darauf von1872—75 die kgl. Bauakademie in Berlin und legte zu Anfangdes Jahres 1876 die Bauführer-Prüfung ab. Seine erstepraktische Tätigkeit fand statt beim Bau des Empfangsgebäudesdes Anhalter Bahnhofes in Berlin unter FranzSchwechten und beim inneren Ausbau des Empfangsgebäudesin Saargemünd. Zur Ergänzung seiner Studien ging erzu Ende der siebziger Jahre nach Wien, wo damals Hansen,Schmidt und Ferstel im Zenith ihrer Tätigkeit standen undviele Architekten aus dem Deutschen Reich anzogen, kehrteaber 1881 nach Berlin zurück, um hier die praktische Tätigkeitan den Empfangsgebäuden der Stadtbahnhöfe Friedrichstraßeund Alexanderplatz wieder aufzunehmen. In derFolge jedoch wandte er sich anderen Arbeitsgebieten derBaukunst zu. Er war beteiligt bei der Verzeichnung derKunstdenkmäler der Provinz Brandenburg und arbeiteteunter August Orth mit an den Entwürfen für die Ausschmückungder Dankes-Kirche auf dem Wedding in Berlin.Indessen nach der Ablegung der Prüfung als Regierungs-Baumeister1884 kehrte er wieder zu dem Gebiet zurück,auf dem er seine Lebensaufgabe finden sollte, zu denHochbauten der preußischen Eisenbahn - Verwaltung. Fürdiese war er nacheinander in Köln, Frankfurt a. M. und Düsseldorftätig. In diese Zeit fällt auch seine erfolgreiche Bewerbungum das Stipendium der Louis Boissonnet-Stiftungder Technischen Hochschule Berlin. Die von ihm bearbeiteteAufgabe war die Aufnahme und Erforschung der byzantinischenKirche Kahrie-Djami-si in Konstantinopel im 'Jahr1890. 1893 zum Landbauinspektor ernannt, wurde er imgleichen Jahr in das Ministerium der öffentlichen Arbeitenin Berlin berufen, in dem er verblieb, bis die Neuordnungder Verkehrsverhältnisse nach der Revolution ihn in dasKeichsverkehrs-Mmisterium übertreten ließ. Sein Lebenswerkfiel in die Zeit des industriellen Aufschwunges inDeutschland und die Bildung der preußisch-hessischen Eisenbahn-Gemeinschaft.Die ungeahnte Entwicklung- des Verkehres ergab ungezählte Aufgaben jeglichen Umfanges,selbst größten Stiles. Von den kleinen, anziehenden Bahnhöfender Moselbahn, z. B. denen in Traben - TrarbachKochern. Bullay, Uerz.g, über die mittleren Empfangsgebaudein Barmen, Görlitz, Deutz, Hamm, Essen, DortmundHomburg. Krefeld, Marburg, Vohwinkel usw. bis zu dengrößeren Neuanlagen in Köln, Wiesbaden usw. war es nicht80nur die Aufgabe der B ew ältigung des Verkehres an sich dieanzog, sondern mit ausgesprochenem künstlerischemFeingefühl versuchte er stets und m eist m it Gluck, die Erscheinungdes Em pfangsgebäudes dem genius loci anzu-nassen Wer nach dem westlichen Industrie-G ebiet fährt,bemerkt auch mit Freuden die vielartigen neuen Einflüssein Formen- und Farbengebung, die er zuließ. W ertvoll warsein amtlicher Einfluß bei den großen A nlagen in Leipzig.Darmstadt, Metz, Hamburg die von frem den Kräften aus-• o-efiihrt wurden. Auch zahlreiche Eisenbahn-Verwaltungs-leb äud e haben durch ihn ihre künstlerische Form erhalten,es sei nur erinnert an das Eisenbahnzentralam t in Berlin,an die Verw altungsgebäude in Frankfurt a. M., Köln, Posen,Münster Halle, Essen, Danzig, Bromberg, Cassel, Breslauusw Fast zu um fangreich war das vom Verstorbenen beherrschteSchaffensgebiet; es _ zeigen denn auch einzelneAusführungen sowohl in technischer wie in ästhetischer Beziehungein Nachlassen der Kräfte. G leichwohl ist dasLebenswerk Rüdell’s in hohem Maß achtungsgebietend. —L iteratur-V erzeichnis.(Die nachfolgend angegebenen Preise sind die bei Erscheinen desWerkes gültig gewesenen).Anlegung und Veränderung von Straßen undPlätzen in Städten und 1 ä n d 1. Ortschaften(Straßen- u. Baufluchtgesetz). Vom 2. Juli 1875. Kommentarvon D. Dr. Dr. Hugo v. Strauß u. Torney u. Karl Saß,Priv.-Doz. an der Techn. Hochsch. zu Berlin. Berlin u. Leipzig1920. Vereinigung wissensch. Verleger Walter de Gruyter& Co. Pr. geb. 22 M.Ausstellung Techn. Messe. Leipzig 1920. In der Betonhalle.Verein Deutscher Werkzeug-Masch.-Fabrikanten, Charlottenburg4, Schlüter-Str. 31. Pr. 3 M.A u s Technik u. Wirtschaft. Rascher & Co., Verlag.Zürich 1919: Bd. 2. D i e h e n t i g e i n d u s t r i e 11 e E 1 e k-trochemie von Dr. F. Wint.eler. Pr. brosch. 1,70 Fr.Bd. 3. Vergesellschaftung industrieller Betriebe von S. Herzog,berat. Ing. Pr. brosch. 1,70 Fr. Bd. 4. D a s Acetylenim Automobilbetrieb von Prof. O. F. K e e 1, Ing.Pr. brosch. 3,90 Fr.Besondere Vertragsbedingungen für die Anfertigung,Anlieferung und Aufstellung von Eisenbauwerken. Erlaßvom 14. Juni 1912. Verlag von Wilh. Ernst & Sohn, BerlinW. 66. Pr. geh. 0,75 M.Burkhardt, E., Dr.-Ing., Reg.-Bmstr. Wasser-Speicherungund ihre Bedeutung für die Wasserkräfte Württembergs. Industrie-Bücherei,Bd. 3. 1920. Verlag Eugen Wahl, Stuttgart-Leipzig.Contribución Al Estudio De Las Cien cas Físicasy Matemáticas. Serie Matemático-Fisica. Bd. 2. Entrega 5 a,La Plata (Rep. Argentina). Veröffentlichungen der Fakultätder physikalischen, mathematischen und astronomischen Wissenschaften.Septby. 1919.D ie Farbe im Dienste des V o k s w o h 1 e s. GesammelteSchriften zur Farben- und Lichtforschung. Festschriftfür die 3. Tagung des Bundes Deutscher Dekorationsmalerei.Dresden 1920. Sitz in München.180. Flugschrift des Dürerbundes. Der Wohnungsbaunach dem Krieg. Aufsätze von H ö g gu. Schulz. Pr. 0,40 M.181. — Uebergangs-Heimstätten-Siedelung (Zellenbau)von Prof. Ernst K ü h n, Brt. in Dresden. Pr. 1,50 M.Verlag von G. D. W. Callwey in München.Graf, Dr. Peter. Taschenbuch zum Mineralbestimme n. Kosmos, Ges. der Naturfreunde. Franck’sche Buchhandlungin Stuttgart. Pr. geh. 4,80 M.Haberstumpf, Georg, Ob.-Regrt. Untersuchungen überdie verschiedenen Bewegungsarten des siderischen Pendels und über deren Ursachen.1920. Verlag von Max Altmann, Leipzig. Pr. 5,25 M.Hensel, Karl, Königl. Brt., Hildesheim. Farben — Farbensehen.Selbstverlag. In Kommission bei der Franck’schenVerlagshandlung, Stuttgart. Pr. 3 M.Hoch, Otto (Hamburg), Brt. D ie Elbeschiffahrt der Zukunftund die Abmessung neuer Hauptwasserstraßen. Hamburg1920. Verlag von Boysen u. Maasch.Schweizerisches Export-Jahrbuch. Nationales Adreßbuchfür Handel und Gewerbe. Herausgegeben von Dr. Haas,gew. Sekretär der staatl. Handelskammer in Bern und A.• 'n-11? ’ Sekretär der staatl. Handels- und Gewerbekammer111 Bie!- Verlag Schweizer Exporteur A.-G. Zürich,o 1k s b a d , Das. Seine Einrichtung u. sein Betrieb. Herausgegebenvon der Deutschen Gesellschaft für Volksbäder inBerlin. Verlag von Julius Springer, Berlin. Pr. 6 M.íesemann, Dr. E., Ing. Ktinstl. Lüftung im Stollenuna1 unnelbau sowie von Tunnels im Betrieb. Mit 60tflguren und 8 Tafeln. Rascher & Co., Verlag. Zürich 1919., Ludw., Stadtbauamtm., Dresden. D i e Kleinwohnung1 , n ° ,!'u ndrißfor m e n. Mit 31 Textabbildungen.7 i r k l i m erlag V(m Wilh- Ernst & Sohn. Pr. geh. 4 M.TV 1 0 1 0 n11 0£ r, í\ l ) h i e n , E u g e n F a b r i c i u s. BandDer Zirkel, Architckturverlag, G. m. b. H., Berlin W.Krietrseell>¡pKhv Bai.'SrullPPe ,les Franziskaner - Klosters und der- v , , S « l sb ,Tur i8J nFür JifirlR?Hot*-DeUt8chen Bau.ze‘tung, G .m .b.H ., in Berlin.Buchdrucker«^twn verantwortlich: Albert H o f m ann in Berlin,druckerei Gustav Schenck Nachflg. P. M. Weber in Berlin.No. 15.

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